modul 5 : normalverteilung

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Aktuelles Fachgebiet Mathematik
2005/06 – 5 HFAB
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MODUL 5 : NORMALVERTEILUNG
MODUL 5 : NORMALVERTEILUNG
Zentraler Grenzwertsatz:
EINE STETIGE ZUFALLSGRÖßE, DIE SICH ALS SUMME SEHR VIELER
UNABHÄNGIGER EINFLUSSGRÖßEN ERGIBT, VON DENEN KEINE
DOMINIEREND IST, IST NÄHERUNGSWEISE NORMALVERTEILT .
MAN SIEHT:
Die relative Häufigkeit
(Wahrscheinlichkeit) der Werte für die
Zufallsvariable X ist umso höher, je näher
sie am Mittelwert(Erwartungswert) µ
liegen und umso kleiner, je weiter sie von
µ entfernt sind .
-> glockenförmiger Verlauf der
Wahrscheinlichkeitsfunktion :
Gauß´sche Glockenkurve
f(x)
Beispiel :
Auf einer Hühnerfarm mit sehr vielen Hühnern werden eine Woche lang die einzelnen Eier
abgewogen . Die Zufallsvariable X = Gewicht eines Eis in Gramm. Es stellt sich heraus, dass
ein Ei im Durchschnitt 60 g wiegt, also µ = 60 und außerdem ist bekannt, dass die
Standardabweichung  = 5 g beträgt. Das Gewicht eines Eis ist von verschiedenen, nicht
voneinander trennbaren Einflüssen abhängig z.B. Gewicht, Alter, Gesundheit, psychische
Verfassung, Standort etc. des Huhns -> spricht für eine Normalverteilung der
Zufallsvariablen (sehr großes oder sehr kleines Gewicht eher unwahrscheinlich, die meisten
Gewichte nahe bei 60 g)
0,1
(Normal)Verteilung sieht also grafisch
0,08
so aus:
0,06
0,04
0,02
0
40
45
50
55
60
65
Gew icht X
70
75
80
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MODUL 5 : NORMALVERTEILUNG
1. EIGENSCHAFTEN DER NORMALVERTEILUNG:



ist eine stetige Verteilung, geht von -  bis + 
ist symmetrisch , Maximum bei µ , Wendepunkte bei µ- und µ+
Funktionsgleichung der Wahrscheinlichkeits(dichte)funktion ist
f(x) =


1
  2
e
1  x  
 

2   
2
festgelegt durch zwei Kenngrößen : µ ... Erwartungswert(Mittelwert)
² ..Varianz
Daher auch kurz N(µ;²)-Verteilung genannt
(oft genügt es zu sagen : Daten folgen einer Normalverteilung mit µ = ...
und  = ... um diese gut zu beschreiben)
es gibt viele Normalverteilungen , je nach µ und ²

der Flächeninhalt unter jeder Normalverteilungskurve ist immer = 1.
Daraus folgt sofort:
Eine schmale Glocke ( klein) ist hoch, eine breite Glocke ( groß) ist niedrig
(analog zur Binomialverteilung ist also die Summe aller Wahrscheinlichkeiten =
100% = 1)

die wichtigste ist N(0;1) – „Standardnormalverteilung“
hat µ = 0 und ² = 1 ( also auch gleich 1)
eine standardnormalverteilte Variable wird mit z bezeichnet
2. BERECHNUNGEN MIT DER NORMALVERTEILUNG
Die Wahrscheinlichkeitsfunktion ist für eine stetige Zufallsvariable nicht definiert . ( denn die
Wahrscheinlichkeit, dass eine stetige Zufallsvariable X genau einen bestimmten Wert x hat,
ist gleich null)
Begründung :
Messen wir zum Beispiel das Gewicht von Hühnereiern. Die Wahrscheinlichkeit , dass ein
Hühnerei genau den Wert 34 g = 34,000000 ... g besitzt, ist gleich null, da wir bei beliebig
genauer Messung immer von genau 34 g abweichen werden. Wäre das nicht der Fall und die
Wahrscheinlichkeit eine , wenn auch kleine Zahl, so würden die Wahrscheinlichkeiten aller
Hühnereiergewichte etwa zwischen 30 und 90 g über alle Grenzen wachsen , also > 1 sein,
da es in diesem Intervall ja unendlich viele Gewichte gibt !
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Es macht daher nur Sinn zu fragen , wie groß die Wahrscheinlichkeit dafür ist,
dass eine Zufallsvariable einen Wert  oder  einer bestimmten Zahl x annimmt.
Grundidee:
Der Flächeninhalt in den Grenzen von -  bis x unter der Glockenkurve gibt die
Wahrscheinlichkeit P(X  x) für die Zufallsvariable X an :
P(X  x)
x
x
Dieser Flächeninhalt berechnet sich durch F(x) =

2
1

2
e
1  t  
 

2  
dt .
(F(x) heißt Verteilungsfunktion) .
Da dieses Integral jedoch nur näherungsweise und nur mit viel Aufwand berechnet werden
könnte , und es noch dazu viele verschiedene Normalverteilungen (je nach µ und  ) gibt,
die das erforderlich machen würden, verwendet man besser die Standardnormalverteilung
(sie ist tabelliert) und „standardisiert“ die anderen Normalverteilungen
z
(z)=


1
2
e
1
 u2
2
du
Verteilungsfunktion der
Standardnormalverteilung
z
Die Integrationsergebnisse für die Funktion (z)=


1
2
e
1
 u2
2
du wurden tabelliert .
Man muss nur die Transformation von der gegebenen Normalverteilung auf die
Standardnormalverteilung durchführen und dann in der Tabelle nachsehen :
TRANSFORMATIONSFORMEL :
z
x

Unter dem z-Wert wird in der Tabelle nachgesehen. Der Tabellenwert ist dann (z), also die
Wahrscheinlichkeit, dass die Zufallsvariable X  x ist !
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65
F(65) =


1
2
e
1  t  60 
 

2 5 
2
dt
0,1
0,08
f(x)
Beispiel :
Das Gewicht eines Hühnereis sei
normalverteilt mit µ = 60 g und
Standardabweichung
 = 5 g . Fragt man nach der
Wahrscheinlichkeit, dass ein Ei ein
Gewicht von höchstens 65 g besitzt, also
P(X  65) so müsste man
0,06
0,04
0,02
0
40
45
50
55
60
65
Gew icht X
ausrechnen und damit den nebenan abgebildeten Flächeninhalt bestimmen .
TABELLE : WERTE (z) der NORMALVERTEILUNGSFUNKTION
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Bestimmen Sie nun (zuerst standardisieren und dann
in Tabelle nachsehen)
a) die Wahrscheinlichkeit, dass ein Ei weniger als 70 g
wiegt !
b) die Wahrscheinlichkeit, dass ein Ei weniger als 72 g wiegt !
c) die Wahrscheinlichkeit, dass ein Ei weniger als 60 g wiegt !
d) die Wahrscheinlichkeit, dass ein Ei mehr als 70 g wiegt !
e) die Wahrscheinlichkeit, dass ein Ei weniger als 50 g wiegt ?
e) die Wahrscheinlichkeit, dass ein Ei zwischen 65 g und 72 g wiegt !
f) die Wahrscheinlichkeit, dass ein Ei weniger als 10 g vom Mittelwert abweicht ?
g) Eier mit weniger als 48 g haben mindere Qualität und können daher nicht verkauft
werden . Wie viel % aller Eier sind minderwertig ?
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h) Berechnen Sie die Masse , die nur von 5 % aller Hühnereier überschritten wird !
i) In welchem Intervall [µ-a;µ+a] um den Mittelwert liegt die Masse von 95 % aller Eier ?
j) Weicht das Gewicht eines Hühnereis um 2 Standardabweichungen nach unten bzw. nach
oben ab, so bezeichnet man diese Abweichung als signifikant und das entsprechende Ei als
klein bzw. groß . Ab welchem Gewicht gilt ein Ei als groß und bis zu welchem Gewicht wird
man es als klein bezeichnen ?
Beispiel:
Ein Intelligenztest sei mit µ = 100 und  = 10 konstruiert .
a) Wie viel % aller getesteten Personen erreichen einen geringeren IQ als 115 ?
b) Wie viel % aller getesteten Personen erreichen einen höheren IQ als 115 ?
c) Wie viel % aller getesteten Personen erreichen einen IQ von höchstens 85 ?
d) Wie viele einen IQ von höchstens 95 ?
e) Wie viele Getestete haben einen IQ von über 95 ?
f) Welcher Prozentsatz aller Getesteten hat einen IQ , der zwischen 90 und 120 liegt ?
g) Welcher Prozentsatz einen IQ , der zwischen 90 und 110 liegt ?
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MODUL 5 : NORMALVERTEILUNG
h) Welchen IQ benötigt man, um zu den intelligentesten 5 % zu gehören ?
i) In welchem Intervall um den Mittelwert liegen 90 % aller IQ-Werte ?
j) Wie viel % aller getesteten weichen höchstens um 20 % vom Mittelwert ab ?
Beispiel :
Diese Gesetzmäßigkeit gilt für alle Normalverteilungen .
Weisen Sie sie anhand der tabellierten Standardnormalverteilung nach !
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