Mabon - Bruno Schneider

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Mabon
2006
Mabon 2006
Seite 1
Vorwort
Liebe Fr
F eundInnen des Erdenkindes,
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mit dem zweiten Erntef
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J hreskreis begrüß
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r änglichkeit allen Seins bewusst.
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Sich-gemütlich-Machen auf
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T e... Dass mich die
Melancholie des He
H rbstes auch sehr tief
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a vielleicht daran liegen,
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ich im He
H rbst geboren bin. We
W r weiss?
Ein paar gemütliche Momente mit dem aktuellen Erdenkind wünsche ich euch
allen! Mein herz
r licher Dank geht wie immer an die AutorI
r nnen! Un
U d an
Schattenreiter: als Anlauf
ufstelle bei technischen No
N tf
tfällen...
Liebe Grüß
ü e,
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Eure Mania
inoli
Mabon 2006
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Inhalt
Erdenkind
Mabon 2006
Inhalt
Mabon
Gottheiten-Reihe Der irisch-keltische Gott Manannan mac Lir
Gottheiten-Reihe Die hellenische Demeter
Wissenswertes Ein schöner Tag?
Rezepte Rezepte im Herbst
Jahreskreis Altweibersommer
Geschichte/Mythologie Der keltische Krieger
Geschichte/Mythologie Erdgeister aus der keltischen Sagenwelt
Geschichte/Mythologie Walküren
Reihe Natur des Jahres 2006 Die Seekanne
Reihe Natur des Jahres 2006 Die Gemeine Flussmuschel
Farben-Reihe Die Farbe Blau
HeilPflanzen Kapuzinerkresse
Impressum
Mabon 2006
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Mabon
Feste feiern
Mabon - Herbst-Tag-undNachtgleiche - Herbstäquinox Ernte-Dankfest
(um den 21. September)
Sieh, die Blätter, sie fallen
Auf die Erde zurück.
Die Tage voll Sonne, die prallen,
Waren doch nur ein vergängliches
Glück.
Doch so ist der Lauf der Zeit:
Alles vergeht irgendwann.
Innerlich mache ich mich schon bereit Die dunkle Zeit bricht jetzt an!
In die Tiefe, in die Tiefe müssen wir
gehen,
Und dann werden wir vielleicht
verstehen,
Was es heißt gestorben zu sein Wir werden wieder winzig und klein.
Reduziert auf meinen innersten Kern.
Wie ein Samenkorn in Mutter Erdes
dunklem Schoß
Erkenn ich mich selbst und warte gern,
Denn ich weiß: Eines Tages bin ich
wieder groß.
So schlage ich Wurzeln in den Tiefen
meiner Seele...
Mit freundlicher Genehmigung: Iris Sümenicht
www.pixelquelle.de
([email protected])
Mabon 2006
Mit dem Eintreten in das Sternzeichen
Waage erleben wir für einen kurzen
Zeitraum
einen
Zustand
des
Gleichgewichts. Tag und Nacht sind
gleich lang, aber von nun an wird die
Dunkelheit
wieder
die
Herrschaft
übernehmen.
Es ist die Zeit, in der wir vom Sommer
Abschied nehmen.
Die Herbst-Tag-und-Nachtgleiche ist das
Gegenstück
zur
Frühjahrs-Tag-undNachtgleiche (Ostara). Während zu
Ostara das Licht zu wachsen beginnt,
kündigt
die
Herbst-Tag-undNachtgleiche die Dunkle Jahreszeit an.
"Die gleissende Helligkeit der hohen Zeit
der Sonne weicht goldenen Licht der
sich
zurückziehenden
Sonnenkraft."
(www.lichtfocus.de) Der Gott steht kurz
vor seinem Tod. Auch unter uns
Menschen werden in der dunklen Zeit
einige mehr sterben als in der hellen
Jahreshälfte. Doch ist der Tod für uns
naturreligiöse
Menschen
nicht
ausschließlich mit Ängsten behaftet.
Schließlich gehört er zum Zyklus von
Geburt und Leben (und Wiedergeburt)
dazu. So wie die Felder uns jetzt öd und
leer - leblos - erscheinen, so lebt doch
die Fruchtbarkeit der Äcker in der Ernte
fort, die jetzt eingebracht ist und uns im
Winter nähren und am Leben erhalten
wird. Die Göttin beschenkt uns in diesen
Tagen mit all ihrer Fülle, und wir danken
ihr für die reiche äußere und innere
Ernte. Denn wir denken schlußendlich
auch an alle glücklichen Ereignisse, die
uns in diesem Jahr widerfahren sind.
Dankbar bereiten wir uns nun auf die
Auszeit vor, auf die Zeit des Ausruhens:
die Dunkelheit, die den Winter mitbringt.
Für viele von uns schliesst sich hier
auch der Jahreskreis.
Die Herbst-Tag-und-Nachtgleiche ist ein
Sonnenfest. Astronomisch gesehen ist
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Mabon
es ein bewegliches Fest und findet um
den 21. September herum statt.
Mancherorts wurde es auch auf den 25.
September festgelegt.
Denn das Christentum feiert ungefähr in
der selben Zeit ebenfalls ihren Erntedank.
Hier ist dieses Datum verbunden mit St.
Michael (Michelmaas), ein Fest zu Ehren
des
Erzengels
Michael.
Michael
verbannte Lucifer - den "Lichtbringer" - in
die dunkle Hölle. Hier wird die
Übernahme der oben beschriebenen
Symbolik durch das Christentum deutlich.
So wurden auch alle vier Quartale samt
den dazu gehörigen Festen jeweils einem
Erzengel zugeordnet.
Der Sommer ist vorbei, der heutige
Kalender markiert den Herbstanfang. Es
ist die Zeit, in der die Ernte eingefahren
ist und wir uns über die Erfolge unserer
Arbeit freuen. Eine Zeit in der wir danken
und feiern. "Dein Haus, dein Herz, deine
Seele ist gefüllt mit dem, was du für den
langen Winter brauchst." (Sibylle Silvia
Helesic
Schamanca;
http://schamanca.de)
Die Früchte sind herangereift, Mutter
Natur beschenkt uns mit der ganzen Fülle
ihrer Gaben. Neben all den unzähligen
Früchten sind es jetzt auch besonders
Pilze und Nüsse, die geerntet werden.
Die Laubbäume erfreuen uns mit ihrer
einzigartigenFarbenpracht, als gäben sie
sich besonders viel Mühe, uns vor der
langen dunklen Zeit noch einmal all ihre
Herrlichkeit
zu
offenbaren.
Doch
spätestens das Sammeln der Zugvögel
gemahnt uns an die Zeit, die uns jetzt
bevorsteht.
Und
dass
jetzt
die
Vorbereitungen für den Winter getroffen
werden müssen.
Aber wir alle wissen auch die Vorzüge
dieser Tage und Nächte zu schätzen.
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Wer von uns liebt es nicht, sich abends
bei
Ofenwärme
und
Kerzenschein
gemütlich auf´s Sofa zu kuscheln?
Wir halten Rückschau über vergangene
Ereignisse und Begegnungen. Es wird
Bilanz gezogen: Was hat man erreicht?
Welche Arbeiten sind abgeschlossen und
welche nicht? Sollen diese überhaupt zu
Ende gebracht werden? An früh dunkel
werdenden Tagen und langen Abenden
haben wir genügend Zeit um uns über
Projekte im neuen Jahr Gedanken zu
machen und Pläne zu schmieden.
Mabon ist eine Zeit der Dankbarkeit.
Opfergaben werden gebracht für Tiere
oder Naturwesen. Oft wurde aus den
letzten Ähren und Konrblumen ein Strauß
gebunden und auf dem Feld gelassen.
Um die letzte Ähre wurde gebetet und
getanzt, um die Dankbarkeit gegenüber
den Wesen der Natur Ausdruck zu
verleihen. (www.lichtfocus.de)
Wir wissen, unsere Speicher sind gut
gefüllt und wir werden die dunkle Zeit gut
überstehen.
"Es
ist
ein
letztes
Abschiednehmen - ein letzter Gruß bevor der Herbst mit seinen Stürmen der
Natur
das
Leben
aushaucht..."
(www.lichtfocus.de)
Überlege dir was du nun mit nimmst in
die lange Zeit der Dunkelheit. Schau was
sich bewährt hat, was neu hinzu
gekommen ist, was wertvoll ist, was du
besser zurück lässt. Unnötiger Ballast
behindert dich auf deinem Weg, zu wenig
lässt dich hungern und frieren! Also,
wähle gut! (Sibylle Silvia Helesic
Schamanca; http://schamanca.de)
"Und dann besteige dein Boot, über den
großen Fluß, hinab in die dunkle Welt des
Ausruhens.
Dort
ist
Schutz
und
Geborgenheit und eine lange Zeit des
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Mabon
Ausruhens für dich."
Helesic
http://schamanca.de)
(Sibylle Silvia
Schamanca;
Die Sonne steht in der Waage. Alles wird
gemessen und abgewogen.
Die Zeit um Mabon ist geeignet für nach
innen gerichtete Magie, als Gegenpart zu
der Zeit von Ostara bis heute, die die Zeit
für nach außen gerichtete Magie
symbolisiert. Das Stärken der inneren
Kräfte gelingt mittels magischer Rituale
von nun an am besten.
Symbole und Bräuche
Symbole für Mabon:
Wein und Weinranken, Herbstlaub, Pilze
und
Nüsse,
Vogelbeeren
und
Hagebutten,
Äpfel
und
anderes
geerntetes
Obst,
Getreide
(Weizengarben) und Brot, alles rund um
die Ernte.
Vorherrschendes Element:
Wasser
Charakteristische Farben:
Rot-, Gelb- und Brauntöne aller Art Orange, Indigo, Gold, Rost, Kupfer,
Mahagoni, Violett
Kerzenfarben:
Orange, Dunkelrot, Gelb, Indigo, Braun
Steine:
Amethyst, gelber Topas, Lapislazuli,
Saphir, gelber Achat, Steine die im Fluss
gesammelt wurden
Tiere:
Hunde, Wölfe, Raubvögel, Eulen
Mythische Wesen:
Gnome, Minotaurus, Sphinx, Zyklop
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Kräuter/Pflanzen:
Astern,
Benzoe,
Disteln,
Eicheln,
Eichenblätter,
Salbei,
Ringelblumen,
Farne, Geißblatt, Weintrauben, Efeu,
Haselnuss, Zeder, Tabak
Dekorationen/Altar:
Eicheln, Herbstblätter, Zapfen, eine
kleine Figur die den Mutteraspekt der
Göttin
symbolisiert,
Getreideähren,
getrocknetes und frisches Obst, Gemüse,
Blumen
Räucherung/Aroma für den Sabbat:
Benzoe und Salbei,
Myrrhe, Muskat, Jasmin, Sandelholz,
Zimt,
Beifuß
Tarotkarte:
Gerechtigkeit
Gottheiten:
Alle Weingötter, speziell Dionysos und
Bacchus,da speziell auch die Zeit des
Weines beginnt.
Sterbende Gottheiten wie Lugh und Bal.
Persephone und Hades - die Eleusischen
Mysterien, die sich um Persephone
drehten fanden um dieses Datum statt.
Merkur, Morgan, Epona
Magie:
nach innen gerichtet,
Schutzmagie,
alles
Selbstwertgefühl stärkt
was
das
Ritual-Themen:
Erntedank, Nahrungsdank,
das vergangene Jahr abwägen, was kann
ich ernten, was kann ich wegwerfen, was
behalten,
Identifizieren
von
unnötigen
Angewohnheiten
und
emotionalem
Ballast,
für Gleichgewicht arbeiten,
denen geben die weniger glücklich sind
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Mabon
Weitere Aktivitäten:
Persephone-Mythos,
Kornpuppen,
Brot in Form eines Gottes oder einer
Göttin backen und dann den Elfen und
kleinem Volk opfern,
eine Apfelpuppe machen,
Wein selber herstellen oder Met,
einen Hexenbesen herstellen
Mythologie:
Mabon und Modron
Persephone, Hades, Demeter
Planetenbezug:
Venus
Themen:
Liebe, Harmonie, Ausgleich, Ernte
Bräuche, Sagen und Legenden, die
dieses Fest begleiten:
Kornkränze und Obstkörbe schmücken
die Türen und Eingänge.
Kartoffelfeuer mit leckeren Grillkartoffeln
und Laternelaufen, um die Dunkelheit zu
erhellen.
Rezepte
entnommen von: www.oktobermond.de
Holundersaft und Grog
2 kg Holunderbeeren
500 g brauner Zucker
evtl. 1-2 süße Äpfel
evtl. eine Zimtstange
"Die Beeren waschen und von den
Dolden "abstriemeln" (geht am besten mit
der Gabel). Dann mit ca. einem halben
Liter Wasser zum Kochen bringen, damit
die Beeren platzen und der Saft austritt.
Wenn man möchte, kann man eine
Zimtstange und/oder Äpfel mitkochen.
Den Fruchtbrei durch ein Baumwolltuch
Mabon 2006
filtern und den so erhaltenen Saft mit
dem Zucker aufkochen. Möglichst heiß in
saubere vorgewärmte Flaschen füllen
und luftdicht verschließen.
Die Beeren sind roh übrigens nicht
genießbar,
man
bekommt
davon
Bauchschmerzen.
Der Holunder hilft nicht nur gut gegen
Fieber und Erkältungskrankheiten, er
schmeckt auch ganz lecker - besonders
als Grog! Einfach halb und halb mit
kochendem Wasser mischen und einen
Schuß Rum dazugeben - fertig!..."
Mabon
Zu Mabon selbst habe ich auf
www.mabon.de folgendes gefunden und
möchte es etwas zusammengefasst hier
wiedergeben:
Mabon ist eine Figur aus der keltischen
Mythologie.
In
der
Artus-Legende
symbolisiert er das begabte Kind, dessen
vielversprechende Kräfte durch die Hilfe
von Menschen, Halbgötter, alten und
weisen Tieren freigesetzt werden müssen.
Modron ist die Mutter Mabons. Er gilt als
"Sohn des Lichts". Mit nur drei Tagen
wird er entführt und versteckt. Artus
beauftragt Kai und Gwrhyr, Mabon und
seinen Hund zu finden. Dabei bestehen
beide Helden abenteuerliche Prüfungen
und bekommen Hilfe von Fremden.
Zu finden ist diese Geschichte im
"Mabinogion", einem alten keltischen
Mythenkreis. Sie wurde in vielen
Weitererzählungen
abgewandelt.
Kai
besitzt zauberhafte Kräfte und Gwrhyr
vermag mit Tieren zu sprechen.
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Mabon
www.pixelquelle.de
Rübenfeld
Kornkönig vorsichtig mit ein paar
Opfergaben (z.B. Blumen) in das Loch.
Dankt nun der Göttin für die Ernte.
Verabschiedet dann den Kornkönig und
wünscht ihm eine gute Reise. Bittet die
Göttin nun um Schutz und Beistand für
die kommenden dunklen Monate.
Grabt das Loch wieder zu und setzt
euren Spaziergang fort."
Erntesuppe
So holt er sich Rat von Amsel, Hirsch,
Eule, Adler und Lachs. Dargestellt wird
durch diese Allegorie der Weg nach
Innen. Mit jeder gelösten Aufgabe gelingt
Erkenntnis.
"Kocht doch zusammen eine Erntesuppe.
Eine lecker gemischte Gemüsesuppe
oder einen Möhreneintopf.
Möhren-Kartoffel-Eintopf:
Mabon wird gerettet und wieder in die
Tafelrunde aufgenommen. Er wird mit
Befreiung und Einheit in Verbidung
gebracht. Seine Attribute sind Harmonie,
Musik und Dichtkunst. Im keltischen
Jahreskreis ist er als "Lichtbringer im
Winter" beschrieben.
Mabon für Kinder
...auch das sollte nicht fehlen.
Dazu möchte ich euch zum Abschluss ein
paar nette Anregungen weitergeben. Ich
zitiere Mooncat von ihrer Website
www.katzenmond.de :
Die Rückkehr des Kornkönigs in die
Erde
"Mach mit deinem Kind einen schönen
Herbstspaziergang.
Nehmt den Kornkönig mit, den ihr an
Lammas zusammen gebastelt habt oder
bastelt vor dem Spaziergang schnell
noch einen. An einer besonders schönen,
ungestörten Stelle grabt zusammen mit
bloßen Händen ein Loch. Bettet den
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750 g Möhren
500 g Kartoffeln
2 mittelgroße Zwiebeln
Brühe (Glas oder Würfel)
gehackte Petersilie
(Baconscheiben)
Die Möhren in Scheiben und die
Kartoffeln in Würfel schneiden. Die
Zwiebeln in kleine Würfel schnippeln und
in etwas Margarine oder Butter leicht
andünsten.
Dann die Möhren und Kartoffeln dazu. Mit
Wasser aufgießen und aufkochen. Etwas
Brühe mit dazu geben. Ca. 20-30 Min.
köcheln lassen. Mit Pfeffer und Salz
abschmecken.
Für
eine
"NichtVegetarische-Variante"
die
Baconscheiben in 3 Teile schneiden und
kross in der Pfanne braten. Zum
Anrichten den Eintopf auf Teller verteilen,
ein paar Baconscheiben oben drauf und
mit etwas gehackter Petersilie bestreuen.
Dazu schmeckt ein Stück
Bauernbrot super lecker."
kräftiges
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Mabon
Äpfel trocknen
"Stecht
aus
einem
Apfel
das
Kerngehäuse raus und schneidet ihn in
nicht zu dicke Scheiben, so daß das Loch
in der Mitte ist. Fädelt nun die
Apfelscheiben auf eine Schnur und lasst
sie ca. 3 Tage über der Heizung
trocknen. Die getrockneten Apfelscheiben
schmecken sehr lecker mit ein bisschen
Zimt-Zucker. Man kann sie aber auch
wunderbar zum basteln verwenden."
www.pixelquelle.de
Obst,
Gemüse,
Getreide,
Blumen,
Bauern, Laub... usw. Oder malt es
einfach auf Papier und schneidet es aus.
Jetzt fügt ihr die Bilder zu einer schönen
Collage zusammen, indem ihr die Bilder
auf ein großes Stück Pappe oder
Tonpapier klebt."
Kartoffel-Feuer
"Was auch immer supertoll in die
Erntezeit passt ist, meiner Meinung nach,
ein schönes Kartoffel-Feuer. Dazu passt
dann ein schöner Kräuterquark und
Stockbrot."
Eine Sache zum Ablauf bringen
www.pixelquelle.de
Ernte-Collage
"Bastelt zusammen eine Ernte-Collage.
Schneidet dazu einfach aus Zeitungen
und Zeitschriften Dinge aus, die zum
Thema "Ernte" und "Herbst" passen z.B.
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"Das Jahr geht nun zu Ende. Da ist jetzt
die beste Gelegenheit eine Sache, die
man schon lange vor sich hingeschoben
hat, zu vollenden. Das kann z.B. eine
Bastel- oder Handarbeit von deinem Kind
sein, ein Buch das du schon lange zu
Ende lesen wolltest, der Kleiderschrank
der schon lange mal wieder aufgeräumt
werden sollte usw. Da fallen euch
bestimmt einige Sachen ein."
Quellen:
www.matriarchat.net
www.oktobermond.de
www.brauchtumsseiten.de
www.mabon.de
www.hexenthing.de
www.lichtfocus.de
www.katzenmond.de
Mania
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Gottheiten-Reihe
Der irisch-keltische Gott
Manannan mac Lir
Manannan Mac Lir, Sohn des irischen
Meeresgottes Lir, erhielt seinen Namen
von der Isle of Man, die in der Irischen
See auf halbem Wege zwischen Irland
und Britannien liegt und soll der
Lokalgeist oder die Verkörperung der
Isle of Man sein.
Manannan war ein Meergott, Magier,
Heiler und Herrscher. Als Totengott
herrscht er über Mag Mell. Gleichzeitig
ist er auch der Herrscher über die
Meere, jenseits des Landes der Jugend
und der Inseln der Toten. Er wurde zum
Hochkönig der Tuatha de Danaan,
nachdem diese sich in die Andere Welt
zurückgezogen hatten.
Er lebt auf der Insel Emain Avalach
(Insel der Apfelbäume), von wo aus er
sich auf Tir Tairngire um die Götter
kümmert. Diese umhüllt er mit einem
Mantel, der sie unsichtbar macht, und
richtet ihnen Festmähler aus, in denen
er sie aus seinem stets gefüllten Kessel
speist, der die Götter vor Alter und
Verfall schützt. Schweine, die er abends
schlachtet, stehen am nächsten Tag
wieder unversehrt in ihren Ställen. Seine
Beinamen sind "Lodan" und "Oirbsen",
als Lodan ist er der Vater der Göttin
Sinend, als Oirbsen ist er der Geist des
Sees Loch Oirbsen in Irland. Seine Frau
ist Fand, eine berühmte Schönheit und
Zwillingsgöttin mit ihrer Schwester
Liban, sie wachen zusammen über die
heiligen Quellen Irlands. Zu dem war sie
eine Göttin der Heilung und des
irdischen Vergnügens. Sie verliebte sich
in Cuchulainn, den Helden aus Ulster.
Er tritt in unterschiedlichsten Gestalten
und Verkleidungen mit den Menschen
Irlands in Kontakt, so als riesenhafter
Schmied Culann oder in Gestalt eines
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Gauklers der Narren. Als Herrscher des
Meeres fährt er mit seinem Streitwagen
über die See und gilt neben Tethra als
Beherrscher von Mag Mell (Ebene der
Freude), die auch Tir na nOg ("Land der
Jugend") genannt wird, und über die
Gesegneten Inseln. Aber sie entschloss,
sich doch bei ihrem Gatten, dem
Meergott, zu bleiben. Bei der Erinnerung
an einander und mit Hilfe eines
magischen Umhangs sorgte Manannan
dafür, dass sich die beiden Liebenden
nie wiedersahen.
Manannan hatte eine Vielzahl von
Kindern, sowohl göttlicher auch als
sterblicher Herkunft. Seine berühmteste
Söhne sind Gaiar (Oder Gaidiar),
Mongan und Cormac und Lugh, die als
seine Adoptivsöhne galten. Einer seiner
sterblichen Söhne, Mongan, soll mit der
gleichen List gezeugt worden sein wie
es bei Artus war.
Manannan schlief mit der Königin von
Ulster, die in ihm ihren Mann wähnte.
Mongan
erbte
übernatürliche
Fähigkeiten und wurde zu einem großen
König und mächtigen Krieger.
Manannan Mac Lir war ein tapferer und
edler Krieger. Er zog einen Wagen
ebenso leicht über die Wellen wie über
Land und soll ein Schiff besessen
haben, das alleine segeln konnte.
Manannan ist Besitzer verschiedener
magischer Gegenstände: Sein Boot
gehorcht demjenigen, der auf ihm fährt.
Es braucht auf seiner Fahrt weder
Steuer noch Segel. Sein Pferd heißt
"Aonbarr". Es bringt ihn sowohl übers
Land wie auch übers Wasser. Sein
Schwert durchdringt jede Rüstung und
sein
Umhang
verleiht
ihm
die
Unsichtbarkeit. An seinen Sohn Cormac
gab er einen magischen Pokal der
Wahrheit. Seinem Adoptivsohn Lugh
überrechte er sein magisches Schwert,
das sein Ziel nie verfehlt und jede
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Gottheiten-Reihe
Rüstung durchdringt. Manannan trägt
einen weiten Mantel, der die Farbe
ändern kann. Wenn es stürmte, sagt
man, der zornige Manannan schreitet
umher und wenn man ganz genau
hinhört, kann man vielleicht sogar seinen
Mantel im Wind flattern hören.
Manannan wird auch die Eigenschaft das
Wetter
vorhersagen
zu
können
zugeschreiben. Er erreichte dies durch
Beobachtung des Himmels. Wellen, die
mit Meeresschaum bedeckt sind, gelten
als seine Pferde.
Im Mittelalter hielt man Manannan für
einen reichen Kaufmann von der Isle of
Man der aufgrund seiner vollkommenen
Fähigkeiten als Seefahrer von den Iren
als ein "Gott des Meeres" bezeichnet
wurde. Wahrscheinlicher jedoch ist, dass
er auf eine alte keltische Gottheit
zurückzuführen ist. Auf der Isle of Man
wurde er unter dem Namen Mannan
(beziehungsweise
Mannan-beg-mac-yLeir) verehrt. Dort opferte man ihm am
Die hellenische Demeter
Demeter ist als Göttin den modernen
Heiden nicht unbekannt. Insbesondere
ihr enger Bezug zu Fruchtbarkeit in allen
Formen macht sie bei naturreligiösen
Menschen zu einer recht beliebten
Göttin. Außerdem wird sie oft als eine
der großen Frauengöttinnen betrachtet,
die eine besondere Bedeutung in der
feministischen
Spiritualität
genießt.
Freilich empfindet und erlebt jeder diese
Göttin ein wenig anders und deshalb
möchte ich hiermit gerne mein Wissen
und meine Erfahrung aus hellenischer
Sicht anbieten, denn Demeter ist und
bleibt schließlich eine Göttin des
griechischen Pantheons.
Über
die
"Demeter"
Herkunft
herrscht
Mabon 2006
des
Namens
absolut
keine
Mittsommerabend grünes Gras und
erflehte seinen Segen für den Fischfang
und die Seefahrt. Auch glaubte man,
dass er mit Hilfe seiner magischen
Fähigkeiten aus Erbsenschoten eine
vermeintliche Flotte von Kriegsschiffen
erzeugen könne, um mögliche Invasoren
abzuschrecken.
Sein walisischer Namensvetter
ist
ebenfalls Manannan oder Manawyddan.
Anders als bei den irischen Kelten ist
Manannan bei den Walisern ein Gott der
Bauern und Schuhmacher. Er ist der
Sohn von Llyr, der Bruder von Bran und
der Gatte von Rhiannon. Angeblich
wurde die Festung Annoeth von ihm aus
Menschenknochen errichtet.
Quellen:
www.wikipedia.de,
www.anderswelt.druidenwelt.de
Weidenkind
Einigkeit. Cicero statuiert, dass es sich
bei der Silbe "de" um eine Entsprechung
von "ge", also Griechisch für Erde
handelt, wohingegen andere Quellen
eine Herleitung vom kretischen Wort
"déai" für Gerste anbieten. Eindeutig ist
nur der Namensteil "meter", welcher so
viel
bedeutet
wie
Mutter.
Sind
Übersetzungen als Erd-, Gersten- bzw.
Getreidemutter nur bedingt schlüssig, so
sollten wir lieber nur an dem mütterlichen
Anteil festhalten. Demeter, wie wir sie
heute
verehren,
ist
nämlich
mit
Sicherheit nicht die große Erd- und
Allmutter, die sich in der Gesamtheit der
Natur äußert, wie man es von
naturreligiösen
Glaubensrichtungen
kennt, und ist genauso wenig reduziert
auf das Hoheitsgebiet des Getreides
(oder gar ausschließlich der Gerste).
Wohl bestehen zwischen diesen beiden
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Gottheiten-Reihe
Elementen und der Göttin Verbindungen,
aber die Hauptbetonung muss wohl eher
auf der Bedeutung als Mutter liegen.
Demeter ist nämlich die mütterliche
Göttin
schlechthin
unter
den
Olympischen. Sie ist die regelrechte
Verkörperung der Mutterschaft mit all
seinen Aspekten. Sie entspricht und
hütet die hellenischen Idealvorstellungen
der verheirateten Frau und Mutter. Man
trifft Demeter jedoch kaum als stilles
Heimchen am Herdfeuer an (das ist wohl
eher ihre Schwester Hestia), nein sie lebt
und liebt das Leben. In dieser Hinsicht
zähle ich Demeter gerne zu den
Fröhlichsten unter den Göttern. Die
Mutterschaft mit all ihren Facetten ist für
Demeter
keine
Pflicht,
sondern
entspricht ganz ihrem Wesen, welches
sie mit absoluter Hingabe auslebt.
Die Mythologie unterstreicht all jene
Eigenschaften, die im Leben einer Frau,
dessen Höhepunkt nach hellenischen
Vorstellungen die Mutterschaft sein
muss,
zum
Tragen
kommen.
Unermüdlich, stark und hartnäckig
erleben wir Demeter auf ihrer Suche
nach der verschwundenen Tochter im
homerischen Hymnus. Mahnend und
streng erscheint sie im Hymnus des
Callimachus, wenn sie den Frevler mit
Heißhunger straft. Fürsorglich zeigt sie
sich den Menschen gegenüber in ihrem
Geschenk der reifen Getreideähre und
der Fähigkeit Samen zu kultivieren.
Unendlich
und
alle
Grenzen
überwindend ist ihre Liebe in den
Mysterien, indem sie dem Eingeweihten
eine Heilserwartung auf ein glückliches
Jenseits schenkt.
Vielfach wird Demeter als eine reine
Frauengöttin verstanden, was allerdings
ihre
tatsächlichen
Wirkungsbereiche
allzu sehr einschränkt. Ja, Demeter hat
mit
Sicherheit
eine
besondere
Bedeutung für das Leben der Frau,
Mabon 2006
insbesondere für dessen Übergänge
zum Beispiel, wenn das Mädchen aus
der väterlichen Obhut zu ihrem Gatten
entlassen wird oder auch im Rahmen der
Geburt, wenn aus der verheirateten Frau
eine Mutter wird. Hierbei ist sie allerdings
keine göttliche Geburtshelferin in dem
Sinn sondern eine Initiationsgöttin. Ihre
"Zuständigkeit für Übergänge" reicht
aber weit über das Leben der Frau
hinaus und betrifft die Entwicklung jedes
Menschen,
der
menschlichen
Gemeinschaft, ja sogar der Gesamtheit
des
Menschengeschlechtes.
Zum
Beispiel wird Demeter nach Zeiten des
Krieges für einen sanften Übergang in
friedliche Zeiten angerufen. Demeter
reichte auch dereinst ihre hilfreiche Hand
beim Übergang zur Sesshaftigkeit indem
sie den Ackerbau und was dazu gehört
lehrte und bewahrt stets ein Auge auf
den Fortbestand und die Entwicklung der
Menschen.
Aus diesem Grund wird sie als Mutter
auch eng mit der Fruchtbarkeit verknüpft,
welche die notwendige Grundlage für
den Fortbestand bildet; einerseits die
Fruchtbarkeit
der
Menschen
und
andererseits auch jener der Tiere und
Felder, welche als Lebensgrundlagen
eine nicht weniger bedeutende Rolle
spielen.
Eines
ihrer
bekanntesten
Opfertiere ist zum Beispiel das Schwein,
welches als besonders fruchtbares Tier
gilt.
Wo das Leben gestärkt wird, da muss
auch dem Tod Raum gelassen werden.
Für
die
erdverbundene
und
lebensbejahende Demeter gibt es jedoch
kein Ende, sondern nur Wachstum und
Veränderung. Daher wird sie auch mit
dem Jenseitigen, diesem wichtigen
Bestandteil des Lebens verbunden,
entweder direkt oder über ihre Tochter
Kore beziehungsweise Persephone, die
Gattin des Gottes, der so viele Gäste
bewirtet, welche als Königin die
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Gottheiten-Reihe
Unterwelt mitregiert. Ihre Tochter sowie
deren
"Räuber"
(oftmals
Hades
möglicherweise aber auch Dionysos)
spielt auch eine wesentliche Rolle in den
Mysterien von Eleusis, deren geheimste
Riten über die Jahrtausende leider
verloren gegangen scheinen.
Auch die sonstigen Demeterfeste, die in
der
gesamten
griechischen
Welt
verbreitet waren, sind nur lückenhaft
überliefert. Gesichert scheint einzig, dass
manche dieser Feste bzw. zumindest
ihre Kernriten in manchen Teilen
Griechenlands nur den Frauen (oder gar
nur den edlen Frauen) vorbehalten
waren, wie man zum Beispiel auch
Aristophanes'
Komödie
"Thesmophoriázusai" entnehmen kann.
Die
größten
und
am
weitesten
verbreiteten Feste der Demeter scheinen
eben die Thesmophorien aus obiger
Komödie zu sein, welche im Herbst vor
dem
Einsetzen
der
winterlichen
Regenfälle
im
attischen
Monat
Pyanopsion
stattfinden.
Sie
sind
mehrtägig (wobei die Anzahl der Tage je
nach Ort variieren kann) und werden mit
der Aussaat verbunden, welche in
Griechenland zu dieser Zeit stattfanden.
Weitere Feste, die unter anderem mit
Demeter in Verbindung stehen, sind
unter anderem die Skira im Erntemonat
Skirophorion und die Haloa in Eleusis.
Die bekanntesten Epitheta (= Kulttitel
bzw. Beinamen) der Demeter sind Chlóe
(die
Grüne),
Karpophoros
(die
Fruchtbringende), als Erzieherin und
Pflegerin von Kindern Kourotróphos und
Paidophile, Erinys (die Rasende bzw.
Zornige),
Thesmophoros
(die
Gesetzgebende),
Haloas
(in
Zusammenhang mit dem Dreschen und
Mabon 2006
Aufspeichern
der
Getreideböden),
Eleusinia (die Eleusische, nach dem Ort
ihrer
Mysterien),
Khtonia
(die
Unterirdische,
in
ihrem
irdischen
Jenseitsbezug), Megalartos (nach einem
großen Opferbrot, welches ihr in Boiotien
dargebracht wurde) oder auch einfach
Megala
Meter
(große
Mutter)
beziehungsweise Megala Thea (große
Göttin). Homer bezeichnet Demeter unter
anderem auch als die Göttin mit dem
Kranz, wobei ich erwähnen möchte, dass
der Blumen- oder z.B. Lorbeerkranz eine
besondere
Bedeutung
in
der
hellenischen Religion hat, da er so etwas
wie ein äußeres Zeichen der selbigen ist.
In der Kunst wird Demeter meist
hoheitsvoll auf einem Thron sitzend
dargestellt oder in einem von geflügelten
Schlangen (Drachen) gezogenem Wagen
und manchmal von Schlangen begleitet.
Ihre Attribute sind zum Beispiel reife
Getreideähren, ein Korb gefüllt mir
Blumen und Feldfrüchten, der Lotusstab,
Mohn oder zwei Fackeln. Unter den
Pflanzen sind der Göttin übrigens unter
anderem Mohnblumen, Narzissen und
Myrte heilig. Häufig erscheint Demeter
auch in mythologische Situationen zum
Beispiel auf der Suche nach ihrer
verschwundenen Tochter Persephone,
oder als sie ihren Schützling, den
Königssohn Demophoon, in das Feuer
legt um ihm so Unsterblichkeit zu
verleihen.
Ein einfaches Gebet an die Göttin könnte
zum Beispiel folgendes Mantra sein:
"Mutter Demeter, gleich dir will ich die
Fülle des Lebens feiern."
Sassa
Seite 13
Wissenswertes
Ein schöner Tag?
Eine Grille zirpt verhalten zwischen den
hohen gelblichen Gräsern in die Stille
hinein. Die Hummel dagegen kommt
laut vernehmbar brummend angeflogen
und verkriecht sich in den leuchtenden
Blüten des Klees. Ein Windhauch lässt
die
Grashalme
leise
raschelnd
aneinander reiben. Er erfasst die
spinnwebfeinen
Schirmchen
der
Löwenzahnsamen und treibt sie dem
Waldrand entgegen. Noch brennt die
Sonne am Mittag heiß vom Himmel
herunter. Da ist es angenehm, die kühle
Erde zu spüren und den würzigen Duft
einzuatmen, der von ihr ausgeht.
Wunderbar ist es, die Sonnenstrahlen,
das Kitzeln der Grasspitzen und die
leichte Brise mit der nackten Haut
aufzusaugen. So liegen die zwei in der
Wiese. Ihr Kopf ruht in seiner Armbeuge,
die Beine der beiden sind ineinander
verschlungen, Schweiß glitzert auf der
Haut. Langsam findet der Atem wieder
einen ruhigeren Rhythmus. Er haucht ihr
einen zärtlichen Kuss auf die Lippen,
und bald sind sie erschöpft aber mit
einem
leuchtenden
Lächeln
eingeschlafen. Einer hat sie schon eine
ganze Weile beobachtet...
Und nun kommt es darauf an, wo sich
diese Szene abspielt. Der September ist
ein sehr schöner Monat zum verreisen.
Es gibt da in vielen Teilen Europas noch
wunderbare warme Tage, die in
wunderschöner Natur und entspannter
Urlaubsstimmung unter anderem auch
zum Sex im Freien verleiten können. In
Norwegen, Schweden und Bulgarien
(auch auf Jamaika und in Kanada) hat
es keine weiteren Konsequenzen, wenn
man doch einmal dabei beobachtet wird,
außer, dass es peinlich werden könnte.
Wenn man dagegen in Spanien
angezeigt wird, kann das zwischen
5.000 und 75.000 Euro Strafe kosten.
Auch in Frankreich wird man bis zu
15.000 Euro los. Gefängnisstrafen
drohen in Kroatien (zwei Wochen), der
Türkei (bis zu zwei Monaten), Portugal
(bis zu einem Jahr) sowie in
Griechenland und Italien (bis zu zwei
Jahren). In Rumänien ist es besonders
streng. Da kann man wohl bis zu sieben
Jahren im Gefängnis verschwinden.
Auch in Österreich "sitzt" man bis zu
sechs Monate für angezeigten Sex in
der Öffentlichkeit. Und in Deutschland
sollte sich die Wiese nicht neben einem
Spielplatz
oder
mitten
im
viel
begangenen Stadtpark befinden. Wenn
ja, können Freiheitsstrafen bis zu einem
Jahr verhangen werden. Üblicherweise
kommt man jedoch mit einer Geldstrafe
davon.
Quellen:
TV Spielfilm Nr. 9
STGB
inoli
Mania
Mabon 2006
Seite 14
Rezepte
Rezepte im Herbst
wird (Gewürze, die nicht in Pulverform
verwendet wurden, entfernen).
Wenn man im Herbst durch Wald und
Feld streift, findet man im September
Brombeeren und Holunderbeeren, im
Oktober reife Hagebutten und im
November
Wacholderbeeren
zum
ernten, die man dann zu Gelees,
Marmeladen, Säften, Weinen und
Likören verarbeiten kann. Das ist in
einer
normalen
Küche
ohne
übermäßigen Aufwand möglich. Mit
einer persönlichen Note, was das
Würzen und Mischen betrifft, und in
schöne Gläser bzw. Flaschen gefüllt,
sind sie praktische und willkommene
Geschenke zur Wintersonnenwende. Im
Folgenden ein paar schnelle und
einfache Rezepte.
Brombeersirup
Brombeersaft und Kristallzucker
(Gewichts-)Verhältnis 2:1
(Gewürzvorschlag:
oder Pfefferminze)
Holunderbeerensaft und Gelierzucker im
(Gewichts-)Verhältnis 1:0,8
(Gewürzvorschlag: Nelken, Kardamom)
(Mischvorschlag:
ein
Drittel
der
Gesamtsaftmenge
ist
Birnensaft
[Verhältnis ist dann 1:1])
Die nicht zu reifen Beeren mit Hilfe einer
Gabel von den Stielen abstreifen, etwas
zerdrücken und mit ein paar handvoll
Zucker vermischen. In einer Schüssel
zugedeckt an einem kühlen Ort einen
Tag ziehen lassen. Am nächsten Tag
die Beeren ohne Wasser bei geringer
Hitze
kochen,
bis
die
Früchte
aufspringen.
im
Lavendelzweige
Brombeersaft gewinnt man, indem man
vollreife Früchte in einem feuchten
Leinentuch zerdrückt. Der frische Saft ist
blutzuckersenkend und dadurch gut
geeignet für Diabetiker. Frisch ist er
jedoch nur einen Tag haltbar. Deshalb
sollte man ihn zu Sirup verarbeiten.
Zuerst stellt man aus dem Zucker
Krumpelzucker her, indem man ihn
erhitzt und soviel Wasser dazu gießt, bis
sich weiße Blasen beim Aufkochen
bilden und der Zucker krumpelig und
trocken wird. Danach erhitzt man den
Brombeersaft (Gewürz nach Geschmack
zugeben)
und
mischt
den
Krumpelzucker
darunter.
Unter
ständigem Rühren entsteht ein dicker
Sirup, der dann in Flaschen abgefüllt
Mabon 2006
Holundergelee
Danach schüttet man die Früchte in ein
Sieb und lässt den Saft ablaufen (mit
einem Quirl zerdrücken hilft ganz gut).
Der Saft wird mit dem restlichen Zucker
vermischt und etwa 15 Minuten stehen
gelassen (Gewürze beifügen). Danach
unter ständigem Rühren für fünf bis acht
Minuten kochen. Man schäumt nun das
Gelee ab und füllt es in vorgewärmte
Gläser (Gewürze, die nicht in Pulverform
verwendet wurden, entfernen).
Mania
Seite 15
Rezepte
Hagebuttenlikör
Flaschen abfüllen. Ein Gläschen nach
schwerem Essen ist wohltuend für den
Magen.
250g Hagebutten
ein Liter Kirschwasser
200g Zucker
¼ Liter Wasser
(Gewürzvorschlag: Rosmarinzweige oder
Zitronenmelisse oder Kardamom)
Von den Hagebutten Stiel und Ende
entfernen,
waschen
und
abtropfen
lassen. Die Früchte (und Gewürze) in ein
Glas geben und mit dem Kirschwasser
übergießen. Zwei Wochen an einem
warmen Ort ruhen lassen. Nach dieser
Zeit Wasser und Zucker fünf Minuten
kochen, vom Herd nehmen, abschäumen
und erkalten lassen. Die Zuckerlösung
mit dem Ansatz gut vermengen. Danach
filtern und in Flaschen füllen. Den Likör
einen Monat ruhen lassen.
Mania
Wacholdergin
eine Hand voll Wacholderbeeren
ein Liter Gin
Die Beeren an der Sonne einige Tage
trocknen lassen. Danach zerquetschen
und grob reiben (am besten in einem
Mörser) und in eine weithalsige Flasche
oder ein Glas geben. Mit dem Gin
übergießen und zwei Wochen an einen
kühlen Ort stellen. Danach filtern und in
Mabon 2006
Gerade bei Likören muss man mit
längeren Reifezeiten rechnen. Deshalb
sollte man schon im Herbst mit einigen
Ansätzen beginnen, die man in der
Weihnachtszeit als fertiges Getränk
verschenken
möchte.
In
meinem
Klosterkochbuch habe ich folgendes
Rezept, passend für einen Yulumtrunk,
gefunden:
Gewürzlikör
500g Rosinen
16g Muskatnuss
8g Nelkenpulver
8g Kardamom
1g Safran
eine Limone
250g braunen Kandiszucker
zwei Liter Cognac
Die Limone gut reinigen, danach trocknen
und hauchdünn abschälen. In ein
geeignetes Glas die Limonenschale, die
Rosinen, den Zucker und die Gewürze
geben und alles mit dem Cognac
übergießen. Das Glas drei Wochen lang
an einen nicht zu warmen Ort stellen und
jeden Tag gut schütteln. Den Ansatz
filtern, abfüllen und zwei Monate ruhen
lassen.
Quellen:
"Ansatzschnäpse,
Selbstgebranntes,
Liköre und Weinzubereitung" von G.
Kreipel
"Köstlichkeiten aus der Klosterküche" von
Dorfer und Lerch
http://www.foodnews.ch
inoli
Seite 16
Jahreskreis
Altweibersommer
Die Abendsonne streicht sanft über die
Hügel und taucht alles in orangegoldenes Licht. Spürbar steigt die
Abendkühle
empor.
Dünne
Spinnenfäden schweben zu Boden und
finden Halt in den Zweigen der Bäume
und Sträucher, zwischen den Gräsern
und in meinem Haar. Später ist der
Nachthimmel so klar, dass man die
leuchtenden Sterne gut beobachten
kann. Die kalte Luft erzeugt Gänsehaut
auf meinen Armen. Der Morgen dann ist
noch immer kühl. Überall glitzern
Tautropfen
wie
unendlich
schöne
Diamanten. Gegen Mittag ist nichts
mehr von dieser Feuchtigkeit zu spüren.
Die Sonne scheint angenehm warm vom
Himmel herab und bringt mich nun
wieder zum Schwitzen bei meinen
Wanderungen über die Bergwiesen. Das
Laub der Bäume strahlt in gelb, braun
und rot. Die Luft riecht erdig-würzig.
Der Sommer ist fast vorbei und der
Herbst noch nicht ganz angekommen.
Es ist die Zeit, "wenn Sommer und
Herbst sich begegnen", wie ich letztens
so poetisch hörte. Manche nennen es
die "Fünfte Jahreszeit". Am geläufigsten
ist sicher der Begriff "Altweibersommer",
auch
Flugoder
Frauensommer
genannt. In der Schweiz ist die
Bezeichnung "Witwensömmerli" üblich,
und in Nordamerika heißt diese Zeit
"indian summer".
Fast jedes Jahr stellt sich ab Mitte
September bis Anfang Oktober über
Mitteleuropa eine der schönsten und
beständigsten
Hochdruckwetterlagen
mit kalten klaren Nächten und warmen,
nahezu windstillen Tagen ein. In dieser
Zeit gleichen sich die Temperaturen von
Land und Wasser an. Dadurch sind die
Luftdruckunterschiede gering.
Mabon 2006
Diese Witterungsbedingungen sind die
Ursache
für
das
auffälligste
Naturschauspiel dieser Zeit, das den
Namen "Altweibersommer" prägte: die
silbergrauen Spinnenfäden, die überall
herumschwirren. Winzige Jungspinnen
nutzen das einmalige Wechselspiel der
Tagestemperatur und erleben einen
geradezu abenteuerlichen Flug. Am
warmen Vormittag steigen sie mit ihren
Netzen auf und sinken in der kühleren
Luft des Nachmittags wieder ab, bis sie
irgendwann festen Boden unter den
winzigen Spinnenbeinchen haben. Eine
Bauernregel
besagt:
"Wenn
viele
Spinnen kriechen, sie schon den Winter
riechen."
Besonders auffällig sind die Spinnweben
am Morgen, da sich die warme Luft in
den Nächten abkühlt, so dass aus der
Luftfeuchtigkeit Tautropfen entstehen,
die sich an den Spinnweben verfangen
und
im
Morgenlicht
wunderschön
glitzern. Nicht nur zwischen den
Bäumen, Gräsern, Blumen und den
Zweigen der Büschen findet man die
Fäden des Altweibersommers, die
feinen Spinnennetze sieht man auch an
Dachrinnen und Fensterläden, an
Zäunen, Mauern und Schuppen, überall
dort, wo der Wind sie hinträgt.
Eine einleuchtende Erklärung für den
Begriff des "Altweibersommers" ist
daher die Abstammung aus dem
altdeutschen Wort "weiben", das das
Knüpfen von Spinnweben bezeichnet.
Früher erzählten sich die Leute, dass
alte Weiber (die Spinnweb-)Haare beim
Kämmen verloren hätten und dass dies
das Wirken der Nornen, die die
Lebensfäden der Menschen spinnen,
war. Die glänzenden Spinnenfäden
glitzern ja im Sonnenlicht wie lange,
silbergraue Haare. Das führt zur zweiten
Erklärung des Begriffs: Vor 1800 teilte
man die Jahreszeiten nur in Sommer
Seite 17
Jahreskreis
und Winter ein. Der Frühling wurde als
der "Junge Weibersommer" und der
Herbst als der "Alte Weibersommer"
bezeichnet.
inoli
ausmachen, sondern vor allem auch die
prächtige Färbung der Laubbäume. Das
flammende Rot mancher Baumarten
überzieht ganze Landschaften und hat in
Amerika dieser Zeit den Namen "indian
summer" gegeben, der auf eine uralte
indianische Legende zurückgeht. Danach
soll das flammende Rot der sterbenden
Blätter
das
Blut
erlegter
Bären
symbolisieren. Erklären kann man sich
das damit, dass zu dieser Zeit die (Bären)Jagd der indianischen Stämme in
Nordamerika Hochsaison hatte.
Schließlich waren die Bären und andere
Tiere für den Winter fett gefressen, die
Jungtiere waren selbstständig, und der
Morgennebel erleichterte das Jagen.
So weit hergeholt ist die Verbindung
zwischen weiben als Spinnenfäden
knüpfen und dem Weib als Frau nicht. Im
Gotischen und Altenglischen bedeuten
die etymologischen Vorgänger von Weib
biwaibjan und waefan "umwinden" und
"umwickeln",
gerade
so
wie
es
Spinnenfäden
auch
tun.
Die
indogermanische Form von Weib, ueib,
bedeutet
"drehen"/
"schwingend
bewegen", wie es beim Spinnen mit der
Handspindel und dem Spinnrad üblich ist,
dem "Nachahmen" von Spinnenfäden.
Im
Christentum
entstanden
dann
Legenden, die besagen, dass die
Silberfäden des Altweibersommers aus
dem Mantel Marias stammen, den sie bei
ihrer Himmelfahrt trug. Im Volksmund
heißen diese Spinnfäden deshalb auch
"Marienfäden",
"Marienseide",
"Marienhaar" oder "Unserer Lieben
Frauen Gespinst".
Der Altweibersommer ist, fast zur
gleichen Zeit wie bei uns, auch in
Amerika. Dort wie hier sind es nicht nur
die fliegenden Spinnweben, die diese Zeit
Mabon 2006
Biologisch
wird
die
märchenhafte
Farbenpracht der Laubbäume so erklärt:
Wenn die Temperaturen sinken, blockiert
eine
korkhaltige
Substanz
den
Flüssigkeitsaustausch zwischen Blättern
und Ästen. Der Chlorophyllgehalt der
Blätter sinkt, und der Zucker in ihnen
lässt sie dann in warmen Farben
strahlen. In Verbindung mit dem sanften
Sonnenlicht in den Nachmittags- und
Abendstunden um diese Jahreszeit ist es
nicht verwunderlich, dass man auch vom
"goldenen Oktober" spricht.
Der amerikanische Schriftsteller John
Bradbury schrieb 1817 über den Indian
Summer: "Die Luft ist völlig ruhig und
alles ist still, als ob die Natur nach dem
Sommer eine Pause einlegt".
Quellen:
"Etymologisches Wörterbuch" vom dtv
http://de.wikipedia.org
http://www.zdf.de
http://www.ditzi.com
http://www.photogenic-art.com
inoli
Seite 18
Geschichte/Mythologie
Der keltische Krieger
Krieg spielte eine zentrale Rolle in der
keltischen
Gesellschaft.
Ihre
Organisation
beruhte
auf
Stammesgruppen,
die
von
einer
Kriegaristokratie angeführt wurden.
Aus der Zeit der römischen Eroberung
von Italien, Gallien und Britannien
stammen zahllose Beschreibungen des
Erscheinungsbildes, der Bewaffnung
und Kampfweise der Kelten auf dem
Schlachtfeld. Diese Zeugnisse antiker
Autoren werden von der wachsenden
Anzahl der archäologischen Funde
untermauert. Weit davon entfernt, eine
"barbarische" Gesellschaft zu sein,
deren Kriegsführung primitiv war, hatten
die Kelten ein ausgeprägtes Verständnis
von militärischer Technik, das noch
durch
ihren
Gesellschaftlichen
Ehrencodex
gestärkt
wurde.
Sie
schätzten
Tapferkeit,
Einschüchterungsgesten,
herausforderndes Auftreten und Wildheit
höher als alle anderen kriegerischen
Tugenden. Auch wenn die Römer
schließlich die Kelten überwanden, so
geschah das nicht ohne eine Reihe von
Rückschlägen. Nach Jahrhunderten des
Krieges zwischen Römern und Kelten
wussten die römischen Schriftsteller
eine Menge über keltische Waffen und
Rüstungen.
Die typische Waffe der Kelten war das
lange gerade Schwert. In der Schlacht
jedoch benutzten sie alles, was
verfügbar war. Den Römern erschienen
die
Schwerter
der
Kelten
außergewöhnlich. Gefundene Schwerter
waren 70 cm lang, aber wurden ab dem
1. Jahrhundert n. Chr. immer länger. Die
Schwerter hatten eine gerade Klinge
und waren einschneidig. Sie waren gut
gehärtet und eher Hieb- als Stichwaffen.
Jedoch gab es nicht nur die großen
Mabon 2006
Langschwerter. Die Kelten benutzten,
um auf engem Raum zu kämpfen, die
kurzen Stichschwerter. Sie benutzten
sie dazu, um schnell zustechen zu
können.
Die andere Hauptwaffe der Kelten war
der Speer, entweder einer mit breitem
Blatt für den Stoß oder als leichtere
Ausführung zum Wurf. Die Speere
waren ca. 2.50 m lang mit großen
Blättern und Tüllen und metallenen
Lanzenschuhen als Gegengewicht. Die
leichbewaffneten Krieger benutzten den
Bogen und die Schleuder.
Im ersten Jahrhundert trugen die
reicheren keltischen Krieger einen
Kettenpanzer aus vernieteten Ringen.
Vervollständigt wurde die Ausrüstung
durch den Schild. Die meisten Schilde
waren lange ovale Holzschilde mit
einem zentralen Buckel, der auch den
Griff schützte. Trotz der keltischen
Bewaffnung sorgten die Artillerie und die
praktischen Vorteile der römischen
Waffen doch dafür, dass die Kelten
gegen
einen
überlegenen
Feind
kämpften.
Die Bewaffnung hatte sich seit der LaTene-Zeit geändert. Die Archäologen
haben eine Reihe von spätkeltischen
Schwertern, Messern, Pfeilspitzen und
Speeren gefunden, an denen sich
bestimmte
Unterschiede
erkennen
lassen. Die Kelten benutzten ähnliche
Waffen wie die Sachsen. Es wurden
also auch Dolche und Äxte in der
Schlacht getragen.
Das Aussehen der keltischen Krieger
sorgte bei den Römern für große
Verwirrung. Die Römer beschreiben die
Krieger von großem Wuchs, mit einer
feuchten und weißen Haut. Manche
rasieren den Bart, andere lassen ihn
kurz stehen. Ihr Haar ist nicht nur von
Seite 19
Geschichte/Mythologie
Natur aus blond, sie färben es noch
zusätzlich.
Den
schwarzhaarigen
Bewohnern des Mittelmeerraums erschien
dies alles fremd. Die Kelten waren im
Schnitt
größer
als
ihre
südlichen
Nachbarn. Wie erklärt sich nun diese
Angst der Römer vor den Kelten? Zum
Teil lag es einfach daran, dass diese
einfach größer und kräftiger waren, was
von den antiken Autoren auch immer
wieder betont wird. Dazu kam die
ungestüme Wildheit dieser barbarischen
Krieger, mit der sonst niemand in Italien
kämpfte. Im Gegensatz zu den Römern
und Etruskern zogen die Kelten meistens
zumindest mit freiem Oberkörper in die
Schlacht, manche Stämme scheinen es
sogar als Ehrensache angesehen zu
haben, ganz nackt zu kämpfen. Dafür
waren viele tätowiert oder hatten sich
Kriegsbemalung angelegt. Wenn sie zum
Kampf vorrückten, machten sie mit ihren
Carnyxen
(Kriegstrompeten)
einen
schrecklichen Lärm; dazu stimmten sie
ihre Kriegsrufe an. Und dann stürzten sie
sich meistens ohne größeres Taktieren in
einem schnellen Anlauf auf ihre Gegner,
denen sie nach dem Sieg bevorzugt die
Köpfe
abschnitten,
um
diese
als
kostbarste Siegestrophäen mit nach
Hause zu nehmen. Gefangene wurden
zwar meistens wie überall versklavt, aber
manchmal auch von den Druiden geopfert.
Das war es, was den Römern Angst
machte. Jedoch wurden die Kelten von
den Römern geschlagen und fast
ausgerottet.
Quellen:
www.kriegreisende.de
Buch: Die Kelten von Angus Konstam
Weidenkind
Mabon 2006
Erdgeister aus der keltischen
Sagenwelt
In den keltischen Sagen und Mythen
erscheinen viele verschiedene Gestalten
und Geschöpfe, einige bekannt andere
weniger bekannt. Es werden große
Helden beschrieben, von zauberhaften
Feen und grauenhaften Ungeheuern
berichtet. In diesem Artikel möchte ich
mich jedoch mit den Erdgeistern der
keltischen Mythen- und Sagenwelt
beschäftigen.
Ein Erdgeist, den wohl jeder kennt ist der
Zwerg. Zwerge sind trotz ihrer Kleinheit
sehr kräftig und sehen meist bärtig und
alt aus. Das rührt daher, dass sie bereits
mit drei Jahren erwachsen sind und mit
sieben schon einen grauen Bart haben.
Zwerge werden oft mit Gnomen
verwechselt, wobei der Gnom eine
andere Kreatur ist als der Zwerg, meist
noch kleiner und nicht annähernd so
stark wie ein Zwerg.
In der germanischen Mythologie findet
sich in vielen Erzählungen die Rede vom
Zwergenvolk, auch Dunkelalben genannt.
Sie sollen demnach aus dem Leib des
toten Urzeitriesen Ymir gekrochen sein,
nachdem dieser von Odin und seinen
Brüdern erschlagen wurde. Die Asen
schufen aus Ymirs Körper die Erde.
Somit stammen die Zwerge aus den
Eingeweiden der Erde bzw. Ymirs.
Das Zwergenvolk soll für die Asen
zahlreiche Artefakte geschaffen haben,
darunter Mjölnir, Thors Hammer, und das
Geschmeide Brisingamen.
Es wird beherrscht vom Zwergenkönig
Alberich, der den Schatz der Nibelungen
bewacht.
Seite 20
Geschichte/Mythologie
Ursprünglich lebte das Volk als
Unterirdische in/unter Jütland. Unter
anderem soll ihre Heimat in den
Gebirgen von Deutschlands sein, wo sie
kostbares Metall zu wundertätigen
Waffen, Werkzeugen, Rüstungen und
dergleichen verarbeiten.
zugeordnet. Die Gnome sind somit in
Wald, Berg und Fluss anzutreffen. Nach
anderer Auffassung können sich die
Gnomen in Gewässern allerdings nur
vorübergehend aufhalten, weil ihre
"feinstoffliche Form" sich bei längerem
Aufenthalt auflösen würde.
Zwerge können sowohl böse als auch
gut sein, so dass auf dem von ihnen
Bewirkten ein besonderer Segen oder
auch ein Fluch oder Verhängnis lastet.
Der König der Gnome heißt Ghob. Über
ihm stehen nur noch der Gnomenkaiser
und die Gnomenkaiserin.
Besonders
prominent
wurden
die
Zwerge in dem klassischen Märchen
Schneewittchen.
Im ganzen nördlichen Europa glaubten
Bergleute lange an die Existenz von
Bergmännchen.
Als
altes
graues
Zwerglein neckt es die Bergleute, die
ihm seine Schätze rauben, auf alle
Weise. Doch gibt es auch gute
Berggeister, die einzelne zu Lieblingen
erwählen und ihnen Goldadern zeigen,
ihre Arbeit fördern.
Zwerge schämen sich ihrer Füße, weil
sie missgestaltet sind. Entweder haben
sie Gänsefüße oder Krähenfüße, oder
ihre
Füße
sind
verkehrt
herum
angewachsen oder ähnliches. Daher
tragen Zwerge immer ein langes
Gewand.
Die Knockers, in den Zinnminen von
Cornwall und Devon zeigen dem
Bergmann
durch
Klopfen
das
Vorhandensein von reichen Erzadern an.
Sie sind meist freundlich zu den
Bergleuten, obwohl sie gern Unfug
treiben.
Es heißt Zwerge dürften bei Tage nicht
aus der Erde hervorkommen. Ein
Sonnenstrahl genügt, um sie in Staub zu
verwandeln. In manchen Berichten heißt
es, sie verbringen den Tag als Kröten.
Die
Waliser
haben
ihre
eigene
Bergwerkskobolde, die sie Coblynau (
gesprochen "Koblernei") nennen. Sie
sind die walisischen Vetter der Knockers
aus Cornwall. Man sieht sie mit dem
Werkzeug
des
Bergmanns
fleißig
arbeiten. Nur bringen sie leider nichts
zustande, denn sie tun nur so als würden
sie
arbeiten
und
haben
einen
Riesenspaß daran. Ihr Klopfen mit Pickel
und Hammer ist jedoch ein gutes
Zeichen und weist auf eine ergiebige
Ader hin.
Zwerge wohnen meist in Erd- oder
Felshöhlen, wo sie die von ihnen
hergestellten oder erworbenen Schätze
hüten.
Der Gnom ist nach Paracelsus eines der
Elementarwesen und wird als Erd- oder
Berggeist dem Bereich der Erde
Mabon 2006
Der Wurzelwicht, synonym Wurzelgnom,
gehört allgemein zu den Fabelwesen, die
die
Naturelemente
behüten,
und
insbesondere zu den Erdgeistern, die die
Elemente der Erde bewachen.
Seite 21
Geschichte/Mythologie
Wurzelwichte schützen Pflanzen, Blumen
und
Bäume
und
wecken
deren
Lebenskräfte erneut in jedem Frühjahr.
Sie beschützen und heilen auch Waldund Weidetiere. Versinnbildlicht als
Gartenzwerge, sind Wurzelwichte auch
heute noch unmittelbarer Bestandteil der
deutschen Kultur.
Piskie oder auch Pisgsey bekannt. Kaum
ein Ort in Dartmoor bleibt von den
kleinen Übeltätern verschont und ihr
Name findet sich in geographischen
Bezeichnungen wie "Pixies Holt", "Pixies
Cave", "Pixies Parlour" oder "Puggie
Stone" wieder.
Pixies tanzen gerne im Schatten der
großen Steine von Hünengräbern, in
Erdhöhlen oder an Ufern von Flüssen.
Ihre Glöckchen kann man weit übers
Moor hören.
Die Pixies tarnen sich auch gern als
Grasbüschel.
Der
ahnungslose
Wanderer, der auf solch ein Büschel tritt,
löst einen Zauber aus und kann seinen
Weg nicht mehr finden und wird
unentwegt in die Irre geführt. Außer er
wendet das alt bewährte Mittel an und
kehrt die Innenseite seines Mantel nach
außen.
Den Wurzelwichtel ähnlich sind die
Pixies, die aber eher zu Streichen
aufgelegt sind und Menschen gerne in
die Irre führen. Pixies sind Wesen der
englischen
Mythologie,
deren
Charakteristika denen von Kobolden und
Feen ähneln. Geschichten über diese
Fabelwesen
sind
im
Südwesten
Englands, in den Regionen Devon und
Cornwall, verbreitet. In der traditionellen
Darstellung haben Pixies meist Flügel,
spitze Ohren und grüne Kleidung. Dazu
kommt üblicherweise ein spitzer Hut und
manchmal auch an den Schläfen spitz
nach oben zulaufende Augen.
Auf der ganzen Welt sind Geschichten
und Mythen von schönen Waldgeistern
und bösen Bergkobolden bekannt, ich
hoffe ich konnte einen kleinen Einblick in
die Welt der Erdgeister der keltischen
Sagenwelt geben.
Quellen:
www.Wikipedia.de
Buch: Elfen, Goblins und Spukgestalten
von Alan Lee und Brian Froud
Bilder:
www.games-workshop.de,
www.hexe-Isabaeu.de
Hauptsächlich sind die Pixies in
Dartmoor, in Cornwall heimisch und sind
dort unter dem Namen Pixies, Pisgie,
Weidenkind
"Einst saßen Frauen, setzten sich hierher, einige banden Fesseln, einige hielten auf das
Heer, einige lösten die Todesfesseln ringsumher; Entspringe dem Fesselband, entfliehe
dem Feind!"
Aus den Meerseburger Zaubersprüchen
ww.wikipedia.de
Mabon 2006
Seite 22
Geschichte/Mythologie
Walküren
Germanische Seelenführerinnen
und jungfräuliche Kriegerinnen
Schlachtfelder. Es waren stattliche,
perlweiße Tiere, von deren Mähnen
fruchtbarer Tau auf die Erde tropfte.
Ausgewählte
Helden
(Einherjar
=
ehrenhafte Gefallene) wurden von ihnen
nach
Walhall
gebracht,
dem
himmlischen
Wohnsitz
von
Odins
Geisterarmee, die Halle der Gefallenen.
Sie lag im schimmernden Hain Glesir.
Die Walküren wurden von Odin täglich
ausgesandt, um sein Totenheer zu
vergrößern.
In späteren nordischen Mythen werden
die Walküren romantisch verklärt als
Odins Schild-Töchter: Sie wurden zu
Jungfrauen mit schneeweißer Haut,
goldenem
Haar
und
fließenden
Gewändern, die nur noch Handlanger
von Odin waren und die gefallenen
Helden
bewirteten.
Auf
dem
Schlachtfeld schwebten sie als liebliche
Schwanentöchter
oder
herrliche
berittene
Amazonen
über
dem
Getümmel.
Walküren waren ursprünglich finstere
Kriegsgeister - schwarze Todesengel,
die
wie
Raubvögel
über
den
Schlachtfeldern schwebten und den
Kämpfenden im Namen Odins ihr
individuelles Schicksal zuteilten. Als
ursprünglich finstere Kriegsgeister und
Todesdämonen verwüsteten sie die
Schlachtfelder oder brachten die Meere
in Aufruhr. Matrosen wurden von ihnen
vom Schiff gerissen und Schiffe
angelockt, um diese dann ins Verderben
zu stürzen. Es waren barbarische
Amazonen, die große Freude an
blutigen
Kriegswunden
und
abgetrennten
Gliedmaßen
hatten.
Walküren
verkörperten
die
Notwendigkeit von Rache und Tod. Sie
schwebten
auf
Sturmwolken,
den
fliegenden
Pferden
über
die
Mabon 2006
Weiterentwickelt
wurden
sie
im
Nibelungenlied (Heldenepos. Gedichtet
um 1198 bis 1204 von unbekanntem
österr. Dichter) und der Wölsungen
Saga. Im Nibelungenlied verliebt sich
die Heldin Brünhild /Brunhild, eine
wunderschöne, gefallene Walküre, in
Siegfried. Diese Liebe wurde durch
Rachsucht
und
Intrigen
zerstört.
Siegfried wurde ermordet und Brünhild
tötete sich selbst in tiefstem Schmerz,
um für immer mit ihm vereint zu sein.
Es geschah häufig, dass sich idealisierte
Walküren
in
sterbliche
Helden
verliebten.
Brünhild
half
ihrem
Halbbruder Siegmund gegen den Willen
Odins. Daher mußte sie zur Strafe auf
einer Hügelspitze liegen, bis ein
Sterblicher sie für sich beanspruchte.
Später wurde die Strafe dadurch
Seite 23
Geschichte/Mythologie
abgemildert, dass Odin sie in einen Ring
aus Feuer legte, der nur durch den
tapfersten Helden zu durchdringen war.
Die
idealisierten
Walküren
waren
unendlich verletzlicher als ihre grimmigen
Vorgängerinnen und verliebten sich
häufig in sterbliche Helden. Vor allem die
Schwanentöchter waren großer Gefahr
ausgesetzt, da sie ohne ihr Gefieder auf
der Erde leicht gefangen werden
konnten.
Jedoch sind die Walküren im eigentlichen
Sinne Naturgeister, in der Gestalt
jungfräulicher Kriegerinnen aus der
germanischen Mythologie. Sie fliegen in
glänzenden
Rüstungen
auf
wilden
Rössern durch die Lüfte. Im Auftrag
Odins greifen die Walküren in die
Schlachtgetümmel auf der Erde ein und
bringen als Seelenführer die auf der
Walstatt gefallenen Helden (Einherier)
nach Walhall.
Die Walküren gehören in der Systematik
der Naturgeister zu den Disen. Die
Bezeichnung
Disen
ist
die
nordgermanische Allgemeinbezeichnung
für
Fruchtbarkeitsund
Schicksalsgöttinnen, geisterhafte Frauen
und Geburtshelferinnen; Schutzgeister
der Männer in Frauengestalt. Ihren
Schutzbefohlenen erscheinen die Disen
in warnenden Träumen. Zu den Disen
gehören außerdem die Nornen und
Mabon 2006
weniger
Fruchtbarkeitsgeister.
bedeutsame
Die Disen gelten als älteste weibliche
Gottheiten. Sie trugen das magische
Wissen, in das die asischen Götter erst
eingeweiht werden mußten. So mußte
Odin ein Ritual der Selbstopferung
vollziehen, ehe ihm das Geheimnis der
Runen zuteil wurde.
Den
Walküren
ähnlich
sind
die
Schwanfrauen der germanischen Sage,
sie werden auch Wolkengeister genannt.
Diese lieblichen und weissagenden
Frauen
können
mittels
ihrer
Schwanenfederkleider
(âlptarhamir)
durch die Lüfte fliegen. Wenn sie ihr Bad
nehmen und Flachs spinnen legen sie
diese Kleider ab. Wem es gelingt, ein
solches abgelegtes Kleid an sich zu
bringen, dem ist die Liebe der
Schwanfrau sicher. Auf diese Weise
gelang es den Brüdern Wölund, Egli und
Slagfidr die "Mädchen von Süden" Alwit,
Ölrun und Swanhvita zu freien. Als die
Frauen
nach
neun
Jahren
ihre
Schwanenkleider zurück erlangen, fliegen
sie
den
Brüdern
davon
(Edda,
Wölundlied).
Später werden die Walküren dann auch
als
Schwanenfrauen
bekannt.
Als
Schwanenkönigin der Walküren gilt Kara.
Sie besiegte ihre Feinde, indem sie
singend über deren Köpfe hinwegflog.
Dabei
trug
sie
ein
Kleid
aus
Schwanenfedern. Dem Helgi half Kara in
der Schlacht, indem sie singend über
dem Helden schwebte. Als Helgi einmal
sein Schwert zu hoch durch die Luft
schwang, hieb er versehentlich der Kara
einen Fuß ab und verlor mit ihr sein
Kriegsglück.
Eine weitere Walküre ist Sigrdrifa, sie ist
eine jener Walküren, die menschlicher
Abkunft und Töchter von Königen sind.
Seite 24
Geschichte/Mythologie
Als sich Sigrdrifa, Tochter des Budli, in
einen Kampf einmischt und dabei König
Hialmgunnar tötet, zürnt Odin ihr und
versetzt sie in einen tiefen Schlaf und sie
musste geloben, sich fortan dem Kampf zu
enthalten. Ihr Lager ist der Berg Hindarfiall.
Der Held Sigurd wird ihr Erlöser und erhält
von Sigrdrifa einen Minnetrank. Überdies
weist sie den Helden in die Geheimnisse
der Runenweisheit ein.
Die Wikinger sahen in Polarlichtern ein
Zeichen für die Anwesenheit von Walküren
auf der Erde, und dass irgendwo auf der
Welt eine große Schlacht geschlagen
worden war: Wenn die Frauen über die
Schlachtfelder ritten und die Einherjer
auswählten, spiegelte sich das Licht des
Mondes in ihren goldenen Rüstungen und
zauberte das "Nordlicht" an den Himmel.
Der Name "Walküren" bedeutet: "küren"
(auswählen) der "Wal" oder "Val" (= die
Gefallenen, bzw. die Stelle an der sie
liegen). Ihr Erscheinen galt in Nord- und
Mitteleuropa noch jahrhundertelang als
todkündend. Als "Geistwesen" bedeuteten
sie dem Krieger früherer Zeiten ihre
Eigenschaft als "Todesengel", der den
Menschen in die Welt seiner Ahnen
geleitete.
Quellen:
www.sungaya.de,
www.delcetto.de
www.wikipedia.de,
Bilder:
www.harfners.de, www.tripod.de
Weidenkind
Die Walküre
Oper von Richard Wagner
Die Walküre ist der Titel der bekannten
Oper von Richard Wagner. Sie bildet
zusammen mit den drei Opern "Das
Rheingold",
"Siegfried"
und
"Götterdämmerung" das Gesamtwerk
"Der Ring des Nibelungen".
Siegmund und Sieglinde, Angehörige
zweier verfeindeter Sippen, begehen
Ehebruch.
Wotan, der Siegmund als Helden
ausersehen
hatte,
um
Alberichs
geschmiedeten Ring wieder zu erlangen,
kann als Hüter der Göttlichen Ordnung
den Ehebruch nicht rechtfertigen.
Brünnhilde versucht gegen Wotans
Befehl - Siegmund im Kampf nicht zu
helfen - Vorteile für ihn zu verschaffen.
Schlussendlich muss Wotan selbst
eingreifen,
damit
sich
Siegmunds
Schicksal erfüllt.
Brünnhilde kann fortan nicht mehr als
Walküre existieren. Menschlich soll sie
dem nächsten Manne folgen, der sie
findet. Brünnhilde erreicht indes die
Zusage Wotans, dass dies nur ein Held
sein solle, wobei sie an den noch
ungeborenen Sohn Sieglindes denkt.
Wotan lässt ein Feuer um Brünnhilde
errichten und bestimmt zum Abschluss
der Walküre: "Wer meines Speeres
Spitze fürchtet, durchschreitet das Feuer
nie!"
www.wikipedia.de
Mania
Mabon 2006
Seite 25
Reihe: Natur des Jahres 2006
Die Seekanne
"Wasserpflanze des Jahres 2006"
Zu
den
Fieberkleegewächsen,
Menyanthaceae, zählt die Seekanne,
deren Blätter wie verkleinerte Ausgaben
der Seerosen aussehen, mit einem
Durchmesser von 10 cm.
Die Europäische Seekanne ist in Südund Mitteleuropa sowie dem klimatisch
gemäßigten Asien zu finden. Sie zählt
zu den eher selten anzutreffenden
Wasserpflanzen.
Die Art bevorzugt stehende oder träg
fließende, seichte und sommerwarme
Gewässer, die nährstoffreich sind und
einen Schlammgrund aufweisen und
scheint in kalkreicheren Gewässern
besser zu gedeihen und ansonsten ist
sie
sehr
anspruchslos,
verträgt
allerdings
keine
zu
niedrigen
Wintertemperaturen. Sie ist nur im
Tiefland zu finden.
Als Zierpflanze an Gartenteichen erfreut
sie sich zudem großer Beliebtheit. Die
Art
bevorzugt
humusreiche,
nährstoffhaltige Sand-, Schlamm- oder
Tonböden und ist deshalb dem
eutraphenten Spektrum zuzuordnen. Sie
erträgt
starke
Wasserspiegelschwankungen und kann
bei Trockenfallen als Landform mit
verminderter Vitalität weiterwachsen.
Es ist eine mehrjährige krautige Pflanze.
Die Europäische Seekanne hat einen
langen und peitschenförmigen Stängel,
an
dessen
oberem
Ende
sich
wechselständige Laubblätter befinden,
die
auf
der
Wasseroberfläche
schwimmen. Die Seekanne erinnert im
Erscheinungsbild
an
die
Gelbe
Teichrose. Die Schwimmblätter sind
allerdings kleiner (8 cm), fast kreisrund
Mabon 2006
und tief herzförmig eingeschnitten. Ihre
Oberseite ist dunkelgrün glänzend. An
der Unterseite sind die Blätter graugrün
bis rötlich. Dort befinden sich auch
kleine Pünktchen, die sogenannten
Hydropoten oder "Wassertrinker", mit
denen die Pflanze in der Lage ist, die im
Wasser
gelösten
Nährstoffe
aufzunehmen.
Unter
Wasser
fallen
die
korkenzieherartig
gewundenen
Blattstiele auf. Das im Schlamm
kriechende Rhizom ist verzweigt und an
den Knoten bewurzelt. Die gelben
Blüten sind groß und trichterförmig. Sie
befinden sich ebenfalls am Ende von
langen und flutenden Stielen und
erscheinen
in
einer
von
zwei
Hochblättern gestützten Doldenrispe.
Die Kelchblätter sind lanzettlich; die fünf
Kronblätter haben am Rand bewimperte
Zipfel.
Die gelben Blüten sind groß und
trichterförmig.
Sie
befinden
sich
ebenfalls am Ende von langen und
flutenden Stielen und erscheinen in
einer von zwei Hochblättern gestützten
Doldenrispe. Die Kelchblätter sind
lanzettlich; die fünf Kronblätter haben
am Rand bewimperte Zipfel. Blütezeit
Juni bis August. Die goldgelbe Blüte hat
einen Durchmesser von etwa 3 cm. Die
Blütenknospe entwickelt sich unter
Wasser und erhebt sich nur bei
Sonnenschein über Wasser. Sie hält
leider nur maximal einen Tag.
Dafür entwickelt die Seekanne reichlich
Blütenstände, sodass immer genügend
Blüten vorhanden sind. Der Nektar wird
am Grunde des Fruchtknoten von fünf
Drüsen abgesondert, die zwischen den
Staubblättern
liegen.
Nach
der
Bestäubung
bilden
sich
grüne,
zugespitzte und eiförmige Fruchtkapseln
aus, die unter Wasser ausreifen. Reife
Seite 26
Reihe: Natur des Jahres 2006
Fruchtkapseln entlassen breitovale und
strahlig gewimperte Samen, die dank
ihrer Luftkammern lange schwimmfähig
sind.
Als Ausbreitungsstrategie nutzt die
Pflanze unter anderem die Zoochorie. Im
Gefieder von Wasservögeln bleiben diese
Samen haften und werden von den
Vögeln zu anderen Gewässern getragen.
Die Pflanze ist daher in der Lage, weit
auseinanderliegende
Standorte
zu
besiedeln.
Als
Bestäuberinsekten
fungieren Honigbienen und Hummeln.
Quelle:
www.hydro-kosmos.de,
www.wikipedia.de,
Bild:
www.members.lycos.nl
Weidenkind
Die Gemeine Flussmuschel
"Weichtier des Jahres 2006"
Die Gemeine Flussmuschel lebt in
Bächen und Flüssen mit klarem, schnell
fließenden Wasser über sandigem und
kiesigem Substrat.
Die Gemeine Flussmuschel lebt in fast
ganz Europa, im Schwarzmeergebiet und
in Mesopotamien. Sie fehlt auf den
Britischen Inseln (dort nur fossil), in
Italien und auf dem größten Teil der
Iberischen Halbinsel.
In Deutschland befinden sich die
individuenstärksten
Flussmuschelbestände
in
kleinen,
sauberen
Flüssen
und
Bächen
Mecklenburg-Vorpommerns, vor allem an
Nebel, Warnow, Löcknitz und Meynbach.
Die Mitte der Republik ist bis auf den
Spreewald und Abschnitte der Eder in
Nordhessen
weitgehend
flussmuschelfrei, in Nordrhein-Westfalen
zum Beispiel gibt es nur noch ein
Mabon 2006
einziges Vorkommen. Etwas zahlreicher
wiederum - wenn auch oft mit wenigen
Tieren - sind die Standorte in
Süddeutschland, zum Beispiel in Bayern
an der Naab, der Ilz und der Ammer.
In Mitteleuropa unterscheidet man nach
dem jetzigen Stand der Wissenschaft
drei geographische Unterarten deren
Verbreitung im Wesentlichen den großen
Fluss-Systemen entspricht: die RheinUnterart (Unio crassus riparius), die
Donau-Unterart (Unio crassus cytherea)
und diejenige des nordeuropäischen
Vereisungsgebietes
(Unio
crassus
crassus). Es wurden für eine Reihe von
lokalen Sonderformen eigene Namen
eingeführt. So wurde zum Beispiel die
große und sehr dickschale Form Unio
crassus
maximus
seinerzeit
aus
Dänemark beschrieben und kommt
ebenfalls
in
Schleswig-Holstein,
Mecklenburg-Vorpommern
und
Brandenburg vor.
Ihre Lebensraumansprüche - möglichst
Gewässergüteklasse I oder II - und eine
Seite 27
Reihe: Natur des Jahres 2006
komplizierte
Fortpflanzungsweise
machen die Flussmuschel besonders
empfindlich
gegenüber
Umweltveränderungen. Sie ernährt sich
von Plankton und feinsten organischen
Schwebeteilchen, die sie aus dem
Wasser filtert. Als Filtrierer nimmt Unio
crassus Schwebe- und Sinkstoffe, deren
Hauptanteil
abgestorbene
Mikroorganismen sind, als Nahrung zu
sich. Durch ihre Filtrierleistung regulieren
sie den Planktongehalt und tragen zur
Klärung des Wassers bei.
zerstört. Bei den meisten erwachsenen
Tieren ist der Wirbelbereich (oben nahe
der Verbindung der beiden Klappen)
durch Umwelteinflüsse stark korrodiert
(zerfressen).
Die
organische
Schalenhaut (Periostrakum) ist dort
aufgelöst und das Kalkgehäuse teilweise
zerstört. Deshalb ist die Struktur des
Wirbels bei den erwachsenen Muscheln
meist nicht mehr erkennbar, bei
Jungmuscheln ist der Wirbel mit
charakteristischen
runzeligen
Falten
versehen.
Die Muscheln sind mit dem vorderen Teil
des Gehäuses in das Sediment des
Baches oder Flusses eingegraben und
die Ein- und Ausströmöffnungen am
hinteren Teil des Gehäuses ragen in das
Wasser. Mit Hilfe ihres Fußes kriechen
die Tiere im Bachbett herum. Sie richten
sich dabei in der Mitte des Bachs nach
der
Strömung
(dem
sogenannten
Stromstrich) aus, an den Rändern oder
in Buchten sitzen die Tiere meist quer
zur Strömung und nehmen dann ihre
Nahrung durch das Filtrieren auf.
Der Weichkörper der Flussmuschel ist
hell, am Hinterende befindet sich die
große Einströmöffnung sowie darüber
die glattrandige Ausströmöffnung. Mit
der vorderen Gehäuseseite ist die
Flussmuschel
in
den
Untergrund
eingegraben,
Einund
Ausströmungsöffnung an der anderen
Seite
ragen
ins
Wasser.
Diese
Öffnungen sind mehr oder weniger grau
gefärbt.
Die
Gemeine
Flussmuschel
(Unio
crassus) besitzt eine 40 bis maximal 110
mm lange, elliptische oder kurz-eiförmige
Schale. Deren Klappen sind nahezu
doppelt so lang wie hoch und
dickschalig. Vorder- und Hinterende sind
fast gleich gerundet. Die Außenhaut ist
meist dunkelbraun gefärbt, kann aber
auch hellbraun oder grünlich erscheinen.
Die Tiere sind im Norden meist bräunlich
oder schwarz, im Osten und Süden des
Gebietes teilweise auch grünlich. Oft
sind die Schalen durch das Leben im
Bach mit Kalk oder schwarzem EisenMangan-Überzug verkrustet. Je älter die
Muscheln sind, desto angefressener
kann die Schale sein. Die Wirbel sind
mäßig
erhoben
und
besitzen
dichtstehende
konzentrische
Runzelfalten. Oft ist die Schalenhaut
aufgelöst und das Kalkgehäuse teils
Mabon 2006
In der Atemhöhle befinden sich weißlichgelbliche,
manchmal
auch
orangefarbene Kiemen. Das Tier kann
an der Unterseite zwischen den Klappen
seinen
Fuß
zur
Fortbewegung
herausstrecken.
Für ein Weichtier ist Unio crassus ist
eine ausgesprochen langlebige Art. Sie
kann in Mitteleuropa über 30 Jahre alt
werden, in den kälteren Gewässern
Nordeuropas sogar bis zu 90 Jahre. Sie
wird im Alter von drei bis vier Jahren und
mit einer Größe von zwei bis vier
Zentimetern
fortpflanzungsfähig.
Bis
dahin ist es aber ein komplizierter und
gefahrenvoller Weg. Die Tiere werden
mit drei bis vier Jahren und ca. 2-4 cm
Gehäuselänge fortpflanzungsfähig.
Das Alter der Tiere kann an den
jährlichen Zuwachsringen des Gehäuses
abgelesen werden. Allerdings sind nur in
Seite 28
Reihe: Natur des Jahres 2006
den ersten Jahrzehnten noch neue Ringe
auf dem Schnitt durch die Klappen des
Gehäuses erkennbar. Die Gemeine
Flussmuschel ist getrenntgeschlechtig,
Zwitter wie sie bei der Flussperlmuschel
gelegentlich auftreten, sind noch nicht
beobachtet worden.
Die
Weibchen
strudeln
zur
Fortpflanzungszeit die Spermien der
Männchen mit dem Atemwasser ein und
die Eier werden befruchtet. Nach
erfolgter Besamung entwickeln sich die
Glochidien (Muschellarven), die im Mai
bis August an das bewohnte Gewässer
abgegeben werden. Sie haben einen
Durchmesser von etwa 0,2 mm und sind
mit einem kurzen Haftfaden versehen.
Als Wirtsfischarten für die Glochidien
kommen unter anderem die Elritze
(Phoxinus phoxinus), der Dreistachlige
Stichling (Gasterosteus aculeatus), der
Neunstachlige
Stichling
(Pungitius
pungitius), Döbel (Leuciscus cephallus)
oder
die
Rotfeder
(Scardinius
erythrophthalmus) in Frage.
Anders als bei der Flussperlmuschel
lassen sich die Glochidien der Gemeinen
Flussmuschel nach etwa 4 bis 6 Wochen
von den Wirtsfischen abfallen und
wandern für 2 bis 5 Jahre in die
Gewässersohle.
Sie
können
nicht
selbständig schwimmen, sondern werden
von der Strömung bewegt. Während
andere Teich- oder Flussmuschellarven
sich auch außen am Fisch entwickeln,
sitzen die Glochidien von Unio crassus
hauptsächlich im Kiemenbereich der
Fische, dies ist vermutlich auch dadurch
bedingt,
dass
die
Fische
nach
Glochidienpaketen schnappen und dabei
immer auch einige der Glochidien mit
dem Atemwasser an die Kiemen geraten.
Kiemen eindringen zu lassen - hat die
Flussmuschel nur wenige. Zu nennen ist
vor allem der Fischotter und unter den
"Neubürgern" der Bisam. Wesentlich
problematischer für die Flussmuschel
sind Eingriffe in die Fließgewässer sowie
Überdüngung
und
vermehrter
Schwebstoffeintrag. Dies alles führt zur
Verstopfung
der
Sandund
Kieszwischenräume
in
der
Gewässersohle und Sauerstoffmangel,
so
dass
die
Jungmuscheln
dort
absterben. Fast alle noch bestehenden
Flussmuschelvorkommen sind deswegen
hoffnungslos überaltert, Jungmuscheln
kommen kaum noch hoch. Hinzu kommt,
dass durch Besatzmaßnahmen in den
Gewässern ortsfremde und oft für die
ursprünglichen
Muschelpopulationen
ungeeignete
Wirtsfische
eingesetzt
werden.
Mancherorts werden nun bereits mit
Jungmuscheln "geimpfte" Wirtsfische
ausgesetzt, um so die Populationen zu
verjüngen. Die Erfahrungen und das
Wissen
aus
verschiedenen
Artenschutzprojekten können helfen eine
vom Aussterben bedrohte Art in
Deutschland zu retten, wenn sich die
Verantwortlichen vor Ort aus dem
ehrenamtlichenund
beruflichen
Naturschutz intensiv um den Erhalt
dieser Art bemühen.
Quelle:
www.nabu.de,
www.biologiestudent.de,
www.medienwerkstatt-online.de
Bild:
www.natura2000.de
Weidenkind
Natürliche
Feinde
neben
den
potentiellen Wirtsfischen, die zahlreiche
Larven auffressen, statt sie brav in die
Mabon 2006
Seite 29
Farben-Reihe
Die Farbe Blau
Und weiter geht unsere Farbenreise
durch den Regenbogen. Diesmal stelle
ich euch die Farbe Blau vor:
Zur Symbolik der Farbe Blau
Bei der Farbe Blau denken viele zuerst
an Wasser oder aber an den Himmel
und
den
Horizont.
Zu
beiden
Assoziationen passt die Symbolik der
Weite,
Ferne,
Tiefe.
Und
auch
Geheimnisse
und
Unergründbares
finden sich sowohl im Wasser als auch
im
oder
am
Himmel.
Diese
symbolischen Zuordnungen gehören
daher auch zur Farbe Blau.
In der Zeit der Romantik spielten die
Motive Fernweh und Sehnsucht in der
Literatur und im Denken eine große
Rolle. Sehnsüchtige, melancholische
Träumereien und kaum aushaltbare
Emotionen trieben die Romantiker um.
Sinnbild für diese Gefühlsregungen ist
eine blaue Blume.
Im Englischen ist dieser Zusammenhang
auch in der Sprache noch erhalten
geblieben, wenn man davon spricht, den
"Blues" zu haben oder sich "blue" zu
fühlen.
Blau wird im Allgemeinen als sehr kalte
Farbe empfunden. Auch Schnee, Eis
und Frost schimmern bläulich.
Blau ist auch die Nacht, der Schlaf und
der Traum. Blau kann entspannend und
beruhigend wirken und zu einem
gesunden, erholsamen Schlaf beitragen.
Auch Meditationen und Trancen lassen
sich mit Blau erleichtern und verstärken.
oder rosa als weibliche Farbe). Lange
Zeit war diese Zuordnung aber eher
umgekehrt. Rot, die Farbe des Blutes,
des Kampfes und der Leidenschaft
wurde eher den Männern zugeordnet
und das sanftere, distanziertere Blau
eher den Frauen. Maria wird zum
Beispiel meistens mit einem blauen
Mantel
dargestellt,
der
für
ihre
Erhabenheit
steht.
Auch
andere
Göttinnen, wie zum Beispiel Brigid,
werden mit blauen Kleidungsstücken in
Verbindung gebracht.
Eine weitere Zuordnung zur Farbe Blau
ist Treue und Freundschaft. So trägt
zum Beispiel traditionell eine Braut ein
blaues Strumpfband, das für die Treue
in der jungen Ehe stehen soll.
Als Kleidungsfarbe wirkt blau
gediegen, vornehm und distanziert.
oft
Anwendung
Blau braucht also, wer
sich
stärker
seinen
Emotionen
zuwenden will,
seine Spiritualität erfahren möchte,
mit Meditationen und Trancen arbeitet,
mit seiner göttlich-weiblichen Seite
Kontakt aufnehmen will,
Schlafprobleme hat,
zu viel Feuerenergie, also Temperament
und/oder Aggression hat,
Distanz
und
Respekt
ausstrahlen
möchte.
Blau eher meiden sollte, wer
zu
stark
zu
Melancholie
und
unerfüllbaren Sehnsüchten neigt,
flexibel und modern erscheinen will,
zu wenig Energie und Tatkraft aufbringt,
oft schläfrig ist,
leicht friert.
Heute ist blau für viele eher eine
männliche Farbe (im Gegensatz zu rot
Mabon 2006
Seite 30
Farben-Reihe
Zuordnungen zur Farbe Blau
Da Farben sehr symbolträchtig sind, gibt es
natürlich auch viele Zuordnungen, die
gerade in der Magie sehr nützlich sein
können. Einige davon möchte ich hier
zusammentragen. Auch hier gilt natürlich:
Wenn ihr es anders empfindet, ist das
genauso in Ordnung.
Elemente: Wasser, Luft
Himmelsrichtung: Norden
Jahreszeit: Winter
Tageszeit: Nacht und früher Morgen
Chakra: Kehlchakra (hellblau), Drittes Auge
(dunkelblau)
Kleine Übung
Versucht doch mal, ein Bild nur mit
Blautönen zu malen und dabei eure
Emotionen zu beobachten. Was stellt das
Bild dar? Was fühlt ihr dabei? Welche
Farbnuancen haben welche Wirkung auf
euch?
Die Übung funktioniert natürlich ebenso mit
allen anderen Farben.
Auch heute möchte ich meinen Artikel mit
einem Link abschließen. Heute geht es um
Farben im Webdesign:
http://www.webdesignreferenz.de/designtheorie_farben.shtml
Ägyptische Sonnenhymne
Sei gegrüßt, der im Urwasser aufgeht!
Bei deinem Anblick jubeln die Götter.
Erscheine doch inmitten deiner
Sonnenbarke,
wen der Himmel dir zur Seite erglänzt
in der Farbe des Lapislazuli.
Die Himmlischen stimmen dir Loblieder
an,
jedes Herz jubelt in deinem Anblick.
Der Himmel ist Gold
wegen der Schönheit deines Angesichts,
der Urozean ist Lapislazuli
weil du aufgehst in ihm.
www.seilnacht.com/Lexikon/Blau.htm
Birkentochter, im August 2006
www.pixelquelle.de
Mabon 2006
www.pixelquelle.de
Seite 31
HeilPflanzen
Kapuzinerkresse
Klasse:
Dreifurchenpollen-Zweikeimblättrige
(Rosopsida)
Unterklasse:
Rosenähnliche (Rosidae)
Ordnung:
Kreuzblütlerartige (Brassicales)
Familie:
Kapuzinerkressengewächse
(Tropaeolaceae)
Gattung:
Kapuzinerkressen (Tropaeolum)
Art:
Kapuzinerkresse
Wissenschaftlicher Name:
Tropaeolum majus L.
Die Kapuzinerkresse ist eine einjährige,
weitkriechende
und
gelegentlich
kletternde, krautige Pflanze.
Namensherkunft
Der
wissenschaftliche
Name
der
Kapuzinerkresse ist Tropaeolum majus.
Tropaeolum leitet sich vom lateinischen
Wort tropaeum für Siegeszeichen ab
und bezieht sich wohl auf die
schildförmigen Blätter sowie auf die
helmförmigen Blüten.
Der Artname majus bedeutet "größer"
oder "sehr stattlich".
Da der Blütensporn auch an die Kapuze
der Mönchskleidung erinnert, kam es zu
der
deutschen
Bezeichnung
Kapuzinerkresse.
Mabon 2006
Sie ist als Blattsalat, Gemüse und
Würzkraut ebenso beliebt wie als
Bodendecker sowie als Kletterpflanze
zum Beranken von Zäunen, Pergolen
und Mauern.
Verwendung in der Küche
Am wenigsten bekannt ist der Wert der
Pflanze
für
unsere
Ernährung:
Bemerkenswert ist ihr hoher Gehalt an
Vitamin C sowie an Mineralstoffen.
Kapuzinerkresse darf nicht getrocknet,
sondern nur frisch verwendet oder
gleich weiterverarbeitet werden.
Blätter, Blüten und grüne Früchte der
Pflanze sind eßbar (reife Früchte sind
hart
und
deshalb
ungenießbar).
Besonders Blätter und Früchte haben
einen
scharf-würzigen,
kräftigaromatischen
Geschmack.
Deshalb
zählt
man
sie
auch
zu
den
Gewürzpflanzen. Die pikanten Blätter,
Blüten und jungen Samen eignen sich
zum Würzen gemischter Salate (am
besten in Verbindung mit Meerrettich),
Salat- und Kräutertunken, Dips und
Mayonaisen, in Kräuterbutter sowie als
Brotbelag.
Durch
ihren
würzigen,
scharfen Geschmack lassen sie sich gut
auch mal nebenbei essen. Auch zur
Dekoration von Speisen (wie Käse- oder
Wurstplatten) kann man die Blüten
verwenden, die übrigens auch mit Quark
oder einer anderen Füllung verzehrt
werden können.
Ohne die Gelb- und Rottöne der
Kapuzinerkresse
wäre
die
aus
Kalifornien stammende Mode der "flower
power" auf dem Teller nur halb so
hübsch.
Die Samenhüllen werden auch in Essig
odr Salzlake eingelegt und nach drei
Seite 32
HeilPflanzen
Monaten Reifelager als Kapernersatz
genommen. Sie sind eine raffinierte
Abwechslung in Soßen, Salaten und
Antipastitellern.
Man sollte aber bitte drauf achten, nicht
zuviel zu essen, sonst kann es zu
Reizungen von Magen und Darm
kommen.
Verwendung in der
Pflanzenheilkunde
www.pixelquelle.de
Kapuzinerkresse,
wie
auch
die
Gartenkresse,
wirken
entzündungshemmend,
antibakteriell,
kräftigend und blutreinigend. Ferner nutzt
man
die
Pflanze
gegen
Infektionskrankheiten, insbesondere im
Nierenbereich. Kapuzinerkresse soll auch
die körpereigene Abwehr aktivieren.
Hautdesinfektionsmittel
blutreinigenden Salat.
Weitere
Salatblume,
Vögerl.
sowie
Bezeichnungen
Kapuzinerli und
als
waren
Gelbes
Dennoch gibt es keinen nennenswerten
kommerziellen Anbau.
Kapuzinerkresse findet Verwendung in
der Pflanzenheilkunde u.a. durch das
enthaltende Senfölglykosid, das die breite
antibakterielle Wirkung hat.
Achtung wieder! Überdosierungen reizen
Magen und Darm.
Verwendung in der Kosmetik
Kapuzinerkresse wird als Haarwasser
verwendet. Zur Herstellung nimmt man 4
Handvoll Blätter und Blüten und
übergießt
sie
mit
¼
Liter
hochprozentigem Alkohol. Das Ganze
lässt
man
14
Tage
in
einem
verschlossenen
Gefäß
ziehen.
Anschließend wird filtriert und mit ¼ Liter
destilliertem Wasser aufgegossen und in
eine Flasche gefüllt. Mit diesem
Kapuzinerhaarwasser wird die Kopfhaut
täglich massiert.
Standort und Anbau
Somit hat die Kapuzinerkresse die
angenehme Eigenschaft nicht nur ein
gutes Gewürz zu sein, sondern sie ist
gleichzeitig
auch
ein
pflanzliches
Antibiotikum.
Mediziner
haben
die
Kapuzinerkresse als erste Pflanze zur
Herstellung
von
Antibiotikum
auf
natürlicher Basis entdeckt.
In der Volksheilkunde verwendete man
die Pflanze als Reizmittel bei skrofulösen
Erkrankungen
und
als
Mabon 2006
Mit ihren grossen, runden Blättern und
den
leuchtend
gelben,
auch
orangefarbenen
Blüten
mit
scharlachroten
Strahlen
ist
die
Kapuzinerkresse ein attraktiver Blickfang
im Garten. Ihre vielen Blüten bildet sie
von
Juni
bis
Oktober.
Die
Kapuzinerkresse ist eine Staude und
ideale Rankpflanze, denn sie umrankt
unschöne Mauern und überschwemmt
diese mit einem Blütenmeer. Niedrig
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HeilPflanzen
wachsende
Sorten
sind
ideale
Bodendecker und sehen auch auf Beeten
und
Rabatten
sehr
schön
aus.
Hochwachsende Sorten klettern an
Mauern mit Drähten oder Rankhilfen, an
Stäben, Gittern und Pergolen empor.
Die Kapuzinerkresse stellt keine grossen
Ansprüche an den Boden und lässt sich
auch in Balkonkästen ziehen, wenn sie
genügend Sonne bekommt.
Charakteristisch sind die fleischigen
Stängel, die großen trichterförmigen
Blätter und die häufig gespornten,
einfachen, halbgefüllten oder gefüllten
trichterförmigen Blüten. Dagegen zeigen
sich
bei
der
hoch
kletternden
Kapuzinerkresse
kanariengelbe,
gefranste
Blüten,
die
zahlreich
erscheinen.
Als
Gewächse
der
subtropischen
Klimazone vertragen sie keinen Frost.
Bio-Obstbauern säen sie unter ihre
Bäume, um diese vor dem Befall mit Blattund Blutläusen zu schützen; die
Kapuzinerkresse
wirkt
hier
auch
abwehrend gegen Schnecken, Raupen
und Ameisen.
Die
Pflanze
bevorzugt
einen
vollsonnigen, windgeschützten Standort
und
einen
mäßig
nährstoffreichen,
lockeren
Boden.
Bei
anhaltender
Trockenheit sind sie ausreichend zu
wässern.
Im Garten ist darauf zu achten, dass die
Ranken sich (mittels einer Rankhilfe)
ausbreiten können.
Auf schweren und nährstoffreichen
Böden entwickelt die Kapuzinerkresse
nur wenige Blüten. Bei ungenügendem
Sonnenlicht bildet sie vor allem Blätter.
Sie verträgt auch Trockenheit, sie sollte
Mabon 2006
aber nicht umgepflanzt werden. Hinweis:
Der richtige Gärtnertrick heisst, verwelkte
Blumen und einige Blätter abschneiden,
der Rest bleibt und ersetzt die fehlenden
Teile recht schnell. Düngung mit Kompost.
Ausgesät wird im April in 8 cm großen
Töpfen mit am besten jeweils 2 - 4
Samenkörnern. Sie keimen innerhalb von
4 Wochen bei 15 - 18°C. Während der
Keimungsphase immer feucht halten.
Dann werden sie recht kühl bei etwa
10°C, hell und nicht zu feucht
weiterkultiviert.
Mitte Mai werden die Jungpflanzen im
Abstand von 20 - 30 cm ausgepflanzt. Bis
Oktober regelmässig giessen. Auch im
Freiland wird nur näßig gedüngt (alle 4
Wochen), da ein mastiger Wuchs die
Blühfähigkeit beeinträchtigt. Gleichzeitig
erhalten sie eine Rankhilfe am Spalier.
Danach wird sie nicht weiterkultiviert.
Oder man sät im Mai direkt an Ort und
Stelle aus.
Mischkultur mit Bohnen, Borretsch,
Brokkoli, Erbsen, Gurkengewächsen,
Kartoffeln, Kohl, Radies/Rettich, Rosen,
Stangenbohnen,
Tomaten,
Trichterwinden, Zwiebeln. Unverträglich
ist Petersilie.
Aussaat und Pflege auf dem Balkon
Möchte man die Kapuzinerkresse auf
dem Balkon pflanzen, dann sollte man
diese möglichst schon im April im
Gewächshaus oder im Zimmer am
Fenster säen und aufwachsen lassen. Im
Blumenkasten sollte man viel Abstand
zwischen den Pflanzen lassen und dafür
sorgen, dass die Kapuzinerkresse gut
ranken bzw. hängen kann, denn sie ist ja
eigentlich eine weitkriechende Pflanze.
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HeilPflanzen
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Es ist darauf zu achten, dass der Boden
mässig feucht ist und ab und zu gedüngt
wird. Die Kapuzinerkresse verträgt auf
dem Balkon oder der Terrasse direkte
Sonne.
Schädlinge und Blattläuse
Kultiviert
werden
sowohl
niedrige,
kugelförmig-buschartig
wachsende
Formen wie Tropaeolum majus als auch
hoch
kletternde,
reichblühende
Schlingpflanzen
wie
Tropaeolum
peregrinum.
Sorten
`Rankende Mischung`, 3 - 4 m hoch
rankend
`Niedrige Mischung`, nicht rankend für
Beete
`Bunte
Juwelen`,
kleinlaubig,
nicht
rankend
T. majus nanum, niedrig, buschig, nicht
rankend, Blüte 7 - 10, 30 cm. Für Balkon,
Einfassungen, Gruppenbepflanzung und
Topfkultur.
Blattläuse.
Paeonienrost.
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Cronartium
flaccidum.
Blattfleckenkrankheit.
Winterwirt
für
diesen
Pilz
ist
die
Kiefer
(=Föhrenblasenrost).
Frühjahrssporen
befallen die Pfingstrosen und andere
Pflanzen wie Impatiens.
Braune Flecken mit bläulichem Rand auf
der Oberseite, auf Unterseite Pusteln,
erst hellbraun, dann dunkel.
Mabon 2006
T. minus `Alaska Gold`, goldgelb mit
rötlichem Auge, 7 - 10, 25 cm. Laub
buntblättrig. Blüten sind essbar.
`Kaiserin von Indien`, leuchtend rote
Blüten im dunklen Laub, 6 - 10, 30 cm.
Für Beet und Kübel.
T.
peltophorum,
Kletter-Variante,
Blattunterseite und Blütenstiele haben
weisse Härchen.
T. tricolor, kletternd, blau, gelb, rot.
T. tuberosum, knollige Kapuzinerkresse;
Blüte hängend, trichterförmig, Sporn
orangefarben, Blütenrand gelb, 9 - 10,
300 cm. Rankpflanze für Topf oder
Gartenerde. Überwinterung im Topf oder
trocken. Die Knollen sind essbar.
`Ken Aslet`, Topf- und Kletterpflanze.
Lange Trichterblüte orange mit gelber
Mitte, 3 - 4 cm gross, 7 - 9, 100 cm.
Sonne.
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HeilPflanzen
Botanische Besonderheiten
An heißen Sommerabenden soll sich die
Kapuzinerkresse manchmal elektrisch
entladen, was in der Dunkelheit sichtbar
ist. Steht gut auf Baumscheiben von
Obstbäumen, verhindert durch Wurzelund Blattausdünstungen Blutlausbefall.
Krankheiten; vor allem gut bei Infekten
der Atemwege, des Rachenraumes und
des Halses.
Verhindert das weitere Ausbreiten der
Keime und macht es dem Immunsystem
leicht, Infektionen besonders im Bereich
der Atemwege zu bekämpfen.
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Eine nahe verwandte Art ist die Knollige
Kapuzinerkresse,
die
als
Nahrungspflanze in den Zentralanden
genutzt wird.
Sie wirkt abwehrend auf Ameisen,
Blattläuse,
Mäuse,
Raupen
und
Schnecken.
Auch Kohlweisslinge werden angelockt
und
befallen
deshalb
nicht
die
Kohlpflanzen.
Rettich sowie Kartoffeln sollen besonders
gut
in
der
Nachbarschaft
von
Kapuzinerkresse gedeihen.
Vielzahl von Farben: dunkelrot, goldgelb,
kirschrot, lachs, mahagoni, orange, rosa,
scharlachrot und weiss. Am beliebtesten
sind die strahlenden Sonnenfarben.
Die Blüten tragen einen sehr strengen
Geruch, der allerdings bei den einfachen
nur sehr gering ist.
Die Oberfläche ist mikroskopisch rau, sie
besteht aus feinsten Noppen aus
Wachskristalloiden. Dadurch haftet kein
Schmutz auf den Blättern (Lotoseffekt).
Die
in
Südamerika
beheimatete
ausdauernde Staude wird hier einjährig
kultiviert. In ihren Heimatländern werden
die frischen Blätter zur Wundbehandlung
genommen. Die Pflanze wurde von den
spanischen Konquistadoren im 16.
Jahrhundert nach Europa gebracht und
schon bald in den Kräuterbüchern
beschrieben.
Mit der europäischen Brunnenkresse ist
sie nicht verwandt, aber sie ähnelt ihr im
Geschmack - für ihre Schärfe sorgt auch
hier das Senfölglykosid.
Diese
Informationen
zusammengetragen
von
Webseiten:
wurden
folgenden
de.wikipedia.org/wiki/Kapuzinerkresse
www.kraeuter-almanach.de
www.bio-gaertner.de
www.hausgarten.net
www.biogemuese.de
www.kochmix.de
www.botanikus.de
www.gartenatelier.de
www.flunk.de
www.keimzeit-saatgut.de
Mania
Weitere
Wirkungen:
Natürlicher
Antibiotischer Effekt gegen infektiöse
Mabon 2006
Seite 36
Impressum
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Herausgeberin: Jibril
Redaktion & Kommunikation: Mania
Layout, Graphik & Technik: Mania & Schattenreiter
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