Gelderland-Klinik Geldern: Behandlung von Anorexie und Bulimie

Werbung
Gelderland-Klinik Geldern
Leistungen > Medizinische Leistungsangebote > Spezielle Therapieangebote > Behandlung von
Anorexie und Bulimie
Störungsspezifisches Behandlungsangebot
für Patienten mit Magersucht und Bulimie
Ess-Störungen sind insbesondere unter jungen Frauen häufig. So verhalten sich etwa 1-2%
heranwachsender Mädchen und junger Frauen magersüchtig, der Anteil bulimischer Frauen liegt im
Alter zwischen 20 und 35 Jahren bei 2-4%. Allerdings zeigt sich, dass auch zunehmend ältere
Frauen eine Behandlung wegen Magersucht oder Bulimie in Anspruch nehmen.
Erfahrungsgemäß fällt es vielen Frauen nicht leicht, wegen ihrer Ess-Störung eine Behandlung
aufzusuchen, und häufig wollen sie es alleine schaffen, sich von ihrem Symptomverhalten zu lösen.
Ohne therapeutische Hilfe ist dies jedoch oft schwierig, und häufig verzögert sich so der Beginn
einer Therapie mit der Folge eines oft jahrelangen Leidens und zunehmender Chronifizierung mit oft
schwerwiegenden Folgen auf körperlich-physiologischer und psychischer Ebene wie auch in den
mitmenschlichen Beziehungen zu Familie, Partnern, Freunden oder Arbeitskollegen. Dabei ist
speziell die Magersucht eine Erkrankung mit hoher Sterblichkeit von langfristig immerhin bis zu
15%.
In der Gelderland-Klinik wird für Patientinnen mit Essstörungen wie Anorexie und Bulimie ein
spezifisches integratives Behandlungskonzept angeboten. Dabei werden psychodynamische mit
symptomorientierten Ansätzen kombiniert. Auch systemische Interventionen unter Einbezug von
Partner oder Familie werden genutzt, wenn dies im Behandlungsverlauf als sinnvoll erscheint.
Weitere wesentliche Elemente der stationären Behandlung in unserem multiprofessionellen Team
sind die medizinische Betreuung, Ernährungsberatung, ein strukturierendes Essprogramm,
Unterstützung durch den Sozialarbeiter und den Klinikalltag begleitende Gespräche mit dem
Pflegepersonal.
Im Zentrum unseres Therapiekonzeptes steht die Behandlung in der Gruppe. Gruppentherapie
findet täglich statt, zweimal wöchentlich als psychodynamische Gesprächsgruppe, dreimal als
kunstpsychotherapeutische Gruppenbehandlung. Die Behandlung in einer Gruppe ähnlich
Betroffener - über das Gespräch in der Verbalgruppe oder mit Hilfe kreativer Medien in der
Kunsttherapie - hat sich dabei als sehr hilfreich erwiesen, seelische Probleme und Konflikte zu
bearbeiten, die den auslösenden und aufrechterhaltenden Hintergrund des Symptomverhaltens
darstellen. Die Gruppe bietet in einem geschützten Rahmen ein wichtiges Erfahrungs- und
Übungsfeld, um zu lernen, mit anderen Menschen Kontakt aufzunehmen, sich zu öffnen und auch
abzugrenzen, Verständnis für sich selbst im Spiegel der anderen zu entwickeln und alternative
Lösungen zum bisherigen Symptomverhalten zu entdecken und auszuprobieren. Unterstützt wird
der Therapieprozess durch Einzelgespräche, die der Unterstützung und Erarbeitung der
1
Behandlungsziele und der Förderung des Arbeitsbündnisses dienen.
Gleichgewichtig zur Gruppentherapie ist das strukturierende Essprogramm insbesondere für stark
untergewichtige Patientinnen (BMI unter 17,5 kg/m²) verbindlich. Es soll den Patientinnen, die einer
Gewichtszunahme in der Regel zwiespältig gegenüberstehen, dabei helfen, ihre
Nahrungsaufnahme regelmäßiger und kaloriengerechter zu gestalten, damit eine Gewichtszunahme
und damit körperliche Stabilisierung möglich ist. Zu bedenken ist, dass die psychotherapeutische
Behandlung in der Gruppe bei stärkerem Untergewicht besser wirksam werden kann, wenn durch
Gewichtszunahme auch eine körperliche Stabilisierung erreicht wird. Erfahrungsgemäß erleichtert
dies die psychotherapeutische Arbeit an der Konfliktbewältigung bzw. macht diese erst möglich. So
steht hier die Notwendigkeit der dosierten Gewichtszunahme im Vordergrund. Selbstverständlich
erfolgt hierzu eine intensive Ernährungsberatung, welche die Patientinnen ebenfalls während der
gesamten Behandlungsdauer begleitet. Ernährungspläne werden individuell abgestimmt, so dass
eine wöchentliche Gewichtszunahme zwischen 700g und 1000 g erreicht werden kann. Angestrebt
wird dabei zunächst das einem BMI von 17,5 kg/m² entsprechende Körpergewicht, jedoch wird das
Zielgewicht individuell in Abhängigkeit von der Ausgangssituation besprochen und festgelegt. Die
wöchentliche Gewichtszunahme wird u. U. durch hochkalorische Trinknahrung unterstützt.
Sportliche Betätigung ist in der Phase der Gewichtszunahme nicht vorgesehen.
Die Bedingungen des strukturierenden Essprogramms werden in der Aufnahmewoche genau
besprochen und bei Zustimmung der Patientin durch Unterschrift unter einen Behandlungsvertrag
bekräftigt. Wir verstehen die gemeinsame Unterschrift auch als Bestätigung des
psychotherapeutischen Arbeitsbündnisses.
Die Behandlung erfolgt teamorientiert-multiprofessionell in einem integrativen Konzept. Neben dem
die Patientin begleitenden Bezugstherapeuten stehen auch die anderen Teammitglieder für eine
hilfreiche Beziehung zur Verfügung. Eine angemessene medizinische Behandlung versteht sich
angesichts der möglichen somatischen Komplikationen von Essstörungen von selbst, in
schwerwiegenden Notfällen erfolgt eine kollegiale Zusammenarbeit mit der internistischen Abteilung
des der Klinik gegenüberliegenden Akutkrankenhauses. Hier werden die Patientinnen dann auch
weiterhin konsiliarisch betreut.
Wichtig ist, dass den Patientinnen im Anschluss ein ambulanter Therapieplatz in ihrer Heimatregion
zur Verfügung steht. Schon im Vorfeld (prästationär) kann zu uns Kontakt aufgenommen werden. In
einem ambulanten Vorgespräch - hierzu benötigen wir den Überweisungsschein eines
niedergelassenen Arztes - können eine diagnostische und motivationale Abklärung und
Indikationsstellung, vor allem aber auch ein erstes Kennenlernen erfolgen. In diesem
Zusammenhang wird dann auch das angebotene Behandlungsprogramm vorgestellt, um den
Patientinnen die Entscheidungsfindung zu erleichtern. Soweit gewünscht sind wir bei der
Beantragung der Kostenzusage auch gerne behilflich.
2
Herunterladen