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LANDESTHEILE.
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(M IT D R E I T A F E L N U N D F Ü N F Z I G T E X T F I G U R E N .)
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D’ ANTON KOCH
ITNIV. -PROFESSOR UND 0 . MITGLIED DER ÜNG. AKADEMIE.
<1
MIT UNTERSTÜTZUNG DER UNG. AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN UND
DER KGL. UNG. NATURWISS. GESELLSCHAFT
HERAUSGEGEBEN VON DER UNG. GEOLOGISCHEN GESELLSCHAFT.
" > I 0 T !« 'A .
B UDAPEST.
1900.
ORUCK D E S FRAN KLIN -V ER EIN .
Vorrede der Redaction,
D iese selbstständig erscheinende Ausgabe der ungarischen geologi­
schen Q esellschaft bildet den zweiten, abschliessenden Band jener M ono­
graphie, welche Herr U niv.-Professor Dr. A n t o n K o c h über das siebenbnrgische tertiäre Becken auf Basis seiner, lange -Jahre hindurch fort­
gesetzten U ntersuchungen schrieb. Der erste Theil dieser Monographie,
welcher die palseogenen B ildungen des siebenbürgischen Beckens behan­
delt, erschien in dem X. Bande der Jahrbücher der kgl. ung. geo.1. A nstalt
bereits im Jahre 1894.
Im Interesse des baldigen Erscheinens des Werkes hatte der A us­
schuss der G esellschaft die H erausgabe dieses zweiten, abschliessenden
Th eiles beschlossen.
Mit grossem Danke und Anerkennung m üssen wir hervorheben, dass
die ungar. Akademie d. W iss. und die kgl. ung. naturw issenschaftliche
G esellschaft das E rscheinen dieses zw eiten T heiles erm öglicht haben, in ­
dem die m athem at. und naturw iss. Com m ission der ung. Akademie aus
ihrem Budget des Jahres 1900, der A usschuss der kgl. ungar, naturwiss.
G esellschaft aber aus einer D onation des Herrn A n d o b v . S e m s e y zur
Deckung der K osten dieser Ausgabe bedeutende Sum m en votirt haben.
Budapest im April 1900.
D ie Secretare der G esellsch aft.
EINLEITUNG.
Der im Jahre 1894 erschienene erste Theil (Palaeogene Abtheilung)
dieses W erkes * war schon gedruckt, als die w ichtige Abhandlung ** von
Theod. P uchs «Tertiärfossilien aus den kohlenführenden Miocaen-Ablage­
rungen der Um gebung von Krapina und Badoboj und über die Stellung
der sogenannten Aquitanischen Stufe» ebenda erschien und in m eine
Hände gelangte. In dieser Abhandlung hatte dieser gründliche Kenner der
Tertiärbildungen, nach eingehender und kritischer U ntersuchung neuerer
und schon bekannter älteren D aten überzeugend nachgew iesen, dass die
durch Ch. M ayer eingeführte «Aquitanische Stufe» keineswegs sequi valent
m it der deutschen ober-oligoesenen Stufe sei, für deren Typus m an den
Casseler Sand betrachten kann, und dass über diesen Punkt unter den
Geologen bisher eine grosse Unklarheit herrschte. D ie Bezeichnung «Aqui­
tanische Stufe» wurde von Ch. M ayer auf jene Schichten des Beckens von
Bordeaux angewandt, welche zw ischen dem A sterienkalke im Liegenden
und den F alun s von Saucats und L eognan im H angenden eingeschaltet
sind. D ie Fauna dieser Schichten enthält nur 4 % solcher Form en,
welche als entschieden oligoesene betrachtet werden k ö n n e n ; sie en t­
hält jedoch viele solche Arten, welche auch aus unzw eifelhaft miocaenen
Schichten bekannt sind. Nach ihrer F aun a sind also die aquitänischen
Schichten von Bordeaux miocaene, und zwar die tiefsten miocaenen B il­
dungen.
D agegen ist in dem Sande von Cassel und in den damit gleichaltri­
gen ober-oligoesenen Schichten die Zahl der miocaenen Arten gegen die
wirklich oligocaenen ganz verschwindend klein und som it kann die Grenze
dieser Schichten gegen das Miocaen entschieden und scharf gezogen wer-
*
Die Tertiärbildungen des Beckens der siebenbürgischen Landestheile.
I. Palseogene Abtheilung. Mit 4 Tafeln. Jahrbuch der kgl. ung. Geologischen An­
stalt. B. X. H . 6. 1894.
** Jahrbuch der kgl. ung. geologischen Anstalt. B. X. H . 5. Budapest, 1894.
den. F u c h s em pfahl daher, um M issverständnissen in Zukunft m öglichst
vorzubeugen, für das Oberoligocsen eine eigene Bezeichnung und schlug
den Nam en «chattische Stufe» vor.
F u c h s w eist in Folge des Gesagten nach, dass die tiefsten, soge­
nannten H orner-Schichten (Sch. von M olt und Loibersdorf) des W iener
Beckens, die kohlenführenden Schichten der Gegend von Krapina und
Badoboj, auf siebenbürgischem Gebiet die Z silythaler undK oroder Schich­
ten, so wie auch die von mir benannten kohlenführenden «Schichten von
Puszta-Szent-M ihâly», der unterm iocsenen aquitanisehen Stufe angehören ;
dagegen'die ungarischen Pectunculus obovatus-Sande, so wie auch die von
Dr. K. H o f m a n n im' nordwestl. Siebenbürgen nachgew iesenen versteine­
rungsführenden Sandsteine und Thonm ergel ohne Zweifel Vertreter der
oberoligocsenen chattischen Stufe sind.
Indem ich die Richtigkeit der Gründe T h . F u c h s ’ anerkenne, muss
ich nun erklären, dass ich seine F eststellung, bezüglich der erwähnten und
von mir grösstentheils bereits im 1. Theile m eines Werkes abgehandelten
siebenbürgischen Schichten bereitw illig acceptiere. Schon damals erkannte
ich, und das habe ich in m einer dort m itgetheilten Tabelle über die Eintheilung der siebenbürgischen Tertiärschichten auch zum Ausdruck g e­
bracht, dass die Schichten von Puszta-Szent-M ihâly und Sch. v. Magyar Nagy-Zsombor ihren F au nu len nach, m it den Z silythaler Schichten
aequivalent seien ; nicht zugleich aber die daselbst ebenfalls in die aquitanische Stufe gestellten Fellegvârer und Forgâcskuter Schichten», indem
ich diese m it den, im nördlichen Theile Siebenbürgens entwickelten,
zw eifellos oligocsenen M eeresablagerungen gleichgestellt habe. Uber die
gew öhnlichste Form ihrer F aunulen, die Cyrena, habe ich ebenfalls be­
merkt, dass diese in Betracht ihrer grossen G estalt und der Abrundung
des Rückenkiels, von der Cyr. sem istriata D e s h . der oligocsenen Schichten
entschieden abw eicht; ich habe jedoch nur die in den Schichten von
P.-Szt.-M ihâly vorkommende Art m it Cyr. Brongniarti B ast ., dieser L e it­
m uschel des südfranzösischen A quitanien und m it der Z silythaler Cyr.
gigas H o f m a n n identificiert, während ich Zweifel hegte, ob auch die in den
Schichten von M.-N.-Zsombor vorkom m ende Form hieher bezogen werden
könne. J e t z t m uss ich zugeben, dass auch' die Cyrena der Schichten von
M .-N.-Zsombor in den Form kreis der Brongniarti gehört und da die
B estim m ung der dam it noch aufgezählten Arten (Natica crassatina? Psammobia aquitanica M ay . aff.) unsicher ist, besteht auch bezüglich der Fauna
kein zwingender Grund, dass m an die Schichten von M.-N.-Zsombor in
die deutsche ober-oligocsene Stufe verlegen m üsse.
Nachdem also auch das A quitanien noch in das unterste Miocsen
eghört, ist es evident, dass m an dasselbe in die, im weiteren Sinne g e­
i
fasste «untere oder L m editerrane Stufe» S u e s s ’ einverleiben muss. l)a ich
jedoch blos die S c h ic h te n . von P.-Szt.-M ihâly und von M.-N.-Zsombor
"für A q u ita n ie n nehm e, so m uss m an auch füi- die darüber lagernden
S c h ic h te n von Korod und von H idalm âs einen gem einsam en Sam m el­
nam en annehm en. Ich w ill dafür auf Anrathen des Herrn T h. F u c h s das
durch Ch. D e p é b e t * in V orschlag gebrachte «Burdigalien» gebrauchen.
Für die neogene A btheilung unserer Tertiärschichten wird also die
Eintheilung, entgegen der im I. Theile des Werkes gegebenen, folgenderm aasscn modificiert angenom m en :
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Schichten und deren FaciesAusbildungen
Paludina-
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EruptivGesteine
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stabenZeichen
Basalt u.
Pyr. And.
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Pyroxen- u.
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Quarzandesit
oder
Dacit
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—
—
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Pontische-
Congerien Feleker oder Cerithium-
a) Littorale 11. Flachsee-Bildnngen: Leythakalk, Conglo­
Obere- oder merat, Sandstein, Sand und Te­
zweite (1 1 ) gel m it vielen Versteinerungen.
b) T iefsee-B ildungen: MezöMediterranséger Sch. oder Salzformation,
mit spärlichen Petrefacten.
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Levanteisclie-
Sarmatischen
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Oligocaen
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Gli attische
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Am W estrand<: Am N ordrande
des Beckens:
des Beckens:
Brackische oder
Littorale und
SiisswasserTiefsee-Facies
Facies
u. s. w.
O l- .I I
D ie a u f das sieben bü rgisch e O b e rte rtiä r ( N eogen) bezüg­
liche L ite r a tu r vo m J a h re 1863 angefan gen .
Dieser Ausweis sch liesst sich jenem an, welchen ich in m einem 1894
erschienenen W erke über das siebenbürgische Untertertiär in 91 laufenden
*
Ch. Depéret. Sur la Classification et les parallelism es du Système miocène.
B ull. Soc. géol. de France. 3e Ser. T. XX. CXLV.
Nummern zusam m engefasst h a b e ; weshalb ich hier die bezüglichen Mit­
theilungen m it fortgesetzten laufenden Num m ern anführen werde. Als
E inleitung w ill ich auch hier den Titel des auf die Geologie Siebenbürgens
bezüglichen Fundam entalwerkes anführen.
( 1 .) F r a n z R. v o n H a u e r u . Dr. G u id o S t ä c h e . Geologie Siebenbürgens.
Wien, 1 8 6 3 . Dazu: (la) F b . R. v o n H a u e r . Geologische Übersichtskarte von
Siebenbürgen. (Unter Mitwirkung der Herren : A lb . B i e l z , F e r d . F r e i h . v . R ichth o k e n , D r . G u id o S t ä c h e u n d D io n y s S t u r ) . 1 8 6 1 .
(92.1 N e u g e b o r e n J. L. Beiträge z u r Kenntniss der Tertiärmollusken aus
dem Tegelgebilde von Oberlapugy.
Verhandl. u. Mittheil. d. Siebenb. Yer. f. Naturwiss. zu Hermannstadt.
XV. B. p. 91, 108, 128 u. 140.
( 9 3 .) H e r e p e y K âroly . Geologiai é s palseontoJogiai megismertetése Erdély
azon részének, mely a kel. hossz. 41—41%, s az ész. szél. 46— 46V. fokai közt
fekszik. Geologiai térképpel.
M. Orv. és Term, vizsg. Marosväsärhelytt tartott X. nagygyülése Munkälatai. Pest, 1865. p. 198.
(94.) M ose l A n t a l . Földismei és ällamrajzi adatok az erdélyi cs. kir. söbânyâszatrol, 5 ätnézetben.
M. Orv. és Term, vizsg. Marosväsärhelytt tartott X. nagygyül. Munkälatai.
Pest, 1865. p. 185.
(95.)
M o se l
A ntal. A
so
mindenüttségéröl és közgazdasägi jelento'sé-
gérol.
Ebenda p. 177.
(96.) H uc h ar d J o z s e f . Väzlatok a székelyföldi söképletekrö'l.
Ebenda p. 193.
(97.) B ie l z E. A. Neues Lager tertiärer Schalthier-Petrefacten bei Csucsa.
Verh. u. Mitth. d. Siebenb. Ver. f. Naturwiss. zu Hermannstadt. XVI. B.
1865. p. 151.
( 9 8 .) F ranz H e b b ic h u . J o se p h M e sc h e n d ö r e e r . Petrefacten aus Siebenbür­
gen, gesendet von den Herren —
Verhandl. d. k. k. geol. Reichsanst. Wien, 1865. p. 256.
(9 9 .) N e u g e b o r e n J. L. Systematisches Verzeichnis^ der bis jetzt in den
Tegelschichten von Pank aufgefundenen Gasteropoden.
Verh. u. Mitth. d. Siebenb. Ver. f. Naturwiss. zu Hermannstadt. XVI B
1865. p. 118.
(100.) F. P o s e p n y . Vorlage der geol. bergmännischen Karte des k. k. Rodnaer Werkes.
Verh. d. k. k. geol. Reichsanst. XV. B. p. 135.
(101.) F. P o se p n y . Über die Erzführungsverhältnisse der Rodnaer Alpen
in Siebenbürgen.
Ebenda. XV. B. p. 71.
(102.) F. P o se p n y . Die Eruptivgesteine der Umgebung von Kodna.
Ebenda. XV. B. p. 163.
9
(103.) F. P o se p n y . Über das geologische Alter der Rodnaer Erzlager­
stätten.
Ebenda. XV. B. p. 183.
(104.) F ranz E. von H a u e r und H a n n s H ö f e r . Trachyte und Erzniederlage
von Nagyâg in Siebenbürgen.
Ebenda. XV. B. p. 240.
( 1 0 5 .) M ose l A n t a l . A s o lü g z â s r ö l é s a s ö b â n y â k v iz v e s z é l y é r ö l .
1866.
M. Orv. és Term, vizsg. Pozsonyban tartott XI. nagygyül. Munkâlatai.
Pozsony, 1866. p. 237.
(106.) C se n g e r y J ö z se f . Yäzlata a parajdi söképlet viszonyainak és az ottan
divö sobânyami'velet modoränak.
Ebenda p. 239.
( 1 0 7 .) A rz G u s t a v . Geologische und naturhistorische Verhältnisse Mühl­
bachs und seiner Umgebung.
Verh. u. Mitth. d. Siebenb. Ver. f. Naturwiss. zu Hermannstadt. XVII. B.
1866. p. 81.
(108.) Graf S c h w e in it z J. Über Fucoidenşchiefer und Petrefacten von
Kornicel.
Ebenda p. 257.
( 1 0 9 .) Dr. A. E. R e u s s . Petrefacten von Arbegen.
Verh. d. k. k. geol. Reichsanst. XVI. B. p. 54.
(110.) Gr. J. S c h w e in it z . Fossile Pflanzen und Fische von Kornicel in
Siebenbürgen.
Ebenda p. 142.
(111 .) K r e m n itz k y P h . J. Beitrag zur Kenntniss der Mineralien Sieben­
bürgens.
Verhandl. u. Mitth. d. Siebenb. Ver. f. Naturwiss. in Hermannstadt.
XVni. B. p. 67.
(112,) H a n n s H ö f e r . Beitrag zur Kenntniss der Trachyte und der Erz­
niederlage zu Nagyâg in Siebenbürgen.
Jahrb. d. k. k. geol. Reichsanst. Wien, XVI. B. p. 1.
(113.) E. Freih. v. S ommaruga . Chemische Studien über die Gesteine der
ungar, siebenbürgischen Trachyt- und Basaltgebirge.
Ebenda p. 461. és Verh. XVI. B. p. 136.
(114.) E. Freih. v. S ommaruga . Über die Zusammensetzung der Dacite.
Verh. d. k. k. geol. Reichsanst. XVI. B. p. 95.
(115.) H a n n s H ö f e r . Gypsvorkommen in Nagyâg.
Ebenda p. 108.
(116.) Ph. J. K r e m nitz k y . Schwefelvorkommen am Kelemen Izvor in
Siebenbürgen..
Ebenda p. 141.
(117.) D. Stür. Beiträge zur Kenntniss der Flora des Süsswasserquarzes 1867.
der Congerien- und Cerithienschichten im Wiener und ungarischen Becken.
(Fossile Flora v o n Thalheim und Szakadat.)
Jahrb. d. k. k. geol. Reichsanst. Wien, XVII. B. 1867. p. 77.
(118.) 1). S t ü h . Fossile Pflanzen vom Yale Scobinos bei Kornicel in
Siebenbürgen.
Verhandl. d. k. k. geol. Reichsanst. 1867. p. 40.
( 1 1 9 . ) F. P o s e p n y . Studien i m Verespataker Erzdistrikt.
Ebenda p. 99.
(120.) F . P o s e p n y . Schichtung des siebenbürgischen Steinsalzes.
Ebenda p. 134.
(121.) F . P o s e p n y . Das Schwefelvorkommen am Kiliman.
Ebenda p. 135.
( 1 2 2 . ) F . P o s e p n y . Alter der karpatischen Salinen.
Ebenda p. 183.
(123.) F. P o s e p n y . Setzt das Gold in die Teufe? v. Hingenau’s Oesterr.
Zeitschr. f. Berg- u. Hüttenwesen. 1867. Nr. 22.
(124.) F. P o s e p n y . Ein neues Schwefelvorkommen an der Cicera bei
Verespatak.
.
■
Yerh. d. k. k. geol. Reichsanst. 1867.'p. 237.
( 1 2 5 . ) G. T s c h e b m a k . Gesteine aus der Gegend von Reps in Siebenbürgen.
Ebenda p. 3 1 .
(126.) G. T s c h e b m a k . Quarzführende Plagioklasgesteine.
Anzeige d. k. k. Akad. d. Wiss. in Wien. 1867. p. 56. u. Verh. d. k. k. geol.
Reichsanst. 1867. p. 111. u. 180.
(127.) F . P o s e p n y . Studien aus dem Salinargebiet Siebenbürgens. Mit 3 T .
Jahrb. d. k. k. geol. Reichsanst. XIII. B. 1867. p. 475.
(128.) R. K n e b . Fischabdrücke von Yale Scobinos bei Korniczel in Sieben­
bürgen.
Verh. d. k. k. geol. Reichanst. 1867. p. 40.
(129.) A. E . R e u s s . Die fossile Fauna von Wieliczka in Galizien. (Mit
8 lith. Tafeln.) (Die Fossilien der Salzlager Siebenbürgens werden auch angeführt.)
Sitz. ber. d. k. k. Akad. d. Wiss. in Wien. I. Abth. 55. B. 1867. p. 17.
(130.) F e l . K a b b e b . Neue Foraminiferen aus der Familie der Miliolideen
aus den neogenen Ablagerungen von Holubica, Bujtur und Lapugy.
Ebenda p. 357.
(131.) K b e m n i t z k y F. J. Adalék az erdélyi aranytermések ismeretéhez.
Erd. Müz. Egyl. Évkönyvei. IV. B. 1866—67. p. 90.
(132.) F. P o s e p n y . Studien im Verespataker Erzdistrict.
Verh. d. k. k. geol. Reichsanst. 1867. p. 99.
( 1 3 3 . ) K a b l R. v . H a u e b . Feldspathe aus den u n g a r . -siebenbürgischen
Eruptivgesteinen (Dacit von Rogosel und Sebesvâr).
Ebenda p. 118. und 352.
(134.) J. G b i m m . Erzniederlage u. Bergbau zu Oft'enbânya in* Siebenbürgen.
Ebenda p. 223.
( 1 3 5 . ) Dr. S z a b ö JézsEP. A basaltok quarz zârvânya.
M. Földt. Târs. Munkâlatai. HI. 1867. p. 142.
( 1 3 6 . ) D i o n y s S t u b . Die geologische Beschaffenheit der Herrschaft Halmâgy im Zarânder Comitate in Ungarn.
11
Jahrb. d, k. k. geol. Reichsanst. XVIII. B. 1868. p. 469.
1,137.) F. P o s e p n y . Zur Stratigraphie des südl. Theiles des B'ihargebirges
in Siebenbürgen.
Verh. d. k. k. geol. Reichsanst. 1868. p. 381.
(138.) A. R e u s s . Palseontologische Beiträge. 6 . Über ein neues Vorkom­
men von Congerienschichten in Siebenbürgen (10. Arbegen).
Sitz. ber. d. k. k. Akad. d. Wiss. in Wien. I. Abth. 57. B. 1868. p. 85.
( 1 3 9 . ) F. P o s e p n y . Zur Geologie des Siebenbürgischen Erzgebirges.
Jahrb. d. k. k. geol. Reichsanst. XVIII. B. 1868. p. 53.
(140.) F. P o s e p n y . Allgemeines Bild der Erzführung im Siebenbürgischen
Bergbau -Di stricte.
Ebenda p. 297.
(141.) F. P o s e p n y . Anhydrit im Steinsalz von Vizakna in Siebenbürgen.
|S(iS>.
Verh. d. k. k. geol. Reichsanst. 1869. p. 140.
(142. L. N e u g e b o r e n . Neue Miocän-Spiroloculinen aus dem Tegel von
Ober-Lapügy.
Verh. u. Mitth. d. Siebenb. Ver. f. Naturwiss. in Hermannstadt. XX. B
1869. p . 26.
(143.) D. S t ü b . Palffiontologische Findlinge in der Siebenbürgischen Stein­
salzablagerung.
Ebenda p. 34.
(144.) J. L. N e u g e b o r e n . Tabellarisches Verzeichniss der bis jetzt bei Pank
nächst Lapugy aufgefundenen Miocaen-Conchylien, geordnet nach den geologi­
schen Vorkommen dieser Petrefacten an den bezeichneten Orten.
Ebenda p. 49.
(145.) D. S t u r . Pleurotoma Humboldti N e u g e b .
Ebenda p. 151.
( 1 4 6 . ) A n t o n K r i p p ’s chemische Untersuchungen einiger ungar. u. sieben­
bürg. Steinsalzsorten.
Jahrb. d. k. k. geol. Reichsanst. XIX. B. 1869. p. 75.
(147.) C o n s t . Freih. v. B e u s t . Bemerkungeu über das,Erzvorkommen von
Rodna in Siebenbürgen.
Verh. d. k. k. geol. Reichsanst. 1869. p. 367.
(148.) M o s e l A n t a l . A marosüjvâri sötömzs és annak fekviszonya (2 kö- !S70.
nyom. tâblâval).
M. Orv. és Term, vizsg. Fiuméban 1869-ben tartott XIV. nagygyul. Munkâlatai. Pest, 1870. p. 338.
(149.) Gr. E s z t e r h â z y K ä l m â n es P â v a y V. E l e k . A sztânai kimosâsi völgy
és a kolozsvâri medencze. (1 szinezett könyom. tâblâval.)
Ebenda p. 327.
Siehe hier auch die unter Nr. (8), (9), (9a) und (11) im I. Theile angeführ­
ten Arbeiten.
(150.) H e r m a n O t t o . A Mezöség. I. A Hodos- vagy Szarvastö és környéke.
(Hegyomlâsok képével és magyarâzatâval.)
Erd. Muz. Egyl. évkönyvei. V. k. 1868— 70. p. 8.
12
(îSi.) E. S u e s s . Neue Säugethiere aus Oesterreich. (Vorläufige Mittheil. üb.
die zwischen Krivadia und Merisor in miocsBnen Schichten aufgefundenen Säugethierreste.)
Verh. d. k. k. geol. Reichsanst. 1870. p. 28.
(152.) E. A l b . B ie l z . Geologische Notizen aus Siebenbürgen.
Ebenda p. 136.
(153.) P. P o se p n y . Die Natur der Erzlagerstätte von Rodna in Sieben­
bürgen.
Ebenda p. 19.
(154.) F. P o se p n y . Vorlage der geol. montanistischen Generalkarte des
Goldbergbau-Beviers von Verespaţak in Siebenbürgen.
Ebenda p. 95.
( 1 5 5 .) F . P o se p n y . Allgemeines über das Salzvorkommen Siebenbürgens.
- Ebenda p. 339.
,— 1871.
(156.) F b a n z H e r b ic h . Die geologischen Verhältnisse des .nördlichen
Siebenbürgens.
Jahrbuch der kgl. ung. geol. Anstalt I. B. Budapest, 1871. p. 291.
Siehe hier auch die unter Nr. (14) angeführte Arbeit.
(157.) F. P o se p n y . Studien aus dem Salinargebiete Siebenbürgens. II. Abth.
Mit Taf. V.
Jahrb. d. k. k. geol. Reichsanst. XXI. B. 1871. p. 123.
(158.) K och A n t a l . Görcsöi közetvizsgâlatok (a Detunata guola basaltja).
M. tud. Akad. Értekezések. II. B. 15. Nr. 1871.
(159.) F. P o se p n y . Über die Glammgesteine Siebenbürgens, und über typhonische Gesteinsmassen.
Verh. d. k. k. geol. Reichsanst. 1871. p. 93.
(160.) F. P o se p n y . Über die Erzlagerstätten von Kisbânya in Siebenbürgen.
Ebenda p. 40.
(161.) Dr. A. E. von R e u s s . Die fossilen Korallen des österr.-ungarischen
Miocaens.
Denkschr. d. k. k. Akad. d. Wiss. Math, naturwiss. CI. Wien, 1871. XXXI. B.
(162.) D. G u s t . L a u b e . Die Echinoiden der österr.-ung. oberen Tertiär­
ablagerungen.
Abhandl. d. k. k. geol. Reichsanst. B. V. Heft Nr. 3. Wien, 1871.
1872
(163.) H ozâk J o z se f . Földtan-bânyâszati képe a m. keleti aranykerületnek
âltalâban és a kincstâri füzesszt.-hâromsâgi aranybânyâszatnak különösen.
M. Orv. és Term, vizsg. 1872. Aradon tartott XV. nagygyül. Munkâlatai.
Pest, 1872. p. 270.
(164.) H u c h a r d J ö z s e f . A z A lsö -F e h é rm e g y é b e n , F e ls o -V â ra d jă n k u ta tâ s
a la tt levö k ö sz é n te le p v is z o n y a irö l és a n n a k fö lfed ezése u tä n i h o rd e re jé rö l.
Ebenda p. 255.
olkmer O tto m a r . Andesit v o m Czibles i m nördl. Siebenbürgen.
G. T s c h e r m a k ’s Min. Mittheil. 1872. IV. p. 261.
1878.
(166.) D. M ose l A n t a l . Erdély földrajzi, sotelepeinek földismei és söbânyâszata müvelési viszonyainak rövid vâzlata. (8 ätnézettel.)
( 1 6 5 .) V
13
Osszeâllîtva a kolozsvări m: kir. b â n y a ig a z g a t o s â g b a n . Kolozsvâr, 1873.
Auszug i n Földt. Közl. III. B. (1873. Jahrg.) p. 178.)
Siehe hier auch die Mittheil, unter Nr. (17).
(lt>7.) D. S t u b . Braunkohlenvorkommnisse in dem Trachytgebirge an der
oberen Maros in Siebenbürgen. Eine bemerkenswerthe Ablagerung im Hangen­
den der Congerienschichten bei Köpecz.
Yerh. d. k. k. geol. Reichsanst. 1873. p. 195. és 197.
—
( 1 6 8 .) F banz H e b b ic h . Zur Verbreitung der Eruptivgesteine Siebenbürgens.
Erd. Müzeum-Egylet Évkönyvei. VI. B. 1871— 73. Deutsche Revue, p. XTTT
—
* 1 ^ 9 .) D r . C. D o e l t e b . Zur Kenntniss der quarzführenden Andesite in
Siebenbürgen und Ungarn. (Mit einer Tafel.)
G. T sc h e b m a k ’s Miner. Mittheil. 1873. p. 51.
(170.) Dr. K o c h A n t a l . A deesaknai legujabb kristâlyso-elojövetelröl.
1874.
Földtani Közlöny. IV. köt. 1874. p. 301.'
Siehe hier die Mittheilung unter Nr, (21).
(171.) Dr. S zabö J ö z se f . Adatok Magyar- é s Erdélyorszâg hatârhegysége
trachytképleteinek ismertetéséhez.
Ebenda p. 78., 178. u. 210.
(172.) K. J o h n . Analyse eines Augit-Hornblende-Andesites von Toplicza.
Analyse eines Hornblende-Andesites von Tusnâd am Büdös bei Kronstadt in
Siebenbürgen.
Verh. d. k. k. geol. Reichsanst. 1874. p. 120. u. 242.
(173.) Dr. C. D o e l t e r . Aus dem siebenbürgischen Erzgebirge (mit geol.
Übersichtskarte).
\
Jahrb. d. k. k. geol. Reichsanst. XXIV. B. 1874. p. 7.
( 1 7 4 .) G. T sch ebm ak . Die Form und Verwandlung des Labradorits von
Verespatak. (Mit 9 Holzschn.)
T schebm ak ’s Miner. Mitth. 1874. p. 269.
(175.) Dr. C. D o e l t e r . Die Gesteine der Cicera bei Verespatak.
Verh. d. k. k. geol. Reichsanst. 1874. p. 42.
(176.) Dr. A. E. R eüss . Die fossilen Bryozoen des oester.-ung. Miocaens.
I. Theil.
Denkschr. d. k. k. Akad. d. Wiss. in Wien. 1874. XXXIII. B.
(177.) D r . C. D o e l t e r . Die Trachyte des siebenbürgischen Erzgebirges.
T sch er m ak ’s Min. Mittheil. 1874. p . 13.
(178.) F r . H e b b ic h u . D . M. N eu m a y b . Beiträge zur Kenntniss fossiler 1875.
Binnenfaunen. (Mit 2 Tafeln.)
Jahrb. d. k. k. geol. Reichsanst. XXV. B. 1875. p. 401.
(179.) B ie l z E. A. Die Trachyttuffe Siebenbürgens.
Verh. u. Mitth. d. Siebenb. Ver. f. Naturwiss. in Hermannstadt. XXV. B.
(E in g e h e n d e r
1875. p. 86.
( 1 8 0 .) T 6 t h M ih â l y . A z e r d é ly i b a z a lt o k r o l.
Földtani Közlöny. V. B. 1875. p. 229.
(181.) F. P o s e p n y . Über den inneren Bau der Offenbânyaer Berggegend.
Verh. d. k. k. geol. Reichsanst. 1875. p. 70.
(182.) F. P o se p n y . Über einige tektonische Verhältnisse der Bergbaugegend
von Boicza in Siebenbürgen.
Ebenda p. 75.
(183.) F. P o se p n y . über das Vorkommen von gediegen Gold in den Mineralschalen von Verespatak.
Ebenda p. 97.
»•
(184.) Dr. K och A n t a l . A Csicsö-hagymâsi p a t a k k ö v ü le t e i.
Eidélyi Muzeum. III. Jahrg. 1876. p. 57.
(185.) Dr. K och A n t a l . Kövületek a marosüjvâri sötelepet fedö tâlyagböl
és mârgâböl.
Ebenda p. 74.
(186.) Dr. K och A n t a l . Elöleges jelentés a Kajânto völgyében é s a szénafüveken kivirâgzö sö természetéröl.
Ebenda p. 95.
(187.) Dr. K och A n t a l . A congeria- é s cerithiumrétegek elterjedéséhez
Erdélyben.
Ebenda p. 152.
(188.) H alaväcs G î u l a . Felso-Lapugy mediterran faunâja.
Földtani Közlöny. VI. B. 1876. p. 229.
(189.) Dr. H e b b i c h F. és Dr. N e u m a y b M. «Die Süsswasserablagerungen im
südlichen Siebenbürgen.» Besprechung dieser Arbeit von J u l . K n ö p f l e b .
Erdélyi Muzeum. III. J' hrg. 1876. p. 107.
(190.) Dr. A nt o n K och . Siebenbürgens Ursäugethier-Überreste und auf den
Urmenschen bezügliche Funde.
Erd. Müz. Egyl. Évkönyvei. Neue Folge. I. B. Kolozsvâr 1876. p. 149.
(191.) Dr. SzABo J ö z s e f . Az abrudbânya-verespataki bânyakerület és különösen a verespatak-orlai m. kir. bânyatârs. Szt.-Kereszt altârna monographiâja.
(1 térképpel.)
M. tud. Akad. math. és term. tud. Közlem. XI. B. 1876. p. 293.
(192.) K och A n t a l . A Vlegyâsza hegytömegének kozettani szerkezetéröl é s
tektonikai viszonyairöl.
Kolozsv. orv. term. tud. târs. Értesitöje. 1876. Sitz, am 20. Oct.
(193.) K och A n t a l . A Hargita t r a c h y t j a in a k k o z e t t a n i v is z o n y a i r ö l .
Ebenda. 1876. Sitz.-Ber. vom 15. Dec.
(194.) M ol n a b K ab o ly . Tusnâd, Szt.-Anna-tö és a torjai kénbarlang geologiai szempontböl.
M. Orv. és Term, vizsg. Elöpatakon tartott XVIII. nagygyül. Munkâlatai.
Budapest, 1876. p. 161.
(195.) A nt o n K och und B . D e z s ö . Bericht über einen Besuch der Knochen­
höhle Oncsâsza und vergleichende Studie über ein daraus stammendes Skelett
des Ursus spelasus B l u m b .
Erd. Müz. Egyl. Évkönyvei. Neue Folge. II. B. 1876. p. 129.
(196.) D r . C. D o e l t e r . Tridymith-Vorkommen aus dem Hargitastock in
Siebenbürgen.
Verh. d. k. k. geol. ßeichsanst. 1876. p. 331.
(197.) G. vom B a t h . Das Trachytgebirge Hargita nebst dem Biidösch im
östl. Siebenbürgen.
Sitz. ber. d. Niederrhein. Ges. f. Natur- u. Heilkunde in Bonn. 1876. p. 82.
(198.) G ebh . vom B a t h . Einige Beobachtungen in den Golddistricten von
Vöröspatak und Nagyâg im Siebenbürg. Erzgebirge.
Ebenda. J876.
(199.) Dr. F l e is c h e r A. és K och A. Jelentés a torjai Büdös és vidéke földtani viszonyairöl, forrâsairöl, gâzkiömléseiröl és a Büdösbarlang csepegéséröl.
Akad. Értekez. a term. tud. köréböl 1876. YII. 1. sz. und Székely mfvelo'dési
/és közgazdasâgi egyes. II-ik. évkönyve. 1877. p. 113— 126.
*4"
(200.) M ic h ae l T ö t h . Die Gesteine und Mineralien der Umgebung Klausen- 1877.
burgs. (Auszug.)
,
Erd. Müz. Egyl. Évkönyvei. Neue Folge. II. B. 1877. p. 62.
J ,(201.) L u d w . N e u g e b o r e n . Systematisches Verzeichniss der in den Miocaenschichten bei Oberlapugy in Siebenbürgen vorkommenden fossilen Korallen.
Yerh. u. Mitth. d. Siebenb. Yer. f. Naturwiss. in Hermannstadt. XXVIII B.'
1877. p . 41.
(202.) Dr. A . K o ch . Mineralogisch-petrographische Notizen aus Siebenbürgen.
G. Tsehermak’s Mineralogische Mittheilungen. 1877. p. 317.
S. hier auch die Mittheil, unter Nr. (31).
(203.) A. M a n z o n i . I. briozoi fossili del Miocene d’Austria ed Ungheria. II.
parte. (Fortsetz. d. Beuss’schen Monogr.)
Denkschr. d. k. k. Akad. d. Wiss. in Wien. XXXVII, B. 1877.
4
(ä04.) J. L . N e u g e b o r e n . Systematisches Verzeichniss der in den Straten 1.S78.
bei Bujtur, unweit Vajda-Hunyad vorkommenden fossilen Tertiaer-Bivalvengehäuse.
Verh. u. Mitth. d. Siebenb. Ver. f. Naturwiss. in Hermannstadt. XXVIH. B.
1878. p. 63.
S. hier auch die Mittheil, unter Nr. (35) und (37).
(205.) Dr. A nto n K och . Neue Minerale aus dem Andesit des Aranyer Ber­
ges in Siebenbürgen.
G. T chermak ' s Miner, u. petrogr. Mittheilungen. 1878. p. 331.
(206.) Dr. A nt o n K och u . A l . K ü r t h y . Petrogrographische und tektonische
Verhältnisse der trachytischenf Gesteine des Vlegyäsza-Stockes und der benach­
barten Gebiete.
Erd. Müz. Egyl. Évkönyvei. Neue Folge. II. B. Kolozsvâr, 1878. p. 361.
(207.) Dr. K ü r t h y S ä n d o r . A Hegyes, Dröcsa, Pietröza hegység, valamint
Erdély trachytcsalâdbeli közeteinek tanulmânyozâsa.
Földt. Közl. VIII. B. 1878. p. 283.
(208.) M. S c h u s t e r . Über Auswürflinge im Basalttuffe von Beps in Sieben­
bürgen.
Min. u. Petrogr. Mitth. I. 1878. p. 318.
S. hier auch die Mitthoilungen unter Nr. (38), (40), (41) und (42).
(209.) Dr. M oritz S t a u b . Carya costata (Sternb.) Unger, in der ungarischen 187».
fossilen Flora.
T sc hebm âk ’s
V
16
Földtani Közlöny. IX. B. 1879. p. 155.
(210.) J. L. N e u g e b o r e n . Systematisches Verzeichniss der in dem Tegel­
gebilde von Ober-Lapugy vorkommenden Conchylien.
Verh. u. Mitth. d. Siebenb. Ver. f. Naturwiss. in Hermannstadt. B. XXIX.
1879. p. 110.
(211.) T h e o d . F u c h s . Beiträge zur Kenntniss der pliocaenen Säugethierfauna Ungarns.
»
Verh. d. k. k. geol. Eeichsanst. 1879. p. 269.
(212.) K och A n t a l . Egy Csucsa vidékére tett földtani kirändulâs eredményei.
Orv. Term. tud. Értesitö. I. B. 1879. p. 115.
(213.) P rim ics G yörgy . Adatok az erdélyi Erczhegység s a Biharhegység
tömeges közeteinek ismeretéhez.
Ebenda p. 139.
( 2 1 4 .) K o c h A n t a l . Ujabb gyüjtés a z Aranyi hegyen s üj adatok.
Ebenda p. 154.
(215.) Dr. G eorg P r im ic s . Petrographische Untersuchung der eruptiven
Gesteine des nördlichen Hargitazuges, insbesondere des Bistritz und Tihathales,
des Henyul und Sztrimba.
Földtani Közlöny. IX. B. 1879. p. 455.
(216.) B é l a von I n k e y . Uber das Nebengestein der Erzgänge von Boicza i n
Siebenbürgen (mit e i n e r lith. Tafel).
Földtani Közlöny. X. B. 1879. p. 425.
(217.) C. D ö l t e r . Über das Vorkommen des Propylites in Sieben­
bürgen.
T sch er m ak ’s Min. u. Petrograph. Mitth. II. B. 1879. p. 1.
1880.
(218.) K och A n t a l . Fossil öz (Cervus capreolus L. foss.) maradvâny a
köpeczi lignitbol.
Orv. Term. tud. Értesitö. II. B. 1880. p. 77.
(219.) K och A n t a l . Mastodon arvernensis Croiz. zâpfoga Bardöczrol.
Ebenda p. 79.
(220.) J o se f B e r n ä t h . Die Kochsalzwässer in Siebenbürgen.
Földt. Közl. X. B. 1880. p. 2.44.
S. hier auch die Mittheilungen unter Nr. (45), (46) u. (47).
(221.) B é l a v. I n k e y . Über eine auffallende Bergform in der Umgebung
von Nagyâg.
Földtani Közlöny. X. B. 1880. p. 37.
(222.) Dr. A n t o n K o ch . Petrographische Untersuchung der trachytischen
Gesteine des Czibles und von Olâh-Lâposbânya.
Földtani Közlöny. X. B. 1880. p. 165.
(223.) Dr. A n t o n K och . Neue petrographische Untersuchung der trachyti­
schen Gesteine der Gegend von Eodna.
Földtani Közlöny. X. B. 1880. p. 219.
(224.) G. vom E a t h . Bericht über eine im Herbst 1878 ausgofiihrte Reise
durch einige Theile des österr.-ungar. Staates.
Sitz. ber. d. Niederrhein. Ges. f. Natur- und Heilkunde in Bonn. Jahrg.
:
1880. p. 14. (im Separ. Abdr.).
S. hier auch die Mittheil, unter Nr. (48) u. (49).
__
(225.) J u l iu s H a l a v a t s . Über die Verbreitung der in den Mediterranschich- 1881.
ten von Ungarn vorkommenden Conus-Formen.
Fölâtani Közlöny. XI. B. 1881. p. 56.
( 2 2 6 .) L u d w ig v . R o t h . Beitrag zur Kenntniss der Fauna der neogënen
Siisswîtsser-Ablagerungen im Széklerlande.
Földtani Közlöny. XI. B. 1881. p. 64.
(227.) Dr. M oritz S t a u b . Beitrag zur fossilen Flora des Széklerlandes.
Földtani Közlöny. XI. B. 1881. p. 58.
(228.) J o se f Buda i . Zur Petrographie der südlichen Hargita.
Földtani Közlöny. XI. B. 1881. p. 296.
( 2 2 9 .) Dr. H e k b ic h F e r e n c z . Blöleges közlemény a Hargita hegységbeli
haematitröl.
Orv. Term. tud. Értesi'tö. III. B. 1881. p. 301.
(230.) Dr. M â r t o n f i L a jo s . Jelentés a Mezoségen tett földtani kirândulâ- 1882.
sokröl.
Ebenda. IY. B. 1882. p. 265.
( 2 3 1 .) M artin S c h u s t e r . Die Schlammquellen und Hügel bei denReussener
Teichen. (Mit einer Übersichtskarte.)
Yerh. u. Mitth. d. Siebenb. Ver. f. Naturwiss. in Hermânnstadt. XXXII. B.
1882. p. 158.
(232.) J u l iu s H a l a v a t s . Tabellarische Übersicht von in Ungarn verkom­
menden Gasteropoden-Formen.
Yerh. d. k. k. geol. Reichsanst. 1882. p. 153.
(233.) P r ih ic s G yörgy . A Kis-Szamos forrâsvidéki hegység eruptiv közetei.
Orv. Term. tud. Értesitö. IV. B. 1882. p. 125.
S. hier auch .die Mittheil, unter Nr. (54), (55) und (56).
(234.) Dr. M oritz S t a u b . Tertiäre Pflanzen von Felek bei Klausenburg.
(Mit 1 Taf.)
Mittheil. a. d. Jahrb, d. kgl. ung. geol. Anstalt. VI. B. 1883. p. 263.
( 2 3 5 .) Dr. P r im ic s G yörgy , A z e r d é ly i h a t â r h e g y s é g g e o l o g i a i v i s z o n y a in a k 1884.
é s a röla k é s z f t e t t ü j f ö l d t a n i t é r k é p e k n e k is m e r t e t é s e .
Orv. Term. tud. Értesi'tö. VI. B. 1884. p. 275.
(236.) J u l iu s H a l a v a t s . Neue Gasteropoden-Formen aus der mediterranen
Fauna von Ungarn. (Mit einer Taf.)
Természetrajzi Füzetek. VIII. B. 1884. p. 208.
S. hier auch die Mittheil, unter Nr. (60) u. (61).
(237.) Dr. F ranz H e r b ic h . Schieferkohle bei Freck in Siebenbürgen.
Verh. d. k. k. geol. Reichsanst. 1884. p. 248.
(238.) Dr. M oritz S t a u b . Die Schieferkohlen bei Freck in Siebenbürgen.
Verh. d. k. k. geol. Reichsanstalt. 1884. p. 306.
( 2 3 9 .) Dr. J. A. K r e n n e r . Über den Szaböit.
Math, und Naturwiss. Berichte aus Ungarn. II. B. 1883—84. p. 215.
D r. A nton K o ch: D ie T e rtiärb ild u n g en des Beckens der siebenbürgischen L a n d esth eile.
2
(
1885
(240.) T h b o d . F u c h s . Über die Fauna von Hidalmâs bei Klausenburg.
Verh. d. k. k. geol. Beichsanst. 1885. p. 101.
(241.) Dr. A n t o n K o ch . Übersicht der Mittheilungen über das Gestein des
Aranyer Berges und neuere Beobachtungen.
Math. u. Naturwissensch. Berichte aus Ungarn. Budapest, 1885. p. 44.
(242.) B é la v . I n k e y . Nagyâg und seine Erzlagerstätten. (Mit 4 Karten und
23 Abbildungen im Text.)
Verlag der k. u. naturwiss. Gesellschaft. Budapest, 1885.
(243.) Dr. A l ex a n d e r S c h m id t . Die Minerale eines Andesits von der UmGegend von Mâlnâs. (Mit einer Taf.)
Természetrajzi Füzetek. IX. B. 1885. p. 313.
(244.) Dr. S ch m id t S a n d o r . Egy Mâinâs vidéki közetröl.
Földt. Közl. XV. B. 1885. p. 39.
(245.) Dr. K och A. Erdély âsvânyainak kritikai âtnézete. Kolozsvâr, 1885.
S. hier auch die Mittheil, unter Nr. (64) und (65).
1886.
(246.) M â r t o n i -i L a jo s . Adatok a bujturi mediterran homok foraminifera
faunâjâhoz.
Orv. Term. tud. Értesi'tö. VIII. B. 1886. p. 20.
(247.) Dr. P r im ic s G yörgy . A rodnai havasok geologiai viszonyai.
M. tud. Akad. math. term. tud. Közlem. XXI. B. 2. szâm. p. 137— 173.
(248.) P rim ics G yörgy . Adatok az aranyi és mâlnâsi augitandesit petrographiai ismeretéhez.
Orv.-Term. tud. Értesftö. Kolozsvâr, 1886.
(249.) G eo rg P k im ic s . Die trachytischen Gesteine des Lâposer Gebirges.
Földt. Közl. XVI. B. 1886. p. 190.
( 2 5 0 .) A n t o n K och u . W i l h . H ankö . Chemische Analyse der Csonthegyer
Salzquellen.
Math. Naturwissensch. Berichte aus Ungarn. V. B. 1886—87. p. 120.
,
1887.
(251.*) Dr. 0 . B o e t t g e r . Drei neue Conus aus dem Miocaen von Lapugy
und von Bordeaux.
Jahrb. d. deutsch, malakolog. Gesellsch. XIV. Jahrg. H. I. T, II. flg. 5—9.
S. hier auch die Mittheil, unter Nr. (66), (67) u. (68).
( 2 5 1 .) Dr. S am . F is c h e r . Die Salzquellen Ungarns.
Földt. Közl. XVII. P. 1887. p. 449.
(252.) Dr. K och A n t a l . A brassoi hegység földtani szerkezetéröl é s talajviz viszonyairöl. (Egy tâbla szelvényekkel.)
M. tud. Akad. Értekezések. XVII. B. 1887. Nr. 3.
—
. (253.) Prof. A n t o n K o ch . Die Echiniden der obertertiären Ablagerungen
Siebenbürgens.
Orvos-Természettud. Értesitö. Kolozsvâr. IX. B. 1887. p. 255.
S. hier auch die Mittheil, unter Nr (69), (70) und (71).
4~ 1888.
(254.) F e l ix D. N e m e s . Neuere Beiträge zur Kenntniss der Fauna der m e­
diterranen Schichten von Bujtur.
Orv. Term. tud. Értesi'tö. Kolozsvâr. X. B. 1888. p. 118.
*«*...
(255.) F e l ix D. N e m e s . Paläontologische Studien über das siebenbürgische
19
Tertiär I. Über d|C paläontol. Verhältnisse des Czereczeler Schliers. II. Über die
Fauna der Koroder Schichten.
E b en d a p. 217.
(256.) H e r b p e y K a r o l y . A felsö-orböi lajtamészröl.
E b en d a p. 197.
(257.) Dr. A n t o n K o c h . Über d i e Verhältnisse des Vorkorkommens d e s
h y p e r s t h e n h ä l t i g e n Augitandesites von M â l n ä s i n Ostsiebenbürgen.
Ebenda, p. 297. <
(258.) F. J, K r e m n i t z k y . Beobachtugen über das Auftreten des Goldes im
V e r e s p a t a k e r Erzreviere.
Földtani Közlöny. XVIII. B. 1888. p. 517.
(259.) Dr. G e o r g P r i m i c s . Geologische Beobachtungen im Csetrâs-Gebirge.
Ebenda p. 51.
(260.) Dr. A n t o n K o c h . Ein neues Cölestin- und Barytvorkommen in der
. Nähe von Torda in Siebenbürgen.
G. T s c h e r m a k ’s Min. u . Petrogr. Mittheil. 1888. p. 416.
( 2 6 1 . ) H. E dw . L i v e i n g . Transylvanian Gold Mining.
Transact. of the North of England Inst, of Mining and Mechanical Enginears. 1886. Aprilheft. (Ungarisch inF öldt. Közl. XVIII. B. 1888. p. 219.)
S. hier auch die Mittheil, unter Nr. (73) u. (75).
(262.) Dr. A n t o n K o c h . Neue palasontologische Daten aus den jüngeren 18^.
Tertiärbildungen Siebenbürgens. Nr. I—III.
Orv. Term. tud. Értesitö. Kolozsvâr. XI. B. 1889. p. 176.
(263.) Dr. A n t o n K o c h . Über den Sockelstein des Gr. Emer. Miko-Monu­
mentes.
Ebenda p. 181.
S. hier auch die Mittheil. Nr. (80) u. (81) des ersten Ausweises.
(264.) Dr. A n t o n K o c h . Mineralogische Mittheilungen aus Siebenbürgen. 1890.
Orvos-Természettud. Értesitö. Kolozsvâr, XII. B. 1890. p. 229.
(265.) A ug. F r a n z e n a u . Die fossilen Foraminiferen Bujturs.
Természetrajzi ifüzetek. XIII. B. 1890. p. 161.
(266.) Dr. G e o r g P r i m i c s . Bericht über die geol. Detailaufnahme im Vlegyâsza Gebirgszuge des Kolozs-Biharer Gebirges.
Jahresbericht d. kgl. ung. geol. Anstalt für 1889. Budapest, 1891. p. 66.
(267.) F r i e d r , K i n k e l i n . Eine geologische Studienreise durch OesterreichUngarn.
Berichte über die Senkenbergische Naturforsch. Gesellseh. in Frankfurt
a/M. 1889—90. p. 51.
S. hier auch die Mittheil, unter Nr. (82) u. (83) des ersten Ausweises.
- • — ~ ( 2 6 8 . ) Dr. G e o r g P r i m i c s . Mineralogisch-geologische Notizen a u s Sieben- 1801.
bürgen.
1Orvos-Természettud. Értesitö. Kolozsvâr. XIII. B. 1891. p. 175.
(269.) Dr. G e o r g P r i m i c s . Skizzenhafter Bericht über die im nördl. Theile
des Bihar-Gebirges im Jahre 1890 bewerkstelligte geol. Detailaufnahme.
Jahresberichte d. kgl. ung. geol. Anstalt für 1890. Budapest, 1892. p. 44.
2*
m^ a d t e ^ ‘( ^ X S r u M ^ b I^ n fiber die B°denverhältaisse Her1891. p. 56.
th’ d' Slebenb- Ver- f- Naturwiss. in Hermannstadt. 4 1 . B.
einer Tafel.)
H alavats. D ig ungarlandischen fossilen Biberreste. (Mit
;“
r
Füzcetek- XV. B. 1891. p . 200.
(■«72.) Dr. Mobitz Staub. Neup r>«fOT,
*
Klausenbiirg. (Mit 1 Taf.)
ZUr
Földtani Közlöny. XXI. B. 1891. p. 380
(273.) T. Weisz. Der Bergbau in dpn • V
en Flora von Felek bei
u
S ' d Y ° ”s ' geo1' A“ “ “ ' IX- a ei89° . T i o f “ L" des*lei1“ '
historischer Zeit in
Ge°loglsclle Verhältnisse und Spuren pra>5SZefctUd- ÉrteSÜÖ- Kolozs™r. X in . B 1891 p îs*
(275.) B. Höenes und M. Auingeb Dip r « +
j
gen der L u nd II. miocaenen Mediterranstufe^ , °P° “ 1 MeeresablagerunWien, 1 8 7 9 -9 1 . 1 - 8 . Lief.
osterr.-ung. Monarchie.
S, hier auch die Mittheil, unter Nr
n raa\ ,i
<276; > , G i p s z t e l e p e k Erdéiybea
’iloztelek. Budapest, 1892. p. 1411.
”
( 2 7 7 . ^ ? die Mi«tlleil- Unter Nr' (87')’ (88)- (89) "• (91).
benbürgischen ErIgebSirges ZAMCZK1, Zur Kenntniss dèr Eruptivgesteine des Sie*
K özl°n?- XXII‘ B. 1892.
p.
323.
im Gr. Kokelburg e r ^ ^ t a T * ' Dle P° ntlSchea Faimeu von Galt und Hidegküt
B 1893 D 8Q
Ebenda p. 91.
sehen Excursionen im
Ebenfla p. 100.
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89^ 0riollt Uber dle E esultate meiner geologi-
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-übenda p. 289.
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Buj t e .
fog*lmâ™k 6
XXVI' « - O K .
Munkalatai.
__
(285.)
T h . F uch s.
Tertiaarfossilien aus den kohlenführenden Miocaen-
A b la g e n in g e n von Krapina und Eadoboj und über die Stellung der sogenannten
«Aquitanischen Stufe».
Jahrb. d. kgl. ung. geol. Anstalt. X. B. Budapest, J894. p. 1.61.
(286.) F b . B e b w e r t h . Die beiden Detunaten. '
Jahrb. d. Siebenb. Karpathenvereines. 1893. XIII. B.
(287.) F. S c h r o d t . Die Foraminiferenfauna des mîpcaenen Molassensandsteins von M ic h e ls b e r g .^ & V j'u ^ & s L (.&'&+>J
Ber. d. Senkenberg. Naturforsch. Ges. 1893. p. 155. (Auszug aus B ie lz E. A.
Miocaenes Petrefactenlager bei Michelsberg. Verh. u. Mitth. d. Siebenb. Ver. f.
Naturwiss. in Hermannstadt. 43. B. 1894. p. 92.)
(Auszug im Neuen Jahrb. für Min., Geol. und Pakeont. 1894. I. B.
p. 394.)
(288.) Dr. A n t o n K o c h . Geologische Beobachtungen an verschiedenen 1894.
Punkten des Siebenbürgischen Beckens. VII. u. VIII.
Orvos-Természettud. Értesitö. Kolozsvâr, XVI. B. 1894. p. 81.
(289.) E m e r i c h H é j j a s . Neue Beiträge zur fossilen Ostracodenfauna Sie­
benbürgens.
V
Ebenda p. 99.
(290.) E m e r i c h H é j j a s . Beitrüge zur Kenntniss der tertiären Bryozoenfauna
Siebenbürgens. (Mit 2 Taf.)
Ebenda, p. 201.
(291.) Tég-lâs G a b o r . A röm aiak b ân yâszati tech n ik â ja az erdélyi érczh eg y ség le le te i szerint.
Ebenda p. 323.
(292.) O t t o P h l e p s . Vorarbeiten zur Ermittelung der Grundwasserverhältnisse der Stadt Hermannstadt.
Verh. u. Mitth. d. Siebenb. Ver. f. Naturwiss. in Hermannstadt. 43. B.
1894. p. 59.
^
■ (293.) 0 . P h l e p s . Durchforschung des Cibingebietes bei Talmatsch, nebst
einem Verzeichnisse der dort gesammelten Pflanzen (C. Henrich).
Ebenda p. 86.
(294.) K o c h A n t a l . Magyarorszâg erdélyi részeinek ü j âtnézeti földtani
térképe.
M. Orv. és term. vizsg. Brassön tartott XXVI. nagygyül. Munkälatai. Buda­
pest, 1894. p. 455.
■■■../
(295.) A l e x . G e s e l l . Montangeologische Aufnahme der Gegend von Olâlilâposbânya.
Jahresbericht der kgl. ung. geol. Anstalt für 1893. p. 135.
—(296.) Prof. A n t o n K o c h . Geologische Beobachtungen an verschiedenen 18P5Punkten des siebenbürgischen Beckens. IX.
Orvos-Természettud. Értesitö. Kolozsvâr. XVII. B. 1895.*p. 85.
(297.) Dr. A n t ö n K o c h . Neue Beiträge zur genaueren geologischen Kennt1niss des Gyaluer Hochgebirges.
,
Földtani Közlöny. XXIV. B. 1894. p. 135.
24
( 3 2 9 .) Dr. M obitz P â l fy . Beiträge z u den geologischen und hydrologischen
“Verhältnissen von Székely-Udvarhely.
Földtani Közlöny. XXIX. B. 1899. p. 99.
(330.) L. R o t h v . T e l e g d . Der Illyés-Teieh bei Szovâta und seine Umgebung
vom geologischen Standpunkte.
Ebenda p. 130.
(331:) Dr. A n t o n K o c h . Schwanzwirbel-Reste eines ausgestorbenen Cetaceen von Kolozsvâr.
Ebenda p. 204.
(332.) Dr. J u l i u s S z â d e c z k y . Vom Vorkommen des Korundes in Ungarn.
Ebenda p. 296.
( 3 3 3 .) M ax S c h l o sse r . Parailurus anglicus und Ursus Böckhi aus den Ligniten von Baröth-Köpecz. (Mit 3 Tafeln,)
Jahrb. d. kgl. ung. geol. Anstalt. XIII. B. II. H. p. 67. 1899.
(334.) Baron F r a n z N o p c s a jun. Bemerkungen zur Geologie der Gegend
von Hâtszeg.
Földtani Közlöny. 1899. p. 360.
EINGEHENDE BESCHREIBUNG DER JÜNGTERTIÄREN
GEBILDE DES SIEBENBÜRGISCHEN BECKENS.
I. H a u p tth e il:
DIE SEDIMENTÄREN BILDUNGEN.
A) M io cse n a b la g eru n g en (M.)
S chichten d e r ersten o der u n te re n m e d ite r r a n e n Stufe
(MI).
Im Sinne der neuesten F eststellun g, welche bereits in der E in leitu n g
auseinandergesetzt wurde, m üssen auch die im I. Theile m eines Werkes
(Seite 372 und 378) beschriebenen Schichten der äquitanischen Stufe,
n ä m lic h :
M il. die Schichten von M agy.-Nagy-Zsombor, und MI2. die Schichten
von P u szta-Szt.-M ihâly, — denen auch die kohlenlührenden Schichten
des Z silythales entsprechen — hieher verlegt w erd en ; w eil aber diese im
I. Theile bereits abgehandelt sind, w ill ich nun, nachdem ich einfach
darauf hinw eise, sogleich die B eschreibung der dritten Schichtreihe vor­
nehm en.
MI3. KoroderSchichten.
(S. die geol. D urchschnitte I. u. II.)
Über deren Vorkommen und V ersteinerungen hatte J. E h b . F ic h t e l 1
den ersten Bericht erstattet. Im Jahre 1837 th eilte H . G . B b o n n 2 zuerst
das V erzeichniss der daselbst gefundenen m arinen M olluskeriresten m it,
nach einer Suite, welche Jos. E. v. H a u er ihm zur Bestim m ung eingesandt
ch a tte. Im Jahre 184,7 gab F ranz K. v. H a u e r ,8 nachdem die Sam m lung
seines Vaters später Erweiterung erfahren hatte, ein noch vollständigeres
1 Nachricht von den Versteinerungen des Grossfürstenthums Siebenbürgen.
Nürnberg, 1780. p. 28.
2 Jahrbuch für Miner., Geol. u. Palseontol. 1837. p. 653.
3 Über die Fossilien von Korod. Naturwiss. Abhandl., herausgegeben von
W. Haidinger. Wien. I. B. p. 349.
Y erzeichniss der Koroder M ollusken. D iese L iste linden wir auf S. 606 der
a Geologie Siebenbürgens» nur m it w enigen neueren Arten vermehrt, und
auch die V erhältnisse des Vorkommens sind auf S. 465 genau beschrieben.
Ich selbst besuchte den Fundort öfters, im .Jahre 1882 auch in Ge­
sellschaft Dr. K. H o f m a n n ’s ; aber erst im Jahre 1883 habe ich die ganze
Um gebung des berühm t gewordenen Fundortes eingehender durchforscht
und darüber berichtet (60,383).
Der schon lange bekannte Fundort von M ollusken liegt am bewalde­
ten Gehänge des über dem Dorft; Korod nördlich sich erhebenden G dln asBerges, am Fussw eg, welcher zum Bergrücken hinaufführt. Uber die
L agerungsverhältnisse lässt sich nicht viel beobachten, denn unterhalb
des Fundortes sieht m an blos. einen fossilarm en, gelblichen, feinkörnigen
Sand durch einen W asserriss und durch Sandgruben der Einwohner des
Dorfes ein wenig aufgeschlossen. Oberhalb dieser E ntblössungen aber
verrathen die am W aldboden zerstreut herum liegenden Pecten- u M Pectunculus-Scherben das D asein der M olluskenbank. Die calcinierten, w eissen
M olluskenschalen liegen hier unter dem W aldboden, beiläufig 1/2 m. tief,
zu einer 1 m. m ächtigen Bank zusam m engehäuft. Aus dieser Bank kann
m an ganze Exem plare der einzelnen Arten m it H ilfe der Hacke und des
M essers nur m it grösser y o rsich t herauslösen, w eil selbe durch die Erd­
feuchtigkeit durchdrungen, sehr leicht zerfallen. N am entlich von den
dünnschaligen Schneckengehäusen lässt sich kaum ein gutes, unversehr­
tes Exem plar aus dem Sande herauspräparieren.
Im obersten H orizonte dieser M olluskenbank sind T u rritellen und
andere G a ste ro p o d m vorherrschend; etwas tiefer folgen Pecten Solarium ,
Venus u m b o n a ria und C ardiu m K ü becld, und ganz unten liegen in enor­
mer M enge, dicht neben einander die besterhaltenen Schalen von P e d u n m l m F ichteli. D ie w alachische B ev ö lk eru n g . nennt den Fundort «La.
B lid u tz», d. i. Schüsselchen, m it B ezug auf die halben Schalen der Pectunculus und Pecten, welche sie von hier schon lange her kennen.
An den übrigen Stellen des Bergabhanges verdeckt der tiefe Wald­
boden alles, und nur gegen W7esten zu, am Bücken des Gâlnas-Berges
treten die G esteine der aquitanischen Stufe, bunter Thon, schotteriger
Sand und Sandsteinbänke, hie und da an die Oberfläche. Im Dorfe aber,
das ist am 'Fusse des Berges, bedecken oberm editerrane Schichten mit
dünnschiefrigem Dacittuff erfüllt, das Terrain.
Andere A ufschlüsse des Koroder fossilführenden Sandes habe ich
gegen Papfalva zu, neben der Strasse beobachtet. Der erste Punkt ist eine
brüchige L ehne neben dem Bach, w'o der Sand, m it eingelagerten ein zel­
nen, festeren Sandsteinbänken, auf roth- und graubuntem Thone liegt,
w elcher bereits den Schichten von Puszta-Szt-M ihâly angehört. Der zweite
27
Punkt befindet sieh näher zu Papfalva, an der Seite der etwas ansteigen­
den Landstrasse, wo die-Erosion des Baches unsere Schichten entblösst
hat. H ier finden sich Schalen und Steinkerne grösser M ollusken im dünntafeligen, rostfarbigen Sandstein eingebettet, w elcher zwischen losem Sand
gelagert i s t ; der Erhaltungszustand ist aber weniger gut, wie jener der im
Sande vorkom m enden Schalen. Ein dritter A ufschluss befindet sich am
steilen Abhang des vom Dorfe herabziehenden Thälchens, neben einer
alten Gruft, wo ebenfalls die dem losen Sande eingelagerten tafeligen
Sandsteinschichten mit M olluskenschalen, besonders m it Pecten so la riu m
erfüllt sind. E inen vierten A ufschluss habe ich am w aldigen Gehänge,
gegenüber von Papfalva gefunden, wo ich im losen Sande nicht nur
mürben, rostgelben, sondern auch dunkelgrauen, glim m erreichen, harten
Sandstein eingelagert fand, erfüllt m it bezeichnenden Koroder M ollusken­
gehäusen.
B ei Papfalva folgt auch eine U nterbrechung der Zone unserer Schich­
ten, indem weiter gegen Südosten zu nur die Decke der oberm editerranen
M ezöséger Schichten und des D iluvium s die Oberfläche einnim m t. Nur
südlich von Klausenburg tritt der Koroder Sand wieder an die Oberfläche,
nach m einen Beobachtungen an drei Punkten. Zuerst am Nordabhang des
K olosm onostorer Pap-Baches, nahe zu dem H ügel, auf welchem die griech kath. Kirche steht. Hier lassen sich aus dem losen gelben Sande Scherben
von Pecten so la riu m in grösser M enge herauslösen.
Gut entw ickelt und aufgeschlossen findet m an unsere Schichten dann
an dem steilen H ügel Nam ens Costa cel mare, welcher am nördlichen
Gehänge des E eleker Berges sich erhebt und seinen Steilabhang gegen
Südwesten, d. L gegen das Thal des Pap-Baches wendet. D ie M ächtigkeit
unserer Schichten lässt sich hier auf 30 m. schätzen (70,75). Vorherrschend
ist auch hier der gelbe, feinkörnige Sand, w elchen man zu Bauzwecken
verw endete, so dass man 10- --24 m. tiefe S tollen danach in den Berg
hineintrieb. Im oberen H orizonte dieser sandigen Ablagerung w echsel­
lagern 30— 50 cm. dicke, festere Sandsteinbänke m it dem losen Sand, und
diese sind m it mehr oder m inder gut erhaltenen B esten von M ollusken­
schalen derart erfüllt, dass sie eine wirkliche M üschelbreccie darstellen.
D as unm ittelbare Liegende der Koroder Schichten bildet hier ganz deut­
lich der Fellegvârer oder C orbula-Sandstein: es ist also zw eifellos, dass
die Koroder Schichten bei K lausenburg stark gegen Südw esten transgrediren, infolge dessen die Schichten von M.-N.-Zsombor und Puszta-SzentM ihâly hiev gänzlich ausblieben. Im Zeitalter des Aquitanien war also die
Um gebung Klausenburgs aus dem M eere erhoben, um dann am Beginne
des B urdigalien wieder unter zu tauchen.
E ine dritte A usbissstelle der Koroder Schichten befindet sich irgend­
28
wo im Bükkwalde, bei den Q uellen des Pleskabaches, nach einem Bruch­
stück von Pecten s o la riim i geschlossen, w elches ich bei der «Szent Jânos»Q uelle zw ischen den G erollen des Pleskabaches gefunden habe. W eiter
gegen Süden zu findet sich dann nirgends m ehr irgendwelche Spur der
Koroder Schichten.
Von Korod aus gegen Nordwesten schreitend, verräth bei Präd.
. Csonka puszta, und w eiter den H attert von Szt-M ihâlytelke hindurch, blos
der lose, hie und da schotterige Sand das W eiterziehen unserer Schichten
in dieser R ichtung; ich fand jedoch nirgends m ehr F ossilien darin. Noch
w eniger sichere Spuren davon fand ich in der Um gebung von Topa-puszta
und Topa-Szt.-Kirâly, wo innerhalb der Strichzone unserer Schichten rost­
gelbe, tafelige Sandsteine vorherrschen, w elche aber keine F ossilien führen.
Von Topa-Szt-Kirâly ziehen diese Sandsteine nach P a a l hinüber, und am
unteren Ende dieses Dorfes, am steilen, felsigen Abhang habe ich in G esell­
schaft m it Dr. K. H o f m a n n dieselbe eingehender untersucht. Das Liegende
dieser Schichten besteht aus buntem Thon, welcher m it öiürbem Sandstein
w echsellagert, und w elche ein bl. 15 cm. dünnes K ohlenflötz einschliessen.
„Es ist das der oberste H orizont der Schichten von Puszta-Szt-M ihâly. D ie
darüber folgende bl. 35 m. m ächtige Schichtreihe besteht aus Schichttafeln
und Bänken von vorherrschend rostgelbem , sohotterigem Sandstein, da^ , zw ischen m it m ürben, sandigen M ergel-Zwischenlagen, und gegen das
H angende zu noch aus zwei, 1— 1 m. m ächtigen Lagern von feinblätterigem ,
braunem K ohlenschiefer, Innerhalb der ganzen Schiehtreihe sieht man
ferner noch w enigstens fünf dünne K ohlenflötzchen, worunter das stärkste
nur 30 cm. dick ist. D ie Schichtreihe wird durch eine glaukonistische
Sandstein-Bank abgeschlossen, über w elche der Thonm ergel der ober­
\
m editerranen Stufé folgt (54, 136).
Aus diesen B eobachtungen geht hervor, dass die Koroder Schichten,
welche in der U m gebung von K lausenburg und Korod noch eine rein
m arine Ablagerung darstellen, in der R ichtung ihres Streichens gegen
Magy.-Nagy-Zsombor zu in eine brackische, oder reine Süssw asser-Bildung
übergehen, w elche von den liegenden ^ S ch ich ten von Puszta-Szt.-M ihâly»,
ihre Bildungsw eise betreffend, kaum 'abweichen.
Nördlich von M.-N.-Zsombor und D aal, bei Puszta-Szt-M ihâly am
D ealu Cotuluj, ferner bei H idalm âs und auch noch bei Bânyika, enthalten
unsere Schichten nach Dr. K. H o fm a n n ’s Beobachtungen (47,12 und 66,31),
noch im m er Braunkohlenspuren und R este von Brackwasser-M ollusken.
Oberhalb Bânyika jedoch, wo die Zone unserer Schichten gegen W esten
zu biegend, von M agyar-Egregy angefangen die rechten Abhänge des
M agyar-Egregy-Flusses einnim m t, erscheinen in den Sandsteinen dieser
Zone aberm als rein m arine M ollusken, und kann m an deren Steinkerne
i
in den U m gebungen von Bânyika, Ormezö, Tihö, Tötszâllâs und Kis-Kristolcz in ziem licher Menge sam m eln.
Ich selbst habe in diesen Gegenden unsere Schichten an zwei Stellen
untersucht (67 , 65). Der erste befindet sich unterhalb Tötszällâs, neben der
Landstrasse, da, wo von der A nhöhe Nam ens F atia mare ein tiefer W asser­
riss sich herablässt, und die m alerischen Sandstein-W ände, zuerst erschei­
nen. Die Wände des tiefen W asserrisses werden durch eine bl. 10 m.
mächtige Bank eines gelblichgrauen, m ürben, thonigen Sandsteines gebil-det, welcher nur infolge einzelner, dünner Schottereinlagerungen eine
d e u tlic h e Schichtung und ein Verflachen unter 4° gegen SOO. zeigt. Über
dieser Sandsteinbank folgt ein stark rostgelber, noch m ehr mürber und
tlioniger Sandstein, welcher bald unter bläulichgrauem Thonm ergel ver­
s c h w in d e t. D iese Sandsteine, besonders die obersten Schichten, enthalten
nun Steinkerne von m arinen M ollusken in ziem licher Menge.
Der zweite Punkt befindet sich zw ischen Tiho und TötszälMs am
Bergrücken den F ussw eg entlang, wo ich in einer, an die Oberfläche ausbeissenden, F elsbank des rostgelben, m ürben Sandsteines ebenfalls ähn­
liche M ollusken-Steinkerne sam m elte.
E s ist also zw eifellos, dass längs der F lü sse Almâs und der vereinig­
ten Szam os unsere Schichten aberm als als rein marine Ablagerung er­
scheinen ; in petrographischer H insicht jedoch ist diese Ablagerung, gegen
dstaiysüdliche Verkommet) um Klausenburg herum , dennoch etwas ab­
weichend, indem dort feiner, loser Sand, hier dagegen mürber, thoniger,
eisenrosthältiger Sandstein das H auptm äteriale ist.
W eiter gegen Norden zu streichen die Koroder Schichten zwischen
Oroszmezö und Galgö über die vereinigte Szam os, nach D r. K. H o e m a n n
(66, 3i) aber nim m t die M ächtigkeit sow ohl dieser, als auch der darüber
folgenden, an Foram iniferen reichen T egel-Schichten allm älig ab, und
keilen sie sich bei H ollöm ezö w ahrscheinlich aus. D as ist um so wahr­
scheinlicher, w eil die leicht und sicher verfolgbaren Conglom erate und
Sandsteine von H idalm âs in der Mulde von Torda-Vilma, im D ealu
Gyimi-Zuge, unm ittelbar über den chattischen (oberoligocsenen) schiefrigen Tiefsee-Thonm ergel lagern.
ORGANISCHE EINSCHLÜSSE DER KORODER SCHICHTEN.
Zu der Erweiterung der obenerwähnten F o ssillisten trugen neuerer
Zeit Dr. K. H o f f m a n n (66, 3 i ) * und ich selber (60, 383, 67, 65 und 70, 75)
*
S. zugleich : Die Ausstellungsobjekte der kgl. ung. geol. Anstalt im Jahre
1885. (Das Verzeichniss der durch Dr. K. H o f m a n n gesam m elten Fossilien).
30
w esentlich bei. Im Jahre 1888 hatte D. F e l ix N e m e s (255, 219) noch einige
neue D aten von Korod, wo er im Sommer 1887 sam m elte, m itgetheilt.
Endlich habe ich in neuester Zeit an den K lausenburger Fundorten noch
einige Form en gefunden, welche hier zuerst publiziert werden: Auf solche
W eise kann ich nun, säm m tliche Fundorte in Betracht ziehend, den n eu e­
sten Stand der Fauna der Koroder Schichten in folgender L iste darstellen.
In dem Y erzeichniss sind die abgekürzten Reichen der Fundorte die
fo lg en d en :
K.
= säm m tliche F u nd stellen der Um gebung K lausenburgs, beson­
ders aber die K olosm onostorer, «Costa cel m a r e » ;
Ko. — bei Korod der älteste und H au p t-F u n d ort;
P. = die F u nd stellen um Papfalva h er u m ;
B . — die Gegend von Bânyika (nach Dr. K. H o fm a n n ) ;
T. = zw ischen Tiho und T ötszâllâs der Bergrücken, (m eine eigene
A ufsam m lung);
T s z .= unterhalb Tötszâllâs, neben der Landstrasse (meine und
Dr. K. H o f m a n n ’s A ufsam m lung);
K r. = K lein-K risztolcz (nach Dr. K. H o fm a n n ).
VERTEBRATA.
Von einem unbestim m ten Säugethier ein Fussknochen. Ko.
L am na contortidens, A g . Zahn. K.
'
Lam na sp. Zähne. Ko.
Fischw irbel. Ko.
o
GASTEROPODA.
Turritella turris, B a s t . K, Ko, Tsz, P.
«
vermicularis, B r o c c . K, Ko, Tsz. —
TuriteÜa cathedralis, B r o n g t . Kr.
«
Geinitzi, S p e y . T sz.
P yru la (Ficula) condita, B r o n g t . K, T s z . - 4
Eicula sp. ind.. K.
.
P yru la rusticola, B a s t . K.
Oliva cf. da vu la , L a m k . Ko.
Cassis saburon, L am . K; K o .
R ingicula buccinea, D e s h . Ko.
Voluta rarispina, L am . Ko.
C assidaria cf.,Buchii, B o l l . var. subdepressa, S p e y . K.
echinophora, L am . K.
*
3)
B uccinum Veneris, F a u j . Ko.*
«
turbinellus, B rocc . K o .
C a lyp tra ea Chinensis, L. Ko, T.
ii
cf. depressa, L am . K.
S igaretu s cl^thratus, K kol . Ko.
Chenopus p es pelecan i, P h i l . P> T.
N atica Josephinia, Kisso. Ko.
N atica m illepu n ctata ? L am . Steinkerne. K, Ko.
« B u rd ig a len sis, M a y . T sz . .
C ancellaria ly ra ta 9 B rocc . . Steinkern. K , Ko.
«
Saccoi, Ho. Au. Steinkerne. K.
«
cf. PuscJii, Hö. Au. Steinkerne. K.
Plcurotom a cf. B on ellii, B e l l . Steinkerne. K.
« ..
s e m im a rg in a ta ? L am . K o .
cf. Stephaniae, Hö. Au. Steink. K.
•chm sp. Ko.
’•** rew sp. craticulatus, L. aff. Steinkern. K.
iiis u s sp. ind. Steinkerne. K.
Fusus B u rdigalen sis, B a s t . T s z .
T erebra fu sca ta , B r o cc . K o .
«
B asteroti, N y s t . K o .
•j--Cerithium. m a rg a rita ceu m , B r u g . K o .
M elanopsiş Acqu&hsis, F é r . K o .* *
’^
'
'
iJ e n la iw m badende, P a r v - c h . K , K o , T .
«
en talis, L. Ko, T.
I ELECYPODA..
L u tr a r ia cf. latissim a, D es- h . K o .
■j"T h racia S p eyeri, v. K o e n . Trz.
P an opaea cf. M en ardi,T ) e s h . K, T.
Tapes vetu la, B a s t . K o , T s z .
T ellina p la n a ta , L. K.
«
strigosa, G m e l . K o .
«
N y sti, D e s h . K o .
'm u s u m b o n a ria , L am . K , K o , Ţ sz , K r.
I « H a id in g eri, H ö r n . K, Ko.
*
In, meinem älteren Verzeichriiss (70,j».) wurde die Art als Purpura cf. exilis
angeführt.
** M. Hörnes führt diese Art als Mel. im pressa K r a u s an.
P a rtsch
32
Venus m u ltilam ella, Lam. K. Ko.
« ovata, P e n n . K o .
C yth erea erycin a , L. K, Ko, Kr.
■f
«
B eyrich i, Hofm.
«
sp. incl. K.
D o h a x in term ed ia , H ö rn . K o .
M actra B u c k la n d i"? I) e f b . S te in k e r n e . K.
D ip h don ta ro tu n d a ta , M o nt . K.
L u e in a cf. D u ja rd in i, D e s h . K .
«
orn ata, Ag. Ko.
«
borealis, L. Ko.
«
m iocenica, M ic h t . K o .
D o sin ia A d a n so n i, P h il . Ko.
C a rd iu m K übecki, H a u . K, Ko, Kr.
"j"
«
ciagulatum , G o ld . Kr.
«
bifidum , H ofm . in litt. K r.
<I
cf. hians, Bbocc. K.
«
n. sp. (B u rd ig a len sis, L am . aff,) Kr.
C orbu la g ib b a , O l iv i . K o, T.
<i
ca rin a ta , D u j.-K o .
Pectunculus F ichteli, D e s h . K , K o, P , T, T sz .
«
pilosus, L. K. .
A re a Fichteli, D e s h . K, Ko.
■'
« d ilu v ii, L am . K, P.
L e d a fra g ilis, Ch e m n . K o .
' <i p e lla , L. Ko.
P ecten so la riu m , L am . K. K o , P, B, T.,
« cf. e rh ta tu s, B r o n x . P .
O strea cf. fim b ria ta , G rat . K o.
A nornya costata, B rocc. K o .
'
CEÜSTACEA.
B a ia n u s sp., Ko.
W as den allgem einen Charakter dieser Fauna betrifft, ist es klar,
dass sie eine rein m arine ist, da einzelne brackiscbe Form en, wie besonders
C erith iu m m a rg a rita c e u m , M elanopsis A q u e n sis, davon die erste in neu e­
rer Zeit nicht m ehr gefunden wurde, gegen den m arinen Charakter kaum
in die W agschale fallen. Das Vorherrschen der grossen, dickschaligen
M uscheln, sowie auch das sandige M ateriale sprechen dafür, dass diese
m arine Fauna eine ufernahe war und natürlich in Seichtwasser gedieh.
Für das untere N eogen spricht ausser der Lagerung aucli der Umstand,
dass neben den überw iegenden neogenen Form en darin auch einzelne oligocfpne Form en (die mit einem “j“ versehen) noch V o rk o m m e n . Es ist schon
längst bekannt, dass unsere Schichten ihrer Fauna, nach m it den Schich­
ten von Eggenburg, Gauderndorf und Loibersdorf des Horner-Beckens
parallelisiert wurden, und auch die neuerer Zeit constatirten L agerungs­
verhältnisse widersprechen dieser Auffassung nicht.
W enn wir nun aus den Thatsachen der Ausbildung*- und Verbrei­
tungsverhältnisse unserer Koro'der Schichten auf jene Veränderungen
schliessen, w elche im nordw estlichen Viertel des sicbenbürgischen Beckens
am Antang der N eogenzeit vor sich g in g e n ; so ist es klar, dass in der
[ m gebung von Klausenburg, wegen der südlichen Transgression iii..serer
Schichten, eine Senkung statttinden m u s s te ; während im Gebiete des
Alm âsflusses die O berflächengestaltungen des aquitanischen Zeitalters
sich kaum verändert haben.. Auf denselben Schluss m uss man aber auch
•in Bezug auf die Gegend der vereinigten Szam os gelangen, wo wir auch
im vorhergehenden Zeitalte]- m arine Sandsteinbildungen begegneten. D ie
Ablagerung der ufernahen, sandigen B ildungen der chattischen Stufe
setzte sich also in dieser Gegend auch am B eginne der N eogenzeit fort,
und zwar so, dass das Oborflächenniveau sich nicht im m indesten änderte ;
nur die Fauna erlitt a-m Anfänge der N eogenzeit eine bedeutende U m ­
änderung.
W eiter ö stlich gegen H ollöm ezö zu, wo die Koroder Schichten, wie
schon erwähnt wurde, verschwinden, auskeilen, breitete sich auch am
Beginne der N eogenzeit eine Tiefsee aus, auf dessen Grund also die Seeuferfacies der Koroder Schichten sich nicht m ehr ablagern konnte, und
man m uss daher entweder im höchsten Niveau der dunklen Schieferthonen der chattischen Stufe — oder aber in dein, über den Koroder
Schichten folgenden tiefsten, tlionigen H orizonte der «Schichten v o n H id a lin â sI) die gleichzeitigen B ildungen suchen, deren Fauna ohne Zweifel
einen veränderten Faciescharakter besitzen m üsste. Eine solche Tiefseefacies der Koroder Schichten kennen wir aber innerhalb des siebenbiirgisclien Beckens bisher noch nicht. Überhaupt konnte m an in der östlichen
und südlichen H älfte Siebenbürgens nirgends Spuren von solchen Ab­
lagerungen finden, die m an ihren F o ssilien nach m it den Koroder Schich­
ten parallelisieren könnte. Ob m an in der Um gebung von Csâklya, von
wo ich eine oberoligocsene Fauna bekannt gem acht habe, nicht Spuren
der Koroder Schichten entdecken könnte, das m üssen genauere Erhebun­
gen an Ort und Stelle zeigen. Aus dem Zsilythale, so wie auch aus der
Strellbucht, sind im H angenden der aquitanischen Brackbildungen eben­
falls noch keine solche A blagerungen bekannt, welche man m it den Koro])r. A nton K o ch : D ie TertinrbildnD gen des Bockens der siebenbürgisehen L an d esth eile.
^
34
der Schichten identificieren könnte. W enn wir auch m it T h . F u c h s die
kohlenführendqn Schichten des Z silythales für jünger halten, als die
oberoligocsenen Casseler Schichten D eutschlands und die ungarischen
P ectunculus-Sande, und diese m it den Schichten von M olt vergleichend,
in das unterste Miocsen v e r se tz e n : so sind auch in diesem F alle die Koro­
der Schichten nicht m it diesen gleichaltrig, sondern der Lagerungsfolge
nach etwas jünger, als die Z silythaler und P.-Szt-M ihâlyer Schichten, die
ich im I. Theil m einer Arbeit der älteren Auffassung gem äss noch als
oberoligocren-aquitanische Schichten abgehandelt habe.
MIJf. Schichten von H id a lm ä s.
(Siehe die geol. Durchschnitte Nr. II, III. u. IV.)
Ü ber den Koroder Sand und Sandstein folgt, ausser der Um gebung
von K lausenburg, überall eine aussergew öhnlich m ächtige Schichtreihe,
welche zuerst von Dr. K. H ofm a nn untersucht und benannt wurde. Dr. K.
H ofm ann hat im A lm âsthale die Beobachtung gem acht, dass auf den KoroI der Sand ein bläulichgrauer, an der Oberfläche infolge der Verwitterung
ins gelblichbraune übergehender, klüftig schieferiger Tegel m it sehr unter­
geordneten, dünnen Sandlagen folgt, w elchen er wegen seinem reichen
1 F oram iferengehalt, und w eil er am schönsten bei K ettösm ezö aufge­
schlossen vorkom m t, unter dem Nam en «Foram iniferentegél von K ettös­
m ezö » in die Literatur einführte und auf der geologischen Special­
karte ausschied. Dr. K. H o fm a nn hatte diesen Tegel in seinem Berichte
von 1878 (41, 267), auf Grand der durch J. S tü bzen ba u m bestim m ten Foram iniferenfauna, nachdem in dieser oligocsene Form en überwiegten, noch in
die oberoligocasne aquitanische Stufe v e r le g t; nachdem er aber später sich
überzeugte, dass darunter entschieden die unter-m editerranen Koroder
Schichten liegen, hatte er auch diesen Tegel in die unter-m editerrane
Stufe versetzt. In m einen B erichten aus den Jahren 1882 und 1883 (54, 136
u. 60, 385) habe auch ich diesen Foram iniferentegel als selbstständigen
Schichtcom plex angenom m en und unter dem Nam en «Schichten von
K ettösm ezö» auch auf der Karte ausgeschieden; später aber, nachdem ich
denselben in seiner w eiten Verbreitung verfolgte, habe ich m ich überzeugt,
dass ein ganz ähnlicher Tegel, m it gleicher Foram iniferenfauna, nicht
blos über und auch nicht im m er unm ittelbar auf den Koroder Schichten
lagert, sondern dass er in m ehreren H orizonten jener m ächtigen Schicht­
reihe vorkommt, w elche Dr. K. H oj*mann besonders «Schichten von H id­
almäs» genannt hatte, und dass diese H orizonte durch dazwischen g e­
lagerte sandige und schotterige Schichten getrennt werden. Aus diesem
35
Grunde habe ich in m einem Berichte von 1885 (G7, 66) den Foraminiferenteoel von K ettösm ezö m die w eiter gefassten «Schichten von Hidalmâs»
l"!,een ° f h ? abr
el\ ^ d WÜ1 68 aUCh JetZt thlm - D iese A c h t e n
haben ih ie n Namen nach dem Orte H idalm âs erhalten, in deren U m ­
gebung
K. H o f m a n n dieselbe am besten entwickelt und auch fossilreich
gefunden hatte. Da ich nach dem Auffinden der fossilreichen Schichten die •
l m gebung von H idalm âs selber öfters besuchte, unsere Schichten genauer
durchforschend und ihre F ossilien aufsam m elnd, kann ich selbe nach
eigenen Beobachtungen folgenderw eise beschreiben.
GESTEINE DER HIDALMÂSER SCHICHTEN.
m a r i n i o f ^ e n -v of Hi(kJraâ*
unm ittelbar auf dem Koroder
s ,n " S a n d l n , oder auch auf denselben vertretende brackische
Schichten (be,
reinem ,, M
klüftig-schieferi. . Daal)7 und beginnen
“ m
1111it1 beinahe
uem ane reinem
üftig-schieferi®ee“ öei ° T m iteretn hältigem Thon™ r g e l oder Tegel (Horizont des Kettösm ezoei Foram iniferentegels), welcher aufwärts zu allm älig sandig wird
ffl.ei aufwärts werden die sandig-schotterigen Einlagerungen im mer
häufiger und es folgen die Schichten von H idalm âs im engeren Sinne
D e a lu V T
an d6n felSig6n Ahhängen der Anhöhen Nam ens
D ealu Gras und D. Corda, unter einem Yerflächen gegen 8— 10° NO aut
öntblösst sichtbar .sind (siehe den II. D „„h „h m tt> *
L
F „sse b eid » An
hohen fandet sich weicher, m it schlam m igem Sande wechsellagernder Tegel
aruber folgen, zw ischen gelben, thonigen Sanden eingelagert, etwa zehn,
v lr t:
e’
sch otten ge Sandsteinbänke, in deren schotterigen
rtien Schalen von M ollusken ziem lich häufig sind. Über den SandsteinT eL uw w m K
malS schm utzig g elber>glim m erig-sandiger, sehieferiger
g ’ w elelier bis zum Bucken der A nhöhen anhält.
B ei S z m t- P é le r , also dem “Verflächen nach im H angenden der Hidalm aser Sandsteinbänke, bildet schieferiger Tegel das H auptgestein, w el­
ches blos durch Einlagerungen von dünntafeligem , grauem, thonigem
c ndstem und dünnen, schotterigen Sandlagen eine Abwechslung erleidet
Bei C sa k i-G o rb ö , also in noch höherem H orizonte, kann man von
oben nach unten zu die folgende Schichtreihe beobachten: a) Idüftigsc ne erigen Tegel, m it dünnen Tafeln grauen Sandsteines; b) etwa 10 m
m ächtigen, m ürben, gelben, thonigen Sandstein, m it thonigen Lim onites ern, eingelagerten 1— 3 m. dicken Schotterlagen und einer festen
bandstem bank, deren ausbeissende Schichtköpfe und separirte Schichttrumm er abgerundet verwittert sind; c) 10 m. m ächtigen dunkelgrauen
sehr schotterigen Tegel; d ) bläulichgrauen, klüftig-schieferigen reine­
ren le g e l.
3*
I
36
Das M ateriale des Schotter« ist sehr m annigfaltig- Yor1"
^
"
w eisser und farbiger Q u a rz, m anchm al auch Ja^ n *, so
,
dunkelgrauer K alkm ergel und bläulichgrauer, feinkörniger, merg *
« » « - » N eocom kalke bei Olâh-Lâposbânva er sch e in t;
ferner noch verschiedene k rista llin isch e Schiefer K oW ensc^ etei
•
Braunkohle, ein sehr schöner, m ittelkörniger A m p l u b o l ^ i W ^ ^
farbigem Orthoklas, feinkörniger Q uarzdiont und grau ich--Wc is .u
trachyt, also zum g r ö ß te n Theil solche G esteine, welche im noidh
Z uoe’der transsylvanischen K arpathen, im Grenzgebirge zwischen «P •
bânya und dem ^vlârmaroser Com itate, anstehend gefunden ^
nur'w enige solche G esteine, welche den Kern des naher liegenden M ts ^
zuges bilden. Keine Spur von Quarzandesit (Dacit) hnde sic i noc i
diesen Gerollen.
y (.hicbten an
V ielleicht ebenfalls diesem H orizonte gehören auch jene Schichten u .
w elche in der zw ischen K a czk ö und K â p o ln a , am rechten ^ ^ s u f e r be­
s e h e n
findlichen diluvialen Terrasse durch einen tiefen W ^ e m s s a ^ g e s e U ^
sind, w elchen die Landstrasse überbrückt H ier sieht man
■grauen, klüftig-schieferigen T e g e l' eingelagert eine 10-Bank von gelbem , mürbem, tliom gem Sandstein, mi einem
^
5° nach SSO. Stellenw eise, besonders gegen das H angen
, ,
1 - 2 m. dicke Schotternester eingelagert, in welchen sich sehr selten B iuchstücke von M olluskenschalen linden, während in dem Sancs e;n v e i ’°
Pflanzenreste undBraunkohlenadern zerstreut lie g en . A n den fechichtflachei
!fe h t m an Lim onitkrusten und als E in sch lüsse im Sandstem M —
aus der Zersetzung von M arkasit hervorgegangen. D ie an die Oberfläche
ausbeissenden Schichtköpfe bilden auch hier abgerundete ^ el^ 1UPpe '
Gegenüber von diesem A ufschlüsse bei Vaad, am Imken L t e id e i
Szam os, in den tiefen B ergrissen des engen N ebenthaies ist die L ^ h en folge der gut entblössten Schichten die folgende : zuunterst Tegel, welche
3— 4 m. m ächtige Conglomerat- und Schotterbanke überlagern cai
gelber m ürber Sandstein m it ein zeln en festeren, kuge igen i c,
schliesslich aberm als Tegel in bedeutender M ächtigkeit.
_
W enn wir nun von allen diesen Orten gegen die Mitte des Beckei
zu das ist in der R ichtung des Schichtverflächens W sc h r e ite n , so finden
2
dass der bläulichgraue, klüftig-schieferige Tegel m it -te r g e o r d n e te n
Einlagerungen von Sand und dünntafeligem Sandstem , vorherrsche
w ird ; im Schlem m rückstande diese» Tegel» jedoch.
U nterjochung von Proben zahlreicher Punkte überzeogt l» b e , findet m,m
■nur m ehr spärlich Foram iniferen.
:a
Gegen das H angende dieses Scliichtcoinplexes nim m t die Quantität
di r groben Bestandm assen wieder zu. Bei Poklostelke (Szolnok-Dobokaer
Com.) z. B. bilden etwa- 10 111. m ächtige Sandsteinbänke eine abgerundete,
m alerische F elsm auer, zuunterst m it einem 3 - - 4 m. dicken schotterigen
Lager, in w elchem auch Fragm ente von M olluskenschalen sichtbar sind.
Der mürbe Sandstein ist m it rostrothen, lim onitischen, festen SandsteinNestern erfüllt. D ieser Sandstein wird nach oben zu thonig und übergeht
langsam in einen w eisslichgrauen, dacittuffigen Tegel, und dieser in reine
Dacittuffbänke, m it w elchen die folgenden Schichten beginnen.
B ei M a g i/a r-K ö b lö s sieht m an am Vadalma-Berg losen Sand, Schot­
ter, m ürben Sandstein und dünnt-afeligen, sandigen Tegel wechsellagernd.
Am w estlichen, brüchigen Abhang dieses Berges aber ragen aus dem losen
thonigen Sand bis I m. breite Sandsteinkugeln in Reihe geordnet heraus.
A m Sattel zw ischen den Kuppen Dom b und Osoiba fand ich im losen
Sande A usternscherben.
B ei A lp a r é t findet m an an der Thalsohle Tegel; an den Abhängen
der A nhöhen aber zeigen sich ringsum mürber gelblicher Sandstein, loser
Sand und Schotter, ersterer hie und da auch m alerische Felsw ände und
Gruppen bildend. Der Rücken des hervorragenden Bâbolna (Babgyi)-Berges
besteht schon aus einer m ächtigen D acittuffbank; darunter liegt aber,
mit Verm ittelung von wenig schotterigem Tegel, ein w enigstens 10' m.
m ächtiges Schotterlager (siehe den II. Durchschnitt). In diesem Schotter
kom m en, ausser den vorwiegenden farbigen Quarzen, krystallinischen
Schiefern, K arpathensandstein und Mergel seltener noch vor: ein sehr
schöner, grobkörniger Pegm atit-G ranit, sandig-schotteriger N um m ulitenkalk, wie solche in den Gegenden von O lâh-Lâposbânya und Rodna an ­
stehend Vorkommen; F elsitporphyr und endlich dunkelgrauer und rother
Sandsteinquarzit, dergleichen ich anstehend in Siebenbürgen nicht g ese­
hen habe. D as sind grösstentheils solche G esteine, welche nur aus dem
nördlichen Zuge der Karpathen hieher gelangen konnten.
Ain rechten Ufer der vereinigten Szam os, bei A lö r liegen am Köbânya-Berge m ächtige Dacittuffbänke ausgebreitet. D ieser Tuff übergeht
abwärts zu in tufflosen, grauen, sandigen Tegel, m it dazwischen gelager­
tem , dünntafeligem Sandstein. Darunter folgt gelber, thoniger Sand m it
festei en Sandsteinbänken, während am F usse des Berges wieder der
bläulichgraue Tegel herrscht.
Ä hnliche V erhältnisse zeigen sich auch am linken Ufer der Szamos,
a n dem gegenüber sich erhebenden Czicz-Berg, so auch bei D eés am Kalvarien- und R özsa-Berge. Bem erkenswerth ist auch der petrographische
Charakterzug, dass die dem bläulichgrauen Tegel eingelagerten Sandstein­
tafeln an ihren Schichttiäelien öfters finger- oder wurmförmige W ülste
38
zeigen, deren runzelige und undulirte Oberfläehe an Schlainm flüsse erin­
nern. Besonders schöne solche hyeroglyphartige Gebilde sah ich in der
Um gehung von O lâ h -B o g d ta .
W enn wir von H idalm âs aus in südöstlicher Richtung, also gegen
Klausenburg zu, das Streichen der breiten Zone unserer Schichten ver­
folgen, so erfahren wir, dass sich diese Zone in dieser Richtung allm älig
verschm älert und bei Papfalva schon gänzlich auskeilt, da hier unsere
.Schichten unter den ober-m editerranen Ablagerungen m it Dacittuff end­
gültig verschwinden. Bei Klausenburg findet sich unter der, gegen Süden
zu übergreifenden Schichtdecke der ober-m editerranen Stufe n:clit die
geringste Spur von H idalm âser Schichten m ehr, denn diese bedeckt u n ­
m ittelbar den Koroder Sand, oder aber die ober-oligoesenen Schichten.
Auch in dieser R ichtung ist loser, m eistens grobschotteriger Sand das
herrschende G estein, welchem sich festere Sandstein- und ConglomeratBänke nur selten anschliessen, w ogegen sandiger Tegel gew öhnlich mit
dem Sande wechsellagert. In den Um gebungen der beiden E sk ü llö und von
Ö r d ö g -K e r e s z tu r (Kolozser Com.) sind die Zw'ischenlagen von sandigem
Tegel besonders häufig, während am Ende der südöstlichen Streichungsriehtung unserer Schichten, bei Papfalva, gerade die Sandstein- und
Conglom erat-Bänke auffallend sind. Es ist das um so interessanter, w eil
hier eine kleine isolirte Partie derselben auf die W eise an die Oberfläche
gelangte, dass die darüber lagernden ober-m editerranen Schichten herab­
glitten, und so scheinbar unter die tieferen Schichten gelangten.
Von M olluskenresten fand ich in dieser R ichtung keine S p u r ; nur
Foram iniferen zeigten sich spärlich im Schlem m rückstande des sandigen
Tegels.
Aus allen diesen m einen B eobachtungen geht hervor, dass das vor­
herrschende Tegelsedim ent der Schichten von H idalm âs hauptsächlich
durch zwei m ächtige Einlagerungen von Sandstein, Schotter und Con­
glom erat unterbrochen w ir d : gegen die B asis zu befindet sich die eine
(Conglomerat von Hidalmâs), unterhalb deren der H orizont des F oram ini­
ferentegels von K ettösm ezö, darüber aber der H aupt-Tegelhorizont der
H idalm âser Schichten lie g t ; an der oberen Grenze aber befindet sich die
zw eite m ächtige E inlagerung, welche unter anderem bei Alör und Deés,
ferner bei Alparét am Bâbolna-Berg, bei Poklostelke und Papfalva am
schönsten zu beobachten ist.
W as die ganze M ächtigkeit der in breiter Zone sich dahinziehenden
Schichten von H idalm âs betrifft, so kann m an, da in dem durch m ich
begangenen Gebiete (zwischen den F lü ssen der Almâs und Szamos) das
Schichtverflächen sehr sanft (3 - - 5 ° ) ist, aus den H öhendifferenzen deren
unteren und oberen Grenze die G esam m tm ächtigkeit leicht abschätzen.
39
In Anbetracht dessen, dass in der Um gebung von Tötszâllâs und KleinK risztolcz, wo unsere Schichten auf dem Koroder Sandstein liegen, deren
tiefster H orizont, der foram iniferenreiche Tegel, in bl. 350 m. H öhe m it
dem Koi odei Sandstein in Berührung tr itt; und dass am nächsten gegen
NOO. zu, also bl. in der R ichtung des Streichens, unsere Schichten sich
am M agu ra D ejrlu i zu 606 m. H öhe erheben; ferner dass gegen'SO .
zu, als in der R ichtung des Schichtverflächens, am Bâbolna-Berge die
oberste Schotterbank unserer Schichten sich ebenfalls bis zu w enigstens
600 m. H öhe e rh eb t: nach alldem kann m ân annehm en, dass die Gesammtinächtigkeit der Schichten von H idalm âs w enigstens 250 m. betragen m uss.
E in bem erkenswerther , Charakterzug der Orographie des durch die
Schichten von H idalm âs aufgebauten hügelig-gebirgigen Terrains ist der,
dass m an darin sehr häufig tiefe W asserrisse, steile Thalböschungen,
stellenw eise auch m it Felsw änden, durch Bergschlipfe verursachte Klüfte
und Brüche, Eidkuppen und m it vielen kleinen Vertiefungen versehene
F ig. 1. Der Dealu Vijilor bei Csernek (Szolnok-Dobokaer C.)
Abhänge findet. E in sehr bezeichnendes B eispiel für solche BergschlipfKuppen bietet der neben dem Dorfe Csernek sich erhebende D ealu Viilor
(s. Fig. 1.) Auch in dieser H insich t finden wir eine grössere Abwechslung im
Gebiete unserer Schichten, als in den Gegenden der über ihnen folgenden
M ezöséger Schichten, deren charakteristische Züge ich an der betreffendenStelle noch hervorheben werde.
W as die Ausbildung und Verbreitung unserer Schichten, in der nord­
östlichen und östlichen Streichungsrichtung fortsetzend, anbelangt, so lie ­
gen uns darauf bezüglich die Beobachtungen Dr. K. H o f m a n n ’s vor ( 6 6 , 3i).
D ei untere H orizont der in der Gegend von Tökepatak durch die verem igte Szam os streichenden H idalniâser Schichten, näm lich der foram ini. ferenreiche Tegel, tritt gegen Nordosten vorschreitend immer mehr in den
Hintergrund und conglom eratische Bänke nehm en dessen Stelle ein,
welche in dem Zuge des D ealu Gyimi unm ittelbar auf dem ober-oligocaenen Tiefseethone liegen, ja nördlich von Drâga-Vilm a auch einzelne
Brocken davon einschliessen. U nsere Schichten bestehen hier vorherr­
schend aus m assigen, plum pbankigen, m ürben Conglomeraten und Sand-­
40
s te in e n ; weiter aufwärts in einzelnen Zonen m it iibeiiiandnelim endem ,
gut geschichtetem , m ehr oder m inder sandig-schieferigem Thonmergel,
welchem lose oder härtere, kalkige Sandsteintafeln eingelagert sind. Dr. K.
H ofm a nn
schätzt ihre G esam m tm ächtigkeit, von ihrer unteren Grenze
bis zu dem D eéser ober-m editerranen D acittuff hinauf, auf mehr als
1000 Fuss, hält aber ihre obere Grenze noch für eine offene Frage. Ich
halte dagegen auch jetzt dafür, dass m an das erste E rscheinen der Daeittuffe, das wegen seiner M assenhaftigkeit wirklich auffallend ist, für die
obere Grenze unserer Schichten nehm en kann und m uss. Der Ansicht,
dass die m ächtigen Balzlager Siebenbürgens in der höheren Kegion u n se ­
rer Schichten, also unter den im siebenbürgischen Becken so verbreiteten
Dacittuffe, lägen, wie diese von Dr. K. H o f m a n n aufgestellt wurde (66, 31),
m uss ich entschieden entgegentreten, und wird sich G elegenheit bieten,
im Laufe der Abhandlung diese Frage eingehend zu discutiren und zu b e­
leuchten.
1
W as die weitere Verbreitung der H idalm âser Schichten am rechten
Szam osufer betrifft, so zieht deren untere Grenze am südöstlichen F lugei
des Sösm ezöer Sattels beiläufig durch die Gegenden von Galgö, BlenkeP olyân und G.osztilla in die Um gebung von H ollöm ezö, wo sie sich m it
einer zw eiten Zone derselben vereinigt, welche zwischen Drâga-Vilma,
Torda-Vilma, K urulyfalva, Dânpataka, E ohi und Dalmär, das ist am nord­
w estlichen F lü gel des Sösm ezöer Sattels, als der aus dem lerra in sich
steil erhebende D ealu G yim i-Bergzug in w est-östlicher R ichtung streicht.
Die Landstrasse zw ischen D eés und M agyar-Lâpos bildet eigentlich auch
die östliche Grenze, bis zu w elcher wir die H idalm âser Schichten des
nordw estlichen T heiles von Siebenbürgen eingehend untersuchend, von
Schritt zu Schritt verfolgen konnten. Bevor wir nun die weitere Verbrei­
tung und Ausbildung unserer Schichten untersuchen, w ollen wir früher
deren organische R este und die daraus folgenden Consequenzen betrachten.
ORGANISCHE EINSCHLÜSSE DER SCHICHTEN VON HIDALMÂS.
Obgleich im A llgem einen die beschriebenen Schichten an F o ssilien
arm sind, gelang es sow ohl Dr. K. H o f m a n n , als auch mir, in dem Schlem m rückstande der von zahlreichen Orten genom m enen Tegelproben F oram i­
niferen zu constatieren, wenn auch deren E rhaltungszustand m anchm al
ein sehr schlechter war. Am häutigsten und am besten erhalten finden
sich die Foram iniferen im tiefsten Gliede des Schichtcom plexes, in dem
sogenannten T e g e l v o n Kettösm ezö, dessen Fauna ich früher, dann erst
jene der im oberen H orizonte- liegenden T egelschichten anführen werde.
U nbestim m bare Schalenfragm ente von M ollusken sah ich w ohl in
den schotterigen Sandsteinbänken an m ehreren Orten, ganze, unversehrte
Schalen gelang es uns aber blos an einem Ort, näm lich bei H idalm âs, an
den steilen, nackten Abhängen der A nhöhen Nam ens D ealu Gras und
D. Corda zu sam m eln. D iesen Fossilienfundort hatte Dr. K. H ofm ann noch
im Jahre 1879, während der dam als durchgeführten Aufnahme, entdeckt.
Im Sommer 1880 habe auch ich diesen Fundort aufgesucht und für das
Siebenbürgische M useum gesam m elt. Das damals und weiters im Jahre
1882 in Dr. K. H ofm a nn s G esellschaft eingesam m elte Material hatte im
Jahre 1885 T h e o d . F u c h s bestim m t (240, ioi). Im Jahre 1885 besuchte ich
den Fundort wieder, und gelang es mir die durch T h . F u c h s aufgestellte
Liste noch m it einigen Form en zu erweitern. Ausser diesem hervorragen­
den I undorte hatte Dr. K. H ofm a nn noch an folgenden Orten einzelne
M olluskenalten gesam m elt. So am w estlichen Bande des M eszeszuges.
östlich von Zilah, in dem H ohlw eg, w elcher in den M âtyâsliget h inauf­
führt; am W ege von Nvirsid nach B réd ; nördlich von Mojgrad; östlich ’
von Pogolyor; endlich in dem Foram iniferentegel der Yalea Lozna, und
auch in den unm ittelbar darüber folgenden Schichten. Im folgenden gebe
ich zuerst die L iste der bisher nachgew iesenen Foram iniferenfauna, her-1
nach der M olluskenfauna, so auch noch anderer organischer E inschlüsse.
4±
L is te d er F o s s ilie n d e r H id a lm â se r S c h ich ten .
D ie F o r a m in ife r e n d e s u n te r e n H o riz o n te s d é r H id a lm â s e r S c h ic h ­
t e n , d e s s. g. K e ttö s m e z ö e r F o ra m in ife re n te g e ls.
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S p i r o l o c u l i n a s p . ....................................................................................
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d i l a t a t a (? ) d ’ORB. ...........................................
T r i l o c u l i n a s p . i n d e t . .............................................................................
10 N o d o s a r i a s p . i n d . ..................................................................... - «
c f r . r u d i s d ’ORB................................................~ ..........
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a c u m i n a t a H a n t k . ..................................................
D e n t a l i n a s p . ....................... ..................................... ..............................
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" R o b u l i n a d e p a u p e r a t a R e u s s . ..................... ............................
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b u d e n s i s H a n t k ..................................................................
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i n t e r m e d i a d ’ORB.......................................- ..............«
s i m i l i s d ’ORB. :............... . - - ...................................... «
c a l c a r d ’O ţiB ........................ ...........................................
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c f r . c l y p e i f o r m i s d ’O R R ............ ....................................
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a r c u a t o s t r i a t a H a n t k ................................................ 25
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K u b i n y i i H a n t k ......
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s i m p l e x d ’ORB. ................. ............................ - ..........
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c f r . b a c o n i c a H a n t k ..................... ..................... ..........
- P u l l e n i a b u l l o i d e s d ’O R R ........................ ............... .....................
P o l y m o r p h i n a p r o b l e m a t i c a d ’O r b . v a r . d e l t o i d e a R e u s s .
so B u l i m i n a e l o n g a t a d ’O R B .................. ..........................................«
B u c h i a n a d ’ORB. ...................................~ .......................
Uvigerina semiornata d ’O R B ..................... . ................................
Sphseroidina austriaca d ’O R B . .............. .............................................
T e x t u l a r i a c a r i n a t a d ’O R B .................. ............. ................. .................
85
Globigerina bulloides d’Orb.
....................... ;
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r e g u l a r i s d ’ORR.. - ..................................................
t r i l o b a R e u s s ............................... ;....................................
b i l o b a t a d ’O R B .............................................................
T r u n c a tu lin a sp.
... ............................. .................. ........... - ........
«■ G u t t u l i r i a ■a u s t r i a c a (? ) d ’ O R B . .... ..............................................
- R o t a l i n a c f r . S o l d a n i i d ’ORB ..................- ................ ......................
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c f r . U n g e r i a n a d ’ORB ........................................................
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* Nach Jos. Stürtzenbaum (1 3 9 , 199).
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43
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M a r g i n u l i n a B e h m i R e u s s ..,. ................
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R o b u l i n a c f r . K u b i n y i i H a n t k ..............
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T e x t u l a r i a H a u e r i i (? ) d ’ORB..................
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R h y n c h o s p i r a a b n o r m i s (? ) H a n t k . ... -)T r u n c a t u l i n a l o b a t a (? ) H a n t k ..............
s a R o t a l i n a c f r . S o l d a n i i d ’O R B .......... ........
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Aus diesen V erzeichnissen geht klar hervor:
1-tens, dass die in dem tiefsten Tegel-H orizonte der H idalm âser
Schichten vorkom m enden Foram iniferen häufiger und besser erhalten
>s nd. wie in den Tegeln des höheren H orizontes;
o,-, dass m beiden H orizonten in ziem licher A nzahl gem einsam e
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kofj!.jitsnr und zwar von jen en , w elche vorherrschend, und som it
■iin l>( ■< iT cn^ stcn sind;
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unter d e n Arten beinahe in gleicher W eise solchen Form e n e in e i-.ii h zu kommt, welche ausserhalb Siebenbürgens entweder nur
nur in neogenen Schichten V o r k o m m e n ; und
vorherrschenden Form en s in d : das m it kalkig’erseliene H a ploph ragm iu rn a e u tid o rsa tu m , unter den
l ■t ‘! 11.0it' in^ij vvn --J a u d ryin a -A rten , ierner von den dicht porcellanschalenführende 'i d ie C orn u sp ira p o ly g y ra , die Fam . Cristellaridaî besonders,
1 m eisten
welche durch 11 Arten vertreten ist; während aus den übrigen F am ilien1
nur einzelne Form en spärlich Vorkommen.
c) D ie M o llu s h e n fa u n a d e r S c h ic h te n vo n H id a lm ä a .
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Arca diluvii L a m . ...........................................
Pectunculus sp..........................................
Mytilus H aidingeri H ö r n .... ...................
Pholadomya alpina M a t h ......................... .
Pecten E ollei H ö r n , eserepek.............
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s p . (a ff. H a u e r i M i c h t .I I'ragm.
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H olgeri G e i n ............................ ..
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cf. B esseri A n d e z .............................
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MalvinseDuK..............................
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(Amusium) cristatus B r o n n . . .
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duodecimlamellatus B r o n n ....
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(Semispecten) sp. zwei Arten.
Ostrea cyathula L a m .
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rieben und zerb roch en ...........
8 «
gryphoides Z i e t ..............................
(Nautilus (Aturia)'Aturi B a s t ..................
Pteropoda ind.........................................
Lamna sp. Zahn
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Trochocyathus sp. u. noch eine Art
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Kettösmezö*
Tötszâllâs*
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In diesem V erzeichnisse sind die m it einem * bezeichneten Arten der F o ssilien ­
liste Dr. K. H ofm ann’s entnommen, welche in dem Hefte «Die Ausstelliingsobjecte
der kgl. ung. geol. Anstalt» im Jahrş 1885 erschien.
Unter den angeführten M olhiskenarten sind allein die Schalen der
Ostrea aginensis derart abgerieben und zerbrochen, dass ich zuerst auf
den Gedanken kam (67 , 66), diese m üssten aus den tiefer liegenden Schich­
ten von Puszta-Szt-M ihâly ausgew aschen sein, innerhalb welcher deren
unversehrte Schalen ganze Bänke e r fü lle n ; wenn wir aber die sie einschliessenden ^chotterigen Schichten vor A ugen halten, ist auch die
M öglichkeit nicht ausgeschlossen, dass sie längere Zeit hindurch dem
W ellenschläge des einstigen Seeufers ausgesetzt waren. So aber ist es schwer zu verstehen, warum die fein verzierten kleinen Schnecken, welche
m it ihnen zusam m en Vorkommen, nicht ebenfalls zerbrachen und sich
abrieben ?
T h . F u c h s kam, indem er das Vorkom m en und die Verbreitung der
durch ihn bestim m ten 29 Arten in den Tertiärschichten anderer Gebiete
untersuchte,- in seinen F olgerungen zu dem Schlüsse, dass die Schichten
von H idalm âs am m eisten m it dein tiefsten Gliede der Horner Schichten,
m it den sogenannten Schichten von M olt parallelisiert werden können,
W enn wir aber die Lage unserer Schichten über den Koroder Schichten
in Betracht ziehen, welche den jüngeren Gauderndorfer und Loibersdorfer
46
Schichten entsprechen, ferner wenn wir auch die M olluskenfauna selbst
betrachten, welche trotz der ziem lichen A nzahl von oligocsenen Form en,
überwiegend dennoch einen neogenen Charakter tr ä g t: m uss m an unsere
Schichten für eine jüngere Bildung, als die M olter Schichten halten. In-'
dem ich vor der Hand ausser Acht la ssen w ill, ob in den Schichtreihen
des ausländischen Tertiärs eine ganz entsprechende Ablagerung vorkommt
oder nicht, betrachte ich unsere Schichten von H idalm âs als die oberste
A btheilung der unteren oder I. M editerranstufe.
W as nun den bathym etrischen Charakter der angeführten Fauna
betrifft, ist es zw eifellos, dass sie auf eine seichte üferablagerung h in ­
w eist; dafür sprechen das die M olluskenfauna einschliessende, aus schotten g em Sandstein und Conglom erat bestehende M aterial, hauptsächlich
aber der stark fragmentare und abgeriebene Zustand der Schalen von
Ostrea aginensis. W as dagegen die Foram iniferenfauna des Tegels betrifft,
deutet diese schon au f eine, w eiter vom Seeufer erfolgte, tiefere S ee­
ablagerung hin. Man ersieht also daraus, dass während der Ablagerung
der H idalm âser Schichten der nordw estliche Theil Siebenbürgens aber”
m als der Schauplatz w echselvoller Bodenschw ankungen war. Nach Ab­
lagerung der ufernahen Koroder Schichten m usste an den m eisten Orten
wieder eine Senkung stattfinden, dam it der foram iniferenreiche Kettös- '
m ezöer Tegel sich darüber ablagern k ö n n e ; diesem folgte wieder eine i
Erhebung, während welcher der untere Sandstein-, Conglomerat- und
Schotter-H orizont der H idalm âser Schichten sich anhäufen konnte. D ar­
auf folgte wieder eine Senkung, während deren langer Dauer abermals
foram iniferenführender Tegel sich abgelagert hatte, und schliesslich er­
hob sich das Gebiet aberm als, damit das grobe M ateriale des oberen
Sandstein-, Conglomerat- und Schotter-H orizontes die seichten Ufer en t­
lang sich ablagern könne. Im Gebiete des D ealu Gyim i-Zuges jedoch,
zw ischen H ollöm ezö und Drâga-Vilm a, m usste dennoch die H ebung vor­
herrschend sein, denn hier folgen über den ober-oligocam en Tiefseethone
sogleich die schotterigen und conglom eratischen Bänke der Hidalm âser
Schichten und behaupten gegen den schlam m igen Tegel im A llgem einen
schon das Übergewicht.
D ie Überwiegung des groben, schotterigen M ateriales im Nordosten,
und das stufenw eise Abnehm en desselben gegen Südwesten zu weisen
ganz klar darauf hm , worauf m an schon aus dem M ateriale der Gerölle
sch liessen k o n n te : dass im Z eitalter der Ablagerung unserer Schichten,
im G egentheil m it dem ober-oligocam en Zeitalter, die in das Meer h in ein ­
ziehenden Süsswasserström e von N ordosten her wirken m ussten, und ist
es auch natürlich, dass m an zur Erklärung dieser Thatsache annehm en
m uss, dass am Anfänge der Miocaenzeit am nördlichen und nordöstlichen
Rande des heutigen siebenbürgischen Beckens sich eine grosse Landrnasse erheben m usste, von welcher her die turbulente W irkung der
Niederschläge jene merkwürdigen V eränderungen hervorbringen konnte,
welche wir an den Schichten von H idalm âs kennen gelernt haben.
Es ist dennoch nicht unm öglich, dass jen e Schwankungen des nord­
w estlichen T heiles der siebenbürgischen B innensee, auf welche wir aus
der W echsellagerung von groben, schotterigem und feinem , schlam m igen,
Materiale schliessen können, nicht die F olge der abwechselnden Ä ebung
und Senkung dieser Theile, sondern blos das R esultat der bald turbulen­
teren, bald ruhigeren Einwirkung der vom nördlich liegenden Lande her
kom m enden W asserström ungen ist. In dem Gebiete des A lm âsflusses j e ­
doch lässt sich die petrographische und palaeontologische Natur des Hidalm âser Schichtencom plexes blos aus diesem Factor kaum erklären.
V erb reitu n g d e r Schichten von H id u lm ä s in a n d eren
T h eilen Siebenbürgens.
Es ist ganz natürlich, dass die breite Zone der H idalm âser Schichten
"an der Landstrasse zw ischen D eés und M agyar-Lâpos nicht plötzlich ab­
brechen könne, sie m uss gegen Osten zu weiter ziehen. D ass es wirklich
so ist, davon habe ich m ich bei m einen öfteren Excursionen in diese
Gebiete überzeugt (83 , 366 u. 87, i08).
D en Bau des D ealu G yim i-Zuges kann m an entlang der erwähnten
Landstrasse sehr gut beobachten. Von M agy.-Lâpos aus ansteigend, sieht
m an gegen den Gebirgsrücken, dass der Sandstein allm älig bröckelig und
sehotterig wird, und dass sich dazu grobe Schotter- und ConglomeratEinlagerungen gesellen. Im Sandsteine sieht m an auch ziem lich häufig
kugelige Concreţi onen, und zwar schichtw eise geordnet, während noch
grössere R ollsteine einzeln zerstreut darin Vorkommen. Am Sattel oben
sind die Geröll- und Conglom erat-Einlagerungen am m ächtigsten. Die
flach-kugeligen R ollsteine erreichen bis 1 m. im D urchm esser und zeugen
für eine enorm turbulente W irkung der einstigen Ström ungen, welche sie
hieher verführten. Der U m stand aber, dass einzelne bis Va Kubikmeter
grosse Blöcke ganz isolirt in dem ziem lich fein und gleichkörnigen, m ür­
ben Sandstein liegen, lassen auch darauf schliessen, dass hier ausser den
W asserström ungen vielleicht auch Eis eine R olle bei dem Transport der
m ächtigen Steinblöcke gespielt haben dürfte, näm lich dass solche in E is­
schollen eingefroren aus dem nördlichen Grenzgebirge Siebenbürgens
heruntergeschw em m t wurden, nach dem Schm elzen des E ises niedersan­
ken und so in den schlam m igen Sandboden des unter-m editerranen Meeres
hineingeriethen. Das M ateriale der hier vorkom m enden G esteinseinschlüsse
ist überwiegend älterer Karpatensandstein,- dichter Neocom kalk und Granit,
seltener aber finden sich auch schöne Porphyrite dazwischen.
Im Thale des Csicsöhagym âser Baches lagert der fossilienführende
ober-mediterrane Tegel auf m ächtigen Dacittuff-Bänken. Deren unterste
ist ein grobes Conglomerat, dessen G eröll-Einschlüsse aus K arpathen­
sandstein, hornsteinführendem Neocom kalk, Quarz und Granit bestehen,
während das B indem ittel graulich-w eisser, grobkörniger, bröckeliger Dacittuff isf, in welchem dessen B estandtheile, kaolinisierter Feldspath, Quarz­
körner und Biotit-Schüppchen, gut auszunehm en sind. Unter dieser Grenz­
schichte folgen nun die H idalm âser Schichten, in w elchen keine Spur mehr
von D acitbestandtheilen sichtbar ist, und welche aus schm utzig bräunlich. gelbem , sandigem Thonm ergel und w echsellagernden tafeligen Sandstein­
lagern bestehen.
Im Thale des R o sy a -F liissc h e n s, oberhalb Kis-Kajan (siehe den 111.
Durchschnitt), streicht die Zone des grünlichen Dacittuffes, m it unter 10°
nach Süden verflachenden Schichten, über das Thal und bildet gegen
Norden zu sich erhebend, oberhalb D ögm ezö in Form einer weit sich t­
baren w eissen Felsw and den Bücken des Csetatye-Berges. Unter diesem
Dacittuff-Zuge folgen nun, zw ischep Kis-Kajân und Dögm ezö, die H id­
alm âser Schichten : schm utzig gelbbrauner, klüftig-schieferiger Tlionmergel, abwechselnd m it thonigen Sandsteinlagen, welche steile und brüchige
Abhänge bilden. W eiter aufwärts bei Ispânm ezö, wo das enge Thal sich
etwas erweitert, ragen neben der Strasse bis 50 ein. dicke Sandsteinbänke,
m it untergeordnetem Tegel abwechselnd, unter 3- 4° nach Süden ein ­
fallend, heraus, deren Schichtflächen w ülstig sind und verkohlte Fucoidenreste führen. Bald erscheinen auch Bänke von grobem Conglomerat zw i­
schen den Sandsteinbänken, welche öfters nur lose verbunden, beinahe in
Schotteiiagern übergehen. Bei Borlyâsza sind die Schichtflächen der
tafeligen Sandsteine m it tropfsteinähnlichen W ülsten erfüllt, ln einer
Schlem m probe des m it ihnen abw echselnden blauen, glim m erig-schieferigen Thonm ergels fand ich m ehrere Exem plare von H a p lo p h ra ym tu n i
a c u tid o rsaturn H a n t k . , C o rn u sp ira p o ly g y r a R e ü s s und einer glatten
D e n ta lin a sp., also solche Form en, w elche in den Schichten von Hidalm âs
häufig Vorkommen. Das Schichtverflächen ist hier schon 45° nach Süden.
D ergleichen Schichten lasserj sich nahe bis Felsö-E gres verfolgen, mit
allm äligem Übergang in plum p-bankige, beinahe reine Sandsteine, welche
w ahrscheinlich schon in das Oberoligocsen gehören. Eine scharfe Grenze
lässt sich zw ischen beiden nicht ziehen.
Von Bistritz nach Naszöd und von da das Salvathal aufwärts bis
Rom uli vorschreitend, habe ich unsere Schichten ebenfalls beobachtet.
Von Bistritz bis nach Csépân findet sich nur ober-mediterraner Thonmergel
49
an der Oberfläche. H inter Csépân in einer reizenden Schlucht schneidet
die Landstrasse den m ächtigen Zug der Dacittuffe und Breccien. Unter
den 10° nach SO. einfallenden Dacittuff-Bänken folgen sogleich ins B o st­
gelbe ziehend schm utzig graue, sandig-glim m erige, schieferige Thonm ergel
m it dazw ischen gelagerten dickbankigen Sandsteinschichten und halten
bis Naszöd und dann weiter nach Norden beinahe bis Telcs an. Gegenüber
Naszöd, bei dem Dorfe Luska, sieht m an im Steilufer der Szam os w echsel­
lagernd schm utzig gelbe, tafelig-bankige Sandstein- und stark zerklüftete
bläulichgraue Thonm ergel-Schichten gut entblösst. D ie Schichtflächen des
Sandsteines sind erfüllt m it verkohlten F ucoidenresten, aber auch K alk­
röhren von Teredo cf. N o rveg ica S p e n g l . fand ich darin.
Im Thale des Salva-Baches kom m en zw ischen Hordö und Telcs zu
den nun beschriebenen Schichten auch noch m ächtige Schotter- und
Conglom erat-Lager dazu, welche ihrem A ussehen und der Zusam m en­
setzung nach m it jen en der H idalm âser Schichten bei Csâki-Gorbö, Alparét, und H ollöm ezö ganz identisch sind. D iese petrographische Ü berein­
stim m ung, die Lagerungsordnung, das Streichen der H idalm âser Schich­
ten, und auch die etlich en F ossilien , welche ich erwähnt habe —- glaube
ich — sind genügende Gründe dafür, dass m an den beschriebenen m äch­
tigen Schichtcom plex von Csépân an über Naszöd bis Telcs hinauf, m it
den Schichten von H idalm âs parallelisieren darf. Auch hier fallen diese
Schichten unter 10— 15° gegen S. ein und lagern oberhalb Telcs auf dem
ober-oligoesenen Sandstein m it plum peren S ch ich tb än k en ; eine scharfe
Grenze kann m an aber in E rm angelung an F o ssilien auch hier nicht
zw ischen den zwei B ildungen ziehen.
Yon Telcs an wendet sich die unţere G renzlinie noch weiter gegen
Südosten zu, in der Gegend von Földra streicht dieselbe über die Szam os
und auf den Strim basattel hinauf, über w elchen die Strasse von Bistritz
nach Rodna führt. H ier keilt sich die stark eingeengte Zone unserer
Schichten entweder aus, w eil m an im Bistritz-Thale hinauf bis BorgöTihö nur die ober-m editerranen Schichten m it D acittuff an der Ober­
fläche sie h t; oder aber es gehört oberhalb Tihö der obere Theil der
unter dem Dacittuffe liegenden Schichten, aus w echsellagerndem Sand­
stein und Schieferthon bestehend, noch hi eher, welche bisher alle zu den
ober-oligoesenen, sogenannten jüngeren K arpathensandstein gerechnet
wurden. In E rm angelung an F ossilienfunden aber, und w eil m an auch
keine petrographischen A bweichungen m ehr zwischen den oberen und
unteren H orizonten dieser Sandsteinbildung findet, könnte die Trennung
nur ganz w illkürlich sein, weshalb ich sie gar nicht versuchte.
In S ieben bü rgen s östlichen u n d südlichen Theilen ist das Vorhan­
densein der unter-m editerranen Schichten ganz unbestim m t. Nach F r .
D r. A nton Koch : D ie T e rtiarb ild u n g en des Beckens der siebenbürgischen L a n d esth eile.
41
50
H e r b ic h (35,263.) liegen bei Alsö-Râkos unter dem Gypshorizonte der ober­
m editerranen Salzbildung Conglom erate, welche die unter-m editerrane
Stufe repräsentieren dürften, w enngleich F ossilien nicht dafür sprechen.
Ich kann auch nach eigenen B eobachtungen von diesen Conglomeratei!
sprechen. U nterhalb Alsö-Râkos, am F u sse des Bérczalja-Berges, entlang
•der Landstrasse, sah ich solche Conglom eratbänke, welche sanft gegen
Osten, unter den Salzthon des Söspatak (Salzbach) einfallen. W eiter gegen
Süden am Repser F reythum und gegenüber M âtéfalva treten solche auch
' auf grösserer Fläche heraus. Zwischen M âtéfalva und Datk, an der M ün­
dung des vom L eshegy herabziehenden Thälchens, bildet das grobe Con­
glom erat ein interessantes F elsen th or, durch w elches der wasserreiche
Bach hervorbricht. D ieses R iesenconglom erat besteht aus grossen Gerollen
von K arpathen-Sandstein und Kreidekalk, welche durch kalkigen Quarz­
sand verkittet werden. D ie 4 — 6 m. m ächtigen Schichtbänke verflächen
unter w enigen Graden nach SO. zu. Über dem Conglomerat folgen w echsel­
lagernde Schichten von gelbem , sandigem Thonm ergel, tafeligem Sandstein
und lo sen Sand m it dem selben E infallen. Im Schlem m rückstand des T hon­
m ergels erhielt ich G lo b ig erin en und eine R o sa lin a sp., dergleichen in
dem ober-m editerranen M ezöséger Schichten allgem ein verbreitet Vor­
kom m en. Noch höher, am Abhange des Les-Berges herrschen die Dacittuffbänkc. D ieser Lagerung zufolge ist es nicht unw ahrscheinlich, dass die
erwähnten Conglomeratbänke noch die unter-m editerrane Stufe vertreten.
Bei H idegküt am Abhang des La Gruju-Berges sind die L agerungs­
verhältnisse noch deutlicher, denn hier liegen die Schichtbänke des rost­
gelben, mürben, theilw eise conglom eratischen Sandsteines unm ittelbar auf
dem Neocomkalk, und werden von einer 6 m. m ächtigen Bank w eissen, schieferig-tafeligen Dacittuffes bedeckt. W enn wir also die unterste Bank des
Dacittuffes als die untere Grenze der ober-m editerranen Ablagerungen an ­
nehm en, so m uss m an es für w ahrscheinlich halten, dass die darunter
liegenden Sandstein- und Conglomeratbänke in die erste M editerranstufe
gehören. Die bei Székely-U dvarhely am Salvatorberge und in der U m ­
gebung von Lövéte austretenden Conglom erate aber, unter deren aus
N eocom -K arpathensandstein und Caprotinenkalk bestehenden E in sch lü s­
sen auch N um m ulitenkalk-G eschiebe sich finden, haben sich nach H e k b ic h
entschieden nach der Ablagerung des Steinsalzes angehäuft.
D as in der Nähe von H erm annstadt bei T a lm a tsc h auftretende, eben­
falls N um m ulitenkalk-G erölle führende Conglom erat habe ich in der Be­
schreibung der Oligocsenablagerungen bereits eingehender besprochen.
Es war da auch davon die Rede, dass seine obere Grenze durch D acittuff
bedeckt wird. D ieser U m stand sch liesst es also nicht aus, dass der obere
H orizont des Conglom erates v ielleich t schon das Unter-M editerran reprä-
sentiert. N euestens hat 0 . P h l e p s auf -die L agerungsverhältnisse der dort
auftretenden Schichten bezügliche B eobachtungen m itgetheilt (293, 86).
Nach ihm tritt zuunterst, am rechten Ufer des C ibin-Flusses, am F usse
der Landskron, ein grobkörniger Sandstein zu T a g e; auf diesen folgt
grauer, thoniger, glim m eriger Sandstein, w elcher verkohlte Pflanzen­
abdrücke enthält. Noch weiter folgen loser brauner Sand und dann auf
beiden Lfern des C ibin-Flusses m ächtige Coiiglomeratbänke, zwischen
welchen grauer band, Sandstein und Planorben führender, grauer Süss^ a ssen n erg el eingelagert sind. Gegen Norden zu vorschreitend, bedeckt
der D acittuff und darüber gelber Sand säm m tliche Schichten. D as Schichtverflächen ist bl. 12° gegen NO. Schade, dass die Arten der Planorben
nicht bestim m t sind, denn diese würden vielleicht in der Altersfrage siche­
rer entscheiden.
Im sw lw esth ch en Theile Sieben bü rgen s finden wir schon sicherere
Spuren der unter-m editerranen Stufe. W enn wir jetzt auf Grund der A us­
führungen von Th. Fuchs die kohlenführenden Schichten des Z silythales
für das tiefste Glied der Miocasnreihe betrachten, dann ist es klar, dass
alle jene zuunterst liegenden, m eistens rothe,' thonige und schotterige
Ablagerungen in der H âtszeger Bucht und den Strellfluss entlang, welche
m it dem oberen H orizonte der Z silythaler Schichten gleich gestellt wur­
den, in die unter-m editerrane Stufe gehören. K ohlenspuren fehlen auch in
diesen nicht, ein abbauungswürdiges F lötz aber wurde noch nicht ent­
deckt. Dr. G eorg Primics hatte im .Jahre 1891 (268, 177) im Thale von
K udsii -F elk enyér, wo m an damals auf Ivohlen schürfte, im L iegenden
des fossilführenden ober-m editerranen, mürben Sandsteines einen Schicht«om plex bläulicher und grauer Sande und Tegel beobachtet, welche häu­
fige K ohlenspuren zeigten, F o ssilien jedoch nicht enthielten. D iesen
Schichtcom plex hatte auch er als unter-m editerran bezeichnet, darunter
aber noch das Vorhandensein der kohlenführenden Z silythaler Schichten
für w ahrscheinlich erklärt.
Es erleidet jetzt auch keinen Zweifel, dass zwischen B o rb d n d und
M ai o s - S z t- I m r e der obere Theil der über dem Interm ediam ergel lieg en ­
den Schichtfolge von bunten Thonen und Sanden, in welchen neben dem
Bilaker W irthshause die O strea a g in en sis T o u r n . häufig ist, bis zu dem
E rscheinen der Dacittuffe schon in das Unterm editerran gehört. D asselbe
g ilt auch für die,, gegenüber am linken Marosufer bei Tâté, Drombâr, Söspatak, Csüged, Lim ba und Felsö-Vâradja, unm ittelbar unter dem D acit­
tuffe liegenden thonigen und sandigen Schichten, obgleich diese Ansicht
m it F ossilienfunden nicht unterstützt werden kann. D ie in diesen Schich­
ten vorkom m enden häufigen K ohlenspuren, auf wrelche öfters schon g e­
schürft wurde (164, 255) haben die W iener G eologen zuerst dazu bewogen,
4*
52
dass sie diese Schichten m it den kohlenreichen Ablagerungen des Z silythales in B eziehung brachten.
G leichfalls m üssen nun auch jene rothe Schichten hieher gerechnet
werden, welche die Basis 'd es rothen Rechberges bei M ühlbach bilden,
w elche ich im Jahre 1894 untersuchte-(296, 85). D a diese A ufschlüsse be­
sonders lehrreich und interessant sind, w ill ich dieselben nach m einen
eigenen Beobachtungen beschreiben.
Ich näherte m ich diesem Berge auf dem nach Langenfeld führenden
Feldw ege, und nachdem ich den Székâs-Bach. überschritt, begann ich
m eine U ntersuchung in dem tiefen W asserriss, welcher sich zwischen den
W eingärten herabzieht. Der W asserriss hatte sich in die wechsellagernden
Schichten von mürbem Conglomerat, rothem , schotterigem Thon und gelb­
lichem , mürbem Sandstein eingesenkt, in welchen ich keine Spur von F o s­
silien entdecken konnte. Der W asserriss beginnt weit oben am Abhang bei
Fig. 2..
einer steilen Bruchwand (Fig. 2), in w elcher die ungleiche Erosionswirkung
der N iederschläge eine auffallend schöne Pfeilergruppe hervorgebracht
hat. D ie Athm osphserilien und Niederschläge näm lich haben die festeren
Sandstein-(5J und Conglom eratschicht& i (a) in geringerem M aasse ange­
griffen, ausgew aschen und entfernt, als die losen, sandigen und thonigen
Schichten (c), infolge dessen jene gesim sartig aus der Wand hervor­
ragen ; w eil aber die herabfliessenden W ässer zugleich den ganzen Schichtcom plex in schm älere und breitere, conische P feiler zergliedert haben,
führen diese Pfeiler beim Durchgänge der härteren Schichten, den K noten
des Rohres ähnliche Anschw ellungen. Je m ehr solcher K noten auf einem
Pfeiler und je schlanker diese s in d ; um so schöner ist die durch Erosion der
Niederschläge verursachte Pfeilerstruktur der Schichtwand, von w elcher
die Fig. 2 eine kleine Partie schem atisiert darstellt.
Der riesige W asserriss des rothen Rechberges ist noch interessanter
(Fig. 3). Am südw estlichen Abhang dieses Berges bildete sich eine R ie s e n -'
kluft', deren steile W ände tief in zwei W asserrissen endigen, die sich weiter
unten vereinigen. Zwischen den beiden Zweigen zieht ein scharf erodierter
Kamin vom Bergrücken in die Tiefe hinab (ab), von w elchem m an einen
Einblick in beide W asserrisse hat, und die in ihrer Starrheit grossartige
Scenerie bequem übersieht.
Das M ateriale der Kluftwände ist überwiegend ein stark schotteriger, rother Thonm ergel (La,). D ie K iesgerölle sam m eln sich in m anchen
Lanken derart an, dass m an diese getrost als ein Cbnglomerat m it
tlionigein Bindem ittel ansprechen kann. Untergeordnet kom m en auch
d iinn eie, grauliche, mürbe Sandsteinschichten vor. Nur an der F irst der
Kluftwand zeigt sich gelblicher Thonm ergel, in dessen Schlem m rückstand
K. F u ss * vor langer Zeit Foram iniferen fand, welche auf das obere Mediteiran h in w eisen ; w ogegen der schotterige rothe Thonm ergel fossilfrei is t.
G änzlich fossilfrei ist er dennoch nicht, denn ich sah im M ühlbacher
e \a n g . G ym nasium daraus herstam m ende schwere, dichte Knochenfrag­
m ente von rother Farbe, und zwar von Gliedm assen und Bippen eines
Szâszsebes.
Rotlier Rechberg.
Olâh-Dâlyi
.grossen Säugethieres, dessen genauere B estim m ung aber nicht m öglich
war. Da m an Braunkohlen-Schm itzen und N ester schon öfters darin fand,
ist es w ahrscheinlich, dass auch dieser rothe schotterige Thonm ergel dem
oberen H orizonte der Z silythaler Schichten entspricht. D ie erwähnten
K nochenreste stam m en vielleicht vom A ceratherium cf. G oldfussi K a u f.
her, von w elchem Adam B ü d a im Strellthale, oberhalb Pietrösz, das F rag­
m ent eines oberen Kiefers m it drei M ahlzähnen in einer ähnlichen Conglom eratenbank auffand, welche unm ittelbar über den kohlenführenden
Schichten liegt.
U nsere Schichten fallen unter einigen Graden in den Berg h in ein
a lso beiläufig gegen NO ; weshalb auch in der B ichtung des Streichens,
entlang der Maros gegen NW. zu, bis zu dem Inselgebirge von SârdBorbând, und am linken Marosufer bis Tâté, an den tieferen S tellen über­
a ll dieselben Schichten ausbeissen.
*
Fundort fossiler Foraminiferen am Rothen Berg bei Mühlbach. Herinann.städter Ver. f. Naturwiss. Yerhandl. B. III. p. 109.
54
■Äusserst interessant und schön sind die Erosionsgebilde der K luft­
wände (ab). Der das H auptm ateriale des Schichtcom plexes bildende rothe
Thonm ergel ist im trockenen Zustande hart, durch und durch zerklüftet
Tind zur Bildung scharf hervortretender V erzierungen sehr geeignet. Die
herabrieselnden N iederschlagswässer zergliedern die steilen Kluftflächen
nicht nur in kleinere und grössere, conische Erdpyramiden, sondern brin­
gen auch im K leinen sehr interessante O b e rflä c h e n - G estaltungen hervor.
Die Pyram idenflächen sehen so aus, wie die durch Begenw asser ausgefres­
senen S alzfelsen oder Eism assen, dicht erfüllt m it kleineren und grösseren
Gruben und m it dazwischen hervorragenden scharfen Kämmen und spit­
zen Zipfeln.
Nordöstlich vom B othen Berg, also im H angenden unserer Schich­
te n , gehört der schm utziggraue Thonm ergel (sa), nach dem Zeugniss der
im Valea Slatini (Salzthal) vorkom m enden m ehreren Salzbrunnen und
E fflorescenzen, schon der ober-m editerranen Salzform ation an, und an der
B asis derselben liegt ebenso, wie in-den Gegenden von Klausenburg und
D eés, der obenerwähnte Foram iniferenm ergel. In diesem Mergel einge­
lagert kom m en am w estlichen Gehänge des Berges, über Limba, dicke
Dacittuffbänke vor. Über dem Salzthon herrschen um D âlya herum bereits
die sandigen und schotterigen Schichten der sarm atischen Stufe (sz) und
gegen Olâh-Girbu zu am Gebirgsrücken der Tegel der pontischen Stufe (pt).
Tn den unter-m editeranen Ablagerungen der Strellbucht ist, ausser
den vorher erwähnten A eera th criu m cf. G o ld fu ssi-B esten, das Vorkommen
noch eines Säugethierrestes bekannt, und das ist L istrio d o n splenäeu-s
H . v. M ey . D ie Kieferbruchstücke und M ahlzähne fanden sich nach Dr. K.
H o fm a n n und E. S t j e s s (1 5 1 , 28) in der Gegend von Merisor und Krivadia,
bei dem Baue der P iski-Petrozsényer Eisenbahn, und zwar in einer Conglom eratbank, welche unm ittelbar über einem Tegel m it Cyrena sem istriata lagert. D a B este dieses U rsäugethieres im Leythakalk des W iener
Beckens nicht so selten V o rk o m m e n ; ist es w ahrscheinlich, dass das Con­
glom erat von Merisor-Krivâdia bereits in die obermediterrane Stufe gehört.
Im Enveder- Thal habe ich bei Vlâdhâza (Cacova), in dem W asserriss
Nam ens Pareu F untinyeloru beobachtet (2 5 3 , iso), dass zw ischen dem
Leythakalk und K arpathensandstein noch bläulichgrauer, sandig-schotteriger Tegel m it h ell aschgrauen M ergelzwischenlagen eingeklem m t vor­
kommt. D ieser ist durch das Grundwasser erweicht und verursacht fort­
währende Bergschlipfe. Im Tegel zeigen sich hie und da BraunkohlenAdern und Schm itzen, in dem begleitenden Mergel aber Blätterabdrücke.
In den tieferen Schichten fand ich eine m it schlecht erhaltenen, rein m a­
rinen F ossilien erfüllt, von w elchen ich folgende Arten bestim m en konnte :
55
Gastrochaena cf. intermedia H ö r n .
Clavagella bacillaris D e c h .
Venus cf. H aidingeri H ö r n .
Corbula carinata (?) D u j .
Pecten praescabriusculus F o n t a n .
Ostrea cf. lamellosa B r o c c .
m it der U nterschale angewachsen, lind noch andere unbestim m bare Arten.
Unter den Erkannten sind die vier letzteren in den unterm editerranen Ab­
lagerungen häufig und g e w ö h n lic h ; daraus und aus der Schichtlage fojy
gere ich, dass wir es hier auch m it einem Vertreter der unterm editerranen
Stufe zu thun haben.
Bei der Besprechung der ober-oligocsenen, früher schlechtweg aquitanisch genannten Stufe wurde auch die Gegend von C sâklya als F und­
ort einer fossilreichen Schichte der chattischen Stufe angeführt. Es ist
leicht m öglich, dass auch hier im H angenden dieser Schichte und unter
den zw eifellos ober-m editerranen Ablagerungen Spuren der unter-m edi­
terranen Stufe zu finden wären.
Sehr bemerkenswert!! ist das Auftreten unter-m editerraner Schichten,
wenn auch nur in einer kleinen Scholle, beinahe im H erzen des Erz­
gebirges, bei Czereczel, wo sie Dr. G. P r i m i c s entdeckte, während ihre
Faunula Dr. F. N em e s studiert hatte (255, 217). Nach Dr. P r i m i c s (312, 18)
liegt das Vorkommen einige hundert Schritte vom östlichen Ende des
Dorfes, in m itten eruptiver G esteine. D ie Sedim entscholle lehnt sich einer­
seits an M elaphyr an, andererseits steht sie m it Andesit in Berührung,
und ist grösstentheils m it N yirok-ähnlichem A ndesitdetritus bedeckt. Das
Sedim ent besteht aus dunkelgrauem Thonm ergel und lichter grauem
Tegel. F o ssilien zeigen sich in grösser Menge’ darin, sie sind aber klein
und dünnschalig. Neben vorherrschenden Thierresten k o m m en . auch
Pflanzeüabdrücke V or. Seine F aunula besteht, nach Dr. F . N e m e s ’ B estim ­
m ungen, aus folgenden E le m e n te n :
a) O stracocla :
Cytherella bifidata N e m e s.
Cythere plicatula B e u s s . (Diese Art wurde aber später durch J. H é j j a s
(89,155) in C. retifastigata Jon. rectificiert).
K leinere, näher nicht bestim m bare K rabbenscheeren.
• ,
b) M o llu s c a
Tellina Ottnangensis 1Î. H ö r n , sehr h ä u fig ;
Tellina sp. ind.
4
,
56
Nucula M ayeri M . H örn .
« Ehrlichi R . H örn .
« cf. nucleus L.
• • L eda pellucidaeform is R . H ö rn .
D entalium entalis L. tör.
Bruchstücke kleiner, unbestim m barer Gasteropoden.
■ c) E ß h in o id e a :
Maci'opneustes (?) compressus N em es.
Bruchstücke unbestim m barer Stacheln.
d)Foraminifera:
Lagena apiculata R e u s s .
Polym orphina oblonga d ’ORB.
R otalina Dutem plei d ’ORB.
Pulvinulina H aidingeri d ’ORB.
B u lim in a pupoides d ’ORB.
«
ovata d ’OßB.
«
elongata d ’ORB.
R osalin a com planata d ’OBB.
Globigerina bulloides d ’ORB.
«
bilobata d ’ORB.
«
triloba R e u s s .
«
quadriloba d ’ORB.
Truncahdina lobatula d ’ORB.
O rbulina universa d ’ORB.
T extilaria M ariae d ’ORB.
B iloculina sp.
. Triloculina Kochi N em es.
A rticulina sulcata R e u s s . (nach der Rectificierung von A u g . Franzenau,* denn N em es hatte diese Form unter dem Nam en Triloculina retortioris beschrieben).
Triloculina sp., noch zwei, näher nicht bestim m te Arten.
Quinqueloculina quadrangula N em .
Quinqueloculina sp.
D iese Fauna, was besonders die M ollusken betrifft, ist der Fauna des
Schliers von Ottnang so auffallend ähnlich, dass m an darauf basirt, dieses
schollenartige Vorkommen getrost in die unter-m editerrane Stufe verlegen
* F öldtani Közlöny. 1889. 275.
kann. Sowohl das Material, als auch die eingeschlossene Fauna, zeigt einen
Tiefseecliarakter und deutet darauf hin, dass ein grösser Theil des sieben­
bürgischen Erzgebirges im unter-m editerranen Zeitalter noch tief unter
dem Meere lag, aus welchem aber die m esozoischen Gebilde als zerstreute
In seln hervorragen m ussten.
*
-Zum Schlüsse m uss ich noch das wichtige Factum hervorheben, dass
• sich in den jetzt abgehandelten unter-m editerranen Ablagerungen noch
keine Spuren von Quaraandesit (Dacit) oder Andesit zeigen. W enn man
sehr selten, innerhalb der Schottér- und Conglomeratbänke, E in sch lü ssen
von tertiären E ruptivgesteinen auch begegnet, so bestehen diese ohne
Ausnahm e aus rhyolitischem Quarztrachytj deren erste Spuren schon in
den m ittel-oligocsenen Schichten erscheinen. Und das ist ein sehr wichtiger
petrographischer Charakter, denn er erm öglicht beim F ehlen von F ossilien
in vielen F ällen die Abtrennung der unter-m editerranen Ablagerungen von
den ober-m editerranen Schichten und gibt auch entschieden Zeugniss da­
von ab, dass in dem unter-m editerranen Zeitalter, innerhalb des Sieben­
bürgischen Beckens, die ruhigen Naturwirkungen durch keine Eruptionen
gestört waren.
A b la g e r u n g e n d e r z w e ite n o d er oberen M e d ite r r a n ­
stu fe (M. II.).
M . I I. 1. M ezöséger Schichten ( T iefseefacies d e r oberen
'
M ed iterra n stu fe ).
(Siehe die Durchschnitte I—Y.)
a) In, d e r n ö r d lic h e n H ä lfte d e s sie b e n b ü rg isc h e n B eckens.
Mit diesem kurzen Localnam en habe ich unsere Schichten in 1883
bezeichnet (60, 3 8 6 ), aus dem Grunde, w eil nach m einer Erfahrung das
ganze Gebiet, w elches zw ischen der Maros und Szam os liegt, die soge­
nannte M ezöség, beinahe ausschliesslich aus ober-mediterranen Schichten
aufgebaut ist.
D ie E eihe unserer Schichten beginnt m it m ächtigen Dacittuff- und
Breccien-Bänken, welche allgem ein den Schichten von Hidalm âs, in der
Um gebung von K lausenburg aber, in F olge der Transgression, bedeutend
älteren Schichten aufgelagert sind. D ie Dacittuff-Bänke wechsellagern
überall m it gelblichw eissem G lobigerinenm ergel, w elcher aufwärts allm älig
in den vorherrschenden bläulichgrauen, klüftig-schieferigen Tegel über-
geht, gegen die Ränder des Beckens jedoch auch mehr oder m inder san­
dig wird.
Die M ächtigkeit dieses unteren Dacittuff-H orizontes, und damit die
'Breite dèr an der Oberfläche erscheinenden Zone ist nach Orten verschie- x
den. Am Rande des Tordaer Bergzuges z. B. zeigt er sich blos noch in
einzelnen dünnen E in lageru n gen ; in der Gegend von Klausenburg aber
begegnen wir dem Dacittuff schon in grösser Verbreitung und ziem lichen
M assen. Aron hier in einem schwachen Bogen gegen NNO. zu streichend»
vergrössert sich das Quantum und die Breite seiner oberflächlichen Zone
schnell; und erreicht in der Gegend von Deés das Maximum seiner E nt­
wickelung. Bei Alör überspringt der Dacittuffzug die vereinigte Szamos.
und indem er sich vollständig gegen Osten zu krümmt, um gibt er den aus
rhyolitischem D acit bestehenden Csicsöbergzug, zieht durch die Gegend
von F elsö-Ilosva, Kis-Kajân und Dögm ezö (s. den III. Durchschnitt) um
zwischen Köfarka und Maköd, in G estalt einer w eissen Felsw and das
Szam osthal zu erreichen. Nachdem er bei M .-Nem egye die Szam os über­
schreitet, zieht unser Dacittuff-Zug neben den Orten Ol.-Ném ethi, Csépân
und über den 741 m. hohen «Virauer Stein» bei Pintak gerade ostwärts
bis Borgö-Prund, w7o er nordwärts über den Sandsteinen entweder der Hidalm âser Schichten, oder des Oberoligocam lagert, gegen Süden aber unter
die. Andesitttuffe und Breccien sinkt (im Ciori-Thälchen z. B. verflacht die
m ächtige Dacittuffbank unter 23° nach SW.) D ieses bogenförm ige D ahin­
ziehen der breiten Dacittuff-Zone zeigt also deutlich den Verlauf des
ober-mediterranen Seeufers in der nördlichen Hälfte des siebenbürgischen
Beckens.
W as die m ineralische Zusam m ensetzung dieser Tuffe anbelangt, so
w eist diese entschieden auf den Quarzandesit, oder Dacit, als seinem .
m assigen G estein hin. D ie sandsteinartigen, gröber körnigen Tuffvarietäten
näm lich, welche m it den Schichten des gleichartig erscheinenden,x dichten,
lam ellös schieferigen Tuffen öfters wechsellagern, bestehen aus eckigen,
kaum abgeriebenen Körnern von weniger A ndesin und viel Quarz, dann
aus kleinen, glänzend schwarzen Biotit-Schüppchen, seltener auch aus
sechsseitigen Blättchen desselben, und diese M inexalbestandtheile sind in
ein grünlich- oder w eisslichgraues, aus feinen Bim steintrüm m erchen be­
stehendes Bindem ittel eingebettet. In einem grünen Dacittuffe von Persâny
habe ich auch kleine Sphserulith-K ügelchen beobachtet, und eine partielle
A nalyse hatte 73 o/o SiO^, darin nachgew iesen. Auch von anderen Punkten
haben die bisher erschienenen A nalysen einen ziem lich hohen SiO„2-Gehalt
constatirt. Ich stelle diese folgend zu sa m m en :
A — eine von Galacz bei Fogaras genom m ene Probe, analysirt von
J. A lpern (Jahrb. d. k. k. geol. R.-A. W ien VIII. p. 152).-
B — eine Probe von Haros im Herm annstadter Comitat, analysirt
von J. A. B b e h m (m itgetheilt von E. A. B i e l z . Yerh. u. M itth. d. Siebenb.
Ver. f. Naturwiss. XXV. 1875 p. 86).
C = Dacittuffe aus der Um gebung von Kendi-Löna und Doboka,
analysirt von Dr. M a d e l u n g (1, 467), und z w a r
a . = lein erdiger, hellgrünlicher oder grünlichgelber Tuff aus der
oberen S ch ich te;
b - - lebhaft grüner, erdiger, jedoch stark poröser Tuff aus der m itt­
leren S ch ich te;
c = zelliger, auch fremde E inschlüsse enthaltender Tuff aus der unn Schichte.
C
A
S i (>, ........................
67-75
................. A l/) ..
18-60
Fe20 3 ........................ . Spuren
C a O .........................
9-00
M gO .........................
0-50
HeO .....................
4-15
Verlust (Alkalien?)
—
100-00
B
73-00
15-00
2-00
5-00
o-oo
5-00
—
10000
a
63-8
13-0
2-9
2-3
2-4
14-9
b
69-3
6-8
2-4
3-5
2-7
1-2
4-2
c
68-8
11-2
1-7
2-3
2-1
9-9
4-0
100-5
100-00
1000
11-1
•
E inerseits die m ineralische Zusam m ensetzung, welche bei den
erdigen, dichten Varietäten unter dem Mikroskop zu beobachten ist,
andererseits der grosse K ieselsäuregehalt w eisen ohne Zweifel auf die
Daciteruptionen als Quelle hin, wenn wir nach der Provenienz dieses
ältesten Tertiärtuffes fragen. Darüber haben sich die älteren Forscher
des Landes bestim m t noch nicht geäussert, und ich habe im Jahré 1877
(33, 327) es zum erstenm ale entschieden ausgesprochen. Die W iener Geo­
logen haben unseren Tuff nach dem hier landesüblichen Worte «pala»,
welches sich aber nicht nur auf den Tuff, sondern auch auf die schieferigen Tegel (kék pala) bezieht, überhaupt ein schieferiges Gestein bedeutet,
unter dem Namen «Palla» in die Literatur eingeführt, und ganz richtig
auch die Verbindung erkannt, in welcher diese «Palla» m it den Salzvor­
kom m nissen s te h t; nur darin haben sie sich geirrt, dass sie m einten, die
Salzlager befänden sich im Liegenden der eben beschriebenen DacittuffZone. D ieser Irrthum stammte daher, w eil über diesem unteren und H aupt­
horizonte des Dacittuffes und auch über den Salzlagern, überall, aber
besonders in den Um gebungen der wohlbekannten Salzbergwerke, Dacittuff-Einlagerungen höherer Horizonte, zwar nicht in der Ausdehnung und
Mächtigkeit des unteren H orizontes, aber jedenfalls sehr häufig vorkom­
60
m en. D ieser Dacittuff der oberen Horizonte ist es, welcher neben sehr fein
schlam m iger, dichter Textur in auffallender W eise klüftig-schieferig ist,
und m eistens durch die besonders helle, beinahe rein w eisse Farbe sich
von allen sonstigen schieferigen G esteinen auf den ersten Blick unter­
scheidet. D ie dünnen Scherben und Blätter dieses weissen, feinschiefrigen
Dacittuffes finden sich in der ganzen M ezöség, aber auch in d e r südlichen
Hälfte des siebenbürgischen Beckens, an vielen Orten zerstreut und spielen
in Erm angelung von F ossilien, in der Erkennung der M ezöséger Schichten,
und in deren Abtrennung von den liegenden H idalm âser — oder hangen­
den sarm atischen Thonm ergeln eine wichtige B olle. In der südlichen
H älfte des Beckens linden sich jedoch an m ehreren Orten, in den sarm a­
tischen Thonm ergeln eingelagert, ganz ähnliche Andesittuffe ; weshalb hier
die m ikroskopische U ntersuchung entscheiden m uss, ob wir es wirklich
m it dem Tuffe des quarzreichen D acits oder m it jenem des quarzlosen
Andesit zu thun haben, und nur dann kann m an auf das Alter der einschliessenden Tegelablagerung schliessen. Bei der Behandlung der sar­
m atischen Ablagerungen werde ich übrigens noch auf diesen Gegenstand
zurückkehren.
Im untersten oder H aupthorizonte der Dacittuffe sieht m an zwischen
den Schichten des feinpelitischen, dichten, dünnschieferigen' Dacittuffes
häufig Bänke von grobkörnigen, sandigen, ja faust- bis kopfgrosse Dacitbrocken einschliessenden, breccienartigen Tuffen, welche eine grössere F e s­
tigkeit und den Athm osphserilien gegenüber grössere W iderstandsfähigkeit
besitzen, w ogegen der dichte, feinschiefrige Dacittuff an der Luft, und
besonders nach Frost, schnell auseinanderfällt. D ie grobkörnigeren und
festeren Daeittuffbänke werden daher an vielen Orten als gute Bausteine
gew onnen und verarbeitet. Auch das habe ich beobachtet, dass einzelne
Schichten des unteren Dacittuff-H orizontes, oder auch die damit verbun­
denen tafeligen Sandsteine, durch amorphe, m enilithartige Kieselsäure
derart durchdrungen sind, dass solche Schichten ein m it Stahl Funken
gebendes G estein bilden und als Pflasterungsplatten ausgezeichnete
D ienste leisten , wie z. B. in D eés, in deren Umgebung, besonders am
Csicsöberg, diese O palisation eine sehr auffalende E rscheinung ist. Auch
um Klausenburg herum, so z. B. am B ücken des Höja-Berges, sieht man
häufig solche m enilitische Tuff- und Sandsteinschichten im weichen schiefrigen Dacittuff, und m anchm al findet m an auch im w eichen Tuffe Opal­
nester und H yalith-A usscheidungen. Aber in kleinerem Maassstabe finden
wir überall Spuren solcher O palisation, welche ich aus der durch die
Athm osphserilien und des kohlensäurehältigen Grundwassers bewirkten,
fortdauernden Zersetzung der im Dacittuff enthaltenen, noch nicht zer­
setzten Andesinkörner ableite. Bem erkenswerth ist noch, dass aus solchem
opalisirten Sandstein oder Tuff verfertigte M esserklingen und Pfeilspitzen
in den altalluvialen Ablagerungen der Szolnok-Dobokaer und Koloser
Comitate, in Begleitung von polierten Steingeräthen und zerbrochenen
Thierknochen, in grösser Menge zerstreut Vorkommen; woraus ersichtlich,
dass es vor Zeiten ein sehr beliebtes und gesuchtes W erkzeugm aterial des
prähistorischen M enschen bildete.
E inen der schönsten A ufschlüsse des unteren Dacittuff-Horizontes
kann m an nördlich von Klausenburg bei S olyom ko, auf dem über der
Thalsohle bl. 200 m. sich erhebenden steilen Berg Nam ens Köszikla (Fels)
studieren (s. Fig. 4). Der nördliche steile R andtheil des Berges näm lich,
welcher etwa 100 m. hoch über einer breiteren und sanfteren Basis emporragt, hatte sich vor historischen Zeiten nach einer w est-östlich gerichteten
vertikalen Spalte abgetrennt und ist in zahlreiche kleinere und grössere
Schollen zerfallen, am sanfteren Abhange etwas hinabgeglitten. In Folge
dieses Bergsturzes entstand die bl. 150 m. lange und 50 m. hohe F els-
F ig. 4. Ansicht des Berges Köszikla bei Sölyomkö (Koloser Com.).
wand, zu deren F ü ssen sich die Schutttrümmer, in F olge späterer D enu­
dationen, in pittoresker Unordnung zerstreut, zu 16 kleineren und grösse­
ren, sehr steilen und regelm ässigen Kuppen herausgebildet haben, zw i­
schen ihn en m it einer interessanten kleinen F elsschlucht und m it
Vertiefungen. D as B ild ,. w elches dieser Bergsturz von der Landstrasse
nordöstlich aus zeigt, ist recht ein auffallendes und interessantes (s. die
4. Abbild.).
W ir w ollen aber auch den geologischen D urchschnitt dieses in te­
ressanten Berges betrachten (5. Abbild.). Seine Schichten fallen unter 5°
gegen NO., also gegen die Thalsohle ein. D ie unterste Schichtbank der
Felsenw and besteht aus Conglomerat (a), w elches aus krystallinischen
Schiefern, Quarz- und D acit-G eröllen gebildet ist, und dessen Bindem ittel
m it Dacittuff gem engter M ergel ist. Darüber folgt die Bank eines grob­
körnigen, m it Dacittuff gem engten Sandsteines (b), dann Bänke und
Schichten reinen Dacittuffes (c), und schieferiger Thonm ergel (d) schliesst
zuletzt die Schichtreihe. D ie M ächtigkeit einiger Conglomerat- und Brec-
«2
*
cien-Bänke beträgt 4— 5 m., und von diesem lösten sich und fielen Blöcke,
öfters, von der Grösse einer H ütte, auf den Grund der F elsenkluft nieder.
D ie Felsw and ruht auf schiefrigem Thonm ergel, welcher bereits zu den
H idalm âser Schichten zählt. Aus diesem besteht auch der sanftere Berg-’
abhang. D ie Erweichung und das A useinanderfliessen dieses Thonm ergels,
in F olge der durch den F elssp alt niedersinkenden Niederschläge, m usste
Ivöszikla (D.-Piatral.
Solyomkö.
M.-Ujfalu.
SCO ,
e
SW.
Fig. 5.
NO.
einstens, w ahrscheinlich noch in diluvialer Zeit während der Thalerosion,
den Absturz des nördlichen stèilen T heiles des Kösziklaberges verursacht
haben.
Interessant ist auch jener Bergsturz, welcher am 8. Mai 1871 bei
K la u se n b u rg , am H ö ja -B e r g stattfand und folgende Schichten zu Tage
Fig. 6. Der Bergsturz auf der Höja bei Klausenburg im Jahre 1.871.
legte (s. die 6. Abbild.), wrelche beinahe in horizontaler Lage, nur sehr
w enig gegen W. verflächend, sichtbar wurden :
1. An der F irst der Stu'rzmauer, am Bande des W aldes, zeigen sich
unter einer bl. 1, m. dicken sandigen Trümm erschicht wechsellagernde
Schichten von gelblichgrauem , klüftig-schieferigem Tegel, gelblichw eissem
G lobigerinenm ergel und w eissem , lam ellös-schieferigem Dacittuff, in bl.
10 m. M ächtigkeit (a).
2. E ine 3 ’8 m. dicke, vertikal zerklüftete Schichtbank von grobkör-
nigem, mürbein Sandstein (b), welcher aus dem Zerreibsei von krystallinischen Schiefern und Granit und dem B indem ittel des Dacittuffes besteht.
Dieser leicht bearbeitbare Stein war in älterer Zeit Gegenstand des Ab­
baues, was m an auch an den Seitenportalen der kath. Kirche am H aupt­
platze bemerkt, welche die Zeit stark abgenützt hat. H eutzutage wird
dieser w enig dauerhafte, zwar leicht bearbeitbare, mürbe Sandstem nicht
mehr benützt. An der linken Seite des Bergsturzes sieht m an eine bl. 1 \5 m.
grosse Verwerfung (vv').
3.
Unter dieser Sandsteinbank sieht m an links bläulichgrauen,
klüftig-schieferigen Thonm ergel, in bl. 7 m. M ächtigkeit aufgeschlossen (c).
Dieser ist an der Oberfläche zu einem schm utziggelben Lehm verwittert,
und enthält die aus der Zersetzung des im frischen Tegel enthaltenen
Schw efelkieses entstandenen Gyps-Krystallgruppen in grösser M enge. D ie
von oben herabgefallenen G esteinstrüm m er bilden jetzt, m it diesem Lehm
vermengt, einen bl. 20 m. hohen Schuttabhang (d), unter welchem eine
sandig-schotterige Kalkmergelbank der Méraer Schichten (e), erfüllt m it
M olluskenschalen, unter 7 C gegen NNO. einfallend, ausbeisst. Aus diesem
A ufschluss erhellt ganz klar, dass der unterste H orizont der M ezöséger
Schichten h ier: 1-tens m it discordantei- Lagerung den bedeutend älteren
Schichten aufliegt, und 2-tens, dass er auch transgredierend — das ganze
l nterm editerran und Oberoligocam überspringend — die m itteloligocasnen
Schichten von Méra überdeckt.
Solche in F olge der Bergschlipfe entstandene A ufschlüsse könnte
man noch von unzähligen Punkten des siebenbürgischen Beckens her­
zählen ; diese beiden interessantesten B eispiele aber genügen, um beurth eilen zu können, welche petrographische Zusam m ensetzung der untere,
an D acit-D etritus reiche Horizont- besitzt. Nur das will ich noch hervor­
heben, dass je m ehr m an sich nordwärts gegen D eés und den Csicsöberg
nähert, um desto m assenhafter und vorherrschender wird der reine D acit­
tuff oder die Dacitbreccie in diesem unteren H orizonte.
Ich m uss hier noch über eine interessante und seltenere Erscheinung
sprechen, welche an einigen Punkten des siebenbürgischen M ittellandes
sich in dem Dacittuffe zeigt, und diese ist das Vorkommen von eigenthüm lichen k u geligen Concretionen in d em D acittuffe. Im Jahre 1895
beschäftigte sich zuerst F r i e d e . B e r w e r t h (306, 78) m it jen en kugeligen
Concretionen, w elche in einem , nahe zu dem Bade Kérö eröffneten
Dacittuff-Steinbruch durch Herrn pens. Major Jos. O r n s t e in in Szam osr
ujvâr entdeckt, und H errn B e r w e r t h zur U ntersuchung eingesandt wurden.
Da ich selbst später m ehrerem al dieses Vorkommen besichtigt und unter­
sucht habe, kann ich authentisch darüber F olgendes berichten.
Der Ort des Vorkom m ens ist ein kleiner Dacittuffbruch im Hattert
1
Iii
von K érö, vis-â-vis von Szam osujvâr, neben der D eéser Landstrasse, dessen
geologischen D urchschnitt die Fig. 7 darstellt. D ie Dacittuffbänke verschie­
denen Kornes fallen da, bei einem nahezu N— S.-Streichen, unter 5 0 °
gegen 0 . zu ein. Das Streichen zieht über das Bad Kérö und das Szam osbett gegen das D orf H esdat zu, wo der D acittuff ebenfalls durch einen
Steinbruch aufgeschlossen ist, ohne aber Concretionen zu enthalten.
Der kleine Steinbruch von Kérö hat die folgenden Schichten entblösst. U nter der diluvialen Decke röthlichbraunen, schotterigen Lehm es
folgen (Fig. 7):
ci) Grobkörniger, rostig gefleckt w eisser, ziem lich fester Dacittuff,
w elcher zu Bauzwecken gebrochen wurde, und die dunkel rostbraunen,
kugeligen Concretionen einschliesst. Der Steinbruch hat diese Dacittuffbank in bl. 15 m. Länge und 4 m. Tiefe entblösst, und in der bl. 60 D m.
einnehm enden W and habe ich noch acht Stücke ganz zu E isenrost ver­
w itterte Concretionen gesehen, keine m ehr m it noch frischem Kern; solche
lagen herausgefallen am Grunde des Steinbruches zerstreut herum.
b) Feinkörniger, tafeliger, fester Dacittuff, den m an in seiner ganzen
M ächtigkeit (4— 5 m.) abgebaut hat, so dass er nun den Böden des ver­
tieften Steinbruches bildet.
c) Stark zerklüfteter und bröckeliger Tuff, welchen man als B au­
m aterial nicht verwenden konnte. W eder in dieser, noch in der vorigen
Schichtbank fand ich weiter eine Spur von den Concretionen.
d) Bläulichgrauer M ezöséger Tegel, unter dessen Decke die ganze
D acittuff-Einlagerung einfällt.
Von den 10— 25 cm. im D urchm esser m essenden, sphseroidförmigen
Concretionen lassen sich an Ort und Stelle gew öhnlich zwei Schajen von
dem dunkelgrauen, frischen Kerne ablösen. D ie äussere 2— 3 cm.' dicke
Schale ist gänzlich in losen E isenrost um gewandelt, und bröckelt sich
gleich bei der H erausnahm e ab. Darunter kom m t eine zweite bl. 2 cm.
dicke Schale, welche zwar zusam m enhält, jedoch sehr weich, thonig und
von röthlichbrauner Farbe ist. Der Kern ist dunkel grünlichgrau, beinahe
schwarz, zwar fester, als die Schalen, jedoch ebenfalls noch weich. Sowrohl
durch die Schalen, als auch durch den frischeren Kern ziehen Absonderungsflächen hindurch, w elche wirklich der Schichtung des Dacittuffes
entsprechen, und nach w elchen die K ugeln leicht in dünnere oder dickere
Segm ente zerschlagen werden können. D iesen Schichtungsrichtungen e n t­
sprechend, ziehen sich auf der Oberfläche der K ugeln parallele Furchen
und Rippen rundum , wie dies auch an den bekannten Marlekor-Concretionen der F a ll ist.
Das M ateriale der K ugeln nennt F e . B e r w e r t h Krystallentuff. G län­
zende K ryställchen von F eldspath und Quarzsplitter sind porphyrisch in
einer grünlichschw arzen Grundmasse eingebettet. D azw ischen bilden chloritisierte grössere B iotit- und A m phibol-Individuen flimmernde, gestreifte
Flecken. U nter dem Mikroskop erkannte F r . B e r w e r t h als Bestandtheile
der Tuffconcretionen v iel Plagioklas, w enig Quarz, Biotit, Amphibol,
Chlorit, Calcit, secundären Quarz, Chalcedon, Opal und gelbes- E isen ­
pigm ent. U nter diesen sind die leistenförm igen Plagioklas-K rystalle und
deren Trümmer, die Quarzsplitter, so auch R este von B iotit und Am phibol
porphyrische B estandtheile, während die übrigen Com ponenten der Grund­
m asse sind.
D ie eem entartige Grundmasse begrenzt, in w ellenförm igen Bändern
dahinziehend, R eihen von w inzigen M andeln. D ie Fasern der Bänder be­
stehen aus Chalcedon, in einzelnen F ällen auch aus Quarz, während die
M andelhöhlen im m er von Calcit ausgefüllt werden. In unserem Tuffe
waren also nach B e r w e r t h die Körner u nd L insen von Calcit die A us­
gangspunkte, um welche herum die M ineralm andeln, als jüngste Bildung,
zustande kam en.
D ieser Auffassung entgegen hat 0 . M ü g g e (313, 79) später, die Struk­
tur der Grundmasse betreffend, eine andere M einung ausgesprochen. Nach
ihm wären die concav begrenzten Theilchen nicht prseexistierte H öhlun­
gen, welche zw ischen den Calcitkügelchen sich bildend, später m andel­
steinartig ausgefüllt w u rd en ; sondern es sind blasige Bim steinbröckchen,
welche später in die, durch B e r w e r t h aufgezählten M ineralien sich um - 1
gewandelt haben, wobei die grösseren, jedoch seltenen Blasenräum e durch
Kalkspath ausgefüllt wurden.
Für die R ichtigkeit der Erklärung M ü g g e ’s , spricht die auch von mir
beobachtete m ikroskopische Str'uktür des einschliessenden Tuffes; denn
dieser besteht wirklich zum grössten Theil aus unregelm ässig eckigen,
zum Theil concav begrenzten Bim stein-Trüm m erchen, zw ischen welchen
die Bruchstückchen der M ineralbestandtheile des Dacites zerstreut liegen.
D iese Bim stein-Trüm m erchen sind kaum '-durch sehe inen d, wrolkig- weiss
getrübt, und zeigen grösstentheils noch deutliche Spuren der faserigen
D r. A nton K och : D ie T e rtiärb ild u n g en des Beckens der sieb en b ü rg isch en L an d esth eile.
5
(Mi
Textur. Zwischen gekreuzten Nicols bleiben sie in allen Stellungen dunkel,
während die dazwischen liegenden Mineralbruchstücke mit glänzenden
Interferenzfarben hervorleuchten. Im ursprünglichen Tuffe zeigen sich nur
hie und da färbende Eisenrostflecken.
Die Färbung der schwarzgrünen Concretionen wird von zweierlei
Substanzen verursacht. Beide sind, besonders an den Stellen der farbigen
Mineralien, und um diese herum, dicht ausgeschieden. Indem ich den
Dünnschliff mit warmer Salzsäure ätzte, löste sich der überwiegende
schwarze, amorphe Färbestoff schnell vollständig, und an dessen Stelle
blieb blos eine durchscheinend grasgrüne, unbestimmt verschwimmende
Substanz zurück, welche auch nach längerem Ätzen nicht verschwand. In
der Salzsäurelösung konnte der i'e-Gehalt leicht nachgewiesen werden, und
, ist somit wahrscheinlich, dass die schwarze färbende Substanz amorphes
FeO ist; während die grüne Substanz irgend ein unlösliches Eisenoxydulsilicat sein dürfte. Die Salzsäure löst natürlich unter starkem Brausen
auch den in Kügelchen ausgeschiedenen Kalkspath heraus, und an dessen
Stellen bleiben in dem bimsteinartigen Trümmerhaufen Poren zurück,
ganz dasselbe Bild zeigend, welches wir auch im ursprünglichen Tuffe
sehen. Wenn man kleine Stücke der Concretionen längere Zeit der Ein­
wirkung von Salzsäure aussetzt, erfährt man dasselbe. Der Kalkspath
nämlich und das schwarze FeO lösen sich auf, und die Farbe der so be­
handelten Stückchen wird hellgrün, ganz ähnlich jener Farbe, in welcher
sich der Originaltuff häufig, besonders im Umkreise der Salzlager, zu finden
pflegt. Nach einer Analyse von Dr. Fe. K o c h , ist die Summe der in Salz­
säure löslichen Bestandtheile 56'26 °/o, und ist deren grösster Theil FeO.
Aus allen diesen Beobachtungen geschlossen, dürfte die Bildung dër
Concretionen folgenderweise vor sich gegangen sein. Die von der Ober­
fläche in den obengenannten groben Dacittuff niedersickernden, mit
Kohlensäure gesättigten Grundwässer hatten die farbigen Bestandtheile
des, Dacittuffes, den Amphibol und Biotit allmälig zersetzt, und die aus
ihnen extrahierten Fe-, Ca- und S'iOä-Bcstandthe ile in neuer Form, an
trockeneren Stellen der Dacittuffbank, oder nach Eintrocknen derselben,
um einzelne Mittelpunkte herum allmälig concentrisch abgesetzt.
Schliesslich muss ich noch erwähnen, dass sich innerhalb der Dacittuff-Concretionen, spärlich zerstreut, auch Beste organischer Körper vor­
fanden. Schon M ü g g e hatte aus der eigenthümlichen Gruppierung und
Struktur verschieden grösser Kalkspathkiigelchen auf Foraminiferen­
schalen geschlossen. Mir gelang es in meinen Dünnschliffen Durch­
schnitte einer Globigerina sp. und einer kleinen jSummulites sp. zu
erkennen. Letztere ist muthmasslich der Längeschnitt einer kleinen
Nummulites Fichteli d’-Arch. Das Hineingerathen von Globigerinen in
don Dacittuff ist leicht zu erklären, indem der Dacittuff in Form von vulka­
nischer Asche sich am Grunde der mediterranen Binnensee abgelagert hat,
in deren Thonmergelschlamme die Globigerinen, laut Zeugniss des Mezöséger Tegels, stellenweise in grösser Menge begraben liegen. Dié genannte
Nummulitenart jedoch lebte nicht mehr im ober-mediterranen Zeitalter;
diese dürfte wahrscheinlich aus den älteren nummulithältigen Schichten
ausgewaschen, in den Schlamm der späteren Binnensee hineingerathen sein.
Dieser seltenere Fall und die Weise der Concretionsbildungen haben
die Aufmerksamkeit wirklich verdient, welche ich ihnen auch im Rahmen
dieser Arbeit schenkte. Auf das Vorkommen hatte Herr J. O b n s t e i n pens.
Major die Aufmerksamkeit der Fachmänner gelenkt und auf seine Ein­
ladung und in seiner Begleitung habe auch ich diesen wichtigen Fund­
punkt zweimal besucht.
Ein in vielen Beziehungen ganz ähnliches Vorkommen habe ich im
sww.
F ig . 8.
NOO.
Sommer 1898 in einem Dacittuffbruche bei Apahida im Kolozser Comitat
beobachtet, auf welches mich Herr Lehrer A n d r e a s O r o s z aufmerksam
machte. Dieser Steinbruch (s. die Abbild. 8) erhebt sich am linken Ufer
der Szamos, vom Grunde des Thaies auf den Paduritia-Berg hinauf zu,
in Form eines tiefen Einschnittes. Von oben nach unten sieht man darin
aufgeschlossen:
a) zertrümmerten, weissen, dichten, schiefrigen Dacittuff,,
Im .
2 m.
. b) weissen, dichten, schieferigen Dacittuff ............................ .
c) feinkörnigen, graulich-weissen Dacittuff, in einer zusammenhän­
genden, klüftigen Schichtbank, hie und da mit rostrothen Abdrücken von
Pflanzenresten
....
P/a m.
d) eine dicke Schichtbank eines gröber körnigen, graulichweissen
Dacittuffes, mit einer Reihe grösser, kugeliger Concretionen
... 1.1/ ä m.
Darunter folgt wieder eine Dacittuffbank.
Das Verflächen der Schichten ist 15° nach NW. In der Streichungs­
68
richtung gegen SW. zieht das etwa 10 m. mächtige Dacittufflager, welches
im Mezöséger Tegel eingebettet liegt, unter dem Thalboden der Szamos
quer hinüber, wie man sich beim Baue der Bisenbahnbrücke überzeugen
konnte, deren Pfeiler auf dem Dacittuff stehen.
Was nun die, in der unteren Dacittuffbank eingeschlossenen kuge­
ligen Concretionen anbelangt, erscheint deren Gestein beim ersten, flüch­
tigen Ansehen als ein feinkörniger Sandstein, welcher an die längst be­
kannten Feleker Sandsteinkugelh erinnert.
Bezüglich ihrer Form, Grösse und Anordnung verdanke ich Herrn
Lehrer A n d r . O r o s z in Apahida sehr detaillierte Beobachtungen. Der Form
■nach findet man deren fünferlei, u. zw .: 1. beinahe Kugelformen, welche je ­
doch am seltesten sin d; 2. dreiaxige Ellipsoid-Gestalten, die am häutigsten
Vorkommen; 3. Zwillingskugeln, ähnlich den Cocons der Seidenwürmer,
ziemlich selten; 4. Eiformen, ebenfalls ziemlich selten ; und 5. cylindrische
Gestalten, ebenfalls selten. In allen -Fällen aber sind die Concretionen
in der Richtung der Schichtung niedergedrückt, weshalb sie auch zwei
Breitenmaasse besitzen.
Nach Abmessung von zwanzig und etlichen Exemplaren erhielten
wir folgende Maasse. Ihre Länge schwankt zwischen 22— 55, ihre grössere
Breite zw. 23— 35, und die kleinere Breite zw. 11— 24 cm. Daraus ersieht
man, dass dieselben, trotzdem sie die riesigen Maasse der Feleker Sandsteinkugeln bei weitem nicht erreichen, dennoch zu den bedeutend grossen
Concretionen gerechnet werden können.
Ihre Anordnung betreffend, theilte mir A n d r . O e o s z mit, dass er in
der Dacittuffwand des 118 m. langen Bruchganges eingebettet, 27 Stücke*
solcher Kugeln zählte, deren Entfernung von einander in weiten Grenzen
(2'2 bis 600 cm.) schwankt. In dieser Hinsicht besteht also keine Regelmässigkeit, war aber auch nicht zu erwarten. Sämmtliche Concretionen
sind in einem Horizonte der unteren Dacittuffbank, deren Verflächen con­
form, also von unten nach oben zu schief hinziehend, eingelagert, mit
anderen W orten: sie haben sich entlang einer Schichtfuge der Tuffbank
ausgebildet, und fehlen ober- und unterhalb dieser gänzlich. Das habe ich
schon erwähnt, dass sämmtliche Concretionen mit ihren Längsaxen in der
Richtung des Verflächens, und ihre flache Seite' parallel mit der Schich­
tung, innerhalb der Dacittuffbank liegen.
Was den inneren Bau der Concretionen betrifft, so fällt sofort deren,
durch verschiedene Färbung bezeichnete, schalige Struktur in die Augen.
An jedem der durch mir untersuchten acht Exemplaren konnte ich Fol­
gendes beobachten. Unter einer mehr oder weniger dunkelbraunen Eisenrostkruste liegt die 4— 5 cm. dicke, dunkler bräunlichgraue erste Schale.
Darunter folgt die damit fest verschmolzene zweite, 2 —3 cm. dicke Schale*
r
welche heller grau ist, jedoch durch Eisenrost mehr oder weniger gefärbt
erscheint. Besonders an der äusseren Grenze zeigt sich oft ein scharfer
Eisenrostring, auch schwarze Dendriten durchziehen manchmal diese
Schale. Nach Innen zu folgt nun eine dritte Schale, aus einem heller
grauen, scheinbar dichteren Tuffe, deren Dicke l 'o — 2 cm. beträgt. Diese
wird oft durch radiale Sprünge durchsetzt, welchen entlang auch schwarze
Dendriten erscheinen. Endlich innerhalb aller dieser Schalen befindet sich
der Kern der Concretion, mit einer ins Bräunliche ziehenden grauen Farbe,
ähnlich jener der äussersten Schale. Im Mittelpunkte sieht man manchmal
auch einen lichter grauen Tupfen; einen besonderen Gegenstand jedoch,
um welchen herum der Process der Concentration der kalkhältigen Lösung
beginnen durfte, konnte ich nicht sehen. Der Dacittuff der ganzen Concre+ion ist übrigens von gleicher Textur und Zusammensetzung, höchstens
die äusserste Schäle wurde durch die nachträgliche Verwitterung mehr
mürbe und bröckelig, als die inneren sammt dem Kerne.
Das dem freien Auge als ein feinkörniger Sandstein erscheinende
Gestein verräth, schon mit eine Loupe betrachtet, sein wahres Wesen. An
den glanzlosen, rauhen, unebenen Bruchflächen sieht man auf gelblichem,
feinkörnigem Grunde glänzende, weisse Spaltungsflächen und schwarze
oder tompackbraune Schüppchen oder Fasern von Biotit. Im Ganzen
genommen ist es dasselbe Bild, welches auch der, die Concretionen einsehliessende Dacittuff zeigt; nur ist dessen Grund rein weiss, oder aber
rostig gefleckt und mit Poren erfüllt. Der weisse Grund besteht nämlich
aus kaolinisierten Bimstein-Trümmerchen, welche noch deutliche Spuren
der faserigen Textur zeigen, und aus diesem flimmern die Quarz- und
Andesin-Fragmente heraus, während mehr oder weniger verwitterte Am­
phibol- und Biotit-Partikel denselben punktiert erscheinen lassen.
Auffallend ist die Abstammung von Dacittuff, wenn man kleine
Stücke der Concretionen der Einwirkung von Salzsäure aussetzt. Die
Säure löst unter anhaltendem Brausen deren 56‘ 17 % auf, worauf die
Körner, das verbindende Kalkcement verlierend, auseinanderfallen, und
als rein weisser Sand Zurückbleiben. Dieser Sand erweist sich, unter dem
Mikroskop besehen, aus vorherrschenden, weissen, kaolinisierten Bimsteintrümmerchen, aus welchen untergeordnet wasserklare Quarz- nebst
Plagioklas-Fragmente, und sehr spärlich auch braune Biotit-Fasern her­
vorleuchten, besonders, wenn man gekreuzte Nicols anwendet.
Diese Kugeln sind also nichts anders, als durch Ausscheidung von
reichlichem, gelblichem Kalk um einzelne Punkte herum begonnene und
bis zu bedeutender Grösse angewachsene Concretionsbildungen, ähnlich
den grossen Sandsteinconcretionen, welche sich in dem Feleker Sand
sarmatischen Alters bei Klausenburg gebildet haben. Der Umstand, dass
70
die Concretionen in einem Horizonte der Dacittuffbank in einer Beihe
liegen, ferner die grosse Menge des Kalkcementes in ihnen, lassen mit
ziemlicher Bestimmtheit auf ihre Bildungsweise zurückschliessen. Das
reichliche Kalkcement kann unmöglich aits den zersetzten Mineralbestandtheilen des Dacittuffes herstammen, sondern das, in der Tuffbank nieder­
sinkende Grundwasser musste es aus irgend einer kalkreichen, hangenden
Schichte einführen. Als solche kann man die Mezöséger Tegelschichten
betrachten, zwischen welchen das Dacittufflager liegt, angenommen, dass
kohlensäurehältiges Wasser durch deren oberflächliche, mehr oder wenig
verwitterte und gelockerte Schichten niedersickerte. Wenn wir den jetzigen
humusreichen, mit dichtem Pflanzenwuchs bedeckten, schwarzen Lehm­
boden betrachten, welcher den Mezöséger Tegel überzieht, kann man sich
leicht vorstellen, dass die durchsickernden Niederschlagwässer darin sehr
viel Kohlensäure vorfinden und absorbieren. Es ist aber wahrscheinlich,
dass im diluvialen Zeitalter, und in Anbetracht dessen, dass die nörd­
liche Hälfte des siebenbürgischen Beckens im ponti sehen Zeitalter
bereits trockengelegt war, auch in den jüngsten Perioden der Ter­
tiärzeit die Oberfläche der Mezöséger Schichten in ähnlichem Zu­
stande gewesen sein konnte; somit waren auch damals die Bedin­
gungen danach, dass die Niederschlagwässer mit Kohlensäure gesät­
tigt durch die obersten Schichten des Mezöséger Tegels sickerten und
von da mit doppeltkohlensaurem Kalke beladen in die porösen Dacittuffschichten gelangten. Hier aber haben die veränderten Verhältnisse. des
neuen, porösen Mediums dazu beigetragen, dass die halbgebundene
Kohlensäure sich wieder ablöste und das einfache Kalkcarbonat um ein­
zelne Centren herum sich ausschied. Es erleidet wohl keinen Zweifel, dass
die an Kohlensäure reiche Lösung auch auf die Mineralbestandtheile des
Dacittuffes zersetzend eingewirkt hat, aber bei weitem nicht in solchem
Maasse, wie bei dem Kéröer Vorkom m en; denn bei Apahida konnte das
Vorhandensein weder der färbenden Eisen Verbindungen, noch des ausge­
schiedenen Kyselsäurehydrats, und sonstiger secundärer Mineralien, constatiert werden. Es kann daher mit grösster Wahrscheinlichkeit ange­
nommen werden, dass bei Kérö hauptsächlich kohlensäurereiches Grund­
wasser bei der Hervorbringung der Concretionen mitwirkte; während
hei Apahida ein reicher Kalkgehalt der niedersickernden Lösung die sand­
steinartigen, an Kalkcement reichen Concretionen hervorbrachte.
Im Monate Juni 1899 haben mir die Herren J. O r e n s t e i n und A n d r .
O r o s z aus dem Dacitbruch bei Ormâwy, welcher von dem Kéröer Vor­
kommen gegen Westen zu bl. 6 km. entfernt liegt, Gesteinsproben eingesandt, unter welchen sich auch ein Handstück einer, jener von Kérö ähn­
lichen Dacitconcretion, mit einer 2— 5 mm. dicken rostbraunen Kruste,
71
befindet. Nach O r o s z sind die hier vorkommenden Concretionen sehr flach,
beinahe linsenförmig, und bedeutend grösser, als die Kéröer Kugeln. Der
Dacittuff, welcher diese Concretionen einschliesst, ist grobkörnig, stark
porös und rauh, besitzt eine rostfleckige weisse Farbe, ist also identisch
mit dem Kéröer Dacittuffe, nur weniger zersetzt und mürbe.
Das Gestein dieser Concretion hat eine ins Grünliche ziehende
braune Farbe, mit heller grauen, wolkigen Flecken, wie wenn es angeraucht wäre. Mit der Loupe besehen, zeigt es ebenso, wie der Dacittuff
selbst, vorherrschend ein Aggregat von faserigen Bimssteintrümmerchen,
in welchem spärlicher, jedoch gleichmässig zerstreut, eckige Quarz- und
Plagioklas-Splitter, so auch schwarze Biotit-Schüppchen gut sichtbar sind.
Als Seltenheit fand ich auch da einen deutlichen Foraminiferenrest, und
zwar eine Polystomella sp., welche leicht in die Dacitasche, welche in das
ober-mediterrane Binnenmeer fiel und zu Grunde sank, hineingelangen
konnte.
Die färbende Substanz dieser Dacittuffconcretion besteht ebenfalls,
wie in den Kéröer Kugeln, aus schwarzem Eisenoxydul und grünem Eisenoxydulsilicat. Die in Salzsäure gekochten oder damit geätzten Stückchen
werden unter starkem Brausen ganz blass und dem einschliessenden Tuffe
ähnlich; an der geätzten, glatten Fläche aber blieben, in Folge der
Auflösung des Eisenoxyduls und kohlensauren Kalkes, kleinere oder
grössere Poren und Höhlungen zurück, das Gestein aber wurde stark
bröckelig.
Unter dem Mikroskop zeigt das Gestein im Allgemeinen ein ähn­
liches Bild, wie die Kéröer Kugeln, nur ist weniger färbende Substanz
vorhanden. Die an Pinitoid erinnernde dunkelgrüne, formlose Substanz
kommt theils in Fäden und Bändern vor, welche mit den Bimsteinfasern
abwechseln, theils auch in dickeren Schalen, welche die Wände der
Blasenräume überziehen, deren Inneres durch Calcit ausgefüllt ist, somit
kleine Mandel-Secretionen bildend. Keine Spur des Amphibols zeigt sich
mehr, und auch der Biotit ist stark chloritisiert. Wahrscheinlich beider
Zersetzungs- und Umwandlungs-Produkte füllen die Blasenräume, und
auf diese Weise verdichtete sich der grobkörnige Dacittuff um einzelne
Centren herum zu Concretionen.
*
Wir wollen jetzt zur Besprechung auch der übrigen Gesteine der
Mezöséger Schichten übergehen, welche im Allgemeinen deren höhere
Horizonte bilden. Das vorherrschende Gestein ist keinesfalls der Dacittuff,
sondern ein bläulichgrauer, an der Oberfläche schmutziggelb oder braun
verwitternder, kurzklüftig-schieferiger Thomnergel oder Tegel, welcher
petrographisch insofern von den Thonmergeln der Hidalmâser Schichten
abweicht, dass er gewöhnlich feiner pelitisch ist und deshalb seltener
Sandkörner und Glimmerschüppchen enthält, als je n e /; gegen die Bänder
des Beckens zu verschwindet aber auch dieser Unterschied.
Das Ergebniss einer partiellen chemischen Analyse des Mezöséger
Tegels aus der Umgebung Klausenburgs ist nach M. T öth (28 44) folgendes:
’
Zu Salzsäure
löslich :
unlöslich
vom Hojaer Bergstürze
-
aus dem Thale Tekintö..........
vom Berge Szent-György..........
-
aus dem Thale Kajânto
aus dem Békâsthale
...
24-66<>/o
73-340/0
34-00 «
66-00 «
37-72 •
62-28 «
39-53 «
60-47 «
52-51 «
47-49 «
daraus deutlich hervorgeht, dass auch an so nahe gelegenen Orten die
Zusammensetzung sehr verschieden ist, wahrscheinlich auch deshalb,
weil das untersuchte Material aus verschiedenen Horizonten stammt. Der
m Salzsäure gelöste Theil besteht vorwiegend aus Kalk, der unlösliche
aber aus Thon, der aber immer weniger oder mehr Quarzkörner und
Ghmmerschuppchen einschliesst. Von irgend einer chemischen Analyse
es Mezöséger Tegels von anderen Punkten des siebenbürgischen Beckens
stehen mir keine Daten zur Verfügung; es lässt sich aber im wesentlichen kaum ein anderes Ergebnis erwarten.
Unser Tegel enthält kaum etwas von organischen Einschlüssen,
und zeigen in Folge dessen jene Gebiete, welche ausschliesslich daraus
bestehen, so besonders die Mezöség, einen so einfachen, man kann
sagen monotonen geologischen Bau, dass einige Excursionen durch das
Gebiet genügen, um damit ins Beine zu kommen. Unter seinen anorga­
nischen Einschlüssen erwähne ich die Gypskrystalle, welche sich in den
verwitternden oberflächlichen Theilen des Tegels, infolge der Zersetzung
des darin enthaltenen Eisenkieses, Kryställchen und Körner nachträglich
fortwährend bilden. Ebenso muss ich die Häufigkeit der GlaubersalzEflorescenzen in der Gegend von Klausenburg und in der ganzen Mezöség
hervorheben, welche aus derselben Quelle, nämlich aus dem im Tegel
zerstreuten Eisenkies, infolge der Oxydation, die Schwefelsäure extrahiert,
während der CIA'a-Gehalt des Tegels (Salzthones) das Na liefert (33, 320).
Lemerkenswerth ist noch das Vorkommen von kleineren oder grösseren
Braunkohlen-Nestern und Schmitzen an vielen Punkten, so z. B. bei
Klausenburg im Békâsbach, in der Gegend von Doboka und Bistritz, wo
es Unternehmer öfters zu erfolglosen Kohlenschürfungen verleitete.
Ein untergeordnetes Glied der Mezöséger Schichten ist ein der
Farbe nach dem Tegel ähnlicher Sandstein mit mergeligem Cement,
welcher in einzelnen dünntafeligen Schichten, dem vorherrschenden Tegel
eingelagert, überall vorkommt. Aber auch dieser ist gegen den Rand.des
Beckens zu häufiger, als gegen dessen Inneres, und kommt meistens in
Gesellschaft der Dacittuffe, mit diesen vielfach wechsellagernd, vor. Auch
in diesem Falle beobachtet man, dass einzelne Schichten oder deren
Theile, mit Kieselsäure so durchdrungen sind, dass sie dadurch eine
grosse Härte und Festigkeit erlangen und so auch als Pflastersteine ver­
wendet werden. Ich habe bei Besprechung des Dacittuffes schon her­
vorgehoben, dass der sich fortwährend noch zersetzende Andesin des
Tuffes die Kiselsäure liefert. Am nördlichen Rande des Beckens, aber auch
bei Klausenburg am Höja-Berg, im Aszupatak u. s. w. findet man diese
S i 0 2-durchdrungenen, menilithischen Sandsteine recht häufig.
In grösserer Verbreitung und Mächtigkeit kommt der Sandstein
im Gebiete der Flüsse Bistritz und Grosse Szamos, also am nördlichen
Beckenrande vor. Sämmtliche Mezöséger Schichten sind hier, wie es der
III. Durchschnitt darstellt, in der Gestalt eines Faltensattels erhoben, in
Folge dessen die in dem Mezöséger Tegel eingelagerte Sandsteinzone von
Bistritz, am Sattel des Schieferberges angefangen, über Sajö-Szt-Andrâs,
Kerlés, Apa-Nagyfalu, Mâlum bis in die Umgebung von BâlvânyosVâralja, an den Abhängen der Berge, öfters auch malerische Felsgrup­
pen bildend, austritt, am rechten Ufer der Gr. Szamos aber, besonders
am Fusse des gegenüber Bethlen sich erhebenden Nagyhegy (Verfu mare),
sowie auch am südlichen Gehänge des Csicsöberges, ansehnliche Fels­
massen bildet.
Die steile Felswand des Bëthlener Nagyhegy, dem rechten Szamosüfer entlang, ist wenigstens 30 m. hoch und besteht aus-1— 2 m. dicken
Bänken von schmutziggelben, mergeligen, mürben Sandsteinen, welche bl.
unter 5° nach NNW. verfiächen. Stellenweise enthalten sie auch zu kuge­
ligen Formen geneigte festere Sandstein-Concretionen, und ausserdem wird
die malerische Wirkung dieser Sandsteinwände auch noch dadurch ge­
hoben, dass die Schichtköpfe in Folge der Einwirkung der Niederschlag­
wässer ausgefressen sind. Unter diesen Sandsteinbänken liegt, besonders
in der Umgebung von Apa-Nagylalu und Kerlés, ein an weissen Glimmer­
schüppchen und verkohltem Pflanzendetritus sehr reicher, sandiger Thoninergel, in welchen angeblich auch dünne Braunkohlenlager Vorkommen
sollen. Unterhalb Bâlvânyos-\ âralja treten die Schichtköpfe der schmutziggelben, mürben Sandsteinbänke, auch an den Steilgehängen der Torna­
baba und Pusztabércz heraus. Ihre Mächtigkeit beträgt hier nur mehr
10 m. Auch hier schliessen sie festere Sandsteinknollen und limonitische
74
Mergel-Concretionen ein. Verflachen der Schichten ist hier 50° N. Dar­
unter folgt ein mit schieferigem Sandstein wechsellagernder, schmutzig­
gelber, sandiger Tegel, welcher sich am linken Bando-Ufer, auf einem bl.
6 m. hoch aufragenden nackten, weissen Salzfelsen anlehnt. Es ist ferner
bekannt, dass bei Sajö-Üdvarhely der Sajöfluss unmittelbar am Bücken
eines Salzstockes dahinfliesst, ferner, dass auch zwischen Csicso-Keresztur
und Kudu das Steinsalz nahe zur Oberfläche liegt. Aus allen diesen Thatsachen ergibt sich daher, dass zwischen der obenerwähnten Sandsteinzone
und dem unteren Dacittuff-Horizonte die Steinsalzlager liegen.
Auch Gyps bildet ein wichtiges Glied unserer Schichten, welcher in
isolierten Stöcken oder unterbrochenen Lagern im unteren Horizonte des
Mezöséger Tegels, gewöhnlich in Gesellschaft von Dacittuff und kalk­
reicheren Mergelschichten, ja an zwei Stellen auch von bituminösem Kalk
Fig. 9. Gypswand im Békâsbach bei Klausenburg.
vorkommt. Die erste Stelle befindet sich bei Klausenburg, im Thälchen
des Békâs-Baches, wo das im bläulichgrauen Tegel liegende Gypslager
eine 4 — 5 m. hohe, dünn-wellig geschichtete Felswand bildet (Fig. 9). Die
aus faserigem Gyps bestehenden dünn lamellaren oder tafeligen Schichten
(aa) wechsellagern mit feinen Schichtlagen des Thonmergels. Sie werden
hinah. zu immer dicker und schliessen auch mächtigere Schichten von
feinkörnigem, weissen Gyps mit knolligen Schichtenflächen (b) in sich
ein. Merkwürdig ist unter den ausgestreckten, dünnen, welligen Schicht­
lagen das Vorkommen einer stark gefalteten Gypsschicht (c), welche in
die Länge ausgezogen doppelt so lang wäre. Die Bildung dieses Gekrösegypses kann man sich nur so denken, wenn man annimmt, dass ,das
ursprüngliche Material dieser bl. 2 cm. dicken Schichte Anhydrit war,
welcher später durch Aufnahme von Wasser in Gyps sich umwandelte
und somit in Folge der Volumvergrösserung sich falten musste (264, aao).
Im bläulichgrauen Tegel (d), welcher unter der Gypswand liegt,
sieht man weiter unten im Bäche die Lager-Trümmer eines bräunlich­
75
gelben, theils dichten, jedoch zerklüfteten und mit faserigem Kalkspath
verkitteten bituminösen oder Stink-Kalkes. Dieser Kalk verbreitet, ge­
schlagen oder gerieben, einen starken Bitumengeruch und hat ange„schliffen ein recht schönes bräunlich und gelb wellig-gefleckt-es marmor­
artiges Aussehen. Eine chemische Analyse ergab folgendes Resultat
(264, 23f):
Unlöslich (grösstentheils SiO%).
... 0 ’6670 o/o
und Feq0 3
.................. ........
0-2440 «
C a C 03 ....
........................... 95-1250 «
Organische Substanz (Bitumen) ........
3’8714 «
Die SiOs ist nahe zur Oberfläche dieses Kalklagers stellenweise als
eine blassbläuliche Chalcedonkruste, oder auch in kugeligen und trauben­
förmigen Nachahmungsgestalten ausgeschieden.
Viel wichtiger ist das Vorkommen des Gypses und Stinkkalkes am
östlichen Rande des Tordaer Bergzuges. Die dünneren oder dickeren
Lager des Gypses lassen sich hier in öfters unterbrochener Kette von der
Klausenburg-Tordaer Landstrasse bis zum Aranyos-Fluss und noch weiter
verfolgen. Bei Mészkö im Aranyos-Thale findet man dieses Gypslager in
Form einer bl. 12 m. mächtigen Schichtbank, welche als weisse Felswand
von weitem sichtbar ist. Bei der Tordaer Schlucht und gegen Szind zu
tritt der dichte, weisse, alabasterartige Gyps an vielen Punkten zu Tage.
Zwischen Szind und Mészkö kann man unterhalb des Sattels des D obogö-.
Berges gut beobachten, dass das Gypslager zwischen fahlgelbem Mergel
liegt, welcher auch einzelne, festere Kalkmergellagen enthält, und erst
dann folgt im Hangenden der graue, weiche schieferige Thonmergel, wo­
gegen im Liegenden an mehreren Stellen ein feiner, schlammiger Sand sich
zeigt. Es ist aus diesen Vorkommnissen ganz evident, dass die Gypslager
alle an der unteren Grenze der Mezöséger Schichten Vorkommen, und
somit unbedingt unter dem Tordaer Salzlager liegen müssen. Es kommen
aber auch in der das Salzlager einhüllenden Tegeldecke, noch einzelne
dünnere, nicht weit reichende Gypslager, respective Nester vor, sowie
auch Einlagerungen von feinem, schieferigein Dacittuff. Solche sind die
gleich über dem Hauptstollen am Bergrücken, und am östlichen Abhange
des oberen Salzthales ausbeissenden kleinen Gypslager.
Der Gyps ist überhaupt thonig,. von Eisenrost gefleckt und geadert ;
selten findet sich die ganz reine, weisse, feinkörnige Varietät, nämlich
der Alabaster, und zwar immer nur kleine Nester und Knollen im un­
reinen Gyps bildend. Den meisten Alabaster beobachtete ich an den Aus­
bissen um der Tordaer Schlucht herum.
Am Bergabhang Dobogö über Koppelnd, neben der Klausenburg-
7-6
Tordaej- Landstrasse (xy), nach beiliegender Fig. 10, sieht man über einem
Gypslager (a) ein bl. 5 m. mächtiges Stinkkalk-Lager (b), mit einem seich­
ten Verflächen gegen NNW. liegen, welches gegen NW. zu, wie es scheint,
in Leythabreccie (c) übergeht/ An der unteren Grenze der Stinkkalkbank
befindet sich ein 0'35— 0 5 0 dickes Cölestinlager ( b j und darüber bl. 1 m.
eine zweite, aus Baryt bestehende bl. 0'30m . dicke Zone (b^), welche in der
Bichtung des Schichtverflächens allmälig dünner werden und jedenfalls
sich auskeilen. Im oberen Horizonte des Stinkkalkes (b3) findet man die
Höhlungen mit Krystalldrusen oder stängeligen Massen von gelbem Kalk­
spath, mit Krusten und Nachahmungsgestalten von Chalcedon oder auch
mit Krystalldrusen von Quarz ausgefüllt, ja der Kalk ist fleckenweise
durch Kieselsäure ganz durchdrungen und gibt mit Stahl Funken (260,416).
Das ganze Vorkommen hat eine geringe Ausbreitung und ist in dem Mezöséger Tegel (d) eingelagert, welcher am Sattel weiter hinauf in Leytha­
breccie (e) übergeht.
Das wichtigste Glied unseres Schichtcomplexes endlich bildet das
Steinsalz, dessen Lager und Stöcke sogleich über dem unteren Horizonte
des Dacittuffes und der Gypslagër, in dem schieferigen Thonmergel liegen,
welchen man in der Umgebung der Salzlager mit dem Bergmanne einfach
als Salzthon zu bezeichnen pflegt. Über den Salzlagern folgt jedoch noch
eine bedeutend mächtige Schichtreihe des schieferigen Thonmergels oder
Salzthones, untergeordnet mit eingelagerten Sandstein-, feinen schiefe­
rigen Dacittuff- und dünnen Gyps-Schichten, betreffend Nestern. Die
siebenbürgischen Salzlager fallen also in den mittleren Horizont der
Mezöséger Schichten hinein, jedoch viel näher zu der unteren Grenze der­
selben, als zu der oberen. Entschieden dafür sprechen auch die Lage und
Anreihung entlang dem Bande des siebenbürgischen Beckens, jedoch noch
innerhalb der Mezöséger Schichten, der älteren und jetzigen Salzberg­
werke (Deésakna, Szék, Kolos, Torda, Maros-Ujvâr, Vizakna und Parajd),
ferner der zahlreichen Salzausbisse und Salzbrunnen, deren Verzeich­
nisse schon Viele mitgetheilt haben (220, 244, 251, 449). Die schöne Karte
Dr. S a m . F i s c h e r ’ s , welche die Verbreitung der siebenbürgischen Salz­
quellen zeigt (251, 449) spricht auf den ersten A nblick'für meine obige
Ansicht. Ich muss daher die Ansichten der früheren Forscher, nach
77
welchen das siebenbürgische Steinsalz nicht einen und denselben geolo­
gischen Horizont einnehinen soll, und dass namentlich auch die flyshähnlichen älteren Tertiärschichten einzelne Salzlager oder deren Beste
erhielten, für entschieden unrichtig erklären, ebenso ist auch die Ansicht
unhaltbar, dass die Salzlager unter dem Haupt-Dacittuffhorizonte liegen.
Diese Ansicht entwickelte sich daraus, dass auch über den Salzlagern
Dacittuff-Einlagerungen Vorkommen, welche jedoch mit den Dacittuffen
des unteren Horizontes nicht zu verwechseln sind, da sie vom Bande des
Deekens entfernter liegen.
Über die geologischen Verhältnisse und Tektonik der Salzlager kann
ich inehr auf Basis der eingehenderen Beobachtungen von Montangeologen
und Montanisten (94, 96, 106, 120, 122, 127, 141, 148, 155, 157, 166), als
nach eigenen Erfahrungen eine kurze Übersicht geben.
Die Mächtigkeit der Salzstöcke ist in Torda bl. bis 330, in Deésakna
bis 160, in Maros-Ujvâr bis 200, in Parajd bis 137 und in Vizakna bis
J45 m. schon bekannt; durchteuft sind sie an keinem Orte, ihr unmittel­
bares Liegende ist daher unbekannt. Die Salzstöcke haben im Allge­
meinen keine grosse horizontale Ausbreitung, gegen die Tiefe aber breitet
sich der Salzkörper aus. Die Salzstöcke sind eigentlich nichts anderes, als
durch eine eigenthümliche, innere Kraftwirkung kuppenartig in die Höhe
hinaufgetriebene und comprimierte Salzschichten, deren Originalmächtig­
keit also bedeutend geringer war, als die der heutigen Salzstöcke. Die
Schichtung verräth sich durch die verschieden grau und weiss gestreifte
und gebänderte Struktur, und diese Streifen und Bänder sind nach F. PosEPNY (120, 134) nichts anderes, als die Wechsellagerung von reinem Salz
mit Thonmergel verunreinigten Salzl^gen, und dieser Thonmergel bleibt
auch nach Auflösung des Salzes zurück.
Diese Streifen, eigentlich dünne Schichtchen, zeigen in jeder der
siebenbürgischen Salzgruben staunenswerthe Krümmungen, Faltungen
und Zeichnungen, am wenigsten noch in der Deésaknaer Grube; daraus
entschieden folgt, dass die Steinsalzschichten überall in Folge eines seit­
lichen Druckes in unzählige kleinere und grössere Falten gelegt wurden.
Dieser Umstand weist darauf hin, dass in den ursprünglich horizontalen
Steinsalzschichten, in Folge einer inneren Volumvergrösserung, nachdem
sie ab -u n d seitwärts nicht weichen, konnten, eine enorme innere Kraft
nach aufwärts wirken musste, und einerseits die Salzschichten selbst in
Falten legte, andererseits sammt ihnen auch die. bedeckenden Tegel­
schichten erfasste und kuppenförmig emportrieb, wobei die Spitze der
Salzkuppe manchmal den beschirmenden Thonmantel, welcher jetzt den
Salzstock in Kreisschaleh umgibt, auch durchgebrochen hatte. Nach F. PoSEPNY (157) ist in Maros-Ujvâr die Fältelung der Salzschichten so dicht,
78
in steilen Zik-Zak-Linien verlaufend, dass ihre Länge im Verhältnisse zu,
ihrer horizontalen Projektion oft — 30: 1 ist. In Parajd ist die Faltung in
grösserem Maassstabe ausgebildet, weil z. B. die Axen zweier Falten 76 m.
entfernt von einander liegen. Der Salzstock von Deésakna endlich bildet
eine ganz sanft sich erhebende Kuppe.
Aber auch andere Thatsacben beweisen die erwähnte \7olumvergrösserung des Salzkörpers. So wurden die in den Salzstock hineingerathenen
fremden Körper, wie Holz- und Gestein-Stücke, welche in der Volumvergrösserung des Salzkörpers eine passive Rolle spielten, gewaltsam
auseinander gerissen und gebrochen gefunden, besonders in den Salz­
bergwerken von Torda und Parajd. Dieselben Wirkungen zeigen auch
manchmal die im Salzkörper eingeschlossenen Thonmergel-Nester, deren
entstandene Risse und Lücken später durch Steinsalz- oder Gypsadern
ausgefüllt wurden.
Eine andere interessante Erscheinung ist die Plastieität des Stein­
salzes, in welcher Beziehung man das Salz mit dem Gletschereis verglei­
chen könnte. Diese Plastieität offenbart sich darin, dass der ganze Körper
des Salzstockes einheitlich massig ist, und die in allen übrigen Gesteinen
gewöhnlichen Spalten und Klüfte gänzlich fehlen. Wenn sich eventuell
auch Spalten bilden, so schliessen sich diese vermöge der Plastieität
früher oder später wieder, ja in den Salzkammern und Schächten hat
man auch an den zur Aufnahme der Gebälke eingestemmten Löchern
beobachtet, dass sie nach längerer Zeit sich zusammenziehen und die
lose eingefugten Balken mit riesiger Kraft zerdrücken. Diese Plastieität
des Steinsalzes, verbunden mit seiner thatsächlich stattgefundenen
Volumvergrösserung, machen die staunend feinen Fältelungen und
kühnen Krümmungen seiner Schichten, ohne Spuren eines Bruches oder
von Klüften, leicht erklärbar, dergleichen man, ausser dem Gletschereise,
a,n anderen Gesteinen umsonst suchen würde.
Auf die Frage, was wohl die Ursache der zweifellosen Volumver­
grösserung des Salzkörpers sei? hat F. P o s e p n y dreierlei Erklärungs­
versuche aufgestellt (157, 167).
a) Maii könnte sie z. B. afs die Folge einer Umkrystallisierung hal­
ten, wenn es nicht bekannt wäre, dass das Steinsalz, sowie auch die übri­
gen damit gefällten Salze, gleich ursprünglich krystallinisch aus vdem
Wasser der heutigen Meere sich abscheiden.
b) Eine zweite Erklärung wäre die, dass Anhydritschichten durch
Aufnahme von Wasser sich in Gyps umgewandelt haben, und auf solche.,
Weise die Volumvergrösserung vor sich ging, welche die aufliegenden
Steinsalzschichten kuppenartig emportrieb. Diese Erklärung passt jedoch
auf die siebenbürgischen Verhältnisse nicht, da Anhydrit und Gyps in
79
der Nähe der Salzlager verhältnissmässig nur sehr untergeordnet V o r ­
kommen. Wenn wir aber auch annehmen, dass im unmittelbaren Liegen­
den der Salzstöcke, das wir jedoch noch nicht kennen, grössere Anhydrit-*
und Gypsmassen wirklich Vorkommen: so beweisen die im Salzkörpe»
beobachteten Erscheinungen eben nicht, dass irgend eine Kraft von unten
n a c h oben wirkte, sondern dass diese Kraft in dem Salzkörper steckte
und sich durch dessen Y o l u m v e r g r ö s s e r u n g o f fe n b a r t e .
c)
Eine dritte Erklärung stammt von V o l g e b her und besagt, dass
v e r s c h ie d e n lösliche Salze sich wechselseitig verdrängen können, bezie­
hendlich die schwerer löslichen die Stelle der leichter löslichen Salze
e i n n e h m e n . Es h a n d e l t sich a b e r um die Frage, o b in s o l c h e m Falle eine
Y o l u m v e r g r ö s s e r u n g möglich sei ? Y o l g e b b e a n t w o r t e t e diese Frage be­
jahend und trachtete an den Yerhältnissen des Stassfurter Salzlagers
seine Theorie zu beweisen. Auch für die Volumvergrösserung der sieben­
bürgischen Salzlager scheint diese Erklärung am wahrscheinlichsten.
Es kommen in dem Steinsalz, ausser den schon erwähnten Thonniergel-Schichtchen und Nestern, auch noch Gyps-Adern und Nester vor,
so z. B. in Maros-Ujvâr und Yizakna. Ii^ letzteren Orte hatte F. P o s e p n y
(141, 140) in den Gypsnestern auch Spuren von Anhydrit und Polyhalit
nachgewiesen. Ich selbst habe im Steinsalz von Deésakna eine gekröse­
artig gewundene Schicht von bituminösem, gypshältigem Mergel beobach­
tet, welche entlang das Wassers sich einen Canal ausgelöst hat (170, 30i).
Das fortwährend einsickernde Wasser hatte diesen Canal endlich so weit
ausgelöst, dass es zuletzt unmöglich wurde das Wasser auszupumpen und
die schöne neue Salzkammer wurde schliesslich von dem eindringenden
Wasser ersäuft.
Das siebenbürgische Steinsalz enthält ferner, ausser dem feinen
Thonschlamme, besonders das von Deésakna, auch färbende Kohlen­
wasserstoffverbindungen. Das Steinsalz erhält von diesen Verbindungen
rauhgraue Flecke oder Streifen, und wenn man ein grösseres Stück davon
auseinanderschlägt, kann man den Geruch der sich verflüchtigenden bitu­
minösen Substanz deutlich verspüren, wobei das Salz ganz weiss wird,
nachdem die färbende Kohlenwasserstoff-Lubstanz durch die in Folge des
Schlages entstandenen Spalten und Risse entwich.
Das spec. Gewicht des siebenbürgischen Steinsalzes schwankt zwi­
schen 2‘2 und 2’B. Im Jahre 1868 hatte A. K e i p p (146, 75) die Produkte
der siebenbürgischen Salzbergwerke analysirt, und habe ich aus deren
Ergebnisse folgenden Auszug gemacht.
80
CIXa j Cl2Ca CaS 0 4
0
Summe
d e s S t e in s a lz e s
Unlösbarer
Theil
1
F u n d o rte u n d A rten
. <*,00 !>■
ö3|7
>s
1. Marosujvâr.
a) Reines Salz (aus 6 Analysen) 99-57
b)Unreines « ( « 3
«
) 95-50
0-01
0-34
0-19
1-54
0-03
0-07
0-06
6-83
0-04
0-23
0-22
0-83
0-55 ;
12-70
-
! 0-21
2-01
99-98
0-27
99-99 ; 0-50
2. Torda.
«^Reines Salz (aus 3 Analysen) 99-44
- 6)Erdiges
« ( « 4
«
> 86-32
0-47 100-00
6-62 99-84
0-16
1-55
0-08
0-48 99-92
3-87 100-21
0-17
0-58
2-28
0-39 100-00
8-36 98-79
0-13
1-37
0-37 ! 0-01
2-89
0-05
1-251 99-93
33-27 9:J - 60
1-13
13-32
—
3, Vizakna,
n)R eines Salz (aus 5 Analysen) 99-18
b) Unreines « ( « 4
«
) 95-20
4, Deésakna,
a )Keines Salz (aus 2 Analysen) 99-01 0-05
Unreines « ( « 1
«
) 75'45 j
5. Parajd.
a) Reines Salz (aus 4 Analysen) 98-28' 0-02
b) Unreines « ( « 1
«
) 63-39
Aus allen Analysen das Mittel genommen, resultirt :
et) Reines Salz von Siebenbürgen
(aus 20 Analysen)
99-09
^U nreines Salz von Siebenbürgen
(aus 13 Analysen)
83-17
0-03
0-69 [ Spur
0-13
4-76
0-08
0 ■55 j 100-36 ! 0-37
10-95
99-09
3-36-
Diesen Ergebnissen der Analyse nach würden die siebenbürgischen
Salzbergwerke in Bezug der Beinheit ihres Salzes also folgen : MarosUjvâr, Torda, Vizakna, Deésakna, Parajd.
Die Gesammtmäehtigkeit der bisher abgehandelten obermediterra­
nen Mezoséger Schichten ist eine sehr bedeutende. Indem unsere Schich­
ten bei Klausenburg von einer bl. 425 m. hohen Stelle des Nâdasthales
(Nagylâb-Berg bei Kardosfalva) an bis zu 675 m. hohen Bergen (LombiBerg). ansteigen, erhalten wrir schon am Bande des Beckens eine bei­
läufige Mächtigkeit von 250 m. Wenn wir jetzt noch die Salzlager’ und
die ansehnliche Masse des darüber lagernden Thonmergels hinzurechnen,
übertreiben wir nicht im mindesten, wenn wir die Gesammtmächtigkeit
der vollständigen Mezöséger Schichtreihe wenigstens auf 500 m. schätzen.
In der nördlichen Hälfte des Beckens variirt das Verfiächen der
Schichten zwar, ist im Allgemeinen dennoch ein sehr sanftes und gegen
die Mitte des Beckens gerichtet. In der Umgebung von Klausenburg und
entlang dem westlichen Beckenrande ist das Einfallen 4— 5° NNO.; aber
'
schon bei Maro und Kis-Iklöd nach SSO. und S. gerichtet, weil hier die
Schichten schon gegen den nördlichen Beckenrand sich erheben. Ich habe
schon hervorgehoben, dass von Bistritz an gegen Deés zu sich ein Falten­
sattel unserer Schichten dahinzieht, hinter welchem nordwärts unsere
Schichten sich abermals aufbiegen (s. den III. Durchschnitt). Bei BorgoPrund fand ich das Verflachen der Dacittuffbänke 23° SW.
Das erwähnte stockförmige Emportauchen der Salzlager aber verur­
sacht in den Umgebungen der Salzbergwerke wesentliche Abweichungen. So
z. B. verflächen in der Umgebung von Kolos die in Thonmergel eingelager­
ten Dacittuff-Bänke unter 30— 40° gegen-0 . oder NO., wogegen etwas weiter
gegen Norden, nach Magvar-Kâlyân zu, wieder das normale Schichtverflächen von 4— 5° NO. herrscht. Um den Salzstock (Söhegy) von Torda
herum habe ich das steile Verflächen unserer Schichten nach aussen zu
ringsum beobachtet und abgemessen. Das steile (unter 60°) Einfallen des
Salzthonmantels des Maros-Ujvârer Salzstockes nach allen Weltgegenden,
ist durch die pünktlichsten Grubenvermessungen constatiert worden. Die
mantei- oder deckenförmige Lagerung der hangenden Schichten über
den Salzstöcken ist also unzweifelhafte Thatsache, wobei auch ganz
unregelmässige Lagerungen einzelner kleinerer Partien und Schollen, in
Folge des gewaltsamen Durchbruches und Auseinanderchiebens der be­
deckenden Schichten, auch nichts Befremdendes hat.
Eine weitere beachtenswerthe Thatsache in den Lagerungsverhältnissen ist die, dass die Decke der Mezöséger Schichten in der Umgebung
von Klausenburg über den älteren Schichten derart gegen SWT. zu transgrediert, dass aus der unter-mediterranen Stufe blos die Koroder Schichten
im Liegenden erscheinen, und auch diese verdanken nur der starken
Denudation ihr Ausbeissen. Die in Folge des Zusaminenstosses der Sza­
mos- und Nâdasflüsse stärkere Denudationswirkung hatte die Randdecke
der Mezöséger Schichten bei Klausenburg besonders stark abgetragen,
indem diese in Gestalt vieler isolierter, kleinerer und grösserer Schollen
und Fetzen die oligocsenen und auch die eocsenen Schichten bedeckt, und
somit deutlich angezeigt wird, wie weit die ursprünglich zusammen­
hängende Decke transgredierend gereicht hatte, und wo die südwestliche
Uferlinie des obermediterranen Binnenmeeres gelegen war. Die Transgression der Mezöséger Schichten in der Gegend von Klausenburg,,im
Gegensätze zu dem westlichen und nördlichen Beckenrande, lässt uns
darauf schliessen, dass mit dem Anbruche des ober-mediterranen Zeit­
alters der nördliche und westliche Rand des siebenbürgischen Beckens
schon in Erhebung war und die mediterrane Binnensee sich bereits in die
südliche Hälfte des Beckens zurückzuziehen begann.
Bevor wir die organischen Reste unserer Schichten in Betracht zieD r. An ton K och : D ie Tertiärbildungen des Beckens der siebenbürgischen Landestheile.
f'
8-2
hen, wollen wir eher noch deren Ausbildung und Verbreitung in der
südlichen Hälfte des Beckens besprechen.
b) Die Mezösérßr Schichten in der südlichen Hälfte des sieben­
bürgischen Bechens.
In der südlichen, unterhalb der Aranyos- und Maros-Linie sich aus­
breitenden Hältte des siebenbürgischen Beckens herrschen an der Ober­
fläche wohl die später zu besprechenden sarmatischen und politischen
Schichten vor; an den Bändern des Beckens jedoch, wo sämmtliche Ter­
tiärschichten natürlicher Weise sich erheben, ferner an den unteren
Gehängen der tief eingeschnittenen Flussthäler, hauptsächlich aber in
der Umgebung der an die Oberfläche emporgetriebenen Salz-Stöcke und
Lager treten die mehr oder minder zusammenhängenden Bänder und
Streifen der Mezöséger Schichten, aus der allgemeinen sarmatischen
Schichtdecke heraus, und auch die Verbreitung der zahlreichen, ihnen
entspringenden Salzquellen ist meistens an diese Schichten gebunden.
Das Materiale der in der Mitte des Beckens bei Maros-Vâsärhely, in den
Ihälern der Nyârâd und beider Kokelflüsse aufgeschlossenen Mezöséger
Schichten besteht vorwiegend aus schmutziggrauem, schieferigem Thon­
mergel, welcher aber auch mit sandigem Tegel wechsellagert. Loser Sand
und festere, plattige Sandsteine sind seltener und zeigen sich mehr gegen
den Beckenrand zu. Als secundäre Bildungen finden sich in den ober­
flächlichen Schichten des Tegels häufig Gyps in Krystallen, oder in fase­
rigen Incrustationen und Adern. Auffallend ist der beinahe gänzliche
Mangel des an den Beckenrändern, aber auch in der Mezöség so ver­
breiteten feinschieferigen, weissen Dacittuffes. Nur oberhalb Dicso-SztIMärton, am Abhange des Dealu Ticuj, fand ich deren spärlich zerstreute
nveisse Lamellen. Dieser Umstand weist dahin, dass die Mitte des süd- liehen Beckentheiles durch den obersten Horizont der Mezöséger Schich­
ten eingenommen wird, in dessen Ablagerungszeit die ascheauswerfende
Thätigkeit der siebenbürgischen Bacitvulkane schon zu Ende war. Nur
gegen die Bänder des Beckens erscheint der Dacittuff in dickeren Ein­
lagerungen, so z. B. gegen Osten zuerst in Székely-Keresztur, gegen
Süden bei Sâros im Szebener und Galacz im Fogaraser Comitate, gegen
Westen zu aber bei Nagy-Enyed.
Unter organischen Einschlüssen sind solche thierischen Ursprunges
sehr selten und mangelhaft. Häufiger findet man an den Schichtflächen
des sandigen Tegels verkohlte, mit 'Eisenrost durchdrungene Pflanzen­
reste, welche den Eindruck eines Pflanzendetritus machen, wie solche bei
Überschwemmungen das Wasser mit sich führt und an Ufern niedersetzt
In Maros-Văsârhely fand ich auch verkohlte Tannenzapfen dazwischen,
bei Nyârâd-Szt-Benedek aber konnte ich in dem feinblätterigen Thöninergel deutliche Abdrücke von Algen erkennen.
In der Umgebung von Schässburg rechne ich auch den, an den
tiefsten Stellen austretenden, bald reinen, bald sandig-schieferigen Tegél
zu dem obersten Horizonte der Mezöséger Schichten, wenn auch ent*'
scliiedene Anhaltspunkte dafür, nämlich Fossilien noch fehlen. Auffallend
jedoch ist in diesen Tegeln das häufige Vorkommen von pechschwarzem,
glänzendem Lignit, jedoch nur in kleineren Schmitzen und Nestern, so
wie ich es auch bei Klausenburg und in der Gegend von Bistritz be­
obachtet habe.
Das Verflächen der hier beschriebenen Mezöséger, sowie der über
ihnen liegenden jüngeren Schichten, ist im Allgemeinen genommen ein
seichtes, in der Marosgegend noch gegen Süden, im Gr.-Kokelthale jedoch
schon nach Norden gerichtetes; während in dem dazwischen liegenden
Gebiete die Schichten beinahe horizontal lagern. (S. die Durchschnitte IV
und V). Ausnahmsweise finden sich aber auch hier Beispiele von steile­
rem Einfallen; diese Ausnahmen sind aber Folgen von Bergschlipfen,
welche auch in diesem Mitteltheile des Beckens häufige Erscheinun­
gen sind.
An den Beckenrändern aber, besonders in der Nachbarschaft der
dort emportauchenden Salzlager, spielen, ausser dem vorherrschenden
Salzthon, auch Schichten von gröberer Beschaffenheit eine hervorragende
Bolle. Bei Görgény-Séakna findet man mächtige Bänke von groben
Conglomeraten in dem hangenden Salzthone eingelagert, welche die mit
riesiger Kraft emporgetriebenen Salzstöcke kuppenförmig erhoben hatten.
Die auffallende Kuppe des Vârhegy (Burgberg) von Görgény-Szt-Imre
besteht auch aus solchem Conglomerat. Gegen Sachs.-Begen und Vécs
Ku sieht man im Hangenden des Salzlagers mürbe, gelbe Sandsteine mit
festerem, plattigem Sandstein wechsellagernd, welche vom Salzlager aus­
wärts sehr steil einfallen; und über diesen sandigen Ablagerungen
schliesst abermals Tegel die Beihe der Mezöséger Schichten. Die Qualität
und auch die Beihe dieser Schichten ist übrigens, im Ganzen genommen,
eine ganz ähnliche, wie die in den Gegenden von Bistritz, Bethlen und
Bâlvânyos-Vâralja vorkommenden gleichaltrigen Schichten. Der unter
den Salzlagern verbreitete Dacittuff tritt jedoch in der Gegend von Görgény nirgends zu Tage.
Im Umkreise der Szovâtaer und Parajder Salzstöcke fehlt der Dacit­
tuff auch noch gänzlich, aber auch die Spuren des Görgényer Conglomerates sind verschwunden; ausser dem vorherrschenden Salzthon wird von
F. P o s e p n y (157) blos wenig Sandstein erwähnt.
6*
84
Neuestens hatte L . B o t h v . T e l e g d die Umgebung der A.-Szovätaer
Salzteiche, besonders des Illyés-Teiches in geologischer Beziehung unter­
sucht (330). Das Gebiet wird von einer höheren Gebirgskette umgeben
Welche aus Andesit und dessen Breccien besteht, und in welche ober­
mediterrane Ablagerungen beckenartig hineinreichen. Diese Ablagerungen
sind durch mergeligen Thon und Mergel vertreten, welche den Salzstock
emschliessen, an mehreren Punkten aber auch mit Sand und untergeord­
net mit mürbem Sandstein wechsellagern. Kleinere oder grössere Theile
des Salzstockes ragen auch hier in Form-von Salzfelsen aus den hangen­
den Schichten heraus, besonders an solchen Stellen, wo in Folge der
allmäligen Auskugung des salzigen Grundes kleinere oder grössere,
trichterförmige Einsenkungen und an deren Stellen dann auch Salzteiche
entstanden. Auch der bl. acht .Joehe einnehmende Illyés-Teich verdankt
seine Entstehung dieser Ursache.
Sehi interessant sind die Temperaturverhältnisse des Wassers dieser
Teiche, über welche zuerst Prof. B é l a L e n g y e l (327, aso), dann L . R oth
T e le g d
(330,
iao) Beobachtungen
v.
und Erklärungen mitgetheilt haben;
trotzdem müsste diese merkwürdige Erscheinung noch eingehender unter­
sucht werden.
In der Umgebung von Székely-Udvarhely zeigen sich, nach H e r b ic h
(35, 277), die ober-mediterranen Salzbildungen wieder, und verrathen
ihr Dasein auch die Salzquellen. Am südlichen Ende der Stadt, der Strasse
entlang, zeigen sich unter 60— 70° gegen Süden einfallende Conglomeratbanke, und im Sösviz-Bache entspringen die hierortigen Salzquellen dem­
selben Conglomerate. Am Salvator-Berg wechsellagert das Conglomerat,
mit ähnlichem Verflächen, mit Sandstein; im Hangenden aber kommt
Letzterer zur Herrschaft.
Dr. M. P ä l f y hat in neuester Zeit in der Umgebung von Székely'Udvarhely eingehende geologische Untersuchungen gemächt (329), aus
welchen hervorgeht, dass die oben genannten Conglomeratbänke hier
nicht auf ihrem Ursprünglichen Lagerort sich befinden, sondern in Folge
einer grossen Verwerfung vom Gipfel des Mondöberges an die Sohle des
Küküllö-Thales geriethen. Folglich ist das Conglomerat nicht den Salz­
thonschichten eingelagert, also auch nicht gleichaltrig damit, nicht ober­
mediterran, sondern sarmatisch, weil es an sonstigen Orten wirklich im
Hangenden des Salzthones auftritt, und auch auf den Anhöhen um
Szekely-Udvarhely herum vorherrscht. Die erwähnte Quelle entspringt
also nicht dem Conglomerate, sondern dem im Liegenden austretenden
Thonmergel, welcher mit dem Mezöséger Thonmergel ganz identisch ist.'
Das Grundgestein dieser Gegend besteht überhaupt aus diesem bläulich­
grauen, feinschieferigen, nahe zur Oberfläche gelblich oxydierten Thon-
85
mergel. Von organischen Einschlüssen fand P a l f y blos fucoidenartige
Ptianzenreste; Dacittuff-Einlagerungen beobachtete er keine, Salzquellen
und Efflorescenzen jedoch sind ziemlich häufig.
Von Székely-Udvarhely abwärts tritt das Conglomerat an den unte­
ren Gehängen des Kokelthales, so auch in dem Thale des bei Bethlenfalva einmündenden Fehérnyiko-Baches, an zahlreichen Punkten zu Tage;
Sand und Sandstein herrscht aber dennoch vor. Bei Nagy-Kadâcs und
Tarcsafalva aber tritt am Thalgrunde bläulichgrauer Thonmergel aus, und
am letzteren Ort fanden sich im Tegel ausser verkohlten Pflanzenresten
mehrere Schwanzwirbel eines grossen Säugethieres, worüber ich ausführ­
lich berichtet habe (279, 91).
In dem Wassergebiete des Althflusses, von Lövéte an bis Neu-Siuka
in bl. 70 km. Länge und in minderer oder grösserer Breite, tritt der Dacit­
tuff in Gesellschaft der ober-mediterranen Salzbildung, ohne Unterbre­
chung wieder zu Tage. Der östliche Band dieses Dacittuffzugeş grenzt,
nach H e r b i c h , an solche Gesteine, welche zum grössten Theil in das
Kreidesvstem gehören, und am Ende des Capitels über die untej-mediterranen Schichten habe ich auch meine Beobachtungen bei Mâtéfalva
und Hidegküt darüber mitgetheilt, nämlich, dass der Dacittuffzug auch
hier die Beihe der ober-mediterranen Ablagerung beginnt. Mit dem Dacittuffe in Verbindung ist hier auch der Salzthon, mit daraus entspringenden
Salzquellen, verbreitet, und in dem Salzthon eingelagert finden sich, von
Lövéte an das Homorodthal hinab zu, Conglomeratbänke wieder häufig. Das
Lövéteer Conglomerat schliesst Caprotinenkalk, schwarze Quarz-, krystallinische Schiefer-, hellgraue und rothe Kalkstein-Gerolle in sich ein,
zwischen welchen sich seltener auch ein dichter, gelblicher Nummulitenkalk findet.
Im Salzthone kommen ausser Gyps-Krystallen und Nestern im Rikathale auch dünne Lignitlager v or; das Steinsalz aber beisst an einigen
Stellen aus.
Am Südrande des Beckens befinden sich die Mezöséger Schichten,
nach dem Zeugnisse mehrerer Salzquellen, unter der alluvialen Decke des
Alth-Thales; die das Thal nördlich begrenzenden Berge selbst bestehen
ohne Ausnahme aus sarmatischen Schichten.
Der Salzstock von Vizakna bricht aus der Decke von sarmatischen
sandigen Schichten, blos innerhalb des Salzkessels hervor, und auch hier
tritt der dunkle, plastische Salzthon, durch Salzefloreseenzen begleitet,
nur an wenigen Punkten durch den fahlen Sand des Salzkessels hervor.
Darin findet man die schon von F i c h t e l unter dem Namen «Gypssteine»
beschriebenen Knollen, welche aus einer grobkörnigen Gypsschale und
einem Anhydritkern bestehen. Nach P o b e p n y liegen diese anhydi'itischpn
86
Knollen auf einer Mergelschicht, in diese gleichsam eingesunken, und
werden wieder durch eine Mergelschichte bedeckt; es scheint daher, dass
sie als fertige Concretionen an ihre jetzige Stelle gelangten (141, 136).
Weiter gegen Westen zu, am Fusse der Mühlbacher Alpen, an den
tiefsten Stellen der aus ihnen herabziehenden Bachthäler, treten die
Schichten des Mezöséger blauen, schieferigen Thonmergels, unmittelbar
über den krystallinischen Schiefern, hie und da zu Tage; so besonders
bei Szâsz-Doborka, wo sie ein kleines Gypslager einschliessen, dann bei
Szâsz-Orbö (Urwegen), wo man Fossilien in ihnen findet. Gegen Szâszsèbes (Mühlbach) zu hat der Székâs-Bach sein Bett bereits in den Salz­
thon ausgehöhlt, welcher bei Mühlbach sich erhebt, um die unter-medi­
terranen Schichten des Bothen Berges zu bedecken. Yon hier zieht dann
der schmale Zug der ober-mediterranen Schichten einerseits gegen Nor­
den, den beiden Marosufern entlang, andererseits gegen Südwesten in die
Strellbucht hinein und das Marosthal hinab und hinaus zu. In diesen
Richtungen aber werden die Mezöséger Schichten der tieferen See schon
durch fossilreiche Schichten mit littoralem Charakter ersetzt, welche in
éinem späteren Capitel ausführlich besprochen werden sollen. Im Strelltha'le aber fand ich bei Str. Ohaba noch kurzklüftig-schieferigen, bläulich­
grauen Globigerinentegel, welcher den Charakter des Mezöséger Tegels,
besonders des Globigerinenmergels besitzt.
Der abgestumpfte conische Salzstock von Maros-Ujvdr wird unter
éiner 4 5 m. dicken Decke von alluvialen und diluvialen Ablagerungen
durch den Salzthon mantelförmig eingehüllt. Vorherrschend ist auch hier
der bläulichgraue, dichte Thonmergel mit muscheligem Bruch, welcher
in säulig-schieferige Stücke sich absondert. Dieser Thonmergel-Mantel
ist ganz wasserdicht und Wasser kommt am höher gelegenen Abhang des
östlibh sich erhebenden Bâncza-Berges nur da vor, wo sarmatische Sandëehichten darüber gelagert sind. Das Verflachen dieser Thonmergelscliichten ist in der Nähe des Salzstockes bl. 60°, ringsum nach auswärts
gerichtet, gegen Osten zu aber schnell seichter werdend. Am Bande der
Felsö-Ujvârer Terrasse sieht man eine dünne Dacittuff-Einlagerung darin j
die Haupt-Dacittuffeinlagerung aber zieht in den, das rechte Marosufer
einsäumenden Bergen dahin, sie muss also auch hier unter dem Salzlager
liegen. Über Nagy-Enyed tritt das Dacittüfflager am Örhegy heraus,
und weist eine fächerförmige Struktur auf. Auch im Thale von Füged
habe ich beobachtet (83, 367), dass eine mächtige Bank von Dacittuff unter
50° nahe gegen Osten zu unter die Mezöséger Schichten einfällt.
' 1 In Nagy-Enyed trat nach K. H e b e p e y (319, 144) aus dem, im H o f e
des Collegiums 9 m. tief gegrabenen Brunnen, unter der Dacittuffbank
èifle Salzquelle hervor. In der grossen Ziegelei in der Vârosszeg-Gasse^
87
kann man die klüftig-schiei'erigen ober-mediterranen Tegelschichten gut
entblösst beobachten, sie fallen hier unter 10— 15° gegen Süden ein.
Fossilien erhielt ich keine, nur Nester und dünne Lagen von Gyps. Sehr
untergeordnet liegt auch ein durchschnittlich 1 m. dickes Sandlager darin,
als Zeuge der Nähe des einstigen Meerufers.
Bei Felsö-Ujvâr ist der Thonmergel bereits sandig, und noch weiter
folgt Sand und Sandstein darüber. Das unmittelbare Liegende des Salz­
lagers ist auch hier noch nicht bekannt, P o s e p n y meint aber (157), es
könne nichts anderes sein, als das am westlichen Beckenrand wiederholt
austretende Gypslager. Hier aber würde es wahrscheinlich zwischen Tiefseeablagerungen, welche mit dem Leythakalk gleichen Alters sind, liegen ?
c)
Die organischen Einschlüsse der Mezöséger Schichten.
Die die Mitte des siebenbürgischen Beckens, und besonders deren
nördliche Hälfte, die Mezöség beinahe ausschliesslich aufbauenden, und
auch die Salzlager einschliessenden Schichten, deren petrographische
Beschaffenheit, Lagerungs- und Verbreitungs-Verhältnisse ich ebenso be­
schrieb, sind an organischen Einschlüssen, wenn auch nicht ganz leer,
doch sehr arm. Besonders gilt dieses Urtheil auf die, die Salzstöcke um­
gebenden, vorwiegend thonigen Schichten, auf den sogenannten Salzthon,
und auch auf die ein wenig sandigen Thonmergelschichten, welche inner­
halb des grossen Kreises, welchen die Salzbergwerke und Salzausbisse
bezeichnen, beinahe ausschliesslich Vorkommen. Gegen den Beckenrand
aber, besonders in den kalkigeren Mergelschichten, welche mit der, den
tiefsten Horizont unserer Schichten bildenden mächtigen Dacittuff-Einlagerung in Verbindung stehen, findet man häufig genug Foraminiferen,
unter welchen die Globigerinen besonders hie und da in auffallender
Menge auftreten.
Die ersten Fossilien aus unseren Schichten hatte im Jahre 1867
Prof. A. R etjss (129) nachgewiesen. Nachdem er die unreine Salzmasse
aus dem tiefsten Theil der Tordaer Josef-Kammer auflöste, fand er in
deren Schlammresten einige Versteinerungen. Ebenso erhielt er auch aus
dem graulichweissen, körnigen Steinsalz, von der Sohle der Maros-Ujvârer
V. Grube genommen, thierische Reste. Im Jahre 1874 habe ich in den
Mezöséger Schichten der Gegend von Klausenburg reichliche Foramini­
feren entdeckt (21, 258), mit deren Bestimmung sich später Dr. L. M â k t o n f I
näher, jedoch nicht ausführlich genug, beschäftigt hat (45, 6). Ähnliche
Globigerinamergel habe ich später in der Umgebung von Deés und an
mehreren Punkten der Mezöség nachgewiesen (60, 389 und 67,' 78).
Im Jahre 1892, aber besönders 1894, habe ich an zahlreichen neuen
88
Punkten des siebenbürgischen Beckens nach der Fauna unserer Mezöségei Schichten geforscht und ist es mir auch gelungen, unsere darauf
bezüglichen, wenigen Kenntnisse mit einigen neuen Daten zu vermehren
1288, 9i). In dem Gebiete zwischen der Maros und des Gr.-Kokels ist
besonders das häufige \orkominen der Ostracoden interessant, mit deren
Bestimmung sich Dr. Em. Hé.t.tas beschäftigt hat (2 8 9 , i 07 ).
Dei grösste Ilieil des gewöhnlich nur geringen Schlemmrückstandes
bestand aus kleinen, flachen, glimmerigen Sandstein-Bröckchen, wenig
abgerundeten Quarzkörnern, und aus kleinen, runden Limonit-Concretionen, welche in Folge der Zersetzung der ursprünglichen EisenkiesKnötchen entstanden; endlich aus Gypskryställchen, welche eben aus
diesem Umwandlungsproeesse hervorgingen. In solchen Schlemmrückstanden zeigten sieh hie und da mikroskopische Thierreste (Foramini­
feren, Ostracoden-Sehalen, Knochenfrägmente kleiner Fische), jedoch
ziemlich spärlich eingestreut. Auf solche Weise habe ich aus Proben
von zahlreichen Punkten, eine eigentüm liche Fauna ausgelesen und
bestimmt.
Alle diese Untersuchungen aber können blos als Vorarbeiten und
Anleitung dienen, damit nach ergiebigeren Ansammlungen, eingehendere
palasontologische Untersuchungen- angestellt werden über die am wenig­
sten bekannten organischen Beste dieser Neogenablagerungen des sieben­
bürgischen Beckens. Einstweilen stelle ich das systematische Verzeichniss
der bisher angegebenen Versteinerungen zusammen, damit man daraus
das allgemeine Bild der Fauna und Flora unserer Schichten übersehen
könne.
a) Vertebrata.
1. Berardiopsis miocaenus mihi. Siebenter und achter Schwanzwirbel eines bl. 5 m. langen ausgestorbenen Zvphoiden Wales. Diese
Wirbel wurden in Klausenburg, in der Griech. Kirchengasse, bei der
Fundamentierung eines Hauses, in einem Gemenge von sarmatischem
Sand und ober-mediterranem Tegel, welche einstens vom Feleker Berg
abgerutscht sind, gefunden, und war deren ursprüngliche Schichte wahr­
scheinlicher der Mezöséger Tegel (331, 204).
2. Acht (8) Schwanzwirbel eines viel kleineren Säugethieres, autî
dem ober-mediterranen Thonmergel von Tarcmfalva, im Udvarhelyer
Comitate. Dieser Thonmergel enthielt ausserdem Lignitschmitzen, ver­
kohlte Holzstückchen und einen 6 cm. langen und 3 cm. dicken Tannen­
zapfen (279, 91). Nach einer neuen Untersuchung halte ich es für wahrschein­
lich, dass diese Schwanzwirbel von einem kleinen Cetaceen herrühren.
?
,
3. Schlechter Abdruck eines kleinen Meletta-a,xtigen Fisches in bläu-
89
liehgrauem Tegel, dessen Schichtfiächen mit verkohlten Pflanzenresten
(an Phragmites erinnernd) erfüllt sind. Auch einen verkohlten Tannen­
zapfen erhielt ich daraus. Fundort: Maros-Yâsârhely, Ziegelei an der
Mündung des Poklos P.-Thales.
4. Kleine Schuppen, Otolithi und dunkelbraune Knochenfragmente
von unbestimmten Knochentischen fanden sich im Schlemmrückstande
des Thonmergels an folgenden Orten : Maros-Yâsârhely (Ziegelei am obe­
ren Ende der Stadt); Nyârâd-Szt-Benedek (Bergsturz des ÉszakaljaBerges); Magyar-Lapâd (Alsö-Fehér Com.)
5. Ein guter Abdruck eines kleinen Knochenfisches in feinem Dacit­
tuffe bei M agyar-Esztény, im Szolnok-Dobokaer Comitate gefunden, be­
findet sich in der Sammlung des siebenbürg. Museums.
b) Ostracoda
1. Cythere galeata ßss. Erzsébetvâros.
2 . Cytheridea debilis J o h n s t . Erzsébetväros, Balavâsâr.
3.
«
dacica H é jja s . Magyar-Bago.
4.
«
longissima H é j j . Balavâsâr,
5. Cypris Browniana J o h n s t . Balavâsâr.
6.
*
aspera H é j j . Marosvâsârhely und Nyârâd-Szent-Benedek.
7. Candona reptans B a i r d . Erzsébetvâros.
8. Candona reticulata H é j j . Marosvâsârhely, Nyâräd-Szereda und
Magyar-Bagâ.
9. Bairdia
10.
«
11 .
«
12.
«
13.
«
14.
«
abbreviata Ess. Magyar-Bagjjp.
inßata Bss. Magyar-Lapâd.
arcuata, M ü n st . M a g y a r -L a p â d .
? semicircularii Bss. Marosvâsârhely.
lucida Bss. Magyar-Bago.
Iransylvanica H b j j . Marosvâsârhely, Magyar-Bago, Ma­
gyar-Lapâd.
15. Bairdia transsylvanica var. laevis H éjj. Nyârâd-Szent-Benedek,
Holdvilâg.
16. Bairdia transsylvanica v a r. sulcosa H é j j . E r z s é b e tv â r o s .
17. Kochia trigonella H éjj. Magyar-Bago.
<•) Mollusca,
1. Turbonilla pusilla P h i l . Torda (aus dem Steinsalz).
2. Cerithium sp. die Spitze (vielleicht scabrum ?) Maros-Ujvär (aus
dem Steinsalz),
3. Cerithium cf. moravicum H ö r n . Solyomkö (in der Dacitbreccie).,
k>
4. Turritélla turris B a s t .
eben d ah er.
’
«
marginalis B k ö c c .
eben d ah er.
6. Natica sp. ? Fragm.
ebendaher.
7. Solarium sp. 9 Fragm. Holdvilâg (Nagy-Küküllöer Com.).
8. Dentalium sp. Fragm. Nyârâd-Szent-Benedek.
9 . Planorbis ( Gyrorbis) cf. Hilgendorfl F r a a s . Nyâr-Szt.-Benedek,
Magyar-Bago.
10. Moitessieria acicula A. Br. aff. Magyar-Bago.
11. Limnaeus sp. ? Magyar-Bago, Erzsébetvâros.
12. Helix sp. ? Erzsébetvâros.
I 13. Tellina Ottnangmsis E. H ö r n . Kolozsvâr (Békâs B.), Besztercze
(Schieferberg), oberhalb Yécs neben der Landstrasse (Maros-Tördäer Com.)»
überall häufig.
14. Lucina dentata B a s t . Holdvilâg (N.-Küküllöer Com.), Ziegelei am
Fusse des Lehmkaul-Berges.
15. Lucina sp. ? Ebendaher.
16. Eryöina truncata' W o o d . Ebendaher.
17. Cardium sp. Ebendaher und Széuaverös.
18. Cardium sp. ? Fragment einer feingerippten Art. Toi-da (aus dem
'5 .
Steinsalzè).
1 !
19. Cardium sp. eine kleine Art mit sehr wenigen und niederen
Bippen. Magyar-Bagö.
'1 ' . W . Ostrea 'cochlear P o l i . Doboka (Magyaros Graben), aus dem un­
teren Dacittuff-Horizont; Solyomkö (Köszikla), aus der Dacitbreeèie; Ui*1
wegen (Hermannstädter Com.).
~
d) Bryozoa :
Scrupocellaria scruposa L. Marosvâsârhely.
e) Echinoidea :
Spatangus sp. Stacheln, ähnlich jenen der im Wieliezkaer Sâlz©
vorkommenden'' . . Torda (aus dem Steinsalze).
f). Foraminifera :
In dem Verzeichnisse bedeuten: sh = sehr häufig; n« = nicht sel­
ten ; "h = häufig; s = selten; + = überhaupt das Vorkommen; (K) =
zuerst von Prof. A n t o n K o c h ; (M) = zuerst von L. MÂh t o n f i auigezäh lti
(Rss) == Angaben vön Pröf. A . E e ü s s . '
,
91
«8« ;
at I
N a m e dér A rten
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o
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bo
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ÖS;
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Ph
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s !n
f ) Foraminifera.
1 Globigerina bilobata
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
is
24
2B
26
27
28
29
30
31
cTOrb. (K.)
«
regularitt cTObb. (K.)
«
bulloides (1‘ Okb (K.)
« quadrilobata cTOrb. (K.)
«
triloba Rss. ... (M.)
Orbulina universa d’ OBB. (K.)
Nonionina communis d’ ORB. (K.)
G-landulina laevigata d’.OBB. (K.)
Globulina sequalis d’ OBB. (K.)
Anomalina austriaca d’ ORB. (M.)
«
badenensis d ’OBB. (M.)
Dentalina guttifera d ’ORB. (M.)
«
elegans d’ ORB.
(K.)
«
punctata d’ ORB. ... (K.)
Nodosaria affinis d’ ORB......(K.)
Dent. elegantissima d’ ORB. (M.)
«
Adolphina d’ ORB..... (M.)
Rotalina Soldanii d’ ORB..... (M.).
Clavulina communis d’ ORB. (K.)
Triloculina sp. ................. (M.)
Quinqueloculina sp. ... ... (M.)
Rosalina viennensis d ’ORB. (K.)
Gaudryina siphonella (?)Rss.(M.)
Robulina similis d’ ORB. .... (M.)
«
Sh.
sh .
sh .
sli.
n s.
Sh.
s.
— ! s.
:—
—
n s. h . s.
—
:—
; s. h . I s.
! h.
h.
s. ' s.
h. h.
h. +
s.
s .;—
+
+
+
sh.
+
+
h.
s.
s.
S. !'—
S. ; ---
— I— : s.
+
sim p lex d ’ ORB.......(K.)
Anomalina variolata; d’ ORB. (M.)
Uvigerina pygmaaa d’ ORB. (K.)
«
semiornata d’ ORB. (K.)
Polystom ella crispa Lam. (Rss.)
«
obtusa d ’ORB. (K.)
Truncatulina Dutemplei
+
h.
S.
4
+
d’ ORB....................... ......... (Rss.)
32
33
34
35
36
37
38
39
40
41
42
43
Bulimina pupoides d’ OBB. (K.)
«
elongata d’ ORB. (K.)
Polystomella obtusa d ’ ORB. (K.)
Rosalina Dutemplei d’ ORB. (K.)
Biloculina inornata d’ ORB. (K.)
Nonionina granosa d ’ ORB. (K.)
. ii
punctata d’ ORB..(K.)
«
Soldanii d’ ORB. (K.)
Am phisteginä Hauerina
d’ ORB.......................... ........ (K.)
Cristellaria reniformis d’ ORB.(K.)
Robulina austriaca d’ Orb.... (K.)
Bulimina Bucheana d’ ORB. (K.)
mnd nich manche nribestimmtë Formen mehrerer Genus selten.
+
s.
s.
92
g) Plantae :
Pflanzenspuren sind sehr verbreitet in unseren Schichten, grössten» theils in verkohltem Zustande, kleinerentheils auch in Abdrücken. Specifisch ist jedoch bisher nur die verkohlte Frucht von Carya costata U n g .
bekannt, welche ich aus dem Tordaer Steinsalze erhielt und Dr. M. Staub
eingehend beschrieben hatte (209, iS5). Derselbe Pflanzenrest kommt auch
in dem Salze von Wieliczka häutig voj.
Sonstige Pflanzenreste sind die Folgenden:
Verkohlte Nadelholz-Stücke aus dem Dacittuff bei Ormâny (SzolnokDoboka).
Verkohlte Tannenzapfen wurden gefunden: bei Maros-Vâsârhely, in
larcsafalva (Udvarhelyer Com.), bei Klausenburg im Békâs-Bache, bei
Bistritz am Schieferberg, und bei Csicsö-Hagymâs.
Verkohlte Äste, ja ganze Stämme, wahrscheinlich von Nadelhölzern,
wurden gefunden: bei Klausenburg im Békâs-Bache, bei Doboka an der
Grenze der Dacittuff-Einlagerjmg, in der Linie von Bistritz— Apa-Nagyfalu, in Torda und Maros-Ujvâr eingeschlossen im Salz.
An Rohrblättern (Phragmites), erinnernde Blatter-Trümmer sah ich
auf den Schichtflächen des schieferigen Thonmergels in der Umgebung
von Maros-Vâsârhely, Fucoideme ste bei Nyärâd-Szt-Benedek und Klausen­
burg im Békâs-Bache. Am dichtesten aber werden die Schichtflächen des
Thonmergels, neben ausgeschiedenem Eisenrost, mit den verkohlten Frag­
menten der verschiedensten Pflanzen überzogen, welche den Eindruck
von versehwemmten Pflanzen machen, dergleichen bei Überschwem­
mungen das Wasser mit sich zu reissen und an den Uferstellen abzu­
lagern pflegt. Solche fragmentarische Pflanzenreste sind besonders in dem
Gebiete zwischen der Maros und des Gr.-Kokels, im Norden aber auch in
der Umgebung von Apa-Nagyfalu eine gewöhnliche Erscheinung, inner­
halb dei sonst beinahe fossilleeren Tegelschichten; und ebenda finden
sich auch dünnere glänzende Braunkohlen-Adern und Nester häufig in
ihnen.
Endlich muss ich auch die Thatsache erwähnen, dass der Dacittuff
ebenfalls an mehreren Stellen Pflanzenabdrücke einschliesst. Am schön­
sten noch fand ich die bei Felsö-Ilosva vorkommenden, von welchen im
siebenbürgischen Museum eine kleine Suite aufbewahrt wird, welche je ­
doch noch nicht bestimmt wurde.
:
*
Aus sämmtlichen, bisher beobachteten Thatsachen geht also hervor,
dass die Mezöséger Schichten eine sehr ärmliche, eigen tüm lich gemischte
93
Fauna und Flora einschliessen, welche von den bekannten ober-mediter­
ranen Faunen und Floren ganz abweichen.
Den Hauptbestandteil der Fauna bilden — wie wir gesehen haben —
Foraminiferen und Ostracoden. Unter den Foraminiferen aber herrschen
die Globigerinen derart vor, dass man sie an vielen Punkten schon mit
freiem Auge in dem gewöhnlich helleren Mergel bemerkt, und sie oft
97’98 % dés gesammten Foraminiferen-Gehaltes ausmachen. Diese auf­
fallenden Globigerinenmergel kommen hauptsächlich im unteren Hori­
zonte unserer Schichten, an der oberen Grenze der Dacittuff-Einlagerung,
aber auch dazwischen gelagert, v o r ; so besonders in der Umgebung von
•Klausenburg und Deés, aber auch an mehreren Stellen der Marosgegend,
besonders auf der Linie zwischen Mühlbach und Balâzsfalva.
Es ist nach den neueren Tiefseeuntersuchungen bekannt, dass die
Globigerinen heutzutage massenhaft in der vom Ufer entfernteren offenen
See leben, hauptsächlich dort, wo warme Seeströme für die Entwickelung
eines reichen pelagischen Lebens günstig wirken. Die Schalen der ab­
sterbenden Thierchen sinken dann auf den Grund der See nieder, und
liefern da das Hauptcontingent zu der Bildung des Globigerinenschlammes,
dem sich in den tropischen und subtropischen Weltgegenden öfters auch
die Schalen anderer pelagischer Thierchen beimengen. Dieser Globigerinenschlamm ist am typischesten in bl. 1700 Faden Tiefen entwickelt,
aber sie zeigen sich auch schon in 90 Faden Tiefen in grösseren Mengen.
Neben den Globigerinen finden sich auch in unserem Mezöséger Tegel
Spuren anderer Thiere der offenen See, so besonders die dünn- und glattschaligen Ostracoden, die kleine dünnschalige Tellhia Ottnaugensts, dazu
sich noch Spuren kleiner Fische gesellen. Diese Hauptformen der Fauna
der Mezöséger Schichten weisen also darauf hin, dass die überwiegend
aus feinem Thonmergelschlamm bestehende Ablagerung an den tiefsten
Stellen des siebenbürgischen neogenen Binnenmeeres sich anhäuften.
Am Anfang des ober-mediterranen Zeitalters aber hatte die aus den
mächtigen Dacitvulkanen, welche an den ehemaligen Ufern dieses Binnen­
meeres sich erhoben, ausgeworfene, und beinahe im ganzen Gebiete dieses
Binnenmeeres niedergesunkene vulkanische Asche die Reihe der Ablage­
rungen begonnen, und dieser Aschenauswurf musste sich im Laufe dieses
Zeitalters mehreremal wiederholen, was durch die mehrfache Einlagerung
des Dacittuffes zwischen den Thonmergel zweifellos bekräftigt wird.
Was neben der vorherrschenden Fauna der offenen See das Zu­
sammenvorkommen von einigen littoralen Molluskenformen, besonders
aber der Süsswasser- und Landschnecken, so wie auch des häufigen
Pflanzendetritus betrifft: so kann man darüber nichts anderes denken,
als dass diese von dem, das Binnenmeer umgebenden nahen Lande her
94
eingewaschen, in die Tiefseeablagerung hineingelangt sind. Es ist daher
aus den Beobachtungen wahrscheinlich, dass in dem siebenbürgischen
ober-mediterranen Binnenmeere dem heutigen Schwarzen Meere ähnliche
Monomische Verhältnisse geherrscht haben mussten: dass nämlich
W asserströmungen nur in den oberen Wasserschichten und in der Nähe
der Ufer existiert haben, das Gedeihen einer littoralen Fauna, und die der
offenen See ermöglichend; während die vom Ufer entfernteren, tiefen
Wasserschichten in unbeweglichem Zustande stagnieren mussten. In Folge
dessen konnten die, der Entwickelung des organischen Lebens schädliche^
Zersetzungsprodukte, besonders der Schwefelwasserstoff, in den stagnie­
renden tiefen Wasserschichten sich ansammeln und das Gedeihen einer
Tiefseefauna ganz verhindern. Andererseits kann man die grosse Ar­
ni uth, wenn auch nicht vollständige Sterilität an organischen Besten der
mit den Salzlagern in directe Berührung tretende!- sogenannten SalzthonSchichten, auch auf die Weise erklären : dass der Salzgehalt des ober­
mediterranen siebenbürgischen Binnenmeeres in jener Zeit so gross war,
dass organische Wesen darin nicht existieren konnten, und auch diese
wenigen Formen von Seeorganismen, welche in dem Salze von Torda und
Maros-Ujvâr nachgewiesen werden konnten, nur hineingewaschen wurden..
Nur unter diesen Bedingungen können wir uns die aus marinen und
Land-Elementen zusammengesetzte, eigenthümliche und ärmliche Fauna
erklären, ^welche wir nach den. bisherigen Untersuchungen aus den, die
Mitte des siebenbürgischen Beckens einnehmenden, sogenannten Mezöséger Schichten kennen gelernt haben.
M l 12. Die JLittoralfacies der obermeäiterranen Stufe.
In derselben Zeit, während in dem inneren Theile des ober-mediterranen, siebenbürgischen Binnenmeeres, die vorher beschriebenen fossil­
armen Tiefseebildungen sich ablagerten, hatte sich dem Ufer dieses
Binnenmeeres entlang, ringsum ein reiches thierisches Leben entwickelt,
dessen mehr oder minder gut erhaltene Beste reichlich in jene Ablage­
rungen hineingelangten, welche in der damaligen Uferzone auf den Grund
des seichten Meeres niederfielen. Das Material dieser Ablagerungen besteht
grösserentheils aus mit mehr oder weniger Sand gemengtem Thonmergel ’
oder thonigem Sand, minderentheils aus Kalk, Kalkbreccie oder Conglo­
merat. Obgleich alle diese Gesteine mit einander enge verbunden Vorkom­
men, will ich sie trotzdem, indem ihre Faunen ziemliche Verschieden­
heiten zeigen, in zwei besonderen Capiteln besprechen.
a) Fossilreiche thonig-sandige Schichten,.
Obgleich wir dasVorkommen solcher Schichten, dem siebenbürgischen
Beckenrande entlang, beinahe ununterbrochen verfolgen können, so sind
doch nur jene S tile n von besonderer Wichtigkeit, an welchen bisher
F o s s i l i e n in größerer Menge gefunden wurden. In d ie s e r Hinsicht über­
trifft der südwestliche Band des Beckens bei weitem dessen südliche, öst­
liche und nördliche Ränder, entschieden bezeugend, dass die damaligen
Naturverhältijisse factisch nur dort für die Entwickelung eines reichen
littoralen Tinerlebens günstig waren. Wir wollen daher vor allem die
geologischen Verhältnisse der bisher bekannten wichtigeren Versteine­
rungsfundorte betrachten, um dann zusammenfassend auch deren Fos­
silien anzuführen.
I
I. Die Gegend von Ober-Lapugy und Pânk.
Die geologischen Verhältnisse des Ober-Lapugyer Fundortes haben
auf Grund eigener Beobachtungen im Jahre 1850 J. L. N e u g e b o r e n * und
1863 D. S t u r * * ausführlicher beschrieben. Im Sommer 1897 habe ich
selbst diesen wichtigen Fundort besucht, und über das Beobachtete, so wie
auch über das eingesammelte V’er,feineriingsmaterial einen ausführ­
lichen Bericht erstattet (322,265). In Bezug auf Pânk besitzen wir ebenfalls
von N e u g e b o r e n Mittheilungen (99,118). In Anbetracht der Wichtigkeit
dieses Fundortes will ich hier, alles zusammenfassend, eine ausführliche
Beschreibung desselben geben (siehe die 11. Abbild.).
Das walachische Dorf Ober-Lapugy liegt an der westlichen Grenze
des Hunyader Comitates und auch des vormaligep Grossfürstenthumes
Siebenbürgen, in einem tief eingeschnittenen schmalen Şeitenthale des
Marosthaies, am nördlichen Fusse des Pojana-Ruszka-Gebirges. An der
Mündüng dieses schmalen Thaies, wo der Lapugy-Bach in den, von Bâstya
herabkommenden grösseren Bach sich ergiesst, liegt an der Lugos-Dévaer
Landstrasse das Dorf Unter-Lapugy, wo ich mit der Beschreibung der
geologischen Verhältnisse beginne. Hier tritt aus der Decke alluvialer und
diluvialer Ablagerungen sogleich eine grobe vulkanische Breccie (br)
heraus, wodurch die Seiten des schmalen Thaies felsig und steil werden.
Diese vulkanische Breccie wurde von D. S t u r consequent als Basalt-
*
Der Tegelthon von Ober-Lapugy usw. Verh. u. Mitth. <1. Hermannst. Ver.
f. Naturwiss. I. B. 1850. p. 163 und die Nr. (93) des Lit.-Verzeichnisses.
** Bericht über die geologische Übersichtsaufnahme d. südwestl. Sieben­
bürgens. Jalirb. d. k. k. geol. Reichsanst. in W ien. X III. Bd. 1863. p. 75.
96
Conglomerat angesprochen, nnd als solches ist sie auch noch auf der
Übersichtskarte eingezeichnet, D. S tur hatte nämlich die
dunkelgrauen, schwarzen Gesteins-Einschlüsse für Basalt gehalten, was
bei dem damaligen Standpunkte der Petrographie ein verzeihlicher Im ,
thnm war. Ich habe an der Mündung des schmalen Thaies bei AlsöLapugy und am Abhange des Dealu Fetyilor bei Ober-Lapugy, also an
beiden Bändern des aus vulkanischer Breccie bestehenden Bergzuges, von
dem angeblichen Basalt gesammelt, kann aber nach makro- und mikro­
skopischer Prüfung entschieden behaupten, dass es ein typischer AugitAndesit ist, mit weniger oder mehr Amphibol demnach, wie er mehr dicht
oder mehr von porphyrischer Struktur ist.
HAUER’sehen
Dieses Andesitconglomerat wurde durch D. Stur für sarmatisch er­
klärt, obgleich er direkte Beweise dafür, nämlich sarţnatische Fossilien,
arm nicht finden konnte. Auch ich halte dieses Alter für wahrscheinlich;
aber vielleicht sind auch noch die obersten Schichten des unter dem
Conglomerat liegenden Tegels hieher zu rechnen; denn ich fand im oberen
Th eil des vom Dealu Fetyilor herabziehenden Grabens in dem aschgrauen,
glimmerigen, dünntafeligen Tegel, dessen Schichten unter 15° nach NNO
unter die Andesitconglomerat-Bänke einfallen, keine Fossilien, auch nicht
im Schlemmruckstande, was bei dem kleinsten Stückchen des tiefer fol­
genden ober-mediterranen Tegels nicht der Fall ist. Aber auch mehrere
Mollusken-Arten, welche wahrscheinlich aus diesen obersten Tegelschich­
ten ausgewaschen werden und unter die Fossilien der tieferen Tegel sehichten gelangen, machen es plausibel, dass die unmittelbar unter dem
Andesitconglomerat liegenden Tegelschichten bereits sarmatischen Alters
sind. Solche Molluskenarten sind z. B. Cerithium pictum Bast., Neritina
Grateloupana Féb., Trochus cf. Orbignynnus H örn ., Melanopsis im pressa Kraus, kleine Paludina-Arten, Bulla Lajonkaireana B ast ., Car­
dium obsoletum E ioh w .
u.
s.
w.
D. S tur konnte natürlich zu seinem vermeintlichen Basaltconglomeiate die Quelle, das heisst entsprechende Eruptionspunkte, im ganzen
südwestlichen Theile Siebenbürgens nicht nachwei'sen. Es ist dagegen jetzt
sehr leicht, die Provenienz der Andesitbreccie aus dem zunächst im NW
sich erhehenden Andesitgebirge (Dimbu Cornuluj) zu erklären.
Der fossilienreiche ober-mediterrane Tegel liegt in einer, in west-östlicher Bichtung verlängerten, 1-5— 2 7%, breiten, muldenartigen Ver­
tiefung, welche zwischen dem erwähnten Andesitbreccien-Zuge (dessen
höchster Punkt 544 «?) und dem nördlichen, aus paläozoischem Dolomit­
kalk (dm) und Thonschiefer (ap) bestehenden Bande des Pojana-BuszkaGebirges sich dahinzieht (siehe die 11. Figur). Die gegen N seicht
(bl. 10— 15°) verflächenden Schichten des obermediterranen Tegels lehnen
gegen Süden zu auf die, bl. unter 50 ’ nach NNO einfallenden paläo­
Dolomitkalk-Bänke, und tauchen gegen Norden unter den sarma­
t i s c h e n Andesitbreccien-Zug hinunter:
Ober-Lapugy liegt an der Sohle des tief eingeschnittenen Thaies
(bl. 260 mf) und an dessen Gehängen zerstreut, beinahe ausschliesslich auf
dem Gebiete des ober-mediterranen Tegels; die Fossilienfundstellen aber
sind die von den östlichen und westlichen Quersatteln (bl. 360 mj) herab­
ziehenden Thälchen und Wasserschründe, welche ich der Eeihe nach ihrer
Wichtigkeit entsprechend anführe und auf Fig. 11 mit laufenden Nummern
bezeichnet habe.
1.
Vom linken, d. i. westlichen Gehänge des Thaies zieht das Thäl­
chen Valea Komluj hinunter und mündet beiläufig inmitten des Dorfes
in das Hauptthal. N e u g e b o r e n hat es, wegen dem Eeichthum seiner
Schichten an Conus-Arten, den «Conus-Graben» genannt.
Den von demselben Gehänge am unteren Ende des Dorfes einmüns ic ii
z o is c h e n
(iy. Dosului
AJso-Lapugy
Gy. Casilor
Gy. Fetyilor
Felsö-Lapugy (SfiOm.)
SSO.
denden Graben habe ich nicht besucht, da sich dort keine Fossilien finden
sollen.
2. Vom rechten, d. i. östlichen Gehänge des Thaies, dem Eande des
l ’rgebtiges am nächsten, zieht der Graben Pareu Munteanuluj herunter,
und mündet neben der Kirche in das Hauptthal. N e u g e b o r e n nannte ihn
wegen des Beichthumes an Korallen, den «Korallengraben».
3. Weiter nach Norden folgt ein sich gabelig theilender Graben,
dessen südlichen Zweig die Einwohner Pareu Krizsnyikuluj, den nörd­
lichen aber Par. Kozidk Juon nennen. N e u g e b o r e n gab ihnen keinen
besonderen Namen, fand aber eine grosse Menge von- Cidarites-Stacheln
und Dentalium in ihnen.
4. Den gegen N zu folgenden, sehr tief eingeschnittenen Graben,
welcher von dem, aus Andecitbreccie bestehenden Abhange des 542
hohen Dealu Fetyilor herabzieht, kann man Pareu Fetyiloru nennen. In
diesem kommen Fossilien schon sehr spärlich vor, so dass die Einwohner
des Dorfes sie hier gar nicht suchen.
Dr. Anton Koc-h : D ie Teitiärbildun^en des Becfcens der siebenbürgischen Landestheile.
^
98
Was das Materiale der fossilführenden Schichten betrifft, so ist —
wie schon N e u g e b o r e n hervorgehoben hatte — ein aschgrauer dichter
Tegel vorherrschend, der aber an tieferen Punkten bläulich- oder grünlich­
grau ist, wogegen er nahe zur Oberfläche, infolge der Verwitterung, in
gelblichen, weicheren Lehm umgewandelt ist. Dieser Tegel ist stellenweisemit 2 - -5 dm. dicken Schichtlagen, Nestern oder Adern von hellgrauem,
Sand durchdrungen, und diese sandigen Einlagerungen sind von dem
feinen Detritus der Molluskenschalen weiss getüpfelt, seltener auch mit
kleinen Schneckengehäusen und Foraminiferenschalen erfüllt. Im Pareu.
Munteneanuluj sind diese Einlagerungen besonders häufig.
Im Valea Kosuluj endlich, an der Stelle, wo der Graben sich gabelt,
findet man in dem, mit Korallenstöcken erfüllten Tegel, eine beiläufig
30 c/m dicke, unter 8° gegen NNO verflächende Muschelbreccien-ßank
eingelagert, in welcher viele Muschelfragmente und wenig Quarzgerölle
durch dunkelgrauem Kalkmergel fest verbunden sind. Diese Zwischenschichte kann man als Leythakalk ansprechen, welchen D. S t u r einge­
hender bespricht, und welcher gegen Osten zu in der Umgebung von Pânk
und Roskâny auch in grösseren Massen auftritt und die fossilführende
Tegelbildung in eine obere und untere Abtheilung scheidet, in welchen
N e u g e b o r e n um Pânk herum besonders gesammelt hat (99,118). Aber auch
das häufige Vorkommen der grossen Korallstöcke — wenngleich nur im
Tegel — weist darauf hin, dass die Bildungsbedingungen des Leythakalkes, wenn auch nicht längere Zeit hindurch und in vollem Masse, auch
bei Ober-Lapugy zugegen waren.
*
N e u g e b o r e n hatte die Gesammtmächtigkeit des ober-mediterranen
Tegels, von der Sohle des Hauptthaies an gerechnet, auf 300 Fuss
geschätzt. Die vollständige Schichtreihe dürfte aber in Anbetracht dessen,,
dass der Tegel auch unter der Sohle des Thaies fortsetzt, noch bedeu­
tender sein.
Was das Vorkommen der Fossilien anbelangt, so habe ich beobach­
tet, dass diese ziemlich gleichmässig, jedoch spärlich durch die ganze auf­
geschlossene Masse des Tegels zerstreut liegen. Nur an einem Punkte des
Pareu Munteanului habe ich die kleineren Molluskenarten etwas dichter
eingebettet beobachtet. Die grösseren Molluskenarten, besonders Arten
von Conus, Cassis und Strombus, werden im Valea Kosuluj gesammelt.
Um eigenhändig das Versteinerungsmaterial einzusammeln und die Arten
womöglich auch nach Horizonten vertheilt zu beobachten, dazu müsste
man diese mühevolle Vorarbeit Jahre lang fortsetzen.
In welchem Maasse an einzelnen Punkten winzige Molluskenarten <
zusammengehäuft V o r k o m m e n können, darüber kann ich als Beispiel eine
aus dem Pareu Munteanuluj genommene Tegelprobe anführen, aus dessen ,
99
beiläufig taubeneigrossen Stückchen ich, ausser sonstigen Thierresten,
51 Molluskenarten in 108 Exemplaren ausgewaschen habe.
Was die Beschaffenheit, Quantität und Natur der Fauna der OberLapugyer Mediterranablagerungen betrifft,' will ich meine darauf bezüg­
lichen Folgerungen nach der tabellarischen Aufzählung der bisher bekann­
ten Formen dieser Fauna vortragen.
Aus der Gegend von Ober-Lapugy verbreiten sich die fossilführen­
den ober-mediterranen Ablagerungen, an der Oberfläche gegen Osten und
Westen nicht weit, und treten mit den zunächst gelegenen bekannten
Fossilien-Fundorten nicht in directe Verbindung. So kann man gegen
Westen zu die tegeligen Schichten vielleicht nur bis zu den benachbarten
Dörfern Krivina und Petrossa verfolgen, ohne dass wir von einem Vor­
kommen mariner Fossilien hier Kenntniss haben. Im Sommer 1878 erhielt
Dr. E m. L örenthey aus der Gegend von Kossowa, im Krassö-Szörényer
Comitate, den Lapugyer ganz ähnliche Molluskenschalen. Diese fanden
sieh bei dem Baue des Eisenbahntunnels in grösser Menge, Zeugniss davon
abgebend, dass die Verbindung mit den Fossilien-Fundorten von Kostej
und Nemesest, vielleicht unter der Decke der hangenden Andesitbreccie,
in dieser Richtung stattfinde ; und nicht in jener gegen Kossesd zu, wo sie
einst Stur an der Oberfläche vergeblich gesucht hatte.
Gegen Osten zu reichen die ober-mediterranen, fossilführenden
Schichten, nach den bisherigen Beobachtungen, über Szelistye und Pânk,
beiläufig bis Roskâny, wo die, gegen die Maros zu vorgeschobene Masse
der obercretaceischen Sandstein- und Mergel-Schichten einen Damm gegen
die weitere Verbreitung unserer Schichten darstellt.
Die Ober-Lapugyer fossilreichen Schichten mussten sich also in einer
ziemlich schmalen Bucht abgelagert haben, welche in dem Zeitalter der
ober-mediterranen Stufe, in den südlichen Rand der Marosenge, welche
das siebenbürgische Binnenmeer mit der mehr offenen See des ungarischen
Tieflandes verband, eingeschnitten war. Am südwestlichen Rande des
siebenbürgischen Binnenmeeres folgt hernach die, im Vergleiche zu dieser
bereits sehr ansehnliche, Hâtszeger- oder Strell-Bucht, mit ihren zahl­
reichen Fossilien-Fundorten, welche im folgenden Capitel aufgezählt und
kurz beschrieben werden sollen.
II. Bujtur und die übrigen Fossilienfundorte der Hâtszegeroder Strellbucht.
1.
Bujtur. Diesen längst bekannten und von E h r . F i c h t e l unter
dem Namen Fel-Pestes erwähnten Fossilienfundort will ich nach meinen,
im Jahre 1891 gemachten Erfahrungen (87,334) beschreiben. Der reichste
7*
100
Fundort mariner Molluskenschalen liegt nordöstlich vom Dorfe und hinter
dem Praedium Bujturs in jenem Bachthale, welches an der westlichen
Lehne des 389 mj hohen Mrecs-Berges zuerst gegen Norden herabzieht,
dann sich gegen Osten wendet und endlich bei Bâcsi in das Strellthal
mündet, und zwar in der obersten Abtheilung dieses Thaies, welches zwi­
schen den Berghöhen des Mrecs und Carponyis liegt (siehe die 12. Figur).
Wenn man vom Pr.-Bujtur am Feldweg sich in das Thal hinablässt,
bemerkt man im Bachbette zwischen Gerollen sogleich Schalenstücke
mariner Mollusken. Das Bachbett und dessen Seiten bestehen hier noch
aus bläulichem Tegel (a), ähnlich dem von Ober-Lapugy; dies ist die auf­
geschlossene tiefste Schicht, in welcher sehr gut erhaltene Fossilien Vor­
kommen, nur dass sie schwer zu finden sind, und ist es hauptsächlich die
Erosionswirkung des Baches und der Niederschläge, welche sie zu Tage
fördern. Weiter aufwärts folgt auf diesem schiefrigen Thonmergel ein
ziemlich dickes Lager von gelblichem Sand (b) mit spärlichen Fossilien,
die aber leicht zerfallen. Noch weiter oben kommen über diesem SandMrecs-Berg
lager endlich Bänke eines festeren sandigen Mergels oder mergeligen
Sandsteines (r), erfüllt mit kleineren Molluskenschalen. Zwischen den
1— 1 mj dicken mergeligen Sandstein-Bänken liegen bis Va mJ dicke sand­
reiche, zerreibliche Tegel-Zwischenschichten, und eben diese sind die'
reichsten und besten Versteinerungslager. Tief oben im Walde sind diese
fossilreichen Lager von den steilen Bachufern herabgestürzt und in sol­
chen Trümmerhaufen kann man mit gehöriger Zeit und Geduld noch vieles
sammeln. Oberhalb dieses Punktes verschwindet die fossilienführende:
Schicht bald unter der Decke von diluvialem Gerölle, und kann man die
hangenden sarmatischen Schichten hier nicht sehen. Am Abhang und auf
dem Bücken des Karponyis-Berges bildet überall der aus der Verwitterung
der sarmatischen Conglomeratbänke entstandene Schotter den W ald­
boden, an der Spitze aber tritt das Conglomerat auch zu Tage (d). In dem
Wasserriss, welcher von hier gegen Bujtur hinunterzieht, fand ich wechsel­
lagernde Schichten von sandigem Thon und gelbem Sand entblösst, in wel­
chen ich spärlich zerstreut auch Fossilien erhielt. Dieses Vorkommen
kann man daher als einen neuen Fundort betrachten, welcher aber den
♦
\
101
alten bei weitem nicht erreicht; so viel beweist er dennoch, dass die obermediterranen Meeresablagerungen an den tieferen Stellen der Berggehänge
bei Bujtur, unter der Decke von sarmatischen Schichten und diluvialem
Schotter, an mehreren Stellen zu Tage treten.
2. Batiz, welche Gemeinde östlich von Bujtur im Strellthale liegt,
ist ein zweiter Fundort mariner Molluskenreste, den Graf K oloman L âzâr
in dem westlich von der Gemeinde liegenden Wald entdeckt hat. Von den
eingesammelten Fossilien wurden von N eug eb o r e n und später S t u r
32 Arten aufgezählt (1,243).
3. Sztrigy-Szt. G yörgy-Vdlya. In den Wasserrissen des südöstlich
vom Dorfe sich erhebenden Abhanges kann man gelben und grauen, san­
digen, schiefrigen Tegel, wechsellagernd mit dicken Bänken von mürbem
Sandstein, mit 5° S. Verflächen, beobachten. Die im Tegel spärlich ent­
haltenen Molluskenschalen findet man, von den Niederschlägen ausge­
waschen, am Grunde des Grabens, besonders nach regenreichen Perioden..
4. Sztrigy-Ohdba. Am unteren Ende des Dorfes, im steilen Bach­
ufer sieht man bläulich-grauen, klüftig-schiefrigen Tegel, beinahe hori­
zontal gelagert, aufgeschlossen. Der Schlemmungsrückstand enthält, ausser
Quarzkörnehen, vorherrschend Globigerina-Arten.
5. Sztrigy-Szt. György. 6. Telek. 7. N ngy-Oklos. 8. Rdkosd. Von
diesen Fundorten befinden sich, durch A d . B u d a eingesammelt, im sieben­
bürgischen Museum Beste mariner M ollusken; über die Beschaffenheit
der sie einschliessenden Schichten ist mir jedoch nichts näheres bekannt.
Über das Râkosder Vorkommen berichtete S t u r , dass so wie die hier vor­
kommenden grossen Austernschalen, auch die übrigen marinen Mollusken­
arten in die sarmatischen Schichten eingewaschen Vorkommen. Auf die
Besprechung dieser Schichten werde ich später noch zurückkommen.
9.
Tormds. Nach S tu r finden sich in der Nähe dieses von Broos
westlich liegenden Dorfes, in dem Wasserrisse des in das Thal hinunter­
führenden Hohlweges, in Sand- und Tegelschichten ober-mediterrane,
m a r i n e Versteinerungen; ausser ihnen aber auch sarmatische, ja sogar
p o n t i s c h e F o r m e n , woraus ersichtlich, dass hier die Schichten dieser drei
Stufen nahe übereinander V o r k o m m e n .
III. Fossilienfundorte des südlichen Beckenrandes.
1.
Felkenyér-Kudzsir. In der Gegend dieser, östlich von Broos lie­
genden Gemeinden hatte im Jahre 1 8 9 0 Dr. G. P r im ic s einen Versteine­
rungsfundort entdeckt und kurz beschrieben (2 6 8 , 177). An dem geologischen
Bau dieser Thalgehänge, nehmen, von oben nach unten zu gerechnet,
folgende Schichten th eil:
102
a) Etwas grobkörnige, feste, manchmal auch mürbe Sandsteine, m
ziemlich dicken Bänken. Unter ihnen folgen mürbe Sandsteine, wechsel­
lagernd mit festeren Bänken. Beide Sandsteine enthalten fossile, marine
Molluskenreste ziemlich häufig und in gutem Erhaltungszustände.
b) Eine dünngeschichtete, aus bläulich- oder graulichem Sande,
Tegel und Thon bestehende Schichtgruppe ohne Fossilien, jedoch mit
Kohlenspuren. P r im ic s hält diese Schichten für unter-mediterran und von
Süsswasser-Charakter, was aber nicht näher bewiesen ist.
Noch tiefer vermuthete Dr. P r im ic s das Vorhandensein von Kohlen­
lager haltenden, ober-oligocsenen (?), respective Zsilythaler Schichten, aus
jenen Kohlenspuren geschlossen, auf welche man bei oberflächlichen
Schürfarbeiten hie und da stiess. Sämmtliche Schichten verflächen, ab­
gesehen von localen Störungen, seicht gegen das Marosthal (NW.).
2. Unuegen. Hinter den letzten Häusern des Dorfes, unmittelbar auf
Glimmerschiefer gelagert, beobachtet man hier weisslichgrauen, sandig­
mergeligen Tegel in klüftig-schieferigen Schichten, erfüllt mit Scherben
der Ostrea cochlear und Foraminiferenschalen.
Im Jahre 1894 besuchte ich selbst diesen Fundort und berichtete
auch darüber (296, 86). Im Gebiete des Dorfes bereits folgt über den ober­
mediterranen Tegel sarmatischer Sand mit Fossilien.
3. Limba. K. H e r e p e y fand hier ein aus krystallinischen Schiefern
bestehendes Conglomerat, welches mehrere marine Molluskenarten einschloss.
4. Rother Berg bei Mühlbach. K. Fuss hatte auf diesem, aus rothem,
grobem Sand und Thon bestehenden, interessanten Berg, über diesen
Schichten gelagert, 10— 16 m. mächtige Thonmergelschichten beobachtet,
in dessen Schlemmrückstand sich viele Globigerinen fanden. Dr. Schub
dagegen spricht von einem ähnlichen Muschelconglomerat, wie es H e r e p e y
bei Limba fand.
5. Koncza. Von hier befinden sich im siebenbürgischen Museum
neben vorherrschenden sarmatischen Fossilien auch Schalen von Pectunculus pilosus; woraus man auch auf das Ausbeissen von ober-mediterranen
Schichten schliessen kann.
6. Grosspold. Aufwärts im Bache gegen Pojäna zu fand D. S t u r unter
den samratischen Schichten, 15° gegen N. verflächenden, dünn geschichte­
ten Gypsmergel mit 2-5— 8 cm. dicken faserigen Gypslagen. Darunter fol­
gen eine Strecke weit blauer Tegel, dann rother Mergel, welche auf einer steil
einfallenden Kalkmergel-Sandsteinschichte liegen, welche Ostrea- und Pecten-Scherben enthält. S t u r hatte diese bunten Schichten mit den Zilythaler Schichten identificiert; auffallender, noch ist aber die Übereinstim­
mung mit den erwähnten Schichten des Mühlbacher Rothen Berges.
103
7.
'Kis-Disznod (Michelsberg). Über diese ixn Jahre 1892 entdeckte
Fundstelle kann ich nach Dr. Fe. Kinckelin (267,5i) und F . Schbodt (2 87,155)
folgendes mittheilen. Im Hauptthale dieser Gemeinde, gleich oberhalb der
Schwimmschule, findet man am rechten Bachufer eine Strecke entlang brö­
ckeligen, glimmerigen, zum Theil sehr groben Sandstein entblösst, welcher
mit winzigen Fossilien und mit Fragmenten auch grösserer Beste erfüllt ist.
Im Jahre 1890 hatte Dr. Fb. Kinckelin von diesem Materiale eine grössere
Masse mit sich genommen und fand im Schlemmrückstande derselben im
Ganzen genommen eine reiche Fauna, a) Nach der Untersuchung von
Dr. F. Scheodt fanden sich 56 Arten von Foraminiferen, welche vom
Miocsen angefangen bis heutzutage lebten; b) von Echinodermen Spatangiden-Stacheln und Brut, nebst Clypeaster-Bruchstücken; c) von Würmern
Formen der Ditrupa- und Serpula-Geschlechter; d) einige eingeschwemmte
Pteropoden-Arten der Tiefsee (Spiralis stenogyra Phil, und Sp. Koeneni
Kittl.); e) von Brachiopoden drei Form en; f) von Gasteropoden Trocliidse, Turrilidse, Cerithopsis, Eulima, Chitonidse-Formen; g) von Pelecvpoden Pecten, Ostrea, Pectunculus, Nucula, Cardium, Corbula, Mytilus und Venus-Arten; h) von Crustaceen Krebsscheeren und Ostracod en ; i) Bryozoen massenhaft; j) von Pflanzen Dactylopora rräocaenica
Karr.und sehr viele Lithothamnium-KnöYlchen. Auf Grund dieser ge­
mischten Fauna, aber besonders der Foraminiferen, muss man diesen
Sandstein in die I I , mediterrane Stufe versetzen und lässt sich daraus
folgern, dass sie in der sandigen Littoralzone eines Meeres der warmen
Zone gelebt habe.
IV . Versteinerungsfundorte des westlichen Bandes des
siebenbürgisctien Beckens.
Hieher rechne ich die im siebenbürgischen Erzgebirge bekannten,
und die am östlichen Rande dieses Gebirges von Déva angefangen Ms
Torda hinauf, in den Vorbergen des rechten Marosufers, in grösserer
Anzahl bekannten ober-mediterranen Versteinerungsfundorte.
1.
Ribicze. Über die Verhältnisse dieses von Körösbânya östlich
liegenden Fundortes hatte J. L. N e u g e b o b e n berichtet (1, 545). In dem
Wasserriss hinter der Dorfmühle zeigt sich auf nicht grossem Flecke auf­
gedeckt, folgende Schichtreihe. Zuunterst blauer Tegel, welcher aufwärts
gelbüch und sandig wird. Darüber liegt geschichtetes Conglomerat aus
Grünstein-Andesit. Im oberen sandigen Theil des Tegels, welcher auch
verwitterte Grünsteinandesit-Brocken einschliesst, findet man die meisten
Fossilien, besonders die Korallen.
Die ober-mediterranen Ablagerungen sonstiger Orte des Erzgebirges,
104
F. P o se p n y mit dem Namen «Localsediment» bezeichnet«, sind
überhaupt fossilleer. I m Gebiete des Cetrâsgebirges bestehen diese fossil­
leeren Ablagerungen, nach B. v. In k e y ( 2 4 2 , 119 ) und I)r . G. P r im ic s (3 1 2 , 14 )
aus Sandsteinen und Conglomeraten, denen sich untergeordnet rother
odei grauer, mehr oder minder sandiger Thon zugesellt. In k e y erwähnt
aus der Gegend von Yormâga und Nozsâg auch dünne, feste MergelEmlagernngen. Die abwechselnden Sandstein- und Conglomeratschicliten
bilden im Allgemeinen das obere Glied, der Thon und Mergel aber das
untere dieser Schichtgruppe. Die Farbe d ie s e r Schichten ist überhaupt
röthlich. Stellenweise kommen auch BvmwkohleHSpuren in ihnen vor.
So z. B. findet man über Bogsa m an> neben dem Wege ein Lignitflötz
wo Pflanzenfragmente das Flötz begleiten. Der in der Gegend von Galbina
vorkommende Lignit befindet sieh vielleicht schon innerhalb des Andesittuffes. Spuren von Lignit zeigen sich noch in der Umgebung von Kristyor,
am südwestl. Abhange des Pietroz-Berges und im Arza-Thale.
Nach Dr. G. P r im ic s (2 6 8 , 176 ) kommen am linken Ufer der weissen
Körös, von Brad angefangen bis Körösbânya, in der Zone zwischen den
diluvialen Flussablagerungen und den Andesiteongloineratkoppen, inner­
halb des jungtertiären, sandigen und thonigen Schichten V 2---I m. mäch­
tige Lignitflötze vor, unter welchen die bei Mesztâkon vorkommenden
Gegenstand eines Bergbaues sind. Zwischen Körösbânya und Czebe fand
man unter den diluvialen Schotterlagern ein mächtiges Lignitflötz, dessen
eingesprengter Eisenkies goldhaltig sein soll.
w e lc h e
Ob auch diese hgmthältigen Schichten in die ober-meditterane Stufe
gehören, dafür ist mir noch keine bestimmte Thatsache bekannt.
Endlich kommt auch der Gyps in Form mehrere m. breiter Stöcke
und kleinerer Nester oder von dünnen Schichten, am Bande des CsetrasGebirges unregelmässig zerstreut vor, am dichtesten noch auf der Maross e it e des Nagyâger Gebirges. Nach v. I n k e y gehört dieser Gyps wahrschein­
lich den tieferen Schichten der fossiJireien Ablagerung an.
Das sogenannte Localsediment der Umgebung von Yöröspatak ent­
hält auch Trachyteinschlüsse, weshalb noch später,' bei den Detritusgebil­
den der Trachyte, davon die Rede sein soll. Aus diesem stammend, hatte
W. Z s ig m o n d y als grosse Seltenheit den Steinkern eines Conus vorgezeigt.
(Földt. Közl. 1885 p. 374,), der auf sein Alter ein helleres Licht wirft.
2.
Csâklya, Hier beobachtete ich (2 8 2 , 97), dass an den Abhänge
des am oberen Ende des Dorfes herabziehenden Yalea Cseticel, unmittel­
bar auf Kreidesandstein gelagert, bläulichgrauer Thonmergel, mit groben
schotterigen Bänken dazwischen, entblösst vorkommt, in welchem man
ziemlich häufig ober-mediterrane, marine Fossilien findet, von welchen
ich eine kleine'Reihe angeführt habe.
105
3. Krakkö. An dem, westlich vom Dorfe sich erhebendem Abhange,
tritt aus den alluvialen und diluvialen Ablagerungen bald bläulichgrauer
Tegel und darüber sehr mürber, leicht zerreiblicher Leythakalk zu Tage
(1 . 515). Ein in der Sammlung des siebenbürg. Museums sich befindlicher
Ch/peaster pyramidalis von hier, zeigt in seiner Bauchhöhle blauen
Tegel (253, 265).
4. lelsö -O rb ö . Die Reihe der ober-mediterranen Schichten, welche
auf der linken Seite des Orboer Baches liegen, und in dem Wasserrisse
des Pareu Pietri und P. Bobi aufgeschlossen sind, ist von oben nach unten
zu, nach K. H e r e p e y ’ s und meinen Beobachtungen (253, 257), die folgende :
a) ein 5- 8 dm. dickes Kalkmergellager mit den bezeichnenden
Fossilien von Terebratula grandis und Isocardia co r;
b) 4 5 m. mächtiger, dichter, hinab zu schotterig werdender Grob­
kalk, d. i. Leythakalk, an organischen Resten ziemlich arm ;
c) sandiger, mürber, gelber Kalk, “welcher an der Luft zerfällt und
eine reiche Fundgrube der Echiniden und von Muschel-Steinkernen ist;
d) 4 5 m. mächtiger, bläulichgrauer, mit grösseren Kieseln erfüll­
ter, mehr zusammenhaltender Grobkalk, hinab zu mit abnehmendem
Fossiliengehalt.
Nach meinen eigenen Beobachtungen werden im Pareu Bobi die bl.
12 m. dicken Leythakalkbänke im unteren Theil allmälig schotterig und
thonig, und auch die Farbe übergeht ms Bläulichgraue. Unter diesen
Bänken folgen dann, in bl. 10 m. Mächtigkeit, tafelig geschichtete bläulich­
graue, sandige Tegel und Mergel, zuunterst aber übergeht die Schichtreihe
in blauen, reinen Tegel über, welcher aber tiefer nicht erschlossen ist.
Verflächen der Schichten 15° SSSW.
Der reichste Versteinerungsfundort aber befindet sich nicht hier,
sondern auf der rechten, d. i. gegen Süden hin liegenden Seite des Orböer
Baches, in dem nahe zu Közép-Orbö liegenden Thälchen «Pareu Zsijilor«
a la Hancu». Hier findet man nach K. H e r e p e y (262, I4 i) v o n oben nach
abwärts zu sandigen Mergel, mürben Sandstein und in dessen unterem
Horizonte einige, 4 5 dm. dicke, schotterige Kalkschichten aufgeschlos­
sen. Die vorzüglich erhaltenen und mit den Bujturer und Ober-Lapugyer
Material ^tteifernden marinen Muschel- und Schnecken-Gehäuse müssen
im sandigen Mergel ziemlich häufig V o r k o m m e n , denn man findet sie,
durch Prof. K. H e r e p e y aufgesammelt, in den Sammlungen des NagyEnyeder ref. Collegiums und deB siebenbürgischen Museums in einer
bedeutenden Menge vor. Das von mir bestimmte Versteinerungsmaterial
(262, 176) stammt aus dem in den Schneckengehäusen steckenden Ge­
steinsmateriale geschlossen, aus feinsandigem, glimmerigem, gelblichem
oder bläulichgrauem Thonmergel.
106
5. Bei Vlâdhâza (Gacova) habe ich in der oberen Hälfte des Wasser­
risses Pareu Funtinyeliloru, unter mächtigen Leythakalkbänken, welöhe
untei 20 nach SSSO. verflächen, bläulichgrauen, sandig-,schotterigen
Tegel beobachtet (253, 256) und diesem eingelagert hell-aschgraue Mergelschichten. In diesen fanden sich hie und da Braunkohlen-Nester und
Blattabdrucke; m dem tiefsten Horizonte aber marine Mollusken, welche
bei den unter-mediterranen Ablagerungen aufgezählt wurden.
6. M aros- Ujvâr. Bei dem Baue des wasserableitenden Kreisstollens
hatte Bergrath A. M o s e l im Jahre 1869 (166, ii), am nordöstl. Bande des
Salzstockes, m der Nähe des alten Mühlgrabens, in einem bläulichgrauen,
schotterigen Tegel und in demselben eingelagerten gelblichgrauen, Lithothammen-fuhrenden Mergel Fossilien gefunden und mir zur Unter­
suchung übergeben. Der Tegel enthielt blos einen grösseren Pectunculus
pilosus, war aber von den unzähligen weissen Schalen kleiner Mollusken­
arten und Foraminiferen beinahe sandig und breccienartig. Nach dessen
Schlemmung erhielt ich daraus 14 Schnecken-, vier Muschel- und 15 Foraminiferen-Arten, ausserdem weisse Lithothamnium-Knöllchen und Bryozoenstöcke (185, 74). Aus dem Fossilien V e r z e ic h n is s e g e h t entschieden
hervor, erstens, dass die betreffende fossilreiche Schichte in die zweite
mediterrane Stufe gehört; zweitens, dass dieselbe den den Salzstock umhullenden, sogenannten Salzthon-Schichten angehört, und wahrscheinlich
m dessen oberstem Horizonte vorkommt, welcher sich dem westlichen
Ufer des einstigen siebenbürgischen Binnenmeeres ziemlich nahe abge­
lagert hatte.
iV
f1
7. Dei Winkel der Flüsse Aranyos und Maros, zwischen Felvincz
und Bägyon, besitzt nach den Aufnahmsberichten des L . B o t h v. T e l e g d
(314,91), einen sehr einfachen und monotonen geologischen Bau. Das
Gebiet besteht vorherrschend aus gelbem, mergeligem Thon, in welchem
neben dem ganz untergeordnet auftretenden Dacittuff auch sandig-schottenge Se(iimente eine Bolle spielen, und besonders gegen Westen zu, also
m der Nähe des ehemaligen Seeufers, auch die Obermacht gewinnen. Die
Basis des Schichtencomplexes wird durch bläulichgrauen, schieferigen
Thonmergel gebildet. Südwestlich von Bägyon, am Gerendâs-Weg, welcher
m den Sudabhang des Nagymaros-tetö eingeschnitten ist, erhielt B oth
aus den abwechselnden Sand-, Schotter- und Thonmergel-Schiclften marine
Fossilien ; in der Umgebung von Felsö-Füged aber fand er in den sandig­
schottengen Schichten einige Congerien, welche den Congerien der unter­
mediterranen Schichten im Baranyaer Comitate ähnlich sind. Alle diese
Mediterranschichten bilden zwischen Bägyon und Felsö-Füged eine ziem­
lich flache Anticlinale, deren Flügel gegen W. und 0. verflächen.
8. B e i Csegez tritt nach L. B o t h v . T e l e g d (324,67), am Wege, welcher
107
in westlicher Richtung in den Ort hinaufführt, zuerst ein wenig Thonmergel, weiter hinauf sandiger Thonmergel und Sand zu Tage, worauf nur
grünlicher, sandig-mergeliger Thon und reiner Sand unter den Leythalcalkbänken sich zeigt. In dem sandigen Thpnmergel hatte R o t h mehrere
Molluskenarten, Echiniden und Pflanzenreste gesammelt. Die Schichten
verflachen unter 15° gegen ONO. (Hora 4).
9.
Südlich von Värfalva vom linken Gehänge des Râkos-Baches,
beschrieb R oth eigenthümliche Schichten (3 2 4 , 67). Unter dem blauen
und gelben, harten Lithothamnienkalk (Leythakalk) folgt eine dünne,
bläuliche Thonschichte, in welcher neben verkohlten Pflanzenresten und
kleine Bröckchen von Lignit, zwei Planorbis-krten, eine Cardium sp.,
ganze Colonien der Cypris cf. faba Desm., ein Fragment von Lima oder
Pecten sp. Vorkommen. Diese blaue Thonschichte übergeht abwärts zu in
sandigen, bläulichgrauen schieferigen Thon, unter welchem kalkiger
Sandstein und darunter abermals bläulichgrauer sandiger Schieferthon
lagert.
Die Schichten verflächen unter 20° gegen SOS, westlich und süd­
westlich von hier aber unter 15ü nach OSO.
Diese eigenthümliche Ablagerung bezeichnet also die Grenze des
Leythakalkes und der thonig-sandigen Sedimente und ähnelt in vielen
Beziehungen jenen Mezöséger Schichten, welche ich in den Gegenden von
Marosvâsârhely und Magyar-Bago entwickelt fand und an seinem Orte
beschrieb.
V. Die in der nördlichen Hälfte des siebenbürgischen
Beckens bekannten Versteinerungsfundorte.
1. Zwischen Indal und Magyar-Peterd, am linken Gehänge des
Thaies habe ich, durch einen kleinen Steinbruch entblösst, im Jahre 1887
(73,53) folgendes beobachtet. In dem Mezöséger Tegel eingelagert kommen
hier Bänke eines mürben, groben Sandsteines mit reichlichem, rostiginergeligem Cement vor, welche in schlechtem Erhaltungszustände Mol­
luskenreste in ziemlicher Menge enthalten, aus welcher ich 5 Arten
bestimmen konnte.
2. Sölyomkö' (Koloser Comitat). An der abgestürzten Seite des Kö­
szikla (Stein)-Berges fand ich mit Dr. J. P e t h ö im Jahre 1 8 8 3 , während
unserer gemeinschaftlichen Aufnahme (60,389) in den sandig-schotterigen Dacittuffen und Breccien der Felswand einige abgeriebene marine
Molluskénschalen, welche ohne Zweifel auf das Ober-Mediterran hinweisen.
Die Hauptmasse der Dacittuffe und Breccien, wie ich das im Laufe der
Besprechung der Mezöséger Schichten schon auseinandergesetzt habe, bil-
f08
det die Basis der II. Mediterranstufe und der Salzbildung, und ist den
westlichen und nördlichen Ufern des damaligen Binnenmeeres entlang!
verbreitet; auch die fossilführende Dacitbreccie von Solyömkö ist ein«|
solche littorale Ablagerung.
;
3.. Csicsö-Hagymâs. Die in dem Bachthale dieser kleinen walachj*|
sehen Gemeinde aufgeschlossenen fossilführenden Schichten hatte zuerst;
A l e x . P â v a y von Vajna beschrieben (Jahrb. d. k. k. geol. Reichsanst. 1862,=
XII. p. 192.). Nach P â v a y hatte K. T o b m a an diesem Fundorte gesammelt
und seine Sammlung dem siebenbürgischen Museum übergeben. Das!
Materiale P a v a y ’ s und T o r m a ’ s habe ich im Jahre 1876 untersucht ■187,i 7>
und darin beiläufig 40 Arten von verschiedenen Fossilien eonstatirt, auf
Grund dieser Fauna ich unsere Schichten in die II. Mediterranstufe ver
legt habe. Im Jahre 1877 habe ich in Gesellschaft von K. T o r m a diesen|
bemerkenswerthen Fundort selbst besucht, konnte aber, ausser der Be-|
obachtung der stratigraphischen Verhältnisse, Fossilien bezüglich keine]
C sicsö-H a gym â s
F e lö r'
S.
F ig . IB.
N.
neueren Resultate erzielen. Im Jahre 1881 hatte mein Schüler Dr. L u d w . :
M a r t o n f y den Fundort besucht; und obzwar auch er von Molluskenresten ;
nur weniges fand, aus dem mit sich gebrachten fossilführenden Thon- ;
mergel eine Reihe Foraminiferen nachgewiesen, welche ebenfalls auf das ,
Ober-Mediterran hinweisen (230,265). Endlich habe ich im Jahre 1891 den ;
Fundort noch einmal aufgesucht und meine Beobachtungen mitgetheilt j<
(87,115); kann somit hier, mit Hinweis auf den kleinen Durchschnitt der
Figur 13, denselben sehr genau beschreiben.
■
:j
Gleich bei der Mündung des genannten Bachthaies (xy), neben dei*
von Retteg nach A. Ilosva führenden Strasse, sieht man am Bergabbang j
einen, durch Bergsturz entstandenen Aufschluss in bläulichgrauen, - etwas
sandigen, an,Foraminiferen reichen Tegel (ä), und weiter hinauf zu immer !
mehr solcher Aufschlüsse, manche von 3— 10 m. Höhe. In dem bläulich- ’i
grauen Thonmergel findet man am häufigsten manchmal bis faustgrosse ;
Lithothamnien-Knollen, welche entweder nestweise zerstreut liegen, oder 4
aber in einer, mitten durch die Thonmergelbauk ziehenden, festeren Kalk- ;
mergelbänk (m) mit sehr spärlichen sonstigen Versteinerungen sich, ver- |
109
einigt finden. Die festere Kalkmergelbank, deren Mächtigkeit stellenweise
0'5 m. beträgt, zeigt mehreremal eine sattelförmige Aufbiegung, was aber
die Folge der Schichtabrutschungen ist, denn an den meisten Stellen ist
das Verflächen beiläufig 5 C gegen S gerichtet.
Das Hangende des fossilführenden Thonmergels bildet eine bedeu­
t e n d mächtige Bank von grünlichem oder weissem Dacittuff (d), welche
gegen Csicsö-Hagyrnâs zu sich sammt dem l'ossilführenden Thonmergel,
allinälig erhebt. Bei der Einmündung eines Baches von linker Seite sieht
man dann deutlich, dass unter dem fossilführenden Lager abermals der
Dacittuff (d') erscheint, und zwar in Gestalt einer sehr bedeutenden
Schichtbank, welche das Thal einengt und dessen Gehänge felsig macht.
Es ist daher ganz klar, dass der fossilführende Thonmergel, dessen Mäch­
tigkeit ich auf 4 m. schätzte, zwischen den Dacittuffen eingelagert ist.
Am unteren Ende des Dorfes kann man bereits die unterste Schichte
der unteren Dacittuff-Bank und deren Liegendes beobachten. Diese
Schichte ist grobconglomeratisch, indem sie Einschlüsse von Karpathen­
sandstein-, hornsteinführenden Neokomkalk-, Quarz- und Granit-Geröllen
führt, welche durch den grobkörnigen, mürben Dacittuff verbunden wer­
den (c). Das Liegende besteht aus schmutzig bräunlichgelbem Thonmergel
((Tin), mit wechsellagernden tafeligen Sandsteinschichten, in denen keine
Spur des Dacitmateriales mehr zu finden ist. Mit dieser Schichte schliesst
hier die 1. .mediterrane Stufe.
In dem gegen Norden zu folgenden Thälchen von Alsö-Ilosva kom­
men nach Dr. L. M ärtonfi (330,265), mit Dacittuffschichten wechsellagernd
Conglomeratbänke, Sandsteine und magere thonig mergelige Schichten
vor; Versteinerungen konnte aber weder er, noch später ich selbst in
diesen Schichten entdecken. Aus dem Dacittuffe aber befindet sich eine
kleine Sammlung von verkohlten Pflanzenabdrücken im siebenbürgischen
Museum, welche noch der Bestimmung.harrt.
4.
Die Gegend von Csucsa. Nach einer Mittheilung von E. A. B i e l z
(97,151) hat J. P e t . F b a n k in der Umgebung der verlassenen Glashütte bei
•Tegeristye marine Muschel- und Schneekenreste gefunden, über deren
Vorkommen er Folgendes berichtete. Wenn man aus dem Sebes-Köröstliale den Fusssteig am linken Ufer des Valea Boiâsza, gegen die Glas­
hütte am nördlichen Fusse des Plesa-Berges verfolgt, findet man, bevor
man den letzten Seitenbach überschritten hat, dass die Versteinerungen
unmittelbar am Wege liegen. In dem in der Eile zusammengerafften
Materiale hatte E. A. B i e l z 14 Arten von Schnecken und 2 Muschelarten
bestimmt, auf deren Basis der Charakter der Fauna auf jene von Ober- (
Lapugv erinnert und somit aul das II. mediterrane Alter der fossilführen­
d e n Schichte hinweist. Das Lager der Fossilien besteht; aus dem, den Mol-
lusken anhaftenden Materiale geschlossen, aus Steingruss, den thonige- '
Glimmerschiefer- und Quarzbröckchen zusammensetzen, welches, wie est’‘scheint, hier unmittelbar das aus Glimmerschiefer bestehende Grund­
gebirge bedeckt, und das letzte Überbleibsel einer kleinen buchtartigen ’
Ablagerung ist, welche aus der Szilâgysâg bis hieher reichen mochte. In
den Jahren 1879 und 1898 habe ich auf Grund dieser Beschreibung diese 1
fragliche Fundstelle gesucht (212,m ), konnte sie aber nicht auffinden.
J
• i
TABELLARISCH E ÜBERSICHT
-
der Versteinerungen (Fauna) der ufernahen sandigen oder tegeiigen Schichten der ]
oberen oder II-ten Mediterranstufe.
i
Erklärung der Anordnung und Zeichen der Versteinerungs-Tabellen, i
Die von den beschriebenen Fundorten herstammenden, bisher 1
bestimmten Versteinerungsarten habe ich in den folgenden Tabellen !
systematisch so zusammengestellt, dass man aus diesen nicht nur die
Namen und Anzahl der Arten, sammt deren Fundorte herauslesen könne, ^
sondern dass auch die Autoren leicht aufzufinden seien, von denen die
auf das Vorkommen der betreffenden Versteinerung bezügliche Daten herrü h ien ; und endlich auch auf jene Zeitschriften und Arbeiten hingewiesen
werde, in welchen die Daten der Autoren erschienen. D a m it, ich diese
mannigfachen Daten womöglichst leicht übersichtlich zum Ausdruck
biinge, will ich nach dem Namen der Versteinerung mit Zahlen jene
Quellen anzeigen, aus welchen die Daten der Tabelle genommen wurden,
oder aber mit grossen Buchstaben, welche nach dem Fundorte in Klam­
mern gesetzt wurden.
n) M it Bezug a u f die M ollusken und, Brachiopoden.
1. = Dr. M o r it z H ö r n e s (mit Mitwirkung von P a u l P a r t s c h ). Die
fossilen Mollusken des Tertiärbeckens von Wien. Abhandl. der k. k. geol.
Reichsanstalt in Wien. III. und IV. Bd. 1856— 1870. (Die Pelecypoden
werden nach diesem Werke systematisch aufgezählt.)
<
2— J - L - N e u g e b o r e n . Beiträge zur Petrefactenkunde Siebenbü
gens. Verh. u. Mittheil, des Siebenb. Ver. f. Naturwiss. in Hermannstadt.
Bd. IV. IX. und folgende Nummern des Literatur-Verzeichnisses • (92)
(99), (144), (201), (204), (210).
3.
D io n t s S t u r .
Bericht über die geologische Übersichtsaufnahme
111
^es südlichen Siebenbürgens. Jahrb. der k. k. geol. Reichsanst. XIII. B.
(1863) p- 76- (Das hier mitgetheilte Fossilienverzeichniss wurde auch in
j j e „(Geologie Siebenbürgens» von H a u e r und S t ä c h e aufgenommen.)
Ferner noch folgende Nummern des L iteratu r-V erzeich n isses: (136),
■(142), (.145).
4.
=
J u l iu s H
alaväcs.
Folgende Nummern des Literatur-Verzeich-
nisses: (188), (225), (232) und (236).
5
=
Dr.
F e l ix N e m e s .
Die Nummer (254) des Literatur-Verzeich­
nisses.
6.
= R u d o l f H ö r n e s und M. A u i n g e r . Die Gasteropoden der Meeres­
ablagerungen der I. und II. miocänen Mediterranstufe in der öst.-unga­
rischen Monarchie. Wien, 1879 -91. 1.— 8. Lief. (Die systematische Auf­
zählung der Gasteropoden-Genus geschieht nach diesem Werke ; die Arten
jedoch sind in alphabetischer Reihe geordnet.)
7 _ — D r . A n t o n K o c h . Manuscript-Notizen von den, im siebenbür­
gischen Museum befindlichen, durch K . H e r e p e y und Ad. B u d a gesammel­
ten Molluskenresten. Ausserdem folgende Nummern des Literatur-Ver­
zeichnisses: (60), (61), (64), (67), (70), (73), (87), (184), (185), (253), (262),
(279), (288), (296) und (322). Endlich das von ihm im Jahre 1897 in OberLapugy aufgesammelte und in der Universitätssammlung befindliche
ganze Versteinerungs-Materiale.
8.
= Dr.
L
udw.
M â r t o n f i.
Folgende Nummern des Literatur-Ver­
zeichnisses: (246) und (281).
9. =
H
auer
und
Stäche.
Geologie Siebenbürgens (1).
Und nach dem Fundorte der Versteinerungsart in Klammern gesetzt
folgende Buchstabenzeichen:
(II) — Kt TU, H e r e p e y . Die folgenden Nummern des Liter.-Verzeichnisses: (93), (256) und (319).
(B) = E. A. B i e l z . Die Nummer (97) des Liter.-Verz.
(B) = Dr. E m . L örenthey . Die Nummer (280) des Liter.-Verz.
(Ş) = F. S c h r o d t . Die Nummer (287) des Liter.-A erz.
(D) = Dr. J u l . D r e g e r . Die tertiären Brachiopoden des Wiener
Beckens. Beiträge zur Paläontologie Oesterr.-Ungarns. VH. (1889). p. 181.
(P) = Dr. G e o r g P r im i c s , Die Nummer (296) des Lit.-Verz.
__ L ü d w . B o t h v. T e l e g d .
(B )
Die Nummern (314) u. (324) des
L it .* J
Verzeichnisses.
(Bttg.) = Dr. 0. B o e t t g e k . Die Nummer (351 *) des Liter.-Verz.
(Kt)
= E. K i t t l . Über die miocänen Pteropoden von Oesterreich
Ungarn. Annalen des k. k. naturhist. Hofmuseums. B. I. 1886, p. 47, Taf. II
Sonstige
N a m e der A rten
Fundorte
aj G-asteropoda.
1
2
3
4
1
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
32
33
34
35
36
37
38
39
40
C onus (L epto-) antediluvianus B ru g .
(D en dro-) austriacus R. H ökn.
| 234 7
et A ü ........................ . ...... .
(Chely-) avellana L amk..........
(Dendro-) betulinoides L a m k ......
(Lepto-iBrezinse R. H öbn. et Aü. I
(Litho) Cacellensis C o s t a .............
(Lepto-) cf. eatenatus Sow. . ..
I
I
.j. i;
23!
23
I
4 6 7 1-
48
46
I
7
(D endro-) D aciseR. H örn , et Au.
I
4 6 —
____
(Lepto-) Dujardini D esh . ... .... p 3 4 6 7 2 3 5 6 7 8
(L ep to-) extensus P artsch . . . ( 2 3 4 6 7 — ,
(Chely-) EnsesfeldensisR.H öRN .
4 6 iß 6 |
46—
«
fuscoein gulatus B rocc..
2 3 4 , 2^ 4 5 6 78: 2
(Lepto-)Haueri P artsch . ____ I 2 3 4 6
(Litho-) hungaricus R. H ö r n . / ]
46
«
Karreri R. H ö r n , et Au.
67
(Chely-) Lapugyensis R. H ö r n .
....
I 467
et Au. .... ..... . ._.
(Dendro-) Loroisi K ien er .... I
4
(Chely-) Mariae R. H ö r n , et Aü.
4 6 7,
(Litho-) Mercati B r o c c . ____ I 3 4 6 7 1
(Dendro-) Neugeboreni R .H örn.n I
6
(Litho-) Neumayri R. H örn. ...
46 7
?
nocturnus L am k .........
23 :
(Chely-) Nose B r o c c . var. .......
2 36 7
«
olivaeformis R. H ö r n .
467j
4 6 7,
«
Ottilise R. H ö r n ............. .
«
p e l a g i e u s ( ? ) B r o c c ___
3
(Rhizo-) ponderosus B r o c c . .._ p 3 4 6 7
(Chely-) praslongus R. H ö r n .
4 6 7 j(Lepto-) Puschi M i c h t . . _ . ....
12 3 4 6 7 2
Chely-) rotundus R. H ö r n .
4 6;
«
sceptophorus B ö t t g ._ . I B t g
J«
SchroeckingeriR.HöRN.
6 14 j(Stephano-) Stachei R. H ö r n .
(Dendro-)SteindachneriR;HöRN. I 4 6 7
(Chely-) Sturi R. H ö r n , eţ Au,....
467
( S t e p h a n o - ) s u b c o r o n a t u s ’è ö T T G .
(Dendro-) subraristriatus C o s t a
(Chely-) Suessi R. H ö r n , et Aü,
(Lepto-) Tarbelliahüs G r a t . ....
(Litho-) Tietzei R. H örn, et Au.
6
57
3 j3 4 5 6 81 - —
-B tg
I
467
467
34 6
467
57
Csucsa (B).
I/Limba: VörösII
hegy(H).
Nam e der Arten
I
Ph
3
41
42
43
44
45
46
47
48
49
5<»
51
5-2
53
54
5o
56
57
58
59
fi(i
61
62
63
64
65
66
67
68
69
70
71
72
73
74
/5
76
77
78
79
80
81
82
83
84
85
86
87
88
89
90
Conus (C hely-) T ran ssylvanicus R.
H örn , et A u ........... . ....
«
(D en d ro-) V a ce k i R. H örn . A u
«
(C hely-) ven tricosu s B ronn . ._
«
a
vin dob on en sis P a r t s c h
«
(D en dro-) V öslauen sis R . H örn.
O liva (U triculina) flam m ulata Lam. .._
«
(Isp idu la) clavu la L a m . .._ ....
A n eillaria(A n cilla)su bean alifera d’ ORB.
«
gla n diform is L am k ........................
ii
(A naulax) obsoleta B r o c c . ....
«
«
pu silla F uchs . .... ._.
C y p ra a (A rieia) a m y gd a lu m B bocc .
ii
«
B ro cc h i D e s h ............
«
(Trivia) affinis d u j ....................
«
(Pustularia) D uclosian a B ast .
«
«
elongata B rocc.
«
(Cypraeovula) eratoform is R.
H örn ................... ................
«
(T rivia) europaea M ont ...
«
(L u ponia) fab ig in a L am . .
«
«
g lob osa D u j .....
«
«
H örn esi N buo .
«
(A ricia) Lancise B rus . ...
«
«
leporin a L am .......
«
«
N eu geboren iR .H öR N .
et A u. -................. . ...........
«
n. f. H a l a v . ....
.............._
a
ru gosa G r a t. (M ittelform zw.
Lancise und D uclosian a........
«
(L u pon ia) sanguinolentaGMEL.
E rato lsevis D o n o v a n ........................... ..
E ra topsis B a rra n dei R. H örn , et A u.
M argin ella (G ibberu la) m inu ta P feiff
«
(V olva rin a) H au eri R. H örn .
«
D esh a yesii M icht . .... ________
R in g icu la buccinea D ech ....................
«
costată E ich w ................... ... _
«
H och stetteri R . H örn et Au.
V olu ta ficulina L am k .... ............. . _
«
H au eri H örn ..............................
«
ra rispina L am ................. .........„
«
taurinia" B on .................... — —
M itra (C ostellaria) B adenensis H ö. Au.
«
B rusina' R . H örn , et A u ..........
«
B e lla rd i R. H örn , et A u ........
«
B ou éi R . H örn , et A u ...............
«
corru gata D e f r __ ... .... .._ ....
«
crassicosta B e l l .............. . ... ....
«
(Callithea) cu pressin a B r o c c . ?
a
(V olu to-) ebenus Lam ...... ....... S"
«
(Callithea) F u ch si R. H örn . Au.
ii
fusii'orm is B r o c c ............. .. .......
ii
g o n io p h o ra B e l l .
.... ........
<5 ■
46 7
236
2
234 6 7
2
4 6 7 -----46
2346 7
2
234 67
234 6 7 25
234 6 7
2
234 6 7
2
6 —
234 67
2
6 —
46 —
2 34 67
2
3 —
46
2346
2346
2 37
23
2 346 7
46 7
46 7
4
Batiz
=2
5°
S
34 5 7
fj
—
25
—
—
—
—
.—
57
—
5
__
_
2
2
2
—
35
—
2
—
35
—
—
—
2 34
2
234 67
2
356
23467
2
35
—
4 —
46 7
2
6
—
6 ___
—
23 —
3568
2
23467
2346
356
467
6
—
236 7
3456 7 8
237
2346 7 —
35
2346 7
2
7
—
7 —
—
. 67 —
46 7 —
7
—
467 '—
2
35
23
93
z
234 67
2
234 67
2
25
—
67 —
356
234 67
2
234 6 7
2
356
Anton K o c h : Die Tertiärbildungen des Beckens der siebenbürgischen Landestheile.
114
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N am e d er A rten
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100
101
102
103
104
105
106
107
108
109
110
111
112
113
Mitra H ilberi E. H örn, et A uing . ....
«
incognita B ast . ................ . ....
«
(Costellaria) intermittens
E. H örn. A u . ___ _____ ....
«
(Callithea) Lapugyensis
B. H örn, et A u........... .......
«
«
Laubei R. H örn.A u .
«
«
Michelotti H örn.
«
«
Neugeboreni
E. H örn. A u ................... ....
«
«
ohsoleta B rocc.......
((
«
Partschi H örn......
«
(Costellaria) plicatula B rocc.
( —pyramidella M. H örn.
non B rocc.)........ .... ... .._ ....
«
«
recticosta B ell ....
«
Savignyi P ayr . ..................
((
(Cancilla) striatosulcata B ell .
«
(Nebularia) striatula B rocc.
ff
(Callithea) Sturi B. H örn. A u .
«
(Nebularia)scrobiculatä B rocc.
ff
tenuistria D uj. .... .... _ .._
fl
(Cylindra) Transsylvanioa
B. H örn. A u . .._ .... ..... .......
Columbella (Anachis) Bellardii H örn.
«
Borsoni B ell ... ................. .. . ..
«
(Mitrella) Bittneri B. H örn.....
ff
«
«
B ast . ) _______ ..„ .... ______....
«
«.
«
A
—
--- —
6 ---
46 7
7
6
6
2 3-4 6 7 __
—
__
__ —
_ —
6 7 --2 36 --234 2
—
__ —
__ —
2346 7 2
237 —
3—
2367 —
234 —
4 6 7 __
23467 2
67
67 —
467 —
237 —
23 —
67 —
3 5 __ 7
—
—
—
—
—
—
—
__
—
—.
3 --__
--------36 2
—
—
___
—
7
—
7
—
—
__
—
—
—
—
—
—
b u ccin iform is
E. H örn, et A u .......................
(M itrella) carinata B . H örn.
(A nach is) corru ga ta B rocc. .._
curta D u j __....
.................. .
114
ff
115
ff
(A nachis) D u jardin i H örn . A u .
116
«
(Mitrella) fallax E. H öbn. A u.
117
«
(Anachis) Gümbelii E. H örn.
118
«
(Nitidella) Katharina! E. H örn
119
«
(Anachis) Moravica E. H örn.
120
«
(Mitrella) Petersi E. H örn.A u .
121
«
«
scripta L .... .............
122
ff
«
sem icaudata B on .
ff
123
«
subulata B rocc . ....
124
ff
(N itidella) tiara B on ....... .. ._.
125
«
(A nachis) Z itteli E. H örn . A u .
126 Terebra aeuminata B rocc __ . . . . ____
127
«
Basteroti N yst ....... ............... ....
128
«
bistriata G rat . .. .. ........ ........ .
129
(Hastula) cinereides E. H örn.
(= T . cinerea M. H örn, non
130
131
132
133
46 7
46 7
Sonstige
Fundorte
(Acus) costellata S o w . _____
(Acus) fuscata B rocc . .. .. ____
«
Hochstetteri E. H örn.
(Myurella) Lapugyensis
E. H örn, et Au. .._ ._. ... ....
__
_
6—
—
—
467 —
2346 2
7
1
2 3 4 6 7 __
1 5 7 __ 7
—
—.
—
2346 —
—
— 7
46 2
__
__ __
467 —
—
— —
4—
__
__ 7
4—
— —
—
6 7—
2346 2
35 — —
—
— —
36 2
23467 2
3 5 7 _1 7
—
__ —
2347 —
—
__ __
4 6—
1 2 3 4 6 7 2 1 3 5 6 7 __ 7
1 2 3 6 7 2 3 4 5 6 7 8 2 ___
23467 2
3 5 8 __ __
fSztr. Szt.-György
1 (7)
Eibicze (9)
Csucsa (B)
Csucsa (B)
3 5 __ __
7
— ( Sztr. Szt. G-yörgy
2 3 4 6 7 23 4 5 6 7 8 2
und Szt.-György6—
5 — — 1 Vâlya (7)
2346
46 —
—
— —
Felsö-Orbö
-ţ-5
2
-rue*71^
JU
I*
Name der Arten
134 T erebra (Acus) pertu sa B ast . ------«
(M yurella) Ş op tise H a l a v .
135
«
T ran ssylva n ica R . H orn . et Au.
136
« n ova form a H alav ................. ....
137
13S B u ccin u m (N assa) A u in geri H örn —
« (E burna) B ru ga din u m G rat .
139
a
(Zeuxis) badense P a r t s c h .
140
« (L e io d o m u s) oerithiform e
141
142
143
144
145
146
147
148
149
150
151
152
153
154
155
156
157
158
159
160
161
162
163
164
165
166
167
168
169
170
171
172
173
174
175
176
177
178
179
180
181
182
345678
2346
4
5
46
4
47
6
2 36 7 3 5 7
2346 7
2
6
A uing ....... ......................... . ....
clathratum B ronn ................ . ....
67
(H im a ) Dacise R. H ökn . et Au.
1 2 3 4.7
(N iotha) D u ja rd in i D e s h ..........
1
du plicatu m S ow ............. . ........
flexuosu m B rocc . -------- -------2346
(H im a ) gran ulare B ors ...........
234
(Zeuxis) G ratelou pi H örn .........
23
(Uzita) H au eri M icht ...............
467
(Tritia) H ilb e ri R. H örn , et Au.
7
ii
(H im a) H och stedteri H ö . Au.
2346 7
« (P h os) H orn esi S emp .......... . ...
7
« (N ioth a) Illoven se H ö . A u —
46
« (N a ssa )K a rre riR .H öR N .et A u.
236 7
« (Nassa) lsevissim um B ru s —
346 7
« (Csesia) lim a tu m C hemn — ...
467
« (H im a) L a p u g v en se R . H örn .
236
« (C yllen e) lyra tu m L am ......... ._
46 7
« (Tritia) N eu geb oren i R . H örn .
46
o
«
Petersi R . H örn , et Au.
46
«
«
B ölsense A uing . .... ....
2346
cc (U zita) m io ce n icu m M ic h t ......
6
cc (Tritia) pupseform is R . H örn .
« (Z eu xis) restitu tianu m F ont .
1236 7
Ü bergan g in H örn esi .........
2346
a
(Tritia) R osth orn i P a r t s c h —
46 7
« (M oth a ) S ch ön n i R. H örn . ....
6
« (Cffisia)SchroeckingeriR.HöRN.
1 2367
« (Zeuxis) sem istriatum B rocc .
3
« senile D od . .... .... _.... ... ..........
1 2367
«
(H im a ) serraticosta B ro n n ____
236
« (N iotha) sign atum P artsch —
467
cc (L e io d o m u s) Sturi R . H örn .
« (H im a) styriaeum A u in g ............
«
(Caesia) subp rism aticum
R . H örn , et A u . .............. ....
« (N iotha) subquadrangulare
46
M ich t — .............. ... ... ...... « (Tritia) supernecostatum
46 7
R . H örn , et A u ..... ... .... ...
46
« (Tritia) T ou l® A uing — ........ .
236
«
«
tu rbin ellus B rocc. ....
123467
cc
«
vin dob on en se M a y .
46 7
« (Csesia) vu lga tissim u m M ay.....
« sp. Steinkerne .... .... ................
23
D o liu m (C adium ) denticulatum D esh .
«
«
«
«
«
«
«
«
«
35
37
35
35
3468
36
356 7 8
37
135
3567
456
357
34568
46
35
3468
2 7
116
Sonstige
Fundorte
Name der Arten
fS
p,
P u rp u ra (Sistrum ) austriaca K. H örn .
(=elataM .H öR N .non B lain v .)
(Stram onita) exilis P artsch .
« heem atostom a L ...................
« hsem atostom oidesR.H öRN.
interm edia M icht ......... . .........
(Sistrum ) incontans M icht .
«
(P olytropa) pyrulata R. H örn .
et A u .„. .............................
O niscia cyth ara B rocc. s p .......... .
Cassis (Cassidea) cypraeiform is B ors .
«
«
H a u eri H örn ..............
«
m am illaris G rat .......
R on deletti B ast . .... .... ........... .
(S em i-) saburon L am . .... __
«
subsu lcosa R . H örn .
( = s u lc o s a M. H örn , non
L am .) ................. . ....................
C assidarea (G aliodea) cin gu lifera
R. H örn . et. A u ........ . .... ....
«
ech in op h ora L am __
Strom bu s B on ellii B rongt ....................
coron atu s D e f r ..........................
len tigin osu s G m e l . .... _. .......
(M onod actylu s) Schrceckingeri
R . H örn , et A uing . ........ ....
R ostellaria (G lad ius) dentata G rat .
C h enopus (A porrh ais) alatus E ichw .
«
« pes p elecan i P h il .
T riton (Sim pulu m ) affine D esh . ....
(Sassia) app en n in icu m S a ssi .
(E p id rom u s) D esh a yesi M ich t .
«
elon gatu m M ich t ,
(D istorsio-P ersona) Grasi
B e l l . ....... ........... ............ . ._
(S im p u lu m ) h eptagon um
B rocc ...........................................
(E pid rom u s) K arreri R . H örn .
et A u ............. . .... ........
lanceolatu m M enke (?) ........
n odiferu m L am .................. ........
obscuru m R e v e ............... ...... .
p a p illosa P usch .... ...........
(Sassia) parvu lu m M icht . ....
(E pid rom u s) subobscu rum
B . H örn , et A u .......... . ........
(S im p u lu m ) T arbellian um
G r a t .......................... . ...... .......
(H ild a ) tran ssylvan icu m
R . H örn , et A u . ... „ . ....
(D istorsio-P erson a ) tortu osu m
B ors . ....................... . . _ ....
(S im p u lu m ) W im m eri R. H örn .
et A u............. . ....
67
1 236 7
67
3
367
67
2 346 7
2346 7
236
2367
3
2 3467
13 5 7
Felsö-Szâllâs- patak (7)
356
3567
Olâh-Brettye (7y
7
6
237
23467
2346 7
23
6
2346 7
67
1234 7
2346 7
2347
67
6
1357
35
35
2347
6
34
34 6 7
4
4
2367
67
13467
67
236
(i 7
35
Csaklya (L)
117
Sonstige
Fundorte
Name der Arten
223
m
225
220
227
228
229
2;:«)
231
232
233
234
235
230
237
23*
239
240
241
242
243
244
245
240
247
248
249
250
251
252
253
254
255
256
257
258
259
260
201
262
203
264
205
260
'267
308
Ilanella (A pollon ) aneeps L am ...........
236
«
(A p ollon ) gigantea L am .
( = R . reticularis M. H örn .
non D esh .) ...............................
236 7
«
la nceolata M enke
........... .
23
«
(Aspa) inarginata M art , sp ....
2367
«
(L am pas) p a p illosa P osch ....
2 36 7
M urex (C hicoreus) A qu itan icu s G rat .
2 36 7
«
(O ccenebra) alternatus B e l l .
67
«
«
B ö ck h i H ö . Au.
7
«
(C hicoreus) B orn i H örn ..........
67
«
citim u s B e l l ......... ............. ....
4
9Q
«
con flu ens E ic h w .................... ....
«
(P h illon otu s) cristatus B rocc . 2 3 4 6 7
«
(T rop h on ) capito P h il ..............
2
«
(O ccenebra) cjelatus G rat ....
234 67
«
com p lica tu s G r a t ..........._ .... _
3
«
(O ccenebra) crassilabiatus H il b .
«
« craticulatus L .......... . ....
237
«
« C redneri R. H örn , et A ü .
67
«
(M u ricidia ) Czjzeki H ö rn . ju v.
7
«
D elbosianu s G rat . ................. .
46
«
(O ccenebra) D ertonen sis M ay .
67
«
(P teron otu s) erinaceus L .
2 37
«
(P teronotus) gran iferus M ich t .
23 6 7 —
«
(C h icoreu s) gran uliferü s G ra t .
36 7
«
a
«
var.
B orn i H örn ........ ... ............ .
236 7
«
(T ro p h o n ) g o n iostom u s
P artsch .......................................
2367
«
(M u ricidea ) heptagon atu s
B ronn ...... .................................... 2 3 4 6 7
«
(P h yllon otu s) H örn esi d’Au.
236
«
(O ccenebra) H och stetteri
R . H örn , et A u. .... ............ .
67
«
(O ccenebra) im bricatu s B r o c c .
2 367
a
«
im bricatoid es
R . H örn , et A ü ................. ....
67
«
(M uricidea) in cisu s B r o d . _
2 36
a
(P teronotus) latilabris B e l l .
et M ich t .....................................
236
«
(P h yllon otu s) L a sa ign ei B ast . 2 3 4 6 7
2367
«
(V itu laria) lin gva b ovis B ast .
«
m on iliferu s G rat .........................
«
N eu geb oren i H ökn . ..............
2
«
(H au stellu m ) P artschi H örn . 2 3 4 6 7
a
(C hicoreus) p erlon gu s B e l l __
6
ii
(M uricidea) C zjzeki M. H örn .
23
«
(PhylJonodus) rudis B ors .......
36
«
(O ccenebra) SandbergeriH öRN .
1236
<i
(M uricidea) scalaroides B lain v . , 2 3 4 6 7
«
(O ccenebra) S ch önn i H örn .....
«
(Pteronotus) S ow erbyi M icht .
6
ii
spinicosta B ronn...................
23467
15
356 —
456
367
6
356
57
367
356
356
35 7
3 —
7
Fel-Kenyér (P).
-3*«
s
Nam e der Arten
«4-1“
13
sS *■.
Sonstige
Fundorte
bD
ES
a
pq
269
Murex (Phyllonotus) striseformis
M i c h t ..............................................
270
271
272
273
274
«
«
1
.
(Oceenebra) sublavatus E___
(Rhynocantha)' subtorularius
R. H o r n , et Au........ .
i_
67
2367
236 7
23
2
35 ; —
- i __ 1__
«
tortu osu s S o w ...
!—
I
(M uricidea) tran ssylvanicus
R. H ökn. et A u . ........ ........ .
67
275
«
(P h yllon otu s) su b a s p e m m u s
d O n ii..............................
3 __-i 3 5 1—
276
«
(T rop h on ) vaginatus J an ......
367
2
— :—
277
«
(P h yllon otu s) V in dob on en sis
1
—
H ökn.............. . .......
2346 7 278 T y p h is fistu losu s B rocc ......... . .........
2 3 6 7 1 — , __ .■__
279
«
h orridu s B rocc. .... ...................
__
2 3 6 --- 1 __
280
«
N eu geb oren i H örn . .._ ____
3 — , —281
«
tetrapterus B ronn . .... ........... .
236
! 36 : . __
282 Jania an gu losa B bocc . sp __ .... .... _
23
!
5 ' __
283
«
m a x illosa B on . ....
..............
2 3 6 _ . __ : __ ■
284
«
(?) R eu ssii M. H örn ________
_
236
285 P o llia B arrandei M. H örn . sp.
67 _ ! __
286
«
Baden sis R . H örn , et A uing .
2347
°2 __ ; .
287
«
B ella rd ii R . H örn , et A u . ....
__ ____1
67 —
288
«
exscu lpta D u j . sp,............ . ....
__ 1__ 1
2 3 6 __
289
ii
flexicau da B ron n , s p ...............
__ : __
34 —
290
«
in tercisu s M ich t . s p ..„ .... ._
_. : _
23
291
«
L a p u g y en sis R. H örn et Au.
__
__
67 —
292
«
Mariae R . H örn, et Au. „ .
67 —
—
—
293
«
m u lticostata B e l l . var. trans294
sylvan ica R . H örn . _ .... ....
—
__
67 —
295
ti
d’ O rb ign yi P a yb ..................... .
__
6
296
«
varian s M ich t ................. .
__
__
1 236 7 —
297 P y ru la (F ieu la) cin gu lata B bonn . ....
2 3 6 7 25
2 5 __
298
"
«
eondita B rongt ..... ....
236
2 3 5 7 __
299
«
(M elongena) corn uta A g . ....
__
__
236 —
300
«
(Fieula) geom etra B ors ........ .. 2 3 4 6 7
— 356
2
301
«
(R apana) granifera M icht .....
__
__
6 —
302
«
(Spirilla) ru sticu la B ast . ........
__
236 7
2
35
303 F u sus (E uthria) aduncus B ronn . ....
__
___
2367 —
304
aluncus B rocc . _
—
__ _
4 —
305
(E uthria) corn eu s L . ....
2 3 6 7 — 1 3 5 __
306
erispoides R . H örn, et Au.....
__
__
6 —
307
crisp u s B obs __.... .... ........ _
.
234
2
7 __
308
__
__
(E uthria)fuseocingulatus H örn .
357 —
309
(C h ry sod om u s) g lom u s G ené . 2 3 4 6 7 —
~
—
310
«
H örn esi B e l l .
( = g lom oid es M. H örn , non
G ené .).„ ..............
— _
—
2 34 6 7
311
H ö ss ii P a r t s c h ( = lon girostris M. H örn.)....................... .
2 3 6 7 _L
312
(E uthria ?) im m atu ru s F uchs .
__
__ _
6
313
__
__ _
«
in term ediu s M ich t . 2 3 4 6 7
314
la m ellosu s B ors . „ ........... ....... 2 3 4 6 7| 2
3 5 1— «
«
I ßibicze (!>),.
1
119
o
%
■JZr£
ö
315 F u sus
ii
316
«
317
«
318
319
320
321
H22
323
324
325
326
327
328
329
330
331
332
333
334
335
336
337
338
339
340
341
342
343
344
345
346
347
348
349
350
351
352
353
354
J
s
Ph
Batiz
N am è d er A rten
Lapug.v
i
o
O
sO
02
©
Ph
Sonstige
Fundorte
(M etula) m itrseform is B rocc . 2 3 4 6 7
— —.
P re v o sti P a r t s c h . .... .............
36 —
(E u th ria ) P u sch i A n d r z ........
2346 7 2
A u stria cu s R . H örn , et Au.
( = rostratus M. H örn , non
Ol.IYI.) ..................................... .
234
2
25
«
S ch w a rtzi M . H örn ..... .... ....
3 —
57 —
—
— —
«
Sism ondae M ich t ............. .... ....
37 —
— —
—
«
(E uthria) subn odosus H ö . Au.
7 —
a
(G enea) T ran ssylvanicus
R. H ö r n , et Au. ............
6
5
—
— —
«
Y alen cien n esi G rat , s p .... _
2346 7
2
ii
Y in d o b o n e n s is R .H ö r n . et Au.
( = sem m iru g osu s M . H ö r n .
2346 7
2
5
n on B e l l . et M i c h t . ) ____
«
V irg in e u s G r a t . ........ ...........
2 36 7 7 —
7
— —
F a sciola ria B e lla rd iiM . H örn . . . . . ____
6 —
«
bilin eata P artsch . s p .(= F u s u s
bilineatus P artsch ) ____ ....
2
3 7
2346 7
7
«
(T u dicla ) B u rdigalen sis
B ast . sp. (= F u s u s B u rd i­
galen sis B ast .)......__ ......... „
7
7
—
—
2346 7
2
ii
•fim briata B r o c c ........................
Ribicze (9)
— —
6 7 —
«
p le u ro to m o id e s R. H örn , et Au.
a
pyrulaeform is R . H ö r n , et A u.
6
«
T arbelliana G r a t........................
236 7
2
T u rbin ella (L eu cozon ia) Cossm anni
6
R. H örn , et A u . ._. ._. .... ....
«
(L eu cozon ia) D u ja rdin i
M. H örn ......... .........................
6
«
(L a tiru s) fu siform is R. H örn .
6
et A u . ........... .............................
- __
—
2
«
(L atirus) lab ellu m B on ...........
3
ii
ii
L y n ch i .B a s t__....
236
■
— —
tr
«
ii
subcraticulata
2
23467
d’ ORB......... ..............................
357
—
— —
Cancellaria (T rigon ostom a ) am pulla/
36 —
cea B rocc.
....
.............
7
5 —
—
— —
236 7 —
«
B on ellii B e l l . .... .„ ........_
«
(T rigon ostom a ) calcarata
B rocc .._......... .
....................
236 7
7
35 6 7
—
— —
«
ca llosa P artsch ................. _ .„
236 —
«
(N arona) con torta B ast . ____
2 3 4 6 i—
7
57 —
«
(T rigon ostom a ) crenata (?)
H örn ...........................................
2
—
_
—
«
(M erica) D u fou ri G rat . var.
23 —
—
«
(T rigon ostom a ) G eslini B ast .
2 3 6 7 __
35
— —
«
« gradata H örn. ........
6 i—
—
.—
«
« H idasensis R .H örn .
6 — -—
__
__ —
«
« im brica ta H örn . ....
23 —
--— —
ii
(M erica) in e rm is P u s c h .........
36 —
__
__ __
«
«
L a u ren sii G r a t ....
36 —
«
(T rigon ostom a ) lyrata B rocc . 2 3 4 6 7 1 2
1 3 5 -7
ii
(N arona) m itrseform is B r o c c .
6 I—
— ;
—
120
rs
a;
Sonstige
N a m e der A rten
Fundorte
Caneellaria (T rigon ostom a ) N euge
boren i H orn....... __
356
(N arona) N ysti H ökn.............
357
(T rigon ostom a ) PartschiH öRN.
358
«
P u schi R . H ökn .
et A d . ( = M ic h e lin i M. H örn .
n on B e l l .) ..... ....
359
S a ccoi R. H örn et Au. ( = B e llardii M. H örn , non M icht.)
360
(T rigon ostom a ) spinifera
G rat ................
361
subcancellata d’ ORB. ( = c a n cellata L . bei M. Hörnes)....
362
(T rigon ostom a ) uniangulata
D esh ..........................................
363
(N arona) va ricosa B rocc ......
3641
W estiana G ra t .
365 P leu rotom a (H om otom a ) anceps
E ic h w .................
366
(D rillia) A llion ii B e l l .
(= o b e lis c u s M. H örn non
D esm .)................. .
367
(Clavatula) Amaliae R. H örn .
368
Annse R. H örn , et A u .
369
(Clavatula) Angelse H ö . Au.
3701
(Clavatula) Appoloniae
R. H örn , et A u .............. .
3711
(Clavatula) asperulata L am .
372
(D rillia) A u g u s t « R . H ökn....
373
Badensis R. H örn . (= m o n i lis M. H örn , non B rocc.)
3741
(Surcula) Berthae R. H örn . 1.
375
(Pseudotom a) B onellii B e l l .
(^ b r a c te a ta M. H örn , non
B rocc .) ........... .
376
(P seudotom a) B on ellii va r G.
377
(Clavatula) Cam illa' R. H örn .
378
(Clavatula) carin ifera G ra t .
379
(D o lich otom a ) cataphracta
B rocc ....................................
380
(M angelia) elathrata S e r r ...
381
(Surcula). con sob rin a B e l l .
va r........ .......... .
382
iS u rcu la ! C oquan di B e l l . var.
383
coron ata M ünst . var. Lapugyen sis H o . A u ......... ........
384
(D rillia) crispata J an . .........
385
denticula B ast ........................... ..
386
(Surcula) dim idiata B rocc....
387
cf. D u ch a steli N yst ........
388
(Clavatula) Eleonorse R . H örn .
et A u ________
389
(G enota) Elisse H ö . Au..........
390
(Surcula)Em iliffiR.H öRN .etÄu.
356
356
Batiz (8)
Szt.-GyörgyVâlya (8)
35!
2
135
Sztr.Szt.-György
(8) Râkosd (8),
Szt.-GyörgyVâlya (8)
6
1234 7
23467
23
JTormăs (9)
(Csucsa(B)
2
—
2
135
Hl
N a m e d er A rten
Ä391
3 92
393
394
395
396
397
398
399
400
401
402
403
404
405
406
407
408
409
410
411
112
413
414
415
416
417
418
419
420
4-21
422
423
424
425
426
427
428
429
430
431
P leu rotom a Eugenise K. H örn , et A uing .
«
(Pseudotom a) fusiform is
H ö . A u ....................... ....... ....
«
(P seudotom a) Giselse
R. H öbn . et. A u.
..............
«
(D rillia) gran aria D u j . ........
«
(Clavatula) gran ulatocincta
M ünst .............. ...................... .
«
(R a p h itom a) h arpu la B bocc .
«
(O ligotom a ) H eck eli H öbn . ....
«
«
H u m b old ti N eu g .
«
(D rillia ) Helense R .H öbn . etAu.
«
(R a p h itom a) h isp idu la J an __
((
(Pseudotoma)IdaeR.HöBN.etAu.
((
(D rillia ) incrassata D u j , .... ....
((
in erm is P artsch .......................
((
(Surcula) in term edia B bonn .
«
(Clavatula) in terru pta B bocc .
«
•Ia vana R oissy ..............................
<(
(Clavatula) Jouan neti D esm .
«
«
Juli® H ö . Au. ....
((
(Clathurella) Juliana P artsch .
fl
(Clavatula) J u s tin * R . H öbn .
«
(Surcula) L a m a rck i B e l l .......
«
(R ouau ltia) L a p u gy en sis
M ay . typ................................... ..
((
(R ouaultia) L a p u gy en sis M ay .
var A ................................... ........
«
(R ouau ltia) L a p u gy en sis M ay .
va r B ................................ .........
((
(Surcula) Lauree H öbn . et Au.
«
(H om otom a ) L e u froy i M ich d .
«
(P seudotom a) Malvinae H ö.
A u aff. .... ............. .............
«
(R ouau ltia) Marthae R . H öbn .
«
(D rillia) m o d io la J an .......... „ .
«
N eu geb oren i M. H öbn ............
«
(D rillia) obtu san gu la B rocc .
«
(Clavatula) Olga? R. H örn .
et A u __ ______ ._. ......... .... ....
«
(Clavatula) Oliviae R. H örn .
et A u ..... ............................ . ....
«
(O ligotom a) ornata D e f r ......
«
(Surcula) Ottilise R . H örn . Au.
«
(M angelia) perforata B ru s .
(= c o e r u la n s M. H örn , nec
P h il .) .... .... .... ................. . ._.
«
(H om otom ^ ) P h ilb erti M ich d .
«
(R aphitom a) plica tella J an . ?
((
(A tom a) P op p ela ck i M. H örn .
((
(P seudotom a) prsecedens B e l l .
var. = in torta M. H örn nec.
B rocc ............ . ................. .. ....
«
(D rillia) pustulata. B rocc. ....
"s
'CS
Ph
Biijtur
Lapugy
41 j
7 __
__
Sonstige
'i
Ol
©
Fundorte
6
6 -—
236 7
!
2346
234
23 6
—
6 7
7
6
236 7
37
237
2 3.4
—
2 346 7
7
3 7
—
2346 7
—
35
—
35
— ; —
2 ; __.
—
—
—
—
8
— 1
35
—
__
__
2
— i 356
— !
35
2
35 7
__
—
—
—
—
6
21 f
5
6 —
■
__
f
—
6 __
6 __
23 —
__
__
__
__
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—
—
2
—
__
6 7
6 __
6 7 __
3 _
2 3 __
3 —
23
2 3 6,
2346 7
2
__
__
__
- _ __
7
__
__
----__
__
—
—
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__
__
— Batiz (9)
__
__
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__ __
__ __
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6 —
7
6
3
2367
2346 7
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1
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1
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—
—
135
_
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3 5 , __ __
__
135
7
__
—
1
__
35 7 8 1 2 : —
(Csucsa ; B).
1:22
<D<2
Name der Arten
È2
3
P.
a
M
Oi
432
433
434
435
436
437
438
439
440
441
442
443
444
445
446
447
448
449
450
451
452
453
454
455
456
457
458
459
460
461
462
463
464
465
466
467
468
469
470
471
472
473
474
475
476
477
478
479
480
Pleu rotom a (G enota) ram osa B ast . _
« (Surcula) recticosta B e l l . _
«
«
R eevei B e l l ........... ...
«
(Clavatula) ReginaeR.HöRN.Au.
«
(Clavatula) cf. Rosalise H ö . A u.
«
rotata B rocc .......... ................ ... ....
«
(Surcula) rotulata B on . ....
«
(M angelia) ru gu losa P h il . ....
«
(Clavatula) SabinaeR.HöRN. Au.
«
(R aphitom a) Sandleri P a rts h .
«
(Clavatula) S ch reib ersi H örn .
«
«
sem im argin ata L am .
«
(Surcula) serrata H örn ..........
«
(Clavatula)SidoniseR.HöRN.Au.
«
«
Sophiae R . H örn , et Au.
«
(Clinura) Sop ronen sis H örn .
«
(D rillia) spin escens P artsch .
«
(Clavatula) spin osa G rat .
«
(R ouau ltia) spiralis S erre s __
«
(Clathurella) strom billu s D u j .
«
subcoron ata B e l l . var. .........
«
(R a ph itom a) subm arginata
B on . .... .... .... ____ _____ ....
«
(Surcula) subterebralis B e l l .
«
(C lathurella) subtilis P artsch .
«
(D rillia) Suessi H örn ......... . ....
«
terebra B ast ..... .... .... .... .._ ....
«
(P seudotom a) Theresise
R .H örn . = in torta M .H örn .
nec B rocc ................. .... .... ._.
n
trifasciata? H örn ........... .... ...
«
(Ceinura) troch lea ris H örn __
«
tu rricu la B rocc............. . .... ....
»
(Clavatula) Ursulse R . H örn
et A u . ..
«
(G enota) Valerise E . HöRN.et An.
((
verm icu la ris G rat .
„„
«
(Clavatula) Veronicse R. H örn .
«
(D rillia ) Yictoriae R . H örn .„~
«
vu lpecu la B rocc .
„„
«
W a terk ey n ii N yst .
„„
«
(D rillia) Z eh n eri H örn .......
C erithium b ilin eatu m H ö r n . . . . . _______
«
B ron n i P artsch .
....... .
«
cf. B ron n i-form e H i l b . _ _
«
cren a tu m B rocc . v a r........... .
((
disju n ctu m S ow ..................
«
doliotu m B rocc .
...... „„ _
«
d oliu m B rocc .„„ .......
«
D u b oisi H örn .......... ............ ......
«
fim briatu m M ich t .
_ ____
k
interraedium D od __ _
„„
«
lign ita ru m E ic h w .
......
234 6 7
1 234
2367
Er
15
3568
6
7
237
23
7
67
12347
234
1 2 347
3 5h
35 —
35 2
6
6
6
367
234 67
67
237
234
6 7
2347
12 34
3
2367 — I
35
2
35
6
23 —
1 2347. —
14
2
12347
2i
13 5
2
67
36
6 7
67
23
—
—
12347
234 7
—
12 3 4 7
3
12347
4
237
4
3
1 2347
—
—
____
____
—
—
—
—
—
—
—
—
—
2
—
5
5
2
35
2
35
—
8
2 1357
—
—
—
357
—
—
____
—
— .
2
—
-
—
—
—
—
2
—
—
—
3 5 ____
—
—
—
—
35
I
12S
-o
&
fë ^
ä O
N a m e der A rten
tß
2
&
3 5-1
481
482
Cerithium m a rga rita ceu m B rocc __
«
m ed iterraneu m D esh ................
3
N
c3
a
c3
ai
---
3
—
—
—
—
—
—
—
£5
n
234
483
«
M ich elotti H örn . ___ „ .... ....
12347
2
15 —
484
485
«
1 2347
2
3 5 ---
a
m in u tu m S er r ........... ...........
ci. m ora v icu m H örn ............ .
—
—
—
---
—
486
«
m orean u m H örn ........... . .........
3 —
—
—
«
---
«
490
491
492
«
«
«
23 —
12347
2
7 —
—
—
—
—
1237
2
—
487
488
489
n odosoplica tu m H örn . .... ....
perversum L ......... ........ •.... ....
p ictu m B ast ........ ................. .
p lica tu m B rug . va r ....................
p ro p in gu u m D esh ................. _.
pygm aeum P h il .
......... .... ....
ru b igin osu m E ic h w ......... . ....
493
«
scabrum O liv i
12347
494
495
«
«
«
«
S ch w artzi H örn . ....................
spina P a r tsch ........... . .............
trilineatum P h il .................... .
Z e le b o ri H örn ................. .............
123 —
2
12347
1234 —
7. —
358
35 8 —
3 5 8 ----—
«
Z eu sch n eri P usch ..... .... .... ....
an n. sp. M ärtonfi
.... .... ....
vu lgatu m B rug . var.
.... ....
12347
2
5 —
496
497
498
499
500
501
«
((
«
T u rritella A rch im e d is
........... .............
B r o n g t.
„„
2
2
2
358
12347
2 1 357 8
507
1 2 3 4 7 ■2
—
—
2 34
2
2 7 —
1 2347
2
12347
2
508
«
turris B ast . .............. .... .... ....
12347
513
514
515
516
517
518
519
520
521
«
verm icu la ris B rocc . v a r.... . ....
Phasianella E ich w a ld i H ö r n . ™
T u rbo carinatus B o r s .................. „„ ...... .
«
m a m illa ris E ich w __ „___ ....
«
ru gosu s L . .... ........ ........ .... ._.
«
tubercu latu s S er re s __ .... ....
M on odon ta angulata E ic h w . ________
«
A ra on is B ast ................ . .... ....
«
m a m illa A n d r z . . . . . _____ _____
A d eorbis subcarinatus W ood.
«
supranitidus W ood. _ . . . .
«
W o o d i H örn . .._ .... .............
X e n o p h o ra cu m u lans B rongt ........ ...
12347
2347
123
234
37
6
2347
1234 7
1237
—
3
23
—
5 ---
—
bicarinata E ic h w ..... .... .... ....
gradata M enke .... .... .... _. .._
H ö m e s i N eu g . .... .... ________
m a rg in a lis B rocc . . . . . _______
R iepeli P artsch . .... .... .... ....
subangulata B rocc .
.._ .........
509
510
511
512
—
—
1358
—
5 —
—
—
5 —
135
1357 -
8
135
35
—
—
—
—
35
35
5
35
35
358
2
ICsicso-Hagymâs
((7), Fel-Keny ér ;P)>
—
[Tormâs (91,
2 __ iFel-Kenyér (P),
ICsucsa(B)
2 1 3 5 7 8 __
2
2
—
2
—
—
—
2
2
—
—
—
—
(Nagy-Apold.Telek
|Szâsz-Orb6 (9)
fTormâs (9)
|Fel-Kenyér (7)
JFel-Kenyér,FelsöISzăllaspatak (7)
Fel-Kenyér (7)
Sélyomkö (7)
(Csicso(Hagymâs (7)
— Petrilla (9)
—
__ Fel-Kenyér (P)
(Csicso-Hagymâs
J|7), M.-Ujvâr (7),
~ )F.-Szâllâspatak(7>
— (Eibicze (9)
— Fel-Kenyér ;P)
—
fEâkosd (9),
— (Fel-Kenyér (P)
8
1 2347
Sonstige
Fundorte
3 5 — — Bibicze (9)
35 — —
5 --- —
—
3 5 8 --3 5 ---
«
«
«
(4
«
((
502
503
504
505
506
7
—
—
486
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so
02
<£>
Ph
—
—
—
—
—
—
—
—
—
—
—
—
•
—
7 Fel-Kenyér (P)
—
—
— Csucsa (B)
7
(Fel-Kenyér (P),
7 |Sztr.SztGyörgy(7>
[Fel-Kenyér (P),
7 lCsiesé-Hagymâs.
(7), Tormâs (9),
[Mar.-Ujvâr (7)
7 Limba (9)
—
—
—
—
—
— Fel-Kenyér (P^
—
—
—
—
—
—
X e n o p h o ra D esliayesi M ich t .......
«
testigera B ronn .......... '...
T roch u s anceps E ic h w .
«
B eyrich i (?) H örn ...........
«
biangulatus E ich w ..........
«
fan u lum G m el.
«
m ilia ris B rocc .
529
«
cf. O rbign yanu s H ökn . ju v.
patulus B r o c c ...........
pictu s E ic h w .........................
P od olicu s D üb ................... _
‘
quadristriatus (?) Dub.
«
sp. in d ........... ... „1
Solariu m ca rocolla tu m L am . .,..._
«
m illegra n u m L am .....
«
m on iliferu m B ronn.
«
sim plex B ronn ...........................
F ossa ru s costatus B rocc ......................
D elph in u la callifera D e sh .................
«
clathrata H örn . .... ........ _
^ «
rotellaeform is G rat .
Scalaria amcena P h il .................
~
«
clathratula T u rt . _ .........
«
lam ellosa B rocc__ ________
«
la nceolata B rocc ................
«
m uricatrf R is s o .-........... .
«
»p u m icea B r o c c .........
«
p u lch ella B ivona .
«
pu silla P h i l . .... .... ........... .
«
scaberrim a M ich t .........
«
Sca cch ii H örn . _
«
torulosa B rocc ...................... .
V erm etu s arenarius L inné .......
carin atn s H örn ........
__
—
in tortus L am ...................
23 i __
358
sp .....................................
S iliqu aria anguina L ........
2 2 13578
!
Csecum gla b ru m (?) W ood ............
23 2
«
traehea M ont.
1234 —
358
P y ra m id ella p licosa B ronn .............
2 13 5 8
123
O don tostom a H örn esi R euss ........
—
3 —
p lica tu m M ont .
2347
2
358
unisulcatu m R ss, var. lagvis.
__
2
Schw artzi H örn . '....
123 —
35
V in dobon en se H örn .........
•--—
T u rb on illa costellata G rat ....................
35
densecostata (?) P h il .............
—
2
gra cilis B rocc .........................
2
1237
35
H u m b old ti R is s o ..... _
—
7 --p lica tu la B rocc ...........
2347
358
pu silla P h il . .... .... .......
3 -35
su b u m bilicata G ra t . ....
1 2 3 4 7 --- 1
3 58
«
«
«
Mar.-Ujvâr (7)
(Tormâs (9)
■M.-Ujvâr (7)
Limba (11)
Ker.-Almâs (7)
Csica6-Hagymâs(7) J
V
Maros-Ujvâr (7)
Maros-Ujvâr (7)
Bibicze (9)
1
m
Sonstige
Pânk
ă é
N a m e der A rten
Lapugy
Z* "î
? c
T u rb on illa pygm sea G rat .................. ...
12347
8|
«
tu rricu la E ic h w . .........................
575
1 2 3 7 i35 8
57 0 Acteeon cf. p in gu is ju v ..........................
7
sem istriatus F é r .........................
577
234
<
(
tornatilis L .................... . .... ....
578
123
2
579 H a lio tis V o lh y n ica E ich w ..............
,
3
3 5! —
580 Sigaretus clathratus L e c lu z __
2
«
h aliotoid es L __.... .... .............. .
581
7
35 —
.......
582 N atica h elicin a B rocc , „„
12 3 4 7 2 1 2 8 5 7 8 ; —
«
__
h em iclau sa (?) Sow . .... _____
583
2
«
584
J osep h iijia E isso ....... ....
12347
2 1 3 5 6 7 8! —
«
585
m illepu n ctata L am . ._ ._. .... .... 1 2 3 4 7
2
35 —
«
586
protra cta E ic h w . .... ____ ....
1
23
«
587
red em pta M ich t ......... .............
2
12347
.1 3 5 8 i —
«
__
588
sulcata (?) G rat .................
2
«
__
_
589
sp. ind. S te in k e rn e ........ ........
590 N eritopsis radu la H örn . _ _ ........
12347
2
«
591
D eck el ( = C yclidia valida
R olle .) ....... ........................
37
592 Nerita asperata D uj .........’....... .............
2
1234
«
593
distorta H örn ........... . _ ........
23
«
594
expansa R euss ....... . .... .... ....
123 2
«
595
giga n tea B e l l , et M ich t ........
23
«
596
G ratelou pan a F ér .._.................
2 3 4 7 __
((
597
p icta F é r ........... ................. .. ....
1234
2
3 5 8 j—
fl
598
P roteu s B on ............... .... .........
2 3 __
__
599 C h em n itzia m in im a H örn .
123
- s i—
«
600
p erp u silla G ra t ............. .... ....
1237
2
3 5 81 —
«
__
001
E eu ssi H örn . .... .... ........ ... .„
2347
«
602
striata H örn .............. ..............
1 2 3 7 __
003
Sturi H örn . .... ____ .... ........
3 __
004 B u lim a E ich w a ld i H örn . ...................
2 3 4 7 __
«
005
lactea d’ ÜRB......... . ....................
237
2 1
fl
006
p olita L .................. .........•_____
2 1
12347
358
«
007
subulata D on . ...............................
1237
2 !
358
i
__
608 N iso eburnea B is s ö
................... .
123
35
__
i
009 A clis L o v é n i H örn .
........
123
010 B issoin a B ru gu ierei P a yr . .............
123 7 —
35
«
011
B u rdigalen sis d’ O r b ..................
1237 —
35
«
012
decussata M ont .............. __ ....
2
123
135
«
013
L o u e li D esh . .... ....... ........... .
2!
12 3 4
«
014
M ora vica H örn . ....................
2 3 7 ___
H nerina d ’OBB........ . .... ........ ....
015
2
2347
358
«
016
o bsoleta P abtsch ............. ........
3 7 __
fl pu silla B bocc.................. . ........ 1 2 3 4 7 2
017
1358
fl
018
su b p usilla d’ ÖRB.......... .... ....
3
35
019 R issoa am p ulla E ic h w . ........ .... ........
3 —
020
angulata E ic h w ................. .......
1 2 3 __
35
«
0-21
Clotho H öbn ..................... .........
2347
35
«
__
622
con ulu s D e sh . ..„ .... ..............
2
623
costellata G rat . .... ........ .......
2
1234
358
«
024
cu rta D uj ............ .. ........ ..'......
2
23
025
extranea E ic h w ..........................
1
Fundort;'
Sztr. Szt Gyorgy( 7ţ
Csicso-Hagymas
(7), M.-Ujvăr (7)
F.-Szâllâgpatak(7)
.-Szâllâspatak(7f
jCsicsoÎHagymâs (7)
Tormâs (9)
1-2«
Sonstige
Name der Arten
0 S
Fundorte
3
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R issoa inflata A n dez .
.._ .... .......
«
L a ch esis B ast . ....
..„ ._.
«
«
var. lffivis. _______
«
lineata (?) P h ii ...........................
«
Mariae d’ ORB. .... . . . _______
«
M on ta gu i P ay b . .._ .... ....
«
M ou linsi d’ ORB_____ .. .. ______
«
O ceani d’ ORB. _..
. . . . ____ __
«
P a rtsch i H örn . . . _ _______ ___
«
plan axoides D enn . .... ....
«
pygm ffia M ich t . . . . . ____
«
scalaris D u b .
____ ....
«
Sch w artzi H örn . .... ._. .......
«
subpusilla D u b . .... ._
.._
«
va riabilis M ich t . .... ....
«
(A lvania iV eliscensis v. S ch w tz ,
«
V en us d ’O RB........
«
vitrea M ont __ ... .... ... .____
«
Z etla n d ica M ont__„..
P alu din a acuta D kapd ..... .... ....
___
«
effusa F knfd . .... ....
«
im m u tata F rn fd ......... ........
«
P a rtsch i F rn fd .......................... .
«
Sch w artzi F bn fd . ....
«
stagnalis B ast . .... .... ._. .......
B yth in ia cu rta R is s o ....................
M elan opsis A cqu en sis F è r .„, .... _
ii
im p ressa K rau s . . . . . ____ ....
«
tabulata H örn . .... .... .............
M elania P e cch io lii H örn . .... .._
P la n orb is sp. in det. (zw ei A rten) ....
B ulla B ro cch i M ich t . _ ... .... .......
«
clathrata D e f r . .... .... _ __
«
con ulu s D esh ............ . . . . ____
«
con volu ta B rocc________ _ ... „
«
L ajonkairean a B ast . ... .... ....
«
lig n a ria L ................... ........
«
lineata (?) P h il .......... .
«
m ilia ris B rocc. .... .... . . . ____
«
R egu lb ien sis A dams .... .... ....
1«
trun cata A dams ...................
«
u tricu la B rocc_____ .... ....
C repidula g ib b osa D e f r __.... .... .... __
«
u n gu iform is L am . .... .. . . ____
Calyptrsea C hinensis L __ _ _______
«
L a p u gy en sis N eug . ____
Gapulus B arandei H örn. ... . . . . ____
«I
h un ga ricu s L . .. ..____ ____ _
«
sulcatus B ronn . ____ ______
«
sp. n. .. .. _______ _______
N avicella A u in geri H örn . .... ....
F issu rella clyp eata G rat ,.... _ .... __
358
1237
358
2
12347
237
2347
3
1237
123
3
12347
123
3
35
35
35
8
35
(Râkosd(3),Tonné«
1(9), Mar.-Ujvâr (7ţ§
Mar.-JJjvâr (7)
J
Bibicze (9)
F.-Szâllâspat&k(7j|
F. - Szâllâspatak(M
F.-Szâllâspatek{7f|
Csicso.'t|
Hagymâs (7)
g
358
35
Mar.-Ujvâr (7)
1 2347
35
35
358
1237
37
7
347
35!
12347
Mar.-Ujvâr (7)
123 7
1357
37
123
358
27
123
1237
2347
358
358
2347
358
7
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2347
358
35
12347
1237
123
237
123
23
123
123
1 2347
4
35
35
35
5
1358
Csics6-Hagymâs(7)
35
2347
Mar.-Ujvâr (7)
(Tormâs (9)
(Sztr. SztG-yörgy(7)
2
I
§ M
«78
■679
«80
«81
« 82
«83
«8-i
685
«86
687
■688
«89
«90
691
«92
693
«9 4
«95
«96
«97
«98
F issu relia grseca L ........ __ ....
.... ....
«
Ita lica D e f r __.... _ ______....
Scissurella tran ssylva n ica E ss. .... ...
E m argu lin a clathrataeform is E ic h w .
S cutum B ella rd ii M ich t . -------... ....
D entalium badense P artsch . ____
«
B ou éi D e sh . .... .... ... .... __ ....
«
entalis L ................... .... _ ....
«
fossile L . ....
....... .... .... ....
«
gadu s M ont ..... _ ...... ........ ...
«
in cu rv u m E en . ....
... .... ....
«
Jani H örn . .... .... ... .... .... .„
«
M ich elotti H örn . ___ _______
«
m u tabile D ö der l .
«
pseu do-en talis Lam ............ __
ii
tetra gon u m B r o c c . . . . . ____
liim iila Ita lica B olle . .... ... ... .... ...
Planaxis B ielzi H örn . ... ........ .... ...
A laba Sch w artzi H örn . ... ... ....... ...
T rich o tro p is m od u lu s L . _
.... __
L io tia S toliczk a i H örn . .... .... ....
__
b )
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
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3
3
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237
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3
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34
123
1237
123 7
237
2347
123
123
7
3
3
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3
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2
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—
2
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Sonstige
Fundorte
358
35
—
35
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5
3
38
38
—
38
—
__
38
8
—
5
__
—
—
—
Cs.-Hagymâs (7)
--- Indal (7)
----__
7 Csâklya (7)
_ 7
1F .- Szällâspatak(7)
4__
7 IMar.-Ujvâr (7}
— —
— — F. Szâllâspatak(7)
— __
__
7
__
7
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— —
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__ __
__ __
— —
__
_ _
—
—
—
__
__
P c le c y p o d a .
Gastrochaena dubia P enn . .... .... .... ....
«
in term edia H örn . .... .... ...
T eredo N orveg ica S pengl , Steinkern
Psam m osoleH strigillatu s L . ... . ____
Saxicava arctica L . .... .... .... ......_. ....
Panopaea M enardi D e f r . ._ ....... ....
Corbula cf. B asteroti H örn . ____ ....
«
carinata D uj . ... .... ....... .... ....
«
«
gib b a O l iv i .... .........................
L a p u gy en sis N edgeb ........ . ...
«
revolu ta B rocc . ... . ____ .... .„
P léu rod esm a M a yeri H örn. . . . . ____
L u tratria o b lo n g a C hem n . _ ... .... ....
B asterotia corb u loid es M ay . ...
...
M actra trian gu la E en . ... ... ... ...
M esodesm a corn ea P o l i .
.... .... ....
E rvilia cf. p o d o lica E ic h w . (?) ... _
«
60
S.
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Felsö-Orbo
N am e d er A rten
Bujtnr
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TÖ .
ö O;
p u silla P h il .....
. . . ____ ....
T ellina com p ressa (G m el .) B rocc . ...
«
don acin a L . .................... ... ....
«
fasciculata N eugeb ......... ..... „
«
serrata (?) B ei/ . . . ...
.......
«
plan ata L . ... L . ... .... „ .... ...
«
cf. strigosa G m el ________ _
P sa m m ob ia uniradiata B rocc . __
Tapes gregaria P artsch . ___________
«
vetula B ast . ... ... .... .... ... ....
2
237
7
2
123
—
7
123
12347
2
2 7
3
—
—
237
—
—
12347
23
237
2
—
2
7
—
23
—
_
_
Sztr.Szt György(7)
/Szâraz-Almâs (7)
8
—
—
__ __ \Csegez (R)
__
2 3 5 __ _
__ 2 3 5 7 8 __ __
__ __
—
—
2 2 3 5 7 8 2 — Cs.-Hagymâs (7)
rCsicsö-Hagymâs
7
(7), Ribicze (9),
2
—
—
— — lCsegez (R)
—
. 2 __ __
—
2 3 5 __ __
—
7 __ __
—
—
__ __ Csegez (R)
— __
—
—
—
2 3 5 8 __ __
—
—
— — Mar.-Ujvär (7)
[Fel-Kenyér (P),
235
2
Tormâs (9),
IMar.-Ujvâr (7) '
235
—
2 3 5 8 -_ __
__
__
__ _
__
__ __
2
—
58 _ _
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—
2
—
5 8 _ __
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9
2357
- __ Fel-Kenyér (P)
—
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N am e d er A rten
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12347
V e n u s A glaurae B bo n g t . „ . ...............
«
1 2 3 7 --B a s t e r o ti D e s h . ... .... ...... . ....
«
7 __
B u r d ig a le n s is M a y ...................
((
2 --C h io n e L a m ................ . ...... . ....
«
12 3 4 7
c la t h r a t a D u j . ......... ... ... ....
2
«
c in c t a E i c h w . .... ... ....... . ...... . 1 2 3 4 7
—
c ra ssa te llse fo rm is P u s c h ........
«
237
«
D u ja r d in i H ö r n ................. _ ....
2
«
123
fa s c ic u la ta R e u s s __ .... ............
„
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H a id in g e r i H ö r n . .... ......... ...
,<
—
—
is la n d ic o id e s L a m .............. . ....
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n ia r g in a ta H ö r n .
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1237
Sonstige
Fundorte
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1
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— i — Cs.-H agym âs (7h — :—
--i — Cs.-Hagymâs (7),
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JCs.-Hagymâs (7)v
,
12 3 5 — ICsegez (E)
Cs.-Hagymâs (7)
58
2!
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— 1 2 3 5 7 8 — : -—
— ■ 7
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8 —
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(Lim ba (V örös2 3 5 — — (hegy) (9)
—
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—
—
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2
—
—
5 7 — — fCs.-Hagymâs i7L
—
—
23 5 8
2
iln d al (7)
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—
—
— —
123 —
2
12 34 7
m u lt ila m e lla L a m ........... ... ....
1 23
o v a ta P en n ... .................. ..............
1237
p lic a t a G m e l ........ .... ... .........
1247
«
p rs e cu rs o r M a y ...... ... .... ... ....
23
«
s c a la r is B r o n n .............. . .........
2 3
((
u m b o n a r ia L a m .............. . ... ...
3
«
W a s h in g t o n i H ö r n . ------- ....
12
D o s in ia o r b ie u la r is A g ..................... . ...
—
C y th e r e a C h io n e L a m ......... . ............ ..
7
«
e r y c in a L a m ........... — .... .... —
123 7
«
P e d e m o n t a n a A g ----- „ ------ ...
C ir ce e x im ia H ö r n ......... ......... — ~~...... 1 2 3 4 7
123 7
«
m in im a M o n t . .... ......... .........
2 —
C y p r ic a r d ia A c k n e r ia n a N e u g e b ...........
2 —
«
B r o n n e a n a N e u g e b .......... . ....
2 —
«
H ö r n e s ia n a N e u g . ... .... _ . ...^
12 —
«
T r a n s s y lv a n ic a H ö r n . _ ...
—
—
I s o c a r d ia c o r L .
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237 —
C a r d iu m c in g u la tu m G o l d f ............ . ™
2 3 —
«
C y p r iu m B r o c c ___ .... ...............
—
—
«
D e s h a y e s i H a u e r ......... .........
234 —
«
d is c r e p a n s B a s t ............. . .... ...
2 3: —
((
e c h in a tu m L . v a r __ ... .........
2 7 2
«
fr a g ile B r o c c .
.... ... ... ...... .
—
«
liia n s B ro cc .................... ..
....
2 4 7- «
h ir s u tu m B r o n n . .... ...... . —
<(
4! —
M ic h e lo tt ia n u m M a y .
12 7 ■
—
«
m u lt ic o s t a t u m B rocc .................
71 —
«
o b s o le t u m E ic h w ..... -----------«
p a p illo s u m P o l i .................... .... 1 2 3 4 7; 2
1—
«
p o r u lo s u in (?) L a m . ............. .
1 2 7; — ■
«
T u r o n ic u m M a y . .............. ... ....
«
<(
v a r ..... ..........
2:
«
—
—
s p . .............. ............ ................. ........
1 2j 2
C h a m a A u s t r ia c a H ö r n .........................
12 3 7 —
«
g r y p h in a L a m ........., ............ - ......
124 7 —
«
g r y p h o id e s L a m ........... . .... ...
«
s p . ju v . .... ......... _ . . . . ------- ....
—
—
—
D ip lo d o n t a t r ig o n u la B ro n n .
—
1 2: 2
L u c in a A g a s s iz ii M ic h t .......... ............
—
—
a n n u life ra (? ) S a n d b . . . ...... .
«
—
—
—
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—
—
—
—
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—
—
5
1235
—
—
7 8; —
1 2 3 5| —
—
—
—
1235 —
—
—
12358 —
2 —
258 —
—
—
2
—
2 —
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—
—
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8:—
8' —
—
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5
Os.-Hagymâs (7)
—
—
—
—
—
—
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—
—
—
—
—
—
—
—
—
—
—
—
—
Cs.-H agym âs (7)„
L im ba (4), Sztr.
Szt.-G yörgy (7;
Fel-Kenyér (P).
1
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Sonstige
N am e d er A rten
P.
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N2
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122
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121.
125
126
127
128
129
130
131
132
133
L u c in a B e y r ic h a n a N e u g e b ............ ....
«
B ie lz a n a N e ü g ___ ._. ............ .
«
c f. b o r e a lis L . j u v ..... _ .........
«
B r o n n a n a N e u g e b . .... ....
«
c o lu m b e lla L a m ......... ...................
M
d e u ta ta B a s t ................... .........
«
d e p la n a ta N e u g ................ ...... .
«
D u ja r d in i D e s h ............ . .........
«
d e c o r a t a W o o d ................... .........
((
e d e n tn la D e s h . .... . . ...............
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o x ig u a E ic h w .
... ...................
((
F u ssi N eug.
...........................
«
g lo b u lo s a D e s h . .........................
«
H a u e r a n a N e u g . .....................
«
H a id in g e r i H öhn .
....
«
H ö r n e s ia n a N e u g ................. ..
«
iu c r a s s a ta D u b . ........................ .
«
ir r e g u la r is A g . ......... ..............
«
(? ) la c te a L a m ....................... . ....
«
L a p u g y e n s is N e u g ........... . »
«
le o n in a B a s t .............................■....
«
m in im a N e u g . ...........................
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m io c e n ic a M ic h t . _.. .._ .... .
«
m u lt ila m e lla D e s h ....................
«
n o d o s a N e u g ..... ............... .........
((
o r n a ta A g . ............... ................
«
p e c t e n L a m . .......................... ....
«
R e u s s a n a N e u g , .............. . ...
«
r e tic u la ta P o l i ............ . .........
«
s c o p u lo r u m B a s t ..........................
«
s in u o s a D o n ............................... . ....
<(
S ism on d ee D e s h . ...................
«
s p in ife r a M o n t . ................... .........
((
s u b s c o p u lo r u m d ’ ORB. .... ....
«
t ig r in a R a s t . ............. . ...............
K e l l i a a m b i g u a N y s t .................. ..............
E r y c i n a a m b i g u a N y s t ............ ..............
C r a s s a t e l l a M o r a v i c a H ö r n ......... . ....
«
d is s ita E i c h w .
.... .... ... .... ....
C a r d ita a c u le a ta E i c h w . ... _.. .... ..........
«
c a ly c u la t a I .__.... .......................
«
c r a s s ic o s ta L a m . . .... ._ ........
«
D esh ayesi
... .......................... .
«
e lo n g a ta B r o n n ......................... ....
«
h ip p o p e a B a s t .
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«
J o u a n n e ti B a s t . .... ._. .... ... _
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«
A s ta r te
P a r ts c h i G o l d f .
... ........
....
r u d is ta L a m ............... ......... ..........
s c a la r is S o w ....... ............. _ . ....
S c h w a b e n a u i H ö r n .......... ...... .
T r a n s s y lv a n ic a H ö r n ...............
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3 5 - - — R âkosd (3)
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Kâkosd (3)
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Indal (7)
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—
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jCs.-Hagym as (7)
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2
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2
2
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2 —
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3
2
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3
12
12 7
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3
1Cs.-Hagymâs (7),
JLim ba (9),
lcflu csa (B)
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12 3 5 £
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Batiz (2)
Batiz (2), Sztr.
Szt.-G yörgy (7)
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1
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Dr. Anton K och : I>ie Tertiärbildungen des Beckens der siebenbürgischen Landestheile
9
130
a
Sonstige
N a m e der A rten
Fundorte
134 Nucula Mayeri H ö r n .................
135
«
nucleus L .........
.....
136
«
o b l i q u a L a m . __.......... ..
137
«
placentina L a m ........ . .
138 Nucinella ovalis W o o d . _____
139 Leda clavata C a l c ..............
140
«
fragilis C h e m n . .. .......
141
«
m i n u t a B r o c c . .._
142
«
nitida B b o c c . .................
143
«
p u s i o P h i l ..................
144
«
sp. a ff. pusio P h i l .....
145
«
p yg m a sa M ünst.
....
146 Lim opsis anomala E i c h w .
147 Pectunculus cor L a m . „ . _
148
'I
insubricus B r o c c . ...
149
«
obtusatus P a r t s c h . ..
150
151
152
153
154
155
156
157
158
159
160
161
162
«
pilosus L.
P e c tu n c u lu s p o ly o d o n t u s B rocc.
A rea
A c k n e r ia n a N e u » .
«
b a r b a t a L __ .... _ ....... ...
«
B ie l z a n a N e u g .....................
«
B o h e m i c a R e u s s . ....
«
c l a t h r a t a D e f r . ....
«
d i c h o t o m a H ö r n . ....
«
d i d y m a B r o c c .........
«
d i l u v i i L a m ....................
«
d o n a c i f o r m i s L a m . .... ........
«
l a c t e a L ................. .
«
L a p u g y e n s i s N e u g __
«
N o se L ..................... .. .... _
«
p a p i l l i f e r a H ö r n __
«
p e c t u n c u l o i d e s S c a c c h i ....
«
p i s u m P a r t s c h . .......................
«
p s e u d o lim a R s s .
«
T u r o n i c a D u j .............. .
«
u m b o n a t a L a m . ............ .........
«
a n n . s p ..........
.. .... .... _
M o d i o l a b i f o r m i s R e u s s . .... ....
«
B r o c c h i M a y . .... _____________
<(
d i s e o r s L . ... .... ................
«
H ö r n e s i R e u s s . _ ........
L it h o d o m u s A v it e n s is M a y .
M y t i l u s o b l i t u s M i c h t ........ __
«
s u p e r b u s H ö r n .............. .
C o n g e r i a B a s t e r o t i D e s h .................. .
«
P a r t s c h i C z j z . __ ............. .
163
164
165
166
167
168
169
170
171
172
173
174
175
176
177
178
179
180
«
t r i a n g u l a r i s P a r t s c h . a ff....
181
«
s u b - B a s t e r o t i D e s h ........... .
182 P i n n a t e t r a g o n a B r o c c .... ............
183 A v i c u l a p h a l a m a c e a L a m ........
1 2 7| 2
1 2 4 7' 2
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23 5
235
1235 7
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Csâklya (7)
Csâklya (7)
Csâklya (7)
Cs.-Hagymâs (7
2
27
8
3 —
1237
3
1 2
12 4 7
12 4 7
125
3 5
23 5
2
158
/Felsö-SzâllâsIpatak (7)
Cs.-Hagymâs (7
Fel-Kenyér iP),
Mar.-Ujvâr (7),
Cs.-Hagymâs (7‘
F.-SzâUâspatak
(7), Koncza (7)
23
1 2347
2
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23
1237
,2 3
2347
1 3 7!
12 3 5
Cs.-Hagymâs (7J
1235!
Cs.-Hagymâs (7)
Fel-Kenyér (P),
F.-Szâllâspatak(
2 1 2 3 5 7 8]
2
3 5]
12358
Csucsa (B)
2
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12
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215
216
217
218
219
220
221
222
A v ic u la sp . F r a g m ..... .........
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P e rn a
S o ld a n ii D e s h .
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m io c e n ic a SiSM. .... ...... _ ........
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L a p u g y e n s is N e u g e b __
«
in fla ta C h e m n . j u v .......................
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s q u a m o s a L a m .............. ... .........
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s u b a u r ic u la ta M o n t . ....
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P e cte n A c k n e r ia n u s N e u g ....................
«
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...............
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B e sse ri A n d r z . .... ....
«
B e u d a n ti B a s t ........ .._
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«
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c r is ta tu s B r o n n .... .................. ..
«
d e n u d a tu s R e u s s ..... . „ _____
«
d u o d e c im la m e lla t u s B honn .
«
e le g a n s A n d r z ........... ...............
«
fla b e llifo r m is B ro c c ....................
la t is s im u s B r o c c ........................
«
L e y tlia n u s P a r t s c h ............. . ....
((
M alvinase D u b . ......... .... ...... .
R e u s s i H ö r n ....................
«
R o lle i H ö r n ..... .................
«
s a r m o n t ic iu s G o l d f .
«
s c a b r e llu s L a m ..... ...... .
<(
s p in u lo s u s M ü n s t . _ ....
<(
«
v a r . L a p u g y e n s is
«
s u b s tria tu s d’ ORB. ...... .
((
cf. T o u r n a li S e r r e s ......... .
H in n it e s D e fr a n c e i M ic h t . .............. .
P iic a tu la m y t ilin a P h i l .
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«
r u p e r e lla D u j __ ... .... ....
S p o n d y lu s c r a s s ie o s t a L a m . .........
«
m io c e n ic u s M ic h t . _ .... ...... ..
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(Fel-Kenyér (P),
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Csâklya (7)
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Csâklya (7)
Csâklya (7)
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Sonstige
Fundorte
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2
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2
N.-Oklos (7),
Jo-V alcsei (7),
Telek(3),Doboka
(7), Csâklya (7),
Cs.-Hagymâs (7),
Szâsz-Orbo (7),
P okol-V alcsel (7),
A.-Nâdasd (7)
Kâkosd (7),
L ozsâ d (7)
B âgyon (li)
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O stre a fim b r ia t a G k a t ............... .
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g in g e n s is S c h l o t h . sp . .... ....
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H ö r n e s i R e u s s .......... ....................
«
h y o t is B ro c c ................... ...... .
«
p lic a t u la G m e l ..... ......... _
A n o m y a B u r d ig a le n s is D e f r . .
«
c o s ta ta B rocc .... ......... ... .........
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s tria ta B r o c c .............. ._. ....
...... .
...............
«
sp . ju v .
N a u tilu s (A tu r ia ) A tu r i B r o n n . .... ....
*
B u e k la n d i M ih t ..............
....
1
A r g io p e e is te llu la S u e s s ............ .. ........
«
d e c o lla ta G m e l .._........... ....
C iste lla N e a p o lita n a S cacc ___ .... .... ....
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s q u a m m a ta E ic h w . ... .... . .
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cf. c o r d a t a R i s s o .......................
«
cf. c u n g a ta R i s s o ..........................
T e r e b r a tu la g r a n d is B l u m ....................
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cf. p u s illa E ic h w . .................. .
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«
K o e n e n i K it t l . ............ ........ ....
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L a p u g y e n s is K it t l . ... .... _
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JBäkosd (7), Sztj
(Szt.-G yörgy (7)'
Csâklva (7)
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K is-D iszn6d (S)
K is-D iszn od (S )
Cs.-Hagymâs (7)>
8 I
b) Literatur-Quellen in Bezug auf die Bryozoen und Ostraeoden.
1. = D i o n y s S t ü k . Bericht über die geologische Übersichtsaufnahme
des südwestlichen Siebenbürgens. Jahrb. der k. k. geol. Keichsanstalt,
Wien XIII. (1863) p. 81. (Die Bestimmung der Bryozoen-Arten wurde von
Fi.KD. S t o l i c z k a ausgeführt. Dasselbe Verzeichniss ist auch auf S. 611 der
Geologie Siebenbürgens (1) mitgetheilt.
2. — A. E. E e u s s und A. M a n z o n i . Die folgenden Nummern des Lit.V erz.: (176 1 und (203).
3. = Dr. E m . H k j j a s . Die folgenden . Nummern des Lit.-Verz. : (89)
und (289).
4. = Dr.. E m . L ö r e n t h e y . Die Nr. (280) das Lit.-Verz.
1
N a m e d e r A rte n
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O risia e b u rn e a L a m .......................... ........
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E d w a r d s i E e u s s ....... . ...............
«
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«
H a u e r i B s s ......................................
«
H ö r n e s i B s s ..................................
D ia s t o p o r a a c u p u n c ta t a N o v . ...............
«
b u jt u r ic a H é jjas ............ . .. .
«
n o v a P e b Cx. et M ü n ............_.....
D e fr a n c ia B r o n g n ia r t i M . E d w . et H .
«
d e fo r m is E e u s s .............................
«
fo r iu o s a E e d s s . .........................
«
in t e r r u p t a B s s ...................... .. ....
«
p r o lif e r a E s s ................... . .........
B e p t o t u b ig e r a d is tic h a M ic h . ........
T u b u lip o r a d im id ia t a E s s .
........... .
«
p lu m u la E s s ..................................
H o r n e r a s e r ia t o p o r a E s s .......................
«
s tria ta E d w . .... ..........................
I d m o n e a p e r t u s a E s s . ............... ...... .
«
p u n c ta ta O b ....................................
«
se r p e n s L .
......... ..............
E n t a lo p h o r a G e in it z i E s s .......................
«
c la v u la B s s ...................................
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«
p r o b o s c id e a M . E d w ................
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«
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P ilis p a r s a e le g a n tis s in ia . M a n z ...........
«
s e r ia t o p o r a E s s .
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«
v a r ia n s B s s ............. .... ... .........
F a s c ic u lip o r a sp . an m u lt ifid a B u s k .
C e r io p o r a a r b u s c u lu m E e u s s .......... . ...
«
g lo b u lu s E s s ................................
B a d io p o r a G o ld fu s s i B s s .
H e t e r o p o r e lla d e fo r m is B s s ......... .
C e lla r ia liia n s E e u s s .................................
«
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«
M ic h e lin i B s s .............................. .
«
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S c r u p o c e lla r ia g r a n u life r a B s s ..............
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M a n z o n ii S ku .
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s c r u p o s a L ....................................
M e m b r a n ip o r a a n g u lo s a B s s .................
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«
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53 M e m b r a n ip o r a fr . s u b tilim a r g o R s s .
54
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s e m ia p e r t a R e u ss
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55
«
su b o v a ta N o v a k .............. ..............
56 M ic r o p o r a n o b ilis E sp . ............. . .........
57 L e p r a lia a n is o s t o m a R e u s s ..............
58
«
an sa ta J o h n s t . var. p o r o s a R ss.
59
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a s p e r r im a R e u s s .................... ...
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g r a n iü ife r a R s s ..................... „ .
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«
in t e r m e d ia R s s ..............................
62
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la b io s a R s s ....................................
63
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m o n o p o r a R s s ........... ....................
64
«
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65
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P a lla sia n a M o l l ....... ....................
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te n e lla R s s . v a r..........................
67
«
tu r g e s c e n s R e u s s . .....................
68
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69
«
v e n u sta E ic h w ............................. .
70
«
v io la c e a J oh nst ...........................
71 C o lle to s ia E n d l i c h e n R s s . ....................
7a C r ib r ilin a ra d ia ta M o l l . .......................
73 M i c r o p o r e l l a v io la c e a J o h n s t .
.... ....
74 M u c r o n e lla a r r e cta R s s . .....................
75
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B e n e c k e i K o sc h .............................
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c o c c in e a A b i l g ............. ............ .
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d e c o r a t a R s s . ............ ..............
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80
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lim a R s s .........................................
81
«
te rn a ta R s s . . . ... .... ...............
82 O d o n t o p o r e lla a d p re s s a B u s k . .........
83
«
a n is o s t o m a R s s .,............ _ ........
84
«
o d o n t o s t o m a R s s .......................
85
«
s u lcifa ra R s s . ... ........................ .
86 P a c h y k r a s p e d o n la u tu m K osc h .
87 S c h iz o p o r e lla a s j)e r r im a R s s ........ . ....
88
«
a u r ic u la ta H a s s . .... ....... . ...
89
«
a u rita R s s ......................... ............ .
90
«
c o g n a t a R s s ...................................
91
«
g o n io s t o m a R s s . ...........................
92
«
in t e r m e d ia R s s .......... ...............
93
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o g iv a lis R s s .
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94
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t e tr a g o n a R s s ................. ....
95
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v e r r u c u lo s a R s s ................. .... ._.
96
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Z u jo v ic i P e r g e n s ................
97 E s c h a r a c e r v ic o r n is P a l l . .....................
98
«
c o c c in o p h o r a R s s ................. ....
99
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c o s ta la R s s . .............................. .
100
«
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101
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m o n ilife r a M . E d w ...............
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102
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103
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n e g le c ta M a n z . .... ............ ........
104
«
o c u la t a M a h z . ............ ........ ....
105
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stip ita ta R s s .......... ....................
106
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s u lc a to p o r o s a H é j j a s
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131
132
133
134
135
136
137
138
139
140
E s c h a r a te s s u la ta R ss. .................. . ....
H e m e s c h a r a p o r o s a R s s .......................
«
m a r g in a t a R s s ............ ...............
R e t e p o r a B e a n ia n a K in g . .... ... .... ...
«
c e llu lo s a L ............... .... ......... ....
«
m a r g in a t a R s s ........ . ......... ....
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R u b e s c h ii R s s .............. . . . . _____
O e lle p o ra a n g u lo s a R s s ........................ .
«
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a v ic u life r a M a n z . .....................
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cse sp ito sa B k . ... .... .... ............ ._
«
c o r o n o p u s W o o d . .... ... .... ...
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c r a s s a M a n z ........ _ ............ . ...
«
g lo b u la r is B r o n n ......................
«
g lo b u lu s R e d s s ........... .................
ii
g o n io s t o m a R s s . .._ .... ...... .
«
g r a n u life r a R s s . ....... . ._. ....... .
«
H e c k e li R s s . . .... _ ...... ........
«
iv ifo r m is E ic h w .................... . ...
«
p o l y p h y m a R s s ........... „ .............
«
te tr a g o n a R s s ............................... .
«
t u b ig e r a B u s k . ... ... .... .... ...
«
v e rru co s a R ss.
.......... . ...... .
C u m u lip o r a a n g u la ta M ü n s t .............
«
t r a n s s y lv a n ic a R s s .......... ....
P u s t u lo p o r a a n o m a la R s s .
.... ....... .
«
p u lc h e lla R s s . .... .... ....... . ...
.
«
sp a r sa R s s ..............................
D o m o p o r a ste lla ta (G o l d f .) ... .........
V a g i n o p o r a p o ly s t ig m a R s s . .... .... ....
P a v o tu b ig e r a p lu m a R s s . ... . . . _____
M y r io z o u m tru n c a t u m P a i ,l .._............
C n p u la ria c a n a r ie n s is B k . .... .... ... ...
«
H a id in g e r i R s s .................... ....
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N a m e d er A rte n
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135
Sonstige
Fundorte
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C y th e r e lla c o m p r e s s a (M ü n st .) R s s .
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a n g n la t o p o r a R e u s s ..... ... ....
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c a n a lic u la ta R s s .... ....... . ... ...
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c ic a t r ic o s a R s s __ _ .... ... ...
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p lic a t a M ü n s t . ... ............ . ...
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p o ly m o r p h a H é jjas ...... ........
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p u n c t a t a M ü n st . ......................... .
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p u n c t a t e lla R s s . sp . ... .... ...
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similis Kss. sp..._ .... ..............
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tenuiplicata H é .tja s ................
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triauricula H é j j a s ................
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trigomila J o n e s . .... .... ..........
«
W etherelli J o n e s . .............. .
«
Woodiana J o n b s ........... _. ... ....
Cythereis angusticostata B o s q ü ............
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clathrata lls s ....... .... ....
«
corrugata Kss. .... ._. ..... .......
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Mârtonfii H é .t.tas .... ............. .
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Fundorte
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histrix. (Kss.) J o n . .... ............. .
Cytheridea heteropora E g g e r ..........
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Mülleri (M ü n s t .) B o s q u ............
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Sztr. Ohaba (:i)
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var intermedia J o n e s . . . ..........
«
tumida Kss. .... ._.......... .
....
Cytherina setigera Kss ......... . ... .... ...
Bairdia pectinata H é j j .......... .... .........
«
subdeltoidea M ü n s t ..................... .
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trapezoidea H e j .t.......... . ..... .
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:
-
c) Literatur-Quellen in Bezug au f die Echinoidea ..
Die Nummer (10:2) de« Lit.-Verz.
Die Nummer (253) des Lit.-Verz.
3. = E m . L ö r e n t h e y . D ie N u m m e r (280) d e s L i t . - V e r z .
4. = L tjdw . E o t h v . T e l e g d . Die Nummer (324) de,s Lit.-Verz.
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D i '. G u s t a v L a u b k .
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E c h in o c y a m u s tra n ssy lv an icu sL A U B E
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o v a tu s A g .................................... ..
S c u t e lla v in d o b o n e n s is I jAu b e
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su b r o tu n d a (? ) L a m .................
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E c h in o la m p a s h e m isp h se r ic u s
L a m . v a r. K h o d i L a u b e ..
C ly p e a s te r cf. fo liu ru Ä g a s s . ...............
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ef. p a r v u s D u c h ................ _ ....
S c h iz a s te r cf. K a r r e r i L a u b e
...... .
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3
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4
—
Fundorte
137
i) Aihthozoa,
Da in der Literatul- aus den ober-mediterranen saiidig-thonigen
Schichten des siebenbürgischen Beckens nur von zwei Fundorten be­
stimmte Korallen angeführt sind, setze ich diese abgekürzt hinter den
Namen der Art : so /.. = Ob.-Lapugy und B. = B ujtur: die Anfangsbuch­
staben der Autorennamen aber werden in Klammern zwischen den Arténiiiiinen und dem Fundortzeiclien gesetzt, so :
(R) = A. E. Rbtjss. Die fossilen Korallen des österr.-ungar. Miocnsns.
Penkschr. der k. Akad. der Wiss. Wien XXXI. Bd. 1871.
(H) = Julius Halavâts. Die mediterrane Fauna von Ober-Lapugv.
Földtani Közlöny. YI. B. 1876. p. 229.
(N) = L. Neugeboren. Systematisches Yerzeielmiss der in den Mioc;enscbiehten bei Ober-Lapugy vorkommenden fossilen Korallen. Yerh. n.
yYlittheil. des siebenb. Vereines f. Naturwiss. in Hermannstadt. XXYII.
1S77. p. 41.
Demnach wird das Yerzeicliniss folgendes sein :
Aphyllacis ramulosa Eeuss. (N) ( E )......................,
L.
Balanophyllia variavs Ess. (N) (E) .........
....
L.
«
concinna Ess. (N) (E) ...
......... '............... L.
«
irregularis Segu. (N) _
......................
L.
s Stephanophyllia imperialis Mich. (N) (E) ............................. L.
Lithophyllia ampla Ess. (Eeuss) (N) ........
................
L.
Syzygophyllia brevis Ess. (N) (H) (E)
...............
... L.
Favia maijnifica Rss. (N ).............. . .........
.........
L.
IleliaMraea Defraneei M. Edw. (N) ......................................... L.
in
«
Remsatm M. Edw. (N) (E)....................................
L.
«
oligophylla Eeuss.. (N) (E) ................................... L.
«
conoidea Ess. (N) (E) ...........................................
L.B.
Solenastraea distans Ess. (N)
............... .........
......... L.
«
lenera? Ess. (N)_. ....
............... ... ...
L.
io
«
manipulata Ess. (N) ........................................... L.
«
approximata Ess. (N) (E) ............................
L.
Astraea Fröhlichiana Ess. aff. (H) ......................
... ...
L.
Kxplanaria astroües (?) G oldf. (H) .............. ................ ...
L.
Prionastraea Neugeboreni Ess. (N) (E) ... .........
... ... L.
no Cladocora Prevostana M. Edw. (N) .............. . ... ....... .
L.
Rhizangia procurrms Ess. (N) (E) ......... ._ ............... ... L.
? Stylina inopinata Ess. (N) ... ... ... ... ... .............. .
L.
Oculina parvistella Ess. (N) (E) _
... ... ........
... ... ... L.
Caryophillia sp. ?
(H)......... ... ... ... ... ... ...
L.
-25 Coenocyathus depauperatus Ess.
„
.... ... ... ... ... ... L.
Coenocyatkus sp. ?
......................... ,
Acanthocyatlms transsylvanicus Bss. (H) (E) .........
Trochocyathus affinis Ess. (Eeuss) (N)„.. ................
«
sp.
.... .........................................
...
...
.........
Paracyathus flrmus P h i l . (N).... .... ....... . .... ..„
Thecocyathus sp. (zwei Arten) (N ).............................
.........
Ceratotrochus multispinosus A. M . E d w . (H) (E) .... .........
«
multiserialis M i c h . (N)
......................
.... ....
Conotrochus typus S e g u . (N) .................................... .........
Discotrochus Duncani Ess. (N) .... .... ......................
.........
Flabellum multicristatum Ess. (E)
...............
.........
«
an n. sp. (N )...............
.... ....... ............... .... ....
L.
L.
L.
L.
L.
L.
L.
L.
L.
L.
L.
L.
d) Literatur-Quellen in, Bezug au f das Verzeichniss der
Foraminiferen.
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i) F o r a m in ife r a .
C o r n u s p ir a in v o lv e n s E ss. .... ...............
«
p lic a ta C z j z ...... ._ .... .... .........
«
r u g u lo s a E s s ....................... .........
O r b u lin a u n iv e r s a cTO k b . ....... . .........
G la n d u lin a a b b r e v ia ta N e u g .................
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d is cr e ta E s s ............. ....................
«
e le g ä n s N e u g ............................... .
«
lîe v ig a ta d’ OKB..... __ ............ .
«
n e g le c ta N e u g ............ .. ... .... .._
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Csâklya
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Balâsfalvaj
Bujtur
Lapugy
N a m e d er A rte n
j
Laufende I
Nr.der Art 1
1. = J. L. N e u g e b o r e n . Foraminiferen von Ober-Lapugy. Mitth. u.
1
Yerhandl. des Herinannst. Ver. f. Naturwiss. 1850— 52 und Der Tegel|
thon von Ober-Lapugy. Daselbst 1850. I. p. 163.
|
2 . = D io n ys S t u r . Bericht über die geol. Ubersichtsaufnahme des
ş
südwestl. Siebenbürgens. Jahrb. der k. k. geol. Eeichsanst. XIII. (1 8 6 3 )
j
p . 76. (Dieses Verzeichniss ist auch in H a u e r u . S t a c h e ’ s «Geologie Sieben1
bürgens» aufgenommen.)
3. = J u l i u s H a l a v ä t s . Die Nummer (188) des Lit.-Verz.
|
4. = A u g . F r a n z e n a u . Die Nummer (265) des Lit.-Verz.
5. = Dr. A n t o n K o c h . Die folgenden Nummern des Lit.-Verzeichj
nisses : (87), (184), (185), (262) und (268).
.
6. = Dr. Ludw. M a r t o n f i . Die folgenden Nummern des L it.-V erz.: •j
(45), (230), (246) und (281).
5
7. = F. S c h r o d t . Die Nummer (287) des Lit.-Verz.
8. = Dr. E m . L ö r e n t h e y . Die Nummer (280) des Lit.-Verz.
9. = Dr. F e l i x K a r r e r . Gesammelte Beiträge zur Foraminiferenfauna . >
von Oesterreich. III. Sitz.-Ber. der k. Akad. d. Wiss. in Wien 1867. p. 357.
;
Sonstige
F undorte
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4
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7
fC s.-Hagym âs (6).
|Szâsz-Orbo (25)
Szâsz-Orbo (5)
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139
N am e d er A rten
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B o u e a n a d ’ ORB..,. ._. ._. .........
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B r o n n a n a N e u g ................ ._. ....
«
B r u c k e n t h a lia n a N e u g ...... ....
«
c la v se fo rm is N e u g . .... .... .... . .
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m u lt ic o s t a N e u g . .... .... .........
«
N e u g eb oren i K eu ss.
.... .... ....
((
n o d ife r a N e u g . _ ...... _ .........
«
O r b ig n y a n a N e u g . .............. . .. .
«
K o e in e r a n a N e u g .......................
<(
R e u s s a n a N e u g . ................... . ....
«
sp in ico sta - d ’ ORB................ _. ....
«
s p in o s a N e u g ..... .._ ._. .... .... . .
«
S c h a r b e r g a n a N e u g . ......... ....
<(
s tip ita ta B s s . .._ ...........................
((
v e r u c u lo s a N e u g ...... ......... ...
D e n ta lin a a b b r e v ia ta N e u g ................. :.
«
A d o lp h in a d’ ORB.................. ....
a c u ta d ’ ORB. _ ._. ....... . .........
b a d e n s is d’ ORB__ ... ...............
«
«
B o u e a n a d ’ ORB. .... ...................
«
B e y r ic h a n a N e u g . _ .._ .... ....
«
c a r in a t a N e u g . .._ ....... ............ _
«
c r e b r ic o s t a N f.u g . .... ................
«
c o n fe r t a N e u g .............. .... ..........
«
d is p a r E e u s s . . . .... .... .... ....
«
E h r e n b e r g a n a N e u g . ............. .
2
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2
2
2
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2
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2
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Sonstige
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Fundorte
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ISzâsz-Orbo (5),
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26
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14(1
'6 4 D e n ta lin a e le g a n s d'O itB ......................
65
«
g lo b u lig e r a N e u g . ............
66
«
G e in itz a n a N e u g . ...........
67
«
H ö r n e s i N e u g .................._.
68 .
«
H a id in g e r i iî 'O k b .............. ...
69
«
H a u e r i N e u g . ..................... .
70
«
in o r n a ta d ’ OBB.....................
71
a
L a m a r c k i N e u g ....................
72
«
m u c r o n a t a N e u g . ...............
73
ii
o b liq u w s tria ta Ttss. .... ....
74
a
O r b ig n y a n a N eug,.... __ .,
75
a
o r n a ta N e u g . ........................
76
ii
p e r v e r s a N e u g .....................
77
«
P a r ts c h i N e u g ........................
78
«
p a u p e r a ta (VO e b ............ ....
79
a
p u n c t a t a i I O r b ............... . ..
80
«
p u n g e n s J{e u s s ................ __
81
a
p yg m aea N e u g ........ ... .......
82
«
E e u ss i N e u g ......... ...... .
83
«
R o e m e r i N e u g ........................
84
a
s u b tilis N e u g ....................
85
«
s o lu ta R e u s s . .............. .......
S6 a
su b u la ta N e u « ...................................
,s7«
s p in ig e r a N e u g . _ .. . „ ..
88
«
S c h a r b e r g an a N e u g . .... ....
89
«
s ca b ra E e u s s . .... ...................
90
a
s u b c a n a lic u la ta N e u g ........
91
« s u b s p in o s a N e u g . .... .... ...
92
' « t r ic h o s to iu a R s s .....................
93
« te n u is N e u g . .................. .... ...
94 F r o n d ic u la r ia A c k n e r a n a N e u g .
95
« cu ltra ta N e u g . .......... . .... ...
96
a d iv e r s ic o s t a t a N e u g . ...........
97
« d ig it a lis N e u g . . .... .... ...
98
« H ö r n e s i N e u g .........................
99
« ir r e g u la r is N e u g . ........... ._
100
« L a p u g y e n s is N e u g . ■ ...........
101
« m o n o c a n t h a K ss.
.... ...........
102
« p u lc h e lla N e u g ................ ....
103
« s p e c io s a N e u g ................ ....
104
« t e n u ic o s ta N e u g . ............. .
105
«
tric o s t a t a K s s .............................
106
«
v e n u s ta N e u g ...........................
107 A m p h im o r p h in a H a u e r a n a N e u g .
108 L in g u lin a c o s ta ta d ’ OKB............ . .
109
«
p a p illo s a N e u g .................... ....
110
a
r o tu n d a ta d ’ OBB................
.1 1 1 Y a g in u lin a b a d e n s is d'O R B ..................
112
«
B r u c k e n t h a li N e u g . ._. ....
113
«
c o s ta ta N e u g ..................
....
114 P s e c a d iu m e llip t ic u m N e u g ..............
115
a
s im p le x N e u g .
.... .„. ....
116 M a r g in n lin a a tte n u a ta N e u g .
.
117
«
a n e e p s N e u g .................. .... „
26
ISzâsz-0rb6 (5),
(Bibic.cze (2)
liibioüe (2)
Csâklya (5)
Szâsz-Orbo (5)
1
141
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Bujtur
N am e d er A rte n
Lapugy
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121
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123
124
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126
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129
130
131
132
133
134
135
136
•137
138
139
140
141
142
143
144
145
146
147
148
149
150
151
152
153
154
155
156
157
158
159
160
Ifil
162
163
164
165
166
167
168
169
170
Sonstige
Fundorte
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1
1■
M a r g in u lin a a b b r e v ia ta N e u g . .... ....
2
1
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a g g lu t in a n s N e u g ................_. ....
2
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C zjze k a n a N e u g .................. . ....
—
c a r in a ta N e u g . .... .....................
2
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c ris te lla r o id e s C z j z ...................
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__
°2
d e fo r m is N e u g ............................ .
.. _
—
d u b ia N e u g ..................... ........... .
2
—
2
E h r e n b e r g a n a N e u g ..................
—
°2
e c h in a ta N e u g ......................
2
L
F ic lit e la n a N e u g ............ . ....
-- - . - .
2
h is p id a N e u g ...............................
h ir s u ta d ’ ORB.................................
2
c
2
H a id in g e r a n a N e u g .......... .......
.
—
2
H a u e r a n a N e u g ............................
in c e r ta N e u g .
..........................
°2
i
2
in fle x a N e u g . .... ...........................
1 ■in v e r s a N e u g ...............................
2
■1 2
in fla ta N e u g .............................. ...
r u g o s a N e u g .................................
2
2
s im ilis d' O r b ........ . .... _ .........
2
v a g in a N e u g .................................
2
v a r ia b ilis N k u g ................. ....... 1
!—
2
v itta ta N e u g .................. . .........
' -C r is te lla r ia r e n ifo r in is d ’ ORB.................
-R o b u lin a a u str ia c a d’ ORB.....................
«
—
! 5
cf. a r c u a to s tr ia ta H an tk ..........
«
c a lc a r d ’ ORB................... ..............
2 3
a-fi
«
- - - - 1
c ly p e ifo r m is d ’ ORB.....................
-«
2
c u lt r a ta d ’ ORB........................... .
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<(
e c h in a ta d’ ORB.......... . .............. ;
2
«
23
im p e r a t o r ia d’ ORB............. . ....
o
«
in o r n a ta d ’ ORB.......... . .... ...... .
23
...
«
—
- cf. K u b in y ii H a n t k ..................
- ■! 5
»
—
2
s im ilis d ’ ORB..... ............ . .... ....
«
- -- ,
s im p le x R eu ss .............................
__
2
N o n io n in a c o m m u n is d ’ ORB................
24
-. ‘
«
2
fa lx C z j z . ........................ _............
«
g r a n o s a d ’ ORB.......................... ....
4
5
«
2
■ : 5 ip u n c ta ta d ’ORB................... ........
«
—
2
R o m a n a d ’ ORB. ............ . .........
j
«
4 (i S o ld a n ii d ’ ORB. ........................
. —
<(
u m b ilic a t u la M ont . s p ............ .
4
7 :
P o ly s t o in e lla a c u le a ta d’ ORB...............
4
7 !
«
A n t o n in a d ’ ORB......................... .
4
«
2 3 1 4 fi
c r is p a d ’ ORB......... ' .
7
«
4 — ■— fle x u o s a d ’ORB.................. ....
«
J o s e p h in a d ’ ORB. .... .... ........
4
-- i—
1
«
m a c e lla F ic h t , et M o l l . sp .
4
7 ___ 1_
—
o b tu s a d ’ ORB.................... .............
4
5 1- 1
((
s tr ia to p u n c ta ta F ic h t . et.
-4 .. ... 1
M o l l . sp . .................. .
i1
2
2 -D e n d r itin a H a u e r i d ’ ORB...........
_ _
« an n. sp . ......................................
3
fi — 1
S p ir o lo c u lin a cf. a r e n a ria R r ad y
— i
-
7 1
-
-
Sztr.-Ohâba (5)
Sztr.-Ohaba (5)
Ribiuze (2 )
Ribicze (2)
ItiWcze (2)
Szâsz-Orbö (5)
Cs.-Hagymâs (fi)
Mar.-Ujvâr (5)
ICs.-Hagymâs (6).
iMar.-Ujvâr (o)
Mar.-Ujvâr (5)
Cs.-Hagymâs (6)
142
1
N am e d e r A rte n
fl ^
S
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171
172
173
174
175
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177
178
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180
181
182
1.83
184
185
186
187
P3
A
3
S p ir o lo c u lin a lim b a t a d’ ORB..... ....
A lv e o lin a H a u e r i d ’ ORB.
.........
. ._.
«
m e lo F ic h t . et M o l l , s p ......
«
(O r b ic u lin a ) r o te lla d’ ORB.......
R o ta lin a H a id in g e r i d ’ ORB.......... . ....
«
H a u e r i d ’ OBB................... . ...... .
«
o r b ic u la r is d ’ ORB....................._.
«
S c h r e ib e r s i d’ ORB. ... .... .... ....
«
S o ld a n ii d’ ORB........ .. .... ... ....
«
s p in im a r g a R e u s s ......... .. .... ...
R a t a lia c a lc a r d ’ ORB. sp . .... __ .... __
«
v e n u s ta B r a d y .................. . ...
H e t e r o le p a c o s ta ta F r z n ................ ...
«
D u t e m p le i d ’ O r b ................. .
«
G ir a r d a n a B s s . sp . .... .... .. .
E p is t o m in a P a r ts c h ia n a xTO r b . s p . ....
G lo b ig e r in a b ilo b a ta d ’ ORB........... ....
188
ii
b u llo id e s d ’ ORB..........
189
ii
q u a d r ilo b a ta d’ ORB.
190
ii
r e g u la r is d ’ ORB............ _
191
a
t r ilo b a R e u s s .
192
193
194
195
196
197
198
199
200
201
202
203
204
20 5
206
207
208
209
21 0
211
212
213
............ .
.... ....
«
p y g m fe a d ’ ORB. .... ... _
.... ...
«
s e m io r n a ta d ’ O rb. ............... ._
D is c o r b in a (A s t e r ig e n a ) p la n o r b is
d ’ O r b . sp. _ ... ............... _
A m p h is te g in a H a u e r in a
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— Cs.-Hagymâs (6)
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—
—
—
7
fSztr.-O kâba (5),
Szâsz-Orbo
5).
Cs.-Hagymâs (6)
—
—
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—
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7
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2 5
—
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—
—
—
Sztr.-Oliâba (5)
—
5
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5
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/S zâsz-O rbo (2 5),
IMar.-Ujvâr (5)
—
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2
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—
—
—
Sonstige
Fundorte
fSztr.-O hâba (5),
Szâsz-O rbo (2 5),
(M ar.-Ujvâr (5)
_ _ jS ztr.-O hâba (5),
\
Szâsz-O rbo (5)
Sztr.-Oliâba (5)
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—
7
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7
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2 4 6
2 4 6
46
—
2
.... ....
T r u n c a t u lin a B o u è a n a d ’ ORB.......... . ....
«
D u te m p le i d ’ ORB. s p .
.... ...
a
H a id in g e r i d ’ ORB. s p . ... .... ....
«
lo b a ta W a l k . sp . .... .... __ ...
«
r e g u la r is K a r r ........... ... ... ...
«
r e tic u la ta C z j z . ...... . ....... . ...
A n o m a lin a a u s tr ia c a d ’ ORB................. .
B o s a lin a (D is c o r b in a ) o b tu s a d ’ ORB.
«
s im p le x d ’ ORB. ............... .... ....
«
v ie n n e n s is d ’ ORB. ( = B o ta lia
B e c c a r ia L . sp .) ... .... .... ...
B u lim in a B u c h ia n a d’ ORB. _ „ ....
«
e lo n g a t a d ’ ORB............. .... .........
«
o v a t a d ’ O R B ..... .... ... ... ... ....
«
p u p o id e s d ’ ORB............... . ... ....
«
p y r u la d ’ ORB. . ........................
U v ig e r in a a cu le a ta d ’ ORB. ... ... _ _
«
a s p e r u la C z j z ........ ........ . ... ...
a
O r b ig n y a n a C z j z . .................... ..
oi
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23
23
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7
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5
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—
_
—
—
JSzâsz-Oi'bo (2 5),
(Cs.-Hagym âs (6)
S zâsz-O rbo (2 5)
2 346
23
2 6
fMar.-Ujvâr (5),
Cs.-Hagymâs (6),
Szâsz-Orbo (5),
[liibicze (2)
143
11
,
A
N am e d er A rten
21
21
21
H e t e r o s t e g in a c o s ta ta d’ ORB. ..............
23
«
s im p le x d ’ O r b ............._. .... ....
D im o r p h in a o b liq u a d’ O sB . . „ .... ..
G u ttu lin a p r o b le m a d ’ ORB. .... .........
«
s e m ip la n a R s s .......... ....................
P o ly m o r p h in a (G u ttu lin a ) a u s tr ia c a
d ’ORB. s p .............. ........... . ... ._. .... ....
«
a m p le c t e n s R s s . s p .....................
«
a m y g d a lo id e s R s s . sp . __ ....
«
c o m m u n is d ’ ORB. s p ............ ....
«
d is c r e t a R s s . sp .
... .........
«
d ig it a lis d ’ ORB................ .. ._. ....
«
g ib b a d’ ORB. s p ........ ._. ...........
«
in fla ta R s s . s p .......... ....................
«
m in u t a R o e m . s p ............... ........
«
m y r is t ifo r m is W i l l ....................
«
o b t u s a B o r n , s p ................ . ....
«
o v a ta d ’ ORB............ ............ .. ....
«
p r o b le m a d’ ORB. s p . _____....
«
p u n c t a t a d ’ ORB. sp
.... ..
«
r o b u s ta R s s ._ „ ......... .... _ ....
«
R o e m e r i R s s ........ . .... .... .... ....
«
tu b e r c u la t a d ’ ORB. sp . ........
«
t u r g id a R s s . _ .... .... ....
....
C h ilo s t o m e lla O void ea R s s . . . .... ....
G lo b u lin a tequ a lis d ’ ORB.............. ...
V ir g u lin a S c h r e ib e r s i C z j z , .... .... ....
B ig e n e r in a a g g lu tin a n s d’ O R B . _____
«
n o d o s a r ia d ’ ORB.......... ..............
B o liv in a a n tiq u a d'O R B ..... ............ .
T e x tu la r ia a b b r e v ia ta d’ ORB.... .........
«
c f. a g g lu t in a n s d ’ ORB.......... ....
«
a r tic u la ta d ’ ORB........................
«
c a r in a t a d ’ ORB. ._..................... ..
«
c o n ic a d ’ ORB. v a r . .... .........
«
d e lto id e a R s s .......................... ..„
ti
g r a m e n d ’ ORB. .... .... _ ....
«
H a u e r i d ’ ORB.
.._ ...... .. ._.
«
la c e r a R s s . .... .... ...... .
«
laevigata d’ ORB............. ... .... „ .
«
la n c e o la ta K a r r . sp . .... ....... .
«
M a y e r ia n a d ’ ORB. ... .... ... ._.
a
p a la C z j z ..........
«
sa g ittu la D e f r .......... ........ _.......
«
s u b a n q u la ta d ’ ORB. __ ._.
V e r n eu illin a , s ■>' . -iosa !!ss.
P u lle n ia b u lloj.iV s d'ORB
Discorbina
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26 —
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2
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—
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6 __
__
Sonstige
Fundorte
JMar.-Ujvär (5),
ICs.-Hagyniâs (6)
Ribicze (2)
Cs.-Hagymâs (6)
__ __
2 —
--2 246
7
—
__ __
4
■—
4 __ __ __
—
4 __ __ __
4 __ __ --__
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2
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2
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23
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2
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3
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1 ^
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7
4 .7 1__
__
__ __
4
—
4
1
Szâsz-Orbo (2)
__
__
4 7
4 6 __ __ __
4 6 7'— —
7
4
4
4
4
4
Mar.-Ujvâr (5)
—
Cs.-Hagymâs (6)
-im
267
268
269
270
271
272
273
■274
275
276
277
278
279
280
2.81
282
283
284
285
286
287
288
289
290
291
292
293
294
295
296
297
298
299
300
301
302
303
304
305
306
307
308
309
310
311
312
313
314
315
I
Csâklya
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3
I
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bC
P
Pcö
hl
Balâsfalva
N a m e d er A rte n
Bujtur
Laufende
Nr. der Art
1
1
144
Sonstige
Fundorte
D is c o r b in a t u r b o cI 'O k k . s p ................
4
7
--—
P u lv in u la B o u é a n a (VO b r . .... .... . ....
7
;—
--—
4 -- _
«
e x ig u a B r a d y . . ............... ....
«
P a r ts c liia n a d ’ OBR. s p ............ ..
7 —
--«
u in b o n a ta K s s ..........................._.
4 — C la v u lin a c o m m u n is cI’ O r b ............... ......
7 —
Sztr.-Oliâba (5)
—
? G a u d r y in a su b r o tu n d a S c h w a g .......
7
7
A llo m o r p h in a m a c r o s t o m a K a r r . . .
S p h a e ro id in a b u llo id e s d’ O r b ............ .
7
--—
G y p s in a v e s ic u la r is P a r k , et J o h n . sp .
7 — —
—
P e n e r o p lis c a r in a tu s d ’ ORB. .._ .........
6
-«
(D e n d r it in a ) e le g a n s d ’ ORB.
i
0
4 0
«
H a u e r i d ’ ORB. s p ................._ ....
«
p la n a tu s F ic h t , et M o l l . ._
1
2
—
7
«
p e rtu s u s F o r s a l . sp. ._.
— —
B ilo c u lin a affin is d ’ ORB. ._. .... _ ....
«
a m p h ic o n ic a d’ ORB__ .... ._ ....
2
—
«
b u llo id e s d’ ORB. (v a r . tru n e a t o -g r a c ilis B is s o ) .... .... ....
7 —
«
c ly p e a t a d ’ ORB.............. ..............
2
4 ü
—
«
c y c lo s t o m a B s s ............ ._ ...... .
4 6 — —- —
a
d e p r e s s a d ’ ORB. (Ü b e r g a n g in B .
7
r in g e n s L a m . sp.).... .... ...... .
—
—
5
«
in o r n a ta d ’ ÜRB__ . „ ....... .......
4 6
«
lu n u la d ’ ORB. .... ............. . .... ....
2
—
— —
a
r ix a to r ia F r n z n ............. . ...... .
4
-— — —
' «
sirn p le x d ’ ORB. .... ...... . ......... 2 3
— —
S p ir u lin a a u s tr ia c a d ’ ÜRB.
. . . . _____
2
0
—
— —
2
«
c a n a lic u la ta d’ ORB. . „ . . . . _____
— 9‘ -- a
c a v e r n o s a K a r r . ... „ .........
— —
—
9
«
c o m p r e s s iu s c u la K a r r ............
...
«
d ila ta ta d ’ ORB..................... _ .._
c
2
- — —
«
e lo n g a t a N e u g .................... ........
—
.
2
ii
e x c a v a ta d’ O r b . .................. . ....
— —
■
«
L a p u g y e n s is K a r r ....................
9
S p ir o lin a sp . ? .................. ................. .. _
<) — i
—
—
S p ir o lo c u lin a m in im a N e u g .
. .
2
—
—
9
(1
t e n u ir o s t r a K a r r ........... .... ....
2
«
tr a n s s y lv a n ic a N e u g ............. ....
—
«
t r ig o n o s t o m a N e u g . ...............
2
— 1
7 — —
P la n is p ir in a c o n t r a r ia d ’ ORB. s p ....... ...
N u m m u lin a ra d ia ta d ’ Ü R B . ........ ......
Cs.-Hagymâs (6)>
— —
A r t ic u lin a g ib b u lo s a d ’ ORB....................
%
1 !
— .—
S p h aa roid in a a u s tr ia c a d ’ ORB. .........
2
_
—
A d e lo s in a lffivigata d ’ ORB.
............ .
2
«
p u lc h e lla d’ ORB. .... ...............
2
M ilio lin a (T r ilo c .) a u s tr ia c a d ’ORB. sp .
2 146
7!
( = M ilio lin a t r ig o n u la L a m k .)
M ar.-Ujvâr (5)
«
(Q u in q u e lo c .) A c k n e r ia n a
2
4 6 —
d ’ ORB. sp . .. .... ............ ... ..
!-4
«
a g g lu t in a n s d’ ORB. sp . ...... .
•1
9 (i
9
a
a n g u la ta K a r r ......... .... ......... ....
v'
«
A u b e r ia n a d ’ORB. s p ...............
4
a
A t r o p o s K a r r , s p .......... . ... .... —
—
145
3 16 M iliolina opposita F e n z ............. .... ...
-i
4
317
«
(Quinquel.) badensis d ’ ORB, sp.
2 1 46
- - ' __
318
«
bicornis Walk, et J a c . sp......
319
«
Bouéana d'ORB. sp................
>! 4 6
■320
«
Bujturensis F r n z . ............. ....
4
- 1
321
«
Clotho K a r r , sp............... .. . .
4
322
«
(Triloc.) consobrina d ’ ORB. sp.
4 6
323
«
(Quinquel) contorta d’ ORB. sp.
! 4 1>
324
«
«
costata K a r r .:.........
fl :
— i
325
«
Cuvieriana d ’ O sB . sp............
4
326
«
eircularis B o r n , sp... ...............
327
«
cuneata K a r r , sp............ .......
9 '
4
328
«
(Q u in q u e l.) D u t e m p le id ’ ORB.sp
21
4
329
— j 4 6
«
decipiens R e d s s . sp...............
330
«
dilatata K a r r . sp. ..... . .... ....
4
.331
«
Ermani B o r n , sp....................
4
332
«
(Quinquel.) fo e d a R e u s s . sp
2 146
333
«
cf. Ferussaci d ’ ÖBB. sp.........
4
334
«
(Triloe.) gibba d ’ ORB. sp.._. ....
2
46
335
«
G r in z in g e n s is K s s . sp .
:
4
336
«
(Quinquel.)Haidingerid’OBB.8p 2 3
1
337
«
(Q u in q u e l.) J u le a n a d’ ORB. sp .
2
■
338
«
«
J o s e p h in i a d ’ ORB.sp.
2
46
339
«
insignis B r a d y . . ......... ....
4
340
«
inflata d’ ORB. sp . .... ..... . ....
1 46
_
341
«
in t e r m e d ia K a r r . sp.
. ._. ....
46
__
342
«
K r e n n e r i F r n z n ..........................
1
4
343
«
lo n g ir o s t r a d ’ ORB. sp__ ... ....
2 ' 46
__
__
314
«
cf. labiosa d ’ ORB. sp......... ....
__
345
«
(Quinquel.) lacunosa K a r r .....
9
__
346
«
latidorsata K s s . sp.
... ...
4
__
347
«
Linnseana d ’ ORB. sp. .... .... .... __
.. _
348
«
lenticularis Bss. sp. .... .... ....
4
__
349
«
la u ta F r n z n ............
.............
4
3.50
•
(Q u in q u e l.)M a y e r a n a d ’ ORB.sp.
46
._
351
«
(T r ilo c u lin a )n o d o s a r o id e s K a r r .
9
352
__
«
N u s s d o r fe n s is d ’ ORB. s p .........
46
__
353
ii
(T r ilo c .) o c u lin a d ’ ORB. sp . ....
2
354
—
«
oblonga Montagn. sj). .... ....
4
355
•
(Quinquel.) Partschi d’ ORB. . „
2
46
356
a
«
peregrina d’ ORB.
2
357
«
xjauperata d'ORB. sp......... .. .... —
4
358
a
p y r u la K a r r . sp . .... .„
...
9
4
359
a
p e r e g r in a var. o d e n tu la F r n z .
4
360
__
ii
(Q u in (iu e l.)K o d o lfln a d ’ ORB.sp.
2
__
__
361
. «
r e tic u la ta d ’ ORB. sp. ..... . ....
__
362
«
Kâkosiensis F r n z n ....................
4
363
«
retusa F r n z n ......... . ............ . .... __
4
364
«
(Quinquel.) Schreibersid’ O r b . sp. 2 3
46
365
«
seminulum L. sp...................... _
46
366
«
signata Kss. sp.................. ....
4
367
«
(Quinqueloculina) striato—.
punctata K a r r . ............. ...
9
36
«
suturalis Kss. sp........... „ .._
4
—
Mar.-Ujvâr (5)
B ibicze (2),
Szâsz-O rbè (5),
F elsö-O rbö (8)
D r. Anton Koch : D ie Tertiärbilflunyi-n des Beckens der siebenliürgischen Landestheile.
10
369
37 0
371
372
373
37 4
375
376
377
378
379
380
381
382
383
384
385
N am e
d e r A rte n
1
ST
M ilio lin a s c le r o tic a K a k e . sp .._. .... ....
<(
T r a n s s y lv a n ic a K a r r . sp . ....
«
t r ig o n u la L a m . sp . .... ...............
((
tr ia n g u la r is d ’ ORB. sp . ... ....
«
t ric a r in a ta d’ ORB. s p ............ ....
«
tru n c a ta K a r r , s p .....................
<(
u n d o s a K a r r . sp . ............ ........
«
v e n u s ta K a r e , s p ......................
«
v e r m ic u la r is K a r r . sp . .... ...
«
(Q u in q u e l.) z ik -z a k d’ ORB. sp.
«
s p ..... ....
.... ....
....
V e r te b r a lin a e lo n g a ta K a r r .
„„
«
...............
fo v e o la t a F r n z n . ....
«
g ib b u lo s a d ’ ORB.............. .... ....
«
s u lc a ta R s s . .... .... ....
._. .._
H a u e r in a o r n a t is s im a K a r r . sp . ....
«
c o m p r e s s a d ’ ORB.
. . . . ____ _
3
N
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4
1
-
—
—
—
—
9
—
—
23
—
—
—
—
—
-
—
—
Balâsfalva
Laufende
Nr. der Art
I
j
I
146
—
7 —
—
46
46
4 —
4
—
7
4
146 —
4
46 —
4
16 —
4 —
4
7
7
—
p3
3
•53
O
Sonstige
Fundorte
Mar.-Ujvâr (5)
—
— . __
—
—
—
—
—
—
__
—
—
Aus diesen tabellarischen Übersichten erhalten wir ein klares Bild
über die Mannigfaltigkeit und den Reichthiim der Littoralfauna des
siebenbürgischen ober-mediterranen Binnenmeeres, im Gegensätze zu der
ärmlichen und eigenthümlichen Fauna des Mitteltheiles dieses Binnen­
meeres, welche in dem vorigen Capitel vorgeführt wurde.
Der Charakter der Gesammtfauna ist zweifellos eine rein mediterranlittorale, und zeigt im Ganzen genommen von den gleichalterigen Bil­
dungen des Wiener und ungarischen Beckens wenig Abweichungen. Noch
mehr fällt das in die Augen, wenn wir die Molluskenfaunen der reichsten
Fundorte mit einander, so wie auch mit den Faunen der wichtigsten
Fundorte des Wiener Beckens vergleichen.
Wenn wir die bisher bekannten Daten in Bezug auf die Mollusken­
fauna von Ober-Lapugy zusammenfassen, so ist die Anzahl der nachge­
wiesenen Arten folgende:
Gasteropoda (und Scaphopoda) ... ....
Pelecypoda .............. . ....
.... .... ....
bl. 698 Arten ;
« 236
«
Das Ergebniss meiner eigenen, im Sommer 1897 durchgeführten
Auf S a m m lu n g w a r (3 2 2 , 265) :
Gasteropoda_ 382 Arten (81 "J1 % ) in l l -095 Exemplaren (93-13°/o)
Pelecypoda „
89
«
(18'89o/o) «
818
«
‘
(6-87o/o)
Um nun über die wahrhaftige Bolle, welche auf Basis meiner aus­
giebigen Aufsammlung, die in Ober-Lapugy am häufigsten vorkommenden
Mollusken in der Zusammensetzung der Fauna spielen, eine genauere
147
Kenntnis» zu erlangen, als es aus den bisherigen Daten möglich w ar:
hielt ich es für nützlich die Individuenanzahl der durch mich eingesammelten Molluskenarten abzuzählen und danach den Percentualsatz zu
berechnen, in dessen A7erhältniss sie in der Zusammensetzung der ganzen
Molluskenfauna theilnehmen, und auf diese Weise die pünktliche Häufig­
keitsreihe, wenn auch nicht für alle, so wenigstens für die gewöhnlicheren
Arten festzustellen.
Die in Betrachtziehung der Individuenanzahl der Fossilienarten,
natürlich bei massenhafter und ohne Auswahl stattfindender Aufsamm­
lung, hatte zuerst D. S t t j r * auf die wichtigeren Fundorte des Wiener
Beckens in Anwendung gebracht, und daraus einige interessante Schlüsse
gezogen. Er hatte blos nach dem abnehmenden Verhältnisse der gefun­
denen Individuenanzahl für die Fundorte Soos und Vöslau, BO Gasteropodenarten als die am häufigsten vorkommenden constatirt; kam aber
auch zu der Überzeugung, dass diese Häufigkeitsreihe bei jedem Fund­
orte erheblich abweicht und für die relative Altersbestimmung in keinem
Falle verwerthbar ist.
Später haben Btjd. H ö r n e s und M. A u i n g e r in ihrem Werke (Nr. 270
des Lit.-Verzeichnisses) insofern das Verfahren S t u b ’ s angenommen, d a s s
sie bei den verschiedenen Fundorten der von ihnen beschriebenen
Gasteropodenarten meistens auch die Anzahl der Exemplare angeben,
welche ihnen bei ihrer Untersuchung V o r la g e n . So erfuhr ich, in
welchem Maasse die im Jahre 1897 durch mich in Ober-Lapugy gesam­
melten Arten in den Wiener Sammlungen vertreten sin d; und weil man
dort bereits seit langen Jahren sammelte, so zeigte sich auch, dass meine
letzte Aufsammlung eine bedeutende war.
In meiner sogleich mitzutheilenden Tabelle will ich die, in B. H ö r ­
n e s ’ und M. A u i n g e r ’ s Werke angegebenen Individuenzahlen zum Ver­
gleiche mit jenen der von mir gesammelten Exemplaren in Klammern
hinzusetzen. Bei solchen Arten jedoch, wo die Individuenanzahl beson­
ders nicht erwähnt wurde, so auch bei jenen, welche in B. H ö r n e s ’ und
M. A u i n g e r ’ s Werke bisher noch nicht beschrieben wurden, setze ich die
abgekürzten Bezeichnungen der älteren Forscher, wie sh. (sehr häufig) s.
(selten) u. s. w. hinzu. In die letzte Columne der Tabelle kommen die
leichter merkbaren und zu Vergleichungen geeigneteren Percentualzahlen
der Individuen der betreffenden Arten.
Die nach diesen Principien für 50 Arten zusammengestellte Tabelle
ist nun die folgende.
*
Beiträge zur Kenntniss der stratigrapliisehen Verhältnisse d. marinen Stufe
des W iener Beckens. Jahrb. d. k. k. geol. Reichsanst. 1870. X X . p. 303.
10*
14S
Lauf Nr.
I
Die HäufigkeUsreihe der in Ob.-Lapugy im. Jahre 1 8 9 7 gesammelten
Molluskenreste, in dem abnehmenden, Verhältnisse der Percente der
Individuen.
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
ti6
27
28
29
30
31
32
33
34
A nzah l der
N am e d e r fo ssile n M o llu sk e n a rt
T u r r it e lla su b a n g u la ta B b o c c . .................. .
C h e n o p u s (A p o r r h a is ) a la tu s e ic h w . .....................
T u r ite lla tu r ris B a s t .
N e r ito p s is r a d u la H ö r n .
N a tie a h e lic in a B r o c c ............................................................
C o lu m b e lla (M itre lla ) su b u la ta B eo c c ............ ........
D e n ta liu m b a d e n s e P a b t s c h .
..............................
C e r ith iu m s c a b r u m O liv i...................................................
«
m in u t u m S e r b .
.....................................
T u r r it e lla b ic a r in a ta E ic h w .
A n c illa r ia g la n d ifo r m is I . a m . ..........................................
C o n u s (I je p t o -) D u ja r d in i D e s h . ...............................
C e r ith iu m Z e u s c h n e r i P u s c h . ............................................
Pleurotoma Annae H ö . A u ..............................................
«
(D r illia ) p u stu la ta B bo c c ..........................
R is s o a M o u t a g u i P a y r .........................................................
P le u r o to m a c o ro n a ta M ü N S T .v a r.,L a p u g y e n s is H ö . A u .
P le u r o to m a (S u rc u la ) c o n s o b r in a B e l l . v a r . .........
B u c c in u m v in d o b o n e n s e C h . M a y . .
P le u r o to m a (D r illia ) V ic to r i® H ö . A u .......................
M itr a (N e b u la r ia ) s c r o b ic u la t a B r o c c ................... ..... .
C o n u s (D e n d r o -) su b stria tu s D a C o st a .....................
T u r r it e lla s p .(R ie p e li P a r t s c h . + v e r m ic u la r is B r o c c .)
T u r r it e lla (tu rris B a s t . + A r c h im e d is B r g t .) ....
P le u r o to m a (C la v a tu la ) Sabines H ö . A u . ....................
T u r r ite lla A r c h im e d is B ron gt . ......................................
P h a s ia n e lla E ic h w a ld i H ö r n ..............................................
C o lu m b e lla c u r ta D u . ...
.........................................
B u c c in u m (Zeuxis| sp . (r e s titu tia n u m E ont . +
H ö r n e s i M a y .) ..............................................................
Cypriea (P u s tu la r ia ) D u c lo s ia n a B a s t ............... ... ....
F a s c io la r ia fim b r ia ta B ro cc . .................... ...................
R is s o a L a c h e s is B a s t .
..........................................
«
Mariup d ’ OBB.
..........................
D e n ta liu m in c u r v u m R e u s s .
..........................
35
36
37
38
39
Turbo sp. in d . juv.
Cerithium crenatum
Turbinella (Latirus)
Fasciolaria bilineata
40
P e c t u n c u lu s p ilo s u s L.
Fusus H ösii P a b t s h . .
41
42
43
44
45
46
47
48
49
50
.............
...........
B b o c c . var. ............................
subcraticulata d ’ O R B ........... . ...
P artsch .
............................. .
O s tr e a c o c h le a r P o l i.
Buccinum (Csesia) limatum
Cerithium perversum L .
V e n u s m u lt ila m e lla L
L u c in a in c r a s s a ta D
am .
......................
....................................
C h e m n . ............................
................................................
..................................
ub.
Fusus (Euthria) fuscocingulatus H ö r n .....................
Cerithium spina P a r t s c h . ..................................................
Conus (Chely-) vindobonensis P a r t s h .............. . ...
Buccinum (Niotha) Schönni Hö. A u ........ ....................
P le u r o t o m a B a d e n s is H ö . A u .
usw .
.....................................
*
Percente
Individuen
der
od. Exem plare
Individuell
904
815
655
527
52 0
451
381
300
292
269
242
240
188
158
158
150
142
130
127
120
115
110
106
104
99
87
87
79
79
76
74
75
75
(sh .)
(sh .)
(h .)
(h .)
(h .)
(78')
(h .)
(h .)
(h .)
(h .)
(sh .)
(sh .)
(h.)
(52)
(57)
(h .j
(100 + )*
(40)
(1 0 0 -H
(25)
(78)
(60)
7 -2 4
6 -5 2
5 -2 4
4 -2 2
4 -1 6
3 -6 1
3 -0 5
2 -4 0
2 -3 4
2 -1 3
1 -9 4
1 -9 2
1-51
1 -2 6
1 -2 6
1 -2 0
1 -1 4
1 -0 4
1 -02
0 -9 6
0 -9 2
0 -8 8
0 -8 5
0 -8 4
0 -8 0
0 -7 0
0 -7 0
0 -6 4
(h .)
(h.)
(h .)
(h .)
(h .)
(100 + )
(35)
(z h .)
(sh .)
0 -6 4
0 -6 1
0 .6 0
0 -6 0
0 -6 0
0 -5 9
0 -5 9
73 (h.)
73
71 (h.)
0-57
69 (36)
67
65
57
55
53 (80)
51 (s.)
50
50
46
46
44
44
0 -5 6
0 -5 4
(h.)
(sh.)
(h.)
(nh.)
(zh.)
(sh.)
(h.)
(s.)
(20)
(h.)
44 (h .)
0-52
0 -4 6
■:
0-44
0-43
0-41
0-40
0 -4 0
1
i
1
0-37
0-37
0 -3 6
0 -3 6
6 -3 6
★ Das nach der Zahl angefügte + bedeutet, dass die Individuenanzahl m ehr als
100 beträgt.
149
In meinem ausführlichen Bericht (Nr. 322 des Lit.-Aerzeichnisses),
habe ich auf solche Weise im <5anzen 114 Arten zusammengestellt; hier
alier werden auch 50 dazu genügen, um zu zeigen, welcher der Charakter
<h-r Oher-Lapugyer Molluskenfauna sei ujid welchen fossilen Faunen sie
iun meisten gleicht. Die in der Originaltabelle aufgezählten 114 Arten
machen nicht einmal den Dritteltheil der von mir gesammelten 471 Arten
und Formen aus, und doch beträgt die Häufigkeit ihres Vorkommens 84 %
der sämmtlichen Molluskenarten, so dass auf die 357 selteneren Arten
and Formen zusammen nur 16 % kommen. Daraus ersieht man allsogleich die Wichtigkeit der aufgezählten häufigeren Arten für die Beurtheilung des Charakters der ganzen Molluskenfauna.
In der Beurtheilung des Charakters der Ober-Lapugyer Molluskenfauna ist das erste, worauf ich früher schon hingewiesen habe, dass in ihr
die Gasteropoden mit 93*13 °/b gegen die Pelecvpoden (6*87 °/o) sehr vor­
herrschen, und somit der Fauna entschieden ihr Gepräge aufdrücken.
Dies findet aber auch bei der Durchsicht der Tabelle, die Individuenanzahl
der einzelnen Arten betreflend, starken Ausdruck. So z. B. erscheint in
der Häufigkeitsreihe erst an der 39. Stelle die erste Muschel (Ostrea
rochlear) mit G5 Exemplaren, und spielen unter 114 Molluskenarten blos
17 Muschelarten eine Bolle, also nur 14*9 % sämmtlicher hervorragender
Arten: die Individuen an zahl genommen, besitzen blos 6*17 o/o für die
Fauna einige Wichtigkeit. Unter sämmtlichen häufigen Arten führen also
38 Gasteropodenarten vor allein die Hauptrolle, also 33*33 °/o der 114
häufigen A rten; wenn wir aber auch deren Individuenanzahl betrachten,
so nicht: weniger als deren 86*62 % .
Unter den Gasteropoden stehen wieder, wie wir sehen, die Turitelliden
voran ; diesen folgen dann Chenopus, Cerithien, Pleurotomiden, Neritopsis,
Naticiden u. s. w., wie es sich aus der Tabelle leicht herauslesen lässt.
Aus diesen Daten und Folgerungen ist zu ersehen, dass bei massen­
haften und ohne Auswahl stattfindenden Aufsammlungen diese Beurtheihmgsart der Bolle der Fossilarten, wegen ihrer Objectivität, jedenfalls
zuverlässiger und richtiger ist, als der Gebrauch der mehr auf subjective
.Schätzung beruhenden allgemeinen Bezeichnungen. Ich bin überzeugt,
dass nach eventuell neuerer massenhafter Aufsammlung die von mir für
Öber-Lapugy festgestellte Häufigkeitsreihe sich wesentlich nicht ändern
wird, vorausgesetzt, dass das Aufsammeln an sämmtlichen obenerwähnten
Fundstellen des Lapugy-Thales, ohne Auslese, geschieht.
Diese Häufigkeitsreihe der Mollusken ist natürlich nur von localer
Bedeutung, und würden wir z. B. auch für die am nächsten liegenden
Fundorte Pânk, Kostej und Nemesesd bei ähnlichem Verfahren gewiss
abweichende Beilien erhalten, aber keinesfalls so weit abweichende, dass
150
man aus der \ ergleiehung keine interessante Folgerungen ableiten könnte.
Ich will aber auch diesbezüglich einige concrete Beispiele vorführen.
Zuerst versuchte ich die Ober-Lapugyer Molluskenfauna mit jener
des nahe liegenden Kostej zu vergleichen, und zwar nach den Daten von
Dr. 0 . B o e t t g e r ,* welche nach ähnlichen Gesichtspunkten zusammen-^
gestellt sind. Dann nehme ich zum Vergleiche die Molluskenfauna des
weiter liegenden Bujtur vor, auf Grund jener, zwar nicht genügend aus­
giebigen Aufsammlung, welche Dr. L. M â r t o n f i im Jahre 1892 gemacht
hat (281, 181), deren Ergebniss ich ebenfalls benützen konnte.
Die zur Vergleichung dienenden Daten stelle ich, zur leichteren
Übersicht, in der folgende Tabelle zusammen:
N a ch w essen Z u sa m m en ­
s t e llu n g o d e r A u fs a m m lu n g P
Nach meiner Zusammenstellung:
a) Gasteropoda
b) Pelecypoda
Nach Dr. Mârtonfi’ s Aufsammlung :
a) Gasteropoda .................. .......
b) Pelecypoda ............... _ .... ........
Der Arten
Fundorte
Anzahl
°/o
282
103
73-25
26-75
Nach eigener Aufsamlung :
a) Gasteropoda ......................
b) Pelecypoda .................................
Bujtur
79
36
68-70
31-30
826
356
69-88
30-12
1182
im
178
77-80
22-20
804
Ober-Lapugy
382
89
81-11
18-89
471
Nach Dr. 0 . Boettger’ s Aufsamlung :
a) Gasteropoda ................
b) Pelecypoda .... ..... ...............
Anzahl 1 %
385
115
Nach meiner Zusammenstellung :
a) Gasteropoda ............................... .
b) Pelecypoda ....... ... ..
Der Individuen
11,095
818
93-13
6-87
11,913
i
141
24
165
85-46
14-54
921
213
81-22
18-78
Kostej
1134
Aus dieser Tabelle kann man daher herauslesen, dass an allen drei
Fundorten die Gasteropoden schon in der Anzahl der Arten, aber noch
mehi in jener der Individuen, die Pelecypoden bei Weitem überflügeln. In
Bujtur kommen verhältnissmässig die meisten und in Kostej die wenigsten
Muschelarten v o r ; wenn wir aber auch die Zahl der Individuen betrach­
ten, dann finden sich bei Ober-Lapugy die wenigsten Muscheln.
Wenn wir nun das Verzeichniss der an Individuen reichsten Arten
*
Zur Kenntniss der Fauna d. mittelmioe. Schichten von Kostej im Bana
Mitth. ii. Verh. des Ver. f. Naturwiss. in Hermannstadt. X L V I. (1890). p. 49.
t
151
nach denselben Principien, wie sie für Ober-Lapugy angewandt wurden,
zusammenstellen; dann ergeben sich für Kostej und Bujtur die folgenden
Häufigkeitsreihen.
a) Häufig keUnreihe der bei Kostej im Jahre 1 8 9 6 von Br. 0. Boettger
gesammelten, Molluskenresten, nach dem, abnehmenden Verhältniss
der Percentualzahl der Individuen.
Name der fossilen Molluskenart
>4
*
1
2
i 3
★ 4*
* 15
*
*
*
(»
7
8
9
10
11
* 12
* 13
*+ 14
115
*+16
* 17
* f 18
* ' 19
j-20
21
22
23
24
25
20
57
28
29
30
31
32
* 33
34
35
* 30
37
38
39
40
41
42
43
Jndividuenanzahl
P ercente der
Individuen
148
79
70
03
1 3 -2 0
0 ' 95
0 -1 9
5 "5 4
40
41
37
27
4 '0 5
3 ‘ 00
3 -2 0
2 -3 8
23
21
18
17
17
10
14
14
13
13
12
12
11
11
10
10
10
10
9
8
8
8
7
7
7
7
7
7
0
6
0
0
2 -0 2
1 '8 5
1 '5 8
1 •50
1 -5 0
1 -41
1 •23
1 •23
1 •14
1 -1 4
1 -0 0
1 -0 0
0 -9 7
0 -9 7
0 -8 8
0 ‘ 88
0-88.
0 -8 8
0 -7 9
0 -7 0
0 -7 0
0 -7 0
0 -0 2
0 -0 2
0 -0 2
0 ‘ 02
0 -0 2
0 -6 2
0 '5 3
0 ‘ 53
0 -5 3
0 '5 3
T u r r it e lla su b a n g u la ta B ro cc . v a r . s p i r a t a ...............
C o r b u la g ib b a O l i v i . . ....................................................
R in g ic u la b u ce in e a D e s h . ..................................................
N a tica ca te n a D . c. v a r. lie lic in a B ro cc . ...............
C h e n o p u s (A p o r r h a is ) p e s p e le c a n i P h i l . v a r. u n d
ala tu s E ic h w .........................................................
B u c c in u m (Z e u x is ) re s titu tia n a F ont .......................
P le u r o to m a (D r illia ) A llio n ii B e l l .
D e n ta liu m b a d e n s e P a r t s c h .............
P le u r o to m a (T u r r is ) c o r o n a ta M ü n s t . var.
la p u g y e n s is H ö . A u ............................................................
C assis (H e m i-) sa b u ro n A d a m . v a r. l* v i g a t a D e f r .
F u s u s (P s e u d o la tir u s ) b ilin e a tu s P a r t s c h .................
T u r r it e lla A r c h im e d is B r o n g t ............................ .........
P ecten B esseri A n d r z.
C o n u s (Lepto-) D u ja r d in i D e s h .
B u c c in u m (H im a ) s e r r a tic o s t a B r o n n . .....................
O str e a (G r y p h * a ) c o c h le a r P o l i ...........
C o lu m b e lla (M itr e lla ) su b u la ta B r o c c ..........................
P e c t u n c u lu s p ilo s u s L . ....................
T u r r it e lla t u r r is B a st . v a r . b a re n sis S ac c o ..............
A r c a d ilu v ii L a m ....................................................................
P e c t e n (A m u s iu m ) c ris ta tu s B r o n n ....................... .......
V e n u s fa s c ic u la ta B ro n n ....................................................
B u c c in u m (Z e u x is ) b a d e n s is P a r t s c h ...........................
C o lu m b e lla (M itre lla ) a tte n u a ta B e y r ..........................
N a tic a m ille p u n c t a t a L a m . v a r. t ig r in a D e f r .... ....
P e c t e n s p in u lo s u s M ü n s t .........................~ ... — .........
T u r r it e lla c o m m u n is R is s o . (tr ic a r in a ta B on .)
....
B u c c in u m (Caesia) lim a tu m C h e m n ..............................
F u s q s v in d o b o n e n s is H ö . A u ..................... _ ...... C a r d ita r u d is ta L a m ........................ .....................................
B u c c in u m (N a ssa ) k e v is s im a B r u s ................................
A n c illa r ia (A n a u la x ) o b s o le t a B r o c c ...........................
F u s u s (L a t ir u s ) fim b r ia t u s B r o c c .................... - .........
P le u r o to m a (C la v a tu la ) J u l i * H ö . A u ........................
M o n o d o n t a (C la n c u lu s ) A r a o n is B a s t ...........................
N e r ito p s is r a d u la L ............. ................................... . - .......
M u r e x s p in ic o s t a B r o n n ........... ...................................- ......
P le u r o t o m a (R a p h it o m a ) S a n d le r i P a r t s c h . .... . „
S ip h o n o d e n t a liu m t r a n s s y lv a n ic u m B ö ttg .
.... ....
T e r e b r a b is t r ia t a G r a t ......................................
~ ...
M u r e x (P h y llo n o t u s ) c r is ta tu s B r o c c ......................... .
Pleurotoma (Turris) Neugeboreni H ö r n . ...............
D e n ta liu m sp. v u lg a r e d a C osta a ff.................
....
'
0 '5 3
0 '5 3
0-53
0
0
6
7 8 '6 4 o/o
Auf die noch Testierenden 122 Arten zusammen entfällt
..... .
2 1 -3 0 %
152
Indem wir diese Tabelle mit jener von Ober-Lapugy vergleichen, be­
merken wir vor Allem, dass unter den häufigsten 42 Arten 14, welche mit
einem Sternchen (*) bezeichnet wurden, an beiden Fundorten gleich häufig
sind ; aber auch der grösste Theil der übrigen Arten befindet sich unter
den weiteren, immerhin noch häufigen Arten der Ober-Lapugyer Tabelle.
Es ist also zweilellos, das zwischen den Molluskenfaunen der beiden, ein­
ander nahe liegenden Fundorte eine grosse Ähnlichkeit obwaltet ; in «ler
Fauna von Kostej aber spielen - wrie wir schon gesehen haben — die
Muscheln eine bedeutendere Eolle, als in jener von Ober-Lapugy. Schliess­
lich ist es auch interessant, dass ebenso wie in Ober-Lapugy, auch in
Kostej Turitella x'ubangulata B rocc . das allerhäufigste Fossil ist.
b ) Häufigkeitsreihe der durch Dr. L. Mârtonfi im, Jahre 1 8 9 2 in B ujtu r
gesammelten J\toll,uskeTi,reste, nach dem a,bnehm,end en Verhältniss dev
Pereentualzahl, der Individuen.
h4
1
2
N a m e d e r fo s s ile n M o llu s k e n a r t
C e r ith iu m sp in a P a r t s c h . ....... ........... ...............................
B u lla L a jo n k a ir e a n a B a s t ........................................._
* 3
D e n ta liu m in c u r v u m R e n .......................... ........................
4
C a r d iu m p a p illo s u m P o m . ............................................
5
Cseeuin tr a c h e a M o n t . .............................. .
6 C o r b u la c a r in a ta D u j . ........................ .
+ 7
P e e te n B e s s e r i A n d e z .
■ 8
C a rd ita P a r ts c h i G o l d f ............................
«J C e r ith iu m p y g m a e u m P h i l . . . . . . . . .
10 N a tica J o s e p h in ia R i s s o . .
11
O stre a d ig ita lin a D u b .............................................................
12 R is s o a P a r ts c h i ? H ö b n ..........................................
+*13
P e c t u n c u lu s p ilo s u s L ............................... ............. .
14
C o n u s (C h e ly -) fu s c o c in g u la t u s B ro n n ........ ..............
+ 15
Buccinum (Hima) serraticosta B r o n n ..............
+ 16
R in g ic u la b u c c in e a D e s h ..............................................................
17
C h e m n itz ia p e r p u s illa G r a t . .... .........
18
P a lu d in a im m u ta t a F r a u n f ..........................
+ 19
Arca d ilu v ii L a m .................. .....................................
20
O d o n t o s t o m a p lic a t u m M ont .........................
21
T u r b o n illa cf. s u b u m b ilic a t a G r a t ..................................
22
B u lla m ilia r is B ro c c ............................
23
__
D e n ta liu m m u t a b ile D o d ........... . ...... . ...
24
C h e m n it z ia R e u s s i H ö r n ...................................................
25
Cardita Jouanneti B a s t .................................
26
T r o c h u s p a t ü lu s B r o c c ................... ................... .............
27
T u r b o n illa cf. p lic a t u la B ro c c .......... .
28
Nerita picta F é r ......................................................................
*+29
Conus (Lepto-) Dujardini D e s h ..... ......... .
30
Pleurotoma (Drillia) crispata J a n ............
31
Anoniya costata B ro c c ........ ...................................
H32
O s tr e a c o h le a r l'oi.i.
.............
33
V e rn ie t ns intortus L a m ....................................................
34
Lucina dentata B a s t ...........................................
35
V e n u s multilamella L a m ............................. .
36
C o n u s ( L e p t o - ) B rezin a » H ö. A u . .... . .
In d ividu en ­
anzahl
Percentü der
Individuen
100 ?
100 ?
100 ?
8 " 50
8 ■50
51
50
50
50
35
27
26
26
24
24
23
23
23
22
20
20
19
19
16
15
15
15
14
14
13
13
11
11
10
8 -5 0
4 -3 4
4 -2 5
4 -2 5
4 -2 5
2 -9 S
2 -3 0
2-21
2-21
2 -0 4
2 -0 4
1 -96
1 .9 6
1 -9 6
1 -8 7
1 •70
1 -7 0
1 -6 2
1 -6 2
1 -4 6
1*28
1 -2 8
1 -2 8
1 -1 9
1 -1 9
1-11
1-11
0 -9 4
0 ‘ 94
0 •85
0 - 77
9
9
0 -7 7
8
0 -6 8
7
0 -6 0
15 3
’p,
Â
37
38
* 39
10
41
43
N a m e d e r fo s s ile n M o llu s k e n a r t
Individiienanzahl
Percente der
Individuen
7
7
(i
0-60
Cerithium cf. Bronni-forme H i l b .....................................
Bulla eonulus 'D e s h ...........................................................................
Turritella Archim edis B r o n g t .
... _ ..........................
Turbonilla jiygmaea G b a t .......................................................
Dentalium fossile L .............................................. ... ....
Cytherea pedernontana A g . ................................................
0 -6 0
0-51
0-51
0-51 •
0-51
6
(i
ü
I
Auf <lie übrigen 78 Arten zusammen entfällt d a h e r
..................... !
89-45 °/o
1 0 -5 5 %
Wenn wir jetzt Vergleichungen mit der Ober-Lapugyer Tabelle vor­
nehmen : linden wir zuerst, dass die häufigsten 42 Arten Bujturs zusam­
men, deren Individuenzahl genommen, 75-25 % ausmachen, so dass auf
die Testierenden selteneren Arten (353) zusammen 24’75 % entfallen.
Unter den häufigsten Arten Ober-Lapugys kommen in Bujtur nur die
mit einem Sternchen (*) bezeichneten sechs Arten ebenfalls häufig v o r ;
die Ähnlichkeit dieser beiden Faunen ist also auch in dieser Hinsicht eine
geringere. Ich suche die Ursache aber auch darin, dass die Aufsammlung
Dr. M X b t o n f i ’ s nicht genug ergiebig und faktisch hauptsächlich auf die
kleineren Arten beschränkt war.
Wenn wir noch die Molluskenfaunen von Kostej und Bujtur mit ein­
ander vergleichen, sehen wir, dass auch unter deren häufigsten Formen
sieben gemeinsame Arten sind, jene nämlich, welche ich in den Tabellen
mit einem Kreuzchen bezeichnet habe, also viel zu wenig, als dass man
die Ähnlichkeit zwischen beiden Faunen eine auffallende nennen könnte.
Beiläufig dasselbe Verhältniss zeigt sich zwischen diesen zwei Fundorten,
wie zwischen Ober-Lapugy und Bujtur. Wie ich aber schon erwähnt habe,
war aber die Aufsammlung bei Bujtur nicht ausgiebig dazu, um dieses
Verhältniss als endgültig constatirt annehmen zu können.
A b e r a u c h d ie V e r g l e i c h u n g
fe rn te re r
m e in e
T e r t iä r b e c k e n
O b e r -L a p u g y e r
oder
Ober-Lapugy 11
den
is t
g le ic h a ltr ig e n
F u n d orten
le h r r e ic h .
z . B ., w e n n
T a b e lle m i t d e r , a u f d e n
u n d V ö s la u b e z ü g lic h e n
ic h , d a s s v o n d e n
m it
B u ch ten
du rch
B adener
T a b e lle d e s D . S t ü h ( L . c . p .
S t u r a u fg e z ä h lte n
A r t e n e in e
h ervorragen de
30
B o lle
So
308)
h ä u f ig s t e n
s p ie le n ,
T egel von
e n t­
ic h
Soos
v e r g le ic h e , seh e
A rten
u.
zw ar:
a u c h in
N atica
.helidna B b o c c . , Pleurotoma corona,ta M ü n s t ., .Fasciculana bilineata
P a b t s c h , Columbella mbulata B b o c c . (nassoides H ö r n .) , Conus Dujardini
D e c h ., Chenopus alatus E i c h w ., ( pelecani H ö r n , n o n P h i l . ) , Buccinum
restitutianum F o n t , (costulatum H ö e n . n o n B e o c c . ) , Turritella Archime­
dis B b g t . , Mitra scrobiculata B r o c c . , Turritella bicarinata E ic h w . u n d
Turr. turris B a s t . ; w ä h r e n d d ie ü b r i g e n , v o n S t u r a u f g e z ä h l t e n A r t e n
u n t e r d e n w e n i g e r h ä u f ig e n A r t e n v o n
Ober-Lapugy
e b e n fa lls V o rk o m m e n .
Die früheren Forscher also, die sich mit der Ober-Lapugyer Fauna beHchäftigt-en, haben ganz richtig daraufhingewiesen, dass diese am nächsten,
mit der Fauna des Badener Tegels im Wiener Becken verwandt ist.
Aus der Lage der reichsten siebenbürgischen ober-mediterranen Versteinerungsfundorte lässt sich am. Ende noch der Schluss ziehen, dass die
etwa zwischen Broos und dem Ostrande der ungarischen grossen Ebene
(Alföld) gelegene Linie des Marosthaies im ober-mediterranen Zeitalter
eine in die Länge gezogene Meeresenge gebildet haben mag, welche das
siebenbürgische Binnenmeer mit der mehr offenen ungarischen mediterranen See verband, und in die Ufer dieser Meeresenge reichten jene kleineren oder grösseren Buchten hinein, welche für die Entwickelung und
das Gedeihen eines reichen littoralen Thierlebens so günstig waren, dass
~selbe heute als bedeutende Fossilienfundorte dafür Zeugniss abgeben.
Solche sind ausser Ober-Lapugy gegen Westen zu Nemesest und Kostej,
gegen Osten zu Pânk und noch weiter die zahlreichen Petrefactenfundorte
der Strellbucht, in erster Reihe Bujtur. Das westliche Ufer des siebenbürgischen Binnenmeeres entlang kamen solche tief eingeschnittene Buchten
schon seltener vor, deshalb war das Gedeihen des Seelebens auch nicht
mehr so üppig, wie dort unten in der südwestlichen Ecke und in der
Meeresenge der Maroslinie. Die Umgebung von Felsö-Orbo ist in dieser
Hinsicht immerhin noch ein bedeutender Fossilienfundort, und da seine
bisher bekannte Fauna noch am meisten an die von Ober-Lapugy erinnert,
darf man auf dieselben Naturverhältnisse dé'r ehemaligen F.-Orboer Bucht
schliessen.
Die nördlichen Uferzonen des siebenbürgischen Binnenmeeres waren,
nach dem Zeugniss der éinzigen ärmlichen Fossilienfundorte von CsicsöHagymâs, für die Entwickelung eines reichen littoralen Thierlebens viel
weniger geeignet, möglich, dass auch wegen der Nähe und öfteren intensiven Thätigkeit der einzigen Dacitvulkane, über welche später noch bei
der Besprechung der vulkanischen Gebilde die Bede sein wird.
t>) Leythukalk, mit untergeordneten Breceien und Gonglomeraten.
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Diese Ausbildung der ufernahen Ablagerungen des ober-mediterranen
Binnenmeeres kommt blos am westlichen Rande des sifebenbürgischen
Beckens verbreitet v o r ; und zwar in Verbindung mit den fossilreichen,
thonigen und sandigen Schichten, welche wir vorher abgehandelt haben,
gewöhnlich im Hangenden dieser Schichten, stellenweise aber auch dazwischen gelagert.
••
1. Am nordwestlichen Bande des siebenbürgischen Beckens kann
man den Zug der Leythakalkbänke aus der Gegend von Gaura (Hovrilla)
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|
155
über Berkeszpataka, Kovâs lind Sziirdnk-Kdpolnak hinauf bis Kötelesmezö
(Trestya) verfolgen, indem er als eine ziemlich breite Zone die westliche
Hälfte der Prelukaer krystallinischen Schieferinsel einsäumt. Diese Vor­
kommnisse gehören aber, stricte genommen, bereits zum Ostrande des
grossen ungarischen Beckens, weil deren Schichten allgemein gegen Westen
einfallen und weit in das Gebiet des Szatmârer Comitates hineinreichen.
Da sie aber zum Theil auch auf siebenbürgische« Gebiet herüberreichen,
ist ihre Besprechung auch hier am Platze.
Zwischen Gaura und Törökfalva, der Mündung des Hovrillaer Thaies
gegenüber, sieht man in der Nähe der Landstrasse graulicliweisse, thonigsandige Schichten aufgeschlossen, welche unter 25° gegen NW verflachen.
Über diesen folgen klüftig-tafelige Schichten eines hauptsächlich aus
Lithothamnien- und Bryozoen-Fragmenten bestehenden Leythakalkes,
welche im Hovrillaer Thale bis zu dessen Sohle hinabreichen. Das Lie­
gende dieses Leythakalkes ist hier nummulitenführender Höjaer Kalk, in
10° gegen N einfallenden Bänken.
Kötelesmezö (Trestya).
d
La Plesa.
Zwischen Kovâs und Szurdok-Kâpolnak liegt der Leythakalk un­
mittelbar über den Fischschuppen-Schiefer von Nagy-Ilonda, ist von weisser Farbe, erhält durch Lithothamnien-Fragmente eine Breccienstructur,
und ist dabei entweder bröckelig oder auch fest. Die Schichttafeln oder
auch Bänke zeigen stellenweise eine grosse Mächtigkeit, wie z. B. bei
Kovâs an der Mündung des Val. Casilor.
Bei Kötelesmezö (Trestya), ain östlichen Abhang des Dealu Plesu
iindet sich der Leythakalk unter folgenden interessanten Lagerungs­
verhältnissen (Fig. 14). Am Westrande des Dorfes findet man noch den
ober-oligocänen, schmutzig gelblichbraunen Thonmergel mit dünnen
Sandsteinzwischenlagen (a) aufgeschlossen. Weiter oben am Abhange
sieht man schon von Weitem den weissen, kreideartigen Leythakalk (b),
erfüllt mit Fragmenten von Lithothamnium und Muscheln. Darüber
lagern die beiläufig unter 20° gegen NNW verflachenden Schichten biotitreichen Dacittuffes (c), und aus diesem erhebt sich die aus verwittertem
Pyroxenandesit bestehende Felswand des Dealu-Plesu (d), welche auch
darum bemerkenswertli int, weil sie das Lager des berühmten Trestyaer
Calcedones ist. Der Chalcedon kommt darin, die Wände von Höhlungen
und Sjjalten incrustierend, vor und findet sich dann, aus dem verwittern­
den Gesteine ausgewaschen, zerstreut in dem Alluvialboden des gegen
Trestya zu fallenden Abhanges (323).*
Stellenweise, so z. 11. bei dem Bade von Garbonacz, sind die tieferen
Schichten des Leythakalkes von bräunlicher Farbe und mit Bitumen derart
getränkt, dass sie an der Sonne stark darnach riechen.
Weiter gegen W esten zu wollen wir den Leythakalk nicht mehr ver­
folgen.
1
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;
2.
Am PTestrande des siebenbürgischen Beckens. Der nördlichst
Punkt, wo die dom Leythakalke entsprechenden Breccien auftreten, befindet
sich am nördlichen Ende des Tordaer Bergzuges, unmittelbar neben der
Klausenburg-Tordaer Landstrasse, bei der Gemeinde Tür (70,77 und 73,56).
Über den ober-jurassischen Kalk der Türer Spalte unmittelbar lagern
die Schichtbänke von eigentüm lichen Breccien, Conglomeraten und
Sandsteinen, deren Verflachen allgemein vom Jurakalkrücken sanft ab­
wärts gerichtet ist. Die Einschlüsse dieser Schichten sind vorherrschend
Jurakalk-Fragmente oder Gerölle, untergeordnet Detritrus von Diabasporphyrit, welche durch. Kalkcement manchmal zu einem nur mürben,
manchmal auch zu einem ziemlich festen Gestein verbunden werden. Die
Gerölle des Jurakalkes sind manchmal faustgross und noch grösser. Vor
dem Eingang in die Türer Spalte, unter den Jurakalkbrüchen, fand ich in
der Oberfläche dieser Jurakalkgerölle bis erbsengrosse Chalcedonkügelchen
eingewachsen, oder die Höhlungen der Breccie wurden nachträglich bis
2 - 3 cm. dick mit gelblichen oder graulichweissen, traubigen Chalcedon
ausgefüllt, und der Kern solcher Knollen bildet oft eine Krystallgruppe
von Milchquarz.**
Von organischen Einschlüssen sind blos abgeriebene Austern­
scherben häufig, andere Molluskenreste selten zu finden. Sehr interessant
ist das Vorkommen der Gastrochaena intermedia Höbn. Diese Bohrmuschel hatte die anstehenden Jurakalk-Felsen stellenweise dicht angebohrt, ein Beweis, dass diese Kalkfelsen unter den Wellen des ober-medi­
terranen Meeres lagen und die Muschel an den damaligen ufernahen
Felsen sich angesiedelt hatte.
Der nördlichste Punkt solcher Breccien liegt an der Landstrasse,
\
*
S. K o c h A. Erdély âsvânyainak kritikai â tn éz ete. (Kritische' Übersicht der
Mineralien Siebenbürgens.) K o lo z s v â r 1885. p . 156.
** A. K o c h . Mineralogische Mittheil, aus Siebenbürgen. Orvos-Tormész. tud.
Értesitö. Kolozsvâr, V III. 1S86. p. 217.
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157
durch einen kleinen Bruch aufgeschlossen, wo die tafeligen Schichten der
mürben Breccie beiläufig unter 4° nach NO zu einf'allen, und nachdem sie
in der Nähe des im vorigen Kapitel beschriebenen Lagers von bituminösen
Kalk und des Gypses auftreten, ist es wahrscheinlich, dass sie das Hangende
dieser Gesteinslager bilden. (Siehe die Fig. 10. — 260,416.)
Aus der Gegend von Tür kann inan den Leythakalk und die Breccie
an beiden Gehängen des Tordaer Bergzuges entlang verfolgen, und überall
liegen ihre dickbankigen Schichten unmittelbar auf secundären Bildungen,
entweder auf dem ober-jurassischen Kalk oder auf Diabasporphyrit und
dessen Detritusgebilden, höchstens unter 10° vom Bergzuge abwärts verfläcbend und weiter gegen das Innere des Beckens zu durch den bereits
erwähnten Zug von Gypslagern begleitet. Stellenweise ist es ein, durch
Jurakalk- und Augitporphyrit-Fragmente und Gerollen breccien- oder
oonglomeratartiger, öfters aber ein dicht mit Lithothamnien erfüllter
fester, dichter Kalkstein in plumpen Schichtbänken, welchen man als
gutes Baumaterial zwischen Szind und Koppând neben der Landstrasse,
ferner bei Szind und Vârfalva in grossen Steinbrüchen gewinnt und ver­
frachtet. Vor der Szinder Mündung der Tordaer Spalte sieht man Spuren
uralter Steinbrüche, welche, nach G. Téglâs, von den Römern abgebaut
wurden. Versteinerungen finden sich nur spärlich in diesen Leythakalken
und Breccien zerstreut.
;
Das Lagerungsverhältniss, welches zwischen diesen Uferablagerungen
und den Mezöséger Tegelschichten der Tiefsee besteht, ist nirgends ganz
deutlich zu sehen. An den meisten Stellen schien es mir, dass der Leytha­
kalk oder die Breccie allmälig in den Mezöséger Tegel übergehe. Bei dem
Cölestinvorkommen nahe Koppând sieht es so aus, als wenn die Leythabreccie über dem Stinkkalk-Lager mit Cölestin und Beryt läge ; während
das Gypslager ohne Zweifel das unmittelbare Liegende des StinkkalkLagers ist. Am westlichen Abhang des Sinfalvaer Czibre-Berges (am linken
Aranyosufer) liegt eine kleine Scholle des Leythakalkes unter 20° nach N
zu einfallend, auf dem Augitporphyrit. Gegen den Bücken des Berges aber
folgen bläulichgraue schlammige Sandschichten mit 7° SOO Verflachen,
dieselbe Austernart führend. Über diesem Sand lagert das beiläufig 10 m.
mächtige Gypslager, welches sich dem Bücken entlang zieht, worauf am
westlichen Abhang abermals sandiger Tegel über dem Gypslager folgt,
erfüllt mit den Scherben von Ostrea cochlear. Schliesslich tritt unter die­
sem Tegel wieder der Augitporphyrit hervor.
Es geht aus alldem klar hervor, dass der Tordaer Bergzug sich als
eine Halbinsel aus dem ober-mediterranen Meere ei heben musste, an des­
sen Ufern die reine Leythakalkbildung, durch das Hinzumengen der von
der Halbinsel durch die Niederschläge hineingespülten Jurakalk- und
158
Augitporphyrit-Gerölle sehr alterirt wurde. Diesem Umstande muss ee
auch ungeschrieben werden, dass die Leythakalkbreccien an organischen
B e s t e n weniger reich sind, als es der reine Leythakalk zu sein pflegt, und
dass die hie und da dennoch vorkommenden Molluskenschalen stark zer­
brochen und abgerieben sind.
Am rechten Aranyosufer ist Vdrfalva der erste Ort, wo der Leytha­
kalk in typischer Ausbildung und in dicken Bänken dem Augitporphyrit
aufgelagert vorkommt, aber durch grossartige Steinbrüche zum grossen
Theil schon entfernt wurde (73,56). Nach den neuesten Aufnahmen von
L. B o t h v . T e l e g d (324,67) beginnt der Leythakalk am südwestlichen
Ende von "Vârfalva mit einem schmalen Streifen, breitet sich jedoch gegen
Westen zu schnell sehr aus, so dass er recht bald ein 2375 in. breites Areal
bedeckt. Gegen Süden zu auch die Breite von 3 Km. erreichend, setzt er
in einer zusammenhängenden Masse bis Hidas fort, westlich und südlich
von diesem Orte er dann, hauptsächlich durch Gerölle und Sand vertreten,
in kleinere oder grössere Partien zerfallen auftritt. Dass aber das medi­
terrane Meer auch in das Gebiet des nahen Diabasporphyritmassives hinein­
reichte, dafür zeugen jene Sedimentfetzen, deren einer bis zu einer Höhe
von 1000 m. hinaufreicht.
Die Schichten des Leythakalkes verflächen im Ganzen gegen Osten,
also vom Grundgebirge ab, wrobei ihre Streichungsrichtung mit jener des
Grundgebirges übereinstimmt. Der Leythakalk wechsellagert an mehreren
Punkten mit Sand, Schotter und mergeligen Schichten, er schliesst auch
Dacittuff und Gyps in sich e in ; an seiner östlichen Grenze, ja auch an
den ehemaligen Ufern, sind diese Ablagerungen directe Vertreter des
Leythakalkes; es ist also evident, dass diese zweierlei Ablagerungen (des
Seeufers und der offenen See) von gleichem Alter sind. Der am Ufer ab­
gelagerte Leythakalk bildet hier eine ziemlich breite Zone, seine Decke ist
jedoch nicht sehr mächtig. Östlich von den Ufern des mediterranen Meeres,
das ist gegen das Innere des Beckens zu, ist anfangs noch Sand und
Schotter überwiegend, welche dann noch weiter ostwärts durch das feinere
kalkig-thonige Sediment abgelöst werden.
Was die Details betrifft, ist am interessantesten eine, südlich von
V arfalva, am linken Gehänge des Bâkos-Baches aufgenommene Schicht­
reihe von oben nach abwärts, aus welcher ersichtlich ist, dass unter dem
Leythakalk noch locale Süsswasser-Ablagerungen Vorkommen :
n) gelber und darunter bläulichgrauer Thonm crgel;
b) Bank eines dünntafeligen, harten Leythakalkes;
c) gelber, weicher Thonmergel;
d) gelber, sandiger Kalkstein, mit einer dünnen Zwischenlage von
Lithothamniumkalk;
e) harter Lithoth^mnienkalk;
f) dünne Schichte eines bläulichen Thones mit verkohlten Pflanzenresten, Lignit-Bröckchen und den folgenden Süsswasser-Petrefacten: Pla■norbis sp., Cardmm sp. (eine zwischen C. Suessi B a b b . und C. plicaturn
stehende Form, und von Cypris cf. faba D e n n , ganze Colonien.
E ic h w .
Diese Thonschicht übergeht abwärts zu in bläulich-grauen, sandigen
Schieferthon.
Nach K. H e r e p e y (93, 253,184, 256,197 und 319), zum Theil auch nach
meinen Beobachtungen (253,i3o) und auf Grund eines Berichtes von
Dr. E m . L ö r e n t h e y (280,loo) kann ich über den, den östlichen Band des
siebenbürgischen Erzgebirges einsäumenden Leythakalk folgendes sagen.
Die Leythakalkbildung zieht sich von Vârfalva angefangen bis zur Mün­
dung des Flüsschens Ompolyicza — hie und da mit einer Unterbrechung
dahin, und füllt hier die Einbuchtungen theils der ober-jurassischen, tlieils
der unter-cretaceischen Schichten aus. Bei Vârfalva liegt der Leythakalk
auf dem Augitporphyrit; tritt dann, dadurch unterbrochen, bei Csegez in
Gesellschaft schöner Gypslager wieder in den Vordergrund. An beiden
Orten findet man häutig V ersteinerungen. Von Csegez gegen Hidas zu
vorschreitend, finden wir den Leythakalk durch Schichten der sarmatischen
Stufe unterbrochen; hier tritt er aber wieder massenhaft auf. Der Leytha­
kalk von Hidas unterscheidet sich von den vorhergehenden durch seine
Weichheit und Armuth an Versteinerungen.
Nach L. B o t h v . T e l e g d ( 3 2 4 ,67) sieht man östlich von Csegez den
Leythakalk unter 10° gegen OSO verflächend, und darüber eine dm
schnell auskeilende Dacittufflage, worauf ein schmaler Streifen von wt sem Alabaster, und zum Theil von faserigem Gyps auftritt. Am nördlich, ■
Ende der Gypslinie folgt ein sehr harter, dichter, gelblichgrauer Kalk vom
Aussehen eines Süsswasserkalkes. Aus dieser Beschreibung glaube ich zu
entnehmen können, dass wir es hier mit dem bituminösen Kalke d tBékâsbaches bei Klausenburg und des Dobogö-Berges bei Koppând zu th:m
haben. Dieser Kalk vereinigt sich in seiner nördlichen Fortsetzung, mii.
dem Lithothainnienkalk. Unter den Leythakalkbänken zeigen sich zuerst
wenig Thonmergel, weiter sandiger Thonmergel und Sand, endlich bios
grünliches, sandig-mergeliges Materiale-und reiner Sand, deren Schicht, n
unter 15° ONO verflächen und ziemlich viel Versteinerungen führen.
Bei Hidas fand L. R o t h eine mächtige Ablagerung von Sand und
Schotter, — mit dazwischen gelagertem bläulichen und grünlichen kalkigen
Thon
aufgeschlossen. Der Sand ist zum Theil zu einem mürben Sand­
stein verkittet. Gegen NW zu den Bergabhang besteigend, wechsellagern
Leythakalk, Sand, Schotter und Sandstein mit sandigen Thon-Einschal­
tungen zweimal nach einander, und zuoberst ist noch einmal mergeliger
160
und Kalkmergel, mit vielen Fossilien, aufgeschlossen. Verflachen
der Schichten ist 5— 10° NON.
^
Von Hidas bis Olâh-Bâkos zeigt sich der Leythakalk auf dem Rücken
des Diabasporphvrites, Bänke bildend. Unter diesen Bänken findet sich
ein fossilreicher Meeressand. Nach L ö r e n t h e y besteht die Leythakalkbildung östlich vom Dorfe bei einem grossen Bergsturz aus feinerem oder
gröberen Sand, stellenweise mit Conglomerat- und Kalk-Einlagerungen.
Unter den Einschlüssen des Conglomerates finden sich AugitporphyritBrocken, Bohnerz, Austern- ond Echinoiden-Bruehstücke. Der ganze
.Schichtcomplex ist an Versteinerungen sehr reich.
Von Ol.-Râkos nach Süden zu erscheint die Leythakalkdeekr in .-.v,
Theile gespalten. Der eine Flügel breitet sich bei Olâh-Lapâd « ’
.lor
andere auf den östlichen Höhen über Nyirmezö. Bei Oläh-Lapâd ’ ui'i t jzum Theil auf Diabasporphyrit, zum Theil auf dem lieocomen KarpatJ. -iisandstein, während er bei Nyirmezö theilweise auch den ober-jiirussisei»” i
Kalk bedeckt. Bei Olâh-Lapâd sind die obersten mürben Kalkstrii:.1ji.'K"
mit den Schalen und Steinkernen der Terebralul« grandis und
rdia
cor erfüllt, während der Kalk von Nyirmezö arm an Yersteineru'.jgH: H .
Nach L ö r e n t h e y ist die Leythakalkbildung bei Olâh-Lapâd mehr f>' ■ J.'. : ■.
mächtig und besteht aus schwach sandigem Kalkstein, erfüllt ins Litlmthamnium-Knollen, welche stellenweise herausgelöst werden kiiu . ' . SîV
kann in zwei verschiedene Horizonte eingetheilt werden: a) ob i; , inkömiger sandiger Mergel, ausser der Terebratula grandis mit schu-ciiten
Steinkernen von Mollusken, 1 m.; /Ju n ten Bänke sandigen Kai»->x-i,.c.>
34 Meter.
K a lk s t e in
Die beiden Zweige des Leythakalkes vereinigen sich wieder bei ' I dliâza (Cacova) und füllen hier die Einbuchtung im lieocomen Siirnhi. ;.i
aus. Hier kommen besonders in Pareu Bursi viele Echinolainpidcn v o r .
Dr. L ö r e n t h e y beobachtete hiei ein Verflächen Hora 9— 10, 3 0
der
Schichtbänke, und zwar: a) oben 6 -8 m. feineres oder gröberes Conglo­
merat oder Sand; b) darunter 8 m. kalkigen mürben Sandstein, und
c) zuunterst 6 m. fossilleeren Tegel. In den oberen und mittleren Schichten
fand er auch Versteinerungen. Ich habe oberhalb Muzsina den Leythakalk
mit seinen mächtigen Bänken, welche unter 20 gegen SSSO einfallen,
beobachtet. Er besteht hier vorherrschendaus Lithothainnium-Fragmenten
und aus Foraminiferen, worunter besonders die Heterostegin«, costata vor­
herrscht, stellenweise derart, dass einzelne Bänke damit dicht erfüllt
erscheinen. Stellenweise erhielt ich auch Echiniden in ziemlicher Menge.
In dem Wasserriss des Pareu Funtinyeloru bei Vladhâza fand ich unter
dem gewiss über 35 m. mächtigen, bankigen Leythakalk den früher schon
beschriebenen unter-mediterranen Thonmergel aufgeschlossen.
161
Von Muzsina an streicht der Leythakalkzug durch den Wald der
Hochschule und gewinnt in der tiefen Bucht von Felsö-Orbö
wieder eine grössere Ausbreitung. Er ruht hier tlieils auf ober-jurassischen,
tlieils auf unter-cretaceischen Schichten.
Nach meinen eigenen Beobachtungen (253,257) liegt der Leythakalk
im tief eingeschnittenen Graben des Pareu Bobi oben, mit seinen mäch­
tigen Bänken Felswände bildend. Er schliesst neben vorherrschenden
Utliothamnium mmosissimum (Rss) GüMB.-Knollen auch viele Beste von
Mollusken und Echiniden in sich ein. Einzelne Schichten sind auch hier
mit Heterostegina costata, deren einzelne Exemplare nicht selten einen
Durchmesser von 1 3 mm erreichen, erfüllt. Auf der Oberfläche der Clyjieaster-Arten haften häufig die Böhren von Serpula cfr. humulus M n s t k .,
so auch viele Bryozoen. Die unteren Bänke des Leytliakalkes werden all­
mälig sandig und tlionig, und auch ihre Farbe übergeht ins Bläulichgraue, darunter tafelig geschichtete, bläulicligraue, sandige Tegel- und
Mergel-Schichten folgen und zuunterst der Schichtcomplex in reinen Tegel
n .-e n y e d e r
übergeht.
Nach K. H e b e p e y finden sich im Pareu Bobi und P. Pietri folgende
Schichtreihen von oben nach unten zu aufgeschlossen (319,152): a) 5 - 8 dm.
Kalkmergel mit reichlichen Einschlüssen von Terebratula grandis und
Isocardia cor; b) 4— 5 m. mächtiger, dichter, abwärts schotterig werdender
Grobkalk, an organischen Einschlüssen ziemlich arm ; c) sandiger, mürber
gelblicher Kalkstein, welcher an der Luft zerfällt und eine reiche Fund­
stätte von Echiniden und Muschelkernen is t; d) 4 — 5 m. bläulichgrauer,
mit grösseren Kiesgeröllen erfüllter Grobkalk, hinab zu mit abnehmendem
Fossiliengehalt.
Hinter dem Bergrücken von Felgyogy finden wir nur in den schmalen
Buchten oder Thalmündungen von Csâklya, Magyar-Igen, Czelna und
Ompolyicza noch Leythakalk-Gebilde. Zwischen Csâklya und Czelna findet
sich die grösste Unterbrechung, denn man begegnet in den Umgebungen
von Felsö-Gâld, Tibor, Kirâlypataka, Krakkö und Boros-Bocsârd nur mehr
Spuren des Leytliakalkes, indem hier die Denudation die einstigen zu­
sammenhängenden Uferbildungen schon entfernt hatte.
Der Leythakalk bildet, nach B. v. I n k e y ( 2 4 2 , 121 ) , am südlichen Bande
des siebenbürgischen Erzgebirges zwischen Nagyâg und Hondol drei, und
bei Vormaga zwei schollenförmige Flecken. Nördlich von Hondol liegen
am Wege des steilen Bergabhanges, über rothem, arkoseartigem Sandstein,
verwitterte Kalkstein-Stücke herum, welche viel Lithothamnium-, Ostreaund kleine Pöcteji-Bruclistücke enthalten. Bei Vormaga ruht die eine
Kalkscholle am Bande des Dorfes unmittelbar auf Phyllit und ist erfüllt
mit eckigen Quarzsand-Körnern, Austernschalen, einigen Pecten-Scherben
D r. Anton K och : D ie Terfcmrbildungen des Beckens der siebenbürgischen Landestheile
11
162
, und Spuren von Korallen ; die andere liegt 100 Schritte weiter gegen Osten
und zeigt blos Austernscherben. Es ist wahrscheinlich, dass alle diese
Leythakalkspuren das Liegende der schon beschriebenen fossilleereu
Schichten von Nagyâg, oder eher deren üferrand bilden.
Dr. G e o e g P b im ic s beobachtete ebenfalls Leythakalk-Spuren an zwei
Stellen (312,17). a) Nahe zu Szehstye, nördlich vom Drajka-Berg, am Wege,
welcher am Fusse des Csetrâs-Berges hinführt. Hier bei einem Kreuze
treten aus dem Nyirok und aus Andesittuffen, in N— S-Bichtung, mehrere
kleine Schollen davon heraus. Diese Kalke haben eine ins Gelbliche zie­
hende schmutzig weisse Farbe, spalten sich in dünne Schichtchen und
sind ziemlich thonig-mergelig. In ihrer Zusammensetzung nehmen, ausser
vielen Foraminiferen, Lithothamnium-Knollen, Korallen, Muscheln und
Schnecken Antheil, welche ich untersucht und bestimmt habe (262,150).
b) Bei Nyavalyâsfalva ruht eine kleine Kalkscholle, ähnlich jener bei Vor. rnaga, unmittelbar auf den Phylliten.
3.
In der Strellbucht kommen, neben sonstigen versteinerung
führenden ober-mediterranen Schichten, an einigen Stellen auch dem
Leythakalke entsprechende Ufer-Ablagerungen von Conglomeraten und
Breccien vor, in welchen A d . B u d a marine Fossilien sammelte. Die bisher
bekannten Stellen und die daselbst gefundenen fossilführenden Gesteine
sind die folgenden.
a) Felsö-SzâUâspataka. Bläulichgrauer, glimmerig-thoniger Sand­
stein und mürber, sandig-glimmeriger grauer Kalk ;
b) Qlâh-Brettye. Korallenkalk mit grober Structur;
c) Bdkosd. Die hier vorkommenden grossen Austern liegen nach
S t u b aut secundärem Lager, weil sie in den sarmatischen Schichten V o r ­
kommen ; es ist daher wahrscheinlich, dass unter diesen irgendwo auch
die dem Leythakalk entsprechende Austernbank zum Vorschein kom m t;
d) Szdraz-Alntds. Aon hier lag mir gelblichgrauer, glimmeriger
Kalksandstein mit Teredo norvegica vor ;
e) Jo- Valcsel. Glimmeriger Kalk mit Lithothamnien und Spuren
nd( er Fossilien, so auch Korallenkalk;
f) Hdtftzeg. Grober Leythakalk mit Quarzgeröllen und marinen Fos­
s ile n ;
g) Ielsö-Peste,s . Leythakalk mit Fossilien unter dem sarmatischen
Kalk ;
a)
Kis-Boskâny, Pâuk und Felsö-Lapiiyy. Über den fossilführende
i >;<(': von Ober-Lapugy lagern noch Schichtbänke von gelbem, mehr oder
e.n^ii sandigem Kalk, welche im Osten bei Kis-Boskâny am mächtigsten
sind, so dass man sie in mehreren Brüchen als Bausteine gewinnt. Bei
Pânk kommt diese dem Leythakalke entsprechende Bildung in mehreren,
103
30— 30 cm. dicken, gegen N. zu verflachenden Schichtbänken zwischen
Tegel eingeJagert, vor; über dem obersten Lager jedoch liegt gegen Süden
zu nach D. S t ü h noch in bedeutender Mächtigkeit fossilführender Tegel,
in welchem N e u g e b o r e n besonders sammelte (144, 49). Bei Ober-Lapugy
im Valea Kosuluj endlich, dort wo der Bach sich zweigt, habe ich selbst
in dem korallreichen Tegel eine bl. 30 cm. dicke, unter 8° nach NNO.
verflachende Muschelbreccien-Bank beobachtet (322, 268), in welcher viele
Muschelfragmente und wenig Quarzkies durch dunkelgrauen Kalkmergel
fest verkittet sind.
In diesem, dem Leythakalke entsprechenden Ufergebilde lassen sich
ausser den Steinkernen von Molluskenschalen in grösser Menge Lithothamnium-Ästchen und die Stöcke von Explaiiaria astroites beobachten.
Tabellarische Übersicht der Fauna des Leythakalkes und der ent­
sprechenden Breccien und Conglomeratschichten im siebenbürgi­
schen Becken.
Für dieses Versteinerungsverzeichniss sind die Quellen, aus welchen
die Daten geschöpft wurden, die folgenden :
1.
= In F r . v . H a u e r und G. S t ä c h e ’s «Geologie Siebenbürgens» der
Bericht des D. S t u r in Betreff des südlichen Theiles von Siebenbürgen. i2.
= Verzeichniss der durch Dr. K. H o p m a n n gesammelten Leythakalk-Versteinerungen. Die Ausstellungsobjecte der ung. kgl. geol. Anstalt
im Jahre 1885.
3. = Dr. A n t o n K o c h . Folgende Nummern des Literatur-Verzeich­
nisses : (253), (187), (262) u. (323).
4. = A. B e u s s . Die fossile Fauna von Wieliczka. (Darin eine Muschelbreccie von Maros-Ujvâr beschrieben.) Sitz.-Ber. d. k. k. Akad. d. Wiss. in
Wien. Math. Naturwiss. CI. I. Abth. 55. B. 1867 p. 58— 60.
5 . ■ Dr. E m . L ö r e n t h e y . Die Nummer 2 8 0 des Literatur-Verzeich­
nisses.
6. = I n k e y B é l a . Die Nr. 242 d. Lit.-Verz.
7. = Dr. G u s t a v L a u b e . Nr. 162 d. Lit.-Verz.
8. = Dr. A l . B it t n e r . Nr. 91 d. Lit.-Verz.
(R) — D e r B e r i c h t d e s L. B o t h v . T e l e g d (324).
11*
1K4
a) Pisces :
Carcharodon sp. grosse Zähne. — Szind (3).
Picnodus sp. foga. — Varfalva, Vlâdhâza, F.-Orbo (3, 5).
Lamna contortidens A g . — Olâh-Eâkos (5).
«
elegans A g . — Szelistye (3 ).
b) Crustacea :
Neptunus cf. granulatus A . M . E d w , (Bittner) — F.-Orbo (2, 7).
Neptunus sp. Scheeren u. Fragm. — Olâh-Eâkos (5), Vladhâza (5).
Cancer sp. 9 — Eemete (2).
Ostracoda ind. — Olâh-Eâkos (5).
Cypris cf. faba D e s m . — Varfalva I)..(K).
r) Gasteropoda :
FelsöOrbo
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22
23
24
Conus (Lepto-) Dujardini D esh .........
«
(Chely-) cf. Ensesfeldensis
Hö. A u.....................................
«
(Litho-) Karreri H ö. Au. ....
«
(Chely-) aff. Lapugyensis Hö.
A u ............. ..... . .... .............
«
(Lepto-) Pusehi M i c h t . .......
«
(Dendro-) Steindachneri Hö.
A u..............................................
«
sp. Steinkern.............................
C ypr*a (Arieia) ainygdalum B r o c c .
Ancillaria (Anaulax) obsoleta B r o c c .
V o l u t a rarispina L a m ...................................
«
taurinia B o n ....................................
Buccinum (EburnaJBrugadinum G r a t .
«
semistriatum B r o c c . ............
«
(Tritia) vindobonensis M a y .
sp......................
«
Cassis (Cassidea) Haueri H örn. .......
«
(Semi-) s a b u r o n L a m .
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Sonstige
Fundorte
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3
3
3
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3
jHâtszeg (3),
\Yârfalva (R)
3
3
3
—
3
3
3
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3
3
3 - —
3
—
3
Chenopus (Aporrhais) pes pelecani
P h i l ...........................................
Triton (Sassia) appenninicum S a s s i .
Banella (Apollon) gigantea L a m . .......
a
(Aspa! marginata M a r t . sp.
3
3
3
3
--—
3
Varfalva (R)
o
—
(G a lio d e a ) o e h in o p lio r a
L a m ................................
..........
a
s p . i n d . ......................................
Strombus Bonelli B r o n g t ..........................
---
3 __
C a s s id a r ia
.
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3
—
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—
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1
25
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SO
51
52
53
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56
57
58
59
«0
M u r e x ( P h y l l o n o t u s ) s t r ia r fo r m is
M i c h t . ...................... .... .... .... ....
P o l l i a i n t e r c i s u s M i c h t . s p . .... ........
P y r u l a ( F i e u l a ) c l a v a B a s t .......................
«
( F ie u la ) c o n d i t a B b o n g t ..........
«
«
g e o m e t r a B o b s .......... .
F u s u s s p . i n d ......................... _ .... ..........
F a s c i o l a r i a B u r d i g a l e n s i s B a s t , s p ....
C a n c e l l a r i a ( T r i g o n o s t o m a ) a m p u ll a c e a B b o c c .......................... .........
«
(T r ig o n o s t o m a ) ca n a lic u lâ ta
H ö b n ................ . .............. ............
P le u r o t o in a (R a p h is t o m a ) s u b m a r g in a t a B a s t ........... . .... ................
C e r i t h i u m B r o n n i P a r t s c h ................. .
«
p i e t u m B a s t . .... .... .... ... .... ....
«
sp.
................................. . ........ ._.
T u r r i t e l l a A r c h i m e d i s B r o n g t . .... ....
«
b i e a r i n a t a E i c h w . ............. . ....
«
c f. g r a d a t a M e n k e . .... .... ..........
«
K i e p e l i P a r t s c h .................... . ....
... ............. .
....
«
s p ...................... .
T u r b o e f. t u b e r e u l a t u s S e r r __ ' _____ _
M o n o d o n t a a n g u l a t a E i c h w . .... _ ....
X e n o p h o r a c u m u l a n s B r o n g t . .... ....
T r o c h u s f a n u l u m G m e l ..... __ .._ .... ....
«
p a t u l u s B r o c c . .... ... .... .... ._.
«
t u r r i c u l a E i c h w ..... __ .... .... ....
D e l p h i n u l a r o t e l l s e f o r m i s G r a t ..........
< N a t ic a h e l i c i n a B b o c c . .... .... .... .... ....
R i s s o i n a p u s i l l a B b o c c ............... .... ....
D e n t a l i u m B o u é i D e s h ........... ............. ..
«
M i c h e l o t t i H ö r n . .... __ .... ....
«
m u t a b i l e D o D................. . . . . ____ ..
«
e n t a l is L ........... .... .... .... .... ....
B u l l a L a jo n k a i r e a n a B a s t ...... .._ .... ....
«
t r u n e a t a A d a m s ...................... . „
S e r p u l o r b i s i n t o r t u s L a m . ... .............. .
V e r n i i l i a s p .................................. .. ........
P l a n o r b i s s p ................................... . ....
—
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3
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3
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N a m e der A rten
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4
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d) Pelecypoda :
1
G a s t r o c h f fi n a of. i n t e r m e d i a H
2
T e r e d o n o r v e g i c a S p e n g l ..... _
3
4
5
C la v a g e l la b a c i l l a r i s D e s h .....................
P a n o p s e a c f. M e n a r d i D e s h . .... ....
«
s p . i n d ........... ............................... .
C o r b u l a c a r i n a t a D u j . .............................
6
7
8
9
«
ö r n ......
g i b b a O l i v i ......................... ............ .
B a s t e r o t ia e o r b u lo id e s M a y .
P h o l a d o m y a a l p i n a M a t h ........................
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—
—
3
—
—
21
E r v ilia p u s illa P h i l ..................................
T e llin a p la n a ta L ..... ,............ .. ...............
«
la c u n o s a (? ) C h em n ...................
T a p e s B a s t e r o ti M a y . ............. . ........
V e n u s c f. D u ja r d in i H ö r n .
.........
«
H a id in g e r i H ö r n ........................
«
in a r g in a ta H ö r n . .... .... .........
«
m u lt ila m e lla L a m ........... . .........
a
sc a la r is B r o n n . ........................ ..
i, «
sp . i n d ................................................
D o s iiiia lin c t a P u l t . aff. ............. . ....
C y th e r e a sp . i n d ...........................................
22
I s o c a r d ia c o r L .
23
24
25
26
—
—
_
—
3
—
—
—
—
— — —
3 — —
— — —
—
3 —
— —■ —
— — —
3 — —
—
—
3 — —
3 —- —
3 — —
3 —
—
— —
—
3
3
3
3
3 —
—
— —•
-23 —
— — —
—
27
28
29
30
31
32
33
34
35
36
37
38
39
40
41
42
43
C a r d iu m d is c r e p a n s B a s t ................ _ ....
«
e d u le L . ......................................
<(
T u r o n ic u m M a y . ............. .... ....
«
sp . (S u e s s i B a b b . + p lic a tu m
E ic h w .) ........ j .... .... .... .........
C a r d iu m c f. p e c t in a tu m L ....................
*
sp . in d .
.............................. ........
H e m ic a r d iu m sp .
.................................
C y p r ic a r d ia tr a n s s ilv a n ic a H ö r n ........
D ip lo d o n t a sp . in d . ... .... ... ............. .
L u c in a c o lu m b e lla L a m ............................
a
d e n ta ta B a s t .
....
...............
«
D u j a r d i n i D e s h ................ ........ ...
«
in c r a s s a ta D u b .................... . ....
L u c in a s p ............................... . .... ............. '.
L e d a f r a g i l i s C hem n.
...... . .... .........
« n itid a B r o c c .
....
.... .._ .........
P e c t u n c u lu s p ilo s u s L . ....... . ...............
A r c a d ilu v ii L a m . .... ...............................
M o d io la H ö r n e si R e u s s ................ ~~ ....
L it h o d o m u s A v ite n s is M a y ............ ... . . .
A v ic u la p h a le n a c e a L a m ...................... .
—
—
4
—
■
—
—
—
44
P e cte n B e s s e r i A n d r z ...............................
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3
3
3
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3
—.
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3
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3
3
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—
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3
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.... ................... . .........
45
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47
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«
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c ris ta tu s B r o n n ............ . .........
d u o d e c im la m e lla t u s B r o n n . ....
e le g a n s A n d r z .
...................
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«
c f. H o l g e r i G e in .
49
«
M alv in re D u b ................. ................ .
50
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la t is s im u s B r o c c .................. .
51
«
(V o la ) F e l d e r i F u c h s .
________
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—
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—
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—
—
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—
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Sonstige
Fundorte
—
- - Ol.-Lapâd (5 )
-■ H idas (R)
3
— C segez (R)
Hidas (R)
■
—
Hâtszeg (1)
—
—
fOl.-Lapâd (5),.
__ ICsegez (E),
|H âtszeg (lj,
[H idas (R)
— Hidas (R)
—
F.-Pestes (3).
— Vârfalva (R)
—
3 H âtszeg (1)
—.
—
Hidas (R)
— 01--Lapâd (5),
—
—
—
——
— H idas (R)
—
H âtszeg (1)'
—
Hidas (R)
— H idas (R)
—
(Ol.-Râkos (5).
3 jH o n d o l (6).
[H idas (R)
fOI.-Râkos (5)v
—
\Csegez (R)
(Vârfalva (R),
\Hidas (R)
Tür (3)
3
fH âtszeg (1),
Vârfalva (R).
[O l.-Lapâd (5)
[Vârfalva (R), Tür
1(3), H âtszeg (1),
1K ötelesm ezö (3),
(T örökfalu (2)
— OI-Lapâd (5)
—
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«
c f. s c a b r id u s E ic h w ..............
sp . in d ........................... ..............
56
«
cf. L e y th a n u s P a r t s c h .
57
58
«
a d u n c u s E ic h w .
....... .
c o c h le a r P o l i .
—
....................
59
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60
O stre a H ö r n e s i R e u s s .........................
61
O stre a
cf. c ra s s ic o s ta ta S o w . .
62
«
d ig it a lin a D u b . ......... ...............
63
«
cf. H ö r n e s i R e u s s . - ............... ~
64
«
cf. la m e llo s a B r o c c . ...... ..
65
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«
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.............A n o m y a stria ta B ro cc .......... ...............
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—
—
—
—
Vârfalva (B)
(H âtszeg (1). 01.JLapâd (5), Hidas
](B), Sinfalva (3),
iNagyâg, Csertés(6),
[Vorm aga (6),
— {V ârfalva (B),
[H idas (B)
—■
—
—
Sonstige
Fundorts
H idas (B)
JOl.-Lapâd (5).
----- [Jeder (2)
5 Ol.-Bâkos (5)
—iBerkeszpataka (2),
— (H on d ol (6)
(F.-Pestes (3),
—
(Jeder (2)
—
—
3
---
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HÖ
«•cö
£
Törükfalu (2),
K ötelesm ezö (3).
Ol.-Bâkos (5),
Vârfalva (B),
Hidas (B)
— Vârfalva (B)
rSzind, Tiir,
3 K oppând és S in [falva (3)
—
Hidas (B)
Ol.-Râkos (5)
e) B raehiopoda:
Terebratula grandis B l u m . ( = ampulla L a m .) —■Hidas (R), F.-Orbo,
(Par. Bobi) (3, o),
O lâ h -L a p â d
(5).
Terebratula sp. — Berkeszpataka (2).
Argiope decollata C h e m n . sp. — Törökfalu (Szatmâr m.) (2).
Megerlea truncata C h e m n . sp. — Törökfalu (2).
f) Bryozoa :
Defrancia prolifera Rss. — Olâh-Râkos, Ylâdhâza (5).
«
formosa Rss. — Olâh-Râkos (5).
Membranipora angulosa Rss. — F.-Orbö (Par. Bobi) (3).
«
«
clathrata Rss. —
«
«
sp .?
—
«
«
Retepora cellulosa L. — Olâh-Râkos, Vlâdhâza (5).
(3).
(3).
Cellepora tenella F b . R o e m . — F.-Orbo (Par. Bobi) (3).
(,
globulus Rss. — Olâh-Râkos, Vladhâza (5).
a
a
«
globularis R e u s s . — Hidas (R.) (5).
polyphyma Rss. —
<«
(5).
arrecta Rss. (0). —
«
(5).
Stomatopora sp. — Felsö-Orbo (Par. Bobi) (3).
Ceriopora arbuscula Rss. — Olâh-Râkos (5).
Lunulites sp. 9 — F.-Orbo (P. Bobi) (3).
g) Vermes :
Şerpuia cf. Humulus M ü n st . — F.-Orbo (P. Bobi) (3).
Şerpuia sp. 9 — Szelistye, Olâh-Lapâd, Olâh-Râkos (3, 5).
Şerpuia scalaris E ic h w . — F.-Orbo (P. Bobi) (5).
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
I
Gaura-Hovrilaj
I
Krakkè
P s a m m e c h in u s c f. m o n ilis D esm . —
«
D u c ie i W r ig h t ................. — —
S c u t e lla v in d o b o n e n s is L a u b e ...............
C ly p e a s te r c r a s s ic o s ta tu s A g . .... ;...
«
a c u in in a tu s D e s . .... ... .... .... ....
«
altu s L a m ....................- ...... .
«
p y r a m id a lis M i c h t ... ............ . ....
«
c f. g ib b o s tts R i s s o s p ..............
n
cf. fo liu m A g .... ............... . ........
«
.H e r e p e y i K o c h ..............................
«
c f . p a r v u s D u c h . „ .......................
E c h i n o l a m p a s L a u r i l l a r d i A g . ....... .
«
h e m i s p h a e r ic u s L a m . s p . v a r .
L i n c k i i G o l d f . ............. .........
C o n o c ly p u s p la g io s o m u s A g .......... . „
S c h i z a ste r cf. K a r r e r i L a u b e ... .............
P e r ia s te r (L in t h ia ) K o c h i H e b e p e y .
T o x o b r i s s u s c f. c r e s c e n t i c u s W
r ig h t .
H e m ip a t a g u s sp . .......................................
E c h in o c y a m u s o v a tu s A g ............. . ...
S c u te fla s u b r o tu n d a ? L a m — .... .... ....
Goniaster sp . Randplatten.... .............
Spatangus austriacus L a u b e ..................
S c h iz a s te r sp . in d . .._ ...................... ....
3
3
37
3
3
—
3
3
3
3
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—
—
—
—
3
—
---
—
—
Varfalva
Felsö-Orbo
Laufende
Nr. der Art
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
N a m e d e r A fte n
—
—
—
—
—
za
O
M
*•03
3
—
3
—
—
—
3
3 —
— —
— —
3
3
—
3
3
3
3
3
—
—
—
—
—
—
—
—
—
—
—
—
—
—
—
—
—
—
— 23
— —
— —
2
3
— —
— —
— —
Szelistye
I
Vlâdhâza
---
1
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h) Echinoidea :
Sonstige
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Csegez (R)
'
i) Antfaozoa
Favia magnifica Ess. - - Ribicze (Reuss), Râkos (R), Vârfalva (R).
Explanaria astroites G o l d f . = Heliastraea Reussana M. E d w . et H.
Pank, F.-Lapugy (1), F.-Orbo, Olâh-Lapâd (5), Vârfalva (R).
Isis melitensis G o l d f . — F.-Orbo (3).
Heliastrae conoidea R e u s s . — F.-Orbö (o), Vârfalva (R).
Acanthocyathus transsylvanicus Rss. F.-Orbo (3).
Turbinolia duodecimcostata G o l d f . — Ol.-Lapâd (5 ).
Cladangia conferta Rss. — Olâh-Lapâd (5).
Porites sp. — Szelistye (3).
Solenatraea cf. distans Rss. — V â r f a lv a (R).
j) Foraminifera:
Alveolina melo d ’ O r b . — Szelistye (Hunyad m .) ( 3 ) .
Heterostegina costata d ’ O b b . überall s. häufig. — Vlâdhâza (3, 5),
Felsö-Orbö (3, 5), Olâh-Râkos (5), Tür (?>).
Discorbina cf. eximia H a n t k . — Olâh-Râkos (5).
Gaudryina, Truncatulina, Polystomella sp. Olâh-Râkos (5).
Amphistegina Hauerina
d ’Obb.
— V â r f a lv a (R ).
k) P lantae:
Lithofhamnium ramosissimum Rss. sp. Überall
massenhaft.
Vlâdhâza (3), Felsö-Orbo' (3), Olâh-Lapâd (5), Olâh-Râkos (5), Hondol (6),
Vârfalva (R), Hidas (R).
Verkohlte Planzenreste und Lignitstücke. — Vârfalva (R).
Die Verhältnisse des Vorkommens des Leytliakalkes und der ent­
sprechenden Uferbildungen, da wir sie enge mit den früher abgehandelten
fossilreiclien, thonig-mergeligen Uferablagerungen verknüpft finden, sind
also im Allgemeinen dieselben. Wenn man aber sowohl aus der Beschaffen­
heit des Gesteinmateriales, als auch aus der Natur der eingeschlossenen
organischen Körper weiter folgert, ist es wahrscheinlich, dass diese Schich­
ten den ober-mediterranen Ufern am nächsten sich abgelagert haben, und
zwar die Leythakalke an ruhigeren und reinen Stellen des ehemaligen
Strandes, wo vom Lande her trübende Süsswasser sich nicht ergossen; die
Breccien und Conglomerate dagegen an solchen Stellen des Seerandes,
wo sich beständig kleinere oder grössere Landwasser in das Meer ergossen
haben, dessen Wasser mit dem eingeführten Gesteinsmateriale trübten,
170
und somit die Entstehung der groben mechanischen Ablagerung verur­
sacht haben. Da den westlichen Beckenrand entlang diese Uferbildungen
am häufigsten Vorkommen und am meisten ausgebreitet sind, ist es klar„
dass im ober-mediterranen Zeitalter das Gebiet des heutigen Erzgebirges
und des Biharer Stockes zum grössten Theile Landmasse war, auf welcher
schon Niederschlagwässer von bedeutender Menge und Kraft Avirken
konnten.
Aber auch die Gebirge im südwestlichen Winkel des siebenbürgischen
Beckens konnten im Grossen schon ihre heutige Configuration erlangt
haben, wenn zwar die lliessenden Gewässer keine solche Mengen von
grobem Gesteinsmaterial in das ober-mediterrane siebenbürgische Binnen­
meer einführten, wie aus dem erwähnten westlichen Grenzgebiete des­
selben.
Da die Hauptmasse der ober-inediterranen Gypslager ohne Ausnahme
im Liegenden der beschriebenen Uferbildungen vorkommt, zugleich aber
der Salzthon und die Salzlager ebenfalls über den Gypslagern liegen: so
muss man daraus folgern, dass der Salzthon mit den Salzlagern und die
am alten Seeufer sich abgelagerten fossilreichen Schichten gleichzeitige,
nur in facieller Beziehung verschiedene Meeresbildungen seien, und in
diesem Sinne habe ich dieselben nach einander abgehandelt.
Ablagerungen der sarmatischen Stufe.
(Siehe auf Taf. II. die geol. Durchschnitte IV. u. V.)
Die Ablagerungen des sarmatischen Zeitalters spielen in der Aus­
füllung des siebenbürgischen Beckens eine bedeutende Bolle, da sie in sehr
wechselvoller petrographischer Ausbildung, und überhaupt auch in be­
deutender Mächtigkeit, theils an den Rändern dès Beckens, hauptsächlich
in dessen grösster südwestlichen Einbuchtung, in der sogenannten Strellbucht, theils in dessen inneren Theilen auf sehr grossen Gebieten an die
Oberfläche treten. So wie die ober-mediterranen Schichten, zeigen auch
die sarmatischen danach, ob sie entlang oder in der Nähe des Ufers der
siebenbürgischen brackischen Binnensee oder gegen deren Mitte — d. i.
von den Ufern entfernter — sich abgelagert hatten, eine abweichende
petrographische Ausbildung; obgleich in Bezug auf die eingeschlossenen
organischen Reste, also in faunistischer Beziehung, wesentliche Unter­
schiede zwischen solchen Ablagerungen nicht obwalten. Wir wollen also
deren Verbreitung und ihre Ausbildungsweise nach dieser bathymetrischen
Beziehung eingetheilt, in Betracht ziehen.
a) A n den Beckenrändern un,d in dessen Einbuchtungen.
Die mittelhohen Berge cler Strellbucht sind grösstentheils von den
mannigfaltigen Schichten der sarmatischen Stufe aufgebaut. Die haupt­
sächlichsten Ortschaften, wo deren Schichten beobachtet wurden, oder wo
aus ihnen Petrefacten gesammelt wurden, sind die folgenden:
1.
In der Umgebung des Kalâner Bades, also bl. in der Mitte der
Bucht, habe ich 1891 Folgendes beobachtet (87, ii6). Die untersten Schicht­
bänke der sarmatischen Stufe, welche in der Nähe des Bades, neben der
Eisenbahnlinie gut erschlossen sind, bestehen aus sehr groben Conglomeraten. Unter dessen Einschlüssen herrschen helle Quarze und verschiedene
kristallinische Schiefer v o r ; aber auch schwarzer Kieselschiefer ist häufig.
(Jraulichgelber, dichter Kalkmergel (Kreide-) findet sich ebenfalls in ziem­
licher Menge. Sämmtliche Gesteinseinschlüsse sind mit ziemlich reichli­
chem, bräunlichweissem Kalkcement verkittet. Indem man höher steigt,
folgen darauf zuerst noch schotterige oder sandige, dann aber reinere
Kalksteine in dünneren und dickeren Schichten, entweder unmittelbai
übereinander, oder auch mit loseren Gesteinsschichten wechsellagernd.
Die graulichen oder gelblichweissen Kalksteine flimmern stets von winzi­
gen, weissen Glimmerschüppchen und enthalten gewöhnlich Mollusken­
Steinkerne, einzelne rein oolithische Bänke ausgenommen, welche sich als
ein Haufwerk von Foraminiferenschalen erweisen.
Mit den Kalksteinbänken abwechselnd, kann man an verschiedenen
Punkten des Abhanges des Magura-Berges harten, grauen, tafeligen Kalk­
ül ergel, glimmerigen Sandstein mit mergeligem Bindemittel, schotterigsandigen oolithischen Kalk, bräunlichgelben Kalksandstein und MuschelBreccie, gelblichgrauen, erdigen Mergel und bläulichgrauen, glimmerigen
Schiefertegel mit Lignitnestern beobachten, eine jede Schichte erfüllt mit
mehr oder minder zahlreichen, gut oder schlechter erhaltenen Mollusken­
resten. Am Bücken des Magura-Berges sieht man graulichweissen, glimme­
rigen Muschelkalk (mit Tapes gregaria, Cardium vindobonense und Ceri­
thium pictum,) in mächtigen, beinahe horizontalen Schichtbänken frei
liegend.
Das Verflachen der hier erwähnten Schichten ist im Allgemeinen
einige Grade gegen NO. oder bl. gegen N., stellenweise auch gegen NW.
gerichtet; an einigen Stellen aber zeigen die Schichtbänke des Cerithenkalkes in Folge eines Bergsturzes, wie es z. B. bei Köboldogfalva am felsi­
gen Abhange Namens «La Ripu» gut zu beobachten ist, auch ein steiles
Einfallen unter 60°. Wenn man nun in Betracht zieht, dass die Schichten
der sarmatischen Stufe von Szt-György-Vâlya angefangen, welcher Ort
274 m. hoch liegt, bis zum Gipfel des 594 m. hohen Magura-Berges an
172
dem Baue dieser Berggegend theilnehmen: so kann man deren Gesammtmächtigkeit hier, das ist beiläufig in der Mitte der Bucht, auf etwa 300 m.
schätzen, eine wirklich bedeutende Mächtigkeit, welche ein deutliches
Zeugniss von der wichtigen Bolle abgibt, welche diese Schichten in der
Strellbucht spielen.
D. Stur in seinem oben citirten Berichte
Schichten mit Fossilien von folgenden Orten:
2. Zwischen Déva
Anhöhe.
erwähnt sarmatische
und Szântohalma in den Wasserrissen der
3. Zwischen Déva und Ke-reszhir neben dem Pusssteig in einem
Hohlwege, findet man fossilführenden, kalkigen Sandstein entblösst, weleher dem weissen Andesittuff ähnlich ist.
4. Bei Szâraz-Almäs sieht man in einer Sandgrube Sand mit wechsellagerndem Schotter, weiter und höher gegen Keresecz gelben, kalkigen
Tegel mit sarmatischen Fossilien aufgeschlossen. Von ebenda sah ich in
den Aufsammlungen des Herrn A d . B u d a Süsswasser-Hornstein mit Pla­
nor 6*s-Abdrücken.
5. Zwischen Kersecz und Szâraz-Almâs tritt am Bergsattel und
unterhalb dessen grobkrystallinischer Gyps in grösser Menge zwischen
den saimatischen Schichten heraus, und an dessen oberem Ende zeigt sich
auch Süssivasserkalk,
6. Rdhosrf. In den sandigen Schichten dieses Thaies findet man viele
sarmatische Fossilien; weiter aufwärts in den Wasserrissen kommen auch
Austernschalen in grösser Menge vor. Nach S t u r befinden sich diese auf
secundärer Lagerstätte. Die Gesteine der entblössten sarmatischen Schich­
ten sin d : gelblicher Tegel, darüber weisse, kalkige Mergel, welche noch
höher in weissen Kalk übergehen, und Cerithiumkalk. Am Fusssteig,
welcher nach Nândor hinüber führt, liegt noch über diesen ein grüner
Tegel, erfüllt mit sarmatischen Versteinerungen.
7. Bei JSândor liegt der mit Einschlüssen von krystallinischen
Schieferbrocken erfüllte Cerithenkalkstein unmittelbar auf krystallinischem Schiefer. Gegen Erdöhât zu findet man Gypslager entweder da­
zwischen, oder an deren Basis. Gegen Vajda-Hunyad zu liegt auf dem
Bergwege fossilführender Mergel zu Tage.
&.
Bei Hosddt liegt über dem sarmatischen Kalkmergel ein mächt
ges Gypslager, welches auch in die Gemarkung von Nâdasd hinüberzieht;
darüber folgt der Cerithienkalk, welcher in Steinbrüchen gewonnen wird.
9.
Nördlich von Kitid finden sich bedeutende Stöcke von Gyps im
Tegel eingelagert, welcher vielleicht auch dem Obermediterran angehört.
Nach den Aufsammlungen des Grundbesitzers von Bea, A d . B u d a ,
welche im siebenbürgischen Museum aufbewahrt sind, kann ich das Vor­
handensein von fossilführenden sarmatischen Schichten folgender Orte
noch anführen:
10. Felsö-Szâlldspatak: grünlichgrauer, glimmeriger M ergel; bläu­
lichgrauer, mürber, thonig-glimmeriger Sandstein, sandig-glimmeriger,
grauer, mürber Kalk, Lignit mit Gyps-Kryställchen.
11. Mäcsesd: bläulichgrauer, dichter Tegel. Nach dem Aufnahmsbericht von J u l . H a l a v ä c s ( 3 1 7 , 156) liegen hier im Hangenden von ober­
mediterranem Sand blauer, mehr oder minder thoniger Sand, so auch
sandiger Thon, welche sammt dem Sande eine anticlinale Falte bilden,
und an den beiden Flügeln treten dieselben an den Tag. Östlich von der
Faltenaxe findet man in dem Thale Yalea Dilzsi, und westlich davon an
den Seiten der Terrassen, welche die Thäler von Mâcsesd und Alsö-Szâllâspatak abgrenzen, sarmatische Fossilien. Westlich von Mâcsesd, unter dem
Weg, welcher nach Fehérviz führt, finden sich zwischen den thonigen
Schichten auch sandige vor, erfüllt mit Versteinerungen.
12. Von Keresztény-Almas liegen im siebenbürg. Museum: feinkör­
niger, graulicher oder rostgelber Sand und mürber Sandstein, rostiges,
mürbes Conglomerat, bläulich- oder gelblichgrauer, fester, tafeliger Kalk­
sandstein in sandigen, mergeligen Kalk übergehend, endlich gelblichweisser Cerithienkalk.
13. Von Felsö-Pestes mergeliger Grobkalk.
14. Von Arki sandiger Kalk.
15. Von Szent- G yörgy- Vâlya freie sarmatische Fossilien.
16. Von Tormds sandiger Thon und thoniger Sand.
17. Von Lozsâd aschgrauer, fester Mergel, sehr sandig-glimmeriger,
graulichweisser, fester Kalk, bläulichgrauer, feiner, glimmeriger Tegel,
kalkreicher, thonig-glimmeriger Sandstein mit verkohlten Pflanzentheilen.
18. Von Hâlszeg bräunlichgelber Süsswasser-Hornstein mit Stein­
kernen von Planorbis ammonea Sow., wahrscheinlich eingelagert zwischen
sarmatischen Schichten.
19. Auf den Anhöhen über Bujl.ur liegen Kalkmergel und Conglome­
rate wechsellagernd zu Tage.
20. Bei Boldogkofalva werden aus dem conglomeratischen Cerithien­
kalk Mühlsteine verfertigt.
21. Bei Petrény kommen ebenfalls feinere oder gröbere, kalkige
Conglomerate vor, erfüllt mit Steinkernen von Mollusken (280, loo).
Alle diese Vorkommnisse zeugen also klar, dass die sarmatischen
Ablagerungen in der Strellbucht wirklich in sehr wechselvoller petrographischer Ausbildung allgemein verbreitet Vorkommen.
22. Am westlichen Bande des Beckens ist das Vorkommen sarmatischer Schichten in ähnlicher Ausbildung am rechten Ufer der Maros,
174
zwischen den Dörfern Nozsng und VovHMUja bekannt. Nach B é l a v . I n k e y
(342, 127) dehnen sich diese Schichten, ein weites Areal einnehmend, vom
Berg Legyisolina an hinunter bis in die Gegend von Harö aus. ln Vorlnâga lagern diese Schichten, am Abhange des Lefezieu-Berges, unmittelbar
über den Phylliten, zwischen Legyisolma und Lefezieu aber über den oberlnediterranen Ablagerungen. Kalkstein bildet wahrscheinlich das oberste
Glied der Schichtreihe ; dieser herrscht auf dem Plateau des Legyisolma
und krönt auch einige kleinere Kuppen bei Yormâga. Seine Farbe ist gelb­
lich oder rein weiss. Er enthält organische Beste immer in grösser Menge ;
stellenweise eine Unmasse von Foram iniferen; an anderen Stellen Ceri thiengehäuse oder blos deren Eindrücke, und wieder anderswo die Schalen
oder Steinkerne der gewöhnlichen sarmatischen Muscheln. Im Kalke des
Lefezieu findet man manchmal auch Andesit-Gerölle ; die Hauptfundstellen
dieser wichtigen Zeugen aber sind gewöhnlich jene Conglomeratbänke,
welche mit Sandstein wechsellagernd unter dem Kalke liegen. Das Gestein
der Gerölle letzterer Schichten ist überwiegend Nagyâger Dacit. Die unte­
ren Glieder des Schichtcomplexes sind Sandstein, Thon, Mergel und
Thonmergel, in welchen ausser den sarmatischen Muscheln an einigen
Punkten auch Pflanzenabdrücke V o r k o m m e n . Am Fusse des Legyisolma
sieht man unter dem Sandstein und Conglomerat, in etwas abweichender
Lagerung, einen tuffartigen Sandstein, welcher Dacitfragmente und BiotitSchüppchen enthält. Sämintliche Schichten liegen im Allgemeinen ge­
nommen horizontal.
23.
Im Durchbruche des Marosflusses vertritt, wie schon erwäh
wurde, die Andesitbreccie des zwischen Unter- und Ober-Lapugy, von
Dobra angefangen bis Kossovo im Temeser Comitat, dahinziehenden Berg­
zuges die Ablagerungen der sarmatischen Stufe, weil diese Andesitbreccie
in mächtigen Bänken unmittelbar den Ober-Lapugy er fossilführenden
ober-mediterranen Schichten aufgelagert ist. I). S t ü b war es, der diese
Breccie, welche er aus Basalt entstanden dachte, zuerst in die sarmatische
Stufe versetzt hatte, obgleich er directe Beweise dafür, nämlich Petrefac­
ten, nicht finden konnte. Auch ich halte dieses Alter für wahrscheinlich;
es dürften aber vielleicht auch die höchsten Schichten des unter der
Breccie liegenden Tegels noch sarmatischen Alters sein ; denn ich konnte
im obersten Theile des vom Dealu Fetyilor herabziehenden Grabens in
dem aschgrauen, dünntafelig geschichteten Tegel, dessen Schichten unter
15c NNO. unter die Andesitbreccie einfallen (11. Abbild.) gar kein Fossil,
auch im Schlemmrückstande nicht finden, was bei der kleinsten Partie
des tiefer folgenden ober-mediterranen Tegel nicht der Fall ist. Aber auch
mehrere Mollusken-Arten, welche wahrscheinlich aus diesen obersten Tegelscliichten ausgewaschen, zwischen die rein marinen Fossilien der tiefer
175
liegenden Tegelschichten gelangen, sprechen meiner Ansicht nach dafür,
dass die unmittelbar unter dem Andesitconglomerat folgenden Tegelschichten noch sarmatischen Alters sein dürften. Solche Mollusken-Arten
s i n d : Cerithium pictum, B a s t ., Neritma Gratelou/iana P é r ., Trochm cf.
Orldyni/anm H ö r n ., Melanopsis impressa K r a u s , kleine Pah(dina-Arten,
Rull« Lajoukaireaua B a s t ., Canlium obsoletum E i c h w .
_
24. Am östlichen
uni westlichen Bande
Maros-Ufer, zwischen
Putrefacten bestimmte
m'.chgewiesen.
u . s. w
.
Bande des siebenbürgischen Erzgebirges, das ist
des siebenbürgischen Beckens, sind am rechten
Gyula-Fehérvâr und dem Aranyos-Fluss durch
sarmatische Schichten nur an wenigen Punkten
Nach-K. H e r e p e y (319, 159) lässt sich in dem tiefen Graben, Namens
l’areu Lazüj bei Olâh-Lapâd ein unterer und ein oberer Horizont der sar­
matischen Schichten unterscheiden. Der untere besteht aus wechsellagern­
dem schotterigem Sand und harten Conglomeratbänken, in welchen sich
sarmatische Fossilien zeigen. Der obere ist eine Wechsellagerung von
kugeligem Sandstein und sandigen Mergelbänken. Diese Schichten strei­
chen von hier in die Thalenge von Miriszlö-Csâklya hinüber und bilden
den Mitteltheil des Nyergesoldal (Tyiszto), erfüllt mit sehr schönen Sandsteinkugel-Gebilden. In Ober-Enyed bildet der Kirchengraben eine reiche
Fundstätte solcher Sandsteinkugeln. Von hier streichen dieselben in das
Nagy-Enyeder Farkaspatak-Thal hinüber, und ziehen dann über die Höhe
des Gerepentetö, Also- und Közép-Orbö, Tövis, Diöd und Alsö-Gâld weiter,
überall durch Sandsteinkugeln begleitet. Noch weiter dann zeigen sich
anstatt der Sandsteinkugeln Conglomerate mit Cerithium pictum, so be­
sonders bei Magyar-Igen, wo selbe unmittelbar den Neocomschichten auf­
gelagert sind.
Die Beobachtungen K. H e r e p e y ’ s kann ich in Bezug auf Fel-Enyed
nur bekräftigen. Im Jahre 1897 stieg ich nämlich in dem Thälchen,
welches im Dorfe mündet, bis zum Waldrande hinauf, und fand unter
der Militärschiessstätte in der Nähe eines Brunnens wechsellagernde
Schichten von schieferigem Thonmergel und mürbem, grobem Sandstein
gut entblösst. Der Sandstein war mit Muschelfragmenten erfüllt, unter
welchen Canlium obsoletum und Ervilia podolica gut erkennbar waren.
Im schmutzig bräunlichgelben Tegel zeigten sich viele verkohlte Pfianzenspuren, manchmal zu 1 cm. dicken Lignitnestern sich ansammelnd. Das
Verflächen der Schichten ist 5° SSW. Darüber legt sich diluvialer Ter­
rassenlehm ; und unter ihnen folgt gegen Nagy-Enyed zu vorschreitend
ober-mediterraner Salztegel mit Dacittuff-Einlagerungen. Der schöne Auf­
schluss der grossen Ziegelei in der Vârosszeg-Gasse befindet sich bereits
in diesen Schichten, welche hier unter 10— 15° gegen S. zu verflächen.
Nach der geologischen Aufnahme des L u d w . E o t h v . T e l e g d im <
Sommer 1896 ('314, 91) konnten auf dem Gebiete zwischen Bâgyon, Ober- J
und Unter-Füged, Felvincz, auf Basis sowohl der Lagerung, als auch der j
hie und da vorkommenden Petrefacten, nur das Dasein von ober-mediter- *
ranen Schichten constatirt werden. Somit müssen die vorher erwähnten |
sarmatischen Schichten mit Sandsteinkugeln nördlich von Olâh-Lapâd |
wahrscheinlich endigen.
|
25. Für eine Ablagerung am Beckenrand muss man auch die sarma- i
tischen Schichten des über Klausenburg sich erhebenden Feleker Berges J
betrachten, welche zugleich die am meisten nach Norden vorgeschobene, ţ
respective abgerissene und isolirte Partie der, die südliche Hälfte dea |
Beckens allgemeiner einnehmenden Decke bilden. Ich will hier aus meinem 1
Berichte über die geologische Aufnahme im Jahre 1886 (70,so) Folgendes J
mittheilen (siehe den Durchschnitt I.) Das Gesteinsmateriale der Schichten
ist vorherrschend rostgelblicher, thonig-schotteriger Sand, welcher auch
an der Oberfläche sehr verbreitet ist. In diesem eingelagert finden wir dem i
nördlichen Bande des Gebietes entlang, besonders am Feleker Berge und
über Györgyfalva, bei Klausenburg aber auf dem Hâzsongârder Abhange,
durch die obere Szén-utcza bis zu dem Museumgarten die schon längst
bekannten, sogenannten «Feleker Kugeln», diese geologische Specialität %
Klausenburgs. Diese Sandsteinkugeln, wie man das in dem alten Stein-,,:
bruch an der Feleker Landstrasse, nahe zum Sattel, deutlich beobachte# •
kann (siehe die Abbild. 15), liegen schön in Reihen geordnet, von der
Oberfläche gegen die Tiefe zu immer näher aneinander, so dass sie noch
tiefer wahrscheinlich sich auch berühren, ja vielleicht zu einer fortlaufen- >
den Schichte zusammenfliessen dürften. Aus diesem Vorkommen, fer- :
ner aus der Thatsache, dass die Schichtflächen auch die Sandsteinkugeln ;
durchschneiden, endlich dass die verwitternden Kugeln ausserdem auch
eine deutliche kugelschalige Absonderung aufweisen : aus alldem lässt sich
auf den Bildungsprocess der Sandsteinkugeln ein bestimmter Schluss ableiten. An einzelnen Stellen der ursprünglich losen, schotterigen Sand- '
schichten nämlich, wo kalkhaltige Grundwässer durchsickerten, begann
um einzelne Punkte herum die Ausscheidung des Kalkcementes, und diese :
setzte sich infolge der starken Neigung zur Krystallisation des kohlen- sauren Kalkes, und zugleich wegen der hemmenden Dichtigkeit der Sand- ^
körner um die Centren herum, wo die Ausscheidung begann, kugeligschalig allmälig fort, bis die neben einander sich bildenden, langsam !
grösser werdenden Kugeln sich berührten und zu einer zusammenhän­
genden Schichte Z u s a m m e n f lü s s e n . Solche abgeschlossene Bildungsprocesse
sieht man aber viel seltener, als die unterbrochenen, wo die Kugeln in ■*
dem Sande mehr oder weniger entfernt von einander liegen. Nahe zur
r
177
Oberfläche kann dieser Entwickelungsprocess aber auch rückwärts schrei­
ten : nämlich die mit Kohlensäure gesättigten Grundwässer lösen das
Bindemittel des längst fertigen Sandsteines wieder auf und führen es mit
Hinterlassung des schotterigen Sandes aus. Bei diesem rückgängigen Processe kommen die zu einer stetigen Schichte zusammengeflossenen Kugeln
allmälig wieder zum Vorschein, werden immer kleiner und regelmässiger.
Die Denudation und häufigen Bergabrutschungen endlich verursachen,
dass diese Kugeln an den nördlichen Gehängen des Feleker Berges zer­
streut herumliegen, und dass sie von hier allmälig bis Klausenburg
hinunter gelangten.
Aus dem obigen, genau aufgenommenen Durchschnitt (Fig. 15) ist
noch zu ersehen, dass der lose Sand mit Sandsteinkugeln (die Schichten
Nr. 2, 4, 6, 8) und mit fein sandigglimmerigen, rostgelben, dünnplattigen
Mergelschichten (Nr. 1, 3, 5, 7) wechsellagert; ferner dass diese in einen
gänzlich sand- und glimmerfreien, bräunlichgelben Kalkmergel (Schichte 9)
NNW.
Fig. 15.
SSO.
übergehen. Diese Mergel, besonders der plattige Kalkmergel, sind wegen
ihrer Beichhaltigkeit an organischen Besten besonders merkwürdig. Inte­
ressant ist auch der bräunlichgelbe, faserige Kalkspath, welcher hier, so­
wie auch bei Györgyfalva, die Spalten des feinsandigen Mergels ausfüllt,
dessen ausgewittert an die Oberfläche gelangende Stücke versteinertem
Holze auffallend ähnlich sind.
Die Sandsteine werden stellenweise durch Aufnahme von Schotter
allmälig grobkörniger, bis sie endlich in wirkliche Conglomeratbänke
übergehen. Solche beobachtete ich besonders am Waldwege zwischen Felek
und Mikes, dann bei Mikes am steilen westlichen Abhang des Dealu Turzi.
Viel häufiger noch kommt der lose Schotter vor, aus welchem das Kalkcement bereits gänzlich entfernt wurde. Diesem Schotter begegnen wir am
Feleker Plateau überall. Das Material des Schotters besteht vorherrschend
aus farbigen Quarzvarietäten, worunter man häufig rothen und grünen
Jaspis findet. Untergeordnet sind Geschiebe von Granit, Glimmerschiefer,
Kieselschiefer, dunkelgrauer Karpathensandstein, und noch seltener finden
Dr. Anton K o c h : D ie Tertiärbildungen des Beckens der siebenbürgischen Landestheile.
12
178
sich auch verwitterte Gerölle von Trachyt und Dacit. Das Bindemittel ist
graulichweisser Kalk, dicht erfüllt mit feinen Sandkörnern, so dass es
künstlichem Mörtel ähnlich sieht. Bei Mikes wechsellagern Schichtbänke
dieses Conglomerates, welche im losen Sande eingebettet liegen, mit licht­
grauen Sandstein- und graulichweissen, schiefrig-plattigen, feinsandigen
Mergelschichten.
Im Hâzsongârd bei Klausenburg findet sich, eingelagert im losen
Sande, ziemlich grober, durch Eisenrost gelb gefärbter Schotter, und darin
faust- bis kopfgrosse Limonit-Nieren, welche sich durch Concentration des
Eisenoxydhydrates nachträglich gebildet haben. Ebenfalls hier hat man
bei einer Brunnengrabung grosse, flache Stücke pegmatitischen Granits
darin gefunden.
Am südöstlichen Rande des Feleker Plateaus bei Komjâtszeg, be­
obachtet man unmittelbar über den Mezöséger Schichten bläulichgrauen,
glimmerigen, schiefrigen Thonmergel mit eingelagerten thonig-glimmerigen Sandsteintafeln, welche verkohlte Pflanzenreste enthalten. Endlich
bei Tür, in den Thongruben am Friedhofshügel, sieht man hell rostgelb­
lichen, sandig-glimmerigen, schiefrigen Thonmergel entblösst und auch
hier liegen eingebettet dünne Tafeln von feinkörnigem Sandstein. In dem
Schlemmrückstande dieser Thonmergel zeigt sich keine Spur von orga­
nischen Körpern, und unterscheiden sich diese dadurch von dem globigerinenführenden Mezöséger Tegel. Diese Gesteine gehören also bereits
dem tiefsten Horizonte der sarmatischen Schichten von Felek.
Eine auffallende Erscheinung bei dem sich stark erhebenden Feleker
Gebirge ist die, dass man an den steilen Rändern überall, besonders aber
an dem, die Mezöséger Schichten schneidenden Nord- und Ostrande die
deutlichsten Spuren wiederholter Bergschlipfe in auffallendem Maassstabe
und in grösser Ausdehnung beobachten kann. Dergleichen Spuren sin d :
ein welliges, mit kleinen Vertiefungen erfülltes Terrain, oft mit Reihen
kleiner Kuppen oder parallel dem Steilabhange laufenden Dämmen und
Gräben, welche sich öfters wellenförmig wiederholen; endlich die verwor­
rene Lagerung sowohl der Feleker, als auch der Mezöséger Schichten an
ihrer Berührungsgrenze. Diese Bergschlipfterraine reichen vom jetzigen
Steilrande des Feleker Plateaus stellenweise 4 Km. weit hinunter. So fin­
det man zum Beispiel, dass das zeitweise abgerutschte und allmälig tiefer
und tiefer hinabgleitende Material der Feleker Schichten von dem Steil­
rande Namens «Supra Rüptye» angefangen gegen Klausenburg zu durch
die Hâzsongârder Gärten bis zu dem untersten Terrassenrand, auf welchem
die Kliniken der Universität erbaut wurden, dann vom Feleker Berg an­
gefangen hinunter bis zu den Weingärten des Békâs-Baches, vom SzâlasBerg bei Györgyfalva und vom Csolter Wald bis Pata hinunter, von den
179
Berggipfeln des Kis- und Nagy-Csolt bei Ajton nach NO zu bis Boos, und
gegen 0 zu durch die Gemeinde Ajton noch eine ziemliche Strecke weit
hinabgelangt ist. Das Gebiet von Ajton ist in dieser Beziehung besonders
merkwürdig, indem man hier parallel mit dem nach Osten gekehrten Steil­
rande des Kis- und Nagy-Csolt 5 Beihen von kleinen Kuppen oder Däm­
men, als sichere Zeugen ebenso vieler Bergschlipfe, in malerischer Unord­
nung beobachten kann.
Die Ursache dieser Bergschlipfe ist in der Beschaffenheit des Mateliales der Feleker und der darunter liegenden Mezöséger Schichten zu
suchen. In den vorherrschend aus Sand und Schotter bestehenden Feleker
Schichten^sinken die Niederschlagswässer bis zu dem, aus Tegel bestehen­
den Bücken der Mezöséger Schichten hinunter. Das hier sich ansammelnde
Nasser erweicht den Tegel allmälig, wodurch sich eine bewegliche
Schlammasse bildet, mit welcher die darüber liegenden sandig-schotterigen Schichten, besonders wenn auch der Bücken der Mezöséger Schichten
abfallend ist, zeitweise in Bewegung gerathen, zuerst entlang des Steil-,
randes sich abspalten und dann in Form schmälerer oder breiterer Berg­
schnitte sich ablösen und an der natürlichen Gleitfläche hinabrutschen.
(Siehe den I. geol. Durchschnitt auf Taf. I). Eine sehr interessante Beobach­
tung konnte ich diesbezüglich im Jahre 1886, bei Gelegenheit des Baues
des anatomischen Institutes machen. Bei der Abgrabung des hinter dem
Institute sich erhebenden Bergabhanges (siehe den I. Durchschnitt) zeigte
es sich deutlich, dass der Feleker Sand mit Sandsteinkugeln vom Feleker
Berge, vielleicht am Ende der Diluvialzeit, abrutschend, auf die aus dilu­
vialem Schotter bestehende Bandterrasse herabfiel und nun darüber in
bedeutender Mächtigkeit durcheinander geworfen lagern. Da dieser dilu­
viale Schotter ein ausgezeichnetes Wasserreservoir bildete, entsprang auch
die vormalige Quelle im Museumgarten daraus. Das demselben entquillende Grundwasser gefährdete jedoch den sicheren Bestand des anato­
mischen Gebäudes und musste deshalb mittelst Drenageröhren bis zur
Museumgasse hinab abgeleitet werden, in Folge dessen dann auch die
Quelle im Museumgarten versiegte. Es ist sehr wahrscheinlich, dass diese
Umkehrung der Schichtfolge, nämlich die Lagerung der sarmatischen
Schichten über den diluvialen Schotter, vom jetzigen Terrassenrande ziem­
lich weit hineinreichen müsse, denn am unteren Ende der Stadt, sowie
auch bei Kolosmonostor, wo die sarmatischen Schichten nicht darauf
gelangten, zieht sich die aus diluvialem Schotter bestehende Terrasse thatsächlich über 100 m. weit den Abhang hinauf.
Gut erkennbare und sicher bestimmbare thierische Beste gelang es
mir, in den Sandsteinkugeln des Feleker Berges selbst, erst im Jahre 1885
^zu entdecken. Diese, sowie auch das Verzeichniss der durch Dr. M. S t a u b
12*
180
bestimmten Pflanzenreste werde ich weiter unten in der tabellarischen
Zusammenstellung mittheilen.
25.
Dem östlichen Rande des siebenbürgischen Beckens entlang is
die Ausbildung und Verbreitung der Ablagerungen der sarmatischen Stufe,
zum kleineren Theil nach F b . H e b b i c h ’ s Beschreibungen (35,262), zum
grössten Theil nach eigenen Beobachtungen (die Nummern 87, 279, 288
und 296 des Liter.-Verzeichnisses) die folgende.
Am östlichen Bande der Mezöség, in dem Gebiete zwischen den
Bistritz- und Maros-Flüssen, sind durch Fossilien sicher kennzeichnete
sarmatische Schichten noch nicht bekannt; wahrscheinlich sind die über
dem ober-mediterranen Tegel liegenden Andesitbreccien und Tuffe, wenig­
stens zum Theil, gleichwerthige Bildungen. Im Marosthale aufwärts rei­
send, habe ich hinter Mar.-Oroszfalu, wo die letzte Salzquelle dem Mezöséger Tegel oder Salzthon entquillt, sândig-glimmerigen Thon, Sand,
schieferigen Tegel und tafeligen Sandstein, mit einander wechsellagernd,
beobachtet, welche in den Wasserrissen der mit diluvialem Schotter über­
deckten Bandterrassen, unter 5— 7 Graden gegen 0 einfallend, bis Galonya
verfolgt wurden, wo sie unter die ebenfalls nach Osten zu verfiächenden
Schichtbänke der Andesittuffe und Breccien hinuntertauchen. Bei MarosKövesd beobachtete D. S t ü e im Jahre 1872 (167,195) in einem, in die Maros
einmündenden Graben, ganz horizontal gelagerte dünne Schichten von
Sand, Tegel und Letten, mit gerundeten grossen Concretionen von erhär­
tetem Sandstein, und hielt diese Schichten für sarmatisch. Im schieferigen
Tegel liegen fingerdicke Lignit-Schichtchen und Adern, zum Theil aber
auch deutlich abgerundete und in dem Schiefertegel eingeknetete, faustgrosse, schöne schwarze, glänzende Lignitklumpen, welche er für verkohlte
Holz-Einschlüsse erklärte. Auf diese Schichten, welche auch oberhalb
Déda, der Strasse entlang und in den seitlichen Wasserrissen entblösst
sind, folgen dann mächtige Schichtmassen von Andesitbreccien und
Conglomeraten.
In dem Gebiete zwischen den Maros- und Nyârâd-Flüssen herrschen
ähnliche Verhältnisse, wie ich Gelegenheit hatte im Jahre 1887, von
Marosvâsârhely über Mikhâza nach Szovâta und Parajd reisend, dies zu
beobachten. Die Detritusgebilde des Andesites scheinen hier überall un­
mittelbar den Salzthon zu überlagern.
Gegen das Thal der grossen Koekel, in dem Nebenthal des Fehérnyikö-Baehes, in der Umgebung von Tarcsafalva beobachtete ich Folgendes
(279,91). An der Sohle des Thaies herrscht bläulichgrauer schieferiger Thon­
mergel mit Salzauswitterungen und Lignitschmitzen, welchen ich für ober­
mediterran halte. Gegen die Anhöhe des über dem Dorfe liegenden Feneserdö schreitend sehen wir, dass auf dem bläulichgrauen schieferigen Tegel
181
gelber Sand, mürber Sandstein und mächtige Bänke von grobem Conglo­
merat in abwechselnder Lagerung sich ausbreiten. Die Einschlüsse des
Conglomerates sin d : Geschiebe von krystalliniscliem Schiefer, derbem
Quarz, mesozoischen Kalksteinen und Karpathensandstein mit weissen
Calcitadern; wogegen Andesit noch gänzlich fehlt. Diese helleren und zur
Bildung kahler Stellen geeigneten Schichten beherrschen die Höhen der
ganzen Gegend, indem die Farbe, die Kahlheit und hervorragende Felsen
von Weitem deren grosse Verbreitung anzeigen. Spuren von Versteine­
rungen fand ich zwar aucli hier nicht in diesen Schichten; die wirklichen
sarmatischen F’ossilien der weiter gegen Süden zu verbreiteten ähnlichen
Conglomeratbänke aber berechtigen zu dem Schluss, dass das sarmatische
Alter auch dieser Conglomerate im höchsten Grade wahrscheinlich sei.
F b . H e r b ic h beobachtete in der Nähe von Felsö-Lövéte, im SzârmânyBache, über den Dacittuff-Bänken bläulichgrauen Tegel mit 50° südlichem
Verflächen, in welchem Cerithium pictam, rubiginosum und Tapes
gr eg aria dessen Alter genau bestimmen; dann eingelagert dazwischen
grauen Sand mit Sandsteinkugeln und darüber Conglomeratbänke mit vor­
herrschenden Quarzgeröllen.
Im Altdurchbruch um Alsö-Bâkos herum sind die sarmatischen Ab­
lagerungen ebenfalls sicher nachgewiesen. Zwischen Mâtéfalva und Datk
nämlich, am Grunde eines vom Oldalhegy herabziehenden Wasserrisses,
fand Dr. Em . L ö e e n t h e y (302,352) unter der aus Basaltlava und Breccie
bestehenden Decke einen gelblichen Thon erfüllt mit den gut erhaltenen
Gehäusen von Cerithium pict.um und Nerita picta. Aus dieser Beobach­
tung folgt daher, dass hier zwischen den Dacittuffschichten und den
Detritus-Gebilden des Basaltes j edenfalls auch sarmatische Ablagerungen
verbreitet sind. Unter Anderem fand ich an den südlichen Gehängen des
Bepser Freythums, unter dem Basaltdetritus solche sandige und schotterige
Schichten entblösst, welche wahrscheinlicherweise hieher gehören; ferner
rechne ich die in den Wasserrissen des über der Eisenbahnstation H om o­
rod sich erhebenden «Griedenreg», unter den Andesitbreccien hervortre­
tenden wechsellagernden Schichten von gelblichgrauem, klüftigem Tegel
und rostfarbigen Sandstein hieher, welche beiläufig unter 10° gegen NNO
verflächen. Endlich dürfte in Galt eine mächtige Schichtbank von mürbem
Sandstein, welche über dem am Fusse des Bergrückens ausbeissenden schie­
ferigen Salzthone (mit 20° S Einfallen) aufliegt, für sarmatisch gelten, denn
darüber folgt sogleich der fossilführende Thonmergel der Levanteisclien
Stufe.
Zweifellose sarmatische Schichten, und zwar in ufernaher Ausbil­
dung, hatte ich Gelegenheit bei dem Dorfe Schweischer, 7 Km. nordwest­
lich von Beps entfernt, zu beobachten (279,93). Am südlichen Abhange
182
des Laiberges, der Landstrasse entlang, erschliessen mehrere Wasserrissedas Innere des Berges. Man sieht hier vorherrschende Conglomeratbänke,
•welche an der Oberfläche zu Schotter zerfallen. Darunter zeigt sich blauer,
sohotteriger Tegel, hie und da mit groben Sandstein-Einschaltungen, beide
mit spärlichen Molluskenresten.
26.
Am südlichen Bande des siebenbürgischen Beckens endlich wil
ich nur die Umgebung der Gemeinden Sznkadnt, Thalheim, und Kornicel
hervorheben, als reiche und berühmte Fundstätten sarmatischer Fossilien,
wo deren petrographische Beschaffenheit sowohl, als auch ihre organischen
Einschüsse, für eine ufernahe Bildung sprechen (siehe den IV. Durchschn.).
Indem ich den berühmten Fundort bei Szakadât im Jahre 1894
selbst aufsuchte und möglichst ausbeutete, kann ich über meine eigenen
Beobachtungen berichten (296,87). Von Freck herüberkommend, hatte ich
Gelegenheit gleich neben der Althbrücke, am rechten Steilufer des Flusses',
einen Ausbiss von sarmatischen Schichten zu beobachten. Die Schichten
tauchen hier aüs den alluvialen Sedimenten der Flussebene in Form eines
kleinen Sattelrückens empor. Sie bestehen vorherrschend aus bläulich­
grauem, sandigem Schieferthon, mit untergeordneten harten Mergelschiefer­
und Andesittuff-Einlagerungen. Der Schieferthon schliesst verkohlte Holzstücke ein, im Mergelschiefer aber zeigen sich Fisch- und Pflanzen-Spuren.
Gegen Szakadât zu tritt der Andesittuff neben der Strasse noch einmal
zum Vorschein. Obgleich dieser feinschlammige, weisse schieferige Tuff
äusserlich dem, in den ober-mediterranen Schichten eingelagerten Dacittuffe ganz ähnlich ist, so dass die Wiener Geologen beide ohne Bedenken
Palla nannten: zeigt sich in mineralischer »und chemischer Beziehung
dennoch ein wesentlicher Unterschied zwischen beiden. Seine mineralische
Zusammensetzung betreffend finden wir, dass in diesem Tuffe, ausser den
kaolinisierten. Feldspath- und Bimsstein-Fragmenten, Amphibol- und
Pyroxen-Splitter, Quarzkörnchen und Biotitschüppchen kaum eine Bolle
spielen, wogegen in den Dacittuffen die Letzteren wesentliche Bestandtheile
sind. Obgleich von diesen Tuffen noch keine chemische Analyse vorliegt,
halte ich es für wahrscheinlich, dass entsprechend ihrer mineralischen
Zusammensetzung, ihr Sv’ 0 2-Gehalt bedeutend niedriger sein wird, als
jener der echten Dacittuffe. Ihr Vorkommen innerhalb der sarmatischen
Schichten, zwar nicht so häufig und massenhaft, wie jenes des Dacittuffes
innerhalb der ober-mediterranen Schichten, ist dennoch bemerkenswerth ;
denn es führt den Beweis, dass die Thätigkeit der Andesitvulkane bereits
in das sarmatische Zeitalter hineinfällt, wo die zeitweise ausgeworfene
feinste vulkanische Asche auch in das sich aussüssende siebenbürgische
Binnenmeer hineinfiel und zwischen dessen schlammige Absätze sich ab­
gelagert hatte. Auch der kreideweisse feinschlammige Andesittuff, welcher
183
am Sattel des Dévaer Burgberges, Blatt- und Fisch-Abdrücke enthaltend
aufgeschlossen ist, muss hieher gerechnet werden.
Bei Szakadât befindet sich die bekannte Fundstelle sarmatischer
Molluskenschalen in dem tiefen Wasserriss, welcher sich am unteren Ende
des Dorfes vom Berge herabzieht. In dem stark schieferigen, beinahe blät­
terigen, bläulichgrauen Thonmergel, dessen Schichten unter einigen Gra­
den nach S zu verflächen, sind es sandig-schotterige, unregelmässige Ein­
lagerungen, manchmal gangförmige Nester, welche Schnecken- und
Muschelschalen in solcher Menge enthalten, dass sie dadurch hie und da
breccienartig werden. Höher im Graben, das ist im Liegenden der Schicht­
reihe, findet man härteren Mergelschiefer in dem herrschenden Schiefer­
tegel eingelagert; Fisch- und Pflanzenspuren zeigten sich aber nur sehr
spärlich und im schlechten Erhaltungszustände darin.
Die Molluskenfaunula von Szakadât, deren Verzeichniss ich in dem
Abschnitte über die organischen Einschlüsse der sarmatischen Schichten
geben will, zeigt eine solche eigenthümliche Vermengung von ober-medi­
terranen, sarmatischen und pontischen Formen, dass ich im Jahre 1876,
als ich auf Grund eines im siebenbürgischen Museum Vorgefundenen
Materiales mich zum ersten Male damit beschäftigte, der Ansicht war, dass
hier Ablagerungen der neogen-marinen, sarmatischen und pontischen
Stufen nebeneinander Vorkommen müssten. Obgleich im Untergrund Szakadâts, laut Zeugniss der am Grunde des Alththales entspringenden Salz­
quellen, das Vorhandensein der neogen-marinen Schichten zweifellos ist,
überzeugte ich mich im Jahre 1894 dennoch, dass die sarmatische und
pontische Formen gemengt erhaltende Faunula von Szakadât, welche von
jener der typischen Cerithienschichten anderer Punkte des siebenbürgischen
Beckens auffallend abweicht, in denselben Schichten beisammen vor­
kommt. Aus der gemengten Fauna geschlossen, halte ich es für wahr­
scheinlich, dass die versteinerungsreiche, sandig-schotterige obere Schicht­
lage entweder in der Übergangszeit zwischen dem sarmatischen und pon­
tischen Alter zur Ablagerung kam, jedenfalls dem südlichen Ufer des sich
aus süssenden Binnenmeeres entlang, wo einmündende fliessende Gewässer
den Sand und den Schotter hineinführten; oder aber die sarmatischen
Formen lebten hier weiter fort, während dem die übrigen Theile des sich
aussüssenden Binnenmeeres bereits durch Formen der pontischen Stufe
bevölkert waren, und mehrere davon auch hier einwanderten.
Was die Fundorte um Thalheim und Kornicel herum betrifft, von wo
hauptsächlich die Fisch- und Pflanzen-Abdrücke herstammen, so habe ich
selbe selbst nicht aufgesucht; ich will sie daher nach Anderer Beobach­
tungen (108, 110, 117, 118, 128) kurz erwähnen. Diese Fundstellen befin­
den sich am nördlichen, gegen das Harbachthal abfallenden Gehänge des
184
Szakadâter Berges. In dem südöstlich von der Thalheimer Mühle vom Ab­
hang eich herabziehenden Querthal findet man bald thonigere, bald san­
dige, leicht spaltbare Mergelschiefer aufgeschlossen, deren Lagerung stark
gestört erscheint. Die untersten Bänke fallen stark gegen N. ein, während sie
weiter hinauf wellig gebogen erscheinen. Auf diesen Schiefern lagert loser,
gelber Quarzsand, welcher in mürben Sandstein und Conglomerat über­
geht und auch grosse Sandsteinkugel-Concretionen einschliesst. Von Ver­
steinerungen kamen in dem Sandstein blos spärliche abgeriebene Cerith.
(rubiginosum ?) -Exemplare vor. Noch besser aufgeschlossen findet man
diese Schichten in einem Seitengraben, welcher von NO her in das Quer­
thal einmündet. Der Pflanzen-, Fisch- und Insecten-Beste enthaltende
Mergelschiefer lässt starken Bitumengeruch verspüren und findet sich im
weicheren, grauen Schieferthon eingelagert. Das Verflächen der Schichten
ist seicht nach SW gerichtet; es zeigen sich aber vielfältig Schichtstörungen
dazwischen.
b) Ausbildungsweise der sarmatischen Schichten inmitten des Bechens.
(Siehe die geologischen Durchschnitte Nr. IV. und V.)
In der nördlich der Aranyos- und Maros-Flüsse liegenden Hälfte des
siebenbürgischen Beckens sind, ausser dem, zwischen Kolozsvâr und Torda
liegenden Feleker Gebirgsrücken, andere Spuren von sarmatischen Abla­
gerungen noch nirgends nachgewiesen (83,366). Der grösste Theil dieses
Gebietes also, den Winkel zwischen Torda und Klausenburg ausgenom­
men, dürfte im sarmatischen Zeitalter bereits trockenes Land gewesen
sein, was eine Folge der allmäligen Erhebung der nördlichen Hälfte des
Beckens war. In der, durch die Maros und den Alth begrenzten südlichen
Hälfte des Beckens dagegen, östlich vorschreitend bis zum Fusse des
Hargitazuges, spielen die sarmatischen Ablagerungen in dem Aufbaue des
hügeligen Berggebietes schon eine hervorragende Bolle. In dem Gebiete
zwischen der Maros und der Grossen Kockel, besteht die Basis der Höhen­
züge, beiläufig bis gegen die Mitte der Abhänge hinauf, noch aus dem
ober-mediterranen Mezöséger Tegel. Uber diesen folgen dann vorherrschend
sandige Gebilde, näm lich: dünntafeliger, bis schiefriger, sandiger Tegel,
wechsellagernd mit dickbankigen, thonigen Sandschichten, in welchen
stellenweise mürbe oder auch feste Sandsteine entweder in tafeligen
Schichten, oder in unterbrochenen, abgerundeten Nestern eingelagert Vor­
kommen. In diesen Sanden und Sandsteinen finden sich nuss- bis kopfgrosse Limonitnester häufig eingestreut; Versteinerungen jedoch wurden
noch nirgends darin angetroffen.
Zwischen Medgyes und Bâzna besteht der ausgezeichnete Boden
r
■
185
für Weincultur aus der Wechsellagerung von gelblichem oder etwas bläu­
lichgrauem, dünn- oder dicker geschichtetem, mergeligem Sand, und von
sehr mürben Ssndsteinbänken mit dünnerem, bläulichem oder gelbem
Schiefermergel. Diese zeigen stellenweise auch starke Schichtstörungen
(IG. Abbild., in welcher vv' eine Verwerfungsspalte anzeigt). In diesen
Mergeln fand ich blos einige Ostracoden.
Bei Balâsfalva kommen, zwischen dem sandigen Mergel oder dem
reinen Schiefertegel cingelagert, bereits dicke Bänke von grobkörnigem,
mürbem Sandstein vor, und dieser enthält die weissen, abgeriebenen
Schalen der sarmatischen Leitmollusken bereits in grösser Menge (288,96).
Südlich von hier bei Szâsz-Csanâd fand K. H e r e p e y (319,166) in den san­
digen Bänken ebenfalls Mactra- und Ervilia-Schalen.
Die Anhöhen um Schässburg herum sind aus zwei, petrograpliisch
gut abgetrennten Gruppen der jungtertiären Schichten aufgebaut, welche
V
F ig . 16.
seicht (unter 5°) nahe gegen N zu verflächen. Die untere Schichtgruppe
besteht vorherrschend aus bläulichgrauem Thonmergel oder Tegel, dessen
Mächtigkeit unbekannt ist, weil er unter die untere Stadt und die Thal­
sohle der Gr. Kockel niedersinkt. In diesem Tegel finden sich wohl sehr
häufig Nester und Putzen einer glänzenden, schwarzen, dichten Braun­
kohle, nirgends aber ein ausgiebigeres Lager davon. Die darüber lagernde
obere Schichtgruppe besteht vorherrschend aus schmutzig-grauem, grob­
körnigem, mürbem Sandstein mit Thonmergel-Bindemittel, welcher in
1— 1'5 m. dicke Bänke getheilt erscheint. Stellenweise finden sich auch
mit kalkigerem Cement verbundene festere Sandsteinbänke ; viel häufiger
kommen aber innerhalb der mürben Sandsteinbänke unregelmässig zer­
streut kleinere oder grössere, mehr oder minder kugelige, feste SandsteinConcretionen vor, welche in den Sandsteinwänden, wie riesige Bomben,
hervorstehen und als Bausteine gewonnen werden. Sehr häufig sind auch
im mürben Sandstein ei- bis kopfgrosse, gelbe, thonige Limonit-Concretionen. In der unteren Hälfte dieser Schichtgruppe wechsellagern diese
186
Sandsteinbänke mit 10— 50 cm. dickem, sandig-glimmerigem, schieferigem
Tegel, wogegen in der oberen Hälfte beinahe nur die Sandsteinbänke
herrschen. Die Gesammtmächtigkeit in der Umgebung von Schässburg
dürfte 150 in. betragen.
Obgleich es mir nicht gelang in der Umgebung von Schässburg irgend
ein Fossil in diesen Schichten zu entdecken, halte ich es dennoch für am
wahrscheinlichsten, dass die hier aufgeschlossenen sämmtlichen Schichten
die sarmatische Stufe vertreten. Ich glaube deshalb daran, weil etwas
weiter gegen Osten zu, der Tunnel von Mehburg (585 m.) ebenfalls in sol­
chem, gut geschichteten, schwach nach 0 zu verflächenden, bläulichgrauen
Tegel eingeschnitten ist, und in diesem, nach F e . H e r b ic h (35,274) Tapes
f/regaria ziejnlich häufig, Cerithium pictum aber seltener vorkam, a u s s e r dem noch Fischreste (wie bei Thalheim), glänzende Lignitbrocken (wie bei
Schässburg) und Einlagerungen von dichtem, pyrithältigem Sphserosiderit
gefunden wurden.
In Bezug des geologischen Baues der Gegend zwischen der Grossen
Kockel und des Althflusses kann ich im Allgemeinen berichten (296,85):
dass die Hauptmasse der östlichen Hälfte aus, über 150 m. mächtigen Ab­
lagerungen der sarmatischen Stufe besteht, deren untere Abtheilung aus
bläulichgrauem, glimmerigem Thonmergel, die obere aber aus sandig schotterigen Schichten zusammengesetzt ist. Gegen den westlichen Band
des Gebietes, beiläufig von der Linie Medgyes-Felek angefangen, begin­
nen die untersten Schichten der pontischen Stufe die Bücken und Spitzen
der Berge zu beherrschen, und je weiter man gegen Westen zu vorschrei­
tet, umso tiefer sinkt auch der pontische Tegel und umso ein grösseres
Areal nimmt er e in ; so dass zwischen Hermannstadt, Mühlbach und Balâs­
falva bereits pontischer Tegel die herrschende Bildung ist, unter deren
Decke nur an den Sohlen der Thäler der sarmatische Sand und Schotter
zum Vorschein kommt.
Organische Einschlüsse der sarmatischen Schichten.
D a s in dem HAUER-STACHE’ s e h e n Werke angeführte Fossilien-Verzeichniss (1,604) ist sowohl in H i n s i c h t der verschiedenen Arten, als auch
der Fundorte, ziemlich ärmlich, denn im Ganzen werden nur 94 Verstei­
nerungsarten von 24 Fundorten aufgezählt. Aus dem sogleich mitzutheilenden Verzeichnisse wird man erfahren, dass die seither durchgeführten
Untersuchungen unsere, auf sarmatische Versteinerungen bezügliche
Kenntnisse mit einer recht ansehnlichen Anzahl vermehrt haben. Damit
in diesem Verzeichnisse die zahlreichen Fundorte der einzelnen Verstei­
n e r u n g s a r t e n nicht e i n e n a l l z u g r o s s e n Baum e i n n e h m e n , will ich dieselben
r
187
mit abgekürzten Zeichen hinter den Artennamen angeben, deren Erklä­
rung vorangehen soll. Damit auch die Autoren bekannt seien, von wel­
chen die Angaben herrühren, wird nach den Fundorten auch deren abge- kiirzter Name in Klammern hinzugefügt, nachdem ich vorhergehend auch
jene Mittheilungen anführe, welche die Versteinerungen anführten.
Autoren, von denen die Daten herstammen:
Dr. K. J. A n d r a e . ' Tertiäre Flora von Szakadât und Thalheim in
Siebenbürgen. Abhandl. d. k. k. geol. Eeichsanst. II. B. S. 1— 26. Taf. I— V.
Abgekürzt A n d .
•T. H a l a v a c s , abgekürzt: H a t ,. Nr. 317 des Liter.-Verzeichnisses.
r a n z H e r b i c h , abgekürzt H e r b ., Nr. 35. des Lit. Verz.
F
R
udo lf
H
ö rn es,
abgek ürzt H
örn.
R.
abgekürzt I n k ., Nr. 2 4 2 . des Lit. Verz.
abgekürzt H é j ., Nr. 289. des Lit. Verz.
K a r l H e r e p e y , abgekürzt H e r ., Nr. 3 1 9 . des Lit. Verz.
A n t o n K o c h , abgekürzt K o c h , die Nr. 70, 87, 187, 279, 288 und 296.
des Lit. Verz.
E m e r . L ö r e n t h e y , abgekürzt L ö r ., Nr. 280. und 302. des Lit. Verz.
M o r i t z S t a u b , abgekürzt S t a u b , Nr. 234. und 272. des Lit. Verz.
D y o n is S t u r , abgekürzt S t u r , Nr. 117. u n d 118. des Lit. Verz.
B éla
E
v.
meb.
H
I nkey,
é jja s,
Alphabetisches Verzeichniss der Fundorte sammt ihren Abkürzungen.
Â
= Arki (Hunyader C om .);
Ba = Balâsfalva (Unt. Albenser Com.);
Be = Tunnel von Bene (Mehburg), (Gr.-Kockeler Com.) ;
Bu = Bujtur (Hunyader C om .);
Dt — Datk (Gr.-Kockeler Com.);
D K = Déva— Keresztür (Hunyader C.) ;
DSz — Déva— Szântohalma (Hunyader C.) ;
Dv = Umgebung von Déva (Hunyader C .);
Do = Dolmâny (Thalheim), (Hermannstädter C .);
Fe = Felek (Koloscher C .);
F E = Fel.-Enyed (Unt.-Albenser C.);
F P = Felsö-Pestes (Hunyader C .);
FSz = Felsö-Szâllâspatak (Hunyader C .);
Hă = Hâtszeg (Süsswasserquarz), (Hunyader C .);
Ho — Hortobâgyfalva = Korniczel (Cibiner C .);
Ke = Kersecz (Hunyader C .);
K A = Keresztény-Almâs (Hunyader C .);
K P — Klein-Pold— Reussmarkt (Cibiner C .);
188
— Koocza (Cibiner C .);
= Lozsâd (Hunyader C.) ;
= Lunkâny (Hunyader C .);
= Mâcsesd (Hunyader C .);
Ma = Magura (Hunyader C .):
Me = Medgyes=Mediasch (Gr.-Kockeler C.) ;
Mi
— Miriszlö (Unt.-Albenser C.);
N A = Nagy-Apold (Gross-Pold), (Cibiner C.);
N S = Nagy-Sâros— Bârânyküt (Cibiner C.);
Nâ = Nândor (Hunyader C .);
N V = Nozsâg— Vormaga (Hunyader C .);
OL = Olâh-Lapâd (Unt.-Albenser C.) ;
Pe = Petrény (Hunyader C .);
Ră = Eâkosd (Hunj'ader C .);
R N = Eâkosd— Nândor (Hunyader C.);
Sö = Sövényes = Schweischer (Fogarascher C .);
Sza --- Szakadât (Fogarascher C .);
SzA = Szâraz-Almâs (Hunyader C.) ;
SzC = Szâsz-Csanâd (Unt.-Albenser C.);
SzO = Szâsz-Orbo = Urwegen (Cibiner C.);
S z G y — Szent-György-Vâlya (Hunyader C.);
Ta = Talmâcs (Cibiner C .);
To = Tormâs (Hunyader C .);
VH = Vajda-Hunyad (Hunyader C.);
VD = Valea Dilzsi (Hunyader C .);
Vn = Vârhely (Hunyader C.) (Süsswasser-Hornstein).
Ko
Lo
Lu
Mn
Nach Vorausschickung dieser Abkürzungen wollen wir nun das Ver­
zeichniss der bisher bekannten Versteinerungen anführen.
a) Aves :
Kleine Feder eines Vogels. Sza (And.)
b) Pisces :
Meletta saräinites H e c k . Abdr. u. Schuppen. Sza (Hau. St.)
Strinsia alata S t e i n d . Abdrücke. Sza (Hau. St.)
Meletta sp 9 Abdr. u. Knochen. Ho (Stur), Fe (Koch).
Unbestimmte Fischabdrücke. Be (Herb.)
Morrhua Szakaddtensis S t e i n d . Sza (Zittel).
18!>
c) Arth ropoda: Insecta.
Bibio Kochü S t a u b . Fe (Staub).
Formica aff. atavina H e r r . S z a (And.).
Chrysopha sp, (aff. perla L.) Sza (And.).
d) Arthropoda : Ostraeoda.
Cythere galeata R e u s s . Me (Héj., Koch);
Cytheridea dacica H é j j a s . Me ( H é j ., K och);
«
longissima H é j j . Me (Héj., Koch).
e) Mollusca : Oasteropoda.
1. Crithium pictum B a s t . B a (Koch), Be (Herb.), Dt(Lör), DK (Stur),
DSz (Stur), Dv (Hörn. R.), Fe (Koch), FSz (Koch), KA (Koch),
KP (Stur), Ko (Koch), Lo (Koch), Lu (Koch), Mâ (Koch, Hai.),
Ma (Koch), Mi (Koch), Nâ (Hau. St.), NP (Hau. St.), OL (Koch),
RN (Stur), Ra (Koch), Sö (Herb., Kocb), Sza (Hau. St., Koch),
Sza (Koch), SzO (Stur, Koch), SzGy (Koch), To Koch, Hau., St.)
YD (Hai.).
2.
Cerithium pictum B a s t . var. (eine schlankere Form) SzGy (Koch),
3. Cerithium rubiginosum E i c h w . Dv (Hörn. R.), Do (Hau. St.), Fe
(Koch), FSz (Koch), KA (Koch), Ko (Koch), Lo (Koch), Ma (Koch),
OL (Koch), Bâ (Koch), RN (Stur), Sö (Herb., Koch), Sza (Hau.
St., Koch), SzA (Koch), SzO (Koch), SzGy (Koch), NV (Ink.),
To (Koch), VD (Hai.).
4. Cerithium nodosoplicatum H ö r n . Mâ (Koch), KA (Koch).
5.
«
Duboisi H ö r n . Râ (Koch), RN (Stur), VH (Stur).
6.
«
disjunctum Sow. KA (Koch), Ko (Koch).
7.
«
m editerraneum D e s h . Ma (Koch), To (Koch), Sza (Kocli i,
SzO (Stur), DSz (Stur).
Cerithium Pauli R. H ö r n . D v (R. H ö r n .) .
9.
«
Zelebori Sza (Koch), Râ? (Koch).
8.
10.
«
an n. sp. Sza (Koch).
11.
«
sp. ind,. (mit glatten Gürteln), Ma (Koch).
1â.
«
sp. ind. FSz (Koch), Pe (Lör).
13. Nerita cf. picta F é r . Mâ (Koch), Râ (Stur, Koch), To (Koch),
SzGy (Koch), Dv (Hörn.), RN (Stur).
14. Nerita Grateloupana F é r . Sza (Hau. St., Koch).
15.
«
sp. ind. SzA (Koch).
16. Murex sublavatus B a s t . Râ (Koch), SzGy (Koch), Ma (Koch),
Sza (Koch), Lo (Koch), Dv (Hörn. R.), RN (Stur).
190
KA (Koch), SzGy (Koch), Dv (E. Hörn.),
EN (Stur), To (Hau. St., Koch), Magura (Koch), Ba (Koch),
Sza (Hau. St., Koch), Lo (Koch).
Buccinum costulatum B k o c c . Sza (Hau. St., Koch).
«
(üsita) nodosocostatum H ilb . Sza (Koch).
Trochus pidus E i c h w . Ma (Koch), FSz (Koch), A (Koch) Fe (Koch).
_ «
podolicus E i c h w . Sza (Hau. St., Koch).
"
papilla E i c h w . Fe (Loch), S z a (Koch).
17. Buccinum baccatum B a s t .
18.
19.
20.
21.
23.
24.
«
«
cf. quadristriatus D u b . Ma (Koch), KA (Koch), Lo (Koch).
sp. aff. sanio E i c h w . Mâ (Koch).
2
° 5-
"
"
SP- ind. NS (Koch), SzGy (Koch).
an ■». sp. Sza (Koch).
26-
Mâ (Koch, Hai.), SzO (Koch), Eâ (Hörn
Koch), DSz (Stur), Bu (Stur), EN (Stur).
28. Rissoa angulata E i c h w . Mâ (Koch), DSz (Stur), Eâ (Stur).
29.
«
Lachesis B a s t . Mâ (Koch), Ma (Koch), SzO (Koch),
var. laevis Ma (Koch).
30. Rissoa clotho H ö r n . SzO (Koch).
2 7 . Rissoa inßata A n d b z .
31. Bulla Lajonkaireana B a s t . Mâ (Hai.), KA (Koch), Ko (Koch),
Ma (Koch), Ä (Koch), Eâ (Stur), EN (Stur).
32. Paludina immutata F r a u n f . Mâ (Hai.).
33. Hydrobia sp. Sza (Koch).
34. Valvata sp. ? Lo (Koch).
35. Paludina acuta D r a p . Eâ (Stur).
36. Vivipara sp. FSz (Koch).
37. Limnaea sp. H â (Koch).
38. Planorbis ammonea Sow. Hâ (Koch), Vâ (Koch).
39. Helix sp. (sehr grosse Art), FSz (Koch).
40.
«
sp. (kleinere Art), FSz (Koch).
41. Melanopsis impressa K rau ss . Sza (Hau. St., K o c h ), OL (K o c h ).
42.
«
impressa K r a u ss . ätmenet a Martiniana-ba Sza (K o ch ).
43.
«
Bouéi F é r . Sza (Hau. St., Koch).
44.
«
pygmaea P a r t s c h . Sza (Hau., St., Koch).
45. Pleurotoma (Drillia) Allioni B e l l . Eâ (Koch).
46. Monodonta angulata E i c h w . KA (Koch), Ma (Koch).
47. Pleurotoma Döderleini ? H ö r n . SzO (Koch).
48. Fusus an n. sp. Sza (Koch).
49. Turritella cf. bicarinata SzO (Koch).
50. Marginella miliaria L. SzO (Koch).
191
f) M o llu sca : Pelecypoda.
1. Mactrn podolica E ichw. Mâ (Koch), KA (Koch), Ma (Koch), Fe
(Koch), Sza (Koch), Sö (Koch), Lo (Koch), Bâ(Stur), VH (Stur),
Pe (Lör.), SzC (Her.), RN (Stur).
2. Tapes gregaria P a r t s c h . VD (Hai.), KA (Koch), Ä (Koch), Ma
(Koch), Fe (Koch), Sza (Koch), Ko (Koch), NS (Koch), Sö
(Herb., Koch), Be (Herb.), SzGy (Koch), Râ(Koch), SzA (Koch),
NV (Hau. St., Ink.), VH (Stur).
3. Cardium obsoletum E ic h w . Mâ (Koch, Hai.), KA (Koch), FP
(Koch), Pe (Lör.), Lo (Koch), Fe (Koch), Ar (Koch), Ma (Koch),
Sza (Koch), Ko (Koch), Ta (Koch), SzO (Koch), NS (Koch), Sö
(Koch), SzGy (Koch), FSz (Koch), NV (Ink.).
4. Cardium plicatum E ic h w . Râ (Koch), KA (Koch), Ma (Koch), Sö
(Koch), SzGy (Koch), Lo (Koch), Ä (Koch).
5. Cardium A. Carnuntinum P a r t s c h . SzGy (Koch).
6.
«
cf. Lenzt R. H ö r n . SzGy (Koch).
7.
«
sp. ind. Sza (Koch), OL (Koch), Bu (Stur), Lo (Stur).
8. Ervilia podolica E ic h w . Ba (Koch), KA (Koch), FP (Koch), Ma
(Koch), Fe (Koch), Râ (Stur), Ta (Koch), SzO (Koch), NS (Koch),
SzGy (Koch), Bu (Stur), FSz (Koch), Lo (Stur, Koch), Mâ (Koch),
DSz tStur), Pe (Lör.), SzC (Her.), RN (Stur).
9. Ervilia pusilla P h i l . Lo (Koch).
10. Modiola marginata E ic h w . Mâ (Hai.), Ä (Koch), DSz (Stur), SzA
(Stur), Râ (Stur), Bu (Stur), RN (Stur), Ke (Stur).
11. Modiola cf. Hörnesi R e u s s . R â (Koch), Ma (Koch).
12.
«
Volhynica E ic h w . SzGy (Koch), Fe (Koch).
13.
((
sp. Pe (Lör.).
14. Solen subfragilis E ic h w . KA (Koch).
15. Donax lucida E ic h w . NA (Stur).
16. Syndosmia reflexa E ic h w . Mâ (Hai.), NV (Ink.).
17.
18.
19.
20.
21.
22.
23.
Congeria sub Basteroii D e s h . S z a ( K o c h ) .
«
Brardii ? Bâ (Stur).
Cardita sp. ? Sza (Koch), SzO (Koch).
Corbula gibba Olivi. Ba (Koch).'
Lucina sp. Pe (Lör).
Ostrea sp. SzO (Koch), Pe (Lör.).
«
gryphoides Z i e t . BN (Stur, Hau. St.).
g) Bryozoa :
Lepralia tetragona B e u s s . Nâ (Hau. St.).
192
h) Foraminifera :
1. Polystomella crispa L a m . NS (Koch).
2. Nonionina granosa d ’ O r b . NS (Koch).
3. Cornuspira sp. NS (Koch).
i) Plantae :
1. Cystoseira Partscldi S t e r n b . Sza, Do (And., Hau. St., Stur), Ho
(And. Fe (Staub), FE (Staub).
2. Cystoseira flageliiformis U n g . Sza, D o (And., Hau. St.).
3. Confervites sp. F ^ (Staub).
4. Pteris Oeningensis U n g . (Hau. St.).
5. Bambusium sepultum U n g . D o (And.).
6. Cyperites tertiarius U n g . D o (A n d .).
7.
8.
9.
10.
11.
12.
13.
14.
15.
16.
17.
18.
19.
20.
21.
22.
23.
«
? senarius H e e r . Fe (Staub).
Phragmites Oenigensis A l . B r . Fe (Staub).
Carex Scheuchzeri H e e r .
Do
(Hau. St.).
Zosterites Kotschyi U n g . D o (And., Hau. St.).
Typhaeoloipum gracile A n d . D o (A n d ., Hau. St.).
Typha latissima A. B r . D o (Hau. St.).
Sparganium gracile A n d . D o (S tu r).
Pinus Kotschyanus U n g . D o (And., Stur, Hau. St.)
«
hepios U n g . Fe (Staub).
«
Felekiensis S t a u b . Fe (Staub).
a
sp. Zapfen Ho (Stur).
Sequoia Sternbergii G o e p p . Fe (Staub).
Ephedrites Sotzhianus U n g . D o (And., Hau. St.).
Betula Dryadum B r o n g . Sza, Do (And., Hau. St.).
Quercus Drymeja U n g . D o (And., Hau. St.).
«
lignitum U n g . D o (And., Hau. St.).
((
«
urophylla U n g . D o And., Hau. St.).
cuspifera A n d . D o (Stur, Hau. St.).
25. Castanea palaeopumila A n d . (D o (A n d ., Hau. St.).
26.
«
Kubinyii E t t . H o , D o (S tu r ).
27. Carpinus vera A n d . D o (A n d ., Hau. St.).
28. Ulmus Bronnii U n g . D o (And., Hau. St.).
29.
u
plurinervia U n g . D o (And., Hau. St.).
30. Ficus Fussii A n d . Do (A n d ., Hau. St.).
31.
«
tiliaefolia A. Br. Sza (Stur).
32. Laurus Szwoszowiciana U n g . D o (And., Hau. St.).
33.
«
Giebeleii A n d . Do (Hau. St.).
24.
34. Sapotacües Ackncri A n d . Sz ( A n d ., Hau. St.).
35.
«
Bielzi A n d . D o (Hau. St.).
36.
«
minor E t t . Do (Hau. St.).
37. Andromeda protogaea U n g . Sza, Do (And., Hau. St.).
38.
«
Weberi A n d . Do (And., Hau. St.).
39. Cinnamomum Scheuchzeri H e e r . NY (Ink.).
40. Tilia longebracteata A n d . D o (Stur).
41. Acer sepultum And. Do (And., Hau. St.).
42.
v
angustilobum H eer. Do (Hau. St.).
43. Platanus aceroides G o e p p . Rinde. Ho (Stur).
44. Malpighiastrum lanceolatum U n g . Sza (And., Hau. St.).
45. Sapindus heliconius U n g . Do (Hau. St.).
46. Hyraea dombeyopsifolia
A nd. D
o
( A n d .,
Hau. St.).
47. Cupanoides anomala A n d . Do ( A n d ., Hau. St.).
48.
49.
50.
51.
52.
Dryandroides ligniium U n g . sp. Ho (Stur).
Celastrus anthoides (And., Hau. St.).
Iaglam inquirenda A n d . Sza ( A n d ., Hau. St.).
Engelhardtia Brogniartn S a p . Fe ( S t a u b ).
Pistacea Fontanesia A n d . Do (A n d ., Hau. St.).
53. Eucalpitus oceanica Ung. ^za (And., Hau. St.).
54-.iJJalbergia oenigmatica And. Do (And., Hau. St.).
55. Cassis phaseolithes
U ng.
Sza (Stur).
56. Podogonium LyelUanum H e e r . Do (Stur).
57. fthjrsinophyllum Felekiensis S t a u b . Fe (Staub).
58. Phyllites fagiformis S t a u b . Fe (Staub).
Aus diesem Fossilienverzeichniss ist zu ersehen', dass die sarma­
tischen Ablagerungen des siebenbürgischen Beckens einestheils ziemlich
reieh an verschiedenen Petrefacten sind, anderentheils deren Arten und
somit auch der allgemeine Charakter der Fauna mit jenen der gleichalterigen Ablagerungen der ungarischen und Wiener Becken vollkommen
stimmen. Neben dem Vorwalten der brackischen Formen finden wir in der
Beihe auch einige rein marine Formen, welche auch in den mediterranen
Schichten sehr verbreitet sind; was auch hier entschieden für eine Relictenfauna spricht. Merkwürdiger aber ist, nahe zum Südrande des Beckens, in
der Umgebung von Szakadât, die Vermengung der charakteristischen sar­
matischen Faunula mit den Hauptformen des Lyrcea-Horizontes der pontischen Stufe. Dies deutet darauf hin, dass hier die Ablagerung der Schich­
ten zwischen den Grenzen des sarmatischen und pontischen Zeitalters vor
sich gehen musste. Wenn wir die praepontische Stufe annehmen wollen,
so könnte man die Schichten von Szakadât, um sie von den, mit reinerer
Dr. An ton K och : D ie Tertiürbildungen des Beckens der siebenbürgischen Landestheile.
13
194
sarmatischen Fauna versehenen übrigen Ablagerungen des Beckens zu
unterscheiden, wirklich in die prsepontische Stufe verlegen; ob das aber
auch in Hinsicht der Lagerung gerechtfertigt ist, das konnte in der Um­
gebung von Szakadât nicht constatirt werden, da hier unmittelbar unter
den Schichten mit dieser vermengten Fauna die Schichten des neogenmarinen Salzthones unter der Sohle des Alththales liegen. So viel aber ist
sicher, dass über den Szakadâter Schichten mit der gemengten Fauna bei
Hammersdorf in nächster Nähe die innerhalb unseres Vaterlandes bekann­
ten tiefsten pontischen Schichten lagern, jene nämlicli, welche an den
meisten Punkten unmittelbar unter dem pontischen Lyrcea-Horizont
liegen, wie dies auch in der Umgebung von Hermannstadt (bei Heltau)
thatsächlich der Fall ist. Aus diesen Thatsachen lässt sich beurtheilen,
dass die Lagerungsverhältnisse der Szakadâter Schichten mit gemengter
Fauna nicht ganz bestimmt dafür sprechen, dass dieselben wirklich zwischen
den typisch-sarmatischen Schichten und zwischen dem untersten pontischen
Horizonte liegen, da selbe auch dem oberen Horizonte der sarmatischen
Ablagerungen entsprechen könnten.
Der Fisch-, Insecten- und Pflanzen-Abdrücke enthaltende Mergel­
schiefer ist zwar auch in den sarmatischen Schichten von Felek bei
Klausenburg euthalten, unter den Molluskenresten aber, welche ich hier
bisher nach wies, konnte ich keine einzige Form des pontischen LyrceaHoi'izontes finden, so dass die Feleker Schichten, trotz dem Vorhandensein
des pflanzen- und fischhältigen Mergelschiefers, für typisch sarmatische
Ablagerung gelten müssen.
B) Pliocäne Ablagerungen (P).
PI. Schichten der pontischen Stufe.
(Siehe die geolog. Durchschnitte Nr. IV. u. V.).
1. Ihre petrographische Ausbildung, Lagerungsverhältnisse und
Verbreitung.
Im Allgemeinen sind Schichten der pontischen Stufe, von den
Detritusgebilden des Andesites abgesehen, in der nördlichen Hälfte des
siebenbürgischen Beckens bisher unbekannt, und ist es auch sehr wahr­
scheinlich, dass dieser Theil des Beckens am Beginne des pontischen Zeit­
alters bereits trockenes Land, respective ein sumpfiges Gebiet war, in
welchem die Niederschlagwässer ihre Erosionswirkung begonnen hatten.
Auch auf dem Gebiete zwischen den Maros- und Gr. Kockel-Flüssen, in
der südlichen Hälfte des Beckens, finden sich nur kleinere oder grössere,
isolirte Fetzen und Partien von pontischen Ablagerungen sehr vereinzelt,
welche hier auf den höheren Kämmen und Rücken des wellig-hügeligen
Terrains als, von den späteren Denudationen verschonte Partien der
ehemaligen allgemeinen Decke zurückgeblieben sind. Im südlichsten Theil
des Beckens sinken die pontischen Schichten immer mehr hinab, und in
der westlichen Hälfte der Gegend zwischen den Flüssen der Gr. Kockel
und Alth, wird die allgemeine Decke bereits durch pontische Schichten
gebildet, aus welcher nur an den Sohlen der Thäler die liegenden sarma­
tischen Schichten heraustreten.
Wir wollen von Norden nach Süden zu vorschreitend der Reihe
nach die geologischen Verhältnisse jener pontischen Fundorte betrach­
ten, über welche uns genauere Daten zur Verfügung stehen. Zuerst
werde ich die am rechten Marosufer nacheinander folgenden Punkte be­
schreiben.
1. Am westlichen Ende von Csâkö, dieser Gemeinde des UnterAlbenser Comitates, finden sich in dem gegen das Val. Obursi zu in süd­
licher Richtung hinabziehenden Wasserrisse, nach L. R o t h v . T e l e g d
(324, 67), gelber, mergeliger Thon, mit eingeschlossenen weichen, weissen
Kalkknollen, so auch dünngeschichteter sandig-mergeliger Thon aufge­
schlossen. Hier wurden Fragmente von Conyeria Partschi C z j z ., C. trian(jularis P a b t s c h , Melanopsis vindobonensis F u c h s und Cardium sp.
gefunden. In dem hangenden Schotter sieht man grosse Blöcke von kör­
nigem Kalk, mesozoischem Kalkstein und kalkigem Conglomerat, am Ufer
des Baches ausserdem noch abgerundete Brocken von Sandstein und
Diabasporphyrit, so auch öfters Lithothamnien-Knollen eingebettet. Auch
limonitische, concentrisch-schalige Concretionen und kugelige Knollen
sind häufig.
2. In der Umgebung von Oläh-Lapâd (Unt. Albenser Com.) sind,
nach den Beobachtungen von K. H e b e p e y (319,167) und Em. L ö r e n t h e y
(280,ioo), an der südwestlichen Seite der Wasserscheide zwischen den
Lapâder und Csâköer Bächen, zwei Horizonte der pontischen Schichten in­
folge eines grossen Bergsturzes sehr gut entblösst. Dieser Aufschluss liegt
östlich von Ol.-Lapâd in ziemlicher Höhe. Die Schichten sind beinahe
horizontal gelagert und erreichen mehr als 80 m. Mächtigkeit.
u) Ganz oben lagert 2 0 - 30 m. mächtig glimmeriger Quarzsand,
erfüllt mit thonigen Limonit-Concretionen, wechsellagernd mit kleinkör­
nigem Quarzschotter oder Conglomerate. Darunter folgt sandiger, blauer
Thonmergel, welcher stellenweise 30— 35 m. mächtig wird und, nach
E m . L ö r e n t h e y (2 8 2 , 289), folgende Fossilien enthält: Congeria subglobosa
P a b t s c h , C. Partschi C z j z ., Cong. n. f. L ö b e n t h ., Melanopsis Martiniana
Fiat., Mel. impressa K r a u s s , M. vindobonensis F u c h s (herrschende Form).
13*
t96
Man hat es also hier, so auch bei Csâkö, mit dem sogenannten LyrceaHorizonte Brusina’s zu thun.
b) D a r u n t e r f o l g t i n 10— 15 m . M ä c h t ig k e i t s c h i e f e r ig e r , s a n d ig g lim m e r ig e r T h o n m e r g e l, e r fü llt m it P fla n z e n a b d r ü c k e n , s p ä r lic h e n F is c h ­
re ste n
u n d m it z e rd rü ck te n
ses u n te re n
fo lg e n d e n
H o r iz o n te s
F orm en :
S c h a le n
b e ste h t, n a ch
* Congeria
von
M o llu s k e n .
D ie
F a u n u la
d ie ­
D r . Em . L ö r e n t h e y (28 2 ,3 0 5 ), a u s
bmititica B . H ö r n . ,
IJmnomrdmm cf,
Lenzi B . H ö r n . , L. obsolet-uni wir. protractum E i c h w ., L. prueponticum
K r a m b ., L. plicat«cforrnis K r a m b ., L. cf. Ce-kusi K ra m b ., L i m n o c a r d i u m
Pisidium s p ., *Valencienn-eda Reussi N k u m ., Oxygoceras
levis? K r a m b ., * Planorbis pontieus n . f. L ö r e n t h . , Mlcromelanin lapddensis n . f. L ö r e n t h . A u s s e r d e m B la t t a b d r ü c k e u n d v e r k o h lt e P f l a n z e n ­
s p . (2 F o r m e n ) ,
r e s te , w o r u n t e r H a u e r u n d S t ä c h e
erw äh n en .
E n d lic h
der
d ie F o r m
S c h w im m s ta c h e l
Taxodium europacum U n g ..
e in e s
K n o c h e n fis c h e s ,
F is c h ­
s c h u p p e n u n d v ie le g r o s s e O s tr a c o d e n -A r te n .
Dieser, besonders durch die, mit Sternchen versehenen Arten charak­
terisierter untere Horizont der siebenbürgischen pontischen Ablagerungen
ist, wie wir sehen werden, nicht nur in der südlichen Hälfte Sieben­
bürgens allgemein verbreitet, wo er unmittelbar den sarmatischen Schich­
ten aufgelagert ist; sondern er setzt von hier auch in das Banat, in die
untere Donaugegend und in die Walachei fort, und findet westlich in
Slavonien, in der Umgebung von Beocin, in dem dortigen Cementmergel
einen hervorragenden Vertreter.
Die oben mitgetheilte normale Schichtreihe ist östlich vom Dorfe, in
einem Aufschlüsse infolge eines Bergsturzes in umgekehrter Reihenfolgesichtbar, so dass die oberen Thon- und Sand-Schichten an der Basis des
Schiefermergels erscheinen. Den Sturz hatte die Unterwaschung des Lapâder Baches verursacht.
4,
8 . Diese Ablagerungen setzen gegen Muzsina zu fort. Bei NagyEnyed, in der Vertiefung des Farkasbaches kommen in dem bläulichgrauen
thonigen Mergel und in dem schotterigen Sand ebenfalls Congcria banatica und Limnocardiuni Lenzi vor.
♦.
4. In der Bucht von Felsö-Orbö fand L ö r e n t h e y (280,ioo) da, wo der
Orboer Bach von dem nach Diomâl führenden Weg abbiegt, am linken
Ufer des Baches gröberen ujjd feineren Schotter in 10— 15 m. Höhe auf­
geschlossen, zwischen welchen stellenweise bläuliche Thoninergel-Schichtchen gelagert sind. Auf Grund der hier gesammelten Melanopsis Martiniana, pygmaea, Bouéi, Congeria Czjzeki und Cardium sp. gehört auch
diese Ablagerung in den oberen, d. i. Lyrcea-Horizont.
5.
In den thonigen und schotterigen Ablagerungen, welche am sü
lichen Fusse des Felgyégyer Berges durch einen Wasserriss entblösst sind,
F
197
sammelte K.
H e r e p e y (H l 9, 168) Melanopxü Martininna, vindobottensis,
Congeria Partschi, und Vivipara Stüri, demnach auch diese dem oberen
Horizonte angehören.
6. Gegen das nordwestl. Ende von Csdklya, im Bette des CsetatyeBaches entdeckte Dr. L ö r e n t e y (280, ioo) pontische Bildungen. Sie sind
hier ähnlich, wie bei Olâh-Lapâd, unten durch vorherrschenden Mergel
und darüber durch Sand und Schotter vertreten. In dem Sande fand er
Melanopsis vindobonensis und Bouöi. Den unteren mergeligen Horizont
kann man den Bach entlang bis Benedek verfolgen.
7. Nördlich von Benedek, auf der linken Seite des nach Csâklya
führenden Weges, gegenüber der letzten Häuser fand Dr. L ö r e n t h e y
(280, ioo) gelben, sandig-glimmerigen, schieferigen Thonmergel anstehend
mit folgenden Fossilien: Cardium Lenzi, -Congeria banatica, Planorbis
,s]>., und viele Ostracoden. Es ist das der untere Horizont. Uber dieser
Grenze hinaus verschwindet am rechten Marosufer jede Spur der pontischen Stufe.
Am linken Marosufer ist der schieferige Thonmergel des unteren
Horizontes mit den bezeichnenden Fossilien, nach d«n Aufsammlungen
von K. H e r e p e y , von folgenden Orten bekannt: Apahida, Buzâs-Bocsârd,
Kapud, Özd, Magyar-Sülye, Hari, Csombord, Kis-Sölymos, Becze, Paczalka,
Magyar-Herepe. Ich selbst habe bei Hâporton, Kis-Kapus, Beussmarkt,
Gross-Pold, Freck (Fogarascher C.) Olâh-Girbu, Toporcsâny, Vizakna und
Hammersdorf solche fossilführende Thonmergel gesammelt; A. B e u s s aber
hatte von Arbegen einige dieser bezeichnenden Fossilien erwähnt (109
u. 138). Yon diesen will ich fortsetzungsweise blos die von mir eingehen­
der studirten Vorkommnisse beschreiben.
8. Am Berge Huma bei Hdporton (Unt.-Albenser C.) werden durch
eine tiefe Sandgrube folgende Schichten entblösst (288, 9i). Das bl. 6 m.
tief erschlossene sarmatische Sandlager erscheint durch dünne, rostgelbe
Thonzwischenlagen in bl. 1 m. dicke Bänke gesondert. Im Hangenden, an­
fangs mit Sand wechsellagernd, dann allein folgt gelblichweisser, schieferiger, klüftiger Thonmergel bl. 3 m. mächtig. Sämmtliche Schichten sind
etwas undulirt gebogen und verflächen schwach gegen NW. Im Sande fand
sich keine Spur von F ossilien; der Mergel aber enthielt die folgenden:
Limnocardium Lenzi, Congeria banatica; Knöchelchen und Schuppen
von Fischen und verkohlte Spuren von Phragmites Oeningensis H e e r .
Also auch hier haben wir den unteren Horizont vor uns.
9. Vizakna. Der Fossilienfundort befindet sich am westlichen Bande
der Stadt, in einem Seitengraben des Yiza-Baches, vom Salzbergwerke,
also vom Bande des Salzstockes kaum 2 km. entfernt (87,334). Der hell
bläulichgraue, stark zerklüftet-schieferige, fein geschlemmte Tegel nimmt
198
den unteren Theil des Grabens ein ; darüber liegt grober Sand. Das Ver­
flachen ist kaum merklich gegen N. gerichtet. Abdrücke von Muscheln
und Schnecken zeigen sich beim Zerspalten häufig im Tegel, ganze unver­
sehrte Exemplare sind jedoch kaum zu erlangen. Sie verweisen ebenfalls
auf den unteren Horizont der pontischen Stufe.
10.
Der geologische Bau der Umgebung von Reussmarkt und G ro
Pold ist einfach (296, 85), da in der Zusammensetzung hauptsächlich nur
zwei geologische Gebilde, nämlich die Urschiefer der südlichen Grenz­
gebirge, und die jungtertiären Tegel- und Sand-Schichten des Becken­
randes theilnehinen. Der obere vorwiegende Theil der jungtertiären
Schichten, welche die Oberfläche der stark coupirten, an Bergschlipfen
und steilen, brüchigen Abhängen reichen Berggegend bilden, besteht aus
hell grünlichgrauem oder gelblichem, etwas rostfleckigem, sehr fein ge­
schlemmtem, weichem Thonmergel, in welchem winzige, flimmernde
Muscovit-Schüppchen und hie und da auch Muschelabdrücke sichtbar
sind. Diese gehören ohne Ausnahme der Congeria banatiea an und ist es
somit zweifellos, dass unsere Schichten dem unteren Horizonte der ponti­
schen Stufe angehören. Darunter folgt gelblicher, fein- oder grobkörniger,
glimmerreicher, thoniger Sand, in welchem faust- bis kopfgrosse, thonige
Limonit-Nieren und Nester zerstreut liegen, wie man das in dem tiefen Ein­
schnitte bei der Gross-Polder Ziegelei, in den Wasserrissen bei Klein-Pold
und Omi As so wie auch in der Nähe von Reussmarkt, bei der Dobringer
Mühle gut beobachten kann. Noch tiefer folgt ein 4 m. mächtiges Tegel­
lager und dann abermals grober, schotteriger Sand, mit welchem hie und
da 1/n— 1 m. mächtige Schotterlager abwechseln. Obgleich ich hier in den
sandigen Ablagerungen keine Fossilien fand, ist es auf Grund des bei
Urwegen auftretenden fossilführenden Sandes zweifellos, dass diese
Schichten schon der sarmatischen Stufe angehören. Ihre Aufschliessung
reicht auf diesem Gebiete höchstens bis 10 m. hinab, und somit kommt
ihre untere Grenze in Verbindung mit dem ober-mediterranen Tegel nur
am Fusse des südlichen Grenzgebirges hie und da zum Vorschein.
Die Lagerung dieser jungtertiären Schichten ist beinahe als unge­
stört zu betrachten, weil ihr Verflächen nirgends mehr als 4° beträgt und
bl. gegen N., also gegen das Innere des Beckens zu gerichtet ist. Diese
seichten Schichten lehnen sich also unmittelbar an die stark gehobenen
Schichten der krystallinischen Schiefer. Die Lagerung für sich allein
würde für die Beständigkeit und Sicherheit der Oberflächengestaltung
günstig sein, weil sie die Bildung von Bergschlipfen und Stürzen nicht
befördern würde. Die physikalischen Eigenschaften des die Oberfläche
einnehmenden Thonmergels oder Tegels sind aber derart, dass die infolge
der athmosphserili sehen Niederschläge entstehenden Bergschlipfe und
r
199
Stürze daraus leicht erklärbar sind. Der' einfache Versuch mit einem
kleinen Stücke des Tegels, wenn wir ihn nämlich mit Wasser in Berührung
bringen, zeigt uns, dass er sehr leicht und schnell Feuchtigkeit einsaugt
und damit einen zerfliessenden Brei bildet. Ich habe den lufttrockenen
Tegel längere Zeit bei 110°C. getrocknet, wobei er 1’5 % Feuchtigkeit ver­
lor. Indem ich ihn wieder der freien Luft aussetzte, sog er in einer halben
Stunde schon 0 2 6 und in zwölf Stunden 0-98 % Feuchtigkeit a u f: er ist
also sehr hygroscopisch. Die Folge dieser seiner Eigenschaft ist, dass der
Tegel auf der Oberfläche bei trockener, warmer Luft seine hygroscopische
Feuchtigkeit zum grossen Theil verliert, wobei sich sein Volum vermin­
dert, sich Sprünge bilden und er sehr erhärtet. Wenn aber die Luft feucht
ist, zieht er Feuchtigkeit an, erweicht und schwillt an, die Spalten werden
enger oder schliessen sich ; wenn aber Wasserniederschläge darauf fal­
len, saugt er dieselben begierig ein. Diese dringen jedoch nicht tief hinein,
denn sie erweichen den Tegel oberflächlich zu einem Brei, welcher an den
Abhängen mit geringstem Gefälle schon abwärts sich bewegt.
Die Ursache dieses Verhaltens ist in der feinsten Schlammtextur und
auch in seiner chemischen Beschaffenheit zu suchen. Unter dem Mikro­
skope betrachtet, sieht man, dass er aus winzigen Schlammpartikelchen
besteht, mit mehr oder weniger Muscovit-Schüppchen dazwischen, welche
Theilchen, in Ermangelung eines bindenden Cementes, lose und leicht
beweglich über einander liegen, so dass das Wasser ihre Adhäsion leicht
auflöst. Es fehlen darin feste Sandkörner, welche ihm eine grössere Cohärenz verleihen würden.
Indem ich 3'047 gr. dieses Tegels auch auf die Quantität der in Säure
löslichen Bestandtheile untersuchte, fand ich, dass er
a) in Salzsäure lösliche Bestandtheile ......................
b) «
«
unlösliche
«
' ......................
24'78 °/o,
75’ 22 «
enthält. Die in Lösung übergangenen Bestandtheile sind neben vorwiegen­
dem Kalk wenig Fe%03, A /20 3 und Spuren von S i 0 2. Der unlösliche, asch­
graue, erhärtete Stoff ist zum grössten Theil wohl Thon, unter dem Mikroscop konnten aber neben den Schüppchen und Fasern des Thones auch
Muscovit-Schüppchen, winzige wasserklare Quarz- und trübe FeldspathKörnchen beobachtet werden.
Die oberflächlichen Schichten dieses beschriebenen Tegels durch
Wasser erweicht, ausgelaugt, bei der Bewegung in einander geknetet und
dann wieder eingetrocknet erzeugen jenen gelblichen Lehmboden, welcher
in dieser Gegend beinahe ausschliesslich vorkommt, und die erwähnten
Eigenschaften erklären uns die häufigen Grundschlipfe, die erweichten,
200
nassen und morastigen Vertiefungen, welche entlang der Landstrasse sich
häufig zeigen und an vielen Stellen diese auch gefährden.
In der höheren Abtheilung dieses unterpontischen Tegels findet man
an mehreren Stellen rostgelbe, sandige Schichten eingelagert, so z. B. auch
bei Eeussmarkt am Weinberg, von wo Exemplare der Congeria Zsigmondyi H a l a v ., dem siebenbürgischen Museum eingesandt wurden. Diese
sandig-schotterigen Einlagerungen bilden also einen etwas höheren H ori­
zont, charakterisiert durch das Auftreten der Cong. Zsiginondyi. Schichten
dieses höheren Horizontes beobachtete ich noch in der Umgebung von
. 11. Oläh-Girbu (Unt.-Alb. C.). Am Abhange gegen O.-Dâlya zu findet
man einen tiefen Wasserriss eingeschnitten. Die darin aufgeschlossenen
Schichten bestehen vorherrschend aus schmutzig rostgelbem, klüftig-schieferigem Thonmergel mit glänzenden Muscovitschüppchen erfüllt, der an der
Oberfläche zu Lehm sich zusammenknetete; untergeordnet aber sieht man
schotterig-sandige Schichtchen dazwischen gelagert. Weisse zerfallende
Schalen von Mollusken sind zwar häufig darin, man kann sie aber unver­
sehrt nur mit grösser Geduld und Zeitaufwand einsammeln. Im gelben
Thonmergel sammelte ic h : Congeria cf. Zsigmondyi H a l ., Cardium cf.
triangulocostalum H a l ., Cardium sp. ind., Pisidium priseum E i c h w .,
Fischknöchelchen und Ostracoden; im schotterigen Sande aber Congeria
Partschi C z j z .
12. Vivgârd (Unt.-Alb. Com.) ist ein interessanter Fundort des obe­
ren oder Lyrcea-Horizontes. Von Mühlbach aus kommend sah ich bis
Vingârd neben der Strasse keinen Aufschluss; inmitten dieser grossen
Gemeinde aber befindet sich eine in Abbau begriffene grosse Schottergrube,
eine schon längst bekannte reiche Fundstelle pontischer Fossilien. Der
steil abgegrabene Bergabhang lässt zuunterst gelben Sand erblicken,
während darüber abwechselnde unregelmässige Schichten von Schotter
und grobem Sand bis zu einer Höhe von 25 m. aufgeschlossen sind. Mehr
die schotterreichen Schichten, als die feineren sandigen, erscheinen von
der grossen Menge der weissen, leicht zerfallenden Molluskenschalen
weissgesprenkelt. Trotz dieser Menge kann man von den übrigens nur in
wenigen Arten vorkommenden Muscheln und Schnecken kaum ein ganzes
Exemplar herausheben, höchstens dann, wenn man sie früher in ihrer
ursprünglichen Lage mit Wasserglas oder Gummilösung imprägnirt. Die
vorkommenden Arten sin d: Melanopsis Martiniana Fèk., Congeria Partschii C z j z ., Unio atavus P a r t s c h und eine grosse Helix-Art, welche leider
beim Transport zerfiel.
Ein bedeutend reicherer Fundort desselben Horizontes ist •
13. Koncza, wo K. H e r e p e y für das siebenb. Museum sammelte. Die
Fundstelle, welche neben dem Csathö-Meyerhof sich befindet, kenne ich
äui
aus Autopsie nicht ; oberhalb Koncza aber, am steilen Abhänge neben dem
Székâs-Bach habe ich unter den kleinen Scliottergruben ein Fragment des
Cardium aff. seatns F u c h s , gefunden. Ebenfalls ein guter Fundort des
Lyrcea-Horizontes ist
14. die Gegend von .1lei tau, von wo sich ziemlich reiche Suiten von
Fossilien in den Klausenburger und Hermannstädter Museen vorfinden.
Die Fundstelle selbst habe ich nicht besucht. Endlich ist
15. Hammersdorf bei Hermannstadt ein ausgezeichneter Fundort
des unteren Horizontes. Der gegen SW. gekehrte brüchige Abhang des
Gregori-Berges ist an seinem unteren Theil mit sandig-schotterigem
Terrassenlehm bedeckt, während gegen die Mitte zu an den Stellen zahl­
reicher Bergbrüche, Schichten von aschgrauem, glimmerig-schieferigem
Thonmergel zu Tage treten. Dieser Fundort ist, wenn auch nicht an Arten,
so doch an Individuen reich zu nennen. Ich selbst sammelte hier (29(5, 87)
prachtvolle Exemplare der Valenciennesia Reussi N e ü m ., gute Stücke der
Cardium Lenzii B. H ö r n ., C. syrm iem e B. H ö r n ., Congeria banatica
R. H ö r n ., Planor bis ponticiis L ö r ., Schuppen und Knöchelchen von
Fischen, Ostracoden, verkohlte Pflanzenreste. Von diesen findet sich im
Hermannstädter Museum eine reiche Suite, welche einer eingehenderen
Untersuchung harrt. Der Schlemmrückstand dieses Tegels besteht aus
wenigen Quarz-Körnchen und Muscovit-Schüppchen, vielen erhärteten,
flachen Mergelbröckchen und am meisten aus gelblichweissen, linsen­
förmigen Gyps-Kryställclien oder deren Krystallgruppen. Dazwischen sieht
man weisse Muschelfragmente, braune Fisch-Knochen sammt spitzkoni­
schen Zähnchen, endlich spärlicher dünne, durchscheinende Ostracodenschalen.
10.
G örg én y-Glashütte (Maros-Tordaer C.). Nach Dr. A u g . F r a n z e gütiger Mittheilung ist in der Umgebung dieser Colonie auf grösser
Fläche bläulichgrauer, zum Theil sandig-glimmeriger Thonmergel ver­
breitet. Es kommen darin ziemlich häufig folgende Fossilien v o r : Lirn■naeus velutinus D e s h . , Congeria banatica B. H ö r n , und mehrere
Cardium-Arten. Es ist also ganz evident, dass hier der untere Horizont
der pontischen Stufe vorliegt.
17.
Bei Pr.-Galonya, an der Mündung des Bisztra-Baches, beobach­
tete ich in dem, neben der Strasse anstehenden, und unter dem Andesittufi' einfallenden bläulichgrauen, feinschlammig-schiefrigen Tegel auch die
Spuren spärlicher Molluskenschalen, unter welchen eine Congeria sp.
wahrscheinlich ebenfalls auf das politische Alter hinweist.
Aus alldem ist zu ersehen, dass man die pontischen Ablagerungen
des siebenbürgischen Beckens, welche hauptsächlich in dem südwestli­
chen Theile desselben herrschen, wenigstens in drei Horizonte eintheilen
n a u ’s
202
könne. Die Faunulen dieser drei Horizonte stelle ich, theils nach Dr. E m .
L ö r e n t h e y (282, 305 ), theils nach meinen eigenen Beobachtungen, mit
Hinzufügung der abgekürzten Fundorte, im folgenden Capitel zusammen.
2. Organische Einschlüsse der Horizonte der pontischen Stufe.
. -tlphabetisehes Verzeichniss der Fundorte politischer Fossilien, sam m t
abgekürzten Zeichen derselben.
Apahida (Unt.-Albenser Com.)
Benedek (Unt.-Alb. C.)
Büzâs-Bocsârd (Unt.-Alb. C.)
Csâklya (Unt.-Alb. C.)
Csâko (Unt.-Alb. C.)
Felek = Freck (Fogarascher C.)
Felsö-Orbo (Unt.-Alb. C.)
Görgény Glashütte (Maros-Torda C.)
Haporton (Unt.-Alb. C.)
Hari (Unt.-Alb. C.)
Kis-Kapus (Gr.-Kockeler C.)
Koncza (Unt.-Alb. C.)
— Magyar-Sülye (Unt.-Alb. C.)
= Maros-Csücs (Unt.-Alb. C.)
— Nagy-Apold = Gross-Pold (Cibiner C.
= Nagy-Disznod = Heltau (Cibiner C.)
= Nagy-Enyed (Unt.-Alb. C.)
= Nagy-Halmâgy (Hunyader C.)
= Olâh-Girbu (Unt.-Alb. C.)
= Olâh-Lapâd (Unt.-Alb. C.)
= Olâh-Solymos (Unt.-Alb. C.)
— Özd (Unt.-Alb. C.)
= Szent-Erzsébetfalva (Cibiner C.)
= Rüssz = Reussen (Cibiner C.)
= Szerdahely = Reussmarkt (Cibiner C.
= Toporcsâny (Unt.-Alb. C.)
= Vâlye-Lyâsza bei Acsuva.
= Vingârd (Unt.-Alb. C.)
= Yizakna (Unt.-Alb. C.)
=
=
Bit =i
- Cs =
*• Csâ
Fe =
’ FO
Gö =
Hâ =
Ha =
Kk =
Ap
‘ Be
Ko
MS
Mc
NA
ND
NE
NH
OG
- OL
OS
6
SzE
Rii
Sze
To
VL
vg
Vi
a) Fossilien des unteren Horizontes und de?'en Fundorte.
Das Gestein des unteren Horizontes ist ein mehr oder minder schiefrig
abgesonderter, sandig-glimmeriger oder reinerer Thonmergel, in welchem
r
die Fossilien äusserst dünnschalig sind. Dies ist die Ursache, dass man
meistens nur Eindrücke oder Steinkerne der Mollusken findet, was die Be­
stimmung sehr erschwert. Seine Fauna ist, nach den bisher Gesagten, die
folgende:
1. Limnocardium cf. Lenzi B. Hörn. OL, Ap, BB, Ka, Ö, MS, Ha,
Be, Yi, Sze, NA, Fe, Kk, Hâ, To, SzE.
2. Limnocardium syrmiense B. H ö r n . SzE.
3.
«
obsoletum var. protractum E ic h w . OL.
4.
«
praeponticum K ram b .- G orj , OL.
5.
«
plicataeformis K r am b .-G o r j . OL.
6.
ti
cf. Cekusi K ram b .- G or j . OL.
7.
«
sp. ind. (2 faj) OL, Gö.
8. Congeria banatica B. Hörn. OL, Ka, 0 , NE, Ha, Hâ, Be, Vi, NA,
Fe, To, SzE, Gö.
9. Valenciennesia Reussi N e u m . OL, SzE, Rü, To.
10. Pisidium sp. OL, Be.
11. Orygoceras levis ? K r a m b . - G o r j . OL.
12. Planorbis pouticus Lör. OL, Vi, SzE.
13.
«
sp. Ö, Be.
14. Micromelania lapâdensis Lör. OL.
15.
«
sp. ind. Vi, Fe.
16. Limnaeus velutinus D e s h . Gö.
17. Fisch-Knöchelchen und Schuppen Hâ, OG, SzE.
18. Schälchen von Ostracoda-Arten 0 , Ha, Be, Fe, SzE.
19. Phragmites (cf. Oeningensis H e e r .) H â .
20. Taxodium europaeum U n g . OL, SzE.
21. Pinus prinastroides U n g . Meztakény (Hau. St.).
22. Carpinus grandis U n g . ND.
23. Dryandroides hakeaefolia U n g . ND., und noch andere unbe­
stimmte Pflanzenreste OL.
Dieser Horizont ist, nach Dr. E m . L ö r e n t h e y (282,305), von vielen
Punkten Ungarns bekannt. Er ist, nach dem Nachweis von K. H o f m a n n und
J . M a t y a s o v s z k y , im Szilagyer Comitat verbreitet; ferner in der Umgebung
von Tinnye, Bia und Perbâl, an vielen Punkten des Eisenburger Comitates,
nach B. H ö r n e s in der Umgebung von Karânsebes, im Fruskagoragebirge,
in der Umgebung Beocsins und in Croatien bei Vrabce bekannt.
204
b) Fossilien des mittleren Horizontes und deren Fuibdorte.
Sein Gestein ist mehr oder minder sandig, manchmal auch eisen­
rostiger Mergel in der obersten Eegion des Mergels des vorhergehenden
Horizontes. Die bisher bekannte Faunula ist die folgende :
1. Congeria Zsigmondyi H a l . Sze.
2.
«
cf. Zsigmondyi H a l . Yi, Sze, OS, OG.
3.
«
c.f. triangulocostatum H a l . OG.
4.
«
sp. ind. OG.
5. Limnocardium cf. secam F u c h s . K o .
6. Pisidium priscum
E ic h w .
OG.
Diesen Horizont hat Dr. K. H o f m a n n (41,274) und nach ihm auch
J. M a t y a s o v s z k y in der Gegend von Zilah (Szilâgyer Com.) zuerst nach­
gewiesen. Seine Faunula zeigte sich auch dort arm.
c) Fossilien des oberen, sogenannten Lyrcea-Horizontes und dessen
Fundorte.
Der untere Theil dieses Horizontes besteht mehr aus sandigem blauen
Thon, worüber grobkörniger Sand, Schotter oder auch Conglomerat lagert;
Thon und Sand wechsellagern auch mit einander. Dieser Horizont besitzt
eine bedeutende Mächtigkeit und enthält dickschalige Mollusken in grösser
Menge. Als Leitfossilien können gelten: Congeria subglobosa und Partschi,
Melanopsis Martiniana und vindobonensis. Die bisher bekannte Faunula
ist die folgende:
•1. Melanopsis Martiniana Fér. MC, NH, ND, NA, OL, Ko, Vg, FO, YL.
2.
«
impressa, K r a u s . OL, ND.
3.
«
vindobonensis F u c h s . OL, Cs, Csâ.
4.
«
Bouéi Fék. NH, Ko, FO, Cs, ND.
5.
«
pygmaea P a r t s c h . NH, Ko, FO.
6. Melanopsis Kreutzeri B i e l z . NH.
7.
«
avellana (?) F u c h s . ND.
8.
«
costata (?) F ér. ND.
9. Neritina Grateloupana F ér. ND, NH.
10.
«
crenulata K l e i n . NH, Ko.
11. Congeria subglobosa P a r t s c h . VL, OL, Ko.
* 12.
«
Partschii C z j z . OL, Ko, C s , ND, NA, OG, Vg, Csâ.
•13.
«
spatulata P a r t s c h . MC, NA, VL.
«14.
«
clavaeformis (non Kraus) F u c h s . NA, Ko.
205
15.
16.
17.
18.
19.
20.
21.
22.
Congeria Czjzeki H
«
«
örn.
l'O, SzE, Eü, ND.
n. f. Lör. OL.
töred. (aff. triangularis et croatica) Ko, Csâ.
Limnocardium carinatum D e s h . Ko.
ii
Penslii (?) F u c h s . Eü.
IJnio atavus P a r t s c h . Vg.
Unio sp. Ko.
Helix sp. Vg.
Dieser Horizont ist also auf Grund seiner Fauna vollkommen iden­
tisch mit dem, ausserhalb des siebenbürgischen Beckens weit verbreiteten
Lyrcea-Horizonte Brusinas.
PII. Schichten der levanteischen Stufe.
1.
Deren Ausbildungsweise, Lagerungsverhältnisse und Verbreitung.
Ablagerungen der obersten neogenen Stufe, und zwar auffallend
mächtige und ausgebreitete, finden wir in der südöstlichen Ecke Sieben­
bürgens, wo selbe die Gehänge der, die Burzenländer Ebene nördlich ein­
säumenden
Gebirge, und das hügelig-bergige Gebiet der sogenannten
Erdövidék zusammensetzen, während man kleinere Fetzen davon am west­
lichen Eande des Persânver Gebirges, bei den Gemeinden Galt und Hidegküt des Gr.-Kockler Comitates findet, und auch am nordöstlichen Fuss des
Hargitazuges bei Borszék und Bélbor kommen deren sichere Spuren vor.
Mit diesen jüngsten Tertiärbildungen des siebenbürgischen Beckens und
deren reichen organischen Einschlüssen haben sich mehr oder weniger
eingehend F r. Herbich und M . Neumayr
(1 7 8 ,4 0 1 ),
L. E oth
v
.
T e le g p
(226,64) und M. Staub (2 2 7 ,5 8 ) beschäftigt; aber erst die neuesten ausführ­
licheren Untersuchungen Dr. Em. L örenthey’s (301 und 302) haben die
Ausbildungsweise und Lagerungsverhältnisse dieser Schichten klargelegt,
das eingehende Studium des durch Prof. J. Budai und ihm selbst einge­
sammelten reichen Versteinerungsmateriales aber auch deren geologisches
Alter sichergestellt.
Über diese seine Untersuchungen sind bisher nur vorläufige Berichte
erschienen, aber auch eine ausführlichere Beschreibung ist balde zu er­
warten. Aus diesen Berichten, so wie auch nach eigenen Beobachtungen,
will ich die kurze Beschreibung dieser interessanten jüngsttertiären Ab­
lagerungen hier mittheilen.
a) Am Mordrande des Burzenlandes und in der BrdövidLék.
Die in Eede stehenden Schichten bilden in der zwischen Erösd und
Ägostonfalva liegenden Althgegend, so wie entlang der in den Althfluss
sich ergiessenden Bäche von Ajta, Baröth und Vargyas die Vorberge, ob­
gleich man stellenweise auch auf den Höhen der Berge noch nicht denudirte Partien dieser Schichten vorfindet, wie z. B. bei Ürmös am Bücken
des Belsö-Csere, bei Miklösvâr im «Eklézsia erdeje» (Kirchenwald), bei
Közép-Ajta am Bücken des Vârhegy u. s. w.
Am linksseitigen Theile des Althflusses, das ist am östlichen Bande
des Persânyer Gebirges, beginnt diese Bildung in dem Thale des Grenz­
baches nördlich von Szâsz-Mogyorös (Nussbach) und zieht von da nord­
wärts bis zu dem Berge Lapâtbükk nördlich von Apâcza (Geist). Hier
beginnt der Karpathensandstein und zieht bis zu dem, südlich von FelsöBâkos liegenden Nagv-Bögöz-Bache. Von hier weiter gegen Norden zu
schreitend, setzen abermals unsere Schichten bis zu dem Vaspatak (Bach)
bei Vargyas die Vorberge zusammen.
Das Liegende dieser Bildung besteht überall aus unter-neocomen
Karpathensandstein und Conglomerat. Die Grenze beider wird sehr auf­
fallend durch die Cultur bezeichnet; denn auf dem Gebiete des Karpathen­
sandsteines, wo der Humus das harte, felsige Grundgebirge dünn über­
zieht, findet man beinahe überall Waldstand, während da, wo die weiche­
ren, ackerbaren, pliocänen Gebilde auftreten, der Wald ausgerottet wurde
und Ackergrund die Verbreitung unserer Bildung anzeigt. Von Erösd an
gegen Norden zu bilden die levanteischen Ablagerungen, am nordwest­
lichen Band der Hâromszéker Ebene, nur einen schmalen Zug an beiden
Ufern des Althflusses, und, nach Fn. H e r b i c h , auch am östlichen Fusse des
Bodoker Hochgebirges.
E m . L ö r e n t h e y theilte die ganze Bildung in drei Horizonte.
I.
Der unterste Horizont enthält die abbauwürdigen Lignitlag
■welche in Köpecz abgebaut werden. Dieser Horizont kommt am Bande
des Beckens vor, wo in der Nähe Karpathensandsteine als Liegendes der
lignitführe'nden Schichten (Köpecz, Baröth, Bodos, Nagy-Baczon und Var­
gyas) auftreten. Die untersten Schichten bestehen aus weissem, blauem
oder grauem Thonmergel, in welchen mehrere Lignitlager liegen. Seine
Mächtigkeit lässt sich beiläufig auf 5 0 — 60 m. schätzen. Seine Fauna ist
die, welche M. Neumayr aus dem Vaspatak (Bach) bei Vargyas und L . Both
aus dem Köves-Bach bei Bodos beschrieb und welche Lörenthey nach
eigenen Erfahrungen ergänzt hat. (Die Liste der Versteinerungen folgt im
nächsten Abschnitte.)
Die Schichtreihe und Lagerungsverhältnisse der Köpeczer Lignit-
"207
bildung zeigt uns der geologische Durchschnitt der 17. Abbildung, welchen
der verstorbene Direktor des Bergbaues, J ohann G rk g u s , entworfen hat.
Der Samuel-Stollen (ab) des Kohlenwerkes, von seiner Mündung bis zum
Grundgebirge (Karpathensandstein) hat folgende Schichten durchquert:
Humoser Boden (Alluvium)
•
Thoniger Boden (A llu v iu m )............................
Grober Schotter (Diluvium)
...............
Weisslicher, schieferiger Thonmergel (levanteisch)
Grauer, festerer Mergelschiefer mit Blattabdrücken
Festerer, dunkelgrauer Mergelschiefer, vv' = Linie
eines Verwerfungsspaltes ......... ......................
7. Sandstein in grünlichem Mergelschiefer
.......
8. Hellgrauer Mergelschiefer mit Cementmergel
9. Lignitflötz .....................
1.
2.
3.
4.
5.
6.
10.
11.
12.
13.
14.
15.
16.
17.
18.
19.
20.
9 M
21 «
47 «
72
90
87
«
9
10 «
1 «
Dunkelgrauer Mergelschiefer
, .
9
Lignitflötz
..............................................
1
Feiner Sand
..............................................................
3
Grober Sand..............................................................
4
Lignitflötz..
........................
.... Va
Weisser Tegel .
.......
.. 0-5— 0‘8
Hauptflötz des Lignites
8
Weisser Tegel ................................................. 0'5— O’S
Weisslicher Mergel mit Unionen
..............
2
Bläulicher Mergelschiefer mit Cardium Fuchsi .
—
Unter-neocomer Karpathensandstein
—
M.
«
«
«
«
«
«
«
«
«
Am Anfänge des Stollens ist das Einfallen der Schichten 35— 40
gegen Wr gerichtet. Das Verflächen der Verwerfungsebene ist 45— 50° W.
Das Verflächen der kohlenführenden Schichten ist nur 12° gegen 0.
Nur die Schichten Nr. 7— 10 gehören dem unteren Horizonte a n ;
jene der Nr. 4— 6 und 19 müssen schon in den mittleren Horizont gestellt
werden.
208
II. Der mUth'rc Horizoiil ist durch blauen oder gelben Thon, san­
digen Thon, Quarzsand und Andesitsand zusammengesetzt. Stellenweise
enthält er auch, dünne, nicht abbauwürdige Lignit-Adern; an anderen.
Stellen wieder kommen darin durch vulkanische Einwirkung in Kalk um­
gewandelte Schollen und Nester vor, welche die Fossilien der unteren
Süsswasserbildung (Köpecz) enthalten. Dieser Horizont enthält auch ^
Sphaerosiderit-Lager (bei Bibarczfalva). Aus dem blauen Thone werden bei
Nagy-Baczon und Füle Ziegel gebrannt. In dem Mergelschiefer finden sich
stellenweise (Köves-Bach bei Bodos, Bemete-Bach bei Felsö-Bâkos) sehr ’
viele Pflanzenreste, welche Prof. M. S t a u b näher studiert. Die Diatomeen
hatte Dr. Jos. P a n t o o s e k bestimmt. Die Mächtigkeit dieses an Cardien und
Pflanzenresten reichen Horizontes ist mehr als 160 m. Vorherrschend
kommt darin Cardium Fuchsi vor. Die Fauna desselben wird in dem Ver­
zeichnisse der \7ersteinerungen mitgetheilt.
III. Der an Viviparen, Dreissensien und Melanopsiden reiche obere
Horizont besteht meistens aus Quarzsand, in welchem Einlagerungen von
Andesit-Sand und Lapilli, stellenweise auch Andesitschollen, seltener von
blauem Thon und Kalk Vorkommen. Er besitzt mehr Süsswassercharakter,
als der mittlere Horizont, und kommt meistens darüber gelagert vor, so
bei Bodos, Szâraz-Ajta, Nagy-Baczon, Arapatak, Erösd u. s. w. Die Mächtig­
keit dieses Horizontes beträgt mehr als 80 m. Seine Fauna wurde zuerst
von M. N e u m a y e aus dem Retkes-Graben bei Arapatak beschrieben (178,401).
In der Liste der ATersteinerungen will ich-diese Faunula nach der neuesten
Zusammenstellung von E m . L ö b e n t h e y geben.
H e b b i c h , N e u m a y e und B o t h haben die, durch sie beschriebenen
versteinerungsführenden Schichten in den mittleren Horizont gestellt; wo
doch die Faunen von Vargyas und Bodos aus dem untersten Horizonte der
Bildung stammen. H e b b ic h und N e u m a y e haben auch die viviparareichen
Schichten von Arapatak irrthümlich in denselben Horizont,verlegt, wo­
gegen diese gerade den obersten Horizont der Bildung einnehmen. Das
durch N e u m a y e von Köpecz beschriebene Cardium Fuchsi allein stammt
aus dem mittleren Horizont.
Über die Verbreitung der aufgestellten drei Horizonte äusserte sich
E m . L ö b e n t h e y noch folgenderweise.
Der unterste, lignitführende Horizont ist verhältnissmässig auf
kleinstem Gebiete verbreitet, und zwar von Köpecz, bezüglich Nagy-Ajta
bis Vargyas und von Felsö-Bâkos bis Nagy-Baczon. Nördlich von diesem
Gebiete ist der untere Horizont noch nicht bekannt, südlich davon aber
entschieden nicht vorhanden.
Der mittlere Horizont mit mehr salzigem Charakter ist schon auf
grösserem Gebiete verbreitet, indem er auch in der Mitte des Beckens dem
209
unteren Horizonte aufgelagert vorkommt, wie bei Felsö-Bâkos, Vargyas,
Baröth, Bodos, Nagy-Baczon, Köpecz, u. s. w., ausserdem nördlich von die­
sem Gebiet bis Füle, Magyar-Hermâny und noch weiter gegen Norden z u ;
gegen Westen bis Urmös, Apâcza und Szâsz-Mogyorös, gegen Süden zu
bis Erösd, ja-noch weiter.
Der obere Horizont, welcher wieder mehr Süsswasser-Charakter
besitzt, hat eine noch grössere Ausbreitung, als der mittlere, denn er
kommt in dem ganzen Gebiete dem mittleren Horizonte aufgelagert vor;
aber nicht nur hier, sondern auch da, wo der mittlere Horizont nicht mehr
vorkommt, wie z. B. in der Umgebung von Ilyefalva und Sepsi-Szt. György
in der Hâromszék. Der Lignit von Ilyefalva und Sepsi-Szt.-György ist also
jünger, als die Flötze von Köpecz, Vargyas und Bodos. Aus dem mittleren
Horizonte ist bisher noch kein abbauwürdiges Lignitlager bekannt.
Bei Ilyefalva befindet sich ein Tagbau auf Lignit, welcher mit Viviparen, Dreissensien, grosse Unionen und Ostracoden einschliessendem
bläulichen Thone wechsellagert. Von hier gelangten auch ein Mahlzahn
des Mastodon arvernensis und das Schädelfragment einer Gazella sp. in
das Székler National-Museum in Sepsi-Szt. György.
Nördlich von S epsi-S zt. G yö rg y im Bette des Kökönyös-Baches,
kommt der blaue Thon mit Lignitflötzen ebenfalls zum Vorschein. Es fan­
den sich darin, ausser Blattabdrücke.n, Bruchstücke der Dreissensia M ü n sleri und Viviparen. Im blauen Tegel findet man stellenweise auch eine
Schotterbank eingelagert.
Schliesslich hebt E m . L ö r e n t h e y noch die wichtige Beobachtung her­
vor, dass in der Gegend von Baröth und Bardöcz zwischen und über den
hier in Bede stehenden unter-levanteischen Schichten, Sand und Lapilli
des Pyroxenandesites ein- und aufgelagert Vorkommen. Das Alter der vul­
kanischen Thätigkeit fällt also mit jenem der besprochenen Ablagerungen
zusammen. Wahrscheinlich begann die Thätigkeit der hierortigen Andesitvulkane am Anfang des levanteischen Zeitalters; diese setzte aber auch
nach der Ablagerung der unter-levanteischen Schichten fort, denn die
Detritusgebilde der Andesite bedecken die oberen viviparareichen Schich­
ten (bei Bardöcz und Bibarczfalva).
b) A m ivestlichen Fusse des Persânyer Gebirges.
Hier kennt man Versteinerungen führende, unter-levanteische Schich­
ten an zwei Fundorten (27 9,93).
1.
Bei H ideglüt, am Abhange des La Grüju-Berges, sind unter der
Basaltbreccie, zum Theil auch darin eingelagert, eigenthümlich ziegelrothe, erhärtete, schieferige Tegel-Schichten auf ziemlich grösser Fläche
B r. An ton K o c h : D ie Tertifirbildungen des Beckens der siebenbiirgiachen Landestheile.
14
und mächtig genug aufgeschlossen. Diese Schichten sind stark zerdrückt \
und wellig gebogen, fallen unter einigen Graden gegen W ein und liegen J
auf einer 6 m. mächtigen Dacittuffbank. Dieser Tegel hat also das Aus- *
sehen, als wenn er gebrannt wäre, wie das auch H a u e r und S t ä c h e schon :i.
hervorgehoben haben (1,582). Ich glaube, dass er diesen Zuâtand dadurch
erlangt hatte, dass aus der überlagernden Basaltbreccie, (welche keinesfalls
so glühend sein konnte, um den Tegel zu brennen) lange Zeit hindurch -i
durchsickerndes Wasser wenig Eisenoxydhydrat und Kieselsäure entführte
und diese dann im Tegel wieder ausschied, dadurch die Färbung und Er­
härtung verursachend. Es ist aber auch möglich, dass von der ausgewor- ;
fenen Basaltasche ein wenig sich mit dem Schlamme des levanteischen
Teiches vermengt hatte, und dass infolge der Zersetzung dieses Materiales
sich das färbende Eisenoxydhydrat und die den Tegel erhärtende Kiesel- i
säure ausgeschieden hatte. Einzelne Lagen dieses, jedenfalls infolge vul- -i
kanischer Einwirkung umgeänderten Tegels sind mit plattgedrückten,
weissen Schneckengehäusen erfüllt, von welchen man deshalb auch nur '
wenige gut erkennbare Exemplare sammeln kann.
2.
Bei Galt, den Abhang aufwärts schreitend, kann man folge
Bildungen beobachten, a) In der Hauptgasse der Gemeinde tritt am Fusse •
des Berges noch schmutzig gelblichgrauer, klüftig-schieferiger Tegel
heraus, welcher ziemlich grosse Gypskrystalle enthält und auf seiner
Oberfläche weisse Salzauswitterungen zeigt. Die Schichten verflächen unter :
20° beiläufig gegen S zu. Es ist das der ober-mediterrane marine, soge- ;
nannte Salzthon, b) Weiter aufwärts folgen dicke Schichtbänke eines î
gelblichgrauen, mürben Sandsteines, welche aber recht bald unter der >
Ackerkrume verschwinden. Es dürften diese Vertreter der sarmatischen
Stufe sein, c) Noch weiter oben am Abhang, schon ausserhalb des Ortes, '
sieht man in den Wasserrissen bläulichgrauen Congerientegel, mit weissen
Kalkknollen, aufgeschlossen, und dieser hält bis zu der am Bücken des 3
Berges sich erhebenden Basalt- und Andesitbreccien-Wand an. Dort, wo ..
die vulkanische Breccie den Tegel unmittelbar bedeckt, was besonders gut :
am Hügel der evang. Kirche sichtbar ist, erscheint der, dem Hidegküter
Vorkommen ganz ähnliche, ziegelrothe und erhärtete Tegel, dicht erfüllt
mit den plattgedrückten und zerbrochenen weissen Schalen von Mol- ;
lusken.
Auch die an diesen beiden Fundorten in grösser Menge aufgesam­
melten Fossilien hatte Dr. E m . L ö r e n t h e y in neuerer Zeit beschrieben
(278,89), und nach seinen Bestimmungen sollen diese in dem Verzeich­
nisse der Fossilien angeführt werden.
,
211
c) In der Gegend von Borszélc.
Hier sind in den Thälern Tinova und Szék lignitführende Schichten
bekannt, deren Alter, auf Grund der in ihnen eingeschlossenen Congerien
und Pflanzenreste, mit jenem der Erdövidéker Lignitbildung identisch
betrachtet werden kann. Die Kohlengrube im Tinova-Thale (87,336), welche
für die alsö-borszéker Glashütte Lignit producierte, liegt sehr nahe zur
Mündung des Tinova-Thales, und auch nahe zu Alsö-Borszék. Da am
nördlichen Abhang des Thaies, der neuen Strasse entlang, Thonglimmer­
schiefer an die Oberfläche tritt, muss auch die Lignitbildung direct darüber
lagern; gegen Süden und Westen zu aber liegt sie ohne Zweifel über den
Andesittuffen und Breccien. Die Lignitbildung besteht vorherrschend aus
bläulichgrauem, mehr oder minder schieferigem Thonmergel, innerhalb
dessen das 1‘5— 2 m. mächtige Lignitflötz unregelmässig sich ausbreitet.
Das Flötz verflächt innerhalb des Grubenaufschlusses, sammt den han­
genden und liegenden Thonmergelschichten, beiläufig unter 6° gegen
Westen zu. Der Abbau hatte aber gelehrt, dass darin Verwerfungen, Ver­
drückungen, Verunreinigungen, überhaupt ausserordentliche Störungen
Vorkommen, welche den Abbau sehr erschweren. Näher zur Sohle des
Thaies ist das Plötz noch am reinsten, am südlichen Gehänge des Tinovathales aufwärts wird das Plötz durch immer mehr und dickere thonige
Zwischenlagen verunreinigt, und es keilt sich auch langsam in dieser
Pachtung aus.
Im westlichen, höher gelegenem Theile befindet sich das Flötz in
bedeutenderer Tiefe, es ist aber wahrscheinlich, dass sich das Flötz in dieser
Pachtung, das ist am östlichen Abhang des Kerekhegy, wieder erhebt,
respective aufbiegt.
Die reinsten Theile des Flötzes bestehen aus einem sehr schönen,
pechschwarzen, manchmal glänzenden Lignit. Unmittelbar darüber folgt
ein bläulichgrauer Thonmergel, erfüllt mit den Buckelenden einer mittelgrossen Congeria, welche an die, in den levanteischen Schichten der Erdövidék allgemein verbreitete Dreissensia cf. Münsteri B k u s . erinnert. Höher
und auch näher zur Oberfläche, hie und da ganz auf der Oberfläche,
findet sich gelblicher oder aschgrauer schieferiger Thonmergel, welcher
Pflanzenreste in grösser Menge einschliesst. Einen Theil davon bestimmte
Dr. M. S t a u b (87,253), deren grösste Theil ist jedoch noch unbearbeitet.
Im Thale des Szék-Baches, über dem Kerekhegy, kommt, nach D. S t u r
(16 7 ,1 9 5 ), in grauem Schieferthone ein beiläufig 2 6 cm. dickes Lignitflötz
eingelagert vor. Darüber liegt, beiläufig 3 cm. dick, grauer schieferiger
Letten, erfüllt mit kleinen, zerbrechlichen Congerien.
Am Sattel des Kerekhegy (Berges) wird durch einen Stollen ein dickeß
Quarzsand-Lager ausgebeutet, welchen man geschlemmt in der Glashütte
14*
2f2
<•
verwerthet. Das Sandlager liegt unter einer 1— 2 m. hohen Decke von
bräunliohgelbem Thon. Die aufgeschlossene Mächtigkeit des Sandes beträgt4 m., ohne dass man dessen untere Grenze erreicht hätte. Anstehend kann
man ihn eher einen mürben, feinkörnigen, wenig Glimmerschüppchen
enthaltenden Sandstein nennen, welcher nach dem Eintrocknen sehr bald
zerfällt. Seine Körner sind gleichmässig fein, enthalten kaum etwas
schlammige Theile. Die Farbe ist schwach ins Grünliche ziehend, hellgrau.
Nach dem Schlemmen erhielt ich 80o/o gröbere Körner und 20% feineres,
schlammiges Material. Beide Proben jedoch erwiesen sich, nach chemischer
und mikroskopischer Prüfung, als beinahe reiner Quarz.
Was das geologische Alter dieses Quarzsandes betrifft, so ist es k la r ,
d a s s derselbe in enger Verbindung mit jenen lignitführenden unter-levanteischen Schichten auftritt, welche die Sohle der Thäler des Szék- und
Tinova-Baches ausfüllen, welche wahrscheinlich am Sattel Z u s a m m e n ­
h ängen.
Was nun den bei Bélbor vorkommenden Lignit betrifft, weiss ish
nur s o viel, als F r . H e r b ic h darüber mitgetheilt hat (35,295). Nach ihm istder hochgelegene Thalkessel des Valie Csobât mit Andesit-Detritus-Gebilden
ausgefüllt, welche dicke Flötze von gutem Lignit enthalten. Hier jedoch
fand H e r b ic h keine Versteinerungen.
2 . Organische Einschlüsse der Schichten der levanteischen Stufe.
Die Fundorte, von welchen bisher Fossilien angeführt .wurden, sind
sammt abgekürzten Zeichen die folgenden :
An
Ar
Ba
Bi
=
=
=
=
Bo
Br
—
He
Hi
lly
hö
—
—
=
=
=
SzG y =
■SzA =
S zU =
Ür
=
Va
=
Angyalos (Hâromszéker C .);
Arapatak
«
Bardocz
«
Bibarczfalva
«
Bodos
«
Borszék (Csiker Com ) ;
Hermâny (Hâromszéker C.), nach Hauer und Stäche;
Hidegküt (Gr.-Kockeler C.);
Ilyefalva (Hâromszéker C.);
Köpecz (Hâromszéker C .);
Sepsi-Szent-György (Hâromszéker C.);
Szâraz-Ajta (Hâromszéker C .);
Szâsz-Ü gra=Galt (Gr.-Kockeler C.);
Ürmös (Gr.-Kockeler C.);
Vargyas (Udvarhelyer C.).
213
Die Fossilien werden, nach Dr. E m . L ö r e n t h e y (30 1 ,2 3 7 ), in den drei
von ihm aufgestellten Horizonten vertheilt, aufgezählt, wobei jedoch
bemerkt wird, dass die Horizonte sich nur auf die Schichten und Fundorte
der Erdövidék und des Burzenlandes beschränken, während für die ausser­
halb dieses Gebietes liegenden Fundorte die Horizontbezeichnung nicht
sicher und auch nicht wichtig ist. Nach den abgekürzten Zeichen der
Fundorte für Wirbelthier-Beste wird in Klammern auch auf die Mittheilungen hingewiesen, welche sich darauf beziehen. Dies zu beachtend, sind
die Listen der Fossilien die folgenden:
a) Fauna des unteren Horizontes (Köpecz, Baröth, Bodos, N a g yBaczon, Vargyas).
1. Castor fiber L. foss. Kö (271, 358).
Mastodon arvernensis C r o i z et J o b . Ba (219, 79).
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
12.
13.
14.
15.
16.
17.
18.
19.
20.
21.
â2.
23.
24.
25.
26.
27.
28.
29.
Cervus capreolus L. foss. Kö (218,77).
Equus primigenius M e y . Kö (85 , 456).
Ursus Böckhi S c h l o s s e r , Kö (333, 69).
Parailurus anglicus B o y d ., D a w k i n s , Kö (333, 69).
Knochen unbestimmter Fische Kö.
Candona reptans B a i r d . Kö.
«
fl
Kochii H é j j . Kö.
candida (M ü l l .) B a i r d . K ö .
Vivipara sp. Kö.
Bythinia labiata N e u m . Va, Bo.
« tentaculata L. Ya.
« bodosensis B o t h . Bo.
«
«
scalaris F u c h s . Kö.
adnata N et ; m .
Sandria Kochii B r u s . Ar.
Valvata piscinalis M ü l l . Va, Bo.
«
n. f. L ö r . i. 1.
Tropidina Eugeniae N e u m . Va, Bo.
«
bifrons N e u m . Va.
Hydrobia slavonica N e u m . Va, Bo.
«
sepulchralis P a r t s c h . Bo.
Pyrgula Eugeniae N e u m . Är, Va, Bo.
Pyrgula elegantissima F r a u n f . Ar, Va.
«
pagoda N e u m . Va.
« margarita N e u m . Va.
«
«
Schafarziki Lör. i. 1. Bo.
«
var. bicincta L ö r . i. 1. Bo.
214
3 0 . Limnaeus transsylvanicus R o t h . B o .
31.
«
cf. Adélinae C a n t r .
B o.
3 2 . Planorbis transsylvanicus N e u m . Y a.
33.
«
cf. cornu B r o n g . Ya.
34. Carinifex quadrangulus N e u m . Ä r, Bo.
35. Neritodonta crenulata K l e in . Bo.
36.
(I
semidmtata, S a n d b . B o , Y a , A r.
37.
«
Radmanestyi F u c h s . Bo.
38.
a
cf. crescens F u c h s . B o .
3 9 . Anodonta cf. maximus F u c h s .
4 0 . Unio sp aff. cyamopsis B r u s . B o .
41.
«
aff. thalassinus B r u s . B o .
4 2 . Cardium Fuchsii N e u m . K ö .
43.
«
44.
a
Budaii L ö r . i. 1.
n. f. L ö r . i. 1.
4 5 . Dreissensia cristellata R o t h . B o .
46.
«
exigua R o t h . B o .
4 7 . Pisidium sp. t ö b b fa ja .
48. Baumstämme und Tannenzapfen verkohlt.
4 9 . Chara Früchte.
b) Fauna des mittleren Horizontes (Köpecz, Bodos, N a g y-F ü le) m it
Sphaerosiderit (Bibarczfalva).
1. Knochen unbestimmter Fische.
2. Vivipara sp.
3 . Bythinia bodosensis R o t h . B o .
4 . Sandria Kochii B r u s . Y a .
5 . Valvata piscinalis M ü l l .
6. Planorbis sp.
7.
«
cf. cornu B r o n g t .
8 . Hydrobia transitans N e u m . Â r.
9.
«
cf. transitans N e u m . Ä r , Y a .
1 0. Pyrgula Eugeniae N e u m . Â r , V a.
11. Neritodonta semidentata
Sa n d b.
Va,
 r.
1 2 . Limnaeus cf. acuarius N e u m . B o .
13. Pisidium (Fluminina) amnicum
M ü ll.
sp. Bo.
Folgende Pflanzenreste nach M. S t a u b (227. und 87, 253).
1. Chondrites sp. (zwei Sp.) Bo.
2. Typha latissima A. Br. Bo.
3. Phraymites OeningensLs H e b r . B o .
4. Juniperus sp. Bo.
5. Taxites Lanysdorfi B r o n g t . H e .
6. Pinaster Nadeln. Bo.
7. Glyptostrobus europaeus B r o n g t . B o .
8. Betula Dryadum B r o n g t . B o .
9.
10.
11.
12.
13.
14.
15.
16.
17.
18.
19.
20.
21.
22.
23.
24.
25.
26.
27.
28.
29.
30.
31.
32.
Betida sp. Bo.
Ainus Kefersteinii G ö pp . sp . Bo.
Corylas Mac Quarii H e e r . B o .
Carpinus grandis U n g . H e , Bi, B o , Br.
«
Neilreichii Kov. Br.
((
Ovidii M a s s . Bo.
Fayus Feroniae U n g . He, Bi, Br, Bo
«
cf. dentata U n g . Bo.
«
cf. incerta M a s s . Bo.
Castanea Kubinyii Kov. Br, Bo.
((
Unyeri H e e r . Bo.
Quercus pseudorobur Kov. Bo.
<(
serra U n g . He, Bi.
«
grandidentata. He„ Bi, Bo.
«
castaneaefolia A. M e t . Br.
«
«
«
«
«
«
«
«
«
mediterranea U n g . Br, Bo.
Nimrodis U n g . Br.
cf. Etymodris U n g . Br, Bo.
cf. pseudocastanea G öpp . Br, Bo.
Hamadryadrum U n g . Br.
Drymeja U n g . Bo.
Godeti H e e r . Bo.
cf. Hörnesi E t t . Bo.
sp. (noch fünf verschiedene Arten). Bo.
33. Quercophyllum v. Fayophyllum sp. Br.
34. Salix anyusta A l . Br. Bo.
35.
36.
«
(;
lenticulata H e e r . Bo.
sp. Bo.
37. Populus cf. attenuata A l . B r. Bo.
38. Ulmus Bronni U n g . Bo.
Braunii H e e r . «■
40. Ulmus quercifolia U n g . He, Bi.
41. Planera Unyeri E t t . He, Bi, Br, Bo.
3 9 .-
«
42. Ficus tiliaefolia H e e r . H e , Bi, Bo.
43.
«
Dombeyopsis U n g . He, Bi.
216
4 4 . Ficus cf. crenata U n g . B o .
45.
«
cf. Schlechtendahli H e e r . B o .
46. Santalum sp. Bo.
4 7 . Sassafras Ferretianum M a s s . B o .
4 8 . Benzoin antiquum H e e r . B o .
49. Cinnamomum Buchii H e e r . H e , Bi.
50.
«
Scheuchzeri H e e r . B o .
5 1 . Parrotia fagifolia (G ö p p .), H e e r . B o .
«
pristina E t t . B o .
53. Acer saxonicum U n g . Bi, He.
54.
«
trilobatum A l . B r . B o .
55.
o
giganteum G ö pp . B o .
56.
«
sanctae cruciş S t u r . Br.
57.
«
decipiens A l . B. (vel Stermlia n. sp.) Br.
58. Sterculia tenuinervis H e e r , (vel Acer integerrimum V i r .) Br.
59. Carya bilinica U n g . Br.
60» Pterocaria denticulata (O. W e b .) H e e r . Br, Bo.
52.
6 1 . Ilex cf. quercina S a p. B o .
62.
«
cf. opaca Aix. Br.
63. Sillyrica deperdita U n g . Br.
6 4 . Podogonium Lyellanum H e e r . — cf. Collutea Salieri H e e r . B r.
65. Leguminosites sp. Br.
66. Liquidambar europaeum A l . B e o n g . He, B i.
67. Platanus acceroiaes H e e r . He, Bi.
6 8 . Pavia septimontana W h l h . He, B i.
69. Amygdalus pereger. He, Bi.
c) Fauna, des oberen Horizontes (Bodos, Szdraz-Ajta, N agy-Baezon,
Arapatah, Erösd, Sepsi-Szt. G yörgy, Ilyefalva, Angyalos).
1. Mastodon arvernemis C r o iz . et- J o b . Zähne. Uly, An. (211,
2. Gazella sp. ind. Schädel Fragm. Illy. (301).
3. Knochen unbestimmter Fische.
4 . Ostracoda.
5 . Vivipara Sadleri P a r ts c h . Â r.
6.
«
7.
<(
grandis N e u m . Â r .
alta N e u m . Â r.
8.
«
Herbichi N e u m . Â r .
9. Vivipara pseudo-Vukotinovici L ö r e n t h . n. SzGy.
10. Melanopsis decoltata S t o l .
11.
«
12.
«
pterochyla B r u s .
subpyrum P ü k . Â r .
269).
217
1 3 . Bythinia labiata N e u m . B o .
14.
«
bodosensis R o t h . B o .
15. Limnaeus transsylvanicus R o t h . B o .
16.
17.
a
«
cfsAdelinae C a n d r . B o .’
sp. Är.
18. Sandria Kochii B r u s .
SzA, Ä r.
19. Valvata piscinalis M ü l l .
20.
«
sp. ind. SzGy.
2 1 . Tropidina Eugeniae N eu m .
22.
23.
«
bifrons N e u m .
«
margarita N e u m .
2 4. Lithoglyphus fuscus Z ie g l . Ä r.
2 5 . Hydrobia prisca- N e u m . Ä r .
26.
«
transitans N e u m . Ä r .
27.
«
acutecarinata N e u m . Ä r , V a.
28. Pyrgula Eugeniae N e u m . Ä r, Va, SzGy.
29.
«
pagoda N e u m . Är, Va, SzGy.
30.
«
elegantissima F b a u e n f .
3 1 . Carinifex quadrangulus N e u m . Ä r .
32. Ancylus sp. ind. Är.
3 3 . Carichium Nouleti B o u dg .
34. Neritodonta semidentata S a n d b . SzGy.
35. Dreissensia cf. Münsteri B r u s . SzA, B r , Ä r , Illy, SzGy.
36.
a
37.
«
eristellata R o t h . B o .
polymorpha P a l l . B o .
3 8 . Cardium n. f. L ö r .
i. 1. Ä r.
3 9 . Limnocardium Staubi L ö e e n t h . Ä r.
4 0 . Pisidium, n. sp. N e u m .
41.
42.
«
priscum ? E ic h w . Ä r.
(t
43.
«
rugosum N e u m . SzGy.
cf. solidarium N e u m . Ä r.
44.
45.
46.
47.
48.
Congeria sub Basteroti T o u e n . (? ) Ür (Hau. St.).
Unio Zelebori H öbn . SzGy.
Unio sp. (zwei Sp.) SzGy.
Anodonta sp. SzGy.
Helix Chaixi M i c h . SzGy. (Neumayr).
4 9 . Ophiura sp. Ä r . (n a c h K in k e l in ).
50. Chara cf. Escheri A. B e a u n . und in Hauer-Stache’s Geol. SiebenA
'
bürgens (1, 603) noch aufgezählt:
5 1 . Melania Esperi Fér. Ä r.
5 2 . Paludina Deshayesina M a t h . Ä r.
-218
53 . Paludina semicarinata B r a n d . Â r.
5 4 . Nerita Grateolupana F é b . Â r.
d) Von Fundorten unbestimmter Horizonten.
1. Dreissensia cf. Münsteri Bbus. SzU, Hi, Br.
2. Cardium n. f. Löb. i. 1. SzU.
3. Vivipara pseudo- Vukotinovici L ös. i. 1. SzU.
4. Hydrobia prisca N e u m . SzU, Hi.
5. Vivipara aff. Sadleri P a b t s c h . Hi.
6. Limnocardium levanticum L ö b e n t h . u. SzU.
7. Bythinia labiata ? N e u m . H i.
8. Valvata piscinalis M ü l l . Hi.
9. Neritina crenulata K l e in . Hi.
Nach der hier angeführten Gesammtfauna muss man, nach Dr. Em.
Löbenthey (301, 253), die pliocänen Ablagerungen des Széklerlandes auf
Basis des massenhaften Auftretens voji Yiviparen entweder in die oberpontische oder aber in die levanteische Stufe verlegen. Da jedoch für die
ober-pontische Stufe nur wenige bezeichnende Formen darin auftreten,
viel weniger, als solche der levanteischen Stufe, muss man sie unbedingt
der letzteren einreihen, umsomehr, da die für die pontischen Schichten
bezeichnenden Congerien und die klaffenden Cardien (Limno-) hier fehlen,
und dafür Dreissensien und geschlossene Cardien in Gesellschaft von Yivi­
paren, Hydrobien und Melanopsiden die Bolle übernehmen. Unter den
Viviparen finden sich auch solche, welche mehr verziert sind, als die glat­
ten Viviparen der pontischen Stufe; solche verzierte Formen jedoch, wie
jene in der mittleren und oberen levanteischen Stufe, kommen hier nicht
vor. Unio maximus Fuchs sammt den übrigen Unionen sprechen auch
für die levanteische Stufe. Den bisherigen abweichenden Ansichten (Hebbich-Neumayb, Both, Andbussow) entgegen kann man jetzt entschieden
aussprechen, dass die ganze in Bede stehende Bildung mit allen drei ihren
Horizonten, der unter-levanteischen Stufe angebört.
II. Haupttheil.
ERUPTIONSGEBILDE DES SIEBENBÜRGISCHEN TERTIÄR­
BECKENS.
Im Laufe der Ablagerung der bis nun ausführlich besprochenen Ter­
tiärschichten, mit der allmäligen Herausbildung des siebenbürgischen
Beckens in Verbindung, gingen am Bande des Beckens rings herum, bald
hier, bald dort Gebirgsgestaltungen, mit Hebung oder Senkung einzelner
Gebiete, und Faltungen der älteren Schichten vor sich, währenddem auf
den zugleich entstehenden tiefen Bruch- und Verwerfungslinien glühendflüssige Stoffe des Erdinneren unter vulkanischen Erscheinungen an die
Oberfläche drangen oder ausgeworfen wurden, beitragend zur Ergänzung
des heutigen Bildes der Tertiärbildungen. Diese tektonischen Brüche und
Verwerfungen stehen eigentlich mit der Faltung des ganzen Alpen- und
Karpathen-Gebirgsystems in causaler Verbindung. Diese Faltungen sind,
wie das Prof. E d . S tjess in seinen epochemachenden Werken dargethan
hat, die Folge eines von Süden gegen Norden wirkenden riesigen tangen­
tialen Druckes, wobei die entstehenden grossen Falten des KarpathenSystemes gegen die, aus älteren Bildungen bestehende riesige Tatei
der grossen russische Ebene gedrückt, an dieser sich gewissermassen
gestaut hatten, und dem südlichen Bande dieser Tafel entsprechend, sich
in Form eines riesigen Bogens angeordnet hatten. Bei dieser Aufstauung
blieben die nördlichen oder äusseren, convexen Flügel der Falten, mehr
oder weniger zusammengeschoben, an der Oberfläche hängen ; wogegen die
gegen Süden gekehrten, das ist die inneren, concaven Flügel, an den,
längs der Falten entstandenen Brüchen in die Niederung der ungarischen
Ebene (Alföld) niedersanken, und auf den hiedurch bezeichneten Verwer­
fungslinien die Tertiärvulkane des Karpathen-Gebirgsystemes sich erho­
ben haben.
Das abgesonderte siebenbürgische Becken entstand dadurch, dass die
östliche Karpathenlinie sich hier in zwei grosse Zweige gespalten hatte.
Der eine davon, nämlich der östlichere Zweig, übergeht als die Fortsetzung
220
der Maramaroscher Karpathenlinie, durch die Hochgebirge des Lâposgebietes und von Eodna in das Grenzgebirge des Széklerlandes. Die zweite
oder westliche Abzweigung trennt sich vom Lâposer Gebirge ab und über­
geht, die krystallinischen Schieferinseln von Preluka, Czikö und des Szilâgyer Comitates verfolgend und den Meszeszug entlang in das mächtige
Gebirgslabyrinth des Kirâlyhâgo, Vlegyâsza-Stockes, Biharer Massivs und
des siebenbürgischen Erzgebirges. Das durch diese beiden Abzweigungen
eingefasste Senkungsgebiet bildet das siebenbürgische Mittelland oder
Becken, welches gegen Süden zu durch den, nach Westen zurückgebogenen
mächtigen centralen Zug des Karpathensystems abgeschlossen wird.
Entlang der inneren, gegen Westen gekehrten, concaven Seiten der
erwähnten beiden Abzweigungen des östlichen Karpathenzuges finden wir
die eruptiven Gesteine und somit die aus ihnen aufgebauten Gebirge ver­
theilt. So wird die innere Seite des östlicheren Zweiges durch die Eruptiv­
massen der Lâposer und Bodnaer Gebirge, weiter gegen Süden zu durch
den mächtigen Gebirgszug des Kelemenhavas und Hargita begleitet und
finden sich deren letzte Spuren im Kronstädter Gebirge. Die innere, mehr
oder minder gegen Westen, aber auch gegen Nord- und Südwesten gekehrte
Seite der westlichen Abzweigung aber wird durch die isolirten kleineren
Eruptionspunkte des Meszeszuges, dann durch die sehr ausgebreitete vul­
kanische Masse des Ylegyâszastockes begleitet, aus welcher das feuerflüssige Gesteinsmagma strahlenförmig auch in die Masse der krystallinischen
Schiefer eingedrungen w ar ; ferner gegen Süden noch durch die Eruptions­
punkte in den Aufbruchslinien der stark zusammengepressten Falten des
siebenbürgischen Erzgebirges, und auf den gegen Südwesten liegenden
Bruchlinien, welche jenseits des Marosflusses auch noch in das Banat tief
hineindringen.
Yon diesen beiden Haupt-Eruptionslinien ganz isolirt, bereits inner­
halb des Beckens, ragt der kleine vulkanische Zug des Csicsöberges im
Szolnok-Dobokaer Comitat hervor, welcher jedoch mit der östlicheren
Haupteruptionslinie im Ganzen genommen dennoch parallel verläuft.
Einen zweiten kleinen Eruptionspunkt, der bereits ausser der westlichen
Haupt-Eruptionslinie gegen das Innere des Beckens zu gerückt erscheint,
bildet die Aranyer Bergkuppe im Hunyader Comitate. Die übrigen sieben­
bürgischen tertiären Eruptivgesteine liegen ohne Ausnahme in den oben
erwähnten beiden Haupt-Eruptionslinien.
Nach dieser kurzen Einleitung will ich versuchen auf Basis der bis­
herigen zahlreichen Studien über die siebenbürgischen tertiären Eruptiv­
gesteine, in möglichster Kürze und Übersichtlichkeit: a) die petrographischen Charaktere, deren Typen und Hauptvarietäten; b) deren tekto­
nische Verhältnisse und c) deren geologisches Alter klarzulegen.
f
221
A) Typen -und Hauptvarietäten der tertiären Eruptiv­
gesteine in petrographischer Hinsicht.
Der Typus eines Massengesteins wird durch dessen geologisches
Alter, Erscheinungsform und die Natur seines Stoffes bestimmt. Die Er­
scheinungsform ist mit der Struktur des Gesteines so wesentlich in Ver­
bindung, dass aus diesem Grunde bei der Aufstellung der Gesteinstypen
natürlich auch die Textur in Betracht kommen muss. Die stoffliche Natur
des Gesteines kommt in der chemischen und mineralischen Zusammen­
setzung zum Ausdruck, weshalb sich der Gesteinstypus in erster Beihe auf
diese basiren muss.
Die tertiären Massengesteine Siebenbürgens gehören ihrer Erschei­
nungsform nach in die Gruppe der eruptiven Gesteine, sind also neovul­
kanische Gesteine. Auf Basis sämmtlicher oben erwähnter Eigenschaften
kann man sie, nach Frof. H. B o s e n b u s c h ’ s Eintheilung, in folgende
Gesteinsfamilien einreihen :
1.
2.
3.
4.
5.
in
in
in
in
in
die
die
die
die
die
der
der
der
der
der
Liparite oder Quarztrachyte ;
Trachyte ;
Dacite oder Quarzandesite;
Andesite, und endlich
Basalte.
1. Familie der Liparite oder Quarztrachyte.
Die hieher gehörigen Gesteine erscheinen an den Bändern des sieben­
bürgischen Beckens verhältnissmässig in geringen Massen ; in der Beihe
der übrigen tertiären Eruptivgesteine spielen sie jedenfalls die kleinste
Bolle. Sie sind bisher aus drei, von einander abgesonderten und ziemlich
entfernt liegenden Gebieten bekannt.
a)
Die am nördlichen Bande des Biliarmassives auftretenden Lipa­
rite haben eine dichte, hellgraue bis weisse, mit Kieselsäure stark imprägnirte, reichliche Grundmasse. Darin findet man 'wasserklare tafelige Or­
thoklas (Sanidin) -Kryställchen, und bis erbsengrosse, wasserhelle oder
grauliche Quarzkörner, öfter auch regelmässige Dipyramiden ausge­
schieden. Unter dem Mikroskop sieht man in der mikrofelsitischen, gleichmässigen Grundmasse noch Plagioklas-Nadeln, wenig Magnetit, und sel­
tener in Form grünlichgelber Flecke Spuren von umgewandeltem Biotit
oder Amphibol. Als secundare Mineralbildungen finden sich in den
Höhlungen und Spalten des Gesteines noch ausgeschieden: Limonit,
2 22
Hyalith, Citrin, Carneol und Braunspath.* Endlich kommt in dem Gestein
des Kiskapuser Köveshegy (Steinberg) als spätere Infiltration auch ein
asphaltähnliches Mineral vor (264, 238).
Das mittlere spec. Gew. dieser Liparite ist 2'52. Ihre chemische Zu­
sammensetzung ist noch nicht bekannt, wahrscheinlich sind sie sehr sauer.
Vorkommen. Innerhalb des Vlegyâsza-Stockes findet sich oberhalb
Szulicze in Frakszinyét eine kleine Partie mitten im Dacite ; bei Eekiczel
in der Thalsohle ein dünner Gang davon im Glimmerschiefer. Die östliche,
niederere Kuppe des Köveshegy bei Kis-Kapus besteht ganz daraus. Aus­
ser diesen entdeckte ich noch fünf sehr schmale Gänge in den Phylliten:
zwei bei Egerbegy im Yal. Saponi und im Intra Yoeille-Thal, zwei im .
Kapus-Thale nahe bei Bedecs, und einen auf dem Eücken, Namens «Stini
Seceluluj» in dem Asszonyfalvaer Hochgebirge.
Dr. M. P ä l f y hat neuerer Zeit (315,64) bei Lapistya, in einem rechts­
seitigen Querthale des Warmen Szamos-Thales, im sogenannten LesaBach ein eigenthümliches, gelblichweisses, tuffartiges Gestein entdeckt,
welches tafelig abgesondert ist. Dem freien Auge erseheint es gleichartig,
nur selten bemerkt man Spuren von Biotit darin. Die durch Auswitterung
der Mineralbestandtheile entstandenen Höhlungen und die Eisse des Ge­
steins werden durch Limonit ausgefüllt. Unter dem Mikroskop sieht man,
dass die gelblichweisse, reichliche Grundmasse auf polarisirtes Licht etwas
einwirkt, und dass ausser Quarzkörnchen nur wenig braune Zersetzungs­
produkte — wahrscheinlich vom Biotit — vorhanden sind. In der Grund­
masse bemerkt man noch häufig sphserulithische Kügelchen, welche aus
radialfaserigem, halb krystallisirtem Quarz bestehen. Demzufolge erklärt
Dr. P . das Gestein für einen zersetzten Quarztrachyt.
b)
Auf der südöstlichen Seite des Biharmassivs, in der Umgebu
von Vöröspatak, zeigen sich die Liparite in ihrer typischesten Ausbildung.
Bezeichnend für sie sind die ausgeschiedenen grossenJFeldspath (Orthoklas)Krystalle, meistens stark verwittert und kaolinisiert, dann der Quarz,
öfters in grossen Dipyramiden; Amphibol und Biotit dagegen kommen
ganz untergeordnet vor. Die Farbe des Gesteins ist stets eine lichte, häufig
rostfleckig; der Bruch ist uneben. Die Wände der Spalten sind häufig mit
aufgewachsenen Quarzkryställchen überzogen.
Der Orthoklas des Liparits vom Kirnik-Berg ist selten noch frisch, •
meistens kaolinisiert. Seine Farbe ist schwach röthlich; im Inneren der
Krystalle findet man noch frische Partien mit glänzenden Spaltungsflächen.
Die Flammenreaktion weist auf die Adular-Eeihe hin. Biotit kommt spär-
*
A. K och . Mineralogische Mittheilungen aus Siebenbürgen. Orvos-Term. t
Értesftö. Kolozsvâr 1886. p. 220.
223
lieh vor, immer stark verändert. Der Amphibol ist in grünliche, steatitiihnliche Pseudomorpbosen umgeändert. Magnetit findet man selten. Die
öfters haselnussgrossen Quarzdipyramiden sind graulich, manchmal bei­
nahe amethystähnlich.
Die fleckige Grundmasse ist dicht, hart, matt; öfters sieht man
Pyritkryställchen eingestyeut. Unter dem Mikroskop zeigt sie die Textur
eines Mikrofelsites.
Als secundare Bildung sieht man Adular-Kryställchen, welche die
Spaltenwände bekleiden. Auch Alunit kommt vor, als Zersetzungsprodukt
des Orthoklas’ durch Einwirkung von Solfatarendämpfe, und zwar fein­
körnig-derber.
Die bei dieser Zersetzung frei gewordene Kieselsäure durchdringt
das Gestein und bildet stellenweise quarzitische Modificationen. In Folge
weiterer Verwitterung des alunitischen Trachytes entstanden auch kaoli­
nische Modificationen.
Die Liparite der Umgebung Vöröspatak’s erscheinen in folgenden
Modificationen: a) alunitische, mit einem spec. Gewicht 2'52— 2*59, vom
Cetatye Boi und dem Brâzi-Gipfel; ß) kaolinische, mit 2’48— 2’68 spec.
Gew. von den Fundstellen Vajdoja, Affinis, Lety, Boi, Gauer; y) grünsteinartige, mit 2’57— 2‘62 spec. Gew. vom Kirnik-Berg und unterhalb
der kath. Kirche von Vöröspatak anstehend.
Aus dem Thale von Tckerö ist eine rhyolithische Modification, mit
2‘35 spec. Gewicht bekannt.
c)
Am nördlichen Fusse des Burzenländer Gebirges finden sich bei
Kronstadt und Bâcsfalu kleine Partien von Quarztrachyt (252, 16).
Bei Kronstadt findet man am Burghals, neben dem Wege an zwei
Punkten, den Quarztrachyt anstehend. Das Gestein des näher zu Kronstadt
liegenden Aufschlusses ist ziemlich frisch, hat eine dichte, jedoch nicht
gleichartige Grundmasse, da es von eckigen Stückchen verschiedener
Farbe und Textur breccieflartig ist. Der Haupttheil der Grundmasse ist
bräunlichgelb, dicht, m att; zeigt splitterigen Bruch und ist so hart, dass
er mit Stahl Funken gibt, ist also sicherlich von Kieselsäure durchdrungen.
Darin bemerkt man höchstens 1 mm. breite, frische, glasige , SanidinKryställchen, spärlicher grauliche Quarz-Körnchen und sehr selten braune
oder schwarze Biotitschüppchen.
Der auf der jenseitigen Lehne des Burghalses anstehende Quarz­
trachyt ist stark verwittert, glanzlos, von den ausgeschiedenen kaolinisier­
ten Feldspathkryställchen mittelporphyrisch. Seine Grundmasse ist hell
röthlichgrau, körnig, mürbe, fein porös. Ausser dem kaolinisierten Feldspath sieht man nur rostfarbige Tüpfelchen gleichmässig in der Grund­
masse zerstreut. Unter dem Mikroskop aber bemerkt man neben den vor-
221
herrschenden Orthoklas-Krystallschnitten auch kleinere oder grössere,
wasserhelle Quarzkörner.
Das bei Bdcsfnlu austretende eruptive Gestein ist nach einer M i t ­
theilung J. M e s c h e n d ö b f e r ’ s * mit dem vorigen Gestein ganz identisch,
ist also die Irruption desselben Magmas in die Unter-Lias-Schichten.
DETBITUSGEBILDE DES LIPABITES.
Tuffe oder Breccien des Liparites in zusammenhängender Ablagerung
sind mir auf siebenbürgischem Boden nicht bekannt; kleinere oder grös­
sere abgeriebene Brocken davon kommen als Einschlüsse ziemlich ver­
breitet vor, obgleich auch solche nicht häufig sind.
Am längsten bekannt ist das Vorkommen der Quarztrachyt-Einschlüsse bei Xöröspatcik, in dem sogenannten «Localsediment F. P o s e p n y ’ s ,
welches ausserdem die Geschiebe von krystallinischen Schiefern und Kar­
pathensandstein (Neocom) in grösser Menge enthält. An der Berührungs­
fläche mit dem Liparit haben sich Beibungsbreccien (Cetatyebreccie) gebil-'
det, welche Liparitbruchstücke in grösserer Menge enthalten. Diese Sedi­
mente sind wahrscheinlich alle ober-mediterranen Alters.
Auf viel grösserem Areale verbreitet findet man die Einschlüsse des
Liparits in dem nordwestlichen Theile des Beckens. Hier habe ich mit
Dr. K. H o f m a n n zuerst bei Klausen barg, in den conglomeratischen Bänken
des Felegvârer Corbulasandsteines, neben vorherrschenden Quarz- und
Phyllit-Geröllen erbsen- bis nussgrosse Liparit-Einschlüsse gefunden. Das
Gestein dieser Einschlüsse ist ein sehr frischer Liparit, mit gelblich­
brauner, glänzender, hornsteinartigei Grundmasse, erfüllt mit frischen,
durchsichtigen Sanidin- und Quarz-Kryställchen und schwarzen Biotit­
schüppchen. Er sieht dem Liparite des Kiskapuser Köveshegy sehr ähn­
lich, obzwar dieser nicht mehr so frisch ist, wie die Einschlüsse. Später
haben wir uns bei Gelegenheit der geologischen Aufnahmen überzeugt,
dass nicht blos die Conglomeratbänke des ober-oligocänen Corbulasand­
steines und der Schichten von Forgâcsküt, sondern auch die schotterigen
Einlagerungen der mittel-oligocänen Schichten von Méra ziemlich häufig
solche Liparit-Gerölle einschliessen, stellenweise in ziemlicher Menge und
bis faustgrosse Stücke. So habe ich besonders am östlichen Fusse des
Meszeszuges, in der Gegend von Magyar-Egregy, Gelegenheit gehabt solche
grosse Stücke zu sammeln. In den Schichten der aquitanischen oder der
unter-mediterranen Stufe (Schichten von M. N. Zsombor, Puszta-Szent-
*
Die vulkanischen Gesteine des Burzenlandes. Verh. u. Mitth. d. Herman
städter Yer. f. Naturwiss. X I. p. 44—48.
225
Mihâly und Hidalmâs) habe ich nur selten je einen stark verwitterten
Gerölleinschluss dieses Liparites gefunden.
Aus diesen Verhältnissen geht einestheils das geologische Alter der
Liparitergüsse klar hervor, andererseits ist auch die geringe Masse dessel­
ben an den Ausbruchsstellen erklärlich, weil die ununterbrochen wirkende
Penudationsthätigkeit die ehemals zweifellos mächtigeren Eruptionsmassen
des Liparites seit dem mitteloligocänen Alter bis heut zu Tage zum grössten Theil schon entfernt hatte, oder diese zum Theil auch unter die Decke
der jüngeren Ablagerungen gelangen konnten.
2. Familie der Trachyte.
Hieher gehörige Gesteine kommen in die älteren Schichten des
Beckenrandes eingezwängt in Siebenbürgen noch seltener vor, als die Lipa­
rite. Das bedeutendste Vorkommen desselben ist die Nagy-Hugyin-Kuppe
des Lâposer Gebirges, von welcher wir das Gestein nach Dr. G. P r im i c s ’ s
Beschreibung (249, 204) kennen.
K. -N .-H ugyin
Sâtor B. Lâposer Gebirge
Brân
Czibles
Arcser
Paltyinis
Die 1612 m. hohe, heuschoberförmige Kuppe des Nagy-Hugyin,
welche sich auf der nordwestlichen Seite des Czibles, einige Km. davon
entfernt, aus dem Karpathensandstein erhebt (siehe die 18. Abbildung),
besteht aus einem grauliehweissen, etwas porösen Gestein, welches auf
allen Theilen der Kuppenoberfläche ziemlich verwittert ist. In der sand­
steinähnlich feinkörnigen Grundmasse des Gesteins bemerkt man mit
freiem Auge glänzende weisse Feldspath-Kryställchen und schwarze, glän­
zende, noch frische Biotitschuppen.. Das Gestein enthielt noch ein in grös­
seren Krystallen ausgeschiedenes braunes Mineral, wahrscheinlich Am­
phibol, von welchem aber blos Bostflecken zurückblieben. Sehr selten
sieht man in diesem Gestein auch halb zersetzte Grari^tkörner.
Die Grundmasse zeigt sich unter dem Mikroskop krystallinisch und
hauptsächlich aus Eeldspath bestehend; sie ist aber fleckenweise durch
chloritische Substanz und Eisenrost gefärbt. Darin sieht man in grösseren
Krystallen Orthoklas- und Biotit-, und ausser diesen in sehr winzigen
Dr. Anton K o c h : D ie Tertiärbildungen des Beckens der siebenbürgischen Landestheile.
226
Körnern auch etwas Quarz und Magnetit ausgescliieden. An den Stellen
des fraglichen Amphibols findet man entweder grosse Lücken oder rosti­
gen Opacit. Der Orthoklas erwies sich, nach den Flammenreaktionen
bestimmt, zwischen den Perthit- und Loxoklas-Eeihen schwankend.
Ein ähnliches gra.ulichweisses Gestein findet sich auch am nördlichen
Fusse der Arcser Kuppe, wo seine dünnen Tafeln in Haufen herumliegen.
Dieses Gestein ist jedoch viel mehr verwittert und kaolinisiert, als das des
Hugyin, und auch seine Grundmasse ist dichter.
Ich selbst habe über Ivdnfalva (Cacova), an dem östlichen Abhange
der Jaraer Alpen, kleinere und grössere eckige Brocken eines stark ver­
witterten trachytischen Gesteines aufgefunden (73,57). Seine Grundmasse
ist glanzlos weiss, oder durch Eisenrost gelbfleckig, dicht, jedoch mit
kleinen Höhlungen erfüllt, welche die Stellen des ausgewitterten Ortho­
klases anzeigen, da in der etwas kaolinisierten Grundmasse weder Feldspath, noch Quarz mehr zu finden ist. Das Gestein sieht übrigens ganz
der Grundmasse des Liparites vom Kiskapuser Köhegy ähnlich, zeigt aber
keine Spur von Quarz. Unter dem Mikroskop zwischen gekreuzten Nikols
zeigt die Grundmasse Aggregatpolarisation des mikrokrystallinen Felsites.
Einige bräunlichgelbe, länglich viereckige Flecke dürften aus der Zer­
setzung des Biotites zurückgeblieben sein.
Weiters hatte auch Dr. M. P â l f y im Beketö-Thale, ooerhalb des
Forsthauses Dobrus, am westlichen Fusse des Crucea-Berges ein Trachytvorkommen, in Form eines schmalen, beinahe N— S streichenden Ganges,
entdeckt upd beschrieben (315,64). Es ist das ein gelblichweisses, poröses,
sehr verwittertes Gestein, in welchem man mit freiem Auge nur einzelne
glänzende Flächen von Feldspath bemerkt. Unter dem Mikroskop be­
sehen, besteht die weisse reichliche Grundmasse aus dem Aggregate pola­
risierender Körner, mit einzelnen grösseren, frischen und farblosen
Orthoklas-Krystallschnitten, kleinen Quarz-Kryställchen und Biotit-Fasern.
Neuestens hat Dr. S av a A t h a n a s iu vom nordöstlichen Bande des
Kelemengebirges, aus dem Thale des Grenzbaches Dragojâsza einen Tuff
beschrieben (328,429), 'welcher von Trachyt herrührt, und dessen Strafen
unter den Andesitmassen des Kelemengebirges liegen. Diese Tuffe sind
grau oder gelblich, zerreiblich, mit fein erdigem Aussehen; manchmal
aber zeigen sie eine gröbere, einem schwach cementirten Sandsteine ganz
ähnliche Beschaffenheit. Darin sieht man neben Trachytbrocken zahl­
reiche tompackbraune oder schwarze Biotitschüppchen und sparsam zer­
streute glasige Sanidin-Krystalle.
Das Gestein der trachytischen Einschlüsse ist weisslichgrau, ziem­
lich hart, rauh-porös, kurz von sehr deutlichem trachytischen Habitus.
In seiner Grundmasse liegen zahlreiche sechsseitige Biotittäfelchen und
227
kleine glasige Feldspathkrytalle. Die grösseren Sanidin-Kiystalle sind
meist ganz in Kaolin umgewandelt und fallen leicht heraus, somit
Höhlungen zurücklassend. Unter dem Mikroskop sieht man, dass die
Grundmasse der Hauptsache nach aus einem Aggregat von Feldspathkörnchen oder Krystallen besteht, aber auch einige Oligoklas-Leistchen
bemerkt man. Ausserdem zeigen sich noch spärliche Biotitleistchen und
Magnetitkörnchen. Eine glasige Basis ist nicht deutlich zu erkennen. Die
Mikrostructur kann man also orthoporphyrisch nennen. Aus dieser Grund­
masse shsfd ausgeschieden : grosse Sanidin-Krystalle mit Einschlüssen von
etwas Glas, Apatit-Nadeln und Biotitfasern; Oligoklas untergeordnet;
Biotit-Blättchen häufig; ziemlich viel Magnetit und sehr selten auch
bräunlichgrüne Körner von Pyroxen. Das Gestein ist also ein BiotitTrachyt.
Zwischen den Einschlüssen des Trachyttuffes von Piciorul Burlă
kommt noch eine zweite Trachytvarietät vor, welche A t h a n a s iü phonolitischen Trachyt nennt. Es ist dies ein sehr dichtes, grünlichgraues, einem
Phonolith sehr ähnliches Gestein, mit splitterigem Bruche. In der Grunämasse sieht man kleine Spaltungsflächen von Sanidin und schwarze Biotitl ' eist.chen. Unter dem Mikroskop erkennt man eine mikrolithische, an
glasiger Basis sehr reiche Grundmasse, in welcher grössere Einsprenglinge
von wasserhellem Sanidin und grünlichbraunem Biotit eingebettet sin d;
Nephelin jedoch konnte A t h a n a s iü nicht erkennen.
3. Familie der Quarzandesite oder Dacite.
Die Quarzandesite erhielten durch Fe. v . H a u e r und G. S t ä c h e nach
dem alten Dacien mit Recht den kürzeren Namen «Dacit», denn sie konn­
ten wirklich nur in den ^siebenbürgischen Landestheilen zuerst diesen
Gesteinstypus studieren, wo dieser in solchen Massen vorkommt, wie nir­
gends sonst in Europa. Neuerer Zeit jedoch fand man diesen interessan­
ten Gesteinstypus in Nordamerika und auch anderweitig, in noch grösse­
ren Massen.
Der Dacit und dessen Detritusgebilde nehmen in dem Aufbau des
siebenbürgischen Bodens in hervorragender Weise Antheil, wie das bereits
bei der Beschreibung der stratigraphischen Bolle des zwischen oberme­
diterranen Schichten eingelagerten Dacittuffes hervorleuchtete. W ir wollen
nun die petrographischen Eigenschaften des Muttergesteines dieser Tuffe,
sowie auch dessen geologische Rolle eingehender in Betracht ziehen.
a)
Das grösste Gebiet der siebenbürgischen Dacitergüsse befindet
sich an der nordwestlichen Ecke des Biharmassives, wo auf wenigstens
575 Quadratkilometer Areal beinahe ausschliesslich der Dacit herrscht.
15*
228
Den Mittelpunkt dieses Gebietes bildet der 1883 m. sich erhebende gewal­
tige Dom der Vlegyâsza, nach welchem man die ganze Eruptionsmasse zu.
benennen pflegt. Der mächtige Dacitzug der Vlegyâsza ist in beiläufig
SSW— NNO-Eichtung 38 Km. lang und erscheint als ein riesiger Keil in
die krystallinischen Schiefer des Biharmassives eingetrieben, so dass die
beiläufig 23 Km. breite Basis des Keiles im Süden sich befindet, von wo
aus der mächtige Zug sich gegen Norden zu allmälig verschmälert, um
nördlich vom Sebes-Körös-Thale, in der Umgebung von Hödosfalva, mit.
Vurvurâsza
Vlegyâsza-Gipfel
-Zug
Intra Muntye
Kalotaszegher od. Bogdân Gebirge
S.
Vârhegy Gyerö Monostor.
N.
Fig. 19. Der Dacitzug Vlegyâsza von Dongö (0.) ausgesehen.
einer schmalen Spitze zu endigen. Von Osten aus, so z. B. von irgend
einem freien Punkt der Kalotaszeg, oder von dem Gyaluer Hochgebirge
(z. B. von Dongö) besehen, erscheint der Hauptkamm der Vlegyâsza als.
ein mächtig emporragendes riesiges Gewölbe (siehe die 19. Abbild.), gegen
die Kalotaszeg zu durch eine Beihe niedrigere Kuppen, das sogenannte
N.-Csetrâs
Szarko
Hajto
Nagyâg
K.-Csetrâs
Fig. 20. Ansicht des Csetrâs-Gebirges vom Dévaer Schlossberg.
Kalotaszeger oder Bogdân-Gebirge eingesäumt, welches sich von dem nied­
rigen alt-tertiären Bandgebirge stark abhebt.
b)
Das nun folgende zweitgrösste Dacit-Eruptionsgebiet bildet d
am südlichen Bande des siebenbürgischen Erzgebirges, gegenüber Déva,
in malerischer Gestaltung sich erhebende Csetrdsgebirge, dessen mannig­
faltige geologische Verhältnisse durch B. von I n k e y (2 4 2 ) und G. P e im ic s
(3 1 2 ) eingehend beschrieben wurden. Über den orographischen Charakter
dieses Gebirges gibt die unter Fig. 2 0 beigegebene Skizze, welche vom
Dévaer Schlossberg aufgenommen wurde, einen Begriff. Die Länge des in
229
nordwestl.-südöstlicher Richtung ununterbrochenen Dacitzuges beträgt
hier 19 Km., wogegen die Breite durchschnittlich 7'5 Km. betragen mag.
c) Ein drittes bedeutendes Gebiet mächtiger Dacitergüsse befindet
sich in den Rodnaer Alpen, also im nordöstlichen Winkel Siebenbürgens.
Hier bedeckt jedoch der Dacit nicht in zusammenhängenden, ununter­
brochenen Massen die Oberfläche, sondern es besteht der Ausbruch aus
einer Anzahl von isolirten, kleineren oder grösseren Kuppen und Gängen,
welche das dortige krystallinische Schiefergebirge in nahezu südwestl.nordöstlicher'Bichtung durchschneiden.
d) Im Ganzen genommen ist die Gruppe der Daciteruptionen um
Off'enbânya herum eine ähnliche, wenn auch noch enger begrenzt; diese
hängt jedoch
e) am östlichen Rande des grossen Riharmassivs, aber auch mitten
hindurch, durch Vermittlung einer Reihe von schmäleren oder breiteren
Dacit-Lagergängen, mit der Haupt-Dacitmasse des Vlegyâsza-Stockes
zusammen.
f) Endlich ganz isolirt erhebt sich der rhyolithische Dacitausbruch
des Csicsoberges.
Ich werde also versuchen, in dieser Reihenfolge eine kurze petrographische Beschreibung der siebenbürgischen Dacite zu geben.
a) Die Dacite des Vlegyâsza-Eruptionsgebietes.
Wie bereits erwähnt wurde, kommt der Dacit in dem VlegyâszaGebiete in riesigen Massen und grösser Mannigfaltigkeit vor. Seine Grund­
masse zeigt im Allgemeinen verschiedene Nuancen der grauen Farbe, ist
mehr oder minder verkieselt, hornsteinähnlich, dicht. Die mit freiem Auge
sichtbaren mineralischen Bestandtheile sin d : Andesin, Quarz, Amphibol
und Biotit, sehr selten auch kleine, metallglänzende Magnetitkörner.
Secundäre Bildungen sin d : Calcit, Pyrit, Limonit in den Spalten, Kaolin
in Folge der Verwitterung des Feldspathes, zeisiggrüner Pistazit, grünlich­
grauer Chlorit und hellrother D esm it: Dr. J u l . S z ä d e c z k y fand in dem
Dacite von Kissebes bis 5 mm. grosse abgerundete Granat-Körner, ziem­
lich viel Zirkon und Apatit (277), welche manchmal in grössere Magnetit­
körner eingebohrt Vorkommen. Unter den secundären Mineralien fand er
um die Magnetitkörner herum in grösser Menge Vermiculit, so auch wenig
Augit.
Unter dem Mikroskop zeigt die Grundmasse ausgezeichnet mikrofelsitische oder semikrystallinische Textur. Ausser den erwähnten Mine­
ralien lassen sich noch kleine, wasserklare, scharf begrenzte Krystallnadeln von Orthoklas und Apatit, dann Flecke von Ferrit, Viridit und
230
Opacit, Magnetit-Körnchen und Staub, endlich in der Basis globulitische
und longulitische Ausscheidungen unterscheiden.
Das spec. Gewicht des Gesteins, nach Wägung von 128 Exemplaren,,
beträgt im Mittel 2 ’6B6.
Die chemische Zusammensetzung ist nach den Analysen-Besultaten
von neun Fundstellen entnommenen Exemplaren die folgende :
1. Von Székelyö, nach der Analyse K. v. H a u e r ’ s ;
2. Von Székelyö, nach B. E r v . S om m aru ga ’ s Analyse;
3. Von Sebesvâr, nach K. V. H a u e r ’ s Analyse;
4. Van Kis-Sebes, nach B. E r v . S om m aruga ’ s Analyse;
5. Von Nagy-Sebes, nach C. D ö l t e r ’ s Analyse.
Diese fünf Proben hatten eine granitoporphyrische Textur.
(>. Aus dem Bogdân-Gebirge nach B. E r v . S om m aruga ’ s Analyse;
7. Von Kis-Sebes, nach C. D ö l t e r ’ s Analyse;
8. Von Sebesvâr, nach C. D ö l t e r ’ s Analyse;
Diese drei Proben besassen eine norinalporphyrische Textur.
Von Meregyö ein grünsteinartiger Dacit, nach B. E r v . S om m aruga ’ s
Analyse;
10. Mittelwerth nach diesen neun Analysen :
9.
Bestand­
theile :
Si 0 2 .... _
a i2
03
I'V,. o , ........
Fe 0 .........
Mn 0
_____
Ca 0
.........
Mg 0 .... ...
K„ 0 ........
Na2 0 ._ ....
Glüh­
verlust ....
1
2
66-30
15-63
4-59
—
—
2-76
1-33
4-91
3-12
68-29
14-53
—
6-47
1-76
1-55
—
2-45
0-98
4-10
1-64
3
4
5
66-91 |66-93 67-17
14-31 i16-22
16-96
— j 3-45
5-00
4-99
1-20
—
__
Spur
—
2-35
1-88
4-46
0-95 0-52
1-50
5-40 5-43
1-55
3-86 0-36
3-70
1-42
1-78
0-89
6
7
, 68-78
14-31
5-70
—
2-51
0-78
4-41
1-38
66-32
14-33
5-53
0-25
Spur
4-64
2-45
1-61
3-90
2-57
1-13
—
8
9
67-17 67-19
16-96 13-58
—
3-45
1-20 6-51
—
Spur
4-46
2-97
1-50 1-18
1-55 5-52
3-70
1-17
0-89
1-80
10
67-23
15-20
2-47
2-93
Spur
3-16
1-24.
3-83
2-54
1-53
Summe ... 100-40 100-01 100-02 98-11 100-88 100-41 100-16 100-88 99-92 100-13
O-Quotient
0-329 0-286 0-313 0-325 0-344 0-275 0-338 0-357 0-289 0-317
Spee. Gew.
2-623
2-601
—
—
—
—
—
—
2-632
231
Ich selbst habe in Hinsicht auf die technische Verwendbarkeit des
Dacites partielle Analysen von fünferlei Abänderungen gemacht und bin
zu folgenden Resultaten gelangt.
Nr. 1. Steinbruch von Marötlaka. Ein sehr schöner granitoporphyrischer Dacit, von der Oberfläche genommen. In seiner ins Rosaröthliche
ziehenden, feinkörnigen Grundmasse sind bis erbsengrosse Andesin +
Amphibol + Biotit und bis hirsekorngrosse Quarz-Krystalle ausgeschieden.
Mit Salzsäure braust das Gestein ein wenig, besonders um den Amphibol
und Biotit herum.
Nr. 2. Steinbruch von Marötlaka, nahe zur Oberfläche. Schöner granitoporphyrischer Dacit, mit wenig, ins Gelbliche ziehend aschgrauer
Grundmasse und beinahe mit ebensoviel ausgeschiedenen Krystallbestandtheilen. Das Gestein braust stellenweise sehr schwach.
Nr. 3. Steinbruch von Marötlaka. Mittelporphyrischer Dacit mit reich­
licherer, dunkler, grauer Grundmasse. Mit Salzsäure zeigt das Gestein ein
flüchtiges Aufbrausen.
Nr. 4. Steinbruch von Kis-Sebea. Frischer granitoporphyrischer Dacit
mit bläulichgrauer, frisch erscheinender, ziemlich reichlicher Grundmasse
und mit erbsengrossen Mineral-Ausscheidüngen. Mit Salzsäure braust
auch dieses Gestein hie und da vorübergehend.
Nr. 5. Steinbruch von Kis-Sebes. Frischer granitoporphyrischer Dacit,
weniger granitisoh als das Gestein Nr. 4. In seiner dunkelgrauen Grund­
masse mit etwas weniger Mineralausscheidungen. Mit Salzsäure wenig
brausend.
1
Spec. Gewicht
............... _ 2-639
1-637
Glühverlust....... .. .........
In Salzsäure löslich ......... .... 10-093
89-907
In Salzsäure unlöslich ... ....
8
2 609
1-425
11-111
88-889
2-638
1-335
10.839
89-161
4
2-598
1-496
10-056
89-944
2-588.
1-776.
8-668.
91-332.
Aus diesen Analysenresultaten tritt die hohe Acidität der Dacite des
Vlegyâszastockes klar hervor. Wenn man von den Alkalien die bedeutende
Menge des K%0 in Betracht zieht und diese mit d e n Analysen des ausge­
schiedenen Plagioklases vergleicht, so müssen wir zu dem Schluss gelan­
gen, dass der Felsit der Grundmasse die Zusammensetzung des Ortho­
klases besitzen müsse, und wirklich sind auch die darin ausgeschiedenen
Mikrokrystalle Sanidin.
Nach der Textur und den Modifications-Zuständen kann man inner­
halb des Vlegyâszastockes folgende Gesteinsvarietäten unterscheiden.
a)
Granitoporphyrischer Dacit. Seine Grundmasse ist sehr zähe,
etwas hornsteinartig, bläulichgrau oder an etwas verwitterten Exemplaren
232
röthlich, gegen die ausgeschiedenen Mineralien untergeordnet. Die Krystalle der ausgeschiedenen Mineralien sind ziemlich gross (3— 5 □ mm.)
und verleihen infolge der bedeutenden Menge dem Gestein ein granit­
ähnliches Gefüge.
b) Normalporphyrischer Dacit. Diese Varietät ist unter allen die
häufigste. Ihre Grundmasse ist dunkelgrau, manchmal beinahe schwarz,
stets dicht, etwas hornsteinartig, ja manche bilden infolge der starken
Ausbildung dieser Eigenschaft Übergänge in die rhyolitische Modification
des Dacites. Die ausgeschiedenen Mineralbestandtheile, nämlich der weisse,
glasige Andesin, der wasserklare oder grauliche Quarz — manchmal auch
hübsche Dipyramiden — der Amphibol und Biotit, erreichen gewöhnlich
nur Hirsekorngrösse, sind jedoch manchmal so klein, dass nur die Spie­
gelung ihrer Flächen ihre Gegenwart verräth.
c) Grünstein-Modification des porphyrischen Dacites. Die dichte
Grundmasse dieser Varietät ist grünlichgrau; die ausgeschiedenen Amphi­
bol und Biotit-Krystalle sind stets minder oder mehr umgeändert, chloritisiert, wodurch sie eine grünliche Farbe erhielten. Die Krystalle des '
Andesin erreichen manchmal 5— 6 □ mm. Grösse; sind aber gewöhnlich
kleiner. Der Quarz zeigt sich in Hirsekorngrösse. Endlich fehlt niemals
Pyrit, entweder in Kryställchen oder in Körner zerstreut im Gestein.
d) Rhyolitischer Dacit. Die reichliche Grundmasse ist hornstein­
artig, sehr zähe, von Dunkelgrau bis Aschgrau in allen Farbennüancen.
Ausgeschiedene Mineralien sind überhaupt selten. Unter dem Mikroskop
sieht man in der mikrofelsitischen Basis viele Krystallite und färbende
Flecke. Seltener finden sich auch röthlichaschgraue, ganz dichte Varie­
täten, in welchen man kaum irgend ein Mineral ausnimmt, und deren
feingebänderte lluidale Structur die rhyolitische Natur des Gesteins sofort
erkennen lässt. Die gewöhnlichen Mineralbestandtheile des Dacites lassen
sich nur unter dem Mikroskope erkennen.
Ihrem Wesen nach sind also alle vier Varietäten die Produkte eines
und desselben Ausbruches und wahrscheinlich Erstarrungsproducte eines
einheitlichen Gesteinmagmas unter verschiedenen Umständen.
Nach Dr. G e o b g P r im ic s (266, 66) kann man in dem Dacitzuge der
Vlegyâsza in Hinsicht der petrographisehen Beschaffenheit, und beson­
ders der Textur, zwei Regionen unterscheiden, und zwar eine Region der
granitoporhyrischen Dacite, und dann eine Region der rhyolitischen, an
fremden Einschlüssen reichen Dacite. Die Region des Ersteren ist von dem
Sebes-Körös-Flusse angefangen, zwischen den Flüssen Dragan und Székelyö bis zum nördlichen Fusse des Vlegyâsza-Gipfels verbreitet. In dieser
Region liegen die G^birgsortschaften Trânyis, Visâg, Rogozsel und Szulicze mit ihren weit zerstreuten Häusern. Die an fremden Gesteinsein-
“2H3
reichen rhyolithischen Dacite nehmen den höchsten Rücken des
Gebirgszuges ein, welcher die Gipfel der Vlegyâsza, Vurvurâsza, Botyâsza
und Pojen bezeichnen, und welchem sich auch die Dacite der Quellendes Jad- und Sebes-Baches anschliessen.
o(retrend
“
Schlüssen
D ETRITUSGEBILDE DER DACITE DES VLEGYÂSZASTOCKES.
Der im Inneren des siebenbürgischen Beckens weit verbreitete, zwi­
schen den ober-mediterranen Schichten in mächtigen Massen eingelagerte
Dacittuff, welcher unter dem Kapitel über die Mezöséger Schichten der
ober-mediterranen Stufe ausführlich besprochen wurde, kommt innerhalb
des Dacitzuges der Vlegyâsza, aber auch nicht im nächsten Umkreise des­
selben, nirgends v o r ; denn die ganze Masse der Arlegyâsza ist beinahe
ausschliesslich aus den oben skizzirten Varietäten des eruptiven Dacites
aufgebaut. Blos eine Art von eruptiver Breccie kommt mit dem massigen
Dacit zusammen vor. Dieses Gestein besteht vorherrschend aus der rhyo­
lithischen Modification des Dacites, in welcher quasi wie im Bindemittel,
kleinere oder grössere, eckige Brocken der ringsum anstehenden, respective
durchgebrochenen krystallinischen Schiefer und Veruccanoconglomerate
eingebettet liegen. Dieses eigenartige Gestein findet man auf den Anhöhen
südöstlich von Rogozsel, welche den Lauf des Rekasiel-Baches begleiten,
verbreitet; ausserdem aber kommt es nach Dr. G. P r im ic s in viel grösserer
Ausdehnung auf der südlichen Kuppe der Vlegyâsza, am Sattel des «Intre
Muntye» und am südöstlichen Abhange der Vurvurâszakuppe vor. Es er­
leidet kaum einen Zweifel, dass diese eigenartige Breccie das Resultat der
Reibung zwischen dem durchbrechenden vulkanischen Gestein und den
durchbrochenen krystallinischen Schiefern und Veruccano-Conglomeraten,
also eine wahrhaftige Reibungsbreccie sei, welche mit dem Empordringen
der Bergmasse der Vlegyâsza zu gleicher Zeit entstand. Es ist natürlich,
dass von der Berührungsebene der Eruptiv- und Schiefergesteine ab­
nehmend weniger und kleinere Bruchstücke durch den heissflüssigen
Dacit eingeschlossen wurden, und dass somit entlang dieser Berührungs­
linien und um selbe herum jene, an fremden Einschlüssen reichen rhyoli­
thischen Dacite Vorkommen müssen, welche Dr. G. P r im i c s hervorge­
hoben hatte.
Was den Ursprung des am Grunde des ober-mediterranen sieben­
bürgischen Meeres in grösser Menge abgelagerten Dacittuffes betrifft, muss
man denselben für die ausgeworfene Asche der, das Binnenmeer umgeben­
den Dacitvulkane erklären, welche durch den Schlamm des Binnenmeeres
überdeckt, gegen die weiteren Denudationen geschützt war, während die in
nächster Nähe der Dacitvulkane, also schon damals auf trockenem Land
234
niedergefallene lockere Asche, im Laufe der langen geologischen Zeiten
denudirt und in das siebenbürgische Binnenmeer hinabgeschwemmt, zum
grössten Theil verschwunden ist.
b) Die Dacite des Csetrds-Zuges.
Die petrographische Charakteristik dieser Dacite will ich auf Grund
der eingehenderen Beschreibungen der Herren B. v. I n k e y (242, I3 i) und
Dr. G. P r im ic s (312, 38) in kurzer Zusammenfassung wiedergeben.
Nach B. v. I n k e y ist das Product der Nagyâger Eruptionslinie ein
Amphibol-Dacit, in welchem Biotit und Quarz in sehr wechselndem Ver­
hältnisse Vorkommen. Seine mineralischen Bestandtheile sin d: ein zwi­
schen den Labradorit- und Andesin-Beihen stehender Plagioklas, Amphi­
bol, Biotit, Quarz ; unter dem Mikroskop noch Magnetit und Augit. Letzte­
rer ziemlich häufig, jedoch klein. Wegen dér rauhen, porösen Beschaffen­
heit der Grundmasse zeigt der Dacit trachytischen Habitus. Das Gestein
folgender Kuppen und Punkte gehört hieher: Zuckerhut, südlicher Ab­
hang des Szarkö, Gipfel des Gurgujata-Berges, Steinbruch neben dem Weg
nach Mäda, östlich von Kol'czisor, südlich von Burtuca, nordwestlich von
Csiricsel mare, Weg von Hondol nach Vöja, Cr%»turar mare, Legyisolyma,
die Basis des Vorberges vom Hajtö.
Die äusserlichen Verschiedenheiten wurden hauptsächlich durch drei
spätere Einwirkungen verursacht, nämlich durch jlie oberflächliche, ge­
wöhnliche Verwitterung (Einwirkung der Athmosphärilien), die Umwand­
lung in Grünstein und durch die innere Zersetzung, das ist Kaolinisierung,
welch’ Letztere von den Gangklüften ausgeht. Grünsteindacite findet man
am Gipfel des Hajtöberges, über dem Hajtöer Marienstollen, am Fusse
des Berges der griech. un. Kirche, im Horizonte des 97-ten Klafters, in
dem Schlage, welcher gegen den Anastasiagang zu eingetrieben wurde;
ferner noch am Hauptkamme zwischen dem Dealu Bucsumanilor und Fraszinata, in dem Stephani-Schurfstollen, in der Leopoldsgrube und am
nördl. Abhang des Vrfu Bomi.
Nach Dr. G. P r im ic s kommen folgende
Csetrâs-Gebirge vor.
fü n f
Varietäten von Dacit im
a) Die Dacite des Csetrds-Typus weichen hauptsächlich darin von
den übrigen Andesiten ab, dass sie Quarz und Biotit gewöhnlich in grösser
Menge enthalten. Trachytischer Habitus mit granitoporphyrischer Textur
verbunden charakterisiert diese Dacite, welche entweder normal oder
grünsteinartig sind. Die Centralmassen der höheren Berge des Dacitzuges
bestehen aus normalem D acit; die Grünstein-Modificationen dagegen um­
säumen gewöhnlich die Hauptstöcke, oder sie kommen auch in selbst­
ständigen kleineren Stöcken, oder aber in zonenartigen Streifen vor.
sind; selten in ihnen, krystallinische, knollige
Ausscheidungen jedoch sind häufig.
Die makroskopische Ausscheidung besteht aus Plagioklas, Quarz,
Biotit und Amphibol. Dipyramiden des Quarzes wittern stellenweise aus
(z. B. auf dem sanften Bücken zwischen dem Csetrâs- und Duba-Berge
und auf dem Abhange gegen Porkura zu). Amphibol ist nach dem Plagio­
klas der häiifigste Bestandtheil. Sechsseitige Prismen des Biotits findet
man am häufigsten bei Herczegâny am Berge Bulzu, und bei Nagyâg am
östlichen Abhange des Szarko-Berges.
Unter dem Mikroskop erweist sich die Grundmasse des frischen Da­
cites gewöhnlich als mikrokrystallin oder als mikrofelsitisch; glasige Basis
sieht man selten darin. Zu den obengenannten Mineralien gesellen sich
Eisenerz-Körner und sehr häufig Pyrit-Kryställchen. Apatit ist selten,
Zirkon und Hämatit noch seltener. Pyroxen kommt häufig in den Daciten
des Cicera Kurety, Cerbura, Duba, Gross- und Klein-Csetrâs, Letu, Styrba,
Momeasza, Kursuca, Hajtö, Szarkö, Zuckerhut, Csepturar mare und Pârov
Csurisetuluj vor. Den Zirkon findet man in Gesellschaft des Magnetits und
Amphibols in winzigen, schlanken, prismatischen Krystallen (oo P, oo Poo,
P; manchmal auch oo P, oo P o o , 3P3, P) ziemlich häufig in dem Verwit­
terungsgruse des Dacites.
ß) Der Dacit. des Mom eâsza-Beryes tritt durch seinen reichen Augitgehalt und besonders durch die eigenthümlichen optischen Eigenschaften
seines Amphibols hervor. Die gewöhnlich röthliche Grundmasse wird
durch milchweisse, pfefferkorngrosse Feldspathe und glänzende, schwarze,
schmale Amphibol-Kryställchen unterbrochen, wozu sich noch broncefarbige Biotit-Blättchen gesellen. Seine Grundmasse erscheint gleichmässig
mit röthlichbrauner Farbe. Der Amphibol ist manchmal zu einem matten,
rostfarbigem Stoffe umgeändert.
Unter dem Mikroskope sieht man, dass die grauliche Grundmasse
vorherrschend aus apolarem Glase mit vielen Mikrolithen bestehe. Der
Amphibol ist hyacintroth oder honiggelb, oder auch vollkommen undurch­
sichtig. Augit kommt in ungewöhnlich grossen Krystallen vor.
Der Dacit der Hügelreihen westlich von der Szelistyeer Kirche ist
gneissähnlich, sich schieferig absondernd, in Folge des reichlich ausge­
schiedenen, braunen Glimmers. Seine Farbe ist hellgrau, manchmal ein
wenig röthlich. Die Grundmasse ist dicht, rhyolithisch. Unter dem Mikro­
skop erscheint die Grundmasse überwiegend glasig, und neben den ge­
wöhnlichen Mineralien, sieht man auch Apatit ausgeschieden.
7 ) Granatführende Dacite. Diese nehmen eine Mittelstellung zwi­
schen den Daciten und Amphibolandesiten ein, und kommen am Dealu
F r e m d e Gesteinseinschlüsse
Fetyi, am rechten Ufer des Buda-Baches, so auch nördlich von Ormindgya
vor. Das Gestein ist überall mehr oder minder grünsteinartig, enthält
häufig Pyrit und ist stark verändert. Die Farbe ist bräunlich oder schmut­
zig grünlichgrau. Ausgeschieden sieht man bräunlichgrünen Amphibol,
kleine weisse Plagioklas- und Quarzkörner, endlich hirsekorngrosse rothe
Granatkrystalle. Die reichliche 'Grundmasse von mikrokrystallinischer
Struktur ist mit färbender, chloritischer Substanz erfüllt. Unter dem
Mikroskop bemerkt man noch wenig Magnetit, Zirkon und Apatit.
Zwischen Kajânel und Ormindgya, auf den, nordöstlich von der Dumbravicza sich erhebenden Anhöhen, findèt* rnan weissliche oder grauliche,
mürbe Dacite, welche ein conglomeratartiges Gemenge von massiger und
tuffartiger Ausbildungsweise zeigen. In den spärlich zerstreuten Höhlun­
gen ist amorphe S i 0 2 (Chalcedon und Hyalith) ausgeschieden. Ihre Textur
ist granitoporphyrisch. Am meisten heben sich die Amphibolnadeln aus
der Grundmasse hervor.
S) Grünstein-Dacite. Diese unterscheiden sich von den typischen
Daciten in Textur, und auch in mineralischer Zusammensetzung. Neben
den gewöhnlichen Mineralbestandtheilen sind Pyrit und Epidot-Körner
häufig in ihnen, und auch die grüne Grundmasse ist dichter, gleichmässiger und mit Carbonaten imprägnirt (sie braust mit Salzsäure).
Unter dem Mikroskop ist der Plagioklas trübe und schliesst Pistacitkörner ein (Val. Makris); der Amphibol ist glanzlos, braun, thonig weich,
ausnahmsweise (Drajka-Gebirge) aber auch ganz frisch. Der Biotit ist
frisch. Die Grundmasse ist kryptokrystallin oder felsitisch. Neben den
umgeänderten Hauptgemengtheilen sieht man unter dem Mikroskop noch
Apatit, Leukoxen und Zirkon, sodann Pistazit, Chlorit xmd Carbonate.
s) Kaolinisierte und verwitterte Dacite. In diesen haben sich die
Silicate, neben Verlust der ursprünglichen Farbe, gänzlich in Pseudomorphosen umgewandelt, die man öfters herauslösen kann. Inmitten des
Dorfes Buda streicht ein Gang von solchem Dacit durch den Bach.
Anhangsweise muss ich hier auch den 1132 m. hohen Breaza-Berg
des Zalatna-Sztanizsa-Zuges erwähnen, dessen Gestein nach C. D ö l t e r
(171) ein dichter Grünsteindacit ist. Ein ähnliches Gestein kommt auch
auf der Magura Lupuluj vor. ^
DETRITUSGEBILDE DER DACITE DES CSETRÂSZUGES.
Auch im Csetrâs-Gebirge sind die Detritusgebilde des Dacites in ge­
ringer Menge Vorhänden. In dem Nagyâger Gebirge kommen nach B. v.
I n k e y .überhaupt keine Tuffe vor. In dem westlichen Theile des Gebirgs­
zuges jedoch kommt nach Dr. G. P r im i c s der Dacittuff in den Umgebungen
237
von Herczegâny, Ormindea und Ruda-Brâd vor. Es ist das ein gut geschich­
tetes, weisses, dichtes Gestein, welches sich von den, zwischen den Mezöséger Schichten eingelagerten Dacittuffen kaum unterscheidet. Hier jedoch
kann man mit freiem Auge weder den Quarz noch den Biotit sehen, nur
einzelne schwarze Punkte erscheinen darin. Unter dem Mikroskope aber
treten aus der kaolinischen Grundmasse die Quarzkörnchen klar hervor.
Auch aus den Lagerungsverhältnissen erscheint es unzweifelhaft, dass es
keine Tuffe des älteren Quarzporphyres oder Quarztrachytes sind. Bei
Herczegâny nämlich kann man deutlich sehen, dass dieser Tuff die aus
rothem Sandstein und Conglomerat bestehende ober-mediterrane Ablage­
rung bedeckt. Holzopal findet man ziemlich häufig darin und auf der
nördlichen Seite des Sattels zwischen Buda und Brâd liegen auch Brocken
und Blöcke eines hydroquarzitähnlichen, weisslichgrauen perlitartigen
Gesteines in grösser Menge innerhalb dieses Tuffes.
c) Dacite der Umgebung von Bodna.
Die Dacite der Umgebung von Bodna, welche in Form schmälerer
oder breiterer Lagergänge in den krystallinischen Schiefern, zum Theil
aber auch in dem Karpathensandstein eingekeilt sind, kommen in dreierlei
Varietäten vor (223, 219 u. 247, 137).
a) Normal-granitoporphijrisehe, nur schwach grünsteinartig. Die
Farbe ihrer Grundmasse ist hell- oder dunkelgrau oder auch grünlichgrau.
Mit freiem Auge sieht man darin bis 18— 20 mm grosse Plagioklaskrystalle, 2— 3 m dicke Biotit-Säulchen, Quarzkörner und in einigen Fällen
auch wenig Amphibol ausgeschieden. Die gleichmässige, reichliche Aus­
scheidung dieser Mineralbestandtheile verleiht dem Gestein eine granitoporphyrische Textur; in selteneren Fällen herrscht der Feldspatli vor,
wodurch porphyrische Textur entsteht.
Beim Eingang in das Dorf Magura von Bodna her und am unteren
Ende des Dorfes tritt in dem hellgrauen amphibolhältigen Dacit, meistens
im Plagioklas eingeschlossen, ziemlich häufig Granat in winzigen rothen
Körnern auf.
Unter dem Mikroskop bemerkt man ausser diesen Mineralien Mag­
netit, Epidot und Apatit in beinahe jedem Dünnschliff, auch Pyrit und
Chlorit ist häufig ; Leukoxen seltener und Hämatit zeigt sich auch manch­
mal. Der Plagioklas ist nach meinen Bestimmungen mittelst Flammen­
reaktion Andesin, gegen Labradorit hinneigend. Auf dasselbe Besultat ge­
langte später auch Dr. G. P r im ic s durch Bestimmung der Exstinctionswinkel.
Der Hauptrepräsentant dieser Varietät ist das schon lange bekannte
Gestein der Magura mika-Kuppe im Ilvathal. Hieher zu rechnen ist ferner
auch das Gestein der Cicerakuppe östlich von Bodna.
ß) Rliyolitischer Dacit,. Hieher rechne ich das bei der Mündung des
Cormaja-Thales, unmittelbar an der Landstrasse, dann das bei der Einmün­
dung des Yal. Maguri in das Cormaja-Thal anstehende Gestein, so auch
jenes, welches näher zu M a y e r ansteht. Alle diese Vorkommnisse haben
eine porzellanartige, dichte, man kann sagen hornsteinartige Grundmasse,
deren Farbe von granlichweiss bis aschgrau variirt, manchmal aber durch
ausgeschiedenes Eisenoxydhydrat auch gelblichbraun wird.
Dem freien Auge erscheinen in dieser Grundmasse am meisten graue
Quarzkrystalle (P mit abgerundeten Kanten), welche manchmal 5 mm
Durchmesser erreichen; ferner auch, graulichgrüne oder dunkel-ölgrüne
Biotit-Lamellen bis 4— 5 mm im Durchmesser; wogegen die spärlicher
ausgeschiedenen, von der Grundmasse sich kaum abhebenden PlagioklasKryställchen weniger in die Augen fallen. Sehr selten habe ich in dem
Gestein der ersten Fundstelle rothe Granatkörner von StecknadelkopfGrösse gefunden, in einigen Exemplaren aber ragten 1 mm breite MagnetitOctaeder heraus. Das mittl. spec. Gewicht dieser Dacitvarietät beträgt 2-58.
Den Feldspat bestimmte ich mittelst Flammenreaction als Andesin.
Dr. G. P r im i c s gibt aus dem, in der Mündung des Cormaja-Thales anste­
henden Dacit auch Brookit an (2 4 7 , 164).
Unter dem Mikroskop zeigt die Grundmasse mikrokrystallinische
Struktur und in manchen Dünnschliffen bemerkt man auch Spuren der
mikrosphagrulitischen Struktur. Ausser den erwähnten Hauptgemengtheilen
wurden auch wenige Apatit-Nädelchen bemerkt. Magnetit ist in den hell­
farbigen Varietäten nicht vorhanden, in den dunkleren waren auch nur
wenige, ziemlich grosse Kryställchen in Eisenrost gehüllt sichtbar.
Dieser rhyolithische Dacit ist auch insofern merkwürdig, dass er in­
folge der Verwitterung in schneeweissen, stellenweise gelblichen oder bläu­
lichen Kaolin übergeht. Auf dem Gebiete zwischen Szent-György und Majer
tritt dieser Kaolin nach Dr. G. P r im i c s (2 4 7 , 164) an 5 Punkten auf. Ich
habe bei Parva drei Gänge dieses kaolinisierten rhyolitischen Dacites be­
obachtet. Zwei haben an der Stelle Namens «Locu Sidoru» im Valea Vinuluj mit einem SW— NO Streichen den mitteloligocänen bituminösen Fisch­
schuppen-Schiefer durchbrochen; der dritte Gang am oberen Ende Parva’s
scheint im Glimmerschiefer zu stecken und ist beinahe vollständig in den
wohlbekannten Parvaer Kaolin umgewandelt.
V GrünsteindacÄt. Hieher rechne ich in erster Beihe den unter
der Teufelsschlucht als Gang hervortretenden schönen grossporphyrischen
Dacit, in dessen grünlichgrauer Grundmasse neben gelblichen und fleischrothen, bedeutend grossen Plagioklaskrystallen weniger dunkel-ölgrüne
239
B io t it -
und Amphibolkrystalle, endlich spärlich kleine Quarzkörner sicht­
bar sind.
Hieher gehört auch der an der Mündung des Yalea Vinuluj auftre­
tende sehr schöne grossporphyrische Dacit, welcher eigentlich ein Uebergangsstadium vom normalen in ganz grünsteinartigen Dacit vorstellt.
Ebenfalls aus dem Yalea Yinuluj, aber von einem weiter obenstehenden
Gang beschrieb Dr. C. D o e l t e r (217, is) einen mittelporphyrischen dunklen
Dacit, welcher im wesentlichen mit dem vorherigen übereinstimmt.
Ü b e r die Andesite der Gegend von Eodna konnte ich im allgemeinen
fo lg e n d e s aussprechen ( 2 2 3 , 229) : a) dass während ein Theil d e r s e lb e n durch
reichlichen Quarzgehalt ausgezeichnet ist (und das sind die echten Dacite),
ein grösser Theil d e r s e lb e n nur unter d e m Mikroskop winzige Quarzkörner
aufweist (Übergänge in den Andesit) und dass nur ein kleiner Theil dersel­
ben gänzlich quarzfrei ist (Andesite); b) dass ganz n o r m a le Andesite sehr
selten V o r k o m m e n ; am häufigsten a b e r sind solche Varietäten, welche v o n
n o r m a le r Ausbildung bis zum reinen Grünstein-Andesit verschiedene Ü b e r ­
gangsstadien aufweisen.
d) Die Dacite der Umgebung Offenbâmja/s.
Di.e Andesite und Dacite des Offenbânyaer Kreises durchbrechen das
aus krystallinischen Schiefern bestehende Grundgebirge und die meistens
sehr auffallenden Kuppen sind in malerischen Gruppen demselben aufge­
setzt. Die Andesite der Umgebung von Offenbânya sind im allgemeinen
arm an freiem Quarz, übergehen also in die quarzlosen Andesite und stim­
men in dieser Hinsicht mit den meisten Daciten von Eodna überein. Die
häufig porphyrisch ausgeschiedenen grossen Plagioklas-Krystalle gehören
nach Dr. C. D o e l t e r ’ s Analysen (177, 13) in die Andesin-Eeihe. Unter den
farbigen Mineralgemengtheilen sind Biotit und Amphibol gewöhnlich
neben einander ausgeschieden.
Ich habe in der Sammlung des siebenbürgischen Museums Dacite
von folgenden Kuppen oder Punkten makroskopisch untersucht:
1. Dimbu Pojenitzi. In der dunkelgrauen oder rostgefleckten, rauh­
poröser Grundmasse sind Plagioklas-Krystalle dicht, milchweisse oder
grauliche abgerundete Quarz-Krystalle oder Körner ziemlich häufig, kleine
braune oder broncefarbige Biotit-Schüppchen reichlich und AmphibolNadeln spärlich ausgeschieden.
2. Piatra Tuti. In rein aschgrauer, matter, ein wenig rauh-poröser
Grundmasse zeigen sich mittelgrosse Plagioklas-Krystalle ziemlich häufig,
schwarze glänzende Amphibolnadeln und sechsseitige Blätter von Biotit
seltener und hellgraue Quarzkörner selten.
240
4.
Valea Cziczaguruluj. In hellgrauer, ein wenig rauhporöser G
masse sind gelblichweisse, halb verwitterte, mittelgrosse Plagioklas-Krjjj
stalle ziemlich häufig, frische schwarze Amphibol- und Biotit-KrystaU*
etwas spärlicher und gelbliche oder violettgrane Quarzkörner spärlich aug^
geschieden.
4. Paveloja. In rein aschgrauer, rauhporöser Grundmasse sieht mal
ziemlich grosse, weisse, glasige Plagioklas-Krystalle ziemlich dicht-, klein!
graulichgrüne, umgewandelte Amphibolnadeln und braune glänzend^
Biotit-Blätter spärlich, endlich aschgraue, chalcedonartige Quarzkörnéj
ziemlich häufig ausgeschieden.
f
5. Möga. In der sehr hell aschgrauen, rauhporösen, verwitterte®
Grundmasse sieht man kleine und mittelgrosse, halb kaolinisierte Plagioi
klas-Krystalle ziemlich dicht, schwarze, frische, mittelgrosse Amphibol- un|
Biotit-Krystalle spärlicher und hell- oder dunkelgraue Quarzkörner sehr
spärlich eingestreut.
6. Colczu Csorânuluj. In dunkelgrauer, matter, jedoch noch dichter
Grundmasse liegen kleine und mittelgrosse, halb verwitterte, weisse Pia»
gioklas-Krystalle ziemlich dicht, frische Amphibolnadeln, braune Biotit*
schüppchen und graue oder violette Quarzkörncr spärlicher eingebettet.
Der Plagioklas nähert sich nach C. D o e l t e r ’ s Analyse der Labradorit-Beihe.
Uber den Dacit des Colczu Csorânuluj besitzen wir drei Analysen
und zw ar:
Nr. 1. Grünsteinartiger D acit; in grauer Grundmasse mit viel Quarz,
und ziemlich grossen Amphibol- und Plagioklas-Krystallen. Analysirt von
Br. E r v . v . S o m m a r u g a (114, 95).
Nr. 2. Grünsteinartiger D acit: in grauer Grundmasse viel Plagioklas^
wenig Amphibol und einzelne Quarzkörner ausgeschieden. Analysirt von
Br. E r v . v . S o m m a r u g a (114, 95).
Nr. 3. Dacit von ebendaher. Analysirt von K. v. H a u e r (113, 352).
1
.... 64-21
16-51
F e O ......................
.... 5-76
CaO .......................
4-12
M gO ...................... .... 2-27
4-70
a 2o
...............................
A d j)
................ ... 0-28
Glühyerlust
2-61
Summe... 100-46
............ ‘ .........
AI, Ü.,' ........
0 . Quotient.„
Sp. Gewicht
...
„.
.„.
0-352
2-684
-2
3
Mittel
60-61
18-14
6-78
6-28
1-20
4-39
051
2-20
100-20
59-41
20-90
7-15
5-37
0-37
2-44
4-40
1-51
101 -55
100-70
0-405
2-577
0-462
0-406
—
61-41
18-51
6-56
5-26
1-28
3-84
1-73
2-11
•
—■
241
Indem man diese Resultate mit der chemischen Zusammensetzung
der Dacite des Vlegyâszastockes und von Kisbânya vergleicht, geht her­
vor, dass die Dacite von Offenbânya weniger sauer sind, als jene. Die
geringe Menge des Na,,0 entgegen des l\,0 in Br. S om m aruga ’ s Analy­
sen ist vielleicht nicht fehlerfrei, wenn man bedenkt, dass der aus­
geschiedene Plagioklas nach K. von H a u e r ’ s Analyse nahe der Labradorit­
reihe steht.
7. Mezeratu. In der ins Bräunliche ziehenden dunkelgrauen, halb
verwitterten, dichten Grundmasse erblickt man dieselben Mineralien, wie in
den vorigen Daciten.
8. Colrzu lui Jösika. In hell aschgrauer, rauhporöser, matter Grund­
masse sind weissliche, halb verwitterte, kleine oder mittelgrosse PlagioklasKrystalle spärlich, braune, matte Amphibolnadeln und tompackbraune
Biotitschüppchen ebenfalls selten, ausserdem auch einige hellgraue Quarz­
körner ausgeschieden.
9. Val. Arnbrului. In aschgrauer dichter, matter, etwas verwitterter
Grundmasse sieht man gelblichweisse, mittelgrosse, halb kaolinisierte Plagioklas-Krystalle dicht, Amphibol- undBiotit-Krystalle, sowie auch violettgraue Quarzkörner ziemlich dicht ausgeschieden.
Unter allen besitzt dieser Dacit am meisten eine granitoporphyrische
Struktur, infolge dessen er auch der betreffenden Dacitvarietät des Vlegyâszastockes am ähnlichsten ist.
10. Suligata. Die in der dunkelgrauen Grundmasse ausgeschiedenen,
bis 2 cm langen, halb durchscheinenden, glasglänzenden, etwas röthlichen,
mit Zwillingsriefen versehenen Andesin-Krystalle geben dem Gestein ein
grossporphyrisches Gefüge. Amphibol und Quarz ist in geringerer Menge
vorhanden.
11. Piatra Poienitza. Nach C. D o e lte r treten aus der grauen Grund­
masse bis 12 mm grosse, glasige, halb durchscheinende, kaum gestreifte
Andesin-Krystalle, neben wenigem Amphibol und Quarz hervor, dem Gestein
ein grossporphyrisches Gefüge verleihend.
Man ersieht aus diesen kurzen petrographischen Beschreibungen,
dass die Dacite der Umgebung von Offenbânya von den typischen Daciten
der Vlegyâsza durch die rauhporöse Struktur der Grundmasse abweichen,
weshalb C. D o e lte r sie auch Dacite mit trachytischem Habitus nannte
(177,13). Auch hier findet man allmählige Übergänge von Dacit in quarz­
losen, jedoch biotitführenden Andesit, wie das auch in der Gegend von
Rodna der Pall ist.
Sowie dort, fehlen auch in der Umgebung von Offenbânya Detritus­
gebilde des Dacites ; man kann also auch nicht bestimmt erfahren, ob die
Dacitvulkane dieser Gegenden Asche und Lapille ausgeworfen haben, oder
D r. Anton K oeh : D ie Tertiarbildungen des Beckens der siebenbürgischen Landestheile.
16
-y i
■
1
242
ob die dortigen Lagergänge und Kuppen Resultate eines Massenausbru­
ches sind.
e) Die am Ostrande des Biliarmassives, aber auch in dessen centralem
Theil zerstreut auftretenden Gang dacite.
Nördlich von den Dacitausbrüchen der Gegend von Offenbänya ist ,
im siebenbürgischen Theile des Biharmassivs, in den sogenannten Gyaluer
Alpen, schon eine ganze Kette von, den krystallinischen Schiefern einge­
keilten Dacitgängen und Lagergängen bekannt, deren Verlauf im allge­
meinen den siebenbürgischen Rand des erwähnten krystallinischen Massives
verfolgt, also sich gegen Westen zu krümmend, mit der Dacitmasse der
Vlegyâsza in Verbindung tritt.
Am nächsten zu Offenbänya liegt der zwischen Pocsâga und N a gyOklos, am linken Aranyosufer auftretende Dacitausbruch, innerhalb der
oberen Kreideschichten, dessen Gestein in grossen Brüchen gewonnen'
wird. Das Gestein besitzt eine dunkelgraue, rauhporöse, manchmal etwas
perlitische Grundmasse, in welcher mittelgrosse, glasige, durchscheinende
Plagioklas-Krystalle, neben spärlicherem Amphibol, Biotit und Quarz zer­
streut liegen. Dieser Dacit gehört also noch zu dem trachytischen Typus
von Offenbänya.
Weiter hinauf folgen die Dacite der Gegend von K isbânya, von
welchen ich während meiner Aufnahmen (73, S 8 ) nicht weniger als 28
Gänge und Lagergänge nachgewiesen habe, deren grösster Theil zwischen
krystallinischen Schiefern, ein kleinerer Theil aber auch zwischen Sand­
stein, Mergel- und Thonschiefer der oberen Kreide eingeklemmt sind. Diese
Gänge varieren zwischen 2 bis zu 100 m Mächtigkeit. Was den petrogra.phischen Charakter dieser Dacite betrifft, so gehören diese allgemein be­
trachtet, bereits dem Vlegyâsza-Typus an. Man findet unter ihnen beinahe
rein granitische, also noch mehr auskrystallisierte, als die granitoporphyrische Varietät der Vlegyâsza; es finden sich in grösser Anzahl solche von
normal granitoporphyrischer und mittelporphyrischer Struktur, endlich in
kleinerer Anzahl auch kleinporphyrische und dichte, rhyolitische Modificationen.
Das Ergebniss der Analyse einer granitoporphyrischen Varietät von
Kisbânya nach Br. E b v . v . S ommaruga (1 1 4 , 95) ist folgendes:
Si(K ........
A J ):<
F eO
CaO
....................................
........
.. ....
64-69
16-94
6-06
3-95
243
Mg O
K J >
JSa.,,0
Glühverlust
Summe:
0-71
3-68
D85
1-17
99’05
O-Quotient — 0‘341. Spec. Gew. 2-663.
Dieses Resultat mit der chemischen Zusammensetzung der Vlegyâsza-dacite vergleichend, geht hervor, dass Letztere ohne Ausnahme etwas saurer
sind, als der Dacit von Kisbânya; da aber Hier nur 1 Exemplar gegenüber
9 stehen, möchte ich diesen Schluss nicht als allgemein giltig dahinstellen.
Auffallend ist die grosse Menge eingesprengten Pyrites in dem granitoporphyrischen Dacite von Kisbânya, in welcher Hinsicht dieser in Sie­
benbürgen einzig dasteht und dessen Folge auch die leichte Verwitterbar­
keit desselben ist. In Folge der Zersetzung des Pyrites bildet sich zuerst
Eisenvitriol, welches auf der Oberfläche des Gesteins ausblüht; dieser ver­
wandelt sich dann in Eisenokker und es löst sich der Zusammenhalt auch
der übrigen Gemengtheile auf. Dieser quarzreiche Kisbânyaer Dacit mit
granitischem Aussehen wurde von älteren Forschern auch wirklich für
Granitit gehalten, dagegen aber der Plagioklas als Hauptgemengtheil und
auch wenig Grundmasse sprechen. Später hatte G. vonj R a t h mit Recht
hervorgehoben, dass man dieses Gestein in Hinsicht auf seine petrographischen Charaktere einen Quarzdioritporphyr nennen könnte, gibt jedoch
wegen der engen Verbindung mit den echten porphyrischen Daciten die
Möglichkeit zu, dass es wirklich eine körnige oder granitische Erstarrungsmodification des Dacitmagma’s sei. Aber auch schon P a r t s c h hatte in sei­
nem Tagebuch hervorgehoben, dass dieses granitische Gestein einen allmähligen Übergang in den Grünstein (Grünsteindacit) zeigt, und wirklich
kann man in der Umgebung von Kisbânya diese Thatsache an mehreren
Stellen deutlich beobachten. Die Grünsteindacite sind jene, welche Pyrit in
kleinerer oder grösserer Menge eingesprengt enthalten und in welchen der
Amphibol sammt Biotit mehr oder minder chloritisiert erscheint, wobei
häufig Pistazitkörner und Calcit ausgeschieden sind.
Merkwürdig ist auch die Umänderung des obercretaceischen Mergel­
kalkes bei dem Contacte mit den öfter durchgebrochenen Dacitgängen (Contactmetamorphose). Dieser Kalk wurde nämlich in ein feinkörniges oder
dichtes Gemenge von bräunlichgelbem Granat (Grossular), zeisiggrünem Pistazit, Quarz und Calcit ungewandelt, wozu noch eingesprengter Pyrit hin­
zukommt, welcher auch den berührenden Dacit erfüllt (206, 349). Bemer­
kenswerth ist ferner, dass der mit dem Mergelkalk wechsellagernde Schie­
16*
244
ferthon dort, wo er mit dem Dacit im Contact ist, schliesslich zu einem,
rostfleckigen weissen Thone und sammt dem Dacit auch zu unreinem Kaolin
verwandelt wurde.
Weiter gegen Nordwesten vordringend, finden wir neben dem Dorfe
Sztolna wieder 3 Dacitgänge, deren Gestein porphyrisch ist, mit mehr oder
weniger grünlichgrauer Grundmasse, welche in dem Vöröstö-Thale, süds.westlich von Szâsz-Löna, infolge der Verwitterung auch röthlich wurde
und sehr arm an Quarz ist (70, 86).
Neuestens beschäftigte sich Prof. J . S z â d e c z k y eingehender mit der
mikroskopisehen Untersuchung dieser Gangandesite (321', 25). Nach ihm ist
das Gestein des Ganges im Szârazpatak-Thal, östlich von Stolna, am
meisten dem Dacit von Kissebes ähnlich. Der Hauptunterschied zwischen
ihnen ist der, dass der Dacit von Kissebes im Ganzen saurer ist, dass er
mehr Quarz und einen sauereren Plagioklas enthält. Quarz ist nur in dem
Gestein des Szârazpataker Ganges in erwähnungswerther Menge ausge­
schieden, aber auch hier nur an einzelne Stellen gebunden, wo er manchmal
bis nusşgrosse körnige Aggregate bildet. In den übrigen Gängen ist Quarz
eine wahre Seltenheit. Der Name Dacit dürfte also höchstens auf das Ge­
stein des Szârazpataker Ganges passen, wogegen man die übrigen quarz­
losen Arten für Gangandesite erklären muss. Merkwürdig ist noch, dass in
den westlichen Theil des Szârazpataker Ganges dichte, dunkelblaue, nussbis faustgrosse Nester ausgeschieden V o r k o m m e n , in welchen S z â d e c z k y
Sapphyr-Körnchen entdeckte und dass in der Umgebung dieser Ausschei­
dungen in den Höhlungen des Gesteins Desmit-Nadeln Vorkommen. Im
Gestein selbst fand er ausser den normalen B estandteilen auch winzige
Zirkon-Kryställchen eingestreut. Da ich seinerzeit (70, 86) Quarz, wenn auch
sehr spärlich, auch in diesen Andesiten fand, hielt ich es bei dem damali­
gen Standpunkt der Petrographie für nicht genügend motivirt, diese sehr
quarzarmen Varietäten von den unter ähnlichen Umständen V o rk o m m e n -*
den echten Daciten abzutrennen.
Ähnliche Dacite kommen auch in den Gegenden von Nagy-Kapus und
Egerbegy, dann bei Gyerövâsârhely, neben der Landstrasse in 4 Gängen
vor, die theils in den untereoeänen bunten Thonschichten, theils in dem
Phyllit stecken (206, 272 und 64, 477 ).
Sehr interessant sind die neben dem Bergdorfe Pânyik, in den Querthälchen, welche sich von hier in das Kapusthal niedersenken, aber auch
im Kapusthale selbst auftretenden zahlreichen Dacitgänge und deren
Gesteine (206, 276). Die Zahl dieser Gänge ist wenigstend 8 und variirt deren
Mächtigkeit von 25 cm bis zu 100 m. Das Gestein des schmälsten Gangesist grau, dicht und neben spärlicher Ausscheidung der gewöhnlichen Mineralbestandtheile zeigen sich darin auch kleine Calcitmandeln. Das Gestein
«45
der breiteren Gänge ist grünsteinartiger Dacit, aus dessen grünlichgrauer,
reichlicher Grundmasse neben einer ziemlichen Menge von weissen Plagioklas-Krystallen mehr oder minder umgewandelter Amphibol, frischer Biotit
und Quarz in geringer Anzahl ausgeschieden sind.
Das Gestein des im Kapus-Thale, nahe zur Mündung des Pânyiker
Mühlbach-Thälchens anstehenden 100 m mächtigen Ganges ist ein granitoporphyrischer, ebenfalls grünsteinartiger Dacit, voll mit eingesprengten
Pyritkörnern und schwefelgelbem Pistazit, welcher aus der Zersetzung des
Amphibols und Andesins entstand. Dieses Gestein stimmt ganz genau mit
den grünsteinartigen Daciten der Gegend von Kisbânya. Indem dieser
Dacitgang auch in das Pânyiker Mühlbachthal hinüberstreicht, wirkte er
auf den damit in Berührung stehenden dichten chloritischen Schiefer um­
wandelnd ein. Makroskopisch erscheint dieser umgewandelte Schiefer als
ein lauchgrünes, homogenes Gestein, welches mit eingesprengtem Pyrit
dicht erfüllt ist und mit Stahl Funken gibt. In Folge der Verwitterung wird
er ganz blass und durch den zersetzten Pyrit rostfleckig. Unter dem Mikro­
skop sieht man im Dünnschliff vorherrschend Quarzfelder, dessen Zwischen­
räume grasgrüner Chlorit ausfüllt, untergeordnet aber auch graulichen
Glimmer. Im oberen Theile dieses Thälchens übergeht dieser verkieselte
ehloritische Schiefer in den braunen Thonglimmerschiefer (6 4 , 477).
Innerhalb der Gyaluer Alpen, an zahlreichen Punkten der Thäler der
Kalten- und Warmen-Szamos und in deren Nebenthäler, besonders häufig
um Lapistya herum, kommen nach meinen neueren Beobachtungen
(297, 135) und auf Grund der geologischen Aufnahme des Dr. M. P a l f y
(315,64) die Dacite in zahlreichen Gängen und in ziemlicher Mannigfaltig­
keit vor. Nach P ä l f y sind diese Dacite entweder mikroporphyrisch oder
rhyolithisch. Die Grundmasse der mikroporphyrischen Varietäten ist ge­
wöhnlich grünlichgrau oder grün, selten auch weisslieh. Die mit freiem
Auge ausnehmbaren Gemengtheile sin d : zersetzter weisser oder gelblichweisser, meistens matter Feldspath, grünlichbraune oder schwarze Amphi­
bol-Nadeln oder auch schlanke Prismen, seltener nicht immer leicht erkenn­
bare Biotit-Lamellen und graue oder ins violette ziehende, glasglänzende
Quarzkörner.
Ausserdem sind in den meisten, besonders gegen die Ränder des
Ganges, Pyritkörner eingesprengt. Im Meleg-Szamos-Thal fand P â l f y vom
durchgebrochenen Granit nussgrosse Einschlüsse darin. Der Quarz kommt
meistens nur spärlich darin vor, und selbst in demselben Gange findet man
ganz quarzleere Stellen. Grundmasse ist gewöhnlich reichlich vorhanden,
zum grössten Theil auskrystallisiert, erfüllt mit weisslichen und braunen
Mikrolithen und mit Zersetzungsprodukten. Eine glasige Basis findet sich
blos in solchen Exemplaren, welche rhyolithische Ausbildung zeigen.
246
Die rhyolitischen Varietäten sind dichte, oder auch kleinporphyrische,.
dunkelgrüne, öfters beinahe schwarze Gesteine, welche im Warmen-Szamos.
Thale unterhalb Béles an einigen Stellen, dann in zwei Seitenthälern der
Kalten-Szamos, im Paduluj-Bache und oberhalb des Reketöer Forsthauses,
im ersten rechten Seitenthal V o rk o m m en , am letzteren Ort mit schöner
säulenförmiger Absonderung. Makroskopisch kann man in ihnen beinahe
immer Kryställchen von Plagioklas, Amphibol, Biotit und Quarz ausneh­
men. Unter dem Mikroskop kann man beobachten, dass der Amphibol stetsgrün gefärbt, sehr verändert, schwach dichrositisch is t; und ebenso chioritisiert erscheint auch der Biotit. Ihre Grundmasse mit viel glasiger Basis,
ist beinahe apolar, öfters voll mit eingesprengten Pyrit-Körnchen.
Rein biotithältiger Dacit kommt im Kalten-Szamos-Thale, unterhalb
der Mündung des Reketö-Baches vor, wo ein mächtiger Gang davon nahezu
in N---S Richtung durch das Thal streicht.
*
Anhangsweise muss ich noch erwähnen, dass i n der nördlichen Fort­
setzung d e s Vlegyâszazuges, an zwei Punkten d e s M e s z e s z u g e s und d e r
nordwestlichen krystallinischen Schieferinsel noch zwei kleine Eruptions­
punkte des rhyolitischen Dacites nachgewiesen wurden; so nach Dr. K.
H o f m a n n südlich von Nyirsid im Szilâgyer und zA v isch en Gaura-Darussa im
Szatmârer Comitate.
ß Dacit innerhalb des Hargitazuges.
Dacit tritt innerhalb des mächtigen Hargitazuges an zwei Punkten
auf, u. zw. südlich am Berge N agy-M orgö, wo ihn J. B u d a i entdeckte und
zuerst beschrieb (228, 297) und nördlich im Kelemengebirge, wo Dr. G.
P r i m i c s dies Gestein auffand und M. P â l f y es beschrieb (300, 262 ), wobei er
zugleich auch das vorige Vorkommen abgehandelt hatte.
Der Dacit der N agy-M orgö -Kuppe besitzt eine meistens röthliche,
mürbe Grundmasse und hat von dem ausgeschiedenen weissen Plagioklas,
Quarz, schwarzen Amphibol und Biotit ein mittel-, beinahe grossporphyrisches Gefüge. Das mittlere spec. Gewicht beträgt 2'546. Unter dem
Mikroskop erblickt man ausser den Hauptgemengtheilen nebenbei auch
hell graulichgrüne, beinahe farblose Krystallschnitte von Augit. Seine
Grundmasse enthält wenig Glasbasis. In den Höhlungen, aber auch in der
Grundmasse selbst, sieht man sehr häufig sechsseitige Täfelchen von Tridymith.
Im Gestein des Nagy-Morgö kommen auch Einschlüsse eines krystallinisch körnigen, hellgrauen, sehr mürben Gesteines, von kleinen Körnern
an bis Kopfgrösse, vor. Mittelst der Loupe erkennt man darin matten,
gelblichweissen Feldspath, schwarze Amphibolnadeln und sehr selten ein­
gestreut auch wasserklare Quarzkörner. Auch in diesem bemerkt man
unter dem Mikroskop Tridymith, gewöhnlich in farblosen, sechsseitigen
Blättchen, in grösser Menge. Diese Einschlüsse dürften also die ersten
Erstarrungs- und Auskrystallisierungskerne des Dacitmagma’s darstellen.
Der Dacit des Nagy-Morgö sieht im übrigen sehr dem Biotitandesit
des Büdösstockes ähnlich und blos die Gegenwart von Quarz und Abwesen­
heit des Titanit unterscheidet sie von einander.
Der Dacit vom Berge Namens Vrfu Petriciora im Kelemengebirge
zeigt in einer hellgrauen, verwitterten Grundmasse grosse (O'o bis 0’8 cm.
lange) weisse Feldspath-Krystalle porphyrisch ausgeschieden. Mit freiem
Auge bemerkt man noch spärlich zerstreut grosse, glasige Quarzkrystalle,
nach oP in Blättchen spaltende Biotitsäulchen, glänzend schwarze Amphibolprismen und einzelne braune, an Pyroxen erinnernde Kryställchen.
Mnncsel
Spunzu
Zidj
Costa Boice
N.-Csicsö
K.-Csics6
Fig. 21. Ansicht des Csicso-Zuges von Süden.
Unter dem Mikroskop erkennt man ausser den erwähnten Mineralien
den Augit häufig in zertrümmerten, graulichgrünen Kryställchen, ferner
auch viel Hyperstlienit in kleineren, schwach pleochroistischen Säulchen.
Die Grundmasse enthält- wenig Glasbasis. Dieser Dacit bildet daher ein
merkwürdiges Beispiel der von J. S zabö sogenannten Typenmischung.
;I ) Mhyulithi scher Dacit des Csicsoherges.
Das Gestein dieses im Szolnok-Dobokaer Comitat, n. n. westlich von
Betteg aus obermediterranen Schichten sich erhebenden, interessanten
kleinen Bergzuges habe ich genauer beschrieben (202, 327). Das in schöne
Kuppen gegliederte Bild dieses kleinen Bergzuges nimmt sich von der DeésBistritzer Bahn sehr gut aus, indem die, auf vulkanischen Ursprung hin­
weisende charakteristische Gestaltung ziemlich auffallend ist. (Siehe die
Skizze der Fig. 21.)
Das Gestein dieses Berges ist schon lange her bekannt, da die Ein­
wohner der ringsum liegenden Ortschaften, besonders die von Csicsö-Ujfalu, ausgezeichnete Mühlsteine daraus verfertigen, mit welchen sie einen
248
grossen Theil Siebenbürgens schon seit langer Zeit versehen. Die am mei­
sten gegen Südosten vorgeschobene Kuppe des Kleinen Csicsö gewinnt
durch die Ruinen einer alten Burg noch mehr allgemeines Interesse. Dr. G.
S t ä c h e rechnete sein Gestein zu den Rhyolithen mit poröser und bimstein­
artiger Grundmassc und hielt dessen glasigen, rissigen Feldspath für
Sanidin.
Als Hauptgestein des Bergzuges kann man einen porös-zeiligen,
l'hyolithischen Dacit nennen, dessen kleinere oder grössere Höhlungen
meistens infolge späterer Zersetzung entstanden sind. Man findet jedoch
auch weniger zersetzte, frische und dichte Gesteinskerne von verschiedener
Gfösse, welche den ursprünglichen Zustand des Dacit aufweisen. Diese be­
sitzen eine dunkelgraue, pechstein- oder perlsteinartig fettglänzende, dichte
Grundmasse, aus welcher porphyrisch ausgeschieden sind: wasserklare,
glasig rissige Feldspathkry stäilch en, kleinere oder grössere Quarz-Körner
und Dipyramiden und glänzend schwarze Biotit-Blättchen. Nicht selten
bekommt man auch solche Stücke, welche durch Obsidianadern durch­
woben sind, oder welche dieses schwarze vulkanische Glas in Form kleine­
rer Nester einschliessen. Auch dieser Umstand deutet auf die glasige Be­
schaffenheit der Grundmasse und auf die rhyolithische Ausbildung des
ganzen Gesteines hin.
Das geringe spec. Gewicht (2-51) des Gesteins lässt einestheils
ebenfalls auf hohen Kieselsäuregehalt, andererseits auf den amorphen
Zustand der Grundmasse schliessen. Unter dem Mikroskop zeigen die
welligen Linien des in der wasserhellen Basis eingestreuten braunen
Opacitstaubes die Fluidalstruktur an. Zwischen gekreuzten Nicol’s bleibt ~
diese Basis nicht vollständig dunkel, ist also kein reines G las; solches ist
in geringeren Mengen vorhanden.
Um diese frischen Dacitkerne herum kann man die Phasen des Zersetzungsprocesses von Schritt zu Schritt verfolgen, in Folge dessen die
Grundmasse des Gesteins glanzlos wird, eine aschgraue und rostgefleckte
Farbe annimmt und ein porös-zeiliges Gefüge erlangt. Die Zellen variiren
von kleinen Poren bis zu faustgrossen Hohlräumen, am häufigsten kom­
men haselnuss- bis nussgrosse Höhlungen vor. Diese Hohlräume sind mit
rostgelben, thonigem Pulver erfüllt, in welchem schwarze, glänzende Biotit­
schüppchen, freie Quarzkrystalle und Krystallgruppen von Andesin ein­
gebettet liegen ; zum Theil aber ragen solche aus den Wänden der Hohl­
räume heraus oder sind schwach angeheftet. Die Wände mancher Hohl­
räume sind mit aschgrauem, traubigem Hyalith überzogen und auf dieser
Kruste findet man öfter kleine Heulandit-Krystalldrusen angewachsen. An
den ausgelesenen Andesin-Kryställchen erkannte ich 11 verschiedene
Krystallformen, sie sind aber nur in Zwillingsform ausgebildet. Aus ihrer
249
chemischen Analyse ging hervor, dass sie zwischen typischem Oligoklas
und Andesin stehen.
'Auf Grund dieser Mineralbestandtheile und Ausscheidungen kann
ich entschieden behaupten, dass unser rhyolithischer Dacit das zeiligschlackige Gefüge in Folge der späteren Zersetzung und Verwitterung und
nicht gleich bei seiner Erstarrung erhalten hat. Der Zersetzungsprocess
durch Einwirkung der Atmosphärilien und der das Gestein durchsickern­
den Lösungen begann hauptsächlich an solchen Stellen, wo Andesin und
Quarz in grössten Krystallen und am dichtesten ausgeschieden waren. Die
Grundmasse des Dacites und auch die kleineren Andesinkryställchen wur­
den zersetzt, wodurch einerseits amorphe Kieselsäure in Form von Hyalith
und Menilith ausgeschieden wurden, andererseits sich Ca-Zeolith, d. i.
Heulandit gebildet und abgelagert hat. In dem zurückgebliebenen Gemenge
von Kaolin und Eisenoxydhydrat, welches nun die Hohlräume erfüllt, fin­
den wir die durch die Zersetzung verschonten Quarzkrystalle, grössere
Andesin-Krystallgruppen und Biotit-Schüppchen frei eingebettet.
Die tektonischen Verhältnisse dieses interessanten Bergzuges will
ich in einem späteren Capitel noch ausführlicher besprechen.
4. Familie der Andesite.
Die unter den tertiären Eruptivgesteinen am mannigfaltigsten Ge­
steine dieser Familie nehmen zugleich in den grössten Massen Antheil an
dem Aufbau des siebenbürgischen Bodens. Sie treten mit den Gesteinen
der vorigen Familie mehr oder minder in gemeinsamen Berg-Gruppen
oder Zügen auf, am häufigsten in Begleitung ihrer Detritusgebilde, welche
das massige Gestein stellenweise ganz, in den Hintergrund drängen. Ich
will ihre kurze Beschreibung mit dem nordwestlichen Winkel Siebenbür­
gens beginnend und nach dem Gange des Uhrzeigers am Bande des Becken
vorschreitend, nach den bekannten Gebirgs-Gruppen und Zügen hier mit­
theilen und zwar die Andesite
a) des Lâposer und des Czibles-Gebirges;
N
b) der Bodnaer Alpen, der Gebirge Henyul und Sztrimba, des Bistritzund des Tiha-Thales;
c) des Biesenzuges der Kelemen- und Hargita-Gebirge nebst dem
hypersthenführenden Andesit vom Mâlnâser Bad ;
d) der Aranyer Bergkuppe ;
e) der Dévaer Gebirgsgruppe ;
f) des siebenbürgischen Erzgebirges ;
g) der Vlegyâsza-Gruppe, der Gyaluer Alpen und des Meszeszuges.
uf Die .Îndesite, des Lâposer und Czibles-Gebirges.
Über diese veröffentlichte ich 1881 eine kleine Mittheilung (222,166);
später — im Jahre 1886 — erschien von Dr. G. P r im ic s eine ausführlichere.
Beschreibung der Gesteine dieser Gebirge (249, 190).
Lâposer Gebirge wird jener nordöstliche Theil der Kirâlyhâgökette
genannt, welcher zwischen dem 1447 M. hohen Guttin- und dem 1842 M.
hohen Czibles-Gipfel sich erhebt (siehe die 18. Abbild.). Die Bichtung
dieses Gebirges ist im allgemeinen eine süd-o.-nordwestliche und bil­
det dessen Kamm zwischen Siebenbürgen und dem Mâramaroscher Comi­
tate die Grenze. Der Kern des Gebirges wird aus tlieils der Kreide, theils
dem Eocam angehörenden Karpathensandsteinen gebildet, welche jedoch
an zahlreichen Punkten, hauptsächlich aber an den beiden Enden des
Gebirgszuges, durch mächtige Andesitstöcke aufgerissen sind. Diese Ande­
site gehören alle der Gruppe der Pyroxenandesite an und finden sich ent­
weder in normalem oder in modificirtem Grünstein-Zustande.
Das Gestein der grösseren Massen ist im allgemeinen genommen
frisch und normal, während das der Gänge meistens in grünsteinartigem
Zustande sich befindet.
Die Farbe der frischen, normalen Gesteine ist immer dunkelbraun,
manchmal beinahe schwarz, seltener ein wenig grau. Sie sind meistens so
gleichartig dicht, dass man in ihrer Grundmasse die winzigen Feldspathleistchen nur durch ihr Flimmern erkennt, seltener sind sie etwas porphyrisch, in welchen Fällen die weisslichen oder grauen Feldspath- u. PvroxenKryställchen gut ausnehmbar werden. Der Bruch ist uneben oder etwas
muschelig.
Die grünsteinartigen Andesite haben eine ähnliche Struktur, ihre
Farbe jedoch ist grünlichgrau oder schmutzig grünlichbraun und ge­
wöhnlich sind in ihnen auch mehr oder weniger Pyritkörner ein­
gestreut.
Solche Andesite untersuchte Dr. P r im i c s von folgenden Punkten:
Yaratik, Szelha, Prislop, Pleska, Neteda, Magura, Csöri, Eotzir, Botunda,
Sibilla, Sâtor, Azsicza, Bunkâs, Czizma, Paltyin und aus den Gängen von
Olâh-Lâposbânya.
Unter dem Mikroskop besteht die Grundmasse der normalen Gesteine
aus apolarer Glasbasis, mit wasserklaren Mikrolithen und schwarzem Opacit. Die Mikrolithe sind manchmal ziemlich gross, verhalten sich wie die
ausgeschiedenen grösseren Plagioklas-Krystalle und sind, an Fluidalstruktur erinnernd, vertheilt.
Die Grundmasse der Grünstein-Modificationen und besonders der
Gangandesite ist gewöhnlich vollkrystallinisch. Besonders häufig bemerkt
rt
-2ol
man in ihnen grüne chloritische Zersetzungsprodukte und schwarze OpacitKörnchen.
Aus der Grundmasse sowohl der normalen, als auch der GrünsteinAndesite sieht man ausgeschieden: Plagioklas, Hypersthenit, Augit und
Magnetit, sehr selten auch Spuren von Biotit. In den Grünstein-Andesiten
findet man ausser diesen noch in ziemlicher Menge Epidot,- Apatit, Calcit,
ja sogar Quarz. Die Pyroxene der vollkommenen Grünstein-Andesite sind
sehr verändert und werden manchmal pleochroistisch, wie grüner Amphibol.
In den normalen Gesteinen kommen Plagioklas, Hypersthen und
Augit beiläufig in gleichem Verhältnisse vor. Unter beiden Pyroxenen hält
Hypersthenit öfters das Übergewicht als der Augit, ja er verdrängt den
letzteren manchmal ganz, wie man das in den Andesiten des Varatik und
Neteda beobachten kann. Hypersthenit wurde früher ausgeschieden als
der Augit, und dessen grösster Theil ist der Auskrystallisierung des Pla­
gioklases vorhergegangen.
Bei den Grünstein-Modifieationen offenbart sich dieser Zustand be­
sonders dadurch, dass die Grundmasse des ursprünglichen, normalen Ge­
steins mehr oder minder auskrystallisiert erscheint, dass die PyroxenGeinengtheile den verschiedenen Graden der Grünsteinbildung entspre­
chend sich verwandeln und dass die Eisenerze des Gesteins grösstentheils
in Sulfide umgeändert wurden. Der Hypersthenit wird gewöhnlich in
Bastit, der Augit aber in Chlorit umgewandelt.Die Grünstein-Andesit-Gänge
um Lâposbânva herum waren ursprünglich ohne Ausnahme HypersthenAugit-Andesite.
Sehr merkwürdig sind auch die Contactunrkunge>>, welche die Grün­
stein-Andesit-Gänge von Olâh-Lâposbânya auf die durchbrochenen Schieferthone und Kalkmergel des Kreidesystems ausgeübt haben (222, i7i). Der
Grünstein-Andesit selbst scheint an der Contactgrenze weniger dicht zu
sein, als weiter davon, ist ferner auch mehr verwittert, lichter bläulich­
grün und enthält kleine, weisse Plagioklas-Lamellen und häufig schwefel­
gelbe Pistazit-Partien und Tupfen.
Die Schieferthone und Mergel sind in ein bläulich- oder, gelblich­
grünes, dichtes, flachmuschelig brechendes, jaspisartiges Gestein verwan­
delt, welches mit Stahl stellenweise Funken gibt, sowie auch das Messer
es bald ritzt, bald nicht, ein Beweis, dass es durch Kieselsäure ungleichmässig durchdrungen wurde. Gewöhnlich sind auch Pyritkörner u. Kryställ­
chen ziemlich häufig eingesprengt, oder die Wände der Spalten überzie­
hend. Die Spalten selbst sind mit rothem Eisenoxydhydrat ausgefüllt,
welche auf bläulichgrünem Grund als rothe Streifen und Adern erscheinen.
Der Kalkmergel ist zum grössten Theil in ein bläulich- oder gelblichgrünes,
dichtes, flaehmusehelig brechendes Gestein verwandelt, welches stellen-
252
weise so hart ist, dass es mit Stahl Funken gibt, aber mit Salzsäure be­
feuchtet noch lebhaft braust. Nach eingehender makro- und mikroskopi­
scher Untersuchung constatirte ich, dass der Mergel in dichten Pistazit
umgewandelt ist und an den härtesten Stellen mit kleinen, bräunlichgel­
ben Kalkgranat- (Grossular-) Rhombdodekaëdern erfüllt ist. Ausserdem
sieht man Calcitkörner in grösser Menge' dazwischen und ist Pyrit dicht
eingesprengt.
Aus diesen Untersuchungen geht hervor, dass bei dem Contacte mit
Grünstein-Andesit der Metamorphismus nicht nur in S i ö 2-Infiltration,
sondern auch in der Bildung von neuen Silicaten sich manifestirte, welche
Wirkung wahrscheinlich in den erzhältigen Exhalationen und Lösungen
zu suchen ist, welche auch die Erzgänge ausfüllten und zugleich den ur­
sprünglichen Pyroxenandesit in Grünstein umgeändert haben.
Auch Dr. G. P b im i c s erwähnt (249, 190), dass die unteren mergeligen
Schichten des Karpathensandstein-Complexes an manchen Stellen, nament­
lich am Fusse der Rotunda, am oberen Ende von Olâh-Lâposbânya und
in dem Quellengebiete des Batizpolyâner Baches, wahrscheinlich in Folge
der Contactwirkungen des Andesites, stark verkieselt sind.
Bemerkenswerth ist noch an mehreren Punkten die Umwandlung
einiger Karpathensandsteine in quarzitartige Massen, welche zu dolomit­
ähnlichen, kahlen Felsgruppen angehäuft sind, wie z. B. die malerische
Felsgruppe des Szermetest, die Piatra Czinkuluj, Piatra Corbuluţu. m.
*
Die im weiteren Sinne genommene Czibles-Gruppe bildet, gegen
Osten zu sich dem Lâposer Gebirge anschliessend, eine Beihe auffallend
schöner Kuppen, wie der Kleine und Grosse Hugyin, die Brân- und CziblesGipfel, der Ârcser (Arceru) und Paltyinis. (Siehe die 18. Abbild.)
Nur allein das Gestein des Gr. Hugyin ist Trachyt, welcher schon
besprochen wurde; jenes aller übriger Kuppen ist ein eigener Typus von
Andesit und alle sind mehr oder minder grünsteinartig. Pyrit ist in ihnen
sehr gewöhnlich und kommt in manchen Exemplaren in aussergewöhnlicher Menge vor. In Farbe und Struktur, aber auch in den Gemengtheilen
weichen die Andesite der Kuppen des Czibles und Brân so sehr von den
Andesiten nicht blos des Lâposer Gebirges, sondern ganz Siebenbürgens
ab, dass man sie mit Recht Czibles-Andesite nennen darf. Der Andesit des
Arcser Gipfels ist wieder wesentlich verschieden von den Andesiten des
Czibles und seiner umgebenden Kuppen, so dass man vom petrographischen Standpunkte aus die Gesteine der im weiteren Sinne gefassten
Czibles-Gruppe in drei Abtheilungen bringen kann.
a) Die Gesteine der Kuppen des Czibles und B r an sind Pyroxen»
Andesite, welche zum Tlieil holokrystallin, zum Theil aber granitoporphyrisch sind.
Die Farbe der holokrystallinen \rarietäten ist etwas ins Violette zie­
hend schmutzigbraun. Ihre Struktur ist mittelkörnig. Dem freien Auge
erscheinen sie als ein Gemenge von einem blätterigen Pyroxen-Mineral
und von frischem, grauem Feldspath und erinnern sehr an manche Diorite.
Die Grundmasse der granitoporphyrischen Varietäten ist grünlichgrau,
manchmal auch gelblich oder röthlich und mikrokrystallinisch. In dieser
Grundmasse sind blos graulichweisse, gelbliche oder röthliche, bis erbsengrosse Krystalle von Feldspath ausgeschieden, beiläufig in gleicher Menge
mit der Grundmasse. Pyroxen ist mit freiem Auge kaum zu erkennen,
Pyrit jedoch kommt in ziemlich grossen Körnern dicht eingesprengt vor.
Der Feldspath wird durch Einwirkung der Atmosphaerilien leicht ausge­
laugt, wodurch das Gestein ein schwammartig-zelliges Gefüge erhält.
Solche Stücke sieht man auf dem südwestlichen Abhang des Brân in grös­
ser Menge herumliegen.
Die granitoporphyrischen Gesteine befinden sich im Übergewicht
und sind hauptsächlich auf den Gipfeln der Berge verbreitet.
Die Plagiokl&s-Krystalle dieser granitoporphyrischen Varietät fallen
manchmal durch ihre rauchgraue, ins Ariolblaue ziehende (an Dichroit
erinnernde) Farbe und Grösse (bis 8 0 □ mm. messende Krystallschnitte)
sehr auf. An den Spaltungsflächen verrathen feine Riefen gewöhnlich den
Plagioklascharakter. Neben Pyroxen sieht man hie und da auch schwefel­
gelbe Pistazit-Partikeln in ihnen. Das mittl. spec. Gewicht der grossporphyrischen Varietäten fand ich zu 2 - 8 0 (wegen reichlich eingesprengtem
Pyrit), jenes der mittelporphyrischen zu 2 ‘ 7 8 und der kleinkörnigen zu 2 - 7 5 .
Die chemische Analyse des Grünsteinandesites des Czibles erschien
von 0 . V o l k n e b im Jahre 1 8 7 2 ( 1 6 5 , 26 i ) . Darnach ist seine Zusammen­
setzung folgende :
o
o3
56-56
21-67
A1,0.. ......................
2-41
Feg0o
................ .........
2-57
FeO 1 ......._ ........ .......
.........
Spur
MnO ......................
2-773
Spec. Gew................ .........
1
....
_
MgO .............. ............... .... 3-12
8-52
CaO ... ......... ......... ....
Xa.,0 ............. ...................... 2-53
........
2-10
k 2ö .........
.... _
C03 .............. .............. .... 0.37
100-99
Unter dem Mikroskop sieht man aus ihrer mikrokrystallinen Grund­
masse ausgeschieden : als ursprüngliche Gemengtheile besonders dicht
zwillinggestreiften Plagioklas, blätterig-faserigen uralitischen Pyroxen,
Hypersthenit beinahe immer in Bastit übergehend, wenig Augit und Mag-
254
netit; als secundare Mineralien aber ziemlich viel Pyrit, Epidot, Phematit,
Apatit und Quarz. Die obenerwähnten, violbläulichen grossen Plagioklaskrystalle erscheinen auch im Dünnschliff violfai’big bewölkt; manchmal
so dicht, dass man kaum die Einwirkung des polarisierten Lichtes gewahrt.
Bei starker Yergrösserung löst sich diese wolkige Trübung in sehr dichte
und winzige Luftbläschen auf, deren dunkle Ränder die eigenthümliche
Färbung verursachen. Ausser ihnen erscheinen noch Flüssigkeitsspuren,
apolare braune Magmapartikel und bläulichgraue, abgerundete Pyroxenkörner. In Bezug auf den uralitischen Pyroxen erklärte H. R o s e n b u s c h ,
dass man denselben für einen Amphibol halten könne, welcher aus einem,
nach der Orthodiagonale spaltendem Pyroxen hervorgegangen ist.
Das Gestein eines am westlichen Fusse des Czibles-Gipfels gegen
Nordosten streichenden Ganges ist graulichweiss, von krystallinischer
Struktur, mit dicht eingesprengtem Pyrit. Unter dem Mikroskop weicht es
insofern etwas von dem Massengestein des Czibles ab, dass der Uralit
darin viel mehr verändert ist, ferner dass man, meistens in Gesellschaft
von Quarz, feine, nadelförmige Krystall-Gruppen bemerkt, welche P k im ic s
für Amianth bestimmte.
ß) Das Gestein der Arcser Kuppe ist Bastit-Augit-Andesit. Dieses
besitzt eine dunkelbraune Farbe und ist porphyrisch. In der dichten, reich­
lichen Grundmasse sind hauptsächlich bis erbsengrosse, harzgelbe oder
etwas grünlichgraue, frische Plagioklase und etwas spärlicher PyroxenKrystalle ausgeschieden. Unter dem Mikroskop zeigt die Grundmasse
hauptsächlich apolares Glas, jedoch mit viel weissen, polarisierenden Körn­
chen versehen. In dieser sieht man in verhältnissmässig grossen Krystal­
len Plagioklas, Augit und Bastit, den Augit in untergeordneter Menge. Der
Bastit ist das Umwandlungsprodukt des ursprünglichen Hypersthenes.
f) Die Gesteine der Umgebung der Czibles-Kuppe sind grünstein­
artige Hypersthen- Augit-Andesite. Solche findet man an den Klippen des
Paltyinis, Sztedzsiori, Gropii und Kl. Hugyin, und auf den Kämmen zwi­
schen diesen. Ihre Farbe ist grünlichgrau oder grünlichbraun ; ihre Struk­
tur erscheint kleinkörnig oder dicht und erinnern sie, ihrem Habitus nach,
sehr an Diorit. In ihrer mineralischen Zusammensetzung, und etwas auch
in ihrer Struktur nähern sie sich den Grünstein-Andesiten des Lâposgebirges. Mit freiem Auge kann man ausser den Pyrit nur graulichweisse Pla­
gioklas-Körnchen unterscheiden. Unter dem Mikroskop sieht man ausser
dem Plagioklas, in Chlorit verwandelten Augit und in Bastit umgeänderten
Hypersthen, ziemlich häufig auch noch Biotit-Blättchen, Epidot- und
Quarz-Körnchen.
Auch in der Czibles-Gruppe finden wir zahlreiche Spuren von Con­
tactIvirkungen des Andesites auf die Karpathensandsteine und den Mergel.
,
255
V
Am südlichen Abhang des Czibles aufsteigend fand ich (87, 113), dass die
\andsteine immer fester und heller şrau werden, dass auch die Mergel­
schiefer härter werden und in spröde Scherben sich spalten. Am Fusse der
Paltyinis-Kuppe ist der Sandstein schon gänzlich weisslichgrau, von Kiesel­
säure stark durchdrungen, sehr fest und hart, der Mergelschiefer aber
stellenweise in ein gelblich- oder grünlichbraunes, brüchiges, opalartiges
Gestein umgeändert.
Der Andesit des Czibles hatte einzelne Schollen des Sandsteines mit
sich in die Höhe gerissen. Darunter linden sich Stücke mit grossen Höhlun­
gen, welche durch grössere Quarzkrystalle oder derben Quarz ausgefüllt
wurden. Von diesem Sandsteine mit Quarzdrusen kann man am CziblesGipfel schöne Exemplare finden.
*
Detritusgebüde, nämlich weehsellagernde Schichten von gröberen
Andesitbreccien und feineren Tuffen, findet man nur in den nordwestlichen
Theilen des in Eede stehenden Andesitzuges, also schon in der Nähe der
Guttin-Gruppe, am Rotunda-Berg und an den Abhängen des Sâtor- und
des Tresztyaer Plesa-Berges, obzwar nur in untergeordnetem Maasse. An
der Landstrasse über die Botunda ist das Vorkommen eines Agalmatholithartigen Kaolines interessant, welches durch einen grossen Steinbruch auf­
geschlossen wurde. Dieses Mineral ist das Zersetzungs-Endprodukt des
Pyroxen-Andesites. Die Spalten und Höhlungen des Pyroxen-Andesites der
Berge um Tresztya herum sind häufig durch Chalcedon ausgefüllt, welcher
ebenfalls ein Zersetzungsprodukt des Andesites ist. (Siehe die Fig. 14.)
b) Die Andesite der Bodnaer Alpen , der Bistritz- und Tiha-Tlbäler,
der Berge H en yul und Szrimba.
Innerhalb der Bodnaer Alpen kommen die verschiedenen Varietäten
der quarzlosen Andesite, nach meinen Beobachtungen (223, 219), theils in
normaler Beschaffenheit, theils in Grünstein-Modificationen, unter ähnli­
chen Verhältnissen, wie die bereits beschriebenen Dacite, vor, nämlich in
Form von Gängen und Lagergängen theils in den krystallinischen Schie­
fern, theils in den eocsenen und oligocsenen Karpathensandsteinen einge­
keilt, ohne irgendwelche Detritusgebilde. In petrographischer Beziehung
sehr nahe zu den Daciten stehend und auch in ihrem Habitus ganz über­
einstimmende Gesteine sind die Biotit-Arnphibol-Andesite. Normale der­
gleichen Andesite untersuchte ich aus dem Cormaja-Thal, vom CsorojBerg und von der Fundstelle Namens Tyabu Debreceni. Unter dem Mikro­
skop sah ich ausser den makroskopischen Gemengtheilen auch winzige
Quarz-Körnchen in der feinkörnigen, mikrofelsitisehen Grundmasse, der
Übergang in den Dacit ist also klar. G. vom B a t h liess den Feldspath eines
solchen grossporphyrischen Biotit-Andesites durch K i e p e n h e u e r analysie­
ren und erhielt die Zusammensetzung der Andesin-Beihe. (224.)
In den Grünstein-Modificationen kommen dieselben Mineralgemengtheile vor, aber sowohl der Amphibol, als auch der Biotit erlitten eine voll­
ständige Umänderung, indem sie in eine gelblichgrüne oder grünlichgelbe,
blätterige oder faserige, kaum dichroistische Substanz sich verwandelt
haben, welche ausserdem stark zerfasert und in feine Splitter zerfallen
erscheint. Der Magnetit wird meistens durch Pyrit-Körnchen ersetzt. Die
Grundmasse ist überhaupt mikrokrystallin oder mikrofelsitisch, ohne ausnehmbarer Glasbasis, in welcher unter dem Mikroskop manchmal auch
Quarz-Körnclien sichtbar werden. Die hieher gehörenden Gesteine treten
hauptsächlich in der Umgebung der Erzgruben auf, in Form ausgedehnter
Gänge, welche die krystallinischen Schiefer dicht durchbrechen. Solche
Gesteine untersuchte ich aus den Amalia- und Ferdinand-Stollen, ferner
auch von Zsigyel.
Normalen Amphibol-Andesit, blos mit Spuren von Biotit, haben
wir in der Masse des oberhalb Majer sich steil erhebenden Magura Por­
cului -Berges, welcher mit den typischen Hargita-Andesiten ganz identisch
ist. Sein spec. Gewicht bestimmte ich zu 2'65. Hieher gehöi't auch das
Gestein bei Funtina Haueri, in dessen rostbrauner, verwitterten Grund­
masse ausser kleinen, weisslichen Plagioklas-Körnchen ziemlich grosse,
schwarze, glänzende Amphibol-Prismen spärlich ausgeschieden sind. Das
spec. Gewicht ist 2-66. Ein drittes Vorkommen befindet sich bei Alt-Bodna,
bei der Sägemühle, am Eingang in das Isvor-Thal, wo der kleinporphyrische, glänzend schwarze Amphibolnadeln in grösser Menge enthaltende
Andesit einen mächtigen Gang im Glimmerschiefer bildet.
Einen Grünstein-Andesit habe ich von Ilva mika untersucht. In sei­
ner graulichgrünen, frischen, dichten Grundmasse erscheinen wenige, aber
grosse, milchweisse Plagioklas-Krystalle, mittelgrosse, bräunliche, matte
Amphibol-Säulchen und Pyritkörner. Unter dem Mikroskop erscheint der
aus der mikrokrystallinen Grundmasse ausgeschiedene Amphibol als eine
grüne, fein gefaserte, schwach dichroistische Substanz.
Endlich habe ich auch normalen Am phibol-Augit-Andesit von zwei
F’undstellen der Gegend Bodna’s erhalten. Die eine liegt am linken Szamosufer und heisst Zsigyel. Das Gestein erscheint, mit freiem Auge besehen, als
ein dioritartiges, dichtes Gemenge von milchweissen Plagioklas-Kryställchen und schwarzen, glänzenden Amphibolnadeln und nur unter der Loupe
sieht man auch wenig graue Grundmasse. Unter dem Mikroskop zeigen
sich ausser den erwähnten Mineralien noch hell gelbliche Augit-Krystall-
"257.
schnitte, erfüllt mit Magnetit in geringerer Menge, endlich auch einige
Biotit-Schüppchen. Das spec. Gewicht ist 2*72.
Die zweite Fundstelle ist das Isvor-Thal, von wo ich ähnliche Exem­
plare erhielt und untersuchte.
Die eruptiven Gesteine des Bistritz- und Tiha-Thales,, so auch der
Henyul- und Sztrimba-Berge hatte Dr. G. P b im i c s beschrieben (2 15, 455).
Es kommen hier reine Amphibol-Andesite vor, grösstentheils in GrünsteinModification und mit sehr variirender Struktur, nämlich dichte Varietäten
am Henyul und Sztrimba, im Tiha-Thale, kleinporphyrische ebenfalls von
hier. Am schönsten aber sind die durch grosse Amphibol-Krystalle porphyrischen Andesite, welche eine besondere Specialität des Henyul-,
Sztrimba- und Tiha-Thales bilden, so dass man sie kurz auch HenyulAndesite nennen könnte. Die Grundmasse dieser Gesteine ist grünlich­
grau, feinkörnig erscheinend, und aus dieser treten schwarze, glänzende
Amphibol-Krystalle von Nadelform bis 14 mm. langen und 6 mm.
dicken Prismen hervor. Neben ihnen kommt den kleinen, weissen Plagioklas-Krystallen eine untergeordnete Rolle zu. Das spec. Gewicht be­
trägt 2‘73.
Unter dem Mikroskop erkennt man, dass der Amphibol bereits in
grünlichbraune, faserige Chloritsubstanz übergeht und dass er mit Pla­
gioklas- und Magnetit-Einschlüssen erfüllt ist. In Gesellschaft des Chlori­
tes kommt auch Calcit recht häufig vor. Spärlich sieht man auch kleine
Pyrit-Körnchen neben Magnetit eingestreut. Die Grundmasse zeigt ent­
weder in reichlicher Glasbasis zerstreute Mikrolithe und opake Körnchen,
oder ist manchmal beinahe gänzlich mikrokrystallinisch.
In den Thälern der Bistritz und Tiha kommen auch feinkörnige bis
dichte, beinahe gleichartig erscheinende, grünlichgraue Andesite vor, in
welchen man mit freiem Auge kein besonderes Gemengtheil erkennen kann.
Ihr spec. Gewicht beträgt im Mittel 2-797. Unter dem Mikroskop erschei­
nen dieselben völlig krystallinisch körnig, eine Grundmasse fehlt beinahe
gänzlich, so dass man sie dioritartige Andesite nennen könnte.
Es treten ferner Amphibol-Augit-Andesite am Sztrimba auf und
zwar mit schwarzbrauner, dichter, man könnte sagen rhyolithischer, reich­
licher Grundmasse, mit 2‘ 756 spec. Gewicht; dann im Tiha-Thale solche
mit schmutzig dunkelbrauner oder grünlichbrauner, dichter Grundmasse
find mehr ausgeschiedenen Gemengtheilen, mit 2-66— 2’8 spec. Gewichten.
Letzterer zeigt Übergang in Grünstein und enthält auch kleine Pyrit­
körner. Endlich ein aus dem Bistritz-Thale stammender Amphibol-AugitAndesit zeigte eine aschgraue, erdige, feinporöse Grundmasse mit spärlich
ausgeschiedenen schwarzen, glänzenden Amphibol-Prismen.
Unter dem Mikroskop sieht man in ihren Grundmassen mehr oder
Dr. An ton K och : D ie Tertiärbildungen des Beckens der siebenbürgischen Landestheile.
17
258
weniger glasige Basis mit Mikrolithen und Opacit. Jene der GrünsteinModificationen ist beinahe vollständig krystallinisch.
Aus dem Tiha-Thale stammt ein, dem Henyul-Andesit ähnliches Ge­
stein, welches durch grosse Amphibol-Krystalle ebenfalls porphyrisch er­
scheint und .das spec. Gewicht 2'867 besitzt, welches aber unter dem
Mikroskop ausser dem Amphibol auch Augitkry stalle, zum Theil in gras­
grünen Chlorit umgewandelt, erkennen liess.
Endlich beschrieb Dr. G. P r im i c s auch reine Augit-Andesite, mit
dichter, theils aschgrauer, theils dunkelbrauner Grundmasse und den spec.
Gewichten 2’ 72— 2‘82. Ausgeschieden zeigen sich darin kleine, weisse Pla­
gioklas- und grünlichbraune Augit-Kryställchen. Fundstellen sind: der
Henyul-Berg und das Bistritz-Thal. Unter dem Mikroskop enthält die
Grundmasse beider reichlich glasige Basis mit vielen Mikrolithen- und
Opacit, welche manchmal Fluidalstruktur anzeigen.
*
Ob auf den Bergen Henyul und Sztrimba ausser den massigen Andesiten auch deren Trümmergebilde Vorkommen, darüber weiss ich nichts
Bestimmtes; im Bistritz- und in dem Tiha-Thale aber sind solche wirklich
vorhanden und zwar in überwiegender Menge, denn hier beginnt der an
Andesittrümmergebilden auffallend reiche, mächtigeKelemen- und Hargitagebirgszug.
c) Die Andesite des Kelem en- und Hargita-Gebirgszug es.
Der vereinigte Gebirgszug der vom Tihathale bis nach Mâlnâs hin­
unter reichenden Kelemen- und Hargita-Gebirge, hat in dieser NNW.—
SSO. Bichtung eine nahezu 150 Kilometer betragende Länge. Im Norden,
das ist in dem Kelemengebirge, erreicht derselbe bis 53 km. Breite. Gegen
Süden wird er allmälig schmäler, eine Breite von 30— 38 km. behält
aber bis zu der Landstrasse von Székelyudvarhely nach Csikszereda, und
nur südlich von dieser Strasse verschmälert er sich zu 30— 22 km., bis
der mächtige Zug in den Andesitausbrüchen des Büdösstockes und der
bei Mâlnâs sich isolirt erhebenden Nagy-Morgö und Liget-Berge, in sozu­
sagen zwei zugespitzten Zweigen sich verliert. Die Andesite und deren
Trümmergebilde bedecken innerhalb dieses Zuges mindestens gerechnet
ein Areal von 100 Quadratmeilen, woraus man die grossartige Thätigkeit
der einstigen Andesitvulkane auf diesem Gebiete leicht beurtheilen kann.
Mit seinen Gesteinen haben sich eingehender und zusammenfassend zu­
erst Dr. F r a n z H e r b io h und ich selbst beschäftigt (35 , 303), später haben
kleinere oder grössere Beiträge und Mittheilungen zur genaueren Kennt-
"259
niss der Gesteine und der geologischen Verhältnisse dieses Gebirgszuges
geliefert: G. v. B a t h (197), C. D ö l t e b (196), J. B u d a i (228), A l e x . S c h m id t
(244), G. P r im ic s (248), K. M o l n â r (194) und ich selbst (257); bis endlich
auf meine Anregung M. P ä l f y im Jahre 1895, nach der kritischen Sich­
tung der bisherigen Mittheilungen und auf Grund selbstständiger Unter­
suchungen, abermals eine zusammenfassende Studie über die Gesteine
des in Rede stehenden Andesitzuges veröffentlichte (300, 262), aus welcher
ich den wesentlichen Inhalt mittheilen will.
In dem Zuge des Kelemengebirges und der Hargita kann man drei
Typen der Andesite unterscheiden, nämlich: 1. den Typus der BiotitAndesite, 2. jenen der Amphibolandesite, und 3. jenen der Pyroxenandesite. Diese Typen sind wahrscheinlich die Folgen ebenso vieler, besonde­
ren Eruptionen und bilden, nach der Structur und der specielleren mine­
ralischen Zusammensetzung, zahlreiche Varietäten. Danach findet man
vertreten:
la. Biotitandesite, in welchen neben Biotit als wesentlicher Gemeng­
theil auch dem Amphibol eine Rolle zukommt. Ihr spec. Gewicht ist im
Mittel 2-45.
Ib. Typenmengung, in welcher neben Biotit und Amphibol in grösse­
rer Menge auch Pyroxen vorkommt. Das mittlere spec. Gewicht ist 2‘59.
2. Amphibolandesite, in welchen vorherrschend Amphibol vor­
kommt, und zw ar:
a) reine Amphibolandesite a) im normalen Zustande mit dem spec.
Gew. 2 '6 ; ß) grünsteinartige, mit dem spec. Gew. 2'83.
b) Am phibol-Pyroxen-Andesite: a) Amph.-Hypersthen-Andesite,
mit dem spec. Gew. 2‘6 4 2 ; ß) Amphibol-Augit-Andesite, mit dem spec.
Gew. 2'665.
3. Pyroxen-Andesite, in welchen ein Pyroxen vorherrschend ist,
und zwar:
a)
mit einem näher nicht bestimmbaren Pyroxen, das spec. Gew. =
2-665 ; b) Hypersthen-Augit-Andesite, in welchen die Menge des Hypersthenites die des Augites übertrifft; spec. Gew. = 2'6 8 2 ; c) Hypersthen-Ande­
site, in welchen der Augit entweder ganz fehlt, oder sehr untergeordnet
is t; spec. Gew. = 2‘7 ; d) Augit-Hypersthen-Andesite, in welchen die
Menge des Augites die des Hypersthenites überwiegt; spec. Gew. = 2-72;
•e) Augit-Andesite, in welchen Hypersthen entweder gänzlich fehlt, oder
aber sehr untergeordnet vorkommt, spec. Gew. = 2'76.
17*
260
la. Biotitandesit (Bildüs-Typiis).
Aus diesem Andesittypus sind die südlichen Endigungen der Hargita,
einestheils die aus dem Karpathensandstein isolirt sich erhebende mäch­
tige Kuppe des Nagy-Morgö, andererseits der am linken Altufer liegende
Büdösstock aufgebaut, und zwar grösstentheils massig, und nur unter­
geordnet auch in Form von Breccien und Lapilli. Nach dem Büdösstock
kann man diesen Andesit den Büdös-Typus nennen. Diese beiden, einBüdös B.
N.-Csomâl.
Fig. 'i'i. Ansicht des Büdösstockes von Norden aus.
ander nahe gelegenen eruptiven Massen fallen in eine nahezu westöstliche,
bogenförmige Linie, welche auf die NW—-SO. Streichungslinie des Hargitazuges quer steht. Die Abbild. 22 zeigt die Contouren des BüdösstockesVon Norden aus gesehen.
Die bewaldete, mächtige, schön gestaltete Kuppe des N agy-M orgö
erhebt sich neben der neuen Strasse, welche das Mâlnâser Bad im 'Alt*-
Fig. 23. Andesitkuppe des Nagy-Morgö von der Baröth-Mâlnâser Landstrasse gesehen.
thale mit der Baröther Eisenbahnstation verbindet, zu einer ansehnlichen
Höhe (siehe Fig. 23); fällt aber nach Norden zu in das Uzonka-Thal viel
steiler hinab. Bingsum kann man die mehr oder minder erhobenen und
gefalteten Schichten des neocomen Karpathen-Sandsteines und der Mergel­
schiefer beobachten.
Der quarzlose Andesit dieses Berges ist in Folge der Verwitterung
meistens ein mürbes Gestein mit rötlilichbrauner, poröser Grundmasse,
welches von ziemlich grossen, weissen Plagioklas-, schwarzen Amphibolnnd Biotit-Krystallen eine mittelporphyrische Structur erhält. Ein Über­
261
gang in quarzführenden Dacit findet so allmälig statt, dass man in der
Natur beide von einander nicht abgrenzen kann, und es auch wahrschein­
lich erscheint, dass beide Produkte einer und derselben Eruption sind.
Der Andesit des Büdösstockes ist in ganz frischem Zustande dunkel­
grau, manchmal beinahe schwarz, mit einer fett- oder perlglänzenden,
rhyolitisch-perlitischen Grundmasse, aus welcher schöne, weisse OligoklasKrystalle ziemlich dicht, mittel-, beinahe grobporphyrisch ausgeschieden
sind. Daneben erscheinen ebenfalls ziemlich häutig bräunlichschwarze,
meistens aber tompackbraune, stark glänzende Biotit-Blättchen und unter­
geordneter auch bräunlichschwarze Amphibol-Krystalle. Endlich sieht man
noch sehr spärlich zerstreut winzige, honiggelbe Titanit-Kryställchen und
rothe Granatkörner im Gestein. In etwas verwittertem Zustande wird die
Farbe der Grundmasse bräunlich; mehr verwittert aber heller graulich
oder auch röthlichgrau und zugleich wird ihre Structur rauhporös.
Den Plagioklas des Tusnâder Andesites analysierte K. J o h n , jenen vom
Set. Annen-See aber G. v. B a t h , und besonders letzterer zeigte entschie­
den die Zusammensetzung der Oligoklas-Beihe. Das spec. Gewicht wurde
zu 2‘655 bestimmt. Vom Gestein selbst, von verschiedenen Punkten ge­
nommen, liegen vier Analysen vor (35, 32i), welche ich tabellarisch neben
einander stelle, und zwar :
Nr. 1. Von Tusndd, aus dem Kövespadvâralja-Thale, ein sehr fri­
sches Gestein. In der dunkelbraunen, perlitischen, reichlichen Grundmasse
sind graulich oder bräunlichweisser Oligoklas spärlich, aber in ziemlich
grossen Krystall-Körnern, glänzend schwarze Biotit-Blättchen dicht und
Amphibolnadeln spärlich ausgeschieden. Analysirt durch F r a n z K o c h .
Nr. 2. Tusnâdbad. In schwärzlicher oder bräunlichgrauer, perlitartiger, untergeordneter Grundmasse viele und grosse, gelblich oder graulichweisse, glasige Oligoklas-Krystalle, schwarze, glänzende AmphibolSäulchen, schwarze und tompackbraune Biotit-Blättchen, endlich auch
einige Titanit-Kryställchen ausgeschieden. Analysirt im Laboratorium des
Prof. A. F l e i s c h e r in Klausenburg.
Nr. 3. Bükkszâd. Verwitterter Andesit, in dessen röthlich-aschgrauer,
matter, rauhporöser, reichlicher Grundmasse, weisser, glasiger, zum
Theil kaolinisierter Oligoklas ziemlich dicht, sechsseitige Täfelchen von
tompackbraunen Biotit ebenfalls so, und rothbraune matte Amphibol­
nadeln sehr spärlich ausgeschieden sind. Analysirt in Prof. A. F l e i s c h e r ’ s
Laboratorium.
Nr. 4. Tumâd,bad. In hellgrauer reichlicher Grundmasse gut ent­
wickelte Plagioklas-Krystalle und sechsseitige dunkelbraune Biotit-Täfel­
chen mittelporphyrisch ausgeschieden. Beide wurden auch separirt be­
sonders analysirt. Analysen von K. J o h n (172, 142).
26 2
Aus diesen Analysen habe ich in der fünften Columne das Mittel,
berechnet, daraus nun deutlich hervorgeht, dass die Biotitandesite des
Biidösstoekes in der Menge des SiO ä-Gehaltes den Daciten wirklich sehr
nahe stehen, und dass dieser beträchtliche SiO„2-Gehalt in der rhyolitischperlitischen Struktur der Grundmasse auch zum Ausdruck kommt. Damit
im Einklang steht auch das ziemlich niedrige spec. Gewicht des Gesteins,
welches aus der Bestimmung zahlreicher Exemplare im Mittel zu 2-45
gefunden wurde.
1
Si 0 2 .......................
-'I-J
.......................
Fe2 0 3..... ................
Mn2 0 3 ..................
Ca 0 .................. .
Mg 0 ........ .............
K, 0
.................
X it„ 0 .............................
Glühverlust . ........
Summe
........ ........
0 . Quotient ..........
Spec. Gew............... .
63-49
20-54
5-53
0-31
3-39
0-23
1-61
3-52
0-86
99-48
0-399
2-515
j
2
3
4
Mittel
65-92
17-20
4-82
65-92
16-77
4-57
1-59
4-64
0-24
2-86
3-25
0-08
60-64
21-08
3-98
63-99
18-89
4-72
0-47
4-28
0-35
2-54
3-54
1-26
100-00
0-354
2-489
100-85
0-443
—
3-66
—
3-98
3-14
1-28
100-00
0-342
—
—■
5-42
0-94
1-72
4-26
2.81
—
100-05
0-384
---
Neben der Bükkszâd-Tusnâder Strasse, an der Mündung des KomlöGrabens findet man eine Lapilli-Schicht entblösst, welche aus haselnussbis faustgrossen, eckigen Andesitbrocken besteht, dessen Grundmasse
gänzlich bimmsteinartig ist. Solche verwitterte Andesite mit bimmsteinartiger Grundmasse kommen auch in grösseren Massen anstehend am Wege
von Bükkszâd zum Annensee vor, und auch im Umkreise dieses Sees liegen,
am Ufer kleinere und grössere Brocken dieses Andesites. Ich fand das spec.
Gewicht dieser Varietät zu 2-11, und jenes des Bimmsteinlapilli nur zu
1'997. Im Letzteren ist nach F e . H erbich’ s partieller Analyse enthalten:
SiOt . . . 66'25 o/0, Al%03 und Fe%Os . . . 20-50 % . Die auffallende Höhe
des S?'Oä-Gehaltes weist also darauf hin, dass das erwähnte Bimmstein­
lapilli durch Erstarrung im Wasser der sauersten Partie des BüdösandesitMagmas entstanden ist, und vielleicht sind auch die Andesite mit bimmsteinartiger Grundmasse unter Wasser erstarrt.
Das Gestein und die Gasexhalationen des Büdösberges und deren
Wirkungen. Der Andesit des Büdösberges (1140 m.) ist ohne Ausnahme
stark verwittert, zum Theil in ganz zersetztem Zustande. Der verwitterte,
aber sonst normale Andesit findet sich am Bücken des Berges, und an
2ö3
I
solchen Punkten des gegen Südwesten gekehrten felsigen Abhanges, wo
die Felswände weniger zerklüftet sind und Gasexhalationen fehlen. Die
Farbe dieses Gesteins ist asch- oder röthliehgrau. In dieser matten, rau­
hen, bimmstemartigen Grundmasse sind weisse, zum grössten Theil kaolinisierte Plagioklas-Krystallkörner, in 1— 9 □ mm. Grösse ziemlich dicht,
glänzende, schwarze Biotit-Blättchen und Amphibol-Prismen spärlich aus­
geschieden. Das spec. Gewicht ist 2'47.
Ein ähnlicher röthlichgrauer, vielleicht noch mehr verwitterter An­
desit bildet gegen Osten zu die letzte Kuppe (1029 m.), welche durch die
Buinen der Bâlvânyos-Burg gekrönt wird. (Siehe die Abbild. 24.)
Überall sonst, wo aus den Spalten dieses Andesites Gase ausströmen,
hat das Gestein durch Einwirkung dieser Gase in der Peripherie der Spal­
ten eine wesentliche Umänderung erlitten. Dieser zersetzte Andesit findet
sich also hauptsächlich in der Nähe der drei Gashöhlen Namens Gyilkos
Büdös B.
Bâlvânyos Burgruine
Fig. 34. Der Büdösberg mit seinen Höhlen vom Bade Sösmezö aus gesehen.
Mörder), Büdös (Stink) und Timsös (Alaun). Nach Prof. L. I l o s v a y (310) ist
der Andesit ostwärts von der Büdöshöhle bis 120— 140 m., westwärts nur
bis zu einer geringeren Entfernung umgeändert. Seine Farbe variirt von
hell aschgrau bis graulichweiss; der zersetzte Andesit der Timsös-Höhle
ist etwas röthlich. Diese veränderten Andesite sind bedeutend leichter,
wie die normalen, fühlen sich trocken und rauh an, ähnlich wie Bimmstein oder gebrannte Ziegel. Auch seine mineralischen Gemengtheile
sind gänzlich zersetzt. Der Andesin wurde zu einem matten, milchweissen
Thon, Biotit und Amphibol zu gelblichen oder graulichen, matt glänzen­
den Pseudomorphosen umgewandelt. Am weitesten fortgeschritten ist die
Zersetzung an dem Andesite der Timsös-Höhle, denn dieser ist ganz zu
einer röthlichweissen, weichen, kaolinischen Substanz geworden. Das spec.
Gewicht dieser stark veränderten Andesite habe ich aus drei Wägungen
zu 2‘0 gefunden. Nach Prof. I l o s v a y enthält das zersetzte Gestein bis
3'581 °/o Schwefelsäure.
Eine genaue Analyse des zersetzten Andesites, von der Wand der
Biidös-Höhle unter der ausgewitterten Salzkruste genommen, hatte Prof.
264
ausgeführt (310). Das schmutziggraue Gestein ist sehr mürbe,
leicht, an die Zunge klebend, ohne Geschmack. Bei 180° verlor es i'5 5 <y0;
in Wasser waren davon löslich 2'94 o/0.
In dem bei 180° getrocknetem, zersetztem Andesit a) sind enthalten:
L . I losvay
Si 0_2
AI%0-a
Fe^Oo
F eO '
CaO
MgO
A'äO
Na%0
S03
C I ..............
b
a
78-673
65"33
6-662
17-89
1-197
2-03
—
1-51
......................
1-217
4-12
0-645
1-13
3-136
3-28
3-53
. .
3-877
■
—
...................... 3-581
.............
, 0-185
0-44.............
0'003 Glühverl. 0-69
Summe: 99-186
99-95
C
65-13
18-17
4-96
•
—
3-90
0-16
2-82
3-30
—
—
0-77
99-85
Zum .Vergleiche sind unter b) auch die Analyse des links von der
Höhlenmündung bl. in 100 m. Entfernung genommenen, ziemlich frischen
Andesites nach J. I l o s v a y , und unter c) das Mittel dreier Analysen vom
Andesit des Büdösberges (im Laboratorium des Prof. A. F l e is c h e r durch­
geführt) beigegeben.
Ein Vergleich zeigt uns, dass in Folge der Veränderung und Aus­
laugung des Andesites hauptsächlich Al203 sich in grösserer Menge ent­
fernt hatte, mit ihm aber auch ziemlich viel von den Metallen und
Alkalien^ der Percentualsatz der SiO% hat sich demgemäss in dem aus­
gelaugten Gestein beträchtlich vergrössert; dieser Auslaugungsprocess ist
jedoch aus der Menge der S 0 3 und Alkalien beurtheilt, weit noch nicht ab­
geschlossen. Die ziemliche Menge des Phosphorsäureanhydrids lässt auf
Apatit schliessen.
Die an zahlreichen Punkten des Büdösberges, besonders aber in den
schon längst bekannten drei Höhlen ausxtrömenden Gase, hatte in neue­
ster Zeit Prof. L. I l o s v a y eingehend untersucht (310). Nach ihm waren die
Dimensionen der Büdös-Höhle im Jahre 1884 folgende: Länge 14 m. ;
Breite 2 m., grösste Höhe 6 m., sonst nur 2— 3 m. Im Jahre 1893 war in
Folge von Einstürzen deren Länge nur mehr 10 m. Am inneren Ende ist
die Temperatur ziemlich beständig, nach 43 Beobachtungen 1P4— 12‘3°C.
Die Luft der Höhle ist beinahe immer mit Wasserdunst gesättigt.
Die Höhe der ausströmenden Gasschicht variirt vorne zwischen
5'5
13‘5
c m .,
hinten
z w is c h e n
171— 200 c m . Die m i t t le r e
Gasproben i s t :
p e r c e n t u a lis c lie
Z u sa m m en setz u n g d er g e n o m m e n e n
ca,
ILS
........
o
N
H 20 ( W a s s e r d u n s t )
95-55
0-37
0-14
2-64
1-31
100-00
Die Menge des H%S schwankt zwischen weiten Grenzen. Ans der
Höhe der entströmenden Gassäule und aus der Strömungsgeschwindigkeit
hatte I l o s v a y berechnet, dass jährlich beiläufig 723,000 m8 CO., und
4200 m3 HjS ausströmen, dem Gewichte nach 1,425,000 und 6400 kgr.
Oberhalb der Gasschicht der Höhle übersteigt der COj-Gelialt der Luft
niemals 3 o/o. Eine seit 1892 in Betrieb stehende C 0 2-ComprimirungsPabrik verdichtet jährlich 180,000 kgr. C 0 2.
Die Zusammensetzung der Gasexhalationen der anderen beiden
Höhlen ist folgende :
Timsös-
L O j ^ ] l:jS
O +N
95-30
4-70
Gyilkos-Höhle
95-71
4-29
Aus dem H^S-hältigen Gase scheidet sich an der Berührung mit der
Luftschicht freier Schwefel in Form sehr feinen gelben- Pulvers, aus, und
bildet auf den Höhlenwänden sich ablagernd, stellenweise eine bis 1 cm.
dicke Kruste. Die in der Gasschicht schwebenden, fein zertheilten Schwefelpartikelchen verleihen derselben, bei entsprechender Beleuchtung, eine
schwach gelbliche Färbung. Andererseits bildet sich in Folge der Oxyda­
tion des ausströmenden H%S auch Schwefelsäure, welche die extrahirbaren
Bestandtheile des Gesteines in Sulfate verwandelt, oder auch in freiem
Zustande in das, das Gestein durchsickernde Wasser und folglich auch in
die kleinen Quellen gelangt, welche unterhalb der Höhlen am Abhange
entspringen, wie das zuerst Dr. A. F l e is c h e r im Jahre 1875 nachgewiesen
hatte (199). Die an zahlreichen Punkten der Umgebung des Büdösberges
beobachteten Schwefel-Nester und Lagen zeugen entschieden für die ehe­
malige Verbreitung der Gasausströmungen. Auf diese werde ich jedoch
später noch zurückkommen.
Die von den Wänden der Höhle niederträufelnde Lösung, welche
man als Augenwasser benützt, hat nach I l o s v a y (II. 1884) und L u d w i g
{ L . 1889) folgende chemische Zusammensetzung:
2ÜI>
11. (1884)
Na CI ..................... . ... .... ... 0-0164
HjNajSOi ........ .........
_
0-4250
H^KzSOi ............. .................... 0-1211
MgSO^ .........
............. .
CaSO^........
... .......................
A l .S sO1»
.... .... ................
F e S O , ....................
„
.........
0-1488
0-3070
2-2771
0-2619
Summe: 3-5573
Orthokieselsäure
................
(freie)
................
//j.S' ....................
................
C ( L ....................
................
L. (1889)
0-0309
0-2399
0-0887
0-0459
0-2199
1-3468
0-1119
2-0840
0-2294
0-1999
2-1611
1-3941
1-12 cm3
778-3. cm8
Diesen Ergebnissen zufolge ist die relative Menge der^Bestandtheile
schwankend, und somit ist die Auslaugung des Andesites nicht gleichmassig.
Die Ausblühungen an den Wänden der Büdös- (a) und der TimsösHöhle (b) hatte L. I l o s v a y analysirt ( 3 1 0 , 47) und aus deren Resultaten
folgende Salze berechnet:
a
b
0 -5 0
0 -1 8
Na CI ... ..................... .................................
NadS ()i
................ ......................
IINaS()l
.............. .................................
3 1 -9 5
—
1 0 -7 6
A jN O t ....................
2 6 -9 5
—
........................
K H SO i ..................... ....... ..............
A l . S30
...............
........................
CaS<
.......................................................
Mg S O , ........
.... ...
FeSOt
..................... SiO,
......................
—
3 6 -4 0
7 -8 3
4 -0 7
6 5 -2 2
4 -6 6
1 -5 8
.............
...
1 -5 0
4 -7 1
_
.............
1 -8 7
5 -6 5
....
..............
0 -5 1
1 0 4 -3 4
—
löö-ocT
Wenn man schliesslich diese Reihe der ausgelangten Salze mit den
bereits mitgetheilten Analyse-Resultaten des frischen und des veränderten
Gesteines vergleicht: so gelangt man zu einer natürlichen Erklärung der
Einwirkung der ausströmenden Gase auf das Gestein und der dabei statttindenden chemischen Processe.
*
2(57
Ausser diesen hat M. P a l f y noch von Bibarczfalva und HomorödKeményfalva Amph.-Biotit-Andesite beschrieben; diese kommen aber ohne
Zweifel nur als Einschlüsse der Andesitconglomerate vor, da das an­
stehende Massengestein in der Umgebung dieser Orte noch nicht nachgewiesen ist.
Ib. Pyroxenhältiger B iotit-A m phibol-A ndesit (Typenmischwngj.
Bei Bibarczfalva zwischen den Gerollen des Baröth-Baches, dann
am Wege auf den Kukukberg, am Bergrücken Namens Széparcza in
groben Agglomeraten, auf dem Kukukberg anstehend, bei Galt in dem
gemengten Andesit und Basalt-Conglomerat, bei Csik-Somlyö und CsikSzt.-Kirâly kommen nach M. P â l f y Gesteine vor, welche man weder
Biotit-Amphibol, noch Hypersth.-Augit-Andesite nennen kann, da in ihrer
Zusammensetzung dem Pyroxen eine ebenso wichtige Bolle zukommt, als
dem Biotit und Amphibol.
Bei Bibarczfalva und Galt haben dieselben eine bläulich- oder
dunkelgraue, harte und zähe Grundmasse und ein spec. Gew. von 2-6 4 5 ,am Kukuksberg, bei Csik-Somlyö und Csik-Szt.-Kirâly aber besitzen sie
eine röthliche, mürbe Grundmasse und ein spec. Gew. von 2-56. In beiden
Abänderungen erblickt man unter dem Mikroskop ausser den, schon mit
freiem Auge sichtbaren Plagioklas, Biotit und Amphibol in ansehnlicher
Menge auch Hypersthenit-Krystallschnitte und wenig Augit. An einem
Handstück von Kukuksberg beobachtete P â l f y eine Butschfläche und in
dessen Spalt kleine Hämatit-Kryställchen. An der Stelle Paphomloka am
Kukuks berg kommen die durch Fe. H e r b ic h entdeckten (229, 30i) und von
A l . S c h m id t beschriebenen,'*' prachtvollen Hämatit-Krystalle ebenfalls
nicht im Amphibol-Andesite vor, sondern in den Höhlungen und Spal­
ten eines Andesites, welche die soeben beschriebene Typen-Vermengung
darstellt.
2 . Amphibol-Andesite.
Beine Amphibol-Andesite in normaler Ausbildung a) sind von
Csik-Magostetö (Gipfel), Homoröd-Keményfalva, von der Facza Timeuluj
im Kelemengebirge und von dem U jerdötetö— ß) grünsteinartige von dem
Ujerdötetö (Gipfel) und aus dem Bistritz-Thal beschrieben. Jene sind heller
oder dunkler graue, manchmal röthliche, manchmal ganz schwarze Ge­
steine.Die lichteren sind mittelporphyrisch, die dunkleren kleinporphyrisch
a)
*
1883. p . 547.
Hämatit aus dem Hargita-Gebirge. Zeitschr. f. Kryst. u. Miner. V II. B.
2f!8
und die schwarzen ganz dicht. Ihr mittleres spec. Gewicht beträgt 2‘ 6.
Die Grundmasse der meisten enthält nicht viel Glasbasis und zeigt zwi­
schen gekreuzten Nikols Agregatpolarisation. Ausgeschieden findet man
Feldspathmikrolithe in fluidaler Anordnung, Magnetit und verschiedene
Zersetzungsprodukte.
Die grünsteinartigen sind schmutzig grünlichgraue, dichte Gesteine,
in welchen blos Feldspathlamellen auffallen. Ihr spec. Gewicht ist 2‘ 71
und 2‘83. Unter dem Mikroskop erscheint Amphibol grösstentheils in
Krystallfragmenten und Fasern, beinahe gänzlich in Chlorit umgewandelt.
Ihre Grundmasse ist beinahe vollständig mikrokrystalliniseh, mit nur
wenigen Spuren amorpher Basis.
Nach Dr. S ava A t h an asiu (328, 429) kommt ein Amphibol-Andesit
auch im Kelemengebirge, in der Gegend des «Triplex confinium», inmitten
der Pyroxen-Andesite vor. In seiner beinahe dichten, graugrünlichen
Grundmasse sind kleine, meistens weissverwitterte Plagioklas-Krystalle
und zahlreiche Säulen von Hornblende ausgeschieden, was dem Gestein
eine sehr ausgesprochene, mittelkörnige, porphyrische Struktur verleiht.
U. d. M. erscheint die Grundmasse fast holokrystallinisch ausgebildet, mit
blossen Spuren einer glasigen Basis. Der Plagioklas gehört der LabradorJieilie an. Die Hornblende schnitte haben eine braungrünliche oder braungelbe Farbe mit kräftigem Pleochroismus. Im Allgemeinen nähert sich
diese Hornblende mehr der sogenannten propylitischen grünen Horn­
blende, als der basaltischen. Es zeigen sich also die Merkmale eines Über­
ganges in die Grünstein-Modification, ähnlich, wie ich solche an den Andesiten Bodna’s beobachtet habe.
Hieher muss man auch das Tridymith führende Gestein des GeréczesSattels (an der Grenze von Csik- und Gyergyö) rechnen. Es ist das ein
bläulichgraues, vollkommen gleichartig erscheinendes, tafelig abgesonder­
tes Gestein, erfüllt mit flachen Blasenräumen, an deren Wänden durch
Eisenoxyd gefärbte Tridymith-Drillinge in grösser Menge aufgewachsen
erscheinen. Über seine mineralische Zusammensetzung gibt auch das
Mikroskop keinen sicheren Aufschluss. Aus der, auf das polarisierte Licht
schwach einwirkenden Grundmasse sieht man winzige Feldspath-Kryställchen, viel Magnetit-Körnchen und schwarze, stellenweise gelblich durch­
scheinende Nadeln ausgeschieden. Diese Nadeln hält M. P a l f y für Amphi­
bol, da er bei einigen schwache Lichtabsorption bemerkt hatte. Tridymith
kommt stellenweise, wenn auch spärlich, auch in der Grundmasse vor.
b)
Am phibol-Pyroxen-Andesite sind beschrieben von dem Gelenczk
vom Fusse des Csik-Magos und von Maros-Toplicza (Bânfi-szölö). Es sind
das ziemlich frische, klein- oder mittelporphyrische Gesteine mit aschoder bläulichgrauer, häutig poröser Grundmasse, in welcher makroskopisch
269
kleinere oder grössere, gelblichweisse oder weisse, meistens etwas zersetzte
Plagioklas- und schwarze Amphibol-Krystalle oder Nadeln ausgeschieden
sind. Ihr mittleres spec. Gewicht beträgt 2-642. Unter dem Mikroskop be­
merkt man neben diesen Mineralien in bedeutender Menge auch Hypersthenit, meistens in kleineren, selten grösseren prismatischen Krystalldurchschnitten; ja auch wenig Augit ist sichtbar in grünlichen Kryställ­
chen. Ihre Grundmasse enthält gewöhnlich viel Glasbasis.
Aus dem Andesitconglomerat des V a rg ya s-T h a ies ist ein kleinporphyrischer Amphibol-Augit-Andesit, mit dem spec. Gewicht 2'6ß5, be­
schrieben.
3. Pyroxen-Ändesite.
Diese sind in der Hargita am meisten verbreitet. In ihrer dunkel­
grauen, oder wenn verwittert, heller grauen, manchmal röthlichen Grand­
masse erscheinen gewöhnlich nur kleine Feldspath-, seltenerauch schwarze
Pyroxen-Kryställchen und manchmal auch einzelne, glänzende AmphibolSäulchen ausgeschieden. Nach den Associationsverhältnissen der farbigen
Mineralien können 5 Varietäten unterschieden werden, u. zw ar:
a) Mit einem näher nicht bestimmbaren P y r o x m . Dunkelgraue, bei­
nahe schwarze, sehr dichte, gleichartig erscheinende, sehr spröde Gesteine
mit muscheligem Bruch, in welchen blos einzelne Feldspath-Körnchen
ausgeschieden sind. Das mittl. spec. Gewicht beträgt 2'662. Sie kommen
bei Bélbor und an dem Punkte Namens Prislop Timenluj des Kelemengebirges vor. Unter dem Mikroskop bemerkt man, dass beinahe sämmtlicher Feldspath in Form winziger Mikrolithe ausgeschieden ist. Ausser
ihnen kommen noch v o r : in winzigen Krystallfragmenten ein pvroxenartiges Mineral, dann sehr viel Magnetit, wenige Phematit- und LimonitFlecke und grünliche Zersetzungsprodukte.
b) H yp ersth en -A u g it-A n d esite bilden die Hauptmasse der Hargita
und finden sich besonders in den nördlicheren Theilen des Gebirgszuges
weit verbreitet. Im Allgemeinen sind das dunkelgraue, nur im verwitterten
Zustande heller graue, dichte Gesteine, mit wenig und kleinen Mineral­
ausscheidungen. Ihr spec. Gewicht befindet sich um 2 ‘ 7 herum. M. P â l f y
hatte Exemplare von folgenden Fundorten beschrieben : Mâlnâsbad, Bi­
barczfalva, Vargyas-Thal, Homorödbad, Lövéte-Thal, Kâpolnâs Olâhfalu,
Kirulybad, Nagyerdö, Csudâlö, Gainâsza, Ostoröcz, Batrina, Tolvajos, Hargitatetö (Gipfel), Mesterhâza, Maros-Toplitza, Borszék, zahlreiche Punkte
des Kelemengebirges, Bistritz-Thal.
c) H y p ersth en -Andesite. Es sind das seltener röthliche, meistens
verschieden licht- oder dunkelgraue, beinahe schwarze, kleinporphyrische
Gesteine, aus deren dichter, reichlicher Grandmasse weisser Plagioklas
270
häufig, grünlichschwarze Hypersthennadeln seltener ausgeschieden er­
scheinen. Ihr mittl. spec. Gewicht ist 2-7. Unter dem Mikroskop sieht man
neben vorherrschendem Plagioklas und Hypersthen.it, sehr selten auch
Augit- und Olivin-Körnchen. Ihre Grundmasse enthält mehr oder weniger
Glasbasis mit Mikrolithen und Krystalliten. Fundorte, von welchen Hand­
stücke untersucht wurden, sin d : Homoröd-Keményfalva, Nyirestetö zwi­
schen Olähfalu und Csikszereda, Maros-Göde -aus den Agglomeraten, Csobotân, am Wege nach Mar. Toplitza, Bistritz-Thal.
d) A.ugit-H ypersthen-A ndesite. Diese haben das Aussehen der vori­
gen Varietät und kommen nördlich vom Büdösstock, den ganzen Hargitazug entlang, mit den vorigen zusammen, jedoch in kleineren Massen, vor.
Handstücke wurden von folgenden Fundorten untersucht: Vargyas-Thal,
Bad Homoröd, Csik-Szent-Kirâly, Délhegy, Bucsintetö, Mezöhavas, OrotvaThal (in der Breccie), Toplitza-Bach, zahlreiche Punkte des Kelemengebir­
ges, Bistritz-Thal.
e) A u g it-A n d esit findet sich im Kelemengebirge häufig, kommt aber
auch unterhalb des Bades Tusnâd, im Altflusse einen Felssporn bildend,
dann bei dem Mâlnâsbade vor. Letzteren werde ich jedoch, in Anbetracht
seiner besonderen Eigenschaften, besonders beschreiben. Dem Aussehen
nach sind dieselben identisch mit dem Vorigen.
Die grössten Augit-Krystalle fand ich in dem schönen, porphyrischen
Augit-Andesite des Közrezhavas, am Wege von Ditrö nach Borszék, aus
welchem sie auch herausgelöst werden können.
Die chemische Zusammensetzung der Amphibol- und Pyroxen-Andesite lässt sich aus der folgenden Tabelle entnehmen, in welcher, dem
Werke H e r b i c h ’ s entnommen, die Analysen-Eesultate von Andesiten 9 ver­
schiedener Punkte zusammengestellt sind, und zw ar:
Nr. 1. Von K â p oln d s-Olähfalu. In einer röthlich-aschgrauen, matten,
etwas verwitterten, jedoch noch dichten Grundmasse sieht man ausge­
schieden : kleine oder mittelgrosse, röthlich- oder graulichweisse AndesinKörner ziemlich häufig, matte schwarze Pyroxen-Prismen seltener und
auch einige grössere, glänzend schwarze Amphibol-Prismen. Analysiert in
Prof. A. F l e is c h e r ’ s Laboratorium in Klausenburg.
Nr. 2. N agyerdö. In dunkelgrauer, dichter, frischer Grundmasse
kleine und mittelgrosse weisse Plagioklas-Körner und grünlichschwarze
Pyroxen-Prismen ziemlich dicht ausgeschieden. Grössere Amphibol-Prismen mit glänzenden Flächen sehr untergeordnet. Analysiert in Prof. A.
F l e is c h e r ’ s Laboratorium.
Nr. 3. B a d H om orod. In violettbrauner, dichter, frischer Grundmasse
mittelgrosse, weisse oder gelbliche Plagioklas-Körner ziemlich häufig,
grünlichschwarze kleine Pyroxen-*Prismen seltener, glänzende Amphibol-
i>71
Säulen sehr selten ausgeschieden. Analysiert in Prof. A.
boratorium.
F
l e is c h e r ’ s
La­
Nr. 4. Toplitza-Bach. In der schwarzgrauen, dichten, reichlichen
Grundmasse sieht man zahlreiche kleine Plagioklas-Kryställchen ausge­
schieden. Unter dem Mikroskop bemerkt man auch wenige Amphibolnadeln
und unzählige Augit-Krystallschnitte. Analysiert von K. J o h n . (1 7 2 , 120 .)
Nr. 5. B a d Tusnâd. Andesit-Felssporn im Altfluss. Die schwarzgraue,
dichte, schimmernde Grundmasse besitzt einen splitterigen, flachmusche­
ligen Bruch. Ausgeschieden sieht man glänzende, wasserklare PlagioklasKryställchen und gelblichgrüne Pyroxen-Körner. Analysiert in Prof. A.
F l e i s c h e r ’ s Laboratorium.
Nr. 6. Hargitateto (Gipfel), tafelig abgesonderter, frischer Andesit.
In der bräunlichgrauen, dichten Grundmasse sieht man kleine, glänzende,
gelbliche, durchsichtige Plagioklas-Blättchen und hie und da schwarze,
matte Pyroxen-Prismen. Analysiert in Prof. A. F l e i s c h e r ’ s Laboratorium.
Nr. 7. B a d Hornoröd. Ziegelrother Andesit. In der ziegelrothen,
dichten Grundmasse zeigen sich punktweise flimmernde Plagioklas-Blätt­
chen und etwas dichter grünlichbraune Pyroxen-Prismen und Körner.
Analysiert in Prof. A. F l e i s c h e r ’ s Laboratorium.
Nr. 8. B élbor. In der dunkel bläulichgrauen, dichten, fettglänzenden
Grundmasse dieses eigenthümliches Andesites erblickt man nur dicht aus­
geschiedene, flimmernde, kleine Plagioklas-Blättchen. Analysiert in Prof.
A. F l e i s c h e r ’ s Laboratorium.
Nr. 9. Augit-Amphibol-Andesit der Gegend von M a ros-T oplitza. Aus
der schwarzgrauen, dichten, vorwiegenden Grundmasse sieht man viele
kleine Feldspath-Kryställchen ausgeschieden. Unter dem Mikroskop zeigen
sich neben dem vorherrschenden Augit auch grössere Amphibolnadeln.
Der Feldspath ist Plagioklas und Sanidin, der erstere ist jedoch in grösse­
ren Krystallen vorhanden. In seiner Grundmasse ist Glasbasis deutlich
zu sehen. Analysiert durch K. J o h n . (1 7 2 , 120 .)
27 2
Si 0 ,
A l, <>,
l-V., <),.......
M n, 0 ; ; ........
Ca 0
........
Mg 0
........
K., 0
..........
Na., 0 ........
(ilühverlust
1
2
3
4
5
6
7
8
9
60-09
18-08
10-08
58-15
12-59
15-45
1-56
8-01
Spur.
1-52
2-56
0-16
57-98
19-05
10-14
61-09
20-31
5-10
55-99
15-17
11-27
1-03
8-79
Spur
1-74
5-56
0-45
55-24
13-20
12-44
5-54
11-61
51-29
19-96
16-07
61-27
9-24
15-19
61-09
20-31
5-10
8-99
3-08
0-39
0-65
1-10
6-09
0-81
2-01
3-87
0-97
—
4-95
1-04
—
5-60
0-16
—
5-11
—
1-71
4-57
1-44
5-09
0-81
2-01
3-87
0-97
5-68
■-
0-31
1-31
0-63
2-48
3-85
0-67
—
Summe ...... . 100-00 100-00 100-00 100-25 100-00 100-00 100-00 100-00 100-25
0-445
0-333
0-627
0-502
0-516
0-531
0-480
0-458
0-460
O -Quotient_
2-66
2-63
2-727
2-791
2-793
2-655
2-677
2-734
2-724
Spec. Gew. . .
Neuesten» ist von Dr. S a v a A t h a n a s iü eine schöne Studie über die
Gesteine und geologischen Verhältnisse der nordöstlichen Ecke des Kelemengebirges, welche zum Theil bereits in der Moldau und Bukowina liegt,
erschienen (328, 429). A t h a n a s iü untersuchte von zahlreichen Piinkten des
Kelemengebirges etwa 80 Gesteinsexemplare und kam zu der Überzeugung,
dass diese nur einem Typus, nämlich dem Pyroxen-Andesittypus ange­
hören. Nur an einem Punkte, zwischen Lucaciu und Pietrile roşie, fand er
auch einen zur Grünstein-Modification hinneigenden Ainphibol-Andesittypus. Vom Pyroxen-Andesittypus fand er folgende Abarten vertreten :
a) Augit-Hypersthen-Andesit. Es sind das graue, dichte Gesteine,
deren Hauptgemengtheile sin d : Plagioklas aus der Labradorit- oder einer
noch sauereren Reihe, Augit, Hypersthenit und Magnetit. In der Mehrzahl
der Fälle herrscht der Augit vor, in anderen tritt derselbe neben dem
Hypersthen stark zurück und so bleiben fast reine Hypersthen-Andesite.
Accessorisch beobachtet man ganz untergeordnet: Hornblende, Olivin und
Quarz. Die Grundmasse ist fast immer stark mikrolithisch, mit einer mehr
oder weniger glasigen Basis.
Die Hauptmasse des Kelemengebirges, von dem untersten Theile
bis zum Gipfel des Kelemen Isvor und Lucaciu besteht aus dieser Varietät,
b) Augit-Hypersthen-Hornblende-Andesite. Es sind dies meistens
poröse, dunkelgraue oder röthliche Gesteine, manchmal mit einer sehr
ausgesprochenen porphyrisehen Struktur. Sie sind sehr verbreitet im un­
teren Theile der andesitischen Masse als Lava, meistens aber als Tuffe,
ünd gehören wahrscheinlich zu den ältesten Eruptionsgliedern.
c) Augit-Andesite. Dunkelgraue oder schwarze, hasaltähnliche Ge­
steine, manchmal als Schlacken vertreten. Als ein treuer Begleiter des
Augits kann der Olivin bezeichnet werden, in welchem Falle dann diese
273
Gesteine einen Übergang zu den Basalten darstellen. Sie kommen auf dem
Gipfel des Kelemen Isvor, der Pietrile roşie und des Piciorul Tziganului,
aber auch im unteren Theile am Bache Haita und Panacu vor.
Hier will ich noch die am Kelemen Isvor vorkommenden freien
Schwefelausscheidungen und deren Gestein erwähnen. Das ursprüngliche
Gestein ist, nach C. D o e lte r, ein Augit-Andesit mit prächtigen AugitKryställehen und viel Plagioklas. Unter dem Mikroskop ist auch etwas
Sanidin zu sehen. Nach der Mittheilung von J. Kremnitzky (116, H l) kommt
derber Schwefel am nördlichen Abhang des Kelemen Izvor, bei den Quellen
des Nyagra-Baches vor. Der Gipfel des genannten Berges besteht aus
schwarzgrauem Pyroxen-Andesit und dieser hält bis zur Hälfte des gegen
den Nyagra-Bach abfallenden Abhanges an. Unterhalb dessen kommt in
steilen Felspartien ein, theils tuffartiger, theils porcellanartiger Andesit
vor und auch der gegen Norden sich erhebende Petrisel-Berg besteht aus
solchem umgeänderten Andesit. Entlang der oberen Grenze dieses Gesteins
nun kommt der derbe Schwefel in 50— 60 Kubikfuss betragenden Nestern,
in Begleitung von gelblichweissem, schieferigem Thon und Andesitcongloinerat vor. Das Muttergestein des Schwefels ist eigentlich ein weisser,
stark verquarzter Andesittuff, dessen Höhlungen der Schwefel ausfüllt.
Aber auch schwarzgrauen Pyroxen-Andesit fand Kremnitzky mit Schwefel
imprägnirt. Dies Gestein ist etwas porös; in seiner dunkelgrauen Grundinasse sind glänzende Plagioklas-Kryställchen mit Zwillingsriefen ausge­
schieden und auch Pyrit ist eingesprengt. Der krystallinische Schwefel
durchdringt das ganze Gestein in kleinen Partikeln. Die chemische Zu­
sammensetzung ist nach B. Erv.
SiO^
v.
Sommaruga (116, 142) die folgende:
................................................................
A k ß s ............... ...........................................
FeO ......................................................................
CaO ..................................
.........
McjO
................................................................
K J ) ................ ...........................................
X nJ ) .................................... ' .....................•
IIJ) ...............................................................
Schwefel (S)
.................... .............................
Summe
58-58
15-14
7-57
4-31
1-83
1-15
1-12
I -64
6*81
98" 45
Ich zw eifle nicht daran, dass auch dieses Schwefelvorkommen, ebenso,
wie jenes des Büdös-Berges, lange Zeit hindurch wirkenden H^S-Exhalationen seinen Ursprung verdankt, wenn auch solche Gasausströmungen
dorten bisher noch nicht beobachtet wurden. Möglich, dass die GasexhalaDr. Anton K och : D ie Tertiärbildungen des Beckens der siebenbürgischen Landestheile.
18
274
tionen hier bereits aufgehört haben; für wahrscheinlicher halte ich es
aber, dass in dieser schwer begehbaren, abseits liegenden Gegend Sach­
verständige solche Punkte noch nicht entdeckt haben.
Nach F. P o s e p n y ( 1 2 1 , 135), der das Vorkommen im Jahre 1 8 6 6 be­
sucht hatte, befinden sich die Andesite und die damit verbundenen Tuffe
und Breccien in der Umgebung der Nyagra-Quellen in einem hydroquarzitischen Zustande. Vorherrschend kommt ein zerfressener Quarzit vor, in
dessen Poren sich öfters Alunit zeigt. Opal und Jaspis ist sehr verbreitet.
Ein anderer Theil der Andesite ist zu einer matten, verblassten, an die
Zunge klebenden, Schwefelreaktion zeigenden Masse geworden und kommt
ebenfalls mit Tuffen in Verbindung vor. Der Schwefel ist an einem Punkte ~
in derben, manchmal noch krystallinischen Partien an die verblassten
Breccien gebunden. An einem anderen Punkt kommt derselbe in den
Höhlungen des weniger zersetzten Andesites ausgeschieden vor. Wir ha­
ben hier ganz deutlich das Ergebniss einer Solfatarenwirkung vor uns.
Eine ipS-hällige Quelle entspringt übrigens noch heute in dem Bergtheile
Namens Puturom.
D ER H Y PERSTH EN H ÄLTIGE AUGIT-ANDESIT DES MÂLNÂSBADES.
Dieses interessante Gestein wurde im Jahre 1885 von Dr. A lex .
Schmidt in mineralogischer und petrographischer Hinsicht nach einem
Handstücke beschrieben (243, 313 und 244, 39), welches W ilh . Z sigmondy
von dort mitbraehte. Das röthliche oder aschgraue, rauhporöse, gleichartig
erscheinende, feinkörnige Gestein enthält in der aus Plagioklas-Mikrolithen bestehenden Grundmasse, ausser Augit-Krystallen Magnetit-, H ä­
matit- (?) und Apatit(?)-Kryställchen in grösser Menge. Tridymith bekleidet
blos die Wände der Höhlungen, auch die Hypersthenit-Kryställchen und
einzelne Amphibole kommen meistens in solchen oder in deren Nähe vor.
Ob man den Hypersthenit zu den Hauptgemengtheilen des Gesteines rech­
nen darf, das hält Schmidt für wahrscheinlich, umsomehr, da die Hypersthen-Krystalle auch zwischen den übrigen Gemengtheilen, wenn auch
nur sporadisch, Vorkommen. Quarz-Körner und glimmerige Fasern zeigen
mehr oder weniger Charactere von Einschlüssen. Im Jahre 1886 unter­
suchte Dr. G. P b im ic s das Gestein u. d. M. (248, 149) und fand, ausser den
bereits nachgewiesenen Mineralien, sehr selten noch Zirkon; auch 01ivin(?)
und Brookit(?) glaubte er zu erkennen.
Im Jahre 1888 besuchte ich selbst den Fundort und constatierte
(257, 297), dass dieser, wahrscheinlich infolge Fumarolenwirkung nach­
träglich umgewandelte Augit-Andesit oberhalb des Mâlnâsbades, vom stei­
len Abhange des Liget-Waldes angefangen, die neue Landstrasse entlang
275
bl. 2 Km. weit anstehend, wahrscheinlich einen mächtigen Gang im neocomen Karpathensandsteine bildend, vorkomme. Das feinkörnige, gleich­
artig scheinende, feinporöse, zellige, röthliche oder aschgraue Gestein
wurde im Liget-Walde in einem grossen Steinbruch gewonnen, da man es
als leicht bearbeitbarer^, ausgezeichneten Baustein bei der Restauration
des Kronstädter Domes verwendet hatte.
Ich habe in den Spalten der hier gebrochenen, unregelmässig poly­
ödrischen Blöcke, ausser Kryställchen von verwittertem, rostrothem Hypersthenit und Tridymith, auch Va— 1 mm. breite, papierdünne, glänzende
Kryställchen (oB, B) von Haematit (Eisenglanz) reichlich ausgeschieden
gefunden, jedoch nie zusammen mit den Vorigen in einer Spalte. Ausser
den secundär ausgeschiedenen Mineralien, scliliesst dieser Andesit auch
kleine Fragmente fremder Gesteine ein. In jeder Hinsicht gleicht also
•dieses Gestein dem Augit-Andesite des Aranyer Berges im Hunyader Comi­
tate, welches ich weiters beschreiben werde.
AN DESIT-DETRITUS-GEBILDE DES KELEM ENGEBIRGES UND DES
H ARGITAZU GES.
In keinem Andesitgebirge Siebenbürgens kommen die Detritusgebilde
dieses Gesteines in solcher Menge, Mannigfaltigkeit und Ausdehnung vor,
wie in dem Kelemengebirge und Hargitazuge. Man kann entschieden be­
haupten, dass der massige Andesit, im Verhältnisse zu seinen Detritus­
gebilden, eine so untergeordnete Bolle in dem Aufbaue des Kelemengebir­
ges und Hargitazuges spielt, dass er vielleicht kaum 10 Percente deren
Gesammtmasse ausmacht und folglich seine gewohnte Ausscheidung auf
den geologischen Karten gewiss übertrieben gross ist. Am besten kann
man sich über die Bichtigkeit dieser Behauptung in dem tiefen Durch'
bruche der Maros überzeugen, wo man nur an einzelnen Punkten den
massigen Andesit, in den enormen Massen der weit überwiegenden Tuffe,
Breccien und Agglomerate eingekeilt, vorfindet. Nur gegen die Gipfel des
Gebirges zu und auf dessen Bücken kommt der Andesit auch in grösseren,
horizontal ausgebreiteten Massen vor.
Auf den geologischen Karten sind auf den beiden Gehängen des
Andesitzuges die gröberen Agglomerate und die feineren Tuff-, nebst
Breccienablagerungen des Andesites in zwei separirten Zonen ausgeschie­
d en ; in der Natur jedoch sind diese Verhältnisse bei Weitem nicht so ein-:
fach. Es fällt nämlich sehr schwer die verschiedenen Formen und Bestand­
theile dieser Gebilde abgesondert und einzeln für sich in Betracht zu
ziehen. Überhaupt findet man hie und da in den verschiedensten Abarten,
von Mohnkorngrösse bis zu einigen Metern im Durchmesser, Andesit18*
276
Blöcke und Gerolle zusammengehäuft. Diese liegen entweder lose, ohneOrdnung zwischen oder über einander, auf diese Weise die vulkanischen
Agglomerate bildend, wie man solche besonders im Marosdurchbruch,
zwischen Batosnya und Maros-Toplicza, an zahlreichen Punkten gut auf­
geschlossen sieht. Oder es liegen die Andesit-Gerölle, Bruchstücke und.
Blöcke in feinem, tuffartigem Gement eingebettet, wodurch die Andesitconglomerate und Breccien entstehen. Prachtvolle Felsgruppen davon er­
heben sich z. B. in der Gegend von Ilva. Hier und auch an anderen Punk­
ten sind deren dicke Bänke in erstaunlicher Mächtigkeit, häufig mit gut.
geschichteten, feinen Tuffen wechsellagernd, abgelagert.
In der nordöstlichsten Ecke des Kelemengebirges, zum grössten
Theile bereits auf moldauischem Boden, spielen die Detritusgebilde des
Pyroxen-Andesites, in Form von horizontalen Schichtlagen, zwischen
welchen dünnere oder dickere, deckenförmige Andesitlager eingekeilt liegen,
eine Hauptrolle. Am nordöstlichen Fusse des Gebirges und an den tiefe­
ren Abhängen übertrifft die Masse der Detritusgebilde jene der Andesit­
lager um Vieles, gegen den Bücken und die Gipfel des Gebirges aber treten
sie gegen den Andesit allmälig zurück und werden die Rücken des Ge­
birges gewöhnlich durch mächtige Decken des Andesites gebildet. Breccien
finden sich am häufigsten und erreichen deren Andesiteinschlüsse manch­
mal den Durchmesser von 1 m. Die Zwischenräume der Blöcke sind durch
groben Tuff erfüllt; manchmal sind sie aber auch ganz lose, ohne ein
besonderes Cement, angehäuft (Agglomerate). Zwischen den Breccien und
Tuffen sieht man allerlei Übergänge sowohl in verticalei-, als auch in hori­
zontaler Bichtung; aber auch in typische Conglomerate übergehen sie,
deren Einschlüsse manchmal wirkliche, ausgeschleuderte Bomben sind.
Aus einem solchen Conglomerate ist z. B. der bereits auf moldauischer
Seite liegende Piciorul Boambilor (Bomben-Bergfuss) aufgebaut.
Diese Detritusgebilde mit einander, sammt den eingelagerten Andesitdecken, erreichen eine sehr bedeutende (900—41 0 0 m.) Mächtigkeit und
erheben sich an den Abhängen bis zu einer Höhe von 1500 m. und mehr.
Von organischen Einschlüssen findet sich nirgends eine Spur, aber auch,
keine sonstige Merkmale bezeugen, dass dieselben sich im Wasser abge­
lagert haben, indem auch das schlammige Aussehen einiger Tuffe nach­
träglich durch das intiltrirte Wasser hervorgerufen werden konnte. Sie
zeigen zum grössten Theil das Bild einer Anhäufung von Aschen, Blöcken
und Lapilli, welche auf trockenes Land niedergefallen sind.
Gut geschichtete, feinere Andesittuffe, ohne conglomeratische Ein­
lagerungen, findet man mehr in den äusseren beiden Zonen des Hargitazuges verbreitet. Auch diese haben eine bedeutende Mächtigkeit und grei­
fen manchmal aus den äusseren Zonen über die Sättel des Andesitzuges
277
hinüber, erheben sich also bis zu bedeutenden Höhen. Diese Tuffe findet
man gut entwickelt z. B. in der Gyergyö zwischen Beinete, Vârhegyalja
und Salomâs, ferner in der Csik' in den Umgebungen von Csik-Magos,
Dânfalva, Madaras und Csik-Râkos. In mächtigen Schichten erscheinen
sie auch an der Landstrasse zwischen Csik-Szereda und Olâhfalu, dann
auf dem Hochplateau zwischen Olâhfalu und Lövéte, in der Umgebung
des Bades Homoröd und an zahlreichen anderen Stellen. In diesen Tuffen
finden sich manchmal verkieselte Hölzer- und Pflanzenabdrücke, Halb­
opale und menilithartige Lagen. So kommen z. B. neben Gyergyö-Bemete
verkieselte Birkenzweige vor, welche sammt der Binde durch milchweissen
Opal silificiert wurden; est ist das Wahrscheinlich die Betulaprisca E t t g s h .
In den zum Theil milchweissen, meistens .aber gelblichen Opalen, welche
bei Lövéte aus dem Andesittuffe herstammen, fand H e k b ic h Helix sp. und
'Phragmites-siTÜge Beste. Wachsopal in den Andesittuffen habe ich noch
bei Maros-Toplicza und auf der Anhöhe Namens Griedenreg über der
Eisenbahnstation Homoröd gefunden. Die in dem Kormos-Thale bei Füle
vorkommenden braunen, menilithartigen Opale enthalten, ebenfalls nach
H e b b i c h (35, 279) verkieselte Pflanzenreste, welche an Phragmites Oeningensis erinnern. Es scheint daher, dass man es in den äussersten Zonen
des Hargitazuges auch mit Andesittuffen, welche sich im Wasser abge­
lagert haben, zu thun habe.
Endlich entfernter vom Hargitazuge, habe ich an mehreren Stellen,
zwischen den, in der südlichen Hälfte des Beckens vorherrschenden sar­
matischen Schichten eingelagert, einen sehr fein geschlemmten, dünnschieferigen, weissen Andesittuff gefunden, welcher zwar sehr an den
ober-mediterranen, schieferigen Dacittuff erinnert, sich jedoch durch seinen
geringeren SiO ä-Gehalt und die Abwesenheit von mikroskopischen QuarzKörnchen davon unterscheidet. Solche feine Andesittuffe fand ich auf den
Anhöhen von Dicsö-Szt-Mârton, südlich von Mediasch gegen Szâsz-Ivânfalva zu, bei Szakadât und wahrscheinlich gehören auch die bei Galacz
(neben Fogaras) auftretenden weissen Tuffe hieher. Diese weit zerstreuten,
feinen, schlammigen Tuffe bilden aber nur mehr dünne, häufig unter­
brochene Einlagerungen innerhalb des sarmatischen Tegels und kommen
nirgends in solchen Massen vor, wie der ältere Dacittuff. Wahrscheinlich
sind diese Einlagerungen infolge des Niederfallens von weiter ausgewor­
fener feiner Asche — während der Eruption irgend einer Andesitvarietät —
in das sarmatische Binnenmeer, entstanden. Da man in diesen Tuffen
manchmal auch 'Spuren von schwarzen ■Biotit bemerkt, ist es am wahr­
scheinlichsten, dass sie von der ausgeworfenen Asche des Biotit-AmphibolAndesites herstammen.
\
278
d) Der eigetdhünd.ieh veränderte Augitandesit des A ra ny er Berge»
und./ seine Mineralien.
Diese aus dem Marosthal sich auffallend erhebende, kahle vulkanische
Kuppe (siehe die Abbild. 25) liegt gegenüber von Piski, am rechten Maros­
ufer, an der Einmündung des Strellflusses. Ihre Höhe ü. d. Meer ist 392 m,
und weil das Marosufer am Fusse des Berges in 189 m. Höhe liegt, so er­
hebt sich die Kuppe bl. 200 m. hoch über die Marosebene und bedeckt bl.
ein Areal von 1 □
km. Mit den geologischen Verhältnissen, dem Gesteine
und den nachträglich ausgeschiedenen Mineralien dieser hochinteressan­
ten Bergkuppe habe ich mich zuerst eingehend im Jahre 1878 beschäftigt
(205,331). Wegen der Wichtigkeit des Gegenstandes bin ich später noch
wiederholt darauf zurückgekommen (210 u. 274) und haben sich noch
G. von K ath (224), Dr. A lex . Schmidt,1 P. G roth,2 G. F ranzenau ,8 J. K ren n e r (239), Dr. G. P rimics (240) und andere mit dem Gestein und den Mine-
*
Dévaer Gebirge.
Aranyer B.
Fig. 25. Die Aranyer Andesitkuppe von Szâszvâros (Broos) ans gesellen.
ralien dieser Bergkuppe beschäftigt. Ich will jedoch hier nur die petrographische Beschreibung des Gesteins wiederholen.
Das Gestein kommt hier in vielen Farbenabstufungen vor, unter die­
sen sind aber drei als die häufigsten hervorzuheben. Die erste (1) besitzt
eine aschgraue oder aschbläuliche, sehr dichte, splitterig brechende Grund­
masse, mit kaum einigen mineralischen Ausscheidungen, und das ist das
ursprüngliche Gestein.
Die zweite Abänderung (2) ist röthlichgrau, der feinkörnigen Structur,
Porosität und rauhen Beschaffenheit wegen einem Sandsteine ähnlich und ■
kann als in Umwandlung begriffener Andesit betrachtet werden. Es ist dies
das herrschende Gestein der Kuppe, welches durch unzählige kleine Stein1 Krystallographische Elemente des Pseudobrookits. Földt. Közlöny. 1878p. 273.
2 Zeitschr. f. Kryst. u. Mineral. 1879, p. 306.
3 Krystallographische und optische Untersuchungen über den Am phibol des.
Aranyer Berges. Zeitschr. für Kryst. u. Mineral. V III. B. 1884, p. 568.
brüche aufgeschlossen ist. Die dritte Abänderung (3) hat eine rein röthliche
Farbe, ist sehr zeilig-porös und wegen ihrer rauhen und zerreiblichen
Beschaffenheit einem Sandsteine noch mehr ähnlich. Dies ist das völlig
umgeänderte Gestein. Nach den makro- und mikroskopischen Unter­
suchungen, auf welche ich hier nur einfach hinweise, sind die wesentlichen
Bestandtheile dieses Gesteines : ein dem Andesin am nächsten stehender
Plagioklas (in der Grundmasse), Augit, Magnetit, Biotit und Eisenverbin­
dungen als Zersetzungsproducte. Als Einschlüsse wurden nachgewiesen :
ein ziemlich grosses Enstatit-Korn, grüner Augit und Quarzkörner häufig,
ausserdem grössere, eckige Fragmente von verschiedenen fremden Gestei­
nen. Die Grundmasse des frischen, aschbläulichen Gesteines ist, u. d. M.
besehen, unregelmässig zerspaltet, graulichweiss durchscheinend, erfüllt
mit kleinen Magnetit- und Opacit-Körnchen und Staub; wirkt auf das
polarisierte Licht schwach ein, kann also für einen semikrystallinen Felsitgenommen werden. Gut abgegrenzte Feldspath-Krystalle sieht man in
dieser Grundmasse nicht, aber die Grundmasse selbst verhält sich chemisch
wie Andesin. Kleine hellgrüne Krystallschnitte des Augit, rothbraune zer­
fetzte Blättchen von Biotit und kleine oder grössere Körner und Krystalle
von Magnetit aber heben sich scharf aus der Grundmasse ab.
Die Grundmasse des halb und ganz umgeänderten Gesteins ist voll­
ständig krystallin und zeigt, ausser den übrigen Gemengtheilen, auch
Spuren von abgegrenzten Andesin-Leisten. Sehr selten kann man in diesen
auch hyacinthroth durchscheinende Krystallschnitte von Pseudobrookit
beobachten.
'Dem nach kann man das ursprüngliche Gestein einen biotithältigen
Augitandesit nennen. Dies wird auch durch die chemischen Analysen des
F r . K och und durch die Zahlen des spec. Gewichtes bestätigt, u. zw ar:
1. des frischen, aschbläulichen und 2. des veränderten röthlichgrauen
Gesteins.
SiO%
CaO
MgO
Na%0
K%0...
Glühverlust
Summe ....
O-Quotient
....
.............. .
Spec. Gewicht ......................
In Salzsäure löslich
,.J . ^
1.
2.
61-62
18-95
5-73
0-77
6-21
0-41
2-12
2-50
0-31
98-62
60-45
19-12
5-37
1-00
5-90
1-09
3-40
3-12
0-53
99-98
>
0"415
2"68
6-304°o
0"444
2-60
8%
280
Die Salzsäurelösung des frischen Gesteines nahm, mit Staniol er­
hitzt, eine schwach violette Färbung an, was auf die Gegenwart von TiOt
schliessen lässt. Indem man die Zahlen der beiden Analysen vergleicht,
fällt zuerst die grössere Menge der Si0_2 im frischen Gestein auf, so dass
bei dessen Umänderung 1’ 17 % SiO% sich entfernen'musste ; damit zugleich,
haben sich 0 3 6 o/o Fe%03 und 031 CaO entfernt; während die übrigen
Bestandtheile in wenig veränderter Menge zurückblieben, ausgenommen
K%0 und Na%0, dessen kleinere Menge im frischen Gestein (Nr. 1) wahr­
scheinlich aus dom 1‘3 8 % betragenden Analysen-Verlust zu erklären
wäre. Die ausgeführten Bestandtheile werden wir theils als neue Silicate,
theils als Titanate, theils als freie SiO^ in den Spalten und Höhlungen des
umgeänderten Gesteines vorfinden.
Die Gesteinseinschlüsse sind zum grössten Theil Thonglimmerschiefer-Brocken aus dem nahen krystallinischen Schiefergebirge; zum klei­
neren Theil eckige Stückchen eines klein- oder grobkörnigen Gesteines,
welches aus weissem, durchscheinendem Plagioklas, öhlgrünem Augit,
welcher allmälige Übergänge in dunkelbraune Eisenoxydhydrat-Körner
zeigt, und aus wenig grauem, derbem Quarz besteht. Da ein ähnli­
ches Gestein auf Siebenbürgens Boden unbekannt ist, dürften diese Ein­
schlüsse in grossen Tiefen in das Magma des Augitandesites hineingerathen sein.
Der halb oder ganz umgewandelte Augitandesit der Bergkuppe ist
reich an später gebildeten interessanten und seltenen Mineralien. Was
deren A'orkommen anbelangt, muss ich vorausschicken, dass ein grösser
Theil derselben an das Dasein der erwähnten Einschlüsse gebunden ist.
Diese Einschlüsse nämlich haben sich entweder selbst in neue Mineralien
umgewandelt, welche in eine rostbraune,»schwammige Masse eingebettet
liegen, oder die Mineralbildungen sind in den Höhlungen an dem Contacte
des Augitandesites mit den Einschlüssen ausgeschieden. Hier muss man
also auf Contactwirkungen schliessen, wenn wir die Bildung der Mineralien
erklären wollen. Ein kleinerer und interessanterer Theil der Mineralien ist
von dem Dasein der Einschlüsse unabhängig, indem diese die Wände der
Spalten und Höhlungen des umgeänderten Augitandesites allgemein be­
kleiden. Die Bildung dieser Mineralien kann am einfachsten auf die Ein­
wirkungen von Fumarolenthätigkeit zurückgeführt werden.
Auf Basis sämmtlicher Untersuchungsdaten konnte ich im Jahre 1885
aussprechen (241,44): das ursprüngliche Gestein des Aranyer Berges ist
ein Augitandesit, in dessen Spalten, infolge der eigenthümlichen, wahr­
scheinlich durch Fumarolenwirkung verursachten Veränderung die Aus­
scheidung folgender Mineralien stattfand : Amphibol, Ilypersthenit, Pseudobrookit, Tridymith, Hämatit, Apatit. Diese secundären Bildungen waren
“>s'l
aber später, sammt dem Gestein, auch der zersetzenden Einwirkung der
Athmosphärilien ausgesetzt und sind es natürlich noch jetzt.
\on Mineralien der Contactbildung sind bisher die folgenden be­
kannt : Anatas, Anorthit, Amphibol, Apatit, Augit, Dichroit (?), Granat, Hä­
matit, Titanit und Tridymith.
Die eigentüm lich veränderten Augitandesite des Aranyer Berges und
des Mâlnâser Liget, mit ihren interessanten Mineralbildungen, gehören zu
den merkwürdigsten tertiären Eruptivgesteinen des siebenbürgischen
Beckens, dergleichen an keinem Punkte unseres Vaterlandes bisher gefun­
den werden konnten; 111 den Trachyten des Puy de Dome, im Dolerite der
Aetna und in der Leucitlava des Yesuv aber sind ähnliche Mineralbildun­
gen schon länger bekannt.
Bemerkenswerth ist noch, dass beide Ausbruchsstellen auf die süd­
lichsten Enden der siebenbürgischen vulkanischen Spalten fallen und dass
beide, von den Haupt-Andesitmassen abgetrennt, ganz isolirt inmitten der
sedimentären Gesteine Vorkommen; endlich, dass in der Nähe der Mâlnâser
Ausbruchstelle die letzten Spuren vulkanischer Thätigkeit, nämlich die
reichlichen Kohlensäure-Ausströmungen des Mâlnâsbades, noch heute in
Wirksamkeit sind.
e) Die Andesite der Dévaer Gebirgsgruppe.
Die Gruppe der um Déva herum sich erhebenden, mittelhohen, schön
geformten Kuppen (siehe Abbild. 25) sind durch verschiedene Struktur­
varietäten eines einzigen Andesittypus aufgebaut und dieser steht in Bezug
auf die Mineralausscheidung am nächsten dem Typus der Büdösandesite ;
aus seiner chemischen Zusammensetzung, dem spec. Gewicht und auch
aus der Structur der Grundmasse geht jedoch hervor, dass er weniger
sauer ist. .
Am leichtesten zugänglich und somit auch am bekanntesten ist das
Gestein des Burgberges. In der aschgrauen, sehr rauhporösen Grundmasse
findet man viel weisse, glasigrissige Labrador-Krystalle (5 --1 0 mm. im
Durchmesser), weniger schwarze Amphibol-Prismen und noch weniger
schwarzbraune, sechsseitige Biotit-Blättchen mittelporphyrisch ausgeschie­
den. Das spec. Gewicht ist 2'66.
Das Gestein der gegenüber des Burgberges sich erhebenden Kuppen
erhält durch die, aus der dunkler grauen, weniger porösen Grundmasse
ausgeschiedenen, 2 — 3 cm. Länge erreichenden, grossen LabradoritKrystalle eine grossporphyrische Structur. Besonders am Abhange, Namens
Beiana, in einem kleinen Steinbruch am Bande des Waldes, kann man das
schönste grossporphyrische Gestein bekommen.
28-2
Ein, dem Gestein des Burgberges ähnlicher, mittelporphyrischer
Andesit, jedoch mit dunkler grauer und dichterer Grundmasse, wird am
Berge Petrösz in grossen Steinbrüchen gebrochen. In allen Vorkommnissen
sieht man neben dem vorherrschenden Labradorit noch frische und glän­
zend schwarze Krystalle von weniger Amphibol und Biotit ausgeschieden.
Prof. J . S z a d e c z k y hat in den Einschlüssen dieses Andesites auch Sapphyr
nachgewiesen (332, 296).
In dem etwas verwitterten Andesite mit ähnlicher Textur, habe ich
im Csengebach-Thal, ein Netz von Erzadern bildend, im-Jahre 1878 fol­
gende Mineralien beobachtet: * Chalkopyrit, Hämatit, Malachit, Tyrolit,
Quarz und Calcit. Die Kryställchen des Quarz, als unterste und älteste
Schichte überziehen die Wände der Eisse. Darauf haben sich die Erze ab­
gelagert und als letztes Produkt in der Eeihe der Ausscheidung sitzen zu
oberst die Kryställchen von Kalkspath. Ich habe jedoch nirgends bemerkt,
dass der Erzgehalt des Andesites an dieser Stelle mit einer auffallenden
Veränderung oder Grünsteinmodification des Gesteins verbunden wäre.
Nach den chemischen Analysen, welche Ereih. E r v . v . S o m m a r u g a im
Jahre 1866 ausgeführt hatte, ist die chemische Zusammensetzung der oben
erwähnten zwei Texturabänderungen die folgende :
1
SiOş,
.................... ..
Ä l A ......................
FeO ........................... .
CaO ........................
MgO
...............
...
K J ) ......................
NaO
.................... ..
Glühverlust ... ....
Summe
0 - Quotient .........
Spec. Gewicht ....... .
2. Gross1. Mittelporphyrisch porphyrisch
57-64
58-76
16-10
18-54
10-52
7-35
6-49
4-40
3-24
2-78
3-86
3-92
1-19
1-21
3-04
1-30
100-34
100.00
0-435
2593
0-454
2-619
AT
<-+nl
A
Liitiei
58-20
17-32
8-93
5-45
3-01
3-89
1-15
2-17
100-12
0-445
2-606
Der feine schiefenge Tuff des Déva-er Andesites ist auf dem südwest­
lichen Abhange und Sattel des Burgberges durch einen kleinen Steinbruch
aufgeschlossen, wo man deutlich beobachten kann, dass bläulichgrauer
*
A dévai trachitban elöfordulö érczerek kitöltése. (Ausfüllung der im Dév
Tracliite vorkommenden Erzadern.) Kolozsvâri Orv. Term.-tud. Târsulat Értesitöje.
Facbsitzung am 25. October 1878.
283
schieferiger Tegel, erfüllt mit kreideartigen Kalkknollen, wiederholt damit
wechsellagert. Ein Theil des Tuffes ist grobkörnig, sandsteinartig und in
diesem finden sich Blatt- und Fisch-Abdrücke; ein anderer Theil ist ganz
dicht, flach muschelig brechend, den man auch als Werkstein verwendete.
Diese Schichten gehören wahrscheinlich der in der Gegend von Déva vor­
herrschenden sarmatischen Stufe an, indem die Pflanzonabdrücke des
Tuffes, obzwar noch nicht genau bestimmt, sehr an jene von Felek und
Szakadât erinnern, sammt dem Fischabdruck, welcher sich in der Samm­
lung des Siebenbürgischen Museums befindet.
f) Die Andesite des siebenbürgischen Erzgebirges.
Die Ausbruchsmassen der Andesite können, nach D r . C. D o e l t e r
(173, 7), geographisch in die folgenden 7 Berggruppen oder Züge eingetheilt
werden: 1. die Bergzüge von Nagyâg-Hondol; 2. von Buda-Boicza; 3. von
Brâd-Ribicze; 4. von Zalatna-Stanizsa; 5. von Vulkoj-Konczu; 6. die
Gruppe von Yerespatak und 7. jene von Offenbânya.
Uber die Andesite des ersten (1) Zuges kann man nach B. v o n I n k e y ’ s
Studien (242) folgendes sagen. Das Gestein der Kalvarien-Gruppe (Kuppe des
Colcisor und Pojana, Grösser Kalvarienberg, Kuppe Ederreich) ist ein
Amphibol-Augit-Andesit.
Seine petrographischen Kennzeichen sind die folgenden : Die Grund­
masse ist dunkelgrau, bald ins Violette (Colcisor), bald ins Bräunliche
ziehend (Kalvarienberg), in Folge der Verwitterung veränderlich. Neben
dem ausgeschiedenen Amphibol, Augit und Magnetit ist Biotit ein seltener
und fremdartiger Gast. Der Feldspath zeigte, n a c h der SzABÖ’ s c h e n Flammenreaction geprüft, das typische Verhalten der Labradoritreihe.
Bei Hondol ist das Gestein des (Joranda-Berges ein Amph.-Andesit
mit starker Grünstein-Modification. In seiner grünlichbraunen, ziemlich
frischen, dichten Grundmasse ist gelblicher, glasiger Plagioklas ziemlich
dicht und röthlichbrauner Amphibol spärlicher ausgeschieden. Dr. J. S z a d e c z k y fand in dem Amphibolandesite von Nagyâg Cordieriteinschlüsse
(277, 323).
Der bläulichgraue, sehr dichte, mit dem Muttergestein vollständig ver­
schmolzene Einschluss besteht im Wesentlichen aus Cordierit, in welchem
viele Biotit-Blättchen, Magnetit, Sillimanit und wenig Hämatit eingeschlos­
sen sind. Neuestens hatte er auch Korund darin nachgewiesen (332, 296).
Die Andesite des zweiten (2) Bergzuges kommen, nach Dr. G. P r im i c s
(312), in folgenden Typen und Varietäten vor:
a) Amphibol-Andesite. Sie sind überwiegend mehr oder weniger
grünsteinartig oder auf andere Weise verändert. Dem entsprechend ist auch
281
ihre Farbe sehr wechselnd. Auch ihre Structur ist entweder dicht, anschei­
nend körnig, aber auch porphyrische und granitoporphyrische findet man
infolge des reichlich ausgeschiedenen Amphibols. Makroskopisch erkennt
man Plagioklas, Amphibol-Krystalle und Pyrit-Körner ; nebenben zeigen sich
auch manchmal Quarz und Biotit, so dass man solche Varietäten für
Typenmengungen des Dacit mit Amphibolandesit halten kann. Hieher
gehört z. B. der Andesit des Fauragu-Berges. Der Plagioklas hat sich in den
meisten Fällen, nach der SzABÖ’schen Flammenreaction, als ein typische?
Bytownit erwiesen. U. d. Mikr. sieht man Magnetit-Körner und ApatitNadeln ungemein häufig, Pistazit-Körner in den grünsteinartigen Gesteinen.
ß) Pyroxensandesite Unter diesen kann man dreierlei Varietäten un­
terscheiden :
1. Augitandesite bilden in der Umgebung von Szelistye und Herczegâny, auf dem Gebiete zwischen den Drajka- und Styirba-Bergen,
so auch auf der nördlichen Seite des Styirba (Le Gostariculuj) kleinere
oder grössere runde Hügel und Kuppen. Ihre Farbe ist ins Bläuliche zie­
hend grau, heller getüpfelt. Makroskopisch ausgeschiedene Mineralien
sin d : Plagioklas, Augit, Magnetit, accessorisch Amphibol, Biotit, sehr sel­
ten auch Quarz. In den mit bläulichem Hyalith ausgekleideten Höhlungen
sieht man auch Hypersthen-Nadeln. Quarz und Biotit sind praeexistirte
Mineralien, welche das Gestein aus dem eingeschmolzenen Dacit über­
nehmen konnte.
2. Die normalen Hypersthen-Andesite sind frisch hell- oder ein wenig
düster gelblichgrau. Ihre Structur ist sandsteinartig körnig, selten grob
tuffartig. Makroskopisch sichtbar sind in ih n en : kleine flimmernde, grau­
liche oder weisse Plagioklas-Krystalle, schwarze, an den Bändern bräun­
lich durchscheinende, schwach glänzende, manchmal tafelige PyroxenKrystalle, manchmal 2— 3 mm. lange Amphibol-Prismen und Magnetit.
U. d. M. zeigt ihre Grundmasse mehr oder weniger glasige Basis und mikrolithische Partien. Unter den Gemengtheilen ist Plagioklas, Hypersthenit
und Magnetit stets vorhanden, Amphibol und Apatit nur manchmal, als
Seltenheit Biotit, Diallag, Leukoxen und Butil. Apatit-Kryställchen kom­
men besonders im Gestein des Magura Kurety in grösser Menge vor. Sie
kommen am nördlichen Bande des Buda-Kristyörer Gebirges, in separirten
Zug geordnet, von Seszuri (Cicera Dorobanculuj) bis nach Brad am Gura
Gosiu vor. Seine hauptsächlichsten Kuppen]sind: Prihogyistye, Lazar Branyeszku, Gurgujata und der Pietrosz bei Kristyor.
3. Die grünsteinartigen Pyroxenandesite haben eine grauliche,
schmutzig braungrüne oder selten auch dunkelbraune Farbe. Ihre Structur
ist körnig oder verschwommen porphyrisch, durch den spärlich einge­
streuten Amphibol. Pyrit ist eingesprengt. Mit Salzsäure brausen sie. Unter
F
den ausgeschiedenen Gemengtheilen kommt in Bastit umgewandelter
Hypersthenit und in Chlorit verwandelter Augit häufig vor. U. d. M. be­
merkt man neben diesen auch Eisenerz-Körnchen und grauliche CarbonatPartikeln, so auch Apatit. Sie kommen am Ghirda und Magura Kurety vor.
Im centralen Theil des Ruda-Kristyorer Gebirges, innerhalb der erzhältigen
Gebiete, bilden sie hervorragende Höhen, welche durch den normalen
Hypersthen-Andesit eingesäumt werden.
3. Über die Andesite des Brâd-Ribiczeer Zuges sagt C. D o e l t e r
(173, 7): Es sind dies hell gefärbte, meistens grobporphyrische, quarzlose
Gesteine, mit viel ausgeschiedenem Amphibol. Im Yalye Brad findet sich
auch wirklicher Dacit (?) unter ihnen. Hinter dem Potyingan fand er einen
Amphibolandesit mit dichter, bläulichschwarzer Grundmasse.
In der Sammlung des Siebenbürgischen Museums befinden sich
zahlreiche Andesitexemplare von Bukurest, Mihaleny und Talâcs (Zapogye).
Deren grösster Theil scheint —- makroskopisch untersucht
Grünstein Amphibolandesit mit dichter oder kleinporphyrischer Structur zu sein.
Ihre Grundmasse nämlich ist ins Grünliche ziehend grau oder braun,
gewöhnlich dunkel und d ich t; wenn frisch, dann splitterig, verwittert etwas
rauhporös. Allsgeschieden bemerkt man Plagioklas-Kryställchen mit glän­
zenden Spaltungsflächen, mehr oder weniger dicht, weniger, aber grössere
Amphibol-Prismen, welche meistens in glanzlose grünlichbraune oder
manchmal rothbraune Pseudomorphosen umgewandelt sind. In den meisten
stark grünsteinartigen Exemplaren sind auch Pyrit-Körner häufig. Dr. A c h .
S z é c h y erwähnt ( 2 9 9 , 260) vom Gird-Berge bei Bukurest einen kleinporphyrischen Hypersthen-Amphibol-Andesit.
In der westlichen Fortsetzung des Zuges kommt, nach Dr. J. P e t h ö , *
'n der Umgebung von Nagy-Halmâgy, in der Körösschlucht zwischen Tisza,
Leâsza und Csücs und in der nächsten Gegend, Andesitlava inmitten
grösser Tuffmassen vor. Nach Dr. F r . S c h a f a r z i k ’ s mikr. Untersuchung ist
es ein Hypersthen-Augit-Andesit mit pilotaxitischer oder hyalopilitischer
Grundmasse. In der Schlucht des Sirbi-Thales und bei Kis-Halmâgy tritt
jedoch untergeordnet auch Biotit-Amphibol-Andesit airf.
4. Der westliche Theil des Zalatna-Stanizsaer Zuges erhebt sich aus
dem neocomen Karpathensandstein; die einzelnen Kuppenberge des öst­
lichen Theiles aber durchbrechen die ober-mediterranen Ablagerungen. Die
Gesteine der Hauptmasse sind, nach C. D o e l t e r (173, i), grünliche, verwit­
terte Amphibolandesite. Folgende Kuppenberge bestehen daraus : Dealului
Unguruluj, Grohas, Piatra mori, Magura niegri. Am Grohasel ist das aus
*
Geologische Verhältnisse der Gegend von N agy-H alm âgy. (Bericht von 1894.1
Jahresberichte der ung. kgl. Geol. Anst. 1895. p. 49.
âsi'i
dem Karpathensandstein hervortretende Gestein ein grossporphyrischer
Amphibolandesit; dasselbe ist auch das Eruptivgestein des zwischen Cierbu
und Zalatna liegenden Dealu mare.
Die schöne Kuppe des südlich von Zalatna aus rothem Sandstein
sich emporhebenden, 878 m. hohen Judenberges besteht aus Pyroxenandesit.
Bei Fericsel kommt, nach Dr. A c h . S z é c h y (299, 260), ein grünstein­
artiger, dichter Amphibolandesit, mit dem spec. Gew. 2’68 vor. Das Gestein
des Baboja ist nach ihm ein kleinporphyrischer Hypersthen-Andesit.
Yon den im Siebenbürgischen Museum befindlichen Exemplaren kann
ich folgende erwähnen. Yon Tekerö dunkelgraue, dichte, splitterige, kleinpoiphyrische, sowohl normale, als auch grünsteinartige Amphibol-PyroxenAndesite. Spec. Gew. 2’71. Yon Közép-Alm âs (Colofeni) rein grünstein­
artige, kleinporphyrische Amphibolandesite mit reichlich eingestreutem
Pyrit. Yon Pacebaya kleinporphyrischer, stark grünsteinartiger Amphibol­
andesit. Im Gestein des Grohâs sieht man aus dessen hellgrauer, matter,
dichter Grundmasse weisslichgraue kleine Plagioklaskrystalle dicht, klei­
nere oder grössere Amphibolsäulchen seltener und tompackbraune BiotitSchüppchen sehr spärlich ausgeschieden. Es ist das also noch ein nor­
maler Andesit. Das Gestein des Dealu Mormontului bei Dupa piatra ist
ein stark verwitterter, kleinporphyrischer, grünsteinartiger AmphibolAndesit. Von Fericsel liegt ein dichter grünsteinartiger Amph.-Andesit
v o r ; von Stanizsa ein kleinporphyrischer, etwas grünsteinartiger Amph.Andesit, mit kaum verändertem Amphibol. Alle diese Gesteine sind, auch
nach Dr. A c h . S z é c h y ’ s mikroskopischer Untersuchung (299, S6o), pyroxenleere Amphibol-Andesite.
5. Unter den hauptsächlichsten Kuppen des Vulkoj-Konczu-Zuges be­
steht die Corabia aus mehr oder weniger verwittertem, grünsteinartigem
Amphibol-Andesit, der an Amphibol besonders reich ist. Aus ähnlichen
Gesteinen sind aufgebaut: die Kuppen Concu mare, Csicsera Ulinuluj und
Dealu Sudori (nach C. D o e l t e k 173, 7).
Nach meinen eigenen Beobachtungen besitzen die Gesteine der Co­
rabia im frischen Zustande eine dunkel grünlichgraue, verwittert eine ins
Gelbliche ziehende, dichte, splitterige Grundmasse, aus welcher ziemlich
dicht glasglänzende, kleine gelbliche Plagioklas-Krystalle, und grössere
grünlichbraune, seidigglänzende, faserige Amphibol-Pseudomorphosen
ausgeschieden sind. Die Grundmasse des aus der Grube Maria Loretto ge­
förderten Grünstein-Amphibol-Andesites ist dunkel graulichgrün, dicht
splitterig brechend. Alle haben daher eine kleinporphyrische, beinahe
dichte Structur.
6. Die Kuppen der Andesiteruptionen der Verespataker Gruppe
287
umgeben, in einen grossen Kreis gereiht, den aus Quarztrachyt bestehen­
den centralen Kirnikstock, so dass der Erzgehalt dieser centralen eruptiven
Masse in die peripherischen Andesite nicht mehr hineinreicht. In diesem
grossen Kreise erheben sich folgende Andesitkuppen oder Ausbruchs­
massen : Yursu, Tille, Zanoga, Gergeleu, Eotunda, Csereseu, Ghirda, Igren,
Despicata, Islaz, Sülle, Troâszelle, Murgeu, Giamina, Detunata, Piatra
Grăitori, die Csitera und Fretyâsza, Cicera Piatri und Nyegrilâsza bei Korna.
Ihr Gestein ist allgemein genommen ein mittelporphyrischer, normaler
Amphibolandesit mit 2'65 mittlerem spec. Gewicht und enthält von dem
Grade der Verwitterung abhängend, eine in Farbe und Textur sehr man­
nigfaltige Grundmasse, welche ich hier nicht näher beschreiben will. Die
ausgeschiedenen Plagioklas- und Amphibol-Krystalle erreichen manchmal
eine ansehnliche Grösse, wie z. B. auch auf der Murgheu-Kuppe. Die Ana­
lysen der aus den Andesiten des Eotunda und Rusziniâsza herausgelösten
Plagioklase führten zu den Andesin- und Labradorit-Eeihen.
Die chemische Analyse Br. E r v . v . S o m m a r u g a ’ s (113,472) eines Veres­
pataker Amphibol-Andesites mit röthlicher Grundmasse ergab folgendes
Eesultat:
SiO% ........ _
............................. 58-22
A IJ L ... .... ..............................
18-14
FeO ........ .... .............................
7-30
CaO ...........................................
7-26
MgO
........................... ................ 1-86
KJ)
...................... ................
3-80
X a J ) ...............
.............................
1-08
Glühverlust
......... ................
2-03
Summe ....
99‘69
O-Quotient
.... .............
Spec. Gewicht ............................
0"445
2’64
Das Gestein der Kuppe Giamina nähert sich bereits den Offenbânyaer Biotit-Amphibol-Andesiten.
Neben den überwiegend normalen Amphibol-Andesiten kommen an
einigen Punkten auch mehr oder weniger grün steinartige Varietäten vor
so z. B. auf der Fretyâsza bei Korna, auf der Citera (mittel- und kleinporphyrisch), und Dealu Damlestyilor (dicht) bei Bucsum, auf der Busziniâsza (mittelporphjTisch). In der ins Böthliche ziehenden, dunkel grün­
lichgrauen, dichten, splitterigen Grundmasse des Letzteren beobachtete
ich neben dem dicht ausgeschiedenen weissen, halb glasigen PlagioklasKrystall'en und wenigen, veränderten, grünlichen Amphibol-Säulchen noch
Magnetit- und •Hämatit-Körnchen.
r>8S
/
Sehr interessant ist auch clor veränderte Andesit der Cicera-Kuppe.
Nach C . D o e l t e r (1 7 3 ) sieht dieser, wenn er noch weniger umgewandelt
ist, dem Grünstein-Andesite der llusziniâsza ähnlich, nur dass der Am­
phibol zu fehlen scheint. In den Höhlungen der Feldspathe sieht man hie
und da Alunit, und daneben manchmal auch Schwefel-Kryställchen und
Gyps ausgeschieden. Unter dem Mikroskop bemerkt man in den Höhlungen
an den Stellen der Plagioklase sechsseitige Krystallschnitte des Alunites
und Gyps-Nadeln. Noch nicht zersetzter Feldspath kommt selten vor..
Auch der Amphibol ist vollständig zersetzt, Magnetit jedoch wohl erhalten.
Die Alunitbildung kann man sich aus der Einwirkung der Schwefelsäure
auf kalihältige Gesteine erklären. Die Schwefelsäure entstand wahr­
scheinlich aus der Oxydation der iJ2S-I)ämpfe, und auch die Ausscheidung
des freien Schwefels weist darauf hin. Da Alunit, Gyps und Schwefel die
Stellen des Feldspathes ganz einnehmen, bilden sie wahre Pseudomorphosen. Die freie SiO^, welche das umgeänderte Gestein durchdringt,
entstammt dem zersetzten Feldspath und der Grundmasse.
7.
Die Andesite der Offenbânyaer Gruppe haben mit Daciten ve
mengt die krystallinischen Schiefer durchbrochen. Sie gehören zum grössten Theil zu dem Typus des Biotit-Amphibol-Andesites (Büdösberg und
Rodna), und zeigen in ihrer heller oder dunkler grauen, rauchporösen
Grundmasse gewöhnlich neben bedeutend grossen, weissen PlagioklasKrystallen, schwarze, glänzende Ampliibol-Säulchen oder Nadeln und
spärliche, schwarze oder braune und broncefarbige Biotit-Schüppclien ausgeschieden. Der Feldspath, aus dem Gestein des Colzu Csoranuluj, durch
0. D o e l t e r analysirt, erwies sich als Labradorit. Einen ähnlichen, aber
mittelporphyrischen Andesit (mit dem mittleren spec. Gewicht 2'61) führen
die Fundstellen Namens Colzu lui Lazar, C. lui Ankes, Aralea Cziczaguruluj
und Val. Am bruluj; kleinporphyrische Andesite mit dem mittleren spec.
Gewicht "2'63 stammen aus den Stollen Barbara und Unverhofftes Glück.
Grossporphyrische Andesite weisen die Fundorte Colzu Poienitzi, Suligata
und Partes auf. Mehr oder weniger grünsteinartig sind die aus der Bar­
baragrube stammenden Andesithandstücke, mit viel eingesprengtem Pyrit,
ferner ein mittelporphyrischer Amphibol-Andesit der Valea Cziczaguruluj.
Endlich kommt auch ein sehr frischer Pyroxenandesit mit dunkel­
grauer Grundmasse vor, der die Kuppe des Colzu Bulzuluj in schön säulig
abgesonderten Massen zusammensetzt.
“289
Trümmergebilde der Andesite des siebenbürgischen Erzgebirges.
Breccien und Tuffe der Andesite kommen zwar auch im siebenbür­
gischen Erzgebirge vor, jedoch nicht so allgemein verbreitet und beiwei­
tem nicht in solchem Verhältnisse, wie in der Hargita.
So kommen in der Nagyâg-Hondoler Gruppe, nach B. v. I n k e y , die
Andesittuffe und Breccien nur untergeordnet, hie und da im Gebirge und
an dessem Rande vor. Die Andesiteruptionen von Nagyâg haben also über­
wiegend Lava geliefert; Tuffschichten im engeren Sinne kommen in der
Umgebung von Nagyâg gar nicht vor. In dem nordwestlichen Theil des
Gebietes findet man kleinere Tuffpartien, z. B. am südlichen Abhang des
Zsemena, ferner an der von hier nach Hondol führenden Strasse, wo er
auch Quarzgerölle und Thonbrocken einschliesst. In der Umgebung des '
Fauragaer Sees findet sich auch die Breccie eines grünsteinartigen Ande­
sites. Wirkliche eruptive Breccie kommt auch an einigen Punkten v o r ; am
meisten bemerkenswerth ist der Felsen des Lespedâr.
Sehr interessant sind die unter dem Localnamen «Glauch» bekann­
ten Breccien-Gänge von Nagyâg, welche B. v. I n k e y ausführlich beschrieb
(242,146). Ihr Auftreten überhaupt beschränkt sich auf die Region der
Grünsteina,ndesite, und hier scheinen sie hauptsächlich um die Züge der
Erzgänge herum vorzukommen. Ihre Grundmasse besteht aus einem
dunkelgrauen bis schwarzen, dichten, festen oder in verwittertem Zustande
weichen, sandigen Thon, welcher mit kleineren oder grösseren, eckigen
Bruchstücken der Nebengesteine (Grünsteinandesit, Sandstein, Tlion, aus
dem Conglomerat stammende Quarzgerölle) erfüllt ist. Es ist, zweifellos,
dass dieses Material unmittelbar von den Wänden der Glauchspalten her­
rührt. Da jedoch die Einschlüsse strenge genommen mit dem Mutter­
gestein, welches in nächster Berührung steht, nicht immer zusammen­
fallen, ist es klar, dass die. ganze Masse der Glauchausfüllung, vor ihrem
Festwerden, innerhalb der Spalten in gewisser Bewegung oderim Fliessen
war, was übrigens auch ihre makroskopische Fluidalstructur beweist. Die
Grösse der Fragment-Einschlüsse steht im Allgemeinen in einem gewissen
ständigen Verhältniss mit der Breite der Spalte, das ist mit der Mächtig­
keit, der Glauchgänge. In dem dichten Gewebe der Glauch-Gänge und
Adern herrscht die launenhafteste Unordnung, Windungen und Biegungen
Gangschleppung und Kreutzung, Ablenkungen, mit, einem Worte jegliche
Störungen und Unregelmässigkeiten der Gänge kommen hier dicht vor.
Unter den verschiedenen Erklärungsweisen, nach welchen sich die
Glauchgänge gebildet hätten, scheint mir am meisten noch die Theorie
einer Schlammeruption, welche B. von I n k e y aufgestellt hatte, annehmbar
zu sein. Nach dieser begann die Bildung der Glauchspalten unmittelbar
Dr. Anton K och : D ie Tertiärbildungen des Beckens der siebenbürgischen Landestheile.
19
290
nach clor vollständigen Erstarrung der Andesitmassen, und dauerte,
periodisch an der Oberfläche locale Erdbeben verursachend, sicherlich
lange Zeit hindurch. Dieses Spalten und Aufreissen aber dürfte die Aus­
gleichung jener Gleichgewichtsstörung gewesen sein, welche in Folge des
riesigen Druckes, der auf die mediterranen Ablagerungen übergeflossenen
und lastenden Andesitmassen entstand. Die entstandenen Spalten und
Risse wurden dann, unter dem fortwährend wirkenden riesigen Druck, mit
dem, aus den Bruchstücken und dem Zermalmungspulver des aufreissenden Nebengesteins, mit Hinzutreten des Grundwassers gebildeten
Schlamme, von unten nach aussen intrusionartig allmälig ausgefüllt. Die
Glauchbildung ist demnach nichts anderes, als eine mechanische Folge
der grossen Andesiteruption, welche die neuen Gleichgewichts-Verhältnisse
der festen und der flüssigen Massen regulierte. In Hinsicht auf das intrusive Aufsteigen des Gesteinmateriales ist der Glauch gewissermassen eine,
den bekannten Gesteinsgängen (Dykes) ähnliche Bildung; nur dass das
Material letzterer in heissflüssigem Zustande, jenes des Glauches aber als
kalter, flüssiger Schlamm emporstieg.
In der Boicza-Rudaer Gruppe findet man schon mehr ausgebreitete
Andesit-Tuff und Breccien-Ablagerungen. Diese Tuffe und Breccien liegen
über den ober-mediterranen Ablagerungen und bedecken auf der östlichen
und nordöstlichen Seite des Boiczaer Beckens bedeutende Flächen. Klei­
nere Flecke davon, meistens mit Gerölle und Nyirok bedeckt, kommen
noch auf dem Gebiete des Dorfes Seszur vor, ferner auch auf dem Gebiete
zwischen Kristyor und Bukurest. In der Umgebung von Trestya kann man
beobachten, dass die Tuffe unmittelbar auf den röthlichen, sandig-scliotterigen, ober-mediterranen Schichten liegen, und kann man aus dereir
regelmässiger Schichtung auf eine Ablagerung unter Wasser sclilieäsorn
Darauf hin weisen auch die hineingeschwemmten verkohlten Baumstämme,
und hie und da das Auftreten von Lignitflötzchen. Die eingeschlossenen
Gesteinsblöcke enthalten nur Amphibol, Plagioklas und Magnetit, sind
also typische Amphibol-Andesite. In dem Schlemmungsrückständen dieses
Tuffes erkennt man unter dem Mikroskop folgende Mineralien: Magnetit,
Ilmenit, Amphibol, Feldspath, Apatit, Granat- und Zirkon-Kryställcken.
In dem Brdd-Ribiczeer Zuge herrschen die Andesittuffe und Brec­
cien, nach den bisherigen Kenntnissen, gegen das eruptive Gestein, wel­
ches innerhalb jene]' kleinere oder grössere Stöcke und Gänge bildet,
weit vor. In der westlichen Fortsetzung des Zuges, in der Umgebung von
Nagy-Halmâgy ist die bedeutende Masse und grosse Verbreitung der
Trümmergebilde des Andesites, nach den geologischen Aufnahmen des
Dr. J. P e t h ö , bereits genau festgestellt.
In dem Zalatna-Sztanizsaer Zuge kommen Andesitbreccien wohl in
291
Verbindung mit den Andesiten vor, jedoch wahrscheinlich nur unter­
geordnet, so dass selbe in der Übersichtskarte gar nicht ausgeschieden
wurden.
Aus dem Vulkoj-Konrzu- Zuge werden nirgends Trümmergebilde
des Andesites erwähnt, und auch ich selbst habe in dem Corabia-Stock
nichts anderes, als massigen Andesit beobachtet.
In der Verespataker Gruppe treten die Andesite innerhalb des gros­
sen Kreises der Andesitkuppen, in der Gesellschaft ihrer Breccien v o r ;
es scheint aber, dass ihnen auch hier nur eine untergeordnete Bolle zu­
kommt, da sie in der Literatur nur flüchtig erwähnt werden (1,526).
Ich will hier auch das von den hiesigen Bergleuten kurzweg
«Glamm» genannte Gestein erwähnen. Es besteht dies, nach F. P o s e p n y
(119,99) aus einer schwarzen thonigen Masse, erfüllt mit den Fragmenten
von Quarztrachyt, Glimmerschiefer und verschiedener Sandsteine, welche
gang- und stockförmig, mit den mannigfaltigsten Verzweigungen, die
Gesteine des Verespataker Kirnik-Berges durchschwärmt, und besonders
an der Grenze des Quarztrachytes und des sogenannten Localsedimentes
am dichtesten vorkommt. Es ist das also mit dem Nagyâger Glauch eine
ganz analoge Bildung, bei deren Erklärung F. P o s e p n y auf die Wirkung
> von Schlammvulkane dachte. Wahrscheinlich hatte sich,auch diese Breccie
auf solche Weise gebildet, wie das durch B. v. I n k e y auf den Glauch
bezüglich erklärt wurde.
In der Offeubânyaer Gruppe sind blos reine massige Andesit-Ausbrüche bekannt.
g) Die Andesite des Vlegyasza-Stoelces, des Randes der Gyaluer Alpen
und, des Meszeszuges.
Innerhalb des Vlegyâsza-Stockes wird der Zug rhyolithischer Dacite
gegen SW zu durch einen Andesitzug eingesäumt. Es beginnt dieser an
der südlichen Seite des Vlegyâszagipfels mit dem Berge Prislop, setzt in
dem Muncsel mare, Nyimojâsza, Milieu und Briczei-Hochrü.cken fort und
endigt mit dem Berge Bohanye. In den kleinporphyrischen, mit reichlicher
Grundmasse versehenen Gesteinen dieses Zuges bemerkt man mit freiem
Auge keinen Quarz, nur kleine weisse Plagioklas- und schwarze AmphibolKrystalle sieht man ausgeschieden. Eine ganz normale Ausbildung zeigt
der dunkelgraue Andesit des Piatra Tolharuluj auf der Oncesa-Alpe, des­
sen spec. Gewicht 2‘684 ist. Etwas grünstein artig verändert sehen die
Andesite des Muncsel mare aus. Ihre reichliche Grundmasse ist dicht,
matt, röthlich- oder grünlichgrau, in welcher kleine glasige Plagioklase,
schwarze Amphibol-Prismen und manchmal auch braune Biotit-Blättchen
eingebettet liegen. Das spec. Gewicht ist 2'593. Ihre Fundorte sin d : Mun19*
•m
csel maro, Piatra del Gard, Funtinyele Pass und Szulicza, endlich Yalea
sacca bei dem Wasserfall von Rekiczel.
Ein ähnlicher Grünstein-Andesit kommt auch bei Gyalu vor, wo er
in Form eines 80 —100 m. mächtigen, im unter-eocänen bunten Thon ein­
gekeilten Ganges, welcher durch den Szamosfluss durchgebrochen wurde,
an die Oberfläche tritt. In seiner grünlichgrauen, matten, dichten, splitterig brechenden Grundmasse sieht man blos viele kleine weisse, glanzlose
Andesin-Kry ställchen und wenige schwärzlichgrüne kleine, zerbrochene
Amphibol-Prismen ausgeschieden. Prof. J. S z a d e c z k y hatte neuestens auch
in diesem Gestein sapphyrhältige Ausscheidungen nachgewiesen (332, 296).
Das spec. Gewicht fand ich zu 2’62. Nahe zur Oberfläche wird es
schmutzig bräunlich, kurzklüft-ig, zerfällt zu Grus und übergeht zuletzt
ganz in Thon. Seine Spalten werden durch körnigen Kalkspath ausgefüllt,
welcher von Braunspathstreifen durchsetzt ist.
Am südöstlichen Fusse des Biharmassives kommen an mehreren
Punkten noch einzelne kleinere Andesitausbrüche gang- oder lageiföimig
vor. Dr. G. P r im ic s hatte mehrere Varietäten davon beschrieben (2 1 3 , 14S),
und zw ar:
a)
Biotit-Amphibol-Andesit vom Berge Tristiori bei Ober- Vidra. I
seiner grünlich- oder bläulichgrauen Grundmasse ausgeschieden beobach­
tete er ziemlich grosse Plagioklase, chloritischen Amphibol, schmutzig
blaugrüne Biotit-Prismen und Pyrit-Körner eingesprengt.
ß) Weiter gegen Südosten, aus den Thälern von Gâld und Ompolyicza beschrieb er ähnliche Biotit-Amphibol-Andesite, deren letzterer
mandelsteinartige Textur zeigte.
Endlich muss ich noch die Aiigitandesite erwähnen, welche am
nördlichen Bande der Gyaluer Alpen in der Umgebung von K ü -K a p u .s
und im Meszeszuge bei Mojgrdd an mehreren Punkten hervorbrechen.
Der Augitandesit von Kis-Kapus ist ein dunkles, basaltähnliches
Gestein, in dessen dunkelgrauer oder brauner, manchmal ganz schwarzer,
dichten Grundmasse winzige Labradorit- und Augitkryställchen als herr­
schende Gemengtheile auszunehmen sind ; sehr untergeordnet wurde aber
auch Amphibol und Biotit darin beobachtet, Als secundare Bildungen
kommen in den Höhlungen und Spalten des Gesteines verschiedene Quarz­
varietäten, dann gelblicher oder grünlicher, faseriger Braunspath m grös­
ser Menge vor, besonders nahe zur Oberfläche, wo das Gestein in Folge
der Einwirkung der Atmosphärilien mehr oder weniger zersetzt ist. Spec.
Gewicht ist 2'7. Unter dem Mikroskop erscheint die Grundmasse als ein
Gemenge von Labradorit, Augit und Magnetit, mit sehr wenig glasiger
Basis. In der Umgebung von Kis-Kapus kommt das Gestein in bedeuten­
den Massen an mehreren Stellen vor.
/
203
Bei Mojgrâd im Szilâgyer Comitat ist die schöne, regelmässige
Kuppe der Magura und des damit in Verbindung stehenden Plateaus
Pomet im Ganzen aus ähnlichem Augitandesit aufgebaut. Das Gestein der
Magura ist stark verwittert, hell schmutzig braun, oder röthlichbraun,
erdig matt. Unter dem Mikroskop erscheint das Ganze als ein feinkörniges
Gemenge von winzigen Plagioklas-, Augit- und Magnetit-Körnern; eine
glasige Basis war nicht auszunehmen.
In dem weniger verwitterten, beinahe schwarzen, dichten Gestein
kann man winzige glänzende Plagioklas- und Augit-Kryställehen mit
freiem Auge erkennen. Manchmal tritt auch Amphibol in ziemlich grossen
Säulen dazu. Spec. Gewicht ist 2'71.
Trümmergebüdc in Verbindung mit allen diesen Andesiten fehlen
gänzlich, indem diese überhaupt nur kleinere Irruptionen in den Spalten
der älteren Sedimente vorstellen, also Gesteinsgänge sind.
5. Familie der Basalte.
Der massige Basalt, entweder für sich, oder in Begleitung seiner
Tuffe und Breccien kleinere oder grössere Kuppen bildend, spielt zwar in
dem Gebiete des siebenbürgischen Beckens, im Vergleiche zu den Ande­
siten, nur eine kleine R o lle ; ist aber trotz der grossen Regelmässigkeit
seiner kleinen Kuppen und seiner auffallenden säulenförmigen Felsengestaltüng wegen allgemeiner bekannt, ja eine Basaltkuppe, die Detunata
guola, gilt in der Literatur für ein hervorragendes Beispiel der säuligen
Absonderung: .
Nach den neueren Untersuchungen kenne ich folgende Ausbruch­
stellen des zweifellosen Basaltes:
a) die beiden Detunata-Kuppen bei Verespatak;
b) die kleinen Kuppen bei Lesnyek und Maros-Brettye ;
c) die Ausbruchstellen im Bistritzthale ;
d) die bei Maros-Toplicza vorkommenden Ausbruchsstellen; und
e) das Basaltgebiet am Alth-Flusse im Nagy-Küküllöer und Fogaraser Comitate.
Die in der Literatur (1,50) angegebenen übrigen Basaltvorkomm­
nisse haben sich als schwarze, dichte Pyroxenandesite erwiesen; das
schwarze dichte Gestein des im Burzenland bei Wolkenburg sich erhe­
benden Kropfsteins aber ist wahrscheinlich eine kleine Masse des älteren
Melaphyres.
Ich will nun in dieser Reihenfolge die Arten und Produkte der
siebenbürgischen Basaltausbrüche näher besprechen.
2!>4
a) Basalt der Detunata-Kuppen.
Südöstlich von Verespatak, auf einem plateauartigen, aus neocomen
Karpathensandstein bestehenden Gebiete, diese Sandsteine auf einer
Spalte von NNW— SSO-Richtung durchbrechend, erheben sich malerisch
die beiden Detunaten (siehe die Abbild. 26), von welchen die westliche
Kuppe den Namen Detunata guola (die kahle niedergedonnerte) führt, die
östliche aber D. flocoasa (behaart, das ist mit Wald bedeckt) genannt wird.
Da ich über die tektonischen Verhältnisse und die Absonderung ihres
Basaltes später in einem besonderen Capitel sprechen werde, übergehe
ich hier sogleich zur kurzen petrographischen Physiographie des Gesteines.
Auf der Detunata flocoasa ist, nach J. S z a b ö (135, 142), der Basalt an­
stehend nicht zu sehen, indem die Oberfläche mit Bruchstücken von Kopf­
grösse bis zu grossen Blöcken bedeckt wird. Das am Gipfel der Kuppe um­
herliegende Gestein ist hellgrau, weniger dicht, erfüllt mit Einschlüssen,
Detunata flocosa.
Detunata guola.
Fig. 26. Die Basaltkuppen Detunata bei Abrudbânya von N. aus gesehen.
worunter Quarzkrystalle die auffallendsten sind. Ausser ihnen kommt
noch aus Sandstein und Hornstein bestehende Cetatiebreccie eingeschlos­
sen vor. Am nördlichen Fusse.der Kuppe ist der Basalt schon dichter, und
auch hier enthält er Einschlüsse mehr oder weniger unversehrter Quarz­
krystalle.
Auf der südlichen Seite der Detunata guola ist der Basalt noch nicht
säulig abgesondert; er besitzt eine hellgraue Farbe, ist dicht, mit deutlich
wahrnehmbarer fluidaler Schichtung. Quarzkrystalle kommen häufig darin
vor, und im Ganzen ist er dem Basalte der D. flocoasa ähnlich. Auf der
westlichen Steilwand befindet sich der schöne säulige Basalt. Hier zeigen
sich Quarzkrystalle nur ganz oben, unten aber nicht. Diese Quarzkrystalle
sind manchmal ganz unversehrt; ihre Farbe ist etwas violettgrau. Auch
ihre Gestalt ist auffallend, indem sie abgerundete Dipyramiden darstellen.
Meistens sind sie jedoch durch chemische Einwirkungen in Umwandlung
begriffen, indem sie durch eine weisse, undurchsichtige, mürbe Kruste
eines Silicates überzogen sind. Die Beobachtungen S z a b ö ’ s kann ich.
295
bekräftigen, denn auch ich sammelte ringsum gut ausgebildete Dipyramiden, an welchen auch die Ausfüllung der Eisse und Höhlungen der
Krystalle durch schwarzes Basaltmagma zu beobachten war. Diese Quarzkrystalle dürfte der Basalt in grösser Tiefe durch Einschmelzen des Kirnik-Trachytes in sich aufgenommen haben.
Nach einer mikroskopischen Untersuchung des Basaltes der Detu­
nata guola, habe ich folgendes gefunden (158, 28). Die untersuchten Handstücke waren von schwärzlichgrauer Farbe und dichter Structur. In der
gleichartig erscheinenden Grundmasse waren bis erbsengrosse weisse oder
gelbliche, rissige Körner ausgeschieden, welche G. T s c h e k m a k (Die Porphyrgest.«Oester.-Ung. . . . p. 201) für zersetzte Olivine erklärte; es schien
mir aber wahrscheinlicher, dass auch das umgeänderte Quarz-Einschlüsse
seien. Daneben fielen mir auch einige gelbe Olivinkörnchen auf, die aber
überhaupt- selten sind. Bei starker Vergrösserung konnte ich in der amor­
phen, glasigen Basis, ausser dicht eingestreuten Globuliten, Gasporen und
Magnetitstaub beobachten. Aus dieser Basis sind Mikrolithe von wasser­
klarem Plagioklas und gelblich durchscheinendem Augit nebst schwarzen
Magnetitkörnern dicht ausgeschieden. Einzelne Plagioklas- und AugitKryställchen werden grösser, als die Mikrolithe, und solche, so auch dichte
Gruppen von Magnetitkörner, werden durch die Mikrolithe umflossen.
Olivin war in den Dünnschliffen nicht zu sehen, denn seine rissigen Kör­
ner fielen beim Schleifen, grössere Höhlungen zurücklassend, heraus.
Das Gestein der Detunata guola ist also ein reiner Feldspathbasalt,
dessen Magma wahrscheinlich noch im vulkanischen Herde oder vielleicht
auch im Canale aufwärts steigend, Fragmente des Quarztrachytes und der
Csetatyebreccie in sich schmolz, so zwar, dass davon nur der Quarz als
Einschluss Zeugniss abgibt.
b) Basalt der bei Lesneh und M aros-Brettye sich erhebenden Meinen
Kupjien.
Nach Dr. J. S z â d e c z k y (277, 323) erhebt sich gegenüber von Lesneh
im Hunyader Comitate, am rechten Marosufer die Basaltkuppe Namens
Leânyhegy (Dealu Fetyi). Das Gestein ist auf der südlichen Seite der
Kuppe, vom Eisenbahneinschnitt bis zum Gipfel, gut entblösst. Nahe zum
Gipfel zeigt er sehr schöne, 5 — 6-seitige, 30— 50 cm. dicke, schief stehende
Säulen.
Mit freiem Auge kann man in der dunkelbraunen, beinahe schwarzen,
dichten Grundmasse keinerlei Mineralien deutlich ausnehmen, blos spärli­
che, grüne Serpentinflecke bemerkt man. U. d. M. beobachtet man, dass
das Gestein beinahe ganz auskrystallisiert ist. Die Ausscheidung begann
296
mit Olivin und Augit, welche später in Serpentin umgewandelt wurden.
Frischen Olivin sieht man nicht mehr, höchstens ganz kleine Kerne im
Serpentin. Als Einschlüsse kommen in diesem ausser Magnetit-Körnern
gelblichbrauner Picotit, selten auch Apatit vor. In Folge der späteren
Ausscheidung erscheinen viel Augit, Feldspath und weniger Magnetit, und
zwischen den Mikrolithen blieb nur sehr wenig braune, amorphe Basis
zurück. Die Feldspathmikrolithe sind meistens Zwillinge und gehören der
Labradorit-Beihe an. In den mehr verwitterten Exemplaren findet man
unter den secundäreu Producten auch Calcit.
Der westlich von Lesnyek neben der Strasse auftretende Basalt
kommt nach D. S t u r (1, 225) im groben, gelben Quarzsandstein (Kreide)
nestartig vor. Sein Gestein ist sehr dicht, hell oder duakl.er grau ; Olivin
ist nicht zu sehen, nur Calcit-Mandeln und Chalcedon-Adern zeigen sich.
Ich halte es für wahrscheinlicher, dass die Einschlüsse der bei Lapusnyah,
Cserbel und Plotzko auftretenden vulkanischen Breccie, ebenso wie jene
der bei Dobra, Lapugy und Kossest in grossen Massen vorkommenden
Breccien, von Pyroxenandesiten herstammen. Bei Lapugy habe ich mich
selbst überzeugt, dass wirklicher Basalt in dieser Breccie fehlt.
c) Dolevitische Basalte cles Bistritzthales.
Basalt im Bistritzthale finden wir aus der Umgebung von Tihucza
zuerst in H a u e r und S t a c h e ’ s Geolog. Siebenb. (1, 52 ) erwähnt. Auf S. 111
wird besonders hervorgehoben, dass der Basalt der Funtinelle bei Tihucza
den gelblichgrauen Sandstein, welchen er durchbricht, zu einem dichten
Quarzsandstein gebrannt habe, und dass er auch eckige Stücke dieses
Sandsteines einschliesst.
Später hatte F r . H e r b ic h davon gesammelt und dessen Handstücke
Dr. G. P r im ic s unter dem Namen eines doleritischen Basaltes beschrieben
(215, 455). Sie weichen von den übrigen Basalten Siebenbürgens insofern
ab, dass manche ihrer Gemengtheile porphyrisch ausgeschieden sind, und
infolge ihrer Structur eher zu den Doleriten gerechnet werden könnten,
obgleich ihre mineralische Zusammensetzung nur die der Feldspathbasalte ist.
Die porphyrische Structur erlangen sie meistens durch die Krystalle
des schwarzbraunen, matten Augit, seltener durch grössere Krystalle von
weisslichgrauem Plagioklas. Die Farbe ihrer Grundmasse ist überhaupt
grünlichgrau. Nach der Qualität der ausgeschiedenen Mineralien und nach
ihrem spec. Gewicht konnten 4 Varietäten unterschieden werden:
1. Solche, bei welchen aus der dunkelgrünlichgrauen, feinkörnigen
Grundmasse weisse, zum Theil glasige, oder graue, undeutlich umgrenzte
297
Feldspathkrystalle porphyrisch ausgeschieden sin d ; nebenbei auch kleine
weissgelbe Olivin-Körner und wenig braune Augite sichtbar sind. Spec.
Gew. 2’803. Sie wurden am Sztrimba-Berg in Gerollen gefunden. 2. Solche,
bei welchen aus der dunkelgrauen, dichten Grundmasse nur bräunlich­
schwarze, kleine gerundete Augitkrystalle dicht ausgeschieden sind. Spec.
Gew. 2'801. 3. Aus der Grundmasse grosse Augit-Krystalle, sehr viele
winzige, graue Plagioklas-Kryställchen und wenige Olivin-Körner aus­
geschieden. Spec. Gew. 2*831. Endlich 4. In der feinkörnig erscheinenden
Grundmasse sieht man grasgrünen, durchscheinenden Augit, ziemlich viel
öhlgelben, zum Theil serpentinisierten Olivin und einzelne weisse Plagioklas-Kryställchen, Spec. Gew. 2‘937. Die drei letzteren Varietäten
stammen aus dom Bistritzthale.
Ihre mikroskopische Zusammensetzung ist völlig gleich. Die Grund­
masse besteht aus einem Gemenge von Plagioklas- und Augit-Krystallfragmenten, Mikrolithen und opaken Körnern und aus diese mit einander
verbindenden glasiger Basis.
Unter den ausgeschiedenen Gemengtheilen sind die Augite grünlich­
grau, frisch, zerbrochen; manchmal enthalten deren wohl ausgebildete
Krystallschnitte Magnetit, Olivin-Körner und Glaspartikeln. Der Olivin
ist gewöhnlich wasserklar, kommt ausnahmsweise in gut ausgebildeten
Krystallen, meistens jedoch in kleineren oder grösseren Krystallfragmenten vor, mit Magnetit- und Picotit-Einschlüssen; öfters ist er schon in
eine röthlichbraune, serpentinartige Substanz umgewandelt. Unter den
Feldspathen sieht man auch einige grössere einfache Krystalle. Magnetit
kommt reichlich eingestreut vor.
M. P a l f y hatte diese Gesteine im Jahre 1895 aufs Neue untersucht
(300, 262) und in Betracht ihres andesitischen Habitus für olivinhältige
Pyroxenandesite erklärt. Wogen ihrem reichlichen Olivingehalt und grossem spec. Gewicht aber betrachte ich sie auch als Basalte, welche den
Übergang zu den Pyroxenandesiten repräsentieren.
d) Basalte der Gegend von M aros-Toplieza und des Kelemengebirges.
F e . H e r b i c h hatte im Thale des Toplitza-Baches ein basaltisches
Gestein gesammelt, welches ich untersucht habe (35 , 340). In seiner
bläulichschwarzen, dichten, flimmernden Grundmasse, welche mit Blasen­
räumen bis Erbsengrösse besäet ist, sieht man flimmernde Punkte von
den kleinen Plagioklas-Flächen, viele gelblichgrüne, muschelige OlivinKörner und Spuren von Augit. Spec. Gew. 2 81.
'
U. d. M. zeigt die mit Magnetitstaub bestreute glasige Basis dicht
ausgeschiedene Plagioklas-Mikrolithe, kleine Augit-Kryställchen und grös-
sere, rostroth umsäumte, wasserklare oder gelbliche Olivin-Körner, welche
die Mikrolithe und Kryställchen der vorgehenden beiden Gemengtheile
auffallend imifliessen ; endlich auch Magnetit-Körner und Krystallschnitte.
Das Gestein von Salomâs, welches neben der Strasse eine emporragende Felswand bildet, besitzt nach M. P â l f y (300, 262) ebenfalls basal­
tischen Habitus, indem sein Feldspath nur leistchenförmiger Plagioklas
ist und diese in einer Richtung gruppirt die Olivinkörner umfliessen. In
seiner Grundmasse sieht man zwischen den dicht ausgeschiedenen Ge­
mengtheilen nur wenig Glasbasis.
Dr. S a v a A t h a n a sitj hat olivinhältige Augitandesite auch in der nord­
östlichen Ecke des Kelemengebirges nachgewiesen (3 28 , 429). Es sind dies
dunkelgraue oder schwarze, basaltähnliche Gesteine, häutig in schlacki­
gem Zustande. Ein stetiger Begleiter des Augites ist hier der Olivin, wes­
halb diese Gesteine einen Übergang zu den Basalten bilden. Sie kommen
dort auf den Gipfeln des Kelemen Isvor, Pietrile roşie, Piciorul Tziganului, aber auch unten in den Thälern des Hasta- und Panacu-Baches vor.
e) Die Gesteine des Basaltgebietes am Althflusse.
(Siolie die Tafel III.)
Diese Basaltgegend liegt, nach dem geologischen Kärtchen der Tafel
III, zwischen den Orten Köhalom (Reps), Alsö-Râkos des Gr.-Kokelburger
Comitates und Komâna im Fogarascher Com., und wird durch den Althtluss inmitten durchschnitten. Die mannigfaltigen Gesteine dieses jüngsten
und zugleich interessantesten erloschenen vulkanischen Gebietes Sieben­
bürgens, kommen hier um folgende sieben Centren herum gruppirt v o r :
1. der Repser Burgberg: 2. die Alsö-Râkoser Hegyestetö-Kuppe; 3. der
Oldalhegy von Mâtéfalva und Repser Freythum ; 4. die Tölgyesd-Kuppe
zwischen Héviz und B ogât; 5. die Bükkösd-Kuppe zwischen Héviz und
Hidegküt; 6. das Basaltvorkommen im Lupsaer Walde, und 7. die Basalt­
ausbrüche des Komanaer Thaies. Unter diesen sind die Ansichten der vier
mittleren Eruptionspunkte auf Fig. 27 und 28 skizzirt.
Mit der petrographischen Untersuchung dieser Basalte hatte sich im
Jahre 1875, unter meiner Aufsicht, mein Schüler M. T öth eingehender
beschäftigt (178, 229), wozu ich selbst neuestens mit wesentlichen Beobach-«,
tungen beitrug (279, 91 u. 296, 85). Auf Basis dieser Vorarbeiten werde ich
hier die petrographische Charakteristik der Basalte und deren Trümmer­
gebilde wiedergeben.
In Bezug auf die mineralische Zusammensetzung stimmen alle in
diesem Gebiete vorkommenden Basalte insofern überein, dass Plagio­
klas, Augit, Magnetit und Olivin ihre wesentliche Gemengtheile sind,
29!)
weshalb sie zu den Feldspathbasalten zählen. Accessoriseh kommt in ihnen
manchmal Titaneisen, und höchst selten vulkanische Hornblende und
glasiger Oligoklas vor.
Ihre Grundmasse besteht aus wasserklarer oder bräunlich durch­
scheinender Glasbasis, erfüllt mit staubartigen Trübungen, welche sich
bei stärkerer Yergrösserung zu Gasporen und Magnetit-Körnchen auf-
Karhâgo
Bérczalja
Kâkosi Töppe B. Apâczaer B. Ürmösi Toppe B.
Hegyestetö
Oldalhegy
Kövespad Kecskéskö
A. Râkos
Mâtéfalva
Fig. 27. Ansicht der Basaltknppen von A.-Kâkos von W. aus.
lösen. Unter den mehr oder weniger dicht ausgeschiedenen Gemengtheilen
kommt der Plagioklas in erster Eeihe in leisten- oder nadelförmigen
Kryställchen vor. Die Augitkrystalle sind überhaupt grösser, aber auch
sehr kleine kommen häufig vor. Seine Schnitte sind hellbraun, aber auch
gelbe und grünliche zeigen sich. Als Einschlüsse wurden nur Magnetit
und Glaspartikeln in ihnen beobachtet, niemals auch Plagioklas. Die
Turzon B.
Kerek B.
Tölgyesd
Kuppe
Héviz
Bükkösd Kupj>e
La Gruju
H idegkut
Fig. 28. Ansicht der Basaltkuppen von H éviz von Galt aus.
Plagioklasnadeln und die glasige Basis erfüllen auch die Spalten und
Höhlungen der Augite, daraus man schliessen darf, dass aus dem heissÜüssigen Magma sich zuerst der Augit auskrystallisirt hat. Diese Krystalle
wurden dann durch das bereits etwas abgekühlte, zähe Gesteinsmagma
zerklüftet. Die eindringenden Plagioklasmikrolithe konnten sich aber nicht
mehr zu grösseren Krystallen entwickeln, indem der Basalt dazwischen
sich ganz erhärtete.
300
Oliviti ist bald in geringer Menge, bald sehr reichlich, manchmal
nur in kleinen Körnern, manchmal aber in bedeutenden Partieen stets
vorhanden, und hebt sich aus den dunklen Gesteinen, wenn frisch, mit
seiner grünlichgelben Farbe und lebhaftem Glasglanz stark hervor. Die in
Zersetzung begriffenen Olivinkörner werden durch die rostgelbe Farbe verratlien. U. d. M. beobachtet man an den in Zersetzung begriffenen Olivin­
körnern alle Grade der Serpentinbildung. Unter seinen Einschlüssen
fehlen Picotit, Magnetit und glasige Basispartikeln niemals. Aus der Situirung der, die Olivinkörner umgebenden Grundmasse und besonders der
darin ausgeschiedenen Mikrolithe ist deutlich ersichtlich, dass die Olivin­
körner in dem. heissflüssigen Magma sich um ihre Axe drehen mussten
lind mit ihrer Fortbewegung auch die Gemengtheile mit sich rissen, in
Folge dessen manchmal eine beinahe spirale Mikrostructur entsteht. Aus
diesen Erscheinungen darf man darauf schliessen, dass der Olivin schon
als fertiges Mineral in das heissflüssige Basaltmagma gelangte, dass er
also sozusagen ein fremder, wenn auch beständiger Einschluss im Basalte
erscheint. Dafür sprechen noch mehr jene haselnuss- bis kopfgrosse, so­
genannten Olivinbomben, welche besonders bei Mâtéfalva am Oldalhegy
und bei Hidegküt am La Gruju-Berg in den Basaltschlacken und Lapilli
zu finden sind, aber auch im dichten Basalte nicht selten sind. Diese
Bomben sind eigentlich Fragmente eines Gesteins, welches ein mittel­
körniges Gemenge von gelbem Olivin, bräunlichgrünem Bronzit, grasgrü­
nem Augit und schwarzem Picotit ist (208, 3is), also Peridotit genannt
werden muss. Der Basalt verdankt also seinen Olivingehalt einer Ein­
schmelzung des ursprünglichen Peridotites in sein basisches Magma.
Der auf diese Weise zusammengesetzte Basalt kommt nun, zum
Theil nach der wechselnden Menge der Gemengtheile, hauptsächlich aber
nach den verschiedenen Structur- und Absonderungsformen, in folgenden
Varietäten vor.
1.
Dichter, tafelig abgesonderter Basalt (ß). Hieher gehört der pe
pherische Theil der Basaltmasse des Bepser Burgberges. Es ist dies ein
im frischen Zustande dunkelgraues, verwittert gelblichbraunes, an zahlTeichen Punkten flimmerndes, feinkörniges Gestein, in dessen Grundmasse
nur sehr spärlich je ein mohn- bis hirsekorngrosses' Olivin-Körnchen
sichtbar ist. Die flimmernden Punkte erscheinen, unter der Loupe be­
sehen, als Krystallflächen von Plagioklas. Aus der geringen Menge des
Olivins kann man sich auch das verhältnissmässig geringe spec. Gewicht
dieser Varietät erklären, welches aus fünf Wägungen bestimmt in Mittel
2'79 ausmacht.
Ein ähnlicher dichter, dickbankig-abgesonderter, beinahe schwarzer
Basalt findet sich südlich von Bogâth, neben der Kronstädter Landstrasse,
•'iol
wo seine mächtige Blöcke eine Strecke weit die Strasse interessant ein­
säumen. Unter der Loupe besehen ist auch dieser Basalt feinkörnig, von
den Plagioklas-Blättchen punktweise flimmernd, sehr selten mit gelb­
lichen Verwitterungs-Adern und Flecken und diesen entlang auch mit
kleinen Höhlungen. Die mittelgrossen Körner des Olivins sind auch hier
spärlich eingestreut. Hie und da erscheinen auch kleine Mandeln von
gelblichweissem, körnigem Kalkspath. Das spec. Gew. fand ich nach zwei
Wägungen zu 2'87.
Weiter südwärts kommt auch im Lupsaer Thale, im Laufe des Baches
«Pareu le piatre nyagre» ein solcher dunkelgraue, dichte Basalt vor, wel­
cher mit der Loupe besehen feinkörnig erscheint. Neben einzelnen OlivinKörnchen findet man manchmal auch bis bohnengrosse Peridotit-Einschlüsse darin. Das spec. Gew. ist nach zwei Wägungen 2‘83. Endlich
kommt auch im Komanaer Thale, am nördlichen Fusse des M.-Pestyere, gegenüber der kahlen Neocomkalkwand, eine ähnliche, dichte, ganz
schwarze Basaltvarietät vor, deren spec. Gew. 2'84 beträgt.
2. Säulig abgesonderter, hellgrauer Basalt (ßo). Am massenhafte­
sten und am schönsten entwickelt kommt solcher am Bande des KövespadPlateaus bei Alsö-Bâkos vor, wo sich mehrere kleine Steinbrüche darin
befinden.
Die Farbe dieser Varietät ist bläulichgrau, seine Textur ist dicht,
gleichmässig erscheinend, jedoch sehr zerstreut durch mohnkornkleine
Blasenräume unterbrochen. Darin ausgeschieden sieht man nur wenige,
kleinere oder grössere Olivin-Körnchen. Das spec. Gewicht ist 2’91. U. d.
M. sieht man, dass zwischen den sehr dicht ausgeschiedenen, wirr durch­
einanderliegenden Plagioklas-Leistchen und Augit-Kryställchen nur wenig
Spuren einer glasigen Basis vorhanden sind. Krystallschnitte von Magne­
tit sind weniger dicht, jedoch grösser, wie im dichten oder auch im bla­
sigen Basalte. Man kann entschieden constatieren, dass diese Varietät
unter allen die am meisten auskrystallisierte ist. Ebenda, jedoch am Ab­
hänge des Kâpolna-Berges, gleich oberhalb der reform. Kirche, linden wir
in dem hier eröffneton grossen Steinbruche ebenfalls säuligen Basalt. Er
ist von dunkelaschgrauer Farbe, dicht, mit spärlichen kleinen Poren- und
Blasenräumen.
Bei Héviz, im Thale des Héviz-Baches, findet man gleichfalls säuli­
gen dichten Basalt erschlossen. Seine Farbe ist dunkelgrau, schwach rötlilich marmorirt. Unter der Loupe erscheint er feinkörnig, an unzähligen
Punkten flimmernd. Sein spec. Gewicht ist 2'87, das mikrosk. Bild ähnlich
j enem der vorherigen Fundorte.
Sonst sah ich diese Varietät nirgends.
3. Kokkolitisch abgesonderter Basalt (ßk) ist eine sehr häufige Varie-
;j,u2
tat unseres Gebietes. Der aschgraue, meistens röthlich gefleckte, mürbe
Basalt besteht aus kleinen oder grösseren,, manchmal bis nussgrossen,
polygonalen, mit einander schwach zusammenhängenden Körnern. Diese
kokkolithartigen Körner sind niemals rund und besitzen auch keine schalige
Struktur, haben also nichts mit den Sphasrulithen gemein. Ihre Oberfläche
ist unregelmässig polygonal und die sehr unebenen, rauhen Flächen
entstanden ohne Zweifel aus der gegenseitigen Berührung bei der Zu­
sammenpressung. Schon dieser Umstand ist ein Beweis dafür, dass diese
interessante Struktur nicht einfach die Folge der Verwitterang sein könne,
sondern dass er eine mit der Erstarrung des Basaltes verbundene Abson­
derung ist und die spätere Verwitterung die schon ursprünglich kokkolitisch erstarrten kleineren oder grösseren Theilchen nur lockert oder auch
gänzlich abtrennt. Dies wird auch durch die Thatsachen des Vorkommens
bekräftigt, denn ganz an der Oberfläche erhalten wir diese Basaltvarietät
ganz zu Grus zerfallen, während sie hinab zu stufenweise immer fester
zusammenhängend werden, bis sie schliesslich ganz fest verschmelzen.
Auf dem heller oder dunkler grauen Gründe dieser Basaltvarietät sehen
wir höchstens bis 5 mm. breite, rundliche, heller bräunlichgelbe oder röthliche Flecke zerstreut, welche von dem Netzwerk des grauen Basaltes um­
geben sind. Diese Flecke befinden sich jedoch nur an der Oberfläche der
kokkolithischen Körner, vertiefen sich auch wohl ein wenig, fehlen aber
im Inneren derselben. Es folgt also daraus, dass diese Flecke die Folge
der oberflächlichen Verwitterung sind und lässt die rötblichgelbe Farbe
a priori schon auf eine Ausscheidung von Eisenoxydhydrat schliessen,
worüber man sich auch in den Dünnschliffen leicht überzeugen kann.
U. d. M. kann man sehen, dass in der, ins Gelbliche ziehenden, wasser­
klaren Grundmasse hellbräunliche Augit-Kryställchen und deren Frag­
mente sehr dicht, wasserhelle Plagioklas-Leistchen weniger dicht und
ziemlich grosse Magnetit-Quadrate spärlich wirr durcheinander 'liegen.
Eine besondere Eigenschaft dieser Varietät ist aber die sehr reichliche
und gleichmässige Verbreitung von Olivin im ganzen Dünnschliff, u. zw.
im Vergleiche mit den übrigen Gemengtheilen in bedeutend grösseren,
mit d3r folgenden Varietät jedoch in verhältnissmässig kleinen Kystallschnitten und in deren sehr zerkleinerten Fragmenten. Die grösseren,
mehr oder weniger rissigen Krystallschnitte sind beinahe wasserhell, und
schwach gelblich, nur an ihren Rändern und den Rissen entlang durch
ausgeschiedenen Limonit rostgelb gefärbt. Die kleinen Fragmente aber
sind ohne Ausnahme stark rostig. In den obenerwähnten röthlichgelben,
rundlichen Flecken kann man u. d. M. deutlich beobachten, dass diese
Zersetzung der Olivinkörner weiter vorgeschritten sei, als in den noch
grauen Partien und ist es deshalb zweifellos, dass nur die an einzelnen
Punkten begonnene und lim diese herum weiter fortschreitende oberfläch­
liche Verwitterung die Ursache der röthlich getupften, bunten Farbe die­
ser Basaltvarietät sein kann. Das spec. Gewicht dieser Varietät bewegt
sich zwischen 2‘82 und 2‘88.
Die Verbreitung dieser interessanten Basaltvarietät ist sehr gross,
denn sie kommt - den Burgberg von Eeps ausgenommen — an allen Punk­
ten der obenerwähnten Basaltausbrüche vor, und auch ihre Massen kann
man bedeutend nennen. Die grössten, bis nussgrossen Körner und zwar
auseinander gefallen, sammelte ich entlang der Kronstädter Landstrasse,
am linken Uter des Urmös-Baches ; bis haselnussgrosse Körner bekommt
man in den Steinbrüchen das Köpadoldal; an sonstigen Orten sind die­
selben kleiner, meistens nur erbsengross. Am weitesten gegen Süden zu
kommt diese A arietät am nördlichen Fusse des Piciora.-Berges im Komanaer Thale vor.
4.
Blasig-cavernöser Basalt oder Basaltlava (ßl). Es ist das die
am meisten verbreitete Basaltvarietät, deshalb, weil diese die Oberfläche,
kleinere oder grössere Lavafelder bildend, bedeckt. Gewöhnlich ist sie von
dunkelgrauer Farbe und dichter Textur; dabei aber erfüllt mit kleineren
oder grösseren, entweder regelmässig blasenförmigen, oder aber unregel­
mässigen, plattgedrückten und sich verzweigenden Canälen und Höhlun­
gen, welche zum grössten Theil leer sind, stellenweise jedoch auch theilweise, oder ganz mit Kalkspath ausgefüllt sein können (mandelstein­
artige). Dergleichen interessante Varietäten untersuchte ich von folgenden
Punkten.
Am Gipfel des Bepser Burgberges finden wir einen stark cavernösen
Basalt in kleineren und grösseren Blöcken angehäuft. Die Wände der
Höhlungen werden durch eine gelbliche, lamellös-schuppige, harte und
spröde Kruste bedeckt, hie und da mit eingeschlossenen Limonit-Kügelchen und Stückchen. Die Substanz erinnert an Tridymith, ist aber wahr­
scheinlich nichts anders, als die in Folge der Fumarolenthätigkeit ge­
bleichte und durch ausgeschiedene SiO% erhärtete Grundmasse des Basal­
tes. Auf dieser Kruste, theilweise eingewachsen, zum grössten Theil aber
nur anhaftend, glänzen höchstens Va mm. breite und 0'2 mm. dicke Eisenglanzkryställclien (oE, E), und daneben bemerkte ich auch gelbliche Apa­
titnadeln. Ein Theil der Höhlungen ist zur Hälfte oder ganz mit körnigem
Kalkspath und Aragonitnadeln gefüllt.
In der Umgebung von Héviz beobachtete ich Basaltlava in dem Gra­
ben hinter der kgl. Schule. Die dunkelgraue, dichte; Grundmasse ist gleiclimässig mit regelmässig gerundeten Blasenräumen von Mohnkorn- bis
Haselnussgrösse besäet. Kleine, frische Körner von Olivin zeigen sich
ziemlich dicht eingestreut; selten sieht man auch in Folge der Hitzeein-
:iu4
Wirkung stark
rissige,
milchweisse
Qnarzeinschlüsse darin. Spec. Ge*
wicht 2 '8 6 .
Gegen die Biikkösd-Kuppc zu, in dem Szârazpatak-Thälchen fand
icli Blöcke eines sehr schönen, kleinblasigen Basaltes umherliegend. Die
Wände der Blasen sind häufig mit gelblich brauner Limonit-Kruste über­
zogen. Spec. Gewicht 2‘85.
Am nördlichen Fusse der Tölgyesd-Kuppe, in der Nähe von Bogâth,.
sehen wir, durch einen mächtigen Wasserriss aufgeschlossen, das Ende
eines 10 m. mächtigen Basaltlavastromes. Die Farbe des Gesteines ist
ganz schwarz ; die Textur ist ganz dicht, mit spärlichen kleinen Poren,
dazwischen aber mit einzelnen erbsen- bis eigrossen Blasenräumen, dessen
Wände mit einer firnissartig glänzenden, schwarzen Schmelzkruste über­
zogen sind. Spec. Gewicht 2'87.
Am interessantesten ist, wegen seinen Einschlüssen ein, in dem Gra­
ben südlich von Mâtéfalva gesammelter Basaltlava-Brocken. Die schwarze,
dichte, punktweise flimmernde Grundmasse wird durch kleinere und grös­
sere (bis Erbsengrösse) Blasenräume unterbrochen. Seine Einschlüsse
sind : a) haselnuss- bis eigrosse Peridotit-Brocken; ß) bis nussgrosse, mit
Spaltungsflächen versehene Krystall-Brocken von schwarzer, vulkanischer
Hornblende ; f) ein nussgrosses Stück milchweissen, glasigen Plagioklases,
welcher zwischen Oligoklas und Andesin steht; endlich 8) DacittuffTrümmerchen. Das spec. Gewicht ist 2‘78.
Bei Alsö-Râkos findet sich am Bande des Kövespadoldal eine auf­
fallend schöne, gleiclimässig blasige, beinahe schwarze Basaltlava in bankigen Blöcken. Dieser, von den Dorfbewohnern sogenannte «darâzskö»
(Wespennest-Stein) ist es, aus welchem die Urbewohner Siebenbürgens
ihre Mühlsteine verfertigten, wie man solche in ganz Siebenbürgen zer­
streut, an den prsehistorischen Fundstellen auffindet.
Am weitesten gegen Süden zu findet sich im Komanaer Thal, am
nördlichen Fusse des Piciora-Berges ein kleines Basaltlavafeld, aus dunkel­
grauem, blasig-schlackigem Gestein bestehend. Die sehr unregelmässigen,
grösseren Höhlungen sind zum Thoil mit sehr hübschem, kleintraubigem
Hyalith überzogen, zum grössten Theil aber werden sie von weissem,
stalagtitähnlichen Calcit ausgefüllt. Spec. Gewicht ist 2‘81.
Aus diesen Fällen kann man ersehen, dass die Basaltlava überall .in
ganz gleicher Ausbildung vorkommt und zwar unmittelbar unter der Ober­
fläche.
5.
Lose BasaUschlacke (ßs) kommt in grossen Massen angehäu
auf den, am meisten regelmässigen Kuppen des Gebietes, wie am Hegyestetö, Oldalhegy, Tölgyesd, Kerekhegy, Bükkösd und Blidarea; ausserdem
zerstreut auch in den Thälern von Lupsa und Komana, vor. Die stark
305
aufgeblähten, dicht feinporösen oder unregelmässig cavernösen, losen
Schlackenbrocken sind zum Theil klein, eckig, lapilliartig, zum Theil aber
bedeutend grosse, unregelmässige Blöcke ; seltener findet man aber auch
solche, an welchen man noch sichere Spuren des Auswurfes aus den
A ulkanschloten sehen kann, also wirkliche vulkanische Bomben. Solche
findet man am häufigsten aut der Bükkösd-Kuppe, sie fehlen aber auch
auf den übrigen Schlackenkegeln nicht. Am häufigsten sieht man tauförmig gewundene Stücke (Fig. 29 a und b), aber auch schöne vulkanische
Thränen fand ich (Fig. 29 c, d), alle auf der Bükkösd-Kuppe. Die Farbe
der Schlacken ist entweder noch dunkelgrau bis schwarz, oder aber dunkellotb von dem ausgeschiedenen Eisenoxyd. Das spec. Gewicht fand ich im
gepulverten Zustande 2’77-— 2'91, je nachdem weniger oder mehr Olivin köm er sichtbar waren. Unter dem Mikroskop sieht man in den schwer
durchscheinend werdenden Dünnschliffen viele bräunlich durchschei­
nende, globulitische und krystallitische Glasbasis, aus welcher die bereits
beschriebenen, mineralischen Gemengtheile weniger dicht ausgeschieden
sind, wie in den übrigen, besser entglasten Varietäten.
Erwähnt muss noch werden, dass in dieser Schlacke, aber auch in
der darunter liegenden Lapilli-Breccie, in dem tiefen Wasserriss am
Oszlop-Berg bei Mâtéfalva jene, nuss- b is. kopfgrosse Peridotit-Bomben
Vorkommen, welche früher bereits besprochen wurden.
Die sedimentaeren Trümmer(jebilde der Basalte. (Siehe die III. Ta­
fel.) Unter den siebenbürgischen Basaltvorkommnissen ist allein das Ge­
biet an dem Althfluss ein solches, in welchem auch sedimentaere Trümmer­
gebilde des Basaltes, wie gröbere oder feinere Breccien (ßbr) und Tuffe (ßt)
in ziemlich grossen Massen Vorkommen, und zwar um jeden Eruptions­
punkt herum mehr oder weniger.
Am östlichen, der Stadt zugewendeten Abhange des Bepser BurgBerges, tritt Basaltbreccie in Form einer 4— 5 m. hohen Wand hervor,
auf welcher weiter hinauf der tafelig abgesonderte, dichte Basalt unmittel­
bar auflagert. Die in dem tuffartigen Cement eingebetteten nuss- bis kopfgrossen, eckigen Einschlüsse bestehen, ohne Ausnahme, aus feinporösem
oder zelligem Basalt.
Uber Galt am Bergrücken erhebt sich eine 10 m. hohe Felswand
aus vulkanischer Breccie, deren Einschlüsse vorherrschend aus porös­
schlackigem Basalt (mit dem spec. Gewicht 2-88) bestehen ; nebenbei aber
auch Amphibol- und Pyroxen-Andesit- (spec. Gewicht 2'6) Brocken ent­
haltend.
Am Berge La Grüju bei Hidegküt, unmittelbar iinter den Schlacken­
massen der Bükkösd-Kuppe, breiten sich horizontal liegende, jedoch wellig gebogene, abwechselnde Basalttuff- (ßt) und B a s a ltla p illi-^ r) Schichten
Dr. A n ton K o ch : D ie Tertiärbiidungen des Beckens der siebenbürgischen Landestheile.
20
306
F ig . 29.
aus, erfüllt auch mit kleinen Gerollen des Neocomkalkes. Diese Schichten
enthalten die nuss- bis faustgrossen Peridotit-Bomben, in deren Zusammen­
setzung manchmal auch Olivin-Krystalle neben vorherrschenden Körnern,
307
<iann Bronzit, grasgrüner Augit, schwarzer, muschelig brechender Augit,
Picotit- und selten auch Granatkörner eine Bolle spielen (202 und 208).
Diese Bomben werden durch die Niederschläge aus der Breccie herausge­
waschen und sammeln sich in den Wasserrissen an. Selten tindet man in
der Lapilli auch bis haselnussgrosse Krystallbruchstücke von schwarzer,
glänzender Hornblende. Wechsellagernde Schichten derselben Tuffe und
Breccien sieht man in dem tiefeingeschnittenen Pareu Blidarei, welcher
sich vom Bükkösd gegen Lupsa zu herablässt, in 20— 25 m. Mächtigkeit,
mit schwachem Einfallen nach Süden. Auch hier, wie in der Umgebung
der Bükkösd-Kuppe überall, findet sich die schwarze, vulkanische Horn­
blende in grossen Krystallfragmenten ziemlich häufig.
Am südlichen Fusse der Tölgyesd-Kuppe, neben der Landstrasse
nach Kronstadt, sehen wir feinen Tuff 'entblösst, wogegen an deren nörd­
licher Seite die Tuff- und Breccienschichten sich beinahe bis zum Gipfel
hinauf erheben.
Am Kamme des Bepser Freythums und entlang der Eisenbahnlinie,
sieht man an vielen Punkten wirkliche Basaltlapilli, zwischen feineren Tuff­
schichten liegend, entblösst.
Am Oszlop-Berg bei Mâtéfalva liegen gut geschichteter, feiner Basalt­
tuff und lapilliartige Breccie, ebenfalls an der Basis eines Basaltlavastromes.
An der Hegyestetö-Kuppe bei Alsö-Bâkos spielt der Tuff, anscheinend
nur eine geringe Bolle.
Endlich im Komanaer Thale liegen unter der Basaltlavadecke bankige
Schichten einer röthlichen Basaltbreccie, nahezu horizontal ausgebreitet,
welche man der leichten Bearbeitbarkeit und festen Consistenz wegen, als
Baustein gewinnt. Das röthliche Tuffcement schliesst die eckigen Stücke
von dunkelrothem Basalt und weissem Kalk in sich ein.
Daraus kann man ersehen, dass bei den Ausbrüchen der einstigen
Basaltvulkane auch viele Asche, Lapilli und Bomben ausgeworfen wurden.
B) Die tektonischen Verhältnisse der tertiären Eruptiv­
gesteine.
Ich will nun über die Erscheinungsweise, Bergformen und Gebirgsstructur, so auch über die Verhältnisse zu den durchgebrochenen Gesteinen
der im vorigen Theil besprochenen tertiären Eruptivgesteine, in derselben
Beihenfolge, nämlich nach den einzelnen Gesteinsfamilien, die bisher er­
kannten Thatsachen und die dazu geknüpften Erklärungsweisen'vortragen.
20*
308
1. Die Familie der Quarztrachyte oder Liparite.
Die kleineren Massen der Quarztrachyte, wie solche am nördlichen
Eand des Biharmassives Vorkommen, sind in Form dünner Gänge zwischen
die krystallinischen Schiefer eingezwängt. Das Bild eines solchen dünnen
Ganges ist auf der 30. Abbildung skizzirt. Dieser Gang (rr') ist im Kapusthale, nahe zu Bedecs, am linken Abhang zu sehen. Seine Mächtigkeit ist
nur Va— 1 m., und durchschneidet in seichter Lage den steiler einfallen­
den Glimmerschiefer (csp). Das auffallendste dabei ist das, dass gleich
darunter, damit beinahe parallel, auch ein 1/2 m. dünner Granitgang ver­
läuft, in dessen Mitte beiläufig auch 1 dm. dünne Quarzitadern auftreten.
Es hatte also hier die viel spätere Irruption des Quarztrachytes den Weg.
der früheren Granitirruption beibehalten.
'
F ig . 30.
Innerhalb der Dacitmasse der Vlegyâsza kann der neben Frakszinyét nachgewiesene Quarztrachyt nicht als Gang in dem jüngeren Dacit
auftreten ; es ist das wahrscheinlich ein kleiner Stock, den der empordrin­
gende Dacit entweder emporgehoben oder umschlossen hatte.
Die niedrigere, aber ausgedehntere östliche Kuppe des Kiskapuser
Köveshegy (Steinberges) ist' das Überbleibsel eines grösseren Ausbruches
des Quarztrachytes, und macht also den Eindruck eines Stockes, obgleich
es evident ist, dass der Trachyt auf einer nahezu N— S-Spalte auf die Ober­
fläche drang, welche Spalte auch der später empordringende Augitandesit
beibehielt. Die Spalte hatte an der Oberfläche die eocänen unteren bunten
Thon- und die Perforata-Schichten zerrissen, vertieft sich aber hinabwärts
in den Phyllit hinein. Auch die beobachtete Absonderung dieses Quarz- ;
trachytes-in beinahe regelmässig kubische Blöcke deutet auf eine bedeu­
tende Masse h in ; so dass man die Eruptionsstelle des ehemaligen Liparitvulkanes getrost hier suchen darf. Wenn dieser Yulkan auch Aschen- und
Lapilli-Auswürfe oder Lavaströme gehabt hätte, so hat die Denudations-
80$)
beinahe jede Spur derselben verwischt; dass er aber thatsächlich
eine grössere Ausdehnung und Höhe besitzen musste, darauf lassen die
häufigen, haselnuss- bis faustgrossen Quarztrachytgerölle schliessen, welche
in den mittel- und ober-oligocänen Schichten des nordwestlichen Beckentheiles als Einschlüsse weit verbreitet V o r k o m m e n . Der jetzige Stock dürfte
also blos den Kern des einstigen Yulkanes bilden, dessen ausgeworfene
loseren Producte die Denudation und auch die Abrasion, welche die Ufer­
gebiete des oligocänen Meeres, auf welchem sich der Vulkan erhob, abtrug,
schon längst entfernt hatte.
Wirkung
Die am Burghals-Sattel bei Kronstadt, und neben Bâcstijfalu vor­
kommenden Quarztrachyte bilden Gänge, welche zwischen den unterliasischen thonigen Sandsteinschichten eingezwängt sind und auf einem
langen Verwerfungs-Querbucli liegen, welcher den nördlichen Band des
Kronstädter Gebirges durchschneidet. Das Alter des Quarztrachytes fällt
zugleich mit jenen Massenbewegungen zusammen, welche die Faltung und
Verwerfungen des Kronstädter Gebirges verursachte.
Bei Verespatak bildet der Kirnik-Berg sammt den benachbarten
Kuppen, einen länglichen, bedeutenden Stock des Quarztrachytes, welcher
aus einer west-östlich gerichteten Spalte des unter-neocomen Karpathen­
sandsteines hervorbrechend, mit den damit in Berührung tretenden Gestei­
nen eine wirkliche Beibungsbreccie (Csetatyebreccie) gebildet hat. Dieser
Stock bildet den'Mittelpunkt der späteren Dacit- und Andesit-Eruptionen,
gegen welchen die oberflächlichen sedimentären Bildungen im grossen
Kreise allmälig nachgesunken sind und in Folge dessen zu immer neueren
Eruptionen Anlass gegeben wurde.
Die späteren Eruptionen haben auch die centrale Liparitmasse zer­
klüftet, worauf die somit entstandenen Spalten und Klüfte, infolge der mit
den Andesiteruptionen verbundenen Fumarolen- und Solfatarön-Wirkungen
allmälig mit Erzen und Mineralien ausgefüllt wurden. Das aus der Kreu­
zung der ins Centrum convergirenden und der peripherischen Spalten
entstandene Gangnetz bildet nun den sogenannten Kätroncza-Stöck, diese
reiche Fundstätte des ■Goldes.
2 . Die Familie des Trachytes.
Die noch weniger häufig vorkommenden Trachyte treten am Bande
des siebenbürgischen Beckens im Ganzen genommen in ähnlichen Ver­
hältnissen an die Oberfläche. Innerhalb des Gyaluer Hochgebirges sind
nämlich nur einige dünne Gänge davon bekannt, welche ebenfalls zwi­
schen den krystallinischen Schiefern stecken; im Lâposer Gebirge aber
kennen wir den Trachytstock des Nagy-Hugyin-Berges, welcher in die
310
N W __ S O - R i c h t u n g s l i n i e d e r s p ä t e r e n A n d e s i t e r u p t i o n e n , n u r e tw a s g e g e n .
Süden zu vorgeschoben, hineinlallt. Auch diese heuschoberförmige Kuppe
erhebt sich aus dem Karpathensandsteine (siehe die Abbild. 18). Genauere
Daten über seine Tektonik sind nicht bekannt.
Nach Dr. S a v a A t h a n a s i u (328,429) zeigen sich auch im nordöstlichen
Winkel des Kelemengebirges Spuren eines Trachytausbruehes. Zwischen
den krystallinischen Schiefern des Dealu Paltinisch und den andesitischen
Massen des Kelemengebirges kommt nämlich ein schmaler Streifen von
Trachyttuff vor, welchen der Grenzbach Dragojâsza inmitten durchschnei­
det. Auf siebenbürgischer Seite bilden diese Tuffe den runden Hügel
Namens Piciorul Burla, und erreichen hier wenigstens 100 m. Mächtigkeit.
Gegen Norden zu sinkt der Tuff unter die mächtige Andesitmasse des
Kelemengebirges, ist daher älter, als diese. Vom Trachyt finden sich reich­
lich Brocken und Blöcke als Einschlüsse darin, massig tritt er jedoch nir­
gends auf.
Mehr über die Bolle des Trachytes auf Siebenbürgens Boden wissen
wir noch nicht.
3. Die Familie der Dacite.
a) Die mächtige Masse der Vlegyâsza ist beinahe nur aus den
Varietäten des Dacites aufgebaut, welcher in solchen •Massen nur an
wenigen Punkten der Erde an die Oberfläche drang. In der Centralmasse
der Vlegyâsza-Gruppe finden sich nur wenige Spuren von krystallinischen
Schiefern und sedimentären Gesteinen; überall bedecken kleinere odei
grössere Blöcke, Grus und Gerolle des Dacites die Oberfläche, und ziem­
lich häufig zerstreut treten auch kleinere oder grössere Eelskuppen und
felsige Rücken davon aus der wuchernden Pflanzendecke heraus.
Auffallend in der Centralmasse ist die gewissermassen regelmässige
Verbreitung der Structur- und Modifications-Varietäten des Dacites. (Siehe
die Fig. 31, welche einen Idealschnitt der Vlegyâsza vorstellt.) Ich fand
nämlich, dass im Allgemeinen genommen, die granitoporphyrische Vanetat
(dg) an den tiefsten Stellen de's Gebietes herrscht, so entlang des SebesKörös-Flusses, wo man diese Varietät in zahlreichen Brüchen zu Pflaster­
steinen bearbeitet, im Székelyö oder Sebes-Thale aufwärts beinahe bisRekiczel, im Draganthale bis Lunka hinauf. Ausnahmsweise zeigt sich
•diese Varietät auch an höheren Punkten hie und da, ist jedoch nicht mehr
allgemein verbreitet. Wenn wir nun von diesen tiefsten Stellen ausgehend
wo immer gegen den Vlegyâsza-Gipfel ansteigen, finden wir, dass die gra­
nitoporphyrische Varietät in den porphyrischen normalen Dacit (dp) über­
geht, welcher überhaupt am Rumpfe der Vlegyâsza herrscht, so wie auch
in dem am rechten Székelyö-Ufer sich dahinziehenden Bogdangebirge,
9
341
nordwärts über den Körösfluss bis Hödosfalva hinauf; aber besonders
werden die Höhen um Rogozsel, Visâg, Trânyis und Sebesvärallja herum
daraus gebildet. Die mit Kieselsäure stark durchdrungene, mit hornstein­
artiger Grundmasse versehene rhyolithische Modification endlich (âr) fin­
det man, mit wenigen Ausnahmen, auf den höchsten Gipfeln verbreitet;
so ist es auf dem weiten Rücken der Vlegyâsza und den Vurvurâsza-Gipfeln
das herrschende Gestein, von wo es gegen Westen zu vorschreitend in
Form mächtiger Gänge zwischen die krystallinischen Schiefer und Verrucano-Conglomerate hineindringt. Diese Modification kommt ferner noch
auf dem Rücken vor, welcher sich von dem Stinisiora-Gipfel gegen Visâg
dahinzieht, dann bei Visâg am Piatra Bonyisorului, und über Sebesvâralja
und Hödosfalva auf den höchsten Gipfeln. Mit dieser Modification in Ver­
bindung findet sich an beiden Abhängen der Vlegyâsza, aber besonders in
der Umgebung der Vurvurâsza, die früher schon beschriebene eruptive
Dragân
Thal
Vlegyâsza
Székelyö
Thal
Bogdân
Gebirge. Kalotaszeg
Sr,
w.
'
Fig. 31.
0.
Breccie (dir.), welche sich an dem Contacte des rhyolithischen Dacites mit
dem Verrucanoconglomerat und den krystallinischen Schiefern ausgebil­
det hatte.
An beiden Abhängen des Vlegyâszazuges, und an dessen Füssen
endlich dringen weniger oder mehr mächtige Gänge, zum Theil Lager­
gänge des Dacites (dt) in die krystallinischen Schiefer und VerrucanoConglomerate hinein, diese manchmal stark verdrängend und zerklüftend. Der Dacit dieser Gänge, wenn solche mächtiger sind, ist gewöhnlich
granitoporphyrisch, wenn sie jedoch schmäler sind, ist die Structur porphyrisch oder rhyolithisch, und in den meisten Fällen tritt dazu noch ein
schwächerer oder stärkerer Grad der Grünsteinbildung, mit Pyrit, Pistacit
und Calcit-Ausscheidungen.
Sedimentäre Tuffe, Breccien oder Conglomerate fehlen im Vlegyâszastock gänzlich.
Aus der nun besprochenen Structur der Eruptivmasse der Vlegyâsza
kann man sich den Verlauf seiner Eruption folgendermassen erklären.
Die beschriebenen Dacitvarietäten insgesammt auf dem ganzen Gebiete,
bis tief in die Masse des Biliarer Gebirges liineinreicliend, sind die Pro­
ducte einer lange anhaltenden riesigen Eruptionsthätigkeit, welche in
Folge der Faltung, Spannung und dann Zerreissung der krystallinischen
Schiefermasse der Biharer und Meszes-Gebirge stattgefunden hat. Diese
mächtige Eruption begann wahrscheinlich mit Auswurf von vulkanischer
Asche, Sand und Lapilli, deren grösster Theil in das siebenbürgische
Binnenmeer hineinliel und am Grunde dessen zwischen die schlammigen
Sedimente als Dacittuff und Breccie sieh abgelagert hat. Es wäre jedoch
kaum denkbar, dass in dem Gebiete des Vlegyâszastockes und in dessen
unmittelbarer Umgebung von diesem ausgeworfenen Dacitdetritus nichts
niedergefallen wäre, im Gegentheil ist es sehr wahrscheinlich, dass diese
Trümmergebilde in grossen Massen und Haufen auch in dem Gebiete
dieses riesigen Ufervulkancs sich angesammelt hatten, selbst die Höhe
des Vulkans sehr bedeutend vergrössernd; die Denudationswirkungen der
späteren geologischen Zeitalter aber haben diese losen Trümmergebilde
allmälig gänzlich abgetragen und in das Binnenmeer hineingewaschen.
Für diese Anschauung spricht auch die Thatsache entschieden, dass die
Dacittuff-Schichten nicht nur an der Basis der ober-mediterranen Schich­
ten Vorkommen, sondern in allen Horizonten dieser Schichten, wenn auch
nicht mehr in solcher Mächtigkeit und Ausbreitung erscheinen, ja vielleicht
auch bis in die sarmatischen Schichten hinauf gehen, wie man sich beson­
ders in den Gegenden der Salzgruben gründlich überzeugen kann.
Der Schlussact der Daciteruption dürfte gewesen sein : dass über der
in SSW— NNO-Bichtung entstandenen mächtigen Erdspalte, aber bereits
unter der dicken Decke der ausgeworfenen Asche und Lapilli, das empor­
dringende zähflüssige Dacitmagma sich gewölbeartig aufthürmte und unter
dem hohen Drucke das tiefer liegende Dacitmagma in die entstandenen
Spalten und Bisse der Umgebung des Vlegyâszastockes, besonders in die
krystallinischen Schiefer hineingepresst wurde, wodurch der durch die
Gebirgserhebung entstandene labile Zustand am Bande des Biharmassives
wieder ins Gleichgewicht kam.
Nachdem das Dacitmagma auf solche Weise in enormen Massen an
die Oberfläche und in die Spalten der angrenzenden älteren Gesteine
gelangt war, musste es aus dem glühflüssigen Zustande allmälig in den
festen übergehen ; w'eil aber dieser Erstarrungsprocess unter verschiedenen
Bedingungen und Umständen von Aussen nach Innen zu stattfinden
musste, kann man aus diesen die Entstehung der verschiedenen Structurund Modifications-Varietäten aus dem einheitlichen Magma leicht erklären.
Das mit der Luft oder dem umgebenden Gestein in Berührung tretende
heissflüssige Magma, welches zugleich unter kleinstem Druck sich befand,
musste sich schnell auskühlen und erstarren, es blieb also zu wenig Zeit
313
dazu, als dass sich die mineralischen Bestandtheile in gehöriger Menge
und Grösse auskrystallisieren hätten können; das an Kieselsäure reiche,
und folglich ziemlich zähflüssige Gesteinsmagma musste daher in einen,
dem glasigen nahestehenden Erstarrungszustand gelangen, und die reich­
liche Grundmasse erhielt durch die überschüssige SiO^ eine hornstein­
artige Textur. Es ist das der rhyolithische Dacit.
Dort, wo dieses oberflächliche Dacitmagma mit den krystallinischen
Schiefern und Yerrucano-Conglomerate in Berührung kam, wurden die
durch den hohen Druck abgelösten Brocken und Splitter dieser Gesteine
in das Dacitmagma eingeknetet und erstarrte alsdann als eruptive Breccie.
Je tiefer von der Oberfläche das heissflüssige Dacitmagma lag, unter
um so grösseren Druck und längerer Zeit kühlte es aus und erstarrte es
zum Gestein; zur Auskrystallisierung der mineralischen Bestandtheile
war daher die nöthige Zeit vorhanden, und mussten sich näher zur Ober­
fläche die porphyrische und in grösseren Tiefen die granitoporphyrischeVarietät ausscheiden. Es ist daher auch wahrscheinlich, dass in noch
grösseren, bisher noch nicht aufgedeckten Tiefen, auch ganz holokrystallinische, granitische Dacite sich bilden konnten. Eine solche Varietät
kennen wir jedoch aus dem Vlegyâszastocke noch nicht, denn jenes gra­
nitische Gestein, welches im oberen Theile des Dragan-Thales, bei der
Mündung des Zerna-Baches vorkommt, ist ein Orthoklas-hältiger wirk­
licher Amphibolgranitit, welcher keinesfalls aus dem Magma unseres
Dacites entstehen konnte, um so weniger, da man bis kopfgrosse Bruch­
stücke dieses Granitites als Einschlüsse in den granitoporphyrischeu
Daciten von Kis-Sebes und Marötlaka gefunden hat (64,477).
An den Grenzen der heissflüssigen vulkanischen Masse, wo selbe
mit den durchbrochenen Gesteinen in Berührung kam, und wo beide im
Laufe der Irruption sich klüfteten: musste am Ende der Eruption sicher­
lich Fumarolen und Solfataren-Thätigkeit eintreten, deren Gasexhalationen bis zu grösseren Entfernungen die normalen Daeitvarietäten um­
ändern konnten. Die in den krystallinischen Schiefern eingekeilten Dacitgänge haben beinahe ohne Ausnahme eine Grünstein-Modification erlitten,
wie man das besonders an den Dacitgängen der Gegenden von Pânyik und
Kisbânya beobachten kann.
Was die Abso-ndemngsform der centralen Dacitmassen der Vlegyâsza
betrifft, so kann man diese im Allgemeinen eine dichtafelige bis bankige
nennen, wobei die Bänke in Folge von quer verlaufenden Scheideflächen
in mehr oder weniger kubische Blöcke zerfallen geneigt sind, ähnlich wie
Granit, wenn dieser in grossen Massen auftritt. Das Bild der Absonderung
des granitoporphyrischen Dacites, welches der grosse Steinbruch von Ivissebes im Jahre 1879 zeigte, habe ich in der Fig. 32 skizzirt. ln dem Stein­
314
brach bei Marötlaka habe ich im Jahre 1894 beobachtet, dass der eben­
falls granitoporphyrische Dacit hauptsächlich durch zwei, .einander bei­
nahe rechtwinkelig schneidenden Absonderungsrichtungen in dicke Bänke,
respective Blöcke zertheilt wird, unter welchen bald die eine, bald die andere
dominirt. (Fig. 33.)
Am Rande des siebenbürgischen Theiles des Biharmassivs und auch
inmitten des Gyaluer Hochgebirges, sowie auch an einigen Punkten des
Meszeszuges, findet man die Dacitausbisse entweder als Gänge, oder als
Lagergänge zwischen den älteren Gesteinen eingekeilt. Bemerkenswerth
ist, dass man am Bande des krystallinischen Schiefergebirges beinahe
ohne Ausnahme nur Lagergänge findet, so besonders bei Pânyik und Kis­
bânya, deren Mächtigkeit zwischen 1 und 200 m. schwankt. Die Abbild. 34
stellt das Bild eines dünnen Lagerganges im Pânyiker Thälchen dar. Dieser
Lagergang ist mit einem NNW— SSO-Streichen zwischen die stark aufgerichteten (Verflächen 60— 70° NOO) und wellig gefalteten Schichten des
Glimmerschiefers eingezwängt und erhebt sich vom Bachrande bis zur
Höhe des Felsabhanges hinauf. Unten ist er gabelig getheilt, was ganz
entschieden für eine Injection von unten spricht; der dickere Zweig ist
80 cm., der dünnere nur 25— 30 cm. breit. Das Gestein ist ein hellgrauer,
dichter, rhyolitischer Dacit mit kleinen Calcitmandeln.
Noch interessanter ist das Bild eines in demselben Thälchen auftre-
315
tenden, bl. 30 m. mächtigen Dacit-Lagerganges. Dieser Lagergang mit
einem Verflächen von 60° NNO streicht, ein malerisches Felsenthor bil­
dend, quer durch das Thälchen hindurch (Fig. 35). Im Vordergrund erblickt
man die steil aufgerichteten grossen Glimmerschiefertafeln (acs). Der
Fig. 34,
Dacit besitzt eine dicktafelige, beziehungsweise quadratisch-prismatische
Absonderung, so zwar, dass die Tafeln und unregelmässigen Prismen bei­
nahe aufrecht stehend eine recht malerische Felsgruppe bilden. Die Haupt-
Fig. 35. Dacitgang im Panyiker Thal.
richtung der Absonderungsflächen geht sowohl hier, als auch bei den
anderen Lagergängen parallel mit den Flächen des Lagerganges ; wobei
aber hier auch eine, darauf nahezu senkrechte Richtung auftritt, in Folge
dessen die prismatischen Absonderungsformen entstehen. Weil aber zu
diesen auch noch eine dritte, die beiden früheren quer durchschneidende
316
Absonderungs- oder Zerklüftungs-Richtung hinzutritt, so zerfällt dieser
malerische Felsen eigentlich zu unregelmässig kubischen Blöcken, deren
-Kanten, trotzdem der grünsteinartige porphyrische Dacit ziemlich verwit­
tert ist, noch scharf sind.
AufdergeologischenSpecialkarte «Magura (Zone 19,SectionXXVHI)»,
welche den centralen Theil des Gyaluer Hochgebirges darstellt, sind, nach
der Aufnahme des Dr. M. P â l f y , kleine Dacitgänge in auffallend grösser
Anzahl ausgeschieden worden. Innerhalb des centralen (oder Magura-)
Granitstockes nämlich können 50 Gänge gezählt werden, welche am dich­
testen um die Sommer-Coloniè, Magura herum sich gruppiren und vor­
herrschend in N-S-Richtung streichen. Auf dem westlich vom Granitstock
sich ausdehnenden Glimmerschiefergebiete befinden sich 21 Gänge, deren
Streichen zum grössten Theil ein nordost-südwestliches i s t ; aber auch ein
(1) nach NW zu streichender Gang durchquert das Bélesthal und sieben
(7) Gänge in dem Gebiete nördlich von der Einmündung des Bélesbaches,
besitzen ein nahezu W — O-Streichen.
An der Grenze zwischen Granit und Glimmerschiefer sieht man, in
beiden Gesteinen sich einkeilend, etwa 10 Gänge, unter welchen die nord­
östlich von der Bélesmündung liegenden, .bedeutend grossen, zum Theil
auch zusammenhängenden Ganggruppen in nahezu W — 0 -Richtung
streichen, wogegen die von hier südlich, zwischen den Forsthäusern Dobrus und Dâmes liegenden Gänge ein nahezu N— S-Streichen besitzen. Am
östlichen Rande des Granitstockes wurden, zwischen Glimmerschiefer ein­
gekeilt, zusammen 15 Gänge nachgewiesen, wovon 12 in der Umgebung
des kgl. Forsthauses Reketo sich gruppiren. Die Streichungsrichtungen
dieser ist nahezu N— S, oder NW— SO. Die Gesammtzahl der bisher nach­
gewiesenen Gänge ist also bereits 96.
Der grössere Theil dieser zahlreichen Dacitgänge fällt also mit der
Streichungsrichtung der Glimmerschiefer-Schichten zusammen und tritt
nicht selten lagerförmig in denselben a u f; wogegen der kleinere Theil
ganz unbestimmte Spalten und Risse innerhalb der Schiefer und des Gra­
nites ausfüllt.
Diese massenhafte Verbreitung der Dacitgänge oder Lagergänge in
dem centralen Granitstock und denselben umhüllenden GlimmerschieferGewölbe des Gyaluer Hochgebirges, so auch die Thatsache, dass der
Dacit auch am Rande dieses krystallinischen Schiefergebirges rings herum
hervortritt: erlauben uns darauf zu schliessen, dass während der Thätigkeit des Ylegyâszavulkanes, die aus dem vulkanischen Herde hervor­
brechenden heissflüssigen Dacitmassen sich nicht nur über der, durch den
Ylegyâszazug bezeichneten, südnördlichen riesigen Spalte aufgethürmt
hatten, sondern zugleich gegen Südosten zu auch in das Innere der aus
317
krystallinischen Schiefern und einem Granitstock bestehenden H och­
gebirges eindrangen und vielleicht auch den nordamerikanischen Laccolithen ähnliche grosse innere Höhlungen ausfüllten, aus welchen durch
die zahlreichen Bisse der Gewölbe hindurch das heissflüssige Gestein­
magma bis an die Oberfläche hinaufgepresst wurde.
Da sich am Contacte mit diesen Dacitgängen an den Gesteinen kei­
nerlei Hitzeeinwirkungen zeigen, ist es wahrscheinlich, dass die in die
Spalten eingepresste Dacitmasse eine mit Wasserdampf stark getränkte,
leicht bewegliche Gesteinsmagma von nicht beträchtlicher Temperatur ge­
wesen war.
Sonstige Contactwirkungen zeigen sich wohl hie und da, so z. B.
habe ich solche bei Kisbânya und Pânyik, am Eande des Hochgebirges,
auf die obercretaceischen Schichten und auf die Phyllite beobachtet;
auf die centralen Glimmerschiefer, Gneisse und Granite jedoch ist von
irgend welcher Contacteimvirkung bisher noch nichts beobachtet worden.
Ein ganz ähnliches Auftreten und Absonderungen, wie die der hier
besprochenen Lagergänge, weist auch der in den Roclnaer Alpen vorkom­
mende Dacit auf, wro aber allgemein genommen die mächtigeren, manch­
mal mehrere 100 m. messenden Lagergänge häufiger sind, als hier.
Zwischen Eodna-Szt.-György und dem Bade Dombhât, nahe zur Mün­
dung des Kormaja-Thales, hat ein Wasserriss den Contact zwischen dem
rhyolithisclien Dacit und dem unter-oligocänen Thonschiefer sehr schön
entblösst (Fig. 36). Der Gang des in bogenförmigen Tafeln abgesonderten
Dacites (dr) hat die Schichten des oligocänen Thonschiefers (op) nicht
nur durchbrochen und umgebogen, sondern auch mehrere Meter weit ge­
härtet, wenn nicht gebrannt.
Die Dacitberge des Csetrâs- Gebirges betreffend kann ich, nachB. v.
I n k e y (242) und Dr. G. P b im i c s (312) folgendes mittheilen.
Die Vertheilung im Raume der Dacite kann hier auf zwei Spalten
318
bezogen werden, welche sich in der Richtung zwischen Seszur und Herczegâny kreuzen und von welchen kürzere oder längere Seitenspalten
ausgingen. Die erste Hauptspalte liegt in SO— NW-Richtung zwischen
Nagyâg und Kurety. Ihre Theile sin d : a) das Hajtö-Makris Glied, aus
welcher die Nagyâg-Hondoler Berge hervorquollen; b) das Hidzsa-PâviCsetrâser Glied, mit einer SSO— NNW-Bichtung, aus welcher die höchsten
Berge des Gebietes, die eigentliche Csetrâs-Gruppe, hervorbrachen; c) das
Duba-Cordura-Glied, aus welcher die Berge von Herczegâny und Kurety
empordrangen, deren Richtung SO— NW ist. Hier zeigen sich Bergkuppen
auf den Seitenspalten aufgesetzt.
Die zweite Hauptspalte zieht zwischen Seszur und Alsö-Lunkoj, nahe
in W — O-Richtung, jedoch in Zik-Zak dahin (Macsesata, Cseresata, NagyMuncsel, Hornile und Dealu I ’etyi ). Zwischen den beiden Hauptrichtungen
bilden die von Herczegâny gegen Kurety zu streichenden K a r p a t h e n s a n d ­
steine e i n e S c h e i d e w a n d ; unter der Oberfläche m ö g e n sie aber Z u s a m m e n ­
hängen. Auch von d ie s e r Hauptspalte gehen Seitenspalten aus, über welche
sich Kuppen des Dacites erheben.
Alle Aufschlüsse der Contacte des Dacites mit den Sedimenten weisen
darauf hin, dass aus dem überwiegenden Theil ihrer Vulkane — abgesehen
von dem, am Beginne der vulkanischen Thätigkeit stattgefundenen Aus­
wurfe von geringen Trümmergebilden — der Dacit als heissflüssige Lava
empordringend, durch die Spalten der sedimentären Gebilde an die Ober­
fläche gelangte, hier in mächtigen Massen sich ausbreitete, die Schichten
um die Spalten herum bedeckte, einzelne losgerissene Brocken davon in
sich schloss, auch in die Höhe mitriss, und erst dann zu festem Gestein
erstarrte. Die Eruption dieser Vulkane dürfte verhältnissmässig nur kurze
Zeit gedauert haben und ohne Unterbrechung vor sich gegangen sein. Die
Grubenaufschlüsse von Nagyâg bieten uns einen ziemlich klaren Einblick
in den inneren Bau der Dacitmassen. Der Franzstollen bewegt sich in mehr
als 1000 m. Länge in den sedimentären Gesteinen, wobei über ihm, bei­
läufig in der Mitte seiner Länge, die Dacitmasse des Calvarienberges sich
ausdehnt und erreicht gegen sein Ende, unter dem Berge der griechischen
Kirche, viel später den Dacit, als der in derselben Richtung eindringende
um 140 m. höher liegende Josefstollen. Es ist aus dieser Thatsache klar,
dass der Dacit, aus den nach oben sich stark erweiternden Spalten ausfliessend, diese Schichten eine gute Strecke weit noch bedeckt hatte.
In den Dacitmassen des Csetrâs kommen am häufigsten vertical
tafelige, unregelmässig prismatische oder unregelmässig kubische Abson­
derungen vor. An den Rücken der zeltförmigen Berge beobachtet man die
vertical tafelige Absonderung und zwar immer so, dass die Tafeln recht­
winkelig auf die Axe des Berges, oder etwas schief darauf stehen. In Folge
319
von secundären Rissen entstehen hie und da auch vertical stehende Pris­
men. In den grösseren Bergmassen kann man eine unregelmässig kubische
oder dicktafelige Absonderung beobachten, was dadurch zu erklären wäre,
dass hier der Auskühlung und Zerklüftung zu gleicher Zeit von oben, von
der Seite und in vielen Fällen auch von unten begann.
Das Yerhältniss des Dacites zu den Andesiten betreffend kann her­
vorgehoben werden, dass der Dacit als die älteste Eruption, die Mittellinie
über der Hauptspalte einnimmt; während die Andesite nördlich und süd­
lich davon sich anreihen.
Über die Bergformen und tektonischen Verhältnisse der in den
nördlicheren Zügen oder Gruppen des siebenbürgischen Erzgebirges vor­
handenen Daciteruptionen ist, nach den bisherigen Untersuchungen, nur
so viel bekannt, dass der Dacit entweder in Gesellschaft der Andesite, die
neocome Karpathensandstein-Decke durchbrechend, in ansehnlichen Kup­
pen erscheint, wie z. B. der 1122 m. hohe Breaza-Berg bei Zalatna, die
Cicera Ulmuluj in der Vulkojer Gruppe; oder er bildet eine ganze Gruppe
von isolirten kleineren oder grösseren Kuppen südlich von Offenbänya,
welche entweder dem Karpathensandstein, oder dem Glimmerschiefer auf­
gesetzt sind.
Es ist also ein allgemeiner Charakterzug der bisher besprochenen
Daciteruptionen der, dass das vulkanische Gestein beinahe nur massig,
ohne sedimentäre Tuffe und Breccien um seine Eruptionspunkte herum
auftritt. Dass aber die Daciteruption trotzdem nicht ohne vorhergehendem
Aschen- und Lapilli-Auswurf stattgefunden hatte, dafür spricht die grosse
Verbreitung des Dacittuffes und der Breccie innerhalb des Beckens. Ich
bin der Ansicht, dass sowohl der mächtige Ufervulkan der Vlegyâsza, so auch
die übrigen, kleineren Ufervulkanen entsprechenden Dacitvorkommnisse
ursprünglich durch lose Trümmergebilde des Dacites bedeckt waren, welche
jedoch im Laufe der langen geologischen Zeiträume durch die Denuda­
tionswirkungen des Wassers wieder entfernt wurden; so dass eigentlich
nur die festen massigen Kerne der einstigen Vulkane, nämlich deren
Stämme und einzelne Schollen der Lavaströme zurückgeblieben sind.
Schon dieser Umstand weist auf ein älteres Alter der Daciteruptionen hin,
als jenes des durch seine Trümmergebilde umgebenen Andesites.
Der Bau des Csicsöberges.
Es existirt dennoch die Ruine eines kleinen Dacitvulkanes im Ge­
biete des siebenbürgischen Beckens, welche mit den Dacittuffen in enger
Verbindung steht, und das ist der kleine Zug des Csicsöberges nordöstlich
von Deés, dessen Skizze die Fig. 21 darstellt.
m )
Dieser bl. -iVa km. lange und höchstens 1/a km. breite vulkanische
Bergzug, mit malerisch gegliedertem Bücken erhebt sich, in NW- -S O ­
RI ehtung ziehend, aus dem niedrigeren welligen Berggebiet der ober-
Ob.-m editerran.
Sandstein
Dacittuff.
U .-m editerr. T hon m ergel
O.-m editerr. T honm ergel.
B hyolithischer
D acit m it
E inschlüssen.
Fig. 37. Geologisches Kärtchen des Dacitzuges von Csicsö,
Maasse = b. I. 1 : 86,000.
mediterranen Schichten (s. das auf Abbild. 37 dargestellte geol. Kärtchen).
Vor dem Bergzuge erhebt sich noch als Ergänzung des Bildes isolirt eine
Lâbfalva
300
Gr.-Cicsö B.
Val. Botii
400
S.
N.
Fig. 38. Geol. Durchschnitt des Dacitzuges von Csicsö.
malerische Kuppe, die des Muncsel. Das Gestein dieses Bergzuges, der
früher Mühlsteinporphyr genannte cavernös-poröse rhyolithische Dacit
(dr), wird unmittelbar 1. durch dickbankige Schichten eines gelben, mür­
ben Sandsteines umrandet (s. auf Fig. 38 auch das geologische Profil des
321
Bergzuges). Tiefer an den Abhängen, also im Liegenden, findet man 2. die
klüftig-schieferigen Schichten des obermediterranen Tegels aufgeschlossen.
Noch tiefer zieht zwischen Lâbfalu und Csicsö-Mihâlyfalva, beide
Gehänge des Thaies bildend, 3. eine mächtige Ablagerung des Dacittuffes
hindurch. Endlich 4. hinter dem Csicso-Berge, neben Gâncs und CsicsöGyörgyfalva, kommt unter diesem Dacittuffe auch Thonmergel der unter­
mediterranen Stufe zum Vorschein. Die ganze Schichtreihe verflächt unter
wenigen Graden nach S zu. In dieser Schichjdecke hatte sich im ober­
mediterranen Zeitalter, jedoch noch vor der Ablagerung der siebenbürgi­
schen Salzlager, eine von NW gegen SO verlaufende Erdspalte gebildet,
in welche der Dacit eindrang und die er, einen mächtigen Gang bildend,
ausfüllte, so jedoch, dass das ausgeworfene und ausgeströmte vulkanische
Material über der Spalte sich noch in bedeutender Masse angehäuft und
zu unterbrochenen Kuppen aufgethürmt hatte. Die isolirt dastehende
kleine Kuppe des Muncsel ist wahrscheinlich eine zurückgebliebene Scholle
des aus der Hauptspalte herabgeflossenen Lavastromes. Das mit grossem
Druck empordringende Dacitmagma hatte von den angrenzenden Sedi­
menten, besonders von dem Dacittuffe und Sandsteine, nicht nur kleinere
Brocken und Trümmer, sondern auch grosse Schichttafeln abgerissen und
in .sich eingeknetet an die Oberfläche gehoben. Diese fremden Einschlüsse
(z) sind in Folge der Einwirkung des Dacites mehr oder weniger silificiert
und kommen besonders an der Peripherie des Dacitzuges in grösser Menge
vor, so dass der Dacit davon stellenweise breccienartig wird.
In dem kleinen Steinbruch am südlichen Abhange der MuncselKiTppe sieht man noch deutlich aufgeschlossen (s. die Abbildung 39),
dass eine 1— 2 m. dicke Schichte des Dacittuffes (St) zwischen die polyDr. Anton K och : Die Tertiärbildungen des Beckens der siebenbürgischen Landestheile.
21
gonal zerklüfteten Massen des Dacites eingekeilt vorkommt, dass also hier
die zugleich ausgeworfene Asche des kleinen Vulkane» zwischen zwei
wirkliche Lavaströme eingelagert ist. In dem sehr grossen Steinbruch auf
der nördlichen Seite des Muncsel muss man aus dem weehsellagernd
schichtweisen Vorkommen des massigen Dacites und des Tuffes zu einem
ähnlichen Schlüsse gelangen. Innerhalb der Dacittuff-Schichten zieht
stellenweise eine grünliche, inenilithische Lage (oji) hindurch, welche
durch die spätere Ausscheidung amorpher Kieselsäure infolge der Zer­
setzung des Dacites entstanden ist. Der Dacit selbst ist hier mit pinitoidisehen, grünen Flecken derart erfüllt, dass er stellenweise ganz grün
wird. Im übrigen blieb er jedoch fest.
Aus den hier genau dargestellten Eruptions-Verhältnissen ist es also
klar, dass die mächtige Dacittuff-Ablagerung an der Basis der ober-medi­
terranen Schichten längst schon am Boden des ober-mediterranen Meeres
niedergesunken war, als die Eruption des Csicsö-Berges stattfand, und dass
der Ausbruch der Hauptmassen der siebenbürgischen Dacite der posthu­
men Eruption des Csicsöer rhyolithischen Dacites bedeutend vorausging
und mit diesem kleinen Ausbruche die Daciteruptionen überhaupt abge­
schlossen w'urden. Ein weiterer Hauptunterschied zwischen den vorgehen­
den Eruptionen der Hauptmassen des Dacites und dem posthumen Aus­
bruche des Csicsö-Berges zeigt sich auch darin, dass die Hauptmassen des
Dacites — wie bereits nachgewiesen wurde — Produkte der am Bande des
siebenbürgischen Beckens, also an den Ufern des einstigen Binnenmeeres
thätig gewesenen Vulkane sind; wogegen der rhyolithische Dacit des
Csicsö-Berges vom Bande des Beckens ziemlich entfernt, im Becken selbst
liegt und sich aus der einstigen ober-mediterranen Binnensee, als sub­
marine Eruption erhoben hatte. Eine submarine Eruption erklärt uns am
einfachsten die rhyolithische Beschaffenheit seines Gesteines, welches so­
gar Spuren von Obsidian, bimsstein- und perlitartiger Ausbildung aufweist,
dergleichen man in den Gebieten der Ufervulkane nicht findet. Es geht
ferner auch das hervor, dass der submarine Vulkan des Csicsö-Berges
abwechselnd Asche ausgeworfen und Lavaströme ausgegossen hatte, ob­
zwar wegen der Geringfügigkeit seiner Massen der Ausbruch wahrschein­
lich nur ein einziger und ununterbrochener war, nicht aber ein periodi­
scher, wie jene der grösseren heutigen Vulkane.
4. Die Familie der Andesite.
Unter den im petrographischen Theile abgeliande^en Varietäte
des Andesites stehen die Biotit-Andesite nicht nur in mineralischer Zu­
sammensetzung und Struktur, sondern meistens auch in ihrerErscheinungsa)
323
weise den Daciten am nächsten und ist es auch möglich, dass sie dem
Ausbruche der Dacite unmittelbar gefolgt sind.
Die Biotit-Andesite der Rodnaer Alpen zeigen einen allmäligen
Übergang in die quarzhältigen Dacite und sind, ähnlich wie diese, ohne
Tuffbildungen als Gänge oder Lagergänge zwischen die krystallinischen
Schiefer und zum Theil auch zwischen die eocsenen Karpathensandsteine
eingekeilt.
An den südlichsten Enden des mächtigen Andesitzuges der Hargita
finden wir wieder einige grosse Ausbrüche von Biotit-Andesit. Den süd­
lichsten Zipfel bildet die ansehnliche Berg-Kuppe des N agy-M orgo (s. die
23. Abbildung), wo der Biotit-Andesit ebenfalls mit untergeordnetem Dacite
verbunden, auftritt. Tuffe scheinen in der Masse des Nagy-Morgö gänzlich
zu fehlen und tritt er deshalb als ein mächtiger Stock, inmitten der neocomen Karpathensandsteine auf. Dieser. Stock steht wahrscheinlich mit
dem nahen Büdösstocke in genetischem Zusammenhange, in welchem
Falle der Biotit-Andesit auf einer, von SW nach SO und 0 gerichteten,
den Hargitazug verquerenden, bogenförmigen Spalte an die Oberfläche
drang. Da diese Bogenlinie jedoch beiläufig in ihrer Mitte durch den Amphibol- und Pyroxen-Andesitzug der Hargita durchrissen wurde, ist des­
halb auch das höhere Alter des Biotit-Andesitausbruches evident.
Die östliche Hälfte der bogenförmigen Eruptionslinie des BiotitAndesites wird durch den Büdös-Bergstock gebildet, welcher durch seine­
runden Seen (Set. Annen und Mohos) und durch seine Solfataren besonders'
interessant und merkwürdig ist. (S. die Abbildung 22.) Der in beiläufig
NWW— SOO-licher Bichtung verlaufende Hauptkamm, oder die Axe dieses
Bergstockes, wird durch eine einheitlich zusammenhängende Masse des
Biotit-Andesites gebildet, welche gegen S 0 0 zu allmälig sich verjüngt
und in dem eigentlichen Büdös-Berge bereits als eine riesige Gangmauer
sich aus dem neocomen Karpathensandsteine erhebt, (s. das geologische
Kärtchen der Abbildung 40), um mit der kleinen Berg-Kuppe Bâlvânyos,
als dem letzten Glied der Kette zu endigen. Am linken Althufer über dem
Bade Tusnâd (628 m.) nimmt der massige Biotit-Andesit an dem steil sich
erhebenden Nagy-Csomâl (1300 m.) am westlichen Ende des Bergstockes
beiläufig eine Breite von 4 km. an der Oberfläche ein, und in dieser Masse
findet man die eigentüm lichen Trichter des Set. Annen- und Mohos-Sees
vertieft. Innerhalb dieses Stockes ist blos an einer Stelle, nämlich an der
Landstrasse zwischen Tusnâd und Bükkszâd, an der Mündung des Komlögrabens, das Vorkommen von einem Trümmergebilde des Biotit-Andesites
bekannt. Dieses Trümmergebilde besteht aus Bimssteinlapilli, welches aus
der Bichtung des Set. Annen-Sees, als dem einstigen Krater, bis zum Alth­
ufer hinunterzieht. Ein ähnlich vollkommenes Bimssteinlapilli sah ich
21*
wohl nirgends sonst, aber auch am Uferrand des Set. Annen-Sees liegen
haselnuss- bis kopfgrosse, eckige Bruchstücke des weniger bimssteinartigen
Biotit-Andesites in grösser Menge zerstreut, wobei aber auch zusammen-,
hängende, grössere Felsblöcke aus dem waldigen Abhang hervorstehen.
Aber auch am südlichen, steilen Abhange des Büdös-Berges beobachtete
ich eine ähnliche V.orkommensweise des Biotit-Andesites, was man auch
als Beste des durch den einstigen Vulkan ausgeworfenen, losen Materiales
betrachten könnte, wenn es nicht das Ergebniss der späteren Verwitterung
und Denudation ist.
Um Bad Tusnâd herum ist unser Biotit-Andesit in frischem, norma­
lem Zustande, die grössten Felsmassen bildend entblösst und hier zeigt
er an einigen Punkten eine auffallend schöne, säulenförmige Absonderung.
Nach F e . H e e b i c h (35, 328), befindet sich am Abhange nördlich vom Bade
eine Felswand, Namens «Alvégi- szikla», wo der Andesit in sehr schönen
Säulenformen erscheint. Die Säulen sind fächerförmig gruppirt und divergiren nach Aussen ; es zeigt sich also eine ähnliche Bergstruktur des sau­
ren Andesites, wie solche an dem basischen Basalte schon lange bekannt
war. In dem Andesite dieser Stelle kommen, nach F. H e e b i c h , auch zahl­
reiche Sandstein-Einschlüsse vor, welche man zumeist unterhalb der
Gr. Mikes’schen Häuser beobachten kann.
Auf der südlichen Seite des Gebirgsstockes lehnen sich an den mäch­
tigen Gangzug des Biotit-Andesites geschichtete, feinere oder gröbere
Tuffe desselben, wie man solche, besonders westlich von dem Gebirgssattel
«Sösmezö», in grösserer Ausdehnung beobachten kann. Weiter auswärts
aber, so wie auch auf der nördlichen Seite des Bergstockes, nehmen auch
die Trümmer der basischeren Amphibol- und Pyroxen-Andesite an der
Zusammensetzung der Tuffe und gröberen Breccien Antheil.
Das Spaltensystem des Büdös-Berges, die Gasausströmungeu,
Quellen und deren Ablagerungen. (S. auf Fig. 40 das geologische Kärt­
chen.) Was die Spalten betrifft, welche sich in der Andesitwand des BüdösBerges befinden und aus welchen die Gase aus unbekannter Tiefe der Erde
hervorströmen, so dringen diese beinahe vertical in die Tiefe hinunter.
Man kann diese an der nach SW gekehrten, steilen Andesitwand des
Büdös-Berges ganz gut verfolgen, indem der Andesit den Spalten entlang
stark gebleicht und zersetzt ist. Das Spaltensystem breitet sich in hori­
zontaler Projection nahezu in parallelen Richtungen aus, nicht nur in dem,
an die Oberfläche reichenden Andesite, sondern auch in die, unter der
Karpathensandsteindecke fortsetzende eruptive Masse und auch in die
Decke selbst hinein. Darauf verweisen die in der Peripherie des BüdösBerges beobachteten, zahlreichen Gasausströmungen, welche entweder der
Geruch des Schwefelwasserstoffes und die Schwefelausscheidung oder gas-
325
und sulfathaltige Quellen immer verrathen. Aus der Vertheilung der
Schwefelausscheidungen und der sulfathaltigen Quellen geurtheilt, welche
ich, nach meinen eigenen Beobachtungen und nach einem älteren Berichte
des Bergingenieurs Jos. V e r e s s , in die beiliegende Kartenskizze eingetra­
gen habe, ist die Verbreitungsrichtung, des Spaltensystemes eine beiläufig
südwest-nordöstliche, so dass man innerhalb dieser die folgenden Haupt­
Spaltlinien unterscheiden kann :
I.
Die bei dem Maierhofe Zsombor und am Büdöspatak feje auftre­
tenden Schwefelausscheidungen;
N eocem er Karpathen-
I Sandstein, Schieferthon
und Mergel
I Biotitandesit.
[;;i'|;jj Biotitandesit-tufE.
I’:.' :1
Eisenocker*Quellenabsatz.
Kalktuff-Quellenabsatz.
}.... Gyps m it Kalktuff,
Schwefelablagerungen und
Nester.
M
GaehÖblen.
J
Quellen und Bäder.
C)
Burgruine.
I — V II. D ie L in ie n b e ­
zeichnen die B ichtung der
Spalten, welchen die vulka­
n ische Gase entström en.
Maaşs = bl. 1: 36,000.
Fig. 40. Geol. Kärtchen der Umgebung des Büdös-Berges.
II.
die Schwefelausscheidungen und gashältigen Quellen bei den
Balajthi- und Hamvas-Bädern und im oberen Theil des Yârpatakfej-Gra­
bens, bei dem sogenannten Bivajfürdo (Büffelbade);
HI. die Gasausströmungen und Schwefelablagerungen der GyilkosHöhle und der westlichen Hälfte des Nagy-Sösmezö-Sattels ;
IY. die Gasausströmungen, Schwefelausscheidungen und Quellen
der Büdös-Höhle und des östlichen Theiles des Nagy-Sösmezö-Sattels;
V. die Gasausströmungen, Schwefelablagerungen und Quellen der
Timsös-Höhle, Alaun-Quellen und des K is-Sösm ezö;
VI. die Gasausströmungen und Schwefelablagerungen der Füstösmezö (Bauchfeld) und des Felsö-Vontatö ;
326
VII.
die Gasausströmungen und Schwefelausscheidungen des AlsöVontatö und des Büdöshegyfarka (Endigung des Büdös-Berges).
Der an vielen Orten, wenn auch nicht in grösser Menge abgelagerte
Schwefel hatte sich also ohne Zweifel aus dem, in geringen Mengen ent­
strömenden Schwefelwasserstoff ausgeschieden und scheidet sieh an den
jetzigen Gasexhalationspunkten noch fortwährend ab. In den an verschie­
denen Punkten gesammelten, schwefelhältigen, erdigen Ablagerungen
hatte A. B r e h m * 4 7 — 6 3 o/o Schwefelgehalt nachgewiesen.
Merkwürdig ist noch, dass drei Quellen, nämlich die in der
V. Spaltenlinie liegenden «Kis-Timsös», «Felsö-Timsös» und «Béfedett
Timsös» Quellen, nach einer Untersuchung des Prof. A. F l e is c h e r (1 9 9 ),
ausser Alaun und sonstigen Sulfaten auch freie Schwefelsäure enthalten.
In der Spaltenlinie der Timsös-Höhle muss also der Andesit bereits so
ausgelaugt worden sein, dass zur Bindung der,, aus der / / 4>S-Fxhalat.ion
entstehenden Schwefelsäure nicht mehr genügend Alkalien und erdige
Metalle in der Nähe der Spalten vorhanden sind.
Ich muss endlich noch den in grösser Menge aus einigen Quellen
sich fällenden Eisenokker erwähnen (bei dem Balajthi-Bade und auf der
Kis-Sösm ezö); ferner den Kalktuff (auf der Nagy-Sösmezö), welcher, nach
F. H e r b ic h (1, 319), in Folge der Einwirkung der sehwefelsäurehältigen
Quellen zum Theil in Gyps umgewandelt wurde ; welche Bildungen also
ebenfalls Zeugniss von der lebhaften Wirkung der aus den erwähnten
Spalten ausströmenden Gase und Quellen, abgeben.
Über die Ursachen der Gasausströmungen des Büdös-Berges haben
schon Manche geschrieben und hatte sich zuletzt Prof. L. I l o s v a y damit
beschäftigt. Mir erscheint jene Erklärung die wahrscheinlichste, nach
welcher diese Gase Producte der Zersetzung sind, welche in grösser Tiefe
an dem Contacte der noch heissen Andesitmasse mit den Karpathensand­
steinen und Mergeln stattfindet. Sehr wahrscheinlich erscheint es, dass in
der Tiefe durch Einwirkung heisser Wasserdämpfe Kieselsäurehydrat aus­
geschieden wird, welche die Carbonate der damit in Berührung kommen­
den Mergelschiefer zersetzt und auf solche Weise reines Kohlenbioxyd
frei macht, welches mit Wasserdampf gemischt, in den Spalten aufwärts
steigt. Wenn diese nun auf ihrem Wege auf Sulfide stossen, entwickelt
entweder der Wasserdampf selbst, oder das in Folge des Druckes aus dem
Wasserdampf und dem Carbonbioxyd entstehende Kohlensäurehydrat
Schwefelwasserstoff, der durch die überwiegende Kohlensäure mitgerissen
wird. Die Berechtigung dieser Ursache der Gasentwickelung wird unter/
Analyse der am Berge Büdös vorkommenden Schwefel- und Alaunerden
Verh. u. Mitth. d. Hermannstädt. Verf. f. Naturwiss. 1855. V I. p. 35—40.
*
327
stützt: 1. durch den ,S7Oa-Reichthum des Biotit-Andesites des BüdösBerges ; 2. durch den reichlichen Gehalt an Kalkbicarbonat der mit den
Karpathensandsteinen wechsellagernden Mergelschiefer ; und 3. durch den
Schwefelkies-Gehalt der ebenfalls mit den Karpathensandsteinen wechsel­
lagernden, dunkelgrauen Schieferthonen, welcher in kleinen Kryställchen
eingestreut, sehr verbreitet ist.
Dem Andesittypus des Büdösstockes nahe stehend ist der biotithältige Amphibol-Andesit der Dévaer Berggruppe, welcher die obercretaceischen Schichten durch brechend, diesen aufgelagert erscheint. Die
von der Hauptmasse abgetrennte, isolirte Kuppe des Schlossberges jedoch
wird von jungen Tertiärschichten umgeben. Am Bergsattel finden wir,
/.wischen gelblichgrauen, schieferigen Thonmergel wahrscheinlich sarma­
tischen Alters, seine feinkörnig sandige oder ganz schlammige, rein weisse
Tuffe eingelagert, in welchen Blattabdrücke und selten auch Fischreste
gefunden wurden. Aus diesem Vorkommen ist es klar, dass der Ausbruch
des Dévaer biotithältigen Amphibol-Andesites zwar mit Auswurf von fei­
nerer oder gröberer vulkanischen Asche verbunden war, trotzdem aber
das massige Gestein von reinen Trümmergebilden getrennt vorkomme,
auf dieselbe Weise, wie wir das auch bei dem Dacittuffe in Beziehung zu
dem eruptiven Dacit gesehen haben. Die Andesit-Kuppen von Déva be­
sitzen also ebenfalls einen einheitlichen Bau.
Endlich lässt sieh auch über die Biotitandesit-Ausbrüche der
Umgebung Offenbânya's nach den bisherigen Erfahrungen behaupten,
dass diese ebenfalls als kleinere oder grössere, homogene Kuppen zum
grösseren Theil den krystallinischen Schiefern, zum kleineren Theil
aber den obercretaceischen Sandsteinen aufgesetzt sind und in die
Tiefe wahrscheinlich in Gangform niedersetzen, welche Gänge durch
die Ausfüllung eines radialen Spaltensystemes entstanden sind. Speciellere Untersuchungen stehen uns diesbezüglich noch nicht zur Ver­
fügung.
*
b)
Die Ausbrüche der Amphibol- und Pyroxen-Andesite findet man
im Allgemeinen mit mehr oder weniger reichlichen Trümmergebilden um­
geben und öfters in verwickelter Weise damit verbunden, so dass man
an einigen derselben die Kennzeichen der lange Zeit hindui-ch wieder­
holt thätigen Stratovulkane verhältnissmässig noch am deutlichsten er­
halten, und von den Denudationswirkungen am meisten verschont,
erblicken können. Aber auch bei diesen haben wir einzelne Eruptions­
gebiete oder Punkte, wo das von den ehemaligen Vulkanen ausgeworfene
und aufgeschüttete Trümmer-Materiale schon beinahe vollständig entfernt
328
wurde. So z. B., wenn wir die Pyroxenandesit-Massen des Lâposer Gebir­
ges und des Cziblesstockes, jene des ßodnaer Magura Porculuj, des
Sztrimba und Henyul betrachten, finden wir auch an diesen nur mehr die
homogenen Andesitkerne der ehemaligen Vulkane, und ihre wahrschein­
liche Trümmerdecke ist in Folge der Denudation verschwunden. Dasselbe
sehen wir auch bei den hie und da auftretenden Amphibol- und Pyroxenandesiten am Bande des Gyaluer Hochgebirges und im Meszeszuge, welche
entweder als mächtige Gänge, oder als kleine kuppenförmige Stöcke die
krystallinischen Schiefer oder die, dieselben bedeckenden unter-tertiären
Schichten durchbrechen.
-Den mächtigen Zug des Kelemengebirges und der Hargita kann man
als die am meisten noch erhaltenen Ruinen der einstigen Reihe von Strato­
vulkanen betrachten. An dem Aufbaue dieses Gebirgszuges spielen die Amphibol- und Pyroxenandesite in zweierlei Form eine Rolle. Es kommen diese
in Form riesiger Breccien und Agglomerate vor, an welchen die nivellie­
rende Wirkung des Wassers kaum oder überhaupt nicht bemerkbar ist. Diese
halte ich für die Producte von Schlammeruptionen, dergleichen Dr. T h .
W o l f im Jahre 1877 am Vulkan Cotopaxi beobachtet und anschaulich
beschrieben hatte.'*' Im Marosdurchbruch zwischen Maros-Toplicza und
Ratosnya sieht man solche in besten Aufschlüssen, wo man sie am be­
quemsten studieren kann. In der Umgebung von Palota und Maros-Ilva
zeigt sich dieses Agglomerat, riesige FelswTände und Thürme aufbauend,
besonders schön, wyeshalb auch dieser Theil die imposanteste Partie des
Marosdurchbruches bildet.
Dr. E m . L ö r k n t h e y untersuchte in neuester Zeit bei Baroth, also an
dem südlichen Ende des Hargitazuges, das Verhalten der Trümmergebilde
des Pyroxenandesites zu den daselbst entwickelten jüngsttertiären Schich­
ten sehr eingehend, und kam die Eruptionswreise und das Alter betreffend
auf Schlüsse, welche von den bisherigen Ansichten sehr abweichen. Nach
ihm wurde die Eruption auf diesem Gebiete, bereits gegen Ende der Ter­
tiärperiode, nicht durch Lavaergüsse, sondern durch Schlammströme ab­
geschlossen, welche auch von dem früher erstarrten Andesite kleinere und
grössere Blöcke mit sich rissen, ja auch verschieden grosse Bruchstücke
des unterneocomen Karpathensandsteines und der unterlevanteischen
Schichten in sich eingeschlossen haben. Diese letzte Eruption musste
also gegen Ende des Zeitalters der unterlevanteischen Stufe stattgefunden
haben; denn der Andesitblöcke einschliessende schlammige Tuff bedeckt
nicht nur allgemein den mittleren Horizont der daselbst entwickelten
*
Der Cotopaxi und seine letzte Eruption am
Min., Geogr. u. Palaeontol. 1878. p. 1 -55.
Juni 1877. Neues Jahrb. f
329
unterlevanteischen Schichten, sondern füllt auch die Klüfte und Spalten
sowohl dieses, als auch des untersten Horizontes dieser Schichten aus.
Das Hingelangen der grosse Andesitblöcke einschliessenden Tuffmassen
darf aber nicht aus der Ablagerung von ausgeworfener Asche, Lapilli und
Bomben erklärt werden, sondern mehr aus Schlammströmen, welche von
den Höhen der Hargita sich herabgewälzt haben. Für diese Ansicht spricht
auch jene Thatsache, dass in diesem Theile der Hargita zerstreute Andesit­
blöcke und Schollen in bestimmten Bichtungen gereiht Vorkommen. Lörent h e y glaubt, dass auch diese linienartige Yertheilung der Andesit-Blöcke
und Schollen einen Best der ehemaligen Schlammströme vorstelle, und
dass der ursprünglich zwischen den Blöcken und Schollen vorhanden ge­
wesene schlammige Tuff in Folge der späteren Denudationswirkungen
ausgewaschen und entfernt wurde. Auch Fr. Herbich kannte diese Er­
scheinung und dachte dabei auf Gletscherwirkungen; denn nachdem er
diese Blöcke über den pontischen Schichten zerstreut fand, meinte er,
dass sie diluvialen Alters sind.
Aus den bisher bekannten Thatsachen ist es also noch nicht ganz
klar, ob gegen Ende der Tertiärperiode von wirklichen PyroxenandesitEruptionen die Bede sein könne, und ob nicht die abtragende Wirkung
ausserordentlicher Wasserströmungen, vielleicht schon im Laufe der
Diluvialzeit, den auf den Höhen der Hargita in Folge früherer Eruptionen
angehäuften losen Andesitdetritus, möglich auch in Form kleinerer oder
grösserer Schlammströme herabgespült hatte ? In diesem Falle aber könnte
hier nur von nachträglich abgetragenen, das ist secundären Tuffen die
Bede sein.
Bedeutend mehr untergeordnet kommt die eine oder die andere
Varietät des Andesites vor, und zwar entweder in Form mächtiger Gänge,
welche zwischen die vulkanischen Breccien und Agglomerate eingekeilt
sind, oder als Lavastrom-Partien, welche mit den geschichteten Breccien
und Tuffen wechsellagern, und mehr oder weniger horizontal ausgebreitet
liegen. Die als Gänge eingekeilten Massen verfolgen im Allgemeinen die
Streichungsrichtung des Gebirgszuges und herrschen auf dessen Haupt­
kämmen vor, ein Beweis, dass der empordringende Andesit in erster Beihe
die riesige vulkanische Hauptspalte und dann die damit nahezu parallel
verlaufenden Nebenspalten ausgefüllt hatte. Entschieden überzeugt man
sich davon in dem Profile des Marosdurchbruches zwischen Mesterhâza
und Göde, wo von den mächtigen Andesit-Gängen mehrere durch das
Marosthal streichen und in ihrer ganzen Breite durch die Landstrasse
entblösst sind. Die von der Denudation verschonten einzelnen Theile der
zerrissenen einstigen Lavaströme aber, zeigen sich meistens an den Ge­
hängen des Hargitazuges, vom Hauptkamme in ziemlichen Entfernungen,
330
und ihre Verbreitungsrichtungen stehen mehr oder weniger schief auf die
Hauptstreichung des Gebirgszuges. Da die Gebiete des Kelemengebirges
und des Hargitazuges bisher nur übersichtlich aufgenommen und kartiert
wurden, ist es selbstverständlich, dass die hier skizzirten Verhältnisse nur
beiläufig, mehr oder weniger schematisiert, auf den geologischen Karten
zum Ausdruck kom m en./
Neuesten» hat Dr. Ö ava A t h a n a s iu über die geologischen Verhält­
nisse der nordöstlichen Ecke des Kelemengebirges auch speciellere Daten
veröffentlicht (328, 429). Nach ihm besitzt das Kelemengebirge den Cha­
rakter eines Tafelgebirges. Bei den Gipfeln des Lucaciu (1777 m.) Pietrile
roşie (1700 m.) und um den Triplex confinium herum breiten sich gegen
Westen zu plateauartige, durch beinahe senkrechte Wände unterbrochene
Ebenen aus, welche immer höher ansteigend in dem Gipfel des Tiineu
('18(50 m.) culminieren. Denselben Eindruck machen auf siebenbürgiseher
Reite das zwischen den Gipfeln des Kelemen Csiribuk (1860 m.), Piatra
(2013 m.), Kelemen Isvor (2031 m.) und Pietrosu (2102 m.) liegende Gebiet.
Die Mächtigkeit der Andesitmasse des Kelemengebirges veranschlagt
Dr. A t h a n a s i u auf 900— 1100 m .; aber das kann nur der Best von der ur­
sprünglich noch bedeutenderen Mächtigkeit der eruptiven Decke sein. Von
dem östlichen Eusse des Gebirges bis hinauf zu den Gipfeln sieht man
nur horizontale Andesitlava-Decken wechsellagernd mit den Schichten der
Andesittuffen und der Breccien. Die massigen Andesitlager treten an den
Gehängen gegen den Nyeagrabach zu in steilen Stufen heraus, w'ährend
die dazwischen gelagerten Tuff- und Breccienschichten die sanfteren Ab­
dachungen bilden. Die ausgewrorfenen Trümmerbildungen des ehemaligen
Vulkanes keilen sich jedoch gegen den centralen Theil der Eruptivmasse
allmälig aus, während sie nach Aussen zu immer mächtiger und gegen den
massigen Andesit sehr überwiegend werden. Aus seinen Beobachtungen
erklärt Dr. A t h a n a s i u den Verlauf der Ausbrüche der Kelemen-Andesite
folgendermassen. Die Eruption begann mit reichlichen Aufwürfen von
Asche, Lapilli und Bomben. Diesen folgten die Lavaströme, mit weniger
starken Aschenauswürfen abwechselnd. Den Schluss der Eruptionen bil­
dete die Ausströmung der heissflüssigen Lavamassen des Kelemen Isvor
und Lucaciu, welche jedoch die ganze Tuffdecke, bis zu ihren Bändern
nicht bedecken konnten. Auch die Andesite des Kelemengebirges drangen
aus einem Spaltensysteme von beinahe nord-südlicher Richtung empor.
In Folge der wiederholten Ausbrüche konnten, sich die einzelnen, früher
vielleicht separirten Massen vereinigen, und11mussten schliesslich zu
einem weit ausgebreiteten Hochplateau zusammenfliessen. Von Kratern,
vulkanischen Kuppen und in die Länge gezogenen Lavaströmen kann im
Kelemengebirge nicht die Bede sein.
331
Im Allgemeinen kann man dennoch annehmen, dass die gröberen
Breccien und Agglomerate, in kleineren Entfernungen von dem Haupt­
kamme des Gebirgszuges, an dessen Flanken vorherrschen und somit
diese mit dem massigen Andesit vermengt, den mittleren Theil oder die
Axe des Gebirgszuges aufbauen; die feineren, gut geschichteten Breccien
und Tuffe dagegen, mit einander vielfach abwechselnd, an den unteren
Gehängen des Gebirgszuges in den grössten Massen Vorkommen, und von
da, manchmal in bedeutenden Entfernungen, einestheils zwischen die jün­
geren tertiären Ablagerungen des siebenbürgischen Beckens eindringen,
andererseits über die Karpathensandsteinbildung des östlichen Becken­
randes sich ausbreiten. Ausnahmsweise findet man aber auch am Kamme
des Gebirgszuges feinere Detritus-Ablagerungen, so auch die beiden
Bänder entlang hie und da gröbere Trümmeranhäufungen, wie das bei
den Stratovulkanen mit oft wiederholten Ausbrüchen gewöhnlich der
Fall ist.
Sehr interessant sind die Verhältnisse des Vorkommens des bei dem
Mdlndsbade auftretenden hypersthenhältigen Augitandesites, weshalb ich
auch hier Näheres darüber mittheilen will. Neben der neuen Landstrasse,
welche nach Baroth führt, tritt von der bewaldeten Anhöhe des «Liget»
bis zur Ecke des Borito-Thales dieses Gestein, wie man sich darüber in
mehreren kleineren und grösseren Steinbrüchen überzeugen kann, un­
unterbrochen zu T age; es ist also dieses Arorkommen als ein in nordsüd­
licher Richtung, bl. 2 km. weit fortziehender mächtiger Gesteinszug zu be­
trachten, welcher in der neocomen Karpathen-Sandstein-Bildung eingekeilt
ist. Die näheren Verhältnisse des Contactes zu untersuchen, hatte ich
keine Gelegenheit, es ist aber wahrscheinlich, dass die im Mâlnâser Bade
und in nächster Umgebung auftretenden reichlichen Kohlensäure-Exhalationen und Säuerlinge mit diesem Gange unseres eruptiven Gesteins in
enger Beziehung stehen.
Unter den Steinbrüchen, welche das Gestein erschliessen, ist jener
im Liget der grösste, und der Andesit kommt hier ohne Zweifel auf ur­
sprünglichem Orte anstehend vor. Das Gestein sondert sich hier durch
unregelmässige Spalten in unregelmässig polyëdrische Blöcke ab. Eine
' Spaltungsrichtung ist jedoch vorherrschend, und diese zieht schief gegen
den Althfiuss, beiläufig in südöstlicher Bichtung. Am Fusse des steilen
Höhenrandes aber findet man den Andesit nur in losen Trümmern und in
grösseren Blöcken angehäuft, und ist es evident, dass diese Gesteinstrümme'r von der steilen Randfläche des Liget herabgestürzt, also das
Resultat des Auseinanderfallens eines gegen das Alththal herabgeglittenen
Bergtheiles sind.
Die secundären Mineralbildungen dieses interessanten Augitande-
332
sites einerseits, und die in der Peripherie des Ganges ausströmenden
Gase andererseits, lassen darauf schliessen, dass dieser, den südlichsten
Fortsatz der Hargita. bildende Andesitausbruch mit lange andauernder
Fumarolenthätigkeit verbunden war, welche die Umwandlung des ur­
sprünglichen Gesteines und die Bildung der secundären Mineralien ver­
ursachte, aber zugleich auch den Zusammenhalt des Gesteines so weit
lockerte, dass der gegen den Alth zu liegende Band des Ganges, in Folge
des Unterwaschens des Flusses später niederstürzte. Die I ’umarolen-.
thätigkeit wurde später durch die der Mofetten ersetzt, welche in an­
dauernder Stärke bis heut zu Tage fortwirkten. Dafür, dass hier auch eine
Solfatarenthätigkeit, wie in der Peripherie des Büdösberges, geherrscht
hätte, liegt gar kein Beweis vor.
Was endlich die Absonderungsformen des massigen Andesites der
Hargita betrifft, habe ich diesbezüglich die Beobachtung gemacht, dass
die Amphibolandesite im Allgemeinen in unregelmässig polyëdrischen
Aranyer Berg.
oder primatischen Blöcken Vorkommen, wogegen die basischeren Pyroxenandesite besonders gerne tafelige Absonderung zeigen, welche an einzel­
nen Punkten wegen der geringen Dicke der Tafeln recht auffallend ist.
So z. B. findet man diese Absonderung an den Pyroxenandesiten des
Czekendtetö bei Bad Homoröd, des Steinbruches am Likaskö, unterhalb
des Tusnâdbades, des Geréczes-Sattels, des Közrezhavas, der Umgebung
des Kirulybades u. s. w. Die Situirung der Ta/eln ist entweder horizontal,
was auf einen Lavastrom schliessen lässt, oder mehr oder weniger auf­
recht stehend, ein Beweis für das gangförmige Auftreten. Prismatische Ab­
sonderung ist mir aus der Hargita nicht bekannt.
Ein mit dem Mâlnâser Vorkommen analoger, noch interessanterer
und lehrreicherer Andesitausbruch ist jener der Aranyer Bergkuppe,
welchen ich seinerzeit sehr eingehend untersucht und beschrieben
habe (205). Die südliche Flanke der über die Marosebene beiläufig 200 m.
sich erhebenden Augitandesit-Kuppe (siehe die Abbild. 41) ist wenigstens
nach vier (Fig. 41, I— IV) Verwerfungstlächen stufenweise abgerutscht,
wodurch oben eine steile Felswand, und unter dieser 4, stufenweise nied-
333
l'iger werdende, parallele Sturzkämme entstanden sind. Der Andesit hatte
wahrscheinlich sarmatische Schichten («) durchbrochen, aber auch diese
liegen unter der Decke alluvialer Bildungen (a). Die Gesteine (p) des nörd­
lich von der Kuppe sich erhebenden Phyllitgebirges, ziehen sicherlich
unter den sarmatischen Schichten bis zum Andesit hin, und dieser musste
auch diese durchbrochen, da der Andesit wirklich mit Phyllit-Einschlüssen
erfüllt erscheint. Die dem krystallinischen Kalke, welcher den Phylliten
eingelagert ist, entspringenden Quellen setzen viel Kalksinter (mt) ab,
welcher auch an dem Gehänge bei der Kuppe erscheint.
Der ursprüngliche Augitandesit ist wahrscheinlich ohne Tuffbildung,
in Form eines mächtigen Stockes an die Oberfläche emporgedrungen, und
hatte sich über dem vulkanischen Canal zu einer regelmässigen Kuppe
aufgethürmt. Dieser Ausbruch musste mit starker Fumarolenthätigkeit
Fig. 4Ü.
verbunden sein, welche lange Zeit hindurch nachwirkte; dieser Einwir­
kung schreibe ich z u : die Bildung der vielen secundären Mineralien und
die Umwandlung des ursprünglichen dichten und festen Andesites in ein
poröses und mürbes Gestein. Die südliche Hälfte der auf solche Wéise
gelockerten Andesitkuppe musste dann später, in Folge der vereinigten
unterwaschenden Wirkung des Maros- und Strell-Flusses, nach einander
wenigstens viermal abrutschen, so dass deren jetzige unregelmässige
Form, mit Beihülfe der damit Hand in Hand Vorschreitenden Denudation,
sich herausgebildet hatte..
Was die Absonderungsform seines Gesteines anbelangt, kann man
diese an der gegen Süden gekehrten steilen Felswand (Fig. 42) gut 'be­
obachten. Überhaupt sieht man da dicktafelige bis bankige Massen in
mannigfaltiger Anordnung, annähernd dennoch in solcher Weise, dass die
Tafeln und Bänke mit der Oberfläche der Kuppe beiläufig parallel liegen.
Aus dieser meiner Beobachtung, welche ich in der beiliegenden Skizze
334
(Fie. 42) schematisiert darstelle, schliosse ich, dass der Augitandesit eine
kuppenschalige Absonderung zeigt, jedoch entfernt nicht in solcher voll­
kommenen Weise, wie ich sie im Jahre 1871 * in der Visegrâder Gebirgsgruppe am Csodiberge nachgewiesen habe.
*
Was die tektonischen Verhältnisse der im mebenbürgtschen E rz­
gebirge auftretenden Andesitberge und Berggruppen anbelangt, so konnte
ich diesbezüglich noch die meisten Daten den Arbeiten des B. von I n key
Dr. G. P r i m i c s ’ e n t n e h m e n .
In der östlichen Hälfte des Csetrdser Gebirgszuges treten die quarz­
losen Andesite in der Umgebung von Hondol, Csertés und Magura, also
am südlichen Flügel des Dacitzuges, auf. Ihre Ausbrüche haben zwar
überwiegend Laven geliefert, aber auch Tuffe und Breccien zeigen sich
hier. Man beobachtet hier die stärkste Entwicklung der Grünsteinmodification am Fusse des südlichen Bandes der Gruppe; man kann also nach
dem Schlüsse der Eruption eine Solfatarenthätigkeit voraussetzen. Nach
Dr. G. P r i m i c s , zeigt sich der Amphibolandesit am südlichen, respective
südwestlichen Band des Dacitzuges in ganz getrennten, zerstreuten Berg­
gruppen; er drang jedoch nicht aus parallelen Spalten, sondern eher aus
einzelnen zurückgebliebenen Klüften der Seitenspalten hervor, als die
Dacite bereits ganz erstarrt waren. Solche seitliche Eruptions-Spalten
bezeichnen die Berge Stogu, Lelya und Magura. Ihren Mittelpunkt bildet
der Lelya-Gipfel, aus welchem kurze Seitenspalten radial verlaufen. Die
Verlängerung der Spalte gegen Süden zu führt zu dem Dévaer Andesitgebirge. Die bei Ormingya und Lunkoj auftretenden Andesitkuppen stehen
im engen Zusammenhang mit dem Dacitzuge, ebenso auch die Magura
Porkuri und deren südöstliche Fortsetzung; ähnlich auch bei Nagyâg.
Der Pyroxenandesit ist das vorherrschende Gestein der westlichen
Hälfte des Csetrâser Gebirgszuges, und seine Ausbrüche reihen sich am
nördlichen Rand des Gebirges zu einem separierten Zug zwischen Seszür
und Brâd, also in nahezu 0 — W -licher Richtung. Es fallen hinein die
Cicera Dorobanczuluj bei Seszür, Prihogyistye und Lazar Branyeszky bei
Bukurest, Pietrosa bei Kristyor, Csereczel und Gura gosi, die gegen Norden
zu vorstehenden Rippen der Csereczel-Rudaer Berge. Alle diese drangen
aus einer der Hauptspalte nahezu parallelen Nebenspalte hervor. In noch
grösserer Ausdehnung kommt Pyroxenandesit jenseits des Thaies der
und
Weissen Körös vor.
*
A bogdânyi Csödihegy és környékének földtani viszonyai. (Die geol
hältnisse des Csodiberges und dessen Umgebung bei Bogdâny). Földtani Közlöny.
1871. p. 205.
3o~>
Der Eruptionscyclus dieser Andesitvulkane dürfte verliältnissmäSHig
nur von kurzer Dauer gewesen sein. Man kann sich aus den zahlreichen
Aufschlüssen überzeugen, dass der grösste Theil der Ausbrüche mit Auswurf
von tuffartigem Detritus begann, und mit Ausströmung grösser Lavamen­
gen abschloss. Die geringste Menge von grobem Detritus besitzt der Dacit
nur bei Porkura im oberen Theile des Csetrâs-Baches und zwischen Kajanel und Ormingya. Feine Dacittuffe jedoch findet man entfernter von den
Eruptionspunkten häufiger. Die Trümmergebilde der quarzlosen Andesite
dagegen sind ziemlich häufig. Gewöhnlich haben sie sich am Bande der
Ausbruchscentren angehäuft und in vielen Fällen wurden sie durch die
späteren Lavaergüsse gänzlich bedeckt, wofür der Barza-Berg bei Kristryor
ein ausgezeichnetes Beispiel ist.
Bezüglich der gegenseitigen Verhältnisse der Andesite bemerkt
P b i m i c s , dass der Dacit als älteste Eruption die Mittellinie, über der
Hauptspalte, einnehme. Diesem schmiegt sich von Süden her, als die An­
häufung der aiis der Seitenspalte später ergossenen Lavamasse, der Am­
phibolandesit an, dessen Lavaergüsse die ober-mediterranen Ablagerungen
bedecken. Von Norden her schliesst sich dem centralen Dacitzug der
Pyroxenandesit an. Die Grünsteinmodification steht mit dem Dacit im
unmittelbaren Contacte. Der normale Hypersthen-Andesit, das letzte Glied
des Eruptionscyclus der Andesite, schmiegt sich deckenartig an den Grünsteinandesit und an die, seine Lavaströme bedeckenden Karpathen­
sandsteine.
'
Die Nachwirkungen der Andesitausbriiche, nämlich Fumarolen- und
Solfataren-Thätigkeit, dauerte noch lange Zeit fort; denn diese haben die
verschiedenen Andesitvarietäten des Gebirges mehr oder weniger ver­
ändert, die Grünstein- oder kaolinischen Modificationen hervorgebracht,
und mit Mitwirkung anderer Factoren in den Spalten und Klüften der
Gesteine zugleich die Erze ausgeschieden. Die letzten Spuren der Fuma­
rolenthätigkeit offenbaren sich heut zu Tage in den Säuerlingen und den
warmen Quellen, welche am Eande des Gebirgszuges zerstreut bei FeredöGyögy, Boholt, Alsö-Vâcza u. s. w. Vorkommen. Auf verknüpfte Wirkungen .
kann die Verquarzung der ober-mediterranen Conglomerate bei Hondol|
zurückgeführt werden.
In den Erscheinungen der Grünstein- und kaolinischen Modifica­
tionen der Andesite lässt sich keine Eegelmässigkeit nachweisen. Nur das
ist sicher, dass an gänzlich separirten Bergen oder kleineren Berggruppen
eine derartige Umänderung häufiger vorkommt, als bei grossen Berg­
massen. An den, ein vollständiges Ganzes bildenden Bergkuppen geht die
Umänderung manchmal vom Centrum aus und wird gegen die Bänder zu
allmälig schwächer; oder der eine Band des Berges ist umgewandelt, der
836
andere aber nicht. In starkem Maasse veränderte Gesteine kommen an
den Bergfortsätzen, Sätteln und solchen Stellen vor, wo zwei selbstständige
Kuppen mit einander in Berührung treten. Die Solfataren-Thätigkeit ist
also strenge genommen weder an die Eruptionsspalten, noch an die Ausbruehscentren gebunden; ihre Wirkungen sind mehr secundär, indem sie
sieh längs der von der Hauptspalte ausgehenden Nebenspalten zeigen.
Was die Absonderungsformen der Andesite des Csetrâser Gebirges
betrifft, sind diese, nach B. von I n k e y (242, 124), die folgenden: a) tafelige
oder schichtähnliche, sehr häufig ; b) parallelipedische in Folge des Durch­
schnittes zweier Absonderungsrichtungen; c) kugelförmig als Resultat des
stufenweise vorschreitenden Verwitterungsprocesses, wie z. B. am südwest­
lichen Vorsprunge des Hajtö^Berges, neben der griechischen Kirche; und
(l) säulenförmige Absonderung an den Amphibolandesit des Pojana-Berges,
in der Nähe der Mündung des ehemaligen Theresia-Stollens. Die 5 — In­
seitigen, 10— 20 cm. dicken Prismen ragen hier in schiefer Richtung aus
der Berglehne heraus.
Nach Dr. G. P r i m i c s (312), zeigen die aus Lavaschichten aufgebauten
Berge (z. B. der Lazar Branyeszku) eine horizontal-tafelige oder schicht­
artige Absonderung mit vertikaler Zerklüftung. An den aus vulkanischen
Bomben, Asche und flüssigen Laven abwechselnd .aufgebauten Massen ist
die kugeligschalige Absonderung die herrschende. Eine schöne kugelige
Absonderung ist westlich von Herczegâny, an den auf der westlichen Seite
des Râkosbaches sich erhebenden Andesitkuppen (Cicera und Paltyina) zu
sehen. Auch in Hinsicht der Textur besteht ein Unterschied zwischen den
Kugeln und der verbindenden Lava, indem letztere mehr lose und leichter
verwitterbar ist.
Über die tektonischen Verhältnisse der übrigen Andesit-Gruppen
oder Züge des Erzgebirges stehen uns noch wenigere eingehende Beobach­
tungsdaten zur Verfügung.
Die Andesitzüge von Brdd-Ribicze und Zalatna-Sztanizsa stehen
auf Spalten von nahe NW— SO-Riehtungen, welche auf den südlichen
Rand des neocomen Karpathensandstein-Gebietes oder nahe zu demselben
liegen, zum Theil aber auch den älteren Augitporphyrit und den oberjurassischen Kalkstein berühren und auf ihrer südlichen Seite auch in die
ober-mediterranen Tertiärschichten eindrangen. An dem Aufbaue des BrâdRibiczeer Zuges nehmen neben dem massigen Andesit auch dessen sedi­
mentäre Breccien und Tuffe in grossem Maasse Antheil, wras auf lange Zeit
hindurch andauernde, wiederholte Eruptionen hinweist. In dem ZalatnaSztanizsaer Zuge spielen — w7ie es scheint — die Trümmergebilde nur
eine sehr untergeordnete Rolle, wreil diese auf den geologischen Karten
gar nicht angedeutet sind. Hier musste also entweder eine mächtige Massen*-
337
eruption das im neocomen Karpathensandstein entstandene, NW— SO ge­
richtete Spaltensystem ausfüllen, oder — was ich für wahrscheinlicher
erachte - die späteren Denudationswirkungen haben den grössten Theil
der Trümmergebilde wieder entfernt und somit mussten diese einstigen
Andesitvulkane wahrscheinlich am Lande, bezüglich an den Ufern der
damaligen Binnensee sich erhoben und gewirkt haben.
Uber die Andesit-Gruppen des Dealu mare und des Korabia kann
ich, nach eigenen Beobachtungen, behaupten, dass ihre Grünsteinandesite
ohne Trümmergebilde aus der wellig-gefalteten Karpathensandstein-Decke
sich emporheben, dass also hier die oberflächliche Trümmerhülle des ehe­
maligen ’Vulkanes in Folge der Denudationswirkungen vollständig entfernt
wurde und nur die Andesitausfüllung des vulkanischen Canales und der
aus demselben ausgehenden Spalten zurückgeblieben ist. Die Erze der
Vulkojer und Botescher Goldgrüben lassen auf eine längere Fumarolenund Sol'fatarenwirkung der, dem einstigen vulkanischen Schlote entstiege­
nen Dämpfe und Gase schliessen.
Die Andesitgruppen von Verespatak und Offenbânya bestehen aus
kleineren oder grösseren Kuppen, welche bei Verespatak das aus Quarz­
trachyt bestehende, erzreiche Centrum des Kirnikberges in einem grossen
Halbkreise gegen Norden und Osten zu umgeben undausuntercretaceischem
Karpathensandstein sich erheben. Wahrscheinlich stehen diese alle auf
radialen Spalten, welche gegen den Kirnik als den Mittelpunkt zusammen­
laufen. Auch diese Andesiteruptionen waren mit Aschen- und LapilliAuswurf verbunden, denn .die massigen Andesite bauen jene Kuppen mit.
Breccien und Aschen gemengt auf, wenn auch die Trümmergebilde heute
nur mehr eine untergeordnete Bolle spielen.
Auch diesen Eruptionen musste eine lange Zeit anhaltende Fumarolen- und Solfataren-Thätigkeit folgen, die jedoch hauptsächlich im
Centrum der Gruppe, auf dem Gebiete des Kirnikberges wirkte, indem sie
aus der Tiefe die Erze mit sich riss und mit ihnen die Klüfte und Spalten
des im Centrum befindlichen Quarztrachytes und der damit in Contact
stehenden sedimentären Gesteine ausfüllte. In den Andesitausbrüchen
selbst zeigen sich die Spuren der einstigen Solfatarenthätigkeit nur an
einer Stelle, nämlich an der Cicera-Kuppe; aber auch hier hatte diese nur
eine Modification des Gesteines mit Schwefelausscheidung hervorgebracht,
nicht aber zugleich Erze abgelagert.
Uber die in der Vlegyâsza-Gruppe, dann an den Bändern des
Gyaluer Hochgebirges und des Meszeszuges zerstreut auftretenden ein­
zelnen Andesitausbrüche kann ich, nach meinen Beobachtungen und Dr.
A l . K ü b t h y ’ s Erfahrungen (206, 256) folgendes mittheilen. Zwischen Meregyö und Bekiczel streicht ein mächtiger Andesitgang in NW— SO-BichDr. Anton K o c h : Die Tertiärbildungen des Beckens der siebenbürgischen Landostheile.
22
338
tung über den Weg und stösst bei Szulicze an die Dacitmasse. Im Bekiczeler
Thale aufwärts schreitend, finden wir bei der Gabelung des Flüsschens
einen zweiten mächtigen Gang, an der Grenze des Dyasschiefers und des
Glimmerschiefers, durch das Thal streichend und auch mit dem lierabziehenden Kalksteine der Piatra alba in Berührung, und die Fortsetzung
dieses Ganges gegen Szulicze zu fand ich auch am Bergrücken anstehend,
nach Süden zu aber verfolgte Dr. A l . K ü b t h y denselben bis zum Muncsel
mare. In der rechten Abzweigung des Beketo-Flüsschens, in der Valea
Sacca aufwärts schreitend, beobachtete ich bei dem Wasserfäll «La seritori» abermals einen mächtigen Andesitgang, welcher den Thonschiefer
durchbricht, und da derselbe auch auf dem nördlichen Bergkamm vor­
handen ist, hat derselbe ohne Zweifel auch den durchstreichenden Jura­
kalk durchbrochen. Der wasserreiche Bach stürzt sich eben von der Stufe
dieses Ganges in bl. 30 m. Tiefe hinunter. Die Fortsetzung dieses Ganges
gegen Süden beobachtete ich auf der Alpe Nyimojâsza, wo besonders- dei
felsige Gipfel des Capu Dealuluj auffällt. Für einen folgenden parallelen
Gang halte ich jenen, aus grünsteinartigem Amphibolandesit bestehenden
Klippenzug, welcher zwischen dyadischem Thonschiefer und Conglomerat
von der Quelle «Funtina rece» angefangen, die Mikeu-Alpe entlang bis
zu der «Piatra de la Gard» und darüber hinaus fortzieht. Als der Theil
eines vierten mächtigen Parallel-Ganges kann die Felsgruppe Namens
«Piatra Tolharuluj» auf der Oncesa-Alpe betrachtet werden. Ob diese
Andesitgänge in ihrem nördlichen Verlaufe den Dacit durchbrechen oder
in denselben übergehen, darüber konnte ich keine directen Beobachtungen
anstellen.
Ein schmaler Gang eines ähnlichen Grünstein-Amphibolandesites,
tritt auch zwischen Nagy-Kapus und Egerbegy, innerhalb des unter-eocänen
bunten Thones eine kleine Strecke weit in SOO-Bichtung streichend zu
T age; da aber sein Gestein gänzlich verwittert ist, verliert er sich im •
Waldboden bald. Viel bedeutender ist der oberhalb Gyalu durch die Sza­
mos dureligebrochene Lagergang von grünsteinartigem Amphibolandesit.
Es hat dieser eine Mächtigkeit von 80— 100 m. und kommt ebenfalls
zwischen den unter-eocänen bunten Thonschichten eingekeilt vor. Da er
einen aus dem welligen Gebiet .etwas hervorstehenden felsigen Eücken
bildet, kann man ihn in NNW— SSO-Bichtung eine kleine Strecke weit
gut verfolgen, weiter verschwindet er aber unter der Schichtdecke der an
Mächtigkeit anwachsenden unter-tertiären Ablagerungen. Die Absonderung
des Gesteines ist, der Mächtigkeit und der Lage des Lagerganges ent­
sprechend, ohne Ausnahme bânkig oder tafelig und fallen die dicke Tafeln
in Folge von Querspalten in kleinere oder grössere kubische oder prisma­
tische Blöcke auseinander.
339
Der Pjjroxeiumdesit tritt innerhalb dieses Gebietes zerstreut auch
an mehreren Stellen zu Tage. So besteht in erster Reihe die westliche
Kuppe des Kövesberges bei Gyerövâsârliely daraus, und ist an deren süd­
westlichen Seite in Gestalt einer ziemlich hohen Felswand gut aufgeschlos­
sen. Die Absonderung des Gesteines kann dickbankig, oder grob prismatisch,
keinesfalls aber säulig genannt werden. Die durchgebrochenen Schichten be­
stehen hier aus unter-eocänem bunten Thon und mi'tteleocänem Perforatamergel. Gegen Süden tritt dieser Augitandesit mit einer kleinen Unter­
brechung bei Klein-Kapus in noch grösseren Massen auf. Über dem Dorfe
erhebt sich ein ausgedehnter Stock davon inniitten des unter-eocänen
bunten Thones und davon zweigen sich gegen Norden zu drei Gänge aus,
welche durch das Bett des Kapus-Flusses streichen. Ein vierter Gang
wrurde weiter aufwärts im Kapusthal, zwischen Thonglimmerschiefer
eingezw'ängt, beobachtet. Die Absonderung ist parallel zu den Gangflächen
airsgezeichnet tafelig, stellenweise beinahe schiefrig zu nennen.
Endlich ist am nördlichen Ende des Meszeszuges der abgestutzte
Kegel der über Alojgrnd sich erhebenden 550 m. hohen Magura aus einem
ähnlichen Augitandesit aufgebaut. Diese Masse ist, nach Dr. K. H o f m a n n
(41,278), ein von NNO gegen SSW sich ausdehnender mächtiger Gang­
stock, welcher genau in die südliche Verlängerung der Benedek-Kucsöer
Bruchlinie hineinfällt und w isch en unter-oligocänen Schichten eingekeilt
vorkommt. In nächster Nähe bildet dieser Augitandesit noch einige un­
bedeutende Kuppen. Die grösste davon bildet den Pomet-Rücken, auf
welchen die Spuren eines aus Trajan’s Zeiten stammenden Castrums und
einer mit Augitandesit-Blöcken gepflasterten Strasse sichtbar sind. Nach
Dr. A lex. K ü r t h y (206, 259) bildet der Augitandesit auf der steilen Süd­
lehne schief hervorragende prismatische dicke Tafeln, deren äusserste
Theile in Folge der Verwltteriing auffallend schöne schalig-kugelige Ab­
sonderungsformen zeigen. Auf den Rücken des Pomet niedersteigend wird
der doleritische Andesit schlackig und tritt mit dem Bryozoentegel in
Berührung, welcher am Contacte hart und schwarz gebrannt erscheint.
Alle diese zerstreuten Lagergänge oder Gangstöcke sind Spuren
und Überreste der einstigen Andesitvulkane, welche am nördlichen Rande
des Biharmassivs und in dem damit zusammenhängenden Meszeszuge auf
den damaligen Uferrändern die Reihe der Eruptionen abschlossen, welche
hier die Trachyte begonnen und die Dacite fortgesetzt haben. Die aus­
geworfenen Trümmergebilde aller dieser Vulkane mussten im Laufe der
späteren Zeiten denudirt werden und es blieben nur deren festere Kerne,
also die Ruinen der ehemals gewdss höher aufgethürmten Vulkane zurück.
Endlich will ich noch über die tektonischen Verhältnisse der Ande­
sitvulkane des Lnposer Gebirges und de'r Czibles-Gruppe Einiges mit-.22*
theilen. Der grösstcntheils grünsteinartige oder auf andere Weise ver­
änderte Pyroxenandesit ist von der Guttin-Gruppe angefangen bis zu dem
Salva-Thal, in Form kleinerer oder grösserer Kuppen, welche sich in der
Pachtung von NW gegen SO zu auf einer Linie reihen, dem zum Theil
aus neocomen, zum Theil aus eoeänen und oligoeänen Karpathensandstein
aufgebauten Grenzgebirge gewissermassen aufgesetzt; aber auch an dessen
Gehängen, besonders in der Umgebung von Olâhlâposbânya, durchbricht
er diese Schichten in Form schmälerer oder mächtigerer Gänge. Trüm­
mergebilde jedoch, d. i. Breccien und Tuffe fehlen gänzlich in der Umge­
bung dieser Stöcke und Gänge, und beginnen nur in der Umgebung von_
Kapnikbânya eine Bolle zu spielen. An den Berührungsgrenzen der Stöcke'
und Gänge des Pyroxenandesites, wie bereits eingehender besprochen
wurde, haben die verschiedenen Gesteine der Karpathensandstein-Bildung
structurelle und chemische Umwandlungen erlitten, welche, nach den Be­
obachtungen des Br. v. B i c h t h o f e n bis zu einer Entfernung von 40— 50
Schritte reichen.
Diese Verhältnisse und Thatsachen weisen darauf hin, dass der
Pyroxenandesit dieses Gebietes nicht nur jünger ist, als die Karpathensandstein-Bildting, sondern wahrscheinlich bereits dann auf der darin
entstandenen nordwest-südöstlichen Spalte emporgedrungen ist, als dieses
Gebiet schon zu einem Gebirge erhoben war. Die einstigen Andesitvulkane
' erhoben sich und wirkten also an den nördlichen Ufern des siebenbür­
gischen Binnenmeeres, also schon auf trockenem Lande. Der Ausbruch
dauerte wahrscheinlich nicht lange und wiederholte sich nicht, war also
eher eine massige. Wenn auch Aschen- und Lapilli-Auswürfe nicht gänz­
lich fehlten, so konnten sich solche auf siebenbürgischem Gebiet in grossen
Massen kaum angehäuft haben, weil die Denudationswirkung, wie die
Thatsachen beweisen, diese seitdem gänzlich entfernep konnte und nur
die festen Andesitkerne der einstigen Vulkane zurückgeblieben sind.
5. Die Familie der Basalte.
Über die Erscheinungsweise und die tektonischen Verhältnisse der
siebenbürgischen Basalte kann ich in der Beihenfolge des petrographischen
Theiles Folgendes m ittheilen:
a)
Der Basalt der beiden Detunaten hat — wie .schon erwähn
wurde — den untercretaceischen Karpathensands-tein in einer von NNW
nach SSO gerichteten Linie durchgebrochen. Da er jedoch als Einschlüsse
Quarzdipyramiden des Kirniktrachytes, ausserdem Trümmer der Cetatyebreccie mit Sandstein- und Hornsteinbrocken enthält, ist es klar, dass das
aufsteigende und über der Spalte sich aufthürmende heissflüssige Basalt-
341
magma in der Tiefe mit den betreffenden Gesteinen im Contacte steht.
Uber das Vorhandensein irgend eines Trümmergebildes des Basaltes, näm­
lich von Breccie oder Tuff, ist mir in der Umgebung der Detunaten nichts
bekannt; wenn daher die Eruption des Basaltes dennoch mit Aschen- und
Lapilli-Auswurf begonnen hätte, so müssten diese durch die Denudation
vollständig entfernt worden sein ; auch konnte deren Menge nicht bedeu­
tend gewesen sein, indem ihre Spuren sonst so vollkommen nicht ver­
schwunden wären.
Am meisten auffallend und sowohl durch Abbildungen, als Beschrei­
bungen am meisten bekannt ist die prachtvolle, säulige Absonderung der
Detunata guola. Die schlanken, unbestimmt polygonalen Säulen fallen
auf dem weniger steilen, gegen SSO gekehrten Abhange der Berg-Kuppe,
besonders gegen den Gipfel zu, beiläufig unter 60° gegen SSO ein, während
man an der gegen NNW gewendeten steilen Felswand deutlich beobach­
ten kann, dass selbe vom Gipfel an nach abwärts sich bogenartig krüm-
SSO.
Fig. 43.
NNW.
men, so dass der Beschauer der concaven Seite des Bogens gegenüber
steht. (S. in dem Durchschnitt auf Fig. 43 den mit vollen Linien ausge­
zogenen Theil.) Wenn wyir die fächerförmige Struktur der berühmten BasaltKuppen der Rheingegend und Böhmens, mit ihren rechtwinklig von den
Auskühlungsflächen beginnenden und dann bogenförmig sich krümmen­
den, parallelen Säulenbündeln vor Auge halten : so dürfte die Detunata
guola wahrscheinlich nur den Kern einer vormaligen, vollständigeren
Kuppe darstellen. Diese vorausgesetzte Originalkuppe auf Fig. 43 mit
punctirten Linien andeutend, wurde ebenfalls punctirt angezeigt, dass die
Fortsetzungen der Säulen nach Oben und Aussen die Oberfläche der Ori­
ginalkuppe vertikal treffen und auf solche Weise die bekannte fächer­
förmige, säulige Struktur (im Durchschnitte), mit der inneren Struktur
'des bis auf heute zurückgebliebenen Kuppentheiles in schönstem Ein­
klänge wirklich hervorgeht.
b)
Der Basaltstock des Lcsnyeker Leânyhegy (Mädchenberges) bil­
det, nach P . P a r tsc h (1, ioo), sozusagen ein Nest im gelben Gosausand-
342
stein. Nach J. S z â d e c z k y (277, 313), erscheint der Basalt nahe zum Gipfel
in sehr schönen, 5- 6-seitigen, 30— 50 cm. dicken, schief stehenden Säulen.
c) Über die tektonischen Verhältnisse der Basaltvorkommnisse des
Bistritz-Thaies wissen wir sehr wenig. Nach H a u e r und S t ä c h e (1, ioi),
hat der Basalt des Tihutzaer Fontinelle, den ober-oligocaen^n Karpathen­
sandstein, welchen er durchbricht, zu einem ganz dichten, quarzitartigen
Gestein gebrannt und auch eckige Bruchstücke desselben in sich einge­
schlossen. Es geht daraus zweifellos hervor, dass das Basaltmagma in
glühendflüssigem Zustande in die Spalten des ober-oligoesenen Sandsteines
eindringen musste. Ob aber dieser Ausbruch auch mit Aschen- u. LapilliAuswurf in Verbindung war, oder eine reine Masseneruption war, dafür
fehlen bestimmte Angaben ; so wie ich auch über die Absonderungsformen
dieses Basaltes nichts erfahren konnte.
d) In Bezug auf die Basaltmassen, welche in der Umgebung von
Maros-Toplicza und besonders bei Salomâs am Ufer der Maros und ent­
lang der Landstrasse auftreten, ist es klar, dass diese in Eorm mächtiger
Gänge zwischen die Trümmergebilde des Andesites eingezwängt sind, also
einer einzigen Masseneruption ihre Entstehung verdanken. Darauf hin
verweist auch die nahezu vertikale, dicke, tafelige Absonderung der Salomâser Basaltmasse, wobei die Tafeln mit den Gangflächen parallel ver­
laufen und weil deren Richtung nahezu eine nordsüdliche ist, mussten
diese Basaltvorkommnisse durch die Ausfüllung von Spalten dieser Rich­
tung entstehen.
Die Strukturverhältnisse der Basaltvorkommnisse der Althgeyend
sind unter allen am schönsten aufgeschlossen und studiert. Aus meinen
beiden darauf bezüglichen Mittheilungen (279 und 288) will ich die we­
sentlichen Ergebnisse, mit einem dieselbe darstellenden geologischen
Kärtchen (auf Tafel III) und mehreren Profilen wiedergeben.
Die Basaltvorkommnisse reihen sich, nach dem geologischen Kärt­
chen auf Taf. III, am westlichen Fusse des Persânyer Gebirges, in der
Richtung einer nahezu nord-südlichen Linie, deren nördliches Ende,
sammt dem Persânyer Gebirge, durch den Durchbruch des Alth-Flussesunterbrochen ist. Auf dieser Ausbruchslinie konnte ich im Ganzen 5 Eruptions-Centren unterscheiden. Diese sind :
1.
Die Kuppe des Alsö-Râkoser Hegyestetö, welche über der Thal-<
sohle des Alth-Flusses 152 m. hoch sich erhebt und durch ihre regel­
mässige Kegelform sich von den Bergen der Umgebung gut abhebt (siehe
die Skizze auf Fig. 27).
Die Struktur dieser Kuppe ist auf dem geologischen Durchschnitte
der Fig. 44 dargestellt. Der steile, centrale Theil der Kuppe ist aus Basalt­
schlacke (ßs) aufgebaut, welche sich am Abhange eine gute Strecke weit
343
hinunterzieht. Darunter wird das terrassenartige Plateau des Kövespadoldal durch eine 1— 2 m. dicke Decke einer schönen, gleiehmässig blasi­
gen Basaltlava eingenommen. Am steilen Bande dieses Terrassenplateaus,
folgt gegen den Alth-Fluss zu, durch kleine Steinbrüche entblösst, unter
dieser blasigen Basaltlava eine 2 m. mächtige Decke des kokkolithischen
Basaltes (ßk), und darunter schliesst endlich der schön, säulig abgeson­
derte dichte, graue Basalt (ßo) die Deckenreihe der Basaltvarietäten. Es ist
Söskiit Bach
Hegyestetö
Kövespadoldal A.Râkos Alth Fl.
Oldalhegy (Bg.)
daher zweifellos, dass das Plateau des Kövespadoldala eine ausgedehnte
Basaltdecke darstellt. An mehreren Stellen des Kuppenabhanges tritt noch
-Basaltstoff (ßt) und Breccie über den ober-mediterranen Salztegel (mt)
zum Vorschein, nahe zum Althufer aber fallen die schieferig-tafeligen
Schichten des Dacittuffes (dt) ziemlich steil unter sämmtliche Gebilde ein.
Oldalhegy (Bg.) Wasseriss
NNW.
Fig. 45.
Abhang des Leshegy (Bg.)
SSO.
2.
Am linken Althufer bildet die flache Kuppe des über Mâtéfalva
nur 100 m. hoch sich erhebenden Oldalhegy ein zweites Eruptionscentrum
(s. auf der Skizze der Fig. 27). Den inneren Bau dieser flachen Kuppe
zeigt der Durchschnitt der Fig. 45. An der Oberfläche der Kuppe liegt
Basalttuff (ßt) und Breccie. Darunter sehen wir, in dem auffallend tiefen
Wasserriss, welcher gegen Datk zu in die Mitte der Kuppe einschneidet,
dass hauptsächlich lose Basaltschlake (ßt) an dem Aufbaue der Kuppe
theilnimmt. Aus dem Mittelpunkt jedoch tritt ein zusammenhängender,
schmaler Strom von schlackiger Basaltlava (ßl) gegen Süden hervor und
reicht zwischen Basalttuff- und Breccien-Schichten (ßt) eingelagert, eine
344
gute Strecke hinunter. Der Basalttuff liegt über versteinerungsführendem,
sarmatischem Tegel (szt), unter welchem eine sehr grobe Conglomeratbank (cg), ober-mediterraner Salztegel (mt) und Dacittuff- (dt) Schichten
der Beihe nach folgen. Zum Tlieil von hier, zum Theil von dem folgenden
Eruptionscentrum dürfte das Trümmermaterial des Basaltes auf den
Bücken des gänzlich airs Schichten aufgebauten Eepser Freythums ge­
langt sein.
3.
Die zwischen Héinz und Bogâtli liegende, 617 m.. hohe regelmäs­
sige, kahle Kuppe des Tölgyead, (Fig. 28), an ihrer nördlichen Flanke
mit dem kleinen Nebengipfel Namens Kerekliegy, vertreten das dritte
Eruptionscentrum. Der innere Bau dieses Centrums ist auf Fig. 46 und
47 dargestellt, welche die in verschiedenen Richtungen geführten Profile
zeigen. Auf Fig. 46 ist zu sehen, dass von dem, aus Basaltschlacke (ßa)
bestehenden Ausbruchskegel gegen Héviz zu, eine Basaltdecke sich aus­
dehnt, welche aus drei dünnen Lagen besteht. Die oberste Lage ist blasiHéviz
W.
Tölgyesd
Kerekhegy
Fig. 46.
Bogâtli
0.
ger Basalt (ßt), die mittlere Lage zu säuliger Absonderung hinneigender,
dichter (ßo) und die untere kokkolithi scher Basalt (ßk). Darunter liegen
mit kohligen Schichten wechsellagernde graue Tegelschichten, welche im
unteren Theile des Héviz-Baches gut entblösst sind und wahrscheinlich
der levanteischen Stufe angehören (tt). Gegen Bogâth zu findet man am
Nebengipfel des Kerekhegy die Basaltschlacke (ßs) den Basaltbreccie- (ßbr)
Schichten aufgelagert und noch weiter unten liegt eine beiläufig 10 m.
mächtige Stromscholle einer sehr schönen blasigen Basaltlava (ßt) un­
mittelbar auf sarmatischem Tegel, ohne dass man eine Spur der geringsten
Hitzeeinwirkung oder sonst einer Veränderung an selben beobachten­
könnte.
Die Fig. 47 zeigt uns an, dass von dem Tölgyesd-Kegel aus in nnw.s. s.-östlicher Bichtung eine weit ausgebreitete Basaltdecke ausgeflossen
war. Auch diese Basaltdecke besteht aus drei Lagen. Die oberste, nur
1— 2 m. dicke Lage ist eine, in kleinere und grössere Blöcke zerfallene,
sogenannte Blocklava (ßt). Die mittlere, bis 9 m. erreichende Lage besteht
aus leicht auseinanderfallendem kokkolithischen Basalt (ßk), welcher zwar
345
in dicke Prismen abgesondert ist, aber in Folge zahlreicher Querspalten
in horizontale Tafeln zerfällt. Die unterste 1 m. dicke Lage besteht aus
dunkelgrauem, dichtem, dickprismatischem Basalt (ßo), welcher unmittel­
bar auf einer 5— 6 m. mächtigen, feinen Basalttuff-Schiclite liegt. Unter
dem Tuff folgt sarmatischer Tegel und weiter gegen 0. zu ober-mediterra­
ner Tegel (mt) mit Dacittuff ( dt), welche dann unmittelbar an die steil
aufgerichteten unter-cretaceisclien Sandsteinbänke (kh) sich lehnen.
4.
Der über Hidegkul sich erhebende Bükkösd-Kegel (Fig. 48) bil­
det das mächtigste Eruptionscentrum des ganzen Basaltgebietes, aus wel­
chem nach allen Pachtungen sehr bedeutende basaltische Massen ausge­
worfen wurden und ausströmten, welche als eine mächtige Decke ein
grosses Areal einnehmen. Zuunterst liegen abwechselnde Basalttuff- (ßt)
und Breccie-Scliiehten (ßbr) in bedeutender (mehr als 20 m.) Mächtigkeit.
La Gruju Bg.
H idegkut
Bükkösd
Blidarea
Harhâm Bg.
Piatra niagra
Darüber sind die ausgeworfenen, losen Basaltschlacken des BükkösdHauptkegels und des Nebenkegels Blidarea aufgethürmt, und am entfern­
testen nach Osten zu, am Fusse des Harhâm-Berges, ist das Ende eines
aus blasigem Basalt ( ßl) bestehenden Stromes sichtbar, welches in Folge
der Denudation von seinem Ausströmungsorte abgetrennt wurde. Auf der
westlichen Lehne des Eruptionkegels aber findet man von oben nach ab­
wärts aufgeschlossen Basalttuff und Breccie mit Peridotitbomben (ßt, ßbr),
dann unter-levanteischen versteinerungsfülirenden Tegel (lt), welcher auch
Basalttuff einschliesst, dann Dacittuff (dt), älteres Conglomerat (cg) und
346
in discordantei’ Lagerung steil einfallenden Neocomkalk (ma). Da m dem­
selben Profile auch der Harhâm-Berg aus Neocomkalk besteht, ist es klar,
dass hier die emporgedsungene Basaltmasse auf einer weiten Verwerfungs­
spalte sich erhebt.
5.
Die Verhältnisse des im oberen Theil des Komana-Thales, am Fusse
des Mnt.-Pestyere beobachteten Eruptionscentrums sind auf Fig. 49 darKomânaer Thal
Höhle
M. Pestyere
gestellt. Der unter-tria^ische (Guttenstein) Kalk, (Tin) des genannten Beiges
bildet eine gegen Norden gewendete, steile Felswand, an der Basis mit
einer Höhle. Am Fusse dieser Wand breitet sich der Länge des Thaies
nach die Basaltdecke aus, unmittelbar auf Dacittuff (dt) liegend. Zuunterst
liegt Basalttuff und' Breccie (ßt-br). Darüber folgt in 10— 12 m. Mächtig­
keit eine Lage des kokkolithischen Basaltes (ßk) und auf dieser eine 1— 2 m.
Salzbad
Burgberg _
Köhalom (Reps)
dicke Schicht blasig-schlackiger Basaltlava (ß l); am Fusse der Kalkwand
aber ist lose Basaltschlacke (ßs) zu einer sanften Kuppe angehäuft.
6.
Der Burgberg von Köhalom (Reps) endlich erhebt sich in einem
sechsten Eruptionscentrum, jedoch nicht mehr über derselben Spalte,
beiläufig 100 m. über die Thalsohle. Dessen Bau veranschaulicht die
50. Abbildung. An den unteren Gehängen der Kuppe sieht man ober­
mediterrane Tegelschichten (mt) mit dazwischen gelagerten mürben Sand­
steinbänken aufgeschlossen, welche unter 20° in die Kuppe hineinzu fal­
347
len und aus welchen auch die Quelle des Salzbades entspringt. Durch eine
in nordsüdlicher Sichtung diese Schichten verquerende Spalte drang die
Basaltmasse hervor und zw'ar : zuunterst am östlichen Abhange der Kuppe
liegt eine grobe Basaltbreccie (ßbr), welche in Gestalt einer 4— 5 m. hohen
Felswrand ausbeisst; darüber folgt der dunkelgraue, sehr dichte Basalt (ß)
in dickere und dünnere Tafeln abgesondert, welche beiläufig unter 60°
gegen 0. zu einfallen; endlich am Gipfel der Kuppe findet man eine sehr
schlackige Basaltlava (ßl), als letztes Erstarrungsproduct des ausgeström­
ten Basaltmagmas angehäuft. Die tafelige Absonderung des dichten Basal­
tes, das nahezu nordsüdliche Streichen der Tafeln und deren Verflächen
unter 60° gegen 0. weist deutlich darauf hin, dass das Empordringen des
Basaltmagmas hier auf einer nahen nordsüdlichen Spalte geschah, welche
es als Gang ausfüllte und unmittelbar über dem vulkanischen Schlot in
grösseren Massen zu einer Kuppe sich aufgethürmt hatte.
Aus dem Aufbaue der nun kurz beschriebenen Ausbruchspunkte des
Basaltes und deren Umgebung kann man auf den Zeitpunkt, die Art und
den Verlauf der einstigen Thätigkeit der Basaltvulkane am Althflusse
schliessend, folgende Thesen aufstellen:
1. Indem'die Asche und Lapilli des Basaltes bei Hidegküt und Galt
den unterlevanteischen, versteinerungsführenden Thonmergel aufliegen,
ist es zweifellos, dass die Thätigkeit dieser Basaltvulkane in das Zeitalter
der mittleren levanteisehen Stufe hineinfällt, und am östlichen Rand des
damaligen Süsswassersees stattgefunden hat. 2. Die Eruptionscentren
des Basaltes oder deren ehemalige kleine Vulkane, reihen sich auf einer
nahezu nordsüdlichen, jedoch gegen Westen etwas ausbauchenden Linie,
welche einer Verwerfungs-Längsspalte am westlichen Rande des Persânyer Gebirges entspricht. Für diese Längs-Verfungsspalte spricht einer­
seits besonders die bei Hidegküt in bedeutend tieferem Niveau auftretende
Neocomkalkpartie, andererseits aber die der Bruch- und Verwerfungslinie
entsprechende Erhebung des Neocomkalkzuges in steilen Felswänden vom
Althdurehbruehe angefangen bis zu der Fogaras-Kronstädter Landstrasse
hinunter; endlich bei Héviz auch die aus grösserer Tiefe entspringende
warme Quelle, welche jetzt zwar aus der oberflächlichen Basaltlavadecke
hervorbricht, ohne Zweifel aber in der Tiefe der genannten Verwerfungs­
spalte ihren Ursprung hat. Über dieser Verwerfungslinie geschah im
mittellevanteischen Zeitalter an den beschriebenen fünf Punkten der Aus­
bruch der Basaltmassen und die Ablagerung derselben um diese vulka­
nischen Centren herum.
3.
Der Basalt des Burgberges von Köhalom (Reps) bildet einen sech­
sten Ausbruchspunkt oder Centrum, welcher ebenfalls über einer, nahezu
nordsüdlichen Spalte entstand. Diese Nebenspalte also ist mit der Haupt-
348
und gibt Zeugniss ab von einer, u n te r der obertertiären Decke, in den absinkenden Flügel stattgefundenen Parallel­
E r u p tio n s s p a lte p a r a lle l,
verwerfung.
4 Der Verlauf der Eruptionen der obengenannten kleinen tfasaitvulkane, respective deren einzelne Phasen, dürften die folgenden gewesen
sein, a) Der Ausbruch begann mit Auswurf vulkanischer Asche, Lapilli
und Bomben, so zwar, dass die Asche und Lapilli die sedimentären
Gebilde der Umgebungen der Vulkane nicht gleichmässig und überall
bedeckt hatten, b) Diesem folgte die Ausströmung und Ausbreitung der
heissflüssigen Basaltlava, entweder auf den bereits abgelagerten Aschenund Lapillistraten, oder unmittelbar über die unterlevanteischen, sarma­
tischen oder ober-mediterranen Sedimente. Die dreierlei Basaltschichten
der Ströme und Decken, da die petrographische Beschaffenheit, das heisst
die mineralische und wahrscheinlich auch die chemische Zusammen­
setzung dieselbe ist, darf man nicht als drei, m verschiedenen Zeiten
übereinander ausgeflossene Lavaströme auffassen, denn sie sind das Ergebniss eines einzigen Lavaergusses. Die Verschiedenheiten in der Textui
und Absonderung nämlich sind sicherlich Folgen der Auskuhlung und
Erstarrung unter verschiedenen Verhältnissen der oberen, mittleren und
unteren Schichten des einheitlichen Lavastromes. Die oberste Lava­
schichte ist bereits sehr blasig und schlackig, zum Zeichen, dass sie un­
mittelbar auf der Oberfläche, in Folge der schnelleren Auskühlung der
ursprünglich heissflüssigen Lava, schneller dick- und zähflüssig wurde,
so dass die aus der mittleren Schichte noch entweichenden Wasserdämpfe
eine bleibende Blasenbildung in ihr verursachen konnten, c) Zuletzt er­
folgte und dauerte auch am längsten der Auswurf von loser Schlacke und
Schlackenbomben aus den einzelnen vulkanischen Kratern, das ist übei
den Ausbruchscanälen. An diesen Stellen musste das Basaltmagma am
längsten in flüssigem und mit Wasserdampf gesättigtem Zustande verweilt
haben; und deshalb erklärt uns die Wirkung des an solchen Stellen stür­
misch sich entwickelnden und mit enormer Kraft entweichenden Wasser­
dampfes, genügend die Bildung der grossen Schlackenmassen, deren
ATerbreitung um die Ausbruchscentren herum und Anhäufung zu Kuppen
über den ehemaligen vulkanischen Canälen, d) Unter allen den Basalt­
ausbrüchen der Althgegend ist der des einstigen Bükkösd-Vulkanes der
bedeutendste, weil dessen Wirkung gegen Norden zu wenigstens bis Héviz,
gegen Westen über das heutige Alththal bis Galt, gegen Süden bis Lupsa
und gegen Osten bis zu der Nussbacher Landstrasse reicht. Die vereinigte
Wirkung der, die Mitte der genannten Eruptionslinie einnehmenden, am
meisten genäherten beiden vulkanischen Centren des Bükkösd und lö lgyesd übertrifft die Wirkungen der an beiden Enden dieser Linie ste-
:î4i)
henden drei Vulkane bei Weitem, und bedeckte mit ihren Prodncten
ursprünglich sicherlich ein Areale von 12 km. im Durchmesser. Die
Denudation jedoch, besonders die des Althflusses, dürfte seit dem oberlevanteisehen Zeitalter von dem ursprünglich- abgelagerten Basaltmate­
riale sehr viel abgetragen haben, und hatte auch den Basaltbreecienzug
von Galt von der Basaltdecke am linken Althufer gänzlich abgeschnitten.
C) Das geologische Alter der tertiären Eruptivgesteine.
Das geologische Alter der in den bisherigen Capiteln besprochenen
tertiären Eruptivgesteine, kann man aus ihrem Verhältnisse zu dem, nach
ihren Versteinerungen genau bestimmten sedimentären Gesteinen, in den
meisten Fällen pünktlich oder wenigstens annähernd bestimmen. Wir
wollen darauf bezüglich die bisher bekannten Thatsachen und Beweise,
in derselben Beihe der Eintheilung und Besprechung, die in den vorigen
Capiteln befolgt wurde, anführen.
1. Die Familie des Quarztrachytes oder Liparites.
Jene wenigen Vorkommnisse am Bande des siebenbürgischen Beckens,
welche wir kennen gelernt haben, stehen alle mit den ältesten Tertiär­
schichten, oder mit noch älteren Sedimenten in Verbindung, auf die Weise,
dass die Stöcke oder Gänge des Quarztrachytes diese einfach durchge­
brochen haben. Daraus können wir nur die Überzeugung gewinnen, dass
der Quarztrachyt nach der Ablagerung der mitteleocsenen Perforataschicliten empordringen musste, also ein jüngeres vulkanisches Gebilde, als
Mitteleocaen vorstelle. Seine Tuffe kommen um den Ausbruchspunkten
herum nicht vor, was ebenfalls für sein hohes Alter spricht; denn seitdeiţi konnte die Denudation seine Trümmergebilde, wenn solche existirten, was eben sehr wahrscheinlich ist, schon längst entfernt haben. Zum
Glück haben wir aber auch entschiedene Beweise für die obere Grenze
der Ausbruchszeit des Quarztrachytes. Wie ich schon vorhergehend her­
vorgehoben hatte, haben Dr. K a r l H o fm a n n und ich nachgewiesen, dass
die mehr oder minder abgerundeten Bruchstücke des Quarztrachytes von.
Haselnuss- bis Faustgrösse, in dem nordwestlichen Theile des siebenbür­
gischen Beckens sehr häufig als Einschlüsse von den initteloligocaenen
Méraer Schichten an bis zu den unter-mediterranen Ablagerungen Vor­
kommen. In den unter-oligocaenen Höjaer Schichten jedoch war nirgends
mehr eine Spur dieses Quarztrachytes oder überhaupt irgend eines erup­
tiven Gesteines zu finden; noch weniger innerhalb der ober- und mitteleoesenen Schichten. W ir können also nicht fehlen, wenn wir aus diesen
350
Umständen das Zeitalter des Ausbruches unseres Quarztraehytes so fest­
stellen, wenigstens für den nordwestlichen Theil des Beckens: dass er
jedenfalls schon jünger ist, als die unter-oligoesenen .Höjaer Schichten,
dass also die Thätigkeit der Vulkane des Quarztrachytes am Ende der
iinter-oligocaenen Zeit begonnen und wahrscheinlich bis Ende der mitteloligocienen Zeit angedauert habe. Daraus, dass die abgerundeten Gerölle
des Quarztrachytes auch noch in den unter-mediterranen Schichten V o r ­
kommen, darf man nur darauf schliessen, dass die denudierende Thätig­
keit des Wassers auf diese schon längst erloschenen, ersten tertiären
Vulkane fortwährend zerstörend und abtragend eingewirkt hatte, und dass
jüngeres Eruptivgestein fördernde neuere Vulkane bis zu diesem Zeit­
punkte innerhalb des siebenbürgischen Beckens nicht entstanden waren.
2. Die Familie der Trachyte.
In Bezug auf die noch selteneren Vorkommnisse von geringen quarz­
losen Trachytmassen, besitzen wir noch keine solche bestimmte Daten,
wie bei dem Quarztrachyt. Die Weise des Vorkommens aber, nämlich
grössere Stöcke oder dünnere Gänge zwischen unter»tertiären, meistens
aber noch älteren Sedimenten, ist ganz dieselbe, wie bei dem Quarz­
trachyt. Abgeriebene Einschlüsse des Trachytes wurden jedoch bisher
innerhalb der Tertiärschichten noch nicht beobachtet, und so kann man 1
dessen Alter, wenn es auch wahrscheinlich dasselbe des Quarztrachytes
ist, entschieden und endgültig trotzdem nicht feststellen. Darüber gibt
auch die neueste Beobachtung des Dr. S a v a A t h a n a s iu (328, 429), nach
welcher ein am nordöstlichen Eusse des Kelemengebirges, den Grenzbach
Dragojâsza entlang, vorkommender Trachyttuff unter die jüngere Andesitdecke fällt, keinen bestimmteren Aufschluss in der Altersfrage, indem
dieser auch hier noch zwischen sehr weiten Grenzen liegt.
D em nach m uss
überlassen
werden,
es der Aufm erksam keit eines späteren Forschers
aufzuklären, ob Einschlüsse des Trachytes in den
Tertiärschichten Siebenbürgens überhaupt Vorkommen und besonders in
welchen ?
3. Die Familie der Dacite oder Quarzandesite.
Über den geologischen Zeitpunkt des Beginnes der Daciteruptionen
und somit über das geologische Alter des Dacites, habe ich mich ent­
schieden bereits im Jahre 1877 geäussert (202, 317), indem ich schon da­
mals nachgewiesen habe, dass die von den Wiener Geologen unpassend
genannte «Palla» nichts anders, als ein sehr fein schlammiger, schiefriger
351
Tuff des Dacites sei. Das Verhältnis« dieses häufig grünlichen Tuffes zu
der Salzformation und den Neogenschichten überhaupt haben die Wiener
Geologen ganz richtig hervorgehoben; auch die grosse Verbreitung inner­
halb des siebenbürgischen Beckens haben sie nachgewiesen; nur das
konnten sie noch nicht constatieren, welchem eruptiven Gestein dieser
Tuff angehöre. Ich habe nachgewiesen, dass die mineralischen Bestand­
theile des auf der Linie von Klausenburg bis zum Csicsöberg in grossen
Massen auftretenden, und stellenweise auch mit gröberer sandsteinartigen
Structur, und lapilliartig erscheinenden Tuffes mit deii Mineralien des
Dacites ganz identisch sin d; so auch aus dem Zusammenhange dieses
Tuffes mit der eruptiven Dacitlava des Csicsöberges konnte ich entschie­
den behaupten, dass die ((Palla» der Wiener Geologen wirklich der Tuff
des Dacites ist. Aus der Lagerung dieses Tuffes innerhalb der Beihe der
t3rtiären Schichten lässt sich also der Zeitpunkt der Daciteruptionen, so
wie auch die Dauer dieser vulkanischen Thätigkeit, sicher beurtheilen.
Es ist Thatsache, welche ich aus zahlreichen Beobachtungen an
vielen Punkten ableitete, dass das Materiale des Dacites, tlieils kleinere
oder grössere, mehr oder minder abgeriebene Brocken, theils feinerer
Detritus, innerhalb der unter-mediterranen Sedimente, als Einschlüsse
nirgends noch erscheinen, und ist es somit klar, dass in dem unter-medi­
terranen Zeitalter seine Eruption noch nicht beginnen konnte. Im unmit­
telbaren Hangenden der Sedimente dieses Zeitalters aber erscheint das
Trümmermateriale des Dacites gleich in solchen grossen Massen, in Form
gut geschichteter, ja schieferiger Tuffe und bankiger Breccien nämlich,
dass nicht der geringste Zweifel bestehen kann, dass das geologische Alter
dieser geschichteten Tuffe mit voller Gewissheit auch den Beginn der
mächtigen Eruptionen des Dacites anzeige. Ich habe entschieden nachge­
wiesen, dass die mit den untersten Tufflagen w’echsellagernden thonigen
Mergelschichten schon die A^ersteinerungen der zweiten mediterranen
Stufe einschliessen, und man daher sicher annehmen kann, dass der Aus­
bruch des Dacites* sogleich mit dem Beginne des zweiten mediterranen
Zeitalters in Action trat, und zwar mit sehr grösser Kraft, und mit Pro­
duction einer enormen Menge von Dacitmaterial. Der ausgeworfene
Detritus gelangte zum grössten Theil in das damalige Binnenmeer, und
setzte sich in gut geschichteten Tuff- und Breccien-Bänken auf dessen
Boden ab, die Beihe der ober-mediterranen Ablagerungen beginnend,
welchem dann der Salztegel mit dem Steinsalz und Gyps nachfolgte. Weil
aber der feingeschlemmte, schieferige Dacittuff innerhalb des ober-medi­
terranen Tegels und Salzthones bis oben hinan, in mehreren Horizonten
eingelagert, wenn auch nicht in solchen enormen Massen, wie zuunterst,
aber dennoch vorkommt, so folgt daraus entschieden, dass die Thätigkeit
der Dacitvulkane, besonders mit reichlichen Aschenauswürfen verbunden,
jedoch mit kürzeren oder längeren Unterbrechungen, im ganzen ober­
mediterranen Zeitalter hindurch andauerte, so dass man also auf perio­
dische Ausbrüche schliessen muss. Die Eruption des rhyolithischen
Dacites des Csicsöberges aber fiel schon ziemlich auf das Ende des ober­
mediterranen Zeitalters, wenn nicht vielleicht schon in das sarmatische
Alter hinein; denn dieser rhyolithische Dacit hatte, wrie ich dies in einem
vorigen Capitel bereits gezeigt habe, auf einer grossen Spalte nicht nur
die unterste mächtige Dacittuffablagerung, sondern auch noch die sämmtlichen hier anstehenden ober-mediterranen Schichten durchgebrochen,
die Bruchstücke des älteren Dacittuffes, des neogenen Thonmergels und
Sandsteines in sich einschliessend. Aber auch die Thätigkeit des Csicsövulkanes wrar periodisch, da Aschenauswürfe mit Lavaergüssen mehrfach
abwechseln, wie ich das bei der Besprechung der Structur des Berges
schon auseinandergesetzt habe. Auch habe ich das bereits hervorgehoben,
dass an Zahlreichen Punkten der südlichen Hälfte des Beckens auch mit
den sarmatischen Schichten w'echsellagei'nd ein dem echten Dacittuffe
ga