Jahresbericht für die Spielzeit 2011/12

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Jahresbericht für die Spielzeit 2011/12
Verfasst von Vorstand und Theater–Stadelhofen-Team im Oktober 2012
Die Spielzeit 2011/12 begann sozusagen mit der Zukunft. Im September 2011, haben wir uns
mit einer Vielzahl von geladenen Gästen, die sich auf ihre je eigene Art mit dem Theater
Stadelhofen beschäftigt hatten, Gedanken gemacht über künftige Möglichkeiten, Pflichten
und Bedürfnisse unseres Theaters.
Zukunft geht auf das Wort kommen zurück. Es hat auch mit Ankunft zu tun. Auf unseren
Theateralltag bezogen stellen wir ständig die Frage: Ist unser Programm beim Publikum
angekommen? Kommt es bei den Medien an? Es kommt drauf an — in vielerlei Hinsicht!
KünstlerInnen kommen und gehen. Einige kommen wieder. Es kommt vor, dass wir über
gewisse Sachen nicht sofort übereinkommen, aber schlussendlich kommt es immer zum
Sieg der Vernunft.
Wir, der Vorstand und das Theater-Stadelhofen-Kernteam versichern, dass wir unser
gesamtes Wissen, unsere Neugier, unsere Begeisterung für die Theaterkunst und die
KünstlerInnen und unsere Theaterliebe begeistert und entschlossen dem Theater Stadelhofen
haben zugute kommen lassen – „unten“ im Theatersaal und im technischen Bereich genauso
wie „oben“ im Theaterbüro und im Sitzungszimmer.
Und wir laden Sie erneut herzlich ein, mit uns mitzukommen auf diese spannende,
aufregende Reise ins Reich des Figurentheaters.
Wir bedanken uns bei Ihnen für die vergangene, gegenwärtige – und hoffentlich auch
zukünftige – Unterstützung. Ohne Sie wären wir nicht dorthin gekommen, wo wir heute sind.
Voller Vorfreude erwarteten wir die Mitgliederversammlung 2012,
dieses Zusammenkommen heute!
Und präsentieren hier ...
Schwerpunkte, Themen, Highlights
in der Spielzeit 2011/2012
Die Zukunftskonferenz und ihre Folgen
Von der Zukunftskonferenz war bei der letzten Mitgliederversammlung schon
ausführlich die Rede. Heute können wir erste Ergebnisse präsentieren, denn wir haben
daran gearbeitet, die Leitlinien, die in diesem Zusammenhang formuliert wurden,
umzusetzen. Konzentriert haben wir uns auf folgende Punkte:
•
Ständiges Bemühen, ein hochstehendes Programm anzubieten: Ohne dieses
Bemühen und ohne, dass dieses Bemühen erfolgreich ist, geht gar nichts. Es ist
die Voraussetzung von allem anderen. Dass sich das Ergebnis sehen lassen
konnte, weiss, wer regelmässig unsere Veranstaltungen besucht hat.
•
Stärkere Ausrichtung des Programms auf Jugendliche und Erwachsene: Das
ist natürlich ein langsamer Prozess und die Ausweitung des Programms
abhängig vom Erfolg. Einen Versuch in dieser Richtung haben wir mit der
Einführung einer kleinen Serie gewagt: „Mundwerk“. Es treten Spoken-Word–
Künstler mit einem sehr stark ein jugendliches Publikum ansprechenden
Programm auf. Unsere Mitarbeiterin Barbara Hediger hat sich speziell um
diesen Programmteil gekümmert und ihre langjährigen Kontakte für uns
nutzbar gemacht.
•
Programmplätze schaffen, die für das Publikum klar erkennbar sind: Im neuen
Programmheft wird der Leser deutlich geleitet. Auf die unterschiedlichen
Veranstaltungen, die dem Figurenspiel zuzurechnen sind, verweisen
„Familienprogramm“ und „Abendprogramm“. Und auf Veranstaltungen und
Veranstaltungsreihen, die ausserhalb unseres eigentlichen Schwerpunktes und
Kerngeschäftes liegen, das „Spezialprogramm“.
•
Spielort für Lernende (Zusammenarbeit mit Ausbildungsstätten, Fördern einer
Ausbildung im Figurentheater): Neu hat in diesem Herbst eine „Weiterbildung
Figurenspiel“, angesiedelt an der Höheren Fachschule für therapeutisches
Puppenspiel in Interlaken, begonnen. An dieser Weiterbildung im
Erwachsenenbereich ist das Theater Stadelhofen beteiligt. Wir zeigen hier an
ausgesuchten Beispielen, wie verschiedene Facetten des Figurentheaters
funktionieren, diskutieren mit Spielern, Regisseuren, Bühnenbildnern,
Puppenbauern und Musikern, und wir ermöglichen einen Blick hinter die
Kulissen.
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•
Vereinigung Stadelhofen einbeziehen. Mit den Geschäften in der
Stadelhofenpassage und im Raum Stadelhofen / Bellevue gemeinsame Projekte
starten und so die Werbung verstärken: In diesem Arbeitsfeld war auch der
Vorstand besonders aktiv. Kontakte hat es gegeben zur Stadelhofer Apotheke,
zu McDonalds, Migros und zur Firma Neuroth. Verschiedene Kundenevents
haben hier am Haus stattgefunden. Besonders schön war dabei die von uns
initiierte Beteiligung der Dalang Puppencompany, die Gelegenheit hatte, einen
solchen Anlass mit Theaterpuppen zu moderieren.
•
In die Netzwerkarbeit haben wir einen erheblichen Anteil unserer Arbeitszeit
investiert. Rege beteiligten wir uns an den Aktivitäten der Vereinigung Zürcher
Kindertheater, nicht nur der Erstellung und Gestaltung des gemeinsamen
Spielplans, sondern auch an den Ferienaktivitäten in Zusammenarbeit mit „fit
und ferien“ — eine Programmreihe des städtischen Büro für Schulkultur. Das
neu geschaffene Angebot „Theaterclub“ wird vom Theater Stadelhofen
koordiniert. Wir waren mit von der Partie als der neue Arbeitskreis „Zürcher
Kulturvermittlung“ gegründet wurde. Wir haben uns erneut an der Reihe
„figurentheater bewegt“ beteiligt und im Januar 2012 eine Veranstaltungsreihe
mit auf die Beine gestellt, die in Basel, Winterthur, St. Gallen und Bern gezeigt
wurde.
Zwei Highlights im Spielplan
Aus der Fülle des Gebotenen soll an dieser Stelle die Uraufführung „hôtel de rive“
genannt werden. Es war wieder einmal eine grosse Kooperation des Theater
Stadelhofen mit Zürcher Künstlern und mit international renommierten Künstlern aus
dem Ausland. Es ist eine genre-übergreifende Arbeit, in der neben dem Figurenspiel
das gesprochene Wort und die Musik eine tragende Rolle spielen. Diese Hommage an
Alberto Giacometti haben wir auch in der Spielzeit 2012/2013 wieder ins Programm
genommen.
Das Thema „Nachhaltigkeit“ hat uns stark beschäftigt, der Spielplan der
vergangenen Saison spiegelt dies in mehreren Inszenierungen. „Libellenkinder“ gehört
in diese Themenreihe oder eine „Auftragsarbeit“, die wir dank der Unterstützung
durch die Hamasil Stiftung vergeben konnten. Das Puppentheater Roosaroos aus Turgi
überzeugte mit einem eher unbekannten Märchenstoff, der sich in der Sammlung der
Brüder Grimm findet — „Die Bienenkönigin“. Unter der Regie von Christiane Zanger
entstand eine poetische und berührende Inszenierung (nicht ohne einige „wilde“
Aspekte) für Kinder ab 6 Jahren und ihre erwachsenen Begleiter. Die Inszenierungsarbeit wurde von unserer Mitarbeiterin Gabi Mojzes theaterpädagogisch begleitet. Es
gab eine Premierenklasse, und gemeinsam mit Silvia und Stefan Roos entstand das
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schriftliche Begleitmaterial zur Inszenierung und zum Thema Nachhaltigkeit. Dieses
steht für alle Interessierten zum Download auf unserer Webseite parat. Sehr hilfreich
ist das Material auch für Lehrpersonen zur Ausarbeitung des Themas. Die
Rückmeldungen waren sehr positiv.
Premieren:
Neben der Bienenkönigin und hôtel de rive waren dies folgende Inszenierungen:
Kleist in Thun (Mélanie Huber, Zürich), Im Öpfel schloft en Baum (Linard Bardill &
Rahel Wohlgensinger), Die weisse Katze (Therese Bachmann, Zürich),
Zürcher Erstaufführungen:
Selbstverständlich haben wir zahlreiche Kostbarkeiten des Figurentheaters aus dem Inund Ausland zu uns eingeladen, und sie als Zürcher Erstaufführungen gezeigt.
Familienprogramm:
Die Steinsuppe (Figurenthater Doris Weiller, Basel), Frau Meier, die Amsel (Theater
Spalanzani, Kreuzlingen), Die vier Lichter des Hirten Simon (Zikade Theater,
Stuttgart), Sbamsbamphonie — ein Klangkarussell (Barbara Gasser), Starke Saiten
(zwergenHAFT und Sinfonieorchester Luzern), Rotkäppchen (Michael Schwyter,
Aarau), Rapunzel-Rhapsodie (Figurentheater Tine Beutel, Kölliken), Der Doktor mit
den vielen Tieren (Minitheater Hannibal, Zürich), Kamillentee für Brumm
(Figurentheater Margrit Gysin, Liestal), Die Schneekönigin (Theater zwischen den
Welten, Backnang), Flurina (Winterthurer Marionetten), S’Hexewäldli (Figurentheater
Claudine Kölbener), Das Sonnenschloss (Theater Fährbetrieb, Herisau), Jutzihubel
(Figurentheater Felucca, Basel),
Abendprogramm:
Und eh Du Dich versiehst (samt & sonders, Winterthur), Stock & Stein — eine
Räubergeschichte (Theater XL, Basel), Jenseits von Gut und Böse (Kopp, Nauer,
Vittinghoff), Drei Affen — eine Parabel vom Aufstand der Dinge (Ensemble
Materialtheater Stuttgart), Kaspartout (Theater Spalanzani, Kreuzlingen)
Wiederaufnahmen:
Familienprogramm:
Die chly Häx und Ronja Räubertochter (Tösstaler Marionetten, Rikon), Lirum Larum
Löffelstiel (PhiloThea Figurentheater, Mogelsberg), Mimi und Brumm feiern
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Weihnachten (Figurentheater Margrit Gysin, Liestal), Aschenputtel (Puppentheater
Roosaroos, Turgi), Die Königin der Farben und Adieu Benjamin (Compagnie Les
Voisins), Schwarz wie Tinte (Dalang Puppencompany, Zürich), Hotzenplotz (Theater
Gustavs Schwestern, Zürich)
Abendprogramm:
dot. ein stück weit über leben (gantert, roth, dahinden), Gagarin (Gyula Molnár), Das
Dorf auf dem Hügel (Gütesiegel Kultur, Stuttgart), Die Welt ist nicht gerecht und
Rettet Nemo! (Kopp, Nauer, Vittinghoff). Wiederaufgenommen wurde auch der
Adventskalender — mit der freundlichen Unterstützung von Migros Kulturprozent.
Spezialprogramm:
Auch hier einige interessante Progammpunkte: Mehrere CD—Taufen, ein Sommerfest
mit Zürihorn und verschiedenen, vorwiegend Zürcher Künstlern, die zur Lebendigkeit
und Fröhlichkeit des Festes beigetragen haben und eine Filmpräsentation von Hana
Ribi, die den finnischen Nationalepos in gezeichnete Bilderfolgen übersetzt hat
(Kalevala) — live begleitet von dem Percussionisten Markus Lauterburg. Hana Ribi
gestaltet zudem eine kleine Ausstellung mit Originalpuppen zur ersten Inszenierung
im Abendprogramm, die im Theater Stadelhofen 1987 stattgefunden hatte. Der Anlass:
Dreissig Jahre ist es her, dass die Idee zu einem Puppentheater in der Stadt Zürich
heranreifte und über all die Jahre so schöne Früchte getragen hat.
Und last but not least: Eine wunderbar anarchische Ausstellung des Grafikers,
Puppenbauers und Puppenspielers Marcus Dürr im Foyer des Theaters zum Beginn
der Saison.
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Statistik
Anzahl der Veranstaltungen
Veranstaltungen im Haus insgesamt: ...................................................................... 223
Eigene Veranstaltungen: .......................................................................................... 198
davon Vorstellungen für Erwachsene: ........................................... 71
davon Kinder- und Familienprogramm: ....................................... 127
davon Schulvorstellungen Kanton:....................................... 8
davon Schulvorstellungen Stadt: ........................................ 35
(incl 2 Ferienspiele)
Hinzu kamen theaterpädagogische Begleitveranstaltungen - Vorspiele, Ein–
führungen ins Stück, Nachspiele und Inszenierungsgespräche - sowie Proben–
tage und Auf- und Abbautage.
Vermietungen: ............................................................................................................. 25
Zu den Vermietungen gehörten Vorträge, Lesungen, Diskussions- und Präsentationsveranstaltungen des Schweizerischen Sozialarchivs, Veranstaltungen der
Generationen-Akademie (Migros), sowie Kulturveranstaltungen von Omanut,
dem Verein zur Förderung jüdischer Kultur in der Schweiz und Auftritte der
Improvisationstheatergruppe „Improsant“. Es fanden zudem öffentliche,
teilöffentliche und geschlossene Veranstaltungen von Privatpersonen und
Firmen statt.
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Zuschauer- und Besucherzahlen
Zuschauer insgesamt........................................................................................... 15’929
davon Zuschauer im eigenen Programm .......................................................... 13’710
Zuschauer im Abendprogramm ................................................ 3’841
im Durchschnitt ..................................................... 55 BesucherInnen
Auslastung
(bei durchschnittlich 86 zur Verfügung stehenden Plätzen) ...... 46%
Zuschauer im Familien- und Kinderprogramm ........................ 9’869
im Durchschnitt ..................................................... 78 BesucherInnen
Auslastung
(bei durchschnittl. 103 zur Verfügung stehenden Plätzen) ........ 65%
Finanzen
Insgesamt wurden Fr. 780'946,50 umgesetzt.
Die Abrechnung weist ein Minus von Fr. 959.73 aus, d.h. einen geringfügigen
Verslust in Höhe von 0.12% des Jahresumsatzes. Auch dieses Jahr also wieder eine
Punktlandung.
Zudem wurde am Ende der Saison 2011/2012 vom Lotteriefonds Geld gesprochen, das
in der Einnahmen—Ausgaben—Rechnung nur insofern beinhaltet ist, als der
Spielbetrieb unmittelbar betroffen ist. So wurden zum Beispiel die Neuinszenierungen
Die Bienenkönigin und hôtel de rive gefördert.
Die Mittel des Lotteriefonds sind gebunden an Anträge hauptsächlich zur
Infrastrukturförderung, die wir im Dezember 2010 gestellt hatten. Es handelt sich um
einen Betrag in Höhe von Fr 286'000, die wir nun nach und nach in das Theater
investieren. Nach Abschluss dieses Prozesses, voraussichtlich im Sommer 2013,
werden wir hierüber bei der Generalversammlung im kommenden Jahr gesondert
Rechenschaft ablegen.
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Danksagung
Viele haben zum Gelingen einer guten Saison 2011/2012 beigetragen.
Unser Dank gilt insbesondere
•
dem Präsidialdepartement der Stadt Zürich, Abteilung Kultur, vertreten durch
Plinio Bachmann, der sachkundig, verständnisvoll und engagiert mit von der
Partie war, wenn es galt , mit dem Theaterschiffchen, schwierige Klippen zu
umfahren. Es war seine erste Saison bei uns, die er mitgestaltet hat
•
den „Freiwilligen“ im Vorstand, die sich von unserer Begeisterung haben
anstecken lassen und die die Arbeit im Vorstand aufmerksam und konstruktivkritisch begleiteten
•
den Künstlern, die voller Elan und Schaffensfreude, begeistert und begeisternd,
zu einem schönen Programm beigetragen haben
•
den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern am Haus, die für die Vorbereitung der
Veranstaltungen, den reibungslosen Ablauf und die Nacharbeit verantwortlich
sind, und die dafür Sorge tragen, dass sich Künstler und Publikum am Theater
Stadelhofen zuhause fühlen
•
unseren Zuschauern, die sich auf unsere Arbeit eingelassen haben und sich
inspirieren liessen vom kulturellen Angebot am Theater Stadelhofen
•
allen Theaterförderern und Sponsoren, die mitgeholfen haben, die finanzielle
Last zu tragen
•
und Ihnen, liebe Vereinsmitglieder, die die hier engagierten Künstler und die
künstlerische Vielfalt schätzen — und die das alles eben unterstützen und mit
absichern
Theater Stadelhofen
Vorstand und Theaterleitung
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