Aufklärung Infliximab - Klinik und Poliklinik für Kinder

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Patientenetikett
Universitätsklinikum Leipzig AöR
Department für Frauen- und Kindermedizin
Klinik und Poliklinik für Kinder und Jugendliche
Direktor: Prof. Dr. med. Wieland Kiess
Pädiatrische Gastroenterologie,
Hepatologie und Ernährung
Leiter des Bereichs: OA Dr. med. Gunter Flemming
SOP erstellt von: Flemming
SOP geprüft von: Flemming/Händel
Datum: 01.07.2016
PATIENTENAUFKLÄRUNG UND EINVERSTÄNDNISERKLÄRUNG
zur Basistherapie mit Infliximab (Remicade®)
Liebe Patienten! Liebe Eltern!
Sie leiden unter einer chronisch entzündlichen Erkrankung. Ihr Arzt hat Ihnen Infliximab verordnet.
Dieses Medikament ist ein "Basistherapeutikum" für die Dauerbehandlung. Es soll die Krankheit
langfristig günstig beeinflussen und dadurch die Schmerzen und die Beschwerden verbessern.
Infliximab gehört zu den "Biologika". Es ist ein biologisch hergestelltes Eiweißmedikament, das
entzündungshemmend wirkt, indem es den Entzündungsbotenstoff TNF-alpha blockiert.
Der Nutzen der Basistherapie überwiegt jedenfalls das Risiko für unerwünschte Wirkungen. Wie bei
allen Medikamenten können auch mit Infliximab unerwünschte Wirkungen auftreten, in sehr seltenen
Einzelfällen mit ernsten oder lebensbedrohlichen Schäden. Wir informieren Sie daher über das
Medikament und auch darüber, worauf Sie an sich selbst achten müssen. Wichtig ist, dass Sie die von
Ihren Ärzten verordneten regelmäßigen Kontrollen termingerecht durchführen. Damit können Sie mit
Hilfe dieser Information und dem Gespräch mit Ihrem Arzt die geplante notwendige Behandlung mit
der höchstmöglichen Sicherheit durchführen.
Wie wird die Behandlung durchgeführt?
Das Präparat heißt: REMICADE®. Infliximab ist ein Trockenpulver, das in einer Injektionslösung
aufgelöst wird und über einen Zeitraum von 2 Stunden über eine Vene infundiert wird.
Eine Überwachung des Kreislaufes findet während der Infusion und bis 1 Stunde nach der Infusion
statt. Die zweite Infusion erhalten Sie 2 Wochen nach der ersten, die dritte 6 Wochen nach der
Erstinfusion; weitere Infusionen erfolgen alle 8 Wochen.
Alle Infusionen erfolgen ambulant.
Wann tritt die Wirkung ein?
Meistens beginnt die Wirkung innerhalb weniger Tage nach der ersten Infusion.
Woran merken Sie, dass die Behandlung wirkt?
Die Bauchschmerzen und die Stuhlauffälligkeiten gehen zurück, auch das Allgemeinbefinden und die
allgemeine Belastbarkeit bessern sich. Auch die Entzündungszeichen im Blut (CRP, Blutsenkung)
bessern sich.
Wie lange wird die Behandlung durchgeführt?
Es ist medizinisch notwendig, dass jede Basistherapie langfristig erfolgt. Die Behandlung muss auch
weitergeführt werden, wenn es den Patienten wieder besser geht, andernfalls kann sich die Krankheit
wieder verschlimmern.
Was passiert wenn die Behandlung nicht wirkt?
Nach spätestens 3 Monaten kann man den Erfolg der Behandlung sicher beurteilen. Bei nicht
ausreichender Wirkung wird Ihr Arzt die Therapie ändern.
Die SOPs sind ausschließlich zur klinikinternen Anwendung durch Ärztinnen und Ärzte des UK Leipzig bestimmt. Sollten diese
Behandlungsabläufe dennoch nicht von dem zur Anwendung bestimmten Personenkreis angewendet werden, so übernimmt das UKL
keinerlei Haftung für einen ggf. daraus entstehenden Schaden.
SOP Stand Juli 2016
Welche unerwünschten Wirkungen können auftreten?
Die erwähnten unerwünschten Wirkungen sind selten (z.B. Infektionen, insbesondere der Atemwege).
Nicht jede unerwünschte Wirkung zwingt zum Abbruch der Behandlung. Da TNF-Blocker und eine
gleichzeitige immunsuppressive Therapie (z.B. Methotrexat oder Kortison) die Immunabwehr von
Infektionen abschwächen können, müssen vor Beginn der Behandlung Infektionen ausgeschlossen
werden. Besonders genau erfolgt eine Untersuchung auf Tuberkulose. Es ist auch besonders wichtig,
dass Sie Ihrem Arzt mitteilen, ob Ihr Kind (auch sehr lange zurückliegenden) Kontakt mit
Tuberkulosekranken gehabt hat. Auch das Risiko einer Neuinfektion (nicht nur mit Tuberkulose) kann
unter TNF-Blockern erhöht sein.
Zusammenfassung möglicher Nebenwirkungen:
1.) lokale allergische Reaktionen wie:
- Urtikaria (Nesselsucht)
- Pruritus (Juckreiz)
- Ödeme (Wassereinlagerung) (Augenlider, Handrücken, Fußrücken)
2.) können in generalisierte allergische Reaktionen übergehen:
- Dyspnoe (Atemnot)
- generalisierte Urtikaria
- Blutdruckabfall
- Tachykardie (Herzrasen)
- Bewusstseinstrübung
- Fieber
3.) Infektionen (z.B. der Atemwege, Herpes-Infektionen, Sepsis (Blutvergiftung),...)
4.) Schwindel
5.) Diarrhoe (Durchfall) / Nausea (Übelkeit)
6.) Schmerzen (Myalgie (Muskelschmerzen)/Thoraxschmerzen (Brustkorb)/Kopfschmerzen)
7.) Blutbildveränderungen (Leukopenie (Mangel an weißen Blutkörperchen))
8.) Hepatosplenisches Lymphom (sehr seltener Lymphdrüsenkrebs, der meist tödlich verläuft)
Auf welche unerwünschten Wirkungen müssen Sie und Ihr Kind selbst achten?
Es ist besonders auf Infektionen zu achten. Sie müssen Ihren Arzt unverzüglich über jeden
auftretenden Fieberzustand und jede Infektion (unabhängig ob mit oder ohne Fieber) informieren.
Jede Veränderung des Befindens (wie zum Beispiel Atemnot, Verschlechterung des
Allgemeinbefindens, geschwollene Beine, Übelkeit und Unwohlsein) während oder in der Zeit nach
der Infliximab-Behandlung ist Ihrem Arzt mitzuteilen.
Wann ist sofort medizinische Hilfe erforderlich?
Bei jeder Infektion bzw. beim Verdacht einer Infektion. Sehr selten sind allergische Reaktionen mit
Kreislaufproblemen oder allergischem Schockzustand, die bereits während der Infusion auftreten
können.
Kontrolluntersuchungen
Werden vor Beginn der Therapie sowie regelmäßig nach der Einleitung der Behandlung mit Infliximab
vorgenommen. Vor einer Therapie müssen bestimmte Infektionserkrankungen durch
Blutuntersuchungen ausgeschlossen werden, unter anderem Hepatitis B/C, HIV und Tuberkulose.
Auch Röntgenuntersuchungen zum Ausschluss von Infekten können erforderlich sein. Zudem erfolgen
halbjährliche Kontroll-EKG-Untersuchungen.
Was müssen Sie während der Behandlung besonders beachten?
Impfungen unter einer Therapie mit Infliximab?
Impfungen sollten nur nach Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt erfolgen! Unter einer Therapie
mit Infliximab, sowie für eine Zeit von 3 Monaten nach Beendigung dieser sollten jedenfalls keine
Impfungen mit Lebendimpfstoffen erfolgen. Vor Therapiebeginn wird Ihr Arzt mit Ihnen Ihren
„Impfstatus“ besprechen. Gegebenenfalls sind vorher auch Impfungen zu veranlassen.
Operationen unter einer Therapie mit Infliximab?
Bei geplanten Operationen ist eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt erforderlich. Jedenfalls
muss der operierende Arzt auf die Behandlung mit Infliximab hingewiesen werden.
Die SOPs sind ausschließlich zur klinikinternen Anwendung durch Ärztinnen und Ärzte des UK Leipzig bestimmt. Sollten diese
Behandlungsabläufe dennoch nicht von dem zur Anwendung bestimmten Personenkreis angewendet werden, so übernimmt das UKL
keinerlei Haftung für einen ggf. daraus entstehenden Schaden.
SOP Stand Juli 2016
Schwangerschaft und Stillzeit?
Eine Schwangerschaft muss sicher verhütet werden bis 6 Monate nach Beendigung der Behandlung.
Ebenso ist Stillen bis 6 Monate nach der Behandlung mit Infliximab nicht erlaubt. Nach Absetzen von
Infliximab kann ein Krankheitsschub auftreten.
Was passiert, wenn Sie eine Infusion versäumt haben?
Holen Sie die Behandlung so bald wie möglich nach und gehen Sie dann nach den ursprünglich für
die Injektion vorgesehenen Tagen weiter.
Wir haben die Aufklärung gelesen und haben die Informationen mit dem verordnenden Arzt
besprochen. Wir sind mit der Behandlung mit Infliximab einverstanden.
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Name des/r Patienten/in
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Datum und Unterschrift des/r Patienten/in
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Datum und Unterschrift der Elternteile
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Name d. aufklärenden Arztes/Ärztin
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Datum und Unterschrift d. aufklärenden
Arztes/Ärztin
Die SOPs sind ausschließlich zur klinikinternen Anwendung durch Ärztinnen und Ärzte des UK Leipzig bestimmt. Sollten diese
Behandlungsabläufe dennoch nicht von dem zur Anwendung bestimmten Personenkreis angewendet werden, so übernimmt das UKL
keinerlei Haftung für einen ggf. daraus entstehenden Schaden.
SOP Stand Juli 2016
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