Vorlesungen 1

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Betriebsbuchhaltung
- Kostenrechnung
Vorlesungen 1-3
1. Einführung Kostenrechnung
Lernziele
•Sie können die Grundzüge der Kostenrechnung anhand von
konkreten
Beispielen erläutern.
•Sie können den Kostenbegriff erläutern.
•Sie können die Aufgaben der Kosten und Leistungsrechnung anhand
von selbst gewählten Beispielen darstellen.
•Sie können die Rechensysteme in Unternehmen beispielhaft
darstellen und deren Unterschiede erklären.
•Sie können die Systeme der Kostenrechnung und deren
Anwendbarkeit im unternehmerischen Zusammenhang darstellen.
Problemstellung
Ein Geschäftsmann möchte ein Cateringunternehmen gründen. Zu diesem Zweck
besucht er ein spezielles Seminar des Gründerservice. Die Ausgaben für Kursgebühr,
Unterlagen und Unterkunft etc. sind selbstverständlich Kosten. Wie sieht es jedoch mit
den Ausgaben für die Verpflegung im Seminarhotel aus?
Zu Hause hätte der Unternehmer ebenfalls essen müssen. Wenn diese Ausgaben also
unabhängig vom Seminarbesuch anfallen, dann handelt es sich streng genommen
nicht um Kosten der Unternehmensgründung.
Wie soll die aufgewendete Zeit für den Seminarbesuch beurteilt werden?
Der Unternehmer möchte ein Verkaufslokal erwerben und erkundigt sich bei einem
Makler über ein geeignetes Objekt. Der Makler schätzt die entsprechenden „Kosten“
eines derartigen Objektes auf ca. € 1.000.000,00.
Wie könnte der Makler auf den Schätzwert kommen?
1.1 Wozu benötigen Sie Kostenrechnungswissen?

Produktion

Marketing

Generelle Manager
1.2 Aufgaben der Kosten- und Leistungsrechnung
Aufgaben der
Kosten- und Leistungsrechnung
Dokumentation
entscheidungsorientierte
Aufbereitung und
Steuerung
Verdichtung betrieblicher
Daten
Erfassung,
Systematisierung,
Registrierung
informationsorientierte
Kosten- und Leistungsrechnung
Entscheidung
Planung
Kontrolle
Fundierung
betrieblicher
Entscheidungen
Planung
zukünftiger
Kosten
Kontrolle
durchgeführter
Maßnahmen und
Abweichungsanalyse
entscheidungsorientierte
Kosten- und Leistungsrechnung
Kosten- und Leistungsrechnung als
Instrument des Controllings
orientiert
Stromgrößen-
Bestandsgrößenorientiert
1.3 Rechensysteme in Unternehmen
• Cashflow-Rechnung
(Veränderungen des Kassabestandes durch Ein- und Auszahlungen)
• Einahmen-Ausgaben-Rechnung
(Veränderung des Geldvermögens durch Einnahmen und Ausgaben)
• Bilanz- und Erfolgsrechnung
(Veränderung des Eigenkapitals durch Aufwand und Ertrag)
• Kosten und Leistungsrechnung
(Erfassung von Kosten und Leistungen)
Kongruenzprinzip

Totalerfolg Cashflow–Rechnung:
TECF = ∑ (Einzahlungen – Auszahlungen) aller Perioden

Totalerfolg Einnahmen–Ausgabenrechnung:
TEEA = ∑ (Einnahmen – Ausgaben) aller Perioden

Totalerfolg Bilanz– und Erfolgsrechnung :
TEBE•= ∑ (Erträge – Aufwände) aller Perioden

Totalerfolg der Kosten– und Leistungsrechnung:
TEKL= ∑ (Leistungen – Kosten) aller Perioden
TECF = TEEA = TEBE = TEKL
Grundsatz
Entscheidungen langfristig  Investitionsrechnung
Die richtigen Dinge zu tun
Entscheidungen kurzfristig  Gewinn und Verlustrechnung; Kostenrechnung
Die Dinge richtig tun.
Beispiel 1-1
Das Cateringunternehmen plant, eine neue Partnerschaft mit dem
Österreichischen Faustballverband für die nächsten 5 Jahre einzugehen.
Es könnte jedoch auch die VIP–Sektoren der Eishockeymeisterschaft im
gleichen Zeitraum betreuen. Die finanziellen Mittel lassen in jedem Fall nur
eine der beiden Möglichkeiten zu.
Nach welchem der vier Rechensysteme ist nun die Sinnhaftigkeit dieser
alternativen Projekte zu beurteilen?
In der folgenden Tabelle finden sich die geplanten Ein– und Auszahlungen
der nächsten 5 Jahre:
Lösung 1-1
Beurteilung nach Cashflow- und Einnahmen und Ausgabenrechnung:
0
EZ
Faustball
2
3
4
5
Summe
200
300
700
400
300
1.900
AZ
–1.000
–100
–100
–100
–100
–100
–1.500
CF
–1.000
100
200
600
300
200
400
100
300
400
700
400
1.900
EZ
Eishockey
1
AZ
–1.200
–20
–20
–20
–20
–20
–1.300
CF
–1.200
80
280
380
680
380
600
EZ: Einzahlungen
AZ: Auszahlungen
CF: Cashflow
KW_Faustball=
–1.000+100/1,1+200/1,12+600/1,13+300/1,14+200/1,15= € 36,08
KW_Eishockey=
–1.200+80/1,1+280/1,12+380/1,13+680/1,14+380/1,15= € 90,03
KW: Kapitalwert
Lösung 1-1
Beurteilung nach Gewinn- und Verlustrechnung (3 Periode):
G3_Faustball= 700–100–1.000/5= € 400,00
G3_Eishockey= 400–20–1.200/5= € 140,00
G3: Gewinn Periode 3
Lösung 1-1
Beurteilung nach Kosten- und Leistungsrechnung (3 Periode):
Faustball
Eishockey
1.000
200
700,00
400,00
Materialkosten in €
40,00
5,00
Personalkosten in €
50,00
10,00
Sonstige Kosten in €
10,00
5,00
Abschreibungskosten in €
200,00
240,00
Betriebsergebnis in €
400,00
140,00
0,40
0,70
Anzahl Gäste
Erlöse in €
Gewinn/Gast in €
Lösung 1-1
Die Gewinnreihe für alle 5 Jahre ergibt sich wie folgt:
Faustball
1
2
3
4
5
EZ
200
300
700
400
300
AZ
–100
–100
–100
–100
–100
AfA
-200
-200
-200
-200
-200
Gewinn
-100
0
400
100
0
Barwert
-90,91
0 300,53
68,30
400
0 277,92
Lösung 1-1
Ermittlung des gebundenen Kapitals in den einzelnen Perioden:
0
Kapital
2
3
4
5
Summe
800
600
400
200
0
Kosten
–100
–80
–60
–40
–20
Gewinn
-100
0
400
100
0
Residualgewinn
-200
-80
360
60
-20
-181,82
-66,11
255,45
40,98
-12,42
Barwert
1.000
1
36,08
Zur Erinnerung:
KW_Faustball=–1.000+100/1,1+200/1,12+600/1,13+300/1,14+200/1,15= € 36,08
1.4 Systeme der Kostenrechnung

Istkostenrechnung
 Kostenrechnung basiert auf historischen Daten

Plankostenrechnung
 Kostenrechnung basiert auf geplanten Daten

Normalkostenrechnung
 Kostenrechnung basiert auf durchschnittlichen
(normalisierten) Kosten

Benchmark-Costing
 Verbesserung der Normalkostenrechnung durch
Kostenvergleich mit anderen (besten) Untenehmen
2. Kostenerfassung
Lernziele
•Sie können die buchhalterischen Aufwendungen eines Unternehmens
anhand von Beispielen in Kosten überleiten.
•Sie können Kosten nach verschiedenen Kriterien systematisieren.
•Sie können einzelne Kostenarten anhand von Beispielen berechnen.
•Sie können Kosten anhand von Beispielen in fixe und variable Kosten
aufspalten.
Kalkulationsverfahren
(inkl. Kostenstellenrechnung)
Kostenträgerrechnung
Kostenträgererfolgsrechnung
Periodenerfolgsrechnung
Welche Kosten
sind angefallen?
Wo sind
Kosten
angefallen?
Gemeinkosten
Wofür sind
Kosten
angefallen?
Einzelkosten
Welchen Erfolg
haben die
einzelnen
Kostenträger?
Betriebsüberleitung; Kostenartenrechnung
Welchen
Erfolg hat der
gesamte
Betrieb?
Erfolgsermittlung
Kostenverrechnung
Kostenerfassung
Kostenerfassung auf Vollkostenbasis
Erfolgsermittlung
Kostenträgerrechnung
Kostenträgererfolgsrechnung
(als Deckungsbeitragsrechnung)
Periodenerfolgsrechnung
(einstufig oder stufenweise)
Kalkulationsverfahren
(inkl. Kostenstellenrechnung)
Wo sind
Kosten
angefallen?
Welche Kosten sind
angefallen?
fix
Wofür sind
die variablen
Kosten
angefallen?
Gemeinkosten
Welchen
Deckungsbeitrag haben
die einzelnen
Kostenträger?
variabel
(ungeteilt oder nach Bereichen)
Einzelkosten
Fixkostenblock
Kostenerfassung
Betriebsüberleitung; Kostenartenrechnung
Welchen
Deckungsbeitrag
haben die
Bereiche?
Welchen
Erfolg hat der
Betrieb?
Kostenverrechnung
Kostenerfassung auf Teilkostenbasis
Problemstellung
Das Cateringunternehmen erwirbt für seine Geschäftsausstattung einen neuen
Computer, der hauptsächlich für die Fakturierung und die Kundenkorrespondenz
verwendet werden soll. Da der Computer keine komplizierten Rechenvorgänge
durchführen und daher keinen besonderen technischen Standards entsprechen muss,
rechnet der Unternehmer damit, dass er den PC erst nach sechs Jahren austauschen
wird.
Die gesetzliche Mindestnutzungsdauer von PCs entspricht jedoch nur drei Jahren, und
diese will der Unternehmer auch in seiner Buchhaltung ansetzen, um einen
steueroptimalen Effekt zu erzielen.
•Wie soll der Controller vorgehen?
•Welche Probleme ergeben sich daraus in der Buchhaltung?
•Welche Probleme ergeben sich daraus in der Kostenrechnung?
2.1 Betriebsüberleitung
neutraler Aufwand
Zweckaufwand =
= Grundkosten
kalkulatorische
Kosten
• betriebsfremder
Aufwand
Aufwand der
• Anderskosten
• außerordentlicher
Aufwand
• periodenbezogen
und
• betriebsbedingt
ist.
• Zusatzkosten
• periodenfremder
Aufwand
• sonstiger neutraler
Aufwand
Beispiel 2-1
Der Controller des Cateringunternehmens beginnt mit seiner Arbeit, indem er
zunächst die Kosten des Unternehmens ermittelt, denn diese bilden den
Ausgangspunkt für alle weiteren Tätigkeiten.
Aus den bisherigen Aufzeichnungen der Buchhaltung kann er dabei folgendes
erkennen:
Aufwandsart
Materialaufwand
Personalaufwand
Instandhaltungsaufwand
Abschreibungsaufwand
Zinsaufwand
Stromaufwand
Außerordentlicher Aufwand
in €
300.000,00
1.600.000,00
32.000,00
940.000,00
95.000,00
75.000,00
4.000,00
Beispiel 2-1
Für die Überleitung des Aufwands in Kosten berücksichtigt er folgende Angaben:
• Der Materialverbrauch (hauptsächlich handelt es sich dabei um Lebensmittel) ist zu
Anschaffungspreisen bewertet. Die Preissteigerungen auf den Beschaffungsmärkten
betragen in der betrachteten Abrechnungsperiode durchschnittlich 15%.
• Der Betrieb hat die Rechtsform eines Einzelunternehmens. Die Kosten einer Ersatzkraft
für den Unternehmer würden inklusive Lohnnebenkosten € 80.000,00 im Jahr betragen.
• Für die Instandhaltung eines betriebseigenen PKWs, den der Unternehmer auch privat
nutzt, wurden € 1.000,00 aufgewendet. Die Privatnutzung beträgt 40%, wurde jedoch
nicht ordnungsgemäß verbucht.
Beispiel 2-1
• Die buchmäßigen Abschreibungen betreffen zu € 8.000,00 den betriebseigenen PKW,
welcher zu 40% privat genutzt wird. Der restliche Betrag ist um € 40.000,00 zu
niedrig angesetzt, da die buchhalterische Nutzungsdauer länger ist als die
kalkulatorische.
• Das Eigenkapital beträgt € 400.000,00. Als Vergleichszinssatz hat die
Unternehmensleitung 8% p.a. festgesetzt.
• Der Stromverbrauch (hauptsächlich für Kühlaggregate) entspricht dem langjährigen
Durchschnitt.
• Der außerordentliche Aufwand betrifft die außerplanmäßige Abschreibung eines
mobilen Gaskochers, der bei einer Explosion aufgrund eines technischen Defekts
zerstört wurde. Da derartige Fehler im Branchenschnitt nur zu jährlichen Schäden in
Höhe von € 300,00 führen, hat das Unternehmen keine Versicherung abgeschlossen.
Lösung 2-1
Aufwand
Material
Personal
Instandhaltung
Abschreibungen
Zinsen
Strom
Außerord. Schäden
300.000,00
1.600.000,00
32.000,00
940.000,00
95.000,00
75.000,00
4.000,00
–
+
45.000,00
80.000,00
400,00
3.200,00
4.000,00
40.000,00
32.000,00
300,00
Kosten
345.000,00
1.680.000,00
31.600,00
976.800,00
127.000,00
75.000,00
300,00
Beispiel 2-2
Da der Controller des Cateringunternehmens noch nicht viel Erfahrung in de
Betriebsüberleitung hat, bittet er einen Freund, der seit Jahren eine Fast–Food–Kette
betreibt, ihn einen Blick in dessen Betriebsüberleitung werfen zu lassen. Der
Geschäftsfreund legt ihm die Daten für das letzte Quartal offen:
• Der Materialaufwand des Quartals beträgt € 300.000,00 und ist zu
Anschaffungspreisen bewertet. Die Preise sind in diesem Quartal um durchschnittlich
2% gestiegen.
• Der Personalaufwand des Quartals beträgt € 750.000,00. Das Unternehmen hat die
Rechtsform einer GmbH. Der Geschäftsführer würde bei einer vergleichbaren Tätigkeit
in einem anderen Unternehmen € 50.000,00 im Quartal verdienen.
• Der Abschreibungsaufwand des Quartals beträgt € 80.000,00. Die kalkulatorischen
Abschreibungen belaufen sich auf € 120.000,00.
• Es wurde eine Spende an eine politische Partei in Höhe von € 5.500,00 getätigt, die zur
Erlangung eines Auftrags dienen soll.
Beispiel 2-2
• An Fremdkapitalzinsen wurden im Quartal € 3.500,00 bezahlt.
• Das betriebsnotwendige Kapital (Eigenkapital+Fremdkapital) beträgt
€ 400.000,00. Der landesübliche langfristige Zinssatz (nach KESt) beträgt
5% p.a.
• An Umsätzen auf Ziel wurden in diesem Quartal € 75.000,00 getätigt. In den
letzten 5 Jahren mussten bei Zielverkäufen in Höhe von insgesamt
€ 2.300.000,00 Forderungsverluste von € 46.000,00 verzeichnet werden. Im
betrachteten Quartal betragen die Forderungsverluste € 1.200,00.
• Die Prämie für die Feuerversicherung beträgt € 700,00 pro Quartal. Für
Feuerschäden werden im Betrieb keine Wagnisse verrechnet.
• Die an Maschinen und Anlagen tatsächlich eingetretenen und nicht
versicherten Schadensfälle betragen für dieses Quartal € 3.000,00. Die
kalkulatorischen Wagnisse belaufen sich hierfür auf € 1.000,00.
Lösung 2-2
Aufwand
Material
Personal
Abschreibungen
Werbung (Spende)
Zinsen
Forderungsverluste
Versicherung
Außerord. Schäden
300.000,00
750.000,00
80.000,00
5.500,00
3.500,00
1.200,00
700,00
3.000,00
–
+
Kosten
6.000,00
306.000,00
750.000,00
120.000,00
5.500,00
5.000,00
1.500,00
700,00
1.000,00
80.000,00
120.000,00
3.500,00
1.200,00
5.000,00
1.500,00
3.000,00
1.000,00
Variation 2-2
• Der Materialaufwand des Quartals beträgt € 300.000,00 und ist zu
Anschaffungspreisen bewertet. Die Preise sind in diesem Quartal um
durchschnittlich 5% gefallen.
• Der Personalaufwand des Quartals beträgt € 750.000,00. Das Unternehmen
hat die Rechtsform eines Einzelunternehmers. Der Geschäftsführer würde bei
einer vergleichbaren Tätigkeit in einem anderen Unternehmen € 50.000,00 im
Quartal verdienen.
• Es wurde eine Spende an eine karitative Vereinigung in Höhe von € 5.000,00
getätigt.
• An Fremdkapitalzinsen wurden dieses Quartal € 3.500,00 bezahlt. Das
Eigenkapital beträgt € 200.000,00. Der landesübliche langfristige Zinssatz (nach
KESt) beträgt 5% p.a.
• In dieser Periode sind an Maschinen und Anlagen keine Schadensfälle
eingetreten. Die kalkulatorischen Wagnisse belaufen sich hierfür auf € 1.000,00.
Lösung Variation 2-2
Aufwand
Material
Personal
Werbung (Spende)
Zinsen
Außerord. Schäden
300.000,00
750.000,00
5.500,00
3.500,00
0,00
–
+
15.000,00
50.000,00
5.000,00
2.500,00
1.000,00
Kosten
285.000,00
800.000,00
500,00
6.000,00
1.000,00
Problemstellung
Controller und Produktionsleiter wollen die gesamten Kosten der Produktion für
das nächste Jahr planen. Der Produktionsleiter macht den Vorschlag, dazu die
Daten der vergangenen Periode zu verwenden. Sollte die Produktionsmenge
beispielsweise um 10% steigen, so seien einfach die Kosten um den gleichen
Wert anzuheben. Der Controller ist davon nicht wirklich überzeugt.
2.2 Gliederung der Kosten
Ziel der Kostenartenrechnung ist die Systematisierung der in der Betriebsüberleitung
erfassten Kosten.

2.2.1 Systematisierung nach Zurechenbarkeit
 direkt <==> indirekt

2.2.2 Systematisierung nach Beschäftigungsabhängigkeit
 fix <==> variabel

2.2.3 Systematisierung nach Produktionsfaktoren
 Kostenartenrechnung
2.2.1 Systematisierung nach Zurechenbarkeit

Mögliche Zurechnungsobjekte
 Perioden
 Kostenträger (Produkte, Leistungen)
 Kostenstellen (Unternehmensbereiche)
 Prozesse
 Projekte
 Kunden

Einzelkosten
 Jene Kosten die einem Verrechnungsobjekt direkt zugerechnet werden
können

Gemeinkosten
 Jene Kosten die nicht direkt (sondern nur indirekt) einem
Verrechnungsobjekt zugerechnet werden könne
2.2.2 Systematisierung nach Beschäftigungsabhängigkeit
sprungfixe
Kosten
Kosten
absolut fixe
Kosten
Kosten
Beschäftigung
proportionalvariable Kosten
progressivvariable Kosten
Beschäftigung
degressiv-variable
Kosten
Kosten
Beschäftigung
Kosten

Fixe Kosten
 Jene Kosten die sich bei ändernder Beschäftigung gleich bleiben
Variable Kosten
 Jene Kosten die mit der Beschäftigung variieren
Kosten

Beschäftigung
Beschäftigung
Kostenfunktion
• S–förmige Kostenfunktion
Kosten basierend auf dem klassischen Ertragsgesetz.
Dabei fallen bei einer Beschäftigung von Null nur die fixen Kosten an, mit
zunehmender Beschäftigung steigen die Gesamtkosten zunächst degressiv, dann
progressiv an.
• Lineare Kostenfunktion
In der Praxis wird meist ein linearer Kostenverlauf, d.h. man unterstellt, dass die
Kosten bei den Fixkosten beginnend proportional ansteigen.
Beispiel 2-3
Controller und Produktionsleiter planen die Kosten der Produktion von Hochzeitstorten.
Nach Durchsicht aller Daten ergeben sich folgende Kosten in Abhängigkeit von der jeweils
erzeugten Menge:
Anzahl Torten
Fixkosten in €
Grenzkosten in €
Gesamtkosten in €
0
100,00
0,00
100,00
1
100,00
100,00
200,00
2
100,00
80,00
280,00
3
100,00
65,00
345,00
4
100,00
55,00
400,00
5
100,00
40,00
440,00
6
100,00
30,00
470,00
7
100,00
20,00
490,00
8
100,00
17,00
507,00
9
100,00
20,00
527,00
10
100,00
25,00
552,00
11
100,00
32,00
584,00
12
100,00
40,00
624,00
13
100,00
50,00
674,00
14
100,00
65,00
739,00
15
100,00
80,00
819,00
16
100,00
95,00
914,00
17
100,00
110,00
1.024,00
Beispiel 2-3
S–förmige Kostenverlauf
Kosten
1200
1000
800
600
400
200
0
0
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
Anzahl
Beispiel 2-4
Vereinfachender linearer Verlauf:
Anzahl Torten
Fixkosten in €
Grenzkosten in €
Gesamtkosten in €
0
100,00
0,00
100,00
1
100,00
50,00
150,00
2
100,00
50,00
200,00
3
100,00
50,00
250,00
4
100,00
50,00
300,00
5
100,00
50,00
350,00
6
100,00
50,00
400,00
7
100,00
50,00
450,00
8
100,00
50,00
500,00
9
100,00
50,00
550,00
10
100,00
50,00
600,00
11
100,00
50,00
650,00
12
100,00
50,00
700,00
13
100,00
50,00
750,00
14
100,00
50,00
800,00
15
100,00
50,00
850,00
16
100,00
50,00
900,00
17
100,00
50,00
950,00
Beispiel 2-4
Linearer – Kostenverlauf
Kosten
1000
900
800
700
600
500
400
300
200
100
0
0
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
Anzahl
Problemstellung
Der Controller findet in seiner Post eine Einladung des Küchenleiters zu einem
gemeinsamen Mittagessen zur Verkostung neuester Meeresfrüchtevariationen aus
eigenem Haus.
Nicht ganz sicher, ob des plötzlichen Grundes für diese Einladung erscheint der
Controller pünktlich und mit knurrendem Magen. Bereits bei der zweiten Vorspeise
lässt der Küchenleiter, dann „die Katze aus dem Sack“. Er steckt gerade mitten in
den Budgetierungstätigkeiten für das nächste Jahr.
Kochen, so meint er, das sei er ja gewohnt, da habe er viel Erfahrung und auch
eine Menge an Ausbildung genossen, Budgetierung sei aber nichts für ihn. Schon
letztes Jahr sei er schlecht aufgefallen, weil seine prognostizierten Kosten für
Strom gar nicht mit den dann tatsächlich angefallenen übereingestimmt hätten.
Letztes Jahr habe er einfach die Kosten des Vorjahres ein wenig „angepasst“.
Aber das hat eben gar nicht gestimmt. Nun möchte er bei der nächsten
Budgetierung unbedingt alles richtig machen. Gegen eine gute Nachspeise ist der
Controller selbstverständlich gerne bereit, mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.
Wie wird dieser Rat aussehen?
Kostenauflösung
Mathematische Kostenauflösung geht von einer streng linearen Kostenfunktion aus. Sie
basiert auf dem proportionalen Satz nach Schmalenbach, dem folgende Kostenfunktion
zugrunde liegt:
Gesamtkosten = Fixkosten + variable Kosten je Einheit * Menge
Die Gesamtkosten werden für zwei unterschiedliche Beschäftigungsgrade betrachtet.
Dadurch berechnet man den Steigungsmaß des variablen Kostenanfalls!
variable Kosten je Einheit=
Kostendifferenz
Mengendifferenz
Fixkosten = Gesamtkosten - variable Kosten je Einheit * Menge
Beispiel 2-5
Controller und Küchenleiter betrachten die Stromkosten der Küche für die letzten beiden
Jahre. Der Küchenleiter meint, dass natürlich bei mehr herzustellenden Menüs entsprechend
mehr Strom anfallen müsste, andererseits würden bestimmte Küchengeräte in jedem Fall
laufen.
Im vorletzten Jahr wurden 5.400 Menüs hergestellt. Die dabei angefallenen Energiekosten
beliefen sich auf € 3.160,00. Im vergangenen Jahr wurden für 6.700 Menüs € 3.680,00
ausgewiesen. Für das nächste Jahr plant der Küchenchef 7.500 Menüs.
Mit Hilfe des proportionalen Satzes nach Schmalenbach werden errechnet:
a) die variablen Stromkosten je Menü
b) die fixen Stromkosten der Küche
c) die Kostenfunktion für die Stromkosten der Küche
d) die geplanten Stromkosten der Küche für das nächste Jahr.
Lösung 2-5
a)
variable Kosten je Menü =
(3.680–3.160)/(6.700–5.400)= € 0,40
b)
Fixkosten= 3.680–6.700*0,40= € 1.000,00
bzw.
Fixkosten= 3.160–5.400*0,40= € 1.000,00
c)
Kostenfunktion:
K= 1.000+0,40*X
d)
Kosten7.500= 1.000+0,40*7.500
Kosten7.500= € 4.000,00
Variation 2-5
Es sollen zusätzlich zu den Werten des Vorvorjahres und des Vorjahres auch die
Werte des heurigen Jahres für die Planung des nächsten Jahres einfließen.
Werte heuriges Jahr: 7.000 Menüs bei Stromkosten in Höhe von € 3.830,00
Lösung Variation 2-5
a)
variable Kosten je Menü =
(3.830–3.160)/(7.000–5.400)= € 0,42
b)
Fixkosten= 3.830–7.000*0,42= € 890,00 (Rundungdiff.)
bzw.
Fixkosten= 3.160–5.400*0,42= € 892,00 (Rundungdiff.)
c)
Kostenfunktion: K= 890+0,42*X
Kostenauflösung
Statistische Kostenauflösung:
Berechnung der Regressionsgerade mittels der Methode der kleinsten Quadrate.
Kosten




Kfix




kvar
1
Beschäftigung
Kostenauflösung
Variable Kosten:
variable Kosten je Einheit 
Covarianz
Mengenvari anz
Fixkosten:
Fixkosten= Ø der Gesamtkosten – variable Kosten je Einheit * Ø der Menge
Korrelationskoeffizient:
r
Covarianz
Mengenvari anz * Kostenvarianz
Beispiel 2-6*
Neben dem klassischen Vor–Ort–Service betreibt das Cateringunternehmen auch
einen kleinen Versandhandel, in dem es seine eigens erzeugte Spezial–Torte "Vienna
Symphony" in alle Welt verschickt. Die Kosten der Versandabteilung zeigen für die
vergangenen Jahre folgende Daten:
Jahr
abgesetzte Menge
1
2
3
27.000 Stück
40.000 Stück
23.000 Stück
Gesamtkosten in €
30.450,00
38.900,00
26.320,00
Es werden mittels Regressionsanalyse ermittelt:
a)
b)
c)
d)
die
die
die
die
variablen Kosten je abgesetztem Stück
fixen Kosten der Versandabteilung
Kostenfunktion der Versandabteilung
Repräsentativität der Kostenfunktion mittels Korrelationskoeffizient.
Lösung 2-6*
Jahr
Menge
Mengen–
differenz
Kosten in €
1
2
3
27.000
40.000
23.000
30.450,00
38.900,00
26.320,00
Summe
90.000
95.670,00
DS
30.000
31.890,00
Jahr
Mengen–
varianz
– 3.000
10.000
– 7.000
Kosten–
varianz
Kosten–
differenz in €
–1.440
7.010
– 5.570
Co–
varianz
1
2
3
9.000.000
100.000.000
49.000.000
2.073.600
49.140.100
31.024.900
4.320.000
70.100.000
38.990.000
Summe
158.000.000
82.238.600
113.410.000
Varianz
52.666.666,67
27.412.866,67
37.803.333,33
Lösung 2-6*
a)
variable Kosten je Einheit = 37.803.333,33/52.666.666,67= € 0,7178
b)
fixe Kosten der Versandabteilung = 31.890–0,72*30.000= € 10.356,00
c)
Kostenfunktion:
K= 10.356+0,7178*X
Korrelationskoeffizient= 37.803.333,33/(7.257,18*5.235,73)
= 0,9949
Der Korrelationskoeffizienten ist fast 1, die Kostenfunktion ist daher sehr repräsentativ.
2.2.3 Systematisierung nach Produktionsfaktoren
• Materialkosten
• Personalkosten
• Abschreibungskosten
• Zinskosten
• Wagniskosten
• Fremdleistungskosten
Problemstellung
Während der Controller gerade seine Frühstückspause hält und genüsslich ein
im eigenen Unternehmen hergestelltes Croissant verzehrt, ruft der Küchenleiter
aufgeregt bei ihm an.
Aufgrund der Schlechtwetterkatastrophe der letzten Tage und der anhaltenden
Dürre in Spanien ist mit massiven Preissteigerungen bei Gemüse und Obst zu
rechnen. Der Küchenleiter zeigt sich besorgt, da er nicht abschätzen kann,
welche Auswirkungen dies für das Unternehmen haben wird.
Der Controller erkundigt sich beim Küchenleiter über die derzeitige Erfassung
der Materialkosten. Leider kann ihm dieser jedoch darauf keine Antwort geben.
Die Kosten werden derzeit einfach geschätzt, so wie er das von seinem
Vorgänger gelernt habe.
Der Controller ahnt schlimmes, und man vereinbart, eine neue Erfassung der
Materialkosten zu entwickeln. Gemeinsam wird überlegt, welche Probleme
dabei zu lösen sind.
Materialkosten
Materialkosten umfassen sämtliche im Unternehmen anfallenden Kosten
für den Verbrauch von Material jeglicher Art.
 Einzelkostenmaterial (direkt erfassbar)
 Gemeinkostenmaterial (mittelbar erfassbar)
das sind Hilfsstoffe und Betriebsstoffe.
 Unterscheide: Materialgemeinkosten
(Nebenkosten, welche für die Beschaffung, die Lagerung, den
innerbetrieblichen Transport, den Schwund etc. diverser Materialien
anfallen.)
Materialkosten
• Berechnung des Einstandspreises
• Ermittlung des mengenmäßigen Einsatzes
- direkt (mit Schwund)
- indirekt (ohne Schwund)
• Bewertung des mengenmäßigen Einsatzes
- gewogenes Durchschnittspreisverfahren
- gleitendes Durchschnittspreisverfahren
- Identitätspreisverfahren
- Wiederbeschaffungsverfahren
- Kunstprinzipien
- HIFO
- LIFO
- FIFO
Materialkosten
Ermittlung des Einstandspreises
in €
Preis des Materials laut Faktura je Stück, Kilogramm, Liter etc. brutto
–
Gewichtsabzüge (Tara = Gewicht der Verpackung)
=
Preis des Materials laut Faktura netto
–
Preisabzüge wie Skonti und Rabatte
–
Abzugsfähige Umsatzsteuer
+
Einkaufsspesen (z.B. Courtagen, Vermittlungsgebühren, Kommissionen
etc.)
+
Bezugsspesen (z.B. Fracht, Versicherung, Zoll etc.)
=
Einstandspreis
Beispiel 2-7
Ermittlung des mengenmäßigen Einsatzes
Der Controller erläutert dem Küchenleiter anhand des Mehlverbrauches des letzten
Monats die beiden Varianten der Bestimmung des mengenmäßigen Einsatzes.
Direkte Methode:
Anfangsbestand
+ Zukäufe
– Materialverbrauch (Entnahmen lt. Belegen)
= Soll–Endbestand
– Ist–Endbestand (lt. Inventur)
= Schwund
20 kg Mehl
40 kg Mehl
50 kg Mehl
10 kg Mehl
8 kg Mehl
2 kg Mehl
Indirekte Methode:
Anfangsbestand
+ Zukäufe
= Zwischensumme
– Ist–Endbestand (lt. Inventur)
= Materialverbrauch (inkl. Schwund)
20 kg Mehl
40 kg Mehl
60 kg Mehl
8 kg Mehl
52 kg Mehl
Variation 2-7
Enbestand (lt. Inventur) 12 kg Mehl
Lösung Variation 2-7
Anfangsbestand
+ Zukäufe
– Materialverbrauch (Entnahmen lt. Belegen)
= Soll–Endbestand
– Ist–Endbestand (lt. Inventur)
= Schwund
20 kg Mehl
40 kg Mehl
50 kg Mehl
10 kg Mehl
12 kg Mehl
(-) 2 kg Mehl
Indirekte Methode:
Anfangsbestand
+ Zukäufe
= Zwischensumme
– Ist–Endbestand (lt. Inventur)
= Materialverbrauch (inkl. Schwund)
20 kg Mehl
40 kg Mehl
60 kg Mehl
12 kg Mehl
48 kg Mehl
Beispiel 2-8
Bewertung des mengenmäßigen Einsatzes
Der Controller zeigt dem Küchenleiter anhand der Materialkartei für Speiseöl die
Auswirkungen der einzelnen Varianten:
Datum
Bewegung
Menge
1.1.
Anfangsbestand
50 L
4.1.
Abfassung 1
20 L
12.1.
Zukauf 1
30 L
17.1.
Abfassung 2
25 L
20.1.
Zukauf 2
25 L
27.1.
Abfassung 3
42 L
31.1.
Endbestand lt. Inventur
17 L
Preis je L in €
2,00
2,20
2,30
Lösung 2-8
Bewertung nach gewogenem Durchschnittspreisverfahren:
Datum
Bewegung
Menge
Preis je L in €
Wert in €
1.1.
Anfangsbestand
50 L
2
100,00
12.1.
Zukauf 1
30 L
2,20
66,00
20.1.
Zukauf 2
25 L
2,30
57,50
Summe
105 L
Ø
Materialverbrauch= 87 L zu € 2,13= € 185,31
Schwund= 1 L zu € 2,13= € 2,13
Endbestand= 17 L zu € 2,13= € 36,21
223,50
2,13
Lösung 2-8
Bewertung nach gleitendem Durchschnittspreisverfahren:
Datum
Bewegung
Menge
Preis je L in €
Wert in €
1.1.
Anfangsbestand
50 L
2
100,00
4.1.
Abfassung 1
20 L
2
40,00
12.1.
Zukauf 1
30 L
2,20
66,00
Summe
60 L
Ø
126,00
2,10
17.1.
Abfassung 2
25 L
2,10
52,50
20.1.
Zukauf 2
25 L
2,30
57,50
Summe
60 L
Ø
27.1.
Abfassung 3
131,00
2,18
42 L
Materialverbrauch= € 184,06
Schwund= 1 L zu € 2,18= € 2,18
Endbestand= 17 L zu € 2,18= € 37,06
2,18
91,56
Lösung 2-8
Bewertung nach FIFO–Verfahren:
Bewegung
Anfangsbestan
d
Zukauf 1
Zukauf 2
Menge
50 L
30 L
25 L
Preis je L in €
2,00
2,20
2,30
Abfassungen
Wert
4.1.
20 L zu 2,00
40,00
17.1.
25 L zu 2,00
50,00
27.1.
5 L zu 2,00
30 L zu 2,20
Schwund
Endbestand
31. 1.
---
Materialverbrauch= € 182,10
Schwund= € 2,30
Endbestand= € 39,10
---
7 L zu 2,30
92,10
1 L zu 2,30
2,30
17 L zu 2,30
39,10
Lösung 2-8
Bewertung nach LIFO–Verfahren:
Bewegung
Anfangsbestand
Zukauf 1
Zukauf 2
Preis je L in €
2,00
2,20
2,30
Menge
50 L
30 L
25 L
Abfassungen
Wert
4.1.
17.1.
20 L zu 2,20
27.1.
32 L zu 2,00
Schwund
1 L zu 2,00
Endbestand
31.1.
17 L zu 2,00
Materialverbrauch= € 187,50
Schwund= € 2,00
Endbestand= € 34,00
20 L zu 2,30
46,00
5 L zu 2,30
55,50
10 L zu 2,20
86,00
2,00
–––
–––
34,00
Lösung 2-8
Bewertung nach Wiederbeschaffungspreisverfahren:
Datum
Bewegung
Menge
Preis je L in €
Wert in €
1.1.
Anfangsbestand
50 L
2
100,00
4.1.
Abfassung 1
20 L
2
40,00
12.1.
Zukauf 1
30 L
2,20
66,00
Summe
60 L
2,20
132,00
17.1.
Abfassung 2
25 L
2,20
55,00
20.1.
Zukauf 2
25 L
2,30
57,50
Summe
60 L
2,30
138,00
Abfassung 3
42 L
2,30
96,60
27.1.
Materialverbrauch= € 191,60
Schwund= 1 L zu € 2,20= € 2,20
Endbestand= 17 L zu je € 2,20= € 37,40
Lösung 2-8
Betriebsüberleitung:
Buchhaltung:
FIFO – Verfahren
Kostenrechnung:
Wiederbeschaffungspreisverfahren
Aufwand in €
Material
182,10
–
182,10
+
191,60
Kosten in €
191,60
Variation 2-8
Datum
Bewegung
Menge
1.1.
Anfangsbestand
50 L
4.1.
Abfassung 1
20 L
12.1.
Zukauf 1
30 L
17.1.
Abfassung 2
25 L
20.1.
Zukauf 2
25 L
27.1.
Abfassung 3
42 L
31.1.
Endbestand lt. Inventur
17 L
Preis je L in €
2,00
1,80
1,50
Lösung Variation 2-8
Bewertung nach gewogenem Durchschnittspreisverfahren:
Datum
Bewegung
Menge
Preis je L in €
1.1.
Anfangsbestand
50 L
2
12.1.
Zukauf 1
30 L
1,80
54,00
20.1.
Zukauf 2
25 L
1,50
37,50
Summe
105 L
Ø
Wert in €
100,00
191,50
1,82
Materialverbrauch= 87 L zu € 1,82= € 158,34
Schwund= 1 L zu € 1,82 = € 1,82
Endbestand= 17 L zu € 1,82= € 30,94
Lösung Variation 2-8
Bewertung nach gleitendem Durchschnittspreisverfahren:
Datum
Bewegung
Menge
Preis je L in €
1.1.
Anfangsbestand
50 L
2
100,00
4.1.
Abfassung 1
20 L
2
40,00
12.1.
Zukauf 1
30 L
1,80
54,00
Summe
60 L
Ø
Wert in €
114,00
1,90
17.1.
Abfassung 2
25 L
1,90
47,50
20.1.
Zukauf 2
25 L
1,50
37,50
Summe
60 L
Ø
27.1.
Abfassung 3
104,00
1,73
42 L
1,73
Materialverbrauch= € 160,16
Schwund= 1 L zu € 1,73= € 1,73
Endbestand= 17 L zu € 1,73= € 29,41
72,66
Lösung Variation 2-8
Bewertung nach FIFO–Verfahren:
Bewegung
Anfangsbestand
Zukauf 1
Zukauf 2
Menge
50 L
30 L
25 L
Preis je L in €
2,00
1,80
1,50
Abfassungen
Wert
4.1.
20 L zu 2,00
40,00
17.1.
25 L zu 2,00
50,00
27.1.
5 L zu 2,00
30 L zu
1,80
Schwund
Endbestand
31. 1.
---
Materialverbrauch= € 164,50
Schwund= € 1,50
Endbestand= € 25,50
---
7 L zu 1,50
74,50
1 L zu 1,50
1,50
17 L zu 1,50
25,50
Lösung Variation 2-8
Bewertung nach LIFO–Verfahren:
Bewegung
Anfangsbestand
Zukauf 1
Zukauf 2
Preis je L in €
2,00
1,80
1,50
Menge
50 L
30 L
25 L
Abfassungen
Wert
4.1.
17.1.
20 L zu 1,80
27.1.
32 L zu 2,00
Schwund
1 L zu 2,00
Endbestand
31.1.
17 L zu 2,00
Materialverbrauch= € 155,50
Schwund= € 2,00
Endbestand= € 34,00
20 L zu 1,50
30,00
5 L zu 1,50
43,50
10 L zu 1,80
82,00
2,00
–––
–––
34,00
Lösung Variation 2-8
Bewertung nach Wiederbeschaffungspreisverfahren:
Datum
Bewegung
Menge
Preis je L in €
Wert in €
1.1.
Anfangsbestand
50 L
2
100,00
4.1.
Abfassung 1
20 L
2
40,00
12.1.
Zukauf 1
30 L
1,80
54,00
Summe
60 L
1,80
108,00
17.1.
Abfassung 2
25 L
1,80
45,00
20.1.
Zukauf 2
25 L
1,50
37,50
Summe
60 L
1,50
90,00
Abfassung 3
42 L
1,50
63,00
27.1.
Materialverbrauch= € 148,00
Schwund= 1 L zu € 2,20= € 2,20
Endbestand= 17 L zu je € 2,20= € 37,40
Personalkosten
Während einer Dienstbesprechung des Cateringunternehmens ist es zu
einer hitzigen Debatte zwischen dem Küchenleiter und der
Geschäftsleitung über die Höhe der Personalkosten gekommen.
Der Küchenleiter meint, im Verhältnis zu seinem Arbeitseinsatz und zum
Einkommen bekannter Kollegen aus anderen Unternehmen zu gering
entlohnt zu werden. Die Geschäftsleitung argumentiert mit den enormen
Personalkosten, die durch diverse Abgaben entstehen würden.
Bevor der Streit eskaliert, versucht der Personalleiter die Diskussion
wieder auf eine sachliche Ebene zu bringen. Er schlägt vor, die exakten
Personalkosten des Küchenleiters zu ermitteln, um einen Ausgangspunkt
für weitere Gespräche zu finden.
Folglich wird der Controller beauftragt, die Personalkosten des
Küchenleiters zu bestimmen.
•Wie ist dabei vorzugehen?
•Welche Kostenbestandteile sind dabei zu berücksichtigen?
Personalkosten
Personalkosten sind sämtliche Kosten, welche im Betrieb durch die Beschäftigung von
Mitarbeitern sowie durch die Tätigkeit des Unternehmers und seiner Familienmitglieder
entstehen.
Personalgemeinkosten:
Personalkosten(teile) die nicht direkt verrechnet werden können
Personaleinzelkosten:
Personalkosten(teile) die direkt zugerechnet werden können.
Personalkosten
Bruttolohn bzw. Bruttogehalt
Sonderzahlungen
lohn- bzw.
gehaltsabhängige
Abgaben
Sonderzahlungen
lohn- bzw.
gehaltsabhängige
Abgaben
Personalkosten
Nichtanwesenheit
Anwesenheit
Lohn- bzw. Gehaltsnebenkosten
Leistung
Nichtleistung
Nichtanwesenheit
Sonderzahlungen
lohn- bzw.
gehaltsabhängige
Abgaben
lohn- bzw. gehaltsabhängige Gemeinkosten
Beispiel 2-9
Der Küchenleiter des Cateringunternehmens verdient monatlich € 5.000,00
brutto, 14 mal jährlich. Die gehaltsabhängigen Abgaben (Dienstgeberbeitrag zur
Sozialversicherung, Mitarbeitervorsorge, Kommunalsteuer etc.) betragen 35%
des Jahresbruttogehalts. Nach Urlaub, Krankenstand, Feiertagen und sonstigen
Fehlzeiten wird mit 44 Wochen Anwesenheit bei einer 40–Stunden–Woche
gerechnet. Aufgrund von Schätzungen der vergangenen Jahre setzt der
Personalleiter die unproduktive Zeit mit 15% der Anwesenheitszeit an (auch der
fleißigste Koch kann nicht immer in seinen Töpfen rühren…). Der Controller
ermittelt
a)
b)
c)
d)
einen durchschnittlichen Stundensatz je Anwesenheitsstunde
einen durchschnittlichen Stundensatz je Leistungsstunde
die Gehaltsnebenkosten
die gehaltsabhängigen Gemeinkosten.
Ein Monat rechnet er mit 4,3 Wochen.
Lösung 2-9
Bruttogehalt (Basis)= 12*5.000= 60.000
Sonderzahlungen= 2*5.000= 10.000
Gehaltsabhängige Abgaben= 70.000*0,35= 24.500
Personalkosten= 94.500
Anwesenheitsstunden= 44*40= 1.760
auf Anwesenheit entfallendes Basisgehalt= 60.000/52*44= 50.769,23
Leistungsstunden= 44*40*0,85= 1.496
auf Leistung entfallendes Basisgehalt= 60.000/52*37,40= 43.153,85
a)
Ø Stundensatz je Anwesenheitsstunde= 94.500/1.760= € 53,69
b)
Ø Stundensatz je Leistungsstunde= 94.500/1.496= € 63,17
c)
Gehaltsnebenkosten= 94.500–50.769,23= € 43.730,77
d)
Gehaltsabhängige Gemeinkosten= 94.500–43.153,85= € 51.346,15
Beispiel 2-10
Nachdem nun die Gehaltskosten des Küchenleiters bestimmt werden konnten, regt die
Geschäftsleitung an, gleiches auch für die Hilfsarbeitskräfte in der Küche durchzuführen.
Die in der Küche beschäftigten Arbeiter erhalten einen Bruttostundenlohn von € 9,00. Aus
der Personalstatistik sind folgende Daten bekannt:
in Wochen
Urlaub
Feiertage
Krankenstand
Sonstige Verhinderungszeit
Weihnachtsremuneration
Urlaubszuschuss
5
2,2
3
1,3
4,3
4,3
Die direkt verrechenbare Zeit beträgt 85% der Anwesenheitszeit.
Die lohnabhängigen Abgaben betragen 30%.
Nun werden errechnet:
a)die prozentuelle Belastung der Anwesenheitszeit mit Lohnnebenkosten
b)die prozentuelle Belastung der Leistungszeit mit lohnabhängigen Gemeinkosten
c)der Stundensatz je Anwesenheitsstunde
d)der Stundensatz je Leistungsstunde.
Lösung 2-10
Personalkosten in Wochen= (52+8,6)*1,3= 78,78
Anwesenheit in Wochen= 52–5–2,2–3–1,3= 40,5
Leistung in Wochen= 40,5*0,85= 34,43
a)
Lohnnebenkosten in Prozent= (78,78–40,5)/40,5 *100= 94,52%
b)
Lohnabhängige Gemeinkosten in Prozent=(78,78–34,43)/34,43*100= 128,81%
c)
Kosten je Anwesenheitsstunde= 9*1,9452= € 17,51
d)
Kosten je Leistungsstunde= 9*2,2881= € 20,59
Beispiel 2-11
Der Betriebsrat des Cateringunternehmens richtet zwei Forderungen an die
Geschäftsleitung:
Zum einen soll für Mitarbeiter mit Kindern unter 4 Jahren eine betriebliche
Tagesbetreuung zur Verfügung gestellt werden. Dies würde Kosten in Höhe
von 3% der bisherigen Bruttolöhne inklusive Sonderzahlungen
verursachen.
Zum anderen möchte der Betriebsrat eine zusätzliche dienstfreie Zeit von
0,5 Wochen durchsetzen.
Die Geschäftsleitung bittet den Controller, die Auswirkungen auf die Personalkosten
am Beispiel der Küchenhilfskräfte (aus dem vorhergehenden Beispiel) zu errechnen.
Der Controller ermittelt daher
a)
b)
die Kosten je Anwesenheitsstunde und je Leistungsstunde, wenn nur
dieKinderbetreuung gewährt würde
die Kosten je Anwesenheitsstunde und je Leistungsstunde, wenn neben der
Kinderbetreuung auch der zusätzlichen dienstfreien Zeit zugestimmt würde.
Lösung 2-11
a)
Personalkosten in Wochen= (52+8,6)*1,03*1,3= 81,14
Anwesenheit in Wochen= 52–5–2,2–3–1,3= 40,5
Leistung in Wochen= 40,5*0,85= 34,43
Lohnnebenkosten in Prozent= (81,14–40,5)/40,5*100= 100,35%
lohnabhängige Gemeinkosten in Prozent=
(81,14–34,43)/34,43*100= 135,67%
Kosten je Anwesenheitsstunde = 9+100,35% = € 18,03
Kosten je Leistungsstunde = 9+135,67%= € 21,21
b)
Personalkosten in Wochen = (52+8,6)*1,03*1,3= 81,14
Anwesenheit in Wochen = 52–5–2,2–3–1,3–0,5= 40
Leistung in Wochen = 40*0,85= 34
Lohnnebenkosten in Prozent = (81,14–40)/40*100= 102,85%
Gemeinkosten in Prozent = (81,14–34)/34*100= 138,65%
Kosten je Anwesenheitsstunde = 9+102,85% = € 18,26
Kosten je Leistungsstunde = 9+138,65%= € 21,48
Variation 2-11
• Die Sozialabgaben steigen um 5 Prozentpunkte.
• Der Krankenstand beträgt 2 Wochen
• Die Leistungszeit beträgt 80% der Anwesenheitszeit
Lösung Variation 2-11
Personalkosten in Wochen= (52+8,6)*1,03*1,35= 84,26
Anwesenheit in Wochen= 52–5–2,2–2–1,3= 41,5
Leistung in Wochen= 41,5*0,80= 33,2
Lohnnebenkosten in Prozent= (84,26–41,5)/41,5*100= 103,04%
lohnabhängige Gemeinkosten in Prozent=
(84,26–33,2)/33,2*100= 153,80%
Kosten je Anwesenheitsstunde = 9+103,04% = € 18,27
Kosten je Leistungsstunde = 9+153,80%= € 22,84
Problemstellung
Die Geschäftsleitung des Cateringunternehmens trägt sich mit dem
Gedanken, in Zukunft Softdrinks für Veranstaltungen selbst herzustellen,
anstatt diese zuzukaufen.
Die Materialkosten sind planbar und bewegen sich im möglichen Rahmen. Es
wäre jedoch auch eine eigene Abfüllanlage anzuschaffen. Diese Anlage hat
einen Anschaffungspreis in Höhe von netto € 120.000,00.
Geschäftsleitung, technischer Dienst und Vertriebsleiter sind sich uneinig
darüber, welche Kosten diese Anlage pro Jahr bzw. pro abgefüllter Flasche
verursachen würde.
Der zu Rate gezogene Controllingleiter meint, dass es sich dabei um
Abschreibungskosten handle und es verschiedene Berechnungsmöglichkeiten
dafür gäbe. Er wird um eine detaillierte Darstellung gebeten.
Wie könnte möglichst verursachungsgerecht vorgegangen werden?
Kalkulatorische Abschreibung
Abschreibungen stellen die rechnerische Erfassung der Wertminderung von
Anlagegütern dar.
Die in der Kostenrechnung angesetzten kalkulatorischen Abschreibungen
können sich in mehreren Hinsichten von den buchhalterischen
unterscheiden:
- Wahl einer anderen Abschreibungsbasis
- Wahl einer anderen Abschreibungsmethode
- Wahl einer anderen Nutzungsdauer
- Wahl eines anderen Verrechnungszeitraums
Abschreibungsbasis
Die Abschreibungsbasen von Kostenrechnung und Buchhaltung
unterscheiden sich daher wie folgt:
Kostenrechnung:
Finanzbuchhaltung:
Anschaffungswert (netto)
Wiederbeschaffungswert (netto)
+
Nebenkosten (Transport, etc.)
+
Nebenkosten (Transport, Zollgebühren etc.)
–
Restwert
(–
Restwert)
=
Abschreibungsbasis
=
Abschreibungsbasis
Abschreibungsmethode
-Lineare Abschreibung
Diese verteilt die Abschreibungsbasis gleichmäßig über die Nutzungsdauer
-Degressive Abschreibung
Diese verteilt die Abschreibungsbasis so über die Nutzungsdauer, dass die Abschreibungen
im Laufe der Nutzungsdauer abnehmen.
Progressive Abschreibung
Diese verteilt die Abschreibungsbasis so über die Nutzungsdauer, dass die Abschreibungen
im Laufe der Zeit zunehmen (analog zur digitalen Methode). (in Rumänien nicht angewendet)
Beschleunigte Abschreibung
Im ersten Nutzungsjahr erfolgt eine 50%-ige Abschreibung, die restlichen 50% der
Abschreibungsbasis werden linear über die restliche Nutzungsdauer verteilt
Leistungsabhängige Abschreibung
Diese Methode setzt in jedem Nutzungsjahr einen unterschiedlichen Abschreibungsbetrag
an, abhängig von der jeweiligen Nutzung.
Abschreibungsmethode
Arithmetisch Abschreibung:
• arithmetisch–degressive Abschreibung (digitale Abschreibung)
Die Abschreibungsbeträge sinken in jeder Periode um einen
Betrag. Dieser Betrag (d) errechnet sich wie folgt:
d=
konstanten
2*Abschreibungsbasis
n*(n+1)
• arithmetisch-progressive Abschreibung
Berechnung analog zur arithmetisch–degressive Abschreibung, jedoch
steigen die Abschreibungsbeträge um d.
Beispiel 2-12
Der Controllingleiter des Cateringunternehmens hat alle Daten nochmals detailliert
dargestellt und die unterschiedlichen Berechnungsvarianten durchgeführt.
Der Tageswert der Abfüllanlage beträgt € 120.000,00, der am Ende einer
Nutzungsdauer von 5 Jahren erzielbare Schrottwert wird mit € 15.000,00
geschätzt.
In den einzelnen Jahren soll die Anlage wie folgt genutzt werden:
-
Jahr
Jahr
Jahr
Jahr
Jahr
1
2
3
4
5
35.000
55.000
50.000
40.000
30.000
Flaschen
Flaschen
Flaschen
Flaschen
Flaschen
Lösung 2-12
Abschreibung nach linearer Methode:
Abschreibungsbasis= 120.000–15.000= € 105.000,00
Abschreibung p.a.= 105.000/5= € 21.000,00
Jahr
Restwert
1.1. in €
Restwert
31. 12. in €
Abschreibung in €
jährlich
je Flasche
1
120.000,00
21.000,00
0,60
99.000,00
2
99.000,00
21.000,00
0,38
78.000,00
3
78.000,00
21.000,00
0,42
57.000,00
4
57.000,00
21.000,00
0,52
36.000,00
5
36.000,00
21.000,00
0,70
15.000,00
Lösung 2-12
Abschreibung nach arithmetisch–degressiver Methode (anders als in Rumänien):
Abschreibungsbasis= 120.000–15.000= €105.000,00
d= (2*105.000)/(5*6)= € 7.000,00
Jahr
Restwert
1.1. in €
Restwert
31. 12. in €
Abschreibung in €
jährlich
je Flasche
1
120.000,00
35.000,00
1,00
85.000,00
2
85.000,00
28.000,00
0,51
57.000,00
3
57.000,00
21.000,00
0,42
36.000,00
4
36.000,00
14.000,00
0,35
22.000,00
5
22.000,00
7.000,00
0,23
15.000,00
Lösung 2-12
Abschreibung nach arithmetisch–progressiver Methode (in Rumänien nicht angewendet) :
Abschreibungsbasis= 120.000–15.000= € 105.000,00
d= (2*105.000)/(5*6)= € 7.000,00
Jahr
Restwert
1.1. in €
Restwert
31. 12. in €
Abschreibung in €
jährlich
je Flasche
1
120.000,00
7.000,00
0,20
113.000,00
2
113.000,00
14.000,00
0,25
99.000,00
3
99.000,00
21.000,00
0,42
78.000,00
4
78.000,00
28.000,00
0,70
50.000,00
5
50.000,00
35.000,00
1,17
15.000,00
Lösung 2-12
Abschreibung nach leistungsabhängiger Methode:
Abschreibungsbasis= 120.000–15.000= € 105.000,00
Abschreibung je Flasche= 105.000/210.000= € 0,50
Jahr
Restwert
1.1. in €
Restwert
31. 12. in €
Abschreibung in €
jährlich
je Flasche
1
120.000,00
17.500,00
0,50
102.500,00
2
102.500,00
27.500,00
0,50
75.000,00
3
75.000,00
25.000,00
0,50
50.000,00
4
50.000,00
20.000,00
0,50
30.000,00
5
30.000,00
15.000,00
0,50
15.000,00
Beispiel 2-13
Für eine Maschine, die der Unternehmer Anfang März des Jahres 1 gekauft und in Betrieb
genommen hat, weist die buchhalterische Anlagenkarte per 31. 12. des Jahres 4
€ 175.000,– an vorgenommenen planmäßigen Abschreibungen aus.
Die buchhalterische Nutzungsdauer dieser Maschine ist mit 5 Jahren angesetzt. Die
tatsächliche Nutzungsdauer wird wahrscheinlich um 40% länger sein.
Der Maschinenindex betrug beim Kauf 280. Ende des Jahres 4 beträgt er 350.
Ermittelt werden
a)die kalkulatorische Abschreibung des Jahres 4 und
b)der kalkulatorische Restwert per Ende des Jahres 4.
Lösung 2-13
a) bisherige Nutzung buchhalterisch= 4 Jahre
Abschreibung buchhalterisch p.a.= 175.000/4= 43.750
Anschaffungswert historisch= 43.750*5= 218.750
Tageswert= 218.750/280*350= 273.437,50
bisherige Nutzung kalkulatorisch= 3 Jahre und 10 Monate = 46 Monate
Abschreibung kalkulatorisch Jahr 4= € 39.062,50
Abschreibung kalkulatorisch monatlich= € 3.255,21
b) Restwert kalkulatorisch per Ende des Jahres 4 =
273.437,50–46*3.255,21= € 123.697,84
Betriebsüberleitung Jahr 4:
Aufwand in €
Abschreibung
43.750,00
–
43.750,00
+
39.062,50
Kosten in €
39.062,50
Variation 2-13
• Anschaffung der Maschine Anfang September des Jahres 1.
• Buchhalterische Nutzungsdauer 8 Jahre
• Maschinenindex Jahr 4 beträgt 320
• Tatsächliche Nutzungsdauer +50% (3. Auflage)
Lösung Variation 2-13
a) bisherige Nutzung buchhalterisch= 3,5 Jahre
Abschreibung buchhalterisch p.a.= 175.000/3,5= 50.000
Anschaffungswert historisch= 50.000*8= 400.000
Tageswert= 400.000/280*320= 457.142,86
bisherige Nutzung kalkulatorisch= 3 Jahre und 4 Monate =
40 Monate
2. Auflage:
Abschreibung kalkulatorisch Jahr 4= € 40.816,33
Abschreibung kalkulatorisch monatlich= € 3.401,36
3. Auflage:
Abschreibung kalkulatorisch Jahr 4= € 38.095,24
Abschreibung kalkulatorisch monatlich= € 3.174,60
b) Restwert kalkulatorisch per Ende des Jahres 4 =
457.142,86-40*3.401,36= € 321.088,46 (2. Auflage)
457.142,86-40*3.174,60= € 330.158,73 (3. Auflage)
Beispiel 2-14*
Am 1. 4. des Jahres 1 wurde für das Cateringunternehmen ein Spezialcomputer um
€ 12.000,– inkl. 20% USt erworben. Die Montagekosten betrugen € 700,– netto.
Buchhalterisch wird der Computer über 3 Jahre linear abgeschrieben. Für die
Kostenrechnung wird digital über 4 Jahre abgeschrieben.
Es wird mit einem Schrottwert von € 900,– am Ende der Laufzeit gerechnet.
Dargestellt werden
a) der Abschreibungsverlauf dieses Computers und
b) die Überleitung der Abschreibungen über die gesamte Nutzungsdauer.
Lösung 2-14*
Abschreibungsbasis= 10.000+700–900= 9.800
d= (2*9.800)/(4*5)= 980
Kalender-Jahr
Restwert
1.1. in €
Restwert
31. 12. in €
Abschreibung in €
Betrag
Formel
1
10.700,00
2.940,00
4*d*3/4
7.760,00
2
7.760,00
3.185,00
4*d*1/4+3*d*3/4
4.575,00
3
4.575,00
2.205,00
3*d*1/4+2*d*3/4
2.370,00
4
2.370,00
1.225,00
2*d*1/4+1*d*3/4
1.145,00
5
1.145,00
245,00
1*d*1/4
900,00
Lösung 2-14*
Zeitachse: Abschreibungsjahre
1 J. : € 3.920,-
2 J. : € 2.940,-
3 J.: € 1.960,-
4 J. : € 980,-
Zeitachse: Kalenderjahre
¾ J. 1
1.4 J. 1
¼ J. 1 + ¾ J. 2
31.12 J. 1
¼ J. 2 + ¾ J. 3
31.12 J. 2
¼ J. 3 + ¾ J. 4
31.12 J. 3
¼ J. 4
31.12 J.4 1.4 J. 5
Variation 2-14*
In der Kostenrechnung wird arithmetisch-progressiv abgeschrieben.
Lösung Variation 2-14*
Kalender Jahr
Restwert
1.1. in €
Abschreibung in €
Restwert
31. 12. in €
Betrag
1
10.700,00
735,00
9.965,00
2
9.965,00
1.715,00
8.250,00
3
8.250,00
2.695,00
5.555,00
4
5.555,00
3.675,00
1.880,00
5
1.880,00
980,00
900,00
Lösung Variation 2-14*
Kalender Jahr
Restwert
1.1. in €
Abschreibung in €
Restwert
31. 12. in €
Betrag
1
10.700,00
735,00
9.965,00
2
9.965,00
1.715,00
8.250,00
3
8.250,00
2.695,00
5.555,00
4
5.555,00
3.675,00
1.880,00
5
1.880,00
980,00
900,00
Problemstellung
Der Controller des Cateringunternehmens nutzt gerade eine kurze Pause, um ein nettes
Quartier für den Radausflug am Wochenende mit seiner Familie im Internet zu finden, da
klingelt das Telefon.
Kurz darauf findet er sich im Büro der Geschäftsleitung wieder. Das Management
berichtet von einem Gespräch mit dem Eigentümer des Unternehmens. Dieser hat
Andeutungen über einen zukünftigen Börsegang geäußert. Damit verbunden wären dann
auch Dividendenerwartungen der Aktionäre.
Fast zur gleichen Zeit hat der örtliche Bankmanager darauf aufmerksam gemacht, dass
aufgrund der Konjunkturlage mit einem Anstieg des Zinsniveaus zu rechnen sei.
Zusammen mit dem in der Zwischenzeit ebenfalls zur Besprechung geeilten
Vertriebsleiter diskutiert man, welche Relevanz diese Informationen für das
Unternehmen haben.
•Stellt das zum Betrieb des Unternehmens notwendige Kapital eine Ressource dar?
•Wenn ja, verursacht diese Ressource Kosten?
•Gibt es Unterschiede zwischen Eigen- und Fremdkapital?
•Gibt es Unterschiede für die Berücksichtigung in Abhängigkeit von der Rechtsform?
•Wie können diese – so es sich um Kosten handelt - ermittelt werden?
Kalkulatorische Zinsen
Als Zinskosten werden die Kosten des in einem Betrieb gebundenen Eigen- und
Fremdkapitals angesetzt.
Es ergeben sich dadurch zwei Varianten zur Berechnung kalkulatorischer Zinsen:
• betriebsnotwendige Eigenkapital
• betriebsnotwendigen Gesamtkapital (ÖKR-Methode)
Restwertverzinsung < == > Durchschnittswertverzinsung
Kalkulatorische Zinsen
Berechnung des betriebsnotwendigen Eigenkapitals (Restwert):
+
–
=
+/–
=
–
=
buchhalterisches Gesamtkapital bzw. –vermögen (Bilanzsumme)
betriebsnotwendiges Vermögen, soweit nicht aktiviert
nicht betriebsnotwendiges Vermögen, soweit aktiviert
betriebsnotwendiges Vermögen zu Anschaffungsrestwerten
Umwertungen (stille Reserven, stille Lasten)
betriebsnotwendiges Vermögen zu Tagesrestwerten
buchhalterisches Fremdkapital
betriebsnotwendiges Eigenkapital zu Tagesrestwerten
oder:
+
–
=
+/–
=
buchhalterisches Eigenkapital
betriebsnotwendiges Vermögen, soweit nicht aktiviert
nicht betriebsnotwendiges Vermögen, soweit aktiviert
betriebsnotwendiges Eigenkapital zu Anschaffungsrestwerten
Umwertungen (stille Reserven, stille Lasten)
betriebsnotwendiges Eigenkapital zu Tagesrestwerten
Kalkulatorische Zinsen
Berechnung des betriebsnotwendigen Gesamtkapitals (Restwert):
+
–
=
+/–
=
–
=
buchhalterisches Gesamtkapital bzw. –vermögen (Bilanzsumme)
betriebsnotwendiges Vermögen, soweit nicht aktiviert
nicht betriebsnotwendiges Vermögen, soweit aktiviert
betriebsnotwendiges Vermögen zu Anschaffungsrestwerten
Umwertungen (stille Reserven, stille Lasten)
betriebsnotwendiges Vermögen zu Tagesrestwerten
Abzugskapital
betriebsnotwendiges (Gesamt)kapital
Beispiel 2-15
Der Controller des Cateringunternehmens überlegt, wie hoch die Zinskosten der im
Beispiel 2-10 angeschafften Abfüllanlage über die Nutzungsdauer nach dem
Restwertverfahren und nach dem Durchschnittswertverfahren sein werden.
Als Zinssatz nimmt der Controller 10% an.
Die Abfüllanlage hat einen Anschaffungswert von € 120.000,00 einen Schrottwert von
€ 15.000,00 und eine Nutzungsdauer von 5 Jahren.
Lösung 2-15
Zinskosten nach dem Restwertverfahren:
Bei linearer Abschreibung ergeben sich nach dem Restwertverfahren folgende
Zinskosten über die Nutzungsdauer:
NJ
AfA in €
Abschreibbar
gebunden
in €
Schrottwert in €
Gebundenes
Kapital
in €
Zinskosten
in €
1
21.000,00
84.000,00
15.000,00
99.000,00
9.900,00
2
21.000,00
63.000,00
15.000,00
78.000,00
7.800,00
3
21.000,00
42.000,00
15.000,00
57.000,00
5.700,00
4
21.000,00
21.000,00
15.000,00
36.000,00
3.600,00
5
21.000,00
0,00
15.000,00
15.000,00
1.500,00
105.000,00
NJ: Nutzungsjahre
Summe
28.500,00
Lösung 2-15
Zinskosten nach dem Durchschnittwertverfahren:
120.000–15.000= 105.000/2= € 52.500,00
Abschreibbar + ständig Gebunden = Durchschnitt
52.500+15.000= 67.500*0,10= € 6.750,00
Die Zinskosten betragen also in jedem Jahr € 6.750,00 bzw. über die gesamte
Nutzungsdauer € 33.750,00 (6.750*5= 33.750).
Zinssatz
WACC= pe  re + pf  rf  (1–s)
WACC: weighted average cost of capital
pe: Prozentsatz des Eigenkapitals
re: erwartete Eigenkapitalrendite
pf: Prozentsatz des Fremdkapitals
rf: Fremdkapitalzinssatz
s: Steuersatz
Beispiel 2-16
Durch die voraussichtlichen Dividendenerwartungen der Aktionäre wird dem Controller nun
erstmals bewusst, dass das Eigenkapital des Unternehmens schon bisher Kosten
verursacht hat, auch in der Rechtsform des Einzelunternehmens. Unter diesem Aspekt
macht sich er sich wieder einmal ans Werk und betrachtet die Schlussbilanz des letzten
Jahres (Angaben in €):
Aktiva
Passiva
Grundstücke
Gebäude
Maschinen
Fuhrpark
Geschäftsausstattung
Vorräte
Forderungen
Kassa
Bank
ARA
110.000,00
90.000,00
80.000,00
50.000,00
60.000,00
40.000,00
70.000,00
5.000,00
12.000,00
15.000,00
Eigenkapital
Bankdarlehen
Erhaltene Anzahlungen
Lieferverbindlichkeiten
PRA
210.000,00
147.000,00
35.000,00
110.000,00
30.000,00
Summe
532.000,00
Summe
532.000,00
Beispiel 2-16
Die Grundstücke könnten aktuell zu einem Wert von € 150.000,00 verkauft
werden. In den Gebäuden stecken stille Reserven in Höhe von € 20.000,00. Der
Fuhrpark wird im Schnitt zu 30% privat genutzt.
Das Unternehmen rechnet mit einem Zinssatz von 8%.
Um mögliche Unterschiede transparent zu machen, entschließt sich der Controller,
sowohl
a)die kalkulatorischen Eigenkapitalzinsen als auch
b)die kalkulatorischen Gesamtkapitalzinsen nach ÖKR
zu ermitteln.
Gemäß Buchhaltung wurden im letzten Jahr Fremdkapitalzinsen in Höhe von
€ 11.000,00 bezahlt.
Lösung 2-16
a) Ermittlung nach kalkulatorischen Eigenkapitalzinsen
buchhalterisches Eigenkapital
210.000,00
–
nicht betriebsnotwendiges Vermögen
=
betriebsnotwendiges Eigenkapital zu ARW
+
stille Reserven Grundstücke
40.000,00
+
stille Reserven Gebäude
20.000,00
=
betriebsnotwendiges Eigenkapital zu TRW
15.000,00
195.000,00
255.000,00
kalkulatorische Eigenkapitalzinsen= 255.000*0.08= € 20.400,00
Betriebsüberleitung:
Aufwand in €
Zinsen
11.000,00
–
+
20.400,00
Kosten in €
31.400,00
Lösung 2-16
b) Ermittlung nach kalkulatorischen Gesamtkapitalzinsen
buchhalterisches Gesamtkapital
532.000,00
–
nicht betriebsnotwendiges Vermögen
=
betriebsnotwendiges Vermögen zu ARW
+
stille Reserven Grundstücke
40.000,00
+
stille Reserven Gebäude
20.000,00
=
betriebsnotwendiges Vermögen zu TRW
–
erhaltene Anzahlungen
35.000,00
–
Lieferverbindlichkeiten
110.000,00
–
passive Rechnungsabgrenzungen
=
betriebsnotwendiges Kapital
15.000,00
517.000,00
577.000,00
30.000,00
402.000,00
kalkulatorische Zinsen= 402.000*0,08= € 32.160,00
Betriebsüberleitung:
Aufwand in €
Zinsen
11.000,00
–
11.000,00
+
32.160,00
Kosten in €
32.160,00
Beispiel 2-17
Wiederum bittet der in der Berechnung kalkulatorischer Zinsen noch
unerfahrene Controller einen Geschäftsfreund, ihm seine Zinsberechnungen zu
zeigen. Diesen Gefallen erweist ihm sein Freund gerne, macht ihn jedoch
aufmerksam, dass in seinem Unternehmen bereits seit Jahren nur noch nach
der ÖKR–Methode vorgegangen wird.
Die Bilanz dieses Unternehmens zeigt per Jahresende folgende vereinfachte
Struktur (Angaben in €):
Aktiva
Passiva
Grundstücke
Gebäude
Maschinen
Fuhrpark
Geschäftsausstattung
Vorräte
Forderungen
Kassa
Bank
ARA
210.000,00
180.000,00
100.000,00
60.000,00
90.000,00
80.000,00
90.000,00
15.000,00
30.000,00
20.000,00
Stammkapital
Gewinnrücklagen
Rückstellungen
Bankdarlehen
Erhaltene Anzahlungen
Lieferverbindlichkeiten
PRA
250.000,00
130.000,00
30.000,00
350.000,00
40.000,00
60.000,00
15.000,00
Summe
875.000,00
Summe
875.000,00
Beispiel 2-17
In der Position Gebäude befindet sich eine Halle (Buchwert
€ 12.000,00), in der Halbfertigfabrikate zwischengelagert werden. Unter
den Grundstücken befindet sich eines (Buchwert € 26.000,00), das seit
2 Jahren nicht mehr genutzt wird.
Die Inbetriebnahme der Gebäude erfolgte vor 10 Nutzungsjahren, wobei
der Bauindex seit diesem Zeitpunkt um 30% gestiegen ist. Die
bisherigen Abschreibungen betragen € 120.000,00. Die tatsächlich zu
erwartende Nutzungsdauer wird mit 5 Jahren länger angesetzt als die
buchhalterische.
Für die Berechnung der Zinskosten wird ein kalkulatorischer Zinssatz
von 7% festgesetzt. An Fremdkapitalzinsen wurden € 24.000,00
bezahlt.
Lösung 2-17
in €
buchhalterisches Gesamtkapital
875.000,00
–
nicht betriebsnotwendiges Vermögen
=
betriebsnotwendiges Vermögen zu ARW
+
stille Reserven Gebäude
=
betriebsnotwendiges Vermögen zu TRW
–
erhaltene Anzahlungen
40.000,00
–
Lieferverbindlichkeiten
60.000,00
–
passive Rechnungsabgrenzungen
15.000,00
=
betriebsnotwendiges Kapital
26.000,00
849.000,00
80.000,00
929.000,00
814.000,00
kalkulatorische Zinsen= 814.000*0,07= € 56.980,00
Betriebsüberleitung:
Aufwand in €
Zinsen
24.000,00
–
24.000,00
+
56.980,00
Kosten in €
56.980,00
Lösung 2-17
Umwertung Gebäude:
Anschaffungswert= 180.000+120.000= € 300.000,00
Abschreibung p.a.= 120.000 /10= € 12.000,00
Nutzungsdauer buchhalterisch= 300.000/12.000= 25
Nutzungsdauer kalkulatorisch= 30
Tageswert= 300.000 *1,3= € 390.000,00
kalkulatorische Abschreibung p.a.= 390.000/30= € 13.000,00
kalkulatorischer Restwert= 390.000–10*13.000= € 260.000,00
stille Reserve= 260.000–180.000= € 80.000,00
Variation 2-17
Zu berechnen sind die kalkulatorischen Eigenkapitalzinsen.
• Die Inbetriebnahme der Gebäude erfolgte vor 15 Jahren.
• Der Bauindex ist seit Inbetriebnahme um 50% gestiegen.
• Die tatsächlich zu erwartende Nutzungsdauer ist um 7,5 Jahre
länger als die buchhalterische.
• Der kalkulatorische Zinssatz beträgt 8%.
Lösung Variation 2-17
in €
buchhalterisches Gesamtkapital
875.000,00
–
nicht betriebsnotwendiges Vermögen
=
betriebsnotwendiges Vermögen zu ARW
849.000,00
+
stille Reserven Gebäude
120.000,00
=
betriebsnotwendiges Vermögen zu TRW
969.000,00
–
Bankdarlehen/Rückstellungen
380.000,00
–
erhaltene Anzahlungen
40.000,00
–
Lieferverbindlichkeiten
60.000,00
–
passive Rechnungsabgrenzungen
15.000,00
=
korr. Eigenkapital
26.000,00
474.000,00
kalkulatorische Eigenkapitalzinsen= 474.000*0,08= € 37.920,00
Problemstellung
Küchen– und Vertriebsleiter des Cateringunternehmens haben bei der letzten
Dienstbesprechung ein neues Problem vorgebracht. In letzter Zeit ist es immer wieder
zu Ansprüchen von Kunden aufgrund von Gewährleistungsfällen gekommen.
Der Vertriebsleiter meint, der Küchenleiter sollte einfach besser aufpassen beim
Zubereiten der Produkte. Der Küchenchef entgegnet, dass gewisse Ausfälle trotz aller
Qualitätssicherungsmaßnahmen unvermeidlich seien.
Für den Vertriebsleiter stellt sich jedoch das Problem, dass Projekte nicht mehr planbar
sind, da es bei einem Projekt zu einem Anspruch seitens der Kunden komme, bei
anderen jedoch nicht.
Es ist dem Vertriebsleiter nicht klar, wie er dies berücksichtigen soll.
Kalkulatorische Wagnisse
Kalkulatorische Wagnisse werden in der Kostenrechnung angesetzt, um einen Teil
der den Betrieb bedrohenden Risiken kostenmäßig zu erfassen und zu verrechnen.
Beispielsweise:
-
Schwund und Entwertung von Material
Maschinenbruch
Schäden aus Gewährleistungszahlungen
Kursverluste
Forderungsabschreibungen
etc.
Beispiel 2-18
Der Controller des Cateringunternehmens möchte für das nächste Geschäftsjahr
erstmals kalkulatorische Wagnisse für Gewährleistungen ermitteln, um dem
Vertriebsleiter einen Anhaltspunkt für dessen Kalkulation zu bieten. Für die
Berechnung der Wagnisse wählt der Controller nach Rücksprache mit dem
Küchenleiter den Durchschnitt der buchhalterischen Gewährleistungsaufwendungen
bezogen auf den Jahresumsatz der letzten 4 Jahre.
Für die vergangenen Jahre sind folgende Daten aus der Betriebsstatistik bekannt:
Jahr
1
2
3
4
buchhalterischer
Gewährleistungsaufwand in €
Umsatz in €
19.500,00
11.400,00
19.800,00
16.200,00
780.000,00
670.500,00
943.000,00
855.000,00
Für das nächste Jahr rechnet der Controller mit einem Umsatz von € 720.000,00.
Lösung 2-18
Summe buchhalterischer Gewährleistungsaufwand= € 66.900,00
Summe Umsatz= € 3.248.500,00
durchschnittlicher Gewährleistungsaufwand in Prozent vom Umsatz=
66.900/3.248.500= 2,06%
geplanter Gewährleistungsaufwand im Jahr 5=
720.000*2,06%= € 14.832,00
Sollten sich die tatsächlichen Gewährleistungsansprüche im nächsten Jahr auf
€ 16.000,00 belaufen, ergäbe sich folgende Betriebsüberleitung:
Aufwand in €
Gewährleistung
16.000,00
–
16.000,00
+
14.832,00
Kosten in €
14.832,00
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