Edle Steine Schmuckstücke aus der Edelstein

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Edle Steine
Schmuckstücke aus der EdelsteinSammlung von Dr. Bertold Suhner
9. November 2013 bis 4. Mai 2014
Liebe Lehrerinnen und Lehrer
Ende 2011 wurde dem Naturmuseum St. Gallen von der Dr. Bertold SuhnerStiftung eine Sammlung von rund 600 geschliffenen Edelsteinen geschenkt. In
unserer neuen Sonderausstellung zeigen wir einen repräsentativen Querschnitt
durch diese Sammlung und gewähren einen kleinen Einblick in die MineralienSammlung des Naturmuseums St. Gallen. Zudem stellen wir die interessante
Biographie Bertold Suhners vor, der – unter anderem - als Forscher,
Unternehmer und Naturforscher gewirkt hatte.
Ein Besuch der Sonderausstellung ist vor allem für Klassen der Mittel- und
Oberstufe spannend. Idealerweise planen Sie genügend Zeit ein und gehen noch
in die Geologische Abteilung unserer Dauerausstellung. Hier finden Sie grosse
und „fassbare“ Mineralien und Kristalle. Auf unserer Website
www.naturmuseumsg.ch gibt es einen grossen Geologieparcours, den Sie für
Ihre Klasse adaptieren können.
Diese Wegleitung wurde von der Museumspädagogik des Naturmuseums St.
Gallen erstellt und darf ausschliesslich für schulische Zwecke verwendet werden.
Für Führungen und weitere Informationen sind wir unter:
[email protected] erreichbar.
Einen spannenden Ausstellungsbesuch wünscht
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Inhaltsverzeichnis
Rahmenprogramm ..........................................................................................................................2
Inhalt der Ausstellung und Biographie B. Suhners .........................................................................3
Geologische Grundlagen der Ausstellung ......................................................................................4
Eine kleine Edelsteinkunde ............................................................................................................5
Edelsteinportraits ............................................................................................................................8
Einblicke in ausgewählte Sammlungen ..........................................................................................12
Literaturtipps und Ideen rund um den Ausstellungsbesuch ............................................................13
Arbeitsblätter und Lösungen .......................................................................................................... 14
Rahmenprogramm
Vorträge
Di 3. Dezember 2013, 19.30 Uhr: Indien – Faszination der Edelsteine
Vortrag von Berthold Ottens, Walsdorf bei Bamberg / D
Mi 19. März 2014, 19 Uhr: Edelsteine im Lichte von Naturwissenschaft und Technik
Vortrag von Florian Neukirchen, Diplom-Mineraloge und Sachbuchautor, Berlin / D
Di 8. April 2014, 19.30 Uhr; Fälschungen bei Edelsteinen, Mineralien und Fossilien
Vortrag von Charles Handschin, Zentralpräsident der Schweizerischen Vereinigung der Strahler,
Mineralien und Fossiliensammler, Biberist
Sonntagsführungen jeweils 10.15 – 11 Uhr
So 5. Januar 2014: Edelsteine und funkelnde Kristalle
Führung durch die Ausstellung mit Dr. Peter Kürsteiner
So 16. März 2014: Edelsteine in Naturwissenschaft und Technik
Führung durch die Ausstellung mit Dr. Toni Bürgin, Direktor Naturmuseum
So 13. April 2014: Edle Steine für die Wissenschaft
Führung durch die Ausstellung mit Dr. Toni Bürgin, Direktor Naturmuseum
Kindernachmittag Mi 4. Dezember 2013, 14 – 16 Uhr
Glitzernde Weihnachtsgeschenke
Ein Museumsabenteuer mit spielerischer Führung durch die
Ausstellung und Basteln, mit unseren Museumspädagoginnen.
Für Kinder ab 6 Jahren, CHF 8.– Anmeldung: T 071 242 06 70
17. Herbsttagung: Sa 16. November 2013, 14 – 17.30 Uhr
Edle Steine und funkelnde Kristalle
Tagung mit vier allgemeinverständlichen Referaten zum Thema ‹Edelsteine›
Schule im Museum
Mi 13. November 2013, 16.30 – 17.30 Uhr
Einführung für Lehrpersonen, Vorstellung der Sonderausstellung
mit Regula Frei und Petra Wiesenhütter, Anmeldung: T 071 242 06 70
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Inhalt
Die Sonderausstellung im Ostraum des Museums informiert in 16 Wandvitrinen über die
Person von Dr. Bertold Suhner, seine Forschungsarbeit, über verschiedene Edelsteine
aus seiner Sammlung, sowie über die Mineraliensammlungen der Bertold SuhnerStiftung und des Naturmuseums St. Gallen. Abgerundet wird die Ausstellung durch die
Präsentation des 1960 entstandenen Films „Kleine Tiere – gross gesehen“.
Bertold Suhner: Ein Leben für Technik und Wissenschaft
Bertold Suhner war eine schillernde Persönlichkeit, genialer Tüftler, erfolgreicher
Unternehmer und ein grossherziger Naturfreund. Geboren am 5. August 1910,
verbrachte er seine Jugendzeit in Herisau. Nach dem Maschinenbaustudium an der ETH
Zürich stieg er 1938 in den väterlichen Betrieb, die Suhner & Co in Herisau, ein. Am 1.
April 1943, mitten im Zweiten Weltkrieg, gründete er zusammen mit dem befreundeten
Elektrotechniker Willi Studer die Metrohm AG. Die Firma war ursprünglich auf
Messgeräte im Radio- und Fernmeldebereich spezialisiert. Den Durchbruch schaffte sie
1947 mit der Entwicklung eines elektronischen pH-Messgerätes. Nach seinem
Rückzug aus der operativen Geschäftsleitung brachte er das gesamte Aktienkapital in
eine eigene Stiftung ein. Heute beschäftigt die Metrohm AG am Standort Herisau rund
400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und gehört damit zu einem der wichtigsten
Unternehmen im Kanton Appenzell Ausserrhoden. Weltweit sind gegenwärtig 1850
Personen in 42 Tochterunternehmen tätig.
Bertold Suhner pflegte neben seiner Arbeit eine Vielzahl von Steckenpferden:
Sportliche, wie Fliegen oder Bergsteigen und künstlerische wie Malerei und das
Orgelspiel. Bereits früh begann sich Bertold Suhner dem Filmen zuzuwenden. Sein
Dokumentarfilm „Kleine Tiere – gross gesehen“ wurde Ende der 1960er Jahre sogar an
den Solothurner Filmtagen prämiert und wird in der aktuellen Sonderausstellung gezeigt.
1968 gründete er die Bertold-Suhner-Stiftung. Diese widmet sich in erster Linie
sozialen und kulturellen Belangen im Kanton Appenzell A.Rh. 1980 wurde seine zweite
Stiftung, die Dr. Bertold Suhner-Stiftung für Natur-, Tier- und Landschaftsschutz, ins
Leben gerufen.
Bertold Suhner verstarb am 26. April 1988. Seine umfangreiche Mineraliensammlung
wird heute durch die Bertold-Suhner-Stiftung betreut. Seine Edelstein-Sammlung
gelangte im Dezember 2011 als Schenkung ans Naturmuseum St.Gallen. In der
aktuellen Sonderausstellung wird nun erstmals ein repräsentativer Teil dieser wertvollen
Sammlung gezeigt.
Nach Jahren intensiver Beschäftigung mit Kunst begann sich Bertold Suhner der
Wissenschaft zuzuwenden. Ihn interessierten dabei vor allem die Mineralien. 1983
erwarb er die umfangreiche Mineraliensammlung des St. Galler Kaufmanns Edmund
Alther (1927 – 1998). Diese war zugleich auch die Basis für seine spätere Doktorarbeit:
An der Universität Basel begann er, die Infrarot-Spektren verschiedenster Mineralien zu
untersuchen. 1984 schloss Bertold Suhner im Alter von 74 Jahren seine Dissertation mit
dem Titel „Zur Anwendung der Infrarot-Spektroskopie in der Mineralogie“
erfolgreich ab.
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Geologische Grundlagen der Ausstellung
Was ist ein Gestein?
Gesteine kommen überall in der Natur vor. Alle grossen Gebirge, Vulkane, Sandstrände,
aber auch jeder Kieselstein bestehen aus Gesteinen. Sie sind auf natürliche Weise gebildete
Gemenge, die entweder aus vielen Kristallen eines einzigen Minerals oder aus vielen
Kristallen unterschiedlicher Mineralien bestehen können.
Gesteine unterscheiden sich voneinander, da sie auf unterschiedliche Weise entstanden
sind. Die meisten Gesteine haben sich während Prozessen, welche Tausende oder gar
Millionen von Jahren dauerten, gebildet. Diese Prozesse gehen in vielen Fällen ineinander
über oder folgen aufeinander. Grob gesagt, können Gesteine aus magmatischen,
sedimentären und metamorphen Prozessen entstehen. Auch heute noch bilden sich
Gesteine. Relativ kurz geht das zum Beispiel bei einem Vulkanausbruch, wenn durch das
Abkühlen der heissen Lavamassen Gesteine entstehen. Wir unterscheiden
dementsprechend drei grosse Gruppen von Gesteinen:
Erstarrungsgesteine entstehen im Erdinneren und bei Vulkanausbrüchen. Die flüssige
Gesteinsmasse aus dem Erdinnern kühlt sich ab und wird kalt und hart.
Ablagerungsgesteine entstehen meist im Wasser. Muschel- und Schneckengehäuse lagern
sich ab, werden über Jahrmillionen zusammengepresst und werden zu Kalkstein.
Pflanzentreste lagern sich ab und werden zu Tonstein. Sandkörner verdichten sich zu
Sandstein.
Umwandlungsgesteine haben ihre Form und Zusammensetzung verändert. Sie haben sich
unter Hitze und enormem Druck, wie zum Beispiel bei einem Erdbeben oder bei
Gebirgsbildungen, umgewandelt. Kalkstein wird zum Besipiel zu Marmor, Granit wird zu
Gneis.
Was ist ein Mineral?
Bausteine der Gesteine sind die Mineralien. Mineralien sind meist feste Stoffe. Sie sind auf
natürliche Weise ohne menschliche Einwirkung entstanden. Sie bilden eine einheitlliche
Substanz: Zerschlägt man ein Stück Mineral in kleine Teile, besteht jedes Bruchstück aus
demselben Material.
Was ist ein Kristall?
Kristalle sind eine spezielle Art von Gesteinen. So wie Pflanzen und Tiere unterschiedliche
Formen haben, können auch Mineralien zu Körpern mit einer bestimmten Gestalt wachsen.
Hierbei lagern sich die Stoffe in so regelmässiger Weise aneinander, dass dadurch
bestimmte Körper entstehen, die man Kristalle nennt. Die meisten Mineralien können
Kristalle bilden.
Das Bauprinzip der jeweiligen Kristalle bleibt sich immer gleich – aber es werden nicht
immer alle Flächen vollständig ausgebildet. So können aus dem gleichen Mineral Kristalle
entstehen, die sich von der Gestalt her unterscheiden. Auch Schneeflocken bestehen aus
winzigen Kristallen unterschiedlicher Formen.
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Eine kleine Edelsteinkunde
Was sind Edelsteine?
Sie gelten als Symbole von Macht und Reichtum, von Wertschätzung und Schönheit,
und begleiten uns Menschen schon seit Jahrtausenden. Edelsteine sind Mineralien
mit einer ganz bestimmten chemischen Zusammensetzung und einer typischen
Kristallform. Ein paar wenige Edelsteine zählen zu den Gesteinen wie etwa Obsidian
oder Moldavit oder zu organischen Bildungen wie z.B. Perlen und Bernstein. Von den
über 4'600 bekannten Mineralien können aber nur rund 40 als richtige Edelsteine
bezeichnet werden.
Es existiert grundsätzlich keine allgemeingültige Definition des Begriffs Edelstein. Um
als Edelstein gelten zu dürfen, müssen aber bestimmte Eigenschaften vorliegen. Dazu
gehören Schönheit, Dauerhaftigkeit und Seltenheit. Bei der Beurteilung der Schönheit
spielen Form, Farbe, Transparenz und Glanz (oft beschrieben durch die „four cs“:
color, clarity, cut, carat) eine zentrale Rolle. Diese können aber erst nach der
Bearbeitung der Rohsteine beurteilt werden. Bei der Dauerhaftigkeit steht die Härte an
erster Stelle. In einer Skala von 1 bis 10 ist Diamant die härteste Substanz auf unserem
Planeten. Edelsteine müssen mindestens die Härte von Quarz (7) aufweisen. Die
Seltenheit eines Edelsteins richtet sich nach Angebot und Nachfrage. Neben den echten
Edelsteinen, welche alle oben genannten Eigenschaften aufweisen, werden die weniger
dauerhaften oder undurchsichtigen Steine zuweilen auch einfach als Schmucksteine
bezeichnet. Der Begriff Halbedelstein wird wegen seiner abwertenden Bedeutung nicht
mehr verwendet.
Die meisten Edelsteine besitzen einen kristallinen Aufbau. Das bedeutet, dass ihre
kleinsten Bestandteile, die verschiedenen Atome, gleichmässig in einem Gitter
angeordnet sind. Diese Anordnung ist verantwortlich für die unterschiedlichen
physikalischen Eigenschaften der Kristalle. Die Kristallografie, die Wissenschaft von den
Kristallen, unterscheidet aufgrund der unterschiedlichen Achsen und Winkel sieben
verschiedene Kristallsysteme. Die Würfelform (kubisch) weist dabei die höchste
Symmetrie auf. Beispiele für kubische Kristalle sind: Diamant, Fluorit, Pyrit und Granat.
Die geringste Symmetrie findet sich im triklinen System. Hier treten keine rechten Winkel
mehr auf. Trikline Kristalle sind zum Beispiel der Türkis oder der Amazonit.
Genau wie sich Pflanzen- und Tiere in Bezug auf ihre Verwandtschaft in grössere,
systematische Einheiten gruppieren lassen, werden auch Edelsteine nach ihrer
jeweiligen chemischen Zusammensetzung zu Gruppen und Klassen zusammengefasst.
Am gebräuchlichsten ist dabei die Einteilung des deutschen Mineralogen Hugo Strunz,
der die Mineralien nach ihrer Kristallstruktur und ihrer chemischen Zusammensetzung in
10 Klassen eingeteilt hat. Grundlage der Einteilung ist die Tatsache, dass, wenn sich
ein Element mit einem Nichtmetall verbindet, eine bestimmte Reaktion erfolgt: Bei
den Oxiden reagiert zum Beispiel das Element Eisen mit Sauerstoff und Wasser, es
kommt zur Oxidation und aus Eisen wird Rost.
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Einteilung der Mineralien nach ihrer Kristallstruktur
Mineralklasse
Verbindung aus
Beispiel in der Ausstellung (weitere
Beispiele)
I. natürl. Elemente
Element steht für sich allein z. B. Kohlenstoff
Diamant (Gold)
II. Sulfide
Element + Schwefel z. B. Eisen + Schwefel
Sphalerit (Pyrit)
III. Halogenide
Element + Fluor, Chlor z. B. Kalzium + Fluor
Fluorit (Halit)
IV. Oxide
V. Carbonate / Nitrate
Element + Sauerstoff z. B. Silizium, Eisen +
Sauerstoff
Element + Kohlensäure
VI. Borate
VII. Sulfate / Chromate /
Molybdate / Wolframate
VIII. Phosphate /
Arsenate / Vanadate
IX. Silikate
Quarz (Korund)
Calcit
Sinhalit (Hambergit)
Element + Schwefelsäure
Coelestin (Scheelit, Gips)
Element + Phosphorsäure
Phosphophyllit (Türkis)
Element + Kieselsäure
X. Organische
Substanzen
Zirkon (Granat,s Epidot, Turmalin,
Jade, Chaorit, Lapislazuli u.v.
Bernstein
Woher stammen Edelsteine?
Damit Edelsteine entstehen können, braucht es ganz besondere Bedingungen:
Temperatur, Druck und Zeit spielen eine zentrale Rolle. Mit jedem Meter, welchen wir
in die Tiefe steigen, steigen die Temperaturen in der Erde. An der Grenze zwischen
Erdmantel und äusserem Kern, in rund 3'000 Kilometern Tiefe, liegen diese bei über
7'000° C. Bei diesen hohen Temperaturen und dem hier herrschenden Druck liegen alle
chemischen Verbindungen in flüssiger Form vor. Steigt nun die Magma, die heisse
Gesteinsschmelze, an die Oberfläche auf, so kühlt sie sich zunehmend ab und in ihr
können Edelstein-Kristalle zu wachsen beginnen. So entstanden vor vielen Millionen
Jahren die Diamanten.
Ein weiterer Entstehungsort von Edelsteinen sind Gesteinshohlräume, welche mit sehr
heissem, mineralreichem Wasser gefüllt sind. Kühlen sich diese ab, so entstehen
Kristalle durch Ausfällung. Dabei können sich über Jahrmillionen verschiedene
Mineralien mischen. Es entstehen dann sogenannte Aggregate oder Mineralgemische.
Diese Art der Mineralbildung wird in den Alpen häufig angetroffen. Aber auch in
Ablagerungsgesteinen können sich mithilfe von Mikroorganismen Edelsteine bilden.
So entstand beispielsweise Opal. Die Umkristallisation unter hohem Druck und
Temperatur ist ein weiterer Weg wie Mineralien und Edelsteine entstehen können.
Edelsteine kommen weltweit vor. Aber nicht überall liegen abbauwürdige Vorkommen,
sogenannte Lagerstätten, vor. Nicht besonders dicht, dafür in einer guten Qualität finden
sich Edelsteine in sogenannten Primärlagerstätten. Hier handelt es sich um den
ursprünglichen Ort, wo Edelsteine gebildet wurden, zum Beispiel in einem Vulkanschlot.
In sekundären Lagerstätten, sogenannten Seifen, können Edelsteine durch das
Zusammenschwemmen von Wasser in grösseren Mengen vorliegen. Die Gewinnung
von Edelsteinen ist in jedem Fall ein aufwändiger Prozess.
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Heute können Edelsteine mit technischen Methoden auch künstlich hergestellt werden.
Diese synthetischen Edelsteine werden vor allem als billige Industrieprodukte in der
Technik verwendet. Aufgrund ihrer speziellen Eigenschaften sind Edelsteine gesuchte
und geschätzte Handelsgüter. Der weltweite Umsatz mit Edelsteinen beträgt jährlich
mehrere Milliarden Dollar, wovon rund 80% aus dem Handel mit Diamanten stammt.
Weitere wirtschaftlich wichtige Edelsteine sind Rubin, Saphir, Smaragd, Turmalin,
Aquamarin und Spinell. Das Handelsmass für Edelsteine ist das Karat, das einem
Gewicht von 0,2 Gramm entspricht.
Woher haben Edelsteine ihre Farben?
Einen Teil ihrer Faszination verdanken Edelsteine ihrer funkelnden Brillianz, ihrem
Feuer und ihrer vielfarbigen Pracht. Rubinrot oder Smaragdgrün sind Farbbezeichnungen, welche wir den Eigenschaften bestimmter Edelsteine entnommen haben.
Farben machen den auch die Besonderheit vieler Edelsteine aus. Dabei wird von einer
Fachperson gezielt auf die Sättigung, die Schattierung und die Tönung dieser Farben
geschaut.
Das unsere Welt farbig erscheint, hängt mit den physikalischen Eigenschaften der uns
umgebenden Dinge ab. Fällt weisses Tageslicht durch die Tropfen eines Regenschauers
wird es in seine einzelnen Farben aufgefächert und am Himmel erscheint ein vielfarbiger
Regenbogen mit einer Abfolge von Rot über Orange, Gelb, Grün, bis hin zu Blau und
Violett. Lässt ein Edelstein das Tageslicht komplett durch, so erscheint er uns glasklar
und transparent. Werden hingegen einzelne Teiles des Tageslichtes im Stein absorbiert,
so kommt die Mischung der übrig gebliebenen Farben zum Tragen und wir sehen einen
farbigen Stein.
Farbige Edelsteine entstehen durch die besondere chemische Zusammensetzung
ihrer Kristalle. Einen weiteren Einfluss auf die Farbigkeit können zudem winzige
Mengen an eingelagerten Spurenelementen, in erster Linie Metalle, ausüben. So wird
der an sich farblose Korund durch Einlagerung von Chrom zum Rubin. Auch
Unregelmässigkeiten im Kristallgitter können wie etwa beim Rauchquarz Farbeffekte
bewirken. Zudem kann eine nachträgliche Hitzebehandlung die Farbe bei verschiedenen
Edelsteinen verändern.
Wie werden Edelsteine in Form gebracht?
Rohe Edelsteine, wie sie die Natur hervorgebracht hat, lassen sich in den wenigsten
Fällen direkt als Schmucksteine verwenden. Erst durch die mechanische Bearbeitung
erhalten sie ihre endgültige Form. Kann ein Kristall ungestört und in Ruhe
heranwachsen, so ist sein Äusseres ein Abbild seines inneren Baus. Es entstehen
dabei je nach Mineral und chemischer Zusammensetzung unterschiedliche
Kristallformen. Ein Beispiel dafür ist etwa der Bergkristall, der in typischer Ausbildung
sechs glatte Aussenflächen aufweist. Durch eine geschickte Bearbeitung kann die
Brillianz eines Edelsteins massiv gesteigert werden. Dazu werden die rohen Steine
durch Spalten, Schneiden und Schleifen in eine spezielle Form gebracht. Mit einer
geschickten Anordnung der Schliffflächen wird dabei der Glanz und das Feuer eines
Edelstein richtiggehend entfacht. Zu den bekanntesten Schliffformen gehört der Brillant,
der in erster Linie bei Diamanten angewendet wird. Hier sind 58 einzelne Facetten so
angeordnet, dass sie das Maximum des von oben eingestrahlten Lichts wieder
reflektieren und zusätzlich durch die Lichtstreuung das Farbenspiel erhöhen. Nicht
transparente Steine werden häufig zu sogenannten kuppelförmigen Cabochons
geschliffen.
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Edelsteinportraits
Diamanten – „a girls best friend“
Der Diamant gilt heute als bekanntester und wirtschaftlich wichtigster Edelstein.
Diamanten entstanden vor Jahrmillionen in der äusseren Erdrinde. In einer Tiefe
zwischen 150 bis 300 Kilometern herrschten die entsprechenden Temperaturen und
Drücke, welche den reinen Kohlenstoff zum Diamant werden liessen. In der glutflüssigen
Magma gelangten diese dann in Richtung Erdoberfläche. Hier werden sie entweder
direkt aus dem erstarrten Gestein oder aus durch Verwitterung entstandenen
Flussablagerungen gewonnen. Abgebaut werden dabei Lagerstätten, wenn sie
mindestens 0,1 Gramm Diamant pro Tonne Gestein enthalten.
Seine Beständigkeit haben den Diamanten schon seit mehr als 2'500 Jahren zu einem
wichtigen Edelstein gemacht. Dabei haben vor allem die grossen und farbigen
Diamanten eine zum Teil recht abenteuerliche Geschichte hinter sich. So zum Beispiel
der grüne Dresden, der riesige Cullinan (Stern von Afrika“) oder der blaue Hope. Sie
galten und gelten seit jeher als Insignien von Macht und Herrschaft.
Aufgrund seiner grossen Härte konnte der Diamant erst ab dem 13. Jahrhundert
bearbeitet werden. Die ersten Schlifftechniken waren dabei noch relativ einfach. Der
bekannte Brillantschliff entstand erst 1910. Die Qualität von Diamanten wird heute streng
überwacht. Ein Raster von rund 16'000 Güteklassen gibt jedem Stein seinen
individuellen Charakter. Dabei stehen Farbe, Transparenz, Schliff und natürlich die
Grösse an erster Stelle.
Heute gilt der Diamant als der König der Edelsteine. Er macht 90% des
Edelsteinhandels aus. Zu den wichtigsten Ursprungsländern gehören Zentral- und
Südafrika, Russland, Kanada und Australien. Immer wieder in die Schlagzeilen geraten
sogenannte „Blutdiamanten“, welche aus Kriegs- oder Krisenregionen stammen und zur
Finanzierung von Konflikten verwendet werden. Dem kann durch den Erwerb von nach
der Herkunft zertifizierten Steinen entgegen getreten werden.
Diamant – der härteste Stoff der Welt
Obwohl er, wie der extrem weiche Graphit, lediglich aus elementarem Kohlenstoff
besteht, verblüfft der Diamant durch seine beeindruckenden physikalischen
Eigenschaften. Seinen Namen hat er aufgrund seiner Härte und Dauerhaftigkeit
erhalten. Das griechische Wort „adamas“ bedeutet „der Unbezwingbare“. Kein Stoff auf
unserer Erde ist härter als Diamant. Dennoch lässt sich jeder Diamant, wenn man weiss
wie, relativ gut spalten.
Im Gegensatz zum Graphit, wo die Kohlenstoff-Atome in einzelnen Schichten vorliegen,
die nur durch schwache Kräfte miteinander verbunden sind, besitzt der Diamant eine
starke Verbindung zwischen allen seinen Kohlenstoff-Atomen. Während sich mit dem
Graphit im Bleistift schreiben lässt, ist dies mit dem Diamanten nicht möglich. Hingegen
ritzt der Diamant alle weicheren Stoffe. Seine ausserordentliche Härte machen den
Diamanten nicht nur als Edelstein interessant: Der grösste Teil der jährlich gefundenen
und praktisch alle künstlich hergestellten Diamanten werden in der Industrie gebraucht,
sei dies in Form von Schleif- und Poliermittel oder als Beschichtung von Bohr-, Schneidund Schleifwerkzeugen. Hier kommt in erster Linie polykristalliner Diamant, sogenannter
Boart, zum Einsatz.
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Seine besonderen Eigenschaften haben dazu geführt, dass Diamanten als
Tonabnehmer für hochwertige Plattenspieler verwendet wurden. Er wandelt dazu die
auf der Plattenoberfläche eingeprägten Rillen durch eine mechanische Verformung in
elektrische Signale um, welche wiederum verstärkt werden können. Die hohe
Wärmeleitfähigkeit und die gute elektrische Isolation sind weitere wichtige Eigenschaften
des Diamanten, welche von der Industrie genutzt werden.
Rubin und Saphir
Rubin und Saphir sind zwei Varietäten des Minerals Korund und werden aufgrund
ihrer Farbenpracht als Edelsteine hoch geschätzt. Die grosse Härte von Korund ist
zudem für die Industrie von Interesse. Korund ist in reiner Form farblos und recht selten.
Er entsteht sowohl in magmatischen wie auch im metamorphen Gestein, welches reich
an Aluminium ist. Gefunden wird Korund weltweit vor allem in Seifen-Lagerstätten. Ab
und zu kommt es im Korund zu sogenannten Sterneffekten (Asterismus), welcher auf
den Einschluss von anderen Mineralien wie etwa Rutil zurückzuführen ist.
Enthält ein Korund Spuren von Chrom, so wird er zum roten Rubin und damit zu
einem der wertvollsten Edelsteine überhaupt. Grosse Rubine können in bester Qualität
sogar teurer sein als gleich grosse Diamanten. Die unterschiedlichen Einschlüsse
können einen Hinweis auf das Herkunftsgebiet liefern. So sind vor allem die Rubine aus
Myanmar, dem früheren Burma, intensiv rot gefärbt. Heute kann aber auch mit einer
vorsichten Hitzebehandlung die Tiefe des Rottones künstlich intensiviert werden. Und
nicht jeder rote Edelstein ist ein Rubin. Denn es gibt viele sehr ähnliche Edelsteine,
welche in der Vergangenheit häufig als Rubin bezeichnet wurden, in Tat und Wahrheit
aber etwas ganz anderes sind.
Wenn Eisen und Titan als Spurenelemente auftreten, wird der Korund blau und als
Saphir bezeichnet. Neben dem blauen Saphir gibt es zudem eine grosse Fülle von
gelblichen bis grünen Saphiren. Einer davon ist der rosa oder lachsfarbene
Padparadscha. Haarartige Rutileinschlüsse verleihen gewissen Saphiren einen
speziellen Seidenglanz.
Seit 1887 kann Korund künstlich hergestellt werden. Seine Härte ist nur wesentlich
geringer als diejenige von Diamant weshalb er in der Industrie als wichtiges Schleif- und
Poliermittel zum Einsatz kommt. So finden sich auf Sandpapier und auf Nagelfeilen
synthetische Korund-Kristalle. Auch kratzfeste Uhrengläser werden aus synthetischem
Korund gefertigt.
Amethyst und Co.
Quarz ist das häufigste Mineral in der Erdkruste. Dennoch sind einzelne seiner
Varietäten wie etwa der Amethyst auch beliebte Schmucksteine. Der klare Quarz oder
Bergkristall wurde in der Antike als von den Göttern geschaffenes ewiges Eis
betrachtet. Heute hat Quarz vor allem in der Industrie eine wichtige Bedeutung. Er
findet in optischen Geräten, in der Elektronik und in der Glasfasertechnik vielfältige
Verwendung. Gefunden wird er zuweilen in grossen Stufen in den Alpen. Der durch
Gammastrahlung dunkel gefärbte Rauchquarz wird als Morion bezeichnet.
Der violette Amethyst ist der begehrteste Stein innerhalb der Gruppe der Quarze. Sein
Name leitet sich vom griechischen „nicht betrunken“ ab. Die alten Griechen und Römer
glaubten, dass sie durch die Verwendung von Weinbechern aus Amethyst weniger
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betrunken würden. Durch den Fund grosser Lagerstätten in Brasilien kam es zu einem
massiven Preiszerfall und damit zu einer Entwertung des Amethysts als Edelstein. Der
zitronengelbe Citrin und der grüne, aber sehr seltene Prasiolith, gehören ebenfalls zu
den Quarzen.
Das Farbenspiel des Opals, wie er in der Schmuckindustrie verwendet wird, vereinigt
das ganze Spektrum. Auch heute noch ist sein genauer Bildungsprozess nicht ganz
geklärt. Zuweilen können auch Versteinerungen opalisiert werden. Beispiele dafür sind
Ammoniten und Baumstämme. Rund 95% aller Schmuckopale stammen aus Australien,
wo der Opal den Status eines Nationalsteins inne hat.
Nur wenige Edelsteine, wie etwa der Diamant oder der Korund, sind härter als der
Chrysoberyll. Geschliffen weisst er eine grosse Brillanz auf, allerdings ohne das Feuer
eines Diamanten zu zeigen. Eine seltene Variante des Chrysoberylls ist der Alexandrit,
ein Edelstein, der bei unterschiedlichem Licht seine Farbe wechselt: Am Tag leuchtet er
grün, in der Nacht wird er rot.
Beryll, Topas, Turmalin und Spodumen
Diese vier gehören zu den Silikatmineralien und zeichnen sich durch eine grosse
farbliche Vielfalt aus. Unter ihnen finden sich viele wichtige und geschätzte Edelsteine.
Gefärbt durch Spurenelemente entstehen aus ursprünglich farblosen Kristallen
farbenfrohe Edelsteine: Aus Beryll entsteht durch Titan oder Eisenionen der durchsichtig
blaue Aquamarin oder durch Chrom und Vanadium der grüne Smaragd. Wegen der
häufigen Risse und Spalten werden diese Edelsteine vielfach mit Öl imprägniert.
Die turmförmigen Kristalle von Topas können ebenfalls sehr gross werden. So sind
ebenfalls aus Brasilien Kristalle von gegen 40 Kilogramm gefunden worden. Die
häufigsten Farben beim Topas sind blau, pink und orange. Dank ergiebiger Lagerstätten
wird Topas in grossen Mengen gewonnen und gilt daher als günstiger Edelstein. Seine
grosse Härte ist ebenfalls günstig für die Verwendung als Schmuckstein.
Turmaline, deren Namen vom singhalesischen Wort für „Stein mit gemischten Farben“
stammt, umfassen nach heutigem Wissen mehr als ein Dutzend unterschiedliche
Mineralienarten. Fünf davon werden als Edelsteine verwendet. Sie wurden in der
Vergangenheit häufig mit anderen Edelsteinen wir Smaragd, Saphir oder Rubin
verwechselt. Die säulenförmigen Kristalle sind oft unterschiedlich gefärbt; einfarbige
Steine sind recht selten.
Spodumen wird erst seit gut hundert Jahren als Edelstein verwendet. Seine Name
leitete sich von griechisch „zu Asche verbrannt“ ab. Dies bezeichnet die opaken Kristalle,
welche eine Länge von bis zu 15 Metern und ein Gewicht von 90 Tonnen erreichen
können. Spodumen in Edelsteinqualität sind eher kleine Kristalle, in blassvioletter
Varietät als Kunzit und in grünlicher Varietät als Hiddenit bezeichnet als Schmucksteine
Verwendung finden.
Granate, Steine der Götter
Granate wurden bereits vor mehr als 5'000 Jahren im Alten Ägypten als Schmuckstein verwendet. Ihren Namen erhielten sie vermutlich vom tiefroten, fleischigen Samen
des Granatapfels. Der Granat ist ein komplexes Silikatmineral und kann in zwei
Gruppen unterteilt werden: Einerseits in Granate mit Kalzium im Kristallgitter und
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andererseits in Granate ohne Kalzium dafür mit Spuren von Eisen, Magnesium oder
Mangan.
In der Spätantike und im Mittelalter waren insbesondere die roten Granate (Almandin
und Pyrop) unter dem Begriff Karfunkelstein beliebte Schmucksteine bei weltlichen und
religiösen Würdenträgern. Ihnen wurden vielfach Heil- und Abwehrkräfte zugeschrieben.
Granate sind weit verbreitet. Gefunden werden sie in Sedimentgestein, aber auch in
metamorphem und magmatischem Gestein. Sie können zum Teil eine beachtliche
Grösse aufweisen.
Zirkon, im Schatten des Diamanten
Obwohl er in seinen optischen Eigenschaften dem Diamanten sehr nahe kommt, wird
Zirkon selten als Edelstein verwendet. Wie viele andere Edelsteine auch, ist Zirkon
schon seit der Antike bekannt. Sein Name leitet sich vom persischen Wort „zarqun“, für
„goldfarben“ ab. Gefunden werden Zirkone weltweit. Grosse Vorkommen finden sich in
Südostasien und Australien. Trotz seiner grossen Härte ist Zirkon spröde und daher
empfindlich auf Beschädigungen.
Zirkon kommt in vielen verschiedenen Varianten vor. Farblos wird er als Matara
bezeichnet, blau als Starlit. Beide Farbvarianten können künstlich durch eine
Erwärmung bräunlicher Steine auf rund 1’000° Celsius erreicht werden. Die gelben bis
orangen Formen werden Hyacinth und die strohgelben Jargon genannt.
Zirkon wurde in der Vergangenheit häufig als Diamant-Ersatz verwendet. Aufgrund
seiner Härte wird er heute häufig als Schleifmittel eingesetzt. Zudem wird aus ihm das
seltene Metall Zirkonium gewonnen, welches besonders widerstandsfähig gegen
Korrosion ist. Zirkonoxid wird für die Herstellung besonders feuerfester Einrichtungen
verwendet.
Zirkone können ein sehr hohes Alter aufweisen. So sind die ältesten bekannten
Zirkonkristalle aus Australien rund 4,4 Milliarden Jahre alt, beinahe so alt wie die Erde
selber. Wie lässt sich dies feststellen? Häufig finden sich in Zirkonkristallen radioaktive
Einschlüsse. Mit ihrer Hilfe und äusserst empfindlichen Messinstrumenten lässt sich das
Alter des Kristalls ermitteln. Zirkonkristalle sind also Zeitkapseln aus der Frühzeit der
Erde und spielen in der Geologie eine wichtige Rolle.
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Einblicke in ausgewählte Sammlungen
Schmuckstücke aus der Mineraliensammlung der Bertold Suhner-Stiftung
Bertold Suhner erwarb er 1983 die umfangreiche Mineraliensammlung des St.Galler
Kaufmanns Edmund Alther. Später kam, ebenfalls aus den Beständen von Edmund
Alther, eine schöne Kollektion von Achaten dazu. 1987 fügte er diesen noch eine
Sammlung von Mineralien aus der weltbekannten Walliser Fundstelle Lengenbach im
Binntal hinzu.
Die Mineraliensammlung der Bertold-Suhner-Stiftung umfasst gegenwärtig rund 5'000
Mineralstufen aus aller Welt. Besonders gut vertreten sind dabei Mineralien aus den
beiden griechischen Fundorten Kassandra und Laurion sowie aus dem kroatischen
Trepca. Weiter sind hervorzuheben eine repräsentative Sammlung Schweizer Mineralien
sowie eine hervorragende Quarz-Sammlung. Die Sammlung wird durch gezielte Ankäufe
laufend ergänzt.
Schmuckstücke aus der Mineraliensammlung des Naturmuseums St.Gallen
Die Mineraliensammlung des Naturmuseums St.Gallen umfasst gegenwärtig rund 4'000
grössere und kleinere Objekte. Von den weltweit über 4'600 verschiedenen Arten von
Mineralien, finden sich in rund 10% in der Mineraliensammlung des Naturmuseums
St.Gallen.
Im neuen Naturmuseum wird den Mineralien im Ausstellungsteil „Schätze aus dem
Boden“ ein eigener Bereich gewidmet. Darin wird neben den regionalen Mineralien und
denjenigen schweiz- und weltweiter Vorkommen auch die Edelstein-Sammlung von Dr.
Bertold Suhner künftig ihren Platz finden.
Rund die Hälfte der Mineralien in der Sammlung des Naturmuseums stammt aus den
Kantonen St.Gallen und beider Appenzell. Hier kommen mehr als zwanzig verschiedene
Mineralien vor. Besonders häufig ist dabei der Calcit. Er weist einen überaus grossen
Formenreichtum auf und kommt beispielsweise in der Kristallhöhle Kobelwald und im
Bergwerk Gonzen in rieisigen Lagern vor. Hervorgehoben werden können zudem
aufgrund der Menge und Qualität der Fluorit sowie aufgrund der speziellen Ausbildung
Quarz (Bergkristall).
Besonders zu erwähnen sind die sogenannten „Öhrli-Diamanten“, kleine BergkristallDoppelender mit hervorragender Transparenz und starkem Glanz, welche meist aus der
Region des Öhrli im Alpstein stammen.
Auch Gold als elementares Mineral wird in der Ostschweiz an verschiedenen Stellen
gefunden. Mehrere Flüsse führen es in Form kleiner Flitter. Diese können mittels
spezieller Waschpfannen aus dem Kies gewonnen werden.
Der Mineralogische Verein St.Gallen widmet sich seit über 40 Jahren der Faszination
von Kristallen und Edelsteinen. Der dem Naturmuseum nahestehende Verein zählt
gegenwärtig rund 230 Mitgliedern, welche sich regelmässig zu Vorträgen und
Exkursionen treffen. Näheres zum Verein findet sich auf dessen Website www.mvsg.info
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Literaturtipps
- Edelsteine & Kristalle - Schätze aus dem Inneren der Erde. R. Hochleitner, M. Kaliwoda. Reihe
Lesen-Staunen-Wissen. 2011. Gerstenberg, Hildesheim.
Ein tolles Sachbilderbuch aus der empfehlenswerten Reihe für kleine und grössere Wissenschafter.
- Edelsteine & Kristalle. R.F. Symes, R. R. Harding. Reihe Memo Wissen entdecken. 2012. Dorling
Kindersley, München.
Eine gut bebilderte Übersicht über das Thema.
Ideen und Anregungen rund um den Ausstellungsbesuch
Edelsteinmemory mit laminierten Fotokarten oder Steinen, die unter identischen
Kartonschachteln verborgen werden.
Kristalle im Schulzimmer züchten
Rezept zum Herstellen von Salzkristallen
Material: 1 Trinkglas, ½ dl Wasser, Löffel, flacher Teller, Kochsalz
Vorgehen: In einem Glas mit etwa ½ dl Wasser löst du soviel Salz wie möglich auf. Dieses
Salzwasser giesst du in einen flachen Teller. Das Wasser lässt du an einem Ort, wo der
Teller möglichst ruhig steht verdunsten.
Alaunkristalle züchten
Material : 50g Alaun aus der Drogerie, 2 Trinkgläser, 2dl heisses Wasser, 1TL, 1
Bleistift, 1 Faden
Vorgehen:
Fülle 2dl heisses Wasser ins Trinkglas Gib 50g Alaun hinein und rühre, bis sich fast alles
Alaun aufgelöst hat. Fülle die Flüssigkeit in das zweite Glas um. Pass auf, dass wirklich
nur Flüssigkeit im zweiten Glas ist (und kein Bodensatz!)
Binde einen Faden um den Bleistift und lege ihn über das Glas. Der Faden soll in die
Lösung hängen.
Nach einer Stunde sind bereits kleine Nadeln am Faden erkennbar. Es werden immer
mehr und sie werden grösser. Es bilden sich richtige Kristalle. Nach drei Tagen ist das
Kristallwachstum abgeschlossen.
Achtung: Wenn du nach kurzer Zeit alle Kristalle bis auf einen entfernst, wächst nur
einer weiter und du erhälst einen grossen Kristall.
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Fragen in der Sonderausstellung (Beantworte Fragen 1-12 auf einem separatem Blatt)
1. Was sind Edelsteine? Schreibe eine kurze Definition.
2. Nenne 4 Kriterien die für die Beurteilung der Schönheit eines Edelsteines wichtig sind.
3. Welches ist die härteste Substanz der Erde?
4. Der weltweite Umsatz mit Edelsteinen beträgt jährlich mehrere Mrd. Dollar. Welche Edelsteine sind
neben dem Diamanten geschätzte Handelsgüter?
5. Damit Edelsteine in der Natur entstehen können braucht es viel Zeit. Wo entstehen Edelsteine?
Nenne zwei Entstehungsorte.
6. In welcher Tiefe herrscht die entsprechende Temperatur und Druck damit Diamanten entstehen
konnten?
7. Graphit und auch Diamant bestehen beide aus reinem Kohlenstoff. Warum ist Graphit so weich und
Diamant so hart?
8. Nenne vier Anwendungen von Diamanten in der Industrie. Diese Diamenten können aus der Natur
stammen oder künstlich hergestellt worden sein.
9. Farbigkeit ist ein wichtiges Kriterium für den Wert eines Edelsteines. Warum ist der Regenbogen so
farbig?
10. Es gibt farblose und ganz viele verschiedene farbige Edelsteine. Wie kommt es zu dieser
Farbenvielfalt (physikalische Erklärung)?
11. Korund ist ein Edelstein. In reiner Form ist er farblos und recht selten. Nenne zwei Varietäten von
Korund. Welche Farbe haben sie?
12. Farbige Edelsteine entstehen durch Einlagerung von Spurenelementen, z.B. Metalle.
Welche Elemente befinden sich im Saphir?
13. Es gibt eine grosse Fülle an verschiedene Edelsteinen und Farben.
Wähle einen Edelstein aus und informiere dich über die Farbe, die Verwendung und vielleicht gibt es
ja noch eine Besonderheit zu deinem Edelstein.
Name:
Farbe:
Verwendung:
Besonderheit:
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Edle Steine in der Dauerausstellung des Naturmuseums St. Gallen
1. Wähle einen der vier grossen, frei liegenden Steine im hinteren Teil der Ausstellung.
Mein Stein heisst:
__________________________________________________________________
Betrachte den Stein mit der Lupe. Du siehst, dass dein Stein aus vielen kleinen Teilchen
zusammengesetzt sind. Kreuze die Aussage an, die für deinen Stein zutrifft.
__ Alle Teile sind regelmässig. Es sind alles Mineralien gleicher Art.
__ Die Teilchen haben unterschiedliche Formen, Farben und Grössen. Es sind
verschiedene Mineralien enthalten.
Zeichne einen vergrösserten Ausschnitt deines Steines.
2. Mineralien können in Hohlräumen und Gesteinsblasen Kristalle bilden. Kristalle haben
gleichmässige Formen mit glatten Flächen und regelmässigen Kanten.
Auch der grosse Amethyst in der Ausstellung ist ein Quarzkristall.
Lege deinen Finger auf eine Kristallspitze. Wie viele Flächen zählst du unter einem
Finger? Mach den Versuch noch mit zwei anderen Spitzen.
Ich finde ________/___________/_______ Flächen unter einer Spitze.
Der Amethyst ist ein Quarzkristall, in welchem das Element Eisen eingeschlossen ist.
Eisen sorgt für die schöne violette Farbe. Aber der Amethyst ist nicht nur violett.
Welche anderen Farben findest du? ______________________________
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Lösungen zu Fragen zur Sonderausstellung „Edle Steine“
1. Was sind Edelsteine? Mineralien mit einer ganz bestimmten chemischen Zusammensetzung und einer
typischen Kristallform
Es gibt keine allgemeingültige Definition für Edelsteine. Wichtige Eigenschaften eines Edelsteines sind sicherlich
Schönheit, Dauerhaftigkeit und Seltenheit.
2. Nenne 4 Kriterien die für die Beurteilung der Schönheit eines Edelsteines wichtig sind. Form, Farbe,
Transparenz, Glanz
3. Welches ist die härteste Substanz der Erde? Diamant
4. Welche Edelsteine sind neben dem Diamanten geschätzte Handelsgüter? Rubin, Saphir, Smaragd, Turmalin,
Aquamarin, Spinell
5. Wo entstehen Edelsteine? Nenne zwei Entstehungsorte.
1.
In rund 3’000km Tiefe herrschen Temperaturen von 7'000 °C. Bei dieser Temperatur und dem
vorherrschenden Druck ist alles flüssig. Steigt nun Magma (Gesteinsschmelze) an die Oberfläche, kühlt
sie zunehmend ab und in ihr können Kristalle zu wachsen beginnen.
2.
Gesteinshohlräume, welche mit mineralreichem, heissem Wasser gefüllt sind. Kühlt sich dieses Wasser
ab, so entstehen Kristalle durch Ausfällung.
6. In welcher Tiefe herrscht die entsprechende Temperatur und Druck damit Diamanten entstehen konnten? 150
– 300 km Tiefe
7. Warum ist Graphit so weich und Diamant so hart?
Graphit: Kohlenstoffatome sind in einzelnen Schichten gelagert und nur durch schwache Kräfte miteinander
verbunden.
Diamant: Starke Verbindung zwischen sämtlichen Kohlenstoffatomen (jedes Kohlenstoffatom geht mit vier
weiteren Kohlenstoffatomen eine Verbindung ein).
8. Nenne vier Anwendungen von Diamanten in der Industrie?
Schleif- und Poliermittel, Plattenspielernadeln, Beschichtung von Bohr-, Schneid- und Schleifwerkzeug, Medizin:
Diamantskalpell für Augenoperationen, Diamantbohrer Zahnarzt.
9. Warum ist der Regenbogen so farbig? Fällt weisses Tageslicht durch die Tropfen eines Regenschauers, wird
es in seine einzelnen Farben aufgefächert und am Himmel erscheint ein vielfarbiger Regenbogen.
10. Es gibt farblose und ganz viele verschiedene farbige Edelsteine. Wie kommt es zu dieser Farbenvielfalt
(physikalische Erklärung)? Lässt ein Edelstein das Tageslicht komplett durch, erscheint er uns glasklar und
transparent (durchsichtig). Werden hingegen einzelne Teile des Tageslichts im Stein absorbiert, so kommt die
Mischung der übrig gebliebenen Farben zum Tragen und wir sehen einen farbigen Stein.
11. Nenne zwei Varietäten von Korund. Welche Farbe haben sie? Rubin: rot und Saphir: blau
12. Welche Elemente befinden sich im Saphir? Eisen und Titan.
13. Lösungen individuell
Lösungen zu Edle Steine in der Dauerausstellung des Naturmuseums St. Gallen
1. Lösungen individuell
2. meist 6 Flächen unter der Spitze
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