Seelöwe - SWR Kindernetz

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Seelöwe | Tierlexikon für Kinder - Archiv | SWR Kindernetz OLI's Wilde Welt
Seelöwe
Otariini
Ihr löwenartiges Gebrüll hat den Seelöwen ihren Namen gegeben. Die
mächtigen Raubtiere leben im Meer und sind perfekt an ein Leben im
Wasser angepasst.
Aussehen
Seelöwen gehören zur Ordnung der Raubtiere und dort zur Familie der
Ohrenrobben. Sie bilden die Gattungsgruppe Otariini mit sechs
verschiedenen Arten.
Ihr Körper ist lang gestreckt und die Vorder- und Hinterbeine sind zu
Flossen umgebildet. Der kleine Kopf mit der kurzen Schnauze sitzt auf
einem kurzen, kräftigen Hals.
Anders als Seehunde haben Seelöwen winzig
kleine Ohrmuscheln am Kopf und ihre hinteren Gliedmaßen mit den
Flossen sind sehr viel länger. Diese können sie außerdem nach vorne
unter den Bauch klappen.
So können sie sich auf dem Land geschickter und schneller bewegen als
Seehunde.
Die Männchen aller Seelöwen-Arten sind deutlich größer als die
Weibchen.
Wenn sie sich auf den Vorderflossen aufrichten, sind die größten
Exemplare mehr als zwei Meter hoch. Die Männchen besitzen eine Mähne
und ihr Gebrüll klingt wie das eines richtigen Löwen.
Das Fell der Seelöwen ist dunkelbraun, sehr dicht und wasserabweisend
und besteht aus den Stammhaaren und Grannenhaaren. Weil ein feines
Unterfell fast ganz fehlt, liegt es dicht am Körper an.
Typisch ist eine mächtige Fettschicht, der sogenannte Blubber. Er schützt
die Tiere vor dem kalten Wasser.
Heimat
Seelöwen sind an der Pazifik-Küste Nordamerika, an der Pazifik- und Atlantikküste Südamerikas, rund
um die Galapagos-Inseln und an den Küsten Australiens und Neuseelands zu Hause.
Lebensraum
Seelöwen sind Meeresbewohner und leben vor allem an felsigen Küsten. Zur Paarung, Geburt und
Aufzucht der Jungen gehen sie jedoch an Land.
Rassen und Arten
Die bekannteste Art sind die Kalifornischen Seelöwen (Zalophus
californianus).
Sie leben an der Westküste Nordamerikas von Kanada bis Mexiko, sind
die kleinsten und leichtesten aller Seelöwen und ihre Schnauze ist langer
und schlanker als bei den anderen Arten. Die Männchen werden bis zu
220 Zentimeter, die Weibchen bis zu 170 Zentimeter lang.
Die mächtigsten sind die Stellerschen Seelöwen (Eumetopias jubatus).
Die Männchen werden bis zu dreieinhalb Meter lang und wiegen über eine Tonne, die Weibchen
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messen nur 240 Zentimeter und wiegen bis zu 300 Kilogramm. Sie leben vor allem an den nördlichen
Pazifikküsten Asiens und Nordamerikas.
Auch die Neuseeländischen Seelöwen (Phocarctos hookeri) sind relativ
klein: Die Männchen werden bis 245 Zentimeter, die Weibchen maximal
200 Zentimeter lang. Sie leben auf subantarktischen Inseln in der Gegend
von Neuseeland und an den Küsten der neuseeländischen Südinsel.
Die Australischen Seelöwen (Neophoca cinerea) besiedeln vor allem die
Inseln vor den Küsten West- und Südaustraliens. Die Männchen messen
bis 250 Zentimeter, die Weibchen bis 180 Zentimeter.
Die Südamerikanischen Seelöwen, auch Mähnenrobben (Otaria
flavescens) genannt, leben an den Pazifikküste Südamerikas von Peru bis
Feuerland und an der Atlantikküste von der Südspitze bis Südbrasilien. Die
Männchen werden 250 Zentimeter lang, die Weibchen 200 Zentimeter.
Galápagos-Seelöwen leben, wie ihr Name sagt, im Pazifik an den Küsten
der Galapagos-Inseln rund 1000 Kilometer westlich von Ecuador. Die
Männchen werden bis zu 270 Zentimeter, die Weibchen nur 150 bis 170
Zentimeter lang.
Lebenserwartung
Je nach Art werden Seelöwen 12 bis 14 Jahre alt, manche Tiere aber auch bis zu 20 Jahre.
Alltag
Seelöwen sind hervorragend an das Leben in kalten Meeren angepasst:
Mit ihrem stromlinienförmigen Körper und den zu Flossen umgewandelten
Beinen können sie sehr wendig und elegant schwimmen und erreichen im
Wasser eine Geschwindigkeit von bis zu 40 Kilometern pro Stunde.
Eine dicke Fettschicht, der Blubber, schützt die Tiere vor dem kalten
Meerwasser.
Wird es sehr kalt, können Seelöwen außerdem die Blutzufuhr zu den
äußeren Körperregionen drosseln, um keine Wärme zu verlieren und nicht auszukühlen.
Außerdem können sie dank verschiedener Anpassungen ihres Körpers
bis zu 15 Minuten lang und bis zu 170 Meter tief tauchen:
Sie können viel Luft speichern, ihr Blut bindet besonders viel Sauerstoff
und bei Tauchen wird der Puls langsamer, sodass der Körper weniger
Sauerstoff verbraucht.
Beim Tauchen können sie außerdem ihre Nasenlöcher dicht verschließen.
Mit ihren lichtempfindlichen Augen sehen sie im dunklen und trüben
Wasser gut. An Land orientieren sie sich mit ihrem sehr guten Geruchsinn.
Ihre Sinneshaare im Schnurrbart und am Kopf dienen als Tastorgane.
Außerdem nutzen Seelöwen ein Echolotsystem: Sie stoßen unter Wasser
Laute aus und orientieren sich an deren Echo.
Seelöwen gelten als aggressiv, sie sind in freier Wildbahn jedoch scheu
und fliehen meist, sobald sie Menschen sehen.
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Wenn die Weibchen Junge haben, verteidigen sie diese aber sehr heftig.
Bei den Seelöwen halten sich die Bullen, also die Männchen einen Harem,
den sie gegenüber männlichen Artgenossen heftig verteidigen.
Je nach Art umfasst der Harem vier bis 30 Weibchen.
Männchen, die keinen Harem besitzen leben in sogenannten
Junggesellenherden zusammen.
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Freunde und Feinde
Seelöwen haben nur wenige Feinde. Nur Orkas (Schwertwale) oder Haie werden ihnen gefährlich. Von
Fischern werden Seelöwen gejagt, weil sie ihnen Konkurrenz um die begehrten Fische machen.
Seelöwen werden jedoch kaum als Pelzlieferanten gejagt, weil sich ihr Fell nicht für die Pelzherstellung
eignet.
Jagd
Seelöwen schließen sich manchmal zur Jagd zusammen. Dabei umkreisen die Tiere Fischschwärme
und treiben diese zusammen.
Nachwuchs
Zur Fortpflanzungszeit kehren die Männchen mit ihrem Harem jedes Jahr
wieder zu denselben Küsten zurück. Dort besetzen die Bullen Reviere und
die Männchen tragen untereinander heftige Kämpfe um die besten Plätze
aus. Dabei richten sich die Bullen hoch auf, reißend drohend das Maul auf
und pendeln mit dem Körper hin und her.
Diese Auseinandersetzungen enden oft blutig, und viele Männchen
besitzen deshalb große Narben am Körper. Die Männchen bleiben den
ganzen Sommer über an Land, bewachen ihren Harem und zehren in dieser Zeit von ihrem Speck.
Jede Seelöwen-Kuh bringt nur ein Junges zur Welt. Die Geburt findet auf dem Land statt.
Seelöwen-Babys sind etwa 75 Zentimeter lang und wiegt fünf bis sechs Kilogramm. Sie besitzen ein
kastanienbraunes Fell und werden drei Monate lang von der Mutter gesäugt und betreut.
Seelöwen-Babys können nicht von Anfang an schwimmen: Sie erlernen es
erst gemeinsam mit anderen Jungen in ruhigen Meeresbuchten. Erst
wenn sie richtig gut schwimmen können, begleiten sie ihre Mütter ins
offene Meer. Die Jungen spielen gern miteinander, während die Mütter auf
der Jagd sind.
Bereits wenige Tage nach der Geburt sind die Weibchen wieder fruchtbar
und die Tiere paaren sich erneut. Die Jungen kommen aber erst nach dem
nächsten Winter nach 342 bis 365 Tagen Tragzeit zur Welt.
Sprache
Seelöwen-Männchen lassen ein tiefes an Löwen erinnerndes Brüllen hören. Auch unter Wasser geben
die Tiere tiefe Laute von sich, die zur Orientierung mithilfe des Echolotsystems dienen.
Ernährung
Seelöwen fressen hauptsächlich Tintenfische, Krebse und wie Fische wie Hering, Lachs, Heilbutt und
Dorsch. Nur selten greifen sie andere Meeressäugetiere an. Eine Ausnahme sind Australische
Seelöwen: Sie jagen Pinguine.
Haltung
Seelöwen werden nur relativ selten in Zoos gehalten, weil sie sehr groß
werden und recht aggressiv sein können.
Am ehesten kann man Kalifornische Seelöwen in Zoos sehen:
Diese sind kleiner und werden zahmer als ihre größeren Verwandten.
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© Südw estrundfunk 2016
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