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Was heißt Cholestase?
• Zellschaden
– ALT, AST, LDH
• Cholestase
Differentialdiagnose der Cholestase
– AP (Isoenzyme), GGT
– Bilirubin (konjugiertes), Gallensäuren
• Lebersyntheseparameter
– PZ/INR, ATIII, FV, Albumin
Peter Fickert
Klinische Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie
Medizinische Universität Graz
• „Hilfreiches“
– Thrombozytenzahl, MCV, IG, Serumelphor
P. Fickert, Graz
Wie abklären?
Hepatitisch
(ALT, LDH)
vs.
1. 60a Patientin mit ausgeprägtem Oberbauchschmerz rechts, Fieber und
Schüttelfrost, Bilirubin 2,3 mg/dl, AP und gGT im Bereich der Norm. Das
Oberbauchsonogramm zeigt Gallenblasensteine sowie eine druckschmerzhafte,
deutlich verdickte Gallenblasenwand und Flüssigkeit im Gallenblasenbett, der DHC
ist normal weit. Was ist das beste Management?
Cholestatisch
(AP, GGT)
Sonographie
1.
2.
Obstruktion?
Ja
3.
4.
5.
Alleinige intravenöse Gabe eines Antibiotikums.
Intravenöse Gabe eines Antibiotikums gefolgt von endoskopischer oder
perkutaner Gallengangsdrainage.
Intravenöse Gabe eines Antibiotikums und umgehende Cholecystektomie.
ÖGD zum Ausschluss eines perforierten Ulcus duodeni.
CT-Abdomen.
EUS
MRCP
ERCP
P. Fickert, Graz
• Stein
•Tumor
•PSC
•IgG4+ SC
P. Fickert, Graz
1
Akute Cholecystitis
1. 60a Patientin mit ausgeprägtem Oberbauchschmerz rechts, Fieber und
Schüttelfrost, Bilirubin 2,3 mg/dl, AP und gGT im Bereich der Norm. Das
Oberbauchsonogramm zeigt Gallenblasensteine sowie eine druckschmerzhafte,
deutlich verdickte Gallenblasenwand und Flüssigkeit im Gallenblasenbett, der DHC
ist normal weit. Was ist das beste Management?
Akute Cholecystitis
1.
2.
3.
4.
5.
Alleinige intravenöse Gabe eines Antibiotikums. – nicht das beste
Management
Intravenöse Gabe eines Antibiotikums gefolgt von endoskopischer oder
perkutaner Gallengangsdrainage. – nicht indiziert da kein Hinweis für
mechanische Cholestase besteht
Intravenöse Gabe eines Antibiotikums und umgehende Cholecystektomie.
ÖGD zum Ausschluss eines perforierten Ulcus duodeni. – nicht indiziert
CT-Abdomen. – bringt sehr wahrscheinlich keine Befunderweiterung
P. Fickert, Graz
1. 60a Patientin mit ausgeprägtem Oberbauchschmerz rechts, Fieber und
Schüttelfrost. Das Oberbauchsonogramm zeigt Gallenblasensteine sowie eine
druckschmerzhafte, deutlich verdickte Gallenblasenwand und Flüssigkeit im
Gallenblasenbett. Was ist das beste Management?
1.
2.
3.
4.
5.
Alleinige intravenöse Gabe eines Antibiotikums.
Intravenöse Gabe eines Antibiotikums gefolgt von endoskopischer oder
perkutaner Gallengangsdrainage.
Intravenöse Gabe eines Antibiotikums und umgehende
Cholecystektomie.
ÖGD zum Ausschluss eines perforierten Ulcus duodeni.
CT-Abdomen.
• Häufigste Komplikation der
Cholecystolithiasis durch passageren oder
dauerhaften Verschluss des D.c. durch
Gallenstein
• Frühelektive CHE (innerhalb 72h) reduziert
Morbidität, Letalität und Kosten
• Antibiotika, Flüssigkeits- und
Elektrolytausgleich
• CHE sobald wie möglich
P. Fickert, Graz
2. 42-jähriger Architekt aus urbanem Raum, mit seit 10 Jahren bestehender
mittelgradig-aktiver Colitis ulcerosa (Therapie mit Azathioprin und Salycilat seit 2
Jahren) klagt über rezidivierende Fieberschübe und Oberbauchschmerzen rechts.
Sonographisch zeigt sich kein Anhaltspunkt für eine Cholelithiasis,
Gallenblasenwand unauffällig, Milzgröße 16cm, kein Ascites nachweisbar. Labor:
gGT 716 IU/L, ALT 87 IU/L, Lipase im Normalberreich. Hepatitisserologie negativ.
Welche Diagnose ist am wahrscheinlichsten?
1.
2.
3.
4.
5.
Medikamentös-induzierte Pankreatitis.
Achalkulöse Cholecystitis.
Primär sklerosierende Cholangitis.
Fasciola hepatica Infektion.
Clonorchis sinesis Infektion.
P. Fickert, Graz
P. Fickert, Graz
2
2. 42-jähriger Architekt aus urbanem Raum, mit seit 10 Jahren bestehender
mittelgradig-aktiver Colitis ulcerosa (Therapie mit Azathioprin und Salicyilat seit 2
Jahren) klagt über rezidivierende Fieberschübe und Oberbauchschmerzen rechts.
Sonographisch zeigt sich kein Anhaltspunkt für eine Cholelithiasis,
Gallenblasenwand unauffällig, Milzgröße 16cm, kein Ascites nachweisbar. Labor:
gGT 716 IU/L, ALT 87 IU/L, Lipase im Normalberreich. Hepatitisserologie negativ.
Welche Diagnose ist am wahrscheinlichsten?
-Assoziation von Colitis ulcerosa mit cholangitischem Beschwerdebild und
gleichzeitigem Fehlen einer Cholelithiasis ist primär verdächtig auf PSC!
1.
Medikamentös-induzierte Pankreatitis. –AZA und 5-ASA können (meist bei
Therapieeinleitung) Pankreatitis verursachen – Da der Patient die
Präparate bereits 2a einnimmt und die Lipase im Normbereich liegt ist
diese Diagnose sehr unwahrscheinlich.
2.
3.
4.
5.
Achalkulöse Cholecystitis. – keine Risikofaktoren - unwahrscheinlich
Primär sklerosierende Cholangitis.
Fasciola hepatica Infektion. – keine Risikofaktoren – unwahrscheinlich
Clonorchis sinesis Infektion. – keine Risikofaktoren – unwahrscheinlich
2. 42-jähriger Architekt aus urbanem Raum, mit seit 10 Jahren bestehender
mittelgradig-aktiver Colitis ulcerosa (Therapie mit Azathioprin und Salicyilat seit 2
Jahren) klagt über rezidivierende Fieberschübe und Oberbauchschmerzen rechts.
Sonographisch zeigt sich kein Anhaltspunkt für eine Cholelithiasis,
Gallenblasenwand unauffällig, Milzgröße 16cm, kein Ascites nachweisbar. Labor:
gGT 716 IU/L, ALT 87 IU/L, Lipase im Normalberreich. Hepatitisserologie negativ.
Welche Diagnose ist am wahrscheinlichsten?
1.
2.
3.
4.
5.
Medikamentös-induzierte Pankreatitis.
Achalkulöse Cholecystitis.
Primär sklerosierende Cholangitis.
Fasciola hepatica Infektion.
Clonorchis sinesis Infektion.
P. Fickert, Graz
Primär sklerosierende Cholangitis
Primär sklerosierende Cholangitis
• Chronisch-obliterative Entzündung der
intra- und extrahepatischen Gallenwege
• Klinik
•  biliärer Leberfibrose und Zirrhose
• 70% Männer, Gipfel um 40. LJ
• Inzidenz 0,9 – 1,3 : 100.000 (Nordeuropa)
• Assoziation mit chronisch entzündlichen
Darmerkrankungen in 70-90%
P. Fickert, Graz
– Häufig asymptomatisch, Juckreiz und Müdigkeit
– Schmerzen, Ikterus, Fieber  bakterielle
Cholangitiden
• Manifestation
– 75% intra- und extrahepatische Gänge
– 15% „small duct PSC“ (d.h. ERCP negativ)
– 10% nur extrahepatische Gänge
• Krankheitsverlauf:
– Median 8 Jahre von Diagnose zu LTX oder Tod
P. Fickert, Graz
3
PSC: Diagnostik
DDX: Ischämische Cholangitis
• MRC („high-quality“) cholangiographische
Methode der Wahl
• ERC wenn MRC unauffällig oder unklar
und PSC Verdacht hoch
• LBx nicht notwendig außer:
– Verdacht auf small duct PSC
– PSC mit AIH
P. Fickert, Graz
P. Fickert, Graz
Plessier A et al. J Hepatol 2012 S25-38
IgG4-assoziierte Cholangitis (IAC)
Diagnostische Kriterien
IgG4-assoziierte Cholangitis (IAC)
Charakteristika
• Biochemisch/cholangiographisch nicht von
PSC unterscheidbar
• Nicht mit IBD, aber oft mit AIP assoziiert
• Ansprechen auf antiinflammatorische
Therapie
• Meist Männer um 60a
• Th2 und Treg Cytokine erhöht (im
Gegensatz zu PBC und PSC)
P. Fickert
• Lebertransplantation (meist zentrale
Gallengangsstenosen)
• Chemoembolisation
• Bestrahlung
• Cholezystektomie
• Vasculitis (PAN,....)
• AIDS
• St.p. kritische Erkrankung (Protrahierter
Schock, Polytrauma, Sepsis,......)
EASL CPG 2009
• Histo die für IAC/AIP spricht
• Typische AIP Radiologie + erhöhtes IgG4
• 2 von:
– Erhöhtes IgG4
– Kompartible Pankreasmorphologie
– Organmanifestationen wie sklerosierende
Sialadenitis, retroperitoneale Fibrose,
Lymphadenopathie
– >10 IgG4+ Plasmazellen/HPF in
Gallengangshistologie
–
Ansprechen auf Steroide <4Wochen EASL CPG 2009
P. Fickert
4
Wie?
Hepatitisch
Sepsis-induzierte Cholestase
vs.
(ALT, LDH)
Cholestatisch
Hepatitisch
(AP, GGT)
(ALT, LDH)
Sonographie
Cholestatisch
vs.
(AP, GGT)
Sonographie
Obstruktion?
Obstruktion?
Nein
Ja
• Sepsis / bakt. Infekt
• Med.-toxisch
• CMV
• PBC, VBDS
Nein
50
22%
ERCP
• Stein
•Tumor
•PSC
•IgG4+ SC
P. Fickert, Graz
• Sepsis / bakt. Infekt
• Med.-toxisch
• CMV
• PBC, VBDS
10
Mal
P. Fickert, Graz
Sepsis
Cirr
Stein
Med
AIH
Whitehead et al., Gut 2001; 48: 409
Viral
Ja
ERCP
• Stein
•Tumor
•PSC
•IgG4+ SC
Primär biliäre Zirrhose (PBC)
Hepatitisch
Cholestatisch
vs.
(ALT, LDH)
(AP, GGT)
Sonographie
Obstruktion?
Meist asymptomatische GGT↑, AP ↑
AMA+, gp210+
Selten Juckreiz
Staging
Nein
• Sepsis / bakt. Infekt
• Med.-toxisch
• CMV
• PBC
Ja
ERCP
• Stein
•Tumor
•PSC
•IgG4+ SC
• granulomatöse Entzündung der
intrahepatischen Gallenwege
• führt zu progressiver Duktopenie
• langsam fortschreitende Cholestase 
biliäre Fibrose / Zirrhose
• 90% Frauen
• Prävalenz: ~100 / 1.000.000 Einwohner
P. Fickert, Graz
5
Labordiagnostik bei PBC
Antikörper bei PBC
• „Cholestasefermente“ ↑
• AMA:
– In ~95% positiv
– Keine Korrelation der AMA-Titer mit
Krankheitsstadium oder Outcome
– Alkalische Phosphatase (AP)
– Gamma-Glutamyl-Transferase (GGT)
• Cholesterin ↑
• Immunglobulin M (IgM) ↑
• Konjugiertes Bilirubin (im Spätstadium)
• Antikörper:
↑
– Antimitochondriale AK (AMA, M2 Subfraktion)
– Antinukleäre AK (ANA)
P. Fickert, Graz
• ANA:
– In ~40% positiv
– DD: Overlap mit Autoimmunhepatitis
– Hochspezifisch für PBC: Sp100, gp210, p62
• Assoziation mit rascher Krankheitsprogression
P. Fickert, Graz
Schilddrüsenfunktionsstörungen
• Immunhypothyreose
• Häufig bereits vor Diagnose der PBC
• Kann Cholestase verschlechtern
• Schilddrüsenfunktion bei Erstdiagnose und
in regelmäßigen Abständen bestimmen
und ggf. substituieren
3. Welche Aussage zur PBC ist falsch?
1.
2.
3.
4.
5.
P. Fickert, Graz
95% der (überwiegend weiblichen) Betroffenen haben erhöhte Titer für
antimitochondriale Antikörper wobei keine Korrelation zwischen Titerhöhe
und Krankheitsstadium oder Outcome besteht.
Bei der PBC können auch positive ANA vorliegen wobei Antikörper gegen
Sp100, gp210 und p62 mit rascher Krankheitsprogression assoziiert sind.
Die PBC ist eine sehr rasch verlaufende Erkrankung mit einem 5Jahresüberleben unter 30%.
Einzig effektive Therapie bei terminaler Lebererkrankung durch PBC ist die
Lebertransplantation.
Bei PBC Patienten sollte nach assoziierten Autoimmunerkrankungen (z.B.
Hashimoto Thyreoiditis) und Osteoporose gefahndet werden.
P. Fickert, Graz
6
3. Welche Aussage zur PBC ist falsch?
1.
2.
3.
4.
5.
95% der (überwiegend weiblichen) Betroffenen haben erhöhte Titer für
antimitochondriale Antikörper wobei keine Korrelation zwischen Titerhöhe
und Krankheitsstadium oder Outcome besteht.
Bei der PBC können auch positive ANA vorliegen wobei Antikörper gegen
Sp100, gp210 und p62 mit rascher Krankheitsprogression assoziiert sind.
Die PBC ist eine sehr rasch verlaufende Erkrankung mit einem 5Jahresüberleben unter 30%.
Einzig effektive Therapie bei terminaler Lebererkrankung durch PBC ist die
Lebertransplantation.
Bei PBC Patienten sollte nach assoziierten Autoimmunerkrankungen (z.B.
Hashimoto Thyreoiditis) und Osteoporose gefahndet werden.
P. Fickert, Graz
4. Eine 44a geschiedene Kellnerin präsentiert sich mit Fieber, Erbrechen,
druckschmerzhafter großer Leber, geringem Aszites, Spider Naevie, makrocytärer
Anämie und Ikterus. Die wahrscheinlichste Diagnose ist.......
1.
2.
3.
4.
eine dekompensierte PBC
eine dekompensierte PSC
eine alkoholische Steatothepatitis
eine Choledocholithiasis
P. Fickert, Graz
Reblaus
P. Fickert, Graz
P. Fickert, Graz
7
Klinik der ASH
Ist Alkohol ein modernes Problem?
• Fermentierte Getränke werden seit dem
Neolithicum konsumiert (10 000 v.Chr.)
• „Alkohol ist der Grund und die Lösung aller
Lebensprobleme“
– Homer
P. Fickert, Graz
Pseudodoppelflinten
Fieber
Ikterus
Oberbauchschmerz re
Oft vergrößerte Gallenblase mit verdickter
Wand – akuter portaler Hypertonus!
• Oft als mechanische Cholestase
fehldiagnostiziert
P. Fickert, Graz
– Lebenskrise
– Partner-, oder Arbeitsplatzverlust
•
•
•
•
•
•
CAVE: nach bariatrischer Chirurgie – „Frusttrinken“
Akutphasereaktion mit Leukozytose und Fieber
Oft Marasmus
Tiefer Ikterus
Ausgeprägte Gerinnungsstörung
Sehr schlechte Prognose (28d Mortalität 15-34%)
Diehl et al. Gastroenterology 1988;95:1056
Neuschwander et al. Hepatology 2003;37:1202
P. Fickert, Graz
Cave DDX
•
•
•
•
•
• Oft aufgepropft auf alkoholische Zirrhose
Histologische Charakteristika
der alkoholischen Steatohepatitis
•
•
•
•
Ballooning
Steatose
Mallory Körper
Neutrophile
Granulocyten
Perizelluläre Fibrose
Mallory-Denk Körper
P. Fickert, Graz
8
ASH versus NASH
• ASH
• ALT<AST
• Akutphasereaktion mit
Leukozytose, Fieber,
Anorexie
• Oft Marasmus
• Tiefer Ikterus
• Ausgeprägte
Gerinnungsstörung
• Sehr schlechte Prognose
(50% Leberversagen)
P. Fickert, Graz
•
•
•
•
•
•
•
•
NASH
ALT>AST
Keine Akutphasereaktion
Adipositas, DM II,
Hypertonus
Acanthosis nigricans
Geringe
Hyperbilirubinämie
Keine Gerinnungsstörung
Bessere Prognose (1 20% Zirrhoserisiko)
Diehl et al. Gastroenterology 1988;95:1056
Neuschwander et al. Hepatology 2003;37:1202
Zusammenfassung
4. Eine 44a geschiedene Kellnerin präsentiert sich mit Fieber, Erbrechen,
druckschmerzhafter großer Leber, geringem Aszites, Spider Naevie, makrocytärer
Anämie und Ikterus. Die wahrscheinlichste Diagnose ist.......
1.
2.
3.
4.
eine dekompensierte PBC
eine dekompensierte PSC
eine alkoholische Steatothepatitis
eine Choledocholithiasis
P. Fickert, Graz
Vielen lieben Dank fürs Zuhören!
• Anamnese
– Schmerzen?
– Fieber?
– Medikamente? Naturheilprodukte?
•
•
•
•
•
Enzymkonstellation
OB Sonographie
IPS
MR/MRCP
ERCP
P. Fickert, Graz
P. Fickert, Graz
9
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