Abteilung Landwirtschaftliche Bildung / Landwirtschaftliche Berufs

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Abteilung Landwirtschaftliche Bildung / Landwirtschaftliche Berufs- und Fachschulen NÖ
Tulln, 1. Dezember 2010
PRESSEMITTEILUNG
Tagung „Gesunde Ernährung in der Schulküche“
Am 1. Dezember 2010 fand an der LFS Tulln die Tagung „Gesunde Ernährung in der Schulküche“
statt, an der KüchenleiterInnen und Lehrkräfte des Fachbereiches Ernährung der
Landwirtschaftlichen Berufs- und Fachschulen teilnahmen. „Die Schulen sind gefordert eine
ausgewogene sowie gesunde Ernährung anzubieten und gleichzeitig auf die Essgewohnheiten der
Jugendlichen positiv einzuwirken“, erklärte Tagungsleiterin Ing. Rosina Neuhold. „Welches Angebot
bei der Verpflegung die Schulen ihren SchülerInnen geben, prägt schon in jungen Jahren deren
späteres Essverhalten“, so Neuhold. Ein gesundes, schmackhaftes und gut organisiertes Angebot
wirkt sich positiv auf das Schulklima aus und kann als Teil der Schulkultur einen wichtigen Beitrag
zur Esskultur von Jugendlichen leisten. Mit zahlreichen Fachvorträgen von ErnährungsexpertInnen
wurde gezeigt, dass in der Großküche und beim Schulbuffet eine innovative und jugendgerechte
Kulinarik möglich ist.
Unterschiede im Essverhalten zwischen Mädchen und Burschen
Einen interessanten Bereich der Ernährung beleuchtete Mag. Rosemarie Zehetgruber mit dem
Thema „Genderaspekte in der Schulverpflegung“. „Das Geschlecht der Jugendlichen hat einen
großen Einfluss auf das Ernährungsverhalten. Es gibt dadurch auch geschlechtsspezifische
Unterschiede bei den Erwartungen an die Schulverpflegung sowie bei der Zufriedenheit mit dem
Angebot“, informierte Ernährungsexpertin Zehetgruber. Im Kindesalter, wie etwa in der
Volksschule, gibt es praktisch keine Unterschiede beim Essverhalten von Mädchen und Burschen.
Erst ab der Pubertät entwickeln sich die geschlechtsspezifischen Unterschiede beim
Ernährungsverhalten. Der Nährstoffbedarf ist jedoch nur geringfügig verschieden und kann nicht als
Erklärung für die großen Unterschiede dienen. Vielmehr sind die unterschiedlichen
Essgewohnheiten durch die vorgegebenen Rollenbilder von Weiblichkeit und Männlichkeit
begründet. Ernährungsstile sind geschlechtsspezifisch codiert und dienen ebenso wie etwa Kleidung
oder Hobbys als „Geschlechtsverstärker“. Ab der Pubertät nutzen Mädchen und Burschen die ihnen
zugeschriebenen, unterschiedlichen Vorlieben für bestimmte Lebensmittel oder Ernährungsformen,
um ihre Männlichkeit oder Weiblichkeit darzustellen. Burschen greifen dann gerne zu Fleisch oder
fettreichem Fast Food. Bei Mädchen kommt häufiger Obst, Gemüse oder Salat auf den Tisch. Bei
den Getränken werden Wasser und Fruchtsäfte gerne von den Mädchen getrunken, bei den
Burschen sind es Wasser, Softdrinks und Lightgetränke.
Veränderung durch Mitbestimmung
Die Veränderung des geschlechtsspezifischen Essverhaltens kann in der Schule nur dann
funktionieren, wenn alle Beteiligten gemeinsam aktiv werden und Schülermitbestimmung auch
gelebt wird. Dies betrifft auch die Küchenleitung und die Direktion, die durch ihre Zuschreibungen
die Rollenbilder von Mädchen und Burschen häufig noch weiter verstärken. So kommt in Schulen
mit mehr Burschen nachweislich mehr Fleisch auf den Teller, hingegen bekommen Mädchen
häufiger Gemüse serviert. Schule muss sich ihrer Verantwortung bei der Prägung der
Konsumgewohnheiten der Jugendlichen bewusst sein. Ziel sollte es daher sein, das Angebot an
Speisen und Getränke für Mädchen und Burschen gleichermaßen ansprechend zu gestalten. Oft
sind nur kleine Umstellungen nötig, um das zu erreichen.
Vorträge gab es bei der Tagung von DI Simon Ziegler, Firma Biogast, Franz Brixner, Firmengruppe
Kastner zum Thema „Bio und Regionalität in der Gemeinschaftsverpflegung“, Mag. Georg Frisch
referierte über „Gemeinschaftsverpflegung in der Praxis“ und Ing. Norbert Mayer über
„Lebensmittelhygiene in der Gemeinschaftsverpflegung“.
Bildtext:
Gesunde Ernährung in der Schule stand im Mittelpunkt der Tagung.
Die Personen v.l.n.r.: Tagungsleiterin Ing. Rosina Neuhold, Ernährungsexpertin Mag. Rosemarie
Zehetgruber und Ernst Roiser, Küchenleiter der LFS Tulln.
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Fachinformationen: Ing. Rosina Neuhold, Telefon: 02745/2393.
Pressearbeit: Mag. Jürgen Mück, Telefon: 0664/73513649, E-Mail: [email protected]
Abteilung Landwirtschaftliche Bildung
Landwirtschaftliche Koordinationsstelle - LAKO
Amt der NÖ Landesregierung
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3430 Tulln
Telefon: 02272/9005-16636, Fax: 02272/9005-16600
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