Saisonprogramm des SWR Vokalensembles

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Konzerte des SWR Vokalensembles Stuttgart werden in SWR2 übertragen.
Die Sendetermine werden in den Programmheften bekannt gegeben.
SWR Vokalensemble Stuttgart
Saison 2014/ 2015
Chefdirigent Marcus Creed
Inhalt
Grußwort des Hörfunkdirektors 4
Grußwort der Chormanagerin 6
SWR Vokalensemble Stuttgart 8
Uraufführungen 20
Ensemblemitglieder 24
Konzerte 26
Kammerkonzerte 53
SWR Young CLASSIX 54
Das Dvořák-Experiment 58
SWR-Vokalensemble-Akademie 59
Patenchorprojekt 60
Freunde und Förderer 62
Diskographie 66
Hinter den Kulissen 77
Kartenservice 78
Vorverkauf Gastkonzerte 80
Impressum 82
Liebe Freunde des SWR Vokalensembles Stuttgart,
die Konzertsaison 2014/2015 des SWR Vokalensembles Stuttgart, die wir Ihnen mit
dieser Broschüre vorstellen, bietet eine erlesene Auswahl dessen, was Sie von unserem
herausragenden Rundfunkchor erwarten dürfen: interessante und unerwartete Pro­
grammkonstellationen mit bekannten und unbekannten Meisterwerken der Vokalmu­
sik, viel Musik der Gegenwart und persönliche Begegnungen mit Komponisten unserer
Zeit – und nicht zuletzt hoch interessante Dirigentinnen und Dirigenten, die für packen­
de musikalische Deutungen der Werke stehen.
Dies alles präsentieren wir Ihnen in einem besonderen Angebot von Konzertformaten
und Sonderveranstaltungen, das für alle Generationen und Lebensbedürfnisse etwas
bereithält. Besonders am Herzen liegt uns dabei das differenzierte Musikvermittlungs­
angebot für Kinder, Jugendliche und erwachsende Einsteiger in die Welt der Vokalmusik.
Aber nicht nur in Stuttgart ist das SWR Vokalensemble präsent, sondern auch bei den
Festspielen des Senders und auf den internationalen Podien des Konzertlebens können
Sie die Sängerinnen und Sänger erleben. Und dies alles nicht nur auf der Konzertbühne,
sondern auch live oder aufgezeichnet in den Programmen des SWR im Hörfunk, Fern­
sehen und Internet sowie auf dem eigenen Label SWRmusic.
Intensiv arbeiten die Sängerinnen und Sänger auch in dieser Saison wieder zusammen
mit dem Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR in seiner Abo-Reihe in der Stuttgar­
ter Liederhalle und mit dem SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg bei den
Donaueschinger Musiktagen, in Freiburg, Dijon und bei den Osterfestspielen in Luzern.
Lassen Sie sich von unserem anspruchsvollen Programm inspirieren und begeistern!
Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen dieser Broschüre und spannende musikalische
Erlebnisse bei den Konzerten des SWR Vokalensembles Stuttgart.
Ihr Gerold Hug
SWR Hörfunkdirektor
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Liebe Konzertbesucherinnen und Konzertbesucher,
liebe Freunde des SWR Vokalensembles Stuttgart,
für die neue Saison haben wir uns für Sie auf die Suche begeben: Nach außergewöhn­
lichen Programmen, ausgefallenen Konzertformen und dem besonderen Klang jedes
einzelnen Werks. Aufregende Musik wollten wir wieder für Sie entdecken, abseits des
gängigen Chorrepertoires.
Wir freuen uns auf die bewährt intensive Zusammenarbeit und auf das Wiedersehen
mit Frieder Bernius, Michael Gielen, Florian Helgath, Heinz Holliger und Emilio Pomàrico.
Neue Impulse erwarten wir in der Verbindung mit Risto Joost, Stephan Layton und Grete
Pedersen, die wir erstmals am Pult des SWR Vokalensembles begrüßen werden. Gespannt
sind wir auf die eigens für das SWR Vokalensemble komponierten Werke von Ondřej
Adámek, Philippe Manoury, Thomas Meadowcroft, Oxana Omelchuk und Hans Zender.
Unser besonderes Engagement gilt auch in dieser Saison der jungen Generation, für die
wir reizvolle Kinder- und Schulprojekte entwickeln. Dabei präsentiert sich SWR Young
CLASSIX im deutschlandweiten »Dvořák-Experiment – Ein ARD Konzert macht Schule«. In
der SWR-Vokalensemble-Akademie begleiten wieder ausgewählte Studierende die
künstlerische Arbeit des Vokalensembles. Der Neue Kammerchor Heidenheim ist unser
diesjähriger Patenchor.
Es ist uns ein nachdrückliches Anliegen, den Kontakt zu unserem Publikum weiter zu
intensivieren. Dafür bieten wir Ihnen vor unseren Konzerten anregende Einführungen
sowie im Anschluss an die Aufführungen Gespräche mit Sängerinnen und Sängern des
Vokalensembles. Unmittelbar nach dem Konzerterlebnis wollen wir uns hier mit Ihnen
über das Erlebte austauschen und Ihre noch frischen Eindrücke aufnehmen. Unser
Anspruch ist es, Sie mit einzigartigem Programmen und vitalen Interpretationen zu
begeistern.
Ich lade Sie ein, sich in unseren Konzerten vom Außergewöhnlichen überraschen zu las­
sen. Es ist mir ein großes Vergnügen, Sie im Namen des SWR Vokalensembles Stuttgart
herzlich zu begrüßen.
Ihre Cornelia Bend
»Wir sind nichts, was wir suchen ist alles«
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Friedrich Hölderlin
Chormanagerin
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SWR Vokalensemble Stuttgart
Im Auftrag der Kultur
Das SWR Vokalensemble Stuttgart ist ein Chor mit einem besonderen Auftrag: Als
Rundfunkchor sorgt es für hochkarätige Interpretationen und Programme für die Rund­
funk- und Fernsehprogramme des SWR. Als professioneller Konzertchor bereichert es
das Musikleben im Sendegebiet. Als öffentlich-rechtliches Ensemble öffnet es seine
Türen und bietet für alle zugängliche Bildung und Kultur an. Und als Spezialensemble
für zeitgenössische Musik fördert es im Auftrag aller die Entwicklung und Verbreitung
der zeitgenössischen Vokalmusik.
Für diese anspruchsvolle Mission hat das SWR Vokalensemble Stuttgart ganz besonde­
re Arbeitsbedingungen: Die Mitglieder des Ensembles sind handverlesen. Alle haben
eine abgeschlossene Gesangsausbildung, besonders schöne Stimmen, eine schnelle
Lernfähigkeit, eine hohe stilistische und stimmtechnische Flexibilität – und alle sind
Teamplayer. Jeder einzelne von ihnen wurde in einem Vorsingen von den zukünftigen
Kollegen ausgewählt und hat eine feste Anstellung. Damit kann das Ensemble täglich
in konstanter Besetzung arbeiten und über Jahre hinweg eine kollektive Kompetenz
und Erfahrung erwerben. Nur dadurch sind die Höchstleistungen möglich, die die Ge­
sellschaft von diesem Ensemble fordert.
1946 gegründet, wurde das SWR Vokalensemble Stuttgart in seiner Geschichte von
den Chefdirigenten Hermann-Joseph Dahmen, Marinus Voorberg, Klaus-Martin Zieg­
ler und Rupert Huber geprägt. Seit 2003 ist Marcus Creed künstlerischer Leiter des
SWR Vokalensembles Stuttgart, für seine klanglich perfekten und stilsicheren Inter­
pretationen wurde er vielfach ausgezeichnet, unter anderem 2011 mit dem »Europäi­
schen Chorpreis«.
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Perfektion fürs Mikrophon
Ausgezeichnete Studioproduktionen und CDs
Spezialisiert auf Innovation
Mit Leidenschaft für die Vokalmusik der Zukunft
»Aufnahme läuft«. Das Licht über der Studiotür wechselt auf rot, drinnen kann man eine
Stecknadel fallen hören ... Ein kurzer Moment der Konzentration, Marcus Creed gibt den
Einsatz und dann steht der erste Akkord – warm, weich, glasklar und in perfekter Klang­
balance. Jeder der 30 Sängerinnen und Sänger weiß, wie viel er oder sie in welcher Stimm­
färbung zu diesem Akkord hinzufügen muss, singt mit offenen Ohren – und nur wenn je­
dem einzelnen sein Part makellos gelingt, klingt es, wie es klingen muss: einfach perfekt.
Es ist immer ein besonderer Moment, wenn ein Komponist in die Probe kommt, um zum
ersten Mal sein Werk zu hören. Oft hat das SWR Vokalensemble Stuttgart dann schon
viele Tage, manchmal auch mehrere Wochen lang daran gearbeitet. Die Sängerinnen
und Sänger haben sich intensiv mit der Partitur auseinandergesetzt, haben versucht,
die Absicht, die Klangvorstellung, die Idee des Komponisten herauszulesen und umzu­
setzen. Häufig entsteht dabei auch ein inneres Bild, was für eine Persönlichkeit wohl
hinter dieser Musik steckt. Und dann steht er auf einmal da, begrüßt den Chor, man
hört ihn sprechen, sieht seine Bewegungen – und stellt fest, dass nichts stimmt, von
den Vorstellungen, die man sich von ihm gemacht hat. Aber fremd ist er nicht, spätes­
tens wenn die gemeinsame Probenarbeit beginnt, merkt man, wie sehr sie, der Kompo­
nist und die Sänger über die intensive Beschäftigung mit der Partitur bereits miteinan­
der vertraut sind.
Kein menschliches Ohr hört so kritisch wie ein Mikrophon und kein Gedächtnis spei­
chert Fehler so dauerhaft und wiederholt sie so gnadenlos wie eine Aufnahme. Da muss
alles stimmen, alles gelingen. Und dennoch: Wirklich gut ist eine Aufnahme nur, wenn
die Musiker auch loslassen, wenn sie wirklich Musik machen, dem Moment vertrauen
und Risiken eingehen, damit eine Komposition zum Leben erwacht und in all ihren
Facetten erklingt.
Dieses Zusammenspiel aus künstlerischer Inspiration und Kontrolle lässt sich nur im
Team erreichen. So sind die meisten der Aufnahmen von Marcus Creed und dem SWR
Vokalensemble Stuttgart zusammen mit dem Tonmeister Thomas Angelkorte ent­
standen: Marcus Creed verantwortet die Interpretation und die »physische Klangregie«
unten im Studio in der konkreten Arbeit mit den Sängerinnen und Sängern – und
Thomas Angelkorte verantwortet zusammen mit seinem Technik-Team das Klangbild
auf der Aufnahme: die Position der Mikrophone, die Balance der Stimmgruppen, die
Mischung zwischen direkten Mikrophonen und dem Raumklang. Und dann ist der
Tonmeister natürlich derjenige, der von oben, von der Regie aus die Aufnahme leitet,
der genau zuhört, ob alles makellos und fehlerfrei ist, der Tempi und Intonation prüft
und nicht zuletzt die Aufnahme nachbearbeitet, mischt und schneidet.
Nach über zehn Jahren weiß Thomas Angelkorte sehr genau, was Marcus Creed will,
welchem Klang und welcher Fassung »der Chef« den Vorzug gibt. Am Ende sitzen sie
dann beide im Studio, Tonmeister und Dirigent und prüfen das Ergebnis. Und wenn der
eine tief einatmet, weiß der andere schon – hier muss ich nochmal ran.
Der SWR sendet die Aufnahmen des SWR Vokalensembles in seinen Programmen und
veröffentlicht sie in einer eigenen CD-Reihe unter dem Label SWRmusic. Häufig koope­
riert er für spezielles Repertoire auch mit anderen Plattenlabels. Für die interpreta­
torische und klangliche Qualität der Aufnahmen, das innovative Repertoire und
die sorgfältigen Editionen hat das SWR Vokalensemble Stuttgart renommierte Aus­
zeichnungen erhalten, darunter den Echo Klassik, den Diapason d’Or, den Preis der
Deutschen Schallplattenkritik und den Choc de la musique. (siehe auch S. 66)
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Umgekehrt hört in dieser Probe der Komponist seine Komposition zum ersten Mal: Er
hat innerlich Klänge, Formen und Strukturen imaginiert und versucht sie aufzuschrei­
ben, in die starre Form einer Partitur zu zwingen. Und dann sitzt er dem Chor gegen­
über und hört zum ersten Mal, was die Musiker aus seinen Noten herausgelesen haben,
wie sie seine Anweisungen umsetzen und welche Klänge sich ergeben. Wenn Idee und
Wirklichkeit weit auseinanderliegen, ist das zunächst einmal irritierend für alle – es ist
aber auch der Beginn einer intensiven und vertrauensvollen Zusammenarbeit: Unge­
wöhnliche Stimmtechniken und Geräusche lassen sich leichter zeigen als aufschreiben.
Manchmal haben auch die Sänger Ideen, wie eine Stelle genauer oder effizienter umge­
setzt werden kann. Vielleicht stimmt aber auch die Balance nicht und der Komponist
muss die Lautstärkenverhältnisse zwischen einem extrem tiefen Altregister und einem
ins Extrem hoch geführten Sopran neu justieren. Anderes geht vielleicht gar nicht und
muss geändert werden – und manchmal müssen die Sänger erst für sich eine Technik
finden, damit sich eine Stelle realisieren lässt und dann so lange üben bis sie »im
Körper« ist.
Das SWR Vokalensemble Stuttgart ist die Forschungsabteilung des SWR für Vokal­
musik. Seit der Gründung des Ensembles 1946 hat der SWR für seinen Chor alljährlich
mehrere Kompositionsaufträge vergeben. Über 200 neue Chorwerke hat das Ensemb­
le in seiner Geschichte uraufgeführt und dabei häufig das Unmögliche möglich ge­
macht, das Undenkbare denkbar. Es hat junge und arrivierte Komponisten animiert,
sich Gedanken über die Weiterentwicklung der Vokalmusik zu machen. Es hat Kompo­
nisten ermöglicht, ihre Ideen und Utopien auszuprobieren und weiterzuentwickeln –
und jedes Mal ist wieder ein Stück von der Zukunft der Vokalmusik zur Gegenwart
geworden. So entsteht Musikgeschichte. (siehe auch S. 20)
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Klangkultur und Interpretation
Mit dem Können von heute für die Neue Musik
von gestern
»Die Wärme des Klangs ist das Ziel«, betitelten die Stuttgarter Nachrichten einmal ein
Porträtgespräch mit Marcus Creed. Und tatsächlich geht Marcus Creed in seiner Probenarbeit ganz stark vom Klang aus. Aber bei jedem Werk von einem anderen, denn
Creed ist überzeugt: jede Zeit, jeder Komponist, sogar jedes Werk hat einen eigenen,
charakteristischen Ton. Er arbeitet in seinen Proben hart daran, diesen Klang zu finden
und weiß genau: Erst wenn jeder Akkord ausgehorcht ist, jede Phrase organisch atmet
und jeder einzelne Sänger die Schwierigkeiten dieses Werkes im Schlaf beherrscht –
erst dann entsteht der Freiraum, der Interpretation ermöglicht und dann erst kann ein
Werk seinen eigenen Klang freisetzen.
Was Marcus Creed an »seinem« SWR Vokalensemble Stuttgart so schätzt, ist, dass er es
hier mit Sängern zu tun hat, die in ihrem täglichen Umgang mit den Schwierigkeiten
zeitgenössischer Vokalmusik eine kollektive Kompetenz haben, die ihm als Dirigent
einen extrem großen Gestaltungsspielraum ermöglicht. Jeder einzelne der 30 Sängerinnen und Sänger ist solistisch einsetzbar und stimmlich wie intellektuell extrem
schnell und flexibel. Instrumentales Singen ohne Vibrato oder großer romantischer
Sound, weite Kantilenen oder mikrotonale Cluster, virtuose Läufe und ausdrucksintensive Mischungen zwischen Singen und Sprechen, alles das ist den Sängerinnen und
Sängern aus der Neuen Musik vertraut und sie können blitzschnell umschalten – wenn
es sein muss, innerhalb eines Tones.
Für Marcus Creed und das SWR Vokalensemble Stuttgart ist es daher unerheblich, wie
alt oder jung die Musik ist, ob sie vor 100 Jahren oder 100 Tagen entstanden ist. Mit der
gleichen Sorgfalt und dem ganzen Können, das sie in ihrem Umgang mit den Partituren
von heute erworben haben, erschließen sie jedes Werk von der Partitur aus und arbeiten so lange bis selbst das einstmals Unsingbare und Unbegreifbare zu dem wird, was
es sein will: Musik.
Das SWR Vokalensemble Stuttgart setzt mit seinen Interpretationen von Musik der
Romantik und der klassischen Moderne immer wieder Maßstäbe. Meisterwerke der
klassischen Moderne von György Ligeti, Luigi Nono oder Olivier Messiaen stehen dabei
neben Unbekanntem wie den Chorwerken von Charles Ives, Elliott Carter, Arnold Mendelssohn oder Heitor Villa-Lobos oder vermeintlich Bekanntem wie den Chorwerken
von Richard Strauss, Paul Hindemith, Anton Webern oder Anton Bruckner.
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Immer eine Überraschung
VE Konzertreihen und Auftritte im Sendegebiet
Zu Gast in aller Welt
Vokale Ensemblekultur auf Reisen
Der Applaus ist verklungen, der Saal leert sich. Draußen im Foyer aber bleiben viele
noch stehen, beim »Künstlertreff« und sprechen mit den Sängerinnen und Sängern des
SWR Vokalensembles, fragen und erzählen ihre Eindrücke vom Konzert. Häufig drehen
sich die Gespräche darum, dass Zuhörer sich für ein Werk begeistern, das sie zuvor noch
gar nicht kannten. Oder dass sie ein altbekanntes Werk in der Interpretation des SWR
Vokalensembles ganz neu gehört und erlebt haben. Dann wissen die Sänger: Das war
ein gutes Konzert.
Das SWR Vokalensemble braucht keine LKWs, wenn es auf Tournee geht. Eine Kiste für
Noten reicht, seine Stimmgabel hat jeder selbst im Koffer und die Konzertkleidung
auch. Fast mit Handgepäck reisen sie nach Paris, Luzern oder Wien, als wären sie Touris­
ten für ein Wochenende. Die anspruchsvollen Vokalwerke, die sie im Gepäck haben und
für die sie die Veranstalter der großen Festivals in ganz Europa engagieren, sieht man
nicht.
Etwa die Hälfte seiner Konzerte gibt das SWR Vokalensemble Stuttgart zu Hause, im
Sendegebiet des SWR. In seinen eigenen Konzertreihen in Stuttgart und Mannheim ist
die Gestaltungsfreiheit am größten. Hier mischt es in seinen Programmen Vertrautes
mit Unbekanntem, stellt Klassiker der Moderne ins Zentrum und knüpft spannende
Bezüge in die Alte oder Neue Musik. Es porträtiert Komponisten wie Paul Hindemith,
Heitor Villa-Lobos oder György Ligeti oder »komponiert« Themenprogramme. Unter
dem Übertitel »Rückblick Moderne« widmen sich Marcus Creed und seine Sänger seit
einigen Jahren in loser Folge immer wieder der Chormusik einzelner Länder. Länderpor­
träts von Amerika, Russland, Italien, Großbritannien und Polen sind dabei entstanden,
die zeigen, wie eng die Kultur eines Landes gerade mit seiner Vokalmusik verbunden ist
und wie spezifisch anders die großen Umbrüche des 20. Jahrhunderts in jedem Land
sind. Die meisten dieser Konzerte erscheinen als CD bei SWRmusic.
In der Reihe »attacca – geistesgegenwart.musik« veranstaltet das SWR Vokalensemble
Stuttgart zusammen mit dem Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR eigene Kon­
zerte Neuer Musik, in denen es viele seiner Kompositionsaufträge zur Uraufführung
bringt und in speziell konzipierten Programmen einen Einblick in die Tendenzen der
neuen und neuesten Musik gibt. Mehrmals im Jahr sind die Sängerinnen und Sänger
des SWR Vokalensembles Stuttgart solistisch in Kammerkonzerten im Kunstmuseum
Stuttgart zu erleben. Es ist ihre eigene Konzertreihe, in der sie in Eigenregie anspruchs­
volle Programme bieten, die sich auf die aktuellen Ausstellungen beziehen. Beim Festi­
val RheinVokal, bei den Schwetzinger SWR Festspielen, den Donaueschinger Musikta­
gen und dem Festival ECLAT ist das SWR Vokalensemble Stuttgart regelmäßig zu erleben,
ebenso in den Abonnementreihen des Radio-Sinfonieorchesters Stuttgart und des SWR
Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg.
Trotzdem ist Reisen für Sänger nicht unkompliziert. Vom Bahnhof geht es erst einmal
ins Hotel. Ausruhen. Heute Abend ist Probe. Hoffentlich ist die Klimaanlage in den Zim­
mern gut steuerbar. Gibt es hier Wasser? Etwas zu essen? Wenn die Luft zu kalt ist oder
zu trocken, leidet die Stimme, ist man unausgeschlafen, unterzuckert, überspannt,
leidet die Intonation. Am besten, alles bleibt möglichst ähnlich wie zu Hause. Daher
schätzen es die Mitglieder des SWR Vokalensembles ungemein, dass die Kollegin vom
Produktionsbüro die Reisen im Vorfeld sorgfältig organisiert.
Mehrere Wochen Probe investieren die Vokalspezialisten des SWR oft in ein Werk, bis es
»sitzt« – und dann können sie es innerhalb weniger Tage wieder abrufen. Es ist ihr
Kapital. Manchmal werden sie noch Jahre nach einer Uraufführung engagiert, wenn ein
Werk in Frankreich, Belgien, Österreich oder den USA seine Erstaufführung erlebt. Dann
allerdings müssen sie »ihre Uraufführung« noch einmal intensiv proben, zu viele an­
dere Werke haben sie seither gelernt. Wer schnell lernen will, muss auch vergessen
können. Aber der Körper erinnert sich noch und auch die Erfahrung ist seitdem wieder
gewachsen – beim zweiten Mal geht alles leichter und in der Regel wird es dann auch
noch einmal besser. Gelassener, reifer.
Die Veranstalter schätzen die Perfektion und Vitalität der Konzerte, die das SWR Vokal­
ensemble Stuttgart auf die internationalen Bühnen bringt, ebenso wie die Ensembles
der Neuen Musik, mit denen das SWR Vokalensemble Stuttgart seit vielen Jahren re­
gelmäßig zusammenarbeitet: das Ensemble Intercontemporain Paris, das Klangforum
Wien, das Ensemble Modern und die MusikFabrik. Und mit jedem dieser Ensembles
verbindet das SWR Vokalensemble ein ganz bestimmtes Repertoire und viele gemein­
sam bestandene Musikabenteuer.
Mit seinen Programmen ist das SWR Vokalensemble Stuttgart ehrgeizig. Ein Konzert, aus
dem das Publikum herausgeht, wie es hereingekommen ist, ist kein gutes Konzert.
Irgendetwas muss passieren in diesen 90 Minuten, das die Zuhörer verändert.
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Auf Augenhöhe mit den Profis
Das Patenchor-Projekt des SWR Vokalensembles
Stuttgart
Professionelle Erfahrung für Talente
Die SWR-Vokalensemble-Akademie in Kooperation
mit der Musikhochschule Stuttgart
Tosender Applaus in der Christuskirche Gänsheide. Für jede der 30 jungen Frauen, die in
der Mitte des SWR Vokalensembles stehen, gibt es eine Rose. Der Komponist Gordon
Kampe kommt aufs Podium, bedankt sich beim SWR Vokalensemble Stuttgart und vor
allem bei seinem Patenchor, dem Frauenchor ex-semble, der gerade die Uraufführung
seiner Komposition »Le coeur de la Grenüille« gesungen haben. Ein Werk, eigens kom­
poniert für das Patenchorprojekt des SWR Vokalensembles und zusammen mit einem
eigenen Programm des Frauenchores der Höhepunkt und Abschluss des gemeinsamen
Patenjahres.
Auch Profichöre brauchen Nachwuchs. Und junge Talente brauchen professionelle Erfah­
rung. Beides gibt es in der SWR Vokalensemble-Akademie – einer Kooperation mit der Mu­
sikhochschule Stuttgart, in der hervorragende junge Sänger, Komponisten und Dirigenten
ein Jahr lang aktiv am Probenalltag des SWR Vokalensembles Stuttgart teilnehmen.
Diese Uraufführung war ein Kraftakt, aber auch ein tolles Erlebnis, wie eine der Sänge­
rinnen hinterher erzählt. Der erste Eindruck von diesem Werk war zum Verzweifeln:
schwer, undurchschaubar, völlig anders, als die zeitgenössische Musik, die dieser viel­
fach preisgekrönte Frauenchor sonst singt. Dann ein erstes Erfolgserlebnis in den ge­
meinsamen Proben mit dem SWR Vokalensemble Stuttgart, wenn die eigene Stimme
sich mit den Profistimmen mischt, wenn man das Werk gemeinsam zusammensetzt
und sich allmählich eine Kontur herausschält. Die überraschende Erfahrung, wie schnell
man auch bei dieser Musik bald seine Lieblingsstellen hat. Und dann das Glücksgefühl
des Konzertes in der vollbesetzten Kirche in Stuttgart, vor dem Komponisten, dem In­
tendanten und den Mikrophonen des SWR, wie diese einstmals so fremde Musik Hand
und Fuß hat und das Publikum ganz genau zuhört …
Das SWR Vokalensemble Stuttgart will seine Begeisterung und Kompetenz für die
Neue Musik an möglichst viele vermitteln und hat dabei nicht nur das Publikum, son­
dern vor allem auch ambitionierte Amateurchöre im Blick. Daher hat das SWR Vokal­
ensemble Stuttgart vor vier Jahren sein Patenchorprojekt gegründet, in dem jeweils
ein ambitionierter Chor aus dem Sendegebiet ein Jahr lang die Profisänger des SWR
Vokalensembles bei der Arbeit begleitet und mit ihnen zusammen unter Profibedin­
gungen konzertiert. (siehe auch S. 60).
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Akademistin Semi Kim (Sopran) und Hitoshi Tamada (Tenor) haben viele der Projekte mit
Neuer Musik mitgesungen. Sie bilanzieren ihre Erfahrungen: »Ich fand die Genauigkeit
und Professionalität in diesem Ensemble hier sehr überzeugend. Am Anfang war ich
überrascht, wie die Kollegen neue Stücke direkt vom Blatt singen und dabei gleich musi­
kalisch interpretieren. Gekämpft habe ich immer wieder mit den komplizierten Rhyth­
men. Aber das Erlebnis, wie die einzelnen Stimmen im Ensemble aufeinander reagieren,
sich blitzschnell abstimmen und anpassen, sodass insgesamt ein Gesamtklang von gro­
ßer Schönheit entsteht, das war für mich schon ein großes Glücksgefühl. Ich habe sehr
viel gelernt in diesem Jahr, auch wenn es viel Arbeit war parallel zum Studium.«
Der brasilianische Komponist Rafael Nassif dagegen hat viel zugehört in den Proben. Vor
allem die Intensität der Probenarbeit, die für eine Uraufführung nötig ist, hat ihn beein­
druckt. Er hat nicht damit gerechnet, mit welcher Genauigkeit und Hartnäckigkeit das
SWR Vokalensemble Stuttgart und seine Dirigenten daran arbeiten, eine Partitur perfekt
umzusetzen. Und er hat darüber gestaunt, wie groß die Auswirkungen für den Proben­
aufwand sind, wenn eine Partitur nicht gut lesbar ist, die Anweisungen nicht klar sind
oder die Notation ineffizient. Er hat viele Partituren von Komponistenkollegen von innen
kennengelernt und die Möglichkeiten der Stimmen studiert. Viele Stunden lang hat er
mit seinem Mentor diskutiert und gesprochen und dabei viel profitiert von den 25 Jah­
ren Erfahrung mit den Uraufführungen dieses Sängers. Besonders glücklich war Rafael
Nassif am Schluss darüber, eine eigene Komposition mit Mitgliedern des SWR Vokalen­
sembles Stuttgart im Kammerkonzert des Stuttgarter Kunstmuseums umsetzen zu kön­
nen. Und auch der Dirigent Andreas Großberger, der die Probenarbeit von Marcus Creed
und vielen Gastdirigenten verfolgt hat, zieht eine positive Bilanz. Am Schluss geht sein
Wunsch, einmal selbst eine Probe des SWR Vokalensembles Stuttgart zu leiten, in Erfül­
lung: Er probt an einer Jazztranskription für das SWR CLASSIX goes Jazz-Projekt.
Das SWR Vokalensemble hat in Zusammenarbeit mit der Musikhochschule Stuttgart
ein Projekt zur Nachwuchsförderung gestartet: Die SWR-Vokalensemble-Akademie
soll als Ausbildungszentrum für junge Talente dienen. Der Schwerpunkt liegt dabei
auf der zeitgenössischen Musik. Die Akademisten nehmen an ausgewählten Projekten
während der ganzen Saison teil und erhalten ein über die Musikhochschule Stuttgart
finanziertes Stipendium. (siehe auch S. 59).
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Für Kinder nur das Beste
SWR Young CLASSIX für Kindergärten, Schulen und
Familien
Kinder wollen keine Kompromisse, Kinder wollen Qualität. Darum ist beim SWR Vokal­
ensemble Stuttgart jedes Konzert ein SWR Young CLASSIX-Konzert. Gute Musik, über­
zeugend dargeboten und leidenschaftlich vertreten, das begeistert Kinder und macht
Lust auf mehr.
Natürlich braucht es dafür ein paar Kniffe und eine altersgemäße Vorbereitung oder
Präsentation. Wenn Kindergartengruppen beim SWR in die Probe kommen und auf
Hockern zwischen den Sängern sitzen, können sie Kontakt zu den Sängerinnen und
Sängern aufnehmen, mit in die Noten schauen, die Konzentration spüren und den
Klang der professionellen Stimmen mit dem ganzen Körper erleben. Eine halbe Stunde
Zuhören und dann gemeinsam einen Kinderkanon singen – ein unvergessliches Erleb­
nis für die Kinder.
In eigens veranstalteten Schul- und Familienkonzerten singt das SWR Vokalensemble
Stuttgart »echte Chormusik«. Intelligente Programme, die mit Witz und Charme von
KiKa Moderator Malte Arkona vermittelt werden. Mitmachen wird dabei ganz groß ge­
schrieben. Pädagogisch aufbereitetes Unterrichtsmaterial ist über die Kooperation mit
dem Kultusministerium Baden-Württemberg für alle Lehrer online verfügbar. Mit
Fakten, Ideen und Materialien bieten sie alles, was ein Musiklehrer für die Vorbereitung
im Unterricht braucht. Und auch im Sportunterricht kann man sich auf einen Konzert­
besuch vorbereiten.
Neue Musik gehört beim SWR Vokalensemble Stuttgart selbstverständlich zum SWR
Young CLASSIX Programm dazu. Gerade die virtuosen Stimmtechniken der Neuen Mu­
sik, die Geräusche und ungewöhnlichen Effekte, zu denen die menschliche Stimme
fähig ist, faszinieren die Kinder und vermitteln ihnen ein ganz intuitives Musikerleb­
nis. Erst recht, wenn dabei eine spannende Geschichte erzählt wird. (siehe auch S. 54).
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Uraufführungen
Auswahl
Hugo Hermann Des Friedens Geburt 27.07.1947 | Heinrich Suter­
meis­ter Zwei Barocklieder 23.04.1953 | Everett Helm Die Belagerung
von Tottenburg 26.05.1956 | Clytus Gottwald Sieben Spruchmotetten
nach Angelus Silesius 08.12.1956 | Erhard Karkoschka Das Feuer,
das frei macht 22.03.1958 | Herman Reutter Triptychon 02.06.1960
| Wolfgang Fortner In seinem Garten liebt Don Perlimplin Belisa
10.05.1962 | Martin Gümbel Fünf Chorlieder 31.01.1966 | Frank Michael
Beyer Lavatio – Manifestatio Christi 31.01.1966 | Giselher Klebe Das
Märchen von der schönen Lilie, 15.05.1969 | Rolf Hempel Hiob 28,
23.11.1969 | Robert Wittinger Catalizzazioni 24.10.1970 | Roman
Raubenstock-Ramati Tableau II 04.12.1970 | Luigi Nono Fragmente
aus der Oper »Al gran sole carico d'amore« 16.05.1975 | Kurt Weill
Recordare 27.03.1976 | Helmut Lachenmann Les Consolations
18.08.1978 | Konrad Lechner Canticum sacrum, 13.10.1979 | Werner
Heider Der Läufer 06.03.1980 | Manfred Niehaus Drei Texte des
hl. Augustinus, 09.05.1980 | Wolfgang Fortner Petrarca-Sonette
13.05.1980 | Gérard Zinstag Trauma, 23.04.1981 | Isang Yun »O
Licht...«, 21.06.1981 | Mauricio Kagel Mitternachtsstük 21.11.1981 |
Kzysztof Penderecki Agnus Dei 21.06.1982 | Klaus Huber Erniedrigt
– Geknechtet – Verlassen – Verachtet... 14.10.1983 | Mau­ricio Kagel
Rrrrrrr... 30.01.1984 | Manfred Trojahn Quattro Madrigali 28.02.1984
| Krzystzof Penderecki Polnisches Requiem 28.09.1984 | Mauricio
Kagel Sankt-Bach-Passion 09.09.1985 | Pawel Szymánski Lux aeterna
26.09.1985 | Guillaume de Machaut/Christoph Bossert Messe de
Nostre Dame 05.02.1986 | Robert Wittinger Maldoror-Requiem
op. 42 31.10.1986 | Hans Otte The Song of the World 01.12.1986 |
Matthias Spahlinger in dem ganzen ozean von empfindungen
eine welle absondern, sie anhalten 11.11.1987 | Paul-Heinz
Dittrich Memento Mori 15.03.1988 | Dieter Schnebel Dahlemer
Messe 11.11.1988 | Peter Kiesewetter Fünf Hymnen op. 39
03.02.1989 | Younghi Pagh-Pan HWANG -TO/Gelbe Erde 27.04.1989
| Ulrich Gasser zur kalten Zeit 29.06.1990 | Hans Darmstadt »...mit
unaussprechlichem Seufzen« 07.07.1990 | Irmfried Radauer Missa
La-Re-Mi 18.10.1990 | Mauricio Kagel Liturgien 02.11.1990 | Edison
Denissow Kyrie 25.08.1991 | Babette Koblenz Messe française (La
Partisane) 01.09.1991 | Christoph Bossert IN EXCELSIS, 08.09.1991
| Rupert Huber Der kranke Mann, 06.11.1991 | Reinhard Febel
»Die vier Zeiten« 26.03.1993 | Peter Kiesewetter Messe 02.07.1993
| Wolfgang Rihm Raumauge 20.11.1994 | Irmfried Radauer
Mnemosyne 88 17.12.1994 | Carmen Maria Cârneci Das Hohelied
21.10.1995 | Hanspeter Kyburz The Voynich Cipher Manuscript
21.10.1995 | Karlheinz Stockhausen WELT-PARLAMENT 03.02.1996 |
Hans Zender Animula 21.08.1996 | Beat Furrer Stimmen 04.09.1996
| Michel Jarrell Mémoires 04.09.1996 | Luca Francesconi Sirene/
Gespenster 25.04.1997 | Manuel Hidalgo Umrauscht 25.04.1997 |
Karlheinz Stockhausen LITANEI 97 26.07.1997 | Milko Kelemen
20
Animaux fantastiques 22.11.1997 | Toshio Hosokawa Seascapes
– Night 22.11.1997 | Hans Zender Shir Hashirim – Lied der Lieder
29.03.1998 | Karlheinz Stockhausen MICHAELION 26.07.1998 |
Sandeep Bhagwati Die Gesänge der Ghat-Biwa, Rituale eines fernen
Archipels 07.02.1999 | Jonatha Harvey Marahi 17.06.1999 | Pierluigi
Billone Scrittura. Cammino 17.06.1999 | Wolfgang Mitterer KA und
der Pavian 24.09.1999 | Luigi Nono Da un diario italiano 29.01.2000
| Nicolaus A. Huber Ach, das Erhabende ..., betäubte fragmente
1999 29.01.2000 | Georges Aperghis Hamletmaschine – Oratorio
30.09.2000 | Martin Smolka Walden, the distiller of celestial dews
22.10.2000 | Georg Friedrich Haas Blumenstück 09.02.2001 | Mauricio
Kagel Quirinus Liebeskuss 01.02.2002 | Wolfgang Motz Krypsantes
01.02.2002 | Franck Christoph Yeznikian La Ligne, la Prim’ombra
la Perte 18.10.02 | Karen Rehnqvist Teile dich Nacht 19.10.2002 |
Alexandro Vinao La Trama 06.02.2003 | Marco Stroppa Cantilena
06.02.2003 | Nikolaus Brass The structures of Echo 28.03.2003 |
Gerhard E. Winkler Flechten – Filamente /Requiem boréal 08.02.2004
| Hector Moro tando manana 08.02.2004 | Luigi Nono Due liriche
greche 06.02.2004 | Rebecca Saunders miniata 17.10.2004 | Heinz
Holliger shir shavur 30.01.2005 | Ivan Fedele Odós 30.01.2005 | Caspar
Johannes Walter Dunkle Materie 14.10.2005 | Clemens Gadenstätter/
Lisa Spalt powered by emphasis 16.10.2005 | Heinz Holliger Utopie
Chorklang 09.02.2006 | Georges Aperghis Wölfli Cantata 22.07.2006
| Enno Poppe Gold 01.02.2007 | Hans Zender Logos Fragmente I, VI, V
21.10.2007 | Wolfgang Rihm Quid est Deus 04.11.2007 | Hans Zender
Logos fragmente II 27.01.2008 | Adriana Hölszky Hybris/Niobe
25.04.2008 | Matthias Pintscher She-cholat ahavah ani, 06.02.2009
| Bernd Richard Deutsch Neurotisches Requiem 8.02.2009 | Martin
Smolka Poema de balcones 21.03.2009 | Wolfgang Rihm Proserpina
02.05.2009 | Martin Smolka Psalmus 114, 11.09.2009 | Heinz Holliger
Rosa Loui 15.09.2009 | Manos Tsangaris Batseba, Eat the history
16/17.01.2009 | Daniel Smutny Velouria 14.02.2010 | Marcelo Toledo
En la impenetrable marana de lo no nombrado 12.03.2010 | Rupert
Huber Al Ganyi 10.10. 2010 | Klaus Ospald One shade the more one
ray the less 15.10.2010 | Misato Mochizuki Halai Musubi 13.11.2010
| Franklin Cox Spiegelgeschichte 12.02.2011 | Flo Menezes Ratrato
Falado das Paixoes 12.02.2011 | Hans G Helms Konstruktionen
10.06.2011 | Marios Joanniu Elia »Autosymphonic« 10.09.2011 |
Alvaro Carlevaro Unbemalte Bilder 03.12.2011 | Tomoko Fukui To
the forest 12.02.2012 | Mark Andre hij 2 12.02.2012 | Helmut Oehring
Schienen wie Wellen die in lange Auge 19.10.2012 | Ondrej Adámek
Kameny 29.01.2013 | Thomas Larcher Das Spiel ist aus 09.02.2013
| Gordon Kampe Die drei Reisen Sindbads 19.04.2013 | Henrik
Albrecht 20.000 Meilen unter dem Meer 04.07.2014 | Raphaël Cendo
Registre de Lumières 19.10.2013 | Bruno Mantovani Cantate No 3,
20.10.2013 | Martin Schüttler 07.02.2014 | Nikolaus Brass fallacies
of hope – deutsches Requiem 07.02.2014 | Hans Zender Por-qué
22.03.2014 | Gordon Kampe Le coeur de la Grenüille 23.05.2014
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SWR Vokalensemble Stuttgart
Ensemblemitglieder 2014/ 2015
Sopran
Tenor
Barbara van den Boom
Kirsten Drope
Aleksandra Lustig
Wakako Nakaso
Annette Ruoff
Eva-Maria Schappé
Kerstin Steube
Johanna Zimmer
N.N.
Frank Bossert
Johannes Kaleschke
Herbert Klein
Rüdiger Linn
Hubert Mayer
Julius Pfeifer
Alexander Yudenkov
Bernhard Hartmann
Reiner Holthaus
Achim Jäckel
Torsten Müller
Philip Niederberger
Mikhail Nikiforov
Mikhail Shashkov
Alt
Ulrike Becker
Sabine Czinczel
Judith Hilger
Ulrike Koch
Wiebke Wighardt
Ute Wille
N.N.
Armine Ghukasyan
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Bass
Akademistin
Mirjam Scheider Akademistin Dirigieren
Huihui Cheng Akademistin Komposition
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Konzerte
Saison 2014/2015
Fr 12. September 2014, 20 Uhr
Konzerteinführung 19.15 Uhr
Musikfest Stuttgart
Europäischer Kultursommer Fellbach
Fellbach, Alte Kelter
Arvo Pärt *1935
Orient und Occident
für Streichorchester
Magnificat
für Chor a cappella
Adam’s Lament
für gemischten Chor und Streichorchester
Fratres
für Solo-Violine, Streichorchester und Schlagzeug
Te Deum
für 3 Chöre, präpariertes Klavier, Streichorchester und Tonband
SWR Vokalensemble Stuttgart
Stuttgarter Kammerorchester
Dirigent: Risto Joost
In der imposanten Fachwerk-Halle der Alten Kelter Fellbach mit ihrer kathedralhaften Weite wird ein Komponist geehrt, der wie kein zweiter die »Herkunft« zu seinem
Thema gemacht hat: Seine Tonsprache geht zurück zu den Wurzeln und gewinnt spiri­
tuelle Qualität durch radikale Einfachheit. Seine Musik ist alt und neu, archaisch und
modern zugleich und befriedigt die Sehnsucht danach, noch einmal zu den Anfängen
Mi 01. Oktober 2014, 20.30 Uhr
Festival musica
Strasbourg, Auditorium Cité de la Musique
Enno Poppe *1969
Haare
für Viola
Liza Lim *1966
Axis mundi
für Fagott
Raphaël Cendo *1975
Registre des lumières
für Chor, Ensemble und Live-Elektronik
Ircam
Ensemble musikFabrik
SWR Vokalensemble Stuttgart
Dirigent: Marcus Creed
Vor knapp einem Jahr hat das SWR Vokalensemble Stuttgart Raphael Cendos Registre
de lumières uraufgeführt – bei den Donaueschinger Musiktagen. Das Konzert beim
Festival Musica Strasbourg ist nun schon die dritte Wiederholung dieses Werkes, das mit
den Mitteln der elektronischen Musik und einer aufwändigen Multikanal-Technik Stim­
men und Instrumentalensemble zu einer Einheit verschmilzt, zu einer neuen Materie.
Raphael Cendo hat sich in diesem Zyklus ein »Programm« gegeben, das die elektro­
nischen Klänge zu einem sinnlichen, narrativen Ereignis macht und dabei einer existen­
ziellen Frage der Menschheit nachgeht: Wer bin ich? In vier Sätzen zeichnet er die
Geschichte unserer »Welt« vom Beginn des Universums bis heute nach. Es ist ein Ver­
zeichnis von »Blitzlichtern« aus der Geschichte der Menschheit und des Kosmos, die die
Identität des Menschen und seinen Ort im Großen und Ganzen des Universums ein­
grenzen
zurückzukehren, noch einmal bei der Stille beginnen zu können. Geleitet wird das
Konzert von Risto Joost, dem jungen und hochgerühmten Chefdirigenten des Nieder­
ländischen Kammerchores, der erstmals am Pult des SWR Vokalensembles Stuttgart
steht. Musikfest Stuttgart
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Fr 17. Oktober 2014, 20 Uhr
Donaueschinger Musiktage – Eröffnungskonzert
Donaueschingen, Baarsporthalle
So 19. Oktober 2014, 17 Uhr
Donaueschinger Musiktage – Abschlusskonzert
Donaueschingen, Baarsporthalle
Manos Tsangaris *1956
Mistel Album
für Orchester
Schwindel der Wirklichkeit I & II (2014/UA)
Friedrich Cerha *1926
Nacht
für Orchester (2012 – 2013/UA)
Hans Zender *1936
»Oh cristalina ...«
für 3 Gruppen von Sängern und Instrumenten (2013 – 2014/UA)
Hanspeter Kyburz *1960
Ibant obscuri
für großes Orchester (2014/UA)
Simon Steen-Andersen *1976
Piano Concerto (2014/UA)
Brice Pauset *1965
Un-Ruhe
für Stimme, Cembalo solo und Orchester (2014/UA)
Manos Tsangaris *1956
Schwindel der Wirklichkeit III (2014/UA)
Orchesterereignisse (2014/UA)
Ondřej Adámek *1979
Körper und Seele
für Air-Maschine, Chor und Orchester (2014/UA)
SWR Vokalensemble Stuttgart
SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg
Dirigent: Emilio Pomàrico
»Den Klang vom Wort befreien« – so könnte man die geradezu ätherische, vollkommen
unpathetische Vertonung des »Canto espiritual« des spanischen Dichters Johannes vom
Kreuz durch Hans Zender beschreiben. Bei den Donaueschinger Musiktagen kommt der
vierte und abschließende Teil dieses Zyklus, der hier in einer ausschließlich aus ganzzah­
ligen, »reinen« Intervallen und ihren Modulationen zusammengesetzten Harmonik
mündet, zur Uraufführung. Hans Zender sieht in dem temperierten Tonsystem, das un­
sere Musikwelt seit dem 19. Jahrhundert prägt, einen Kompromiss, eine irrationale Ver­
schmutzung und sucht in dieser Komposition seinem Ziel eines reinen, kristallinen
Klanges einen weiteren Schritt näher zu kommen.
Das Agieren an Schnittstellen und in Zwischenräumen sowie die Zuspitzung des Kom­
ponierens in unterschiedlichen medialen Konstellationen bestimmen das künstlerische
Denken von Manos Tsangaris. Seine Orchesterereignisse Schwindel der Wirklichkeit,
die in beide Orchesterkonzerte des Festivals eingreifen, sind Teil eines kunstsparten­
übergreifenden, gleichnamigen Projekts der Berliner Akademie der Künste, das sich den
Wirklichkeitsfragen im kulturellen Raum stellt und das spezialisierte Nischendenken
Armin Köhler
hinterfragt. 28
Nicolas Hodges, Klavier
Brice Pauset, Cembalo
Gertraud Mariam Zotter, Stimme
SWR Vokalensemble Stuttgart
SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg
Dirigent: François-Xavier Roth
Ondřej Adámeks neues Werk wird von einem Dualismus geprägt, jenem von Körper und
Seele. Tönendes Initiationsmaterial für den Chor und das Orchester ist der spielerische
Umgang mit einer vom Komponisten selbst gebauten Air-Maschine. Die Texte stammen
aus drei Kulturen, deren Verknüpfungen ein dichtes Geflecht inhaltlicher Korresponden­
zen von Körper und Seele assoziieren, das gelegentlich zum grotesk-absurden Theater
gerät.
Broken Music, Transkription einer Zerstörung und deren mediale Vermittlung – dies
sind die Kristallisationspunkte eines Klavierkonzerts von Simon Steen-Andersen, dessen
Faszination im Spannungsfeld zwischen Chaos und Ordnung, zwischen Bildern und
Klängen liegt. Kunst als Trümmerfeld und Kraftfeld in einem. Diese medialen Transfor­
mationen entpuppen sich als gewagtes Vexierspiel von positiv und negativ, das sich ge­
konnt zwischen den dialektischen Begriffspaaren intakt/defekt, neu/alt, perfekt/imper­
fekt, analog/digital hin und her bewegt. Mit seinem Cembalokonzert präsentiert sich
der französische Komponist Brice Pauset zugleich als Komponist, Interpret und Cembalo­
bauer.
Armin Köhler
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Do 23. Oktober 2014, 20 Uhr
Fr 24. Oktober 2014, 20 Uhr
Konzerteinführung 19 Uhr
RSO Konzertzyklus
Stuttgart, Liederhalle, Beethoven-Saal
Robert Schumann 1810 – 1856
Nachtlied
für Chor und Orchester op. 108
Fantasie
für Violine und Orchester C-Dur op. 131
Heinz Holliger *1939
Ardeur noire nach musikalischen Motiven von Claude Debussy
für großes Orchester und Chor
Béla Bartók 1881 – 1945
Violinkonzert Nr. 1 Sz 36
Claude Debussy 1862 – 1918
Nocturnes
Triptychon für Orchester und Frauenchor L 91
Isabelle Faust, Violine
SWR Vokalensemble Stuttgart
Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR
Dirigent: Heinz Holliger
Do 06. November 2014, 11 Uhr
SWR Young CLASSIX – Schulkonzert
Stuttgart, Liederhalle, Mozart-Saal
Kanonfest: Das Beste aus unserer Sammlung
Günther Kastenfrosch, Special Guest
SWR Vokalensemble Stuttgart
Dirigentin: Grete Pedersen
Moderation: Malte Arkona
Der eine sammelt Fußballbilder, die andere Elfen oder Autogrammkarten. Das SWR
Vokalensemble Stuttgart sammelt Kanons! Herbstkanons, Kanons von bekannten und
unbekannten, von noch lebenden oder längst verstorbenen Komponisten, freche oder
witzige Kanons, Mitsingkanons und Sprechkanons. Ein Kanonfest zum Zuhören und
Mitsingen mit dem SWR Vokalensemble Stuttgart und der schwedischen Dirigentin Gre­
te Pedersen. Moderiert wird das Schulkonzert wieder mit Witz und Charme von Malte
Arkona. Und der bringt noch einen Gast mit: Günther Kastenfrosch, der tapsige Riesen­
frosch, vielen bekannt vom Tigerentenclub. Ob die auch Kanons kennen?
Birgit Rismondo
Empfohlen für Klasse 1 bis 5, Konzertlänge ca. 60 Minuten. Als Vorbereitung bieten wir den Workshop »Im Klas­
senzimmer« (s. S. 56) oder Materialien für den Unterricht unter swryoungclasssix.de oder schulmusik-online.de.
Bei Friedrich Hebbel ist die Nacht die Zeit der in »ewigen Fernen« schweifenden
Fantasien. Robert Schumann wurde davon magisch angezogen und vertonte Hebbels
Nachtlied 1849 für Chor und Orchester in geheimnisvollen Stimmungswechseln.
Farben, Stimmungen und Lichteffekte zeichnen Debussys Nocturnes nach, weitab von
den bis dahin gültigen Gestaltungsprinzipien, hin zu musikalischen Nuancierungen, in
denen vokale und instrumentale Elemente miteinander verschmelzen. Auf eine der
letzten Kompositionen Debussys bezieht sich Heinz Holliger in seinem Werk Ardeur
noir. Es war eine Hommage Claude Debussys an seinen Kohlenhändler (»Les soirs
illumines par l’ardeur du Charbon«/ Die Abende werden durch Kohlenglut erleuchtet),
die Holliger nun zu einem Orchesterwerk mit Chor transformiert hat. Der Chor bildet
dabei einen elegischen Klanghintergrund zu dem farbenreich gewebten Orchester­Kerstin Gebel
part.
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Sa 15. November 2014, 21 Uhr
attacca – geistesgegenwart.musik
Stuttgart, Theaterhaus, T1
attacca VE
Bernard Parmegiani
1927 – 2013
Exercisme I
für drei Synthesizer (1985 – 86/DE)
Thomas Meadowcroft *1972
Neues Werk
für Sprecher, Hammondorgel und Chor (2014/UA)
Kirsten Reese *1968
Neues Werk
für E-Gitarre, Fairlight-Computer und Elektronik (2014/UA)
Alan Hilario *1967
Showdown
für Schlagzeug und Super-8-Film (2007)
Thomas Meadowcroft, Hammondorgel/Sprecher
Seth Josel, E-Gitarre
Colette Broeckaert/Martin Lorenz/Sebastian Berweck, Synthesizer
Pascal Pons, Schlagzeug
SWR Vokalensemble Stuttgart
Dirigentin: Grete Pedersen
Technische Medien haben die Musik im 20. Jahrhundert in einem nicht vorherzusehen­
den Maße geprägt. Dabei galt das Interesse der Komponisten stets der Innovation und
dem Fortschritt. Lange auch wurde deshalb nicht zurückgeblickt auf die technischen
Voraussetzungen des eigenen Handelns. Erst in den letzten Jahren haben Komponisten
die Bedingungen der künstlerischen Produktion und die Abhängigkeiten von Medien
zusehends hinterfragt. Vor allem die Zukunftsvisionen und -versprechen der Moderne
gerieten dabei in den Fokus. Eine regelrechte »Nostalgie der Zukunft« machte sich, ins­
besondere in der elektronischen Musik, breit. Attacca stellt einige Aspekte dieser Ent­
wicklung vor, wie die Reanimation des legendären Musikcomputersystems Fairlight bei
Kirsten Reese oder die sentimentale Spur, die ein Western auf einem Super-8-Projektor
in Alan Hilarios Showdown hinterlässt. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei dem neu­
en Chorwerk von Thomas Meadowcroft, der das Vokalensemble mit dem schummrigen
und halbseidenen Klang einer Hammondorgel verbindet. Dabei horcht Meadowcroft
das elektrische Instrument auch auf Nebengeräusche hin ab. Im Mittelpunkt seines
Werks stehen Texte des Soziobiologen Edward O. Wilson, der die Bedrohung für die Na­
Björn Gottstein
tur, die vom technischen Fortschritt ausgeht, beschreibt. 34
Di 02. Dezember 2014, 20 Uhr
Konzerteinführung 19 Uhr
SO Abokonzert
Freiburg, Konzerthaus
Do 04. Dezember 2014, 20 Uhr
Dijon, Auditorium
Johann Sebastian Bach 1685 – 1750
Ricercare à 6 aus dem Musikalischen Opfer BWV 1079,
bearb. von Anton Webern
Igor Strawinsky 1882 – 1971
Orpheus – Ballett in drei Szenen
Johann Sebastian Bach 1685 – 1750
Jesu meine Freude, mit hinzugefügten Instrumentalstimmen von Michael Gielen
Igor Strawinsky 1882 – 1971
Canticum Sacrum
für Tenor, Bariton, Chor und Orchester
Die beiden letzen Werke werden satzweise ineinander verschränkt gespielt.
Marcel Beekman, Tenor
Rudolf Rosen, Bariton
SWR Vokalensemble Stuttgart
SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg
Dirigent: Michael Gielen
Verschränkung der Zeiten und Stile: Michael Gielen lässt Musik von Johann Sebastian Bach
und Igor Strawinsky ineinander greifen. Im Wechselspiel der einzelnen Sätze von Jesu meine
Freude und Canticum Sacrum trifft barocke Vokalpolyphonie auf zwölftönige Ordnungsprin­
zipien. Gemeinsam ist beiden Werken zum einen die raffiniert symmetrische Anordnung ih­
rer Teile. Zum anderen verbindet sie der religiöse Ausgangspunkt: Bach schrieb das Chorwerk
vermutlich für eine protestantische Totenfeier. Strawinsky besann sich auf seine russisch-or­
thodoxen Wurzeln und auf lateinische Bibeltexte; eine »versteinerte, monumental geworde­
ne« Sprache, wie er fand, die besonders gut zu dem Ort passte, dem er das Stück widmete: der
Basilika S. Marco in Venedig. 1956 dirigierte der Komponist dort die Uraufführung.
Weltlicher waren die Entstehungszusammenhänge des Musikalischen Opfers von Bach
und des Orpheus von Strawinsky. Das "Opfer" brachte Bach dem Preußischen König dar,
der ihn kontrapunktisch herausgefordert hatte. Orpheus entstand nach Strawinskys
Übersiedlung in die USA in Zusammenarbeit mit dem Choreographen Georges Balan­
Lydia Jeschke
chine als dreiteiliges Ballett.
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Sa 13. Dezember 2014, 19.30 Uhr
SWR Konzertreihe Mannheim
Mannheim, Rosengarten
Di 16. Dezember 2014, 20 Uhr
VE Konzertreihe und Abo+ im RSO Konzertzyklus
Mi 17. Dezember 2014, 18 Uhr
Festkonzert zum 10. Jubiläum des VE Fördervereins
Stuttgart, Ev. Kirche Stuttgart-Gaisburg
Konzerteinführung jeweils eine Stunde vorher
Himmelslieder
Sven-David Sandström
*1942
Laudamus te
Benjamin Britten 1913 – 1976
A ceremony of carols
für Frauenchor und Harfe
Heinrich Kaminski 1886 – 1946
Maria durch ein Dornwald ging
Laßt uns das Kindlein wiegen
Joseph, lieber Joseph mein
Arvo Pärt *1935
Sieben Magnificat-Antiphonen
Francis Poulenc 1899 – 1963
Quatre motets pour le temps de Noël
SWR Vokalensemble Stuttgart
Dirigent: Marcus Creed
Sa 20. Dezember 2014, 16 und 19 Uhr
Benefiz PODIUM RSO/Familienkonzert
Stuttgart, Neues Schloss, Weißer Saal
Hänsel und Gretel
von Engelbert Humperdinck
in einer Bearbeitung von Andreas N. Tarkmann
Mitglieder des SWR Vokalensembles Stuttgart
Malte Arkona, Hexe
Juri Tetzlaff, Erzähler
Philine Tiezel, Regie
Mitglieder des Kinderchores der Staatsoper Stuttgart
Mitglieder des Radio-Sinfonieorchesters Stuttgart des SWR
Für die ganze Familie gibt es an diesem Adventssamstag das beliebteste Märchen der
Operngeschichte »Hänsel und Gretel« als konzertante Aufführung in einer besonders
reizvollen Kammermusikbesetzung. Juri Tetzlaff, der jeden Abend Millionen von Kindern
mit dem Sandmännchen ins Bett bringt, wird das Märchen der Brüder Grimm erzählen
und der beliebte Fernsehmoderator Malte Arkona lockt als Knusperhexe. Die beiden
Konzerte finde zugunsten der SWR Stiftung »Herzenssache hilft Kindern« statt. Alle
Mitwirkenden stellen sich in den Dienst der guten Sache und unterstützen so diese
Kinderhilfsaktion von SWR, SR und der Sparda-Bank, die sich für benachteiligte Kinder in
Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland einsetzt.
Jasmin Bachmann
Benefizkonzert zugunsten der Kinderhilfsaktion Herzenssache e. V. (SWR.de/herzenssache).
Empfohlen für Kinder ab 5 Jahren und ihre Familien.
Engelschöre, Wiegenlieder, Marienhymnen – die Themen der Weihnachtslieder sind in
allen Ländern Europas ähnlich und doch klingt Weihnachten überall anders. Marcus
Creed und das SWR Vokalensemble Stuttgart haben für ihr Weihnachtsprogramm
weihnachtliche Chormusik aus Schweden, England, Frankreich, Deutschland und dem
Baltikum ausgewählt. Ein Weihnachtskonzert von internationalem Format – denn
Himmelslieder kennen keine Landesgrenzen.
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Fr 06. Februar 2015, 19 Uhr
ECLAT
Stuttgart, Theaterhaus, T1
attacca VE in ECLAT
Stefan Prins
*1979
Neues Werk
für verstärktes Saxofon, Schlagzeug, Klavier/MIDI-Keyboard und Live-Elektronik (2014/UA)
Philippe Manoury *1952
Neues Werk
für gemischten Chor (2014/UA)
Oxana Omelchuk *1975
Neues Werk
für gemischten Chor (2014/UA)
Misato Mochizuki *1969
Neues Werk
für Saxofon, Schlagzeug und Klavier (2014/UA)
Do 19. Februar 2015, 20 Uhr
Konzerteinführung 19.15 Uhr
Konzert Highlights International
Kaiserslautern, Fruchthalle
Felix Mendelssohn Bartholdy 1809 – 1847
Drei Psalmen
für Soli und gemischten Chor op. 78:
Der 2. Psalm: Warum toben die Heiden
Der 43. Psalm: Richte mich, Gott
Der 22. Psalm: Mein Gott, warum hast du mich verlassen?
Alfred Schnittke 1934 – 1998
Zwölf Bußverse
für gemischten Chor
SWR Vokalensemble Stuttgart
Dirigent: Marcus Creed
Trio Accanto
SWR Vokalensemble Stuttgart
Dirigent: Stephen Layton
Im Rahmen des ECLAT-Festivals präsentiert das SWR Vokalensemble Stuttgart neue
Werke von Philippe Manoury und Oxana Omelchuk. Manoury gehört zu den bedeu­
tendsten Komponisten unserer Zeit; in seinen Werken trifft die souveräne Beherr­
schung avanciertester Techniken auf illustre Klangideen. Der Strasbourger Meister
verheißt der französischen Avantgarde ein zukunftsträchtiges 21. Jahrhundert. Oxana
Omelchuk gehört einer Generation an, die ganz selbstverständlich Einflüsse aller
musikalischen Stile und Epochen aufgreift, von Dufay bis Hip-Hop. Die weißrussische
Komponistin setzt mit dem Vokalensemble ihre in Minsk begonnenen Erkundungen
des Chorklangs fort. Flankiert werden diese beiden Werke von zwei neuen Arbeiten für
das Trio Accanto, das in seiner an den Jazz angelehnten Besetzung die Komponisten
immer wieder zu neuen Klangkonstruktionen herausfordert. Am Pult des SWR Vokal­
ensembles Stuttgart steht Stephen Layton, der international bekannte Musikdirektor
Björn Gottstein
des Trinity College Cambridge. 40
In seinem Passionskonzert bringt das SWR Vokalensemble Stuttgart unter der Leitung
seines Chefdirigenten Marcus Creed die drei großen a cappella-Motetten von Felix Men­
delssohn Bartholdy in einen Dialog mit den Zwölf Bußversen des russischen Komponis­
ten Alfred Schnittke. Beide Werke gehen auf sehr eigenständige Weise mit der Vergan­
genheit um: Mendelssohn verbindet die Klangpracht mehrchöriger Vokalpolyphonie
eines Giovanni di Gabrieli mit der Motettenkunst von Johann Sebastian Bach und der
Harmonik der Romantik und verwandelt sie in eigene Motetten, die zu den Meisterwer­
ken romantischer Chorliteratur gehören. Mit der gleichen künstlerischen Gestaltungs­
kraft rezipiert der russische Komponist Alfred Schnittke in seinen Zwölf Bußversen die
jahrhundertealten Melodien des russischen Kirchengesangs und verbindet sie mit un­
terschiedlichsten Stilen der europäischen Musikgeschichte zu einem intimen und zu­
gleich monumental-beeindruckenden Werkzyklus von über 50 Minuten Dauer.
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Fr 20. Februar 2015, 19 Uhr
Stunde der Kirchenmusik
Stuttgart, Stiftskirche
Sa 21. Februar 2015, 20 Uhr
Konzerteinführung 19 Uhr
Baden-Baden, Kurhaus Casino, Weinbrennersaal
Alfred Schnittke 1934 – 1998
Zwölf Bußverse
für gemischten Chor
SWR Vokalensemble Stuttgart
Dirigent: Marcus Creed
Do 26. Februar 2015, 20 Uhr
Fr 27. Februar 2015, 20 Uhr
Konzerteinführung 19 Uhr
RSO Konzertzyklus
Stuttgart, Liederhalle, Beethoven-Saal
John Adams *1947
The Chairman Dances, Foxtrott für Orchester
Ludwig van Beethoven 1770 – 1827
Klavierkonzert Nr. 4 G-Dur op. 58
Samuel Barber 1910 – 1981
Adagio for Strings
Igor Strawinsky 1882 – 1971
Psalmensinfonie für gemischten Chor und Orchester
Alfred Schnittkes Zwölf Bußverse für gemischten Chor in Reinkultur gibt es in diesem
Konzert zu erleben. Marcus Creed und das SWR Vokalensemble Stuttgart haben schon
in ihrer CD-Einspielung des Werkes gezeigt, wie schlackenlos und schlank sich diese rus­
sische Musik interpretieren lässt und welche Intimität und musikalische Größe dabei
zutage tritt. Die Texte der Bußverse findet Schnittke zufällig in einer 1986 publizierten
Jonathan Biss, Klavier
SWR Vokalensemble Stuttgart
Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR
Dirigent: Stéphane Denève
Sammlung von »Schriftdenkmälern des Alten Russlands« aus der zweiten Hälfte des
16. Jahrhunderts. Es sind Situationen menschlicher Not und Verzweiflung aus der ortho­
doxen Kirchengeschichte und ihrem Legendenrepertoire, die hier in Verse gefasst sind
und zu unterschiedlichsten seelischen Zuständen führen: zu Anklage, Reue, Zorn, Resig­
nation oder Demut. Schnittke belauscht diese Texte auf ihren tief liegenden Gehalt hin,
gewinnt Musik aus der Metrik und Rhythmik der Worte und lässt Kompositionstech­
niken aus 500 Jahren Musikgeschichte durch den Filter der Moderne laufen. So gelangt
er zu einer überzeitlichen, emphatischen und zugleich intimen Musik.
Ein amerikanisches Programm, in dem Beethovens viertes Klavierkonzert zum Aus­
länder wird: Es beginnt mit den Chairman Dances von John Adams, einem Orchester­
werk, das ursprünglich für den letzten Akt seiner Oper »Nixon in China« gedacht, war. In
der Oper tanzt Mao Tse Tung, eingeladen auf einen Empfang des Präsidenten Nixon, mit
seiner Gattin diesen lasziven Foxtrott – eine zeitgenössische Gesellschaftskritik, die
John Adams später in ein eigenständiges und in Amerika sehr beliebtes Orchesterwerk
verwandelt hat. Auch Samuel Barbers Adagio for Strings ist ein Klassiker in Amerika,
der in unterschiedlichsten Besetzungen gespielt wird. Die Fassung für Streicher ist aber
wohl die beeindruckendste Form dieser großen, unendlichen Melodie, bei der man
schon beim ersten Hören das Gefühl hat, sie immer gekannt zu haben. Die dritte
»amerikanische« Komposition in diesem Programm ist Igor Strawinskys Psalmensin­
fonie. Er schrieb sie 1930 zum 50jährigen Bestehen des Boston Symphony Orchestra. Es
ist eine Mischung aus Psalmvertonung und Sinfonie – ein Gebilde aus drei sinfonischen
Sätzen, die ineinander übergehen und in großer kontrapunktischer Entwicklung Chor
und Orchester völlig gleichwertig zu einem Ganzen werden lassen. Ein sinfonisches
Experiment, das versucht aus der Distanz zu Europa einen neuen Zugriff auf die große
Europäische Musiktradition zu finden.
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Freitag 27. März 2015, 19.30 Uhr
Osterfestspiele Lucerne Festival
Luzern, KKL Luzern
Johann Sebastian Bach 1685 – 1750
Ricercare à 6 aus dem Musikalischen Opfer BWV 1079,
bearb. von Anton Webern
Igor Strawinsky 1882 – 1971
Orpheus – Ballett in drei Szenen
Johann Sebastian Bach 1685 – 1750
Jesu meine Freude, mit hinzugefügten Instrumentalstimmen von Michael Gielen
Igor Strawinsky 1882 – 1971
Canticum Sacrum
für Tenor, Bariton, Chor und Orchester
Die beiden letzen Werke werden satzweise ineinander verschränkt gespielt.
Marcel Beekman, Tenor
Rudolf Rosen, Bariton
SWR Vokalensemble Stuttgart
SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg
Dirigent: Michael Gielen
Zu Gast beim Luzern Festival zu Ostern – alljährlich findet dieser Ableger des Luzern Fes­
tivals in der Passionszeit statt mit geistlichen Werken, Liedern und Instrumentalwerken,
in denen es um Leiden und Tod, innere Einkehr und Stille geht – und das inmitten
der Frühjahrsblüte am Luzerner See. Sinnfälliger kann das Miteinander von Leben und
Sterben, Vergänglichkeit und Wiederkehr nicht sein. Michael Gielens Programmkonzept,
das Musik von Johann Sebastian Bach und Igor Strawinsky ineinander greifen lässt, er­
lebt hier eine Wiederkehr: Im Wechselspiel der einzelnen Sätze von Jesu meine Freude
und Canticum Sacrum trifft barocke Vokalpolyphonie auf zwölftönige Ordnungsprinzi­
pien. Gemeinsam ist beiden Werken zum einen die raffiniert symmetrische Anordnung
ihrer Teile. Zum anderen verbindet sie der religiöse Ausgangspunkt: Bach schrieb das
Chorwerk vermutlich für eine protestantische Totenfeier. Strawinsky besann sich auf
seine russisch-orthodoxen Wurzeln und auf lateinische Bibeltexte; eine »versteinerte,
monumental gewordene« Sprache, wie er fand, die besonders gut zu dem Ort passte,
dem er das Stück widmete: der Basilika S. Marco in Venedig. 1956 dirigierte der Kom­
ponist dort die Uraufführung.
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Do 30. April 2015, 19.30 Uhr
Schwetzinger SWR Festspiele
Schwetzingen, Schloss
Sa 02. Mai 2015, 20 Uhr
Konzerteinführung 19 Uhr
VE Konzertreihe
Stuttgart, Liederhalle, Mozart-Saal
Liebeslieder und Neue Liebeslieder
Johannes Brahms
1833 – 1897
Liebeslieder
Walzer für Klavier zu vier Händen und Gesang op. 52
Anton Rückauf 1855 – 1903
Russische Volkspoesien
für gemischten Chor und Klavier zu vier Händen
Daniel Smutny *1976
Neue Liebeslieder
für gemischten Chor a cappella (UA)
Johannes Brahms 1833 – 1897
Neue Liebeslieder
Walzer für vier Singstimmen und Klavier zu vier Händen op. 65
Yaara Tal/Andreas Groethuysen, Klavier
SWR Vokalensemble Stuttgart
Dirigent: Florian Helgath
Die Liebeslieder-Walzer von Johannes Brahms sind eigentlich keine Chorwerke. Ge­
schrieben für das gesellige Musizieren zu Hause mit Freunden, braucht es dazu nicht
mehr als zwei Pianisten und vier Singstimmen. Wenn das SWR Vokalensemble Stuttgart
sich dennoch dieser Sammlung von Walzern und Ländlern widmet, so liegt das zum ei­
nen an der schieren Qualität dieser Musik: ein raffiniertes Spiel mit Konventionen und
Tonfällen, mit gespielten und echten Gefühlen – das trifft den kammermusikalischen
Nerv dieses Ensembles. Zum anderen steckt dahinter eine besondere Idee: Das SWR
Vokalensemble Stuttgart versetzt in seinem Programm die Liebeslieder-Walzer von Jo­
hannes Brahms in die Gesellschaft zweier unbekannter Zyklen für die gleiche Besetzung:
ein Liederzyklus auf russische Volkspoesien von Anton Rückauf, einem Zeitgenossen von
Johannes Brahms. Und ein Liebesliederzyklus von Daniel Smutny: Im Auftrag des SWR
Vokalensemble Stuttgart hat der junge, aus Mannheim stammende Komponist sich
kompositorisch mit den Brahms‘schen Chorwalzern auseinandergesetzt.
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So 10. Mai 2015, 11 und 15 Uhr
SWR Young CLASSIX –
Familienkonzert am Muttertag
Stuttgart, Liederhalle, Mozart-Saal
Sa 27. Juni 2015, 20 Uhr
Konzerteinführung 19 Uhr
VE Konzertreihe
Stuttgart, Christuskirche Gänsheide
Musik von Johannes Brahms und Daniel Smutny
mit einer Geschichte von Lotte Kinskofer
Polen!
Yaara Tal/Andreas Groethuysen, Klavier
Malte Arkona, Moderation und Sprecher
SWR Vokalensemble Stuttgart
Dirigent: Florian Helgath
Sechs kurpische Lieder
für Chor a cappella
Henryk Mikolaj Górecki 1933 – 2010
Fünf Lieder aus der Puszta Kurpiowska
für Chor a cappella op. 75
Amen op. 34
Roman Haubenstock-Ramati 1919 – 1994
Madrigal für 32 Stimmen
Krzysztof Penderecki *1933
Cherubinischer Lobgesang
De Profundis aus: die 7 Tore von Jerusalem
Agnus Dei
Empfohlen für Kinder ab 5 Jahren und ihre Familien, Konzertlänge ca. 60 Minuten.
Herzklopfen, Gänsehaut, Bauch-Schmetterlinge, Stammeln und Erröten, Kichern und
Schwärmen, Flirt, Rausch und Glückstaumel – Johannes Brahms findet in seinen Liebes­
lieder-Walzern für alle Schattierungen der Verliebtheit (und ihre Nebenwirkungen) die
passende Klangfarbe. Die Walzer sind schon über 150 Jahre alt, aber die Gefühle sind
immer noch dieselben. Die Autorin Lotte Kinskofer hat eigens für dieses Familienkonzert
eine Geschichte erfunden, die sich um Brahms' Musik rankt.
Birgit Rismondo
Mi 03. bis So 07. Juni 2015
35. Deutscher Evangelischer Kirchentag in Stuttgart
Mit der Losung »damit wir klug werden« findet der diesjährige evangelische Kirchentag
vom 03. bis 07. Juni in Stuttgart statt. Über 2000 Veranstaltungen werden in fünf
Tagen im Stadtgebiet Stuttgart angeboten. Das SWR Vokalensemble Stuttgart wird un­
ter der Leitung von Florian Helgath mit eigenen Konzerten und Beiträgen zu den Groß­
veranstaltungen dabei sein. Ort und Zeit der Konzerte sowie die Programme der Veran­
staltungen lagen bei Redaktionsschluss noch nicht vor.
Genauere Informationen entnehmen Sie bitte den separaten Veröffentlichungen des
Evangelischen Kirchentages oder der Homepage www.kirchentag.de.
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Karol Szymanowski
1882 – 1937
SWR Vokalensemble Stuttgart
Dirigent: Marcus Creed
Polen traf es hart. Einst ein mächtiger Staat, wurde es Ende des 18. Jahrhunderts
zwischen Preußen, Russland und der Habsburgmonarchie aufgeteilt und verschwand
von der Landkarte. Eine eigene kulturelle Identität konnten die Polen in dieser Zeit nicht
entwickeln. Erst nach dem 1. Weltkrieg gab es wieder einen polnischen Staat und die
Polen holten alles nach, was ihnen zuvor verwehrt war.
Die Musik spielte eine gewichtige Rolle in der kulturellen Selbstfindung der sehr
musikalischen Polen, war doch die Volksmusik eine der wenigen Traditionen, die die Zeit
der Fremdbestimmung überdauert hatte. So sind Karol Szymanownskys »Bauernlieder
aus der Puszta« ein nationales Statement, das zum Urkeim einer eigenen polnischen
Kunstmusik gehört. Nachdrücklich förderte der junge polnische Staat seine Musiker
und Komponisten – mit dem Erfolg, dass die polnische Musik im 20. Jahrhundert eine
regelrechte Explosion erlebte und einen ganz eigenen und selbstbewussten Ton entwi­
ckelte. Karol Szymanowsky, Witold Lutosławsky, Roman Haubenstock-Ramati, Krzystztof
Penderecki sind Komponisten, die aus diesem jungen polnischen Staat heraus nach­
drücklich ihre Stimme in der Avantgarde des 20. Jahrhunderts erhoben haben. Eine
weitere Folge der beliebten Länderportraits des SWR Vokalensembles Stuttgart.
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Sa 18. Juli 2015, 19 Uhr
VE Konzertreihe
Stuttgart, Ev. Kirche Stuttgart-Gaisburg
Mi 22. Juli 2015, 20 Uhr
RheinVokal
Koblenz, St. Kastor
Der 4. Patenchor des SWR Vokalensembles Stuttgart stellt sich vor:
Neuer Kammerchor Heidenheim
Dirigent: Thomas Kammel
Max Reger 1873 – 1916
Mein Odem ist schwach
Motette für fünfstimmigen gemischten Chor op. 110,1
Johann Sebastian Bach 1685 – 1750
Suite für Violoncello solo
Max Reger 1873 – 1916
Ach Herr, strafe mich nicht in deinem Zorn op. 110,2
Johann Sebastian Bach 1685 – 1750
Suite für Violoncello solo
Max Reger 1873 – 1916
O Tod, wie bitter bist du op. 110,3
Max Reger 1873 – 1916
Geistliche Gesänge op. 110:
Mein Odem ist schwach
Ach Herr, strafe mich nicht in deinem Zorn
O Tod, wie bitter bist du
SWR Vokalensemble Stuttgart
Dirigent: Frieder Bernius
Ein lang gehegter Traum geht in Erfüllung mit diesem Konzertprogramm: Max Regers
drei große, spätromantische Motetten in einem Konzert zu erleben – das gibt es so gut
wie nie. Denn was Max Reger hier in einem Opus vereint, sind drei so expressive und so
orchestral gedachte Meisterwerke der Vokalkunst, dass selbst ausgebildete Sänger nach
einer dieser Motetten weiche Knie bekommen. Seelische Abgründe, Angst und Zweifel
werden zur Zerreißprobe der Tonalität, emotional aufgeladene Kontrapunktik lähmt
sich selbst im dichten Satzgefüge – und plötzlich löst sich der Knoten in einer an Zart­
heit kaum zu überbietenden Unsisonophrase und Reger wird ganz Bach: Jede Stimme
arbeitet und fließt der anderen zu und eine himmlische Utopie von Harmonie und
Menschlichkeit wird musikalische Realität.
Davor stellt das SWR Vokalensemble Stuttgart seinem Publikum seinen diesjährigen Pa­
tenchor vor: den Neuen Kammerchor Heidenheim. Es ist ein Schulchor, der seit vielen
Jahren zu den besten seiner Art gehört. Regelmäßig gewinnen die Schülerinnen und
Schüler internationale Chorwettbewerbe und sorgen auf ihren Konzertreisen für Furore.
Thomas Kammel, Musikpädagoge und Lehrer am Schiller-Gymnasium in Heidenheim
hat das gewisse Etwas und schafft es jedes Schuljahr aufs Neue, die 14 bis 18 jährigen
Schülerinnen und Schüler neben dem ganz normalen Schulpensum fürs Singen und
harte Probenarbeit zu begeistern. In diesem Schuljahr haben sie als Patenchor des SWR
Vokalensembles Stuttgart ausprobiert, was es heißt, Chorsingen zum Beruf zu machen.
Studioproduk­tionen unter professionellen Bedingungen gehören dazu genauso wie ge­
meinsame Proben und dieses Abschlusskonzert mit dem SWR Vokalensemble.
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Jean-Guihen Queyras, Violoncello
SWR Vokalensemble Stuttgart
Dirigent: Frieder Bernius
Max Regers große Chormotetten op. 110 sind großartige Psychogramme der menschli­
chen Seele – aus den letzten Tagen der Tonalität. Seelische Abgründe, Angst und Zweifel
werden zur tonalen Zerreißprobe, emotional aufgeladene Kontrapunktik lähmt sich
selbst im dichten Satzgefüge – und plötzlich löst sich der Knoten in einer an Zartheit
kaum zu überbietenden Unsisonophrase und Reger wird ganz Bach: Jede Stimme arbei­
tet und fließt der anderen zu und eine himmlische Utopie von Harmonie und Mensch­
lichkeit wird für einen Augenblick musikalische Realität. Dass man alle drei Motetten in
einem Konzert hört, hat Seltenheitswert, denn diese Meisterwerke der Vokalkunst sind
so expressiv und so orchestral komponiert, dass selbst ausgebildete Sänger nach einer
dieser Motetten weiche Knie bekommen – und dem Hörer die erregten Ohren brausen.
Die Stille danach ist ein kostbarer Moment – kaum eine Musik ist ihr gewachsen. Aber
wenn Jean-Guihen Queyras den Raum zwischen zwei Reger-Motetten mit einer der Sui­
ten für Violoncello solo von Johann Sebastian Bach füllt – dann durchdringen sich Musik
und Stille, Homophonie und Kontrapunktik, Barock und Spätromantik – und es entsteht
etwas Unvergessliches.
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Kammerkonzerte
Die Kammerkonzerte, die das SWR Vokalensemble Stuttgart in Kooperation mit dem Ver­
ein der Freunde und Förderer des SWR Vokalensemble Stuttgart e.V. veranstaltet, sind
Kult. Mitglieder des SWR Vokalensembles sind dort solistisch oder in solistisch besetzten
Kammermusikensembles zu hören. Die Programme gestalten die Chormitglieder selbst.
Hier kann man hören und erleben, wie viel Kompetenz und musikalisches Können die
einzelnen Sängerinnen und Sänger dieses Ensembles mitbringen. Die beliebte Kammer­
musikreihe im Stuttgarter Kunstmuseum, bei der die Programme in Dialog zur aktuellen
Ausstellung treten, wird in diesem Jahr durch ein Wandelkonzert im Park der Villa Berg
ergänzt.
So 14. September 2014, 16 Uhr
Kammerkonzert
Stuttgart, Villa Berg
»Kommt laßt uns gehn spazieren«
Wandelkonzert um die Villa Berg zum Tag des offenen Denkmals
in Zusammenarbeit mit »Geschichte trifft Zukunft – Occupy Villa Berg«
So 28. September 2014, 16 Uhr
Kammerkonzert
Stuttgart, Kunstmuseum
Musik zur Ausstellung »Cool place. Sammlung Scharpff«
So 01. Februar 2015, 16 Uhr
Kammerkonzert
Stuttgart, Kunstmuseum
Musik zur Ausstellung »Dieter Roth«
So 21. Juni 2015, 16 Uhr
Kammerkonzert
Stuttgart, Kunstmuseum
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Musik zur Ausstellung »Kubus. Sparda-Kunstpreis«
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SWR Young CLASSIX
Die Kinder- und Jugendangebote
des SWR Vokalensembles Stuttgart
Mit den drei Schwerpunkten Familien- und Schulkonzerte, Workshops und Koopera­
tionen setzten wir unsere Angebotsreihe in der Konzertsaison 2014/2015 fort:
SWR Young CLASSIX Familien- und Schulkonzerte
Wie in der letzten Saison werden beide Konzerte wieder von Malte Arkona moderiert.
Der KiKA-Moderator sorgt mit viel Witz, Charme und hohem Tempo dafür, dass die
Zuhörer »am musikalischen Ball« bleiben.
Do 06. November 2014, 11 Uhr
SWR Young CLASSIX – Schulkonzert
Stuttgart, Liederhalle, Mozart-Saal
Kanonfest: Das Beste aus unserer Sammlung
Y Siehe auch S. 33. Empfohlen für Klasse 1 bis 5, Konzertlänge ca. 60 Minuten.
So 10. Mai 2015, 11 und 15 Uhr
SWR Young CLASSIX –
Familienkonzert am Muttertag
Stuttgart, Liederhalle, Mozart-Saal
Musik von Johannes Brahms und Daniel Smutny
mit einer Geschichte von Lotte Kinskofer
Y Siehe auch S. 48. Empfohlen für Kinder ab 5 Jahren und ihre Familien, Konzertlänge ca. 60 Minuten.
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SWR Young CLASSIX Workshops
Bei unseren Workshops bieten wir Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, die
Arbeit und Vokalmusik der Stimmprofis aus der Nähe kennen zu lernen. Das »Selber
Singen und Gestalten von Musik« ist dabei wichtiger Bestandteil.
Kooperationen
Im Klassenzimmer
Vorbereitung auf das Schulkonzert »Kanonfest: Das Beste aus unserer Sammlung«
liche Beiträge zur Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen.« So Andreas Stoch,
Kultusminister Baden-Württembergs, im Vorwort der SWR School CLASSIX Broschüre.
Diese Broschüre gibt einen Überblick über das Konzertangebot des SWR Vokalensemb­
les Stuttgart sowie aller weiteren SWR Orchester und Ensembles – mit Altersempfeh­
lungen und Hinweisen, zu welchen Werken Unterrichtsmaterialien angeboten werden.
Die in Kooperation mit dem Kultusministerium erarbeiteten Unterrichtsmaterialien
stehen vier bis sechs Wochen vor dem Konzerttermin unter schulmusik-online.de zum
Download bereit und sind auch als PDF auf swryoungclassix.de verfügbar.
Y Klasse 1 bis 5
Wie Stimmprofis sich einsingen
Ein VE Profi stellt im Klassenzimmer seine Top-Ten an Einsing-Übungen vor
Y für alle Klassenstufen
Beatbox und Rap meets »Wenn ich ein Vöglein wär«
Mit den Profis Philip Scheibel und Tobias Borke werden eigene Songs
geschaffen. Kooperation mit der »Herzenssache«
Y Jugendliche der Stiftung »Jugendhilfe aktiv«
Komponieren heute: Oxana Omelchuk
Exklusiv: Komponistengespräch und anschließend Proben- oder Konzertbesuch
Y weiterführende Schulen
Singen ohne Töne, geht das?
Selbst erfahren, wie viel Musik in unserer Sprache steckt
Y Unterstufe
… und Ruhe bitte, Aufnahme
Unter professionellen Bedingungen ein Pflicht- und ein Wahlstück im SWR Studio
aufnehmen (Mi 21.01.2015 oder Do 29.01.2015)
Y ab Klasse 5
Wie Stimmprofis ins Radio kommen und was bei Fledermäusen anders ist
Unterhaltsame Experimente rund um die Stimme mit dem Fledermaus-Team
Konzertdidaktische Zusammenarbeit mit dem Kultusministerium Baden-Württemberg
»Schule ist Kultur – der Konzertsaal als musikalisches Klassenzimmer«
»Schulische Bildung im Allgemeinen und Musikerziehung im Besonderen sind wesent­
»Zukunfts-Musik« – Das Musikprojekt in Kooperation mit der Baydur-Stiftung
In Zusammenarbeit mit dem Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR und dem SWR
Vokalensemble Stuttgart
In den Kindertageseinrichtungen der Stadt Stuttgart kommen Kinder aus allen sozialen
Schichten zusammen, die meisten aus Familien mit Migrationshintergrund. Gerade
hier sieht Ahmet Baydur, Stiftungsgründer und ehemaliger RSO-Musiker, Handlungsbe­
darf. Im Kita-Musikprojekt erleben die Kinder nicht nur, dass das gemeinsame Musizie­
ren Spaß macht. Sie lernen auch, dass es dazu eines respektvollen Umgangs bedarf und
dass Musik wie eine gemeinsame Sprache funktionieren kann.
Das Kita-Musikprojekt gliedert sich in drei Bausteine, die über ein Kindergartenjahr
verteilt sind:
(1) Workshop mit Ahmet Baydur in der Kita:
Mit der Geige im Gepäck führt Ahmet Baydur die Kinder spielerisch an die Musik und an
das gemeinsame Musizieren heran.
Y ab Mittelstufe
(2) Probenbesuch beim SWR:
Die kostenfreien Workshops finden entweder beim SWR oder in den Schulen vor Ort
statt. Am Ende steht immer ein gemeinsamer Proben- oder Konzertbesuch. Ausführ­
liche Informationen zu den Workshops finden sich in der Broschüre SWR Young CLASSIX,
unter swryoungclassix.de.
Töne von allen Seiten! Die Kinder besuchen eine Probe des SWR Vokalensembles Stutt­
gart oder des Radio-Sinfonieorchesters Stuttgart. Sie lernen hier einzelne Musiker, de­
ren Stimmen und Instrumente kennen und hören im SWR Funkstudio erstmals einen
vollen Chor- oder Orchesterklang.
Kontakt, Infos und Anmeldung: Birgit Rismondo
Telefon 0711 929-12827, [email protected]
(3) Konzertbesuch im Rahmen von SWR Young CLASSIX in Stuttgart
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Die Baydur-Stiftung wird gefördert durch Herzenssache, der Kinderhilfsaktion von SWR,
SR und Sparda-Bank. Weitere Infos zur Baydur-Stiftung und zur »Zukunfts-Musik« unter
baydur-stiftung.de und herzenssache.de.
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Das Dvořák-Experiment –
Ein ARD Konzert macht Schule
SWR-Vokalensemble-Akademie
Zum ersten Mal findet ein deutschlandweites Musikvermittlungsprojekt aller ARD
Rundfunkanstalten statt, an dem sich auch die SWR Orchester & Ensembles im Rahmen
von SWR Young CLASSIX beteiligen. Am 19. September 2014 spielt das NDR Sinfonie­
orchester in Hamburg unter der Leitung seines Chefdirigenten Thomas Hengelbrock
Antonín Dvořáks neunte Sinfonie »Aus der Neuen Welt«. Das moderierte Konzert wird
ab 11.15 Uhr live in allen Kulturradioprogrammen der ARD (z. B. SWR2) sowie im Deutsch­
landradio übertragen. Außerdem gibt es das Konzert als Video-Livestream auf concert.
arte.tv, sodass alle Schülerinnen und Schüler das »Dvořák-Experiment« bundesweit live
mit verfolgen können.
Im Januar 2013 hat das SWR Vokalensemble Stuttgart in Kooperation mit der Staatli­
chen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart die SWR-VokalensembleAkademie gegründet.
Die Stuttgarter Orchester & Ensembles gestalten diesen Projekttag gemeinsam mit dem
Olgahospital Stuttgart. Musiker und Sänger bieten den jungen Patienten ein exklusives
Vorprogramm zum Mitmachen und Schulklassen präsentieren ihre Werke, die in Work­
shops zum »Dvořák-Experiment« entstanden sind. SWR Young CLASSIX ist schon Monate
vor dem Livestream in die Projektarbeit zum Dvořák-Experiment eingestiegen. Das SWR
Vokalensemble Stuttgart steuert folgenden Workshop bei:
Das ist die Neue Welt!
Ein Response-Projekt des SWR Vokalensembles Stuttgart. In Kooperation mit dem
Kinderfilmhaus Ludwigsburg und dem Haus der Geschichte Stuttgart mit Schülern der
5. Klasse des Zeppelin Gymnasiums Stuttgart
Für seinen Kompositionsauftrag ein musikalisches nationales Symbol der Zusammen­
gehörigkeit zu schaffen, begab sich Dvořák auf Spurensuche nach den vielfältigen Iden­
titäten Amerikas. Und wie ist das in Südwestdeutschland? Mit ihrer selbst erfundenen
»Klanggeschichte« schildern Schülerinnen und Schüler der 5. Klasse des Zeppelin
Gymnasiums Dvořáks Reise und seine Eindrücke in dieser Neuen Welt. Im Funkstudio
des SWR wird die »Klanggeschichte« produziert. Und dann geht es zum einen darum,
in Kleingruppen die passenden Trickfilme und Musikclips zu kreieren. Zum andern in
einem Filmprojekt über die eigene Identität nachzudenken: Welche Lieder, Feste und
Erinnerungsstücke zeigen uns? Wer sind wir und wer wollen wir sein?
Alle Angebote unter schulkonzert.ard.de
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Zielsetzung
Die Akademie dient dem Ziel, besonders begabte junge Sängerinnen und Sänger durch
die Einbindung in die Arbeit des international renommierten Ensembles zu fördern und
ein berufsorientiertes Fortbildungsprojekt, bezogen auf den zeitgenössischen Ensemb­
legesang, anzubieten. Zusätzlich erhalten auch Studierende des Chordirigierens und der
Komposition einen intensiven Einblick in die professionelle Arbeit des Ensembles.
Berufspraxis für Sänger, Komponisten und Dirigenten
Studierende der Stuttgarter Musikhochschule, die sich im Rahmen eines Auswahlver­
fahrens erfolgreich beworben haben, können damit zum Wintersemester für die Dauer
einer Konzertsaison intensiv mit den Mitgliedern des SWR Vokalensembles Stuttgart
zusammenarbeiten und dabei von den Erfahrungen des Ensembles profitieren. Im
Zentrum steht dabei die Vermittlung der Singpraxis zeitgenössischer Musik und der
»Sekundärtugenden« wie schnelles und sicheres »Vom-Blatt-Singen«, Notation und
Ge­sangs­techniken der experimentellen Vokalmusik und ein ensembleorientierter
Stimmeinsatz. Außerdem bietet die SWR-Vokalensemble-Akademie jeweils einen Akade­
mieplatz für Chordirigieren und Komposition.
Studienbegleitend mit Stipendium
Die Zusatzausbildung läuft parallel zum Hochschulstudium und erfordert einen unge­
fähren Zeitaufwand von zehn Wochen. Die Musikhochschule Stuttgart vergibt dazu ein
Stipendium. Diese umfassende chororientierte Zusatzqualifikation für Sänger, Dirigen­
ten und Komponisten ist ein bislang einzigartiges Angebot in Deutschland.
Anmeldung für die Saison 2015/2016
Interessierte Studierende der Musikhochschule Stuttgart sollten eine besondere Affini­
tät zur zeitgenössischen Vokalmusik haben und sich bis spätestens 30. April 2015 beim
Fakultätssekretariat IV bewerben.
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Patenchorprojekt
des SWR Vokalensembles Stuttgart
Der Verein der Freunde und Förderer des SWR Vokalensembles hatte die Vision, engagier­
ten Amateurmusikern Einblicke in die professionelle Arbeit des SWR Vokalensembles zu
ermöglichen und sie über einen längeren Zeitraum hinweg in ihrer musikalischen Ent­
wicklung zu unterstützen. Innerhalb kürzester Zeit wurde aus der Idee ein Konzept: Seit
der Saison 2011/2012 vergibt das SWR Vokalensemble Stuttgart jährlich eine Chorpa­
tenschaft.
Das SWR Vokalensemble Stuttgart lässt einen jungen Chor ein Jahr lang hinter die Kulis­
sen schauen und an seiner Arbeit teilnehmen. Proben- und Konzertbesuche gehören zu
diesem Angebot genauso wie gemeinsame Projekte, bei denen die Dirigenten des SWR
Vokalensembles mit dem Patenchor arbeiten. Zusammen mit dem Verein der Freunde
und Förderer des SWR Vokalensembles Stuttgart vergibt der SWR auch Kompositionsauf­
träge, die das SWR Vokalensemble und sein Patenchor gemeinsam zur Uraufführung
bringen können. Und natürlich ist es auch möglich, einmal unter Profibedingungen Teile
des eigenen Programms im Studio zu produzieren. Das Angebot richtet sich an beson­
ders ambitionierte und an Neuer Musik interessierte Chöre aus Baden-Württemberg
und Rheinland-Pfalz.
Für sein Patenchorprojekt kooperiert das SWR Vokalensemble Stuttgart mit den geistli­
chen und weltlichen Chorverbänden. Interessenten wenden sich bitte an ihren jeweili­
gen Verband, der eine Vorauswahl trifft und die Bewerbung beim SWR einreicht. Direkt­
bewerbungen mit Motivationsschreiben und Hörbeispielen sind möglich, wenn der
Bewerber keinem Chorverband angehört.
Neuer Kammerchor Heidenheim
Patenchor des SWR Vokalensembles Stuttgart in der Saison 2014/2015
Der Neue Kammerchor Heidenheim wurde 2005 von Thomas Kammel, Musikpädagoge
am Schiller-Gymnasium Heidenheim gegründet, unter dessen musikalischer Leitung der
Chor auftritt. In den vergangenen sechs Jahren trat der Neue Kammerchor 180-mal in
Deutschland und im Ausland auf. Der Chor wurde zum »Aushängeschild« der Schule
und repräsentiert gleichzeitig auch die Stadt Heidenheim nach außen.
Das etwa 60 junge Leute umfassende Ensemble setzt sich aus Schülerinnen und Schü­
lern der Klassenstufen 9–12 zusammen, die meist aus den anderen Chören des Gymna­
siums hervorgehen und erst nach einem Vorsingen in den Neuen Kammerchor aufge­
nommen werden. Der Chor wurde bei zahlreichen nationalen und internationalen
Wettbewerben ausgezeichnet, u.a. in Bad Ischl, Zwickau, Riva del Garda, Rom und Krakau,
sowie mehrfach bei den Baden-Württembergischen Schulchortagen.
Als Patenchöre des SWR Vokalensembles Stuttgart wurden bisher ausgewählt:
Kammerchor des Kopernikus-Gymnasiums Aalen-Wasseralfingen (2011/2012)
Leitung: Thomas Baur
Uraufführung zusammen mit dem VE am 14.07.2012:
Martin Smolka, Agnus Dei für gemischten Doppelchor a cappella
Evangelische Jugendkantorei der Pfalz (2012/2013)
Leitung: LKMD Jochen Steuerwald
Uraufführung zusammen mit dem VE am 14.07.2013:
Daniel Smutny, 9stimmige Motette für zwei verschränkte Chöre
Frauenchor »ex-semble« (2013/2014)
Leitung: Christoph Haßler
Uraufführung zusammen mit dem VE am 23.05.2014:
Gordon Kampe: Le coeur de la Grenüille für drei Chöre
Y Stichtag für die Bewerbung um die nächste Patenschaft für die Saison 2015/2016 ist
der 01. Oktober 2014.
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Freunde und Förderer
des SWR Vokalensembles Stuttgart e.V.
Wir bieten unseren Mitgliedern
Probenbesuche
Mehrmals im Jahr lädt das SWR Vokalensemble Stuttgart seinen Förderverein zu Probenbesuchen ein. Mitglieder können dabei die intensive Probenarbeit der Profis hautnah
miterleben.
Regelmäßige Informationen
Natürlich werden die Freunde und Förderer regelmäßig über die Aktivitäten des SWR
Vokalensembles informiert.
Ohne Idealismus geht es in der Kunst nicht. Karl Valentin fasste diese Erkenntnis einst
in dem Bonmot zusammen: »Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit«. Valentins ebenso
lapidare wie schlüssige Formulierung gilt vor allem für hochklassige Kunst, solche, wie
sie vom SWR Vokalensemble Stuttgart gemacht wird. Werden Sie deshalb Mitglied im
Verein der Freunde und Förderer des SWR Vokalensembles Stuttgart e.V. Sie unterstüt­
zen damit ein Ensemble, das zu den besten der Welt gehört.
Wir engagieren uns für
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die ideelle und materielle Unterstützung des SWR Vokalensembles Stuttgart
Professionalität in der europäischen Chorlandschaft
die Qualität und musikalische Vielfalt im öffentlich-rechtlichen Kulturradio
die Qualität des regionalen und überregionalen Konzertlebens
den Publikumsnachwuchs des SWR Vokalensembles Stuttgart
Wir fördern in der Saison 2014/2015
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die Kammermusikreihe mit Mitgliedern des SWR Vokalensembles Stuttgart
die musikpädagogische Arbeit des SWR Vokalensembles Stuttgart
das Patenchor-Projekt des SWR Vokalensembles
eine Imagebroschüre mit Porträt-CD
und andere Projekte, die aus dem Etat einer öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt nicht finanziert werden können
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Ermäßigungen
Freunde und Förderer kommen in den Genuss ermäßigter Eintrittspreise bei ausge­
wählten Konzerten des SWR Vokalensembles, erhalten besonders günstige CD-Angebote von »SWRmusic« und darüber hinaus freien Eintritt zu den Kammerkonzerten mit
exklusiver Museumsführung im Kunstmuseum Stuttgart. Der Jahresbeitrag beträgt bei
einer Einzelmitgliedschaft 35 Euro, bei einer Doppelmitgliedschaft 50 Euro, bei Firmenbzw. Organisationsmitgliedschaften 500 Euro. Darüber hinausgehende Spenden sind
herzlich willkommen! Alle Zuwendungen können steuerlich geltend gemacht werden.
Vorstand des Fördervereins
Birgit Kipfer (Vorsitzende), Walter Pfohl (stellv. Vorsitzender), Ernst-Wolfgang Lauer (Schatz­
meister), Dr. Harmut Stirner (Schriftführer), Katja Clausen (Beauftragte für Webdesign
und Grafik), Norbert Kennerknecht (Beisitzer)
Mitglieder des Kuratoriums
Innenminister a.D. Gerhart Baum, Prof. Pierre Boulez, Prof. Michael Gielen, Prof. Heinz
Holliger, Prof. Helmut Lachenmann, Prof. Wolfgang Rihm, Dr. Elmar Weingarten, Prof.
Helmut Wolf, Lothar Zagrosek, Prof. Klaus Zehelein, Prof. Hans Zender
Kontakt
Birgit Kipfer · Telefon 07034 929684 oder 0711 929-12036 (AB)
[email protected] · ve-foerderverein.com
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Diskographie
Auswahl
Hector Berlioz
L’Enfance du Christ. Trilogie sacrée op. 25
Christiane Oelze (Sopran), Christopher Maltman (Bariton), Mark Padmore, Frank Bossert
(Tenor), Ralf Lukas, Mikhail Nikiforov, Bernhard Hartmann (Bass), SWR Vokalensemble
Stuttgart, Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR, Sir Roger Norrington (Leitung)
SWRmusic/hänssler CLASSIC CD 93.091 (2 CDs) · rec Stuttgart 2002
Hector Berlioz
Grande Messe des Morts. Requiem op. 5
Toby Spencer (Tenor), SWR Vokalensemble Stuttgart, MDR Rundfunkchor Leipzig,
Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR, Sir Roger Norrington (Leitung)
SWRmusic/hänssler CLASSIC SACD 93.131 (2 CDs) · rec Stuttgart 2003
America
Aaron Copland, Four Motets · Samuel Barber, A Stopwatch ·
Leonhard Bernstein, Missa · Steve Reich, Proverb ·
John Cage, Five · Morton Feldman, Rothko Chapel
Franz Vitzthum (Countertenor), Andra Darzins (Viola), Franz Bach, Boris Müller
(Schlagzeug),Tomoko Hemmi, Jürgen Kruse (Synthesizer), Markus Stange (Celesta),
Hector Berlioz
Vocal works
La belle voyageuse · La captive · Le jeune patre breton · Zaide ·
Sara la baigneuse · Tristia · Chant sacré · Hélène · Le ballet des ombres
SWR Vokalensemble Stuttgart, Marcus Creed (Leitung)
Laura Aikin (Sopran), Lani Poulson (Mezzosopran), Florian Hoelscher (Klavier),
SWRmusic/hänssler CLASSIC CD 93.306 · rec Stuttgart 2013
SWR Vokalensemble Stuttgart, SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg,
Sylvain Cambreling (Leitung)
SWRmusic/hänssler CLASSIC CD 93.210 · rec Freiburg 2007
Georges Aperghis
Wölfli-Kantata
Neue Vokalsolisten Stuttgart, SWR Vokalensemble Stuttgart, Marcus Creed (Leitung)
Cypres CYP 5625 · rec Stuttgart 2009/10
Preis der deutschen Schallplattenkritik 2/2014
Nikolaus Brass
Orchestral Works Vol. 1
The structures of echo · lindauer beweinung
SWR Vokalensemble Stuttgart, Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR, Rupert Huber (Ltg.)
Georges Aperghis
Die Hamletmaschine
Françoise Kubler (Sopran), Romain Bischoff, Lionel Peintre (Bariton), Jean-Pierre Drouet
(Schlagzeug, Stimme), Geneviève Strosser (Viola, Stimme), SWR Vokalensemble Stuttgart,
VOID II
Benjamin Kobler (Klavier), Sascha Armbruster (Saxofon), Pascal Pons (Percussion),
Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, Roland Kluttig (Leitung)
NEOS 10702 · rec Stuttgart 2003, Berlin 2006
Ensemble Ictus Brüssel, Georges-Elie Octors (Leitung)
Cyprès CYP 5607 · rec Stuttgart 2001
Choc du Monde de la Musique 2006
Anton Bruckner
Mass in E Minor · Motets
SWR Vokalensemble Stuttgart, Mitglieder des Radio-Sinfonieorchesters Stuttgart
des SWR, Marcus Creed (Leitung)
SWRmusic/hänsslerCLASSIC SACD 93.199 · rec Stuttgart 2007
Preis der Deutschen Schallplattenkritik 3/2008 · Echo Klassik 2009 »Ensemble des Jahres«
66
67
Paul Hindemith
Messe
SWR Vokalensemble Stuttgart, Götz Schumacher, Andres Grau (Klavier), Marcus Creed (Ltg.)
SWRmusic/hänsslerCLASSIC CD 93.321 · rec Stuttgart 2009
Apparebit repentina dies · Six chansons ·
Lieder nach alten Texten op. 33
Preis der Deutschen Schallplattenkritik 4/2009 · Editor’s Choice »The Gramophone« 3/2009
SWR Vokalensemble Stuttgart, Marcus Creed (Leitung)
Paul Hindemith
VOCAL
Elliott Carter
Complete Choral Works
Messe
Apparebit repentina dies
Lieder nach alten Texten op. 33
Six chansons
SWR Vokalensemble
Stuttgart
MARCUS CREED
SWRmusic/hänssler CLASSIC CD 93.295 · rec Stuttgart 2012
Diapason d'Or 2013, Preis der deutschen Schallplattenkritik 3/2013
Morton Feldman
The Rothko Chapel
Kirsten Drope (Sopran), Ulrike Becker (Alt), Barbara Maurer (Viola), Meinhard Jenne
(Schlagzeug), Markus Stange (Celesta), SWR Vokalensemble Stuttgart, Rupert Huber (Ltg.)
Heinz Holliger
Romancendres · Gesänge der Frühe
For Stefan Wolpe
sowie Romanzen von Clara Schumann
Boris Müller, Martin Homann (Vibraphon), SWR Vokalensemble Stuttgart,
Christoph Richter (Violoncello), Dénes Várjon (Klavier), SWR Vokalensemble Stuttgart,
Rupert Huber (Leitung)
Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR, Heinz Holliger (Leitung)
Christian Wolff in Cambridge
ECM 2055 rec 2007/2008 Stuttgart/Lugano rec. 2009
SWR Vokalensemble Stuttgart, Rupert Huber (Leitung)
SWRmusic/hänssler CLASSIC 93.023 · rec Stuttgart 1999, 2000
Klaus Huber
Erniedrigt – Geknechtet – Verlassen – Verachtet...
Beat Furrer
Stimmen
Anne Haenen (Mezzosopran), Theophil Maier (Tenor, Sprecher), Paul Yoder (Bassbariton),
Schlagquartett Köln, SWR Vokalensemble Stuttgart, Rupert Huber (Leitung)
Helmut Franz (Leitung), SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg, Matthias
Face de la chaleur
Bamert (Leitung), Kenneth Jean, Burkhard Rempe, Arturo Tamayo (Kodirigenten)
Schola Cantorum Stuttgart, Clytus Gottwald (Leitung), SWR Vokalensemble Stuttgart,
Eva Furrer (Flöte), Ernesto Molinari (Klarinette), Marino Formenti (Klavier),
Neos Fundación BBVA/SWR · rec Amsterdam/Stuttgart 1983, Stuttgart 2009
Radiosinfonieorchester Wien, Beat Furrer (Leitung)
Preis der Deutschen Schallplattenkritik 4/2009
Quartett
Schlagquartett Köln
Dort ist das Meer
Wiener Konzertchor, Radiosinfonieorchester Wien, Beat Furrer (Leitung)
Kairos 0012272 KAI · rec Stuttgart 2000, Wien 1996, Köln 1999
Charles Ives
Psalms
Complete recording
SWR Vokalensemble Stuttgart, Mitglieder des Radio-Sinfonieorchesters Stuttgart
des SWR, Kay Johannsen (Orgel), Marcus Creed (Leitung)
Clytus Gottwald
Transkriptionen für Chor a cappella
SWRmusic/hänssler CLASSIC CD 93.224 · rec Stuttgart/Böblingen 2007
Preis der Deutschen Schallplattenkritik 4/2008
Werke von Alban Berg · André Caplet · Olivier Messiaen ·
Heinz Holliger und Richard Wagner
SWR Vokalensemble Stuttgart, Marcus Creed (Leitung)
Carus 83.181 · rec Stuttgart 2003-2006
André Jolivet
Epithalame · Madrigal · Missa uxor tua
SWR Vokalensemble Stuttgart, Mitglieder des Radio-Sinfonieorchesters Stuttgart,
Marcus Creed (Leitung)
Carus 83.445 rec Stuttgart 2005, 2008
68
Preis der deutschen Schallplattenkritik 3/2010
69
Mauricio Kagel
Kagel by Mauricio Kagel
György Ligeti
Requiem, Apparitions, San Francisco Polyphony
Rrrrrrr...
SWR Vokalensemble Stuttgart, WDR Rundfunkchor Köln, WDR Sinfonieorchester Köln,
Gunilde Cramer-Reimold (Klavier), SWR Vokalensemble Stuttgart, Mauricio Kagel (Leitung)
Peter Eötvös (Leitung)
Anagrama
CD + 5.1 Audio DVD BMC (LC 07503) CD 166 · rec Köln 2008
Solisten des SWR Vokalensemble Stuttgart, SWR Vokalensemble Stuttgart, Mauricio Kagel (Ltg.)
Preis der Deutschen Schallplattenkritik 4/2011 ·
Mitternachtsstük
Echo Klassik 2012 »Chorproduktion des Jahres« / Grammy Nominierung 2013
Solisten des SWR Vokalensembles Stuttgart, SWR Vokalensemble Stuttgart,
Mitglieder des Radio-Sinfonieorchesters Stuttgart des SWR, Mauricio Kagel (Leitung)
SWRmusic/hänssler CLASSIC CD 93.054 · rec Stuttgart 1980, 1981, 1984
Alma und Gustav Mahler
In Transkriptionen für Chor a cappella von Clytus Gottwald
SWR Vokalensemble Stuttgart, Marcus Creed (Leitung)
Charles Koechlin
Vocal works with orchestra
Carus CD 83.370 · rec Stuttgart 2012
Juliane Banse (Sopran), SWR Vokalensemble Stuttgart,
Arnold Mendelssohn
Motetten zur Weihnacht · Deutsche Messe op. 89
Classical Internet Award 2005 · Midem Classical Award 2006 ·
SWR Vokalensemble Stuttgart, Frieder Bernius (Leitung)
ECHO Klassik 2006 · BBC Music Magazine Award 2007
SWRmusic/hänssler CLASSIC SACD 93.293 · rec Stuttgart 2009/2011
Preis der Deutschen Schallplattenkritik 1/2013
György Kurtág
Complete Choral Works
Omaggio a Luigi Nono op. 16 · Acht Chöre zu Gedichten von
Deszö Tandori op. 23 · Lieder der Schwermut und der Trauer op. 18
Motetten zur Weihnacht
Deutsche Messe op. 89
SWR Vokalensemble
Stuttgart
FRIEDER BERNIUS
Luigi Nono
Cori di Didone
SWR Vokalensemble Stuttgart, Schlagzeugensemble, Rupert Huber (Leitung)
SWR Vokalensemble Stuttgart, Ensemble Modern, Marcus Creed (Leitung)
Da un diario italiano
SWRmusic/hänssler CLASSIC CD 93.174 · rec Stuttgart 2006
SWR Vokalensemble Stuttgart, WDR Rundfunkchor Köln, Rupert Huber (Leitung)
Preis der Deutschen Schallplattenkritik 1/2007 · nominiert für den Midem Classical Award 2007
Arnold Mendelssohn
VOCAL
SWRmusic/hänssler CLASSIC CD 93.159 (2 CDs) · rec Stuttgart 2004
Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR, Heinz Holliger (Leitung)
Das atmende Klarsein
Eva Furrer (Bassflöte), Peter Böhm (Klangregie), SWR Vokalensemble Stuttgart, Rupert Huber (Leitung)
SWRmusic/hänssler CLASSIC CD 93.022 · rec Stuttgart 1993, 1995, 2000
Helmut Lachenmann
Das Mädchen mit den Schwefelhölzern
Preis der Deutschen Schallplattenkritik 4/2001
Eiko Morikawa, Nicole Tibbels (Sopran), Helmut Lachenmann (Sprecher),
Mayumi Miyata (shô), Yukiko Sugawara, Tomoko Hemmi (Klavier), Experimentalstudio der Heinrich-Strobel-Stiftung des SWR, André Richard (Klangregie),
SWR Vokalensemble Stuttgart, SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg,
Sylvain Cambreling (Leitung)
Carl Orff
Carmina Burana
Fassung für Kammerchor, zwei Klaviere und Schlagzeug
Lenneke Ruiten (Sopran), Christoph Genz (Tenor), Stephan Genz (Bariton),
ECM New Series 1858/59 (2 CDs) · rec Freiburg 2002
Andreas Grau, Götz Schumacher (Klavier), Schlagzeugensemble, SWR Vokal-
Grand Prix du Disque 2005
ensemble Stuttgart, Rupert Huber (Leitung)
SWRmusic 93.280 · rec Stuttgart 2010
70
71
Matthias Pintscher
Sonic eclipse · a twilight’s song · she-cholat ahavah ani
Gareth Flowers (Trompete), David Byrd-Marrow (Horn), Marisol Montalvo
(Sopran), International Contemporary Ensemble, Matthias Pintscher (Leitung),
SWR Vokalensemble Stuttgart, Marcus Creed (Leitung)
Kairos 0013162 KAI · rec Stuttgart 2009, 2010
Russia
Alfred Schnittke, Drei geistliche Gesänge ·
Sergej Rachmaninow, O Theodokos · Sofia Gubaidulina,
Hommage a Marina Zwetala · Sergej Iwanowitsch Tanejew,
Chöre nach Jakov Polonsky (Auswahl) · Michail Glinka,
Cherubim-Hymnus · Peter Tschaikowsky,
Cherubim-Hymnus
N EU
SWR Vokalensemble Stuttgart, Marcus Creed (Leitung)
Francis Poulenc
Stabat Mater · Les Biches (Ballettsuite)
SWRmusic/hänssler CLASSIC CD 93.317 · rec Stuttgart 2014
Marlis Petersen (Sopran), SWR Vokalensemble Stuttgart, NDR Chor,
SWRmusic/hänssler CLASSIC CD 93.297 · rec Stuttgart 2012
Rebecca Saunders
Choler · Crimson · Miniata
Diapason d' Or 2013
Nicolas Hodges, Rolf Hind (Klavier), Teodoro Anzellotti (Akkordeon), SWR Vokalensem-
Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR, Stéphane Denève (Leitung)
ble Stuttgart, SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg, Hans Zender (Leitung)
Kairos 0012762KAI · rec Köln, Baden-Baden 2004–2006
Sergei Rachmaninov
Vespers
Ulrike Koch (Alt), Alexander Yudenkov (Tenor), Mikhail Nikiforov (Bass),
Alfred Schnittke
Bußverse, Stimmen der Natur
SWR Vokalensemble Stuttgart, Marcus Creed (Leitung)
SWR Vokalensemble Stuttgart, Jochen Schorer (Vibraphon), Marcus Creed (Leitung)
SWRmusic/hänssler CLASSIC CD 93.112 · rec Stuttgart 2004
SWRmusic 93281 · rec Stuttgart 2011
Wolfgang Rihm
Quid est Deus · Ungemaltes Bild · Frau/Stimme
Robert Schumann
Romanzen und Balladen für Chor
Isolde Siebert, Carmen Fugiss (Sopran), SWR Vokalensemble Stuttgart,
SWR Vokalensemble Stuttgart, Rupert Huber (Leitung)
Ganznächtliche Vigil op. 37
SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg, Sylvain Cambreling,
SWRmusic/hänssler CLASSIC CD 93.256, rec Stuttgart 1998
Friedrich Goldmann, Michael Gielen (Leitung)
Preis der Deutschen Schallplattenkritik 1999
SWRmusic/hänssler CLASSIC CD 93.236 · rec Freiburg/Baden-Baden 1989/91/2007
Wolfgang Rihm
1. Sinfonie op. 3 für Orchester · 2. Sinfonie für großes Orchester ·
Nachtwach · Vers une Sinfonie Fleuve III · Raumauge
Karlheinz Stockhausen
Welt-Parlament
Südfunk-Chor Stuttgart, Rupert Huber (Leitung)
Stockhausen Verlag CD 51 · rec Stuttgart 1995, 1996
Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR, Gianluigi Gelmetti, Jonathan Stockhammer
(Leitung), SWR Vokalensemble Stuttgart, Rupert Huber, Marcus Creed (Leitung)
SWRmusic/hänssler CLASSIC CD 93.227 · rec Sindelfingen 2007, Stuttgart 2004, 1995, 1994
72
73
Karlheinz Stockhausen
Litanei 97
Hans Zender
Shir Hashirim
SWR Vokalensemble Stuttgart, Rupert Huber (Leitung)
Julie Moffat (Sopran), Matthias Klink (Tenor), Roswitha Staege (Flöte), Uwe
Kurzwellen
Dierksen (Posaune), Christoph Schulte (Elektronik), Christoph Grund (Keyboard),
Harald Bojé (Elektronium, KW-Empfänger), Alfred Alings, Rolf Gelhaar (Tamtam,
SWR Vokalensemble Stuttgart, SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg,
KW-Empfänger), Johannes Fritsch (Bratsche, KW-Empfänger), Aloys Kontarsky
Sylvain Cambreling (Leitung)
(Klavier, KW-Empfänger), Karlheinz Stockhausen (elektronische Filter, Regler)
Kairos 0012612 KAI · rec Freiburg 2001
Stockhausen Verlag CD 61 · rec Stuttgart 2000
Strauss – Nono – Wagner
Richard Strauss
Der Abend · Hymne
Luigi Nono
Liebeslied · Sarà dolce tacere · Cori di Didone
Hans Zender
Logos-Fragmente
Gesamtaufnahme
SWR Vokalensemble Stuttgart, SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg,
Emilio Pomarico (Leitung)
WERGO WER SACD 67652 · rec. Freiburg 2011
Richard Wagner/Clytus Gottwald
Träume · Im Treibhaus
SWR Vokalensemble Stuttgart, Les Percussions de Strasbourg, Marcus Creed (Leitung)
SWRmusic/hänsslerCLASSIC CD 93.179 · rec Stuttgart 2006
Preis der Deutschen Schallplattenkritik 3/2006
Bernd Alois Zimmermann
Requiem für einen jungen Dichter
Vlatka Orsanic (Sopran), James Johnson (Bariton), Michael Rotschopf, Bernhard
Schir (Sprecher), Kölner Rundfunkchor, Südfunk-Chor Stuttgart, Edinburgh Festival
Chorus, Slowakischer Chor und Stadtchor Bratislava, Jazzband Alexander von
Igor Strawinsky
Canticum sacrum · Agon · Requiem canticles
Schlippenbach u.a., SWF-Sinfonieorchester Baden-Baden, Michael Gielen (Leitung)
Sony SK 61 995 · rec Salzburg 1995
Stella Doufexis (Mezzosopran), Christian Elsner (Tenor), Rudolf Rosen (Bass),
SWR Vokalensemble Stuttgart, SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg,
Michael Gielen (Leitung)
SWRmusic/hänssler CLASSIC CD 93.226 · rec Freiburg 2007, 2004
Ralph Vaughan Williams · James MacMillan
Silence and Music
Ralph Vaughan Williams: Mass in G Minor
James MacMillan: O bone Jesu · Màiri
SWR Vokalensemble Stuttgart, Marcus Creed (Leitung)
SWRmusic/hänssler CLASSIC SACD 93.250 · rec Stuttgart 2008
Heitor Villa-Lobos
Choral Works
SWR Vokalensemble Stuttgart, Marcus Creed (Leitung)
SWRmusic/hänssler CLASSIC CD 93.268 · rec Stuttgart 2009/10
Echo Klassik 2011 »Chorproduktion des Jahres«
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SWR Young CLASSIX
Henrik Albrecht / Jules Verne
20.000 Meilen unter dem Meer
Chor- und Orchesterhörspiel
N EU
Patrick Blank, Malte Arkona, Martin Reinke (Sprecher), SWR Vokalensemble Stuttgart
Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR, Stéphane Denève (Leitung)
headroom CD539 · rec Stuttgart 2013
Ug’ is Praulin,š/Hans-Christian Andersen
Des Kaisers Nachtigall
N EU
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Malte Arko
Malte Arkona (Sprecher), Michala Petri (Blockflöten)
SWR Vokalensemble Stuttgart, Klaas Stok (Leitung)
Musik:
The Nightingale
von Ugis Praulinš
Michala Petri, Blockflöten
SWR Vokalensemble Stuttgart
Dirigent: Klaas Stok
helbling HI-S7492CD · rec Stuttgart 2014
75
Hinter den Kulissen
Infos:
07221
300 200
Chormanagement
Redaktion/Dramaturgie
Cornelia Bend
Dorothea Bossert
Produktionsbüro
Redaktion SWR2 Neue Musik, attacca
Heidi Nestmann
Björn Gottstein
Marieke Mauser
Sekretariat
Andrea Kallies-Maier
SWR Young CLASSIX
Birgit Rismondo
Sonderprojekte/Pressearbeit
Birgit Huber-Klein
Sachbearbeitung
SWR2 DAS ANGEBOT
Maria-Regina Gromes
LUST AUF MEHR SWR2?
SWR2 KULTURSERVICE
Inspizienz
Christof Hug
Notenarchiv
Helga Seeger
Tonmeister
Thomas Angelkorte
Manfred Deppe
Andreas Priemer
Michael Sandner
Gabriele Starke
Konzertbüro
Monika Bogatzki
Marketing
Jennifer Gruppenbacher
Ermäßigungen bei den SWR2 Kulturpartnern und bei SWR2 Veranstaltungen mit der
kostenlosen SWR2 Kulturkarte /// Programminformationen zu SWR2 gedruckt und
online /// E-Mail-Newsletter /// Aktionsangebote von Klassik- und Hörspiel-CDs ///
SWR2 Kulturservice-Extras ///
Lernen Sie den SWR2 Kulturservice kennen und bestellen Sie unverbindlich und kostenlos
die SWR2 Kulturkarte. Telefon 07221/300 200 /// [email protected] /// SWR2.de
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LUST AUF KULTUR
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Kartenservice
In dieser Saison konzertiert das SWR Vokalensemble Stuttgart in seiner eigenen Konzert­
reihe wieder an drei unterschiedlichen Spielstätten: in der Ev. Kirche Stuttgart-Gaisburg,
im Mozart-Saal der Liederhal­le und in der Christuskirche Gänsheide. Karten für diese
Konzerte kön­nen Sie direkt im interaktiven Saalplan unter swr2kulturservice.de buchen.
Selbstverständlich sind auch telefonische oder schriftliche Bestellungen möglich:
SWR2 KulturService
Telefon 07221 300200
Mo bis Fr von 8 – 17 Uhr
swr2kulturservice.de (mit interaktivem Saalplan)
SWR Konzertbüro Stuttgart
Funkstudio
70150 Stuttgart
[email protected]
Vorverkaufsstelle in Stuttgart
SKS Russ
Charlottenplatz 17
Ermäßigte Kartenpreise erhalten – mit entsprechendem Nachweis – Schüler und Studie­
rende, Menschen mit Behinderungen, Mitglieder des Fördervereins des Vokalensem­bles
sowie Inhaber der SWR2 Kulturkarte.
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en
Alle Kart
e
inklusiv
biVVS-Kom
Ticket
VE Konzertreihe Stuttgart
Kategorie
I
€ 25,–
II
€ 20,–
III
€ 10,–
Schüler/Studenten
€ 5,–
SWR Young CLASSIX Schulkonzert / Familienkonzert
Schüler/Studenten
€ 5,–
en
Alle Kart
e
inklusiv
biVVS-Kom
Ticket
Konzert in Baden-Baden / Kurhaus Casino
Kategorie
I
€ 20,–
II
€ 15,–
Schüler/Studenten
€ 5,–
Programm-, Besetzungs- oder Terminänderungen bleiben vorbehalten
und berechtigen nicht zur Rückgabe der Karten.
Porto und Bearbeitung:
€ 4,50 pro Bestellung
79
Vorverkauf
Gastkonzerte
Fellbach
Kaiserslautern
Stuttgart
Europäischer Kultursommer
Telefon 0711 580058
[email protected]
Konzerthighlights international
Telefon 0631 3652316
eventim.de
ECLAT
Telefon 0711 6290510
eclat.org
Freiburg
Luzern
Konzerthaus
Telefon 07221 300200
swr2kulturservice.de
Lucerne Festival
Telefon +41 (0)41 226 44 80
[email protected]
Donaueschingen
Mannheim
Donaueschinger Musiktage
Telefon 0771 857221
donaueschingen.de/musiktage
SWR Konzertreihe Mannheim
Telefon 07221 300200
swr2kulturservice.de
Koblenz
Schwetzingen
Festival RheinVokal
Telefon 02622 9264250
rheinvokal.de
Schwetzinger SWR Festspiele
Telefon 07221 300200
swr2kulturservice.de
RSO Konzertzyklus Liederhalle
Benefiz Podium RSO
SWR Young CLASSIX
Telefon 07221 300200
swr2kulturservice.de
Musikfest Stuttgart
Telefon 0711 6192161
[email protected]
Stunde der Kirchenmusik
Telefon 0711 524300
stuttgartkonzert.de
Kammerkonzerte im Kunstmuseum
Eintritt zum Museum an der Museums­
kasse, kein Vorverkauf
Kunstmuseum-Stuttgart.de
Strasbourg
Festival musica
Telefon +33 (0)3 88 23 47 23
festivalmusica.org/ billetterie
80
81
Herausgeber
SÜDWESTRUNDFUNK
Marketing SWR2/SWR Orchester & Ensembles
Anschrift
SÜDWESTRUNDFUNK
SWR Vokalensemble Stuttgart
70150 Stuttgart
Telefon + 49 (0) 711 929 125 70
Telefax + 49 (0) 711 929 136 36
[email protected]
SWR.de/VE
Chormanagement
Cornelia Bend
Redaktion
Dorothea Bossert
Druck
GO Druck Media GmbH, Kirchheim unter Teck
Internet
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SWR.de/orchester-und-ensembles
SWR.de/konzertkalender
Rechtshinweis
Die Besucher von Proben, Workshops und Konzerten räumen dem SWR das
Recht ein, Aufnahmen Ihrer Person zeitlich und räumlich unbegrenzt zu nutzen.
Die Konzerte werden vom Hörfunk und/oder Fernsehen aufgezeichnet.
Fotonachweise
SWR/Christian Mader; außer S. 4: SWR/Monika Maier, S. 6: privat,
S. 52: Kunstmuseum Stuttgart; S. 55: SWR/Alexander Kluge
Stand Juli 2014 · Änderungen vorbehalten
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