Arbeitsblatt 5 - Ernst-Göbel

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Geschichte Oberstufe
C. Warlo
Reformversuche zur Lösung der Krise der römischen Republik
(aus: Franz-Josef Schütz: Geschichte – Dauer und Wandel. Von der Antike bis zum Zeitalter des
Absolutismus. 1990 Cornelsen Verlag, Berlin; S.68)
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[…] Gegen die sozialen Missstände, die vor allem auch die Wehrfähigkeit Roms
einschränkten - das römische Milizheer setzte aufgrund seiner Selbstausrüstung eine
breite Schicht von Bürgern mit durchschnittlichem Vermögen voraus - trat 133 v. Chr. der.
Volkstribun Tiberius Sempronius Gracchus auf. Er beantragte ein Gesetz, wonach keine
Familie mehr als 1000 Morgen Staatsland besitzen dürfe, das freiwerdende Land solle an
besitzlose Bürger vergeben werden.
Die Volksversammlung verabschiedete das Gesetz des Tiberius gegen den Willen der
Senatsmehrheit, Sie setzte auch, von Tiberius dazu angestachelt, einen anderen,
Einspruch erhebenden Volkstribunen ab - eine unerhörte, revolutionäre Maßnahme und
ein Bruch der Verfassung. Bei Tiberius' Versuch, sich ohne zeitliche Unterbrechung und
deshalb erneut verfassungswidrig zum Volkstribunen des folgenden Jahres wählen zu
lassen, wurde er erschlagen.
Für das Jahr 123 wurde sein jüngerer Bruder Caius Sempronius Gracchus zum
Volkstribunen gewählt. Caius versuchte, die Ackergesetzgebung auf breiterer Grundlage
durchzusetzen. Er ordnete die Verpflegung der Proletarier auf Staatskosten an. Die Ritter
machte er zu Verbündeten, indem er ein Plebiszit durchsetzte, nach dem diese zu
Geschworenen bei den Gerichten gewählt werden konnten, was vorher ausschließlich der
Nobilität vorbehalten war.
In dieser bewegten Zeit kamen die Parteibezeichnungen „Optimaten" (Senatsarisrokratie)
und „Popularen" (Volksfreunde) auf, wobei einzelne Politiker der Aristokratie durchaus zu
der Partei der Populären gehörten. Die innere Geschlossenheit der römischen
Gesellschaft ging verloren. An dem Kampf zwischen Optimaten und Popularen zerbrach
schließlich die römische Republik.
Die Schäden an Staat und Gesellschaft enthüllte der Krieg Roms gegen den
Numiderkönig Jugurtha (111-105 v. Chr.), der sich in die Länge zog, weil Angehörige der
Nobilität bestochen worden waren. Die Römer wählten schließlich den homo novus Gaius
Marius zum Konsul. Marius beendete den Krieg erfolgreich und erhielt erneut das Amt des
Konsuls und den Oberbefehl in dem Krieg der Römer gegen die germanischen Stämme
der Kimbern und Teutonen (113, 105, 102 und 101 v. Chr.), Marius hatte besitzlose, aus
der Staatskasse besoldete Proletarier in das Heer aufgenommen. Aus der Bürgermiliz war
ein stehendes Heer von Berufssoldaten geworden. Die besitzlosen Soldaten lebten vom
Krieg und mussten nach ihrer Dienstzeit versorgt werden, eine Aufgabe, die dem
politischen Einfluss und Geschick des Feldherrn überlassen blieb. Hatte er militärischen
Erfolg, so band dies die Soldaten nur noch fester an ihren Feldherrn. Dann konnte er
seine Truppen als militärische Klientel sogar gegen den römischen Staat einsetzen. […]
RoemischeRepublik_Reformversuche.doc
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