Detektivgeschichte - Uraufführung

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Detektivgeschichte - Uraufführung
Von Imre Kertész
Schauspielfassung von Peter Schweiger.
Schauspiel mit Thomas Sarbacher.
Ein diktatorisches Staatssystem. Ein Mitglied des Corps, welches nicht
versteht, was hinter den Kulissen geschieht. Zwei weitere Mitglieder, die
skrupellos und grausam sind wie das Staatssystem selbst. Die Verhaftung
vieler Menschen, die nichts getan haben. Menschen die gefoltert und
hingerichtet werden – alles in einem Staat, in dem Gerechtigkeit eine
unbekannte Grösse ist.
Nach dem Sturz einer Schreckensherrschaft werden die Schergen vor Gericht gestellt. Einer
von ihnen, Antonio Martens, legt Rechenschaft ab. In seiner Zelle sitzend erzählt er, wie er
und zwei andere vom Corps zwei unschuldige Menschen umgebracht haben. Es geht um die
„Akte Salinas“, eine Akte die es eigentlich so gar nie gegeben hat.
Der junge Salinas, aus wohlhabendem Hause, möchte einer studentischen
Widerstandsgruppe beitreten – das System ändern. Als sein Vater davon Wind bekommt,
versucht er seinen Sohn zu schützen und erfindet kurzerhand eine Geheimorganisation, die
es gar nicht gibt. Er erzählt seinem Sohn davon und lässt ihn beitreten. Der junge Salinas
übergibt von nun an Briefe an einen Mitarbeiter des Vaters, die eigentlich ohne Inhalt sind,
alles in der Meinung, dass er damit zum Umsturz des Systems beiträgt.
Zur selben Zeit sucht das Corps nach Verdächtigen, nach Menschen, die es verhaften kann
und entdeckt dabei Tatsachen, die es nie gegeben hat. Das Corps fotografiert den jungen
Salinas mit andern Verdächtigen. Nun steht er stellvertretend im Zentrum der Ermittlungen,
unschuldig. Er wird festgenommen, gefoltert, kommt in den „Vorhof der Hölle“, bis sein
Verschwinden bemerkt wird. Doch die Intervention des Vaters beim Corps nützt nichts, auch
er wird festgenommen. Nicht einmal die notariell beglaubigten Briefe, die seine Unschuld
beweisen würden, zählen etwas. Die Mitglieder des Corps erfinden innerhalb kürzester Zeit
eine Anklage, gestrickt nach ihrer eigenen Logik, um das Gesicht des Diktators zu wahren –
was ihnen auch gelingt: Die beiden Salinas werden erschossen.
Es ist ein Land, in dem der Zufall regiert. Oder eigentlich, in der eine erfundene Logik greift,
die nach den Spielregen einiges korrupten Regimes funktioniert. Eine Logik, aufgebaut auf
Lügen. Der Scherge Martens realisiert erst in seiner Zelle sitzend, was eigentlich geschehen
ist. Doch Reue kennt er nicht. Er musste sich doch profilieren, denn er war „der Neue“ beim
Corps. Was wie eine Entschuldigung wirkt, lässt den Zuschauer nur noch besser erkennen,
wie dieses grausame System funktionierte. Es zählen andere Massstäbe, es ist eine Welt, in
der „alles abgelegt wurde, was uns an die Gesetze der Menschen band.“
Ihr literarisches Kleintheater in Zürich
Josefstrasse 106
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8005 Zürich
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044 271 50 81
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076 371 50 72
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www.sogar.ch
Mit „Detektivgeschichte“ hat Imre Kertész ein Buch über ein fiktives Land geschrieben,
welches von einer Diktatur beherrscht wird und von der Korruption lebt. Dieses fiktive Land
kann überall auf der Welt sein. Klar ist, dass es viele solche Länder gibt, in denen Dinge
geschehen, die wohl noch ergreifender sind, als die, die Kertész in seinem Buch behandelt.
Kertész selbst weiss, wovon er spricht: er wurde als junger Mann ins KZ Auschwitz und dann
nach Buchenwald gebracht. Er überlebte den Horror, ist aber für immer geprägt von diesen
Erlebnissen. In seinen Romanen verarbeitet er, was er erlebt hat – von einer einfachen
autobiographischen Reflexion zu sprechen, wäre aber sicher zu kurz gegriffen. Kertész öffnet
ein Feld für eine Thematik, die oft verschwiegen wird und dennoch ständig geschieht.
Kertész nimmt kein Blatt vor den Mund, er verarbeitet mittels einer fiktionalen Geschichte
sein Erleben in zwei Diktaturen: Nationalsozialismus, Kommunismus.
Gerade die Aktualität des Themas, sowie auch der faszinierende und packende Schreibstil
des Autors haben uns dazu bewogen, einen seiner Romane auf die Bühne zu bringen. Der
ungarische Literatur-Nobelpreisträger ist über das Vorhaben informiert und hat in die
Theateraufführung eingewilligt.
Peter Schweiger hat eine Theaterfassung von „Detektivgeschichte“ erarbeitet. Dabei wird der
Originaltext (auf eine Spieldauer von ca. 90 Minuten gekürzt) von Thomas Sarbacher zur
Darstellung gebracht. Die vorgenommenen Kürzungen werden durch das direkte Spiel
kompensiert – auf diesem Weg entsteht eine Mischung zwischen Schauspiel und der
literarischen Exzellenz von Kertész.
Zitat von Imre Kertész (aus einem Interview mit Stephan Speicher)
„Enrique, der jugendliche Held, erlebt die Diktatur als unerträglich, er denkt, wie er denkt.
Aber er gehört nicht zu den Revolutionären, sie lehnen die Zusammenarbeit mit ihm ab. Aber
er trifft eine Entscheidung. Und in diesem Sinne ist er frei. Er müsste sich nicht so
benehmen, wie er sich benimmt. Sein Leitfaden ist seine Überzeugung, sein Weltbild. In
diesem Sinne ist er eine schillersche Figur. Rodriguez, der Folterer, tut auch, was er ist. Aber
er braucht dazu eine Ideologie. Und die heißt Ordnung, eine Ideologie, die alles rechtfertigt.
Und Diaz, der Chef der Truppe, ist ein Zyniker oder Skeptiker, der alles weiß und alle
Erfahrungen in der Tasche hat. Er tut seine Arbeit, und wenn sie nicht mehr gebraucht wird,
dann verschwindet er. Eine ewige Fluchtfigur. Er taucht mal in Südamerika auf und mal in der
Sowjetunion. Aber er wird immer jemand finden, der ihn beschäftigt.“
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Detektivgeschichte - Uraufführung
Von Imre Kertész
Schauspielfassung von Peter Schweiger.
Schauspiel mit Thomas Sarbacher.
Spiel: Thomas Sarbacher
Regie: Peter Schweiger
Regieassistenz: Elise Perrin
Produktion: sarbacher - sogar theater
Die Produktion wird unterstützt von: Familien-Vontobel-Stiftung, Hamasil Stiftung,
Georg und Jenny Bloch-Stiftung, Swiss Life, Stadt Zürich I Kultur, Migros
Kulturprozent
Vorstellungen:
Donnerstag, 17. Januar 2013, 20.30 h – Uraufführung
Freitag,
18. Januar 2013, 20.30 h
Samstag,
19. Januar 2013, 20.30 h
Sonntag,
20. Januar 2013, 17.00 h
Mittwoch,
23. Januar 2013, 20.30 h
Donnerstag, 24. Januar 2013, 20.30 h
Freitag,
25. Januar 2013, 20.30 h
Samstag,
26. Januar 2013, 20.30 h
Sonntag,
27. Januar 2013, 17.00 h
Kontakt und weitere Informationen:
Peter Brunner
Tel. Theaterleitung +44 271 50 81
Tel. Mobil +76 371 50 72
Web: http://www.sogar.ch/medienservice.html
E-Mail: [email protected]
Peter Schweiger
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Detektivgeschichte
Uraufführung: 17. Januar 2013, 20.30 h
Weitere Vorstellungen: 18. bis 27. Januar 2013, 20:30 Uhr (So, 17:00 Uhr)
❏ Donnerstag, 17. Januar 2013, 20.30 h – Uraufführung
❏ Freitag, 18. Januar 2013, 20.30 h
❏ Samstag, 19. Januar 2013, 20.30 h
❏ Sonntag, 20. Januar 2013, 17.00 h
❏ Mittwoch, 23. Januar 2013, 20.30 h
❏ Donnerstag, 24. Januar 2013, 20.30 h
❏ Freitag, 25. Januar 2013, 20.30 h
❏ Samstag, 26. Januar 2013, 20.30 h
❏ Sonntag, 27. Januar 2013, 17.00 h
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