Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Marketing Prof. Dr. Hans Pechtl Vorlesungsskript SBWL/Marketing Pflichtmodul Kommunikationspolitik Wintersemester 2016/17 Wintersemester 2016/17 Postadresse: Hausadresse: e-mail: Postfach, 17487 Greifswald Friedrich-Loeffler-Straße 70, 17489 Greifswald [email protected] Telefon: (0 38 34) 86 24 81 Fax: (0 38 34) 86 24 82 Gliederung der SBWL Marketing: Kommunikationspolitik 1. 2. 2.1 2.2 2.3 Begriff der Kommunikation und Kommunikationspolitik Literatur: 2.4 Kommunikationsmodelle Modell der Marktkommunikation Modell der Massenkommunikation Kommunikationsmodelle innerhalb der Nachfragerschaft Modell der gemischten Kommunikation 3. Kommunikatiospolitische Ziele Kloss, I., Werbung, 4. Auflage, München 2007. 4. 4.1 4.2 4.3 4.4 Kommunikation im Internet Allgemeine Charakteristika Die Website als Kommunikationsinstrument Suchmaschinen-Marketing Online-Communities Steffenhagen, H., Wirkung der Werbung: Konzepte – Erklärungen – Befunde, 2. Aufl. Aachen 2000. 5. 5.1 5.2 5.3 Bestimmung des Werbebudgets Werberesponse-Funktion Statische Bestimmung des Werbebudgets Dynamische Bestimmung des Werbebudgets Praxisorientierte Ansätze Schmalen, H. /Pechtl, H., Grundlagen und Probleme der Betriebswirtschaft, 14. Kapitel, 15. Auflage, Stuttgart 2013. 5.4 6. 6.1 6.2 6.3 6.4 Verteilung des Werbebudgets (Werbestreuplanung) Grundlagen der Mediaplanung Mediaselektionsmodelle Sachliche Verteilung des Werbebudgets Zeitliche Verteilung des Werbebudgets Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Bruhn, M., Kommunikationspolitik, 8. Auflage München 2015. Kroeber-Riel, W. /Esch, F. R., Strategien und Techniken der Werbung, 7. Auflage, Stuttgart 2011. Schmalen, H., Kommunikationspolitik, 2. Auflage, Stuttgart 1992. sowie die in der Vorlesung angegebenen Quellen 1. Begriff der Kommunikation und Kommunikationspolitik Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 3 Kommunikation ist die Übermittlung von Informationen und Bedeutungsinhalten zum Zweck der Steuerung von Meinungen, Einstellungen, Erwartungen und Verhaltensweisen bestimmter Adressaten gemäß spezifischer Zielsetzungen. - Meffert (2000) Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 4 Der Kommunikationsprozess beinhaltet die Übermittlung von Informationen von einem Sender an einen, mehrere oder viele Empfänger. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 5 Elemente eines Kommunikationsprozesses Sender Wer Unternehmen Was Werbebotschaft sagt Signal Information zu Empfänger Rezipient auf Medium Werbeträger welchem Werbeträger/ Werbeveranstaltung Kanal mit Effekt Nachfrager Wem welcher Wirkung Werbewirkung (Modell nach Lasswell) Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 6 Kommunikation ist immer zielgerichtet: Der Sender will mit der Kommunizierung von Informationen eine Wirkung beim Empfänger der Information auslösen. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 7 Aufgabe der Kommunikationspolitik ist die planmäßige Gestaltung und Übermittlung von Informationen, die die Adressaten der Kommunikation im Bereich Wissen, Einstellungen, Erwartungen und Verhaltensweisen im Sinne der Unternehmensziele beeinflussen sollen. -Quelle: Homburg (2010, S. 757) Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -Die Kommunikationspolitik bezieht sich auf die Kommunikation zwischen dem Anbieter (Unternehmen) und den vom Unternehmen für seine Ziele als relevant erachteten Gruppen (stake holders). -Marketing-Kommunikation Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -Corporate Communication -Kommunikationspartner des Unternehmens -Kapitalgeber -Nachfrager -Unternehmen -Mitarbeiter -Unternehmen -Konkurrenten -Öffentlichkeit -Meinungsbildner (z.B. Presse; Lobbyisten) -Staat -Gesellschaft Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -Wertschöpfungs-partner Marketing-Kommunikation: Ausprägungen Absatzwerbung: Primäre Aufgabe ist die Förderung des Absatzes des Unternehmens durch Werbung für einzelne Produkte (Marken). Unternehmenswerbung (absatzorientierte Public Relations): Werbung für das Unternehmen „als ganzes“, ohne die einzelnen Produkte, Marken oder Geschäftsbereiche explizit zu nennen: Das Unternehmen wird stellvertretend für die Produkte beworben (Unternehmensmarke). Vertikale Kommunikation: Kommunikation mit den Absatzmittlern (handelsorientierte Werbung) Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -Marketingkommunikation (Kommunikationspolitik im engeren Sinn) : -Vermittlung von Informationen, die Austauschprozesse (Transaktionen am Markt beeinflussen können. -Kommunikation mit Nachfragern und Absatzmittlern Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -Unternehmenskommunikation -Als Werbung (Advertising) wird in der Praxis häufig nur die Kommunikation zwischen Anbieter und Nachfrager über die Massenmedien (Massenkommunikation; Mediawerbung) bezeichnet. Werbung ist damit nur ein Teil der Marketingkommunikation. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -Unternehmenskommunikation (Corporate Communication) -Bereich e -MarketingKommunikation -Öffentlichkeitsarbeit (Public Relations) -Produkt/ -Markenwerbung -Nachfrager -(Absatz-Unternehmenswerbung-Werbung; -(absatzorientierte PR) -Reklame) -Vertikale Kommunikation -(Handel) -Kommunikation auf Beschaffungsmärkten -Kapitalgeber -(investor relations) -Potentielle Mitarbeiter -Zulieferer -Marktkommunikation Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -Unternehmensinterne Kommunikation Öffentlichkeitsarbeit (Public-Relations) -Aufgaben -Ansprache der Stakeholders, um bei ihnen Vertrauen und Verständnis für das Unternehmen zu gewinnen, die Akzeptanz des Unternehmens in der Gesellschaft zu stärken bzw. zu einem Interessensausgleich zwischen dem Unternehmen und den stakeholders zu gelangen. -Rechtfertigung des Unternehmens in der Gesellschaft: -Zentrale Bedeutung bei Unternehmenskrisen („Feuerwehrfunktion“) -Die unternehmenspolitische Bedeutung der PR führt dazu, dass die Öffentlichkeitsarbeit von der Marketing-Abteilung getrennt und auf Geschäftsführungsbzw. Vorstandsebene angesiedelt wird. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Investor Relations -Charakteristik -Positionierung des Unternehmens als attraktive Kapitalanlage am Kapitalmarkt (Eigen- und Fremdkapital) -Wichtige Instrumente sind der Geschäftsbereich, Bilanzpressekonferenzen, Analyse-Briefings oder Road Shows (Präsentation des Unternehmens an wichtigen Finanzplätzen) -Die Investor Relations werden häufig der Öffentlichkeitsarbeit zugeordnet Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Kommunikations-Mix Instrumente der Marketing-Kommunikation Mediawerbung - Zeitungen/Zeitungen/Verzeichnismedien - Fernsehen - Anzeigenblätter - Kino; Hörfunk - Out-of-Home-Media (Außenwerbung) Online-Werbung - Internet (Web 1.0) - Social Media (Web 2.0) Direktwerbung - Postversand (Mailing, e-mails) - Telefon-Marketing - (Außendienst-)Mitarbeiter Persönliche Kommunikation Verkaufsförderung (sales promotions) - Proben; Display-Material; Schaufenster - Messen/Ausstellungen - Teleshopping Below the Line Advertising - Event-Marketing - Sponsoring - Product Placement - Kundenclubs Öffentlichkeitsarbeit Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Internet (Web 1.0 und Web 2.0) -Ein Kommunikationskanal ist ein Marketingkanal, mit dem Kontaktpunkte (Customer Touchpoints) mit einem Nachfrager erzielt werden, die zur Vermittlung von Informationen (CustomerInformation-Points – CIP) genutzt werden. -Ein Kommunikationskanal ist immer ein kastrierter Marketingkanal, da der Kontaktpunkt mit dem Nachfrager nicht zum Abschluss einer Transaktion genutzt wird (werden kann). Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Die im Rahmen der Kommunikationspolitik eingesetzten Instrumente (Kommunikationsmedien; Kommunikationskanal; Werbeträger) bilden das Kommunikations-Mix. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Bei der Direktwerbung basiert die Kommunikation auf einem direkten, individualisierten, evtl. sogar persönlichen Kontakt zwischen Anbieter und Nachfrager. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Die Verkaufsförderung (Sales Promotions; Promotions) umfasst alle zeitlich befristeten Maßnahmen, die andere Marketingmaßnahmen unterstützen und den Absatz bei Händlern bzw. Endkunden fördern sollen. -Preisorientierte Sales Promotions -[Sonderangebotspolitik] Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -Nicht-preisorientierte Sales Promotions - Marketing-Kommunikator Teleshopping Charakteristik - im Rahmen von Werbesendungen mit Unterhaltungscharakter werden Konsumgüter vorgeführt und angeboten - Über eine möglichst einfach zu merkende Telefonnummer oder Internet-Website kann während der Sendung oder eine gewisse Zeit danach das Produkt bestellt werden (Schnittbereich mit Vertriebspolitik) - Oftmals handelt es sich um Produkte, die im Einzelhandel nicht erhältlich sind - Als zusätzlicher Verkaufsreiz wird oftmals die noch vom Produkt (angeblich) vorhandene Menge angezeigt und verkaufte Stücke sofort gemeldet Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 22 Teleshopping: Sales Promotions im Massenmedium „Fernsehen“ Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 23 Below the line advertising Kommunikationsaktivitäten, in denen der werbliche Charakter bezogen auf Produkte, Marken oder das Unternehmen nicht explizit zum Ausdruck kommt, der Rezipient aber mit intendierten Kommunikationsbotschaften in Kontakt kommt. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 24 Outbound-Kommunikation (-Marketing): Unternehmen sende Werbebotschaften über ausgewählte Kommunikationskanäle an Rezipienten. Push-Kommunikation weitgehend anonym an den Kommunikationskanal-Nutzern ausgerichtetes standardisiertes Targeting kaum Chance zum Dialog, da einseitige Kommunikation Schwierige Kontrolle der Werbewirkung Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Problem der Outbound-Kommunikation (-Marketing): Wenn Unternehmen ihre Kommunikationsbotschaft aussenden, treffen sie den Kunden meist mit der falschen Sache (kein Bedarf; kein Interesse), zur ungünstigen Zeit (keine Aufmerksamkeit) oder mir einem unerwünschten Kanal (keine Aufmerksamkeit; schlechte Informationsaufnahme-(verständnis). -in Anlehnung an Belz (2009) Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Inbound-Kommunikation (-Marketing): Der Nachfrager ruft aus eigener Entscheidung ihn interessierende Informationen aus dem Informationspool des Unternehmens ab. -Pull-Kommunikation -Individualisierung möglich, wenn Nachfrager zu einem Lead wird -besseres Targeting -Chance zum Dialog -bessere Kontrolle der Werbewirkung (z.B. Consumer Journey Analyse) Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Das Problem der Inbound-Kommunikation ist, dass der Nachfrager den Informationspool des Unternehmens finden muss… -‘Pool‘-Promotion [Website-Promotion] -Suchmaschinenmarketing -Content Marketing -Navigation und Usability im Informationspool … und die angebotenen Informationen als interessant und relevant erachten muss. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Anforderungen an den Informationspool in der Inbound-Kommunikation -Passgenauigkeit und Relevanz -bezogen auf die Informationsbedürfnisse der Nutzer -Aktualität Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -Nachhaltigkeit -(Pflege des Content) Ein Lead ist ein Nachfrager in der Inbound-Kommunikation, der bereit ist, dem Unternehmen Kontaktdaten zur Verfügung zu stellen, wodurch er vom Unternehmen dann aktiv kontaktiert werden kann und/oder in nachfolgenden (Kommunikations-)Kontakten wiedererkannt (identifiziert) wird, sodass über ihn gespeicherte Informationen in den Kommunikationskontakt einfließen können. -warm lead -(Kontaktdaten werde freiwillig und aus eigenem Interesse heraus zur Verfügung gestellt) Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -cold lead -(Kontaktdaten werden nur in Zusammenhang mit einem bestimmten Zweck preisgegeben) Permission Marketing Ausprägungen -opt-out-Lösung -Nachfrager wird ohne Erlaubnis angesprochen und er muss explizit dem widersprechen -single-opt-inLösung -Nachfrager signalisiert dem Anbieter, von ihm Informationen erhalten zu wollen (z.B. Eingabe seiner Nutzeradresse) Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -confirmed-optin-Lösung -Bestätigung des Eingangs der Nutzeradresse durch Anbieter (Zusendung des Protokolls der Nutzeradresse) – derzeitiger gesetzlicher Standard -double-opt-inLösung -Wie confirmedopt-in; zusätzlich muss die zugesendete Bestätigung seinerseits vom Nachfrager bestätigt werden Kommunikationskanäle -Arten -Owned Media -Unternehmenseigene Kanäle (z.B. Kundenzeitschrift; Website; Corporate Blog; Präsenz in sozialen Medien wie Facebook, Xing, LinkedIn) Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -Paid Media -Unternehmen muss für die Veröffentlichung/ Verbreitung der Kommunikationsinhalte bezahlen (Massenmedien) -Earned Media -Kommunizieren von marketingrelevanten Inhalten durch Dritte ohne direkte Bezahlung (Berichterstattung über das Unternehmen in Medien; [e]WoM) Paradigma der Kommunikationspolitik: Überall dort, wo potentielle Nachfrager sich aufhalten und über ein Kommunikationsmedium kontaktiert werden können, ist ein Platz für Werbung Offline Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Online Ziele der Kommunikationspolitik: Möglichst viele, hinsichtlich der Werbewirkung hochwertige Kontakte mit Nachfragern, die das Unternehmen als Zielgruppe sieht, herstellen. Reichweite + Kontaktqualität + Targeting Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Die Reichweite operationalisiert die Anzahl an Kontakten, die mit einer Kommunikationsbotschaft innerhalb der intendierten Zielgruppen erzielt werden. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Streuverlust bedeutet, dass Nachfrager, die nicht zur Zielgruppe gehören und/oder eine Kaufwahrscheinlichkeit von Null besitzen, Kontakt mit der Kommunikationsbotschaft halten. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Die Kontaktqualität gibt an, welche potenzielle intendierte Werbewirkung ein Kontakt auslösen kann: Dies hängt unter anderem von technischen Eigenschaften des Kommunikationsmittels, dessen Glaubwürdigkeit sowie den individuellen Situationsmerkmalen der Rezipienten bei einem Kontakt mit der Kommunikationsbotschaft (z.B. Involvement; Aufmerksamkeit) ab. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Im weiteren Sinn gehört auch die Kontrollmöglichkeit zur Kontrollqualität: Wie stark lässt sich steuern/kontrollieren, dass nur die intendierten Kommunikationsinhalte bei einem Kommunikationskontakt übermittelt wird? Keine Veränderung und/oder Neuschaffung von Informationen (vor allem mit negativem Inhalt) durch Dritte. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Targeting: Zuschneiden der Kommunikationsbotschaft auf die Rezipienten (potenzielle Nachfrager), die in einem Kommunikationsmedium erreicht werden (selektive Advertising). Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Targeting-Arten Basis Art Verhalten • • • Behavioral Targeting Retargeting Predictive Targeting Soziodemografika • Profile Targeting Sprache • • • Kontextuelles Targeting Semantisches Targeting Suchworttargeting Technische Parameter • • • • Technisches Targeting Geotargeting Zeittargeting Frequency Targerting Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Targeting-Paradigma: Die potenzielle Werbewirkung ist umso höher, je spezifischer Kommunikationsinhalte auf den Rezipienten zugeschnitten sind. Targeting-Qualität eines Kommunikationsmediums ist damit Teil der Kontaktqualität des Mediums. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Im Extremfall entspricht das Targeting dem Mikromarketing (auf den einzelnen Kunden individuell zugeschnittenes Informationsangebot). Normalerweise werden jedoch Segmente von Rezipienten mit homogenen Informationsbedürfnissen [Buyer Personas] gebildet und diesen Segmenten ein auf sie zugeschnittenes Informationsangebot offeriert. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Paradigma der Dialogpriorität in der Kommunikationspolitik: Der Vorteil des Kommunikationsdialogs ist das Erzielen multipler Customer Touchpoints. Dies erlaubt ein besseres Targeting durch Nutzung der bisherigen Kommunikationserfahrungen mit dem Kommunikationspartner (Wissen über ihn; Stufe im Customer Journey [Stufe im Kaufentscheidungsprozess]), sowie des aktuellen Kommunikationsstandes des Kommunikationspartners (was weiß der Kommunikationspartner bereits – keine redundanten Informationen) Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Das Problem der Dialogorientierung der Kommunikationspolitik besteht darin, dass das Unternehmen organisatorisch in der Lage ist, diese Dialoge zu führen (Mass Customization Communication) Outsourcing der Kommunikation (Call Center) neue Informations- und Kommunikationstechnologien (Automatisierung) Nachfrager (Markenbotschafter; Fürsprecher; Influencer; Markenfans) werden zu Kommunikationsagenten in der Offlineund Onlinewelt (Social Media) für das Unternehmen (Prinzipal) Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Ökonomische Bedeutung der Werbung Ausgewählte Zahlen 2013/2014 936.000 Beschäftigte in der Werbebranche (einschl. Zulieferbetriebe wie Druckereien, Call Center-Mitarbeiter und Mitarbeiter in Werbeabteilungen von Auftraggebern) Werbeinvestitionen: 25,05 Mrd. €, davon ca. 7 Mrd. € für Online-Werbung Nettowerbeeinnahmen der Werbeträger (Kosten für Belegung von Werbeplätzen): 15,25 Mrd. €, davon Fernsehen 4,125 Mrd. €, Tageszeitungen 2,929 Mrd. €, Anzeigenblätter 1,932 Mrd. €, Publikumszeitschriften 1,235 Mrd. €, Online-/Mobile-Werbung 1,125 Mrd. € Pro-Kopf-Werbeausgaben: 247 € Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing (USA: 451 €) 2. Kommunikationsmodelle Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 46 2.1 Modell der Marktkommunikation Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 47 Modell der Marketingkommunikation Beeinflusser Massenkommunikation Anbieter Direktwerbung persönliche Kommunikation Nachfrager persönliche Kommunikation unpersönliche Kommunikation Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 48 Zentralverband der Deutschen Werbewirtschaft (ZAW) Aufgaben Konfliktregelung Deutscher Werberat Entwicklung von Leitlinien für Werbung in „kritischen“ -Bereichen Selbstdisziplinierung Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Feststellung und Beseitigung von Missständen in Werbewirtschaft Lobbyarbeit für Werbewirtschaft Werbeforschung Beschwerden an den Werberat 2008 2015 Unternehmen stellten die Werbung ein 75 97 Kritisierte Werbung geändert 7 6 Öffentliche Rüge 6 11 Werbekampagnen von Kritik freigesprochen 176 265 Gesamt 264 379 -Quelle: Deutscher Werberat Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Deutscher Werberat (II) Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 51 Deutscher Werberat Behandlung von Beschwerden Prinzipien Bearbeitung von Einzelbeschwerden: Jedermann, d.h. auch ein einzelner Nachfrager ist beschwerdeberechtigt. Prüfung der Zuständigkeit: Im Falle der Zuständigkeit wird über die beanstandete Werbung durch ein Expertengremium entschieden. Im Falle einer negativer Beanstandung (Werbung wird vom Werberat kritisiert) erfolgt eine abgestufte Reaktion. Werberat tritt mit dem Unternehmen in Kontakt und versucht, dieses zu überzeugen, die betreffende Werbung zu ändern oder nicht mehr zu schalten. Bei Weigerung der Unternehmen kommt es zur Aussprechung einer öffentlichen Rüge: Diese beinhalten zwar keine juristischen Sanktionen, sind aber der öffentlichkeitswirksam ZAW kann damit keine Werbung verbieten, sondern nur darauf einwirken, dass Werbetreibende die kritisierende Werbung abstellen. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Grundlagen der Entscheidungen Vier zentrale Maßstäbe bilden die Grundlage für Entscheidungen des Werberats: Die allgemeinen Gesetze, Die zahlreichen werberechtlichen Vorschriften – sie verbieten Unlauterkeit und Irreführung in der Werbung, Die Verhaltensregeln des Deutschen Werberats zu einigen Sozialbereichen – zum Beispiel für die Werbung mit und vor Kindern in Fernsehen und Hörfunk oder für die Bewerbung von alkoholischen Getränken Die aktuell herrschende Auffassung über Sitte, Anstand und Moral in der Gesellschaft. Dazu zählen nicht nur die Verhaltensweisen der Bürger im öffentlichen Leben, sondern auch die dargestellt Wirklichkeit in den redaktionellen Teilen der Medien Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Beschwerden an den Werberat 2008 2015 Unternehmen stellten die Werbung ein 75 97 Kritisierte Werbung geändert 7 6 Öffentliche Rüge 6 11 Werbekampagnen von Kritik freigesprochen 176 265 Gesamt 264 379 -Quelle: Deutscher Werberat Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Der Deutsche Datenschutzrat für Online Werbung (DDOW, gegründet 2012) ist die freiwillige Selbstkontrolleinrichtung der digitalen Werbewirtschaft für nutzungsbasierte Online-Werbung in Deutschland. Bei nutzungsbasierter Online-Werbung werden die endgerätebezogenen Daten zur Werbenutzung in anonymisierter oder pseudoanonymisierter Form erfasst und zur zielgruppenspezifischen Streuung von Online-Werbung verwendet. Der DDOW ist eine Einrichtung des Zentralverbands der Deutschen Werbewirtschaft (ZAW). Der DDOW befasst sich ausschließlich mit Fragen des Datenschutzes im Rahmen der nutzungsbasierten Online-Werbung. Das Beschwerdeverfahren verläuft analog zum Beschwerdeverfahren beim Deutschen Werberat, der für inhaltliche Darstellung und Äußerungen der Werbung (auch Online-Werbung) zuständig ist. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Stellung der Werbung im Marktmodell exemplarische Blickwinkel Werbung als Wettbewerbsinstrument der Anbieter Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing juristischer Schutz der Werbung Werbung als Instrument zum Abbau von Informationsasymmetrien Ein Produkt, das man nicht kennt, gibt es nicht. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 57 Wer aufhört zu werben, um Geld zu sparen, kann ebenso eine Uhr anhalten, um Zeit zu sparen. Harry Ford Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 58 Wer nicht wirbt, stirbt! Praxisweisheit Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 59 Werbung als Wettbewerbsinstrument Ausgewählte Aspekte Werbung ist Teil des Marketing-Mix und dient dem Anbieter als Wettbewerbswaffe im Kampf um die knappe Kaufkraft der Nachfrager bzw. zum Brechen des Marktwiderstandes. Ein Ausweg aus der Homogenität der Produkte im Grundnutzenbereich (innerhalb einer Preis-/Qualitätslage) impliziert das Schaffen von Zusatznutzen: Das Zusatznutzenpotenzial einer Marke wird vor allem durch kommunikationspolitische Aktivitäten geschaffen (Produktwettbewerb wird durch Kommunikationswettbewerb erweitert/ersetzt. Viele Elemente des Images einer Marke und viele Marketing-Assets (z.B. Markenstärke; Markentreue; Reputation) werden durch Kommunikationspolitik aufgebaut. Werbung stellt aus Marketingsicht Investitionen dar (bilanziell allerdings Betriebsaufwand bzw. Kosten), die einen entsprechenden „Return on Advertising“ erwirtschaften müssen. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -Branding impliziert vor allem Kommunikationspolitik. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Die Hälfte der Werbung ist Verschwendung; wir wissen nur nicht welche. John Wannamaker Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 62 Werbung aus Sicht der Grundrechte Werbung ist ein Akt des Prozesses öffentlicher Kommunikation (Meinung, Presse, Kunst), fällt damit in den Schutzbereich der Kommunikationsgrundrechte und ein wettbewerbsrechtliches Verbot einer konkreten Werbung stellt ein Eingriff in die Kommunikationsgrundrechte dar. Bundesverfassungsgericht Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Verankerung der Werbung im Grundgesetz Rechtsgrundlagen Art. 12 Abs. 1 Freiheit der Berufsausübung, wobei Werbung ein notwendiges Mittel ist aber: Berufsausübung kann durch Gesetz geregelt werden Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Art. 5 Abs. 1 Art. 14 Abs. 1 Meinungsfreiheit Recht am eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetrieb, wozu Werbung zählt aber: Einschränkung durch allgemeine Gesetze, Jugendschutz und Recht der persönlichen Ehre möglich (Art. 5 Abs. 2) aber: Schutz des Gewerbebetriebs in seiner Substanz Generelles Paradigma des deutschen Gesetzgebers zur Werbung -Charakteristika -Es gibt in Deutschland kein eigenes Werberecht, sondern der rechtliche Rahmen ergibt sich aus einer Vielzahl von Bestimmungen. Zentrales Regelungswerk ist das UWG. -Es gilt das Grundprinzip der Selbstverantwortung der Werbetreibenden (durch freiwillige Übereinkünfte bzw. Verhaltensregeln der Werbetreibenden soll einer Werbegesetzgebung zuvorgekommen werden). -Insbesondere die EU verursacht aber derzeit – zumindest in einigen Branchen – über den Gesichtspunkt der Verbraucherschutzes massiv regulierend in die Werbung einzugreifen bzw. die Werbefreiheit zu beschränken. Dies wird dann durch EUVerordnungen in deutsches Recht umgesetzt (z.B. Health Claim Verordnung) -Auch der deutsche Gesetzgeber tendiert derzeit dazu, Werbung inhaltlich reglmentieren zu wollen (z.B. Werbung mit sexuellen Reizen oder spezifischen Lifestyles). Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Verankerung der Werbung im Grundgesetz Rechtsgrundlagen Art. 12 Abs. 1 Freiheit der Berufsausübung, wobei Werbung ein notwendiges Mittel ist aber: Berufsausübung kann durch Gesetz geregelt werden Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Art. 5 Abs. 1 Art. 14 Abs. 1 Meinungsfreiheit Recht am eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetrieb, wozu Werbung zählt aber: Einschränkung durch allgemeine Gesetze, Jugendschutz und Recht der persönlichen Ehre möglich (Art. 5 Abs. 2) aber: Schutz des Gewerbebetriebs in seiner Substanz 66 Werbung besitzt keinen Freibrief, sondern findet im Verbraucherschutz und im Idealbild eines ‘fairen Wettbewerbs‘ unter Konkurrenten ihre Einschränkungen. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Paradigma der Informationsasymmetrien zwischen Anbieter und Nachfrager Marktunsicherheit (endogene Unsicherheit) des Nachfragers bezogen auf das Leistungsangebot des Anbieters Quantitativer und qualitativer Informationsstand des Nachfragers bezogen auf eine Warenkategorie ist geringer als derjenige eines Anbieters Private Informationen des Anbieters: Anbieter hat einen besseren Informationsstand über tatsächliche Ausprägung der erstellten Produkteigenschaft (Qualität der Produkte) als ein Nachfrager Gefahr eines opportunistischen Verhaltens des Anbieters: Anbieter nutzt die Informationsasymmetrien, um durch hidden actions die Qualität des Produkts nachträglich zu verschlechtern und dadurch selbst Kosten einzusparen (Moral Hazard) Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Abbau von Informationsasymmetrien durch Werbung Ansatzpunkte Werbung als Information Werbung als Qualitätssignal Werbung als Cheap Talk Werbung als Fokalpunkt Werbung als Reputation - - - - - Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Werbung und Informationsasymmetrie (I) I vorhandene Informatio nsasymmetrie I ` abgebaute Informatio nsasymmetrie S Suchzeit W Werbung I ` I `( S , W ), mit dI ` dI ` I `s 0, I `w 0 dS dW d ²I ` d ²I ` , 0 dS ² dW ² dK dK K S W , mit k´s 0, k´w 0 dS dW Min Z ( S , W , ) K ( S , W ) ( I I ´ ( S , W )) Z Z k´s I `s 0; k´w I `w 0; S W Z I I ´ ( S ,W ) 0 k´s I `s k´w I `w Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Werbung als Qualitätssignal -Argumentationsweg -Je höher die Werbeausgaben sind, desto mehr Nachfrager müssen das Produkt kaufen, damit sich die Werbeausgaben amortisieren (Werbung als sunk costs). Ein Anbieter, der hohe Werbeausgaben tätigt, ist folglich davon abhängig, dass viele Wiederholungskäufe auftreten. -Nur wenn das Produkt eine gute Qualität aufweist, werden solche Wiederholungskäufe auftreten. Wäre das Produkt von geringerer Qualität, würden die Nachfrager das Produkt nur einmal kaufen: Damit würden sich die Werbeausgaben nicht amortisieren. -Die Höhe des Werbebudgets ist damit ein Signal für die Produktqualität: Dadurch, dass ein Anbieter mit einem hohem Werbeaufwand eine gute Qualität liefern muss, wird Werbung zu einem bindendem Signal: Je höher das Werbebudget ist, desto stärker ist die Bindung. Damit wird auch „verschwenderische Werbung“ ökonomisch begründbar. -Ein Abbau von Informationsasymmetrien liegt dahingehend vor, dass ein Nachfrager weniger moral hazard fürchten muss bzw. ex ante von einer höheren Produktqualität ausgehen kann, da sich der Anbieter über den „Marktmechanismus“ in eine solche Qualitätsverpflichtung begeben hat. -Prämisse: Die Nachfrager müssen die Produktqualität erkennen (Such- und Erfahrungseigenschaften) und der Planungszeitraum muss lange genug sein, damit ein Großteil der Gewinne des Unternehmens auf Wiederholungskäufe zurückzuführen sind. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Wenn ich viel Werbung treibe, muss ich die Versprechen in der Werbung auch einhalten, sonst würde sich die Werbung nicht amortisieren. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing „Flight-by-night“-Strategie: Ein Anbieter mit schlechter Produktqualität wirbt mit dem Vorhandensein einer hohen Produktqualität. Da der Anbieter nicht mit Wiederholungskäufen rechnet, kann er in einen Markt eindringen, Gewinne abschöpfen und „über Nacht“ wieder verschwinden. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Werbung als Cheap Talk I Vorwurf Die Werbeaussage stellt bezüglich der Höhe der Produktqualität keine ex ante nachprüfbare Information dar (z.B. Übertreibung) und/oder liefert eine Information, die mit der Produktqualität in keinem Zusammenhang steht. Es handelt sich vor allem um Slogans oder Informationen über Produkteigenschaften/Leistungen/features. Werbung vermittelt informationsökonomisch nur „inhaltsleere“ Information; ferner liegt ein nicht bindendes Signal vor, d.h. der Anbieter geht mit der Werbeaussage keine Verpflichtung ein. Es findet dadurch vordergründig kein Abbau einer Informationsasymmetrie statt. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Werbung als Cheap Talk II Informationsinhalte des Cheap Talk Die Inhaltsleere betrifft aber nur die Denotation einer Werbeaussage (Webestimulus; Signal; Claim), d.h. objektive, nachprüfbare, sachhaltige Informationen. Daneben löst eine Werbeaussage Assoziationen aus (Konnotationen des Signals bzw. der Information). Eine Werbeaussage kann über ihre Konnotationen Zusatznutzen schaffen bzw. Zusatznutzenkomponenten, die das Produkt bietet, verdeutlichen. Cheap Talk kann damit Informationsvermittlung auf emotionaler (affektiver) Ebene beinhalten. Ein Abbau der Informationsasymmetrie liegt dahingehend vor, dass die Nachfrager die emotionalen Komponenten des Produkts (Zusatznutzeneigenschaften) signalisiert bekommen. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 2.2 Modelle der Massenkommunikation Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 76 Ideologische Interpretation (Hypodermic needle-Modell): Die Käuferschaft ist eine homogene Masse, lebt voneinander isoliert in der Massengesellschaft und ist dem Massenmedium sowie der Werbung hilflos ausgeliefert. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Werbung als manipulative Macht Gegenargumente kein objektiver Maßstab für Rationalität einer Präferenzordnung hohe Rate von Innovationsflops Mediawerbung wirkt nicht isoliert ‘Modell‘ der Marktkommunikation Gegenwerbung der Konkurrenten psychologische Effekte selektive Wahrnehmung Reaktanz Marktwirtschaft Konkurrenzmechanismus verhindert Bauernfängerangebote gesetzliche Regelungen Verbraucherschutzinstitutionen Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 78 Werbekritik: Werbung in den Massenmedien ist eine manipulative Macht und eine Quelle unvernünftigen Konsums (Einreden von Bedürfnissen. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Selektive Wahrnehmung: Eine Person nimmt nur Reize (Informationen) wahr und verarbeitet sie, wenn ausreichende kognitive Ressourcen für eine solche Verarbeitung bereitgestellt werden. Dies setzt eine entsprechende Aktivierung der Person durch den Reiz voraus (z. B. Involvement). Viele für die Person uninteressante Reize (Informationen) werden nicht (intensiver) verarbeitet: Sie scheitern an der Hürde der ‘selektiven Wahrnehmung‘. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Werbung in Massenmedien Technische Charakteristik Einseitiger Kommunikationsweg (keine unmittelbare Rückkopplung) Große Reichweite (Anzahl an potentiellen Werbekontakten) Disperses (mehr oder weniger abgrenzbares), heterogenes Publikum (Notwendigkeit der Zielgruppenbildung) Keine individuelle (personalisierte) Ansprache Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Durch Marktsättigung und Wettbewerb wird der Produktwettbewerb durch den Kommunikationswettbewerb ergänzt. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Der Kommunikationswettbewerb ist die Antwort auf: - den Wettbewerbsdruck (“ein Produkt, das Nachfrager nicht kennen, gibt es nicht“) - die Homogenität der Produkte im Grundnutzenbereich (Schaffung von Zusatznutzen). Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Kommunikationswettbewerb Probleme der Werbewirkung Negatives public assessment von Werbung (geringe Glaubwürdigkeit) Reizüberflutung (information Overload) Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Geringes Involvement (geringe Aufmerksamkeit gegenüber Werbung) Wear-outEffekte (Ermüdung der Rezipienten bei Wiederholter Werbung) Zapping (bewusstes Umgehen von Werbekontakten) Reaktanz (Abwehrverhalten gegenüber massiver Werbung) 84 Studie der Marketing Agentur Conceptbakery: Der durchschnittliche Verbraucher wird mutlimedial pro Woche mit 3000 Werbebotschaften konfrontiert. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 85 Die Kunst in der Werbung: Aufmerksamkeit schaffen ohne Reaktanz Und wear-out-Effekte. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 86 2.3 Kommunikationsmodelle innerhalb der Nachfragerschaft Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 87 Neben der Marketingkommunikation existieren Kommunikationsprozesse innerhalb der Nachfrager, die Marketingbedeutung besitzen, weil sie Kommunikationsinhalte besitzen, die sich auf Marken oder Unternehmen beziehen, dadurch die Marketingkommunikation flankieren, unterstützen oder konterkarieren können sie vom Anbieter „geschickt“ für eigene Kommunikationsziele eingesetzt werden können (z.B. Viralmarketing). Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Soziales Lernen Lernen am sozialen Modell (soziales Lernen) basiert auf Kommunikation mit anderen Personen der sozialen Umwelt Persönliche Kommunikation (WoM) eWOM Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Unpersönliche Kommunikation (Beobachtungslernen) Sozialisation Sozialisation ist die Anpassung von eigenem Denk- und Gefühlsmuster sowie Verhaltensweisen an diejenigen Denk- und Gefühlsmuster sowie Verhaltensweisen von Bezugsgruppen durch Internalisierung (Verinnerlichung). Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Soziales Lernen Soziales Lernen geht auf sozialen Einfluss, d.h. den Einfluss von Sozialisationsagenten zurück. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Sozialisationsagenten üben durch Erziehungsmaßnahmen, Vorbild-(Modell-)funktion oder (allgemeine) Informationsaktivitäten einen Verhaltenseinfluss aus. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Eine Referenzgruppe (Bezugsgruppe) fungiert als Personengesamtheit im Sinne eines sozialen Verhaltensmodells. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Die „Peergroup“ beinhaltet eine Bezugsgruppe, die sich aus Personen ähnlichen Alters zusammensetzt, und deren Mitglieder ein freundschaftliches Verhältnis verbindet (Clique). Es gibt das konstitutive Prinzip der Gleichrangigkeit (kaum Unterschiede in Wissen, Können und Entscheidungsbefugnissen). Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Soziales Lernen Referenzgruppen automatic Reference group membership group sozialer Einfluß Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing aspiration group negative reference group Eine „aspiration group“ muss nicht eine Primärgruppe sein, mit der (enge) persönliche Kommunikationsbeziehungen bestehen (z. B. „peergroup“). In Massengesellschaften kann für einen Nachfrager auch eine bestimmte gesellschaftliche Gruppierung (z. B. Angestellte in einer bestimmten Hierarchie; gehobene Gesellschaftsschicht in einer Stadt) als „aspiration group“ fungieren, obwohl mit den Mitgliedern dieser „Gruppe“ keine ausgeprägten persönlichen Beziehungen bestehen. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Referenzgruppen und soziales Lernen Sozialer Einfluss normativ informativ Belohnung/ Bestrafung product news komparativ wertevermittelnd advice giving Sozialer Druck product experience Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Leitbild Internalisierte Normen Charakterisierung Internalisierte Normen sind Normen einer Bezugsgruppe, die eine Person verinnerlicht hat (persönliche Normen), so dass keine explizite Reaktion von Mitgliedern der Bezugsgruppe mehr notwendig ist, sondern die Person die zu erwartende Reaktion weiß und als „eingetreten“ empfindet, wenn sie ihrer persönlichen Norm folgt (Sozialisierung der Norm). Ein Verletzen der persönlichen Norm führt zu „schlechtem Gewissen“ (Schuldgefühle), ein Erfüllen der persönlichen Norm zu „Zufriedenheit mit sich selbst“. Diese Emotionen („sozialen Nutzenstiftungen“) sind analog zu den direkt wahrgenommenen sozialen Stimuli durch Mitglieder der Bezugsgruppe. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Kommunikationsprozesse unter den Nachfragern Kommunikation persönlich product news unpersönlich advices product experience Erfahrungsfundus sozialer/ökonomischer Druck Meinungsführer, -folger informationgiver/ seeker market maven Innovatoren / Imitatoren Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 99 Konzept der mehrstufigen Kommunikation Sender Codierung der Botschaft 1. Stufe Decodierung der Botschaft Multiplikator Codierung der Botschaft 2. Stufe Botschaft Rückmeldung (Feedback) Botschaft Decodierung der Botschaft Empfänger Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 100 Kommunikationskaskade: Eine Information wird entlang der Hierarchiestufen in einer Organisation (Gruppe) von „oben“ nach „unten“ kommuniziert. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Einholen kaufrelevanter Informationen -Motive -Risikoreduktion; Abbau von wahrgenommenen Informationsdefiziten -Verkürzung der Suchzeit nach Informationen Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -Abbau von Vor- und Nachkaufdissonanzen -Imitationslernen bezogen auf die Produktverwendung 102 Übernahme von Informationen aus persönlicher Kommunikation Determinanten Glaubwürdigkeit der Quelle Präzisionsgrad der Information Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Vertrauen der Quelle in die eigenen Information (self reported confidence) Tatbestand eines ‚Ausreißers‘? Das Meinungsführer-, Meinungsfolger-Modell bildet die Weiterleitung von Informationen aus den Massenmedien in soziale Systeme durch persönliche Kommunikation ab. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Monoforme Meinungsführerschaft: Eine Person hat Meinungsführereigenschaften nur bezogen auf spezifische Sachverhalte (z. B. bestimmte Warenkategorien). Polyforme Meinungsführerschaft: Eine Person ist in vielen, unterschiedlichen Bereichen Meinungsführer. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Gate-Keeper entscheiden aufgrund formaler (organisatorischer) Macht über die Informationsweiterleitung an andere Gruppenmitglieder (Rezipienten), ohne aber andere zu beeinflussen (nur Vermittlerrolle). Der Gatekeeper wirkt als eine prozessuale Schaltstelle für den Informationsfluss. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Konzept der Informationsbilanz: Informationgiver sind Personen, die in ihrem sozialen System mehr Informationen anderen geben, als sie selbst beziehen (positive Informationsbilanz). Informationseeker sind Personen, die in ihrem sozialen System mehr Informationen nehmen, als sie selbst anderen geben (negative Informationsbilanz). Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Sonderform des Market Maven sind „Informationgiver“ im sozialen System, die zugleich höhere Markenkenntnis als die anderen Nachfrager besitzen und risikofreudiger bei Produktkäufen sind („Konsumpionier mit Meinungsbildungsfunktion“). Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Während im Offline-Bereich das Problem der Identifizierung von Personen mit Meinungsführerqualität in einer Warenkategorie besteht, erlauben die Profilinformationen von Personen in Sozialen Medien und die Analyse ihres Kommunikationsverhaltens Nutzer in Sozialen Medien als mögliche Meinungsführer zu identifizieren und gezielt anzuwerben. Einige Marktforschungsgesellschaften in Deutschland besitzen inzwischen einen Pool von mehreren tausend Personen in einer Warenkategorie, die als Influencer für Unternehmen (vor allem Produkttester) tätig werden können/wollen; teilweise wenden sich Influencer auch direkt an Unternehmen (z.B. Bitte um Ausstattung mit entsprechenden Markenartikeln). Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Überlegenheit der WoM gegenüber Anbieterwerbung -Kriterien -höheres Targeting der Informationen Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -stärkere Dialogorientierung -höhere Glaubwürdigkeit der Informationen Bei positiver WoM werden Nachfrager zu kostenlosen, effizienten Werbeträgern für das Unternehmen, wodurch die eigene Produktwerbung flankiert bzw. unterstützt wird. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Word-of-Mouth (WoM) -N -Organic WoM -N -U -Amplified WoM -N -N Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -Kommunikationsbotschaften , die das Unternehmen an einzelne Nachfrager richtet, werden durch WoM innerhalb der Nachfrager weitergegeben. -Durch „amplified WoM“ entsteht ein Schneeball-Effekt (Lawineneffekt) in der Ausbreitung (Diffusion) einer Information. Die Information verbreitet sich virusartig (epidemieartig) durch Kommunikationskontakte im sozialen System. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Negative word-of-mouth Spreading negative word-of-mouth on a low cost action that helps buyers cope with their negative feelings of disappointment or regret and prevent customers in their social network from being exploited. -Xia et al. (2004) Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Ein unzufriedener Kunde vertreibt fünf andere Kunden Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 115 Word-of-Mouth Umfrage von TRND (2010): Menschen geben ein besonders negatives Erlebnis an durchschnittlich 8,25 andere Personen weiter, ein besonders positives an 7,44 Personen weiter. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Bedeutung eines leistungsfähigen Beschwerdemanagements: Zufriedenstellung unzufriedener Käufer (Verminderung der negativen word-of-mouth) bzw. Lenkung der Kommunikation der Unzufriedenheit auf das Unternehmen und nicht in das soziale System. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Imitationslernen (Beobachtungslernen): Nachvollziehen des von einer anderen Person oder Referenzgruppe gezeigten Verhaltensweise Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Der Mensch hat dreierlei Wege, klug zu handeln: Erstens: Durch Nachdenken - das ist der edelste. Zweitens: Durch Nachahmen - das ist der leichteste. Drittens: Durch Erfahrung - das ist der bitterste. Konfuzius Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 119 Anwendung des sozialen Lernens im Marketing Ansatzpunkte Stimulierung der word-of-mouth gezielte Ansprache der information givers Simulation von sozialem Einfluss Testimonial Advertising Leitbildwerbung Honorierung von Weiterempfehlungen Stimulierung des Beobachtungslernens Erleichterung des Erfahrungstransfers Schaffung von Produkten / Marken, die zum Identifikationssymbol einer Referenzgruppe werden („Kultstatus“) Signalisierung von Referenzkunden / Referenzen Virales Marketing Buzz Marketing Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 120 Referenzmarketing: Gezielter Einsatz von Kundenreferenzen im Marketing. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Kundenreferenzen beinhalten KommunikationsFormen von Kunden oder anderen Stakeholders (z.B. Staatliche Gremien), die positiv über ein Unternehmen berichten und diese Kommunikationsinhalte sowie Kommunikationswege mit dem Anbieter abgestimmt haben. In Anlehnung an Pick (2012) Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Referenzmarketing (I) Ziele Aufbau von Reputation/Image Schaffung von Aufmerksamkeit Signalisierung von Kompetenz/Vertrauen vorökonomisch Reduzierung des wahrgenommenen Risikos bei potenziellen Kunden Neukundengewinnung Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing ökonomisch Referenzmarketing (II) Instrumente Referenzlisten Broschüren Webseiten Kommunikation von Erfolgsgeschichten mit Statements der Kunden Massenkommunikation Broschüren Webseiten Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Referenzbesuche Referenzkunde erlaubt Besuche/ Besichtigungen potenzieller anderer Käufer Kundenevents Präsentation von Referenzprojekten gemeinsam mit dem Referenzkunden auf Eventveranstaltungen (z. B. Informationstage) 2.4 Modell der gemischten Kommunikation Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 125 Diffusionsmodell auf Basis der gemischten Kommunikation St ,Innov at M Innov X t 1,Innov t 1 X t 1,Innov Si ,Innov i 1 at f Wt , pt St ,Im it bt X t 1,Innov X t 1,Im it M Innov M Im it M Im it X t 1,Im it t 1 X t 1,Im it Si ,Im it i 1 St St ,Innov St ,Im it Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 126 -Die bisherigen Adopter bzw. ein beobachteter Verbreitungsgrad (Marktanteil) der Innovation signalisieren Sicherheit bezüglich der Innovation (Innovation ist doch nicht so „gefährlich“, einfacher anzuwenden, da so viele die Innovation bereits nutzen, bzw. die Anzahl von Personen, die man fragen kann steigt): Die Innovation „bewährt sich“ im sozialen System. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Endogene Diffusion Je mehr Innovatoren und Imitatoren sich von der Innovation überzeugen lassen, desto größer werden Erfahrungsfundus und sozialer Einfluss für diejenigen Imitatoren, die das Produkt noch nicht gekauft haben. Wenn die Eigendynamik der Ausbreitung einer Innovation durch die Kommunikationsprozesse „in Fahrt gekommen ist“, kann die eigene Werbung zurückgefahren werden („Produkt läuft von selbst“). Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Idealisierte Werbestrategie bei Produktinnovationen Produktverbreitung x W t Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Werbeaufwendungen (Werbebudget) t 129 Nachtrag zum ersten Teil Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 1 Interaktive Kommunikationswege -Vorteile einer Rückkopplung -Flexible Anpassung der Kommunikation an die Kommunikationssituation Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -Vermittlung komplexer inhaltlicher Sachverhalte -Überprüfung, ob die intendierte Kommunikationswirkung beim Empfänger eingetreten ist Ökonomische Bedeutung der Werbung Ausgewählte Zahlen 2015 807.000 Beschäftigte in der Werbebranche (einschl. Zulieferbetriebe wie Druckereien, Call Center-Mitarbeiter und Mitarbeiter in Werbeabteilungen von Auftraggebern) Werbeinvestitionen: 25,5 Mrd. € (0,8% des BIP), davon ca. 5,8 Mrd. € für Online-Werbung Nettowerbeeinnahmen der Werbeträger (Kosten für Belegung von Werbeplätzen): 15,2 Mrd. €, davon Fernsehen 4,421 Mrd. €, Tageszeitungen 2,651 Mrd. €, Anzeigenblätter 1,811 Mrd. €, Publikumszeitschriften 1,075 Mrd. €, Online-/Mobile-Werbung 1,424 Mrd. € Pro-Kopf-Werbeausgaben (2014): 247 € Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing (USA: 451 €) Werbung als Fokalpunkt -Argumentationsweg -In einer Wirtschaft mit großem Produktangebot können sich Informationsbroker (z.B. Institution, die vergleichende Warentests durchführt) nicht über alle Produkte Informationen einholen, sondern wählen nur bestimmte Produkte aus. -Es ist zu vermuten, dass viele Informationsbroker stärker beworbene Produkte eher in ihr „Informationsangebot“ aufnehmen. -Abbau von Informationsasymmetrien dadurch, dass die durch die Informationsbroker verfügbare Informationsmenge über ein Produkt für den Nachfrager ansteigt. -Ebenso sinkt die Befürchtung eines moral hazard: Ein Anbieter, der viel Werbung betreibt, läuft größere Gefahr, dass sein opportunistisches Verhalten durch Informationsbroker aufgedeckt wird; daher wird er moral hazard eher unterlassen. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 3 Kommunikationspolitische Ziele Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 5 -Kommunikationsziele beinhalten die aus Sicht des Senders wünschenswerten positiven Kommunikationswirkungen beim Empfänger. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -Werbeziele bilden die wünschenswerten Wirkungen der kommunikationspolitischen Maßnahmen (Strategien; Kamapgne) ab. Je stärker die Zielerreichung ist, desto effektiver ist die Werbung bzw. die kommunikationspolitische Maßnahme (Effektivität der Werbung). Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Werbeziele (kommunikationspolitische Ziele) -Funktionen -Bewertung von kommunikationspolitischen Handlungsalternativen -Erhöhung des Strukturierungsgrades der Planung und Entscheidungsfindung Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -Sollgrößen für die Kontrolle der Zielerreichung -operativ; mittelfristig; strategisch -Werbeziele sind Zwischenziele zur -Erreichung der übergeordneten -Marketing- bzw. Unternehmensziele Zeitbezug von Werbezielen Beispiel: Krankenversicherung - strategisches Werbeziel: Positionierung der Marke als leistungsstarke Solidargemeinschaft. - mittelfristiges Werbeziel: Erhöhung der Abschlussquote bei Berufseinsteigern: Vergrößerung der Solidargemeinschaft. - kurzfristiges Werbeziel: Erhöhung der Markenbekanntheit unter den Schulabgängern im Jahr 2010. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 9 Formulierung von Werbezielen/ Zeitkriterien in der Werbung Allgemeine Anforderungen Bereichsadäquanz Meßbarkeit Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Selektive Steuerungskraft Vollständigkeit Einordnung in ein System von Ober- / Zwischenund Unterzielen 10 -Die Bereichsadäquanz impliziert, dass die Zielerreichung nur durch Werbung bedingt sein darf. Dies führt zum Problem der Isolierung der Werbewirkung im Rahmen des Marketing-Mix. -Beispiel: Das Ziel der Marktanteilsteigerung ist nicht bereichsadäquat, da der Marktanteil durch das gesamte MarketingMix eines Anbieters und nicht durch die Werbung beeinflusst wird. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Einordnung von Werbezielen -Betrachtungsfelder -gegenüber anderen -Marketing-/ Unternehmensbereichen -innerhalb der Kommunikationspolitik -Zielsetzung (komplementär; konkurrierend; neutral) -Wirkungsstruktur (Kausalstruktur) -Zielgewichtung Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -Werbeziele müssen Relevanz für die Gesamtheit der übergeordneten Marketingziele besitzen (Widerspruchsfreiheit bzw. fördernde Wirkung) bzw. werden als bereichsspezifische Ziele (Zwischenziele) aus den übergeordneten Marketingzielen abgeleitet (Zielhierarchie). Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -Sequenzmodelle unterstellen eine (zeitliche; inhaltliche) Wirkungsstruktur von Werbezielen, die im Sinne von Studien (Sequenzen) aufeinander aufbauen. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -Sequenzmodelle definieren eine Phase im Kaufentscheidungsprozess, in der sich spezifische Werbewirkungen verorten lassen. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -Stufenmodell der Werbewirkung -gesendet heißt noch -lange nicht empfangen -Aufmerksamkeit -empfangen heißt noch -lange nicht verstanden -Wahrnehmung -verstanden heißt noch -lange nicht einverstanden -Interesse -einverstanden heißt noch -lange nicht getan -Kauf -getan heißt noch - lange nicht dabeigeblieben -Zufriedenheit Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Stufenmodelle der Werbewirkung Autoren Zielgrößen der Werbung auf Basis von Strukturmodellen Stufe I Stufe II Stufe III Stufe IV Stufe V Stufe VI Meyer Bekanntmachnung Information Hinstimmung AIDA- Regel nach Lewis Attention Interest Lavidge- Steiner Awareness Knowledge Linking Colley Awareness Comprehensions Conviction Fischerkoesen Bekanntheit Image Nutzen (erwartet) Präferenz Seyffert Sinneswirkung Aufmerksamkeitswirkung Vorstellungs- wirkung Gefühlswirkung Kroeber- Riel Aufmerksamkeit Affektive Handlung Rationale Beurteilung Kaufabsicht Kauf McGuire Aufmerksamkeit Kenntnis Einverständnis mit der Schlussfolgerung Behalten der neuen Einstellung Verhalten auf Basis d. neuen Einstellung DAGMAR- Regel nach Batra et al. Unaware Aware Comprehension and Image Attitude Action Handlungs- anstoß Desire Preference Action Conviction Purchase Action Handlung Gedächniswirkung Willenswirkung -Quelle: Anlehnung an Schweiger/ Schrattenecker 2001 Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 17 AIDA-Modell und ökonomische Kriterien Kosten Gewinn Umsatz Kauf (Action) Werbebudget Kaufwunsch (Desire) Streuplan Einstellungsstabilisierungänderung (Interest) Werbemittelgestaltung Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Berührungserfolg -Reichweite -Kontaktmenge -Kontaktqualität Aufmerksamkeitswirkung (Attention) -In den Sequenzmodellen ist das Erreichen einer Stufe notwendige Bedingung für das Erreichen der nächsten Hierarchiestufe in der Werbewirkung; diese nächste Stufe muss aber nicht zwangsläufig auch erreicht werden. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -Die Customer-Journey-Analyse erfasst die Kommunikationskontakte (verwendete Kommunikationskanäle) im Rahmen des Kaufentscheidungsprozesses -Welche Kommunikationskontakte werden in bestimmten Phasen des Kaufentscheidungsprozesses bevorzugt? -Welche Kommunikationskontakte gingen dem Kontakt (unmittelbar) voraus? -Durch Trackingtechnologien ist der Kommunikationsverlauf einer Person im Internet relativ einfach registrier- und damit analysierbar. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -Das Konzept der Customer Journey bezeichnet die einzelnen Stufen, die ein Kunde erreichen muss, bevor er den Kauf eines Produktes vollzieht. -Awareness: Bewusstsein für das Produkt wird geweckt (Inspiration) -Favorability: Das Interesse für das Produkt wird verstärkt -Consideration: Der Kunde erwägt den Kauf des Produkts -Intent to Purchase: Die Kaufabsicht wird konkret (Kaufanstoß) -Conversion: Das Produkt wird gekauft. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -Erkenntnis der Customer-Journey-Analyse: -Im B2B-Bereich sind 70% des Kaufentscheidungsprozesses bereits erreicht, bevor es zum ersten persönlichen (physischen) Kommunikationskontakt mit einem Anbieter kommt. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Ökonomische Bedeutung der Werbung Werbung Preis Absatz Umsatz Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Kosten Gewinn 23 Ökonomische Werbeziele -traditionelle Zielkriterien -Absatzmenge -Marktanteil -(share of wallet) -Verkaufspreis -Gewinn -[Return on Advertising] Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -Umsatz Probleme der Formulierung ökonomischer Zielkriterien in der Werbung ökonomischen Zielkriterien fehlt oftmals die Bereichsadäquanz • Absatz, Umsatz oder Marktanteil werden durch das Zusammenspiel aller Marketing-Instrumente beeinflusst. ökonomische Zielkriterien besitzen möglicherweise Probleme in der Messbarkeit • Werbewirkung tritt mit zeitlicher Verzögerung ein (Carry Over) • Werbung für ein Produkt/Marke strahlt auf andere Produkte/Marken aus (Spill Over) • exogene Einflüsse auf Absatz Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 25 -Die fehlende Bereichsadäquanz macht es schwierig oder (empirisch) unmöglich, die Wirkung einer werblichen Maßnahme in einem ökonomischen Zielkriterium zu isolieren. Dies impliziert sowohl ein Problem der Werbeplanung (Antizipierung der ökonomischen Wirkung, Soll-Größe) als auch der Werbeerfolgskontrolle (Ist-Größe). Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -Dilemma der ökonomischen Werbeziele: Fehlende Bereichsadäquanz, aber letztendlich müssen sich die Kosten für (Investitionen in) die Werbung aber ökonomisch auszahlen. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Außerökonomische (vorökonomische) Kommunikationsziele operationale Unter- bzw. Zwischenziele auf dem Weg zur ökonomischen Werbewirkung: Dem Kaufabschluss/Kaufentscheidung geht ein psychischer/kognitiver Prozess voraus, auf den sich Werbeziele/Zielkriterien formulieren lassen. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 28 Systematisierung von Werbezielen -Zielkategorien -Potentialziele Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -Verhaltenspsychologische Ziele -Ökonomische Ziele -Potenzialziele bilden die Werbepräsenz eines Unternehmens/einer Marke ab. -Belegungs/Präferenzgrößen -Sendeminuten (TV) -Fläche in Printmedien -Anzahl Hyperlinks (Internet) -Kontaktbasierte Größen -Reichweite Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -Kontaktsumme -Kontaktdosi s -Werbedruck (Share of Voice) -Der „Share of Voice“ misst den Eigenanteil der erzielten Werbekontakte am Gesamtvolumen der Werbekontakte in der Branche. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -Potenzialziele unterliegen einem Zielgruppenbezug, da in der Werbung Streuverluste aufgrund der negativen Folgen für die Werbeeffizienz zu vermeiden sind. Führungsrationalität in der Werbung impliziert deshalb die Minimierung von Streuverlusten. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -Verhaltenspsychologische Werbeziele umfassen das weite Feld von wünschenswerten verhaltensbezogenen Werbewirkungen, die einem Kaufakt vorangehen bzw. diesen fördern. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Verhaltenspsychologische Werbeziele -Zielarten -operativ -Schaffung einer “UCP“ -Aufmerksamkeit -Erinnerung -Verständlichkeit -Glaubwürdigkeit -Erlebniswirkung Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -strategisch -Markenpositionierung -Schaffung von Marketing-Assets -Operative bzw. kurzfristige Werbeziele lassen sich unter dem Schlagwort der „Unique Communication [Advertising] Proposition“ (UCP oder UAP) subsumieren. Hierunter versteht man das Ziel, im Kommunikationswetttbewerb eine gegenüber den Konkurrenten vorteilhafte (einzigartige) Positionierung zu erwerben, um sich im Kampf um die Wahrnehmung bei den Zielgruppen behaupten zu können. Die UCP stellt die (notwendige) Plattform für das Erreichen von strategischen Werbezielen dar. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -Aufmerksamkeit: Die als relevant erachteten Informationen (z.B. Markenname, Slogan, werbliche Aussagen) der Kommunikationsbotschaft müssen unter den Rezipienten bei einem Kontakt mit der Werbung wahrgenommen werden und aktivierend wirken, um eine kognitive Verarbeitung zu fördern. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -Erinnerung: Auch nach Ende des Kontakts mit der Kommunikationsbotschaft sollen die als relevant erachteten Informationen im Gedächtnis der Rezipienten bleiben und von ihnen erinnert werden (Retrieval). Dies führt zu einer hohen Bekanntheit der Marke und/oder der werblichen Aussagen. Ein mögliches, intendiertes Werbeziel ist hierbei, zu den Top-of-theMind-Marken zu gehören: Dies ist gegeben, wenn ein Befragter – aufgefordert, spontan die Marken einer Branche oder für eine bestimmte Verwendungssituation aufzuzählen – die betreffende Marke unter den (z.B. drei) erstgenannten Marken anführt. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -Verständlichkeit: Die Rezipienten verstehen und interpretieren die Informationen in der Werbung so, wie sie vom Unternehmen intendiert sind. Es treten keine Fehl- oder Missverständnisse auf. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -Glaubwürdigkeit: Da sich Rezipienten bewusst sind, dass Werbung zu „Übertreibungen“ und einseitiger positiver Selbstdarstellung tendiert, ist die Zieldimension „Glaubwürdigkeit“ dahingehend zu interpretieren, dass sich Rezipienten durch die werblichen Aussagen nicht „verschaukelt“ fühlen. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -Erlebniswirkung: Hierunter ist in einem weiten Sinn zu verstehen, dass den Rezipienten die Werbung „gefällt“ (Ad Likeability). Forschungen zur Werbewirkung zeigen, dass sich eine solche Werbung positiv auf Aufmerksamkeit, Erinnerung und Glaubwürdigkeit auswirkt. Fraglich ist allerdings, ob Preise und Prämierungen, die eine Werbekampagne erzielt, ein Garant für eine rezipientenbezogen hohe Erlebniswirkung sind. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Markenpositionierung als Werbeziel -Dimensionen -Informationsvermittlung bezogen auf Leistungsmerkmale der Marke -Erhöhung des Wissensstands der Nachfrager Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -Branding: -Markenimage -Branding: Werbung soll – in Abstimmung oder unter Vorgabe des Markenmanagements – der Marke ein spezifisches kognitives und emotionales Eigenschafts- bzw. Wahrnehmungsprofil verleihen, das ihr einen strategischen Wettbewerbsvorteil gegenüber den Konkurrenzmarken verschafft. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -Marketing-Assets bezeichnen immaterielle Vermögensgegenstände, die durch Marketingaktivitäten und vor allem durch Werbung geschaffen werden; diese generieren für das Unternehmen Einzahlungen und/oder erzielen bei einem Verkauf des Unternehmens einen Preis (Goodwill). -Markenstärke (Markenwert) -Kundenloyalität Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -Commitment -… -… Ökonomische Werbeziele -Dimensionen -aufgabenorientierte Ziele -Werbestrategien -Transaktionsorientierte Ziele -Absatz -Marktanteile -Monetäre Ziele -finanzwirtschaftliche Größen -Return on Advertising Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -Aufgabenorientierte Werbeziele transformieren die strategischen Marketingziele in die Kommunikationspolitik -produktbezogene Werbestrategien -Einführungswerbung -Expansionswerbung (Absatz, Umsatz, Marktanteil) -Erhaltungswerbung Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -nachfragerbezogene Werbestrategien -Neukundengewinnung (Markterschließungswerbung) -Kundenbindung (Stammkundenwerbung) -Rückgewinnungswerbung -Die monetären (finanzwirtschaftlichen) Werbeziele bilden die Spitze der Zielpyramide in der Kommunikationspolitik. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Kommunikationspolitik im Marketing-Finance-Interface 𝑑𝑢𝑟𝑐ℎ 𝑊𝑒𝑟𝑏𝑢𝑛𝑔 𝑖𝑛𝑑𝑢𝑧𝑖𝑒𝑟𝑡𝑒 𝑆𝑢𝑚𝑚𝑒 𝑎𝑛 𝐷𝑒𝑐𝑘𝑢𝑛𝑔𝑠𝑏𝑒𝑖𝑡𝑟ä𝑔𝑒𝑛 𝐼𝑛𝑣𝑒𝑠𝑡𝑖𝑡𝑖𝑜𝑛𝑒𝑛 𝑖𝑛 𝑊𝑒𝑟𝑏𝑢𝑛𝑔 • 𝑅𝑒𝑡𝑢𝑟𝑛 𝑜𝑛 𝐴𝑑𝑣𝑒𝑟𝑡𝑖𝑠𝑖𝑛𝑔 = • 𝑅𝑒𝑡𝑢𝑟𝑛 𝑜𝑛 𝐵𝑟𝑎𝑛𝑑 𝐵𝑢𝑖𝑙𝑑𝑖𝑛𝑔 = -𝐼𝑛𝑣𝑒𝑠𝑡𝑚𝑒𝑛𝑡𝑠 (𝑅𝑂𝐵𝐵𝐼) Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 𝑆𝑢𝑚𝑚𝑒 𝑑𝑒𝑟 𝑑𝑢𝑟𝑐ℎ 𝑊𝑒𝑟𝑏𝑢𝑛𝑔 𝑖𝑛𝑑𝑢𝑧𝑖𝑒𝑟𝑡𝑒 𝐷𝑒𝑐𝑘𝑢𝑛𝑔𝑠𝑏𝑒𝑖𝑡𝑟ä𝑔𝑒 𝑒𝑖𝑛𝑒𝑟 𝑀𝑎𝑟𝑘𝑒 𝑊𝑒𝑟𝑏𝑒𝑖𝑛𝑣𝑒𝑠𝑡𝑖𝑡𝑖𝑜𝑛𝑒𝑛 𝑖𝑛 𝑒𝑖𝑛𝑒 𝑀𝑎𝑟𝑘𝑒 -Die Idee des „Return on Advertising“ ist die moderne Fassung des marginalanalytischen Ansatzes der Bestimmung des gewinnoptimalen Werbebudgets. -Kernproblem der Bestimmung eines „Return on Advertising“ ist die Quantifizierung des auf Werbung zurückzuführenden Markterfolgs (z.B. Absatzzahlen; Price Premium). Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Wirkungskette der Werbeziele -ökonomische Werbeziele -strategische -Werbeziele -Markenpositionierung -monetär -transaktions -aufgabenorientiert -orientiert Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -Marketing-Assets -Potenzialziel e -operative Werbeziele -UCP -Analog zur Balanced Scorecard fördert (in der Regel) die Zielerreichung in einer Perspektive den Zielerreichungsgrad in der nachgelagerten Perspektive. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -Herausforderung einer Impact-Rechnung: Wie stark beeinflusst der Zielerreichungsgrad eines Werbeziels den Zielerreichungsgrad eines nachgelagerten Werbeziels. -Bestimmung des Wirkungskoeffizienten Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -Vorwärtsrechnung -Rückwärtsrechnung -Vorwärtsrechnung: Welche monetären Konsequenzen hat ein bestimmter Zielerreichungsgrad, der mit bestimmten Maßnahmen erreicht wurde? -Rückwärtsrechnung: Welcher Zielerreichungsgrad in einer vorgelagerten Perspektive ist notwendig, um einen bestimmten Zielerreichungsgrad eines nachgelagerten Ziels zu erreichen und welche Maßnahmen kann diesen Zielerreichungsgrad mit möglichst wenig Kosten realisieren? -Bestimmung des Wirkungskoeffizienten: Welche Beziehung besteht zwischen den Werbezielen unterschiedlicher Perspektiven (linear; progressiv; negativ). Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Werbewirkungsmodell – die einfachste Form -Share of voice -Anteil am Werbedruck -(Aufmerksamkeit) -Share of mind -Erinnerungswirkung, -Einstellungsänderung/-stabilisierung -Share of wallet -Umsatz; Marktanteil Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Paradigma der Kommunikationspolitik Ist die Werbung gut, nützt das auch dem Produkt! Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 54 Argumentenbilanz zum Paradigma Argumente Pro Contra höhere Aufmerksamkeit und Involvement Keine hinreichende Bedingung für Absatzerfolg höhere Glaubwürdigkeit Vampireffekt Spill-Over von Werbung auf Produkt/Marke Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 55 Pragmatische Werbeziele Berührungserfolg notwendige Werbeziele Aufmerksamkeit gegenüber der Werbebotschaft wecken Bekanntschaftsgrad halten/erhöhen (Marke; Produktionseigenschaften; Innovation) hinreichende Werbeziele Einstellungsbildung, -stabilisierung, -änderung: Positionierung Image/Reputation Goodwill schaffen/halten Nachkaufdissonanzen abbauen Pflege der Geschäftsbeziehungen Kaufwunsch auslösen/reaktivieren ökonomisches Werbeziel Kauf Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 56 Werbewirkung nach dem AIM Shift Planner -Dimensionen -Werbeerinnerung -Markenbekanntheit -Sympathie -Kaufbereitschaft -Kaufempfehlung -AIM (Ad Impact Monitor) ist ein Großprojekt der Organisation Werbetreibende im Markenverband und von Mediaagenturen. Pro Jahr werden 17000 Befragte zur Wirkung von Werbekampagnen für 360 Marken aus sechs Branchen (Handel, Computer, Auto, Finanzen, Kosmetik, Pharma, ab 2014 auch Food/Getränke) in 800 Werbeträgern interviewt. Besonderheit: Cross-Media-Studien. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Typische Messkriterien für den Erfolg einer Werbeanzeige/ Werbespot -Kriterien -Bezogen auf die Werbung selbst • Glaubwürdigkeit (source credibility) • Aufmerksamkeit • Motivation zur Informationsverarbeitung • wahrgenommene Innovativität Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -Bezogen auf das beworbene Produkt/ Marke -allgemeines Gefallen • Einstellungsänderung bzw. –stabilisierung • Kaufwunsch 4. Kommunikation im Internet Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 59 4.1 Allgemeine Charakteristika Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 60 -Digital Natives: Sie sind in der digitalen Welt aufgewachsen: Computerspiele, Internet, Mobiltelefone etc. sind früh integrale Bestandteile ihres Lebens geworden (Sozialisation in der digitalen Welt). -Digital Immigrants: Sie sind vor 1980 geboren und haben erst im Erwachsenenalter die digitale Welt kennengelernt. -Für Digital Natives besitzen Kommunikationsintrumente und Informationsquellen der „analogen Welt“ (Offline-Welt) eine geringere Bedeutung, Kommunikationsinstrumente und Informationsquellen der virtuellen Welt (Online-Welt) eine höhere Bedeutung, verglichen mit den Digital Immigrants. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -Die virtuelle Welt stellt für die Digital Natives ein gleichwertiges oder bisweilen sogar attraktiveres „Universum“ zum OfflineBereich („reale Welt“) dar, in der sie einen großen Teil der Lebensgestaltung (Arbeit; Freizeit; soziale Kontakte) verbringen. Ein ständiger Wechsel der Präsenz in der Offline- und Onlinewelt, eine gleichzeitige Präsenz in beiden Universen bzw. das Verschmelzen beider Universen (Augmented Reality, Augmented Virtuality) ist für sie selbstverständlich. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Schaffen einer virtuellen Parallelwelt zum OfflineBereich bzw. bewegen in seinen sozialen (virtuellen) Netzwerken wird zu einem (bedeutenden) Teil der Freizeitgestaltung vieler Personen (Digital Natives). Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Cocooning: Ein Nachfrager verschließt sich immer mehr gegenüber persönlicher Kommunikation. Er kapselt sich ein und nutzt die eigene Wohnung vermehrt als Lebens-, Einkaufs- und Arbeitswelt. Dieses Verhalten fordert die Informationsbeschaffung und den Konsum über elektronische Medien. -Universität Greifswald Universität Greifswald -Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Digitale Kommunikationskanäle Digitale Medien • • • Websites Social Media • Social-Sharing-Plattformen • Media-Sharing-Plattformen • Blogs • Podcasts • Online-Communities • Wikis • Online-Foren Online Games Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Digitale Technologien • • • • • • • Mobile, internetfähige Endgeräte mit geographischer Positionsbestimmung des Nutzers 3D-Hologramme, 3D-Plakate Augmented Reality Near Field Communication Digital Signage am Point of Sale QR-Code Location Based Services Mobile Commerce (Mobile Business) Mobile Commerce (Mobile Business): Durchführung des E-Commerce (E-Business) mit mobilen Endgeräten (Mobile Devices): Ortsunabhängiger (“kabelloser“) Zugriff auf die elektronischen Informations- und Kommunikationsmedien (z.B. Internet, e-mail) durch den Nachfrager und ortsunabhängige Ansprache des Nachfragers durch den Anbieter in diesen Medien. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 66 -Location-Based-Services sind spezifische Produkt-/ Informationsangebote (v.a. Apps), die sich auf die Örtlichkeit beziehen, an der sich der Nachfrager gerade aufhält und die über mobile Ausgabegeräte des Nutzers vermittelt werden. -Ortbezogene Werbung und Information (z.B. Restaurant Finder) -Navigation -Lokalisierung von ‘Zielpersonen‘ (‘wo sind meine Freunde‘) -… Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -Augmented Reality (Enhanced Reality): Erweiterung der realen Umweltwahrnehmung um zusätzliche virtuelle Inhalte, wobei die virtuellen Inhalte gleichzeitig zur realen Wahrnehmung vermittelt werden bzw. sich sensorisch überlagern. -Beispiele: Augmented-Realtity-Brillen, die zusätzliche Informationen auf der Glasoberfläche für den Brillenträger sichtbar machen; Pokémon Go. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -Near-Field Communication: internationaler Übertragungsstandard zum Austausch von Daten über Funktechnik auf kurze Distanzen. -Beispiele: Micropayments mit NFC-Chips (Kreditkarten mit kontaktloser Bezahlfunktion); Mobilgerät als Autoschlüssel. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -Digital Signage: Visuell basierte Ausgabegeräte (Mediaplayer) im „öffentlichen Raum“, um Nachrichten, Werbung oder allgemeine Informationen zu präsentieren. Hierbei besteht die Möglichkeit zur Interaktion durch den Rezipienten (Auswahlmenu – Info Stellen), zur Location-Based-spezifischen Einspeisung von Informationen (z.B. Mediaplayer auf einem Einkaufswagen, der zusätzliche Informationen zum Produktangebot, das neben dem Einkaufswagen lokalisiert ist, kommuniziert, oder zum Angebot rezipientenspezifischer Informationen, wenn der Nutzer des Mediaplayers identifiziert wird und Daten über ihn vorliegen. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -Quick Response (QR)-Code: Nachfrager können den QR-Code auf einer Verpackung oder Plakat mit einer Applikation über ihr Smartphone einlesen und werden dann auf die betreffenden Internetseiten geleitet und können dort weiterführende Informationen über Produkt und Unternehmen einholen bzw. Transaktionen veranlassen. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -Online-Kommunikation bezeichnet alle Kommunikationsaktivitäten zwischen Unternehmen und Nachfrager, die über das Internet-Protokoll (IP: „Betriebssystem für Datenaustausch in digitalen Netzwerken“) abgewickelt werden. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -Technische Definition: -Das World Wide Web stellt einen multimedialen Dienst des Internets dar, der auf der Verlinkung von HTML-Seiten basiert und die Darstellung von Text-, Bild- und Tondateien mithilfe eines Browsers ermöglicht. -Marketing-Definition: -Das World Wide Web ermöglicht es, Personen (Digital Natives), Teile ihrer Arbeitsprozesse und Informationsaktivitäten über das Internet abzuwickeln sowie im Freizeitbereich sich eine virtuelle Parallelwelt zum Offline-Bereich zu schaffen, die einen bedeutenden Teil ihrer Freizeit sowie sozialen Aktivitäten in Anspruch nimmt. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Online-Kommunikation Merkmale Schnelligkeit und Flexibilität Individualität und Selektivität Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Internationalitä Multimedialität Wirtschaftlichkeit t und und Ubiquität Interaktivität Die Multimedia-Eignung des Internet mit der Möglichkeit zum Dialog macht das Internet zu einem qualitativ hochwertigen Kommunikationsmedium. -Universität Greifswald Universität Greifswald -Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Schnelligkeit und Flexibilität: Informationen lassen sich schnell an eine große Anzahl von Empfängern (hohe Reichweiten) gleichzeitig übermitteln (z.B. e-mails; Soziale Netzwerke), wobei sich Informationsinhalte kurzfristig anpassen und verändern lassen („kurze Informations-Rüstzeit“). Die Schnelligkeit und Flexibilität der Kommunikation kann aber Fehler oder negative word-of-mouth (Shitstorm) transportieren oder Gerüchte/Falschmeldungen betreffen. Ferner wecken Schnelligkeit und Flexibilität aber auch Aktualitäts-Ansprüche auf Empfängerseite (z.B. Aktualität der Informationen auf Webseiten; Antwortzeit bei e-mails). Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Individualität und Selektivität (Selective Advertising): Online-Medien ermöglichen eine individualisierte, persönliche Ansprache von Empfängern (Targeting), sofern eine Identifizierung des Empfängers oder zumindest der EmpfängerGeräte (z.B. Cookies) gelingt und Informationen über den Empfänger (z.B. Informations- und Produktinteressen) über ihn gespeichert sind. Der Internet-Nutzer entscheidet selbst, welche Informationen er abruft. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing In der digitalisierten Welt (digitale Revolution) wird Convenience mit dem Verlust der informationellen Selbstbestimmung bezahlt. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Multimedialität und Interaktivität: Text-, (Stand- und Bewegt-)Bild- und akustische Informationen lassen sich beliebig und unbegrenzter Menge miteinander kombinieren und dem Empfänger übermitteln. Die OnlineMedien enthalten ferner Rückkopplungs- und Dialogmechanismen, die nicht nur einen passiven Informationsabruf (Informationskonsum) des Empfängers beinhalten, sondern dessen Reaktion auf Informationsinhalte erlauben. In Kombination mit Individualität und Selektivität kann sich ein Kommunikationsdialog zwischen Unternehmen und Empfänger entwickeln. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Anytime-anywhere-Prinzip: Keine zeitliche oder örtliche Einschränkung für den Informationszugriff und –übermittlung. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -Wirtschaftlichkeit: Es werden nicht nur globale Zielgruppen kostengünstig bzw. effizient (Verhältnis Reichweite zu Kosten) erreicht, sondern es lassen sich kleinste Zielgruppen mit vertretbaren Kosten individuell ansprechen. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Kommunikationspolitik im Internet Werbeumfeld / Werbeformate Internet-basiertes Fernsehen Web 1.0 Web 2.0 Websites (Homepages) Social Media Bannerwerbung Affiliate - Marketing Streben SuchmaschinenMarketing nach Links Social Communities Online-Foren Weblogs Wikis Podcasts Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing E-Games Web 1.0 Charakteristika Wenige Bearbeiter / Ersteller von Informationen und viele Nutzer (1:n-Kommunikation) Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Trennung zwischen Informationsproduzenten und Informationsnutzern Abruf von Informationen durch das Pull-Prinzip (Nutzer muss selbst Informationen suchen) 83 -Web 2.0: Schlagwort, unter dem eine Reihe von (technologischen) Entwicklungen im Internet (Social Software) zu verstehen ist, die auf eine stärkere Partizipation der Benutzer an den Inhalt des Internets ausgerichtet sind (User Generated Content) und eine stärkere interaktive Nutzung durch die Benutzer (v.a. Social Media) ermöglichen. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -Social Media: Persönlich erstellte, auf Interaktion abzielende Beiträge, die in Form von Text, Bild, Video oder Audio über Onlinemedien für einen ausgewählten Adressatenkreis einer virtuellen Gemeinschaft (Social Community; Soziales Netzwerk) oder für die Allgemeinheit veröffentlicht werden, sowie zugrunde liegende und unterstützende Dienste und Technologien des Web 2.0. -Hettler (2010, S.14) Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Die Kommunikation in den traditionellen Massenmedien basiert auf dem Bring-Prinzip: Das Unternehmen muss die Kommunikationsbotschaft über das Kommunikationsmedium zum Rezipienten bringen. Die Kommunikation in vielen sozialen Netzwerken basiert auf dem HolPrinzip: Ein niedergelegter Kommunikationsinhalt wird von den Followern des Kommunikators (Unternehmen; Marke) abgeholt. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -Viele User Generated Contents werden aber nur von wenigen Rezipienten wahrgenommen. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -Hashtags sind die Verschlagwortung von Begriffen innerhalb eines Textes in Sozialen Medien, um innerhalt des Mediums Threats und Postings zu diesem Begriff zu markieren bzw. zu finden. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -User Generated Contents (UCG): User des Web 2.0 beteiligen sich am Entstehen von Web- Inhalten: Es gibt keine klare Trennung mehr zwischen Informationsproduzenten und Informationsnutzern: Modell des Prosumers bezogen auf Informationen, die im Web 2.0 bereitgestellt werden. -Als typisch für das Web 2.0 gilt, dass es relativ viele Bearbeiter/ Ersteller von Informationen und viele Nutzer gibt (n:nKommunikation). Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Erstellen von User Generated Contents -Motive -Abbau von ‘emotionaler Erregung‘ (Freude; Ärger) -Altruismu s gegenüber anderen Personen Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -Selbstdarstellung / Prestigesuche -Community -Erlebnis -Einflussnahm e auf Unternehmen -ökonomisch e Anreize Electronic Word-of-Mouth (eWOM): Kommunikation von Nachfragern Untereinander über die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -Das Web 2.0 hat der electronic word-of-mouth (eWom) eine neue Dimension im Vergleich zur Offline-Welt verliehen: quantitativ bezogen auf die Menge des Informationsaustausches und der erreichbaren Rezipienten und qualitativ hinsichtlich der Art der Informationen (multimedial, d.h. nicht nur verbale, sondern auch audiovisuelle Informationen, z.B. Video auf YouTube). Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -Im Offline-Bereich findet WoM zwischen Personen statt, zwischen denen persönliche (physische) Beziehungen bestehen (face-to-face), im Internet besteht nur eine virtuelle Kommunikationsbeziehung bzw. Anonymität der Kommunikationspartner. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -Trotz der Anonymität der Kommunikationspartner besitzt eWoM Studien zufolge derzeit noch eine ähnlich hohe Glaubwürdigkeit wie reale WoM bzw. Nutzer können den Glaubwürdigkeits- bzw. Validitätsgehalt von Informationen relativ differenziert einschätzen. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Consumer Generated Advertising: Von Konsumenten im Web 2.0 erzeugte Informationsinhalte mit werbendem Charakter für Produkte, Marken oder Unternehmen: Spezialfall des User-Generated Content. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -Auch in der Offline-Welt existiert Consumer Generated Advertising: Dies sind marketingrelevante Informationen (product news; expierences; advices), die bspw. Meinungsführer über die WoM kommunizieren. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Unternehmen als Kommunikator im Web 2.0 -Stellung des Unternehmens -Passiver „Mitleser“ der Kommunikationsinhalte -Monitoring -Aktiver Kommunikator -Einstellen von Threads -Netnographie -Viralmarketing -Buzz-Marketing -Einstellen von Postings -Moderator in OnlineForen Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -Initiator von eWoM Mit „Homepage“ wird die Startseite („erste Seite“; Indexseite; Hauptseite; Frontpage; Intro-Seite) einer Website-Präsenz (Website) bezeichnet, die bei Aufruf einer Web-Adresse (Domain-Name) angezeigt wird. Von der Homepage aus kann der Nutzer die Informationsinhalte der Website-Präsenz, die auf (unzähligen) Unterseiten (Webseiten) abgelegt sind, durch Navigation in der Website aufrufen. Die Unterseiten weisen in der Regel einen Link auf, der den Nutzer zurück auf die Homepage führt. Eine Landing-Page beinhaltet eine (beliebige) Webseite in der Website, auf die ein Empfänger durch einen Link von einer anderen Website (z.B. Banner-Werbung) gelangt. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Auf der Website gibt es keine physischen Speicherplatzprobleme, weshalb eine beliebige Menge an Information bereitgestellt werden kann. Allerdings gibt es technische Begrenzungen durch die Bildschirmseite (vor allem bei mobilen Devices) und die Webseiten müssen durch intelligente Navigationsstruktur miteinander vernetzt/verlinkt sein. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Website Charakteristik textbasierte, visuelle und audiovisuelle Informationsinhalte keine physischen Speicherplatzprobleme, aber technische Begrenzung durch Bildschirmseite Navigationsproblem Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Selective Advertising durch nutzerspezifische Website-Promotion, Navigation Suchmaschinen(personalisierte marketing Webseiten) Auffinden von Webseiten Anreize setzen, um auf Webseiten zu verweilen bzw. sie wieder aufzusuchen Informationsgehalt kostenloser Zusatzangebote -Sozial Commerce: -Anbahnung bzw. Realisierung von Transaktionen, die durch Präsenz in den Sozialen Medien ausgelöst werden. F-Commerce fokussiert auf die Präsenz im sozialen Netzwerk Facebook. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -eGame-Advertising beinhaltet Nutzung von Computer- und Videospielen als Werbeträger bzw. Plattform für eigene Werbung. Viele moderne Computerspiele sind soziale Netzwerspiele und die „Spielgemeinde“ erfüllt damit die Merkmale einer Social Community. -Around-GameAdvertising -AdGames Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -In-GameAdvertising -ESports -Im Around-Game-Advertising steht analog zu Filmen im Intro oder im Abspann des Spiels (Pre-Roll Ads bzw. Post-Roll Ads) Werbeplatz zur Verfügung, in dem ein Unternehmen seine Markenkennzeichen oder kurze Werbeaussagen platzieren kann. Ebenso lassen sich hierfür natürliche Wartezeiten, wie beim Laden eines neuen Abschnitts/Level des Spiels nutzen (Mid-Roll Ads). Auch die Verpackung des Spiels dient sich als Werbefläche nutzen. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -Bei AdGames (Advergames) handelt es sich um Spiele, in deren Zentrum – mehr oder weniger stark eine Marke Gegenstand der Spielhandlung ist. Bei „associated AdGame“ ist das Markenlogo im Spielhintergrund zu sehen, bei „illustrative AdGames“ interagiert der Spieler mit der Marke (z.B. virtuelles Torwandschießen mit Bällen, auf denen das Markenlogo steht), bei „demonstrative AdGames“ bildet die Anwendungsseite der Marke bzw. des Produkts den zentralen Spielinhalt (z.B. virtuelle Probefahrt in einem Auto). -Häufig handelt es sich um kurze, einfach zu handhabende Spiele (z.B. Moorhuhnspiel), die sich schnell aus dem Internet herunterladen und an Person im sozialen Umfeld verschicken lassen (Viralmarketing). Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -Im In-Game-Advertising bietet das Spiel Präsentationsfläche für Werbung. Analog zum „realen Leben“ kann es sich um Werbebanden bei Sportspielen, Fassaden, Citiy-Light-Plakate oder Soundclips handeln, mit denen das Spiel realitätsnäher gestaltet werden soll, die aber zugleich Markenkennzeichen oder Werbeslogans transportieren. -Im statischen In-Game-Advertising ist diese Werbepräsentationsfläche fest an eine bestimmte Marke vergeben. -Im dynamischen In-Game-Advertising werden im Spiel lediglich Platzhalter für die Werbung vorgesehen und die Platzhalter dann flexibel beim Downloaden des Spiels aus dem Internet mit Werbung eines Anbieters belegt. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -Bei eSports handelt es sich um wettbewerbsorientierte Computerspiele, die analog zu klassischen Sportveranstaltungen, in Hallen/Stadien mit Zuschauern auf Bildschirme übertragen werden und/oder über Streaming-Dienste live verfolgt werden können. Ferner kommentieren EGamer Spielverläufe auf ihren Blogs. -Es bieten sich vergleichbare Werbeformen wie im realen Sport (Sponsoring von Veranstaltungen oder EGamern; Verwendung von bekannten EGamern als Testimonials oder Influencer) an. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 4.2 Die Website als Kommunikationsinstrument Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 1 Unter einer Website versteht man einen virtuellen Ort im World Wide Web, der aus einer Vielzahl von Dokumenten (Webseiten; Dateien) besteht, die durch das Hypertext-Verfahren (z.B. HTML) miteinander verbunden sind. Die Website ist durch ihren Domain-Namen im World Wide Web identifiziert. Der Nutzer lädt die Inhalte der Website durch Aufrufen des Domain-Namens auf sein Ausgabegerät (Device). Aus Sicht des E-Commerce beinhaltet eine Website textbasierte, visuelle oder audiovisuelle Informationen über Branchen, Unternehmen, Produkte oder Marken sowie nutzerorientierte Ressourcen (z.B. Infotainment-Angebote; Bestellmöglichkeiten; Links auf andere Websites oder Social Communities; E-Mail). Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 2 Mit „Homepage“ wird die Startseite („erste Seite“; Indexseite; Hauptseite; Frontpage; Intro-Seite) einer Website-Präsenz (Website) bezeichnet, die bei Aufruf einer Web-Adresse (Domain-Name) angezeigt wird. Von der Homepage aus kann der Nutzer die Informationsinhalte der Website-Präsenz, die auf (unzähligen) Unterseiten (Webseiten) abgelegt sind, durch Navigation in der Website aufrufen. Die Unterseiten weisen in der Regel einen Link auf, der den Nutzer zurück auf die Homepage führt. Eine Landing-Page beinhaltet eine (beliebige) Webseite in der Website, auf die ein Empfänger durch einen Link von einer anderen Website (z.B. Banner-Werbung) gelangt. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 3 Cybersquatting Eine Person kreiert einen DomainNamen und lässt ihn mit der Zielsetzung registrieren, dass das betroffene Unternehmen ihr diesen Domain-Namen abkauft. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 4 Website Charakteristik textbasierte, visuelle und audiovisuelle Informationsinhalte keine physischen Speicherplatzprobleme, aber technische Begrenzung durch Bildschirmseite Navigationsproblem Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Selective Advertising durch nutzerspezifische Website-Promotion, Navigation Suchmaschinen(personalisierte marketing Webseiten) Auffinden von Webseiten Anreize setzen, um auf Webseiten zu verweilen bzw. sie wieder aufzusuchen Informationsgehalt kostenloser Zusatzangebote 5 Auf der Website gibt es keine physischen Speicherplatzprobleme, weshalb eine beliebige Menge an Information bereitgestellt werden kann. Allerdings gibt es technische Begrenzungen durch die Bildschirmseite (vor allem bei mobilen Devices) und die Webseiten müssen durch intelligente Navigationsstruktur miteinander vernetzt/verlinkt sein. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 6 Realtime Targeting im Selective Advertising: Die präsentierten Inhalte der Website werden aufgrund des vorhandenen Wissens über den Kunden (Kundendatenbank; Analyse seines Surfverhaltens auf der Website) in Echtzeit auf die vermuteten Informationsbedürfnisse des Kunden angepasst. Zumindest wird der Wibsite-Besucher aufgrund der über ihn vorhandenen Informationen einem spezifischen Web-Besucher-Segment zugeordnet, für das ein segmentspezifisches Informationsangebot bereitsteht. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 7 Problem I des Web 1.0: Aufgrund der „chaotischen Struktur“ des Internets ist das Auffinden des Informationsangebots eines Anbieter im Netz mehr oder weniger zufällig: Notwendigkeit der Website-Promotion. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 8 Ansätze der Website Promotion Online-Bereich • • • • • • • Suchmaschinenmarketing • Suchmaschinenwerbung • Suchmaschinenoptimierung Bannerwerbung Affiliate-Marketing Email-Marketing Online-PR Social-Media-Marketing Mobile-Media-Marketig Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing • • • • • • • • TV- und radio-Spots Anzeigen/Beilagen Geschäftsunterlagen Coupons Außendienst PR-Aktivitäten (Flyer, Plakat, Produkt, Give-Aways) Weitere Offline-Kanäle QR-Codes Offline-Bereich Ansätze der Website Promotion 9 Das Kardinalproblem der Website als Kommunikationsinstrument ist das Pullprinzip des Informationsabrufs: Die Initiative dazu muss vom Nachfrager kommen. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 10 Problem II des Web 1.0: Der Besuch der Webseiten eines Anbieters ist für den Nachfrager nicht kostenlos (Zeit; Übertragungskosten); daher müssen dem Nachfrager neben dem produktbezogenen Informationsangebot und Kaufmöglichkeiten zusätzliche nutzenstiftende Elemente geboten werden: Infotainment, Mehrwert-Dienste, Events – Anreiz für Wiederholungsbesuche. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 11 Kommunikationsinhalte einer Website Arten Unmittelbar verkaufsfördernde (markenbezogene) Informationen über Leistungsmerkmale der Produkte Hard Selling Informationen, die auf das Markenimage abzielen (Branding): Emotionalisierung/ Personalifizierung der Marke [‘Markenwelt‘] Content-Marketing Dialogfokussierte Applikationen Soft Selling -Transaktionen Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 12 Content is king! (Bill Gates) Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 13 Content-Marketing beschreibt die zielgruppenorientierte Bereitstellung eines Informationspools, der die Informations- und Infotainmentbedürfnisse der angesprochenen Zielgruppen befriedigt. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 14 Das Konzept des „Content“ (Content-Marketing) erfasst jegliche Information, die ein Unternehmen auf der Website direkt oder über Links indirekt auf externen Plattformen (z.B. Facebook- oder LinkedIn-Account, Medienberichte) zugänglich macht, die aber nicht direkten Verkaufsfördernden Charakter besitzen (Hard-Selling), sondern sich nur indirekt auf das Leistungsangebot des Unternehmens beziehen. Content-Marketing ist eine „Kommunikation über Bande“ und besitzt damit Analogien zum Below-the-Line-Advertising. Vermittlung von Kompetenz und Fachwissen (Unternehmen als Ratgeber/Experte) Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Vermittlung von Unterhaltung (Infotainment) (Unternehmen als Unterhalter) Vermittlung von Komplementärinformationen [Zusatzdienste] oder Corporate Social Responsibility-Aktivitäten (Unternehmen als „über den Tellerrand“ schauender Akteur) 15 Ziele des Content Marketings Ziele des Content Marketings sind einen Lead (Erstkontakt) letztendlich in einen Prospect (Interessenten) umwandeln, da das Content-Angebot zugleich auf das eigentliche Produktangebot aufmerksam macht. zum wiederholten Besuch der Website anregen: Aufbau einer „Kundenbindung“ noch vor einer Transaktion (Website-Bindung; WebsiteLoyalty). Inhalte und vor allem die Website anderen Personen im Internet weiterempfehlen. Rewards für bestehende Kunden bieten (z.B. durch ein personalisiertes Informationsangebot): Unterstützung der Kundenbindung. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 16 Dialogfokussierte Applikation auf der Website Dialogfokussierte Applikationen sollen den Kommunikationskontakt des Nachfragers mit dem Unternehmen erleichtern (z.B. E-mail) und dadurch Anknüpfungspunkte für einen Kundendialog zu finden. kontinuierlich den Kunden mit Informationen versorgen (z.B. Newsletter) Daten gewinnen, den Website-Besucher hinsichtlich seiner Informationsund Infotainmentbedürfnisse besser einschätzen/segmentieren zu können (Realtime Targeting). Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 17 Interaktive Website Ausprägungen technische Interaktivität (Konfigurationsanpassung) mobile Devices Integration des Nutzers (Name, Bilder, Informationen des Nutzers) in Inhalten (individualisierte Inhalte) Beispiel: virtuelle Brillenanpassung Nutzer als Akteur Infotainmeint (virtuelle Probefahrt) Dialog-Applikationen Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 18 Ausgewählte Kennzahlen der Web Analytics Kennzahlen Erklärung Visits (Besuche) Anzahl der Besuche auf einer Website in einem definierten Zeitraum. Beim Aufruf verschiedener Unterseiten (Webpages) werden entsprechend mehrere Page Impressions gemessen, aber nur ein Visit gezählt. Unique Visitor Anzahl an Besuchern auf einer Website in einem definiertem Zeitraum mit einem oder mehreren Visits. Dabei gilt, dass jeder Besucher, der die Website innerhalb des definierten Zeitraums mehrfach besucht, nur einmalig als Unique Visitor erfasst wird. Return Visitor Anzahl an Besuchern, die die Website innerhalb des definierten Zeitraums mehrfach besuchen (≥ 2 Visits). Conversions Anzahl an Besuchern auf einer Website, die eine vorab definierte Aktion durchgeführt haben, z.B. Newsletter-Registrierung oder Kauf eines Produkts. Conversion Rate (Umwandlungsrate) Verhältnis zwischen der Anzahl an Conversions und Anzahl der Klicks. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 19 Ausgewählte Kennzahlen der Web Analytics Kennzahlen Erklärung Klicks Anzahl der Besucher, die über ein entsprechendes Werbemittel auf die Website gekommen sind Klickrate (Click-Trough-Rate bzw. CTR) Verhältnis zwischen der Anzahl an Werbeeinblendungen (Ad Impressions) und der Anzahl der Klicks. Page Impressions (Seitenaufrufe bzw. Page Views) Anzahl der Aufrufe von Webpages innerhalb einer Website. Ad Impressions (Werbeeinblendungen) Größe, die angibt wie häufig eine Webseite mit einem Werbebanner von einem Nutzer geladen wird. Bounce Rate (Absprungsrate) Anteil an Besuchern mit einer kurzen Verweildauer bzw. nur einem einzelnen Seitenaufruf. Return Rate Anteil an Besuchern, die die Website innerhalb des definierten Zeitraums mehrfach besuchen (Return Visitors). Verweildauer Zeit, die ein Nutzer auf einer Seite verbringt. Verweiltiefe Anzahl der Seiten, die sich ein Nutzer angesehen hat. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 20 4.3 Suchmaschinen-Marketing Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 21 Suchmaschinenmarketing umfasst alle Maßnahmen, in denen Suchmaschinen zur Gewinnung von Besuchern der eigenen Website eingesetzt werden (Website-Promotion über Suchmaschinen). Suchmaschinenoptimierung (SEO) Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Suchmaschinenwerbung (SEA) 22 Die technische Herausforderung einer Suchmaschine besteht darin, automatisiert auf Webseiten zugreifen, darauf abgelegte Informationen (Informationsinhalte) –bislang Keyword fokussiert- identifizieren zu können [„die Webseite lesen zu können“ = Indexierung der Webseite] und hinsichtlich hoher Relevanz für eine Suchanfrage bewerten zu können. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 23 Suchmaschinen sind Infomediäre bzw. Agentensysteme, die eine Unterstützerrolle für Internetakteure ausüben: Ihre Funktion liegt im Matching von Informationssucher und Informationsanbieter. Aus Sicht des Informationssuchers legen sie Links auf Webseiten, auf denen der eingegebene Suchbegriff als Informationsbaustein enthalten ist; aus Sicht des Informationsanbieters erhöhen sie die Wahrscheinlichkeit, dass ein Nachfrager das Informationsangebot der eigenen Webseiten findet und ihn die dortigen Informationsinhalte interessieren könnten, da er einen diesbezüglichen Suchbegriff eingegeben hat. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 24 Suchmaschinen-Optimierung: Die eigene Webseite soll in einer Suchmaschine bei einer Suchanfrage einen möglichst guten (vorderen) Rangplatz in der Trefferliste erhalten. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 25 Systematik von Suchmaschinen Arten Verzeichnisse Stichwortsuche Suchmaschinen i.e.S. MetaSuchmaschinen Preissuche Organic Listing Paid Inclusion (Affiliate-Systeme) Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Paid Listing 26 Verzeichnisse (Directories; Kataloge) Charakteristika der Stichwortverzeichnisse Werden redaktionell („von Menschen“) erstellt Hyperlinks auf Homepages (keine Unterseiten) Häufig alphabetische Listung bzw. Gliederung in Sachkategorien Aktive Anmeldung eines Informationsanbieters beim Verzeichnisbetreiber Häufig ist die Anmeldung und der Vertrieb der Hyperlinks im Verzeichnis kostenpflichtig „digitale Branchenverzeichnisse“ Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 27 Preissuchmaschinen ermitteln die für ein vom Nutzer spezifiziertes Produkt preisgünstigen Händler, die sich in das Verzeichnis der Suchmaschine haben eintragen lassen (z.B. idealo.de: 185,5 Millionen Angebote bei 32.500 OnlineHändlern [2015]). Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 28 Suchmaschinen im engeren Sinn bereiten ihrem Prinzipal das Ergebnis der Stichwortsuche dahingehend auf, dass sie die Stichwort-URL-Links nach „Relevanz“ ordnen. Diejenige Webseite mit der höchsten Relevanz –aus Sicht der Suchmaschine- erhält den ersten Rang in der Trefferliste. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 29 Bei „Organic Listing“ („Modell Google“) wird das World Wide Web (URLS) kontinuierlich nach Stichworten durchsucht und eine Datenbank mit Stichwort-URL-Zuordnungen angelegt bzw. gepflegt. Die Nutzung der Suchmaschine durch den Prinzipal ist kostenfrei, die Aufnahme einer Stichwort-URL-Verbindung und die Auflistung der URL bei einer Suchanfrage durch den Nutzer für den Webseitenbetreiber, auf den die URL führt, ebenfalls. Die Finanzierung einer solchen Suchmaschine basiert zumeist aus dem Verlauf von ‘Sponsorenlinks‘ (Werbeplätzen im werblichen Teil der Webseite). Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 30 Paid Listing: Die Rangposition in der Link-Liste wird durch ein Aukionsverfahren (Bietverfahren) versteigert. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 31 Paid Inclusion: Aufnahme in das Linkverzeichnis gegen Bezahlung. Es gibt keine höhere Rangposition, aber ein intensiveres Screening der eigenen Webseiten durch die Suchmaschine, weshalb Veränderungen auf den eigenen Webseiten („Innovationen“) schneller bzw. „sicherer“ sofort von der Suchmaschine erfasst werden. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 32 Suchmaschinen können nicht aktive Suchanfragen starten, sondern nur auf einer Webseite vorhandene (fest installierte) Webinhalte (Stichworte) identifizieren und die betreffende zum Stichwort gehörende URL in einer Datenbank ablegen. Kein Zugriff auf dynamische Webseitengenerierung. Suchmaschinen können bei weitem nicht das gesamte World Wide Web scannen: Deep-WebProblematik. Selbst Google zieht nicht einmal 5% der existierenden Webseiten (Homepage + Unterseiten) in ihr WWW-Monitoring ein. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 33 Instrumente der Suchmaschinen-Optimierung (Search Engine Optimization – SEO) Ziel der Suchmaschinen-Optimierung ist es, einen möglichst hohen Rangplatz [Rank] in einer Trefferliste zu erreichen. On-PageOptimierung Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Off-PageOptimierung 34 On-Page-Optimierung: Gezielter Aufbau des Seiteninhalts (Content) einer Webseite bezogen auf formale Kriterien (Inhaltsqualität; Formatierung; Überschriften; interne Links) und Schlüsselbegriffe (Keywords). Suchmaschinen sollen zum einen bei ihrem Scanning der Webseite Stichworte finden, die von Nutzern der Suchmaschine als Suchbegriffe eingegeben werden und damit in das Indexierungssystem der Suchmaschine fallen, und denen die Suchmaschine (Suchmaschinenalgorithmus) eine hohe Relevanz zuordnet. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 35 Aufgabe der Suchmaschinen-Optimierung ist es, den Informationsinhalten auf den eigenen Webseiten einen möglichst hohen „Relevanzwert“ („Qualitätsfaktor“ – Relevanzbewertung) in einer Suchmaschine zu verleihen. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 36 Mögliches Dilemma der On-Page-Optimierung: Werden die Contents zu einseitig auf die Algorithmen einer Suchmaschine ausgelegt, kann eine solcherart optimierte Webseite möglicherweise nicht mehr von den „menschlichen Nutzern“ als attraktiv (gut gestaltet; schön) eingestuft werden. Es sind Unterschiede zwischen den Algorithmus-determinierten Analysen einer Webseite und der menschlichen Wahrnehmung (Empfindung) denkbar. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 37 Off-Page-Optimierung: Die Relevanz von Webseiten in den Suchalgorithmen der Suchmaschinen wird ferner von Quantität und Qualität der Links auf die betreffende Webseite (Backlinks) bestimmt: Mit welchen Webseiten ist die eigene Webseite verlinkt? Hierzu dient das Eingehen von LinkPartnerschaften (Textlink-Tausch) oder ein explizites AffiliateMarketing. Für einen Textlink-Tausch gibt es Tauschbörsen oder Software-gestützte Linktauschprogramme (Verwaltung von Links und Linkpartnern sowie Unterstützung bei der Akquise neuer Linkpartner). Reziproke Links (wechselseitiges Einräumen von Links) führen bei Suchmaschinen zu einer geringen Relevanzbewertung. Der Einsatz von Linktauschprogrammen verstößt gegen die Richtlinien der Suchmaschinenbetreiber. Zentral sind ferner „Social Signals“: Wie oft erhält eine Webseite „Likes“, „Shares“ oder „Comments“ in sozialen Netzwerken? Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 38 Affiliate-Marketing: Ein Website-Betreiber (Affiliate; Publisher) stellt Teile seiner Webseiten als Werbefläche für einen anderen Anbieter (Merchant) zur Verfügung, wobei ein Nachfrager durch Anklicken der betreffenden Werbefläche auf die Website des Merchant gelangt. Für die Bereitstellung der Werbefläche erhält der Affiliate vom Merchant eine erfolgsabhängige Provision. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 39 Landing-Page: Spezifische Webseite auf der Domain des Merchant, auf den ein Link, der auf einer Affiliate-Seite positioniert ist, führt. Faustregel: Die Landing-Page muss eine Navigation auf den Webseiten des Merchant erlauben, wenn der Nutzer weitere Informationen einholen will. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 40 Affiliate Marketing im engeren Sinn (Werbekooperation) Charakteristika Unternehmen setzen (gegenseitige) Links zu „befreundeten“ Unternehmen, die in ihrem Produktangebot komplementär zum eigenen Angebot sind. Professionelle Anbieter (Partnerprogramm-Portale; Affiliate Agenturen, z.B. Digistore 24, Xanox, ADCELL) bieten auf ihren Portalen potenzielle Affiliates für ein Unternehmen (nach Themen/Produkten oder Zielgruppen gegliedert) an. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 41 Affiliate-Marketing i. w. Sinn (Online-Werbung) Affiliate-System-Betreiber (Werbenetz-Betreiber) Merchant (werbetreibendes Unternehmen) Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Affiliate (Publisher) Werbeplatzbereitstellender Akteur 42 Der Affiliate-Systembetreiber stellt für seine Merchants bei den im Netzwerk akquirierten Affiliates Plätze für Bannerwerbung im kommerziellen Teil der Affiliate-Webseite zur Verfügung. Von Interesse sind hierbei Affiliate-Webseiten, die einen hohen „traffic“ und zugleich eine vergleichsweise hohe Wahrscheinlichkeit aufweisen, dass eine Bannerwerbung vom Besucher der Affiliate-Webseite angeklickt wird. -Traffic wird durch den Affiliate geschaffen Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -Klickwahrscheinlichkeit ist Ergebnis der Marketing-Leistung des Systembetreibers 43 Content creates traffic! Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 44 Key-Word-Matching bildet den zentralen Schlüssel des AffiliateSystembetreibers Matching 1.0: Der Nutzer einer Suchmaschine gibt im Rahmen seiner Informationssuche im Internet selbst Suchbegriffe ein, die mit der KeywordListe des Merchant abgeglichen werden (Matching). Matching 2.0: Der Systembetreiber charakterisiert Internet-Nutzer aufgrund einer Analyse ihres Such-, Klick-, Kommunikations- oder Kaufverhaltens im Netz anhand von Keywords durch (Behavioral Targeting). Matching 3.0: Kombination von Kontextsensitivität (Charakterisierung der Affiliate-Webseite anhand von Keywords) und Behavioral Targeting. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 45 Matching-Optionen in Werbenetzwerken Alternativen exact match broad match phrase match Es muss das identische Wort auftreten Wort, einschließlich möglicher Tippfehler, Synonyme oder andere relevante Variationen Es muss eine Wortkombination übereinstimmen Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing negative match Kein Match, wenn das Wort in bestimmter Wortkombination eingegeben/gesucht wird 46 Selective Advertising im kommerziellen Teil der Webseite einer Suchmaschine: Es werden solche Anbieter mit den betreffenden Links eingeblendet, die ein zum Suchbegriff passendes Produktangebot besitzen oder aufgrund des vorangegangenen Suchprofils des Nutzers in der Suchmaschine passende Produkte/Informationsangebote aufweisen. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 47 Personalisierte Banner: Bannerwerbung mit spezifischen auf den jeweiligen Nutzer zugeschnittenen Informationsinhalten / Links. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 48 Funktionsprinzip der Werbenetzwerke (Modell Google) Kontextsensitivität Behavioral Targeting Matchingleistung des Agenten Kontextsensitivität: Werbung wird an den jeweiligen Inhalt der Seite des Affiliate – operationalisiert durch Keywords – angepasst, d.h. es wird auf der Webseite des Affiliate dazu passende Werbung von Merchants positioniert. Dadurch wird die Merchant-Werbung als weniger belästigend erachtet und die Bereitschaft zum „Anklicken“ steigt. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Behavioral Targeting: Der Besucher der Affiliate-Webseite erhält Werbung von Merchants, für deren Werbeinhalte (Keywords) der Agenten ein (hohes) Interesse des Affiliate-SeitenBesuchers vermutet (Selective Advertising). Der Agent kann den Besucher der AffiliateSeite identifizieren (Cookies) und Keywordbezogene Informationen über den Besucher hinsichtlich seines bisherigen Such-, Klickoder Kaufverhaltens im Internet. 49 Grundprinzip der Werbenetzwerke: Diese Werbung könnte den Nachfrager interessieren und passt zur Webseite, auf der er gerade ist. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 50 Re-Targeting: Es werden diejenigen Besucher identifiziert, die eine Kaufhandlung auf der Webseite des Merchant abgebrochen haben. Diese werden dann gezielt mit Werbung angesprochen, um sie zur Rückkehr auf die Webseite des Merchant und zur Vollendung der Kaufabsicht bewegen sollen. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 51 Identifizierung und Auswahl relevanter Keywords -Volkswagen Financial Services -Volkswagen Nutzfahrzeuge -SKODA -Audi -Fleet Magazine -Fleet Magazine App -Flotte -Volkswagen -www.fleetdriver.d e -SEA T -Firmenwagen -Dienstwagen -Lifestyle -Dienstwagenfahrer -Dienstwagenregeln -Automobil -Reisebericht e -User/Chooser Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -Dienstwagen + Besteuerung -Car Policy 52 Cost – per – Mille (CPM): Wieviel kosten 1000 ad-impressions. (Einblendungen des Werbebanners des Merchants auf der Webseite des Affiliates) Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 53 Charakteristisch für Werbenetzwerke ist der Bieterwettbewerb der Merchants um Keywords. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 54 Suchmaschinen – Marketing: Bidding War um Keywords Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 55 Je höher der Anzeigenrang, desto vorteilhafter ist die Positionierung der Bannerwerbung des Merchants auf der Affiliate-Seite positioniert. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 56 Provisions-Modelle im Affiliate-Marketing Pay per Click: Es wird eine Provision pro erfolgtem Klick gezahlt. Pay per Click Out: Es wird eine Provision gezahlt, wenn der Kunde auf der Website des Merchants eine weitere Seite als die ‘verlinkte‘ Webseite aufruft. Pay per Lead: Es wird eine Provision pro Kontaktaufnahme durch den Kunden beim Merchant gezahlt. Pay per Sale: Es wird eine Provision gezahlt, wenn der Kunde beim Merchant einen Umsatz getätigt hat. Pay per Link: Es wird eine fixe Provision für die Bereitstellung der Werbefläche (Link) gezahlt. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 57 Earnings per Click (EPC): Wie viel Provision schüttet der Merchant (Advertiser) durchschnittlich für 100 Klicks an seine Affiliates aus? Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 58 Werbenetzwerke: Der Agent (Werbenetz-Betreiber) dient zwei Prinzipalen – dem Merchant und dem Affiliate. Durch eine gute MatchingLeistung des Agenten entsteht allerdings eine win-win-winSituation: Je mehr Klicks der Affiliate für den Merchant erzielt, desto wirksamer ist für den Merchant das AffiliateMarketing (Online-Marketing) und desto höher sind die Erlöse (Earnings) für Affiliate und Agenten („Provisionsdifferenz mal Klicks“). Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 59 Click-Fraude (Click Spamming): Es werden „gefakte“ Klicks auf Merchant-Webseiten von einem Akteur ausgelöst, um Erlöse des Affiliate zu erhöhen und/oder um den Merchant finanziell zu schädigen, der dem Affiliate diese Klicks vergüten muss. Hinter diesen Klicks steht kein echtes Suchinteresse eines Nutzers, sondern diese werden durch beauftragte Personen (Mini-Jobs in der Dritten Welt) oder spezielle Software-Programme massenhaft ausgelöst. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 60 4.4 Online Communities Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 61 Online-Community (Social Community): Zusammenschluss von Personen auf einer Plattform im Internet, die ein Netzwerk bilden, um Beziehungen mit anderen Netzwerkteilnehmern aufzubauen und zu pflegen, um dort gemeinsamen Interessen nachzugehen, themenspezifisch zu kommunizieren, oder zur Erreichung bestimmter Ziele zu kooperieren. Für das Marketing sind solche Communities relevant, in denen sich Teilnehmer über marketingrelevante Themen austauschen oder in denen Mitglieder durch das Unternehmen direkt mit Kommunikationsbotschaften angesprochen werden können. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -62 Arten von Online-Foren Systematisierung -Struktur der Kommunikation Art des Betreibers Thread-/Posting-bezogene Kommunikation Nicht-kommerzielle Interessen [Involvement-Betreiber] Freie Kommunikation (Chat) Kommerzielle Geschäftsmodelle (Verkauf von Werbeplätzen oder Nutzerprofilen) Support-Foren von Produktanbietern Bewertungsforen von Informationsbrokern Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 63 Merkmale einer Online-Community Merkmale Eine Online-Community ist das virtuelle Pendant einer „Gruppe“. Die Mitglieder der Community zeichnen sich durch eine Konformität von Zielen, Interessen oder Werten aus. Grundprinzipien sind das Information Sharing (andere am eigenen Wissen/Erfahrungen) teilhaben lassen und das Information Pooling, um als Community einen Wissenszuwachs (Lernen) zu erzielen. Die Interaktionen der Community-Mitglieder laufen über entsprechende technische Plattformen, die einen digitalen Austausch von Informationen (Text, Bilder) ermöglichen, weshalb kein direkter physischer Kontakt zwischen den interagierenden Mitgliedern besteht. In den meisten Fällen sind die Mitglieder der Community nicht gegenseitig persönlich bekannt und die Mitglieder treten unter einem Nickname oder nur unter einem Vornamen auf; dennoch zeichnen sich die (virtuellen) sozialen (kommunikativen) Beziehungen durch eine große Vertrautheit aus (Anonymität im Netz – Stranger-in-the-train-Phänomen). Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 64 In vielen Online-Communities ist eine (formelle) Registrierung erforderlich, bei der das Mitglied in einem Profil Informationen über sich einstellen/publizieren muss. Diese Informationen sind für werbende Unternehmen von Interesse (Selective Advertising, Behavioral Targeting), wenn die Community eine direkte persönliche Ansprache von Mitgliedern durch das Unternehmen ermöglicht [Geschäftsmodell Facebook]. Eine Erweiterung der Informationsbasis für das Selective Advertising ist gegeben, wenn zusätzlich zu den Profilinformationen auch die Kommunikationsinhalte analysiert und einem Mitglied zugeordnet werden. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -65 eMaven: Meinungsführer in einem sozialen Netzwerk, die zugleich hohes Innovationsinvolvement und geringe Risikowahrnehmung gegenüber Neuerungen besitzen. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 66 Das Geschäftsmodell der Betreiber von Online-Communities (Erlösgenerierung) besteht darin, Profildaten und Kommunikationsinhalte der Mitglieder (zielgruppenspezifisch) werbetreibenden Unternehmen zur Verfügung zu stellen und eine kommunikative Ansprache durch Unternehmen zu ermöglichen. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 67 Für den Nutzer kostenlose Dienstleistungsangebote (Entertainment) muss der Nutzer durch Aufmerksamkeit für Werbung und Preisgabe personalisierter Daten für Werbezwecke „bezahlen“. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 68 Eine Brand Community beinhaltet ein soziales Netzwerk in der Web 2.0-Welt, dessen Mitglieder Kommunikationsinhalte über eine Marke austauschen. Offizielle Brand Community (von Unternehmen gegründet) Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Inoffizielle Brand Community (von Privatperson gegründet) 69 Das Betreiben einer Brand Community ist Teil des Content Marketings, da eine solche Brand Community mit der Website des Anbieters eng vernetzt ist. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 70 In Brand Communities entsteht User Generated Advertising, das sich an die Community-Mitglieder richtet, die ihrerseits aber als Meinungsführer in ihren anderen sozialen Netzwerken auftreten können. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 71 Eine einfache Form einer Brand Community ist die Präsenz einer Marke in sozialen Online-Foren (z.B. Facebook) mit einem eigenen Account/Profil. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -72 Beispiel aus der Praxis: Nestlé • • • • • HERTA (Schinken- und Wurstware) – Claim der Marke: “Natürlich lecker leben“, Aufbau einer Community Website zum Thema “Ausflugsziele“: Personen stellen ihre liebsten Ausflugsziele ein. ALETE (Babynahrung) – Community zum Thema Schwangerschaft und Ernährung für das erste Lebensjahr. Nestlé Ernährungsstudio (für die Dach- bzw. Unternehmensmarke): Plattform für den Bereich Ernährung; Besucher werden thematisch durch verschiedene Gebiete geführt (generelle Informationen Lifestyle-Bezug konkrete Produkte); individueller Ernährungscoach, der den Besucher über Wochen/Monate begleitet (Eingabe von Schlüsseldaten zu Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten); enthalten ist auch ein Community-Treff. MAGGI Kochstudio: Rezepte zum downloaden (9 Millionen/Jahr); Kochtypen-Test (Befragter beantwortet einige Fragen): Hinweis auf spezielle Rezepte für einen bestimmten Kochtyp; Einrichtung von Unterforen für bestimmte Kochtypen geplant. YES Törtchen: Produkt wurde vom Markt genommen. Es entstand eine Bewegung (stimuliert durch einen Radiosender) “Wir wollen YES-Torty zurück haben“. Angebot des YES-Torty als limited edition zu einem signifikant höheren Preis; Einrichtung einer BrandCommunity (“Friendship Chain“) für die YES-Torty Fans ( Kultmarke). Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 73 Marketing-Anwendungen einer Brand Community Anwendungsfelder Förderung der markenspezifischen Kommunikation unter den Nachfragern Verwendererfahrungen (Erfahrungstransfer) Verbesserungsvorschläge [Crowd Sourcing] Dialog mit Nachfragern Relationship Marketing Analyse der Informationsinhalte Monitoring WebsitePromotion Zusatzleistungen für Web 1.0 Netnographie Kundendienstkanal Erhöhung des Commitments der Nachfrager Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 74 Eine Förderung der markenspezifischen Kommunikation unter den Nachfragern impliziert nicht, dass das Unternehmen passiv bleibt; vielmehr kann es als Initiator oder Moderator der Kommunikationsprozesse in der Community auftreten. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 75 Web 2.0 wird zum Kundendienstkanal – Online Foren sind ein Kommunikationstreffpunkt bei Problemen mit der Produktanwendung (Erfahrungstipps von Anwendern; Hilfestellung durch Mitarbeiter des Unternehmens). Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 76 Monitoring beinhaltet die Analyse der Kommunikationsinhalte in der Online Community, um Trends oder Stimmungen zu erkennen (Frühwarnindikatoren): Hier ist das Unternehmen der passive Beobachter der Kommunikationsprozesse in den sozialen Netzwerken. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 77 Online Issue Profiling: Dienstleister übernehmen für den Auftraggeber ein Monitoring von aktuellen Internetinhalten (Marke; Unternehmen) und bewerten gleichzeitig auch die Resultate hinsichtlich ihres kommunikativen Wirkungsgrades (Multiplikatoreffekt). Bekanntester Anbieter ist „Google Alert“. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 78 Sentiment-Analyse: Die Kommunikationsinhalte in sozialen Netzwerken werden auf positive bzw. negative Tonalität bezogen auf das Unternehmen/Marke analysiert. Google bietet bspw. einen expliziten kommerziellen Analyseservice (Google Alert) an. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 79 Netnographie: Erforschung des täglichen Lebens der Konsumenten, die Beiträge in Social Communities liefern mit Hilfe der Profile in Online Foren und der Kommunikationsinhalte – Gewinnung von tieferen Verständnis deren (latenten) Bedürfnisse und Vorstellungen bzw. Identifizierung möglicher eMaven. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 80 Negative Brand Community (Anti Brand Community): Unzufriedene Kunden/Konsumenten oder (ehemalige) Mitarbeiter schaffen eine AntiMarken-Plattform, oftmals unter Nutzung der Ikonographie des Markennamens. soziale Plattformen (Facebook) Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing eigene Domain im Web 81 Charakteristik von negativen Brand Communities -Merkmale -Gemeinsame, leidenschaftliche Abneigung gegenüber einer bestimmten Marke innerhalb der Community -Mitglieder vereinigen sich entweder auf einer eigenen Webseite, in sozialen Netzwerken („Facebook-Seite“) oder in Mikroblogs (Twitter) -Bei einer eigenen Webseite ist der Domain-Name häufig semiotisch sehr ähnlich zur „Originalmarke“ und mitunter bereits mit negativen Assoziationen verbunden (z.B. Coca Cola – Killercoke.org) -Kommunikationsinhalte beinhalten oftmals eine Herabsetzung des Unternehmens oder ein „Culture-Jumming“ -Herabsetzung: Schmähkritik (Flameware) bzw. Verwendung und/oder Verunglimpfung (Dysphemismus) der markenrechtlichen Kennzeichen mit Zielsetzung einer symbolischen Abwertung der Marke (z.B. Micky Mouse mit Hakenkreuzaugen und Hitlerbart; Mc Diabetes mit Mc Donalds Zeichen; „Capitalism“ mit Coca Cola-Schriftzug; Satan Inside auf Intel-Logo-Symbol) -„Culture-Jumming“: humoristische/ironische Abänderung von markenrechtlichen Kennzeichen oder Slogans des Unternehmens [Markenparodien] Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 82 Negative Double Jeopardy-Effekt: Je stärker eine Marke ist, desto eher zieht sie auch eine negative Brand-Community an/ fordert sie heraus (Polarisierung). Ursache hierfür sind, dass man von „erfolgreichen“ Marken eher auch ein ethisches Auftreten fordert oder Erfolg prinzipiell misstrauisch macht bzw. kritisch hinterfragt wird. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 83 Typisierung von negativen Brand Communities Typen Experten Symbolische Hasser Nörgler Opportunisten -Quelle: Kucuk (2010) Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 84 Experten: hohe Kenntnisse der Mitglieder und aktueller Informationsstand über Branche, Unternehmen und Marke. Die Kritikpunkte werden eher analytisch diskutiert. Es dominiert eine Unzufriedenheit über die Geschäftspraktiken und Produktionsstile des Unternehmens. Symbolische Hasser: generelle Kritik gegenüber der Gesellschafts/Wirtschaftsform, wobei die betreffende Marke als Repräsentant der kritisierten Wirtschaftsform dient. Es dominieren Gerüchte/Verdächtigungen, die nicht sachhaltig belegt werden. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 85 Nörgler: Kommunikationsinhalte sind Produkt- oder Servicefehler des Unternehmens/Marke (operationale Probleme). Mitgliedschaft in der Community resultieren oftmals aus einer Enttäuschung über Kundenbeschwerden. Opportunisten: „Trittbrettfahrer“, die sich in einer Community mit der Kommunikation von Beschwerden betätigen, weil sie sich vom Unternehmen eine Entschädigung versprechen. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 86 Shitstorm („Sturm der Entrüstung“): Eine in kurzer Zeit auftretende große Anzahl von kritischen, oftmals auch abwertenden Äußerungen (Flameware) zu einem Sachverhalt, die in sozialen Netzwerken, Blogs oder Kommentarspalten auf Webseiten gegeben werden. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 87 Ein Shitstorm ist die Folge einer kommunikativen Aggregation („Viraleffekt“) und Solidarisierung von Personen im Internet mit negativer Konnotation gegenüber Unternehmen/Marke. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 88 Ein Shitstorm ist meist nicht auf ein einzelnes soziales Netzwerk konzentriert, sondern erfasst „flächenbrandmäßig“ viele Online Communities, wird in den Suchmaschinen präsent und greift durch Medienberichterstattung auch auf den Offline-Bereich über, d.h. die Kritikpunkte werden durch Medien auch in den Offline-Bereich (Zeitungen; Fernsehen) getragen. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -89 Shitstorm-Skala Shitstorm Skala Windstärke Wellengang Social Media Medien-Echo 0 Windstille völlig ruhige, glatte See Keine kritischen Rückmeldungen Keine Medienberichte 1 leiser Zug ruhige, gekräuselte See Vereinzelt Kritik von Einzelpersonen ohne Resonanz Keine Medienberichte 2 schwache Brise schwach bewegte See Wiederholte Kritik von Einzelpersonen. Schwache Reaktionen der Community auf gleichem Kanal. Keine Medienberichte 3 frische Brise mäßig bewegte See Andauernde Kritik von Einzelpersonen. Zunehmende Reaktion der Community. Verbreitung auf weiteren Kanälen. Interesse von Medienschaffenden geweckt. Erste Artikel in Blogs und Online-Medien Herausbildung einer vernetzten Protestgruppe. Wachsendes, aktives Follower-Publikum auf allen Kanälen. Zahlreiche Blogs und Berichte in Online-Medien. Erste Artikel in PrintMedien. Protest entwickelt sich zur Kampagne. Großer Teil des wachsenden Publikums entscheidet sich fürs Mitmachen. Pauschale, stark emotionale Anschuldigungen, kanalübergreifende Kettenreaktion. Ausführliche Blog-Beiträge. FollowUp-Artikel in Online-Medien. Wachsende Zahl der Artikel in klassischen Medien (Print, Radio, TV). Ungebremster Schneeball-Effekt mit aufgepeitschtem Publikum. Tonfall mehrheitlich aggressiv, beleidigend, bedrohend. Top-Thema in Online-Medien, intensive Berichterstattung in allen Medien. 4 starker Wind grobe See 5 Sturm hohe See 6 Orkan schwere See -Quelle: www.feinheit.ch Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -90 Strategien im Umgang mit negativen Brand Communities und Shitstorms Maßnahmenfelder Nichts tun Präventive Maßnahmen Reaktive Maßnahmen Marketing-Schiene juristische Schiene Dark Sites Dialog Entschädigungszahlungen Aktivierung von Befürwortern Canossa-Strategie Ablenkungs-Strategie Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -91 Dark Sites: Dies sind Webseiten, die auf der eigenen Homepage oder unter einem neuen Domain-Namen Informationen des Unternehmens enthalten, mit denen das Unternehmen gegenüber den Kritikpunkten der negativen Brand Community oder des Shitstorms Stellung bezieht. Die Inhalte der Dark-Sites können schon vorformuliert sein und werden im Bedarfsfall dann freigeschaltet. Hierbei gilt es, konstruktiv mit Kritik umzugehen und nicht in Tonalität der Community oder Shitstorms zu verfallen. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -92 Canossa-Strategie: Kommunikationskampagne im Online- und Offline-Bereich, in der das Unternehmen „Reue zeigt“, konstruktiv auf Kritik eingeht und Veränderungen im eigenen Marketing ankündigt, um Missstände abzustellen. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -93 4.5 Influencer – Marketing Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -94 Allgemeine Charakterisierung: Ein Influencer ist eine Person, die die Kraft hat, eine andere Person zu beeinflussen, zu führen oder zu formen, da er durch ein hohes Maß an Vertrauen (Glaubwürdigkeit; Expertise) bei seinen Anhängern, Enthusiasmus und Netzwerkfähigkeit charakterisiert ist. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -95 Influencer stehen als Meinungsführer und Multiplikatoren im Zentrum ihres eigenen Social-Media-Netzwerkes und sind stark mit Anderen (Followern/Fans) vernetzt (kommunikativ verbunden). Ein Influencer besitzt aufgrund seiner Leistung oder Kompetenz aus einem bestimmten Gebiet eine herausgehobene Reputation [Autorität] unter seinen (virtuellen) Fans. Blogger Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Social Media Aktivisten (YouTuber; Accountinhaber in sozialen Netzwerken [Facebook; Twitter]) -96 Influencer Marketing beinhaltet den gezielten, beauftragten Einsatz digital einflussreicher Personen (Influencer), die sich innerhalb der Social-Media-Plattformen positiv zu einer Marke oder eine Unternehmen äußern. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -97 Buzz-Marketing im Internet (Empfehlungs-Marketing) Charakteristik Nachfrager testen in ihrer Freizeit Produkte und kommunizieren darüber in ihrem Freundeskreis, vor allem aber in den Web 2.0-Medien (ONLINE-Communities; Blogs). Konsumenten, die als Meinungsführer oder Lead User anzusehen sind, fungieren als Werbeträger (Testimonial), ohne sich explizit als „werbende Person“ auszugeben (ähnlich zu Product Placement). Marketingagenturen haben inzwischen in Deutschland einen Pool von etwa 300.000 solcher freiwilligen Produkttester akquiriert. Wer als Nachfrager an solchen Produkttests teilnehmen will, muss sich in einschlägigen Internetportalen (z.B. TRND, Bopki, Konsumgöttinen, Onlinebotschafter, Sonic Grape, Probierpioniere) bewerben; wichtig ist vor allem die Kommunikationsfreundlichkeit einer Person (z.B. eigener Weblog, Mitgliedschaften in Social Communities). Produkttester erhalten keine finanziellen Anreize, sondern nur Testprodukte; meist wird bei einer Kampagne ein Gewinnspiel für die Produkttester durchgeführt. Für eine Kampagne werden meist zwischen 5.000 und 10.000 Produkttester eingesetzt. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -98 Fallbeispiel ‘magimania‘ • Magimania ist eine Studentin, deren größtes Hobby Kosmetik ist. • Sie hat bis Mitte 2010 auf Youtube 136 Videos eingestellt, in denen sie Kosmetikprodukte vorstellt und über ihre Erfahrungen damit berichtet. • Ein Großteil der Videos beinhaltet Produkte der Cosnova GmbH, von der sie als ‘Produkttesterin‘ die Kosmetikprodukte kostenlos erhält. • Ein Video ‘Catrice Nude Sensation‘ (Dauer 15:10 Minuten), eingestellt am 27.12.2009 hat bis zum 19.04.2010 29979 Aufrufe erzielt und 222 Kommentare von Rezipienten des Videos ausgelöst. • Magimania antwortet meist auf die Kommentare und unterhält einen eigenen Weblog. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -99 Fallbeispiel Maren Merkel • YouTuberin Maren Merkel hat im September 2009 ihren YouTube-Kanal unter dem Namen BeautyPeachiii (heute Maren M.) mit derzeit 535.000 Abonennten. • Es können etwa 400 Videos hochgeladen werden, die sich alle mit den Themen Beaty, Lifestyle und Mode beschäftigen. • Beispiel: Video ‘My Update Hair Routine‘ (Länge 5:07 Minuten). Darin zeigt Merkel, wie sie ihre Haare wäscht, föhnt und mit einem Glätteisen behandelt. Föhn und Glätteisen stammen von der Elektronikmarke BRAUN. • Im Video wird mehrfach der Hinweis ‘in Kooperation mit Braun‘ und ‘unterstützt von BRAUN‘ eingeblendet. Ferner findet eine Verlosung statt, an der die Follower teilnehmen können und für die Merkel einen BRAUN-Föhn zur Verfügung stellt. • Im Video beschreibt Merkel ab Minute 2:43 bis 3:16 die Funktionen des Föhns, ab Minute 3:17 bis 3:29 die Funktionen des Glätteisens, wobei Merkel betont, wie gut sie beide Geräte findet. Beim Hinweis auf die Verlosung (Ende des Videos) hält Merkel die Verpackung des Föhns etwa 50 Sekunden lang deutlich sichtbar in die Kamera. • In der Infobox unterhalb der Video-Abspiel-Fläche finden sich ebenfalls Hinweise auf die Zusammenarbeit mit der Marke BRAUN. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -100 Fallbeispiel ‘Considercologne‘ • Die Studentinnen Lena und Leonie betreiben auf YouTube einen Beautyblog mit etwa 150.000 Abonennten, der als Videotagebuch konzipiert ist, das wöchentlich erscheint • Beispiel: Video ‘Bad Taste Outfit, Paris Haul & Sevilla Vorfreude‘ (Länge 24:46 Minuten): Der Inhalt zeigt, was die beiden Kölnerinnen in der vergangenen Woche erlebt haben: Besuch einer Party, Vorbereitungen für einen Kurztrip nach Sevilla und Besuch eines neuen Modegeschäfts (PopUp-Store: Product Placement) zu dem die Beiden eingeladen wurden. • Erwähnung der Einladung nach 54 Sekunden, ab Minute 3:40 beginnt der Videoteil, der sich mit dem Geschäft befasst. Es werden der Name des Geschäfts und Bilder aus dem Laden gezeigt. Daraufhin lobt Leonie alles, was sich im Geschäft finden lässt. Beide YouTuberinnen verlassen mit vollen Tüten das Geschäft und erwähnen, dass sie im Geschäft noch viel mehr hätten kaufen können. Ende des Videos zu Geschäftseröffnung nach Minute 5:57. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -101 Testimonials treten in Werbespots oder ihren Blogs oder SocialMedia-Accounts [z.B. YouTube] als Produktpräsenter auf und ,bürgen‘ für das Produkt/Marke, indem sie ihre Produkterfahrung, Zufriedenheit bezeugen oder positive Aussagen über die Produktqualität machen. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -102 Influencer Marketing ist die virtuelle Form des Testimonial Advertising in der Web 2.0-Welt, bei der das Testimonial eine Normalperson oder virtuelle Celebrity darstellt, und das auf der eWoM als Kommunikationsmodell zur Verbreitung der marketingrelevanten Kommunikationsinhalte basiert. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -103 Ein Testimonial im Offline-Bereich (Werbespot) simuliert eine persönliche Kommunikation mit Nachfragern: In der Gestaltung des Werbespots spricht er direkt oder zumindest indirekt mit seinen Fans/Followern bzw. mit einem Rezipienten, wobei aber kein Dialog entsteht. Dies entspricht nicht mehr dem Modell der persönlichen Kommunikation. Ein Testimonial im Web 2.0 spricht über die digitalen Medien (eWom) zu seinen Fans, wobei hier auch ein Dialog mit Followern (z.B. Kommentare von Fans) entstehen kann. Dies entspricht eher dem Modell der persönlichen Kommunikation. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -104 Ein Testimonial wird zum Meinungsführer (Influencer), wenn er eine (große) Followergemeinde aufweist und eine tatsächliche Beeinflussungswirkung besitzt. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -105 Meinungsführer (Influencer) wird zum Markenbotschafter, wenn er positive Informationen über die Marke verbreitet und seine Kommunikationsaktivitäten durch ein hohes Commitment gegenüber der Marke getragen werden, was ihm die Funktion eines Testimonials verleiht. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -106 Werbewirkung virtueller Meinungsführer Positive Wirkungseffekte Glaubwürdigkeit der kommunizierten Informationen Sympathie/ Familiarity gegenüber Kommunikator Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Personalisierung einer Marke Imagetransfer vom Kommunikator auf Marke -107 Influencer Marketing Follower Follower Influencer (Agent) Unternehmen (Prinzipal) Follower Suchmaschinenmarketing Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing Neuakquise von Rezipienten/ Followern -108 Letztendliche Zielgruppe im Influencer Marketing sind die Follower der Influencer Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -109 Influencer Marketing Auswahlkriterien Reichweite in den Zielgruppen Kompetenz/ Glaubwürdigkeit „Vorbild“ Popularität im Netz Referenzperson für Follower Kommunikationsneigung Trendsetter Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -110 Kennzahlen der Effektivitätsmessung des Influencer Marketings Steigerung der Markenbekanntheit Einfluss auf Kundenbedürfnisse Erhöhung des Absatzes Stärken der Kundenloyalität Reichweite Shares Klicks zum eCommerce Shares Views Likes Coupons/spezielle Angebote Empfehlungen Follow Tracking tags User Genereated Content Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -111 Viral Marketing (virales Marketing) ist ein methodischer Ansatz im Online-Marketing, um Mund-zu-Mund-Werbung im Internet zu initiieren und zu fördern. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 112 Virale Kommunikation Klassische Kommunikation (Massenmedien) Virale Kommunikation (Soziale Netzwerke) N N V Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing V 113 Viralität: Wahrscheinlichkeit der Weiterleitung eines Informationsinhalts in einen sozialen Netzwerk Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 114 Tipping Point im Viralmarketing: Es sind so viele Personen mit dem Container infiziert, dass der Verbreitungsprozess des Containers (Diffusionsprozess) nicht nur sich selbst „am Leben hält“, sondern ein exponentielles Wachstum an neu infizierten Personen aufweist. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 115 Es können im Viralmarketing nur wenige und einfache Kommunikationsinhalte transportiert werden (MarkennameErhöhung der Bekanntheit, Slogan), spezifische produktbezogene Informationen aber nur schlecht vermittelt werden. Denkbar ist aber, dass ein Imagetransfer vom Container auf den Markennamen stattfindet. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 116 Vampir-Effekt im Viralmarketing: Der Container besitzt einen so hohen Unterhaltungswert, dass die intendierte Werbebotschaft (Message) keine Beachtung mehr findet. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 117 Viral-Marketing / Social Media-Kampagnen Entscheidend für eine Kampagne ist immer noch der Schritt von der eWoM in die OfflineWoM (eWoM ist nur der Nukleus) und die Berichterstattung in redaktionellen Medien. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 118 4.6 Online – Rezensionen Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 119 Online-Rezensionen sind Texte über Erfahrungen und Bewertungen (Kundenreviews), die Personen bezogen auf Bewertungsobjekte (Marke, Sachgut, Dienstleistung, Anbieterservice, Verkäufer) auf Webseiten eines Anbieters oder auf expliziten Internet-Bewertungsportalen (OnlineBewertungsforen) posten. Bewertungsportale können produktspezifisch sein (z.B. Dooyoo; golocat) oder auf bestimmte Produktkategorien oder Regionen spezialisiert sein (z.B. autoaid.de – Autowerkstätten; Jameda – Ärzte; Holidaycheck – Hotels und Reisen). Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -120 Bewertungsforen (Bewertungsportale) sind Online-Foren, in denen Forumsmitglieder Bewertungen (Kundenrezensionen) zu Objekten (Produkte, Dienstleistungsanbieter, Personen [z.B. Lehrer]) abgeben. Eine Sonderform sind Empfehlungsportale, in denen nur positive Bewertungen veröffentlicht werden. Bei Feedbackportalen werden negative Bewertungen an den Betroffenen weitergeleitet. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -121 Bewertungsportale erleichtern den Erfahrungstransfer (Erfahrungsfundus) durch Aggregation von Konsumentenerfahrungen, die über das Internet interessierten Nachfragern leicht zugänglich sind. Das Geschäftsmodell von Bewertungsportalen besteht aus der Platzierung von Werbung auf Seiten (Affiliate-Marketing i.w.S.). Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -122 Die Möglichkeit, Kundenrezensionen auf den eigenen Webseiten zu einem spezifischen Produktangebot zu präsentieren bzw. posten zu lassen, ist Ausdruck des Referenzmarketings. Bezogen auf Produktangebote, bei denen eine Online-Beschreibung der Leistungsmerkmale aus Nachfragersicht nicht ausreichend oder aussagekräftig ist, gewinnen Kundenerfahrungen an Informationsgehalt für eine Kaufentscheidung: Ergänzung der Sucheigenschaften eines Produkts durch Erfahrungseigenschaften. Ferner besitzen Kundenerfahrungen prinzipiell eine höhere Glaubwürdigkeit als Anbieter-determinierte Informationen. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -123 Ein gewisser Prozentsatz nicht vorteilhafter Kundenrezensionen macht die Kundenrezensionen zu einem Produkt insgesamt glaubwürdiger. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -124 Feedback Loop Produkte mit guten Bewertungen verkaufen sich besser, wodurch sie wiederum häufiger bewertet werden. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -125 Gefälschte Online-Rezensionen Eine gefälschte Online-Rezension liegt vor, wenn mindestens eines der drei folgenden Kriterien nicht erfüllt ist: Die Rezension wurde von einer Person abgegeben, die tatsächlich Erfahrung mit dem Produkt gemacht hat. Es besteht keine finanzielle oder persönliche Beziehung zwischen Rezensent und dem Anbieter des Rezensionsgegenstands (keine bezahlte Rezension bzw. Gefälligkeitsrezension). Die veröffentlichte Kundenerfahrung entspricht dem subjektiven Empfinden des Rezensenten (keine „Lügen“) Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -126 Astroturfing Verfassen und Verbreiten von gefälschten Rezensionen. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -127 Sock Puppeting Ein Dienstleister verfasst gefälschte Rezensionen und verteilt diese über die relevanten Bewertungsplattformen, wobei eine Datenbank/Software mehrere gefälschte Online-Identitäten bzw. Konten für die jeweiligen Rezensionsplattformen für einen Mitarbeiter anlegt und verwaltet. Dadurch erscheint auf der Plattform immer nur ein bestimmter Name einmal mit einer Rezension. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -128 Durch gefälschte Kundenrezensionen werden nicht nur Mitbewerber benachteiligt, sondern auch die Kaufentscheidungen der Konsumenten verfälscht. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -129 Fraud Detection-Systeme Einsatz von Software-Technologien, um automatisiert gefälschte Kundenrezensionen zu erkennen und dann zu löschen: Analyse der Zeitdauer, die ein Rezensent für seine Rezension auf der Plattform benötigt, Anzahl der Veröffentlichungen in welchem Zeitraum; Analyse, ob Kundenrezensionen identisch mit Inhalten oder gleichen sprachlichen Formulierungen auftreten. Ferner deuten Studien an, dass gefälschte Kundenrezensionen eine andere Sprachstruktur und Schreibstil als „echte“ Kundenrezensionen (kreatives versus informatives Schreiben) aufweisen. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -130 Wer bei der Fälschung von Kundenrezensionen ertappt wird, erleidet einen Reputationseinbruch. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -131 Behavioral Targeting - Charakteristik Personifizierung von Online-Werbung in Echtzeit durch Analyse und Nutzung des bisherigen Suchverhaltens im Internet Plattform für die Werbung sind große Portale (Web 2.0 wie Myvideo, Studivz, Photobucket, Myspace, Youtube oder Spiele (second life)) und ‘Suchmaschinen‘ (Erfassung des Informationssuchverhaltens und Medium für Webpräsentationen z.B. Bannerwerbung) genauere Werbeerfolgsmessungen möglich (Messung der Anzahl der Klicks) zielgruppenspezifische (individuelle) Bewerbung des Produktangebots Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -132 Weblog: Web + Log = “Internet-Tagebuch“: regelmäßig aktualisierte Webseite mit chronologisch sortierten Beiträgen. Der Autor ist entweder eine einzelne Person (Unternehmen) oder eine Gruppe von Personen. Die Inhalte sind in der Regel mit anderen Webseiten verlinkt und können unmittelbar durch den Leser kommentiert werden. Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing -133 Corporate Blogs Arten innerbetriebliche Kommunikation Kompetenz-Blogs Meeting-Blogs Kunden-kommunikation Intranet + Passwort Employee-Blogs Executive-Blogs Projekt-Blogs Brand-Blogs (Brand Community) Customer Relationship-Blogs Themen-Blogs Service-Blogs Kampagnen-Blogs Krisen-Blogs Universität Greifswald Lehrstuhl für BWL; insb. Marketing 134