1. ÄP Herbst 2010 1.Tag

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Erster Abschnitt der Ärztlichen Prüfung
Erster Tag
STOFFGEBIET I
Physik für Mediziner und Physiologie
80 Aufgaben
STOFFGEBIET II
Chemie für Mediziner und Biochemie/Molekularbiologie
80 Aufgaben
Achten Sie zur Vermeidung von Nachteilen bitte auf
eindeutige Markierungen auf Ihrem Antwortbeleg!
© Institut für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen, Mainz
Dieses Aufgabenheft einschließlich der Anlagen ist Eigentum des IMPP. Es wird ausschließlich zur
persönlichen Information des Prüflings bzw. zum dienstlichen Gebrauch überlassen. Eine Weitergabe
an Dritte ist nicht zulässig.
Die Prüfungsaufgaben sind urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte bleiben vorbehalten. Jegliche
Nutzung, insbesondere die Vervielfältigung, Verbreitung, Bearbeitung sowie Umgestaltung – auch
auszugsweise – ist nur mit ausdrücklicher schriftlicher Genehmigung des IMPP zulässig.
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1
Bei der schematisch dargestellten Maschine drückt die trainierende Person mit der
linken Hand das Ende einer 120 cm langen starren Stange hinunter. Die Stange ist
um eine Querachse drehbar, die sich etwa 80 cm von der Handmitte entfernt befindet und in einer bestimmten Höhe fest verankert ist. An dem der Hand gegenüberliegenden Ende der Stange ist über eine Achse ein Gewicht mit der Masse m = 20 kg
angehängt. (Das Eigengewicht von Stange, Achsenlager usw. bleibt unberücksichtigt.)
Etwa welche (senkrecht nach unten wirkende) Kraft muss die Person an der Stange
aufbringen, um das Gewicht anzuheben?
(A) 10 N
(B) 20 N
(C) 50 N
(D) 75 N
(E) 100 N
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2
Ein Mann hat 1 L Limonade mit einem biologischen Brennwert von 1,8 MJ getrunken.
Er möchte die Energieaufnahme durch körperliche Mehrbelastung wieder ausgleichen. Beim Spazierengehen ist sein Energieumsatz um 120 W höher als im Sitzen.
Etwa wie lange muss er spazieren gehen, bis diese Steigerung des Energieumsatzes
1,8 MJ ergibt?
(A) 2,5 min
(B) 15 min
(C) 60 min
(D) 150 min
(E) 250 min
3
Mit Heparin versetzte Blutproben werden zur Abtrennung des Plasmas mit der Winkelgeschwindigkeit ω = 300 s−1 (also fast 3 000 Umdrehungen pro Minute) zentrifugiert.
Wie groß ist die auf die Proben in einem radialen Abstand r = 20 cm von der Drehachse wirkende Beschleunigung (bei gleichförmiger Kreisbewegung)?
(A) 12 m·s−2
(B) 60 m·s−2
(C) 3,6·103 m·s−2
(D) 1,8·104 m·s−2
(E) 4,5·105 m·s−2
4
Im Rahmen einer Untersuchung wird die Körpergröße von 2 850 Mädchen im Alter
von 60 Monaten bestimmt. Die Größenverteilung genügt in guter Näherung einer
Gauß-Verteilung mit einem Mittelwert von 110 cm und einer Standardabweichung
von 5 cm.
Etwa wie groß ist der Anteil der Mädchen mit einer Körpergröße von mehr als
115 cm?
(A) 5 %
(B) 8 %
(C) 16 %
(D) 22 %
(E) 33 %
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5
Einem Patienten (mit einer schweren anaphylaktischen Reaktion) sollen 0,1 mg Epinephrin (Adrenalin) intravenös injiziert werden. Der Massengehalt (relativer Massenanteil) des Epinephrins in der Ausgangslösung ist 1 : 1 000 = 0,1 %. Die spezifische Dichte der Ausgangslösung unterscheidet sich nicht wesentlich von der des
Wassers. Zu 1 mL der Ausgangslösung werden 9 mL isotone Kochsalzlösung hinzugefügt, sodass 10 mL verdünnte Lösung entstehen.
Wie viel verdünnte Lösung ist zu injizieren?
(A) 0,1 mL
(B) 0,9 mL
(C) 1,0 mL
(D) 9,0 mL
(E) 10 mL
6
In einem Blutgefäß strömt Blut mit einer mittleren Strömungsgeschwindigkeit von
20 cm/s. Die Querschnittsfläche ist näherungsweise kreisförmig. Der Durchmesser
beträgt 2,0 cm.
Der Volumenstrom (die Volumenstromstärke) liegt dann am nächsten bei
(A) 30 cm3/s
(B) 40 cm3/s
(C) 60 cm3/s
(D) 120 cm3/s
(E) 200 cm3/s
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7
Welcher der Graphen A bis E zeigt für ein sogenanntes ideales Gas schematisch am
besten den Zusammenhang zwischen Temperatur T in Kelvin (K) und Druck p in kPa
bei einer isochoren Zustandsänderung?
p
A
B
150 kPa
C
D
100 kPa
E
50 kPa
0
T
0
8
100 K
200 K
300 K
400 K
Bei einer Reizstromtherapie (transkutane elektrische Nervenstimulation) bilden die
beiden Hautkontakte und das Gewebe eine elektrische Serienschaltung mit den
Leitwerten 1 mS, 2 mS und 1 mS:
Kontakt
Gewebe
Kontakt
1 mS
2 mS
1 mS
Wie groß ist der Gesamtleitwert dieser Anordnung?
(A) 0,3 mS
(B) 0,4 mS
(C) 2,5 mS
(D) 3 mS
(E) 4 mS
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-5-
9
Extra- und Intrazellulärflüssigkeit bilden zusammen mit einer Zellmembran einen
elektrischen Kondensator. Die Kapazität dieses Kondensators ist 1,6·10−12 F.
(Elementarladung ≈ 1,6·10−19 Coulomb)
Etwa wie groß muss ein einseitiger Überschuss einwertiger Ionen sein, damit sich
dadurch eine Potentialdifferenz von 10 mV ausbildet?
(A) 104
(B) 105
(C) 106
(D) 107
(E) 108
10
Der von einem Schallkopf eines medizinischen Geräts zur sonographischen Diagnostik emittierte Ultraschall hat die Frequenz 7,5 MHz.
Bei einer Schallgeschwindigkeit im Gewebe von etwa 1,5 km/s ist dort die Wellenlänge etwa
(A) 50 µm
(B) 110 µm
(C) 150 µm
(D) 200 µm
(E) 500 µm
11
Bei einem Solarium ist angegeben, dass es hauptsächlich UV-A-Strahlung abgibt. Bei
dieser Strahlung handelt es sich um elektromagnetische Wellen mit einer Wellenlänge in Luft von etwa
(A) 0,31−0,40 µm
(B) 0,41−0,55 µm
(C) 0,56−0,80 µm
(D) 0,81−2,0 µm
(E) 3,0−4,0 µm
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12
13
Aus dem Radionuklid
kern
(A)
222
(B)
222
(C)
224
(D)
225
(E)
226
226
Ra entsteht unter Aussendung von α-Strahlung der Tochter-
Ra
Rn
Rn
U
Fr
In einer typischen Röntgenröhre für die medizinische Diagnostik entsteht Röntgenstrahlung insbesondere als Bremsstrahlung.
Die zur Bildung der Bremsstrahlung benötigte Energie ist umgewandelte Bewegungsenergie durch das Abbremsen von
(A) Elektronen
(B) Neutronen
(C) Nukleonen
(D) Positronen
(E) Protonen
14
In der Röntgendiagnostik wird die unterschiedliche Schwächung der Röntgenstrahlung durch Körperbestandteile und Kontrastmittel diagnostisch ausgenutzt. Der Massenabsorptionskoeffizient ist der Quotient aus dem Absorptionskoeffizienten und
der Dichte des Absorbermaterials. Vereinfachend soll das Absorbermaterial jeweils
nur eine einzige Atomart enthalten.
Welches Charakteristikum des Atoms ist in erster Linie entscheidend für den Massenabsorptionskoeffizienten bei Röntgenstrahlung gleicher Wellenlänge?
(A) Neutronenzahl
(B) Nukleonenzahl
(C) Ordnungszahl
(D) Zahl der Elektronen in der äußersten Schale
(E) Zahl der Elektronen in der innersten Schale
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15
Die relative Molekülmasse der Glucose ist etwa 180.
Eine 6%ige Glucose-Lösung (6 g Glucose/100 mL) hat somit eine Stoffmengenkonzentration von etwa
(A) 6 µmol/L
(B) 18 mmol/L
(C) 33 mmol/L
(D) 60 mmol/L
(E) 330 mmol/L
16
Als Löslichkeitsprodukt wird das Produkt der in einer gesättigten Lösung vorliegenden Ionenkonzentrationen eines schwer löslichen Stoffes bezeichnet.
Etwa wie viel mol BaSO4 lösen sich in 1 L Wasser, wenn das Löslichkeitsprodukt in
Wasser etwa 1·10−10 mol2/L2 beträgt?
(A) 10−10 mol
(B) 10−5 mol
(C) 10−2 mol
(D) 0,1 mol
(E) 0,2 mol
17
Welches der folgenden zweiatomigen Moleküle hat kein freies Elektronenpaar?
(A) F2
(B) H2
(C) I2
(D) N2
(E) O2
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-8-
18
Welche Aussage über Alkine trifft zu?
(A) Alkine bilden sich bei der Hydrierung von Alkenen.
(B) Alkine gehen typischerweise mit Lewis-Basen (Nucleophilen) Additionsreaktionen ein.
(C) Cyclische Alkine mit Ringen von 5 oder 6 C-Atomen sind genauso stabil wie
gleich lange offenkettige Alkine.
(D) In But-1-in liegen alle 4 C-Atome auf einer Geraden (Bindungswinkel 180°).
(E) In But-2-in liegen alle 4 C-Atome auf einer Geraden (Bindungswinkel 180°).
19
Durch Oxidation eines sekundären Alkohols, ohne das Gerüst der Kohlenstoffkette
zu zerstören, entsteht typischerweise ein(e)
(A) Aldehyd
(B) Carbonsäure
(C) Keton
(D) primärer Alkohol
(E) tertiärer Alkohol
20
Chinone, wie das Ubichinon, sind an vielen Redox-Reaktionen im Organismus beteiligt.
Welches der folgenden Moleküle zeigt die typische Struktur eines Chinons?
O
O
O
O
O
O
C
O
O
C
H
OH
O
(A)
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(B)
(C)
(D)
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(E)
H
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21
Welche Aussage zu Homocystein (beim Menschen) trifft zu?
(A) Durch Methylierung von Homocystein entsteht Methionin.
(B) Homocystein entsteht durch Oxidation (Dehydrierung) zweier Cystein-Moleküle.
(C) Homocystein entsteht durch Reduktion von Taurin.
(D) Homocystein ist ein Baustein von Häm.
(E) Homocystein ist eine proteinogene Aminosäure.
22
Welcher Heterocyclus ist in der proteinogenen Aminosäure Histidin enthalten?
(A) Imidazol
(B) Indol
(C) Pyridin
(D) Pyrimidin
(E) Pyrrol
23
Welche der folgenden Aminosäuren ist (für den Menschen) essentiell?
COO
H3N
CH
CH2
COO
H3N CH
CH3
OH
COO
H3N CH
H3N CH
CH2
C
COO
O
HC
COO
H3N CH
OH
CH3
O
CH2
CH2
C
O
O
(A)
(B)
(C)
(D)
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(E)
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24
Wie viele voll geladene (ionisierte) negative und positive Gruppen besitzt im Allgemeinen ein Glutathion-Molekül (γ-Glutamyl-Cysteinyl-Glycin) bei pH 7,0?
(A) 1 negative und 1 positive
(B) 1 negative und 2 positive
(C) 2 negative und 1 positive
(D) 2 negative und 2 positive
(E) 3 negative und 1 positive
25
Bei der Phenylketonurie, der häufigsten angeborenen Störung des Aminosäurestoffwechsels, ist ein Enzym defekt.
Welche der Verbindungen ist normalerweise Substrat dieses Enzyms?
COO
COO
H2N
H3N CH
CH2
COO
H3N CH
CH2
COO
H3N CH
CH2
COO
H3N CH
CH2
HN
NH
N
H
OH
OH
(A)
26
(B)
(C)
(D)
β-Alanin entsteht durch
(A) Decarboxylierung von Aspartat
(B) Desaminierung von Asparagin
(C) Methylierung von Alanin
(D) Methylierung von Glycin
(E) Transaminierung von 2-Aminoethanol (Ethanolamin)
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(E)
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27
Das Coenzym bzw. die prosthetische Gruppe bei der Biosynthese von Histamin aus
Histidin ist
(A) Coenzym A
(B) Pyridoxalphosphat
(C) S-Adenosylmethionin
(D) Tetrahydrofolsäure
(E) Thiamindiphosphat
28
Welche Aussage zu Nicotinamid-Nucleotiden trifft zu?
(A) Für die Hydroxylierung von Steroiden durch Cytochrom-P-450-abhängige Monooxygenasen liefert NADH die nötigen Reduktionsäquivalente.
(B) In einem Nebenweg des Tryptophan-Stoffwechsels kann eine Vorstufe von NAD+
gebildet werden.
(C) In einem Umlauf des Citrat-Zyklus werden 3 Moleküle NADP+ zu NADPH reduziert.
(D) NADH wird photometrisch bei 340 nm von NADPH unterschieden.
(E) NAD+ ist das typische Coenzym der Glucose-6-phosphat-Dehydrogenase.
29
Ein Enzym mit einer Riboflavin-haltigen prosthetischen Gruppe katalysiert (im katabolen Stoffwechsel beim Menschen) die Bildung von
(A) 1,3-Bisphosphoglycerat aus Glyceral-3-phosphat (Glycerinaldehyd-3-phosphat)
(B) Fumarat aus Succinat
(C) β-Hydroxybutyrat aus Acetacetat
(D) Lactat aus Pyruvat
(E) 6-Phosphogluconolacton aus Glucose-6-phosphat
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30
Von welchem Metaboliten übernimmt die Catechol-O-Methyl-Transferase die Methylgruppen, die sie auf ihre Substrate (z.B. Adrenalin) überträgt?
(A) Methylcobalamin
(B) N5-Formyl-Tetrahydrofolat
(C) N5-Methyl-Tetrahydrofolat
(D) N5,N10-Methylen-Tetrahydrofolat
(E) S-Adenosyl-Methionin
31
Die enzymatische Umwandlung von Fumarat in Malat ist eine
(A) Dehydratisierung
(B) Dehydrierung
(C) Esterhydrolyse
(D) Hydratisierung
(E) Hydrierung
32
Der intrazelluläre Botenstoff cAMP ist ein
(A) Dicarbonsäureester
(B) Monocarbonsäureester
(C) Phosphorsäureanhydrid
(D) Phosphorsäurediester
(E) Phosphorsäuremonoester
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33
Die Anheftung eines Farnesyl- oder Geranylgeranyl-Rests an einen Aminosäurerest
eines Proteins (z.B. eines Ras-Protoonkoproteins) erfolgt typischerweise über eine
(A) Carbonsäureamidbindung
(B) Carbonsäureesterbindung
(C) Glykosidbindung
(D) Säureanhydridbindung
(E) Thioetherbindung
34
Welche funktionelle Gruppe in Aminosäureresten von Enzymen wird durch Proteinkinasen am häufigsten phosphoryliert?
(A) Aminogruppe
(B) Carbonylgruppe
(C) Carboxylgruppe
(D) Hydroxygruppe
(E) Sulfhydrylgruppe
35
Welche Aussage zum Ampicillin trifft zu?
NH2
H
N
O
S
N
O
Ampicillin
CH3
CH3
COOH
(A) Das Molekül enthält das Strukturelement Lacton.
(B) Das Molekül enthält das Strukturelement Thioester.
(C) Das Molekül enthält eine Sulfhydrylgruppe (Mercaptogruppe, Thiolgruppe).
(D) Das Molekül enthält genau ein stereogenes Zentrum (Chiralitätszentrum).
(E) Das Molekül weist zwei Amidgruppen auf.
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36
Welche Formel stellt die offenkettige Form der D-Glucose in der Fischer-Projektion
dar?
O
H
OH
HO
H
H
HO
OH
HO
H
OH
HO
H
H
HO
H
OH
H
OH
H
HO
H
H
OH
H
OH
HO
(B)
H
OH
H
(A)
HO
H
H
CH2OH
H
H
HO
CH2OH
37
O
CHO
CHO
CHO
CH2OH
CH2OH
CH2OH
(C)
OH
CH2OH
CH2OH
(D)
(E)
Welche der Bezeichnungen trifft für Isomaltose am besten zu?
(A) α-D-Glucopyranosyl-(1→4)-D-Glucopyranose
(B) α-D-Glucopyranosyl-(1→6)-D-Glucopyranose
(C) β-D-Glucopyranosyl-(1→2)-D-Glucopyranose
(D) β-D-Glucopyranosyl-(1→4)-D-Glucopyranose
(E) β-D-Glucopyranosyl-(1→6)-D-Glucopyranose
38
Bei welchem der Polysaccharide handelt es sich um ein Heteroglykan?
(A) Amylopektin
(B) Amylose
(C) Cellulose
(D) Glykogen
(E) Hyaluronsäure
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39
Die Nucleotide als Bausteine der Nucleinsäuren (z.B. der DNA) enthalten unter anderem ein (heterocyclisches) Ringgerüst, das dasselbe ist wie bei
(A) Pyridin
(B) Pyrrol
(C) Tetrahydrofuran
(D) Tetrahydropyran
(E) Thiazol
40
Teil der Verstoffwechselung von Galactose ist die Epimerisierung zu Glucose.
Welcher der Metaboliten ist das typische Substrat der entsprechenden Epimerase?
(A) Galactose
(B) Galactose-1-phosphat
(C) Galactose-6-phosphat
(D) Lactose
(E) UDP-Galactose
41
Welche Aussage zur Bildung gesättigter Fettsäuren mit gerader Anzahl von C-Atomen aus Acetylresten trifft zu?
(A) Citrat stimuliert die Bildung von Malonyl-CoA.
(B) Die Fettsäuresynthase benötigt FADH2 und Biotin als Coenzyme.
(C) Die Fettsäuresynthese wird durch Acyl-CoA stimuliert.
(D) Fettsäuren mit Kettenlänge > 18 C-Atome werden in den Peroxisomen synthetisiert.
(E) Für die Bildung von Malonyl-CoA wird NADPH benötigt.
42
Palmitinsäure hat die Summenformel
(A) C12H22O2
(B) C16H22O2
(C) C16H32O2
(D) C18H30O2
(E) C18H34O2
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43
Welche Aussage zur Bildung von Arachidonsäure aus Linolsäure trifft zu?
(A) Als erster Schritt wird eine Doppelbindung zwischen C-5 und C-6 eingeführt.
(B) Die Zahl der Doppelbindungen nimmt um zwei zu.
(C) Doppelbindungen werden zwischen zwei bereits bestehenden Doppelbindungen
eingeführt.
(D) Ein Zwischenprodukt ist Ölsäure.
(E) Für die Einführung von Doppelbindungen wird Liponsäure als Coenzym verwendet.
44
Unter biologischen Standardbedingungen ist die Gibbs’ freie Energie (freie Enthalpie) ΔG0′ der Hydrolyse von ATP zu ADP und Phosphat etwa
(A) -300 kJ/mol
(B) -100 kJ/mol
(C) -30 kJ/mol
(D) -10 kJ/mol
(E) -1 kJ/mol
45
Bei der pankreatischen Glucokinase eines Patienten sei genetisch bedingt die
Michaelis-Konstante KM von 6 mmol/L auf 2 mmol/L und Vmax (pro mg Enzym) von
90 U auf 0,2 U hinsichtlich der Phosphorylierung von Glucose verkleinert.
Welche der Aussagen passt hierzu am besten?
(A) Der Patient benötigt 90-mal mehr Enzym, damit bei Substratsättigung des
Enzyms gleich viele Glucose-Moleküle pro Zeit umgesetzt werden wie bei Substratsättigung des normalen Enzyms.
(B) Oberhalb von 2 mmol/L Glucose arbeitet das Enzym des Patienten schneller als
das normale Enzym.
(C) Um ½ Vmax bei dem Patienten zu erreichen, ist eine geringere Glucose-Konzentration als beim normalen Enzym notwendig.
(D) Unterhalb von 2 mmol/L Glucose arbeitet das Enzym des Patienten schneller
als das normale Enzym.
(E) Wenn die Glucosekonzentration nach einer Mahlzeit von 6 auf 12 mmol/L zunimmt, steigt die Geschwindigkeit des Enzyms des Patienten stärker als die des
normalen Enzyms.
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46
Welche Aussage zu Fructose-2,6-bisphosphat trifft im Allgemeinen zu?
(A) Bei steigenden Glucose-Konzentrationen im Blutplasma wird in den Hepatozyten vermehrt Fructose-2,6-bisphosphat gebildet.
(B) Fructose-2,6-bisphosphat ist ein allosterischer Inhibitor der Phosphofructokinase-1.
(C) Fructose-2,6-bisphosphat wird in den Zellen durch Isomerisierung von Fructose1,6-bisphosphat bereitgestellt.
(D) Fructose-2,6-bisphosphat wird mit Hilfe der Aldolase B in Dihydroxyacetonphosphat und Glycerinaldehyd-3-phosphat gespalten.
(E) Steigende cAMP-Konzentrationen bewirken in den Hepatozyten eine vermehrte
Bildung und einen verminderten Abbau von Fructose-2,6-bisphosphat.
47
Im folgenden Schema sind Reaktionen des Stoffwechsels von Acetacetyl-CoA dargestellt.
Welche der Reaktionen
läuft nur extrahepatisch ab?
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48
In welchem der folgenden Schritte des Citrat-Zyklus wird CO2 freigesetzt?
Bei der Umwandlung von
(A) α-Ketoglutarat in Succinyl-CoA
(B) Succinyl-CoA in Succinat
(C) Succinat in Fumarat
(D) Fumarat in Malat
(E) Malat in Oxalacetat
49
Cytochrom c
(A) enthält acht zwei- und vierkernige Eisen-Schwefel-Zentren
(B) ist Teil des Enzymkomplexes im glatten endoplasmatischen Retikulum zur Biosynthese ungesättigter Fettsäuren
(C) ist über eine Polyisopren-Seitenkette in der inneren Mitochondrienmembran
verankert
(D) katalysiert die Hydroxylierung von Steroidhormon-Vorstufen
(E) überträgt ein Elektron vom Komplex III zu Komplex IV der Atmungskette
50
Welche der Verbindungen enthält eine Isoprenoid-Seitenkette, die aus mehreren
Isopren-Einheiten besteht?
(A) Arachidonsäure
(B) Ceramid
(C) Sphingosin
(D) Sulfatid
(E) Ubichinon
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- 19 -
51
Die Giftigkeit des Grünen Knollenblätterpilzes beruht u.a. auf dem in ihm enthaltenen α-Amanitin.
α-Amanitin ist
(A) ein Hemmstoff der Transkription
(B) ein hochspezifischer Ionenkanal-Blocker
(C) ein hochtoxisches cyanogenes Glykosid
(D) eine invasive ADP-Ribosyl-Transferase
(E) eine Sequenz-spezifische Endoprotease
52
Welche Aussage zum SRP (signal recognition particle) trifft zu?
(A) Das SRP bildet eine Pore in der Membran des endoplasmatischen Retikulums,
durch die ein Protein ins Lumen gelangen kann.
(B) Das SRP leitet die Enhancer-Wirkung auf die Generellen Transkriptionsfaktoren
weiter.
(C) Das SRP transportiert ein Protein über die innere Membran der Mitochondrien.
(D) Das SRP überträgt Hormonsignale von der Zellmembran ins Zellinnere.
(E) Solange das SRP an die Signalsequenz im naszierenden Protein gebunden ist,
ist die weitere Translation an diesem Ribosom gehemmt.
53
Beim Kartagener-Syndrom und ähnlichen Erkrankungen ist die Beweglichkeit der
Zilien eingeschränkt.
Welche ATPase ist typischerweise für die Bewegung der Zilien (Zilienschlag) verantwortlich?
(A) Chaperon HSP90
(B) Dynein
(C) H+/K+-ATPase
(D) Myosin
(E) Kinesin
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54
Würfelförmige Zellen mit jeweils 10 µm Kantenlänge bilden mit vernachlässigbar
kleinen Zwischenräumen ein Gewebe.
Wie viele Zellen sind in 1 cm3 eines derartigen Gewebes enthalten?
(A) 103 = 1 000
(B) 106 = 1 Million
(C) 109 = 1 Milliarde
(D) 1011 = 100 Milliarden
(E) 1012 = 1 Billion
55
Welche Aussage über K+-Ionen trifft typischerweise zu?
(A) Aktivierung von GABAB-Rezeptoren vermindert die K+-Leitfähigkeit der Zellmembran.
(B) Dem Aufstrich des Aktionspotentials liegt ein Einstrom von K+-Ionen durch
potentialgesteuerte K+-Kanäle der Zellmembran zugrunde.
(C) Einem hyperpolarisierenden Nachpotential liegt eine vorübergehende Abnahme
der K+-Leitfähigkeit der Zellmembran zugrunde.
(D) Die Na+/K+-ATPase transportiert K+-Ionen von extrazellulär nach intrazellulär.
(E) Ryanodin-Rezeptoren RYR1 sind spezifische K+-Kanäle.
56
In einer Zelle sinkt durch Energiemangel die ATPasen-Aktivität stark ab und die Zelle wird nekrotisch.
In dem beschriebenen Verlauf einer Nekrose kommt es (bei noch erhaltener Kontinuität der Zellmembran) typischerweise zur
(A) Abnahme der zytosolischen Ca2+-Konzentration
(B) Abnahme der zytosolischen Cl−-Konzentration
(C) Abnahme der zytosolischen Na+-Konzentration
(D) Zunahme der zytosolischen K+-Konzentration
(E) Zunahme des Zellvolumens
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57
Welche Substanz bewirkt (in ausreichender Konzentration) typischerweise direkt
eine Öffnung des (in der gleichen Tabellenzeile angegebenen) Ionenkanals?
Substanz
58
Ionenkanal
(A) Lidocain, ein Lokalanästhetikum
potentialgesteuerter Na+-Kanal an
einer afferenten Nervenfaser
(B) Mg2+
NMDA-Rezeptor an einem zentralen
Neuron
(C) Succinylcholin, ein Acetylcholin-Agonist
nicotinerger Acetylcholin-Rezeptor
an der motorischen Endplatte
(D) Tetrodotoxin (TTX)
potentialgesteuerter Na+-Kanal an
einem α-Motoneuron
(E) (+)-Tubocurarin (d-Tubocurarin)
nicotinerger Acetylcholin-Rezeptor
an der motorischen Endplatte
Welche Aussage über Drüsenzellen und deren Sekretfreisetzung trifft zu?
(A) Die Azinuszellen der Glandula parotidea sezernieren Chlorid typischerweise
durch Exozytose in den Primärspeichel.
(B) Die Belegzellen der Magenmukosa sezernieren typischerweise aktiviertes Pepsin
durch Exozytose in das Magenlumen.
(C) Die pankreatischen Azinuszellen sezernieren Trypsinogen typischerweise durch
Exozytose.
(D) Die pankreatischen B-Zellen sezernieren Insulin typischerweise in die Ausführungsgänge des Pankreas.
(E) Die Schilddrüsenzellen sezernieren Thyroxin, nachdem es intrazellulär an Thyroxin-bindendes Globulin gekoppelt wurde, durch Exozytose ins Blut.
59
Sphingolipide sind Membranlipide, die außerdem eine wichtige Rolle bei der Signaltransduktion spielen.
Welcher Molekülrest wird bei der Umwandlung von Sphingomyelin in Ceramid entfernt?
(A) Galactose
(B) Inositol-1,4,5-trisphosphat
(C) N-Acetyl-Neuraminsäure (NANA)
(D) Phosphocholin (Phosphorylcholin)
(E) ungesättigte Fettsäure
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60
Aufgrund der Vielfalt und unterschiedlichen Verbreitung der Kollagene im Organismus führen Störungen ihrer Biosynthese zu verschiedenen Krankheitsbildern, die
aber in der Regel auf einer geringeren Festigkeit der Extrazellulärmatrix der betroffenen Gewebe beruhen.
Welche der folgenden Aussagen zu Bildung und Struktur der Kollagene trifft zu?
(A) Die Hydroxylierung von Prolinresten des Prokollagens ist Vitamin-C-abhängig.
(B) Für die Ausbildung der Tripelhelix ist wesentlich, dass jede vierte Aminosäure
der beteiligten Peptidketten ein Glycin ist.
(C) Für eine extrazelluläre Quervernetzung werden Lysinreste im Kollagen reduziert.
(D) Kollagene tragen im Tripelhelixbereich mehr N- als O-Glykosylierungen.
(E) Nach der Ausschleusung aus der Zelle bildet sich die Tripelhelix aus.
61
Welche Aussage zu unterschiedlichen RNA-Arten in der Zelle trifft zu?
(A) miRNAs sind die aktiven Strukturelemente des Spleißosoms.
(B) mRNAs hemmen die Translation von zu ihnen komplementären RNAs.
(C) rRNAs sind als Ribozym an der Peptidyltransferasereaktion beteiligt.
(D) snRNAs setzen ein Starter-Nucleotid als Cap auf das Primärtranskript.
(E) tRNAs dienen als die Aminosäuresequenzen der Proteine kodierende Matrizen
bei der Translation.
62
Der Arzneistoff Hydroxycarbamid (Hydroxyurea, Hydroxyharnstoff) kann u.a. die
Ribonucleotid-Reduktase hemmen und dadurch auch unmittelbar die Umwandlung
von
(A) Adenosinmonophosphat in Inosinmonophosphat
(B) Desoxyuridinmonophosphat in Desoxythymidinmonophosphat
(C) Ribonucleosiddiphosphaten in Desoxyribonucleosiddiphosphate
(D) Ribonucleosiddiphosphaten in Ribonucleosidmonophosphate
(E) Ribonucleosidmonophosphaten in Ribonucleoside
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63
Bei Schädigung zellulärer DNA durch spontane (oxidative) Desaminierung von Cytosin entsteht
(A) Hypoxanthin
(B) Orotat
(C) Pyridin
(D) Thymin
(E) Uracil
64
Was versteht man unter Okazaki-Fragmenten?
(A) die Abschnitte des bei der Replikation diskontinuierlich synthetisierten Folgestrangs
(B) die primären Syntheseprodukte der RNA-Polymerase II
(C) DNA-Spaltprodukte der Restriktionsendonuclease Fok I
(D) durch Spleißvorgänge gebildete Intronfragmente
(E) Primer für die PCR (polymerase chain reaction)
65
Bei der DNA-Replikation katalysieren DNA-Polymerasen typischerweise die Reaktion
der
(A) 3'-OH-Gruppe des zu verlängernden Oligonucleotids mit der Phosphatgruppe
eines Desoxynucleosidmonophosphats
(B) 3'-OH-Gruppe des zu verlängernden Oligonucleotids mit dem α-Phosphoratom
eines Desoxynucleosidtriphosphats
(C) 3'-OH-Gruppe des zu verlängernden Oligonucleotids mit dem γ-Phosphoratom
eines Desoxynucleosidtriphosphats
(D) 5'-OH-Gruppe des zu verlängernden Oligonucleotids mit der Phosphatgruppe
eines Desoxynucleosidmonophosphats
(E) 5'-OH-Gruppe des zu verlängernden Oligonucleotids mit dem α-Phosphoratom
eines Desoxynucleosidtriphosphats
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66
Ein Enzym katalysiert diese Reaktionssequenz:
Spaltung je einer Phosphodiesterbindung in jedem Einzelstrang eines DNA-Doppelstrangs durch Umesterung auf Tyrosylreste des Enzyms. Durchführen eines DNADoppelstrangs durch diese Lücke. Rückbildung der Phosphodiesterbindungen durch
Umesterung von den Tyrosylresten auf die 3'-OH-Enden der Lücke.
Um welches Enzym handelt es sich?
(A) DNA-Helicase
(B) DNA-Ligase
(C) Restriktionsendonuclease
(D) snRNP-Komplexe
(E) Typ-II-Topoisomerase
67
Ein Transkript enthält 2 Exons und 1 Intron. Vom Startcodon bis zum Ende des ersten Exons sind es etwa 2 000 RNA-Basen. Das Intron hat etwa 6 000 Basen. Vom Anfang des zweiten Exons bis zum Stoppcodon sind es etwa 1 000 Basen.
Die mittlere relative Molekülmasse der codierten Aminosäuren ist 110/Aminosäure.
Welche der folgenden relativen Molekülmassen trifft für das dabei entstehende Protein näherungsweise zu?
(A) 3 000
(B) 6 000
(C) 30 000
(D) 100 000
(E) 1 000 000
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68
Welche der abgebildeten Formeln gibt die Struktur eines neusynthetisierten Dipeptids am Ribosom korrekt wieder?
H R
R
(A)
H3N
C
C
H3N
(C)
H3N
H
O
(D)
O
C
C
C
O
N
C
H
C
C
H
C
R
tRNA
H
N
O
O
O
O
H R
O
(E)
C
O
R
tRNA
H
C
C
R
O
O
R
N
C
C
H
H
tRNA
H
C
N
R
O
O
R
C
C
H
C
H
O
(B)
C
N
O
H
O
tRNA
H
R
C
O
H
C
N
O
tRNA
H
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69
Retinoblastome werden durch Mutationen in beiden Allelen des Retinoblastom-Gens
ausgelöst.
Welche der folgenden Funktionen lässt sich dem Retinoblastom-Protein Rb zuordnen, das vom intakten Retinoblastom-Gen kodiert wird?
(A) Das Rb-Protein ist eine Protease, die im Zellzyklus für den Abbau des Cyclins B
verantwortlich ist.
(B) Das Rb-Protein ist eine Serin/Threonin-Kinase, die das Cyclin D phosphoryliert.
(C) Das Rb-Protein ist eine Tyrosin-Kinase, die das Cyclin B phosphoryliert.
(D) Rb-Protein inhibiert E2F-Transkriptionsfaktoren durch eine direkte Bindung.
(E) Durch Phosphorylierung wird das Rb-Protein in das Protein p53 umgewandelt.
70
Welche Aussage zum Zellzyklus trifft zu?
(A) In der G0-Phase werden die Chromosomen getrennt.
(B) In der G1-Phase wird die DNA repliziert.
(C) In der G2-Phase werden die Chromosomen verdoppelt.
(D) Die M-Phase dient der Vorbereitung auf die Mitose.
(E) In der S-Phase werden Histone verstärkt synthetisiert.
71
Welche der Veränderungen führt am wahrscheinlichsten zu einem Anstieg der Konzentration von H+-Ionen im Blut?
(A) erhöhte, von den Na+-Kanälen ENaC getragene Na+-Leitfähigkeit der apikalen
Membran von Nierentubuluszellen
(B) Hyperventilation
(C) Insulinmangel
(D) Magensäureverluste (z.B. durch Magenspülungen)
(E) primärer Hyperaldosteronismus
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72
Bei einem Patienten besteht eine teilweise kompensierte respiratorische Azidose.
Welcher der Befunde ist bei einer Untersuchung seines arteriellen Bluts im typischen Fall zu erwarten?
(A) erniedrigter CO2-Partialdruck
(B) erniedrigtes aktuelles Bicarbonat
(C) erniedrigtes Standard-Bicarbonat
(D) pH-Wert > 7,45
(E) positiver BE (base excess, Basenabweichung)
73
Der O2-Gehalt des Blutes in den Aa. pulmonales des gesunden Erwachsenen in Ruhe
beträgt typischerweise etwa
(A) 40 mL O2/L Blut
(B) 90 mL O2/L Blut
(C) 150 mL O2/L Blut
(D) 200 mL O2/L Blut
(E) 270 mL O2/L Blut
74
Ein 23-jähriger Proband verrichtet auf dem Fahrradergometer 5 Minuten lang
eine schwere körperliche Arbeit knapp oberhalb seiner Dauerleistungsgrenze.
Hierbei kommt es gegenüber dem Zustand in Ruhe am wahrscheinlichsten zu
einer/einem
(A) Abnahme der maximalen O2-Bindungskapazität des Blutes
(B) Abnahme der Lactat-Konzentration im arteriellen Blutplasma
(C) Anstieg der arteriell-gemischtvenösen O2-Differenz
(D) Anstieg des arteriellen CO2-Partialdrucks auf mehr als 7,3 kPa (55 mmHg)
(E) Anstieg des arteriellen O2-Partialdrucks auf mehr als 20 kPa (150 mmHg)
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75
Bei einem Probanden soll mittels Indikatorverdünnungsverfahren das Blutvolumen
bestimmt werden.
Hierzu werden ihm zunächst 540 mg des Farbstoffs Evans Blue, der sich fast ausschließlich im Blutplasma verteilt, intravenös injiziert. Nach 10 Minuten werden
5 mL Blut entnommen und untersucht:
Der Hämatokrit beträgt 0,5. Nach der Abtrennung des Blutplasmas wird photometrisch eine Konzentration von 0,2 mg Evans Blue/mL Blutplasma gemessen.
Hieraus errechnet sich ein Blutvolumen von
(A) 3,4 L
(B) 3,9 L
(C) 4,4 L
(D) 4,9 L
(E) 5,4 L
76
Welche Aussage zu Lipoproteinen des Blutplasmas trifft zu?
(A) Die Lipoproteine mit dem höchsten Anteil an Apolipoproteinen sind die Chylomikronen.
(B) Die Lipoproteine mit dem höchsten Anteil an Cholesterin sind die VLDL.
(C) Die Lipoproteine mit dem höchsten Anteil an Triglyceriden sind die LDL.
(D) HDL transportieren typischerweise das von der Leber synthetisierte Cholesterin
zu den peripheren Geweben.
(E) IDL entstehen unter Einwirkung der Lipoproteinlipase aus VLDL.
77
Menschen mit einem angeborenen Defekt der Glucose-6-phosphat-Dehydrogenase
können eine hämolytische Anämie entwickeln.
Welche Stoffwechselleistung ist in den Erythrozyten durch einen Glucose-6-phosphat-Dehydrogenase-Mangel in erster Linie gefährdet?
(A) Citrat-Zyklus
(B) CO2-Transport
(C) Glutathion-Reduktion
(D) Glycolyse
(E) Phospholipid-Synthese
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78
Welcher der Mangelzustände führt, wenn er seit längerer Zeit besteht und ausgeprägt ist, typischerweise zu einer normochromen normozytären Anämie?
Mangel an
(A) Eisen
(B) Erythropoetin
(C) Folsäure
(D) Intrinsic factor
(E) Vitamin B12
79
Welche Aussage zum Hämoglobin trifft zu?
(A) 2,3-Bisphosphoglycerat stabilisiert die oxygenierte Konformation des Hämoglobins.
(B) Die Bindung des Sauerstoffs erfolgt an Fe3+.
(C) Die Mutation zu Sichelzellenhämoglobin (HbS) führt zu einer Polymerbildung
des oxygenierten HbS.
(D) Die Protonierung des Hämoglobins führt zur Stabilisierung der desoxygenierten
Konformation.
(E) Ein Molekül Hämoglobin A besteht aus vier verschiedenen Ketten (α, β, γ und
δ).
80
Hämatome wechseln im Laufe von Tagen ihre Farbe. Die bei einem Hämatom zu
beobachtenden Farbveränderungen erfolgen dabei im typischen Fall in einer bestimmten zeitlichen Abfolge.
Bringen Sie die folgenden Färbungen in die am besten zutreffende zeitliche Reihenfolge!
(1) blau durch Desoxyhämoglobin und Methämoglobin
(2) (orange)gelb durch Bilirubin
(3) grün durch Biliverdin
(A) 1 − 2 − 3
(B) 1 − 3 − 2
(C) 2 − 1 − 3
(D) 3 − 2 − 1
(E) 3 − 1 − 2
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81
Hemmung der Cyclooxygenase-1 vermindert die Aggregationsneigung der Blutplättchen (und damit z.B. das Risiko eines erneuten Herzinfarkts).
Die Synthese welches an der Blutstillung beteiligten Moleküls wird durch die Abnahme der Enzymaktivität am wahrscheinlichsten verringert?
(A) Fibrinogen
(B) Fibronectin
(C) Prothrombin
(D) Thromboxan A2
(E) von-Willebrand-Faktor
82
Heparin wird als Medikament zur Gerinnungshemmung eingesetzt. Es wirkt direkt
durch
(A) Aktivierung von Antithrombin III
(B) Aktivierung von Heparinasen
(C) Blockierung der γ-Carboxylierung von Gerinnungsfaktoren
(D) Hemmung von Protein C und S
(E) proteolytische Aktivierung von Plasminogen
83
Im letzten Schritt der Blutgerinnung wird das Fibrin-Aggregat mithilfe von Faktor
XIIIa zusätzlich stabilisiert.
Welche ist die entscheidende Reaktion, die dabei von Faktor XIIIa katalysiert wird?
(A) Abspaltung der Fibrinopeptide A und B von den N-terminalen Enden der α- und
β-Ketten
(B) Bildung von Plasmin aus Plasminogen
(C) posttranslationale Modifikation des Fibrins durch Vitamin-K-abhängige Carboxylierung bestimmter Glutaminsäurereste
(D) Quervernetzung des Fibrins durch Einlagerung zusätzlicher Ca2+-Ionen
(E) Quervernetzung des Fibrins durch Knüpfung kovalenter Bindungen zwischen jeweils einem Lysin- und einem Glutaminrest
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84
Welcher der folgenden Genotypen im Rhesus-System (in der Schreibweise nach
Fisher und Race) führt phänotypisch im Allgemeinen zu einem Blutgruppenmerkmal,
das als Rhesus-negativ (rh) bezeichnet wird?
(A) cDE/cde
(B) CDe/cde
(C) Cde/cde
(D) CDE/cde
(E) CDE/cDe
85
Das Blutserum einer erwachsenen Person wird jeweils mit Test-Erythrozyten gemischt, und zwar zunächst mit Erythrozyten der Blutgruppe A, dann mit Erythrozyten der Blutgruppe B und zuletzt mit Erythrozyten der Blutgruppe AB. In allen
drei Fällen kommt es zur Agglutination.
Im typischen Fall spricht dies im AB0-Blutgruppensystem für folgende Blutgruppe
der Person:
(A) A
(B) AB
(C) 0
(D) A oder B
(E) A, B oder AB
86
Die Vielfalt der Antikörper eines Menschen wird überwiegend bewirkt durch
(A) Ausbildung von Disulfidbrücken
(B) eine Vielzahl (mehr als tausend) von Immunglobulinloci im Genom
(C) posttranslationale Glykosylierung
(D) somatische Rekombination (Rearrangement) von Gensegmenten
(E) unterschiedliche Isotypen leichter Ketten
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87
Die in die Tränenflüssigkeit und in das Bronchialsekret sezernierten Antikörper gehören vorwiegend zur Klasse
(A) IgA
(B) IgG
(C) IgM
(D) IgD
(E) IgE
88
Zu welcher Klasse von Immunglobulinen gehören typischerweise die mütterlichen
Antikörper, die durch die Plazentaschranke in den Feten als Immunschutz gelangen?
(A) IgA
(B) IgG
(C) IgM
(D) IgD
(E) IgE
89
Bei der Fusion der Hülle vom HIV (human immunodeficiency virus) mit der Wirtszellmembran kommt es unter Mitwirkung von u.a. Chemokinrezeptoren primär zur
Interaktion des Hüllglykoproteins gp120 mit einem Membranprotein der Zielzelle.
Die dadurch bewirkte Konformationsänderung des gp120 hat wiederum eine Konformationsänderung des viralen Proteins gp41 zur Folge, wodurch schließlich die Fusion der Virusmembran mit der Wirtszellmembran ausgelöst wird.
Bei dem Membranprotein der Zielzelle, das mit gp120 interagiert, handelt es sich
typischerweise um
(A) CD4
(B) CD8
(C) CD40
(D) MHC-I
(E) MHC-II
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- 33 -
90
Ein typischer Vorgang im sog. alternativen Aktivierungsweg des Komplementsystems
ist die
(A) Aktivierung des C1-Komplexes durch Anlagerung an Antigen-Antikörper-Komplexe
(B) Anlagerung von Faktor B an oberflächengebundenes C3b
(C) Spaltung des C1-Komplexes durch bakterielle Calcium-abhängige Serin-Proteasen
(D) Spaltung des C1-Komplexes durch Interleukin-2 aus aktivierten T-Helferzellen
(E) Spaltung von C4 in C4b und C4a durch aktivierte Mannose-bindendes-Lektinassoziierte Serinproteasen (MASP1 oder MASP2)
91
Am Axonhügel eines Neurons wird ein Ruhemembranpotential von −70 mV registriert. Nun entsteht ein exzitatorisches postsynaptisches Potential (EPSP), das
dort gerade groß genug ist, um das Membranpotential so weit zu verschieben, dass
die Schwelle zur Auslösung eines Aktionspotentials erreicht wird.
Um wie viel mV hat sich das Membranpotential typischerweise durch das EPSP zur
Auslösung des AP verschoben?
(A) um etwa 1−3 mV
(B) um etwa 10−30 mV
(C) um etwa 40−50 mV
(D) um etwa 60−80 mV
(E) um etwa 100−110 mV
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92
Ein Axolemm wird durch jeweils zwei aufeinander folgende, kurze elektrische Reize
depolarisiert. Die Dauer aller Reize ist gleich.
Teil I des Versuchs: Beide Reize haben eine Stromstärke von 200 mA. Der erste Reiz
löst ein Aktionspotential (AP) aus, der zweite Reiz 3 ms nach Beginn dieses AP jedoch nicht.
Teil II des Versuchs: Der erste Reiz hat eine Stromstärke von 200 mA und löst ein AP
aus. Der zweite Reiz 3 ms nach Beginn dieses AP hat diesmal eine Stromstärke von
400 mA und löst auch ein AP aus.
Welche Aussage trifft am wahrscheinlichsten zu?
(A) Das Schwellenpotential ist 3 ms nach Beginn des jeweils ersten AP weiter vom
Ruhemembranpotential entfernt als vor dem ersten Reiz.
(B) In Teil I des Versuchs sind zum Zeitpunkt des zweiten Reizes alle spannungsabhängigen Na+-Kanäle im inaktivierten Zustand.
(C) In Teil II des Versuchs ist die Amplitude des zweiten AP gleich groß wie die des
ersten AP.
(D) Nach dem ersten Reiz von 200 mA würde bereits 2 ms nach Beginn des ersten
AP ein zweiter Reiz mit einer Stromstärke von 200 mA ausreichen, um ein AP
auszulösen.
(E) Nach einem ersten Reiz von 400 mA würde 3 ms nach Beginn des ersten AP ein
zweiter Reiz mit einer Stromstärke von 200 mA ausreichen, um ein AP auszulösen.
93
Eine Reflexantwort des M. triceps surae (Summenantwort im Reflexmyogramm)
kann bei einer Versuchsperson durch einen Hammerschlag auf die Achillessehne
(sog. T-Reflex) oder durch elektrische Reizung des N. tibialis im Bereich der Kniekehle (Hoffmann- bzw. H-Reflex) ausgelöst werden. Beim H-Reflex tritt bei mittlerer Reizstärke neben der H-Welle noch eine M-Welle auf, die durch direkte Aktivierung der Motoaxone entsteht.
Es wird jeweils die Zeit zwischen Reiz und Beginn der entsprechenden elektromyographisch registrierten Muskelantwort (Latenzzeit) bestimmt.
Welche Reihenfolge ergibt sich typischerweise, wenn T-Reflex-Antwort und M- bzw.
H-Welle des Hoffmann-Reflexes nach ihren Latenzzeiten zeitlich aufsteigend geordnet werden?
(A) H − T − M
(B) M − H − T
(C) M − T − H
(D) T − H − M
(E) T − M − H
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94
Der Gang eines 70-jährigen Patienten wird seit einigen Monaten zunehmend unsicher und schwankend. Bei der Untersuchung fällt ein spontaner Nystagmus auf. Der
Patient kann zielgerichtete Bewegungen (z.B. Ergreifen eines Gegenstandes) nicht
gradlinig ausführen und greift häufig daneben. Hierbei tritt ein bewegungsinduzierter Tremor auf. Ein Ruhezittern ist dagegen nicht zu beobachten. Willkürliche
Wechselbewegungen mit den Händen (z.B. alternierend Pro- und Supination) kann
er nur verlangsamt und schlecht koordiniert durchführen.
Eine Schädigung in welcher neuronalen Region passt hierzu am besten?
(A) Cerebellum
(B) frontales Augenfeld (Area 8)
(C) Pars compacta der Substantia nigra
(D) Pars reticularis der Substantia nigra
(E) primärer motorischer Cortex (M1)
95
Welche der Verbindungen im zentralen Nervensystem ist typischerweise dopaminerg?
(A) Globus pallidus lateralis → Nucleus subthalamicus
(B) Globus pallidus medialis → Thalamus
(C) Nucleus subthalamicus → Globus pallidus medialis
(D) Pars compacta der Substantia nigra → Striatum
(E) Pars reticularis der Substantia nigra → Thalamus
96
Welche der Fähigkeiten besitzt (im Unterschied zu Neuronen des Cortex cerebri)
der (reife) Astrozyt typischerweise nicht?
(A) Aufnahme von K+-Ionen aus dem Extrazellularraum
(B) Aufnahme von Transmittermolekülen aus dem Extrazellularraum
(C) Depolarisation der Zellmembran
(D) Expression von Ionenkanälen
(E) Generierung von Aktionspotentialen durch Öffnung potentialgesteuerter Na+Kanäle
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97
Wenn ein (adäquater) Sinnesreiz für längere Zeit mit gleicher Intensität auf die entsprechenden Sinnesrezeptoren (Sensoren) einwirkt, verändert sich im Allgemeinen
die Stärke der Reizempfindung.
Bei welcher der Sinnesempfindungen kommt es bei konstanter Reizstärke am wahrscheinlichsten zu einer ausgeprägten peripheren Sensibilisierung?
(A) Berührungsempfindung durch Reizung von Meissner-Körperchen auf der Fußsohle
(B) Geruchsempfindung durch Schwefelwasserstoff im Bereich des Riechepithels
(C) Geschmacksempfindung durch Kochsalzlösung auf der Zunge
(D) Schmerzempfindung durch eine Entzündung im Bereich der Fingerbeere
(E) Vibrationsempfindung durch Reizung von (Vater-)Pacini-Körperchen auf der
Handinnenfläche
98
In einer Sinneszelle führt ein kurz andauernder adäquater Reiz zur Abnahme der
intrazellulären Konzentration eines cyclischen Monophosphats (cAMP bzw. cGMP).
Diese Aussage trifft typischerweise zu für die Reizung von
(A) Geschmackssinneszellen der Zunge durch Glucose-Lösung
(B) Geschmackssinneszellen der Zunge durch NaCl-Lösung
(C) inneren Haarzellen der Cochlea durch ein Tonsignal
(D) Lichtsinneszellen (Photorezeptoren) der Retina durch Licht
(E) Riechsinneszellen des olfaktorischen Epithels durch einen Duftstoff
99
Welche Aussage über Stäbchen und Zapfen in der Retina trifft normalerweise zu?
(A) Die Anzahl der Stäbchen pro mm2 Retinafläche (Dichte der Stäbchen) steigt
vom parafovealen Bereich zur äußersten Netzhautperipherie hin an.
(B) Die Anzahl der Zapfen ist etwa 20-mal höher als die der Stäbchen.
(C) Im dunkeladaptierten Zustand sind Stäbchen lichtempfindlicher als Zapfen.
(D) Stäbchen haben ihre höchste spektrale Empfindlichkeit im Bereich des roten
Lichts.
(E) Zapfen setzen an den Synapsen mit Off-Bipolarzellen typischerweise GABA als
Neurotransmitter frei.
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100
Ein Patient hat zum einen eine langjährige beidseitige Myopie von 3,0 dpt und zum
anderen aufgrund einer Presbyopie eine auf 2,0 dpt verminderte Akkommodationsbreite.
Etwa wie weit ist (ohne Korrektur) der Fernpunkt von seinen Augen entfernt?
(A) 13 cm
(B) 33 cm
(C) 50 cm
(D) 1,0 m
(E) 2,0 m
101
Welche der Aussagen über den Hörbereich (normal hörender Jugendlicher) und den
Hauptsprachbereich trifft typischerweise zu?
(A) Ein Ton mit einem Lautstärkepegel von 10 Phon liegt innerhalb der Lautstärkepegel des Hauptsprachbereichs.
(B) Ein Ton mit einer Frequenz von 10 kHz liegt innerhalb der Frequenzen des
Hauptsprachbereichs.
(C) Die Hörschwelle ist bei einer Frequenz von etwa 100 Hz am niedrigsten (höchste Empfindlichkeit).
(D) Ein Ton mit einer Frequenz von 15 kHz liegt innerhalb der Frequenzen des Hörbereichs.
(E) Die Schmerzschwelle verläuft bei einem Lautstärkepegel von etwa 80 Phon.
102
Welche Aussage über die schwingende Basilarmembran und die Wanderwelle in der
Cochlea trifft normalerweise zu?
(A) Aufgrund zunehmender Steifigkeit der Basilarmembran vom Stapes zum Helicotrema nimmt die Amplitude der Wanderwelle stetig ab.
(B) Das Amplitudenmaximum der Wanderwelle liegt bei tiefen Frequenzen näher
am Helicotrema als bei hohen Frequenzen.
(C) Die Ausbreitungsgeschwindigkeit der Wanderwelle in der Cochlea ist gleich der
Schallgeschwindigkeit in der wässrigen Flüssigkeit Endolymphe.
(D) Durch die Kontraktion des M. stapedius wird die Amplitude der Wanderwelle
vergrößert.
(E) Durch die Kontraktionen der äußeren Haarzellen wird das Amplitudenmaximum
der Wanderwelle zum Helicotrema hin verlagert.
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103
Welche Aussage zu Sensorpotentialen (Rezeptorpotentialen) der inneren Haarzellen
der Cochlea trifft am wahrscheinlichsten zu?
(A) Bei Dehnung bzw. Anspannung der „Tip links“ zwischen den Stereovilli einer inneren Haarzelle kommt es zur Depolarisation der Zellmembran.
(B) Die sich bei der Entstehung des Sensorpotentials öffnenden mechanosensitiven
Kanäle der inneren Haarzelle sind spezifisch für Na+-Ionen.
(C) Die Sensorpotentiale erzeugen durch Öffnung potentialgesteuerter Na+-Kanäle
Aktionspotentiale in der inneren Haarzelle.
(D) Das Sensorpotential bewirkt die erhöhte Ausschüttung von Acetylcholin als
Transmitter aus dem basalen Pol der inneren Haarzelle.
(E) Die Sensorpotentiale der inneren Haarzellen können als otoakustische Emissionen am äußeren Gehörgang registriert werden.
104
Welche der folgenden Aussagen zur Registrierung akustisch evozierter Potentiale
(AEP) trifft im Allgemeinen zu?
(BERA: brainstem evoked response audiometry; CERA: cerebral evoked response
audiometry)
(A) Die erste Welle der frühen AEP in der BERA tritt bereits innerhalb der ersten
10 ms nach dem akustischen Reiz auf.
(B) Die erste Welle der frühen AEP in der BERA wird hauptsächlich durch die synaptische Aktivität im Colliculus inferior hervorgerufen.
(C) Das Auftreten von frühen AEP in der BERA beweist die bewusste Wahrnehmung
eines akustischen Reizes.
(D) Die AEP in der CERA (kortikale AEP) treten nur auf der Seite des beschallten
Ohres auf.
(E) Bei isolierter Innenohrschädigung sind sowohl die frühen AEP in der BERA als
auch die AEP in der CERA (kortikale AEP) beidseits normal.
105
Welcher der folgenden Rezeptoren ist ein direkt ligandengesteuerter Ionenkanal?
(A) Glycin-Rezeptor (GlyR)
(B) metabotroper Glutamat-Rezeptor (mGlu)
(C) muscarinerger Acetylcholin-Rezeptor (mAChR)
(D) α1-Adrenozeptor
(E) β1-Adrenozeptor
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106
Welche Aussage über Adrenozeptoren trifft typischerweise zu?
(A) Die Aktivierung von präsynaptischen α2-Adrenozeptoren auf sympathischen
postganglionären Varikositäten fördert die Freisetzung von Noradrenalin.
(B) Die Aktivierung von präsynaptischen β-Adrenozeptoren auf sympathischen
postganglionären Varikositäten hemmt die Freisetzung von Noradrenalin.
(C) Die Aktivierung von α1-Adrenozeptoren auf glatten Muskelzellen hemmt die Bildung von Inositol-1,4,5-trisphosphat.
(D) Die Aktivierung von β-Adrenozeptoren auf glatten Muskelzellen führt zur Aktivierung stimulierender G-Proteine (Gs-Proteine).
(E) Die synaptische Übertragung der sympathischen präganglionären Neurone auf
die postganglionären Neurone wird durch Adrenozeptoren vermittelt.
107
Die Kontraktion der glatten Muskulatur wird am wahrscheinlichsten gefördert durch
folgende Änderung an/in der glatten Muskelzelle:
(A) Aktivierung der Myosin-leichte-Ketten-Kinase (MLCK)
(B) Aktivierung von Ca2+-ATPasen des sarkoplasmatischen Retikulums
(C) Aktivierung von K+-Kanälen ihrer Zellmembran
(D) Aktivierung von β2-Rezeptoren ihrer Zellmembran
(E) Anstieg der zytosolischen cAMP-Konzentration
108
Welche der Aussagen zu Darmkontinenz bzw. Defäkation trifft (beim gesunden Erwachsenen) typischerweise zu?
(A) Beim Ablauf des Defäkationsreflexes treten auch Kontraktionen im Colon sigmoideum auf.
(B) Der M. sphincter ani externus besteht aus glatter Muskulatur, die den basalen
Dauertonus für die Darmkontinenz erzeugt.
(C) Der M. sphincter ani internus besteht aus quergestreifter Muskulatur, die bei
akuter Dehnung der Ampulla recti zunächst reflektorisch kontrahiert.
(D) Der Tonus des M. sphincter ani internus wird durch Aktivierung α1-adrenerger
sympathischer Efferenzen vermindert.
(E) Die an der Steuerung des Defäkationsreflexes beteiligten präganglionären parasympathischen Fasern entstammen überwiegend dem lumbalen Rückenmark.
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109
Bei welcher der folgenden Strukturen führt die Aktivierung parasympathischer Efferenzen am wahrscheinlichsten zur Relaxation der innervierten glatten Muskelzellen?
(A) Aa. helicinae der Corpora cavernosa penis
(B) Bronchialmuskulatur
(C) Detrusor vesicae
(D) Längsmuskulatur des Jejunums
(E) M. sphincter pupillae
110
Surfactant in der Lunge
(A) besteht hauptsächlich aus Tocopherolen
(B) erhöht die alveoläre Oberflächenspannung
(C) ist ein Transmembranprotein
(D) vermindert die inspiratorische Atemarbeit
(E) wird überwiegend von seromukösen Drüsen des Bronchialepithels gebildet
111
Welche Aussage zur Inspiration in einem normalen Atemzyklus trifft für einen Erwachsenen in Ruhe im Allgemeinen zu?
(A) Das Lungenvolumen ist nach Beendigung der Inspiration etwa doppelt so groß
wie vor ihrem Beginn.
(B) Der Druck im Pleuraspalt (intrapleuraler Druck) ist nach Beendigung der Inspiration wieder so hoch wie vor ihrem Beginn.
(C) Der intrapulmonale (intraalveoläre) Druck ändert sich bei der Inspiration um
mehr als 2 kPa (15 mmHg).
(D) Die Inspiration wird durch Kontraktion der Mm. intercostales interni verstärkt.
(E) Während der Inspiration ist der intrapulmonale (intraalveoläre) Druck negativ
(gegenüber dem Umgebungsluftdruck).
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112
Bei einem Patienten ist es zu einer Verminderung der elastischen Rückstellkräfte
der Lunge gekommen.
Welche Kombination von Aussagen über die statische Compliance der Lunge und den
Druck im Pleuraspalt ist durch diese Veränderung (im Vergleich zum Zustand vor der
Erkrankung bei jeweils gleichen Lungenvolumina) am besten zu erklären?
113
statische Compliance
der Lunge
Druck im Pleuraspalt
(A)
vermindert
stärker negativ
(B)
vermindert
unverändert
(C)
vermindert
weniger negativ
(D)
erhöht
stärker negativ
(E)
erhöht
weniger negativ
Bei einem Patienten liegen folgende Werte vor:
Atemminutenvolumen
Atemfrequenz
Lungendurchblutung
anatomischer Totraum
7,5 L/min
20/min
5,0 L/min
0,125 L
Das (mittlere) Ventilations-Perfusions-Verhältnis seiner Lungen beträgt somit
(A) 0,7
(B) 0,8
(C) 0,9
(D) 1,0
(E) 1,1
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114
ATPasen wie Myosin oder die Na+/K+-Pumpe katalysieren die Hydrolyse von ATP zu
ADP und Phosphat.
Bei pH-Werten über 7,0 entsteht dabei gemäß der Gleichung
ATP4− + H2O → ADP3− + HPO42− + X
als Produkt X:
(A) H+
(B) H2O2
(C) Hydrid (H−)
(D) HO−
(E) OH-Radikal (OH·)
115
Welche Aussage zum Querbrückenzyklus in der Skelettmuskelfaser trifft typischerweise zu?
(A) Das Troponin-Tropomyosin-System hemmt im ruhenden Muskel die Bindung von
Myosin an Actin und damit das Starten des Querbrückenzyklus.
(B) Der Querbrückenzyklus wird durch Bindung von Ca2+ an den Myosinkopf gestartet.
(C) Die Hydrolyse des ATP zu noch im Myosinkopf befindlichem ADP und anorganischem Phosphat erfolgt während des Kraftschlags.
(D) Zuerst verlässt ADP und dann das anorganische Phosphat die Tasche im Myosinkopf.
(E) Die Freisetzung des ADP aus dem Myosinkopf bewirkt die Loslösung des Myosinkopfs vom Actin.
116
Welche der kardialen Ionenkanäle werden durch Hyperpolarisation aktiviert?
(A) Kanäle für den If-Strom (funny current)
(B) potentialgesteuerte Ca2+-Kanäle (L-Typ)
(C) potentialgesteuerte Na+-Kanäle
(D) Ryanodin-sensitive Ca2+-Kanäle (RYR2)
(E) verzögert auswärts rektifizierende K+-Kanäle (verzögerte K+-Auswärtsgleichrichter)
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117
Welche der Veränderungen an/in den Schrittmacherzellen des Sinusknotens bewirkt
am wahrscheinlichsten eine Zunahme der Herzfrequenz?
(A) Aktivierung der muscarinergen Rezeptoren
(B) Hemmung der Adenylat-Cyclase
(C) Hemmung der Phosphodiesterasen
(D) Hemmung der β-adrenergen Rezeptoren
(E) Hemmung des If-Stroms (funny current)
118
119
Welche der Konstellationen von Aktionspotentialdauer und Erregungsausbreitungsgeschwindigkeit im Ventrikelmyokard begünstigt eine (pathologische) kreisende Erregung im dortigen Myokard am meisten?
Aktionspotentialdauer
Erregungsausbreitungsgeschwindigkeit
(A)
verkürzt
erniedrigt
(B)
verkürzt
erhöht
(C)
unverändert
erniedrigt
(D)
unverändert
erhöht
(E)
verlängert
erhöht
Bei einem Patienten liegt die elektrische Herzachse im Cabrera-Kreis bei +75°.
Hieraus ergibt sich für die Höhe der Amplitude der R-Zacken in den EKG-Ableitungen I, II und III (nach Einthoven) typischerweise:
(A) I > II > III
(B) II > I > III
(C) II > III > I
(D) III > I > II
(E) III > II > I
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120
Im EKG (Ableitung I nach Einthoven) einer 60-jährigen Patientin sind regelmäßige
P-Wellen mit einer Frequenz von 100/min und regelmäßige R-Zacken mit einer Frequenz von 40/min zu erkennen.
Welche Aussage zu diesem Befund trifft am besten zu?
(A) Es liegt wahrscheinlich ein AV-Block 1. Grades vor.
(B) Es liegt wahrscheinlich ein AV-Block 3. Grades vor.
(C) Es liegt wahrscheinlich ein Linksschenkelblock (Erregungsleitungsstörung im linken Tawara-Schenkel) vor.
(D) Es liegt wahrscheinlich Kammerflattern vor.
(E) Verabreichung von Atropin würde typischerweise die Frequenz der P-Wellen auf
40/min senken.
121
Durch welchen Herzklappenfehler wird primär die Füllung einer Herzkammer behindert, sodass eine verkürzte Dauer der Diastole (z.B. bei körperlicher Belastung) die
Füllung dieser Herzkammer besonders beeinträchtigen würde?
(A) Aortenklappenstenose
(B) Aortenklappeninsuffizienz
(C) Mitralklappenstenose
(D) Mitralklappeninsuffizienz
(E) Pulmonalklappenstenose
122
Zur Energiegewinnung kann das Myokard auch Lactat als Substratquelle nutzen.
Bei einem Patienten ist die Lactat-Konzentration arteriell 2,0 mmol/L und koronarvenös 1,8 mmol/L. Die Durchblutung des gesamten Myokards beträgt 300 mL/min.
Der Netto-Lactatverbrauch des Herzmuskels beträgt dann etwa
(A) 2 µmol/min
(B) 6 µmol/min
(C) 20 µmol/min
(D) 60 µmol/min
(E) 200 µmol/min
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123
In Ruhe (und bei Indifferenztemperatur) fließen etwa 5 % des Herzzeitvolumens
durch
(A) das Gehirn
(B) die Herzkranzgefäße
(C) die Nieren
(D) die Skelettmuskulatur
(E) die V. portae und A. hepatica
124
125
Welche Kombination kardialer Funktionsparameter (in Ruhe, Liegendposition) passt
am besten zu einem sehr gut trainierten, gesunden 25-jährigen Ausdauersportler
(70 kg Körpergewicht)?
Herzfrequenz
Herzzeitvolumen
(A)
48 min−1
1,9 L/min
(B)
48 min−1
3,4 L/min
(C)
48 min−1
5,3 L/min
(D)
70 min−1
4,9 L/min
(E)
90 min−1
6,3 L/min
Eine Frau mit normalem arteriellen Blutdruck und 170 cm Körpergröße streckt einen
Arm senkrecht nach oben und bleibt in dieser Position ruhig stehen.
Der arterielle Mitteldruck an der Handwurzel des erhobenen Armes liegt dann am
wahrscheinlichsten im Bereich von
(A) −80 bis −60 mmHg
(B) 30 bis 50 mmHg
(C) 80 bis 100 mmHg
(D) 100 bis 120 mmHg
(E) 130 bis 150 mmHg
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126
Welche Aussage über die Arteriolen und Kapillaren des großen Kreislaufs einer liegenden Person trifft am wahrscheinlichsten zu?
(A) Der mittlere Blutdruck ist in den Kapillaren höher als in den Arteriolen.
(B) Die Gesamtquerschnittsfläche der Arteriolen ist etwa dreimal so groß wie die
der Kapillaren.
(C) Die Kapillaren haben mit etwa 60 % einen etwa doppelt so großen Anteil am gesamten Strömungswiderstand des großen Kreislaufs (TPR) wie die Arteriolen.
(D) Die mittlere Strömungsgeschwindigkeit ist in den Arteriolen niedriger als in den
Kapillaren.
(E) Es gibt weniger parallel geschaltete Arteriolen als parallel geschaltete Kapillaren.
127
Welche der Veränderungen an einer kleinen Hirnarterie führt am wahrscheinlichsten
zu einer Steigerung ihrer Durchblutung?
(A) Abnahme der interstitiellen Adenosin-Konzentration
(B) Abnahme der interstitiellen NO-Konzentration
(C) vermehrte Bindung von Endothelin-1 (ET-1) an ETA-Rezeptoren der Gefäßmuskelzellen
(D) Zunahme des arteriellen CO2-Partialdrucks
(E) Zunahme des interstitiellen pH-Wertes
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128
Die folgende Abbildung zeigt schematisch oben die Druckschwankungen des zentralen Venendrucks und darunter eine gleichzeitig aufgezeichnete EKG-Ableitung:
Welche der Druckschwankungen des zentralen Venendrucks wird durch die Vorhofkontraktion hervorgerufen?
(A) a-Welle
(B) c-Welle
(C) x-Senkung
(D) v-Welle
(E) y-Senkung
129
Ein verwirrter älterer Patient, der seit längerer Zeit zu wenig getrunken hat, wird in
dehydriertem Zustand in die Klinik aufgenommen.
Welcher der Befunde ist als Folge des stark verringerten extrazellulären Flüssigkeitsvolumens am wahrscheinlichsten zu erwarten?
(A) Bradykardie
(B) erhöhte Konzentration von Atriopeptin (ANP) im Blutplasma
(C) erhöhte Renin-Aktivität im Blutplasma
(D) erniedrigte Konzentration von Adiuretin (ADH) im Blutplasma
(E) erniedrigter Hämatokrit
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130
Welche Aussage zum fetalen Kreislauf bzw. fetalen Blut am Ende der Gravidität
trifft normalerweise zu?
(A) Das Foramen ovale schließt sich vor der Geburt.
(B) Der mittlere Blutdruck in der V. umbilicalis beträgt etwa 100 mmHg.
(C) Die fetale Herzfrequenz beträgt mehr als 100 min−1.
(D) Die Hämoglobinkonzentration im fetalen Blut beträgt etwa 120 g/L.
(E) Die O2-Sättigung des Blutes ist in der fetalen Aorta etwa doppelt so hoch wie in
der V. umbilicalis.
131
Welche Aussage zu Transport oder Speicherung von Eisen trifft zu?
(A) Eisen wird im Blutplasma vor allem in Form freier Fe2+ transportiert.
(B) Ferritin dient der intrazellulären Eisenspeicherung.
(C) Ferroportin dient vor allem dem Transport von Eisen-Ionen aus dem Blutplasma
in die Zellen mit Eisenbedarf.
(D) Hämosiderin ist eine extrazelluläre Speicherform von Eisen.
(E) Transferrin weist (beim Gesunden) durchschnittlich eine etwa 98%ige Eisensättigung auf.
132
Bei Mangel an einem bestimmten Vitamin kann es zu Blutungen in die Haut, Zahnfleischbluten, Lockerung der Zähne und Einblutungen in die Gelenke kommen.
Der Mangel an welchem der Vitamine kommt bei Auftreten dieser Symptomatik am
ehesten in Betracht?
(A) Vitamin A
(B) Vitamin B6
(C) Vitamin B12
(D) Vitamin C
(E) Vitamin E
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133
Eine 10%ige (w/v) Fettemulsion enthält pro 100 mL 10 g Fett, dessen mittlerer biologischer Brennwert je Gramm gleich dem üblichen Nahrungsfett ist. Von dieser
Fettemulsion werden einem Patienten 500 mL intravenös infundiert.
Der Energiegehalt des zugeführten Fetts beträgt etwa
(A) 40 kJ (10 kcal)
(B) 200 kJ (50 kcal)
(C) 400 kJ (100 kcal)
(D) 2 000 kJ (500 kcal)
(E) 4 000 kJ (1 000 kcal)
134
Von welchen Zellen wird die größte Menge des Enzyms Enteropeptidase („Enterokinase“) gebildet?
(A) Azinuszellen des Pankreas
(B) Azinuszellen der Parotis
(C) EC-Zellen (enterochromaffine Zellen) des oberen Dünndarms
(D) Enterozyten des oberen Dünndarms
(E) Hauptzellen der Magendrüsen
135
Die sekretorische Aktivität der Belegzellen des Magens wird typischerweise durch
(A) Acetylcholin gehemmt
(B) Galanin stimuliert
(C) Gastrin stimuliert
(D) Histamin gehemmt
(E) Somatostatin stimuliert
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136
Mit der Nahrung zugeführtes Vitamin B12 wird im unteren Ileum über rezeptorvermittelte Endozytose in die Enterozyten aufgenommen.
Hierzu bindet das Vitamin B12 an Rezeptoren der apikalen Zellmembran der Enterozyten typischerweise
(A) als freies Cobalamin
(B) im Komplex mit Albumin
(C) im Komplex mit Caeruloplasmin
(D) im Komplex mit Intrinsic-Faktor
(E) im Komplex mit Transcobalamin II
137
Ein Patient asiatischer Herkunft berichtet, dass er nach der Aufnahme bereits geringer Mengen Alkohol unter Kopfschmerzen, Übelkeit und „Herzrasen“ leide. Bei
diesem Patienten führt die verminderte Aktivität eines Enzyms zur Akkumulation
toxischen Ethanals, wodurch die entsprechende Symptomatik verursacht wird.
Um welches Enzym handelt es sich am wahrscheinlichsten?
(A) Aldehyd-Dehydrogenase
(B) Aldolase
(C) Aldose-Reduktase
(D) Alkohol-Dehydrogenase
(E) Lactat-Dehydrogenase
138
Welches der Enzyme des Kohlenhydratstoffwechsels katalysiert in Hepatozyten eine
Reaktion, die unter physiologischen Bedingungen reversibel ist?
(A) Glucose-6-phosphatase
(B) Hexokinase
(C) Phosphofructokinase-1
(D) Phosphoglycerat-Kinase
(E) Pyruvat-Kinase
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Welche Aussage zur Biotransformation in den Hepatozyten trifft zu?
(A) Cytochrom-P450-abhängige Monooxygenasen bauen beide Atome des Sauerstoffs
in ihre Substratmoleküle ein.
(B) Die chemische Veränderung von Fremdstoffen in der Phase I kann zu toxischen
Zwischenprodukten führen.
(C) Ein typischer Indikator für eine unzureichende Biotransformation ist eine erhöhte Konzentration an direktem (konjugiertem) Bilirubin im Blutplasma.
(D) In den Molekülen vorkommende Nitrogruppen werden zu Aminogruppen oxidiert.
(E) In Phase I erzeugte OH-Gruppen werden in Phase II mit UDP-Glucuronsäure typischerweise verestert.
140
Welches Enzym der Harnstoff-Biosynthese wird allosterisch durch N-Acetylglutamat
aktiviert?
(A) Arginase
(B) Argininosuccinat-Lyase
(C) Argininosuccinat-Synthetase
(D) Carbamylphosphat-Synthetase I
(E) Ornithin-Carbamyltransferase
141
Welche der Reaktionsgleichungen beschreibt stöchiometrisch korrekt einen Teilschritt der Harnstoff-Biosynthese?
(A) Argininosuccinat → Arginin + Succinat
(B) Carbamylphosphat + ATP + Aspartat → Argininosuccinat + ADP + PPi
(C) Citrullin + H2O → Harnstoff + Ornithin
(D) HCO3− + NH4+ + ATP → Carbamylphosphat + Pi + ADP
(E) Ornithin + Carbamylphosphat → Citrullin + Pi
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142
Bei einem gesunden 30-Jährigen beträgt die renale Clearance einer Substanz
300 mL/min.
Daraus lässt sich schlussfolgern, dass (aller Wahrscheinlichkeit nach)
(A) die Konzentration der Substanz im Blutplasma in der V. renalis etwa doppelt so
hoch wie in der A. renalis ist
(B) die Substanz überwiegend an Plasmaeiweiße gebunden ist
(C) die Substanz glomerulär nicht filtriert wird
(D) die Substanz tubulär (netto-)sezerniert wird
(E) die Substanz überwiegend im Sammelrohr resorbiert wird
143
Die über die Niere ausgeschiedene Menge eines Moleküls oder Ions im Verhältnis zu
seiner glomerulär filtrierten Menge ist dessen fraktionelle Ausscheidung.
Für welches Molekül bzw. Ion ist die fraktionelle Ausscheidung im Allgemeinen am
höchsten?
(A) Cl−
(B) Creatinin
(C) Harnstoff
(D) HCO3−
(E) Urat
144
Die Hemmung des renalen Na+,K+,2Cl−-Symporters der apikalen Tubuluszellmembran
bewirkt am wahrscheinlichsten eine
(A) Azidose
(B) gesteigerte Ca2+-Resorption im dicken aufsteigenden Teil der Henle-Schleife
(C) Hyperkaliämie
(D) verminderte Mg2+-Resorption im dicken aufsteigenden Teil der Henle-Schleife
(E) Verringerung des Endharnvolumens
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Welche Formel zeigt das quantitativ wichtigste Ausscheidungsprodukt des Stickstoff-Stoffwechsels im Urin (beim gesunden Menschen)?
O
H2N
C
O
NH2
H2N
O
C
O
O
P
N
H3C
OH
NH
OH
(B)
(A)
NH
(C)
COOH
H2N
CH
O
CH2
CH2
H2 C
HN
NH2
N
H
C
NH
H
N
O
O
(D)
146
N
H
N
H
(E)
Vitamin-A-Säure (Retinsäure) hat die Funktion eines Wachstums- und Differenzierungsfaktors.
Mit welchem Rezeptortyp interagiert Vitamin-A-Säure?
(A) direkt ligandengesteuerter Ionenkanal
(B) G-Protein-gekoppelter Rezeptor
(C) heptahelikaler Rezeptor
(D) ligandenabhängiger Transkriptionsfaktor
(E) Tyrosinkinase-Rezeptor
147
Welche Aussage über die Wirkungen von Histamin trifft typischerweise zu?
Histamin
(A) bewirkt eine Dilatation der Bronchien
(B) bewirkt eine Vasokonstriktion kleiner Blutgefäße
(C) erhöht die Endothelpermeabilität kleiner Blutgefäße
(D) hemmt prurizeptive (Juckreiz vermittelnde) C-Fasern in der Haut
(E) wirkt über H2-Rezeptoren an Arbeitsmyokardzellen negativ inotrop
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148
Prostaglandin E2 bewirkt typischerweise eine
(A) Bronchokonstriktion
(B) Hemmung der Mucinsekretion im Magen
(C) Hemmung von Nozizeptoren in der Haut
(D) Steigerung der Körperkerntemperatur
(E) Steigerung der Säuresekretion im Magen
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Welche der Kurven (A) bis (E) gibt den zeitlichen Verlauf der morgendlichen, direkt
nach dem Aufwachen gemessenen Körperkerntemperatur der Frau während eines
ovulatorischen Menstruationszyklus schematisch am besten wieder (wenn es nicht
zur Nidation gekommen ist)?
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Welches der Steroidhormone enthält in seinem Ringsystem einen aromatischen
Ring?
(A) Aldosteron
(B) Cortisol
(C) Estradiol
(D) Progesteron
(E) Testosteron
151
Welche Aussage über Aldosteron trifft typischerweise zu?
(A) Aldosteron hemmt die renale Na+-Resorption im Sammelrohr.
(B) Aldosteron ist ein Syntheseprodukt der Cyclooxygenase.
(C) Aldosteron steigert die renale K+-Sekretion vor allem im proximalen Tubulus.
(D) Aldosteron wird nach seiner Synthese in zytosolischen Sekretgranula auf Vorrat
gespeichert und bei Zellaktivierung durch Exozytose freigesetzt.
(E) Die Aldosteron-Freisetzung wird durch erhöhte K+-Konzentration im Blutplasma
stimuliert.
152
Ein Patient wird nach einer Organtransplantation für einen längeren Zeitraum hoch
dosiert mit einem synthetischen Glucocorticoid (Cortisol-Analogon) behandelt.
Durch diese medikamentöse Therapie kommt es am wahrscheinlichsten zu einer
(A) gesteigerten ACTH-Sekretion
(B) gesteigerten Eicosanoid-Synthese
(C) gesteigerten Immunglobulin-Synthese
(D) gesteigerten Kollagen-Synthese der Fibroblasten
(E) verminderten Lymphozytenzahl im Blut (Lymphozytopenie)
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Bei einem krank wirkenden 12-jährigen Jungen besteht der Verdacht auf einen Mangel an Vitamin D aufgrund unzureichender Zufuhr mit der Nahrung und mangelnder
Sonnenexposition.
Zu dieser Verdachtsdiagnose passt am besten:
(A) erhöhte Calcium-Konzentration im Blutplasma
(B) erhöhte Phosphat-Konzentration im Blutplasma
(C) gesteigerte Freisetzung von Parathormon (Parathyrin) aus den Glandulae parathyroideae
(D) gesteigerte Mineralisation der Knochen
(E) Hyperpigmentierung der (zuvor hellen) Haut
154
Parathormon (Parathyrin)
(A) entsteht durch Ringspaltung aus 7-Dehydrocholesterin
(B) führt zu einer Erniedrigung der Konzentration an freiem Ca2+ im Blutplasma
(C) ist ein Produkt der Thyreoperoxidase
(D) stimuliert die Hydroxylierung von Calcidiol (25-Hydroxy-Cholecalciferol) in der
Niere
(E) stimuliert die Sekretion von Calciol (Cholecalciferol) aus den Enterozyten
155
Die Osteoklasten-Aktivität im Knochen wird am wahrscheinlichsten vermindert
durch
(A) Calcitonin
(B) Cortisol
(C) Interleukin-6 (IL-6)
(D) Parathormon
(E) RANKL (RANK-Ligand)
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Welche Aussage zu Adiuretin (ADH) trifft zu?
(A) ADH hemmt die renale Wasserrückresorption im Sammelrohr.
(B) ADH ist ein Glykoprotein.
(C) ADH vermindert an der luminalen Zellmembran der Sammelrohrzellen die Wasserpermeabilität.
(D) Bindung von ADH an seine Rezeptoren auf glatten Gefäßmuskelzellen wirkt
typischerweise kontrahierend.
(E) Die Somata der ADH-synthetisierenden Zellen liegen hauptsächlich im Hypophysenhinterlappen.
157
Welches Peptid entsteht aus der Vorstufe Pro-Opiomelanocortin (POMC)?
(A) Adiuretin (ADH)
(B) B-Kette des Insulins
(C) β-Endorphin
(D) Prolactin
(E) TSH (Thyrotropin)
158
Welche Aussage über das vom Vorhofmyokard freigesetzte Atriopeptin (ANP) trifft
typischerweise zu?
(A) ANP hemmt die Guanylat-Cyclase in den Zielzellen.
(B) ANP erhöht das intravasale Volumen.
(C) ANP erhöht den arteriellen Blutdruck.
(D) ANP vermindert die glomeruläre Filtrationsrate.
(E) ANP wird bei akutem Anstieg des zentralen Venendrucks vermehrt freigesetzt.
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Bringen Sie die folgenden Ereignisse, die im Glucose-Sensorsystem der Insulinsezernierenden Zellen (B-Zellen des Pankreas) bei ansteigender Blutglucosekonzentration eine Rolle spielen, in die richtige zeitliche Reihenfolge!
(1) Depolarisierung der Zellmembran
(2) gesteigerte Glucoseaufnahme über GLUT2-Transporter
(3) Öffnung von Ca2+-Kanälen und Einstrom von Ca2+ in die Zelle
(4) Phosphorylierung von ADP zu ATP durch Glycolyse
(5) Schließung von ATP-regulierten K+-Kanälen
(A) 1 − 2 − 3 − 4 − 5
(B) 2 − 1 − 4 − 3 − 5
(C) 2 − 4 − 5 − 1 − 3
(D) 3 − 1 − 2 − 4 − 5
(E) 3 − 2 − 4 − 1 − 5
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Insulin bewirkt am wahrscheinlichsten:
(A) gesteigerte Aufnahme von K+-Ionen in Skelettmuskelzellen
(B) gesteigerte Lipolyse von Triglyceriden in Fettzellen
(C) verminderte Aufnahme von Glucose in Skelettmuskelzellen
(D) verminderte Glykogensynthese in Leberzellen
(E) verminderte Proteinsynthese in Skelettmuskelzellen
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