11.3 Fertigkeit 3: Emotionale Stabilität fördern

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11.3 Fertigkeit 3: Emotionale Stabilität fördern
11.3
Fertigkeit 3: Emotionale Stabilität fördern
Einen neuen Weg einzuschlagen – und sei es derjenige zur Akzeptanz – zehrt
Kraft. Ein unbekanntes Terrain zu erobern, gelingt besser, wenn man ein sicheres „Basislager“ zur Verfügung hat. Emotionale Stabilität ist eine solche Basis.
Aufgabe des Therapeuten ist es daher, dem Patienten zu dieser emotionalen
Stabilität zu verhelfen. Dies gelingt besser, wenn folgende Grundregeln beachtet
werden. Die Regeln wurden vom Ansatz her der Fertigkeit „emotionale Verwundbarkeit verringern“ aus dem Fertigkeitentraining der Dialektisch-behavioralen Therapie (Linehan 1996) entnommen und für Krebspatienten adaptiert.
쐌 Der Patient soll für ausreichend Bewegung sorgen. Er soll darauf achten, welche Bewegungen ihm gut tun, welche Grenzen ihm womöglich durch die Erkrankung gesetzt sind, aber auch welche Freiräume er hat. Rückfragen beim
behandelnden Arzt sind dabei vorauszusetzen. Der Einstieg in das persönliche Bewegungsprogramm (Sport, Gymnastik etc.) sollte langsam erfolgen.
Über- und Unterforderung sollen vermieden werden. Wichtig ist, dass es sich
um Bewegungen handelt, die der Bewegung halber ausgeführt werden.
Dienstwege, Alltagsaktivität oder in andere Tätigkeiten eingebundene Bewegung zählen nicht zu der Form der hier gemeinten Art von Bewegung. Wirkungsvoll sind Bewegungen, die nicht einem anderen Zweck unterworfen
sind als der Bewegung selbst. So trägt z. B. ein Waldspaziergang in der Regel
mehr zur emotionalen Stabilität bei als ein Gang durch den Supermarkt.
쐌 Die Ernährung ist ein wichtiger Aspekt, um emotionale Verletzlichkeit zu reduzieren. Sollte der Patient bedingt durch seine Erkrankung oder deren Behandlung (z. B. Chemotherapien, die oft mit Übelkeit und Appetitlosigkeit
einhergehen) diesbezüglich Schwierigkeiten haben, sind Rücksprachen mit
dem behandelnden Arzt oder einer Ernährungsberatung sinnvoll. Der Patient soll auch selbst darauf achten, was ihm gut bekommt, und versuchen,
sich möglichst ausgewogen zu ernähren.
쐌 Körperliche Beschwerden sind ärztlich abzuklären. An Absprachen zwischen
Arzt und Patient sollten sich Patient und auch dessen andere Therapeuten
(Physiotherapeut, Psychoonkologe etc.) gebunden fühlen. Zweifel und Kritik, aber auch Wünsche und Prioritäten klar auszudrücken, ist dabei für den
Patienten sehr wichtig. Der Psychoonkologe sollte ihm hierfür den Rücken
stärken und selbst Modell sein. Ziel ist, einen Behandlungsweg zu finden,
den Patient und Arzt gemeinsam gehen können. Selbstexperimente des Patienten sind hier ebenso wenig sinnvoll wie seine Zustimmung zu einer Behandlungsmaßnahme, die er innerlich bezweifelt oder ablehnt.
쐌 Der Patient sollte den Konsum von Substanzen, die die Stimmung verändern,
vermeiden, soweit dieser nicht ärztlich verordnet wurde. Zu Substanzen, die
einen Einfluss auf Stimmung und Emotionen, aber auch Denken und Wahrnehmen haben können, zählen neben Alkohol und Drogen auch einige Medikamente.
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11 Akzeptanzfördernde Fertigkeiten
쐌 Der Patient soll für ausreichend Schlaf sorgen und darauf achten, dass seine
Nachtschlafphase lang genug ist. Dies kann bedeuten, dass er auf liebgewonnene Gewohnheiten, wie spätes Einschlafen und langes Ausschlafen am Wochenende, zu Gunsten eines konstanten Schlafrhythmus verzichtet. Dies ist
v. a. dann sinnvoll, wenn das Schlafen zu einem nachhaltigen Problem geworden ist.
All diese Maßnahmen, die die psychische und körperliche Balance stärken, sind
indirekt förderlich für die innere Bereitschaft zur Akzeptanz, da sie für Ausgeglichenheit sorgen. Wer ausgeglichen ist, erreicht eine annehmende Haltung
leichter. Ein Selbstbeobachtungsprotokoll, das die Umsetzung dieser Strategie
dokumentiert (s. folgende Übung), ist sinnvoll.
Übung zur Selbstbeobachtung der emotionalen Stabilität
Notieren Sie zunächst über den Zeitraum einer Woche hinweg, was Sie getan haben, um
Ihre emotionale Verletzlichkeit gering zu halten. Und vermerken Sie parallel dazu, z. B.
auf einer Skala von 0−10, Ihre innere Anspannung bzw. Gelassenheit.
Mo
Bewegung
Ernährung
Fachmedizinische
Behandlung
Kein Alkohol, keine Drogen,
keine Selbstmedikation
Schlaf
Innere Anspannung
(Skala 0−10)
Gelassenheit
(Skala 0−10)
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
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