BARTAGAME - Tierschutzverein Rheintal

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Tierschutz
A K T U E L L
MAGAZIN
NR. 1/2014
Interview:
BARTAGAME
Im Dialog mit
Lorena Piccirillo
Was tun, wenn
Jungvögel aus
dem Nest fallen?
Heimtiere haben
keinen Knacks!
Was tun, wenn Jungvögel aus
dem Nest fallen?
Bei einem Spaziergang im Frühling
oder frühmorgens fallen die Bettelrufe
der kleinen Vögel immer wieder auf.
Dieses “Piepsen“ wirkt stimulierend
auf das Fütterungsverhalten der
Altvögel. Viele Jungvögel hüpfen aus
dem Nest bevor sie richtig fliegen
können. So kommt es ab und zu
vor, dass ein scheinbar verlassener
Jungvogel auf dem Boden sitzt.
Oft wird angenommen, er sei aus
dem Nest gefallen, sei verletzt oder
gefährlichen Risiken ausgesetzt.
Diese Jungvögel werden jedoch
weiterhin von ihren Eltern versorgt,
auch wenn sie scheinbar hilflos
auf dem Boden umherflattern. So
lernen sie auch, immer mehr Beute
selber zu fangen und sie werden
allmählich selbständig. Darum gilt
grundsätzlich: Hände weg von
Jungvögeln.
Wer dem Drang nachgibt, die
süssen Jungvögel mit nach Hause
zu nehmen und aufzuziehen, hilft
dem Tier in den meisten Fällen
herzlich wenig. Die Aufzucht solcher
Vögel ist schwierig und das fehlende
natürliche Verhalten der von Men­
schen­
hand aufgezogenen Vögel
macht eine Auswilderung, bzw. das
Überleben in Freiheit problematisch.
Die Überlebenschancen solcher Tiere
in freier Wildbahn sind sehr gering.
Zudem ist die Aufzucht und Haltung
von Wildvögeln in Gefangenschaft
nur mit Spezialbewilligung des
kantonalen Veterinäramtes erlaubt.
In den meisten Fällen brauchen
solche Jungtiere keine menschliche
Hilfe: Vögel, die ihr Nest verlassen
haben, werden auch am Boden noch
von ihren Eltern sorgfältig weiter
betreut und gefüttert.
Geraten solche unerfahrenen kleine
Flatterer in kritische Situationen
(wie zum Beispiel auf die Strasse,
in die Nähe von Katzen etc.) ist es
jedem Tierfreund durchaus erlaubt,
kurz und einfach erste Hilfe am Vogel
zu leisten, in dem er das Jungtier
aufhebt und ins nächste Gebüsch oder
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auf einen Baum setzt. Im Gegensatz
zu anderen Wildtieren, akzeptieren
es Vogeleltern nämlich, wenn ihre
Jungen kurz von Menschen berührt
wurden und betreuen sie problemlos
weiter.
Altvögel suchen ihre Nestlinge bis zu
24 Stunden. Erst dann geben sie ihren
Nachwuchs auf. Wird ein Jungvogel
mitgenommen und es stellt sich
heraus, dass ihm nichts fehlt, so sollte
er so schnell wie möglich wieder an
den Fundort zurückgebracht werden.
Findet man am Boden einen
noch unbefiederten oder wenig
befiederten Nestling, sollte man in
der unmittelbaren Umgebung nach
dem Nest suchen und den kleinen
Vogel vorsichtig wieder zurücksetzen.
Ansonsten gilt die goldene Regel:
Lassen Sie Jungvögel dort, wo sie
sind!
Eine Ausnahme sind aus dem
Nest gefallene Segler und Schwalben.
Sie können von ihren Eltern am Boden
nicht gefüttert werden und benötigen
Unterschlupf bei Adoptiveltern,
ansonsten droht ihnen der Tod.
Jungvögel die noch nackt sind
brauchen immer die Hilfe des
Menschen. In solchen Fällen, natürlich
auch bei allen anderen tierischen
Problemen, hilft der Tierschutz wo
immer möglich weiter. Eine weitere
Ausnahme bilden natürlich verletzte
Jungvögel, solche Tiere gehören in
die Obhut einer Pflegestation oder
eines Tierarztes.
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Junger Alpensegler
In solchen Fällen können Sie sich
unter 076 411 94 50 beim TierschutzVerein Rheintal melden.
Bericht von Angela Wüst
Meldestellen
Meldestelle allgemein:
076 411 94 50
Meldestelle Hunde:
078 903 38 60
Meldestelle Katzen:
079 481 90 12
Vermittlung von Katzen:
078 801 32 07
Meldestelle Wildhüter:
079 727 86 01
e-Mail Adresse:
[email protected]
Das Alpaka – Charmante
Neuweltkameliden
Früher war das Alpaka bei uns ein eher
seltener Anblick, heute jedoch sieht
man immer mehr der flauschigen
Kameltiere. Mit ihrem freundlichen
und friedfertigen Charakter haben
sie sich in das Herz manches Hobby­
züchters geschlichen und auch in der
tiergestützten Therapie haben sie
sich bewährt. Das Alpaka stammt
ur­
sprünglich aus den Anden in
Südamerika, wo es seit mehr als 6000
Jahren als Haustier gehalten wird. Die
Verwandten, wie das Guanako und
Vikunja leben heute noch wild dort.
So wurde auch die Wolle der Vikunjas
bereits lange vor der Domestikation
der Alpakas verwendet und erzielt
auch heute noch grosse Gewinne. Es
verwundert deshalb nicht, dass auch
die Alpakas, ihre domestizierten
Verwandten, vor allem ihrer Wolle
wegen gezüchtet werden. So leben sie
in den Anden grösstenteils freilebend
in grossen Herden und werden ein­
mal pro Jahr zusammengetrieben
und geschoren. Man unterscheidet
deshalb die zwei Typen von Alpaka
auch nach der Faser ihrer Wolle. So
hat das Huacaya-Alpaka eine feine
gleichmässig gekräusselte Faser,
während das Suri-Alpaka keine
Kräusselung hat, sondern gelockte
gerade Strähnen. Deshalb erscheinen
Suris auch oft schmaler als HuacayaAlpakas. Insgesamt gibt es 25 Natur­
farben bei der Wolle, von weiss
über grau und braun bis schwarz.
Zusätzlich können die Tiere einfarbig
sein oder aber gescheckt. Weil es in
der Schweiz keine grossen Mengen
von Alpakawolle gibt, kann die Wolle
leider nicht industriell verarbeitet
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werden. Viele Züchter verwenden
deshalb die Wolle nicht weiter.
Es gibt jedoch einzelne Züchter,
die trotzt allem ihre Wolle selbst
verarbeiten und manchmal auch
verkaufen. Für Personen die gerne
Handarbeit betreiben ein Glück,
denn die Alpakawolle zählt zu den
feinsten Naturhaaren der Welt. Sie
wird deshalb auch “Vlies der Götter“
oder “Gold der Anden“ genannt.
Alpakas sind sehr gesellige Tiere und
fühlen sich deshalb nur in einer Herde
richtig wohl. Als reine Pflanzenfresser
ernähren sie sich ausschliesslich von
Gräsern und sind damit perfekte
Weidetiere, gerade auch im hügeligen
Gelände. Zudem verursachen sie,
aufgrund ihrer weichen Sohle, kaum
Trittschäden am Gelände, wie andere
Weidetiere. Da bei den weiblichen
Lamas der Eisprung erst durch den
Deckakt ausgelöst wird, können sie
das ganze Jahr über gedeckt werden
und sind nicht an eine bestimmte
Jahreszeit gebunden. Nach 340
bis 345 Tagen kommt dann meist
ein einzelnes Jungtier zur Welt. In
Südamerika wird solch ein Fohlen
“Cria“ genannt. Dieses Fohlen wird
dann sechs bis acht Monate lang
gesäugt und erreicht mit 12-24
Monaten bereits die Geschlechtsreife.
Wer in der Schweiz Alpakas hal­
ten möchte, braucht dazu einen
Sach­
kundeausweis. Dieser kann in
anerkannten Kursen bei Züchtern
erworben werden. Alpakas können
das ganze Jahr über im Offenstall
gehalten werden, es braucht jedoch
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im Winter einen zugluftfreien
Unter­
stand und im Sommer einen
Schattenplatz. Zudem dürfen die
sozialen Tiere nie alleine gehalten
werden.
Da im Winter unsere
Wei­
den nicht sehr ergiebig sind,
muss dann mit rohfaserigem
Heu zugefüttert werden. Zudem
muss das Alpaka einmal jährlich
geschoren und geimpft und die
Klauen regelmässig kontrolliert und
allenfalls ausgeschnitten werden. Da
die Tiere 15 bis 20 Jahre und sogar
älter werden können, sollte man sich
die Anschaffung gut überlegen und
Abklären was geschieht, falls man die
Tiere nicht mehr selbst halten kann.
Wer dies jedoch beachtet, kann an
den sanftmütigen Tieren sehr viel
Freude haben.
Bericht von Pascale Hutter
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Heimtiere haben keinen
“Knacks“
Heute hört man oft, dass viele Leute
ein Tier vom Züchter wollen anstatt
vom Tierheim, da diese Tiere keinen
“Knacks“ haben.
Aber was bedeutet es überhaupt,
wenn man von einem “Knacks“
spricht? Wenn wir Menschen von
einem “Knacks” sprechen, dann mei­
nen wir damit ein nicht erwünschtes
Verhalten. Dieses Ver­
halten kann
grundsätzlich für das Tier voll­
kommen natürlich sein, wird aber
von einem Heimtier generell oder
nur in einer spezifischen Situation
nicht erwünscht. Es kann sich aber
auch um ein atypisches Verhalten
handeln, dass das Tier zuvor noch
nicht gezeigt hat. Wichtig ist es sich
zu fragen, wie es zu diesem Verhalten
gekommen ist? Hat sich etwas im
Alltag des Tieres geändert? Könnte
eine noch nicht diagnostizierte
Krankheit Schuld am Verhalten
sein? Man muss sich bewusst sein,
dass Tiere kein Konzept von Protest,
Rache oder Schadenfreude haben. Ein
Hund pinkelt also nicht aus Protest
auf den Lieblingsteppich. Tiere
besitzen aber Emotionen und können
aus diesen heraus Verhalten zeigen,
die für uns Menschen unangenehm
oder unerwünscht sind. Deshalb
ist es wichtig nach der Ursache
eines Verhaltens zu suchen. Ein
gutes Beispiel ist die Unsauberkeit
von Katzen. Diese nutzen Urin
und Kot generell um ihr Revier zu
markieren, sind aber im Allgemeinen
sehr reinliche Tiere und benutzen
deshalb zuhause die Katzentoilette.
Wenn also eine zuvor saubere Katze
plötzlich unsauber wird, sollte man
sich fragen wieso? Es könnte sein,
dass die Katze eine Blasenentzündung
hat und deshalb gar nicht anders
kann. Deshalb hilft bei plötzlichen
Verhaltensänderungen
manchmal
auch der Gang zum Tierarzt, bei dem
eine organische Ursache abgeklärt
werden kann. Falls dies nicht der
Fall sein sollte, fragen Sie sich ob Sie
etwas im Umfeld verändert haben?
Haben Sie vielleicht das Katzenklo
umplatziert? Sind Sie umgezogen?
Einige Katzen reagieren sehr empfind­
lich auf sol­che Veränderungen. Dann
hilft es zu versuchen die Katzentoilette
an einen anderen Ort zu stellen und
allfällige bevorzugte Stellen zum
Koten/Urinieren ausserhalb der
Katzentoilette für die Katze unzu­
gänglich zu machen. Man kann
auch versuchen das unerwünschte
Verhalten mit positiver Verstärkung
abzugewöhnen. Sobald die Katze also
z.B. die Katzentoilette benutzt, wird
sie danach belohnt. Unerwünschtes
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Verhalten wird konsequent ignoriert.
Bestrafung vergrössert das Problem
meist nur. Die positive Verstärkung
hilft auch bei der Abgewöhnung
von
unerwünschtem
Verhalten
in anderen Situationen und bei
anderen Tier­arten. Es hilft auch bei
Verhalten, die das Tier von Anfang
an zeigt, also in das natürliche
Verhaltensrepertoire gehören, vom
Mensch jedoch nicht erwünscht
werden (z.B. die Revierverteidigung).
An dieser Stelle möchten wir gerne
Jamie (ehemals Möhrli) vorstellen,
der in der Katzenstation in
Montlingen war und jetzt einen sehr
schönen Platz in der Au gefunden hat.
Seine Besitzer haben ihn zu einer
Katze dazugenommen und haben
grosse Freude mit und an ihm.
Es handelt sich also bei solchen
unerwünschten
Ver­haltensweisen
nicht um einen “Knacks“, sondern um
einen Hilferuf oder um ein Verhalten,
das bisher nicht abtrainiert oder
besser erlernt wurde. Für uns
Menschen jedoch kann das Verhalten
manchmal kaum verstanden werden.
Oft ha­
ben Betroffene auch bereits
Einiges versucht, leider ohne Erfolg.
In diesem Fall ist es ratsam, einen
Experten zu Hilfe zu ziehen. Dies
kann z.B. ein Tiertrainer oder ein
Verhaltenstherapeut sein. Diese Per­
sonen sind ausgebildet, das Umfeld
des Tieres zu untersuchen und die
Ursache des Verhaltens zu finden und
dieses möglichst stressfrei für Halter
und Tier abzugewöhnen.
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Er war von Anfang an stubenrein,
ist sehr aktiv und schmust sehr
gerne. Nur auf die Füsse müssen die
Besitzer ein wenig aufpassen, da er
gerne hineinbeisst, was aber nicht als
“Knacks” bezeichnet werden kann.
Er spiel auch sehr gerne mit Wasser
und versteht sich mit der anderen
Katze. Dieses Beispiel zeigt, dass ganz
normale Tiere vom Heim kommen
und man viel Freude an ihnen haben
kann.
Bericht von
Pascale Hutter & Jennifer Pizzeghello
Interview über Bartagame –
Was sind das für Echsen?
Wenn wir heute in Europa von
Bartagamen sprechen, sind dies
praktisch ausschliesslich die beiden
Arten Pogona viticeps (Streifenköpfige
Bartagame) und Pogona henrylawsoni
(Zwergbartagame). Alle anderen
Bart­agamenarten spielen keine oder
eine untergeordnete Rolle, da sie sich
schlecht oder gar nicht züchten lassen
oder nicht importiert werden dürfen.
Wo kommen Bartagamen überall
vor?
Die Arten der Gattung Pogona
sind ausschliesslich in Australien
heimisch und leben dort praktisch
überall verteilt über den Kontinent
(ausser dem äussersten Norden,
dem Südosten und Südwesten sowie
auf der Insel Tasmanien, da diese
Regionen eher feucht sind). Da
aber Australien vor vielen Jahren
schon den Export von Bartagamen
verboten hat, sind mittlerweile alle in
unseren Haushalten lebenden Tiere
Nachzuchten.
Wie leben Bartagamen in der
freien Natur?
Bartagamen werden vor allem in
Halbwüsten, Steppen, Baumsteppen
oder lichten Trockenwäldern an­
ge­
troffen. Sie sitzen gerne auf erhöhten
Stellen oder verstecken sich im Ge­
strüpp oder auf Bäumen.
In der freien Natur sind die Bart­
agamen grundsätzlich Einzelgänger.
Die Männ­chen stecken ein Territorium
ab, das mehrere Quadratmeter gross
sein kann. Am Rande dieses Gebietes
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halten sich die Weibchen auf, um
sich in der Paarungszeit begatten zu
lassen. Die Territorien liegen aber
meist sehr nahe zusammen. Die
Weibchen versuchen durchaus auch
auf sich aufmerksam zu machen und
das Männchen zu “umgarnen”. Dieses
macht meistens durch entsprechendes
Imponiergehabe (Aufstellen des
Bartes und heftiges Kopfnicken) von
seinem meist erhöhten Sitzplatz aus
auf sich aufmerksam.
Die Aktivitäten der Bartagamen
unterliegen im natürlichen Lebensraum einem ausgeprägten Jahres­
zyklus, vor allem abhängig von
Niederschlägen, Sonnenscheindauer
und Temperaturen. Alle Bartagamen
schalten in der kälteren Jahreszeit
eine Ruhepause, die sogenannte
Winterruhe, ein.
Bartagamen als Haustiere halten?
Worauf muss ich dabei achten?
Die wichtigsten Eckpfeiler einer
erfolgreichen und möglichst art­
ge­
rechten Haltung sind:
• Angepasste Terrariengrösse (je
grösser desto besser)
• Eine zweckmässige Terrarien­
einrichtung mit Versteck- und
Klettermöglichkeiten
• Ein dem Tier angepasstes Tem­
peraturgefälle im Terrarium (25
bis 45° C)
• Genügend Sonnenplätze mit UV
A/B-Licht
• Eine angemessene Luft­feuchtig­
keit (30-40% tagsüber, 50-60%
in der Nacht)
Seite 9
•
•
•
•
•
Versorgung mit allen nötigen
Vitalstoffen, insbesondere Kal­
zium
Abwechslungsreiche Versorgung
mit gesunden Futterinsekten
aus einer erstklassigen Quelle
Tägliche Versorgung mit un­be­
handeltem Grünfutter (Salate,
Gemüse, eventuell Früchte)
Das Terrarium so platzieren,
dass eine möglichst stressfreie
Umgebung ohne allzu grosse
Tem­peraturschwankungen ge­
währleistet ist.
Im Gegensatz zur freien Na­
tur sollten Bartagamen in der
Gefangenschaft nicht als Ein­
zelgänger gehalten werden,
sondern als Paar oder (bei
genügend grossen Terrarien)
als kleine Gruppe mit einem
Männchen und zwei bis drei
Weibchen
Wie gross kann eine Bartagame
werden?
Die ursprünglichen Formen können
eine Gesamtlänge von 50-55cm er­
reichen, die in Europa und den
USA mittlerweile weitverbreiteten
und beliebten Farbzuchten werden
mittlerweile selten grösser als 4045cm.
Worauf ist bei der Zucht zu
achten?
Bevor Bartagamen gezüchtet werden,
sollte man sich ein paar Dinge sehr
gut überlegen:
•
Kann ich die Tiere auch
verkaufen? Die Schlupfrate liegt
bei ca. 95-100%, es müssen also
recht viele Tiere aufgezogen
werden und der Markt ist recht
satt.
• Habe ich die entsprechenden
Platzverhältnisse? Da die Ba­
bys unterschiedlich wachsen,
kann es nötig sein, mehrere
Aufzuchtterrarien zu haben.
• Habe ich die nötigen finanziellen
Verhältnisse? In den ersten
Wochen müssen die Tiere täglich
mit Futterinsekten versorgt wer­
den und sie fressen sehr sehr viel.
• Habe ich die nötige Zeit, um
die Tiere auch entsprechend
zu versorgen? Füttern, sauber­
machen, baden etc.
Zur Zucht sollten grundsätzlich
nur gesunde, gut genährte Tiere
eingesetzt werden, die mindestens ein
Jahr alt sind und von verschiedenen
Elterntieren stammen. Etwa drei bis
vier Wochen nach der Winterruhe
beginnen die Bartagamen mit den
Paarungsaktivitäten. Es sollte darauf
geachtet werden, dass den Tieren
eine angemessene freie Fläche im
Terrarium zur Verfügung steht, um
Verletzungen zu vermeiden, denn der
Paarungsakt kann ziemlich hektisch
sein.
Nach erfolgreicher Paarung trägt
das Weibchen drei, vier bis maximal
sieben Wochen. Während dieser Zeit
muss das Tier mit besonderer Sorgfalt
gepflegt und ernährt werden.
Je näher der Tag der Eiablage kommt,
desto fülliger werden die Tiere. Mit
der Zeit zeichnen sich einzelne Eier
im Bauchraum ab.
Ein paar Tage vor der Eiablage
werden die Weibchen sehr unruhig
und beginnen, einen geeigneten
Ablageplatz zu suchen. Manchmal
wird dann auch die Futtereinnahme
eingestellt.
Spätestens jetzt ist der Zeitpunkt
gekommen, um dem Tier einen
geeigneten Eiablageplatz zur Ver­
fügung zu stellen. Wer keinen aus­
reichend hohen Bodengrund (2530cm) im Terrarium hat, muss diesen
jetzt auffüllen oder eine grosse, tiefe
Schale mit genügend Bodengrund
ins Terrarium stellen. Das Substrat
sollte so feucht sein, dass die
Bartagame eine Höhle graben kann.
Auch sollte man jetzt dafür sorgen,
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dass die Bartidame nicht gestört
wird, allenfalls den Bock oder andere
dominante Tiere aus dem Terrarium
nehmen. Wird das Weibchen bei der
Eiablage gestört oder findet es keine
passenden Bedingungen vor, besteht
die Gefahr einer Legenot.
Nach der Eiablage (im Schnitt 20-30
Eier) buddelt die Bartagame die Eier
sorgfältig wieder ein und geht zum
Alltag über. Jetzt ist es für den Züchter
an der Zeit, die Eier sorgfältig wieder
auszugraben und in ein geeignetes
Behältnis (z.B. Heimchendose) zu
geben und bei einer Temperatur von
27-30°C auszubrüten.
Nach rund 50-70 Tagen schlüpfen
dann die Jungtiere. Die ersten paar
Tage sollte man die Kleinen noch
nicht füttern, da sie noch genügend
Nahrung aus dem Dottersack haben.
Die kleinen Echsen sind aber schon
voll ausgebildet und beginnen
sofort mit dem Jagen, wenn sie
entsprechende Futterinsekten vor­
gesetzt bekommen.
Die Aufzuchtterrarien dürfen nicht zu
gross sein, damit alle Futtertiere auch
erjagt werden können und sollten mit
den Tieren “wachsen” können. Für die
ersten Lebenswochen eignet sich am
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besten Küchenpapier als Bodengrund
und Eierkartons als Kletter- und
Versteckmöglichkeiten.
Wie erkenne ich ein krankes Tier?
Bartagamen sind unter anderem
dadurch zu beliebten Haustieren
geworden, da sie eine relativ geringe
Krankheitsanfälligkeit haben und
im Vergleich zu anderen Reptilien
eher weniger stressanfällig sind. Als
oberster Grundsatz muss aber gelten,
die Tiere gut zu beobachten, da
Bartagamen vielfach eine Krankheit
erst offensichtlich anzeigen, wenn es
mitunter schon zu spät ist. Hier ein
paar Punkte, die auf eine Krankheit
hinweisen können:
• Das Tier bleibt trotz passender
Wärme im Terrarium sehr dunkel
• Es bewegt sich nur noch sehr
träge oder liegt nur noch
apathisch herum
• Die Bartagame frisst nicht mehr
oder nur noch wenig
• Durchfall
• Flüssigkeits- und/oder Gewichts­
verlust
• Plötzliches aggressives Verhalten
eines ansonsten friedlichen
Tieres
• Das Tier würgt oder hustet
• Es zeigen sich Deformationen
am Skelett der Echse oder sie hat
gröbere Häutungsprobleme
Neben diesen Punkten, die auf eine
innere Krankheit hinweisen können,
ist es auch wichtig, die Bartagame
in regelmässigen Abständen äus­
serlich auf Verletzungen, Milben
oder Zecken, Abszesse oder Pilz­
erkrankungen zu untersuchen.
Grundsätzlich ist es besser, einmal
zu viel zu einem reptilienkundigen
Tierarzt zu gehen als zu wenig,
“Echsen leiden leise und sterben
langsam” ist leider ein sehr zu­
treffendes Zitat eines der führenden
Reptilienärzte der Schweiz.
Worauf ist bei der Pflege zu
achten?
Als erstes sollte ein krankes Tier
nach Möglichkeit in ein QuarantäneTerrarium umgesiedelt und nach den
Vorgaben des Tierarztes behandelt
und gepflegt werden. Dabei kommt es
stark auf das Krankheitsbild oder die
Verletzung an. Das Terrarium sollte
nicht zu gross und mit pflegeleichtem
Bodengrund (z.B. Küchenpapier)
aus­
gelegt sein, der regelmässig
gewechselt wird. Auch für dieses
Terrarium gelten die normalen
Regeln betreffend Licht, Wärme,
UV und Luftfeuchtigkeit. Jedoch
sollte es spärlich eingerichtet sein,
Sonnenplatz und Versteckmöglichkeit
reichen völlig.
Wichtig ist auch eine dem Krank­
heitsbild angepasste Ernährung,
allen­
falls mit Medikamenten und/
oder Zusatzstoffen, die der erfahrene
Reptilientierarzt verschreibt. Das
Tier soll sich in Ruhe und ohne
Stress erholen können und muss vom
Pfleger sehr aufmerksam beobachtet
werden, um allfällige negative Ver­
änderungen sofort festzustellen und
mit dem Tierarzt zusammen die
nötigen Schritte einleiten zu können.
Auch einem eventuell erhöhten
Flüssigkeitsbedarf muss Rechnung
getragen werden. Viele Bartagamen
lieben es, wenn sie in handwarmen
Wasser gebadet werden und trinken
dann auch mitunter recht viel.
Erkennen Bartagamen ihre Be­
sitzer und sind sie menschen­
bezogen?
Grundsätzlich sind Bartagamen
nicht menschenbezogen. Es kann
aber durchaus vorkommen, dass sich
(vor allem einzeln gehaltene Tiere)
stark an ihren Pfleger gewöhnen und
ihn auch erkennen und ihm sogar
nachlaufen. Das sind aber sicherlich
eher Ausnahmen. Da Bartagamen
aber sehr aufmerksame Tiere sind,
reagieren sie auf alles, was sich ihrem
Umfeld nähert und es kann dann den
Anschein erwecken, dass sie auf den
Menschen reagieren.
Sind Bartagamen zahm?
Da Bartagamen grundsätzlich sehr
friedliche und verträgliche Tiere sind,
kann der Eindruck aufkommen sie
seien “zahm“. Eine Bartagame sollte
Seite 12
sich grundsätzlich berühren und auch
aus dem Terrarium nehmen lassen,
da es aus oben besagten Gründen
wichtig ist, das Tier entsprechend
untersuchen und gegebenenfalls be­
handeln zu können. Eine gesunde
und gut sozialisierte und gehaltene
Bartagame wird bei vorsichtigem
Handling seinen Pfleger nicht be­
drohen oder gar beissen, kann also
in diesem Sinne als zahm bezeichnet
werden. Aber sie sind keine Kuschel­
tiere und werden nicht zahm im
Sinne einer Katze oder eines Hundes.
Vielen Dank an Frau Lorena Piccirillo
für das ausführliche Interview und
die wunderschönen Bilder. Bei
zusätzlichen Fragen, darf man sie
gerne unter www.casa-animalia.com
kontaktieren.
Interview und Bericht von Lisa Elflein
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Zecken richtig entfernen
Zur Entfernung von Zecken soll­
ten geeignete Instrumente wie zum
Beispiel Zeckenstangen oder eine
spitze Pinzette verwendet werden,
da beim Entfernen allein mit den
Fingern die Gefahr besteht, dass die
Zecke gequetscht wird und dadurch
Krankheitserreger in den Stich­
kanal gedrückt werden. Öl, Alkohol,
Klebstoff oder Äther sollten nicht
zum Einsatz kommen. Zecken sind
nach dem Stich fest in der Haut ver­
ankert. Man sollte sie daher nahe
an der Haut von Hund oder Katze
fassen und gleichmässig aus dem
Stichkanal nach oben herausziehen.
Es kann länger dauern, bis sich die
Zecke löst, dann aber gleitet sie leicht
aus der Haut. Ein Drehen der Zecke
wird nicht empfohlen, da dabei nicht
selten die Mundwerkzeuge der Zecke
in der Haut stecken bleiben.
Bericht von Jennifer Pizzeghello
Um welches Tier handelt es sich?
Wie viele Fehler verstecken sich in den drei Bildern?
Lösung 1:
Lösung 2:
Lösung 3:
Lösung 4:
Lösung 5:
Lösung 6:
Lösungen: 1 = Pinguin, 2 = Nilpferd, 3 = Schnecke, 4 = Fliege, 5 = Hund, 6 = Seehund
Rätsel
Lösung: 9 Fehler
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Seite 15
Raupen und Schmetterlinge
Als Raupen werden die Larven der
Schmetterlinge bzw. einiger anderer
Insekten bezeichnet. Die Raupe
ist das eigentliche Fressstadium
des Schmetterlings. Bei manchen
ist es sogar das Einzige, in dem
sie Nahrung zu sich nehmen. Die
Falter dieser Arten leben dann nur
für die Fortpflanzung und sterben
schon bald nach ihrem Schlupf. Da
sich das Köpervolumen der Raupen
stark vergrössert, müssen sie sich
mehrmals häuten, bis sie ihre end­
gültige Grösse erreicht haben. In der
Regel häuten sie sich vier bis fünf
Mal, wobei sich ihr Volumen jeweils
etwa verdoppelt. Zur hormonell ge­
steuerten Häutung schwillt die Raupe
an, bis die alte Haut platzt und durch
Muskelbewegungen nach hinten weg
geschoben werden kann.
Schmetterlingsraupen können ganz
unterschiedlich aussehen. In der Regel
haben sie 3 Paar Brustbeine, 4 Paar
Bauchfüsse und 1 Paar Nachschieber.
Je nach Art kann die Grösse der
Raupe beträchtlich variieren. So gibt
es Raupen, die nur wenige Millimeter
gross sind und andere, welche bis zu
15 cm lang werden.
Die Raupen führen meist ein
verstecktes Leben und sind auch
gut an ihre Umgebung angepasst.
Meistens haben sie eine grüne oder
braune Färbung. Raupen, welche auf
Nadelbäumen leben, haben vielfach
eine Längszeichnung, welche sie
zwischen den Nadeln scheinbar ver­
schwinden lässt. Raupen, die giftig
sind, warnen ihre Feinde durch
auffällige Färbung. Diese Tiere
verstecken sich nicht und zeigen sich
ungestört auf ihren Fresspflanzen.
Andere Raupen, die zwar nicht giftig
sind, aber eine ähnliche Färbung
aufweisen, profitieren von ihnen.
Die Schmetterlinge (Lepidoptera)
oder Falter bilden mit mehr als
180‘000 beschriebenen Arten in
127 Familien und 46 Überfamilien
die an Arten zweitreichste Insekten­
ordnung. Es werden jährlich un­
ge­
fähr 700 Arten neu entdeckt.
Schmetterlinge sind auf allen Kon­
tinenten ausser in der Antarktis
verbreitet.
Seite 16
Der deutsche Name Schmetterling
kommt vom slawischstämmigen
ostmitteldeutschen Wort Schmetten
(was Rahm heisst), von dem einige
Arten oft angezogen werden. Im
Aberglauben galten Schmetterlinge
gar als Verkörperung von Hexen, die
es auf den Rahm abgesehen hatten,
worauf auch frühere landschaftliche
Bezeichnungen für Schmetterlinge
wie Milchdieb, Molkenstehler etc.
hindeuten. Die englische Bezeichnung
Butterfly weist in dieselbe Richtung
und entspricht dem regional ge­
bräuchlichen Buttervogel, da die
Tiere beim Butterschlagen angelockt
wurden.
Örtlich existierten aber auch ver­
schiedene weitere Bezeichnungen. Auf
westfälisch wurden Schmetterlinge
Schmandlecker genannt, auf bayer­
isch Müllermaler, auf hessisch Lat­
tichvogel. Das Wort Schmetterling
setzte sich erst in der zweiten Hälfte
des 18. Jahrhunderts allgemein
durch.
Durch die vielen Fressfeinde der
Schmetterlinge haben sich im Laufe
Seite 17
der Evolution zur Tarnung, Täuschung
oder Warnung auf ihren Flügeln
vielfach Zeichnungen entwickelt, die
entweder wie Tieraugen aussehen,
gefährliche und giftige Tiere imitieren
oder durch auffällige Färbung von
ihrer Giftigkeit warnen. Die falschen
Tieraugen zum Beispiel verwirren
die Räuber und verleiten sie, an der
falschen Stelle zuzuschnappen. Ein
weiteres Beispiel ist der HornissenGlasflügler. Dieser sieht den
Hornissen zum Verwechseln ähnlich.
Einige Tagfalter weisen auf der Ober­
seite der Flügel bunte Zeichnungen
auf, die Unterseite ist aber meist
einfach gezeichnet und sieht wie
welkes Laub aus. Dadurch sind sie mit
geschlossenen Flügeln gut getarnt
und der Umgebung angepasst.
Manche Falter imitieren auf ihren
Flügelunterseiten auch Blattadern.
Vor allem Nachtfalter, welche am
Tag meistens auf Baumrinden sit­
zen, besitzen eine rindenähnliche
Flügelfärbung. Vogelkotmimese ist
ebenfalls eine weit verbreitete
Tarnmethode. Raupen, Falter und
Puppen sehen auf der Blattoberseite
nicht nur aus wie Vogelkot, nein, sie
können diesen Eindruck auch noch
durch eine entsprechende Kör­
per­
haltung verstärken.
Es gibt auch Schmetterlinge mit
Schreckfärbung wie das Rote Ordens­
band. Wenn diese Tiere unscheinbar
auf Baumstämmen ruhen, kann
man nur ihre braungrauen Vorder­
flügel erkennen. Werden sie aber
aufgeschreckt und fliegen davon,
werden ihre leuchtend roten
Hinterflügel sichtbar.
Manche Schmetterlinge müssen
überwintern und zwar jene, die an
Orten leben, wo es kalte Jahreszeiten
gibt. Sie verstecken sich dafür in
hohlen Bäumen oder in Tierbauten
und verharren dort regungslos. Die
meisten Schmetterlinge überwintern
aber als Raupe, Puppe oder unge­
schlüpft im Ei. Manche Raupen
er­
wachen sogar an sehr warmen
Wintertagen und fressen, bevor sie
wieder in die Winterstarre fallen.
Ebenso unterbrechen manche Falter
an warmen Tagen ihre Winterstarre
und fliegen umher, wobei unbedingt
Nahrung aufgenommen werden
muss. Je nach Region benötigen die
Raupen oder Puppen mehr als eine
Überwinterung um ihre Entwicklung
zu vollenden. Dies ist zum Beispiel im
Hochgebirge der Fall.
Schmetterlinge und insbesondere die
Raupen haben unzählige Feinde. Die
Hauptfeinde sind insektenfressende
Vögel. Der Kuckuck etwa frisst am
liebsten langhaarige Raupen, welche
von anderen Vögeln gemieden
werden. Nur wenige Vogelarten
jagen Nachtfalter. Der Hauptfeind
nachtaktiver Schmetterlinge sind
Fle­
der­
mäuse. Ausser den Vögeln
hat der Schmetterling zahlreiche
insektenfressende Wirbeltiere und
Wirbel­lose als Feinde.
Schmetterlinge haben in der
Mythologie eine grosse Bedeutung.
In der Antike war er das Sinnbild der
Wiedergeburt und Unsterblichkeit.
In der christlichen Kunst ist der
Schmetterling noch heute das Sym­
bol der Auferstehung. In vielen
asiatischen Regionen werden sie als
Unglücksbringer und Todesboten
an­gesehen, oft aber auch als Symbol
des Neubeginns. Auch von den
Indianern Nordamerikas sind viele
Bräuche und Riten bekannt, die mit
Schmetterlingen zusammenhängen.
Diese mystische Beziehung hat
sich teilweise bis in die heutige Zeit
erhalten und es gibt reichhaltige
Literatur dazu.
Bericht von Angela Wüst
Seite 18
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Seite 19
Von der klassischen Kondi­
tionierung zum modernen
Klicker-Training
Wenn man heute von klassischer
Konditionierung spricht, dann fällt
vielen der Versuch von Pawlow ein.
Dieses Experiment, der sogenannte
Pawlowsche Hund, brachte ihm
sogar den Nobelpreis ein. Pawlow
stellte fest, dass ein Hund bereits
mit der Produktion von Speichel
begann, bevor er eigentlich frass,
nämlich sobald er die Nahrung nur
sah. Pawlow begann damit immer
eine Glocke zu läuten, bevor er dem
Hund sein Fressen zeigte. Nach
einiger Zeit reichte die Glocke alleine
aus um die Speichelproduktion
des Hundes anzuregen. Er zeigte
damit, dass ein Reiz, der zuvor
keine Auswirkungen hatte, durch
regelmässiges
Zusammentreffen
mit einem Ereignis, mit diesem
Ereignis verbunden werden konnte
und damit Einfluss auf das Verhalten
haben kann. Obwohl dieses Ex­
periment bereits viele Jahre in der
Vergangenheit liegt, hat es noch
heute Einfluss auf die Erziehung
unserer Hunde. Wenn ein Hund
etwas gut gemacht hat, dann sagen
wir ihm dies mit “fein“ oder “gut“ und
belohnen mit Streicheleinheiten oder
einem Leckerli. Der Hund verbindet
mit der Zeit, dass mit “fein“ oder “gut“
etwas Gutes angekündigt wird. Viele
Hunde beginnen z.B. auch bereits zu
sabbern, wenn man “fein“ sagt.
In der heutigen Hundeerziehung
werden verbale Belohnungen wie
diese jedoch leider oft viel zu häufig
verwendet und leider zu oft auch
ohne angemessene Belohnung. Damit
verlieren diese Wörter zunehmend
an Bedeutung für den Hund, da sie
einmal mehr und einmal weniger
Konsequenzen zur Folge haben. Dies
wäre, wie wenn Pawlow seinem Hund
manchmal das Futter gezeigt hätte,
nachdem er die Glocke geläutet hat,
manchmal aber auch nicht. Somit
reagiert der Hund immer weniger
auf das Signal, bzw. nur noch dann
wenn es ihm nützt. Wir möchten
also ein Signal nutzen, das möglichst
niemals seine Bedeutung verliert. In
diesem Zusammenhang wurde das
Klicker-Training erfunden. Mit dem
Klicker haben wir ein Signal das sich
immer gleich anhört und das sich
zudem von fast allem unterscheidet,
was der Hund im Alltag hört. Der
kurze Klickton lässt sich auch sehr
genau timen. Man kann aber, falls
einem der Klicker unsympathisch
ist auch ein Wort nehmen, das kurz
und prägnant ist und im Alltag sonst
Seite 20
nicht vorkommt. Am Anfang muss
das Signal mit einer Bedeutung
gleich­
gesetzt werden. Das heisst
man klickt und gleich darauf belohnt
man den Hund z.B. mit Futter oder
hochwertigem Spielen. Wenn der
Hund das Klicken mit der Belohnung
verbunden hat, kann man ihm neue
Verhaltensweisen antrainieren, indem man Verhalten, die man
­­
wünscht per Klicker belohnt. Man
nimmt also Verhaltensansätze, die
der Hund bereits zeigt und klickt
sobald der Hund diese zeigt. Mit der
Zeit kann so ein Verhalten immer
mehr ausgebaut werden. Der Hund
verbindet nun das Klicken mit der
zuvor antrainierten Belohnung.
Wenn man also zuvor Futter gegeben
hat, so weiss der Hund, dass das
Klicken Futter bedeutet. Auch
dann wenn man das Futter nicht in
genau dem Moment im Hundemaul
erscheinen lassen kann. Es reicht,
wenn man den Hund danach zügig
belohnt. Die Belohnung sollte aber
auch hier in keinem Fall wegfallen.
Allgemein lässt sich sagen, dass mit
dem Klicker das zeitliche Abstimmen
der Belohnung viel leichter fällt. Das
Ziel des Klickertrainings ist es, die
Auftretenswahrscheinlichkeit
des
ge­­wünschten Verhaltens zu er­hö­
hen, was die Basis der positiven
Verstärkung ist. Man bestraft also
nicht unerwünschtes Verhalten,
sondern belohnt zuerst nur die Ansätze, dann das gesamte gewünschte
Verhalten. Dies macht das ganze
Training stressfreier und effizienter.
Seite 21
Heutzutage wird das Klickertraining
nicht nur bei Hunden angewandt,
sondern auch bei Katzen, Vögeln,
Ziegen und vielen weiteren Tieren.
Es vereinfacht die Kommunikation
zwischen Tier und Mensch und
stellt eine gute Möglichkeit dar,
erwünschtes Verhalten zeitgenau mit
Signalen, welche leicht verständlich
sind und den Tieren ein gutes Gefühl
geben, zu belohnen.
Bericht von Pascale Hutter
Patenkatzen
Hätten Sie gerne ein Haustier,
können dieses aber aus ver­
schiedenen Gründen, wie bei­
spiels­weise Allergien, nicht hal­
ten?
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telbare Katze der Katzenstation
in Montlingen zugewiesen,
über welche sie regelmässig
Informationen und Bilder er­
halten.
Bei Interesse können Sie den
Be­trag mit dem Betreff Paten­
schaft überweisen oder finden
mehr Informationen unter
www.tierschutz-rheintal.ch
Die Tüpfelhyänen
Tüpfelhyänen sind die häufigsten
Grossraubtiere afrikanischer Sa­
van­nen. Sie leben in Clans von bis
zu 100 Mitgliedern und zeigen ein
hochkomplexes Sozialverhalten.
Weibchen sind speziell, weil die
Clans von ihnen dominiert werden.
Sie haben zudem die komplette
Kontrolle über die Paarung, weil die
Männchen dafür die Unterstützung
der Weibchen brauchen. Den Partner
auswählen zu können ist für die
Weibchen sehr wichtig, da sie sehr
viel in ihre Jungen investieren.
Vielen Dank Smilla!
Mit diesem Bericht möchten wir ein
ganz besonderes Mädchen vorstellen,
welchem schon mit 10 Jahren das
Wohl der Tiere am Herzen liegt.
Smilla Bruderer aus Lüchingen hat
aus eigenem Antrieb 250 Fr. für den
Tierschutz-Verein Rheintal gesam­
melt.
Dabei hat sie nicht nur ihr Geburts­
tagsgeld von Verwandten und Be­
kannten gespendet, sondern auch
einen Verkaufsstand vor ihrem Haus
eingerichtet und fleissig Artikel für
Tiere verkauft.
Auf dem Bild kann man Smilla in der
Katzenstation in Montlingen sehen,
wo sie zusammen mit ihrer Gross­
mutter einen Tag lang mithelfen
konnte.
Wir möchten dir, Smilla, mit diesem
kurzen Bericht ganz herzlich danken!
Wir schätzen jeden Franken von dir
sehr und hoffen, dass du deine Freude
an den Tieren weiterhin behältst und
pflegst.
Bericht von Jennifer Pizzeghello
Seite 22
Die Weibchen sind durch diese
Kontrolle eher wählerisch. Aufgrund
von Vaterschaftsanalysen von mehr
als Tausend Jungtieren wissen wir,
dass Weibchen Männchen be­
vor­
zugen, die freundlich zu ihnen sind
und sie nicht bedrängen oder zu
monopolisieren versuchen. Männ­
chen investieren deshalb viel Zeit
und Energie in die Entwicklung von
freundschaftlichen Beziehungen zu
den Weibchen. Die Weibchen bevor­
zugen auch Männchen, die nach ihrer
Seite 23
Geburt in ihren Clan einwandern um
so Inzest zu vermeiden.
Junge Tüpfelhyänen werden, im
Gegensatz zu den Jungen aller
anderen Raubtiere, mit offenen Augen
und durchgebrochenen Zähnen ge­
boren. Zwillinge kämpfen gleich nach
der Geburt um den Zugang zu Zitzen
und Milch der Mutter, und während
den ersten 7 Wochen wird so geklärt,
wer von beiden dominant ist.
Tüpfelhyänen sind sehr geschickte
Jäger. Sie jagen meist Gnus, doch
können sie auch ausgewachsene Büffel
reissen. Hyänen jagen gemeinsam
oder in kleinen Gruppen indem sie
in moderater Geschwindigkeit in eine
Herde rennen, ein Beutetier aus­
wählen und es dann mit bis zu 60
km/h über lange Distanz verfolgen,
bis das Tier erschöpft aufgibt.
Bericht von Jennifer Pizzeghello
Unsere Tiere freuen sich auf Ihre Unterstützung!
Mit Ihrem Mitglieder-Beitrag können Sie unsere Arbeit unterstützen.
Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Tierschutz-Vereins Rheintal
arbeiten unentgeltlich und ehrenamtlich.
Jahresbeitrag einzeln: 40.- Fr.
Jahresbeitrag Familie: 60.- Fr.
Gerne nehmen wir auch Spenden ohne Mitgliedschaft entgegen. Bei den
nachfolgenden Spendenkonten haben Sie keine Spesen zu verbuchen.
Allgemein:
Katzen:
Hunde:
IBAN CH74 8129 6000 0020 8480 1
IBAN CH74 8129 6000 0020 8482 1
IBAN CH74 8129 6000 0020 8484 5
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Ein herzliches Dankeschön für Ihre Mithilfe!
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