Wahlprogramm 2011 AUF Baden-Württemberg

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AUF
Partei für Arbeit, Umwelt und Familie
Landesverband Baden-Württemberg
Programm zur
Landtagswahl
Baden-Württemberg
am 27.03.2011
beschlossen vom Landesparteitag am 02.10.2010 in Weissach bei Leonberg
AUF
Partei für Arbeit, Umwelt und Familie
Landesverband Baden-Württemberg
Inhaltsverzeichnis
1
Grundsätze des politischen und gesellschaftlichen Handelns aus christlicher
Verantwortung .................................................................................................................... 3
2
Arbeit ................................................................................................................................. 3
2.1
2.2
2.3
3
Umwelt .............................................................................................................................. 7
3.1
3.2
3.3
3.4
3.5
4
Bildung ........................................................................................................................................... 3
Wirtschaft und Arbeit ..................................................................................................................... 5
Finanzen und Steuern ................................................................................................................... 6
Umwelt- und Naturschutz .............................................................................................................. 7
Energie .......................................................................................................................................... 7
Landwirtschaft und Tierschutz ....................................................................................................... 7
Verkehr .......................................................................................................................................... 8
Elektrosmog ................................................................................................................................... 8
Familie ............................................................................................................................... 9
4.1
4.2
4.3
4.4
Kinder sind die Zukunft unserer Gesellschaft................................................................................ 9
Kinder haben ein Recht auf Leben ................................................................................................ 9
Kinder haben ein Recht auf Sicherheit ........................................................................................ 10
Finanzielle Absicherung der Eltern .............................................................................................. 10
5
Sicherheit und Justiz ....................................................................................................... 11
6
Demokratie und Kommunales ......................................................................................... 13
6.1
6.2
6.3
6.4
6.5
6.6
6.7
7
Landesstruktur ............................................................................................................................. 13
Öffentliche Daseinsvorsorge ....................................................................................................... 14
Ländlicher Raum ......................................................................................................................... 14
Saubere und transparentere Demokratie .................................................................................... 14
Mehr Bürgerbeteiligung und Stärkung der direkten Demokratie ................................................. 15
Landtag ........................................................................................................................................ 15
Werte ........................................................................................................................................... 15
Gesellschaftsbild und Demokratieverständnis................................................................... 15
7.1
7.2
7.3
7.4
7.5
7.6
7.7
7.8
Das Grundgesetz als Basis ......................................................................................................... 15
Demokratie heißt Gestalten ......................................................................................................... 16
Der Wert des menschlichen Lebens ........................................................................................... 16
Soziale Gerechtigkeit ................................................................................................................... 16
Ehe und Familie als Keimzelle des Staates ................................................................................ 16
Aufklärung und Transparenz ....................................................................................................... 17
Mehr Demokratie ......................................................................................................................... 17
Das Prinzip der Subsidiarität ....................................................................................................... 17
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Partei für Arbeit, Umwelt und Familie
Landesverband Baden-Württemberg
1
Grundsätze des politischen und gesellschaftlichen Handelns aus
christlicher Verantwortung
Die Politik der AUF – Partei gründet auf dem christlichen Gottes- und Menschenbild. Die
Ehrfurcht vor dem Leben des Menschen und seiner Gemeinschaft sowie der ganzen Schöpfung
ist unabdingbarer Bestandteil unserer Politik. Wir wollen sie nicht nur auf der politischen,
sondern auch auf der persönlichen Ebene vertreten und leben.
Wir sind dazu aufgefordert, in Frieden und Freiheit miteinander zu leben. Wir fordern
Gerechtigkeit und Solidarität an den Stellen, an denen menschliches Leben benachteiligt,
bedroht oder aus der Gemeinschaft ausgeschlossen wird.
In der politischen Praxis bedeutet dieser Respekt beispielsweise eine ernsthafte Prüfung der
Programme und Haushaltsanträge der anderen Fraktionen. Aber wir prüfen auch die eigenen
Vorschläge immer wieder auf ihren Sinn und Zweck. Unser Ziel ist, dass eine sachliche und
ausgewogene Beurteilung der jeweiligen Situation in enger Zusammenarbeit der Parteien im
Parlament vorgenommen wird. Wir fordern eine höchstmögliche Transparenz in politischen
Entscheidungsprozessen, Ehrlichkeit im Umgang der Parteien untereinander, aber auch der
Politiker gegenüber dem Volk.
Die Grundlage von Ehrlichkeit und Transparenz macht Mut, eigene Fehler in der Parlamentsdiskussion einzugestehen und sie dann auch zu korrigieren. Das Ziel ist, dass sich die Bürger
wieder auf ihre politischen Vertreterinnen und Vertreter verlassen können und sie gemeinsam
„dem Wohle des deutschen Volkes“ dienen. Politik zu machen heißt für uns zu dienen und
Vorbild für Andere zu sein. Wir wollen darauf achten, dass unsere Lebensweise die Kapazitäten
der Erde und ihrer Bewohner nicht übersteigt. Wir möchten optimale Bedingungen zur positiven
Entfaltung der Menschen in ihrem persönlichen Umfeld und der Gemeinschaft schaffen.
Diese Grundsätze haben weitreichende Konsequenzen in jedem Bereich der Politik und lassen
sich in den von AUF gestellten Forderungen wiedererkennen. Ziel ist eine gerechte,
aufgeschlossene und nachhaltige Politik zum Wohle des Volkes, die sich an christlichen
Wertmaßstäben orientiert.
2 Arbeit
2.1
Bildung
Wir in Baden-Württemberg können stolz sein auf unsere Erfinder und die Leistungsfähigkeit
unserer Unternehmen. 2009 kam jede dritte Patentanmeldung in Deutschland aus BadenWürttemberg. Unser wichtigstes Gut sind die Menschen und ihre Qualifikation. Eine fundierte
Ausbildung ist dabei der Grundstein für erfolgreiches Wirtschaften und ein gesellschaftliches
Miteinander. Für unser Zusammenleben in der Gesellschaft und für unser Wirtschaftsleben ist
es wichtig, jungen Menschen eine solide fachliche Ausbildung zu geben und sie in der
Entfaltung ihrer Persönlichkeit zu unterstützen. Diese Aufgabe und Verantwortung liegt zu
allererst bei den Eltern. Sie gilt es zu stärken und in der wichtigen Aufgabe der Erziehung und
Förderung ihrer Kinder zu unterstützen. Zusätzlich zum eigenen Elternhaus nehmen auch
Kindergarten und Schule neben ihrem reinen Lehrauftrag einen wesentlichen Beitrag zur
Persönlichkeitsbildung junger Menschen wahr. Dennoch stellen wir fest, dass die Qualifikation
von Schulabgängern
in unserem Bundesland immer weniger den ständig steigenden
Anforderungen unserer Unternehmen an ihre zukünftigen Mitarbeiter entspricht. Dabei klagen
viele Betriebe, vom Großunternehmen bis zum Handwerksbetrieb, über Bewerber mit
unzureichenden Deutsch- und Rechenkenntnissen. Zu viele Kinder verfügen bereits zu Beginn
ihrer Schulzeit nicht über die notwendigen Voraussetzungen, um dem Unterricht folgen zu
können. Hierzu gehören zu allererst ausreichende Deutschkenntnisse.
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Wo dies nicht gewährleistet ist, sind die Folgen beträchtlich: Kinder, die ihr Potenzial nicht
abrufen, die ihre Persönlichkeit nicht entfalten können, werden in der Konsequenz
Schulabgänger, die die Anforderungen der Unternehmen und unseres Gemeinwesens nicht
erfüllen können. Aus Bildungseinrichtungen sind viel zu oft Aufbewahrungsanstalten geworden!
2008 hatte von 237.000 Erwerbslosen mehr als jeder Dritte keine abgeschlossene Ausbildung.
Wir können daraus erkennen, dass Bildung eine wesentliche Voraussetzung dafür ist, dass
junge Menschen aus eigener Verantwortung ihre Zukunft aufbauen und gestalten können.
Baden-Württemberg braucht, in Wirtschaft und Gesellschaft, gut ausgebildete Menschen!
Wir müssen viel stärker investieren, um jungen Menschen die Bildung zu geben, die sie
benötigen, damit sie ihren Beitrag in unserer Gesellschaft leisten zu können. Die Persönlichkeit
und das Wissen der Menschen ist unsere wichtigste Ressource in Baden-Württemberg. Sie zu
bewahren und zu fördern ist eine vorrangige Aufgabe der Politik in unserem Land. Damit dies in
Zukunft gewährleistet wird, brauchen wir kein anderes Schulsystem. Aber wir brauchen
dringend Änderungen in der Art und Weise, wie Bildung vermittelt wird.
Dazu bedarf es Lehrerinnen und Lehrer, deren Ziel es ist, jedem Kind die bestmögliche
Ausbildung zu gewähren. Dies setzt voraus, dass sie ihre Schüler individuell fordern und
fördern. Hierzu müssen sie die Möglichkeit erhalten, jedem einzelnen Schüler ausreichend Zeit
zu widmen. Zusätzlich muss die Ausbildung von Lehrern stärker als bisher um pädagogische
Inhalte und eine verpflichtende kontinuierliche Weiterbildung während ihrer Lehrtätigkeit
erweitert werden. Der Auftrag der Lehrer soll in Zukunft stärker als bisher am Schüler
ausgerichtet sein. Sowohl die jeweilige Schule als auch die unterrichtenden Lehrer sollen mehr
Verantwortung für die Lernfortschritte und den Bildungsstand ihrer Schüler übernehmen.
AUF schlägt vor:
Die Diskussion über eine Änderung des Schulsystems zu beenden: Wir brauchen eine
bessere Bildung und kein anderes Schulsystem!
Die Eingangsqualifikation von Schülern zu verbessern: Alle Schüler, die eingeschult werden,
müssen in der Lage sein, dem Unterricht zu folgen!
Die Voraussetzungen für erfolgreiches Lernen zu schaffen: Kleine Klassen mit maximal 20
Schülern, um eine individuelle Forderung und Förderung jedes einzelnen Schülers
entsprechend seines Leistungsstandes zu ermöglichen.
Für Lehrer eine sichere Anstellung zu gewährleisten: Keine Lehrerin und kein Lehrer darf
dauerhaft in einem zeitlich befristeten Anstellungsverhältnis beschäftigt sein!
Die Verantwortung der Eltern für die Bildung ihrer Kinder zu stärken: Eltern sollen nach der
4. Klasse entscheiden, welche weiterführende Schule ihr Kind besuchen soll. Denn die Eltern
tragen die Verantwortung für die Bildung ihres Kindes!
Die Schule durch die Schulleiterin bzw. den Schulleiter nicht nur verwalten, sondern leiten zu
lassen: Der Schulleiter soll der disziplinarische Vorgesetzte der Lehrer an jeder Schule sein!
Die regelmäßige Beurteilung von Lehrern einzuführen: Alle Lehrer sollen regelmäßig durch
Schulleiter und Schüler bzw. deren Eltern beurteilt werden!
Für alle Lehrer einen Anspruch sowie eine Verpflichtung zur Fortbildung zu verankern:
Schüler brauchen bestmöglich ausgebildete Lehrer!
Jedem Schüler, der über die erforderliche Qualifikation verfügt, Zugang zur weiterführenden
Schule zu ermöglichen: Jeder qualifizierte Schüler soll einen Rechtsanspruch auf Zugang zu
weiterführenden Schulen erhalten. Studiengebühren sollen abgeschafft werden!
Schulen und Universitäten finanziell und mit Ressourcen so auszustatten, dass sie ihren
Bildungsauftrag erfüllen können. Hierzu fordern wir insbesondere Schulen in privater
Trägerschaft den staatlichen Schulen finanziell gleichzustellen.
Die bestehende Schulpflicht durch eine Bildungspflicht zu ersetzen: Eltern sollen sich
zwischen staatlicher Schule, Privatschule und der Möglichkeit, ihre Kinder selbst zu
unterrichten, frei entscheiden können!
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2.2
Wirtschaft und Arbeit
In Baden-Württemberg leben wir in einem Bundesland mit geringer Beschäftigungslosigkeit.
Dennoch, die letzte Finanz- und Wirtschaftskrise hat auch uns deutlich vor Augen geführt, wie
gefährdet die Beschäftigung selbst in unserem Bundesland ist. Unsere große Abhängigkeit von
der Automobilindustrie und vom Export haben dazu geführt, dass Baden-Württemberg in 2009
im Vergleich zu allen anderen Bundesländern die höchste Rate an Kurzarbeitern hatte. Dieser
Einbruch hat gezeigt, dass es nicht ausreicht, die Politik von gestern einfach weiterzuführen. Es
genügt nicht, nur auf Export und Automobilindustrie zu setzen, selbst wenn beide auch in
Zukunft Motoren unseres Wohlstands bleiben werden.
Beschäftigung sichern
Beschäftigung ist ein Garant für sozialen Frieden und Stabilität in unserer Gesellschaft. Damit
dies so bleibt, müssen wir die Innovationskraft unserer Firmen erhalten und ausbauen. AUF
sieht hier zu allererst den Ausbau der Umwelttechnologien. Die wachsende Belastung unserer
Erde erfordert neue Wege der Energieerzeugung und –übertragung sowie der Reinhaltung von
Luft und Wasser. Es ist Aufgabe der Politik durch kluge Förderung ein Umfeld zu schaffen, in
dem sich junge und innovative Unternehmen ansiedeln und entwickeln können.
Mittelstand und Handwerk sind die Grundlage der Beschäftigung in Baden-Württemberg. Sie zu
bewahren und zu fördern ist unser erklärtes Ziel! Aber gerade viele kleine und mittelständische
Unternehmen werden durch überladene bürokratische Regelungen stark belastet. Es gilt diese
Lasten sinnvoll zu reduzieren, damit sich unsere Unternehmen auf zukunftsfähige Lösungen
statt auf ihre Verwaltung konzentrieren können.
Daneben haben selbst langjährig erfolgreiche Unternehmen Schwierigkeiten Kredite zu
angemessenen Konditionen zu erhalten. AUF setzt sich dafür ein, dass die Landesbank BadenWürttemberg verstärkt Förderprogramme zur Kreditsicherung neuer, junger und wirtschaftlich
gesunder Unternehmen anbieten soll. Um Risikogeschäfte und Verluste wie gerade geschehen,
zu vermeiden, die letztlich der Steuerzahler noch über viele Jahre zu finanzieren hat, soll die
Landesbank international nur zur Unterstützung und Förderung der Auslandsaktivitäten unserer
Unternehmen aktiv werden dürfen.
Wir wollen ein Zeichen setzen für Leistungsorientierung. Hierzu gehört ein gerechter Lohn für
die geleistete Anstrengung. Es ist zutiefst ungerecht, Menschen für ein Einkommen arbeiten zu
lassen, das zum Teil nicht einmal den Hartz IV-Sätzen entspricht. Der Arbeiter ist seines
Lohnes wert. Darin besteht eine gemeinsame Verantwortung von Unternehmen und
Gesellschaft. AUF setzt sich für die Stärkung der sozialen Marktwirtschaft ein. Dort, wo die
Wirtschaft nicht in der Lage ist, angemessene soziale Standards zu gewährleisten, ist es die
Aufgabe der Politik, sie darin zu unterstützen.
Neben der Förderung von Unternehmen und Beschäftigung gilt es jedoch auch den Menschen
Zeiten der Ruhe und Gemeinschaft zu ermöglichen. AUF setzt sich dafür ein, die Bedürfnisse
von Unternehmen und Menschen stärker in Einklang zu bringen und den Menschen
erforderliche Ruhepausen und gemeinsame Zeit wo möglich zu garantieren.
AUF schlägt vor:
Den Auf- und Ausbau von Umwelttechnologien zu fördern und für neue, innovative
Unternehmen ein positives Umfeld zu schaffen und die wissenschaftliche Forschung zu
fördern.
Bürokratieabbau: Verringerung, Vereinfachung und zeitliche Befristung von Gesetzen und
Regelungen.
Bereitstellung von Kreditprogrammen durch die Landesbank zur Förderung von klein- und
mittelständischen Unternehmen.
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Partei für Arbeit, Umwelt und Familie
Landesverband Baden-Württemberg
Den Geschäftszweck der Landesbank im privatwirtschaftlichen Bereich auf die Förderung
von Unternehmen und die Bereitstellung von Dienstleistungen für die Bürger zu
beschränken.
Die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns und der Sozialversicherungspflicht für
geringfügige Beschäftigungsverhältnisse durch eine Bundesratsinitiative.
Sinnvolle Formen bezahlter Bürgerarbeit zu schaffen, ohne dadurch bestehende
Arbeitsplätze zu gefährden. Dazu sollen die Jobcenter in Zusammenarbeit mit Kommunen
geeignete Beratungs- und Vermittlungsfunktionen flächendeckend in Baden-Württemberg
aufbauen.
Reduzierung von Sonntagsarbeit auf ein absolut erforderliches Mindestmaß.
Umstellung der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung von BIP (Bruttoinlandsprodukt) auf
den ISEW (Index of Sustainable Economic Welfare)
2.3
Finanzen und Steuern
Verschuldung begrenzen – sinnvoller Einsatz von Steuergeldern
Wir zahlen den Preis für die Verfehlungen der Vergangenheit in Form eines dramatischen
Anstiegs der Verschuldung! Die Gesamtverschuldung von Land und Kommunen ist in BadenWürttemberg von 1 Milliarde Euro im Jahr 1950 auf jetzt 63 Milliarden Euro gestiegen. Dieser
enorme Anstieg führt dazu, dass immer mehr Mittel für Zinsen aufgewendet werden und immer
weniger Mittel für sinnvolle Aufgaben zur Verfügung stehen. Wichtige Zukunftsinvestitionen z.B.
in Bildung, aber auch wertvolle Dienstleistungsangebote für die Bürger werden eingeschränkt
oder müssen von den Bürgern in Zukunft teuer bezahlt werden.
Steuergerechtigkeit schaffen
Wir plädieren für Steuergerechtigkeit und schärfere Kontrollen der Einhaltung. Hierzu wollen wir
zunächst allen Bürgern die Möglichkeit geben, bislang nicht versteuerte Einnahmen und
Gewinne in einem Zeitraum von einem Jahr nachträglich straffrei zu versteuern. Jeder Bürger
erhält so die Möglichkeit, Fehler der Vergangenheit zu korrigieren. Gleichzeitig erhält das Land
wichtige Einnahmen, die für Zukunftsinvestitionen genutzt werden sollen. Wir wollen aber auch
ein deutliches Zeichen setzen, dass Steuerhinterziehung Betrug an unserer Gemeinschaft ist.
Deshalb fordern wir, im Anschluss an das Amnestiejahr die Kontrollen zu verstärken und die
Strafen für Steuerhinterziehung zu erhöhen.
Verschwendung bekämpfen
Der Landesrechnungshof weist regelmäßig auf Missstände und Verschwendung im Umgang mit
Steuermitteln hin. Verwaltung und Regierungen aber ignorieren oftmals die Hinweise und
Empfehlungen und machen weiter als sei nichts geschehen.
AUF schlägt vor:
Steuergerechtigkeit zu schaffen und durch ein Amnestiejahr allen Bürgern die Möglichkeit
zur straffreien Nachzahlung von Steuern zu geben, anschließend aber strengere Kontrollen
zur Bekämpfung von Steuerhinterziehung einzuführen.
Den Landesrechnungshof zu stärken und für festgestellte Verschwendungen verbindliche
Verfahren zu definieren, sowie Konsequenzen für die Verantwortlichen folgen zu lassen.
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Partei für Arbeit, Umwelt und Familie
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3 Umwelt
Als Partei für Arbeit, Umwelt und Familie stehen wir für eine nachhaltige und die Schöpfung
bewahrende Politik. Wir erkennen an, dass sich in den letzten Jahren hier bereits einiges in die
richtige Richtung bewegte, allerdings müssen die Veränderungen wesentlich rascher und
zielgerichteter erfolgen als bisher. In einzelnen Bereichen heißt dies:
3.1
Umwelt- und Naturschutz
Eine langfristige Politik muss sich daran messen lassen, wirtschaftliche Leistungskraft mit
grüner Infrastruktur zu verbinden.
AUF schlägt vor:
mehr Naturparks und Biosphärengebiete, Erhaltung von Flora und Fauna, Schutz der
regionalen Natur- und Artenvielfalt durch genügend Rückzugsgebiete für Wildtiere, sowie
weitere Aufforstung
Stärkung des Umweltbewusstseins durch konsequente theoretische wie praktische
Umwelterziehung in den Schulen und Angebot von Umweltkursen für Erwachsene
3.2
Energie
Trotz Anstrengungen des Landesumweltministeriums sind der Verbrauch fossiler Brennstoffe
und die mangelnde Wärmedämmung in den Gebäuden sehr groß. Knapp die Hälfte der
Stromerzeugung im Südwesten erfolgt durch Atomkraft, deren Endlagerung ohne Lösung ist
und deren Risiken von allen getragen werden müssen. Die unbefristete Nutzung der Atomkraft
ist unverantwortlich. Der Ausstieg aus der Atomkraft sollte auch gegenüber den Nachbarstaaten
(z.B. Frankreich) eingefordert werden. Der Umgang mit Energie ist in vielen Bereichen
verschwenderisch.
AUF schlägt vor:
Stärkung kommunaler und privater Energieversorgung
o Vermeidung von Transportverlusten
o effizientere Nutzung des durch Privathaushalte erzeugten Stroms
drastischer Ausbau der Wärmedämmung an Gebäuden und Erhöhung des Anteils
erneuerbarer Energieerzeugung (Solarthermie, Geothermie, Photovoltaik, Windenergie,
Wasserkraft, Biomasse usw.)
effizientere und sparsamere Nutzung von Energie
keine Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke in Deutschland und schnellstmöglicher
Ausstieg aus der Atomkraft
Förderung der Forschung zur besseren Energiegewinnung und -speicherung
mehr Wärmerückgewinnung aus Abwässern
baldige Unabhängigkeit von Energieimporten
Kostenübernahme für Transport und Lagerung von Atommüll sowie Absicherung der Risiken
durch die Energieerzeuger
umwelt- und zukunftsorientierte Beteiligung der Energieproduzenten an
den Strom- und Energiekosten
3.3
Landwirtschaft und Tierschutz
Die bäuerliche, ökologische und artgerechte Landwirtschaft ist das Ziel, das wir als
schöpfungsgemäße und dem Menschen nahe Politik sehen. Gentechnik im Bereich der
Lebens- und Futtermittel lehnen wir demgemäß ab. Tiere als unsere Mitgeschöpfe sind zu
schützen. Deshalb sollten Tierversuche auf das wirkliche Minimum reduziert werden und den
Tieren unnötiges Leid erspart werden.
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Partei für Arbeit, Umwelt und Familie
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AUF schlägt vor:
besondere Förderung kleinbäuerlicher und umweltfreundlicher Landwirtschaft (z.B. Freilandund Bodenhaltung von Tieren)
faire lokale Vermarktung ohne lange Tiertransporte
ein Baden-Württemberg ohne grüne Gentechnik
strenge Kontrolle landwirtschaftlicher Importe (Lebensmittel, Tiere, Futtermittel) und damit
Verringerung des Risikos von erneuten Seuchenausbrüchen
weitestgehendes Verbot von Tierversuchen
3.4
Verkehr
Gerade in den Verdichtungsräumen hat es sich gezeigt, dass der Ausbau von Straßen den
Individualverkehr erhöht. Gefragt ist ein intelligenter Mix aus Individual- und öffentlichem
Verkehr. Die Deutsche Bahn muss durch Wettbewerb zu stärkerer Effizienz und höherer
Kundenorientierung gezwungen werden. In ländlichen Gebieten müssen Kommunen, Kreise
und Regionen den öffentlichen Nahverkehr deutlich ausbauen und bereits vorhandene private
Initiativen fördern, wie dies erfolgreiche Projekte wie Ermstalbahn (Kreis Reutlingen) und
Wieslauftalbahn (Rems-Murr-Kreis) zeigen.
AUF schlägt vor:
stärkere Mitfinanzierung des ÖPNV durch Bund und Land, ebenso wie beim Bau und Erhalt
von Bundesautobahnen, Bundes- und Landesstraßen
Optimierung des Personen- und Güterverkehrs
o Verkürzung der Transportwege durch Stärkung lokalbezogener Unternehmen
o attraktive Fahrpläne - auch früh morgens und abends
o Einsatz von sparsameren Kleinbussen
o Schnellbuslinien auf Bundesstraßen und Autobahnen
o Stärkung der Fahrgemeinschaften durch getrennte und bevorzugte Fahrstreifen auf
Autobahnen
Zusammenfassung von kleinen zu effektiveren größeren Verkehrsverbünden
landesweiten Volksentscheid über „Stuttgart 21“
lärmarmer Ausbau der Rheinschiene, volle Elektrifizierung der Südbahn UlmFriedrichshafen, durchgehender zweigleisiger Ausbau der Gäubahn Stuttgart-Singen,
Stärkung des ÖPNV in der Fläche
Vermeidung risikobehafteter und rettungsungünstiger Tunnelstrecken
stärkere Forschung bezüglich umweltfreundlicher Fortbewegungsmöglichkeiten
3.5
Elektrosmog
Die Einführung von schnurlosen Telefonen und Handys hat die Kommunikation in den letzten
dreißig Jahren erleichtert und auch wirtschaftlich viele Vorteile gebracht. Die dadurch
entstandenen Risiken für den menschlichen Körper sind zwar wissenschaftlich noch
unvollständig erforscht, doch die Praxis zeigt jetzt schon viele Menschen, die gesundheitlich
unter dem Mobilfunk leiden.
AUF schlägt vor:
Senkung der Grenzwerte der elektromagnetischen Strahlung (die Schweiz hat bei gleichem
Komfort Feldstärkewerte von einem Zehntel der unsrigen)
Änderung der Bauordnung (insbesondere weitaus höhere Abstände der Mobilfunkmasten
von Schulen, Kindergärten und Wohngebieten)
Abnahmeverfahren für alle Mobilfunksender
unabhängige Forschung über die gesundheitlichen Risiken der elektromagnetischen
Strahlung
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Partei für Arbeit, Umwelt und Familie
Landesverband Baden-Württemberg
4 Familie
4.1
Kinder sind die Zukunft unserer Gesellschaft
Die Familie aus Frau und Mann ist eine tragende Säule unserer Gesellschaft, und Kinder sind
das Fundament unseres Gemeinwesens von morgen. Sie unterstehen dem besonderen Schutz
des Staates. Dennoch werden Familien und gerade Kinder in unserem Land häufig
benachteiligt. Im Einklang mit dem Grundgesetz muss es das Ziel unserer Politik in BadenWürttemberg sein, die Bereitschaft zur Gründung von Familien dauerhaft zu fördern, das Leben
und die Gesundheit unserer Kinder zu schützen, sie zu behüten und die Bedingungen für ein
angemessenes Auskommen der Eltern zu schaffen. Dadurch können Eltern ihren Kindern die
Unterstützung geben, die sie benötigen um ihrerseits zu tragenden Säulen unserer Gesellschaft
zu werden.
In Baden-Württemberg lebt rund die Hälfte aller Personen in einer Ehe-Familie. Die Ehe-Familie
ist der beste Schutz vor einem sozialen Abstieg. Doch müssen Familien im Vergleich zu
Alleinstehenden mit einem deutlich niedrigeren Pro-Kopf-Einkommen auskommen. Gleichzeitig
nimmt die Zahl der Alleinerziehenden stetig zu, wobei jede fünfte Alleinerziehende derzeit leider
auf Sozialhilfe angewiesen ist. Statt auf die wachsenden Herausforderungen für Familien und
Kinder in unserer Gesellschaft mit der notwendigen Unterstützung zu reagieren, werden Eltern
zu oft alleine gelassen. Familien konnten in den letzten Jahrzehnten bei weitem nicht mit der
allgemeinen Wohlstandsentwicklung in der Gesellschaft mithalten. Dies ist einer der Gründe,
warum junge Erwachsene kein Interesse mehr an der Gründung einer Familie haben oder sich
kein weiteres Kind leisten wollen.
Baden-Württemberg braucht eine Familienpolitik, die jungen Menschen Mut macht, Familien zu
gründen und Eltern die Sicherheit gibt, auch ein weiteres Kind versorgen zu können.
4.2
Kinder haben ein Recht auf Leben
Der Staat hat die besondere Verantwortung, die Schwachen und Hilfsbedürftigen in unserer
Gesellschaft zu schützen. An erster Stelle stehen daher der körperliche Schutz des Kindes und
die Unversehrtheit seiner Person und seines Lebens. Das Bundesverfassungsgericht hat
Mindestforderungen für den Lebensschutz festgelegt, wonach Abtreibungen grundsätzlich
rechtswidrig sind. Allerdings bestehen weitreichende Ausnahmeregelungen, die neben einer
medizinischen oder kriminologischen Indikation auch den Schwangerschaftsabbruch nach
Beratung umfassen. Im Fall einer vermuteten Behinderung kann das ungeborene Kind sogar
bis zum Zeitpunkt vor dem Beginn der Geburt getötet werden. Diese Straffreiheit ist die
wesentliche Ursache dafür, dass Abtreibungen weitgehend gesellschaftlich toleriert werden.
In Baden-Württemberg wurden für 2009 mehr als 11.500 Abtreibungen dokumentiert. Damit
wurde in diesem Jahr, nach offiziellen Angaben, jedes achte Kind vor seiner Geburt getötet!
Die bisher in spezialisierten baden-württembergischen Frauenkliniken praktizierte
Spätabtreibung behinderter, lebensfähiger Kinder mit vorgeschalteter Abtötung mittels einer
durch die Gebärmutter geführten ultraschallgesteuerten Kaliumchlorid-Spritze ins Herz des
Ungeborenen stellt dabei einen seit Jahren praktizierten ethischen Dammbruch dar. Viele
Schwangere werden dazu gedrängt, ihr ungeborenes Kind töten zu lassen. Die
„Schwangerenkonfliktberatung“
ist
viel
zu
oft
eine
Beratung
für
einen
Schwangerschaftsabbruch, anstatt auf die Gefahren einer psychischen Störung als Folge der
Abtreibung hinzuweisen!
Das Ziel unserer Politik in Baden-Württemberg ist es, das
Lebensrecht von Ungeborenen durchzusetzen und die realen Lebensbedingungen von Familien
und Schwangeren zu verbessern, die zu Schwangerschaftskonflikten führen können:
Ausbildungsnachteile, Wohnungsnot und allgemein materielle und finanzielle Not.
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AUF schlägt vor:
Die Strafbarkeit der vorgeburtlichen Kindestötung für die Abtreibung ausführenden
Personen.
Die Straffreiheit nur bei einer unabwendbaren Gefahr für das Leben der Mutter.
Die Beendigung der finanziellen Förderung der vorgeburtlichen Kindestötung in Form der
Streichung der staatlichen Finanzierung und stattdessen den Ausbau von
Beratungseinrichtungen und Unterstützungsleistungen für werdende Mütter.
Die Möglichkeiten zur Adoption von Kindern für Ehepaare zu verbessern.
4.3
Kinder haben ein Recht auf Sicherheit
Kinder werden viel zu häufig Opfer von körperlicher und seelischer Gewalt. Die offiziell
registrierten Zahlen stellen nur einen kleinen Ausschnitt des tatsächlichen Unrechts dar,
welches Kindern widerfährt. Experten schätzen die Zahl in Baden-Württemberg misshandelter
Kinder auf über Einhunderttausend jedes Jahr! Die Folgen dieser Gewalt sind häufig im
gesamten weiteren Leben präsent und führen nicht selten zu psychischen Krankheiten. Gerade
in unserer zunehmend visuellen Welt, die eine scheinbar grenzenlose Verbreitung auch der
schlimmsten gewaltverherrlichenden Darstellungen und obszöner Sexualpraktiken ermöglicht,
wollen wir dem bewusst Grenzen setzen. Denn besonders für Heranwachsende wurde in
wissenschaftlichen Studien nachgewiesen, dass sich häufige Konfrontation mit
Gewaltdarstellungen negativ auf das Sozialverhalten auswirkt.
AUF schlägt vor:
Zum Schutz unserer Kinder die Abschaffung der Verjährungsfristen und die Verschärfung
sowie konsequente Ausschöpfung des möglichen Strafmaßes bei Missbrauch von Kindern.
Eine strengere Kontrolle in Film, Musik und digitalen Medien, um ein gewalt- und
obszönitätsbehaftetes Assoziationspotential bei Teenagern abzumildern.
Wiedereinführung des Pornographieverbots.
4.4
Finanzielle Absicherung der Eltern
Obwohl immer wieder erwähnt wird, dass Kinder die Zukunft unserer Gesellschaft sind, erleben
wir, dass Familien nur unter erheblichen Schwierigkeiten ihrem Erziehungsauftrag nachkommen
können. Immer schwieriger wird es für sie, den Unterhalt der Familie in angemessenem Maß
durch die eigene Arbeit zu gewährleisten. Wir erleben, dass Eltern ihrer
Erziehungsverantwortung kaum mehr gerecht werden können, und dass sie gerade nicht den
Schutz und die Fürsorge der Gemeinschaft erfahren, um den bei ihnen liegenden
Erziehungsauftrag gemäß Grundgesetz erfüllen zu können. Für die Persönlichkeitsbildung
unserer Kinder sind jedoch insbesondere die ersten Lebensjahre von großer Bedeutung. Die
Nähe zu den eigenen Eltern und die Geborgenheit in der Familie nimmt daher eine besondere
Stellung in der Entwicklung unserer Kinder ein. Wir meinen, dass Eltern ein echtes Wahlrecht
erhalten sollen, ob sie ihr Kind während dieser wichtigen ersten Lebensjahre selbst betreuen
wollen. Diese Wahlmöglichkeit besteht aber für viele Familien gerade nicht, weil ihnen die
finanziellen Möglichkeiten dazu fehlen. Anstatt aber eine angemessene finanzielle Absicherung
für Familien zu schaffen, wurde auf Bundesebene beschlossen, außerhäusliche
Betreuungseinrichtungen aufzubauen und zu finanzieren.
AUF sieht darin eine falsch verstandene Familienpolitik. Wir setzen uns deshalb für die
Schaffung echter Wahlmöglichkeiten für Familien ein. Eltern sollen während der ersten
Lebensjahre ihres Kindes eine angemessene finanzielle Absicherung erhalten. Wir sehen darin
ein Zeichen echter Familienförderung und eine Anerkennung für die Leistungen unserer
Familien zur Sicherung einer lebenswerten Gemeinschaft von morgen.
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AUF
Partei für Arbeit, Umwelt und Familie
Landesverband Baden-Württemberg
AUF schlägt vor:
Die Einführung eines steuer- und sozialversicherungspflichtigen und nach Alter gestaffelten
Erziehungsgehaltes für die erbrachte Erziehungsleistung in den ersten sechs Lebensjahren
sowie eine jährliche Anpassung des Kindergeldes auf den Mindestfinanzbedarf für Kinder.
Damit verbunden werden wir uns für die Aufhebung des Kinderbetreuungsfinanzierungsgesetzes auf Bundesebene einsetzen, wonach perspektivisch eine
außerhäusliche Betreuung von Kleinkindern zur Regel gemacht werden soll.
Den (Wieder-)Ausbau der Familien- und Jugendfürsorge zur Unterstützung von bedürftigen
Familien.
Die Einrichtung von Erziehungsberatungsangeboten, um Eltern mit ihren Fragen und
Problemen zu unterstützen und so präventiv Eskalationen in Familien zu vermeiden oder
zumindest zu vermindern.
5 Sicherheit und Justiz
Der Staat hat die vordringliche Aufgabe, seine Bürger, Bewohner und Ungeborenen vor
Angriffen oder Schaden zu beschützen, wahre Sicherheit und ein tiefes Empfinden davon als
Basis des Lebens zu gewährleisten. Das Gute ist zu fördern und zu belohnen, jeglicher
Kriminalität aber ist der Nährboden zu entziehen und sie ist konsequent zu bestrafen. AUF
erkennt dankbar den aufopferungsvollen Dienst verschiedenster staatlicher Sicherheitskräfte
und der Justiz an. Ihre Stellung, ihre Ausbildung und ihr Dienst sind zu würdigen, zu stärken
und den jeweiligen Erfordernissen entsprechend personell wie materiell auszubauen. Jedoch
sind die individuellen Freiheitsrechte der Menschen eine so wichtige Errungenschaft, dass sie
nicht gegen ein vermeintlich höheres Sicherheitsbestreben ausgespielt werden dürfen. Auch ein
Überwachungsstaat würde keine absolute Sicherheit garantieren, sondern erfahrungsgemäß in
eine menschenverachtende Diktatur umschlagen. AUF betont daher neben der Förderung der
beruflichen Sicherheitskräfte die Wichtigkeit des Erhalts und der Wiedererlangung einer breiten
christlichen Wertebasis, eines gesunden bundesdeutschen Patriotismus und Zusammenhalts
und der umfassenden gesellschaftlichen Teilnahme der Bevölkerung an der Sicherung des
Friedens und Schutzes des Landes und des Bürgers.
Menschen, die eine sinnvolle Aufgabe in ihrem Leben haben, die ihre Fähigkeiten zum Wohle
anderer einsetzen und die sich geliebt und geborgen wissen, begehen weniger Straftaten als
Menschen, die das nicht kennen. Gerade die Jugendlichen in unserem Land leiden häufig unter
falschen Werten, Hoffnungs- und Perspektivlosigkeit und einem Gefühl der Ohnmacht. Die
Kriminalitätsrate wird nicht allein durch Gesetze oder bestimmte Formen des Strafvollzugs
gesenkt. Wesentlich ist eine Erziehung, bei der das Wohl des Kindes und des Jugendlichen im
Mittelpunkt steht, sind gesunde Familien und Beziehungen. Eine solche Erziehung ermutigt
dann die nachfolgende Generation zur Übernahme von persönlicher und sozialer
Verantwortung. Auch der Zuspruch Jugendlicher zu islamistischen, links- oder rechtsradikalen
Organisationen würde dann allmählich abnehmen.
Wir nehmen die Bedrohung durch den internationalen Terrorismus sehr ernst, wehren uns aber
gegen das Schüren von Ängsten, um in der Bevölkerung die Akzeptanz für
Gesetzesverschärfungen zu erhöhen. Wo sie objektiv erforderlich sind, muss die Entscheidung
dazu wohl durchdacht, transparent begründet und dem Volk dienend fallen.
Die Polizei ist nach Ansicht des baden-württembergischen Landesvorsitzenden der Deutschen
Polizeigewerkschaft finanziell kurz vor
dem Kollaps.
Anstatt
Unsummen in
Überwachungsprogramme zu stecken, plädiert AUF für eine Stärkung der Polizeiarbeit vor Ort
durch Personalaufstockung und eine Verbesserung der Ausstattung und Dienstbedingungen.
Antidemokratische Gewalt- und Terrorbereitschaft sind konsequenter zu ahnden, egal ob sie
aus islamistischem, linksextremem, rechtsextremem oder anderem Hintergrund kommen.
Bewiesene Integrationsbereitschaft ist die Voraussetzung für den längerfristigen Aufenthalt in
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unserem Land oder die Erlangung der deutschen Staatsbürgerschaft. Wer die deutsche
Demokratie ablehnt und Gewalt gegen sie befürwortet oder sie gar abschaffen möchte, ist
konsequent zu bestrafen bzw. dauerhaft des Landes zu verweisen. Haftstrafen sind in den
jeweiligen Herkunftsländern der Straffälligen zu verbüßen unter der Gewährleistung, dass dort
die Menschenrechte eingehalten werden.
Es gibt eine Vielzahl von realen Gefahren für unsere Sicherheit. Wir sollten diese nicht nach der
Häufigkeit ihrer Medienpräsenz oder ausgeklügelten Statistiken bewerten. Sondern wir müssen
nüchtern den tatsächlich verursachten persönlichen und gesellschaftlichen Schaden
analysieren und ebenso dessen Ursachen. Organisierte Kriminalität, Drogen- und
Menschenhandel, Internet- und Wirtschaftskriminalität, Spionage, Falschgeld, Betrügereien,
Raub, Korruption und Veruntreuung fügen vielen Menschen direkten Schaden zu und belasten
die Allgemeinheit. Vielerorts werden behördlich Delikte heruntergespielt. Manche Menschen
haben sich mit dem Zustand ungeahndeter Einbrüche, Eingriffen in die Privatsphäre, Randale,
Gewalt und Banden beinahe abgefunden. Andere haben Angst, wenn sie etwas anzeigen nicht
ausreichend geschützt zu werden. In all dem sieht AUF einen großen Nachholbedarf bei der
Bekämpfung und noch mehr bei der Prävention.
AUF schlägt vor:
9 im Bereich Kinder- und Jugend
Die Strafbarkeit der vorgeburtlichen Kindestötung für die Abtreibung ausführenden
Personen. Die Straffreiheit nur bei einer unabwendbaren Gefahr für das Leben der
Mutter.
Sichere Schulen und Schulhöfe. Spezielle Ausbildung von Pädagogen für
Gewaltprävention und Sicherheit und Erteilung begrenzter Polizeirechte.
Analoge Erweiterung der Ausbildung von Sozialarbeitern und Streetworkern (Arbeit in
Problemgebieten, mit Randgruppen, Strafgefangenen, SüchtigenN).
Ausbau professioneller und ehrenamtlicher Seelsorge und psychologischer Hilfe.
Ausbau der Förderung von Vereinen mit qualifizierten, ausgebildeten Übungsleitern.
Keine Verharmlosung der Jugendkriminalität und Senkung der Hafteinstiegsschwelle.
9 den Grundsatz: Opferhilfe vor Täterhilfe strikt einzuhalten
Straftaten dürfen nicht psychologisch kleingeredet oder durch Verdrehung von
Bestimmungen im Strafmaß herabgesetzt werden. Als wesentlich zu beurteilen sind die
Taten und klare Aussagen.
Verschärfung der Strafen bei Gewalt, Entführung, Vergewaltigung, Kindesmissbrauch
und Mord.
Starke Vereinfachung und mehr Transparenz des Rechtssystems.
Ausbau der Gerichts- und Bewährungshilfe als Hilfe zur Selbsthilfe.
9 Aufklärungskampagnen gegen alle gesellschaftlich relevanten Süchte: Alkoholsucht,
Drogensucht, Nikotinsucht, Computersucht, Sexsucht, 9
Werbeverbot, Steuererhöhung und Verbot im öffentlichen Bereich für nikotinhaltige
Produkte und hochprozentige alkoholische Getränke.
Schrittweise
Auflösung
der
Zuständigkeit
staatlicher
Krankenkassen
für
selbstverschuldete Schäden durch Alkohol, Nikotin und Drogen.
Durchsetzung des Zugangserschwerungsgesetzes (auch Killerspiele) im Internet.
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AUF
Partei für Arbeit, Umwelt und Familie
Landesverband Baden-Württemberg
9 intensiven Kampf gegen Terrorismus und andere organisierte Verbrechen
Verbot von Medien, die Terrorismus, Anarchie, Pornografie, Gewalt und andere Formen
der Kriminalität fördern – Förderung von Medien, die eine ethische Verantwortung leben.
Aufstockung der Zollfahndung, der Landespolizei und der Spezialeinheiten gegen Terror
und organisierte Kriminalität – Vorgehen ohne Ansehen der Person.
International und deutschlandweit koordiniertes Vorgehen gegen alle Formen
organisierter Kriminalität. Strafverfolgung und öffentliche Nennung der Täter ohne
Ansehen der Person.
9 außerdem
den Zugang zu Schusswaffen zu erschweren und an die Mitgliedschaft in
gemeinnützigen Vereinen zu koppeln.
in Kampfsport- und Nahkampfgruppen die Durchführung jährlicher, für alle Mitglieder
verbindlicher Kurse zur Gewaltprävention und Deeskalation.
die Strafbarkeit jeder Einschränkung des Rechtes auf freien Wechsel der Religion und
Umzugshilfe für bedrohte Menschen.
die Förderung der Integration von Ausländern und die Ausweisung nicht
integrationswilliger, krimineller oder Völkermorde leugnender Ausländer, Verbot der
Vollverschleierung, Schließung Scharia lebender Einrichtungen,
es darf keine No-Go-Areas geben: Ausbau ehrenamtlicher Polizeiarbeit in vertretbaren
Aufgabenbereichen ohne Personalabbau der beruflichen Sicherheitskräfte.
6 Demokratie und Kommunales
Die AUF-Partei sieht die Demokratie als die Staatsform an, die am besten dazu geeignet ist,
einen möglichst hohen Grad an Aufklärung, Wahrhaftigkeit und Transparenz in der
Gesellschaft zu erreichen. Dies betrifft alle Bereiche der Gesellschaft, einschließlich der
Medien, des Bildungssystems, der Politik, der Wirtschaft und der Wissenschaft. Der Grund-satz
der Subsidiarität ist ein wichtiges Prinzip der Demokratie, das sich stark im kommunalen
Bereich ausdrückt. Kommunen und Verwaltungsgemeinschaften mehrerer Gemeinden sind am
besten geeignet, ihre Aufgaben selbst in die Hand zu nehmen, beispielsweise bei der
Wasserversorgung und Kläranlagen.
6.1
Landesstruktur
Alle staatlichen Ebenen müssen direkt vom Volk gewählte Parlamente haben. Für die Transparenz und Effektivität der Politik ist es unerlässlich, dass es weniger politische Ebenen gibt
und dass die kommunale Selbstverwaltung gestärkt wird. Bei einem Straßenbauprojekt im
Nordosten Stuttgarts wird dieses Problem deutlich, weil vier Ebenen (mehrere Kommunen, drei
Kreise, die Region Stuttgart und das Regierungspräsidium) einbezogen sind und es seit Jahren
zu keiner Lösung kommt. Nahverkehrsverbünde müssen selber über Strukturen und Tarife
bestimmen dürfen ohne Einfluss von Verkehrsunternehmen.
AUF schlägt vor:
eine Verschlankung der Landesstruktur von 4 auf 2 Ebenen:
o Abschaffung der Regierungsbezirke und der Landkreise
o Reduzierung der 12 auf 9 Regionalverbände in Baden-Württemberg mit den
landeseinheitlichen Aufgabenbereichen Landschaftsrahmenplanung, Regionalverkehrsplanung, Wirtschaftsförderung, Abfallwirtschaft, Krankenhäuser und allen jetzigen
Aufgaben der Landkreise, soweit sie nicht besser von Kommunen gelöst werden können.
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AUF
Partei für Arbeit, Umwelt und Familie
Landesverband Baden-Württemberg
ein Landesgesetz, das Verkehrsverbünde dazu verpflichtet, in ihren Aufsichtsräten nur
Gebietskörperschaften zu haben (Kommunen und Regionalverbände).
6.2
Öffentliche Daseinsvorsorge
Öffentliche Aufgaben müssen bei den Gebietskörperschaften bleiben. Kredite für deren
Investitionen müssen von der Landesbank Baden-Württemberg zur Verfügung gestellt werden,
die wiederum ihr Kapital aus deren Steuereinnahmen schöpft.
AUF schlägt vor:
keine Public-Private-Partnership-Modelle und kein Cross-Boarder-Leasing
Stärkung von Stadtwerken und kreisweiten Verbünden im Bereich Wasser, Energie usw.
Beibehaltung der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) im Eigentum von
Kreissparkassen, Land und Landeshauptstadt als günstiger Darlehensgeber für die
öffentliche Hand
6.3
Ländlicher Raum
Der Großteil der Bürger in Baden-Württemberg lebt in Dörfern und kleinen Städten. Diese
gewachsene und bewährte Struktur sollte erhalten und geschützt werden.
AUF schlägt vor:
Sicherung der Nahversorgung im ländlichen Raum, z.B. durch Läden als Genossenschaften
Stärkung der ländlichen Gebiete durch Ausweisung von günstigem Land für Wohn- und
Gewerbebebauung und Schaffung geeignete Infrastruktur (z.B. DSL-Netz)
6.4
Saubere und transparentere Demokratie
Unternehmensspenden sind trotz mehrerer Spendenaffären eine Selbstverständlichkeit geblieben. Bei so manchen Politikern mit Nebentätigkeiten liegt der Korruptionsverdacht nahe.
Das schmälert das ohnehin geringer gewordene Vertrauen an diese Personengruppe weiter.
Solange Spenden von juristischen und natürlichen Personen an Parteien unter 10.000 Euro pro
Jahr liegen, werden sie nicht veröffentlicht, was zur Stückelung von sonst erfolgenden
Riesenspenden führt. Wahlkämpfe werden zu einem guten Teil mit Geldern von Unternehmen
gemacht, sodass eine am Gemeinwohl orientierte Politik fraglich ist und deren Einfluss weiter
steigt.
AUF schlägt vor:
keine Aufsichtsratsmandate, Vorstandstätigkeiten oder Beraterverträge in Wirtschaftsunternehmen für Regierungsmitglieder.
die Verantwortlichkeit von Politikern muss auf höchstens zwei politische Ämter oder Mandate
beschränkt werden.
Offenlegung und Begrenzung der Nebeneinkünfte von Politikern.
ein verpflichtendes Register für Interessenvertreter (Angabe über Auftraggeber, Thema und
Budget usw.), wie dies im Schweizer Nationalrat vorgeschrieben ist.
Begrenzung der Spenden von natürlichen und juristischen Personen an Parteien in
Deutschland auf maximal 50.000 Euro pro Jahr.
Veröffentlichung aller Spenden an Parteien ab 2.000 Euro jährlich.
Einrichtung eines weisungsunabhängigen Kontrollgremiums, das ungehinderten Zugang zu
den Finanzunterlagen der Parteien hat.
Karenzzeiten für Politiker und Beamte nach dem Ausscheiden aus dem Amt, wenn ein
Zusammenhang zwischen der bisher ausgeübten Tätigkeit und der nach dem Ausscheiden
aus dem Dienst beabsichtigten Tätigkeit besteht.
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AUF
Partei für Arbeit, Umwelt und Familie
Landesverband Baden-Württemberg
6.5
Mehr Bürgerbeteiligung und Stärkung der direkten Demokratie
Bürgerinnen und Bürger fühlen sich in die politischen Prozesse oft nicht mehr einbezogen und
gefragt. Nach Meinung der AUF-Partei sollen mehr Menschen mit unterschiedlichem
Hintergrund in der Politik mitwirken und beteiligt werden. Der Konflikt um „Stuttgart 21“ hätte
durch mehr direkte Demokratie vermieden werden können.
AUF schlägt vor:
bürgerschaftliches Engagement fördern und bessere Darstellung in der Öffentlichkeit (z.B.
Malerarbeiten in der Schule durch Eltern, Schüler und Lehrer; Renovierung der Sporthalle
durch viele Bürger; freiwillige Seniorengruppen im Einsatz für das Gemeinwohl)
Erleichterung von Volksbegehren im Land durch die Senkung der Unterschriftenhürde von
16,6 auf 5 Prozent der Wahlberechtigten; Verlängerung der Frist für die Eintragung von zwei
Wochen auf drei Monate
nur die einfache Mehrheit beim Volksentscheid, Beseitigung von Abstimmungshürden
Aufhebung von Beschränkungen für Volks- und Bürgerbegehren auf wenige Bereiche
Neueinführung von Bürgerbegehren und -entscheiden auf Kreis- und Gemeindeebene
Direktwahl der Landrätinnen und Landräte und der Parlamente der Regionalverbände
6.6
Landtag
Die Mitglieder des Landesparlaments müssen für Ihre Arbeit adäquat entlohnt werden und
dürfen nicht von Nebeneinkünften abhängig sein. Ihre Arbeit muss transparent sein.
AUF schlägt vor:
die Verkleinerung des Landtags
Sitzungen der Ausschüsse müssen im Normalfall öffentlich sein.
ein Landtagsabgeordneter darf nicht in Aufsichtsgremien von privaten Wirtschaftsunternehmen vertreten sein.
6.7
Werte
Die christlichen Werte, die unsere Gesellschaft und unser Staatswesen prägen, müssen in der
Öffentlichkeit wieder mehr zur Geltung kommen und gelebt werden.
AUF schlägt vor:
Wir brauchen keinen Christopher-Street-Day in Baden-Württemberg.
Keine Aufweichung des Ladenschlusses in Baden-Württemberg an Sonntagen, denn dieser
Tag ist uns vom Schöpfer gegeben und „als Tag der Arbeitsruhe und der seelischen
Erhebung“ (Deutsches Grundgesetz) gesetzlich geschützt.
Christliche Werte und Tugenden als Grundlage der Bildung und Erziehung von Kindern und
Jugendlichen an öffentlichen Bildungseinrichtungen zu fördern.
7 Gesellschaftsbild und Demokratieverständnis
Aus unserem christlichen Gottes- und Menschenbild ergibt sich das Gesellschaftsbild und
Demokratieverständnis der AUF-Partei.
7.1
Das Grundgesetz als Basis
Die Politik von AUF beruht auf der christlichen Ethik und dem Deutschen Grundgesetz von
1949. In diesem Grundgesetz stellt sich das deutsche Volk in die Verantwortung vor Gott und
den Menschen. Wir verpflichten uns zu Frieden, Gerechtigkeit und Freiheit. Wir treten ein für
Freiheit und Grundrechte des Bürgers, den freiheitlichen Rechtsstaat und die freiheitlichSeite 15 von 17
AUF
Partei für Arbeit, Umwelt und Familie
Landesverband Baden-Württemberg
demokratische
Grundordnung,
Gewissensfreiheit,
Meinungsund
Pressefreiheit,
Religionsfreiheit, Lebensschutz, den Schutz von Ehe und Familie und für mehr
Eigenverantwortlichkeit des Individuums.
7.2
Demokratie heißt Gestalten
Die Bedingungen für die Erhaltung eines gerechten, lebenswerten und lebensfähigen sowie
freien Gemeinwesens müssen zu jeder Zeit aktiv gestaltet und immer wieder neu erarbeitet
werden. Für diese Aufgabe benötigen wir eine wahrhaftige und transparente Politik, die sich klar
zu ihren ethischen und geistigen Wurzeln bekennt und sich ihnen verpflichtet sieht.
Die gesellschaftliche Realität fassen wir nicht als gegebenes Schicksal auf, sondern sie ist von
jedermann und in besonderem Maße von den gewählten Volksvertreterinnen und –vertretern
verantwortlich und aktiv nach klaren ethischen Maßstäben zu gestalten. Der „demographische
Wandel“, der „Wertewandel“, die Zerstörung unseres Lebensraums oder die „Globalisierung“
sind durch Menschen herbeigeführt worden, genauso wie Kriege oder Wirtschafts- und
Währungskrisen. Wir sind der Überzeugung, dass eine Politik, die sich von einer
gesellschaftlichen „Realität“ leiten lässt, anstatt sie selber zu gestalten, oder die sich auf
„Modernität“ beruft, ohne ihre Position vernünftig begründen zu können, ihrer Verantwortung
nicht gerecht wird.
7.3
Der Wert des menschlichen Lebens
Die Würde des Menschen ist unantastbar und unbedingt. Eine rationale Begründung der
Menschenwürde beruht wesentlich auf dem jüdisch-christlichen Menschenbild. Nur wenn diese
Grundlage der Menschenwürde im gesellschaftlichen Bewusstsein verankert ist, kann ihre
uneingeschränkte Wahrung dauerhaft sichergestellt werden. Diese Würde umfasst die ganze
Zeitspanne des menschlichen Lebens von der Zeugung bis zum natürlichen, vollständigen Tod
des Menschen. Kein Mensch und keine Gruppe von Menschen dürfen menschliches Leben als
bloßes Mittel zu beliebigen Zwecken gebrauchen.
7.4
Soziale Gerechtigkeit
Jeder Mensch ist ein einzigartiges Individuum. Er hat das politische Recht und die moralische
Pflicht zur Entfaltung seiner Begabungen. Soziale Gerechtigkeit bedeutet, dass jeder Mensch
die gleichen Chancen auf die Entfaltung seiner Persönlichkeit und Begabungen erhält. Die
unterschiedlichen Begabungen der Menschen haben dabei den gleichen Wert und verdienen
die gleiche Anerkennung. Jeder Mensch hat die Pflicht, diese Fähigkeiten und Begabungen
zum eigenen Wohl und zum Wohl der Gemeinschaft einzusetzen. Das ist die Voraussetzung für
den Anspruch auf die Unterstützung durch die Solidargemeinschaft.
7.5
Ehe und Familie als Keimzelle des Staates
Den Kern der Gesellschaftspolitik bildet die Sichtweise von Mann und Frau. Der Respekt vor
der natürlichen Unterschiedlichkeit von Mann und Frau ist eine wertvolle und unaufhebbare
Bedingung für ein gelingendes, menschlich adäquates Gemeinwesen. Nur ein Gemeinwesen,
das der Natur des Menschen gerecht wird, kann die volle Würde des Menschen auch
gewährleisten. Eine verantwortungsvolle Politik sieht sich jederzeit in der Pflicht, die Würde
eines jeden Menschen in seiner natürlichen Besonderheit und Einzigartigkeit vollständig zu
wahren und zu verteidigen. Dies entspricht einem wesentlichen Ziel von AUF. Wir lehnen eine
Gleichstellungspolitik ab, die die natürlichen Unterschiede zwischen Mann und Frau ganz oder
teilweise aufheben möchte. Die Ernsthaftigkeit, mit der ein Gemeinwesen die Forderungen der
Menschenwürde einlöst, wird klar sichtbar am Status derer, die ihre Menschenrechte nicht
Seite 16 von 17
AUF
Partei für Arbeit, Umwelt und Familie
Landesverband Baden-Württemberg
selbst einfordern können. Insbesondere der Status der Kinder ist ein Anzeichen für den ethischmoralischen Zustand eines Gemeinwesens.
AUF tritt entschieden für die Rechte von Kindern, Familien und Alleinerziehenden ein. Dem
Deutschen Grundgesetz folgend, muss die Erziehung und Pflege der Kinder höchste Priorität in
der Lebensgestaltung ihrer Eltern besitzen. Ehe und Familie stehen unter dem besonderen
Schutz des Staates. Eine Erziehung, die hauptsächlich durch staatliche bzw. öffentliche
Einrichtungen erfolgt, schwächt die Grundlagen einer freiheitlichen Demokratie und einer
mündigen Bürgerschaft. Tendenzen, welche die Familie durch Staat oder Gesellschaft ersetzen
wollen, lehnt AUF daher entschieden ab.
7.6
Aufklärung und Transparenz
In einer Wissens- und Mediengesellschaft kann der Einzelne seine Freiheit und Verantwortung
nur wahrnehmen, wenn eine zuverlässige, ausgewogene und wahrheitsgemäße Information
und Wissensvermittlung gewährleistet ist. Jede Form einer informationellen Manipulation und
Fehlinformation widerspricht hingegen der Freiheit und Würde des Einzelnen, destabilisiert das
Gemeinwesen und unterläuft die Presse- und Informationsfreiheit. Wir wollen daher auf einen
möglichst hohen Grad an Wahrhaftigkeit, Transparenz und Aufklärung in der gesellschaftlichen
Kommunikation hinarbeiten. Dies betrifft alle Bereiche der Gesellschaft, einschließlich der
Medien, des Bildungssystems, der Politik, der Wirtschaft und der Wissenschaft. Auf diese
Weise wird das gesellschaftliche Vertrauen gefördert und eine wirklich freie Wahl von
Lebensentwürfen und Bekenntnissen ermöglicht.
7.7
Mehr Demokratie
Wir sind überzeugt, dass nur unter den Bedingungen einer informierten Gesellschaft eine
gerechte und freiheitliche Demokratie dauerhaft gelingen kann. Die Realisierung solcher
Bedingungen ist ein entscheidender Schritt hin zu einer direkteren und bürgernäheren
Demokratie, die von AUF angestrebt wird. AUF tritt dafür ein, dass alle politischen
Entscheidungsprozesse nachvollziehbar und in sich und gegenüber den Bürgern vernünftig
begründet sind. AUF will eine stärkere Bürgerbeteiligung in der Gestaltung der Demokratie, erst
recht in einer Zeit, in der die Menschen eine hohe Parteienverdrossenheit zeigen und die
Wahlbeteiligung immer mehr zurückgeht. Dazu bedarf es möglichst vieler engagierter und
verantwortungsbewusster Bürgerinnen und Bürger und stärkerer Elemente der direkten
Demokratie.
7.8
Das Prinzip der Subsidiarität
Für AUF hat der Gedanke der Subsidiarität einen hohen Stellenwert. Es ist ihr Ziel, dass
bürgernahe und dezentrale Organisationen, wie Familien, Vereine, Kirchen,
freie
Trägerschaften und besonders auch die kleineren politischen Ebenen wie Kommunen und
Gemeindeverbände mehr politische und gesellschaftliche Verantwortung übernehmen können
und so Entscheidungen auf der niedrigst möglichen Ebene getroffen werden. Diese Institutionen
halten wir in vielen gesellschaftlichen und politischen Angelegenheiten für besser geeignet,
Verantwortung zu übernehmen, als oftmals bürgerferne Institutionen.
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