F - Umwelt-Campus Birkenfeld

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Umwelt-Campus Birkenfeld
der Fachhochschule Trier
Technische Mechanik I
Prof. Dr.-Ing. T. Preußler
4. Allgemeines ebenes Kräftesystem
Eine Gruppe von Kräften, die an einem starren Körper angreifen, bilden ein
allgemeines Kräftesystem, wenn sich ihre Wirkungslinien nicht in einem
gemeinsamen Punkt schneiden.
→
F2
→
f3
→
P2
f1
P1
P3
→
F1
→
F3
→
f2
Das allgemeines Kräftesystem beinhaltet das zentrale Kräftesystem als
Sonderfall.
4. Allgemeines Kräftesystem
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4.1 Äquivalenz von Kräften und Momenten
4.1.1 Zusammensetzen von Kräften
Beim allgemeinen Kräftesystem sind neben Betrag und Richtung im Kräfteplan auch der Angriffspunkt der Resultierenden im Lageplan zu bestimmen
→
F2
Lageplan
R
r1
f3
→
F1
F3
→
→
→
Kräfteplan
P1
P
f1
→
→
f2
F3
R
R1
r1
→
F2
→
F1
Zwei Kräfte mit gemeinsamen Schnittpunkt bilden mit ihrer Resultierenden ein
zentrales Kräftesystem. Durch Einzeichnen der Wirkungslinien im Lageplan
lässt sich schrittweise der Angriffspunkt der Endresultierenden konstruieren
4. Allgemeines Kräftesystem
2
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Bei parallelen oder fast parallelen Kräften versagt das vorgestellte Verfahren,
da keine gemeinsamen Schnittpunkte konstruiert werden können. Das
Verfahren wird dahingehend abgeändert, indem Hilfskräfte eingeführt
werden, die sich gegenseitig aufheben.
→
→
R
F2
R2
R
H
→
R1
P2
F2
R2
F1
h
→
P1
F1
R1
H
P
H
Lageplan
r2
Kräfteplan
r1
Die Resultierende wirkt parallel zu den Kräften. Der Schnittpunkt P teilt den
Abstand der Kräfte im umgekehrten Verhältnis zu ihren Beträgen.
4. Allgemeines Kräftesystem
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4.1.2 Kräftepaare
Die Reduktion auf eine einzige Resultierende gelingt nicht für den Fall gleich
großer, parallel und entgegengesetzt gerichteter Kräfte.
→
r2
→
→
R1
F1
h
P1
H
H
r
r
F1 = −F2 und
r r
F1 F2
→
r
r
⇒ R1 = −R2 und
r r
R1 R2
P2
→
F2
→
r1
R2
Versucht man, ein solches Kräftepaar zusammenzufassen, erhält man
Resultierende, die wiederum ein Kräftepaar bilden.
Zwei parallele Kräfte mit gleichem Betrag und entgegengesetzter
Orientierung werden als Kräftepaar bezeichnet. Die Resultierende eines
Kräftepaares ist null.
4. Allgemeines Kräftesystem
4
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4.1.3 Momente
Da sich Kräftepaare nicht auf Einzelkräfte reduzieren lassen, bilden sie
selbständige Grundelemente eines allgemeinen Kräftesystems. Kräftepaare
üben auf einen Körper ein Drehmoment aus. Die Wirkung eines Moments
auf einen starren Körper besteht in dem Bestreben, ihn um eine Achse zu
drehen.
→
positiv
z
M
y
x
→
F
→
→
F
F
negativ
a
→
F
→
M
Das Drehmoment r ist wie die Kraft eine gerichtete Größe. Der
Momentenvektor M steht senkrecht zur Ebene, die das Kräftepaar aufspannt.
4. Allgemeines Kräftesystem
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Der Momentenvektor gibt die Richtung der Drehachse an und wird durch
einen Doppelpfeil gekennzeichnet. Symbolisch kann ein Moment auch durch
einen gekrümmten Pfeil dargestellt werden.
Die Orientierung ergibt sich nach der Rechten-Hand-Regel:
Zeigt der Daumen der rechten Hand in Richtung des
Momentenvektors, zeigen die Finger in Drehrichtung
des Moments.
Momente, die entgegengesetzt dem Uhrzeigersinn drehen, sind positiv
(+) definiert, Momente mit Drehrichtung im Uhrzeigersinn sind
negativ (-).
Der Betrag des Momentenvektors M ist das Produkt aus dem Betrag F und
dem Abstand a des Kräftepaares
M=F·a
4. Allgemeines Kräftesystem
[Nmm, Nm = kgm2/s2, kNm]
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Der Betrag des Moments eines Kräftepaares ist unabhängig vom
Bezugspunkt
b
→
Moment des Kräftepaars:
M = F·a
a
MA
→
A
→
→
F
M
Moment bezüglich A:
F
MA = F·(a + b) – F·b = F·a = M
Daraus folgt, dass Kräftepaare beliebig parallel verschoben werden
dürfen, ohne dass sich ihre Wirkung auf das Kräftesystem ändert.
Im Gegensatz zu den liniengebundenen
Kräften handelt es sich bei Momenten
an starren Körpern um freie Vektoren.
→
→
M
M
→
→
M
M
4. Allgemeines Kräftesystem
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4.1.4 Versetzungsmoment
Eine Kraft kann an einem starren Körper parallel zu ihrer Wirkungslinie
schoben werden, wenn das Versetzungsmoment berücksichtigt wird.
a
a
→
ver-
a
→
F
r
f
F
→
→
F
F
M = F·a
→
F
→
'
f
→
f
→
'
→
f
f
→
'
f
→
f
r
f '
Hierzu werden auf der Wirkungslinie im Abstand a zwei entgegengesetzte
Kräfte mit dem Betrag von F eingetragen, die sich gegenseitig aufheben.
Es ergibt sich ein Kräftepaar, das durch das Versetzungsmoment M=F·a
ersetzt werden kann.
4. Allgemeines Kräftesystem
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→
M=F·a
Das Versetzungsmoment einer
Kraft F bezüglich eines beliebigen
Punktes A wird auch als statisches
Moment bezeichnet.
A
f
→
F
a
Beispiele:
a) Winkelhaken
b) Welle mit Zahnrad
F
F
a
r
=
4. Allgemeines Kräftesystem
M=F·a
=
F
F
M=F·r
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4.2 Statische Bestimmtheit
Liegen alle Lasten und Reaktionskräfte eines starren Körpers in einer Ebene,
so bezeichnet man diesen Körper als starre Scheibe.
y
Die Lage einer starren Scheibe in ihrer Ebene
wird durch genau drei unabhängige
ϕ
Koordinaten eindeutig bestimmt.
r
A'
yA A ψ
xA ,yA und ϕ
oder
rA ,ψ und ϕ
A xA
x
Eine ungefesselte, starre Scheibe besitzt f = 3 unabhängige Freiheitsgrade (Bewegungsmöglichkeiten).
Durch Lagerungen wird die Anzahl der Freiheitsgrade reduziert. Eine starre
Scheibe ist statisch bestimmt gelagert, wenn ihr Freiheitsgrad f = 0 ist. Dies
stellt eine notwendige, aber nicht hinreichende Bedingung dar.
4. Allgemeines Kräftesystem
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Stäbe fixieren eine Scheibe nur in eine Richtung. Sie binden jeweils einen
Freiheitsgrad.
r
r r r
r r
s
s
s
s
s
s
2
1
3
2
1
r
r
3
s2 s1
P
r
s3
a) Stabile
Lagerung,
Wirkungslinien der
Lagerkräfte haben
keinen gemeinsamen
Schnittpunkt.
4. Allgemeines Kräftesystem
b) Labile
Lagerung,
Wirkungslinien der
Lagerkräfte gehen
durch einen Pol, um
den sich die Scheibe
drehen kann.
c) Instabile Lagerung,
Wirkungslinien der
Lagerkräfte
sind
parallel, die Scheibe kann sich verschieben.
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4.3 Auflagerreaktionen
Ein starrer Körper muss in bestimmter Art und Weise gelagert werden, damit
er sich nicht unter der Wirkung äußerer Kräfte verschiebt. In den
Auflagerpunkten wirken Reaktionskräfte, die mit den vorgegebenen Kräften
im Gleichgewicht stehen.
Sämtliche Lagerungen, die in der Technik vorkommen, lassen sich auf drei
Grundtypen zurückführen:
• Gelenk
• Führung und
• Einspannung
Ein Gelenk kann kein Moment, eine Führung keine Kraft übertragen. In der
Ebene ist ein Lager je nach Anzahl der auftretenden unabhängigen
Auflagerreaktionen ein-, zwei- oder dreiwertig,
4. Allgemeines Kräftesystem
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a) Einwertige Lager
Rollen bzw. Gleitlager
Pendelstütze
Gleithülse
Seil
Bei einwertigen Lagern tritt die Kraft als einzige Unbekannte auf. Die
Kraftrichtung ist durch die Konstruktion vorgegeben
b) Zweiwertige Lager
Gelenklager
Pendelstützen
Führung
α
Bei zweiwertige Lagern treten grundsätzlich zwei Unbekannte auf, entweder
eine Kraft und eine Richtung (Gelenklager), zwei Kräfte (Pendelstützen)
oder eine Kraft und ein Moment (Führung).
4. Allgemeines Kräftesystem
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Beim Gelenklager kann die Kraftrichtung mit unbekanntem Winkel durch
zwei unbekannte Kräfte mit beliebiger Richtung ersetzt werden.
α
=
Die Kraftrichtungen werden
zweckmäßigerweise senkrecht
zueinander gewählt.
=
c) Dreiwertige Lager
Einspannung
α
=
Bei dreiwertige Lagern treten drei Unbekannte auf: Kraft, Kraftrichtung und
Moment bzw. zwei Kräfte und ein Moment.
4. Allgemeines Kräftesystem
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Lagerungstyp
Symbol
Lagerreaktion
Freiheits- Wertiggrad
keit
Rollen- oder
Gleitlager, Pendelstütze, Seil
1
Gelenklager
2
Führung
2
Einspannung
4. Allgemeines Kräftesystem
kein
3
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In der Ebene werden einwertige Lager (Rollen- oder Gleitlager, Pendelstütze)
als Loslager, zweiwertige (Gelenklager, Führung) als Festlager bezeichnet.
Für Einspannungen ist auch der Begriff Festpunkt gebräuchlich
Die Bilder zeigen die technische Ausführung des Loslagers einer historischen
Eisenbahnbrücke, welches als reibungsfreies Auflager idealisiert werden kann.
(nach Gabbert/Raecke: Technische Mechanik für Wirtsschaftsingenieure)
4. Allgemeines Kräftesystem
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4.4 Gleichgewicht von Kräften und Momenten
Ein allgemeines Kräftesystem ist im statischen Gleichgewicht, wenn alle
Kräfte sich gegenseitig aufheben und kein Kräftepaar (Moment) auftritt.
Neben der Einspannung ist die Kombination aus Fest- und Loslager sowie die
Lagerung durch drei Pendelstützen bei statisch bestimmt gelagerten Scheiben
von besonderer Bedeutung.
a) Fest- und Loslager
b) Pendelstützen
→
→
F
A
A
A
F
A
C
B
B
B
B
C
Bei der Lagerung durch Fest- und Loslager treten mindestens drei, bei der
Lagerung durch Pendelstützen mindestens vier Kräfte auf.
4. Allgemeines Kräftesystem
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4.4.1 Grafische Behandlung
4.4.1.1 Drei-Kräfte-Verfahren
Im Gleichgewichtsfall muss die Reaktionskraft im Festlager die Resultierende
aus der eingeprägten Kraft und der Kraft im Loslager aufheben.
→
Lageplan
a
b
Kräfteplan
P
→
b
A
→
F
→
F
A
A
B
→
f
a
B
B
Die Resultierende bildet mit der Kraft im Loslager nur dann kein Kräftepaar,
wenn sich die Wirkungslinien aller Kräfte in einem Punkt schneiden.
Drei Kräfte bilden im Gleichgewichtsfall stets ein zentrales Kräftesystem.
4. Allgemeines Kräftesystem
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Übung: Scheibe mit Einzellast
Gegeben: Horizontale Last F = 3 kN
Gesucht: Auflagerkräfte A und B
Lageplan
Kräfteplan
→
f
a
A
B
2a
Kraftmaßstab:
1 cm = 1 kN
4. Allgemeines Kräftesystem
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4.4.1.2 Vier-Kräfte-Verfahren
Beim Vier-Kräfte-Verfahren nach Culmann werden aus der eingeprägten
Kraft und einer Lagerkraft eine Resultierende gebildet, die im Gleichgewicht
mit den restlichen Lagerkräften steht.
Lageplan
r
c
r
b
Kräfteplan
→
A
B
P2
→
f
A
F
A
r
B
→
P1
r
a
R
r
a
→
b
C
→
F
C
r
c
C
B
Es tritt nur dann kein Kräftepaar auf, wenn die Resultierende auf der
Verbindungslinie der Schnittpunkte P1 und P2 der beteiligten Kräfte liegt.
4. Allgemeines Kräftesystem
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Übung: Scheibe mit Einzellast
Gegeben: Kraft F = 8 kN
Gesucht : Auflagerkräfte A, B, C
Lageplan
Kräfteplan
C
B
A
Kraftmaßstab:
1 cm = 2 kN
4. Allgemeines Kräftesystem
21
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4.4.2 Rechnerische Behandlung
Ein allgemeines Kräftesystem ist im Gleichgewicht, wenn alle Kräfte und alle
Kräftepaare null werden, d. h. wenn die resultierende Kraft und das
resultierendes Moment verschwinden.
n →
r
R = ∑ Fi = 0
Kräftegleichgewicht:
i =1
Momentengleichgewicht:
n
n r
→
r
r
M R = ∑ M i = ∑ Fi × ri = 0
i =1
i =1
In Komponentendarstellung ergeben sich in der Ebene drei notwendige und
hinreichende Gleichgewichtsbedingungen, wobei P ein willkürlich gewählter
Bezugspunkt für das Momentengleichgewicht ist:
n
n
∑F
ix
=0
i =1
4. Allgemeines Kräftesystem
n
∑F
iy
i =1
=0
∑M
P
iz
=0
i =1
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Die Kräftegleichungen lassen sich durch Momentengleichungen ersetzen,
sofern die Bezugspunkte zur Bildung der Momentengleichgewichte
unterschiedlich gewählt werden und nicht auf einer Linie liegen.
Die Gleichgewichtbedingung kann somit auch durch eine Kräftegleichung
und zwei Momentengleichungen
n
n
n
∑ Fix = 0
∑M
i =1
i =1
P1
iz
=0
P2
M
∑ iz = 0
i =1
oder drei Momentengleichungen
n
∑M
n
P1
iz
=0
i =1
∑M
i =1
n
P2
iz
=0
∑M
P3
iz
=0
i =1
mit unterschiedlichen Bezugspunkten P1, P2 und P3 ersetzt werden. In der
Ebene sind jeweils nur drei Gleichgewichtbedingungen linear von einander
unabhängig.
4. Allgemeines Kräftesystem
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Obwohl die Lage der Bezugspunkte mit den o.g. Einschränkungen prinzipiell
beliebig ist, hängt von der geschickten Wahl der Rechenaufwand entscheidend
ab.
Grundsätzlich gilt, nur solche Bezugspunkte für die Aufstellung von
Momentengleichgewichten zu wählen, deren Abstände bekannt oder aus der
Geometrie leicht ermittelbar sind und die auf der Wirkungslinie mindestens
einer unbekannter Kraft liegen. Dies trifft immer für Auflager zu.
n
n
n
∑ Fix = 0
∑M = 0
B
M
∑ iz = 0
i =1
i =1
i =1
A
iz
Bezugspunkte zur Aufstellung von Momentengleichgewichten sind in der
Regel in die Auflagerpunkte zu legen.
Bei der analytischen Bestimmung von Auflagerreaktionen werden diese meist
als Druckkräfte, d. h. mit der Pfeilspitze zum Freikörperbild orientiert eingetragen. Die tatsächliche Orientierung ergibt sich aus dem Vorzeichen des
Berechnungsergebnisses. Abhebende Kräfte besitzen negative Vorzeichen.
4. Allgemeines Kräftesystem
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Beispiel: Scheibe mit Einzellast
y
h=1m
A
Freikörperbild
F
F=3 kN
x
b=2m
B
Gleichgewichtsbedingungen
4. Allgemeines Kräftesystem
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Beispiel: Gelagerte Scheibe mit Momentenlast
Freikörperbild
M=2 kNm
B
A
y
M
L=0,8 m
x
Gleichgewichtsbedingungen
4. Allgemeines Kräftesystem
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Übung: Gelagerte Scheibe mit Kraft- und Momentenlast
Gegeben: F = 5 kN, M = 2 kNm, L = 2 m, h = 1 m, α = 30°
Gesucht: Auflagerreaktionen
Freikörperbild
α
h
F
M
F
B
A
y
M
L
x
Gleichgewichtsbedingungen
4. Allgemeines Kräftesystem
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Ergänzung: Durch drei Gleitlager gelagerte Scheibe mit Einzellast
F=8 kN
α
C
C
y
h=1m
x
y
y
x
c
A
x
y
y
P
y
aus (3):
aus (1) – (2):
Fx
∑F = 0 = A + C + F = ( A + C + F) ⋅ cosα
∑F = 0 = A + B − C + F = ( A − C + F) ⋅ sinα + B
3b
3b
h
=
=
⋅
+
⋅
−
⋅
M
0
B
F
F
= B+F −F
∑
4
4
2
x
a
P
B
b=2m
x
Ax
A
α
Cy
Cx
α = 45°
F
Fy
x
y
x
2h
3b
2 ⋅1
cos 45° − sin 45°) = −3,77 kN
3⋅ 2
B
− 3,77
C=
=
= −2,67 kN
2 ⋅ sinα 2 ⋅ sin45°
B
Ay
⇒ F + A+ C = 0
−B
⇒ F + A−C =
sinα
2h
⇒ B = F ⋅ cosα − F ⋅ sin α
3b
(1)
(2)
(3)
B = 8⋅(
4. Allgemeines Kräftesystem
aus (1):
A = −C − F = 2,67 − 8 = −5,33 kN
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→
Alternativ: Berechnung durch Momentengleichgewichte
F=8 kN
α
F
C
a2
α = 45°
h=1m
P1
A
B
A
P2
a3
C
α
b →
a
a1
→
b=2m
f
a4
B
P3
→
c
h 2
3b
+ B⋅
2
4
⇒B=−
2h 2
2 2
⋅F = −
⋅ 8 = −3,77 kN
3b
3⋅ 2
h 2
3h 2
+C⋅
2
2
⇒C = −
F
8
= − = −2,67 kN
3
3
∑M P1 = 0 = F ⋅ a1 + B⋅ a2 = F ⋅
∑M P2 = 0 = F ⋅ a1 + C ⋅ a3 = F ⋅
∑M = 0 = −F ⋅ a4 − A⋅ a3= −F ⋅ h 2 − A⋅
P3
4. Allgemeines Kräftesystem
2
16
3h 2
⇒ A = − F = − = −5,33 kN
3
3
2
29
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