Text_Vorbereitungsplanung_31_08_2010_Neu_

Werbung
MARKT RÜDENHAUSEN
DORFERNEUERUNG RÜDENHAUSEN
VKZLE 708 150
ORTSRÄUMLICHE PLANUNG
PLANUNG MIT
PLANUNG GRÜNORDNUNG DORFÖKOLO
DORFÖKOLOGIE
VORBEREITUNGSPLANUNG
31.08.2010
Berarbeitung:
Dipl. Ing. Christine Konrad
Architekten für Stadtplanung
Konrad und Burger
Am Rosengarten 2
97337 Dettelbach
Dipl. Ing. Thomas Wirth
arc.grün
Wirth • Rentsch • Schäffner
Ritterstraße 16
97318 Kitzingen
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Inhaltsverzeichnis
Vorhandene Planungen ....................................................................................................................................................6
Planungen mit Rechtswirkung ....................................................................................................................................6
Regionalplanung – Regionalplan Region Würzburg (2)..................................................................................6
Arten- und Biotopschutzprogramm Bayern (ABSP) .........................................................................................7
Naturschutz ...................................................................................................................................................................7
Denkmalschutz .............................................................................................................................................................8
Ortsumgehung Rüdenhausen ............................................................................................................................... 12
Flächennutzungsplan und Landschaftsplan ..................................................................................................... 13
Bebauungspläne........................................................................................................................................................ 14
Informelle Planungen .................................................................................................................................................. 14
Regionales Entwicklungskonzept (REK) des Landkreises Kitzingen .......................................................... 14
Integrierte Ländliche Entwicklung (ILE) „Dorfschätze“................................................................................. 14
Beabsichtigte Vorhaben................................................................................................................................................. 15
Bürgermitwirkung ........................................................................................................................................................... 15
Grundseminar Dorferneuerung ................................................................................................................................ 15
Arbeitskreise ................................................................................................................................................................... 15
Historische Kulturlandschaft........................................................................................................................................ 16
Ortsgeschichte und –entwicklung.............................................................................................................................. 20
Lage in der Region........................................................................................................................................................... 22
Naturraum ......................................................................................................................................................................... 22
Naturhaushalt................................................................................................................................................................... 23
Topographie................................................................................................................................................................ 23
Geologie und Boden ................................................................................................................................................ 23
Wasser .......................................................................................................................................................................... 23
Klima / Luft ................................................................................................................................................................. 24
Pflanzen, Tiere............................................................................................................................................................ 24
Landschaftsbild und äußeres Ortsbild....................................................................................................................... 26
Bevölkerungsstruktur ..................................................................................................................................................... 26
Bevölkerungsentwicklung .......................................................................................................................................... 26
Bevölkerungsbewegung .............................................................................................................................................. 28
Altersstruktur ................................................................................................................................................................. 28
Soziale Verflechtungen und örtliche Bindungen................................................................................................ 30
Gemeinschaftsleben und Dorfkultur .................................................................................................................. 30
örtliche Wirtschaftsstruktur......................................................................................................................................... 31
Primärer Sektor.............................................................................................................................................................. 31
Landwirtschaft........................................................................................................................................................... 31
Sekundärer Sektor ........................................................................................................................................................ 33
Tertiärer Sektor.............................................................................................................................................................. 33
Tourismus .................................................................................................................................................................... 33
Berufsverhältnisse......................................................................................................................................................... 34
Freizeit und Erholung ..................................................................................................................................................... 35
Siedlungsstruktur............................................................................................................................................................. 35
Flächennutzung............................................................................................................................................................. 35
Art der baulichen Nutzungen ............................................................................................................................... 35
Infrastruktur zur Versorgung der Bevölkerung............................................................................................... 36
Maß der baulichen Nutzungen ............................................................................................................................ 36
Nutzungskonflikte .................................................................................................................................................... 38
Gebäudesubstanz .......................................................................................................................................................... 38
baulicher Zustand ..................................................................................................................................................... 38
Geringer Sanierungsbedarf.................................................................................................................................... 39
Mittlerer Sanierungsbedarf ................................................................................................................................... 39
Hoher Sanierungsbedarf......................................................................................................................................... 39
energetischer Zustand............................................................................................................................................. 39
Potential und Anforderungen zur Innenentwicklung....................................................................................... 41
Technische Infrastruktur zur Ver- und Entsorgung ........................................................................................... 41
Elektrizität................................................................................................................................................................... 41
1
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Gas................................................................................................................................................................................. 41
Wasser / Abwasser .................................................................................................................................................... 41
Abfall ............................................................................................................................................................................ 41
Verkehr ............................................................................................................................................................................. 42
Funktionsstruktur des Gesamtortes .................................................................................................................... 42
Öffentlicher Personenverkehr............................................................................................................................... 42
Individualverkehr im Untersuchungsgebiet ..................................................................................................... 42
Gebäudestruktur ........................................................................................................................................................... 44
Hoftypen...................................................................................................................................................................... 44
Typen freistehender Gebäudegruppen............................................................................................................... 48
Gebäudetypen............................................................................................................................................................ 51
Gebäudetypen............................................................................................................................................................ 51
Inneres Ortsbild ................................................................................................................................................................ 56
Bewertung der städtebaulich-räumlichen Wirkung der baulichen Anlagen auf das Ortsbild.......................................... 56
Gebäude mit besonderer städtebaulicher (ortsplanerischer) Bedeutung
........................................................................................................................................................................................ 56
Ortstypische Gebäude ............................................................................................................................................. 56
Städtebaulich störende Gebäude ........................................................................................................................ 56
Bewertung der gestalterischen Wirkung der baulichen Anlagen auf das Ortsbild ..................................... 58
Gebäudegestaltung bis ca. 1950.......................................................................................................................... 58
Gebäudegestaltung nach ca. 1950...................................................................................................................... 63
Bewertung der gestalterischen Wirkung der baulichen Anlagen.............................................................. 64
Bewertung der gestalterischen Wirkung der Grün- und Freiflächen auf das Ortsbild .......................... 67
Öffentliche Grünflächen ........................................................................................................................................ 67
Bäche und Gräben .................................................................................................................................................... 69
Straßen, Wege und Plätze...................................................................................................................................... 75
Potentiale und Mängel .................................................................................................................................................. 80
Potentiale ........................................................................................................................................................................ 80
Lage in der Region.................................................................................................................................................... 80
Bevölkerung................................................................................................................................................................ 80
Infrastruktur............................................................................................................................................................... 80
Wirtschaft ................................................................................................................................................................... 80
Ortsbild......................................................................................................................................................................... 80
bauliche Anlagen ...................................................................................................................................................... 80
Freiflächen .................................................................................................................................................................. 81
Natur und Landschaft ............................................................................................................................................. 81
Mängel.............................................................................................................................................................................. 83
Lage in der Region.................................................................................................................................................... 83
Bevölkerung................................................................................................................................................................ 83
Infrastruktur............................................................................................................................................................... 83
Nutzungskonflikte .................................................................................................................................................... 83
Verkehr ......................................................................................................................................................................... 83
Ortsbild......................................................................................................................................................................... 83
bauliche Anlagen ...................................................................................................................................................... 83
Freiflächen .................................................................................................................................................................. 83
Natur und Landschaft ............................................................................................................................................. 83
Leitlinien und Entwicklungsziele ................................................................................................................................ 85
Leitlinie............................................................................................................................................................................. 85
Entwicklungsziele.......................................................................................................................................................... 85
Gelebte Geschichte im historischen Ortsbild................................................................................................... 85
Neu konzeptionierter Verkehr .............................................................................................................................. 85
Attraktive Naherholung.......................................................................................................................................... 85
Aktive Dorfgemeinschaft ....................................................................................................................................... 85
Hinweise aus dem Vitalitätscheck zur Umsetzung der Entwicklungsziele ................................................. 86
Fachliche und räumliche Planungshinweise .................................................................................................... 86
Hinweise für Instrumente und Strategien zur Umsetzung ......................................................................... 86
Integriertes raumbezogenes Strukturkonzept........................................................................................................ 87
Teilkonzept Nutzung und Funktion......................................................................................................................... 87
Bebaute Flächen........................................................................................................................................................ 87
Freiflächen .................................................................................................................................................................. 88
2
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Verkehrsflächen......................................................................................................................................................... 89
Teilkonzept bauliche Entwicklung ........................................................................................................................... 91
Erhalt der Qualitäten der Baulichen Struktur und Gestaltung .................................................................. 91
Behebung der Mängel der Baulichen Struktur und Gestaltung................................................................ 91
Weiterentwicklung der Baulichen Struktur ..................................................................................................... 91
Teilkonzept Freiflächenentwicklung ....................................................................................................................... 93
Schirnbach und Bachaue........................................................................................................................................ 93
Neugestaltung zentraler Straßenräume und Platzflächen im Altort....................................................... 93
Gestaltung des nördlichen Ortseingangs .......................................................................................................... 93
Ortsbildprägende Gärten, Streuobstwiesen und Baumbestände............................................................... 93
Schlossumfeld ............................................................................................................................................................ 94
Rüdenhausen blüht auf - vorgezogene Maßnahme............................................................................................. 97
Maßnahmen ...................................................................................................................................................................... 99
wichtigste Maßnahme................................................................................................................................................. 99
1 Kirchplatz................................................................................................................................................................. 99
Maßnahmen mit erster Priorität.............................................................................................................................. 99
2 Gemeinschaftsraum im Rathaus ...................................................................................................................... 99
3 Schloßstraße mit Johann-Friedrich-Gärtlein .............................................................................................100
Maßnahmen mit zweiter Priorität.........................................................................................................................100
4 Naturnahe Gestaltung der Bachauen...........................................................................................................100
5 Paul-Gerhardt-Platz...........................................................................................................................................100
6 Jahnstraße .............................................................................................................................................................101
7 punktuelle Maßnahmen am Schirnbach .....................................................................................................101
8 „Festplatzscheune“..............................................................................................................................................101
9 Marktstraße mit „Kreuzungsplätzen“ ...........................................................................................................101
Maßnahmen mit dritter Priorität...........................................................................................................................102
10 Verbindungswege in die Feldflur.................................................................................................................102
11 Paul-Gerhardt-„Straße“..................................................................................................................................102
12 Veröffentlichungen zur Geschichte............................................................................................................102
13 Ausstellung zur Geschichte in der „Aich“ .................................................................................................102
14 Ortseingang Nord .............................................................................................................................................102
15 Hindenburgstraße.............................................................................................................................................102
Weitere Maßnahmen .................................................................................................................................................102
16 Parkplatz und Umfeld an der Turnhalle ....................................................................................................102
17 Weg zum Friedhof ............................................................................................................................................103
18 Sandstraße und Bushaltestelle .....................................................................................................................103
19 Bachstraße ..........................................................................................................................................................103
20 Sanierung „Nachtwächterhauschen“ .........................................................................................................103
21 Raiffeisenstraße 22 Straße Am Sportplatz 23 Schirnbachstraße......................................................103
24 Lerchenstraße ....................................................................................................................................................103
25 Gartenstraße und Containerstellplatz........................................................................................................103
Überschlägige Prüfung der Projektziele und Maßnahmen auf Umwelterheblichkeit.............................105
Hinweise zur Eingriffsregelung ..........................................................................................................................105
Natura 2000 und spezieller Artenschutz.........................................................................................................105
Beurteilung der Pflicht zur Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung............................105
Technischer Umweltschutz ..................................................................................................................................105
Hinweise zum Finanzbedarf .......................................................................................................................................106
Kostenschätzung öffentliche Maßnahmen ........................................................................................................106
1 Kirchplatz...............................................................................................................................................................106
2 Gemeinschaftsraum im Rathaus ....................................................................................................................106
3 Schloßstraße mit Johann-Friedrich-Gärtlein .............................................................................................107
4 Naturnahe Gestaltung der Bachauen...........................................................................................................107
5 Paul-Gerhardt-Platz...........................................................................................................................................107
6 Jahnstraße .............................................................................................................................................................107
7 punktuelle Maßnahmen am Schirnbach .....................................................................................................108
8 „Festplatzscheune“..............................................................................................................................................108
9 Marktstraße mit „Kreuzungsplätzen“ ...........................................................................................................108
10 Verbindungswege in die Feldflur.................................................................................................................108
11 Paul-Gerhardt-„Straße“..................................................................................................................................109
12 Veröffentlichungen zur Geschichte............................................................................................................109
3
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
13 Ausstellung zur Geschichte in der „Aich“ .................................................................................................109
14 Ortseingang Nord .............................................................................................................................................109
15 Hindenburgstraße.............................................................................................................................................109
16 Parkplatz und Umfeld an der Turnhalle ....................................................................................................110
17 Weg zum Friedhof ............................................................................................................................................110
18 Sandstraße und Bushaltestelle .....................................................................................................................110
19 Bachstraße ..........................................................................................................................................................110
20 Sanierung „Nachtwächterhauschen“ .........................................................................................................111
21 Raiffeisenstraße ................................................................................................................................................111
22 Straße Am Sportplatz......................................................................................................................................111
23 Schirnbachstraße ..............................................................................................................................................111
24 Lerchenstraße ....................................................................................................................................................112
25 Gartenstraße und Containerstellplatz........................................................................................................112
Kostenschätzung private Maßnahmen ................................................................................................................112
konstruktiv-gestalterische Sanierung ..............................................................................................................112
Hinweise zum weiteren Vorgehen und Planungsbedarf ...................................................................................113
Hinweise zum weiteren Vorgehen .........................................................................................................................113
Planungsbedarf............................................................................................................................................................113
4
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Kartenverzeichnis
Plan „Historische Nutzungen“ ..................................................................................................................................... 19
Plan „Bestand“ .................................................................................................................................................................. 25
Plan „Nutzung der Gebäude“....................................................................................................................................... 37
Plan „baulicher Zustand der Gebäude"..................................................................................................................... 40
Plan „Verkehr“................................................................................................................................................................... 43
Plan „Hoftypologie - Stellung der Gebäude“.......................................................................................................... 50
Plan „Gebäudetypologie – Höhenentwicklung“..................................................................................................... 55
Plan „Raumbildung“........................................................................................................................................................ 57
Plan „überlieferte ortstypische Gestaltung“ ........................................................................................................... 66
Plan „Grünflächen“ ......................................................................................................................................................... 74
Plan „Beläge“..................................................................................................................................................................... 77
Plan „ Freiraumtypen“ .................................................................................................................................................... 78
Plan „Ortsbild“ .................................................................................................................................................................. 79
Plan „Potentiale“.............................................................................................................................................................. 82
Plan „Mängel“ ................................................................................................................................................................... 84
Plan „Konzept Nutzung und Funktion“ .................................................................................................................... 90
Plan „Bauliches Konzept“ .............................................................................................................................................. 92
Plan „Freiraumentwicklungskonzept“ ....................................................................................................................... 95
Plan „integriertes Strukturkonzept“ .......................................................................................................................... 96
Plan „Vorgezogene Maßnahmen“............................................................................................................................... 98
Plan „öffentliche Maßnahmen“ ................................................................................................................................104
Anhang
Protokolle der Sitzungen Arbeitskreis 1 Ortsbild
Protokolle der Sitzungen Arbeitskreis 2 Geschichte / Kultur / Tradition
Protokolle der Sitzungen Arbeitskreis3 Dorfleben
Protokolle der Sitzungen Arbeitskreis 4 Verkehr
Protokolle der Sitzungen Arbeitskreis 5 Landschaft / Natur
5
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
TEIL I: PLANUNGSRELEVANTE
PLANUNGSRELEVANTE VORGABEN
VORGABEN
Vorhandene Planungen
Planungen mit Rechtswirkung
Regionalplanung – Reg i onalplan Region Würzb urg (2 )
Gemäß § 4 des Raumordnungsgesetzes sind von öffentlichen Stellen bei ihren raumbedeutsamen Planungen und Maßnahmen die Ziele der Raumordnung zu beachten und ihre Grundsätze
und sonstigen Erfordernisse in der Abwägung zu berücksichtigen.
Der Markt Rüdenhausen liegt aus Sicht der Regionalplanung im Ländlichen Teilraum, dessen
Entwicklung in besonderem Maße gestärkt werden soll.
Im ländlichen Raum soll die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit insbesondere durch die Schaffung vielseitiger und qualifizierter Arbeitsplätze im Produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich verbessert werden.
In den Sonderkulturgebieten im Steigerwaldvorland kommt bei allen Planungen und Maßnahmen den Interessen der Landwirtschaft besondere Bedeutung zu.
Dem Ausbau und der Sicherung von Einrichtungen für die Tages- und Wochenenderholung und
den Fremdenverkehr kommt besondere Bedeutung zu.
Verbesserungen der Verkehrsinfrastruktur sind bevorzugt entlang der Verkehrs- und Siedlungsachsen anzustreben. Dies gilt ganz besonders für die ländlichen Teilräume deren Entwicklung in
besonderem Maße gestärkt werden soll. Dem ÖPNV ist dabei im Hinblick auf die Erreichbarkeit
der Zentralen Orte und des Verdichtungsraumes besonderes Gewicht beizumessen.
Es ist anzustreben, einer Zersiedlung der Landschaft rechtzeitig vorzubeugen.
Auf eine Intensivierung der interkommunalen Kooperation innerhalb der Region ist hinzuwirken.
Folgende, für den Ort Rüdenhausen fachlich relevante Ziele zu Natur und Landschaft werden im
Regionalplan formuliert:
6
-
Erhaltung und Wiederbelebung des überkommenen Natur- und Kulturerbes der Region
-
Erhaltung der Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes und des typischen Landschaftscharakters
-
Sicherung und Verbesserung des Erholungswertes der Region durch die Erhaltung ihrer
landschaftlichen und kulturellen Attraktivität (…)
-
Erhaltung und Verbesserung der Attraktivität der zahlreichen, typischen bauhistorisch oft
wertvollen Ortsbilder und anderer Sehenswürdigkeiten für den Erholungsverkehr
-
Erhaltung und Sicherung von Siedlungseinheiten mit historisch gewachsenen und landschaftsprägenden Siedlungsbildern
-
Erhaltung vorhandener Grün- und Freiflächen einschließlich wertvoller Baumbestände im
innerörtlichen und ortsnahen Bereich und Entwicklung neuer Grünflächen
-
Klare Trennung zwischen bebauten und unbebauten Flächen
-
Naturnahe Erhaltung der oberirdischen Gewässer bzw. Sanierung bereits geschädigter Gewässerabschnitte und ihrer Uferbereiche
-
Erhaltung der Überschwemmungsgebiete in den Tälern auch innerhalb der Siedlungseinheiten bzw. nach Möglichkeit Umwandlung in Freiflächen
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Folgende für den Ort Rüdenhausen relevante fachliche Ziele zum Siedlungswesen, zur gewerblichen Wirtschaft und zum Sozial- und Gesundheitswesen werden im Regionalplan formuliert:
-
organische Siedlungsentwicklung;
-
Dorferneuerungen in ländlich strukturierten Gemeinden mit städtebaulichen Mängeln;
-
Erhalt von historisch gewachsenen und landschaftsprägenden in ihrer Substanz und in ihrem Maßstab und ihrer baulichen Struktur;
-
Verhinderung einer Verödung der Ortskerne als Folge der Entwicklung von Neubaugebieten
an den Ortsrändern;
-
Erhalt und Sanierung der historisch wertvollen Ortskerne der Region als Ganzes;
-
Sicherung und Weiterentwicklung der Wettbewerbsfähigkeit der Fremdenverkehrswirtschaft vor allem durch eine qualifizierte Verbesserung und nachfragegerechte Ergänzung
der gewerblichen und kommunalen Einrichtungen;
-
Einrichtung von Jugendräumen und Jugendheimen.
Arten- und Bioto pschut zprog ramm Bayern (ABSP)
Das Arten- und Biotopschutzprogramm Bayern, Landkreis Kitzingen, nennt u.a. folgende Ziele
und Maßnahmen, die das Planungsgebiet zumindest in Randbereichen betreffen:
-
Erhalt der Fledermausquartiere in den Siedlungsbereichen (u.a. als Winterquartier genutzte
Keller im Schloss Rüdenhausen)
-
Wiederherstellung der stark beeinträchtigten Bäche und ihrer Auen als Lebensraum für typische Fließgewässerorganismen und als lokale oder regionale (Feucht-) Biotopverbundachsen durch Verbesserung der Abwasserreinigung, ökologischen Ausbau der begradigten und
eingetieften Bachabschnitte, Einrichtung von abschnittsweise bepflanzten Uferrandstreifen
(…)
-
Erhöhung der Strukturvielfalt (…), u.a. Anlage von Alleen und Baumgruppen an Straßen
und Wegen, Streuobstwiesen in Siedlungsnähe (…); ein Ziel sollte der traditionelle Obstbaumgürtel um die Dörfer sein
Naturs chutz
Schutzgebiete und –objekte, Biotope
Im Geltungsbereich der Dorferneuerung Rüdenhausen sind Schutzgegenstände oder Schutzgebiete des Naturschutzes nicht ausgewiesen; ca. 650 m westlich des Ortsbereiches befindet sich
jedoch das Europäische Vogelschutzgebiet „Südliches Steigerwaldvorland“ (Nr. 6227-471) mit
einer Teilfläche, das sich durch „naturnahe und artenreiche Eichen-Buchenwälder umgeben von
Äckern und Streuobstäckern, ergänzt durch ein Mosaik aus naturnahen Waldsäumen, Gehölzen,
Hecken und Einzelbäumen“ auszeichnet. Nähere Angaben zu besonderen Artenvorkommen in
diesem Schutzgebiet werden nachfolgend in Teil II Naturhaushalt gemacht.
Der Schlosspark im Süden sowie die Schirnquelle im Südosten von Rüdenhausen sind geschützte
Naturdenkmale gemäß Art. 9 BayNatSchG.
Darüber hinaus sind Gehölzbestände im Schlosspark und am Schlossfriedhof von Rüdenhausen
als Biotope Nr. 6228-0095 und 6228-0096 sowie naturnahe Gewässerabschnitte von Schirnbach und Schoßbach mit begleitenden Gehölzsäumen als Biotope Nr. 6228-0091, -0094, -0097
in der Bayerischen Biotopkartierung erfasst.
7
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
SPA-Gebiet „Südliches Steigerwaldvorland“
Kartierte Biotope
Schutzgebiete und kartierte Biotope um Rüdenhausen
Auszug aus FIS-Natur Online (FIN-Web) (BAYERISCHES STAATSMINISTERIUM FÜR UMWELT UND GESUNDHEIT)
Denkmalschutz
Gemäß Artikel 1 des Gesetzes zum Schutz und zur Pflege der Denkmäler sind Denkmäler von
Menschen geschaffene Sachen oder Teile davon aus vergangener Zeit, deren Erhaltung wegen
ihrer geschichtlichen, künstlerischen, städtebaulichen, wissenschaftlichen oder volkskundlichen
Bedeutung im Interesse der Allgemeinheit liegt.
Gemäß Artikel 4 haben die Eigentümer und die sonst dinglich Verfügungsberechtigten von
Baudenkmälern ihre Baudenkmäler instand zu setzen, sachgemäß zu behandeln und vor Gefährdung zu schützen, soweit ihnen das zuzumuten ist. Hierbei werden sie fachlich und finanziell insbesondere durch das Landratsamt (Untere Denkmalschutzbehörde) und das Bayerische
Landesamt für Denkmalpflege (Denkmalfachbehörde) unterstützt.
Bayerische Denkmalliste
Die bekannten Baudenkmäler werden vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege in ein öffentlich zugängliches Verzeichnis, die Bayerische Denkmalliste eingetragen.
Folgende Baudenkmäler sind derzeit verzeichnet:
8
-
Bachgasse 7,
Kleinhaus mit geohrten Fensterrahmungen, 18. Jh.;
-
Hindenburgstr. 8,
Giebelhaus, eingeschossig, mit Fachwerkgiebel, 18./19. Jh.;
-
Hindenburgstr. 10,
Giebelhaus, eingeschossig, mit Mansarde, 1. Hälfte 19. Jh.;
-
Jahnstraße 2,
Satteldachhaus mit geohrten Fenster- und Türrahmungen bez. 1780, Hofportal;
-
Jahnstraße 6,
Giebelhaus mit reichem Zierfachwerk, bez. 1572;
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
-
Jahnstraße 15,
Giebelhaus mit Mansarde, Sandsteinquader, um 1800;
-
Kirchplatz, evang.-luth. Pfarrkirche,
Saalbau, 1780; mit Ausstattung;
-
Kirchplatz 8,
Kleinhaus mit geohrten Fensterrahmungen, im Giebel Fachwerk, bez. 1774;
-
Marktstraße, Friedhof,
an der Mauer bez. 1600, Grabplatten des 17./18. Jh.;
-
Marktstraße 1, Fürstlich Castellsches Schloss,
von der alten Wasserschlossanlage des 16./17. Jh. die südliche Hälfte erhalten;
-
Marktstraße 2,
Eingeschossiger Halbwalmdachbau, frühes 19. Jh.; Barockportal;
-
Marktstraße 4,
Walmdachhaus, bez. 1775;
-
Marktstraße 5,
Giebelhaus mit verputztem Fachwerkobergeschoß, 17./18. Jh.; Hofmauer und Portal, bez.
1750;
-
Marktstraße 8,
Eingeschossiges Wohnhaus mit geohrten Fenster und Türrahmungen, bez. 1770;
-
Marktstraße 13,
Rathaus, Traufseitbau mit Fachwerkobergeschoß und Mansarddach, bez. 1770;
-
Marktstraße 15,
Steinkreuz, eingemauert;
-
Paul-Gerhardt-Platz 2,
Gasthaus, Zweiflügelbau, Obergeschoß teilweise Fachwerk, 1. Hälfte 19. Jh.;
-
Paul-Gerhardt-Platz 4,
Mansarddachhaus mit verputztem Fachwerkobergeschoß, 18. Jh.;
-
Paul-Gerhardt-Platz 5,
Paul-Gerhardt-Haus, Sandsteinquaderbau mit Halbwalmdach, teils mit geohrten Fensterund Türrahmungen, bez. 1783, weitere Bezeichnung 1565;
-
Paul-Gerhardt-Platz 6,
Hoftorpfosten, bez. 1757;
-
Raiffeisenstr. 7,
Hoftorpfosten mit Kugelaufsätzen, 1. Hälfte 19. Jh.;
-
Schlossstrasse 8,
Halbwalmdachhaus mit geohrten Fenster- und Türrahmungen, 18./19. Jh.;
-
Schlossstrasse 10,
Eingeschossiger Mansarddachbau mit Zwerchhaus, geohrte Rahmungen, bez. 1778.
Folgende Bodendenkmäler sind derzeit verzeichnet:
-
Archäologische Befunde und Funde sowie untertägige Teile des mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Altortes von Rüdenhausen.
Die Denkmaleigenschaft – und damit der gesetzliche Schutz – hängt nicht von der Eintragung
in die Denkmalliste ab. Auch Objekte, die nicht in der Denkmalliste verzeichnet sind, können
Denkmäler sein. Eine verbindliche Auskunft erteilt das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege.
9
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Denkmalpflegerischer Erhebungsbogen
Für den Ort Rüdenhausen wurde im November 2008 ein Denkmalpflegerischer Erhebungsbogen
erstellt. Die ermittelten denkmalpflegerischen Interessen lassen sich wie in der folgenden Liste
und der Planzeichnung zusammenfassen:
„Rüdenhausen prägt zunächst seine topographische Lage in einer Quellmulde, die durch das gegen Osten ansteigende Gelände nicht unerhebliche innerörtliche Höhenunterschiede mit sich
bringt. ... Markante und damit prägende Zentren des Ortes sind die am Tiefstpunkt des Bachlaufes gelegene Schlossanlage sowie die auf dem höher gelegenem Plateau des Kirchhofes gelegene Pfarrkirche als weithin sichtbares Landzeichen.
Den Altort prägt ferner die erhaltene Ortsstruktur mit seiner vollkommen unveränderten historischen Wegführung: Straßen, Gassen und Plätze erhielten sicher schon im späten Mittelalter
ihr heutiges, stets kurviertes Gesicht, an dem sich fast nichts verändert hat. ...
Markante Qualität birgt der Ort noch heute teilweise durch die Ablesbarkeit der historischen
Ortsrandlage: ... Von Südwesten hat sich die Ortsrandlage in Form des Schlossgartens ebenfalls
unverändert erhalten. ...
Neben den Straßenräumen trägt insbesondere die historisch bedeutsame Bausubstanz zur Erlebbarkeit des alten Ortsbildes bei. Sie verleiht Rüdenhausen heute noch über weite Strecken
ein Gepräge, wie er dem landwirtschaftlich-handwerklich orientierten Ort im 19. Jahrhundert
zueigen war. ...
Zu den denkmalpflegerisch bedeutsamsten Bauten zählt das ehemalige Herrschaftsgericht
Jahnstraße 6, ein Renaissance-Sichtfachwerkbau aus dem Jahr 1592 mit reichen Zierformen
(Feuerstühle, Rautenfachwerk) sowie geschnitztem Eckständer. Nur wenig später dürfte das
Giebelhaus Marktstraße 5 entstanden sein, dass seiner behutsamen Instandsetzung und Wiedernutzung harrt: Obgleich sich das Anwesen nach einer (mehrfach mit 1750 datierten) Umgestaltung heute barock gibt, datiert der ehemalige Sichtfachwerkbau aufgrund seiner Feuerstühle
und seines giebelseitigen Rautenfachwerk deutlich früher zu Anfang des 17. Jahrhunderts. Die
Sicherung dieses Baubestandes zählt zu den größten denkmalpflegerischen Interessen am Ort.
Ebenfalls auf ein Sanierungsprojekt wartet das spätbarockzeitliche Halbwalmdachhaus Schlossstrasse 8, das neben seinen geohrten Fenstergewänden noch mit Lamellenschlagläden sowie einer handgezogenen Biberschwanzdeckung aufwarten kann. ...
Vorgeschlagen für einen Nachtrag in die Denkmalliste werden vier integral erhaltene Gebäude.
Zu prüfen wäre die Aufnahme für das giebelständige Anwesen Hindenburgstraße 18, ein verputzter Fachwerkbau mit Mansarddach, der wohl noch dem 18. Jahrhundert zuzuschlagen ist;
das Gebäude besitzt zudem eine Portalanlage mit Sandsteinpfosten sowie einen Bruchsteinmauerzug mit halbrunder Sandsteinabdeckung. Über Denkmalqualitäten verfügt ferner der
zweigeschossige Massivbau Lerchenstraße 2 mit Krüppelwalmdach und rustizierter Kantenverquaderung; aufgrund der geohrten und faszierten Sandsteinfenstergewände datiert dieser ebenfalls in das 18. Jahrhundert. Ein gut erhaltenes Beispiel der örtlichen Kleinhäuser des 19.
Jahrhunderts repräsentiert das Giebelhaus Raiffeisenstraße 7, das neben einer aufgemalten
Quaderung und Fenstergewänden bauzeitliche Galgenfenster sowie Schlagläden besitzt. Ebenfalls den Typus Kleinhaus stellt der vierte Denkmalvorschlag Raiffeisenstraße 8 dar; das Bruchsteinhaus besitzt teilweise noch geohrte Fenstergewände und datiert in das 18. Jahrhundert.
Am Anwesen Marktstraße 15 ist ebenfalls aufgrund der erhaltenen geohrten Fenstergewände
sowie des historischen Fensterbestandes an eine Denkmalaufnahme zu denken. ...
Eine besondere Beachtung am Ort gilt vielen erhaltenen historischen Mauerzügen und Grundstückseinfassungen in Form von meist kurviert verlaufenden Bruchsteinzügen und mit einer
halbrunden Mauerwerksabdeckung; diese Bauform des 18. und 19. Jahrhunderts ist ortsbildprägend und zwingend zu erhalten. ...
Bedeutsam sind auch einzelne rudimentär überkommenen Portalanlagen, teils mit Namen, Initialen und Jahreszahlen, die auf die Hofanlagen des 18. und 19. Jahrhunderts Hinweis geben, zumeist mit Kugel- oder Pinienzapfenbesatz ... .
10
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
An zahlreichen Hofstellen hat sich noch die ortsbildprägende Hofpflasterung durch kleinteiliges
Muschelkalkpflaster erhalten: ... .
Besonderes Interesse erwecken letztlich die heute noch existenten, leider teils vernachlässigten
Bauerngärten, die einst den Hofanlagen zugehörten, ... .
Zusammenfassend lässt sich die historische Ortsstruktur und das Ortsbild von Rüdenhausen als
sehr gut erhalten bezeichnen. Die repräsentative Schloss- und Gutshofarchitektur erscheinen in
die Dorfarchitektur maßstäblich eingebunden. Sie verleiht Rüdenhausen sein besonderes Gepräge, aber dennoch blieb der Ort, wie die vorgenannten Beispiele verdeutlichen, im architektonischen Ausdruck bescheiden. Ein respektvoller Umgang und eine einfühlsame Planung mögen
den Fortbestand der aufgezeigten Qualitäten sicherstellen.“
Karte denkmalpflegerische Interessen aus dem denkmalpflegerischen Erhebungsbogen, ohne Maßstab
Die Kartierung verzeichnet die Denkmalensembles (rosa), die als Einzeldenkmal eingestuften
Bauten (pink), Bodendenkmäler (rot), historische Gartenanlagen (grün), Historische Wasserflächen (blau), die das Ortsbild prägenden Bauten (gelb), die bedeutenden Straßen- oder Platzräume (lachsfarben gepunktet), die bedeutsamen Grün- oder Freiflächen (grün schraffiert) sowie historischen Ortsboden (grau).
Quelle: Dr. Matthias Wieser; Rüdenhausen, Denkmalpflegerischer Erhebungsbogen; 2008
11
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Ortsumgehung Rüdenhausen
Durch den Erlass des Planfeststellungsbeschlusses für die Ortsumgehung von Rüdenhausen am
20. 05. 2009 hat die Regierung von Unterfranken Baurecht für die seit langer Zeit angestrebte
Entlastung der Ortsdurchfahrt der B 286 und der St 2420 von Rüdenhausen geschaffen.
Im Planfeststellungsverfahren wurden verschiedene Varianten einer West- und Ostumfahrung
u.a. hinsichtlich ihrer Umweltauswirkungen geprüft und schließlich die Ostvariante ausgewählt,
die sowohl aus Umweltsicht wie auch aus straßenverkehrstechnischer Sicht als günstigste abschnitt.
Lageplan zur planfestgestellten Ortsumgehung (Quelle: STAATLICHES BAUAMT WÜRZBURG, 2009)
Die geplante Ortsumgehung verläuft östlich und südlich von Rüdenhausen mit einer Länge von
insgesamt ca. 2,9 km mit Anschlüssen an die B 286 alt (Ortsdurchfahrt Rüdenhausen), die Kreisstraße KT 15 und die Staatsstraße 2421.
Ziel ist es, die insbesondere vom Schwerverkehr stark belastete, enge Ortsdurchfahrt von Rüdenhausen nachhaltig zu entlasten, ohne die Ortsrandlagen wiederum unzumutbar zu belasten.
12
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Folgende Veränderungen ergeben sich dadurch für den Ortsbereich von Rüdenhausen und damit auch die Dorferneuerung:
-
Herabstufung der Ortsdurchfahrt von einer Bundesstraße zu einer Kreisstraße
Rückbau der bisherigen St 2420 vom Ortsrand bis zur Anbindung an die St 2420 neu südwestlich von Rüdenhausen als landwirtschaftlicher Flurweg, Geh- und Radweg
Erhebliche Reduzierung der Verkehrszahlen im Ortsbereich, insbesondere des Schwerlastverkehrs, dadurch erhebliche Verringerung von Lärm- und Schadstoffimmissionen
Erhöhung der Lärm- und Schadstoffbelastung in der bisher wenig belasteten Ortsrandlage
östlich von Rüdenhausen.
Neuordnung der Flurzuteilung und Wegeverbindungen östlich und südlich von Rüdenhausen.
Flächennutzungsplan und Landschaftsp lan
Die aktuelle 2. Änderung des Flächennutzungsplans wurde im Jahr 2006 wirksam, bei der in drei
Teilgeltungsbereichen gemischte und gewerbliche Entwicklungsflächen am südlichen und östlichen Ortsrand neu ausgewiesen wurden. Für den Altort gelten immer noch die unveränderten
Planungsziele aus den 70ern. Es gibt keine Neuzeichnung der aktuellen Planfassung für das gesamte Gemeindegebiet.
Die Planung berücksichtigt für die bestehende Ortslage Rüdenhausen die damalige Gemengelage von Wohnen, gewerblichen und landwirtschaftlichen Nutzungen und stellt im gesamten Altort ein Dorfgebiet dar. Teile der bestehenden Neubausiedlungen am westlichen Ortsrand sind
ebenfalls als Dorfgebiet eingetragen. Die weiteren bestehenden und geplanten Neubausiedlungen am östlichen und westlichen Ortsrand sind dagegen wie genutzt als Allgemeines Wohngebiet ausgewiesen. Am nördlichen und südlichen Ortsrand liegen Gewerbegebiete.
Im Flächennutzungsplan sind als besondere Grünflächen im Ortsbereich von Rüdenhausen die
Parkanlagen des Schlossparks und des Schlossfriedhofs, Kleingärten entlang des Schirnbaches
im Südosten und Nordwesten von Rüdenhausen, der Friedhof sowie der Sportplatz am östlichen
Ortsrand dargestellt.
Die Wiesenflächen am Maulensee sind als Grünflächen für Freizeit und Erholung ausgewiesen.
Es wird eine südöstliche Ortsumgehung angestrebt.
Ausschnitt aus der aktuellen Planzeichnung des Flächennutzungsplans für den Altort (70er Jahre) ohne Maßstab
13
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Die Planung für den Altort ist bereits seit 30 Jahren wirksam und sollte mittelfristig aktualisiert
und fortgeschrieben werden. Dies betrifft vor allem eine Überprüfung der Dorfgebiete. Allerdings sollte auch die Notwendigkeit für die Entwicklungsflächen beleuchtet werden. Zukunftsfähige Darstellungen für den Altort Rüdenhausen können aus den Empfehlungen im Kapitel
Teilkonzept Nutzung und Funktion entwickelt werden.
Bebauungspläne
Die rechtskräftigen Bebauungspläne liegen außerhalb des Altorts. Am östlichen und westlichen
historischen Ortsrand finden sich Wohngebiete und am südlichen und nördlichen Gewerbegebiete.
Informelle Planungen
Regionales Entwi ck lungskonzept (REK) des Landkreises Kitz ingen
Um als Förderregion im Rahmen von LEADER ausgewählt zu werden, mussten sich die Regionen
mit einem eigens erarbeiteten Regionalen Entwicklungskonzept (REK) einem bayernweiten
Wettbewerb stellen. Das REK enthält u. a. eine Analyse der Stärken, Schwächen und Potenziale
der Region und daraus abgeleitete Ziele für die zukünftige Entwicklung des Kitzinger Landes.
Zudem sind im REK erste Projekte beschrieben, mit welchen die gesteckten Ziele erreicht werden sollen.
Folgende konkrete Maßnahmen sind für den Ort Rüdenhausen vorgesehen:
-
ein kombiniertes Verfahren der Flurneuordnung mit Dorferneuerung zum Erhalt der ortstypischen Baustrukturen und Verhinderung von (weiteren) Leerständen;
Teil der Dorfschätze-Schatzsuche;
einer von mehreren Standorten der Bayerisch / Fränkischen Gartenroute.
Integrierte Ländl iche E ntwicklung (ILE) „ Dorfs chätze“
In dem Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzept (ILEK) „Dorfschätze“ haben sich die Kommunen Abtswind, Castell, Großlangheim, Kleinlangheim, Prichsenstadt, Rüdenhausen, Schwarzach, Wiesenbronn und Wiesentheid zusammengeschlossen, um die touristische Entwicklung
gemeindeübergreifend voranzubringen und die Konkurrenzsituation gegenüber den nahe gelegenen, touristisch gut aufgestellten Regionen und Kommunen wie z.B. Volkacher Mainschleife,
Naturpark Steigerwald, Iphofen / Rödelsee, Kitzingen und Würzburg zu verbessern.
Für den Markt Rüdenhausen werden in diesem Zusammenhang u.a. folgende Maßnahmen vorgeschlagen:
-
-
14
Gestaltung der Dorfplätze mit einheitlichem Gestaltungsprogramm der „Dorfschätze“ unter
Berücksichtigung der typischen Merkmalen der Einzelkommunen,
Revitalisierung historischer Bausubstanz durch Nutzung leerstehender Gebäude z.B. als
Gemeinschaftsgebäude der Dorfschätze,
„Tag der offenen Tür“ alter (ehemaliger) Begegnungs- und Treffpunkte mit Aktionen (z.B.
Vorträge, Installationen mit Licht etc.),
Integration des Schlosses und der Parkanlagen in das touristische Angebot – z.B. durch einen „Tag der offenen Schlossgärten“ usw.,
Aufwertung der vorhandenen Radwege durch ein einheitliches Gestaltungskonzept und Erlebnisstationen, Entwicklung eines eigenen „Dorfschätzeweges“ für Radfahrer mit Themen
wie „Gartenland“, „Schlösser“ etc.,
Erstellung eines Konzepts zur Landschaftsgestaltung (Betonung markanter Landschaftspunkte, Gestaltung einer sanften Kulturlandschaftsentwicklung, evtl. Kunst in der Flur),
Aufstellung eines Gewässerentwicklungsplans gemeinsam mit den anderen DorfschätzeKommunen mit dem Ziel der Erhaltung und Wiederherstellung natürlicher Gewässerstrukturen; Prüfung der Möglichkeiten der Regenrückhaltung durch technischen Hochwasserschutz im Rahmen eines Hochwasservorsorgekonzeptes.
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Darüber hinaus wird für Rüdenhausen der generelle Bedarf an einer Dorferneuerung mit den
Schwerpunkten Innenentwicklung, Straßenraumgestaltung, Verkehrsberuhigung, Nachnutzung
Leerstand und bauliche Sanierung festgestellt.
Beabsichtigte Vorhaben
Es sind in Rüdenhausen derzeit über die Dorferneuerung und die Umgehungsstraße hinaus keine weiteren Vorhaben beabsichtigt.
Bürgermitwirkung
Grundseminar Dorferneuerung
Herr Bürgermeister Ackermann und 17 Bürger aus Rüdenhausen haben am 23./24.01.2009 in
der Schule für Dorf- und Flurentwicklung Klosterlangheim an einem Grundseminar zur Dorferneuerung teilgenommen.
Als Ergebnis des Zielfindungsprozesses, der einen Teil des Seminars ausmachte, wurden folgende
Themen für die Dorferneuerung festgehalten:
-
Ortsbild;
Geschichte / Kultur / Tradition;
Dorfleben;
Landschaft + Natur;
Verkehr;
Grundversorgung;
Gewerbe / Energie;
Fremdenverkehr + Tourismus.
Die Reihenfolge entspricht der Gewichtung von hoch nach niedrig.
in der Schule der Dorf- und Flurentwicklung Klosterlangheim
Arbeitskreise
5 Arbeitskreise haben kontinuierlich mit sehr gutem Ergebnis gearbeitet. Die Ergebnisse sind in
den Protokollen im Anhang dokumentiert.
Sie haben sich im Rahmen der Betreuung durch die Vorbereitungsplanung an folgenden Terminen getroffen:
AK 1 – Ortsbild am 2.4., 14.4., 22.4., 28.4., 23.7., 8.9., 9.9., 23.09., 15.10. und 28.10. 2009,
15
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
AK 2 – Landschaft / Natur am 20.4., 11.5., 2.6., 1.7., 16.7., 23.7., 9.9.2009 und 20.01.2010,
AK 3 – Dorfleben am 22.4., 27.5., 17.6., 8.7., 12.8., 14.10. und 3.11. 2009,
AK 4 – Verkehr am 7.4., 7.5., 4.6., 30.6., 21.7. und 8.9. 2009,
AK 5 – Geschichte-Kultur-Tradition am 16.4., 6.5., 17.7., 22.7., 9.9. und 30.9.2009.
Mehrere Dorfspaziergänge zum Arbeiten vor Ort wurden mit den Arbeitskreisen durchgeführt.
Eine Tischhälfte des gemeinsamen AK Ortsbild und Verkehr beim Bau des Modells zum Kirchplatzes / Paul-Gerhardt-Platzes
Darüber hinaus haben sich die Arbeitskreise noch mehrfach ohne externe Betreuung zusammen
gesetzt. Hierbei wurden z.B. die parkenden Autos gezählt und erste Ideen für den Kirchplatz vor
Ort gesammelt.
Eine gemeinsame Exkursion der Arbeitskreise zu Beispielorten für die Dorferneuerung fand am
27.6.2009 statt.
Am 02.02.2010 haben sich alle Arbeitskreise zu einer Abschlussbesprechung der Vorbereitungsplanung getroffen.
TEIL II: BESTANDSANALYSE
BESTANDSANALYSE
Historische Kultur
Kulturlandschaft
Die Landschaft um die Ortslage war seit jeher von Landwirtschaft
geprägt, von hoher Bedeutung waren auch die Waldbereiche als
Jagdgebiete der Grafen. Besonders kennzeichnend war ein ausgedehnter Streuobstgürtel um die Ortschaft. Es finden sich zahlreiche historische Belege über Obstanlagen
am Schleifweg Richtung Wiesenbronn,
an der Gründleinsmühle,
an der Leyermühle,
an der Ziegelei,
an der Fallmeisterei sowie an der Straße Richtung Feuerbach,
an der Meierei im Norden der Ortschaft,
entlang des Weges zum Weinberg südlich von Rüdenhausen,
an der Straße nach Castell
am Weg zur Dinkelmühle („Dinkel-Buck“)
sowie am Schlosspark,
sogar eine lokale Apfelsorte, der „Rüdenhäuser Prinzenapfel“,
ist nachgewiesen.
Historischer Pflanzplan von Obstbaumpflanzungen entlang der Straße nach Castell (1883)
16
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Historischer Pflanzplan von Obstbaumpflanzungen an der Straße nach Wiesenbronn (1876 und früher)
Die einzige – historisch belegte – Weinlage in der Rüdenhäuser Gemarkung befindet sich am
Trautberg südlich außerhalb der Ortslage.
Im Gemeindegebiet sind mehrere Mühlen historisch belegt und heute z. T. noch vorhanden: die
älteste Mühle war die Herrenmühle, die „Obere Mühle“ am Schirnbach, die sich an der Straße
nach Greuth befand – diese ist heute jedoch nicht mehr vorhanden. Unterhalb der Ortschaft
befindet sich heute noch die Leyermühle, die „Untere Mühle“ am Schirnbach, die bis zum Beginn des 20.Jahrhunderts in Betrieb war. Weiter bachabwärts liegen die Lohmühle und die
Neumühle aus dem 18. Jahrhundert, deren Mühlgraben im Zuge des Autobahnbaus zugeschüttet wurde. Weitere, historisch bedeutsame Mühlen (Dinkelmühle, Eselsmühle, Pulvermühle) befinden sich am Gründleinsbach südlich außerhalb der Ortschaft.
17
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Urkataster von Rüdenhausen aus dem 19. Jahrhundert
Luftaufnahme von Rüdenhausen aus der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts (Quelle: G. ZU CASTELL-RÜDENHAUSEN, 1996)
Die Schirnbachaue war außerhalb der Ortslage von gewässerbegleitenden Gehölzen, Wiesen und
– in Ortsnähe – Gärten und Obstwiesen geprägt.
Von besonderer historischer Bedeutung sind die zum Schloss Rüdenhausen gehörenden Parkanlagen sowie der Parkfriedhof.
Der Grüngürtel um die Ortslage mit Gärten, Obstwiesen, gewässerbegleitenden Gehölzen sowie
Parkanlagen ist heute z.T. noch im Nordwesten, Nordosten und Süden von Rüdenhausen vorhanden und für die Einbindung der Ortschaft in die Landschaft von besonderer Bedeutung.
18
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Plan „Historische Nutzungen“
19
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Ortsgeschichte und –entwicklung
In einer Schwarzacher Klosterchronik (“Chronicon minus”), wird Rüdenhausen bereits für das
Jahr 892 belegt, als Bischof Dracholf von Würzburg Rüdenhausen und andere Orte dem Kloster
Schwarzach schenkte. Urkundlich erwähnt wurde Rüdenhausen erstmalig Mitte des 12. Jahrhunderts. Der Ort am Fuß des Steigerwaldes ist eng mit der Geschichte der Grafen zu Castell
verbunden.
Die Bebauung konzentrierte sich um das Wasserschloss, einen Burgsitz bei der heutigen Kirche
(ein Brunnen ist erhalten), sowie ein „Haus im See“ (heute ein Bauernhof). Diese drei Rittersitze
waren im Mittelalter an adelige Vasallen der Grafen verliehen. Im Jahr 1530 fiel das Lehen an
das Haus Castell zurück und 1577 hat Graf Georg II. seinen ständigen Wohnsitz in das alte
Schloß Rüdenhausen gelegt. Seitdem ist der Ort ständiger Herrschaftssitz der Grafen und Herren zu Castell-Rüdenhausen. Das imposante Fachwerkhaus, Jahnstr. 6, erbaut 1592, diente erst
als Centgericht und später als Herrschaftsgericht.
Der erste Bau des Paul-Gerhardt-Hauses entstand 1565. Das heutige Gebäude ist vermutlich ein
Erweiterungsbau von 1768. Bis 1957 war es das Rathaus (zeitweise auch Schulhaus). Dann wurde es als Gemeindehaus durch die Kirchengemeinde unter Pfr. Wilhelm Friedrich Schott übernommen. Am der linken Eckstein sind noch Spuren des früheren Prangers.
Um 1600 wurde der Friedhof an heutiger Stelle neu angelegt.
Das alte Wachhäuschen wurde 1672 erbaut. Noch bis ca. 1930 versah hier der Nachtwächter
seinen Dienst. In den 50er und 60er Jahren war dort eine Milchsammelstelle, deshalb wird es
auch das Milchhäusla genannt.
Während des 30-jährigen Krieges nahe des Verödens -es gab zeitweise mehr Ziegen als Menschen-, erlebte der Ort erst im 18. Jh. unter Graf Johann-Friedrich einen deutlichen Aufschwung. Er verlieh der Ortschaft die Marktrechte.
20
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Urkataster von Rüdenhausen, 1830
Die Kirche wurde im September 1709 geweiht. Der barocke Glockenturm (Eigentum der Gemeinde) wurde erst am 23. August 1712 fertig gestellt und feierlich geweiht.
Die Brauerei Wolf ist seit 1718 Gastwirtschaft und seit 1865 wird hier eigenes Bier gebraut.
Der ehemalige Gasthof zum Ross besteht seit 1751. Das heutige Gebäude ist von 1780. Heute
heißt die Gastwirtschaft "zum Bastel".
1806 verlor Rüdenhausen seinen Status als Herrschaftssitz und wurde dem Königreich Bayern
zugeordnet, blieb jedoch bis 1848 Sitz des Herrschaftsgerichts.
Der Casteller Hof wurde um 1800 erbaut. Er diente als Gasthaus und ab 1839 auch als Poststall.
Das heutige Rathaus, war früher das fürstliche Domänenamt. Der ansehnliche Fachwerkbau
wurde 1817 als Handelshaus errichtet.
Die Gebäude der Meierei , später Fürstl. Castell'scher Gutshof, wurden 1845 neu erbaut.
In der Lerchenstr. 2 befand sich von 1870 bis Ende des 20 .Jahrhunderts die Apotheke. Seit 1695
gab es eine Apotheke in Rüdenhausen. Gegenüber, im heutigen Schloßpark (Ecke Castellerstr.),
ist noch der Keller der alten Apotheke zu sehen.
In der Jahnstraße ortsauswärts findet man den Kindergarten. Er wurde 1906 als Fürstlich Castell'sche Kleinkinderbewahranstalts-Stiftung erbaut. Der heutige Gasthof Lehner entstand
1908 als Schulgebäude mit Lehrerwohnung (bis ca. 1970).
Ebenfalls in der Jahnstraße ortsauswärts befindet sich die katholischen Filialkirche "Maria Hilf,
die 1954 nach Plänen des Würzburger Dombaumeisters Schädel gebaut wurde.
Luftbild von Rüdenhausen, 2009
In den 1970er Jahren entstand der Rasthof LOMO und das Hotel Behringer nahe der Autobahnauffahrt. Damit begann die Entwicklung eines Gewerbegebiets.
21
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
In den 1960er Jahren begann am westlichen Ortsrand die erste Siedlungserweiterung über den
historischen Grundriss hinaus. Am westlichen, südlichen und östlichen Ortsrand folgten weitere
Neubaugebiete bis in die 1990er.
Lage in der Region
Region
Der Markt Rüdenhausen befindet sich im Bundesland Bayern, innerhalb des Regierungsbezirkes
Unterfranken – Region Würzburg – im östlichen Landkreis Kitzingen. Er liegt mit ca. 35 km Entfernung zum Oberzentrum Würzburg, außerhalb dessen Stadt-Umland-Bereichs. Das Unterzentrum Kitzingen ist in ca. 20 km Entfernung zu erreichen.
Er besteht aus dem einzigen Ortsteil Rüdenhausen, der die zentralen Versorgungs- und Gemeinbedarfsfunktionen übernimmt.
Main
Naturpark
Steiger
Steigerwald
BAB 3
Rüdenhausen
BAB 5
ohne Maßstab
Die Gemeinde liegt am westlichen Rand des Naturparks Steigerwald. Das Naherholungs- und
Freizeitgebiet Main ist nur ca. 7 km entfernt.
Die Verkehrsanbindung an das überregionale Straßennetz ist sehr gut. Die BAB 3 ist mit direktem Anschluss in 1 km Entfernung erreichbar.
Naturraum
Rüdenhausen zählt zum Naturraum „Steigerwaldvorland“ (Nr. 137), der sich zwischen dem
Maintal und dem Steigerwald als „flachwellige Lettenkeuperebene, die teilweise mit Sand oder
22
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Löss überdeckt ist“ erstreckt1. Von besonderer Bedeutung für Natur und Landschaft sind die für
das südliche Steigerwaldvorland kennzeichnende Streuobstgürtel um die Ortschaften, die übrige
Flurlage wird überwiegend intensiv ackerbaulich bewirtschaftet. Wälder stocken vor allem auf
den ärmeren und sandigen Böden.
Naturhaushalt
Topographie
Der Ortsbereich von Rüdenhausen im Vorland des Steigerwaldes liegt auf einer Höhe von ca.
265 m ü. NN und fällt, dem Verlauf des Schirnbaches folgend, von Südosten in Richtung Nordwesten ab. Der Siedlungsbereich innerhalb der flachwelligen Ebene stellt sich topographisch als
weitgehend eben dar.
Als markante Kulisse wirkt die steil ansteigende Kante des Steigerwaldes ca. 3 km südöstlich von
Rüdenhausen.
Geologie und Boden
Die anstehenden Schichten des Unteren und Mittleren Keupers – Myophorienschichten, Grenzdolomit, Obere Tonstein-Gelbkalkschichten – werden in der Talaue des Schirnbaches und des
Schoßbaches von quartären Talfüllungen überlagert; um die Ortslage sind die Keuperschichten
in weiten Teilen von eiszeitlichen Flugsandschichten mit wenigen Dezimetern Dicke überdeckt.
Aus den Aueablagerungen haben sich lehmig-tonige Gleyböden entwickelt, wohingegen die anstehenden Keuperschichten Braunerden entstehen ließen, die im Bereich der Sandüberdeckungen als podsolige Braunerden ausgeprägt sind2.
Die Böden geringer bis mittlerer Ertragsfähigkeit werden außerhalb der Ortslage zumeist intensiv ackerbaulich, im Bereich der feuchteren Bachauen auch als Grünland genutzt.
Im gesamten Ortsbereich sind diese Böden durch die Siedlungsentwicklung stark anthropogen
überformt.
Wasser
Die hydrogeologischen Verhältnisse im Planungsgebiet werden durch den Oberen Muschelkalk
und den Unteren Keuper dominiert, die die Hauptgrundwasserleiter darstellen; die pleistozänen
Deckschichten spielen als Grundwasserspeicher nur eine untergeordnete Rolle. Aufgrund des
verhältnismäßig hohen Gips- und Dolomitgehalts des Grundwassers ist dieses als Trinkwasser
nicht geeignet; Rüdenhausen bezieht sein Trinkwasser heute von der Fernwasserversorgung
Franken. Im Ortsbereich befanden sich mehrere Brunnen, die heute z.T. jedoch nicht mehr vorhanden sind bzw. nicht mehr genutzt werden.
Im südöstlichen Ortsbereich von Rüdenhausen befindet sich die Schirnquelle, weiter östlich außerhalb der Ortslage die Goldbachquelle, deren Wasser dem Schirnbach zufließt.
Der Schirnbach durchfließt Rüdenhausen von Südost nach Nordwest; nördlich außerhalb der
Ortschaft verläuft der Schoßbach, der nordwestlich von Rüdenhausen jenseits der A3 in den
Schirnbach mündet.
Der Verlauf beider Gewässer stellt sich außerhalb der Ortslage als relativ naturnah und von Gehölzsäumen begleitet dar; im Ortsbereich von Rüdenhausen wurde der Schirnbach jedoch durch
Begradigungen, Sohl- und Uferbefestigungen erheblich verändert und im Bereich von Straßenquerungen auch auf kurzen Strecken verrohrt. In den südöstlichen und nordwestlichen Ortsrandbereichen verläuft der Schirnbach mit Gehölzsäumen zwischen Gärten und hat für das
Ortsbild und die Erholung eine hohe Bedeutung.
1 Quelle: BAYERISCHES STAATSMINISTERIUM FÜR LANDESENTWICKLUNG UND UMWELTFRAGEN (2002): Arten- und Biotopschutzprogramm Bayern, Landkreis Kitzingen. München.
2 Quelle: BAYERISCHES GEOLOGISCHES LANDESAMT, Hrsg., 1965: Erläuterungen zur Geologischen Karte von Bayern, 1:25.000,
Blatt Nr. 6228 Wiesentheid. München.
23
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Der Schoßbach im Norden von Rüdenhausen wird von naturnahen Gehölzbeständen gesäumt,
die für das Landschafts- und Ortsbild von Bedeutung sind, im Bereich der Querung der B 286 ist
dieser jedoch auf einer Länge von ca. 80 m verrohrt.
Klima / Luf t
Rüdenhausen ist durch relativ hohe durchschnittliche Jahrestemperaturen (8-9°C), eine lange
Vegetationszeit (230-240 Tage / Jahr) und eine geringe jährliche Niederschlagssumme (600 mm)
gekennzeichnet. Lokalklimatisch bedeutsam sind die Gehölzbestände im Schlosspark sowie das
Feldgehölz südöstlich von Rüdenhausen, deren Frischluft über das Schirnbachtal der Ortslage
zufließt. Lufthygienische Belastungen im Ortsbereich von Rüdenhausen stellen die Ortsdurchfahrten der B 286 und der St 2420 dar.
Pflanzen, Tiere
Besondere Artenvorkommen im Siedlungsbereich von Rüdenhausen sind im Bereich des
Schlossparks und des Schlossfriedhofs mit Winterquartieren von Fledermäusen (Anhang IV FFHRichtlinie) nachgewiesen; die Gehölzbestände im Schlosspark sind auch in der Biotopkartierung
Bayern erfasst (vgl. Teil I Naturschutz). Darüber hinaus sind Vorkommen gemeinschaftsrechtlich
geschützter Vogelarten wie Turmfalke und Neuntöter in Gehölzbeständen an der Schirnbachquelle bekannt; außerhalb der Ortslage wurden die Vogelarten Mäusebussard, Grünspecht,
Nachtigall und Baumfalke kartiert.
Für die Vogelwelt sind darüber hinaus die gewässerbegleitenden Gehölzsäume an Schirnbach
und Schoßbach wichtige Lebensräume und Vernetzungsstrukturen.
Innerhalb des Ortsbereiches sind vor allem extensiv genutzte Gartenstrukturen mit älteren Gehölzbeständen, Holzstapeln und ungenutzten Saumstrukturen ebenso sowie Streuobstwiesen
am Ortsrand wertvolle Lebensräume für siedlungsgebundene Tierarten, insbesondere Vögel und
Reptilien (Zauneidechse), von Bedeutung.
Das Vogelschutzgebiet „Südliches Steigerwaldvorland“ (Nr. 6227-471) westlich von Rüdenhausen (vgl. Teil I Naturschutz), ist Verbreitungsschwerpunkt des Ortolans sowie von Waldvögeln
(v.a. Spechte), weist ein bedeutsames Neuntöter-Vorkommen auf und wurde darüber hinaus
aufgrund seiner Bedeutung als wertvoller Lebensraum für zahlreiche weitere geschützte Vogelarten wie Rotmilan und weitere Greifvögel ausgewiesen.
24
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Plan „Bestand“
25
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Landschaftsbild und äußeres Ortsbild
Rüdenhausen liegt innerhalb einer flachwelligen Ebene am Rande des Steigerwaldes, die mit
dem Friedrichsberg östlich sowie dem Casteller Schlossberg, dem Schellenberg und dem
Schwanberg südlich bzw. südwestlich von Rüdenhausen begrenzt wird. Die Landschaft rings um
die Ortslage ist durch intensive landwirtschaftliche Nutzungen geprägt, wird jedoch durch
strukturreiche Gehölzbestände in den Ortsrandlagen und entlang der Gewässerläufe bereichert.
Der nordwestliche Ortsrand, der in weiten Teilen der historischen Siedlungsstruktur entspricht,
ist durch naturnahe, mit älteren Bäumen bestandene Gärten und Obstwiesen geprägt, darüber
hinaus stellen die gewässerbegleitenden Gehölzbestände und Gärten in der südöstlichen und
nordwestlichen Ortsrandlage landschaftsprägende Strukturen dar. Hingegen sind die Neubaugebiete am südwestlichen und südöstlichen Ortsrand trotz randlicher Gehölzpflanzungen noch
unzureichend in die umgebende Landschaft eingebunden.
Als landschaftsprägende Strukturen sind zu nennen:
-
Schlosspark und Schlossfriedhof mit altem Baumbestand im Süden von Rüdenhausen,
-
Kirchturm der evangelischen Pfarrkirche St. Peter und Paul,
-
gewässerbegleitende Gehölzbestände am Schirnbach im Südosten und Nordwesten der
Ortschaft sowie entlang des Schoßbaches nördlich von Rüdenhausen,
-
Streuobstwiesen und Gärten am nordöstlichen Ortsrand,
-
Kulisse des Schwanbergs und Casteller Schlossbergs südlich von Rüdenhausen.
Südlicher Ortsrand mit Schlosspark,
im Hintergrund der Steigerwaldanstieg (Greuther Berg)
Nordöstlicher Ortsrand mit Obstwiesen
Als Vorbelastung wirken außerhalb der Ortslage vor allem der Verlauf der Bundesautobahn A3
nördlich von Rüdenhausen, darüber hinaus auch der B 286 nördlich und südlich sowie der St
2420 südwestlich der Ortschaft mit Lärmemissionen und Trennwirkungen.
Bevölkerungsstruktur
Bevölkerungsentwicklung
Der aktuelle Bevölkerungsstand für das Jahr 2008 beträgt im Markt Rüdenhausen 1007 Einwohner, davon haben 864 ihre Hauptwohnung und 143 eine Nebenwohnung in Rüdenhausen.
Zwischen den Jahren 1870 und 1939 gab es im Markt Rüdenhausen einen fortschreitenden dramatischen Bevölkerungsverlust.
In den 50er Jahren war der Höchststand von 962 Einwohnern, durch einen starken Bevölkerungsgewinn um ca. 77 % erreicht. Dies ist vor allem auf die Flüchtlinge und Heimatvertriebe-
26
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
nen zurückzuführen. Diese Zahl konnte nicht dauerhaft gehalten werden. Rüdenhausen war für
einen Teil wohl nur Durchgangsstation.
Die erneute Wende nach oben kam dann in den 1970er Jahren, vermutlich unterstützt durch
die damals entstandene Siedlungserweiterung mit Neubaugebieten.
Bevölkerungsentwicklung seit 1850
Betrachtet man die letzten 10 Jahre genauer, so wird deutlich, dass die positive Entwicklung
seit den 1970er Jahren nicht konsequent verlaufen ist. Nach einem Zwischentief 2005 hat sich
die Bevölkerungszahl wieder stabilisiert. Der jüngste Höchststand aus 2004 konnte jedoch nicht
mehr erreicht werden.
detaillierte Bevölkerungsentwicklung seit 1998, Quelle: Statistik kommunal, Einwohnermeldeamt
Die Ursachen für die Bevölkerungsverluste / Bevölkerungsgewinne lassen sich durch eine Betrachtung der Bevölkerungsbewegung und Bevölkerungsstrukturnäher bestimmen.
27
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Bevölkerungsbewegung
Das Bevölkerungswachstum von den 1980er Jahren bis 2004 beruht auf parallelen natürlichen
Bevölkerungsgewinnen und Wanderungsgewinnen. Das heißt, in dieser Phase wurden in Rüdenhausen mehr Kinder geboren als Menschen gestorben sind. Gleichzeitig war die Attraktivität als
Lebensort so hoch, dass mehr Menschen hin- als weggezogen sind.
Bemerkenswert ist dabei, dass diese Phase bis 2004 angehalten hat. Zu dieser Zeit war die allgemeine demographische Entwicklung bereits längst anders herum verlaufen.
Entwicklung der Bevölkerungsbewegung, Quelle: Statistik kommunal
Der Einbruch 2005 wurde durch eine Umkehrung der Situation hervorgerufen. In diesem Jahr
verließen mehr Menschen Rüdenhausen und wurden auch weniger geboren, als gestorben sind.
Im Jahr 2006 konnte der Bevölkerungsstand durch einen hohen Zuzug wieder verbessert werden. Seitdem halten sich sowohl natürliche als auch wanderungsbedingte Bevölkerungsgewinne
und –verluste die Waage.
Altersstruktur
Die Entwicklung der Altersstruktur im Markt Rüdenhausen in den letzten 40 Jahren entspricht
im Grundsatz der allgemeinen demographischen Entwicklung. Deutlich wird dies vor allem an
dem Rückgang in den Altersgruppen 0-18 und dem Zuwachs in den Altersgruppen ab 30. Die
Bevölkerung wird weniger und älter.
Interessant ist, dass die Entwicklung in Rüdenhausen seit den 1970er Jahren in den jüngeren Altergruppen nicht gleichmäßig verlaufen ist. Wir sehen in den 1980er Jahren eine sehr schwache
Gruppe der Kinder (0-18) und dafür einen sehr starke Gruppe der Personen in der Familiengründungsphase (18-30). Der folgende Anstieg der Kindergruppe ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass es seinerzeit gelungen ist, die jungen Familien in Rüdenhausen zu halten.
Leider ist heute die Gruppe der Personen in der Familiengründungsphase wieder deutlich
schwächer, so dass sich dieser Effekt vermutlich in naher Zukunft nicht wiederholen lässt.
28
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Entwicklung der Altersstruktur
Die heutige Altersstruktur im Markt Rüdenhausen zeigt auch Unterschiede zu der Zusammensetzung der Altersgruppen innerhalb der Bayerischen Bevölkerung. Daran sind spezifische örtlichen Entwicklungen ablesbar.
Während der Kinder- und Jugendanteil mit Familienbindung, d.h. die Altersgruppen 0-18 im
Markt Rüdenhausen deutlich höher als im Landesdurchschnitt ist, liegt der Anteil der Jugendlichen in der Existenzgründung, Altersgruppen 18-30 deutlich darunter. Dies zeigt, dass die Gemeinde ihren im Vergleich zu Bayern besseren natürlichen Bevölkerungsgewinn durch eine bildungs- und berufsbedingte Abwanderung wieder verliert. In der Folge wird sich auch der natürlichen Bevölkerungsgewinn dadurch verschlechtern, da die Abwanderung vor oder während der
Familiengründung erfolgt.
Um diese Entwicklung zu mildern, müssen zusätzlich zum Arbeitsplatzangebot die familienfreundlichen Angebote in der Gemeinde erhalten und weiter ausgebaut werden.
aktuelle Bevölkerungsstruktur im Vergleich mit Bayern
Das so genannte Billeter-Maß ist eine Messgröße für die demographische Alterung der Bevölkerung. Es liegt für den Markt Rüdenhausen bei -0,54 und damit um einiges schlechter als der
Mittelwert für ländliche Gemeinden in Bayern (-0,35). Speziell für den Altort liegt das Billeter-
29
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Maß, nochmals deutlich tiefer, bei -0,73. Diese Werte zeigen eine deutliche Tendenz zur Überalterung an.
Hierdurch kommen weitere Aufgaben bei der Ausstattung mit Angeboten für diese Altersgruppen auf den Markt Rüdenhausen zu.
Quelle: Vitalitätscheck, Arbeitskreis Dorf
Soziale Verflechtungen und örtliche Bindungen
Die sozialen Verflechtungen und örtlichen Bindungen der Rüdenhäuser Einwohner sind stark.
Leider bestimmen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, z.B. Ausbildungs- und Arbeitsplätze, ob der Einzelne auf Dauer bleiben kann. Es besteht auch nach Fortzug noch eine Bindung
der Jugendlichen nach Rüdenhausen, die z. B. zur Kirchweih regelmäßig kommen und mitfeiern.
Gemeinschaftsleben und Dorfkultu r
Das Vereinsleben und die Brauchtumspflege sind in Rüdenhausen sehr wichtige Aspekte des
Dorflebens.
Burschenschaft beim Aufstellen des Maibaums
Bürgerauszug an der Kirchweih
Die Vereine sind die Veranstalter der jährlichen Dorffeste, die als Treffpunkt für die Einwohner
gerne genutzt werden und von Konzerten. Der Kirchplatz als Festplatz funktioniert, bietet jedoch nicht die gewünschte Atmosphäre. Ein Raum zur Unterbringung des Feiermobiliars wird
benötigt.
Folgende Vereine treffen sich in Rüdenhausen:
-
Heimatverein;
Turn- und Sportverein;
Schützengilde;
Singverein;
FCN Fanclub;
Soldaten-Kameradschaft;
VDK;
Bauernverband;
Burschenschaft;
Posaunenchor.
Überlieferte Traditionen werden gelebt. Eine große Rolle im Jahresablauf spielt die Kirchweih
mit dem Bürgerauszug. Dieses Fest dauert mehrere Tage mit festem Programm und überlieferten Aktivitäten.
Das örtliche Geschichtsbewusstsein ist sehr groß. Schon seit langem werden Daten gesammelt
und ausgewertet. Auch etliche Exponate haben sich angesammelt. Eine öffentlich zugängliche
30
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Dokumentation der sehr interessanten Geschichte Rüdenhausens für Einwohner und Besucher
würde sich lohnen.
Das Rathaus und das Paul-Gerhardt-Haus werden rege als Dorfgemeinschaftshaus für Versammlungen sowie Veranstaltungen genutzt. Ein nicht kirchlich gebundener Raum, der keine
festgelegte öffentliche Funktion erfüllt, fehlt allerdings.
Die Jugendlichen haben sich einen Raum im Feuerwehrhaus hergerichtet. Der Raum liegt gerade so weit außerhalb, dass sich keine Lärmkonflikte mit Nachbarn ergeben können, aber der
räumliche Bezug zum Ort noch vorhanden ist.
Für die nicht mehr mobilen Senioren gibt es in Rüdenhausen derzeit kaum ein Angebot. Im
Rahmen der Vorbereitungsplanung haben die Rüdenhäuser daher beschlossen, der Wiesentheider Aktionsgruppe „Zeit füreinander“ beizutreten. Hier werden Menschen zusammengebracht,
die Zeit für Unterhaltung und Unterstützung anbieten oder die jemand suchen, der Zeit für sie
und mit ihnen verbringt. Es sind darauf hin bereits einige Rüdenhäuser aktiv geworden.
örtliche Wirtschaftsstruktur
Primärer Sektor
Landwirtschaf t
Im Markt Rüdenhausen gab es 1979 noch 26 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 2 ha oder mehr. 18 davon bewirtschafteten 10 ha oder mehr.
Seit 1979 hat die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe um 62 % auf 10 abgenommen.
„Unter dem sozioökonomischen Aspekt betrachtet, wirtschaften in Rüdenhausen derzeit – neben dem Castell`schen Domaenenamt - 5 landwirtschaftliche Haupterwerbsbetriebe und 3 Nebenerwerbsbetriebe. Damit weicht die Verteilung deutlich vom Bayerischen Durchschnitt (53,9
% NE) ab. Eine Erklärung dafür mag in der Altersstruktur der Betriebsleiter liegen. Das durchschnittliche Lebensalter beträgt 53 Jahre, der jüngste Betriebsleiter ist 42, der Älteste 63. Fünf
Landwirte sind über 50 Jahre alt. Gemessen an der Durchschnittsgröße Bayerischer HE-Betriebe,
haben in Rüdenhausen – neben dem Domaenenamt – 3 Betriebe das entsprechende Entwicklungspotential. Zwei Betriebe lassen entsprechende Weichenstellungen erkennen. Bei den Nebenerwerbsbetrieben sprechen die Rahmenbedingungen für eine starke Fluktuation. Als örtlicher Arbeitgeber (ca. 10 Arbeitsplätze) spielt der Gartenbaubetrieb am nordwestlichen Ortsrand
eine Rolle. Für eine Erweiterung des Betriebsgeländes fehlt allerdings der Raum.“
Quelle: LOR Pfrang, landwirtschaftlicher Fachbeitrag
Derzeit sind die Betriebsgrößenklassen wie folgt besetzt:
Nutzfläche
0 – 2 ha
2 - 5 ha
5 - 10 ha
10 - 20 ha
20 - 50 ha
50 - 100 ha
> 100 ha
Anzahl der Betriebe
0
1
0
3
1
2
2
Rinder hielten im Jahr 2007 noch 4 landwirtschaftliche Betriebe. Schweine 2, Schafe keiner,
Pferde einer und Hühner auch einer. Bei näherem Hinsehen bleiben 2 Milchviehhalter (17 bzw.
29 Kühe mit Nachzucht) und ein Rinderhalter (Mutterkühe, Färsenaufzucht, Rindermast, insges.
ca.53 GV) als Betriebe übrig, in denen die Viehhaltung einen bedeutenden Stellenwert in der
Betriebsorganisation einnimmt. In zwei weiteren Betrieben (37 Mastscheine, sowie 2 Zucht-
31
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
scheine und 12 Mastschweine) besteht die Funktion der Tierhaltung eher in der Restnutzung
vorhandener Kapazitäten (Gebäude, Stallplätze, Akh) . Die zwei Reitpferde im Castell`schen Domaenenamt können bei der landwirtschaftlichen Betrachtung außen vor bleiben.
Im Altort in Gemengelage, am westlichen Ortsrand und zum Dorfzentrum hin, befinden sich nur
2 Viehhalter mit größeren Tierbeständen. Ein Betrieb davon plant derzeit keine Betriebsentwicklung, der andere (Bachstr. 5) hat mittels Bauvoranfrage einen möglichen Standort zur Erweiterung der Milchviehhaltung im Außenbereich prüfen lassen.
„Bei der Aufzählung der Tierbestände vor Ort darf aus fachlicher Sicht nicht vergessen werden,
dass ein Vergleich der Bestandsgrößen Rüdenhäuser Verhältnisse widerspiegelt. Es handelt sich
von der Größe her um Tierbestände typischer bäuerlicher Betriebe im Dorfgebiet. Ein Vergleich
mit „Intensivtierhaltungen“, wie er von kritischer Wohnbevölkerung gerne ins Feld geführt wird,
trifft hier nicht zu, auch nicht bei den größeren Rinderhaltern. Hinsichtlich des Tierbesatzes sind
die zwei verbliebenen Schweinehaltungs-standorte – Lärchenstraße 6, ca. 6,5 SGV, sowie Raiffeisenstraße 9, ca. 4 SGV – als Kleinbestände anzusehen. Auf Anfrage teilt der bisher dritte
Schweinehalter, Herr Pfeiffer (Paul-Gerhard-Platz 3) mit, dass die Zuchtsauenhaltung zwischenzeitlich aufgegeben wurde. Neben der Althofstelle (Paul-Gerhard-Platz 3) besitzt dieser Betrieb
im Gewerbegebiet am südlichen Ortsrand einen weiteren Standort mit einer Ölmühle und Lagerhallen. Mit Brauerei, Gasthof und Landwirtschaft stellt der Betrieb Wolf (Paul-Gerhard-Platz
7) eine traditionelle, dörfliche Wirtschaftseinheit dar. Die Viehhaltung befindet sich allerdings
am Aussiedlerhof nördlich von Rüdenhausen, gegenüber dem Gewerbegebiete/Autohof. Der
Rinderhaltung kommt mit der Aufzucht/Mast von 6 bis 7 Jungrindern durch die Verwertung
von vorhandenen Produktions-faktoren, Grünland und futtertauglichem Schnittgut aus der
Landschaftspflege allerdings auch nur eine ergänzende Funktion zu. Gasthof und Brauerei fallen
sowohl als betrieblicher Schwerpunkt ins Gewicht, als auch durch ihre markante Bausubstanz
im Ortskern.“
Quelle: LOR Pfrang, landwirtschaftlicher Fachbeitrag
Ein Winzerbetrieb befindet sich in Rüdenhausen. Dessen Weinbauflächen liegen alle außerhalb
der Rüdenhäuser Gemarkung in Kleinlangheim und Castell. Die Vermarktung erfolgt über den
Gasthof Lehner zum Gewerbegebiet und Autohof orientiert.
Im Nordwesten, Richtung Feuerbach, ist noch ein gewerblicher Gartenbaubetrieb angesiedelt.
„Die Gemarkung Rüdenhausen umfasst insgesamt 570 ha LF, mit 539 ha Ackerland (ca. 95% der
LF) und 31 ha Dauergrünland. 47% der Gesamtfläche werden als Pachtfläche bewirtschaftet.
Nach der Reichsbodenschätzungskarte liegen die Bonitäten der Nutzflächen zwischen 20 und
50 Bodenpunkten, wobei ein Großteil der Ackerflächen um die 40 Punkte aufweist. Die Durchschnitts-LVZ der Gemeinde beträgt 31,1. Nach der Bodennutzungsauswertung (Tab. 3) für das
Wirtschaftsjahr 2006/07 wurden von den ortsansässigen Landwirten 334 ha Getreide, 103 ha
Ölfrüchte, 40 ha Zuckerrüben, 26 ha Silomais und 13 ha Ackerfutter angebaut. Mit 174 ha ist
Winterweizen flächenmäßig die stärkste Frucht. Für das vergangene Anbaujahr weist die Statistik noch knapp 54 ha Flächenstillegung aus. Nach geänderter Marktlage und Lockerungen bei
den EU-Vorgaben dürfte letztere der Vergangenheit angehören. Die Marktpreise für Getreide
und Ölsaaten lassen den Anbau auch auf ertragsärmeren Standorten wieder attraktiv erscheinen. ...
Für Diversifizierungsbestrebungen in den Bereichen Gästebeherbergung, Urlaub auf dem Bauernhof, Direktvermarktung, erscheint das Potential bei gegebener Struktur, Gebäudesubstanz
und den arbeitswirtschaftlichen Voraussetzungen der örtlichen landwirtschaftlichen Betriebe
eher gering. ...
Auch wenn die räumliche beengten Lagen der im Ort verbliebenen landwirtschaftlichen Hofstellen grundsätzlich nicht zu ändern sind, so können doch Vorkehrungen für den ruhenden und
fließenden Verkehr, Anpassung von Ausfahrten und Entflechtung von Nutzungskonflikten den
Alltag erleichtern. Der Dreh- und Angelpunkt wird dabei die vom Straßenbauamt vorgesehene
Verkehrsführung für den verkehrsberuhigten Ortsbereich sein. Die Hauptverbindungswege in die
Flur sollten möglichst ohne Umwege und Barrieren erreicht werden können. Die Landwirte erhoffen sich eine Einbindung in den fachlichen Dialog mit dem Straßenbauamt. Das zeitliche Zu-
32
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
sammenfallen von dem Beginn der Dorferneuerung und dem Bau der Ortsumgehung ermöglicht
einen breiten, integrativen Planungsansatz.
Bei der Grundsatzentscheidung zur Auswahl der Trasse der geplanten Ortsumgehung stehen aus
landwirtschaftlicher Sicht als Beurteilungskriterien die Eingriffe in die Flurstruktur, das Wegenetz, sowie der absolute Landverbrauch - auch in Verbindung mit notwendigen Ausgleichsmaßnahmen - im Vordergrund. Neben der unterschiedlichen Auswirkungen auf die Anbindung des
bestehenden Feldwegenetzes führen die vorliegenden Planungsalternativen zu unterschiedlichen An- und Durchschneidungsverlusten bei den Flurstücken. Da die Plantrasse aus den sechziger Jahren bereits aus einem Flurneuordnungsverfahren hervorgegangen ist, wird sie aus
fachlicher Sicht bevorzugt.“
Quelle: LOR Pfrang, landwirtschaftlicher Fachbeitrag
Die Anzahl der im Primären Sektor beschäftigten Personen ist nicht bekannt.
Quelle: Statistik kommunal, AK Dorfleben, landwirtschaftlicher Fachbeitrag
Sekundärer Sektor
Im Markt Rüdenhausen gibt es ca. 5 Betriebe des produzierenden Gewerbes, incl. produzierendem Handwerk.
Davon befindet sich im Altort die Niederlassung einer Brauerei, eines Sanitär- und Heizungsbauerbetriebs, einer Schneiderei und einer Spenglerei. Aktueller Erweiterungsbedarf dieser Betriebe besteht nicht.
Insgesamt wurden 2007 im Sekundären Sektor 28 Personen beschäftigt. Der weitere Bedarf an
Arbeitsplätzen im sekundären Sektor wird hauptsächlich in Kitzingen und Wiesentheid gedeckt.
Quelle: Statistik kommunal
Tertiärer Sektor
An Unternehmen des tertiären Sektors sind im Markt Rüdenhausen ca. 25 bekannt.
Insgesamt wurden 2007 im Tertiären Sektor 54 Personen beschäftigt. Die Bedeutung von Handel und Dienstleistung für die Versorgung mit Arbeit wird durch die Bereitstellung von 47 % der
Arbeitsplätze deutlich. Im bundesdeutschen Durchschnitt bietet der Tertiäre Sektor jedoch über
70% Beschäftigungsanteil, so dass in Rüdenhausen wahrscheinlich noch Reserven mobilisiert
werden können.
Im Altort sind u. a. folgende Betriebe des Tertiären Sektors vorhanden:
-
Gastgewerbe: drei Betriebe
-
Sonstige Dienstleistungen:
Bank;
Bäckereifiliale;
Detektivbüro;
Diakonie Castell;
Gebäudereinigungsbetrieb;
Ingenieurbüro;
Kurierdienst;
2 Raumausstatter;
Tierpension.
Quelle: Statistik kommunal
Tourismus
Rüdenhausen hat mit mehreren weiteren Gemeinden des Steigerwaldvorlandes die kommunale
Arbeitsgemeinschaft Dorfschätze gegründet, deren ursprüngliche Aufgabe die Entwicklung des
33
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Tourismus war. Die gemeinsame Tourist-Information sitzt in Wiesentheid und ist unter anderem
für die direkte Besucherbetreuung sowie die Koordination und Organisation touristischer Aktionen zwischen den Gemeinden zuständig. Es existieren verschiedene Faltblätter, die z.B. über
Veranstaltungen, Weintouristische Angebote, Wanderwege, Direktvermarkter und Sehenswürdigkeiten informieren. Durch die touristische Arbeitsgemeinschaft ist in der Vergangenheit neben der übergreifenden Regionsbezeichnung auch eine Abstimmung und gemeinsame Vermarktung der Angebote erreicht worden.
Das Konzept zur integrierten ländlichen Entwicklung der Dorfschätze beschreibt als Entwicklungsziel für den Bereich Tourismus die Steigerung der touristischen Qualitäten durch Erweiterung und Intensivierung des Themenspektrums und Professionalisierung der Vermarktung.
Angestrebte Projekte sind z.B. der Ausbau des Radtourismus und eine Qualitätssteigerung in der
Gastronomie.
Im Markt Rüdenhausen gibt es derzeit 4 Gastronomie-, 3 Beherbergungsbetriebe und eine Ferienwohnung. Es werden ca. 60 Betten angeboten. Der Ort hat zwar ein Alleinstellungsmerkmal
durch eine Brauerei mit Brauereigaststätte, jedoch sind regelmäßige Öffnungszeiten nicht sichergestellt.
Berufsverhältnisse
Die örtliche Wirtschaftsstruktur im Markt Rüdenhausen bietet derzeit ca. 115 Arbeitsplätze. Das
sind nur 13 Arbeitsplätze pro 100 Einwohner (AP/100EW). Die Stadt Kitzingen mit 47 AP/100EW
und der Markt Wiesentheid mit ca. 36 AP/100EW haben jedoch zusammen ein sehr gutes Angebot (gesamt Bayern35 AP/100EW). Entsprechend ist der Pendlersaldo negativ, d.h. ein Teil der
Bevölkerung arbeitet zahlenmäßig außerhalb der Gemeinde.
Der negative Pendlersaldo verbessert sich seit dem Jahr 2004, da sich die Zahl der Arbeitsplätze
im gleichen Zeitraum kontinuierlich erhöht hat.
Die Zahl der Beschäftigten mit Wohnort im Markt Rüdenhausen ist im gleichen Zeitraum bis auf
das Jahr 2006 konstant geblieben. Das zeigt, dass die Wohnortbindung hoch ist und entsprechende Wege zum Arbeitsplatz in Kauf genommen werden. Die Qualität des Wohnstandortes
Rüdenhausen wird positiv bewertet.
Entwicklung des Pendlersaldos, Quelle: Statistik kommunal,
34
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Freizeit und Erholung
Wichtige Funktionsbeziehungen für die siedlungsnahe Erholung bestehen durch Wegeverbindungen aus dem Ort in die Landschaft, vor allem entlang des Schirnbaches.
Wichtige Erholungsfunktionen in Ortsrandlage erfüllen die Gärten in der Bachaue sowie der
Sportplatz östlich von Rüdenhausen.
Ausgewiesene Wander- und Radwege finden sich im Orts- und Ortsrandbereich von Rüdenhausen wie folgt:
-
beschilderte Landkreis-Radwege in Richtung Wiesentheid / Prichsenstadt (Norden), Feuerbach / Kleinlangheim (Nordwesten), Wiesenbronn (Südwesten), Castell (Süden), Greuth
(Südosten) und Abtswind (Osten)
-
örtlicher Rundwanderweg R1 von Rüdenhausen über Wiesentheid und Feuerbach
-
örtlicher Mühlenweg von Rüdenhausen über Leyermühle, Hammermühle, Wutschenmühle,
Pulvermühle, Eselsmühle und Dinkelmühle
Radwegebeschilderung in Rüdenhausen
Siedlungsstruktur
Flächennutzung
Art der baul ichen Nutz ungen
Das Untersuchungsgebiet wird durch eine gute Nutzungsmischung zwischen Wohnen, Kleingewerbe und Landwirtschaft geprägt, wobei die Nutzung Wohnen deutlich überwiegt.
Von den Hauptgebäuden sind ca. 78 % genutzte Wohngebäude, wobei zu berücksichtigen ist,
dass auch in einem landwirtschaftlichen Betrieb das Hauptgebäude ein Wohnhaus ist. Ca. 9 %
werden gewerblich genutzt. Weitere 5 % der Hauptgebäude beinhalten eine Nutzung für den
Gemeinbedarf.
Im Untersuchungsgebiet stehen derzeit 17 Hauptgebäude leer.
35
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Die spezifische landwirtschaftliche Nutzung findet in erster Linie in den Nebengebäuden statt.
Im Untersuchungsgebiet werden noch 24 % der Nebengebäude landwirtschaftlich genutzt, 2
davon zur Großviehhaltung. Weitere Nebengebäude werden als Garage oder Lager untergenutzt
und 8 % stehen leer.
Das Untersuchungsgebiet ohne die Grundstücke der Jahnstraße ab der Kreuzung mit der Straße
Am Sportplatz und der Hindenburgstraße ab der Kreuzung mit der Sandstraße, entspricht einer
Gemischten Baufläche. Eine Präzisierung auf Baugebiete kann hier aufgrund der bestehenden
Nutzungsmischung nur grundstücksbezogen erfolgen. Die beiden restlichen Flächen entsprechen einem Allgemeinen Wohngebiet gemäß § 4 Baunutzungsverordnung.
Infrast ruktur zu r Verso rgung der Bevöl kerung
Die Infrastruktureinrichtungen für den Gemeinbedarf liegen konzentriert in zwei Bereichen, um
den Paul-Gerhardt-Platz und am östlichen Ortsausgang. Nur das Rathaus macht eine Ausnahme, da es seit Mitte des 20. Jhs. in einem historischen Bürgerhaus an der Marktstraße untergebracht ist. Davor lag es ebenfalls am Paul-Gerhardt-Platz.
Das Angebot wird bis auf wenige fehlende Räumlichkeiten als sehr gut bewertet.
Zur Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs gibt es vor Ort einen Bäckereifiliale, einen Autohof sowie eine Tankstelle. Das Angebot ist mangelhaft. Außerhalb des Frühstücks muss in den
umliegenden Orten eingekauft werden, was ein Nachteil für die nicht mobile Bevölkerung ist.
Die ärztliche Versorgung ist derzeit mit einem Allgemeinarzt und einem Zahnarzt sehr gut. Die
zukünftige Entwicklung ist nicht abzusehen. Möglicherweise muss langfristig mit einer Verschlechterung gerechnet werden.
Bankgeschäfte können vor Ort abgewickelt werden.
Die gastronomische Versorgung ist ebenfalls gewährleistet.
Maß der baulichen Nut zungen
Das gemäß Baunutzungsverordnung zulässige Maß der baulichen Nutzung für Gemischte Bauflächen wird aufgrund der großen Grundstücke mit hinten liegenden Freiflächen im Untersuchungsgebiet in der Regel unterschritten. Nur einige wenige Grundstücke an der Bachnersgasse
und der Bachstraße sind sehr klein und dicht bebaut.
Die Wohngrundstücke haben eine sehr gute räumliche Qualität mit vielen qualitativ unterschiedlichen Freiflächenbereichen.
36
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Plan „Nutzung der Gebäude“
37
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Nutzungskonfl ikte
Verkehrslärm
Ein potentieller Konflikt besteht durch die Verkehrslärmemissionen der Bundesstraße B286 –
Marktstraße, der Staatsstraße St 2421 – Raiffeisenstraße und der Hindenburgstraße.
Bei der Beurteilung der Störwirkung von Verkehrslärm ist das Bundesimmissionsschutzgesetz
sowie die 16. Bundesimmissionsschutzverordnung – Verkehrslärmschutzverordnung zu beachten. Die Immissionsgrenzwerte der 16. BImSchV liegen für den Beurteilungspegel in Dorfgebieten bei 64 dB(A) tags und 54 dB(A) nachts.
Die DTV-Werte für 2025 des Staatl. Bauamts Würzburg für die Bundesstraße B 286 liegen bei
6.700 KFZ gesamt, für die Staatsstraße St 2421 bei 5.200 KFZ gesamt und für die Hindenburgstraße wurden 2.000 KFZ gesamt ermittelt. Für die Jahnstraße liegen keine Werte vor.
Die Mittelungspegel wurden nach dem vereinfachten Ermittlungsverfahren für Lärmimmissionen der DIN 18005 Teil 1 - Mustererlass der ARGEBAU ermittelt und liegen für die Bundesstraße
B 286 erst in ca. 41 m Entfernung zur Fahrbahn, für die Staatsstraße St 2421 in ca. 37 m Entfernung und für die Hindenburgstraße in ca. 17 m Entfernung näherungsweise bei 64 dB(A)
tags und 54 dB(A) nachts. Die Immissionsgrenzwerte werden daher mit hoher Wahrscheinlichkeit für die direkt anliegenden Gebäude überschritten. Die Ergebnisse dieses vereinfachten Ermittlungsverfahrens liegen allerdings in der Regel höher als die Ergebnisse einer detaillierten
Ermittlung nach der Norm.
Geruch von Tierhaltungen
Ein weiterer potentieller Konflikt besteht durch die Geruchsemissionen der Tierhaltung in der
Ortslage.
Bei der Beurteilung der Störwirkung von Tiergerüchen ist die TA-Luft sowie die Orientierungshilfe zur Emissions- und Immissionsbewertung des Bayerischen Landesamts für Umweltschutz
zu beachten.
Der dort geforderte Mindestabstand der Tierhaltungen zur Wohnbebauung kann aufgrund der
gewachsenen Gemengelage im Altort nicht eingehalten werden.
Die Emissionsbelastung ist vorhanden, wird von den Rüdenhäuser Einwohnern jedoch als zum
Ort und zur Landwirtschaft gehörend selbstverständlich akzeptiert. Probleme diesbezüglich sind
keine bekannt.
Gebäudesubstanz
Gebäudesubstan z
baulicher Zustand
Nach Inaugenscheinnahme von Außen haben ca. 10 % der Hauptgebäude und ca. 40 % der Nebengebäude geringen Sanierungsbedarf, ca. 16 % der Hauptgebäude und 5 % der Nebengebäude mittleren Sanierungsbedarf und nur 4 Hauptgebäude und keine Nebengebäude hohen Sanierungsbedarf.
Unter Berücksichtigung des relativ hohen Anteils der Gebäude ohne Sanierungsbedarf (72 %
der Hauptgebäude und 55 % der Nebengebäude) ist dies insgesamt ein guter baulicher Zustand
innerhalb des Untersuchungsgebiets.
Die Hauptgebäude wurden mit wenigen Ausnahmen kontinuierlich gepflegt.
38
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Bei den Nebengebäuden findet sich der schlechtere bauliche Zustand vor allem bei den leer stehenden und untergenutzten Gebäuden. Untergenutzt sind vor allem Gebäude, in denen die
ausgeübte Nutzung nur einen untergeordneten Teil des Volumens in Anspruch nimmt, z.B.
Scheunen nach Aufgabe der Landwirtschaft.
Von Außen nicht erkennbarer Sanierungsbedarf und Ausstattungsmängel wurden im Rahmen
dieser Untersuchung nicht erfasst.
Geringer Sanierungsbed arf
Es handelt sich in Rüdenhausen in der Regel um folgende einzelne Schäden:
fehlender Putz,
leichte Putzschäden,
beginnender Steinfraß an den Sandsteinen,
einzelne, fehlende Dachsteine,
Substanzschäden an den Fenstern.
Mitt lerer Sanierungsbedarf
Es handelt sich in Rüdenhausen in der Regel um folgende Schäden:
Schwere Putzschäden,
Risse im Mauerwerk,
Schäden an Holzkonstruktionen,
Feuchtigkeit im Mauerwerk,
Steinfraß an den Sandsteinen,
Holzschäden an Traufe / Ortgang.
Meist handelt es sich allerdings um fortgeschrittenen Steinfraß und Feuchtigkeit in den Sockelbereichen.
Die unter geringer Sanierungsbedarf aufgeführten Schäden können zusätzlich auftreten.
Die durchschnittlichen Kosten für die aufgelisteten Maßnahmen liegen voraussichtlich über
25.000 EUR pro Gebäude.
Hoher Sanierungsbedarf
Es handelt sich in Rüdenhausen in der Regel um folgende Schäden:
Mittlere bis schwere Schäden an allen Gewerken.
Die durchschnittlichen Kosten für die aufgelisteten Maßnahmen liegen voraussichtlich über
100.000 EUR pro Gebäude.
energetischer Zus tand
Energetische Sanierung bedeutet „Energiesparendes Bauen im Bestand“. Eine energetische Sanierung kann auch dann Sinn machen, wenn der bauliche Zustand des Gebäudes keinen Sanierungsbedarf aufweist. Die energetische Sanierung bestehender Gebäude leistet einen Beitrag
zur Verminderung der CO2-Emissionen und minimiert gleichzeitig die Betriebskosten. Es werden
folglich individuelle und gesellschaftliche Ziele erreicht.
Nach Inaugenscheinnahme von Außen haben ca. 90 % der Hauptgebäude noch energetischen
Sanierungsbedarf. Bei einer umfassenden energetischen Sanierung liegen die Kosten voraussichtlich über 100.000 EUR pro Gebäude.
39
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Plan „baulicher Zustand der Gebäude"
40
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Potential und Anforderungen zur Innenentwicklung
Das Potential und die Anforderungen zur Innenentwicklung von Rüdenhausen sind in einem
„Vitalitätscheck zur Innenentwicklung“ gesondert erfasst.
Generelle Erkenntnisse für Rüdenhausen:
-
-
relativ weite Entfernung (35 km) zum Oberzentrum und mittlere Entfernung (20 km) zum
Unterzentrum, aber sehr gute überregionale Verkehrsanbindung und nahe (unter 10 km)
bei Erholungsräumen;
Hauptort ohne Nebenort;
Straßen begleitend dicht bebaut mit unterschiedlich großen Freiflächen in den rückwärtigen Grundstücksteilen;
leichte natürliche Bevölkerungsverluste und stark schwankender, aber im Schnitt ausgeglichener Wanderungssaldo;
im Gesamtort Tendenz zur Überalterung, im Altort besonders hoch;
befriedigendes Arbeitsplatzangebot durch Gewerbegebiete;
gute Ausstattung mit Grund- und Nahversorgungsstrukturen, Angebot wird jedoch mittelfristig schlechter.
Derzeit sind nur 8 % aller Gebäude, davon jedoch 5 % Wohngebäude von Leerstand betroffen.
20 % Wohngebäude mit Bewohnern über 65 Jahren können in 15-25 Jahren die Situation spürbar verschlechtern.
Zusätzlich sind 17 % der Gebäude von Unternutzung betroffen, d.h. würden ebenfalls potentiell
Wohnraum bieten.
Freie Flächen stehen kaum zur Verfügung.
Durch 15% absehbare Betriebsaufgaben muss mittelfristig mit weiteren untergenutzten Gebäuden gerechnet werden.
Die Angebotssituation im Altort ist sehr gering, was aber vor allem auf die schlechte Verfügbarkeit zurückzuführen ist.
Technische Infrastruktur zur VerVer- und Entsorgung
Elektri zität
Die N-ergie betreibt das Stromnetz im Ort.
Gas
Der Ort ist mit einer einzigen Ausnahme nicht an das Erdgasverteilernetz angeschlossen. Im
Baugebiet „An der Leiermühle“ kann Erdgas bezogen werden.
Wasser / Abwasser
Der Markt Rüdenhausen selbst versorgt den Ort mit Wasser. Er bezieht das Wasser von der Fernwasserversorgung Franken.
Der Markt Rüdenhausen ist an die Kläranlage der Abwasserzweckverbandes „Schwarzacher Becken“ angeschlossen.
Das Kanalnetz wird vom Markt Rüdenhausen betrieben.
Abfall
Die Abfallentsorgung betreut das Landratsamt Kitzingen.
41
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Verkehr
Funktionss truk tur des G esamtortes
In Rüdenhausen treffen sich zahlreiche überregionale, regionale und ortsverbindende Straßen.
Die Marktstraße (B 286) stellt die zentrale Erschließungsachse des dar, in die versetzt alle anderen Straßen einmünden. Es entsteht eine Abfolge von Knotenpunkten entlang der Marktstraße.
Die weiteren Straßen des Altorts liegen in Form kleiner gewachsener Sträßchen zwischen
Marktstraße und Hindenburg- bzw. Jahnstraße, südlich von den beiden einmündenden Straßen.
Sie haben reine Anliegerfunktionen.
Die Neubausiedlungen werden durch von den Ausfallstraßen des Altorts abzweigende Straßen
erschlossen. Sie bilden vom Altort unabhängige Erschließungssysteme.
Es gilt grundsätzlich im gesamten Ort Tempo 50.
Eine Umgehungsstraße ist in Planung, die bis auf die ST 2421 Raiffeisenstraße alle ortsverbindenden Straßen außerhalb abfangen wird.
Öffentli cher Personenv erkehr
Rüdenhausen wird von den Buslinien 8111 Kitzingen – Wiesentheid – Geiselwind und 8115
Castell – Münsterschwarzach - Dettelbach angefahren. Der Takt ist als Grundversorgung gerade
noch ausreichend aber für eine flexible Nutzung nicht geeignet.
Die Haltestellen liegen dezentral in der Ortsmitte, der Hindenburgstraße und der Schulbushaltestelle in der Sandstraße. Die Haltestellen werden nicht immer alle angefahren. Die Schulbusse
für Volksschule und weiterführende Schulen liegen getrennt, so dass die Geschwister oft nicht
zusammen gehen können.
Individual verkehr im U ntersuchungsgebiet
Zum Thema Verkehrslärm siehe Kap. Flächennutzung, Nutzungskonflikte.
Bewegungsflächen
Bis auf die Schirnbachstraße sind alle ortsverbindenden Straßen und die Straße Am Sportplatz
im Trennungsprinzip konzipiert, d. h. motorisierter Verkehr und Fußgänger haben jeweils zugewiesene Bewegungsflächen. Fahrbahn und Gehweg sind getrennt. Die Gehwege weisen oft zu
geringe Breiten auf, bzw. sind streckenweise unterbrochen.
Alle weiteren Straßen im Altort sind im Mischungsprinzip gestaltet, d.h. alle Verkehrsteilnehmer
nutzen gemeinsam in gegenseitiger Rücksichtnahme die ungeteilte Fläche.
Nach dem Bau der geplanten Ortsumgehung kann das Trennungsprinzip der Hauptstraßen zugunsten einer besseren Aufenthaltqualität in ein Mischungsprinzip umgebaut werden.
Dimensionen der Querschnitte im Altort
Die Straßenquerschnitte sind teilweise großzügig, aber meistens gering dimensioniert. Für die
Nutzung mit großen landwirtschaftlichen Fahrzeugen sind sie teilweise schlecht geeignet.
In den großzügig dimensionierten Bereichen kann die Fahrbahn zugunsten des Aufenthalts von
Fußgängern bzw. Grünflächen reduziert werden kann.
Parkierungsflächen
Öffentliche Parkplätze sind im Untersuchungsgebiet keine ausgewiesen. Der Kirchplatz wird als
zentraler Parkplatz genutzt und es wird entlang der Straßen „wild“ geparkt.
Aufenthaltsflächen
Örtliche Treffpunkte gibt es in den Anliegerstraßen mehrere kleine für die Anwohner. Leider
bieten gerade die von Fußgängern stark frequentierten Hauptstraßen keine Aufenthaltsmöglichkeit, so dass viele Begegnungen auf einen Gruß beschränkt werden müssen. Bei einer besseren Aufenthaltsqualität in den Hauptstraßen würden sich vor allem im Sommer mehr Impulse
für das Dorfleben ergeben.
Der Kirchplatz wird als Festplatz genutzt.
42
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Plan „Verkehr“
43
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Gebäudestruktur
Hoftypen
Meierhof
Im historischen Rüdenhausen hatte der Meierhof als Verwaltungszentrum der Grafschaft
Castell-Rüdenhausen funktional und räumlich eine herausragende Bedeutung. Diese Bedeutung
lässt sich auch heute noch an der Anzahl und Größe der Gebäude ablesen.
Der ehemalige Meierhof wirkt sich auf das Ortsbild prägend aus. Er ist geschichtlich und räumlich einzigartig in Rüdenhausen.
Rüdenhäuser Meierhof, Raiffeisenstraße 10, Lageplan Urkataster, Hauptgebäude
Vollhöfe
Dieser historisch traditionelle Bebauungstyp für die Erfordernisse der Landwirtschaft überwiegt
in der Regel in fränkischen Dörfern. Dies trifft auch für den Altort von Rüdenhausen zu.
Wohnhaus und Scheune sind hier die beiden Grundelemente. Diese sind immer hofraumgebunden. Zusätzliche Nebengebäude können je nach Hofgröße dazu kommen. Die Anzahl der Firste
eines historischen Hofes zeigt in erster Linie die ökonomische und soziale Stellung des Besitzers.
Das Wohnhaus steht in der ursprünglichen Form mit dem Giebel zur Straße. Ab dem 17. Jh. (Barock) wird das Wohnhaus oft mit der Traufseite zur Straße gestellt. In Rüdenhausen sind beide
Formen häufig vertreten und wechseln sich in den meisten Straßen unregelmäßig ab.
Beispiel Hindenburgstraße
44
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Eine Ausnahme stellt die Jahnstraße dar, entlang deren Nordseite die Wohnhäuser in der Regel
giebelständig sind. Es ergibt sich in der Ansicht eine Aneinanderreichung der Giebelseiten.
Jahnstraße
Allen hofgebundenen Wohnhäusern ist jedoch gemeinsam, dass sie direkt vorne an der Grundstücksgrenze zur Straße stehen.
Beim Linienhof (Streckhof) stehen das Wohnhaus und die Scheune in einer Linie hintereinander.
Diese Hofform ist eine direkte Weiterentwicklung der sehr frühen bäuerlichen Hofstelle, bei der
noch alle Funktionen in einem Haus vereint waren. Die Straßenansicht wird in der Regel von
Wohnhausgiebel und Hoftor gebildet.
Beispiel Marktstraße 5
45
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Beim Zweiseithof besetzen das Wohnhaus und die Scheune zwei Seiten des Grundstücks. Die
restlichen Grundstücksgrenzen sind unbebaut. Die Straßenansicht entspricht der des Linienhofes.
Beispiel Jahnstraße 11
Beim Dreiseithof wird der Zweiseithof durch ein in der Regel giebelständiges schmales Nebengebäude an der , dem Wohnhaus gegenüber liegenden Grundstücksgrenze ergänzt. die Straßenansicht wird meist von einem großen und einem kleinen Giebel sowie dem Hoftor gebildet. In
Rüdenhausen kommt es aber auch vor, dass das Wohnhaus mit der Traufe zur Straße steht.
Beispiel Marktstraße 7
46
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Bei einem Vierseithof wurde abschließend die Straßenseite des Grundstücks bebaut.
Entweder wurde ein vergrößertes Wohnhaus oder ein zusätzliches Wirtschaftsgebäude errichtet.
Beim Vierseithof steht immer mindestens ein Gebäude mit der Traufe zur Straße.
Beispiel Markt 15
kleinbäuerliche Wohn- und Wirtschaftsgebäude
Bei einem kleinbäuerlichen Wohn- und Wirtschaftsgebäude fehlt die Scheune. Sie war aufgrund
der geringen Größe des Besitzes nicht erforderlich und auch nicht finanzierbar.
Hier lebten Teilrechtler, Tropfgütler und Tagelöhner.
Kleine Bergeräume waren meist im Dachboden oder einem kleinen Nebengebäude untergebracht. Der Stall konnte im Erdgeschoss, im Sockel oder in einem Nebengebäude liegen.
Die Dimensionen und Ausstattungen der Gebäude waren sehr unterschiedlich und richteten sich
ebenfalls nach den ökonomischen und sozialen Möglichkeiten des Besitzers.
47
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
In Rüdenhausen befinden sich Grundstücke mit kleinbäuerlichen Wohn- und Wirtschaftsgebäuden im ganzen Ort verstreut, bevorzugt da, wo kleine Restflächen zur Verfügung standen.
Beispiel Schirnbachstraße 4
Beispiel Marktstraße 8
Typen freistehender Gebäudegruppen
Schloss
Das Rüdenhäuser Schloss ist im Mittelalter bereits als Sitz eines Rittergeschlechts, das als Vasallen den Grafen zu Castell diente, belegt. Im 16. Jhd. machten es die Grafen zu CastellRüdenhausen zu ihrem ständigen Wohn- und Amtssitz.
Als ehemaliges Wasserschloss ist das Schloss eine der Hauptattraktionen im Rüdenhäuser Ortsbild.
Rüdenhäuser Schloss, Marktstraße 1
48
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
„Villa“ des frühen 20. Jhs.
Zu Beginn des 20. Jhs. beginnt bereits der Strukturwandel in den Dörfern. Nicht mehr alle Einwohner leben von der Landwirtschaft. Landwirtschaftliche Wirtschaftsgebäude sind für diese
Einwohner nicht mehr erforderlich.
Es entstehen neue Baustrukturen auf den Grundstücken. Die Freiflächen werden zur Erholung
und Erbauung als Gärten genutzt. Die Wohnhäuser werden in die Gärten mitten hinein gesetzt
und liegen nicht mehr an den Straßen an. Kleine Nebengebäude für verschiedene Funktionen
vervollständigen die Grundstücke.
Beispiel Raiffeisenstraße 15
Diese Baustrukturen entstanden in Rüdenhausen als Erweiterungen am historischen Ortsrand
entlang der Ortsverbindungsstraßen. Im Altort sind sie nicht zu finden. Sie sollten daher nicht
als überliefertes Vorbild für Bauen im Altort dienen.
49
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Plan „Hoftypologie - Stellung der Gebäude“
50
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Gebäudetypen
Gebäudetypen
überliefertes Haupthaus in Varianten
Das überlieferte regionaltypische Wohnhaus in Rüdenhausen zeichnet sich durch eine umfangreiche Variationsvielfalt aus, die sich auf der gesamten Fläche des Altorts verteilt findet.
Verbunden sind alle diese Wohnhäuser durch einige grundlegende Gemeinsamkeiten, die die
Vielfalt wieder zu einem Ortsbild zusammen führen:
Der Grundriss ist klar längsrechteckig. Die Fassaden haben keine Vor- oder Rücksprünge. Der
Giebel liegt an der Schmalseite. Das Dach steht steil in einem Winkel von 45 – 55° und besitzt
Aufschieblinge. Bis auf einige Häuser mit Satteldach, haben die Häuser einen konstruktiven Sockel.
Variationen finden sich in der Dachform und der Anzahl der Hauptgeschosse:
Als Dachformen finden sich das Satteldach, das Mansarddach, das Walmdach und das Schopfwalmdach (Krüppelwalmdach), bei dem der Walm kürzer als die halbe Dachlänge ist. Hauptgeschosse wurden ein oder zwei gebaut.
Satteldach ohne Sockel:
Beispiel Hindenburgstraße 8
Beispiel Marktstraße 11
Satteldach und Sockel:
Beispiel Jahnstraße 25
51
Beispiel Hindenburgstraße 5
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Mansarddach und Sockel:
Beispiel Hindenburgstraße 18
Beispiel Rathaus, Marktstraße 13
Mansarddach mit Halbwalm oder Vollwalm und Sockel:
Beispiel Hindenburgstraße 10
Beispiel Paul-Gerhardt-Platz 4
Walmdach und Sockel:
Beispiel Schloßstraße 4
52
Beispiel Hindenburgstraße 12
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Schopfwalmdach und Sockel:
Beispiel Hindenburgstraße 14
Beispiel Lerchenstraße 2
Besonderheit überliefertes Haupthaus mit Mezzaningeschoss (Kniestock)
Ein besonderes Element findet sich an einigen Rüdenhäuser Wohnhäusern, ein so genanntes
Mezzaningeschoß. Mezzaningeschosse wurden vor allem im Schlossbau verwendet, um besonders hohe Geschosse zu erhalten oder das großflächige Dach besser nutzen zu können.
Im Prinzip entspricht das Mezzaningeschoss dem heutigen Kniestock. Der Unterschied zwischen
beiden ist, dass das Mezzaningeschoss Fenster in der Wandfläche unter der Traufe aufweist und
der Kniestock nicht.
Die Fenster bringen in der gestalterischen Wirkung den entscheidenden Unterschied. Es entsteht
keine große kahle Fläche zwischen Fenstern und Traufe. Dadurch wird die Proportionierung der
Fassade wieder in sich stimmig.
Beispiel Hindenburgstraße 4
Beispiel Marktstraße 22
Modernes Haupthaus im Altort
Die modernen Hauptgebäuden im Altort von Rüdenhausen (nach 1950) sind größtenteils den
überlieferten Wohnhäusern in Kubatur und Stellung auf dem Grundstück nachempfunden.
Ein Teil von ihnen fällt durch flacher geneigte Dächer und hohe Kniestöcke auf, die die Proportionen des Gebäudes schwerfälliger und gedrungener machen.
Ganz selten haben die Fassaden durch große Vor- und Rücksprünge eine zu dominante Plastizität bekommen.
Durch die der überlieferten Raumstruktur angepasste Neu- und Ergänzungsbebauung ist das
überlieferte Raumgefüge trotz der großen Vielfalt seiner Einzelteile immer noch eindeutig als
historischer Altort erlebbar.
53
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Nebengebäude
Die räumlich am stärksten wirksamen Nebengebäude sind die überlieferten Scheunen. Sie haben
ähnlich große oder größere Grundflächen wie die Hauptgebäude. Sie sind eingeschossig, wobei
das Geschoss höher als ein Wohngeschoss ist. Die Dachform ist das Satteldach.
Beispiel Kirchplatz
Beispiel Hindenburgstraße 2
Beispiel Raiffeisenstraße 6
Weitere überlieferte, stark ortsbildwirksame Nebengebäude der Vollhöfe sind in Rüdenhausen
schmale Gebäude, die meist neben dem Wohnhaus an der Straße liegen. Sie haben oft ein
Dachgeschoss mit Kniestock. Die Dachform ist hauptsächlich das Satteldach. Es kommen aber
auch Walmdächer vor.
Beispiel Lerchenstraße 14
Beispiel Marktstraße 7
Hinzu kommen weitere eingeschossige landwirtschaftliche Wirtschaftsgebäude. Sie haben je
nach ursprünglicher Nutzung verschieden große Grundflächen.
Da sie meistens nicht an den öffentlichen Flächen anliegen, und sich der Kubatur von Scheune
und Wohnhaus unterordnen, treten sie im Ortsbild nicht auffällig in Erscheinung.
54
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Plan „Gebäudetypologie – Höhenentwicklung“
55
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Inneres Ortsbild
Bewertung der städtebaulichstädtebaulich-räumlichen Wirkung der bau
baulichen Anlagen auf das Ortsbild
Die ursprüngliche Siedlungsstruktur unterlag im Lauf der Jahrhunderte immer wieder Überformungen aufgrund geänderter Ansprüche der Bewohner. Die heutige Siedlungsstruktur hat sich
folglich ungesteuert, langsam und kontinuierlich entwickelt.
Welche räumlichen Qualitäten haben sich in Rüdenhausen erhalten bzw. ergeben?
Die auf dem Urkataster ablesbare grundsätzliche Siedlungsstruktur des Altorts hat sich bis heute erhalten. Lediglich auf dem heutigen Kirchplatz wurde im 19. Jh. bewusst ein kleines Bauquartier abgebrochen, um einen großzügigen Platz zu erhalten. Aus heutiger Sicht stellt dies eine deutliche Aufwertung der Nutzungsqualitäten des öffentlichen Raums in Rüdenhausen dar.
Die Gebäude wurden größer und es kamen auch neue hinzu, aber die Parzellenaufteilung, die
Plätze und Straßen sowie die Stellung der Gebäude auf dem Grundstück sind bewahrt worden.
Aufgrund der überlieferten großen Variationsbreite in Höfen und Gebäuden hat der heutige Ort
einen kleinteiligen und abwechslungsreichen, aber doch traditionellen Charakter. Es gibt viele
unterschiedliche räumliche Qualitäten.
Die Vielzahl an überlieferten Gebäuden sind zum Teil von hoher gestalterischer Qualität. Es irritieren nur einige wenige Gebäude, die sich von den örtlichen überlieferten Gebäudetypen deutlich absetzen. Diese sind aber relativ unauffällig, da sie räumlich im Hintergrund stehen.
Dies macht die große historisch - räumliche Qualität des heutigen Ortes Rüdenhausen aus.
Die für die Ortsgeschichte seit dem 15. Jh. wichtigen Zeugnisse haben sich strukturell vollständig erhalten. Dies sind unter anderem das Schloss und der Meierhof, die Kirche, das ehemalige
Gericht und das ehemalige Rathaus.
Zur Bewertung der Raumbildung wird bewusst eine Beurteilung der Proportionierung und Positionierung der Baukörpervolumen ohne Berücksichtigung der Fassadengestaltung vorgenommen. Die Fassadengestaltung wird folgend separat bewertet. Hierdurch können die Gebäude
differenzierter beurteilt werden.
Gebäude mit besonderer städtebaulicher (ortsplanerischer) Bedeutung
Besondere Bedeutung haben im Untersuchungsgebiet die Gebäude, die auffallend räumlich
wirksam sind, weil sie für Rüdenhausen eine besondere Nutzung hatten oder eine wichtige Stelle im Siedlungsgrundriss markieren sollten.
Von besonderer städtebaulicher Bedeutung sind in Rüdenhausen die räumlichen Fassungen des
Paul-Gerhardt-Platzes, des Kirchplatzes und der Einmündungen in die Marktstraße, die Gebäude, die den Beginn des Altortes markieren sowie die Kirche und das Schloss.
Ortst ypis che Gebäude
Städtebaulich ortstypisch sind im Untersuchungsgebiet alle Gebäude, die den für Rüdenhausen
überlieferten Gebäudetypen entsprechen.
Städtebauli ch st örende Gebäude
Ein städtebaulich störendes Gebäude ist ein Gebäude, das eine ortsuntypische Kubatur und /
oder Stellung auf dem Grundstück hat. Es wirkt dadurch fremd und beziehungslos in seinem
Umfeld.
Städtebaulich störende Einzelgebäude sind auch zu große neuzeitliche Gebäude. Sie fallen innerhalb der ansonsten kleinteiligen Baustruktur deutlich als unproportioniert auf. Sie greifen in
die städtebauliche Struktur unmaßstäblich und störend ein.
56
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Plan „Raumbildung“
57
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Bewertung der gestalterischen Wirkung der baulichen Anlagen auf das Orts
Ortsbild
Gebäudegestaltung bis ca. 1950
Die Gebäude in Rüdenhausen sind zwar in den, dem jeweiligen Baustil entsprechenden Stilformen gestaltet, weisen jedoch durch alle Stilepochen gleiche grundsätzliche Gestaltungsziele
auf.
Eine einfache Dach- und Fassadengestaltung macht die Gebäude ruhig und zurückhaltend. Das
Einzelgebäude tritt nicht hervor sondern wirkt mit den Nachbargebäuden als den Raum definierende Gruppe.
Individualität drückt sich in der Ausführung z.B. Farbgebung, Konstruktion, Materialqualität
und handwerkliches Können aus.
Als Materialien wurden regional vorkommende bzw. verarbeitete Baustoffe verwendet, z.B.
Holz, Schilfsandstein, Lehm, Dachziegel, Schmiedeeisen. Ab ca. 1900 kommen auch neue oder
gehandelte Baustoffe zum Einsatz, z.B. Ziegelmauersteine und Gusseisen.
Dächer und Dachaufbauten
Die Dachformen in Rüdenhausen sind zwar sehr abwechslungsreich, doch die einzelnen Dächer
sind sehr ruhig und wirken durch ihre großen, ungestörten Dachflächen. Sie sind in kleinformatigen Dachsteinen im ziegelroten und dunkelgrauen Farbspektrum gedeckt.
Neueindeckungen sollten in ziegelroten Tönen erfolgen, da dunkelgraue Dachsteine nur vereinzelt und in der Regel auf besonderen Gebäuden liegen.
Paul-Gerhardt-Platz
58
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Eine überlieferte regionaltypische Gaubenform lässt sich nicht ablesen. Seit den 30er Jahren
gibt es allerdings Schleppgauben. Sie sind entweder als viele kleine oder eine größere ausgebildet. Alternativ gibt es noch vereinzelt kleine Satteldachgauben, die allerdings nicht zu groß
werden dürfen, da sie sonst zu dominant wirken.
Beispiel Hindenburgstraße 10
Raiffeisenstraße 1
Mit dieser Gaubenform lässt sich auch heute zeitgemäßer Wohnraum belichten, wenn die
Grundrissgestaltung und Nutzungsverteilung darauf Rücksicht nehmen.
Sind größere Belichtungsflächen erforderlich, sollte über Dachflächenfenster nachgedacht werden, da diese die räumliche Wirkung des Daches nicht so stark verändern, wie große Gauben
oder Zwerchgiebel.
Auf Photovoltaik sollte im Altort von Rüdenhausen verzichtet werden. Wenn Solarthermie, die
an den Verbrauchsort gebunden ist, genutzt werden soll, dann sollte die Fläche einem schlichten Rechteck entsprechen, von den Dachrändern einen ausreichenden Abstand einhalten und
als Indach-Montage ausgeführt werden.
Fassadenfläche
Die Fassadengrundfläche ist einfarbig und mit wenigen Gliederungselementen oder Fachwerk
gestaltet. In Rüdenhausen kommen Ecklisenen und / oder ein bis zwei einfache Gesimse pro Gebäude vor. Es finden sich Gurt, Brüstungs- und Kranzgesimse. Der Einsatz von Gliederungselementen erfolgte schlicht und zurückhaltend.
Beispiel Jahnstraße 2
Die älteste Ausführung der Hauptgeschossaußenwände ist Fachwerk. Lediglich bedeutende
herrschaftliche Bauten wurden aus massivem Steinmauerwerk gebaut, in Rüdenhausen z.B. das
Schloss. In Rüdenhausen gibt es zwei eindrucksvolle Fachwerkbauten aus dem 16. Jh. und viele
weitere jüngere.
59
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Beispiel Bachstraße 3, 18. Jh.
Ab dem 17. Jh. wurden die Außenmauern aller Gebäude zunehmend massiv gebaut, jedoch immer verputzt. Erst ab dem 19. Jhd. kommt Sandsteinsichtmauerwerk als Fassadenmaterial hinzu.
Beispiel Marktplatz 5
Es gibt kein spezifisch das Ortsbild von Rüdenhausen prägendes Fassadenmaterial. In Rüdenhausen ist die Abwechslung von Sandstein, Fachwerk und Putz typisch. Um diese Vielfalt zu erhal-
60
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
ten sollten Fachwerke nicht verputzt bzw. freigelegt und Sandsteine erhalten bzw. ergänzt werden.
Fassadenverkleidungen sind bei Hauptgebäuden nicht üblich.
Als sichtbares Fassadematerial für Nebengebäude findet man in Rüdenhausen Sandsteinmauerwerk, Fachwerk, Putz und Holzlattung.
Fassadenöffnungen
Die Fassadenöffnungen sind durch eine Einrahmung, die Gewände, betont.
Die Fensteröffnungen sind als einzelne möglichst gleich große Löcher in der geschlossenen Fassade ausgeführt – Lochfassade. Ab dem 17. Jhd. bilden sie ein gleichmäßiges Lochraster in der
Fassade, d.h. sie liegen direkt übereinander und haben untereinander regelmäßige Abstände. In
Rüdenhausen kommen allerdings auch oft Fensterpaare vor, die untereinander einen engeren
Abstand haben, als zu den anderen Fenstern. Die Fensteröffnungen haben in der Regel das Format eines stehenden Rechtecks, die Seitenverhältnisse sind ca. 2:3.
Beispiel Paul-Gerhardt-Platz 2
Die Türöffnungen sind ebenfalls im Format eines stehenden Rechtecks gehalten, die Toröffnungen dagegen nutzungsbedingt auch im Format eines liegenden Rechtecks.
Bei de n straßenbegleitenden Fassaden sollten auch zukünftig die überlieferte Gestaltung der
Fensteröffnungen angewandt werden, da die ortstypische historische Fassadengestaltung in Rüdenhausen der am stärksten das Ortsbild prägende Aspekt der Gebäude ist.
Von der Straße abgewandt können dagegen auch größere Fensteröffnungen, Balkone und Wintergärten realisiert werden.
Fenster
Die überlieferten Fenster sind mehrflügelig ausgeführt und meist durch Sprossen noch weiter
unterteilt. Die Fenster wirken durch diese Kleinteiligkeit lebendig und treten, unterstützt durch
die Gewände, in der ruhigen Fassade in den Vordergrund – „Augen des Hauses“.
61
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Eine Mehrflügeligkeit ist aus gestalterischen Gründen nicht zwingend erforderlich, wenn die
Profilierung der Teilungselemente entsprechend einer Mehrflügeligkeit ausgeführt wird (z.B. gestuftes Profil zur Imitierung der Schlagleiste). Aus Gründen der besseren Nutzbarkeit sind
mehrflügelige Fenster jedoch auch heute noch vorzuziehen.
Verschiedene Möglichkeiten:
Als Sonnenschutz sollten die traditionellen Fensterläden aus Holz bevorzugt werden.
Aufgesetzte Rollladenkästen wirken sich negativ auf die Fassadengestaltung aus.
Beispiel Marktstraße 2
Hindenburgstraße 6
Türen und Tore
Die Türen und Tore wurden regionaltypisch als profilierte geschlossene Flächen ausgeführt. Üblich waren Türen mit Füllungen oder aufgedoppelten Brettern und Tore mit senkrechten oder
diagonalen aufgedoppelten Brettern.
Zur Belichtung der dahinter liegenden Räume können Teile als Glasausschnitt gestaltet werden.
Als Material sollte Holz verwendet werden.
62
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Beispiele (nicht aus Rüdenhausen) neuer Türen nach regionaltypischen Vorbildern:
Sockel
Wenn der Erdgeschossfußboden zur Straßenfläche erhöht ist, ist bei den überlieferten Gebäuden ein gestalterischer Sockel ausgebildet. Ist dies nicht der Fall, wird die Fassadenfläche bis zur
Straßenoberfläche einheitlich gestaltet.
Ein Natursteinsockel ist nicht zwingend erforderlich. Ein geputzter Sockel ist für die typische
Proportionierung der Fassadenfläche ausreichend. Die Oberkante muss auf Höhe des Erdgeschossfußbodens liegen.
Gebäudegestaltung nach ca. 1950
Ca. um das Jahr 1960 tritt im Untersuchungsgebiet ein Gestaltungsbruch ein. Angeregt durch
die zeitgemäße Architektursprache setzt man sich bei einem Teil der Gebäude über die Jahrhunderte lang gewahrten grundsätzlichen Gestaltungsziele hinweg.
Das einzelne Dach ist zwar immer noch in einheitlichem Material gehalten, jedoch sind in der
Dachlandschaft etliche Materialien vertreten. Zur Belichtung der Dachräume werden große
Dachgauben und Dachliegefenster eingesetzt. Die Dachflächen werden dadurch stärker aufgebrochen.
Die Fassadenfläche wird als auffällig zu gestaltendes Element gesehen. Verkleidungen, strukturierte Putze und Glasbausteine werden eingesetzt.
Die Fensteröffnungen werden nicht mehr aus der Fassadenansicht entwickelt, sondern aus den
dahinter liegenden Nutzungen. Sie sind unterschiedlich groß und haben auch Formate liegender
Rechtecke, um große Fensterflächen zu erreichen.
Die Fenster sind ungeteilt ausgeführt. Sie wirken durch das dunkle Erscheinungsbild der Glasflächen als Löcher in der Fassade, treten zurück. Die Türen sind individuell ausgewählt. Eine große
Ausführungsvielfalt ist vorhanden. Genormte Garagentore sind üblich.
Die Wirkung der Fassade als Freiraumbegrenzung verändert sich durch die An- und Einbauten
von der Wirkung als Fläche hin zu einer Wirkung als Skulptur.
Bei Materialien wird aufgrund der großen vorhandenen Auswahl neben der Funktionalität auch
auf die Pflegeleichtigkeit und einen möglichst geringen Wartungsaufwand geachtet.
Gleichzeitig werden jedoch bei einem anderen Teil der Gebäude die überlieferten Gestaltungsziele weiter angewendet bzw. nach individuellen Vorstellungen die überlieferten und neuen
Gestaltungsziele gemischt. Es entsteht eine große Gestaltungsvielfalt.
63
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Bewertung der gesta lte ris chen Wirkung der ba ulichen Anlagen
Hier wird bewusst eine Bewertung der Fassadengestaltung ohne Berücksichtigung der Wirkung
des Baukörpervolumens vorgenommen. Die Gestaltung des Baukörpervolumens wurde weiter
oben separat bewertet. Hierdurch können die einzelnen Gebäude differenzierter beurteilt werden.
Die Beurteilung einer Gestaltung kann niemals ganz objektiv sein. Es gibt jedoch Beurteilungsgrundsätze, die von den meisten Menschen geteilt werden.
Für den gestalterischen Eindruck eines Ortes ist entscheidend dass eine Gesamtgestaltung – eine
Ortsgestaltung - ablesbar ist. Sonst wirkt der Ort „gesichtslos“. Gestalterisch zueinander passende Gebäude werden als Gesamtbild, zu individuell gestaltete Gebäude werden als Solitäre empfunden.
Im Untersuchungsgebiet ist durch die vielen unterschiedlichen gestalterisch hochwertigen Gebäude das Gesamtbild „Gemeinschaft von Individualisten“ stark ausgeprägt.
Blick aus der Schloßstraße zum Paul-Gerhardt-Platz
Diese Wirkung kann durch die gestalterische Integration weiterer Gebäude verstärkt werden.
Ebenso kann sie durch die Ausprägung anderer gestalterischer Ziele abgeschwächt werden oder
sogar verloren gehen.
Die Gestaltung der einzelnen Gebäude wirkt sich im ersten Eindruck nicht so stark auf die Gesamterscheinung der Siedlung aus, wie ihre räumliche Struktur. Jedoch beim genaueren Betrachten werden immer kleinere Elemente wichtig. Gebäude, die gestalterisch aus dem Gesamterscheinungsbild herausfallen, fallen auf.
64
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Harmonisch gestaltete „in sich stimmige“ Gebäude werden als schön empfunden. Der Erhaltungszustand spielt dabei kaum eine Rolle. Bei Gebäuden aus einer Bauzeit mit einem ausgeprägten Baustil empfindet man z.B. in der Regel stilfremde Elemente als störend. Die einzelnen
Gebäudeelemente bilden zueinander z.B. bestimmte Proportionen oder Farbkombinationen oder
Flächeneinteilungen aus.
Im Untersuchungsgebiet gibt auch solche Gebäude, die „schön“ sind, auch wenn sie Sanierungsbedarf haben.
Beispiel Jahnstraße 6, ehemaliges Gericht
Es gibt allerdings auch Gebäude, die je nachdem was modern war „umdekoriert“, d.h. nur in Teilen erneuert wurden. Sie sind in sich nicht mehr stimmig und in der gestalterischen Wirkung
unbefriedigend.
Gebäude, die mit ihrem Umfeld eine gestalterische Einheit bilden, fallen als Einzelgebäude nicht
weiter auf. Ein gestaltungsfremdes Gebäude wirkt jedoch um so stärker. Dies gilt auch in Rüdenhausen, da die an sich unterschiedlichen Gebäude genügend Gemeinsamkeiten aufweisen.
Diese Wirkung kann im Positiven genutzt werden, um ein Gebäude bewusst hervorzuheben. Für
die damalige dörfliche Lebensgemeinschaft wichtige oder ökonomisch und sozial bedeutende
Nutzungen wurden auffälliger gestaltet. In Rüdenhausen war es aufgrund der gestalterischen
Vielfalt historisch schwer, ein Gebäude gestalterisch herauszuheben. Sondernutzungen und
zeichnen sich hier eher durch die Größe der Gebäude und Grundstücke aus.
Nach 1945 wurden die durch die Jahrhunderte gemeinsamen Gestaltungskriterien aufgegeben.
Ohne diese verbindenden Aspekte fielen einzelne Gebäude aus dem Gestaltungszusammenhang
heraus. Dies hat eine negative Wirkung auf das Ortsbild, weil die Auffälligkeit bei einfachen
Wohnnutzungen eher unbegründet wirkt, insbesondere wenn eine gestalterische Abweichung
von den historischen Vorbildern in Form von mangelnder Proportionierung und Gliederung der
Fassade auftritt.
Es ist daher für den Erhalt des Rüdenhausener Ortsbildes wichtig, dass Neu- und Umbauten regionaltypisch gebaut werden, d.h. mit ihrem Umfeld eine gestalterische Einheit bilden.
65
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Plan „überlieferte ortstypische Gestaltung“
66
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Bewertung der gestalterischen
gestalterischen Wirkung der GrünGrün - und Freiflächen
Freiflächen auf das
Orts
Ortsbild
Die innerörtliche Freiraumstruktur von Rüdenhausen wird in Form von Dorfplätzen und Gärten,
den Grünflächen um das Schloss und den Schlossfriedhof, Grünflächen und Gärten entlang des
Schirnbaches und strukturreiche Gärten und Obstwiesen in den Ortsrandlagen repräsentiert. Als
besonders markant stellt sich der weitläufige, mit alten Gehölzen bestandene Schlosspark und
Schlossfriedhof im Süden von Rüdenhausen dar; der Schlosspark ist jedoch für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.
Öffentli che Grünfläche n
Zentrale Bedeutung im gemeinschaftlichen Leben von Rüdenhausen haben die öffentlichen
Grün- und Freiflächen am Kirchplatz sowie am benachbarten Paul-Gerhardt-Platz in der Ortsmitte.
Im Ortsrandbereich ist darüber hinaus der Sportplatz mit Turnhalle im Osten von Rüdenhausen
von Bedeutung.
Öffentliche Grünstrukturen, die den Straßenraum mit Gehölzstrukturen beleben, sind am Kirchplatz, am Paul-Gerhardt-Platz, am Johann-Friedrich-Gärtlein nördlich des Schlosses sowie am
Schirnbach vorhanden. Im Wesentlichen sind die öffentlichen Platz- und Freiflächen bislang jedoch durch einen hohen Versiegelungsgrad und nur vereinzelte Begrünung gekennzeichnet.
Im Folgenden wird auf die für Rüdenhausen bedeutsamen öffentlichen Grün- und Freiflächen
im Einzelnen eingegangen:
Kirchplatz
Als zentrale Platzfläche in der Ortsmitte von Rüdenhausen kommt neben dem Paul-GerhardtPlatz dem Kirchplatz um die evangelische Pfarrkirche St. Peter und Paul eine besondere Bedeutung als öffentliche Freifläche und Treffpunkt zu. Insbesondere im nördlichen Teil ist die Aufenthaltsqualität aufgrund der dominierenden Funktion als Parkplatzfläche eingeschränkt; die
Platzflächen werden durch den hohen Versiegelungsgrad (Betonsteinpflaster) dominiert.
Die begrünten Bereiche finden sich vor allem um die Kirche sowie im Nordosten der Platzfläche,
wo sich auch ältere, prägende Baumbestände sowie der Zunftbaum von Rüdenhausen befinden.
nördl. Teil des Kirchplatzes mit Zunftbaum
67
Pflanzflächen um die Pfarrkirche
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Paul-Gerhardt-Platz
In der Ortsmitte befindet sich am Paul-Gerhardt-Haus bzw. am örtlichen Wirtshaus eine Platzfläche, die als Durchgang zum Kirchplatz sowie als örtlicher Treffpunkt genutzt wird. Bis auf eine kleinere Pflanzinsel mit Sitzbänken sowie eine Baumpflanzung wird die Platzfläche jedoch
von befestigten Flächen bis an die Gebäudekante dominiert und stellt sich als wenig attraktiv
dar. Eine Bereicherung bildet die Fassadenbegrünung am Paul-Gerhardt-Haus.
Paul-Gerhardt-Platz
Johann-Friedrich-Gärtlein
Johann-Friedrich-Gärtlein
Unmittelbar nördlich des Schlosses wurde das Johann-Friedrich-Gärtlein zu Ehren des Grafen
Johann Friedrich zu Castell-Rüdenhausen mit einem Denkmal, Sitzbänken, einer Infotafel und
einem Brunnen angelegt.
An der Schlossstraße gegenüber sind an der Schlossmauer ebenfalls ein Brunnen, eine Infotafel
und eine Sitzbank vorhanden.
Sportplatz
Eine wichtige Funktion für die Freizeit und Erholung in Rüdenhausen erfüllt der Sportplatz mit
Turnhalle, die auch als Veranstaltungshalle genutzt wird, am östlichen Ortsausgang Richtung
Abtswind.
Friedhof
Der Rüdenhäuser Friedhof liegt am nordöstlichen Ortsrand und ist durch angrenzende Streuobstwiesen, wegbegleitende Altbäume und Gärten in Richtung Osten in die Landschaft eingebunden. Seine westliche Begrenzung stellt die Marktstraße dar, die als Durchgangsstraße der B
286 stark befahren ist und durch Lärm- und Schadstoffimmissionen die Aufenthaltsqualität im
Umfeld des Friedhofs stark beeinträchtigt.
Begrünte Aufweitungen im Straßenraum
Neben den genannten öffentlichen Grünflächen erfüllen auch einzelne wenige begrünte Aufweitungen, z.T. mit Sitzmöglichkeiten, als Quartiersplätze eine wichtige Erholungsfunktion für
die Anlieger, wie z.B. an der Raiffeisenstraße oder an der Schlossstraße (s.o. Johann-Friedrich-
68
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Gärtlein). Diese sind jedoch überwiegend durch den hohen Versiegelungsgrad gekennzeichnet.
Privat angelegte Grünfläche an der Raiffeisenstraße
Brunnen und Sitzbank an der Kreuzung Schlossstraße / Marktstraße
Bäche und Gräben
Der Bachlauf des Schirnbachs hat sowohl für das Ortsbild von Rüdenhausen als auch für die
siedlungsnahe Erholung eine besondere Bedeutung. Im ortsnahen Bereich, z.T. auch im Innerort,
ist der Schirnbach von alten Baumbeständen und Gras-/ Krautfluren gesäumt, entlang des
Schirnbaches verlaufen häufig genutzte Spazierwege, die jedoch nur z.T. durchgängig gestaltet
sind.
Im Bereich von Straßenquerungen ist der Schirnbach kurzzeitig verrohrt; im Abschnitt zwischen
Schlossstraße und Hindenburgstraße wurde der ehemals in der Schlosstrasse verlaufende Bach
nach Norden in ein Betonbett verlegt und stellt sich in diesem Bereich als naturfern dar.
Als gewässerbegleitende Grünflächen kommt den privaten Gärten in der Bachaue in den Ortsrandbereichen besondere Bedeutung zu.
Schirnbach im Betonbett an der Schlossstrasse
69
Schirnbach südöstlich der Marktstraße
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Schirnbach am Schloss Rüdenhausen
Naturnaher Verlauf des Schirnbaches
mit Begleitgehölzen nordwestl. Rüdenhausen
Private Grünflächen
Neben den öffentlichen und halböffentlichen Freiraumstrukturen prägen private Grünflächen
sowohl den Innerort als auch den Ortsrand von Rüdenhausen. Am Rand des historischen Altortes, insbesondere entlang des Schirnbaches in der Ortsrandlage, ist ein hoher Anteil an Nutzgärten kennzeichnend, wohingegen die neueren Baugebiete im Westen und Osten zumeist von
Ziergärten geprägt sind.
Im Innerort sind die Gartenflächen oft hinter den Häusern angeordnet und vom Straßenraum
her nur z.T. einsehbar, daher sind vor allem die Vorgärten für den Straßenraum wertvolle Gestaltungselemente. Im Süden von Rüdenhausen stellen der private Schlosspark sowie der
Schlossfriedhof mit alten Baumbeständen wichtige Grünflächen sowohl für den südlichen Ortsbereich als auch für den Ortsrand dar.
Im Zusammenhang mit Streuobstwiesen am Ortsrand kommt den Gärten mit älterem Baumbestand eine wichtige Funktion für die Ortsrandeingrünung zu, diese sind besonders am nordöstlichen Ortsrand schön ausgeprägt. In den Bachauen erfüllen die privaten Gärten darüber hinaus
eine wichtige Funktion für die Gewässerökologie.
Bauerngärten / Nutzgärten
Der traditionelle Bauerngarten ist eine Mischung aus Nutz- und Ziergarten mit einem vielfältigen Pflanzenbestand aus ein- und mehrjährigen Blütenstauden, Gemüse- und Gewürzpflanzen,
Heilkräutern, Blütensträuchern und Obstgehölzen.
Einige Privatgärten, vor allem am Rand des historischen Altortes, weisen kleinräumig Gemüseanbau auf, der mit typischen Stauden und einjährigen Pflanzen der „klassischen Bauerngärten“
als strukturreiches Augenmerk die herkömmlichen Gartenanlagen ergänzt.
Die Bauern- und Nutzgärten sind ein unverzichtbarer Bestandteil im Ortsbild von Rüdenhausen.
Als strukturreiche Grünflächen haben sie eine wichtige Funktion für das innerörtliche Kleinklima, den Wasserhaushalt, den Artenschutz sowie die Lebensqualität im Wohnumfeld.
70
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Nutzgärten am nordöstlichen Ortsrand
Nutzgarten im Altort
Ziergärten
In Rüdenhausen sind Ziergärten vor allem im Bereich von Vorgärten und in den Gärten der
Nachkriegsbebauung und Neubaugebiete im Westen und Osten der Ortschaft anzutreffen.
Nutz- und Erholungsgärten sind zumeist auf die rückwärtigen – nicht einsehbaren – Gartenbereiche beschränkt. Die Vorgärten sind meist in PKW-Stellplätze oder Zufahrten zu Garagen, Zugänge zum Wohnhaus und Ziergärten unterteilt.
Typische Einfriedungen der Vorgärten sind Metall- oder Holzzäune mit Mauersockeln. Eine einheitliche Gestaltung oder durchgängige Materialverwendung ist jedoch nicht erkennbar.
Die einsehbaren Zier- und Vorgärten erfüllen eine wichtige Funktion zur Auflockerung der
Straßen und zur Bereicherung des Ortsbildes.
naturnaher Vorgarten am Rand des Altortes
schön gestaltete Begrünung zwischen Hauskante und Fußweg
Schlosspark und Schlossfriedhof
Von besonderer Bedeutung sind die Parkanlagen des aus dem 13. Jahrhundert stammenden
einstigen Wasserschlosses der Grafen zu Castell-Rüdenhausen, die nicht nur den Ortsrand,
sondern auch den südlichen Teil von Rüdenhausen zwischen Marktstraße und Schlossstraße
bereichern.
Die im 19. Jahrhundert neu gestaltete Parkanlage wurde später in Richtung Südwesten auf
bisherige Obstwiesen erweitert. Die alten Baumbestände im Schlosspark sind sowohl für das
Landschaftsbild als auch als Lebensräume für zahlreiche Tierarten von Bedeutung (vgl. Kap.
Tiere / Pflanzen).
71
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Entwurf des Schlossparks von 1767 (Quelle: K. GRAF ZU CASTELL-RÜDENHAUSEN, 1996)
Jenseits der Marktstraße befindet sich der ehemalige Schlossfriedhof als Familienfriedhof der
Grafen zu Castell-Rüdenhausen; daran grenzen der aufgelassene Friedhof des Krankenhauses
und Altenheims an, das sich im ehemaligen, in den 1970er Jahren abgerissenen Neuen Schloss
befand. Neben der Weiheranlage sind prägende alte Baumbestände vorhanden, die zusammen
mit dem Schlosspark den südlichen Ortsrand kennzeichnen.
Schlosspark an der Marktstraße
Schlossfriedhof mit Weiher
Obstwiesen und Obstgärten
Als alter Bestandteil der dörflichen Landschaft prägte einst ein durchgehender, ausgedehnter
Streuobstgürtel den Ortsrand von Rüdenhausen (s. o. Historische Kulturlandschaft). Heute ist
dieser noch in Teilbereichen um die Ortslage anzutreffen, insbesondere am nordöstlichen und
72
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
westlichen Rand des Altortes sowie im Bereich der Gärten in der Schirnbachaue sind noch größere Streuobstbestände vorhanden.
Die Sorte „Rüdenhäuser Prinzenapfel“, eine lokale Variante des Winter-Prinzenapfels, ist nur an
wenigen Orten noch vorhanden: so ist diese im Obstlehrgarten Triesdorf erhalten und dokumentiert.
Die extensiv genutzten Streuobstwiesen sind als wertvolle Lebensräume für die Tier- und Pflanzenwelt wie auch für das Ortsbild im Orts- und Ortsrandbereich von besonderer Bedeutung.
Obstwiese am westlichen Rand des Altortes am Schirnbach
Gärten mit alten Obstbäumen am nordöstlichen Ortsrand
Sonstige Begrünung im Straßenraum
Fassadenbegrünung ist in Rüdenhausen bei einigen Häusern insbesondere im Altort anzutreffen,
darüber hinaus wurden auch einige Mauern und Zäune begrünt. Sofern diese zur Straße hin
ausgerichtet sind, tragen sie in besonderem Maße zur Begrünung und Bereicherung des Straßenraums bei.
Fassadenbegrünung im Altort
73
Begrünte Toranlage mit Holzzaun im Altort
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Plan „Grünflächen“
74
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Straßen, Wege und Plätze
öffentlicher Straßenraum
Die Straßenräume stehen bezüglich ihrer Wirkung in enger Verbindung mit freiräumlichen Ausprägungen. Ihre Gestaltung ist für das Ortsbild von besonderer Bedeutung.
Die Verkehrsflächen in Rüdenhausen weisen im Regelfall einen Asphaltbelag auf. Die versiegelte
Fläche reicht meist bis an die Gebäudekante. Die Gehwege sind in der Regel durch Betonrandsteine oder Pflasterrinnen abgegrenzt und teilweise zu schmal für Fußgänger. Die Hauptstraßen
(Marktstraße, Hindenburgstraße, Jahnstraße, Raiffeisenstraße) sind überwiegend im Trennungsprinzip gestaltet, im Bereich der Nebenstraßen und der stark befahrenen Hindenburgstraße zwischen Kreuzung Marktstraße und Bachstraße finden sich jedoch keine abgetrennten Gehwege.
In Teilbereichen sind Pflasterbeläge – wie am Kirchplatz und Paul-Gerhardt-Platz –, wassergebundene Wegedecken – wie Teile der Gartenstraße und der Lerchenstraße sowie in der Ortsrandlage – oder Grünwege – wie im Nordosten und Nordwesten von Rüdenhausen im Übergang
zur Landschaft – vor.
Pflasterflächen um die Kirche
Schotterweg mit angrenzenden Gärten im Nordwesten von Rüdenhausen
private Hofflächen
Die privaten Hofflächen sind ihrer Nutzung als Verkehrsfläche entsprechend überwiegend vollflächig mit Asphalt-, Beton- oder Betonsteinpflasterbelägen befestigt, einige Höfe sind jedoch
auch mit Natursteinpflaster oder Schotterbelägen gestaltet.
Hofeinfahrt mit Natursteinpflaster im Altort
75
Hof mit Schotter- und Natursteinpflasterbelägen im Altort
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Die Hofflächen sind oftmals, vor allem im Altort entlang der Hauptstraße, durch nicht einsehbare Tore abgeschlossen. Typische Hoftore sind Holz- oder Metalltore, die von Sandsteinpfosten
eingefasst sind. Einige der alten Toranlagen sind denkmalgeschützt (vgl. Teil I Denkmalschutz).
Hoftor mit Sandsteinpfosten
76
Hoftor am Schloss
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Plan „Beläge“
77
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Plan „ Freiraumtypen“
78
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Plan „Ortsbild“
79
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Potentiale und Mängel
Zur besseren Übersichtlichkeit werden nachfolgend die ermittelten Potentiale und Mängel tabellarisch zusammengefasst und die lokalisierbaren davon in Plänen dargestellt.
Potentiale
Lage in der Region
-
-
Naherholungs- und Feriengebiete nahe bei
Naturpark Steigerwald in ca. 3 km
Main in ca. 7 km
direkter Anschluss an die Autobahn BAB 3
Bevölkerung
-
nahezu konstant
rege Dorfgemeinschaft
hohe Wohnortbindung
großes örtliches Geschichtsbewusstsein
Infrast ruktur
-
gute Angebote des Gemeinbedarfs
sehr gute ärztliche Versorgung
mehrere Gaststätten
Wirts chaft
-
gute Nutzungsmischung zwischen Wohnen, Kleingewerbe und Landwirtschaft im Altort
seit 2004 kontinuierliche Erhöhung der Zahl der Arbeitsplätze
Touristische Alleinstellungsmerkmale „Taufengel“ und Wasserschloß
noch nicht genutztes touristisches Alleinstellungsmerkmal Brauerei mit Brauereigaststätte
Ortsb ild
-
überliefertes regionaltypisches Wohnhaus in umfangreicher Variationsvielfalt
auf dem Urkataster ablesbare grundsätzliche Siedlungsstruktur des Altorts mit Platz aus
dem 19. Jh. bis heute erhalten
Parzellenaufteilung, Plätze und Straßen sowie die Stellung der Gebäude auf dem Grundstück bewahrt
kleinteiligen und abwechslungsreichen, aber doch traditionellen Charakter
viele unterschiedliche räumliche Qualitäten
Vielzahl an überlieferten Gebäuden zum Teil von hoher gestalterischer Qualität
für die Ortsgeschichte wichtigen Zeugnisse erhalten
Schloss und der Meierhof, die Kirche, das ehemalige Gericht und das ehemalige Rathaus
bauliche Anlagen
-
80
Wohngrundstücke mit sehr guter räumlicher Qualität mit vielen qualitativ unterschiedlichen Freiflächenbereichen
wenig baulicher Sanierungsbedarf
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Frei flächen
-
-
-
Zahlreiche ortsbildprägende Gärten mit altem Obst- und Laubbaumbestand vor allem am
Rand des Altortes sowie in der Schirnbachaue,
Gestaltungsspielraum im öffentlichen Straßenraum durch z.T. großzügig dimensionierte
Straßenquerschnitte – Bereiche, in denen die Fahrbahn zugunsten des Aufenthalts von
Fußgängern reduziert werden kann – insbesondere im Zusammenhang mit der geplanten
Ortsumgehung realisierbar
Historische Schlossanlage mit ortsbildprägenden Freiflächen (Schlosspark, Schlossfriedhof)
ortsbildprägende, historisch bedeutsame Toranlagen
Gewässerläufe von Schirnbach und Schloßbach als wertvolle Lebensräume, Erholungsräume und Vernetzungsstrukturen mit Entwicklungspotenzial
Freiflächen in der Bachaue (Wiesen, Gärten, öffentliche Grünflächen, Gehölzbestände) - für
die Erholung und Gewässerökologie bedeutsam
Wichtige Platz- und Grünflächen (Kirchplatz, Paul-Gerhardt-Platz, Johann-FriedrichGärtlein, Sportplatz, Friedhof) mit Bedeutung als innerörtliche Grünflächen / Aufenthaltsbereiche / Treffpunkte
Teilweise noch erhaltener Grüngürtel mit Streuobstbeständen um die Ortslage
Natur und Landschaf t
-
81
Wichtige Wegeverbindungen vom Ort in die Landschaft und als Wegeverbundsystem
Ortseingang im Norden mit Entwicklungspotenzial – insbesondere im Zuge der Ortsumgehung
gute Ortsrandeingrünung in Teilbereichen im Nordosten, Westen und Süden
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Plan „Potentiale“
82
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Mängel
Lage in der Region
-
relativ weite Entfernung zum Oberzentrum und mittlere Entfernung zum Unterzentrum
Bevölkerung
-
bildungs- und berufsbedingte Abwanderung während der Familiengründungsphase
deutliche Tendenz zur Überalterung
Infrast ruktur
-
nicht kirchlich gebundener Raum, der keine festgelegte öffentliche Funktion erfüllt, fehlt
kaum Angebote für nicht mehr mobile Senioren
mangelhafte Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs
Nutzungskonfl ikte
-
Verkehrslärmemissionen der Hauptstraßen
Geruchsemissionen der Tierhaltung in der Ortslage
Verkehr
-
Buslinien als Grundversorgung ausreichend aber für eine flexible Nutzung nicht geeignet
Haltestellen unfunktional im Ort verteilt
Gehwege oft zu schmal, bzw. streckenweise unterbrochen
Ortsb ild
-
Einzelne Gebäude mit ortsuntypischer Kubatur und / oder Stellung auf dem Grundstück
Einzelne Gebäude mit aufwändig zu behebenden Gestaltungsmängeln
bauliche Anlagen
-
hoher energetischer Sanierungsbedarf
8 % aller Gebäude, davon 5 % Wohngebäude von Leerstand betroffen
20 % Wohngebäude mit Bewohnern über 65 Jahren verschlechtern mittelfristig die Lage
Frei flächen
-
-
-
hoher Versiegelungsgrad im Altort
geringes Maß an Begrünung im öffentlichen Straßenraum (Marktstraße, Hindenburgstraße,
Jahnstraße, Raiffeisenstraße, Schlossstraße, Bachgasse, Paul-Gerhardt-Platz, Schirnbachstraße, Gartenstraße, Lerchenstraße)
einheitliche Gestaltung der Straßen und Wege (monoton wirkende Beläge), überwiegende
Asphaltierung
Begradigung, Ufer- und Sohlverbau des Schirnbaches im Ortsbereich; im Bereich der Straßenquerung Verrohrung
fehlende Aufenthaltsqualität der öffentlichen Platz- und Grünflächen (v.a. Kirchplatz /
Paul-Gerhardt-Platz /Kreuzung Markt-, Hindenburgstraße / Kreuzung Markt-, Schlossstraße / Platzflächen um die Turnhalle / Containerstellplatz an der Gartenstraße)
Ortseingänge kaum wahrnehmbar bzw. ungestaltet
Natur und Landschaf t
-
83
fehlende durchgehende Wegeverbindungen am Ortsrand zwischen den Wegen
fehlende durchgehende Wegeverbindungen entlang der Gewässer (Schirnbach im Südosten
von Rüdenhausen, Schoßbach)
fehlende Ortsrandeingrünung im Norden
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Plan „Mängel“
84
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
TEIL III: INTEGRIERTE
INTEGRIERTE PLANFASSUNG
Leitlinien und Entwicklungsziele
Leitlinie
„Gelebte Gemeinschaft mit Tradition“
Tradition“
Weiterentwicklung der vorhandenen Lebensortqualitäten, zum Halten der ortsansässigen Bevölkerung und zum Gewinnen weiterer am Dorfleben Interessierter, durch Erhalt und Ausbau folgender spezifisch dörflicher Qualitäten in Rüdenhausen:
-
Gelebte Geschichte im historischen Ortsbild,
-
Neu konzeptionierter Verkehr,
-
Attraktive Naherholung;
-
Aktive Dorfgemeinschaft.
Entwicklungsziele
Gelebte Geschichte im historis chen Ortsbi ld
Ziel: Erhalt, Sanierung und sensible Ergänzung der kulturhistorisch bedeutenden Bausubstanz
Ziel: Sicherung der bis in die Gegenwart erhaltenen Qualitäten der historischen Ortsstruktur
Ziel: Anpassung der gestalterischen Qualitäten des öffentlichen Raums an das wertvolle historische Umfeld
Ziel: Bewusst machen der Ortsgeschichte
Neu konzeptionierter V erkehr
Ziel: Auslagerung des Durchgangsverkehrs
Ziel: Erhöhung der Aufenthaltsqualitäten und Nutzflächen im öffentlichen Raum
Ziel: Neuorganisation des ÖPNV
Ziel: Neuorganisation des ruhenden Verkehrs
Attrakt ive Naherholung
Ziel: Erlebbar machen des Wassers im Ort
Ziel: Ausbau der Naherholungsmöglichkeiten in der umgebenden Landschaft
Ziel: Aufwertung der gestalterischen und naturräumlichen Qualität der Landschaft
Aktive Do rfgemeinschaf t
Ziel: Weiterentwicklung der Dorfgemeinschaftsnutzungen durch Verbesserung der räumlichen
Möglichkeiten
Ziel: Erhöhung der Angebote für nicht mobile Mitbewohner
85
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Hinweise aus dem Vitalitätscheck
Vitalitätsch eck zur Umsetzung der Entwicklungsziele
Fachl iche und räumli ch e Planungshinweise
Übergeordnete Hinweise
Das hohe Angebot außerhalb des Altorts stelle eine starke Konkurrenz zum Altort dar. Eine
weitere Angebotserhöhung außerhalb des Ortskerns (Reserveflächen FNP) würde die Situation
noch deutlich verschlechtern.
Die momentan mäßige Nachfrage erhöht sich voraussichtlich, wenn die Umgehungsstraße realisiert ist.
Gebietsbezogene Hinweise
Eine insgesamt substanzerhaltende Weiterentwicklung des Ortskerns, auch durch Umnutzung
landwirtschaftlich nicht mehr genutzter Nebengebäude erhält die hohe Qualität des Ortsbildes.
Eine Aufwertung der wohnbegleitenden Faktoren kann die Attraktivität des Wohnangebots
erhöhen:
qualitative Aufwertung des Wohnumfelds durch Umgestaltung und Neuanlage von öffentlichen
Flächen (harte Standortfaktoren),
Unterstützung der Aktivitäten der Dorfgemeinschaft (weiche Standortfaktoren).
Hinweise für Inst rumente und Strateg ien zur Umsetzung
Hinweise zum Einsatz von Instrumenten im Rahmen der Dorferneuerung
Der zielorientierte Instrumenteneinsatz der Dorferneuerung ist aus folgenden Gründen zu
befürworten:
Von Seiten der politischen Gemeinde ist eine Bereitschaft zur Innenentwicklung vorhanden;
Das im Ort vorhandene sehr große Interesse an der Innenentwicklung kann durch die Dorferneuerung weiter gefördert werden.
Zur Aufwertung des Wohnumfeldes im Altort – harte Standortfaktoren - sind investive
Maßnahmen (z.B. Freiflächengestaltung Kirchplatz) dringend erforderlich. Der Handlungsbedarf
ist aufgrund der bisherigen verkehrlichen Überlastung der Freiflächen besonders groß.
Zur Unterstützung der Dorfgemeinschaft – weiche Standortfaktoren - erscheinen investive
Maßnahmen (z.B. Präsentationsräume der sehr gut dokumentierten, interessanten
Ortsgeschichte) sinnvoll.
Zur Erhaltung der privaten Objekte ist eine Förderung im Rahmen der Dorferneuerung hilfreich.
Das Beratungsangebot für private Interessenten sollte ausgebaut werden.
Hinweise zu sonstigen Strategien und Maßnahmen
Die momentan mäßige Nachfrage kann vor allem im Altort durch unterstützende Marketingstrategien und baurechtliche Beratung für die jeweiligen Interessenten durch die Gemeinde
besser genutzt werden.
Die schlechte Verfügbarkeit der Immobilien im Altort kann durch Gespräche und Beratungen
mit den Eigentümern möglicherweise verbessert werden.
86
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Integriertes raumbezogenes Strukturkonzept
Teilkonzept Nutzung und Funktion
Zweck des Nutzungskonzeptes ist die Sicherung und die Weiterentwicklung der bestehenden
und für den Ort Rüdenhausen spezifischen Nutzungen und ihrer Mischung sowie der Grünstrukturen. Dadurch soll das funktionelle Gefüge des Orts und seine durch diese Vielfalt entstehende Vitalität gesichert und gestärkt werden.
Bebaute Flächen
Im gesamten Ort Rüdenhausen sollen das Wohnen in einem dörflichen und qualitativ hochwertigen Umfeld sowie einerseits die landwirtschaftliche Nutzung und andererseits die kleingewerbliche Nutzung die den Charakter und die Wirtschaftsstruktur des Ortes entscheidend prägt,
erhalten und gestärkt werden.
Besonderes Augenmerk soll dabei auf die Nutzungen zur Versorgung der örtlichen Bevölkerung
gelegt werden. Der Erhalt der vorhandenen Nutzungen ist für die zukünftige Lebensqualität von
großer Bedeutung.
Die vorhandene erhaltenswerte Struktur des Altorts ist für die Ansiedlung von größeren Gewerbebetrieben nicht geeignet. Ansiedlungsmöglichkeiten für größere gewerbliche Betriebe werden
in den nördlich und südlich liegenden Gewerbegebieten ausreichend zur Verfügung gestellt.
Weitere geeignete zusätzliche gewerbliche Entwicklungen können im Dienstleistungsbereich
entstehen. Hierbei sollte auch die touristische Entwicklung weiter verfolgt werden. Vor allem
eine Qualitätssteigerung wird in der Region angestrebt. In Rüdenhausen könnte der Anteil der
Privatzimmer noch ausgebaut werden.
Für leer stehende Gebäude soll eine neue Nutzung gefunden werden.
Der größte Teil des Untersuchungsbietes ist nach Baunutzungsverordnung nur schwer generalisierend einzustufen, da wir gleichzeitig Nutzungen, die für ein Dorfgebiet spezifisch und Nutzungen, die für ein Mischgebiet spezifisch sind, vorfinden. Um die verschiedenen Nutzungszonen innerhalb des Untersuchungsgebiets detaillierter zu bearbeiten und die Flexibilität des
Rahmenplans zu unterstützen, werden im Nutzungskonzept über die Kategorien der Baunutzungsverordnung hinausgehende Entwicklungsrahmen abgesteckt. Dies ermöglicht eine individuellere und für den Ort Rüdenhausen spezifischere Definition der Nutzungsziele.
Die gewählten Nutzungskategorien lassen sich wie folgt differenzieren und erläutern:
Quartier „traditionelles Dorf“
Die Besonderheit des Quartiers „traditionelles Dorf“ besteht in dessen gleichwertig gemischter
Nutzung aus Wohnen und Landwirtschaft.
Für eine zukünftige Weiterentwicklung kann bei einem weiter fortschreitendem Agrarstrukturwandel die Nutzung Wohnen erweitert werden. Die noch bestehenden landwirtschaftlichen
Nutzungen sollten gesichert werden. Bestehende Emissionskonflikte sollen dabei sensibel behandelt und gegebenenfalls mit Mitteln des Planungsrechts (eingeschränktes Dorfgebiet) gelöst
werden.
Folgende Nutzungen sind insbesondere erwünscht:
87
-
Wohnen, private Tierhaltung,
-
Landwirtschaft, umfeldverträgliche gewerbliche Tierhaltung,
-
Einzelhandel, Dienstleistung und Kleingewerbe,
-
Gastronomie und Beherbergungsgewerbe,
-
Nutzungen für soziale und gesundheitliche Zwecke.
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Quartier „gewandeltes Dorf“
Die Besonderheit des Quartiers „gewandeltes Dorf“ besteht darin, dass hier durch den Agrarstrukturwandel die landwirtschaftliche Nutzung bereits verschwunden und teilweise durch Gewerbliche Nutzung ersetzt worden ist. Es entstanden primär durch die Nutzung Wohnen geprägte Quartiere, die mit vielfältigen privaten Freiflächen und Raumangeboten die Chancen für
neue Nutzungen bieten.
Für eine zukünftige Weiterentwicklung sollen die erwünschten Nutzungen unterstützt werden.
Die bestehenden handwerklichen und sonstigen kleingewerblichen Nutzungen sollten gesichert
werden. Bestehende Emissionskonflikte sollen dabei sensibel behandelt und gegebenenfalls mit
Mitteln des Bauordnungsrechts (anlagenunspezifische Nutzung) gelöst werden.
Folgende Nutzungen sind insbesondere erwünscht:
-
Wohnen, private Tierhaltung,
-
Einzelhandel, Dienstleistung und Kleingewerbe,
-
Gastronomie und Beherbergungsgewerbe,
-
Nutzungen für soziale und gesundheitliche Zwecke,
-
Landwirtschaft ohne gewerbliche Tierhaltung.
Quartier „Wohngebiet“
Geringe Teile des Altorts und die Neubausiedlung entsprechen Wohngebieten der Baunutzungsverordnung. Dieser Quartierstyp ist gekennzeichnet durch freistehende Wohnhäuser mit umgebenden Grünflächen und wenigen wohnergänzenden Nutzungen. In Rüdenhausen sind auch
nicht störende gewerbliche Nutzungen anzutreffen.
Das Wohnen soll hier auch vorwiegend entwickelt werden.
Folgende Nutzungen sind insbesondere erwünscht:
-
Wohnen in größeren privaten Grünflächen,
-
Nutzungen für kirchliche, soziale und gesundheitliche Zwecke,
-
ausnahmsweise nicht störendes Gewerbe.
Gemeinbedarf
Kirchliche, soziale und kulturelle Einrichtungen in Rüdenhausen sollen weitestgehend an ihren
jetzigen Standorten erhalten werden, um weiterhin zur Belebung und Aufwertung des Altorts
beitragen zu können. Nutzungen des Gemeinbedarfs, die an bestimmten Standorten bleiben
sollen und / oder deren Bestand langfristig gesichert ist, werden im Nutzungskonzept als kirchliche, soziale und kulturelle Einrichtungen ausgewiesen.
Weitere Nutzungen des Gemeinbedarfs, die öffentlich zugänglich sind, sind im gesamten Untersuchungsgebiet ohne Festlegung auf einen speziellen Standort denkbar. Für diese wurde daher
keine eigene Nutzungskategorie ausgewiesen.
Folgende Infrastruktureinrichtungen sind als Ergänzung des Bestands geplant:
-
Dorfgemeinschaftsraum;
-
„Festplatzscheune“;
-
Ausstellungsraum „Aich“.
Frei flächen
siehe Freiraumentwicklungskonzept
88
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Verkehrsflä chen
Ortsumgehung
Es wird davon ausgegangen, dass die planfestgestellte Ortsumgehungsstraße realisiert wird. Das
Verkehrskonzept für die Dorferneuerung ist für einen Ort ohne Durchgangsverkehr entwickelt.
Ebenso werden alle innerörtlichen Straßen wie Gemeindestraßen behandelt.
Zur Optimierung der Ortsumgehung wird im Nordwesten eine außerörtliche Verbindungsstraße
zwischen der Raiffeisenstraße und der Marktstraße vorgeschlagen. Diese zusätzliche Verbindung
würde eine deutliche Entlastung der unübersichtlichen innerörtlichen Kreuzung bringen und
auch den nördlichen Teil von Rüdenhausen vom Durchgangsverkehr entlasten.
innerörtliches Straßennetz
Entlang der heutigen Durchgangsstraßen sollen zukünftig die Ansprüche der Anwohner, Fußgänger und auch des ruhenden Verkehrs stärker berücksichtigt werden.
Alle innerörtlichen Straßen werden daher im Mischsystem gestaltet, d. h. für alle Verkehrsteilnehmer gleichwertig. Wo dies noch nicht der Fall ist, soll das Mischsystem bei einer Neugestaltung eingeführt werden, da dies zur Verkehrssicherheit und Aufenthaltsqualität für wenig befahrene Straßen beiträgt. Wo die Straßenquerschnitte dies zulassen, sollen fahrbahnbegleitende
Parkplätze und Grünflächen angelegt werden.
Eine Besonderheit stellt die Bachstraße dar. Diese soll aufgrund ihrer besonderen Aufenthaltsqualität mit dem Bach als Spielstraße eingerichtet werden.
Parken
Zur Entlastung des derzeit primär als Parkplatz genutzten Kirchplatzes sollen mehrere Parkplätze in Ortsrandlage geschaffen werden.
Einer davon befindet sich direkt an der Sporthalle, in der die meisten Veranstaltungen statt finden. Dadurch können die angrenzenden Straßen ebenfalls entlastet werden.
In den Straßenräumen soll das Parken zukünftig ebenfalls geregelt werden.
Fußgängerbereiche
Der Fußgängerbereich um die Kirche soll auch zukünftig den Fußgängern vorbehalten werden.
Ein neuer Fußgängerbereich ist dagegen in der Schloßstraße vorgesehen. Hier soll dem Bach
mehr Fläche zugestanden werden. Gleichzeitig soll der Fahrzeugschleichverkehr zwischen Hindenburgstraße und Marktstraße unterbunden werden. Hier kann im Zusammenhang mit dem
Johann-Friedrich-Gärtlein ein sehr hochwertiger Treffpunkt für die Dorfgemeinschaft entstehen.
Fußwegenetz
Zur Erweiterung der vorhandenen Fußwegeverbindungen ist der neue außerörtliche Rundwanderweg „Mühlenweg“ geplant.
Busverkehr
Die derzeit dezentral verteilten Bushaltestellen sollen zentral am Kirchplatz zusammen gefasst
werden. Dies würde eine einfachere Orientierung und ein besseres Umsteigen ermöglichen. Zudem könnten unterschiedlich alte Geschwister wieder gemeinsam zur Schule gehen.
Um die Benachteiligung der nicht motorisierten Bewohner auszugleichen, wird eine Verbesserung des Angebots des öffentlichen Busverkehrs gewünscht.
89
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Plan „Konzept Nutzung und Funktion“
90
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Teilkonzept bauliche Entwicklung
Zweck des Konzeptes bauliche Entwicklung ist der Erhalt und die Weiterentwicklung der besonderen Eigenschaften des baulichen Anteils des historisch geprägten Ortsbildes sowie die qualitative als auch quantitative Weiterentwicklung des Wohnungsangebots, um langfristig die Bevölkerungszahlen im Altort zu erhöhen.
Erhalt der Qual itäten d er Bauli chen Struk tur u nd Gestaltung
Im Altort von Rüdenhausen soll vor allem die bestehende, das historische Ortsbild positiv prägende Bausubstanz erhalten und instand gesetzt werden, da sie das „Kapital“ des Ortsbilds darstellt. Hierzu zählen die Denkmäler, die Gebäude mit beispielgebender Gestaltung und die Vielzahl an ortstypischen Gebäuden.
Diese Gebäude können Vorbildfunktionen für weitere bauliche Ziele im Altort übernehmen. Für
das historische Ortsbild von Rüdenhausen entscheidende Gestaltungsprinzipien wurden mit Rüdenhausener Bürgern erarbeitet und werden zukünftig Leitlinien für die Gestaltung neuer und
bestehender Gebäude bilden.
Rüdenhausen zeichnet sich durch eine sehr große Gestaltungsvielfalt der kulturhistorisch bedeutenden und überlieferten Gebäude aus. Dadurch entsteht ein vielfältiges Ortsbild, aber auch
viel Spielraum für in den Ort passende Neubauten. Verbindendes Element sind dabei die regionaltypischen Hofstrukturen, die die entscheidende baulich-räumliche Qualität sichern und weiter angewandt werden sollten.
Um einen Anreiz für Erhalt und Instandsetzung geben zu können sollen Möglichkeiten zur Förderung genutzt werden. Zur finanziellen Unterstützung von privaten Sanierungen durch den
Markt Rüdenhausen kann das Dorferneuerungsprogramms beitragen.
Behebung der Mängel der Bauli chen Struk tur u nd Gestaltung
Das historische Ortsbild des Altorts von Rüdenhausen beeinträchtigende Gebäude sollen sobald
sich eine Möglichkeit ergibt und dies zumutbar ist durch ortstypische oder neutrale Gebäude
ersetzt oder in ihrer Kubatur und / oder Gestaltung angepasst werden.
Weiterentwick lung der Baulichen Struktu r
Bedarf zur Weiterentwicklung der bestehenden baulichen Struktur besteht im Altort von Rüdenhausen nur jeweils punktuell. Die vorhandene Struktur lässt eine zukunftsfähige Entwicklung unter Beibehaltung der überlieferten Qualitäten zu.
91
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Plan „Bauliches Konzept“
92
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Teilkonzept Freiflächenentwicklung
Ziel des Freiraumentwicklungskonzeptes ist die Erhaltung und Entwicklung der besonderen,
ortstypischen Eigenschaften der öffentlichen und privaten Freiräume – sowohl des historisch
geprägten Ortsbildes, der öffentlichen und privaten Freiräume im Ort als auch des prägenden
Ortsrandbereiches. Langfristig soll so die Lebens- und Aufenthaltsqualität im Ort und in seinem
Umfeld erhöht und die Attraktivität von Rüdenhausen für die Erholung und den Tourismus gesteigert werden.
Schi rnbach und Ba chaue
Als wertvoller Erholungs- und Erlebnisraum ist der Schirnbach im Ortsbereich von Rüdenhausen
von besonderer Bedeutung. Das Gewässer und seine Aue sind aufgrund der Begradigung und
Verbauung in Teilabschnitten im Ortsbereich jedoch nur eingeschränkt erlebbar.
Im Zusammenhang mit der Neugestaltung von Straßen- und Platzbereichen im Gewässerverlauf
(s.u.) ist eine Aufwertung und naturnahe Gestaltung des Bachlaufes - wo möglich – vorgesehen.
Das Thema Wasser im Ort soll durch die Wiederanlage einiger der ehemals zahlreichen Brunnen
im Altort zusätzlich verdeutlicht werden.
Neugestaltung zentrale r Straßenräume und Platzflä chen im Altort
Im zentralen Ortsbereich mit Kirchplatz und Paul-Gerhardt-Platz sind bereits Aufenthaltsbereiche mit kleineren Pflanzflächen und z.T. auch Sitzmöglichkeiten vorhanden. Diese stellen wichtige Elemente des Dorfbildes und wertvolle Treffpunkte und Aufenthaltsräume für das Dorfleben dar; sie sind derzeit jedoch überwiegend von ungegliederten Betonpflasterbelägen dominiert, die nur eine geringe Aufenthaltsqualität aufweisen.
Darüber hinaus sollen entlang der zentralen Straßenzüge im Ort (Marktstraße, Hindenburgstraße, Jahnstraße, Raiffeisenstraße, Bachstraße, Schlossstrasse und Schirnbachstraße die durchgehend asphaltierten Straßen- und Gehwegflächen punktuell entsiegelt und mit Begrünungsmaßnahmen aufgewertet werden.
Ziel ist hier die Erhöhung der Aufenthaltsqualität, die Verringerung des Versiegelungsgrades
und die Neugestaltung der Grünflächen.
Neben der optischen Aufwertung trägt die Erhöhung des Grünflächenanteils zur Erhöhung der
Versickerungsrate des Niederschlagswassers, zur Entlastung der örtlichen Kanalisation und in
der Summe zur Verringerung nachteiliger Auswirkungen auf das Ökosystem bei.
Gestaltung des nördl ich en Ortseingangs
Der nördliche Orteingang stellt sich aufgrund der vorgelagerten Tankstellen bzw. des Autohofs
als kaum wahrnehmbar und wenig attraktiv dar.
In diesem Bereich ist eine Wiederherstellung des historischen Grüngürtels um die Ortschaft mit
der Neuanlage von Obstwiesen und damit eine verbesserte Ortsrandeingrünung vorgesehen.
Ortsb ildp rägende Gärten, Streuobs twiesen und Baumbestände
Rüdenhausen zeichnet sich durch zahlreiche ortsbildprägende Gärten vor allem am Rand des
historischen Altortes mit älteren, wertvolle Baumbeständen sowie Reste der ehemals ausgedehnte Streuobstwiesen in der Ortsrandlage aus. Der Erhaltung dieses historisch, landschaftlich,
klimatisch und für die Erholung sowie die Tier- und Pflanzenwelt bedeutsamen Grüngürtels
93
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
kommt ebenso wie der Erhaltung der Gärten und Freiflächen in der Bachaue als Pufferstreifen
für den Schirnbach besondere Bedeutung zu. In diesem Zusammenhang stellt auch die Aktion
Prinzenapfel im Rahmen der Gartenschau 2011 mit der Wiederanpflanzung der lokalen Apfelsorte „Rüdenhäuser Prinzenapfel“ einen wichtigen Beitrag dar.
Zur Gestaltung der privaten Hofflächen und Vorgärten, die von außen einsehbar sind und das
Ortsbild prägen, werden Hinweise formuliert. Dies schließt die Erhaltung traditioneller ortstypischer Gestaltungsformen wie die historischen Toranlagen ebenso mit ein wie die Erneuerung
und attraktive Gestaltung versiegelter Oberflächen und die Begrünung der Höfe und Fassaden
sowie die Erhaltung der prägenden Nutz- und Bauerngärten in der Ortslage.
Schlo ssumfeld
Von besonderer Bedeutung für Rüdenhausen ist das historische Schloss mit seinem Schlosspark
und dem Schlossfriedhof, die den Ortsrand und das Ortsbild im Süden der Ortschaft prägen.
Diese landschaftliche Qualität mit historischen Bezügen soll in ihrer Qualität gesichert und eine
Bebauung in dem vom Schloss geprägten Landschaftsraum vermieden werden.
Für den Schlosspark ist die Erstellung eines Parkpflegewerks mit Aufarbeitung der Anlagengenese wünschenswert.
94
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Plan „Freiraumentwicklungskonzept“
95
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Plan „integriertes Strukturkonzept“
96
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Rüdenhausen
Rüdenhausen blüht auf - vorgezogene
vorgezogene Maßnahme
Nachdem im Rahmen des integrierten ländlichen Entwicklungskonzeptes „Dorfschätze“ in den
Arbeitskreisen zahlreiche Ideen entwickelt wurden, werden diese Vorschläge im Rahmen der
Dorferneuerung und der anstehenden Gartenschau 2011 in Kitzingen umgesetzt.
Die „Dorfschätze“ schließen sich an die kleine Gartenschau in Kitzingen an. Im Moment wird
überlegt und geplant wie sich die einzelnen Gemeinden präsentieren können, geplant ist die
Vertretung der einzelnen Ortschaften in einem Landkreispavillon auf dem Gartenschaugelände
sowie Aktionswochen in den Ortschaften.
Rüdenhausen wird sich unter dem Motto "Tore auf - Rüdenhausen blüht auf" präsentieren.
Hierzu fanden bereits die ersten Treffen unter Beteiligung zahlreicher Bürger im Rathaus statt.
Bereits im November 2008 wurden erste Pflanzaktionen auf öffentlichen Flächen der Gemeinde
durchgeführt.
Mit Ortsrundgängen wurden die Sehenswürdigkeiten bzw. Schätze gesichtet und gezielt aufgenommen um ein Konzept zu erstellen. Dabei geht es darum verborgene Schätze wie erhaltenswerte alte Toreingänge, Fenster und Zäune aufzuwerten, aber auch grundsätzlich sich mit einem freundlichen Erscheinungsbild der Häuserfassaden den Besuchern zu präsentieren, z.B. indem man wieder Haus- und Hofeingang erblühen lässt. Das Leben in Rüdenhausen soll sich
nicht von der Straße drängen lassen, sondern es soll wieder Leben auf die Straße bzw. die Gehwege kommen!
Im Arbeitskreis Natur und Landschaft im Rahmen der Vorbereitungsphase der Dorferneuerung
wurde diese Aktion weiter konkretisiert und folgende Schwerpunkte gesetzt:
-
private Maßnahmen zur Bereicherung des öffentlichen Straßenraums, wie z.B. die Begrünung von Hausfassaden und die vermehrte Anlage kleiner Grünflächen zwischen Haus und
Straßenkante (s.u. private Freiräume und Platzflächen),
-
Aktionswoche während der Gartenschau mit Veranstaltungen und Aktionen im Ort,
-
Blaue Ortseingänge im Vorfeld und während der Gartenschau zur Bepflanzung öffentlicher
Grünflächen in den Ortseingangsbereichen mit Phacelia,
-
Aktion Prinzenapfel zur Veredlung, zur Vermehrung und zum Wiederanbau des Rüdenhäuser Prinzenapfels nach dem Vorbild der historischen Obstanlagen in Verbindung mit kulinarischen Spezialitäten,
-
Aktion 789 Sonnenblumen: In 789 Weinkisten werden anlässlich der Gründungsfeier der
Ortschaft Sonnenblumen im ganzen Ort aufgestellt und lassen den Ort schon vor den offiziellen Dorferneuerungsmaßnahmen erblühen.
Diese Maßnahmen werden als eigene vorgezogene Umsetzungsmaßnahme beantragt und gefördert.
Vorschlag für Entsiegelung und Anlage
eines Staudenbeetes mit Obstspalier
97
Bepflanzungsvorschlag mit blühenden Sträuchern
(z.B. Hortensien)
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Plan „Vorgezogene Maßnahmen“
98
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Maßnahmen
wichtigste Maßnahme
1 Ki rchp latz
Beschreibung:
-
Ortsbildgerechte, hochwertige Neugestaltung der Oberflächen bis hin zur Kirche
Erhöhung der Aufenthaltsqualität als innerörtlicher Treffpunkt u.a. durch die Einrichtung
eines Pavillons, der auch als Buswartehäuschen dient
Anlage von Grünflächen mit Bäumen
Sanierung der Brunnenstuben, Wasserlauf und Einrichtung eines Brunnens in der „Aich“
Erhalt einiger Parkmöglichkeiten
Einrichtung der zentralen Bushaltestelle als Haltebucht
Erneuerung der Beleuchtung mit ortsbildgerechten Mastleuchten
Modell des Kirchplatzes, AK Ortsbild
Maßnahmen mit erster Priorität
2 Gemeinschaftsraum i m Rathaus
Beschreibung:
-
repräsentativer Ort als Treffpunkt und Veranstaltungsort für Vereine
Ausstellungsort für einige hochwertige Exponate aus der Ortsgeschichte
Bewirtschaftung soll möglich sein
Der bisher ungenutzte sehr hochwertig verarbeitete und große Gewölbekeller des Rathauses
wird derzeit favorisiert.
99
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
3 Sch loßst raße mit Johann-Friedrich-Gärtlein
Beschreibung Schloßstr. 2 bis Marktstraße:
-
Ortsbildgerechte, hochwertige Neugestaltung der Oberflächen
Erhöhung der Aufenthaltsqualität durch Sitzgelegenheiten und Bepflanzung
Versetzen der Brunnen
Sanierung der Gebäude / Fassaden Anwesen Marktstr. 5
Beschreibung Hindenburgstraße bis Schloßstr. 2:
-
Ortsbildgerechte Neugestaltung der Oberflächen der Seitenstreifen
Reduzierung der versiegelten Fläche auf die verkehrstechnisch erforderliche Breite
Maßnahmen mit zweiter Priorität
4 Naturnahe Gestaltung der Ba chauen
Beschreibung:
-
Rückbau von Sohl- und Uferverbauung, wo möglich, punktuelle Uferaufweitung
Naturnahe Begrünung, Bepflanzung der Gewässerufer
Schaffung von Zugangsmöglichkeiten zum Wasser
Beseitigung standortfremden Bewuchses
Herstellen der Durchgängigkeit des Fließgewässers
5 Paul-Gerhardt-P latz
Beschreibung:
-
Ortsbildgerechte, hochwertige Neugestaltung der Oberflächen
Betonung der Fläche vor dem Paul-Gerhardt-Haus durch Mosaikpflasterbild
Anlage von kleinen Grünflächen
Erneuerung der Sitzgelegenheiten unter der Linde
Erneuerung der Beleuchtung mit ortsbildgerechten Mastleuchten
Modell des Paul-Gerhardt-Platzes, AK Ortsbild
100
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
6 Jahnstraße
Beschreibung:
-
Ortsbildgerechte Neugestaltung der Oberflächen der Seitenstreifen
Anlage von kleinen Grünflächen mit Bäumen
Erneuerung der Beleuchtung mit ortsbildgerechten Mastleuchten
Reduzierung der versiegelten Fläche auf die verkehrstechnisch erforderliche Breite
7 punktuelle Maßnahmen am Schirnbach
Beschreibung:
-
Rückbau von Sohl- und Uferverbauung, wo möglich, punktuelle Uferaufweitung
Naturnahe Begrünung, Bepflanzung der Gewässerufer
Schaffung von Zugangsmöglichkeiten zum Wasser
Einrichtung von Aufenthaltsbereichen mit Sitzmöglichkeiten im Zusammenhang mit Neugestaltung Schlossstraße und Bachstraße
8 „Festp latzs cheune“
Beschreibung:
-
Ausstattung der gemeindlichen Scheune am Kirchplatz zur Unterbringung von Veranstaltungsutensilien für die Feste im Freien wie z.B. Bestuhlung
9 Markt straße mit „ Kre uzungsplätzen“
Beschreibung „Kreuzungsplätze“:
-
Ortsbildgerechte, hochwertige Neugestaltung der Oberflächen der Seitenstreifen
vor dem Rathaus Ortsbildgerechte, hochwertige Neugestaltung der Oberflächen der Fahrbahn
Erhöhung der Aufenthaltsqualität durch Sitzgelegenheiten und Bepflanzung mit Bäumen
Anlage von kleinen Grünflächen
Errichtung von zwei Brunnen
Erneuerung der Beleuchtung mit ortsbildgerechten Mastleuchten
Reduzierung der Fahrbahn auf die verkehrstechnisch erforderliche Breite
Beschreibung Straßenabschnitte:
-
Ortsbildgerechte Neugestaltung der Oberflächen der Seitenstreifen
Anlage von kleinen Grünflächen
Erneuerung der Beleuchtung mit ortsbildgerechten Mastleuchten
Reduzierung der versiegelten Fläche auf die verkehrstechnisch erforderliche Breite
Modell eines Abschnitts der Marktstraße, AK Ortsbild
101
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Maßnahmen mit dritter Priorität
10 Verbindungswege in die Feldf lur
Beschreibung:
-
Anschluss Feldwege an Ortswegesystem, wassergebundene Bauweise
Einbeziehung der Mühlen außerhalb der Ortslage in einen „Mühlenrundweg“
Wegbegleitende Pflanzung von lokalen Obstbaumsorten
11 Paul-Gerhardt- „St ra ße“
Beschreibung:
-
Ortsbildgerechte Neugestaltung der Oberflächen der Seitenstreifen
Anlage von kleinen Grünflächen
Erneuerung der Beleuchtung mit ortsbildgerechten Mastleuchten
Reduzierung der versiegelten Fläche auf die verkehrstechnisch erforderliche Breite
12 Veröffentl ichungen zur Geschich te
Beschreibung:
-
mittelfristig Erstellung eines Flyers für Einwohner und Gäste
langfristig Herausgabe eines Buches über die Geschichte von Rüdenhausen
13 Ausstellung zur Geschichte in der „Ai ch“
Beschreibung:
-
Ausstattung der „Aich“ mit öffentlich zugänglichen Tafeln zur Ortsgeschichte
Sanierung des Innenraums der „Aich“
14 Ortseingang Nord
Beschreibung:
-
Entsiegelung, straßenbegleitende Gehölzpflanzungen im Zusammenhang mit Neuanlage
von Streuobstwiesen auf Privatgrund
Verbesserung der Ortsrandeingrünung
15 Hindenburgst raße
Beschreibung:
-
Ortsbildgerechte Neugestaltung der Oberflächen der Seitenstreifen
Anlage von kleinen Grünflächen mit Bäumen
Erneuerung der Beleuchtung mit ortsbildgerechten Mastleuchten
Reduzierung der versiegelten Fläche auf die verkehrstechnisch erforderliche Breite
Weitere Maßnahmen
16 Parkp latz und Umfel d an der Turnhalle
Beschreibung:
-
102
Ortsbildgerechte Neugestaltung der Oberflächen
Anlage von kleinen Grünflächen
Beleuchtung mit ortsbildgerechten Mastleuchten
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
17 Weg zum Friedhof
Beschreibung:
-
Ortsbildgerechte Neugestaltung der Oberflächen der Seitenstreifen
Anlage von Parkplätzen
Anlage von kleinen Grünflächen
Beleuchtung mit ortsbildgerechten Mastleuchten
18 Sandst raße und Bushaltestelle
Beschreibung:
-
Ortsbildgerechte Neugestaltung der Oberflächen der Nebenanlagen
Neugestaltung der Bushaltestelle mit Buswartehäuschen
19 Bachs traße
Beschreibung:
-
Ortsbildgerechte Neugestaltung der Oberflächen der Seitenstreifen
Anlage von kleinen Grünflächen mit Bäumen
Verbesserung der Zugänglichkeit zum Bach
Erneuerung der Beleuchtung mit ortsbildgerechten Mastleuchten
Reduzierung der versiegelten Fläche auf die verkehrstechnisch erforderliche Breite
20 Sanierung „ Nachtwä chterhauschen“
Beschreibung:
-
Sanierung des Daches und der Fenster
21 Raif feisenstraße
22 St raße Am Sport plat z
23 Schirnba chstraße
Beschreibung:
-
Ortsbildgerechte Neugestaltung der Oberflächen der Seitenstreifen
Anlage von kleinen Grünflächen mit Bäumen
Erneuerung der Beleuchtung mit ortsbildgerechten Mastleuchten
Reduzierung der versiegelten Fläche auf die verkehrstechnisch erforderliche Breite
24 Lerchenstraße
Beschreibung:
-
Ortsbildgerechte Neugestaltung der Oberflächen der Seitenstreifen
Erneuerung der Beleuchtung mit ortsbildgerechten Mastleuchten
Reduzierung der versiegelten Fläche auf die verkehrstechnisch erforderliche Breite
25 Gartenstraße und Co ntainerstellp latz
Beschreibung:
-
103
Ortsbildgerechte Neugestaltung der Oberflächen der Seitenstreifen
Befestigung des Containerstellplatzes
Anlage von kleinen Grünflächen mit Bäumen
Beleuchtung mit ortsbildgerechten Mastleuchten
Reduzierung der versiegelten Fläche auf die verkehrstechnisch erforderliche Breite
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Plan „öffentliche Maßnahmen“
104
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Überschlägige Prüfung der Projektziele und Maßnahmen auf UmUmwelterheblichkeit
Hinweise zur Eingrif fsregelung
Gemäß § 18 BayNatSchG stellen Maßnahmen, die die Leistungs- und Funktionsfähigkeit des
Naturhaushalts oder das Landschaftsbild erheblich beeinträchtigen können, Eingriffe in Natur
und Landschaft im Sinne des Gesetzes dar. Diese sind gemäß § 19 BayNatSchG zu vermeiden,
unvermeidbare Beeinträchtigungen sind durch Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege zu kompensieren.
Natura 200 0 und spezieller Artenschutz
Das nächstgelegene Natura 2000-Gebiet, das europäische Vogelschutzgebiet „Südliches Steigerwaldvorland“ befindet sich ca. 650 m westlich von Rüdenhausen, außerhalb des Planungsgebietes.
Von den Projektzielen und vorgesehenen Maßnahmen sind keine nachteiligen Auswirkungen
auf das Vogelschutzgebiet zu erwarten, vielmehr können die Bepflanzungsmaßnahmen entlang
von Wegen zu einer positiven Entwicklung der Lebensräume im Umfeld des europäischen
Schutzgebietes beitragen.
Auch für die innerhalb des Ortsbereiches sowie am Ortsrand bekannten oder potenziellen Vorkommen gemeinschaftsrechtlich und streng geschützter Tierarten (u.a. Vögel, Fledermäuse, Reptilien) stellen die geplanten Maßnahmen der Dorferneuerung mit Gewässerrenaturierung, Anlage von Gehölzpflanzungen entlang von Wegen sowie am Ortsrand, Entsiegelung und Begrünung eine Aufwertung der bisherigen Lebensräume dar. Nachteilige Auswirkungen sind durch
die Maßnahmen der Dorferneuerung nicht zu erwarten.
Beurteilung der Pfl icht zur Durchführung einer Umweltvert rägl ichkei ts prüfung
Für bestimmte öffentliche und private Vorhaben sowie bei bestimmten Plänen und Programmen
sind gemäß § 1 des Gesetzes über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPG3) die Auswirkungen auf die Umwelt im Rahmen von Umweltprüfungen zu ermitteln, zu beschreiben und zu bewerten. Die Vorhaben, die einer UVP-Pflicht unterliegen, sind in Anlage 1 des UVPG aufgeführt;
hierbei wird nochmals unterschieden in UVP-pflichtige Vorhaben und solche Vorhaben, für die
eine allgemeine Vorprüfung des Einzelfalls durchzuführen ist – hierzu zählen z.B. nach Anlage 1
Nr. 16.1 UVPG Maßnahmen der Flurbereinigung.
Für die im Rahmen der Dorferneuerung vorgesehenen Maßnahmen (z.B. Platzgestaltungen, Ergänzung von Fußwegen) sind aufgrund ihres geringen Umfangs keine erheblichen nachteiligen
Umweltauswirkungen gemäß UVPG zu erwarten. Die Begrünungsmaßnahmen und Maßnahmen
zur Gewässerrenaturierung haben in der Summe positive Umweltauswirkungen zur Folge.
Technischer Umwelts ch utz
Bezüglich des Themas Emissionen (Lärm, Geruch) sind in Rüdenhausen drei Schwerpunkte aus
der Landwirtschaft aufgrund größerer Tierbestände (Rinderhaltung) festzustellen, die sich im
Ortskern bzw. am Ortsrand befinden. Ein innerörtlicher Betrieb plant die Erweiterung seines
Viehbestandes im Außenbereich.
Aus immissionsschutzrechtlicher Sicht genießen die Betriebe zwar Bestandsschutz, insbesondere
für den Betrieb am Ortsrand, der von reinen Wohnnutzungen umgeben ist, scheidet eine zukunftsträchtige Erweiterung der Tierhaltung aus.
Ein Bedarf an Maßnahmen durch Dorferneuerung ist diesbezüglich nicht festzustellen.
3 UVPG v. 25. Juni 2005, geändert durch Art. 1 des Gesetzes v. 11.08.2009
105
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Für den ruhenden und fließenden Verkehr im Ort sind zahlreiche Engstellen und Nutzungskonflikte vorhanden, die jedoch im Zuge der geplanten Ortsumfahrung und der damit verbundenen
Verkehrsberuhigung im Ortskern deutlich entschärft werden können. Für die Landwirtschaft ist
die Erhaltung der Hauptverbindungswege in die Flur ohne Umwege und Barrieren in diesem Zusammenhang auch weiterhin von Bedeutung.
Hinweise zum Finanzbedarf
Kostenschätzung öffentliche Maßnahmen
Die Kosten verstehen sich als reine Baukosten incl. Mehrwertsteuer ohne Baunebenkosten und
Kosten für Grunderwerb.
1 Ki rchp latz
Position
Oberfläche aus gestalterisch hochwertigem
Betonstein mit Gliederungselementen in Naturstein und Grünflächenanteil
Baumpflanzungen
Anlage von Grünflächen
Masse
EP
Summe Gesamtsumme
in EUR
in EUR
1700 qm
130
221.000
5 Stk
500
2.500
300 qm
50
15.000
Pavillon
1 Stk.
10.000
10.000
Sanierung Brunnenstube
2 Stk.
10.000
20.000
Brunnen
1 Stk.
10.000
10.000
Beleuchtung mit ortsbildger. Mastleuchten
5 Stk
2.000
10.000
Möblierung mit Bänken
4 Stk.
1.000
4.000
292.500
NF
KKW
Summe
in EUR
Gesamtsumme
in EUR
200
850
170.000
170.000
2 Gemeinschaftsraum i m Rathaus
Position
Ausbau und Ausstattung Rathauskeller;
mittlerer Standard
Es handelt sich bei diesen Angaben um einen groben Kostenrahmen. Eine Kostenschätzung kann
erst ermittelt werden, wenn das Bauvorhaben ausreichend konkretisiert werden kann.
106
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
3 Sch loßst raße mit Johann-Friedrich-Gärtlein
Position
Masse
EP
Summe
in EUR
Oberfläche aus gestalterisch hochwertigem
Betonstein mit Gliederungselementen in Naturstein und Grünflächenanteil
350 qm
130
45.500
Oberfläche mit Traufstreifen in gestalterisch
hochwertigem Betonstein bzw. Rasenfugen/-gitterstein, Gliederungselementen in Naturstein und Fahrbahn in Asphalt
1400 qm
90
126.000
Anlage von Grünflächen
350 qm
50
17.500
Versetzung Brunnen
2 Stk.
5.000
10.000
Möblierung mit Bänken
2 Stk.
1.000
2.000
Gesamtsumme
in EUR
201.000
Die Kosten für Sanierungsmaßnahmen am Anwesen Marktstr. 5 sind nicht enthalten. Dieses ist
voraussichtlich als private Maßnahme zu fördern.
4 Naturnahe Gestaltung der Ba chauen
Position
Rückbau von Sohl-/ Uferverbauung, Gestaltung eines naturnahen
Bachbettes mit Uferaufweitung
gewässerbegleitende Begrünung /
Gehölzpflanzung
Biotopbausteine
Masse
EP
Summe
in EUR
800 lfm
100
80.000
500 lfm
20
10.000
10
200
2.000
6
3.000
18.000
Stege
Gesamtsumme in EUR
110.000
5 Paul-Gerhardt-P latz
Position
Oberfläche aus gestalterisch hochwertigem
Betonstein mit Gliederungselementen in Naturstein und Grünflächenanteil
Masse
500 qm
EP
Summe Gesamtsumme
in EUR
in EUR
130
65.000
Beleuchtung mit ortsbildger. Mastleuchten
2 Stk
2.000
4.000
Möblierung mit Bänken
2 Stk.
1.000
2.000
Masse
EP
Oberfläche mit Traufstreifen in gestalterisch
hochwertigem Betonstein bzw. Rasenfugen/-gitterstein, Gliederungselementen in Naturstein und Fahrbahn in Asphalt
3200 qm
90
288.000
Anlage von Grünflächen
300 qm
50
17.500
Beleuchtung mit ortsbildgerechten Mastleuchten
7 Stk
2.000
14.000
71.000
6 Jahnstraße
Position
107
Summe Gesamtsumme
in EUR
in EUR
319.500
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
7 punktuelle Maßnahmen am Schirnbach
Position
Masse
EP
Summe
in EUR
150 lfm
100
15.000
120 lfm
20
2.400
5 Stk.
3.000
15.000
Trittsteine im Bach
10
200
2.000
Möblierung mit Bänken
2
1.000
2.000
1 Stk
35.000
35.000
4
5.000
20.000
Rückbau von Sohl-/ Uferverbauung, Gestaltung eines naturnahen
Bachbettes mit Uferaufweitung
gewässerbegleitende Begrünung /
Gehölzpflanzung
Anlage von Treppen zum Bach
Wasserspielplatz
Gestaltung von Querungsbauwerken
Gesamtsumme in EUR
91.400
8 „Festp latzs cheune“
Position
NF
KKW
Summe
in EUR
Gesamtsumme
in EUR
Ausbau und Ausstattung Scheune;
niedriger Standard
70
350
24.500
24.500
Es handelt sich bei diesen Angaben um einen groben Kostenrahmen. Eine Kostenschätzung kann
erst ermittelt werden, wenn das Bauvorhaben ausreichend konkretisiert werden kann.
9 Markt straße mit „ Kre uzungsplätzen“
Position
Masse
EP
Summe
in EUR
Oberfläche aus gestalterisch hochwertigem
Betonstein mit Gliederungselementen in Naturstein und Grünflächenanteil, Fahrbahn
teilweise in Asphalt
2.700 qm
110
297.000
Oberfläche mit Traufstreifen in gestalterisch
hochwertigem Betonstein bzw. Rasenfugen/-gitterstein, Gliederungselementen in Naturstein und Fahrbahn in Asphalt
3.000 qm
90
270.000
900 qm
50
45.000
Baumpflanzungen
5 Stk
500
2.500
Brunnen
2 Stk.
10.000
20.000
Möblierung mit Bänken
4 Stk.
1.000
4.000
Beleuchtung mit ortsbildgerechten Mastleuchten
10 Stk
2.000
20.000
Anlage von Grünflächen
Gesamtsumme
in EUR
658.500
10 Verbindungswege in die Feldf lur
Position
Masse
EP
Summe
in EUR
Wassergebundener Fußweg
1.000 lfm
25
25.000
Wegbegleitende Obstreihe
100 St
50
5.000
Gesamtsumme in EUR
30.000
108
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
11 Paul-Gerhardt- „St ra ße“
Position
Masse
EP
Summe Gesamtsumme
in EUR
in EUR
Oberfläche mit Traufstreifen in gestalterisch
hochwertigem Betonstein bzw. Rasenfugen/-gitterstein, Gliederungselementen in Naturstein und Fahrbahn in Asphalt
500 qm
90
45.000
Anlage von Grünflächen
50 qm
50
2.500
Beleuchtung mit ortsbildgerechten Mastleuchten
3 Stk
2.000
6.000
53.500
KKW
Summe
in EUR
Gesamtsumme
in EUR
12 Veröffentl ichungen zur Geschich te
Position
Auflage
Erstellung der Grafik
pauschal
Druck 12-seitige Broschüre
1.500
10.000
1.000
1.000
2.500
Es handelt sich bei diesen Angaben um einen groben Kostenrahmen. Eine Kostenschätzung kann
erst ermittelt werden, wenn das Vorhaben ausreichend konkretisiert werden kann.
13 Ausstellung zur Geschichte in der „Ai ch“
Position
Informationstafel mit Ortsgeschichte
Auflage
KKW
5 Stk
1.000
Masse
420 qm
Summe
in EUR
Gesamtsumme
in EUR
5.000
5.000
EP
Summe
in EUR
Gesamtsumme in EUR
50
21.000
14 Ortseingang Nord
Position
Anlage von Grünflächen
21.000
15 Hindenburgst raße
Position
Masse
EP
3.100 qm
90
279.000
300 qm
50
15.000
Baumpflanzungen
3 Stk
500
1.500
Beleuchtung mit ortsbildgerechten Mastleuchten
8 Stk
2.000
16.000
Oberfläche mit Traufstreifen in gestalterisch
hochwertigem Betonstein bzw. Rasenfugen/-gitterstein, Gliederungselementen in Naturstein und Fahrbahn in Asphalt
Anlage von Grünflächen
109
Summe Gesamtsumme
in EUR
in EUR
311.500
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
16 Parkp latz und Umfel d an der Turnhalle
Position
Masse
EP
3.000 qm
80
240.000
500 qm
50
25.000
Baumpflanzungen
4 Stk
500
2.000
Beleuchtung mit ortsbildgerechten Mastleuchten
7 Stk
2.000
14.000
Oberfläche mit Nebenanlagen in angemessenem Betonstein bzw. Rasenfugen-/gitterstein, Gliederungselementen in Naturstein und Fahrbahn in Asphalt
Anlage von Grünflächen
Summe Gesamtsumme
in EUR
in EUR
281.000
17 Weg zum Friedhof
Position
Masse
EP
Summe Gesamtsumme
in EUR
in EUR
Oberfläche mit Nebenanlagen in angemessenem Betonstein bzw. Rasenfugen-/gitterstein, Gliederungselementen in Naturstein und Fahrbahn in Asphalt
750 qm
80
60.000
Anlage von Grünflächen
50 qm
50
2.500
Beleuchtung mit ortsbildger.n Mastleuchten
2 Stk
2.000
4.000
66.500
18 Sandst raße und Bushaltestelle
Position
Masse
EP
Summe Gesamtsumme
in EUR
in EUR
Oberfläche mit Nebenanlagen in angemessenem Betonstein bzw. Rasenfugen-/gitterstein, Gliederungselementen in Naturstein und Fahrbahn in Asphalt
250 qm
80
20.000
Anlage von Grünflächen
400 qm
50
20.000
Buswartehäuschen
a Stk
10.000
10.000
50.000
19 Bachs traße
Position
110
Masse
EP
Summe Gesamtsumme
in EUR
in EUR
Oberfläche mit Traufstreifen in gestalterisch
hochwertigem Betonstein, Gliederungselementen in Naturstein u. Fahrbahn in Asphalt
700 qm
90
63.000
Anlage von Grünflächen
50 qm
50
2.500
Baumpflanzungen
2 Stk
500
1.000
Beleuchtung mit ortsbildger. Mastleuchten
2 Stk
2.000
4.000
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
70.500
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
20 Sanierung „ Nachtwä chterhauschen“
Position
Dach und Fenster
NF
KKW
pauschal
Summe
in EUR
Gesamtsumme
in EUR
15.000
15.000
Es handelt sich bei diesen Angaben um einen groben Kostenrahmen. Eine Kostenschätzung kann
erst ermittelt werden, wenn das Bauvorhaben ausreichend konkretisiert werden kann.
21 Raif feisenstraße
Position
Masse
EP
2.150 qm
90
193.500
250 qm
50
12.500
Baumpflanzungen
3 Stk
500
1.500
Beleuchtung mit ortsbildger. Mastleuchten
4 Stk
2.000
8.000
Oberfläche mit Traufstreifen in gestalterisch
hochwertigem Betonstein, Gliederungselementen in Naturstein u. Fahrbahn in Asphalt
Anlage von Grünflächen
Summe Gesamtsumme
in EUR
in EUR
215.500
22 St raße Am Sport plat z
Position
Masse
EP
Summe Gesamtsumme
in EUR
in EUR
1.050 qm
90
94.500
100 qm
20
2.000
Baumpflanzungen
2 Stk
250
500
Beleuchtung mit ortsbildgerechten Mastleuchten
3 Stk
2.000
6.000
Oberfläche mit Traufstreifen in gestalterisch
hochwertigem Betonstein bzw. Rasenfugen/-gitterstein, Gliederungselementen in Naturstein und Fahrbahn in Asphalt
Anlage von Grünflächen
103.000
23 Schirnba chstraße
Position
111
Masse
EP
Summe Gesamtsumme
in EUR
in EUR
Oberfläche mit Traufstreifen in gestalterisch
hochwertigem Betonstein bzw. Rasenfugen/-gitterstein, Gliederungselementen in Naturstein und Fahrbahn in Asphalt
700 qm
90
63.000
Anlage von Grünflächen
100 qm
20
2.000
Baumpflanzungen
1 Stk
250
250
Beleuchtung mit ortsbildgerechten Mastleuchten
2 Stk
2.000
4.000
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
69.250
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
24 Lerchenstraße
Position
Masse
EP
1.700 qm
90
153.000
Anlage von Grünflächen
200 qm
20
4.000
Beleuchtung mit ortsbildgerechten Mastleuchten
5 Stk
2.000
10.000
Oberfläche mit Traufstreifen in gestalterisch
hochwertigem Betonstein bzw. Rasenfugen/-gitterstein, Gliederungselementen in Naturstein und Fahrbahn in Asphalt
Summe Gesamtsumme
in EUR
in EUR
167.000
25 Gartenstraße und Co ntainerstellp latz
Position
Masse
EP
Summe Gesamtsumme
in EUR
in EUR
1.100 qm
80
88.000
Anlage von Grünflächen
200 qm
20
4.000
Beleuchtung mit ortsbildgerechten Mastleuchten
2 Stk
2.000
4.000
Oberfläche mit Nebenanlagen in angemessenem Betonstein bzw. Rasenfugen-/gitterstein, Gliederungselementen in Naturstein und Fahrbahn in Asphalt
Gesamtsumme
96.000
3.495.650 EUR
Kostenschätzung private Maßnahmen
konstruk tiv- gestalteris che Sanierung
Kosten
Anteil Förderung in EUR
Anteil Eigenmittel in EUR
Einzeldenkmal oder Gebäude mit Kosten durchschnittbesonderer ortsplanerischer Be- lich größer 100.000
deutung
EUR
3
180.000
120.000
Kosten durchschnittlich größer 25.000
EUR
13
195.000
130.000
Sonstige ländlich-dörfliche Bau- Kosten durchschnittsubstanz
lich größer 100.000
EUR
1
30.000
70.000
Kosten durchschnittlich größer 25.000
EUR
23
172.500
402.500
Kosten durchschnittlich größer 5.000 EUR
5
7.500
17.500
585.000
740.000
Vorbereichs- und Hofräume
Gesamtsumme
112
Anzahl
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Markt Rüdenhausen, Dorferneuerung Rüdenhausen, integrierte Vorbereitungsplanung
Hinweise zum weiteren Vorgehen und Planungsbe
Planungsbedarf
Hinweise zum weiteren Vorgehen
Es wird empfohlen, zusätzlich zum Altort auch die Standorte der Mühlen und der Fallmeisterei
in den Geltungsbereich der Dorferneuerung aufzunehmen.
Bei den Mühlen und der Fallmeisterei handelt es sich um überlieferte Siedlungsformen im Außenbereich die das Landschaftsbild mit prägen. Ihr Erhalt trägt zum Erhalt der typischen Kulturlandschaft und Siedlungsstruktur bei.
Planungsbedarf
Weiterer Planungsbedarf - über die Umsetzung der Maßnahmen hinaus - besteht in Rüdenhausen nicht.
113
31.08.2010 – Architekten für Stadtplanung Konrad und Burger / arc grün Wirth Rentsch Schäffner
Herunterladen