Geburtsstätte der Edelsteine Entstehung der „edlen

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Geburtsstätte der Edelsteine
Edelsteine entstanden vor Millionen von Jahren unter hohem Druck in heißen
Magmakammern von 100 bis 150 Kilometer Tiefe.
Je nach der chemischen Zusammensetzung der aufsteigenden Lava bildeten sich die
verschiedenen Edelsteinarten bereits vor mehreren Millionen Jahren, meist zwischen drei und
mehreren zehn Millionen Jahren.
Einige wenige Edelsteine sind bereits bis zu 4,5 Milliarden Jahre alt. So konnten
Smaragdvorkommen aus Zimbabwe auf rund 2,6 Milliarden Jahre datiert werden.
Zirkon-funde aus den australischen Jack Hills gehen sogar auf eine Entstehung vor 4,5
Milliarden Jahren zurück. Darin fand man einige winzige Diamanten, die sich vermutlich vor
3,1 bis 4,3 Milliarden Jahren bildeten und damit auf die frühe Erdgeschichte zurückgehen.
Entstehung der „edlen Steine“
Tief im Erdinneren entstehen Edelsteine. Die Bausteine der edlen Steine finden sich im
Erdkern. Flüssiges, heißes Magma ist nichts anderes als eine gewaltige Ursuppe von
Mineralien. Das Magma steigt auf, kühlt sich ab und durch den enormen Druck im Erdinneren
beginnen sich die Atome zu vereinigen.
„Magmatische Entstehung“
Kristalle bilden sich – im Falle von Edelsteinen mit sehr symmetrischer innerer Struktur und
großer Reinheit. Der Diamant besteht ausschließlich aus Kohlenstoff-Atomen, angeordnet in
einer regelmäßigen, quadratischen Gitternetzstruktur, die sich bei einer Temperatur von über
1000 Grad Celsius und einem atmosphärischen Druck von gut 40.000 bar Druck ausbildet.
Diese Bedingungen findet man nur im Erdinneren, in weit mehr als 100 Kilometer Tiefe.
Auch Topase, Rubine oder Saphire entstehen auf ähnliche Weise. Auch diese Schmucksteine
bestechen durch Reinheit und einen besonderen Härtegrad.
Kein Material dieser Erde ist jedoch härter als ein Diamant. Er gilt als der "Unvergängliche"
unter den Edelsteinen.
Kristalle können auch entstehen, wenn sich Temperatur und Druckbedingungen in bereits
bestehenden Gesteinsschichten verändern.
Diese Entstehung bezeichnet man als "metamorphene Entstehung". Frisches Magma kann in
Gesteinsformationen eindringen, feste Mineralschichten die früher entstanden, können sich
neu strukturieren und Schichten mit einheitlichen chemischen Zusammensetzungen entstehen.
Auf diese Art und Weise produziert die Natur zum Beispiel Smaragde oder Granate.
Vulkanausbrüche bringen all diese Gesteinsschichten an die Erdoberfläche.
Im Erdinneren gibt es zudem immer wieder Bereiche mit flüssigen mineralischen Lösungen,
die beim Verdampfen, ebenfalls Edelsteine auskristallisieren lassen.
„Sedimentäre Entstehung“ - durch die sogenannte „Sedimentäre Entstehung“ werden z.B.
Türkise, Opale oder Malachite produziert. Diese entsteht durch die Ablagerung von
Sedimenten (z.B. Sandstein).
Junge Edelsteine sind vor mehreren hunderttausend Jahren entstanden, alte Edelsteine können
so alt sein wie unsere Erde selbst, also ca. 4,5 Milliarden Jahre.
Edelsteine entstanden durch Prozesse im Erdinneren. Seitdem haben sie einen erstaunlichen
Weg zurückgelegt. Ihr Weg zur Erdoberfläche beginnt in etwa zum Zeitpunkt der Entstehung
unseres Planeten.
Ein Zirkon der in Australien entdeckt wurde und dessen Alter auf ca. 4,4 Milliarden Jahren
bestimmt wurde gilt das älteste bekannte Objekt unserer Erde.
Edelsteine haben sich in drei verschiedenen Gesteinsarten unter der Erdoberfläche in den
unterschiedlichsten Umgebungen herausgebildet:
1. Eruptivgestein: dieses Gestein entsteht durch das Abkühlen und Aushärten von
Magma oder geschmolzener Lava (z. B. Basalt und Granit).
2. Metamorphes Gestein: dieses Gestein entsteht, wenn Eruptivgestein,
Sedimentgestein oder anderes metamorphes Gestein aufgrund extremer Hitze oder
extremen Drucks einen physikalischen Wandlungsprozess durchläuft.
3. Sedimentgestein: entsteht durch die Ablagerung von Sedimenten (z. B. Sandstein).
Obwohl sich einige Edelsteine in mehr als einer Umgebung herausbilden, lässt sich die
Entstehung von Edelsteinen weitgehend in vier Prozesse unterteilen:
1) geschmolzenes Gestein und Flüssigkeiten
(z. B. Amethyst, Smaragd, Granat, Rubin und Saphir),
2) umweltbedingte Veränderungen
(z. B. Andalusit, Kyanit, Lapislazuli, Tansanit)
3) Oberflächenwasser
(z. B. Achat, Opal und Türkis)
4) Entstehung im Erdmantel
(z. B. Diamant und Peridot).
Ewig sprudelnder Quell
Die Zeitspanne, in der Edel- und Schmucksteine entstehen, umfasst mehrere Millionen Jahre.
Es ist ein langwieriger Prozess, bis die Kleinodien über vulkanische Aktivitäten an die
Erdoberfläche befördert werden. Doch der Quell wird auch in Zukunft weiter sprudeln, denn
die geologischen Entstehungsprozesse im Erdinneren sind immer noch im vollen Gange.
Oft ist es Zufall, wo sich besondere Fundstätten auftun. Viele Edelsteinarten sind im Gebirge,
in den Aufwürfen der Erdkruste zu finden. Smaragde beispielsweise sind in Europa im
österreichischen Habachtal zu finden. Ein Mekka für Hobby-Edelsteinsucher, die gerne selbst
einmal ihr Glück im Schürfen versuchen möchten. Relativ häufig findet man in Europa auch
Quarze - Amethyst, Rauch- und Rosenquarz oder Bergkristalle. Seltener in Europa ist
dagegen der Achat, der Idar-Oberstein im Hunsrück weltberühmt gemacht hat. Hier wurde
dieser Stein lange abgebaut und geschliffen. Heute sind die Vorkommen allerdings
ausgebeutet und der Abbau lohnt sich nicht mehr.
Große Edelsteinvorkommen existieren in Afrika. Bekannt sind vor allem die südafrikanischen
Diamantminen. In afrikanischen Edelsteinminen finden sich auch wertvolle Rubine, Saphire
und Granate. Der besonders seltene Tansanit kommt aus Tansania, Turmaline gibt es in Südund Südwestafrika.
Berühmt für Opale ist das australische Outback, in dem fast 95 Prozent der Edelopale
weltweit abgebaut werden. Aber auch Diamanten und Saphire werden in Down Under
gefördert.
Weitere große Edelsteinvorkommen finden sich in Südamerika. Kolumbien ist berühmt für
seine Smaragde, intensiv blaue Aquamarine kommen aus den Minen Brasiliens, wo auch
Topase, Turmaline und Saphire zu finden sind. In Nordamerika finden sich Feueropale
(Mexiko) sowie farblose Berylle und Kunzite (USA).
In Asien ist das kleine Land Myanmar (Birma) hervorzuheben, daß Rubine von
außergewöhnlicher Qualität, Saphire und Jade bietet, die teilweise schon seit der Steinzeit in
der Stadt Mogok abgebaut werden. Im Iran finden sich die schönsten Türkise der Welt, aus
Afghanistan kommen Morganite, aus Pakistan Peridot. Turmalin und Mondsteine findet man
in Sri Lanka, Jade in China.
Der Weg der edlen Steine
Gewinnung und Abbau von Farb-Edelsteinen
Die Menschen der Vorzeit entdeckten Edelsteine eher nur zufällig, nahe der Erdoberfläche.
Selbst heute lassen sich Farbedelsteine nur durch Beobachtung und mit viel Glück entdecken.
Die Methoden zur Gewinnung von farbigen Edelsteinen sind im Vergleich zur
hochtechnologisierten Gewinnung von Diamanten geradezu primitiv.
Heute wird der Abbau von Farbedelsteinen, abgesehen von der Mechanisierung im Grunde
so betrieben wie vor tausend Jahren.
Eine Edelsteinlagerstätte ist der Ort, an dem Edelsteine vorkommen. Mit Beginn des Abbaus
wird eine Lagerstätte zu einer „Mine“, wobei an einer Lagerstätte in einer Vielzahl von Minen
gearbeitet werden kann. Die häufigste Form der Gewinnung von Edelsteinen ist der
Alluvialabbau.
Bei diesem Verfahren werden Edelsteine aus Sedimentablagerungen gewonnen, die auch als
Sekundärlagerstätten bezeichnet werden, da die Edelsteine nicht in demselben Gestein
vorkommen, in dem sie entstanden sind. Diese Lagerstätten bilden sich durch Erosion des
Muttergesteins heraus. Man sucht dabei in Flussbetten, Sedimentablagerungen unter der
Erdoberfläche und auf dem Meeresboden.
Um die Rohedelsteine zu gewinnen, wird die geförderte Erde entweder mit Wasser
gewaschen oder gesiebt. Rohe Steine aus alluvialen Lagern sind aufgrund von
Verwitterungsprozessen normalerweise abgerundet und weisen Kratzer und Risse auf.
Der richtige Schliff vollendet erst den „edlen Stein“
Bis Edelsteine in ihrem vollen Glanz erstrahlen, durchlaufen sie einen sehr langen Weg.
Schneiden, Schleifen und Polieren sind die Faktoren, die notwendig sind um das Feuer und
die Brillanz der Steine zu erreichen.
Im Rheinland-Pfälzischen Idar-Oberstein etwa ist die Edelsteinverarbeitung ein besonderes
Kunsthandwerk für sich, das über Jahrhunderte betrieben wurde und heute noch edle Steine
zu seiner strahlenden und glänzenden Vollendung bringt.
Vier wichtige Arbeitsvorgänge sind nötig, um aus dem Rohkristall eine glitzernde und
funkelnde Kostbarkeit zu kreieren.
1. Schneiden - Der Schleifer sieht sich zunächst den rohen Stein genau an, er überlegt
wie er möglichst viel von der Rohsubstanz erhalten kann. Bruchlinien und Einschlüsse
im Kristall werden berücksichtigt, damit der Stein auf keinen Fall beim Zuschneiden
auseinander bricht.
2. Ebouchieren - Ist der Stein geschnitten, wird ihm beim Ebouchieren auf Schleifrädern
seine rohe Form gegeben.
3. Facettieren - Bei diesem Arbeitsschritt werden Facetten auf den Stein geschliffen, das
sind ebene plane Flächen. Sie sind entscheidend dafür, wie der Stein das Licht bricht.
Je genauer sie angelegt und eingeschliffen sind, desto besser wird ein Stein später
Lichtstrahlen reflektieren (Brillanz)
Einer der berühmtesten Schliffe ist der sogenannte Brillantschliff. Er hat mindestens
57 Facetten: die Tafel (große Fläche auf der Oberseite), 32 Facetten auf dem Oberteil
und 24 Facetten auf dem Unterteil. Dieser Schliff wird natürlich nicht nur beim
Diamanten angewandt, nein, auch andere Edelsteine sowie Schmucksteine erhalten
diesen „Königsschliff“, der sehr aufwendig und mit äußerster Präzision angeschliffen
werden sollte.
4. Polieren – der letzte Arbeitsgang. Der Polierer auch Lapidär genannt, muss dabei
genau die Flächen treffen, die der Schleifer vorgegeben hat, sonst war die ganze Mühe
umsonst. Schon viele Steinraritäten sind bei diesem letzten Arbeitsgang zerbrochen.
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