3. Pressemitteilung

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Pressemitteilung
Ausbruch der Amerikanischen Faulbrut in der Landeshauptstadt Schwerin
Keine Gefahr für Menschen, Honigverzehr völlig unbedenklich, reine Insektenkrankheit
Im Stadtteil Schwerin Lankow ist in einer Hobbyimkerei ein Ausbruch der Amerikanischen Faulbrut
festgestellt worden. Es handelt sich dabei um eine reine Insektenkrankheit. Menschen sind nicht
gefährdet und auch auf dem Bienenstand erzeugter Honig ist für Menschen völlig unbedenklich.
Der Erreger wurde Anfang des 20. Jahrhunderts in Amerika wissenschaftlich beschrieben. Er war in
Europa schon immer verbreitet.
Faulbrutsporen werden hauptsächlich über räubernde Bienen oder infizierte Waben und
Bienenwohnungen sowie über Honig und Futter verbreitet. Der Erreger wird von den erwachsenen
Bienen über den Futtersaft auf die Brut übertragen. In den jungen Larven vermehrt sich das Bakterium
massiv und führt zu deren Tod. Je nach Erregertyp variiert der Zeitpunkt des Larventodes. Stirbt die
Brut vor der Verdeckelung, wird sie meist von den Putzbienen entfernt. Dadurch kann die Infektion
zum Teil sogar über Jahre unerkannt bleiben und sich weiterverbreiten. Stirbt die Brut erst nach der
Verdeckelung, sackt der Zelldeckel ein und färbt sich langsam dunkel. Dann fällt auch die sogenannte
„Streichholzprobe“ positiv aus.
Wenn ein Imker bei seinen Völkern Anzeichen feststellt, die den Verdacht auf Faulbrut nahelegen, hat
er unverzüglich Anzeige bei seinem zuständigen Veterinäramt zu stellen. Eine Meldung zu viel ist kein
Problem, ein nicht erkannter Ausbruch verursacht nicht nur bei dem betroffenen Imker massive
Schäden! Ein Seuchenausbruch muss nicht auf schuldhaftes Verhalten des Imkers zurückzuführen
sein! Das Unterlassen der Anzeige eines Seuchenverdachts ist hingegen sehr wohl ein schuldhaftes
Verhalten, das nach dem Tierseuchenrecht auch eine Ordnungsstrafe nach sich ziehen kann.
Wichtig ist das frühe Erkennen der Infektion über Futterkranzproben. Damit ist die Möglichkeit
gegeben, durch imkerliche Maßnahmen den Erreger zu eliminieren, bevor die Seuche zum Ausbruch
kommt. Es gibt keinerlei Medikamente gegen die Amerikanische Faulbrut. Behandlungsversuche mit
nicht zugelassenen Medikamenten sind nicht nur strafbar, sondern würden die Seuche lediglich
verschleiern.
Um den betroffenen Bienenstand wurde ein Sperrbezirk eingerichtet, in dem jetzt alle Bienenvölker
untersucht werden. Imker, die ihre Bienenhaltung bisher noch nicht angezeigt haben, müssen dies
unverzüglich bei ihrem zuständigen Veterinäramt nachholen. Dies gilt generell für jegliche Haltung von
Bienen, nicht nur im Sperrgebiet.
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