Ruprecht-Karls Universität Heidelberg Fakultät für Mathematik und Informatik Masterarbeit Erzeugung von hippocampalen Neuronen und Netzwerken der CA1-Region innerhalb des Softwaretools NeuGen Sergei Wolf Matrikelnummer: 2241758 Betreut durch Prof. Dr. Gillian Queisser und Prof. Dr. Gerhard Reinelt Heidelberg, 4. August 2011 Erklärung Hiermit versichere ich, dass ich diese Masterarbeit selbstständig verfasst und nur die angegebenen Quellen und Hilfsmittel verwendet habe. Heidelberg, den .................................................................... Danksagung Ich danke Herrn Prof. Dr. Gillian Queisser und Herrn Prof. Dr. Gerhard Reinelt für die Betreuung und Unterstützung dieser Masterarbeit. Zusammenfassung Gegenstand der vorliegenden Masterarbeit ist die computergestützte Erzeugung von künstlichen Nervenzellen und Netzwerken in drei Raumdimensionen. Die Verwendung von Computermodellen ist ein wichtiges Hilfsmittel, um komplexe Strukturen wie das Nervensystem besser zu verstehen. Um die Nervenzellen möglichst realistisch zu modellieren, zu visualisieren und zu analysieren, wurde das Softwaretool NeuGen entwickelt. Ursprünglich wurde NeuGen für die Erzeugung realistischer Neuronen und Netzwerke einer kortikalen Kolumne entworfen. Der Kerncode von NeuGen ist in der Programmiersprache C++ geschrieben, die grafische Benutzeroberfläche und die Visualisierung in Java. Ein Ziel dieser Masterarbeit ist die Portierung des bestehenden Codes von C++ nach Java. Darauf aufbauend werden Datenstrukturen und Algorithmen für die Erzeugung von Neuronen des Hippocampus entwickelt und implementiert. Die Geometrieparameter der rekonstruierten Zellen werden gemessen und in den Parameterdateien von NeuGen gespeichert. Mit den gemessenen Geometrieparametern werden künstliche Zellen erzeugt. Die gemessenen Daten der experimentellen Zellen werden mit den Daten der künstlichen Zellen verglichen. Anschließend wird die Laufzeit und der Speicherverbrauch von NeuGen betrachtet. Inhaltsverzeichnis Inhaltsverzeichnis i Einleitung Aufbau der Masterarbeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1 3 1 Biologische Grundlagen 1.1 Das Nervensystem . . . . . . . . . . 1.2 Die Nervenzelle . . . . . . . . . . . . 1.2.1 Die Synapse . . . . . . . . . . 1.3 Die Hirnrinde . . . . . . . . . . . . . 1.4 Der Hippocampus . . . . . . . . . . . 1.4.1 Morphologische Klassifikation 1.4.2 Neurochemische Klassifikation 2 Computergrafik 2.1 Geometrische Transformationen 2.1.1 Homogene Koordinaten . 2.2 Geometrische Körper . . . . . . 2.3 Java3D . . . . . . . . . . . . . . 2.3.1 Einführung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3 NeuGen 3.1 Einleitung . . . . . . . . . . . . . . . 3.2 Funktionen . . . . . . . . . . . . . . 3.3 Neuronenklassen . . . . . . . . . . . 3.3.1 Neuroanatomische Constraints 3.4 Die grafische Benutzeroberfläche . . . 3.4.1 Parameterdateien . . . . . . . 3.4.2 Konfiguration der Parameter . 3.5 Dichtevisualisierung des Netzes . . . 3.5.1 Berechnung . . . . . . . . . . i . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5 . 5 . 5 . 8 . 9 . 11 . 13 . 16 . . . . . . . . . . 19 19 19 22 23 23 . . . . . . . . . 27 27 27 29 30 31 32 33 34 34 . . . . . . . . . ii INHALTSVERZEICHNIS 3.6 3.7 3.8 3.9 3.5.2 Visualisierung . . . . . . . . . . . . . Dichtevisualsierung des Zellkerns . . . . . . 3.6.1 Konfiguration . . . . . . . . . . . . . Export des Netzes als Stapel von Bilddateien 3.7.1 Konfiguration . . . . . . . . . . . . . Simulation . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Hilfe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4 Vermessung und Erzeugung der Neuronengeometrie 4.1 Methoden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4.1.1 Experimentelle Daten . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4.1.2 Parameter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4.1.3 Die CA1-Region des hippocampalen Gewebes . . . . 4.1.4 Synaptische Verbindungen der hippocampalen Zellen 4.2 NeuGen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4.2.1 Parameterdateien einlesen . . . . . . . . . . . . . . . 4.2.2 Datenstrukturen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4.2.3 Erzeugung der Zellen . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5 Ergebnisse 5.1 Vergleich der gemessenen Daten . 5.1.1 Die CA1-Pyramidenzellen 5.1.2 Die Interneurone . . . . . 5.2 Visualisierung . . . . . . . . . . . 5.3 Laufzeit und Speicherverbrauch . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34 37 37 38 39 39 40 . . . . . . . . . 41 41 41 44 45 46 47 47 48 55 . . . . . 59 59 63 66 71 77 6 Zusammenfassung 81 Tabellenverzeichnis 83 Abbildungsverzeichnis 85 Literaturverzeichnis 89 Einleitung Die vorliegende Masterarbeit beschäftigt sich mit der Erzeugung von künstlichen neuronalen Zellen und Netzwerken in 3D. Der Hauptteil behandelt die Erzeugung der Zellen der CA1 -Region des Hippocampus, einem Teil des Gehirns. In der CA1 -Region des Hippocampus findet man verschiedene Nervenzellen, wie zum Beispiel die CA1 Pyramidenzellen und Interneurone. Der Hippocampus ist eines der ältesten Gehirnareale und ist vor allem für das Kurzzeitgedächtnis zuständig. Auch bei Erkrankungen wie Epilepsie oder Alzheimer sind Bereiche des Hippocampus betroffen. Das Gehirn besitzt einen komplexen Aufbau, in dem verschiedenste Prozesse stattfinden. Um zu verstehen, wie das Gehirn funktioniert, werden Computermodelle erstellt. Um die biologischen Prozesse möglichst realistisch zu modellieren, wurde das Softwaretool NeuGen 1 [13] entwickelt. Mit NeuGen können fünf verschiedene Neuronenklassen der Großhirnrinde erzeugt, visualisiert und analysiert werden. Die einzelne Nervenzellen unterscheiden sich unter anderem in der Anzahl und der Länge der Verzweigungen. Bei der Modellierung der Nervenzellen-Geometrie ist der Aufbau der Dendritenfortsätze wichtig. Die Struktur der Dendriten ist für die Signalweiterleitung von Bedeutung. Für die Erzeugung sind experimentelle Daten notwendig. Die morphologischen Parameter, wie Länge und Durchmesser der Dendriten, die NeuGen verwendet, sind aus der Literatur entnommen. Die mit NeuGen erzeugten Nervenzellen sind miteinander synaptisch zu einem Netzwerk verbunden. Auf den künstlichen Netzen kann die Signalausbreitung mit Simulatoren wie NEURON 2 berechnet werden. Für NEURON existieren Computermodelle, die in der ModelDB 3 -Datenbank gespeichert sind. Diese können nicht einfach von anderen Simulatoren verwendet 1 2 3 http://www.neugen.org/ http://www.neuron.yale.edu/ http://senselab.med.yale.edu/modeldb/ 1 2 INHALTSVERZEICHNIS werden, da die Daten in der Skriptsprache hoc vorliegen. Mit NeuGen ist es möglich, die erzeugte Nervenzellen-Geometrie in verschiedenen Formaten zu speichern. Für die künstlichen Zellen des Hippocampus sind Geometrieparameter der realistischen Zellen notwendig. Viele Wissenschaftler haben bereits den Aufbau der hippocampalen Zellen detailliert erforscht. In der NeuroMorpho 4 -Datenbank befinden sich rekonstruierte Zellen. Die rekonstruierten Zellen werden mit NeuGen eingelesen und vermessen. Anschließend werden die Geometrieparameter der Zellen in den Parameterdateien von NeuGen gespeichert. Mit den gemessenen Geometrieparametern werden künstliche Zellen erzeugt. In der bisherigen Version ließ sich NeuGen nur schwer auf neue Modelle erweitern. Das komplette Programm war ursprünglich für die Erzeugung der Nervenzellen der Großhirnrinde entwickelt worden. Um auch andere Gehirnareale zu simulieren, soll der Kerncode und die grafische Benutzeroberfläche neu entworfen werden. Der Kerncode von NeuGen ist in C++ geschrieben, die graphische Benutzeroberfläche und die Visualisierung in Java. Ein weiteres Ziel dieser Masterarbeit ist die Portierung des Kerncodes von C++ nach Java. Mit dem überarbeiteten Code und der graphische Benutzeroberfläche sollen neue Modelle einfacher implementiert werden. In dieser Masterarbeit wird der bestehende Code von C++ nach Java portiert. Darauf aufbauend werden Schnittstellen und Klassen für die Verallgemeinerung des Codes entwickelt und in NeuGen implementiert. Danach werden Datenstrukturen und Algorithmen für die Erzeugung von hippocampalen Zellen und Netzwerken implementiert. Die graphische Benutzeroberfläche wird erweitert, um neue Modelle erstellen, speichern oder vorhandene Modelle laden zu können. Ein Vergleich der gemessenen Daten der experimentellen Zellen mit den der künstlichen Zellen wird durchgeführt. Es wird gezeigt, dass die künstlichen Zellen den natürlichen Zellen entsprechen. 4 http://neuromorpho.org/ INHALTSVERZEICHNIS 3 Aufbau der Masterarbeit Diese Masterarbeit ist wie folgt aufgebaut: In Kapitel 1 werden die biologischen Grundlagen eingeführt. Danach werden in Kapitel 2 einige Begriffe aus der Computergrafik definiert. In Kapitel 3 wird das javabasierte Softwarepaket NeuGen mit der neuen grafischen Benutzeroberfläche und den wichtigsten Funktionalitäten dargestellt. Im darauf folgenden Kapitel 4 werden zunächst die experimentelle Daten und anschließend die Datenstrukturen und Verfahren für die Erzeugung von Zellen und Netzwerken vorgestellt. In Kapitel 5 werden die Ergebnisse der gemessenen experimentellen Daten im Vergleich zu den gemessenen künstlichen Daten dargestellt. In Kapitel 6 werden die Ergebnisse zusammengefasst. 4 INHALTSVERZEICHNIS Kapitel 1 Biologische Grundlagen Die Simulation natürlicher Zellen durch Computermodelle erfordert ein möglichst exaktes Verständnis der natürlichen Gegebenheiten. Dabei ist es unumgänglich, die wesentlichen biologischen Begriffe zu definieren. In diesem Kapitel werden daher die für die vorliegende Arbeit grundlegenden biologischen Termini eingeführt und erläutert. 1.1 Das Nervensystem Das zentrale Nervensystem (ZNS) enthält das Gehirn und das Rückenmark. Die Anzahl der Zellen des ZNS wird auf 1011 geschätzt. Die Zellen weisen ca. 1014 Verbindungen miteinander auf ([14], S. 532). Die Verbindungen sind zuständig für unterschiedliche Funktionen wie der Steuerung der Organe und Muskelbewegungen. Das periphere Nervensystem (PNS) ist der Teil des Nervensystems, das außerhalb von Gehirn und Rückenmark liegt. Es besteht aus Zellen, die Informationen von der Außenwelt und vom Körper zum zentralen Nervensystem leiten, oder umgekehrt vom Gehirn oder Rückenmark zum Körper. 1.2 Die Nervenzelle Im Nervensystem gibt es neben Nervenzellen oder Neuronen (gr. neuron, Nerv) mehrere Arten von Gliazellen (gr. gliocyti, Leim). Die Hauptaufgabe der Neurone ist das Senden von Informationen an andere Zellen. Die Gliazellen sind spezielle Zellen, unter anderem sind sie für die Reparaturen von verletztem Nervengewebe zuständig. Das Neuron besteht aus dem Soma (Perikaryon), dem Dendriten, dem Axon (Neurit) und synaptischen Endigungen (s. Abbildung 1.1). 5 6 KAPITEL 1. BIOLOGISCHE GRUNDLAGEN Abbildung 1.1: Schematisches Bild einer Nervenzelle ([14], S. 533). 1.2. DIE NERVENZELLE 7 Das Soma Das Soma enthält den Zellkern (lat. nucleus) und die Zellorganellen. Der Durchmesser des Soma bei großen Neuronen beträgt bis zu 100 µm. Bei kleinen Neuronen ist der Durchmesser ca. 5 µm groß. Das Axon Die Länge des Axons liegt zwischen 100 µm und 1 m, zum Beispiel im Rückenmark verlaufen Axone dieser Länge. Der Durchmesser beträgt bis zu 20 µm. Das Axon hat baumartige Verzweigungen. An den Verzweigungen sind Endknöpfchen (Axonterminale), die Verbindungen zu anderen Neuronen herstellen. Die Axone sind von Schwann-Zellen eingehüllt (s. Abbildung 1.2). In Abbildung A sieht man dünne, bündelweise verlaufende Abbildung 1.2: Darstellung eines nichtmyelinisierten und myelinisierten Axons ([14], S. 539). Fasern. Dicke Axone sind mit mehreren Schichten Schwann-Zellen umwickelt. Diese Schicht wird als Myelinscheide (Markscheide) bezeichnet. Die Länge einer Schwann-Zelle beträgt 1 bis 2 mm. Die Stellen zwischen den einzelnen Schwann-Zellen nennt man Ranvier-Schnürringe oder Ranvier -Knoten. Das Axon leitet elektrische Signale zu anderen Neuronen weiter. Mithilfe der Myelinscheide wird die Leitungsgeschwingkeit von Signalen erhöht. Die elektrischen Signale werden als Aktionspotenziale bezeichnet. 8 KAPITEL 1. BIOLOGISCHE GRUNDLAGEN Die Dendriten Dendriten sind kürzere, verzweigte Fortsätze, die von dem Soma ausgehen. Sie empfangen Signale von anderen Neuronen und leiten diese zum Soma weiter. Das Soma verarbeitet die Signale und sendet sie dann weiter an das Axon. 1.2.1 Die Synapse Im Nervensystem gibt es elektrische und chemische Synapsen. Die elektrische Synapse Elektrische Synapsen bestehen aus zwei offenen Poren, die zwischen zwei benachbarten Zellen sitzen (s. Abbildung 1.3). Die Poren der Zellen bilden zusammen eine Verbindung, durch die der Aus- Abbildung 1.3: Bild einer elektrischen Synapse ([14], S. 61). tausch von Ionen stattfindet. Das Signal wird nicht chemisch sondern elektrisch übertragen. Die Verbindung zwischen den Zellen nennt man Gap Junction. Die Gap Junction besteht aus zwei Halbkanälen (Konnexone), die sich zwischen benachbarten Zellen befinden. Der Spalt zwischen den Zellen ist ca. 2 nm breit. Jeder Konnexon besteht aus sechs Untereinheiten (Connexin). Die chemische Synapse Chemische Synapsen leiten das Signal langsamer als elektrischen Synapsen. Das Signal wird mithilfe der Neurotransmitter übertragen. Neurotransmitter sind kleine chemische Moleküle eines Botenstoffs. Sie geben die Signale von einer Nervenzelle an die andere weiter. 1.3. DIE HIRNRINDE 1.3 9 Die Hirnrinde Abbildung 1.4: Makroskopische Gliederung des Kortex ([14], S. 693). Die Hirnoberfläche (Kortex ) ist der größte Teil des Gehirns. Durch die Faltung des Kortex vergrößert sich die Oberfläche. Das Gehirn des Menschen hat eine Oberfläche von ca. 2500 cm2 . Der Kortex wird in verschiedene Bereiche gegliedert (s. Abbildung 1.4). Der Assoziationskortex ist der größte Teil der Hirnoberfläche und wird in den präfrontalen, limbischen und parietotemporookzipitale Assoziationskortexe unterteilt. Zum limbischen Assoziationskortex zählt der Hippocampus (Ammonshorn) und die Amygdala (Mandelkern). Der Kortex ist aus sechs Schichten aufgebaut. In den Schichten findet man verschiedene Nervenzellen. Die Abbildung (1.5) zeigt den Aufbau des Kortex und drei verschiedene Färbemethoden. Bei der Nisslfärbung (links) werden die Zellkerne sichtbar. Mithilfe der Myelinfärbung (Mitte) erkennt man die Faserverbindungen. Durch die Golgifärbung (rechts) sieht man die einzelnen Zellen mit den Dendriten und Axonen. Die Pyramidenzelle Die Pyramidenzellen sind nach ihrer Form benannt, da deren Zellkörper eine pyramidale Form besitzt. Die Somata befinden sich hauptsächlich in der III und V Schicht. Das Axon kann den Kortex verlassen 10 KAPITEL 1. BIOLOGISCHE GRUNDLAGEN I Molekularschicht (stratum moleculare): Keine Somata vorhanden, man findet hier Axone und Dendriten. II Äußere Körnerschicht (stratum granulosum externum): Hier liegen kleinere Körnerzellen. III Äußere Pyramidenschicht (stratum pyramidale externum): Enthält mittelgroße Pyramidenzellen. IV Innere Körnerschicht (stratum granulosum externum): Ist hauptsächlich aus Körnerzellen aufgebaut. V Innere Pyramidenschicht (stratum pyramidale internum): Setzt sich aus großen Pyramidenzellen zusammen. VI Multiforme Schicht (stratum multiforme): Enthält kleinere Pyramidenzellen und Nicht-Pyramidenzellen. Abbildung 1.5: Der Aufbau Färbemethoden ([14], S. 697). des Kortex und die verschiedenen 1.4. DER HIPPOCAMPUS 11 und dadurch Signale zu weiteren Regionen weiterleiten. Die Pyramidenzellen weisen einen langen Hauptdendriten bzw. einen apikalen Dendriten auf, der senkrecht zur Kortexoberfläche verläuft. Die Sternzelle (Stellatumzelle) Die Sternzelle kommt im Kortex am meisten vor. Im Gegensatz zum Axon der Pyramidenzellen verlässt das Axon der Sternzelle den Kortex nicht. 1.4 Der Hippocampus Abbildung 1.6: Frontalschnitt aus dem Gehirn der Wanderratte (Rattus norvegicus) zur Veranschaulichung der Bereiche des Hippocampus ([1]). Der Hippocampus (s. Abbildung 1.6) ist ein Teil des Gehirns. Seine Form ähnelt einem Seepferdchen (Hippocampus). Der Hippocampus ist eine Struktur des limbischen Systems. Das limbische System befindet sich im Archicortex. Der Archicortex weist einen anderen Aufbau als der sechsschichtige Neocortex auf. Der Archicortex des Hippocampus (s. Abbildung 1.7) ist eingerollt, so dass mehrere Dreierschichten des Archicortex übereinander liegen. Die Bereiche des Hippocampus sind (s. Abbildung 1.8) Gyrus dentatus (GD), Cornu ammonis (CA) (Ammonshorn), Subiculum (S). 12 KAPITEL 1. BIOLOGISCHE GRUNDLAGEN Abbildung 1.7: Schematische Darstellung des Hippocampus ([10], S. 559). Abkürzungen: A Cortex, B Subiculum, C Hippocampus, D Fascia dentata, E Fornix, F Fasern zum entorhinalen Cortex, G Alveus, H graue Substanz, a und g Pyramidenzellen, i Schaffer Kollaterale, j Moosfasern. so stratum oriens; sp stratum pyramidale; sr stratum radiatum. Abbildung 1.8: Nisslfärbung des Hippocampus der Wanderratte (links) [1] und eine schematische Darstellung des Hippocampus (rechts) ([7], S. 69). 1.4. DER HIPPOCAMPUS 13 Cornu ammonis Das cornu ammonis (Ammonshorn) ist in die Felder CA1-CA3 eingeteilt. Die Felder bestehen aus den Schichten stratum oriens (so), stratum pyramidale (sp), stratum radiatum (sr) und stratum moleculare (sm). Im stratum pyramidale befinden sich die Zellkörper der Pyramidenzellen. Gyrus dentatus Dieser Teil des Hippocampus besteht aus der Molekularschicht (stratum moleculare), der Granularschicht (stratum granulare) und dem Hilus (hilus fasciae dentatae). Die Granularschicht enthält viele Körnerzellen, die das Körnerzellband formieren. Subiculum Das Subiculum ist aus den Schichten stratum moleculare, stratum pyramidale und stratum multiforme aufgebaut. 1.4.1 Morphologische Klassifikation Abbildung 1.9: Schematisches Diagramm der morphologischen Klassifikation ([12], S. 380). Gefüllte Kreise markieren die Lage der Zellkörper. Die dunklen Linien, die von den Kreisen ausgehen, stellen die Orientierung und die Verteilung des Dendritenbaumes dar. Die schraffierte Fläche zeigt die Verteilung des Axons in den Schichten. 14 KAPITEL 1. BIOLOGISCHE GRUNDLAGEN Die morphologische Klassifikation von Interneuronen basiert auf der Anzahl der Fortsätze des Axons und des Dendritenbaumes, dem Ort des Zellkörpers, der Orientierung, der Länge, den Verzweigungen und der Position des Dendritenbaumes und des Axons. In Hippocampus findet man verschiedene Klassen von Interneuronen (s. Abbildung 1.9): Axo-axonische-Zellen (axo-axonic cell ), Korbzellen (basket cell ), Bistratified -Zellen (bistratified cell ), Horizontale Trilaminar -Zellen (horizontal trilaminar cell ), Radiale Trilaminar -Zellen (radial trilaminar cell ), O-LM -Zellen (o-lm cell ). Abbildung 1.10: Korbzelle (Nummer 11) und O-LM-Zelle (Nummer 12) ([12], S. 382). In Abbildung 1.10 ist ein Ausschnitt der CA1 -Region mit einer Korbzelle (Nummer 11) und O-LM -Zelle (Nummer 12) dargestellt. Die Dendriten der O-LM-Zelle verlaufen in horizontaler Richtung und sind auf das stratum oriens begrenzt und dessen Axon verzweigt sich in das stratum lacunosummoleculare. 1.4. DER HIPPOCAMPUS 15 Abbildung 1.11: Die axonalen und dendritischen Fortsätze einer Axo-axonischen-Zelle (A) und einer Korbzelle (B) in der CA3 -Region ([12], S. 353). 16 KAPITEL 1. BIOLOGISCHE GRUNDLAGEN In Abbildung 1.11 ist eine Axon-axonische-Zelle und eine Korbzelle dargestellt. Die Dendritenbäume gehen durch alle Schichten. Die Axone verlaufen im stratum pyramidale und im stratum oriens. Einige Fortsätze des Axons der Korbzelle befinden sich in stratum radiatum. Die Fortsatzenden des Axons der Axo-axonischen-Zelle verlaufen in vertikaler Richtung. 1.4.2 Neurochemische Klassifikation Abbildung 1.12: Schematisches Diagramm der axonalen und dendritischen Verzweigungen der Interneurone nach Untertypen ([12], S. 398). Die dunklen Kreise zeigen die Lage der Zellkörper. Die dunklen Linien, die von den Kreisen ausgehen, stellen die Orientierung und die Verteilung des Dendritenbaumes dar. Die schraffierte Fläche zeigt die Verteilung des Axons in den Schichten. Die vertikal gestreifte Box kennzeichnet, dass andere Interneurone die hauptsächlichen Ziele für die Verbindung darstellen und nicht Pyramidenzellen. Im Hintergrund sieht man die Hauptzellen. Interneurone können anhand der calciumbindenden Proteine oder der Neuropeptide klassifiziert werden. In Abbildung 1.12 ist die neurochemische Klassifikation der Interneurone des Hippocampus schematisch dargestellt. 1.4. DER HIPPOCAMPUS 17 Neuropeptide Neuropeptide sind Botenstoffe, die notwendig sind, um Signale im ZNS von einer Zelle zur anderen weiterzuleiten. Somatostatin (SOM), Cholecystokinin (CCK) und Vasoaktives Intestinales Polypeptid (VIP) gehören zu der Gruppe der Neuropeptide. Calciumbindende Proteine Calciumbindende Proteine sind zum Beispiel für die Weiterleitung von Signalen bei chemischen Synapsen erforderlich. Wichtige calciumbindende Proteine sind Parvalbumin (PV), Calretinin (CR) und Calbindin (CB). Im Hippocampus findet man Calretinin-, Calbindin-, Somatostatin-, Cholecystokinin- und Parvalbumin-positive Interneurone. Parvalbumin PV -Interneurone sind entweder Korbzellen (Basket-Zellen) oder Chandelier -Zellen. Es wird vermutet, dass 10% aller PV -Interneurone Bistratified -Zellen sind [11]. Calbindin Freund und Buzsaki [12] teilen CB -Zellen in drei Untertypen. 1. Bistratified -Zellen: Das Axon verzweigt in SR (stratum radiatum) und in SO (stratum oriens), aber nicht in SP (stratum pyramidale). 2. Radiatum-projecting-Zellen: Die Somata sind hauptsächlich in SR. 3. Horizontale-Zellen: Die Somata befinden sich an der Grenze SR-SL. Die Zellen dessen Soma im SL liegen, sind Bistratified -Zellen. Calretinin CR-Interneurone sind Interneuron-projecting Zellen. Die Lage der Zellkörper der Interneurone spielt keine Rolle. Somatostatin SOM-Interneurone entsprechen den O-LM -Zellen (orienslacuno-sum moleculare). Cholecystokinin CCK-Interneurone sind gewöhnlich Korbzellen. 18 KAPITEL 1. BIOLOGISCHE GRUNDLAGEN Kapitel 2 Computergrafik Dieses Kapitel beschäftigt sich mit der Darstellung dreidimensionaler Szenen. Nach einer Einführung zu geometrischen Transformationen folgt zunächst eine Beschreibung der geometrischen Körper. Danach wird eine Bibliothek zur Entwicklung von 3D-Anwendungen vorgestellt. 2.1 Geometrische Transformationen Die geometrische Transformation ist ein zentrales Werkzeug in der Computergrafik. Darunter versteht man im zwei- und dreidimensionalen Raum die Translation (Verschiebung), die Skalierung (Vergrößerung und Verkleinerung) und die Rotation (Drehung). 2.1.1 Homogene Koordinaten Im Folgenden werden Eigenschaften und Begriffe im Zusammenhang mit Computergrafik verwendet, die nach [5] wie folgt definiert sind: Homogenes Koordinatensystem Ein homogenes Koordinatensystem erzeugt man durch das Hinzufügen einer zusätzlichen Dimension. Der Punkt (x, y, z) des dreidimensionales Raumes R3 wird durch vier Koordinaten (x̃, ỹ, z̃, w) mit w 6= 0 dargestellt. Man schreibt (x̃, ỹ, z̃, w) in kartesischen Koordinaten als ( wx , wy , wz ) mit w 6= 0. In homogenen Koordinaten wird der Punkt (x, y, z) durch den Punkt (x, y, z, 1) repräsentiert. 19 20 KAPITEL 2. COMPUTERGRAFIK Translation Die Multiplikation mit einer Translationsmatrix T (dx , dy , dz ) erzeugt eine Verschiebung des Punktes (x, y, z) um einen gegebene Vektor d = (dx , dy , dz )T . Der Punkt (x, y, z, 1) wird mittels der Translation auf den 0 0 0 Punkt (x , y , z , 1) abgebildet. 0 x 1 y 0 0 0 = z 0 0 1 0 1 0 0 0 dx x x + dx 0 dy · y = y + dy , 1 dz z z + dz 0 1 1 1 mit der Translationsmatrix: 1 0 T (dx , dy , dz ) = 0 0 0 1 0 0 0 dx 0 dy . 1 dz 0 1 Skalierung Mit der Skalierung erzeugt man Streckungen oder Stauchungen in x−, y− und z−Richtung. Durch die Skalierung S(sx , sy , sz ) wird der Punkt 0 0 0 (x, y, z, 1) auf den Punkt (x , y , z , 1) abgebildet. Falls der Skalierungsfaktor sx in x−Richtung mit |sx | > 1 gilt, dann spricht man von einer Streckung. Falls |sx | < 1, dann liegt eine Stauchung vor. Falls sx < 0, dann gibt es eine Spiegelung. Entsprechendes gilt auch für sy und sz . Eine Skalierung wird definiert durch 0 x sx 0 0 y 0 0 sy 0 0 = z 0 0 sz 0 0 0 1 0 x sx · x 0 · y = sy · y 0 z sz · z 1 1 1 mit der Skalierungsmatrix: sx 0 0 0 sy 0 S(sx , sy , sz ) = 0 0 sz 0 0 0 0 0 . 0 1 2.1. GEOMETRISCHE TRANSFORMATIONEN 21 Rotation Mit der Angabe eines Winkels θ und einer Rotationsachse wird eine Rotation definiert. Multiplikation mit einer Rotationsmatrix Rz erzeugt eine Rotation um die z−Achse. 0 x cos θ −sin θ y 0 sin θ cos θ 0 = z 0 0 0 0 1 0 0 1 0 0 x x · cos θ − y · sin 0 y x · sin θ + y · cos · = 0 z z 1 1 1 θ θ , mit der Rotationsmatrix: cos θ −sin θ sin θ cos θ Rz (θ) = 0 0 0 0 0 0 1 0 0 0 . 0 1 Die Rotation um die x−Achse um den Winkel θ ist wie folgt definiert: 1 0 0 0 cos θ −sin θ Rx (θ) = 0 sin θ cos θ 0 0 0 0 0 . 0 1 Die Rotation um die y−Achse um den Winkel θ ist wie folgt definiert: cos θ 0 Ry (θ) = −sin θ 0 0 sin θ 0 1 0 0 . 0 cos θ 1 0 0 1 Mit Hilfe der homogenen Koordinaten sind die Transformationen als Matrixoperationen definiert. Komplexe Transformationen können durch die Verknüpfung von Matrixoperationen erzeugt werden. 22 2.2 KAPITEL 2. COMPUTERGRAFIK Geometrische Körper Zylinder Das Volumen eines Zylinders wird berechnet, indem man die Grundfläche G mit der Höhe h multipliziert, V = G · h. Die Grundfläche eines Kreises ist G = r2 · π, wobei r der Radius ist. Dadurch gilt: V = r2 · π · h. Die Oberfläche wird wie folgt berechnet O = 2πr(h + r). Kegelstumpf Ein Kegelstumpf entsteht, wenn ein Kegel durch einen Schnitt zur Grundfläche geteilt wird. Der Kegelstumpf besitzt zwei Kreisflächen. Die größere Fläche wird als Grundfläche G mit dem Radius R bezeichnet und die kleinere Fläche als Deckfläche D mit dem Radius r. Das Volumen wird wie folgt berechnet: h·π 2 (R + R · r + r2 ). 3 Die Oberfläche wird wie folgt berechnet: V = O = π · r2 + π · R2 + π · m · (r + R), und für die Länge der Mantellinie m gilt: p m = (R − r)2 + h2 . Ellipsoid Ein Ellipsoid ist eine Erweiterung einer Ellipse auf den dreidimensionalen Raum. Man erhält ein Ellipsoid durch Streckung oder Stauchung einer Kugel. Das Volumen eines Ellipsoids berechnet sich aus: 4 V = πabc 3 mit den Halbachsen a, b, c. 2.3. JAVA3D 2.3 2.3.1 23 Java3D Einführung Java3D 1 ist eine Bibliothek für die Programmiersprache Java zur Entwicklung von 3D-Anwendungen. Mit Java3D können Objekte mittels elementarer geometrischer Objekte wie Kugel, Zylinder oder Kegel erzeugt werden. In der Abbildung 2.1: Modellierung einer Zelle mit elementaren Objekten wie Zylinder und Kugeln. Abbildung 2.1 ist eine Zelle visualisiert. Die Zelle wird aus einzelnen geometrischen Objekten erzeugt. Das Soma wird durch eine Kugel und die Fortsätze durch Zylinder dargestellt. In Java3D gibt es geometrische Transformationen, um die Objekte zu verschieben, zu rotieren und zu skalieren. Eine Zelle besteht aus vielen einzelnen Objekten, daher gibt es die Möglichkeit, Objekte in Gruppen einzuteilen. Die Objekte werden hierarchisch modelliert, dafür wird in Java3D ein Szenengraph verwendet. Die Zelle mit dem Soma und den Verzweigungen gehört zu einer Transformationsgruppe. Bei einer Transformation auf die Transformationsgruppe der Zelle wird die Transformation auf alle Objekte der Gruppe angewendet. Geometrische Transformationen werden mit der Klasse Transform3D erzeugt. Die Klasse enthält Methoden, um 1 http://java3d.java.net/ 24 KAPITEL 2. COMPUTERGRAFIK Objekte zu rotieren, zu verschieben und zu skalieren. Die Klasse TransformGroup stellt die Transformationsgruppe dar. In Abbildung 2.2 ist ein Beispiel Zelle Axon Soma Dendrit Abbildung 2.2: Hierarchische Modellierung der Zelle. zu sehen. Man sieht eine Zelle, die aus dem Axon, dem Soma und den Dendriten besteht. Die Fortsätze sind aus einzelnen Kegelstümpfen aufgebaut. Der dazugehörige Szenengraph ist in der Abbildung 2.3 zu sehen. Die Wurzel enthält die gesamte Szene. Die direkten Nachfolger der Wurzel sind die Transformationsgruppen TG Axon, TG Soma und TG Dendrit. Sie stellen das Axon, das Soma und den Dendriten dar. Die Transformationsgruppe TG Axon enthält drei Transformationsgruppen, die das Axon aus einzelnen geometrischen Objekten aufbauen. Die geometrischen Objekte sind die S Kno- 2.3. JAVA3D 25 Die Szene TG Axon TG Dendrit TG Soma TG TG S S S TG TG TG S S S Abbildung 2.3: Der Szenengraph der Zelle aus 2.2 ten. Sie enthalten die Informationen über die Form und das Erscheinungsbild des Objektes. Entsprechendes gilt für die anderen Transformationsgruppen. 26 KAPITEL 2. COMPUTERGRAFIK Kapitel 3 NeuGen Dieses Kapitel beschreibt die wichtigsten Funktionen von NeuGen. In dieser Masterarbeit wird der Kerncode von C++ nach Java portiert. Die grafische Benutzeroberfläche wird erweitert und benutzerfreundlich gestaltet. Die Implementierungsdetails werden in Kapitel 4 vorgestellt. 3.1 Einleitung NeuGen 1 ist ein Softwarepaket zur Erzeugung, Visualisierung und Analyse von realistischen Neuronen und neuronalen Netzen in 3D. Die Zellen werden automatisch erzeugt und synaptisch miteinander verbunden. Die neue grafische Benutzeroberfläche erleichtert die Generierung und die Visualisierung von Neuronen und neuronalen Netzen. 3.2 Funktionen Die Hauptfunktionen von NeuGen sind die Erzeugung von realistischen Neuronen und neuronalen Netzen in 3D, die synaptische Verbindung einzelner Zellen miteinander, die Möglichkeit, auf den synthetischen Netzen die Signalausbreitung zu simulieren, und die automatische Erzeugung von Skriptdateien für das Simulationsprogramm NEURON 2 . 1 2 http://www.neugen.org/ http://www.neuron.yale.edu/ 27 28 KAPITEL 3. NEUGEN Ferner erweist es sich als Vorteil, dass rekonstruierte neuronale Morphologien in NeuGen importiert werden können. Die Morphologie kann man visualisieren und Parameter, wie Länge des Dendritenbaumes und des Axons extrahieren. Es werden Formate wie Cvapp (swc) [8] und MorphML3 (xml) unterstützt. Die Parameter für die Generierung können mithilfe der grafischen Benutzeroberfläche angepasst werden. Das erzeugte neuronale Netz kann wieder geladen werden, um es anschließend zu visualisieren und zu analysieren. Eine Proteindichtevisualsierung des Neuronen-Zellkerns aus Mikroskopiebildern ist möglich. Daten importieren Parameter Parameterdatei Vererbungsalgorithmus Parameter editieren Konfigurationseditor Vererbte Geometrieparameter NeuronenGenerierung Visualisierung Validierung Geometrieparameter Export Extrahiere NEURON NeuroML NeuTria Experimentelle Daten Abbildung 3.1: Schematische Sicht auf die Hauptfunktionen von NeuGen. Abbildung 3.1 zeigt die wichtigsten Funktionen. NeuGen liest ein Projekt mit den enthaltenen Parameterdateien (Param.neu und Interna.neu) ein. Die eingelesenen Daten werden durch einen Vererbungsalgorithmus verändert. Mit den vererbten Geometrieparametern können Neurone und neuronale Netze erzeugt werden. Zusätzlich ist es möglich, die Axon-, Dendriten- oder Synapsendichte zu visualisieren, um das Netz zu analysieren. Die neuronale Morphologie kann in das hoc-Format, NeuroML-Format oder in das NeuTriaFormat exportiert werden. 3 http://www.neuroml.org 3.3. NEURONENKLASSEN 29 Abbildung 3.2: Mit NeuGen erzeugte Neuronentypen: L5A-Pyramidenzelle, L5B -Pyramidenzelle und L23 -Pyramidenzelle. 3.3 Neuronenklassen NeuGen unterstützt folgende kortikale Neuronentypen: L4-Spiny-Stellate-Zellen, L2/3 -Pyramidenzellen, L5A-Pyramidenzellen, L5B -Pyramidenzellen, L4-Star-Pyramidenzellen. Die Abbildungen 3.2-3.3 zeigen die von NeuGen erzeugten Neuronen. Die gelben Fortsätze markieren die basalen Dendriten. Das Soma wird durch eine braune Kugel und der apikale Dendrit durch rotblaue (magenta) Strukturen dargestellt. 30 KAPITEL 3. NEUGEN Abbildung 3.3: L4-Spiny-Stellate-Zelle und L4-Star-Pyramidenzelle. 3.3.1 Neuroanatomische Constraints Bei der Erzeugung werden so genannte neuroanatomische Constraints (Bedingungen) berücksichtigt, die aus der Literatur entnommen wurden. Für eine ausführliche Erläuterung, siehe [13]. L4-Spiny-Stellate-Zellen Die Somata und die Dendriten sind in der inneren Körnerschicht (stratum granulosum externum, Layer IV ) zu finden. L2/3 -Pyramidenzellen Die Somata befinden sich in der äußeren Körnerschicht (stratum granulosum externum, Layer II ) und in der äußeren Pyramidenschicht (stratum pyramidale externum, Layer III ). Die basalen Dendriten sind symmetrisch um das Somata verteilt. Der apikale Dendrit formt einen typischen Terminal Tuft in der Molekularschicht. L5A- und L5B-Pyramidenzellen Die Somata liegen in der inneren Pyramidenschicht (stratum pyramidale internum, Layer V ). Die Neurone besitzen einen apikalen Dendriten, der sich in der Molekularschicht verzweigt. L4-Star-Pyramidenzellen Man findet die Somata hauptsächlich in der Körnerschicht. 3.4. DIE GRAFISCHE BENUTZEROBERFLÄCHE 3.4 31 Die grafische Benutzeroberfläche Abbildung 3.4: Die graphische Benutzeroberfläche von NeuGen zeigt das erzeugte Netz (Mitte) und die Dendritendichte (rechts). Die grafische Benutzeroberfläche von NeuGen ist einfach und intuitiv zu bedienen. In der Abbildung 3.4 ist das Hauptfenster dargestellt. Im Hauptfenster links sieht man den Parameterbaum, hier können alle Parameter eingestellt werden. In dem kleinen Fenster links unten werden Kommentare zu den einzelnen Parametern angezeigt. In der Mitte des Hauptfensters sieht man die Visualisierung eines neuronalen Netzes und rechts dessen Dendritendichte. Das Ausgabefenster befindet sich unten, in dem alle Informationen ausgegeben werden. Mittels der Werkzeugleiste3.5 wird ein neues Projekt er- Abbildung 3.5: Die Menüleiste und die Werkzeugleiste. stellt, ein vorhandenes geladen oder ein bearbeitetes Projekt gespeichert. In dem Dialogfenster 3.6 wird ein Projekt ausgewählt. Unten wird die Beschreibung des ausgewählten Projektes angezeigt. 32 KAPITEL 3. NEUGEN Abbildung 3.6: Dialogfenster zum Erstellen eines neuen Projektes. 3.4.1 Parameterdateien Die Parameterdateien befinden sich in dem Projektordner und liegen im xml-Format vor, und werden mittels der xstream 4 -Bibliothek gelesen oder geschrieben. Die Abkürzung xml steht für Extensible Markup Language. Ein xml-Dokument ist aus Elementen hierarchisch aufgebaut, d.h. ein Element kann beliebig viele andere Elemente enthalten. Ein Element beginnt immer mit einem Start-Tag und endet mit einen End-Tag. Tags sind Markierungen und werden in spitzen Klammern notiert. <object key=" dendrite " classdescriptor= " " > <object key=" gen_0 " classdescriptor=" " > <object key=" branch_angle " classdescriptor=" " > <real key=" max " >60</real> </object> <object key=" siblings " classdescriptor=" siblings " > <object key=" siblings " classdescriptor=" " > </object> </object> </object> </object> Abbildung 3.7: Beispiel einer Parameterdatei. 4 http://xstream.codehaus.org/ 3.4. DIE GRAFISCHE BENUTZEROBERFLÄCHE 33 Ein Beispiel ist in der Abbildung 3.7 dargestellt. Das Element <object> mit dem Attribut-Name key und dem Attribut-Wert dendrite enthält ein Element mit dem Attribut-Wert gen 0. Dieses Element besitzt ein Element mit dem Attribut-Wert branch angle und siblings. Das Element branch angle beinhaltet ein Element <real> mit dem Inhalt 60. Die Parameterdateien enthalten die Elemente <object>, <string>, <double>, <integer> und <real>. Nur das Element <object> kann andere Elemente enthalten. 3.4.2 Konfiguration der Parameter Abbildung 3.8: Konfiguration der Parameter. In der Abbildung 3.8 ist das Fenster mit dem Parameterbaum Configuration zu sehen. Die Wurzel ist nach dem Projektnamen benannt. Im Ordner Param kann man verschiedene Parameter, wie Anzahl der Neurone oder die Größe der Region einstellen. Der Unterordner Neuron enthält Parameter für das Axon, die Dendriten, das Soma und die Synapsen der Zellen. Kommentare In dem Fenster Comments 3.8 werden die Kommentare zu den Parametern angezeigt. Durch einen Doppelklick in diesen Bereich öffnet sich ein Eingabefeld. Dort stehen die Informationen zu den Parametern, wie zum Beispiel Standardwerte für Radien der Axone. Die Kommentare können editiert und gespeichert werden. 34 3.5 KAPITEL 3. NEUGEN Dichtevisualisierung des Netzes Für die erzeugte Neuronengeometrie kann die Dendriten-, Axonen- und Synapsendichte berechnet und visualisiert werden. Die Berechnung und Visualisierung von Dendritendichten wurde von Simone Eberhard implementiert [3]. Die Axonen- und Synapsendichte wurde im Rahmen dieser Masterarbeit von dem Verfasser hinzugefügt. 3.5.1 Berechnung Abbildung 3.9: Dialogfenster für die Berechnung der Dichte. Die Abbildung 3.9 zeigt ein Dialogfenster für die Konfiguration der Dichteberechnung. In der Spalte Density part wird der Teil des Netzwerks für die Berechnung ausgewählt. In der rechten Spalte Density method befinden sich die Methoden Volume method (Volumendichte), length method (Längendichte) für die Axone und die Dendriten. Für die Synapsendichte gibt es die Methode Number method. Im Dialogfenster unten links kann man den Parameter Voxel length(Voxellänge) einstellen. 3.5.2 Visualisierung In der Abbildung 3.10 ist ein Dialogfenster für die Visualisierung abgebildet. Es stehen die Methoden Visualize with Cubes (Visualisierung mit Würfeln), Visualize with Convex Hull (Visualisierung mit konvexer Hülle) und Visualize with Divided Convex Hull (Visualisierung mit geteilter, konvexer Hülle) zur Auswahl. In dem Bereich Values of Visualization (Visualisierungswerte) wird die Anzahl der Dichtewerte eingestellt. Es können maximal vier Dichtewerte verwendet werden. Der Dichteanteil in Prozent wird in die Felder eingetragen. In dem Bereich Colors of Visualization (Visualisierungsfarben) können die Farben ausgewählt und die Transparenz für die Dichtewerte eingegeben werden. Die Abbildung 3.11 zeigt die drei Visaualsierungsmethoden. 3.5. DICHTEVISUALISIERUNG DES NETZES Abbildung 3.10: Dialogfenster für die Visualisierung der Dichte. 35 36 KAPITEL 3. NEUGEN Abbildung 3.11: Visualisierungsarten der Dichte: Visualisierung mit Würfeln (links), Visualisierung mit konvexer Hülle (Mitte) und Visualisierung mit geteilter, konvexer Hülle (rechts). 3.6. DICHTEVISUALSIERUNG DES ZELLKERNS 3.6 37 Dichtevisualsierung des Zellkerns Abbildung 3.12: Proteindichtevisualisierung des Zellkerns mit drei unterschiedlichen Proteinfärbungen. NeuGen kann Stapelbilder von Aufnahmen des Neuronen-Zellkerns aus Mikroskopiebildern importieren und die Dichte des Proteins visualisieren. Für das Einlesen der Bilder wird die Bibliothek ImageJ 5 verwendet. Die Abbildung 3.12 zeigt die Proteindichtevisualisierung des Zellkerns mit unterschiedlichen Proteinfärbungen. 3.6.1 Konfiguration Abbildung 3.13: Dialogfenster für die Visualisierung der Proteindichte. In der Abbildung 3.13 ist ein Dialogfenster für die Visualisierung der Proteindichte dargestellt. In diesem Dialogfenster werden die Parameter Voxel 5 http://rsbweb.nih.gov/ij/ 38 KAPITEL 3. NEUGEN length (Voxellänge), Pixel weight (Gewicht der Pixel), Threshold (Schwellenwert der Grauwerte), Width (die Breite), Height (die Höhe) des Zellkernes und scanning depth (die Scantiefe) eingestellt. 3.7 Export des Netzes als Stapel von Bilddateien Abbildung 3.14: Dialogfenster für den Export. Das erzeugte Netz wird als ein Stapel von Bilddateien exportiert. Die Daten des Netzes werden in einer jpg-Datei als eine Folge von Ebenenbildern abgespeichert, und zwar als Z-Ebenen von unten nach oben. Die Abbildung 3.14 zeigt eine Draufsicht auf das Netz. 3.8. SIMULATION 39 Abbildung 3.15: Dialogfenster für den Export. 3.7.1 Konfiguration In der Abbildung 3.15 ist ein Dialogfenster für den Export zu sehen. Die Parameter sind Image Size (Bildgröße in Pixel), Coordinate origin (der Koordinatenursprung) und Spacing (die Schrittweite). 3.8 Simulation Abbildung 3.16: Dialogfenster für den hoc-Export. Das neuronale Netz kann für das Programm NEURON exportiert werden. Zusätzlich wird ein elektrophysiologisches Modell für die numerische Simulation geschrieben. Das Modell wird zusammen mit der Neuronengeometrie in NEURON einlesen. Die Abbildung 3.16 zeigt ein Dialogfenster für die Konfiguration des hoc-Exportes. In die Felder kann man das Postfix der Dateien für die Spannung (voltages) und die Ereignisse (events) eintragen. Das Postfix wird in die Modell-Datei geschrieben, so dass NEURON die Simulationsdaten in diese Dateien schreiben kann. Falls kein Postfix eingetragen wird, dann werden bei der Simulation keine Ereignisse (events) geschrieben, sondern nur die Spannung (voltages) in eine out-Datei. 40 3.9 KAPITEL 3. NEUGEN Hilfe Abbildung 3.17: Das Hilfsfenster von NeuGen. Für die Hilfe wird die Bibliothek JavaHelp System 6 verwendet. Die Texte für JavaHelp werden in html-Format gespeichert und können jederzeit angepasst und ergänzt werden, falls NeuGen z.B. um neue Funktionen erweitert wird. In der Abbildung 3.17 ist das Hauptfenster dargestellt. Rechts im Hauptfenster befindet sich der Text und links die Navigationsleiste. 6 http://javahelp.java.net/ Kapitel 4 Vermessung und Erzeugung der Neuronengeometrie Dieses Kapitel beschäftigt sich mit dem Vermessen von rekonstruierten Zellen und dem Erzeugen von künstlichen Zellen und Netzwerken. Einführend werden die vermessenen Zellen und die Parameter der CA1-Region erläutert. Danach werden die Datenstrukturen für die Erzeugung der Zellen und Netzwerken behandelt. 4.1 4.1.1 Methoden Experimentelle Daten Tabelle 4.1: Zusammenfassung der verwendeten rekonstruierten hippocampalen Zellen. Zellentyp Region CA1 -Pyramidenzelle CA1 CA1 -Pyramidenzelle CA1 Calbindin (CB ) CA1 Calretinin (CR) CA1 Cholecystokinin (CCK ) CA1 Parvalbumin (PV ) CA1 Anzahl Archiv 18 Amaral 22 Gulyas 18 Gulyas 29 Gulyas 14 Gulyas 20 Gulyas Für die Vermessung der Geometrie werden insgesamt 121 rekonstruierte Zellen des Hippocampus verwendet (s. Tabelle 4.1). Die Daten sind im swc-Format gespeichert und befinden sich in der NeuroMorpho 1 -Datenbank. 1 http://http://neuromorpho.org 41 42KAPITEL 4. VERMESSUNG UND ERZEUGUNG DER NEURONENGEOMETRIE Das swc-Format wird weiter unten beschrieben. Der erste Datensatz enthält 18 Pyramidenzellen der CA1-Region und stammt aus dem Archiv von Amaral (s. [2]). Der zweite Datensatz stammt aus dem Archiv von Gulyas (s. [4]), welches aus 22 CA1-Pyramidenzellen und 81 Interneuronen besteht. Die Zellen stammen von ca. 1-2 Monate alten Wistar -Raten. Abbildung 4.1: CA1-Pyramidenzelle aus der NeuroMorpho-Datenbank. Das Soma ist braun, die basalen Dendriten sind gelb und der apikale Dendrit ist blaurot dargestellt. swc-Format Die Abbildung 4.1 zeigt eine CA1--Pyramidenzelle aus der NeuroMorpho-Datenbank (pc4j c.swc). Die Morphologie der Zelle wird typischerweise als eine Folge von Zylinderkompartimenten beschrieben. Die Zylinder werden in der swc-Datei (s. Tabelle 4.2) folgendermaßen gespeichert: Eine Linie besteht aus sieben Zahlen, wobei 1.: die Zylinder aufsteigend nummeriert werden. Die ID wird in der nachfolgenden Linie um eins erhöht. 4.1. METHODEN 43 2.: der Typbezeichner: 0 für undefinierte Bereiche, 1 für Soma, 2 für Axon, 3 für basale Dendriten, 4 für apikale Dendriten gewählt wird. 3-5.: die Koordinaten des Zylinders x, y, z in µm angegeben werden. 6.: der Radius in µm angegeben wird. 7.: die Nummer des Vorgängers angegeben wird. Beim Soma gibt es keinen Vorgänger, folglich steht hier die Nummer −1. Tabelle 4.2: Aufbau einer swc-Datei. ID 1 2 3 4 5 Typ 1 3 3 3 3 x 0 1.8 3.6 5.4 7.2 y 0 0 0.7 1.4 1.6 z 20 15.7 11.2 6.9 3.1 Radius 0.8 0.8 0.8 0.8 0.8 Vorgänger -1 1 2 3 4 Abbildung 4.2: Ausschnitt eines Dendritenfortsatzes. In der Abbildung 4.2 ist ein Ausschnitt des Dendritenfortsatzes dargestellt. Der Aufbau besteht aus einzelnen aufeinanderfolgenden Zylindern. 44KAPITEL 4. VERMESSUNG UND ERZEUGUNG DER NEURONENGEOMETRIE 4.1.2 Parameter Die rekonstruierten Zellen werden mit NeuGen eingelesen und vermessen. In der Abbildung 4.3 sind die wichtigsten Bereiche markiert. Zweig (branch) Segment Baum Verzweigung (bifurcation) Abbildung 4.3: Die Bereiche der gemessenen Parameter der Zelle. Links wird ein Zweig (branch), rechts ein Segment (auch Kompartiment genannt), unten ein Baum und eine Verzweigung markiert. Man sieht den Aufbau einer Zelle, die aus kegelstumpfförmigen Segmenten besteht. Das Soma wird durch ein Ellipsoid repräsentiert. Die Zelle besitzt ein Axon (links) und zwei Dendritenbäume. Eine Verzweigung hat zwei Segmente als Nachfolger und wird als Bifurkation bezeichnet. Ein Zweig (branch) ist aus mindestens einem oder aus mehreren Segmenten aufgebaut. Zweige befinden sich zwischen zwei Verzweigungspunkten oder an den Endpunkten des Baumes. Die Tabelle 4.3 zeigt die gemessenen Parameter. Für die Erzeugung der Zellen benötigt der Algorithmus von NeuGen Input-Parameter (Eingangswerte). Input-Parameter sind zum Beispiel die Radien und die Anzahl der Fortsätze. Weitere Parameter, wie Länge und Oberfläche, sind für die Validierung der synthetischen Zellen erforderlich. 4.1. METHODEN 45 Tabelle 4.3: Die gemessenen morphologischen Parameter. Parameter Soma Länge (µm) Oberfläche (µm2 ) Volumen (µm3 ) Anzahl der Bäume Anzahl der Zweige Anzahl der Segmente Maximaler Radius (µm) Minimaler Radius (µm) Durchschn. Radius (µm) 4.1.3 √ √ √ Teil der Zelle Axon Dendrit apikal basal total √ √ √ √ √ √ √ √ √ √ √ √ √ √ √ √ √ √ √ √ √ - Zelle total √ √ √ - Die CA1-Region des hippocampalen Gewebes Abbildung 4.4: Ausschnitt der CA1-Region. Die CA1-Region wird durch einen dreidimensionalen Ausschnitt des hippocampalen Gewebes repräsentiert (s. Abbildung 4.4). Die Größe wird in der Parameterdatei Param.neu eingestellt. Die Werte der einzelnen Schichten sind in der Tabelle 4.4 zusammengefasst. 46KAPITEL 4. VERMESSUNG UND ERZEUGUNG DER NEURONENGEOMETRIE Tabelle 4.4: Parameterwerte der CA1-Region. Länge Breite Höhe der Schichten oriens pyramidale radiatum lacunosum-moleculare Höhe gesamt 400 µm 400 µm 200 100 500 100 900 µm µm µm µm µm Die Position der Somata innerhalb der CA1-Region ist in der Tabelle 4.5 zu sehen. Die Daten sind aus [11] entnommen. Tabelle 4.5: Die Lage der Somata in den Schichten der CA1-Region. Schicht str. str. str. str. str. 4.1.4 oriens pyramidale proximal radiatum distal radiatum lacunosum-moleculare PYR √ PV √ √ - - Zellentyp CB √ CR √ SOM √ √ √ √ √ √ √ - CCK √ √ - Synaptische Verbindungen der hippocampalen Zellen Nicht jede Zelle bildet mit einer andren Zelle eine Verbindung. Nach [11] bilden die CA1-Pyramidenzellen axo-dendritische Synapsen mit den Interneuronen Parvalbumin, Calbindin, Somatostatin, Cholecystokinin und mit CA1 Pyramidenzellen. Das Calretinin-Interneuron bildet dendro-dendritische Synapsen mit anderen Interneuronen. Eine Übersicht über axo-dendritische Verbindungen ist in der Tabelle 4.6 zu sehen. In NeuGen werden Synapsen zwischen Dendriten und Axonen bestimmter Zellen erzeugt. Zur Zeit werden keine Synapsen zwischen unterschiedlichen Dendriten konstruiert. 4.2. NEUGEN 47 Tabelle 4.6: Übersicht über die Verbindungsmöglichkeiten der Zellen. PYR PV CB CR SOM CCK 4.2 PYR √ √ √ √ √ PV √ - Zellentyp CB CR √ SOM √ - CCK √ - NeuGen Ursprünglich wurde NeuGen entwickelt, um kortikale Neurone zu erzeugen. Das Ziel der vorliegenden Masterarbeit ist, NeuGen um die Erzeugung von hippocampalen Zellen zu erweitern. Deswegen wurde es notwendig, den Kerncode von NeuGen neu zu entwerfen. Der Kerncode ist in der Programmiersprache C++ geschrieben, die Benutzeroberfläche und die Visualisierung in Java. Viele Funktionalitäten wurden bereits von C++ nach Java portiert. Seit einiger Zeit bestand die Idee, den kompletten C++ Teil nach Java zu portieren. Da man den Kerncode für die hippocampalen Zellen neu entwerfen sollte, wurde entschieden alles in der Programmiersprache Java zu implementieren. Der Vorteil von Java ist die Plattformunabhängigkeit. Man muss nicht für unterschiedliche Architekturen und Betriebssysteme eine eigene Version erstellen. Einige Funktionalitäten, die in C++ geschrieben sind, kann man nicht in Java verwenden, da sie von anderen Bibliotheken abhängen. 4.2.1 Parameterdateien einlesen Für das Einlesen von Parameterdateien wird in der C++-Version die libxml 2 Bibliothek genutzt. Die Bibliothek ist selbst in der Programmiersprache C geschrieben und kann deswegen nicht für die Java-Version verwendet werden. Stattdessen wird die Java-basierte Bibliothek xstream 3 eingesetzt. Um xmlDateien mit xstream zu lesen oder zu schreiben, gibt es die Schnittstelle (Interface) Converter. Eine Schnittstelle enthält keine Funktionalität, sondern nur abstrakte Methoden und Konstanten, die die Funktionalität beschreiben (s. [6]). Die Schnittstelle Converter besitzt folgende Methoden: canConvert entscheidet, ob ein Objekt gelesen werden kann, 2 3 http://xmlsoft.org/ http://xstream.codehaus.org/ 48KAPITEL 4. VERMESSUNG UND ERZEUGUNG DER NEURONENGEOMETRIE marshal schreibt ein Objekt in eine Datei, unmarshal liest eine Datei ein und erzeugt daraus ein Objekt. Zuerst schreibt man eine Klasse, welche die Schnittstelle Converter implementiert. Mittels der Methoden canConvert, marshal und unmarshal können Objekte gelesen und geschreiben werden. 4.2.2 Datenstrukturen Abbildung 4.5: Klassendiagramm für eine Zelle. Um einen bestehenden Code wiederverwenden zu können, werden neue Schnittstellen und Klassen hinzugefügt. In den Abbildungen (4.5-4.8) sind 4.2. NEUGEN 49 Klassendiagramme mit Schnittstellen, Klassen und Beziehungen dargestellt. Klassen und Schnittstellen werden durch blaue Rechtecke repräsentiert. Bei den Schnittstellen steht zusätzlich der Bezeichner java interface. Beziehungen werden durch Linien dargestellt. Eine gestrichelte Linie mit einem Dreieck am Ende von einer Klasse zur Schnittstelle bedeutet, dass eine Klasse eine Schnittstelle implementiert. Eine durchgehende Linie mit einem Dreieck von einer spezialisierten Subklasse (Unterklasse) zur Basisklasse drückt die Vererbungsbeziehung aus. Die Subklasse erbt von der Basisklasse Methoden und Eigenschaften. Eine Linie mit einem Pfeil gibt an, dass eine Klasse aus den Objekten der anderen Klasse zusammengesetzt ist. Die Abbildung 4.5 zeigt das Klassendiagramm der Zelle. Die Klasse NeuronBase ist eine abgeleitete Klasse, die alle Eigenschaften von der Vaterklasse CellBase erbt. NeuronBase ist aus den Objekten der Klassen Axon, Dendrite, Cellipsoid und Section aufgebaut. Segment Die Klasse Segment repräsentiert einen Kegelstumpf. Ein Segment enthält elementare Daten wie einen Namen, eine Id, einen Startpunkt, einen Endpunkt, eine Richtung, einen Vorgänger und einen Nachfolger. Die Klasse besitzt Abfragemethoden (Getter ) und Änderungsmethoden (Setter ), wie zum Beispiel getName(), das den Namen des Segments liefert oder setName(String name), das einen Namen setzt. Zusätzlich sind noch folgende Methoden vorhanden getSurfaceArea() und getVolume(), die die Oberfläche bzw. das Volumen des Kegelstumpfes berechnen. Section verkörpert einen Zweig (branch). Die Klasse speichert eine Liste von Segmenten, eine Id, einen Namen und zwei Instanzen der Klasse SectionLink, die Verweisungen auf den Vorgängerzweig und die Nachfolgerzweig enthalten. Mit der Methode getSegments() bekommt man die Liste mit den Segmenten, mit getLenght() wird die Länge des Zweiges berechnet. Die Klasse enthält einen Iterator mit dem alle Zweige des Baumes durchlaufen werden. SectionLink repräsentiert Verbindungsstellen zwischen den Zweigen. Die Klasse enthält Referenzen auf den Vorgängerzweig und Referenzen auf den ersten und zweiten Nachfolgerzweig. Mit den Setter-Methoden kann man den Vorgänger und die Nachfolger setzen. NeuronalTreeStructure stellt den neuronalen Baum dar. Mit getFirstSection() bekommt man den ersten Zweig (Section) des Baumes. Die Klasse besitzt folgende Methoden: getNBranch() liefert die Anzahl der Zweige des 50KAPITEL 4. VERMESSUNG UND ERZEUGUNG DER NEURONENGEOMETRIE Baumes, getSurfaceArea() bestimmt die Oberfläche des Baumes, getTotalLength() gibt die gesamte Länge des Baumes an, getNTSVolume() berechnet das Volumen. Axon verkörpert das Axon der Zelle und ist von der Basisklasse NeuronalTreeStructure abgeleitet. Somit erbt die Klasse Axon alle Eigenschaften und Methoden von NeuronalTreeStructure. Zusätzlich ist die Methode set(startPoint, endPoint, param) definiert. Mit set(startPoint, endPoint, param) wird ein Axon mit dem Anfangspunkt (startPoint) und dem Endpunkt (endPoint), sowie zusätzlichen Parametern (param) erzeugt. Dendrite ist eine abgeleitete Klasse von NeuronalTreeStructure. Die Klasse definiert Methoden für die Erzeugung von basalen und apikalen Dendriten. Cellipsoid stellt das Soma dar. Das Soma besteht aus dem Ellipsoid, der aus Kegelstümpfen zusammengesetzt wird. Das Ellipsoid wird mit der Methode getEllipsoid() erzeugt. Die Methoden getSurfaceArea() und getVolume() berechnen die Oberfläche und das Volumen. Cell repräsentiert die Basisschnittstelle und dient dazu eine abstrakte Zelle zu beschreiben. Die Schnittstelle definiert folgende Methoden: getName() liefert den Namen, getType() den Typen der Zelle, getSoma() das Soma, setName(String name) setzt den Namen, setSoma(Point3f somaMid, float somaRadius) erzeugen des Soma mit dem Mittelpunkt somaMid und dem Radius somaRadius. CellBase Die Basisklasse CellBase implementiert die Methoden der Schnittstelle Cell. Neuron ist abgeleitet von Cell und erbt alle Methodendefinitionen der Basisschnittstelle. Sie definiert die Methoden: getAxon() liefert das Axon, getParam Parameter, getDendrites() die Liste der Dendriten und setNeuron() erzeugt das Neuron. NeuronBase implementiert die Schnittstelle Neuron. Die Klasse repräsentiert das Basisneuron. Ein Basisneuron enthält ein Axon, die Dendriten und das Soma. Die Klasse besitzt folgende Methoden: getAxon() liefert das Axon, getDendrites() die Liste der Dendriten, getVolume() das Volumen, setNeuron() erzeugt ein Neuron, infoNeuron() liefert alle Informationen des Neurons. 4.2. NEUGEN Abbildung 4.6: Vererbungshierarchie der Zellen. 51 52KAPITEL 4. VERMESSUNG UND ERZEUGUNG DER NEURONENGEOMETRIE Zellenhierarchie In der Abbildung 4.6 ist die Vererbungshierarchie der Zellen dargestellt. Die Klassen der Zellen L4-Spiny-Stellate, L4-Star-Pyramiden, Calbindin, Calretinin, Cholecystokinin, Parvalbumin, Somatostatin und die allgemeinen Pyramidenzellen erben von der Klasse NeuronBase. Die CA1-, L23- und L5 -Pyramidenzellen erben von der Klasse NeuronPyramidal. Die L5A- und L5B-Pyramidenzellen erben von der Klasse NeuronL5Pyramidal. Abbildung 4.7: Das Interface Net mit den definierten Methoden. Net Die Schnittstelle Net (s. Abbildungen (4.7-4.8)) enthält abstrakte Methoden für ein abstraktes neuronales Netz. Die wichtigsten Methoden: generate() erzeugt die Zellen und interconnect verbindet die Zellen. NetBase Die Basisklasse NetBase ist die Default-Implementierung der Schnittstelle Net. NetBase implementiert die Methoden des Interface Net. NetNeocortex verkörpert das Netzwerk des Neocortex. Die Klasse erbt alle Eigenschaften von NetBase, die Methoden generate() und interconnect() werden neu implementiert. 4.2. NEUGEN 53 Abbildung 4.8: Vererbungshierarchie für das Netz. NetHippocampus erbt die Eigenschaften des Basisnetzes und repräsentiert das Netz des Hippocampus. Die Methoden generate() und interconnect() werden von der Klasse NetBase überschrieben und neu geschrieben. Parameterklassen Die Parameterklassen (s. Abbildung 4.9) speichern die Daten der Parameterdateien. Jede Klasse, die eine Zelle verkörpert, enthält eine Instanz der Klasse NeuronParam. NeuronParam stellt alle Parameter mit den Methoden für das Axon, apikalen Dendriten, das Soma und die Synapsen bereit. Übersicht der Methoden von NeuronParam, die die Parameter liefern: getAxonParam() Axon-Parameter, getApicalParam() Parameter der apikalen Dendriten, getDendriteParam() Parameter der basalen Dendriten, getSomaParam() Soma-Parameter, getSynapseParam() Synapsen-Parameter. 54KAPITEL 4. VERMESSUNG UND ERZEUGUNG DER NEURONENGEOMETRIE Abbildung 4.9: Überblick über die Parameterklasse. 4.2. NEUGEN 4.2.3 55 Erzeugung der Zellen Zunächst wird beschrieben, wie eine Zelle erzeugt wird. Jede Klasse, die ein Zelle verkörpert, enthält die Parameter-Klasse NeuronParam. Damit die konstruierten Axon- und Dendritenbäume der Zellen nicht identisch aussehen, werden Zufallswerte benutzt. Gleichverteilungsfunktionen liefern Zufallszahlen, die die durchschnittlichen Parameterwerte aus der Datei um einen kleinen Bereich variieren. In der Parameterdatei Interna.neu gibt es für jeden Zellentypen den Parameter seed, den die Gleichverteilungsfunktionen für die Zufallszahlen verwenden. Soma Zuerst wird das Soma mit dem Radius aus den Soma-Parametern erzeugt. Das Soma eines Zellentyps liegt innerhalb einer bestimmten Schicht der Region, von der dann der Mittelpunkt berechnet wird. Das Ellipsoid des Somas wird in Abhängigkeit vom Radius aus scheibenförmigen Segmenten konstruiert. Axon Falls die Zelle ein Axon besitzt, dann wird vom Soma aus das Axon erzeugt. In der Abbildung 4.10 sind die Parameterbäume dargestellt. Als erstes wird der Axonhügel (axon hillock ) mit dem vorgegeben Startradius (proximal radius in µm) und der Länge (leght in µm) aus Kegelstümpfen gebildet. Die Kegelstümpfe werden in einer Liste der Klasse Section gespeichert. Im Anschluss daran wird das Initialsegment (initial segment) hergestellt. Der Axonhügel ist die Wurzel des Baumes und besitzt als Nachfolgezweig das Initialsegment. Diese werden durch die Klasse SectionLink miteinander verbunden. Im nächsten Schritt werden die Verzweigungen entwickelt. Folgende Parameter werden dazu verwendet: nbranch param für die Anzahl der Zweige, len param zur Festlegung der Länge in x, y, z-Richtung in µm, branch angle für den Rotationswinkel. Um die Radien der Tochterzweige zu berechnen wird die Rall’s power -Regel ([9]) angewendet: rpe = r1e + r2e , r1 = rp · t, √ r2 = rp · e 1 − te , wobei rp Radius des Vorgängerzweigs, 56KAPITEL 4. VERMESSUNG UND ERZEUGUNG DER NEURONENGEOMETRIE Cell Cell axon ... dendrite gen 0 gen 0 branch angle max: 60 min: 30 len param x: 0 y: 0 z: 200 nbranch param: 26 nparts density: 0.25 branch angle max: 60 min: 30 len param x: 75 y: 0 z: 0 nbranch param: 4 nparts density: 0.25 siblings siblings ... rad max: 1.5 min: 0.5 myelin siblings siblings branch angle max: 60 min: 30 len param x: 50 y: 0 z: 0 nbranch param: 2 nparts density: 0.25 max 10 Sibling-Generationen branch angle max: 30 min: 10 len param x: 0 y: 0 z: 375 nbranch param: 0 nparts density: 0.25 max 10 Sibling-Generationen siblings siblings ... rad max: 0.5 min: 0.1 ... myelinated legth: 100 ranvier legth: 5 initial segment legth: 15 ... hillock legth: 10 proximal radius: 4 Abbildung 4.10: Überblick über die Parameter des Axons (links) und der Dendriten (rechts). 4.2. NEUGEN 57 r1 und r2 Radien der Nachfolgezweige, e der Rall’s power Wert ist 23 , t Schwellenwert (threshold ) des Radius der Rall’s power -Regel, mit dem Wert 0.75. Die Parameter e und t können in der Parameterdatei Interna.neu eingestellt werden. Zum Schluss nehmen die Zweig-Enden den minimalen Radius (min) an. Damit die Segmente nicht nur in eine Richtung verlaufen, werden sie rotiert. Der maximale (max ) und minimale (min) Winkel der Rotation wird in den Parametern branch angle eingestellt. Der Parameter nparts density regelt die Anzahl der Segmente des Zweiges. Abbildung 4.11: Der Axonzweig besteht aus Ranvierknoten (hellorange) und den Myelinstücken (dunkelorange). Die Parameter ranvier legth und myelinated legth regeln die Länge der einzelnen Bereiche. Die erzeugten Zweige können weitere Verzweigungen besitzen, diese werden als Siblinge bezeichnet. Dendrite Die Erzeugung der Dendriten verläuft ähnlich wie die Erzeugung des Axons. Von dem Soma aus beginnend werden die Dendritenbäume konstruiert. Zuerst wird der Hauptzweig (Parameter gen 0 ) des Dendritenbaumes mit der Anzahl Verzweigungsstellen (nbrach param) erzeugt. An jeder Verzweigungsstelle werden neue Zweige (Siblings) hergestellt. Es können maximal 10 Sibling-Generationen erzeugt werden. Netz Die Netz-Parameter enthalten folgende Daten: Anzahl der einzelnen Zellen, die Region mit den Höhen der Schichten, den Schwellenwertabstand zwischen den Synapsen (dist synapse). 58KAPITEL 4. VERMESSUNG UND ERZEUGUNG DER NEURONENGEOMETRIE Zuerst werden die einzelnen Zellen in den entsprechenden Regionen konstruiert. Anschließend werden die Zellen miteinander synaptisch verschaltet. Dafür wird der Parameter dist synapse verwendet, der den Schwellenwertabstand zwischen Axonen- und Dendritensegmenten bestimmt. In Abbildung 4.12 ist eine Synapse zu sehen. Abbildung 4.12: Visualisierung einer Synapse (rot). Der Dendrit ist gelb und und das Axon orange dargestellt. Kapitel 5 Ergebnisse In diesem Kapitel werden die gemessenen morphologischen Daten der rekonstruierten Zellen mit den Daten der künstlichen Zellen verglichen. Zuerst werden die CA1-Pyramidenzellen und danach die Interneurone betrachtet. Anschließend werden die Zellen visualisiert und einander gegenübergestellt. 5.1 Vergleich der gemessenen Daten Abbildungen (5.1-5.3) zeigen Diagramme, die die gesamte Länge, die Oberfläche und das Volumen der Dendritenbäume darstellen. Eine graue Box enthält die mittleren 50 % der Daten. Der Median teilt die Box durch einen durchgehenden Strich. In jeder Teilbox befinden sich 50 % der Daten. Die gestrichelten Linien stellen den größten bzw. den kleinsten Wert dar. Die Länge der gestrichelten Linien ist auf das 1,5 fache der Länge der Box beschränkt. Die Werte außerhalb der gestrichelten Linien werden durch rote Kreise markiert. Die rekonstruierten CR-, CB -, PV - und CCK -Interneurone enthalten keine Informationen über die Axone. Ebenfalls sind keine Daten der SOM Interneurone in der NeuroMorpho-Datenbank vorhanden. Mit NeuGen kann man die Axone der Interneurone und die SOM -Interneurone erzeugen. Die Parameter werden eingestellt, sobald experimentelle Daten vorliegen. Abbildung 5.1 zeigt ein Diagramm mit den gemessenen Werten der Dendriten der der CA1-Zellen. Die Längenverteilung der CA1 -Pyramidenzellen liegt über den anderen Verteilungen. Die Verteilung der Daten aus dem Amaral Archiv enthält größere Werte als die von Gulyas. Die Verteilung der Daten der CR-Interneurone befindet sich unterhalb der anderen Verteilungen. Die Werte der Oberfläche und des Volumens (s. Abbildung 5.2) der CCK - und PV -Interneurone sind größer als die der CA1 -Pyramidenzellen. 59 60 KAPITEL 5. ERGEBNISSE 16 · 103 Länge der Dendriten (µm) 14 · 103 12 · 103 10 · 103 8 · 103 6 · 103 4 · 103 A m ar al C A 1 C A 1 G ul ya s C C K PV C B 0 · 103 C R 2 · 103 Zellentypen Abbildung 5.1: Vergleich der gesamten Länge der Dendritenbäume der CA1 Zellen. Die CA1 -Pyramidenzellen besitzen die längste totale Länge und die CR-Zellen die kürzeste totale Länge der Dendritenbäume. 5.1. VERGLEICH DER GEMESSENEN DATEN 61 50 · 103 45 · 103 Oberfläche der Dendriten (µm2 ) 40 · 103 35 · 103 30 · 103 25 · 103 20 · 103 15 · 103 10 · 103 A m ar al C A 1 C A 1 G ul ya s C C K PV C B 0 · 103 C R 5 · 103 Zellentypen Abbildung 5.2: Vergleich der gesamten Oberfläche der Dendritenbäume der CA1 -Zellen. 62 KAPITEL 5. ERGEBNISSE Volumen der Dendriten (µm3 ) 25 · 103 20 · 103 15 · 103 10 · 103 A m ar al C A 1 C A 1 G ul ya s C C K PV C B 0 · 103 C R 5 · 103 Zellentypen Abbildung 5.3: Vergleich des gesamten Volumens der Dendritenbäume der CA1 -Zellen. 5.1. VERGLEICH DER GEMESSENEN DATEN 63 Tabelle 5.1: Überblick über die gemessenen morphologischen Parameter der CA1 -Pyramidenzellen. Parameter Dendriten Bäume Zweige Segmente Länge (µm) Oberfläche (µm2 ) Volumen (µm3 ) Axon Zweige Segmente Länge (µm) Oberfläche (µm2 ) Volumen (µm3 ) 5.1.1 Amaral CA1 -Pyramidenzellen Gulyas NeuGen 4,73 ± 0,8 185,55 ± 15,5 1334,41 ± 211,36 13446 ± 930,39 18942 ± 2053,32 2076,82 ± 629,18 4,44 ± 0,7 157,78 ± 21,69 6629,78 ± 1060,6 11506,72 ± 1746,20 16892,06 ± 2483,83 3045,5 ± 539 5 101,05 ± 12,445 1695,2 ± 208,16 12819 ± 1574,89 16890 ± 2021,06 2464,35 ± 411,99 17,82 ± 13,35 309,77 ± 210,17 1939 ± 1009,96 1850 ± 993,20 142,95 ± 73,95 - 6,95 ± 1,26 489,15 ± 97,98 1948 ± 391,86 1944 ± 383,4 162,95 ± 32,05 Die CA1-Pyramidenzellen Das Soma der CA1 -Pyramidenzellen befindet sich in der Pyramidenschicht. Das Neuron besitzt ein Axon, einen apikalen Dendriten und mehrere basale Dendriten. Die basalen Dendriten entspringen am Soma und verlaufen im stratum oriens und der apikale Dendrit im stratum radiatum bis ins stratum lacunosum-moleculare. Insgesamt wurden 60 (18 Amaral, 22 Gulyas, 20 NeuGen) CA1 -Pyramidenzellen gemessen. Die Zellen enthalten bis zu fünf Dendritenbäume (s. Tabelle 5.1 Amaral : 4, 73 ± 0, 8, Gulyas: 4, 44 ± 0, 7). Die durchschnittliche Länge der Dendriten der CA1 -Pyramidenzellen (Amaral : 13446 ± 930, 39 µm, Gulyas: 11506, 72 ± 1746, 20 µm) ist größer als die der Interneurone (s. Abbildung 5.1). In der Abbildung 5.4 sieht man Diagramme, die die Verteilung der gesamten Länge, Oberfläche und des Volumens der Dendriten darstellen. Die durchschnittliche Länge des Axons ist kleiner als bei den Dendriten (Amaral: 1939±1009, 96 µm). Das Axon befindet sich im stratum oriens und projiziert über den Alveus in andere Bereiche des Hippocampus. Abbildung 5.5 zeigt Diagramme, welche die Verteilungen der Werte des Axons darstellen. Die experimentellen Daten enthalten Ausreißer und die größten bzw. die kleinsten Werte. Die Ausreißer weichen nach oben von den anderen Werten ab. Die Streuung der Werte in den Verteilungen von NeuGen ist weniger stark als in den experimentellen Daten. KAPITEL 5. ERGEBNISSE 64 20 · 103 19 · 103 18 · 103 17 · 103 16 · 103 15 · 103 14 · 103 13 · 103 12 · 103 11 · 103 10 · 103 9 · 103 8 · 103 7 · 103 6 · 103 5 · 103 4 · 103 3 · 103 2 · 103 1 · 103 0 · 103 1 A C G ul s ya 1 A C al ar m A 1 A C eu N Zellentypen G en Fläche der Dendriten (µm2 ) 25 · 103 20 · 103 15 · 103 10 · 103 5 · 103 0 · 103 1 A C G ul s ya 1 A C al ar m A 1 A C eu N Zellentypen G en Volumen der Dendriten (µm3 ) 5 · 103 4 · 103 3 · 103 2 · 103 1 · 103 0 · 103 1 A C G ul s ya 1 A C al ar m A 1 A C eu N Zellentypen G en Abbildung 5.4: Vergleich der gesamten Länge, der Oberfläche und des Volumens der Dendritenbäume der CA1 Pyramidenzellen. Länge der Dendriten (µm) 1 A C 1 A C G eu N en Zellentypen al ar m A 7 · 103 6 · 103 5 · 103 4 · 103 3 · 103 2 · 103 1 · 103 0 · 103 1 A C 1 A C G eu N en Zellentypen al ar m A Volumen des Axons (µm3 ) Oberfläche des Axons (µm) Länge des Axons (µm) 1 A C 1 A C eu N G en Zellentypen al ar m A Abbildung 5.5: Vergleich der gesamten Länge, der Oberfläche und des Volumens der Axone der CA1 -Pyramidenzellen. 7 · 103 6 · 103 5 · 103 4 · 103 3 · 103 2 · 103 1 · 103 0 · 103 600 550 500 450 400 350 300 250 200 150 100 50 0 5.1. VERGLEICH DER GEMESSENEN DATEN 65 66 KAPITEL 5. ERGEBNISSE 5.1.2 Die Interneurone PV N eu G en PV en G N eu C C K C C K C B N eu G en C B en G C R N eu 10 · 103 9 · 103 8 · 103 7 · 103 6 · 103 5 · 103 4 · 103 3 · 103 2 · 103 1 · 103 0 · 103 C R Länge der Dendriten (µm) Im Vergleich zu den CA1 -Pyramidenzellen enthalten die Interneurone keinen apikalen Dendriten. Die basalen Dendriten der Interneurone verlaufen in jeder Schicht, während die basalen Dendriten der CA1 -Pyramidenzellen in der Pyramidenschicht und in stratum oriens sich verzweigen. Zellentypen Abbildung 5.6: Vergleich der gesamten Länge der Dendritenbäume der Interneurone. Parvalbumin Wissenschaftler fanden die Somata der PV -Interneurone in der Pyramidenschicht und in der stratum oriens Schicht. Die basalen Dendriten verlaufen in den Schichten stratum oriens und im stratum radiatum. Das Axon verläuft horizontal in der Pyramidenschicht und in der stratum oriens Schicht. Für die Messung der Parameter wurden 20 PV Interneurone mit NeuGen eingelesen. Das PV -Interneuron besitzt bis zu fünf (4, 4 ± 1, 08) Dendriten. In der Tabelle 5.2 und in den Abbildungen 5.6-5.8 sieht man, dass die durchschnittliche Länge (4092 ± 931, 8 µm), die Oberfläche (20654 ± 5042, 85 µm2 ) und das Volumen (11377, 2 ± 3089, 16 µm3 ) der Dendriten größer ist als bei den CB - und CR-Interneuronen. Zwischen den einzelnen gemessenen Zellen gibt es große Unterschiede. In der Klasse der PV -Interneurone sind die Korbzellen (Basket-Zellen), die Chandelier -Zellen 5.1. VERGLEICH DER GEMESSENEN DATEN 67 und Bistratified -Zellen enthalten. Die einzelnen Zellen unterscheiden sich in der Länge der Dendriten [4]. Das Axon des PV -Interneurons verläuft in der Pyramidenschicht. Calbindin In der Klasse der CB -Interneurone gibt es die Bistratified -, Radiatum-projecting- und die Horizontalen-Zellen. Die Zellen wurden klassifiziert anhand der Lage des Somas und der Richtung der Dendriten. Die Horizontalen-Zellen werden so bezeichnet, da deren Dendriten horizontal wachsen. Die Somata der Radiatum-projecting-Zellen liegen hauptsächlich im stratum radiatum. Außer in der Pyramidenschicht findet man die Somata der CB -Interneurone in jeder Schicht. Die 18 gemessenen Zellen gehören zu den Radiatum-projecting-Zellen. CB-Interneurone können bis zu sechs Dendriten (4, 06 ± 0, 85) besitzen. Das Axon verzweigt sich im stratum radiatum und im stratum oriens. Die Oberfläche und das Volumen der CB -Interneurone ist kleiner als die der PV - und CCK -Interneurone. Calretinin Der Zellkörper der CR-Interneurone befinden sich vorwiegend in der Pyramidenschicht. Es wurden insgesamt 29 Zellen mit NeuGen eingelesen und gemessen. Die Anzahl der Dendriten (2, 97 ± 0, 60) ist geringer als bei anderen Interneuronen. Auch die gesamte Länge (2453 ± 771, 53 µm), die Oberfläche (4871 ± 1521, 06 µm2 ) und das Volumen (1040, 97 ± 397, 89 µm3 ) sind kleiner. Cholecystokinin Die CCK -Interneurone sind vor allem Korbzellen (Basket-Zellen), deren Somata man in der Pyramidenschicht findet, sowie in der stratum distal radiatum Schicht. Das Axon ist horizontal in der Pyramidenschicht verteilt. Bei den gemessen 14 Zellen liegt die Anzahl der Dendriten zwischen drei und sechs (4,36 ± 0,80). Die totale Dendritenlänge (6138 ± 955, 63 µm) ist größter als bei den anderen Interneuronen. Die Werte der Oberfläche und des Volumens der einzelnen Zellen unterscheiden sich sehr stark (Abbildungen 5.7-5.8). Die CCK -Interneurone besitzen die größte gesamte Oberfläche (36639 ± 5122, 02 µm2 ) und das größte Volumen (19472, 79 ± 2506, 13 µm3 ). Somatostatin Die SOM-Interneurone gehören zu der morphologischen Klasse der O-LM -Zellen (oriens-lacunosum moleculare). Das Soma liegt im stratum oriens. Die Dendriten verlaufen horizontal und verzweigen sich im stratum oriens. Das Axon verläuft durch alle Schichten und verzweigt sich dann in der oriens-lacunosum moleculare Schicht. KAPITEL 5. ERGEBNISSE 68 exp. synth. exp. synth. exp. synth. exp. synth. exp. synth. exp. synth. 19.75 ± 5,125 1488.95 ± 381,845 5832 ± 1496,155 3741 ± 937,09 208,8 ± 46,78 4,4 ± 1,08 5 14,10 ± 4,02 32.3 ± 4,73 2267,15 ± 630,18 1004.15 ± 105,38 4092 ± 931,8 4584 ± 468,74 20654 ± 5042,85 18611 ± 1531,25 11377,2 ± 3089,16 10598,15 ± 2415,98 20,2 ± 3,58 1782,7 ± 310,03 7003 ± 1219,43 4495 ± 766,91 266,1 ± 38,39 4,36 ± 0,80 4 21,36 ± 4,07 33,8 ± 6,02 1543,14 ± 228,84 1554,25 ± 210,15 6138 ± 955,63 7092 ± 953,8 36639 ± 5122,02 36903 ± 4744,5 19472,79 ± 2506,13 17178,15 ± 2396,08 20,20 ± 3,58 1782,70 ± 310,03 7005 ± 1219,335 4498 ± 767,085 266,35 ± 38,415 4,06 ± 0,85 4 14,11 ± 2,59 20,40 ± 3,6 1419,56 ± 317,51 872,50 ± 57,7 3488 ± 726,89 3977 ± 270,4 8533 ± 2171,07 7329 ± 901,98 2370,72 ± 826,25 1860,3 ± 480,2 CB 20,70 ± 5,4 1311,15 ± 286,92 5086 ± 1025,12 4003 ± 661,055 346,55 ± 35,685 5 36,80 ± 4,42 528,10 ± 53,99 2498 ± 248,99 8250 ± 774,195 2294,2 ± 197,92 SOM - 2,97 ± 0,60 4 9,52 ± 3,61 13,25 ± 2,23 1108,31 ± 321,70 581,95 ± 60,15 2453 ± 771,53 2668 ± 277,75 4871 ± 1521,06 4573 ± 608,26 1040,97 ± 397,89 977,8 ± 182,68 CR Zellentyp CCK exp. synth. exp. synth. exp. synth. exp. synth. exp. synth. PV Tabelle 5.2: Überblick über die gemessenen morphologischen Daten der Interneurone. Parameter Dendriten Bäume Zweige Segmente Länge (µm) Oberfläche (µm2 ) Volumen (µm3 ) Axon Zweige Segmente Länge (µm) Oberfläche (µm2 ) Volumen (µm3 ) PV N eu G en PV en G C C K 69 N eu C C K C B N eu G en C B en G C R N eu 52 · 103 51 · 103 50 · 1033 49 · 10 48 · 103 47 · 1033 46 · 10 45 · 103 44 · 1033 43 · 10 42 · 103 41 · 1033 40 · 10 39 · 103 38 · 1033 37 · 10 36 · 103 35 · 1033 34 · 10 33 · 1033 32 · 10 31 · 103 30 · 1033 29 · 10 28 · 1033 27 · 10 26 · 103 25 · 1033 24 · 10 23 · 103 22 · 1033 21 · 10 20 · 1033 19 · 10 18 · 103 17 · 1033 16 · 10 15 · 103 14 · 1033 13 · 10 12 · 1033 11 · 10 10 · 1033 9 · 103 8 · 103 7 · 103 6 · 103 5 · 103 4 · 103 3 · 103 2 · 103 1 · 103 0 · 10 C R Oberfläche der Dendriten (µm2 ) 5.1. VERGLEICH DER GEMESSENEN DATEN Zellentypen Abbildung 5.7: Vergleich der gesamten Oberfläche der Dendritenbäume der Interneurone. N eu G en PV PV en G N eu C C K C C K en G N eu C B en G C R N eu 27 · 103 26 · 103 25 · 103 24 · 103 23 · 103 22 · 103 21 · 103 20 · 103 19 · 103 18 · 103 17 · 103 16 · 103 15 · 103 14 · 103 13 · 103 12 · 103 11 · 103 10 · 103 9 · 103 8 · 103 7 · 103 6 · 103 5 · 103 4 · 103 3 · 103 2 · 103 1 · 103 0 · 103 C B KAPITEL 5. ERGEBNISSE C R Volumen der Dendriten (µm3 ) 70 Zellentypen Abbildung 5.8: Vergleich des gesamten Volumens der Dendritenbäume der Interneurone. 5.2. VISUALISIERUNG 5.2 71 Visualisierung Zellen aus dem Experiment werden mit den synthetischen Zellen verglichen (Abbildungen 5.9-5.19), um zu zeigen, dass die mit NeuGen erzeugten Zellen den realistischen Zellen entsprechen. Abbildung 5.9: CA1 -Pyramidenzellen: Amaral (links) und NeuGen (rechts). Abbildung 5.10: Dichte der Axone der CA1 -Pyramidenzellen. 72 KAPITEL 5. ERGEBNISSE Abbildung 5.11: PV -Interneurone: Gulyas (links) und NeuGen (rechts). Abbildung 5.12: Dichte der Axone der PV -Interneurone. 5.2. VISUALISIERUNG 73 Abbildung 5.13: CB -Interneurone: Gulyas (links) und NeuGen (rechts). Abbildung 5.14: Dichte der Axone der CB -Interneurone. 74 KAPITEL 5. ERGEBNISSE Abbildung 5.15: CCK -Interneurone: Gulyas (links) und NeuGen (rechts). Abbildung 5.16: Dichte der Axone der CCK -Interneurone. 5.2. VISUALISIERUNG 75 Abbildung 5.17: SOM -Interneurone: Bildausschnitt aus [12] S382 (links) und NeuGen (rechts). Abbildung 5.18: Dichte der Axone der SOM -Interneurone. 76 KAPITEL 5. ERGEBNISSE Abbildung 5.19: CR-Interneurone: Gulyas (links) und NeuGen (rechts). Abbildung 5.20: 3 CA1-Pyramidenzellen, 3 CR, 1 CB, 1 CCK, 2 PV, 2 SOM. 5.3. LAUFZEIT UND SPEICHERVERBRAUCH 5.3 77 Laufzeit und Speicherverbrauch Die erzeugten Netze bestehen aus 20 % CA1 -Pyramidenzellen, CB -, CKK -, PV - und SOM -Zellen. Die CR-Zellen sind nicht in den Netzen enthalten, da zur Zeit noch keine Synapsen zwischen verschiedenen Dendriten gebildet werden. Die Tabelle 5.3 zeigt die Laufzeiten und den Verbrauch des Arbeitsspeichers für die Erzeugung und das Verbinden der Zellen. Gemessen wurde auf einem Intel Core i5-750 Prozessor mit einer Taktfrequenz von 2, 66 GHz und 16 GB Arbeitsspeicher. In den Abbildungen 5.21-5.22 sieht man, dass die Laufzeit pro Zelle steigt. Tabelle 5.3: Laufzeit und Speicherverbrauch. ZellenAnzahl 10 Erzeugung (sek) 0,862 20 0,984 50 1,171 100 2,020 200 3,261 400 5,787 500 7,157 1000 13,670 5000 74,124 8000 107,649 10000 136,11 15000 177,505 Abstand (µm) 2,5 1,0 2,5 1,0 2,5 1,0 2,5 1,0 2,5 1,0 2,5 1,0 2,5 1,0 2,5 1,0 2,5 1,0 2,5 1,0 2,5 1,0 2,5 1,0 Verbinden (sek) 0,448 0,453 0,645 0,621 1,232 1,068 2,020 1,939 3,889 3,695 7,748 7,429 9,036 10,113 20,608 19,095 140,540 114,520 254,920 183,862 263,610 243,423 463,555 363,543 Bilaterale Synapsen 17 1 30 3 383 29 1541 141 5775 366 24395 1543 41065 2657 159268 9977 4017044 256181 10334405 660921 16164914 1032506 36079398 2307028 nf Synapsen 531 537 1072 1048 2646 2633 5260 5300 10387 10425 20956 21008 26321 26239 52282 52075 260351 260726 416342 416967 523331 523374 783009 783502 Speicher (Megabyte) 14 14 15 15 24 24 40 40 72 72 137 137 171 171 341 333 1835 1647 3250 2649 4160 3323 6758 5018 Der benötigte Arbeitsspeicher ist in der Abbildung 5.24 dargestellt. Der Speicherverbrauch ist bei dem Abstand 2, 5 µm für das Verbinden der Zellen größer als für den Abstand 1, 0 µm. Die Abbildung 5.23 zeigt die Anzahl der bilateralen Synapsen. Die Anzahl der bilateralen Synapsen für den Abstand 2,5 µm wächst ab ca. 5000 Zellen schneller als für den Abstand 1, 0 µm. Ab einer Zellenanzahl ist das Volumen der Region voll belegt. Deswegen werden 78 KAPITEL 5. ERGEBNISSE Erzeugung der Zellen 200,000 Zeit (sek) 150,000 100,000 Erzeugen der Zellen 50,000 Linear (Erzeugen der Zellen) 0,000 0 5000 10000 15000 20000 Anzahl der Zellen Abbildung 5.21: Laufzeit für die Erzeugung der Zellen. Verbinden der Zellen 500,000 Zeit (sek) 400,000 300,000 Abstand 2,5 200,000 Abstand 1,0 Linear (Abstand 2,5) 100,000 Linear (Abstand 1,0) 0,000 0 5000 10000 15000 20000 Anzahl der Zellen Abbildung 5.22: Laufzeit für das Verbinden der Zellen. 5.3. LAUFZEIT UND SPEICHERVERBRAUCH 79 Anzahl der Synapsen Bilaterale Synapsen 40000000 35000000 30000000 25000000 20000000 15000000 10000000 5000000 0 Abstand 2,5 Abstand 1,0 Linear (Abstand 2,5) Linear (Abstand 1,0) 0 5000 10000 15000 20000 Anzahl der Zellen Abbildung 5.23: Anzahl der bilateralen Synapsen. Speicherverbrauch 8000 7000 Megabyte 6000 5000 Abstand 2,5 4000 Abstand 1,0 3000 2000 Linear (Abstand 2,5) 1000 Linear (Abstand 1,0) 0 0 5000 10000 15000 20000 Anzahl der Zellen Abbildung 5.24: Verbrauch des Arbeitsspeichers des Netzes. 80 KAPITEL 5. ERGEBNISSE bei größeren Abständen zwischen Segmenten mehr Synapsen gebildet als bei kleineren Abständen. Die Anzahl der nf (non-functional ) Synapsen kann in den Parameterdateien eingestellt werden. Die nf Synapsen werden für die Simulation der Signalausbreitung verwerdet. Die Laufzeit und der Speicherverbrauch steigen linear mit der Zellenanzahl, wenn das Volumen der Region nicht voll belegt ist. Werden sehr viele Zellen in einem kleinen Volumen erzeugt, dann steigen die Laufzeit und der Speicherverbrauch für das Verbinden der Zellen quadratisch mit der Zellenanzahl. Kapitel 6 Zusammenfassung In dieser Masterarbeit wurden künstliche Zellen der CA1 -Region des Hippocampus innerhalb des Softwarepakets NeuGen erzeugt. Desweiteren wurde der bestehende Code von C++ nach Java portiert. Dadurch wurde eine Plattformunabhängigkeit erreicht, so dass NeuGen auf allen Architekturen mit einer installierten Java Laufzeitumgebung (Java Runtime Environment) läuft. Die grafische Benutzeroberfläche wurde überarbeitet und erweitert, um Netzwerkmodelle zu erstellen, zu speichern und zu laden. Das erzeugte Modell kann in verschiedenen Formaten exportiert werden, um die Signalausbreitung mit den Simulatoren NEURON, NeuSim[15] oder UG 1 zu simulieren. Die Zellen unterscheiden sich in Länge, Oberfläche, Volumen und Anzahl der Fortsätze. Die Dendritenlänge der gemessenen CA1 -Pyramidenzellen ist am größten. Die Oberfläche und das Volumen der Dendritenbäume der Cholecystokinin-Interneurone sind größer als die der anderen Zellen. Dagegen sind die Oberfläche und das Volumen der Calretinin-Interneurone am kleinsten. Die gemessenen Werte der Zellen variieren zum Teil sehr stark. Die durchschnittlichen Werte der künstlichen Zellen stimmen mit den Werten der natürlichen Zellen überein. Der Vergleich der Ergebnisse zeigt, dass NeuGen eine realistische Morphologie erzeugt. Mittels der Dichtevisualisierung wird die Lage der Axone dargestellt. Die Verteilung der Axone der künstlichen Zellen entspricht den Angaben über die Verteilung natürlicher Zellen, wie man sie in der Literatur findet [12]. Die Laufzeit und der Speicherbedarf wurden für das Erzeugen und das Verbinden der Zellen gemessen. Es zeigt sich, dass mit steigender Zellenanzahl die Laufzeit und der Speicherbedarf linear wachsen. Wenn das Volumen 1 http:\http://atlas.gcsc.uni-frankfurt.de/~ug/ 81 82 KAPITEL 6. ZUSAMMENFASSUNG der Region voll belegt ist, dann steigen die Laufzeit und der Speicherverbrauch quadratisch mit der Zellenanzahl. Der Hippocampus besteht aus den Strukturen: Ammonshorn, Gyrus dentatus und Subiculum. In dieser Masterarbeit wurden Zellen der CA1 -Region des Ammonshorns besprochen. Das Ammonshorn enthält die Felder CA1CA3. Im nächsten Schritt könnten die CA2 - und CA3 -Pyramidenzellen, die den CA1 -Pyramidenzellen ähnlich sind, mit NeuGen erzeugt werden. Zusätzlich könnten die Zellen aus dem Gyrus dentatus und dem Subiculum in NeuGen implementiert werden. Tabellenverzeichnis 4.1 4.2 4.3 4.4 4.5 4.6 5.1 5.2 5.3 Zusammenfassung der verwendeten rekonstruierten hippocampalen Zellen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Aufbau einer swc-Datei. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Die gemessenen morphologischen Parameter. . . . . . . . . . Parameterwerte der CA1-Region. . . . . . . . . . . . . . . . Die Lage der Somata in den Schichten der CA1-Region. . . . Übersicht über die Verbindungsmöglichkeiten der Zellen. . . . . . . . . 41 43 45 46 46 47 Überblick über die gemessenen morphologischen Parameter der CA1 -Pyramidenzellen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 63 Überblick über die gemessenen morphologischen Daten der Interneurone. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 68 Laufzeit und Speicherverbrauch. . . . . . . . . . . . . . . . . . 77 83 84 TABELLENVERZEICHNIS Abbildungsverzeichnis 1.1 1.2 Schematisches Bild einer Nervenzelle ([14], S. 533). . . . . . Darstellung eines nichtmyelinisierten und myelinisierten Axons ([14], S. 539). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1.3 Bild einer elektrischen Synapse ([14], S. 61). . . . . . . . . . 1.4 Makroskopische Gliederung des Kortex ([14], S. 693). . . . . 1.5 Der Aufbau des Kortex und die verschiedenen Färbemethoden ([14], S. 697). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1.6 Frontalschnitt aus dem Gehirn der Wanderratte (Rattus norvegicus) zur Veranschaulichung der Bereiche des Hippocampus ([1]). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1.7 Schematische Darstellung des Hippocampus ([10], S. 559). Abkürzungen: A Cortex, B Subiculum, C Hippocampus, D Fascia dentata, E Fornix, F Fasern zum entorhinalen Cortex, G Alveus, H graue Substanz, a und g Pyramidenzellen, i Schaffer Kollaterale, j Moosfasern. so stratum oriens; sp stratum pyramidale; sr stratum radiatum. . . . . . . . . . . . . . . . 1.8 Nisslfärbung des Hippocampus der Wanderratte (links) [1] und eine schematische Darstellung des Hippocampus (rechts) ([7], S. 69). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1.9 Schematisches Diagramm der morphologischen Klassifikation ([12], S. 380). Gefüllte Kreise markieren die Lage der Zellkörper. Die dunklen Linien, die von den Kreisen ausgehen, stellen die Orientierung und die Verteilung des Dendritenbaumes dar. Die schraffierte Fläche zeigt die Verteilung des Axons in den Schichten. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1.10 Korbzelle (Nummer 11) und O-LM-Zelle (Nummer 12) ([12], S. 382). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1.11 Die axonalen und dendritischen Fortsätze einer Axo-axonischen-Zelle (A) und einer Korbzelle (B) in der CA3 -Region ([12], S. 353). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 85 . 6 . . . 7 8 9 . 10 . 11 . 12 . 12 . 13 . 14 . 15 86 ABBILDUNGSVERZEICHNIS 1.12 Schematisches Diagramm der axonalen und dendritischen Verzweigungen der Interneurone nach Untertypen ([12], S. 398). Die dunklen Kreise zeigen die Lage der Zellkörper. Die dunklen Linien, die von den Kreisen ausgehen, stellen die Orientierung und die Verteilung des Dendritenbaumes dar. Die schraffierte Fläche zeigt die Verteilung des Axons in den Schichten. Die vertikal gestreifte Box kennzeichnet, dass andere Interneurone die hauptsächlichen Ziele für die Verbindung darstellen und nicht Pyramidenzellen. Im Hintergrund sieht man die Hauptzellen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16 2.1 2.2 2.3 3.1 3.2 3.3 3.4 3.5 3.6 3.7 3.8 3.9 3.10 3.11 3.12 3.13 3.14 3.15 3.16 3.17 Modellierung einer Zelle mit elementaren Objekten wie Zylinder und Kugeln. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23 Hierarchische Modellierung der Zelle. . . . . . . . . . . . . . . 24 Der Szenengraph der Zelle aus 2.2 . . . . . . . . . . . . . . . . 25 Schematische Sicht auf die Hauptfunktionen von NeuGen. . . Mit NeuGen erzeugte Neuronentypen: L5A-Pyramidenzelle, L5B -Pyramidenzelle und L23 -Pyramidenzelle. . . . . . . . . L4-Spiny-Stellate-Zelle und L4-Star-Pyramidenzelle. . . . . . Die graphische Benutzeroberfläche von NeuGen zeigt das erzeugte Netz (Mitte) und die Dendritendichte (rechts). . . . . Die Menüleiste und die Werkzeugleiste. . . . . . . . . . . . . Dialogfenster zum Erstellen eines neuen Projektes. . . . . . . Beispiel einer Parameterdatei. . . . . . . . . . . . . . . . . . Konfiguration der Parameter. . . . . . . . . . . . . . . . . . Dialogfenster für die Berechnung der Dichte. . . . . . . . . . Dialogfenster für die Visualisierung der Dichte. . . . . . . . . Visualisierungsarten der Dichte: Visualisierung mit Würfeln (links), Visualisierung mit konvexer Hülle (Mitte) und Visualisierung mit geteilter, konvexer Hülle (rechts). . . . . . . . . Proteindichtevisualisierung des Zellkerns mit drei unterschiedlichen Proteinfärbungen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dialogfenster für die Visualisierung der Proteindichte. . . . . Dialogfenster für den Export. . . . . . . . . . . . . . . . . . Dialogfenster für den Export. . . . . . . . . . . . . . . . . . Dialogfenster für den hoc-Export. . . . . . . . . . . . . . . . Das Hilfsfenster von NeuGen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28 . 29 . 30 . . . . . . . 31 31 32 32 33 34 35 . 36 . . . . . . 37 37 38 39 39 40 ABBILDUNGSVERZEICHNIS 87 4.1 CA1-Pyramidenzelle aus der NeuroMorpho-Datenbank. Das Soma ist braun, die basalen Dendriten sind gelb und der apikale Dendrit ist blaurot dargestellt. . . . . . . . . . . . . . . . 4.2 Ausschnitt eines Dendritenfortsatzes. . . . . . . . . . . . . . . 4.3 Die Bereiche der gemessenen Parameter der Zelle. Links wird ein Zweig (branch), rechts ein Segment (auch Kompartiment genannt), unten ein Baum und eine Verzweigung markiert. . . 4.4 Ausschnitt der CA1-Region. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4.5 Klassendiagramm für eine Zelle. . . . . . . . . . . . . . . . . . 4.6 Vererbungshierarchie der Zellen. . . . . . . . . . . . . . . . . . 4.7 Das Interface Net mit den definierten Methoden. . . . . . . . . 4.8 Vererbungshierarchie für das Netz. . . . . . . . . . . . . . . . 4.9 Überblick über die Parameterklasse. . . . . . . . . . . . . . . . 4.10 Überblick über die Parameter des Axons (links) und der Dendriten (rechts). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4.11 Der Axonzweig besteht aus Ranvierknoten (hellorange) und den Myelinstücken (dunkelorange). Die Parameter ranvier legth und myelinated legth regeln die Länge der einzelnen Bereiche. Die erzeugten Zweige können weitere Verzweigungen besitzen, diese werden als Siblinge bezeichnet. . . . . . . . . . . . . . . 4.12 Visualisierung einer Synapse (rot). Der Dendrit ist gelb und und das Axon orange dargestellt. . . . . . . . . . . . . . . . . 5.1 5.2 5.3 5.4 5.5 5.6 5.7 5.8 Vergleich der gesamten Länge der Dendritenbäume der CA1 Zellen. Die CA1 -Pyramidenzellen besitzen die längste totale Länge und die CR-Zellen die kürzeste totale Länge der Dendritenbäume. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Vergleich der gesamten Oberfläche der Dendritenbäume der CA1 -Zellen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Vergleich des gesamten Volumens der Dendritenbäume der CA1 -Zellen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Vergleich der gesamten Länge, der Oberfläche und des Volumens der Dendritenbäume der CA1 -Pyramidenzellen. . . . . Vergleich der gesamten Länge, der Oberfläche und des Volumens der Axone der CA1 -Pyramidenzellen. . . . . . . . . . . Vergleich der gesamten Länge der Dendritenbäume der Interneurone. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Vergleich der gesamten Oberfläche der Dendritenbäume der Interneurone. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Vergleich des gesamten Volumens der Dendritenbäume der Interneurone. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 42 43 44 45 48 51 52 53 54 56 57 58 . 60 . 61 . 62 . 64 . 65 . 66 . 69 . 70 88 ABBILDUNGSVERZEICHNIS 5.9 5.10 5.11 5.12 5.13 5.14 5.15 5.16 5.17 5.18 5.19 5.20 5.21 5.22 5.23 5.24 CA1 -Pyramidenzellen: Amaral (links) und NeuGen (rechts). Dichte der Axone der CA1 -Pyramidenzellen. . . . . . . . . . PV -Interneurone: Gulyas (links) und NeuGen (rechts). . . . Dichte der Axone der PV -Interneurone. . . . . . . . . . . . . CB -Interneurone: Gulyas (links) und NeuGen (rechts). . . . Dichte der Axone der CB -Interneurone. . . . . . . . . . . . . CCK -Interneurone: Gulyas (links) und NeuGen (rechts). . . Dichte der Axone der CCK -Interneurone. . . . . . . . . . . . SOM -Interneurone: Bildausschnitt aus [12] S382 (links) und NeuGen (rechts). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dichte der Axone der SOM -Interneurone. . . . . . . . . . . . CR-Interneurone: Gulyas (links) und NeuGen (rechts). . . . 3 CA1-Pyramidenzellen, 3 CR, 1 CB, 1 CCK, 2 PV, 2 SOM. Laufzeit für die Erzeugung der Zellen. . . . . . . . . . . . . . Laufzeit für das Verbinden der Zellen. . . . . . . . . . . . . . Anzahl der bilateralen Synapsen. . . . . . . . . . . . . . . . Verbrauch des Arbeitsspeichers des Netzes. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 71 71 72 72 73 73 74 74 . . . . . . . . 75 75 76 76 78 78 79 79 Literaturverzeichnis [1] brainmaps. http://http://www.brainmaps.org/. 1.6, 1.8, 6 [2] Ishizuka N, Cowan WM, Amaral DG. 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