G alápagos - Naturmuseum Luzern

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Natur-Museum Luzern, 9. Mai 2015 - 25. OKtober 2015
Galápagos
Tipps und Anregungen für Lehrpersonen
2
Allgemeine Infos zum Natur-Museum Luzern
Kasernenplatz 6
CH-6003 Luzern
Öffnungszeiten
Dienstag – Sonntag:
Montag:
10 – 17 Uhr durchgehend
geschlossen
Schulklassen können das Museum nach vorheriger Vereinbarung von Montag-Freitag auch
ausserhalb der Öffnungszeiten ab 8.30 Uhr besuchen (tel. Anmeldung unter 041 228 54 11).
→ Achtung: Bitte melden Sie Ihre Schulklasse auch dann telefonisch an, wenn Sie einen
Besuch während den offiziellen Öffnungszeiten planen. Wir versuchen so – im Interesse aller –
«Überbelegungen» von Ausstellungen zu verhindern. Danke für Ihr Verständnis!
Auskunft
Tonbandauskunft:
Kasse/Auskunft:
E-Mail:
Internet:
041 228 54 14
(Auskunft über Öffnungszeiten und aktuelle Ausstellungen)
041 228 54 11
[email protected]
www.naturmuseum.ch
Eintrittspreise
Erwachsene
AHV, Studenten
Kinder (6-16 J.)
Einzeln
Gruppen
CHF 8.CHF 7.CHF 3.-
CHF 6.CHF 5.CHF 2.-
Schulklassen des Kt. Luzern besuchen das Museum gratis!
Museumspädagogik
(Marie-Christine Kamke, Anna Poncet, Claudia Huber)
... für Ideen, Fragen, Anregungen, Kritik zum Thema Schule und Museum und zu aktuellen
Sonderausstellungen!
Telefon:
Telefon direkt:
E-Mail:
041 228 54 11
041 228 54 02
[email protected]
Inhaltsverzeichnis
Infos zur Ausstellung
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Hintergrundwissen
4
1. Vulkaninseln: Vulkanismus, Klima, Vegetation
4
2. Besiedlung: Entdeckung und Besiedlung von Galápagos
6
3. Meerechsenklippe: Lebensraum Klippe, Zahmheit der Tiere
9
4. Opuntienwald: Leben im Kaktusfeigen-Wald, Endemismus, Evolution
11
5. Ziegeninsel: Gefahren, Forschung und Schutzmassnahmen
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6. Forschungscamp: Forschungsparadies, Darwin, Evolution
16
Artenportraits
18
Rund um die Ausstellung - Zusatzunterlagen
26
Arbeitsblätter
26
Ausstellungskiste «Galápagos»
26
In der Ausstellung :Themenhäppchen zum Tun, Staunen und Lernen
27
Drei Rätsel zu Galápagos
30
Rätsel-Lösungen
33
Medienliste
35
Anhang
Hinweise:
 Diese Unterlagen stehen auch auf www.naturmuseum.ch zum kostenlosen Downloaden als
pdf-Datei zur Verfügung ( Lehrpersonen  Unterlagen für Lehrpersonen).

Die Texte und Arbeitsblätter dieser «Tipps und Anregungen» sind stammen einerseits aus
den Ausstellungunterlagen des Zoologischen Museums der Universität Zürich (Reiseführer
zur Ausstellung) und werden andererseits ergänzt durch Texte der Museumspädagogik des
Natur-Museums Luzern.
Natur-Museum Luzern - Sonderausstellung «Galápagos»: Tipps und Anregungen für Lehrpersonen
Infos zur Ausstellung
Allgemeines
Die Ausstellung «Galápagos» wurde vom Zoologischen Museum der Universität Zürich
erarbeitet. Vom 9. Mai 2015 bis 25. Oktober 2015 ist sie im Natur-Museum Luzern im grossen
Ausstellungssaal im Erdgeschoss zu Gast. Im selben Zeitraum ist im Treppenhaus des NaturMuseums die Fotoausstellung «Galápagos im Bild» von Dr. Hans-Peter Reinthaler zu sehen.
Sie ergänzt mit Bildern zu Natur und Tourismus auf den Galapagos-Inseln die
Sonderausstellung auf anschauliche Weise.
Inhalt
Mit ihrer urtümlichen, einzigartigen und teils bizarren Tier- und Pflanzenwelt gehören die
Galápagos-Inseln zu den ökologisch wertvollsten Gebieten der Erde. Charles Darwin machte
die Inselgruppe weltberühmt, als er dort im frühen 19. Jahrhundert aus der Beobachtung
einheimischer Vögel die Evolutionstheorie ableitete. Mit weitreichenden Folgen, denn mit ihr
änderte sich die Weltanschauung der Menschen grundlegend. Eine wahre Revolution in der
Geschichte der Naturwissenschaften! Auf diesen entlegenen Vulkan-Inseln im Pazifik ist die
Erschaffung der Welt scheinbar auch heute noch nicht abgeschlossen. Bis heute ist Galápagos
ein Paradies für Forschende und Naturinteressierte geblieben und als UNESCO-Weltnaturerbe
entsprechend geschützt. Diesen Schutz haben die Inseln auch dringend nötig: Die einzigartige
Natur der Galápagos-Inseln ist durch eingeschleppte Pflanzen, Tiere und die zunehmende
menschliche Besiedlung bedroht.
Die Sonderausstellung vermittelt einen Einblick in die faszinierende Naturwelt der GalápagosInseln und deren Bedeutung für Geschichte und Forschung. Sie informiert über die vulkanische
Entstehung, das besondere Klima der Inseln und die einzigartige Tier- und Pflanzenwelt von
Galápagos. Besucherinnen und Besucher erfahren, wie der isoliert liegende Archipel von
Tieren, Pflanzen und Menschen besiedelt wurde und wie sich hier neue, weltweit einzigartige
Arten entwickeln konnten. Die Ausstellung zeigt aber auch die Ursachen auf, welche zur
Bedrohung der einzigartigen Inselwelt geführt haben und verweist auf verschiedene
Naturschutz- und Forschungsprojekte, die sich der Erhaltung der Naturwelt von Galápagos
verschrieben haben.
Aufbau und Rundgang
Die Ausstellung ist in acht inselartige Stationen gegliedert, welche zu sechs ThemenSchwerpunkten informieren. Die verschiedenen «Ausstellungsinseln» können in freier
Reihenfolge besucht werden. Es empfiehlt sich jedoch, sie im Uhrzeiger-Sinn beginnend in
folgender Reihenfolge zu besuchen:
1. Vulkaninsel (links neben Eingang); 2. Insel mit Schiffen (Links Mitte); 3. Insel mit
Besiedlungsspiel (links hinten); 4. Riesenschildkröte (links hinten); 5. Meerechsenklippe
(Mitte), 6. Feigenkaktus-Wald» (rechts Mitte), 7. Ziegeninsel (Mitte hinten), 8. Forschungscamp
(rechts neben Eingang).
Der Rundgang führt auf diese Weise von der Insel-Entstehung, über deren Besiedlung zur
vorhandenen Naturwelt, ihren Gefährdungsursachen zu Naturschutz und Forschung.
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Natur-Museum Luzern - Sonderausstellung «Galápagos»: Tipps und Anregungen für Lehrpersonen
Kartenübersicht mit Vorschlag zu Rundgang
Die Ausstellung zeigt einige Präparate und Kunststoffmodelle von Tieren und Pflanzen und
wird ergänzt von zahlreichen Bildern und Filmsequenzen. Zusätzlich vermitteln verschiedene
Textschilder und zwei Spielstationen Wissenswertes zu den Galápagos-Inseln.
Besucherinnen und Besuchern, welche mehr erfahren möchten, steht in verschiedenen Boxen
ein Reiseführer zur Verfügung. Farbige, an den Ausstellungs-Objekten angebrachte
Metallschildchen verweisen auf die Seitenzahlen im Reiseführer, auf welchen zusätzliche
Informationen gefunden werden können.
Ausstellungsbroschüre
Zu dieser Ausstellung existiert eine Begleitbroschüre in Form eines Reiseführers
(deutsch/englisch). Dieser kostet CHF 15.- und ist am Empfang des Museums erhältlich.
→ Keller L., Haffner M., Koller U. & Hoeck H.N. (2012). «Galápagos». 2. Auflage 2014.
Zoologisches Museum der Universität Zürich. 131 Seiten.
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Natur-Museum Luzern - Sonderausstellung «Galápagos»: Tipps und Anregungen für Lehrpersonen
Hintergrundwissen
Die Ausstellung ist räumlich in 8 Ausstellungsinseln angeordnet welche sechs
Themenbereiche veranschaulichen. Im Folgenden werden diese Themenbereiche und die
präsentierten Objekte kurz vorgestellt. In einem weiteren Kapitel werden einzelne, für die
Galápagos-Inseln charakteristische Arten in kurzen Portraits vorgestellt.
1. Vulkaninseln: Vulkanismus, Klima, Vegetation
Vulkanausbrüche schufen die Galápagos-Inseln und gestalten sie noch heute. Mitten aus
dem Meer heraus und vollkommen isoliert entstanden vor relativ kurzer Zeit neue Inseln.
Diese Inseln befinden sich auf dem Äquator und somit in der tropischen Region. Das Klima
zeigt jedoch starke jahreszeitliche Schwankungen, weil warme und kalte Meeresströmungen
aufeinander treffen und Wechselwirkungen erzeugen. Vor allem ist es äusserst trocken.
Deshalb überwiegen Pflanzen, die an Trockenheit angepasst sind. Doch je höher eine Insel,
umso mehr verschiedene Pflanzengesellschaften kommen vor.
Lage der Galápagosinseln
Die Galápagos-Inseln bilden eine Gruppe (Archipel) aus 19 grösseren und über 100 kleinen
teilweise winzigen Inseln. Sie liegen auf dem Äquator rund 1'000km westlich von Südamerika
und gehören zu Ecuador. Die reine Landfläche beträgt ca. 8'000km2. Die grösste Insel ist
Isabela» mit einer Fläche von rund 4'600km2 (zum Vergleich: Landesfläche Schweiz: 41'285
km2; Kanton LU: 1'493km2; grösster Kanton GR: 7'104km2)
Vulkanismus und Inselbildung
Die Galápagos-Inseln sind vulkanischen Ursprungs, d.h. durch Vulkantätigkeit entstanden.
Im Westen der Inselgruppe befindet sich unter dem Meer im Erdinnern ein vulkanischer
«Hotspot» - d.h. eine riesige Ansammlung glühend heissen Magmas (geschmolzene
Gesteinsmasse). Wenn unter Einwirkung deren Hitze das Oberflächengestein schmilzt, dringt
Magma an die Oberfläche und ein Vulkan bricht am Meeresboden aus. An die Erdoberfläche
austretende Magma wird Lava genannt. Mit jedem weiteren, folgenden Vulkanausbruch
vergrössert die austretende Lava den Vulkan am Meeresboden, bis er als neue Insel aus dem
Meer ragt.
Noch heute sind verschiedene Vulkane im Westen des Archipels aktiv und verändern die
Gestalt der Inseln. Letzte Vulkanausbrüche: 25.5.2015 (Vulkan Wolf auf Isabela), 2009 (auf
Fernandina), 2008 (Vulkan Cerro Azul auf Isabela).
Wandernde Vulkaninseln
Die Galapágos- Inseln haben ein Alter zwischen 35'000 und 4 Mio. Jahren. Sie sind damit aus
erdzeitgeschichtlicher Sicht verhältnismässig jung (Vergleich: das Juragebirge bildete sich vor
145 - 200 Mio Jahren).
Der grosse Altersunterschied der Galápagos-Inseln hängt mit deren Entstehung und Lage
zusammen. Die Inseln liegen auf der Nazca-Kontinentalplatte und verschieben sich mit dieser
wie auf einem Förderband um ca. 6cm pro Jahr nach Südosten. Der vulkanische Hotspot
verbleibt dagegen an seinem Ort und bildet weitere Vulkane. Beim Hotspot im Westen liegen
deshalb die jüngsten, ganz im Osten die ältesten Inseln. Mit zunehmendem Alter erodieren die
Inseln durch Wind und Wasser und versinken nach mehreren Tausenden von Jahren wieder im
Meer. Seit dem Besuch von Charles Darwin (1835) sind die Galápagos-Inseln rund 9m Meter
nach Südosten gewandert. In geologischen Zeitmassen ist das eine hohe Geschwindigkeit.
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Natur-Museum Luzern - Sonderausstellung «Galápagos»: Tipps und Anregungen für Lehrpersonen
Klima und Meeresströmungen
Trotz ihrer Lage am Äquator, d.h. in der tropischen Zone, weisen die Galápagos-Inseln kein
tropisches Klima auf. Das mit 20 Grad Celsius relativ kühle Meerwasser beeinflusst das Klima.
Dieses ist starken jahreszeitlichen Schwankungen unterworfen. Von Januar bis Mai blüht und
grünt es auf den Inseln, das Wetter ist warm und regenreich. Es folgt eine kühle und äusserst
trockene Zeit. In der zweiten Jahreshälfte zeigen sich die Inseln deshalb ziemlich braun und
dürr. Dieses für die tropische Zone besondere Klima hängt mit den verschiedenen
Meeresströmungen bei den Galápagos-Inseln zusammen. Die bekannteste unter ihnen ist der
aus dem Süden kommende «Perustrom» bzw. dessen küstennaher Zweig, der
«Humboldtstrom». Dieser bringt kühles nährstoffreiches Wasser mit sich und ist zusammen
mit dem aus dem Westen eintreffenden Äquatorialen Tiefenstrom («Cromwellstrom») für die
immense Vielfalt im Meeresgebiet um Galápagos verantwortlich.
El Niño und la Niña
Alle 3-6 Jahre erzeugen stark veränderte Verhältnisse der Meeresströmungen eine äusserst
warme und regenreiche Zeit. Sie wird nach der Weihnachtszeit, in der sie am stärksten
ausgeprägt ist, «El Niño» genannt. Sehr kalte, trockene Zeiten werden «La Niña» genannt. «El
Niño» und «La Niña» wirken sich unterschiedlich auf das Leben an Land und im Meer aus.
«El Niño»-Jahre führen an Land zu paradiesischen Verhältnissen. Im Meer und in Küstennähe
haben sie aber oft verheerende Auswirkungen. Normalerweise kommt es vor der Küste
Südamerikas durch die Passatwinde zum Auftrieb von kühlem Tiefenwasser. Dieser Auftrieb ist
Teil des Humboldtstroms vor der Küste Südamerikas. Bei «El Niño» kommt es wegen
abschwächten Passatwinden zu einem geringeren Auftrieb. Somit wird der kalte Humboldtstrom schwächer und kommt zum Erliegen. Das Oberflächenwasser erwärmt sich so sehr,
dass die obere Wasserschicht nicht mehr mit dem kühlen und nährstoffreichen Tiefenwasser
durchmischt wird. Deshalb kommt es zum Absterben des Planktons, was zum Zusammenbruch ganzer Nahrungsketten führt. Fische finden keine Nahrung mehr und ziehen in kältere,
nährstoffreichere Regionen. Von Fischnahrung abhängige Tiere (wie Pinguine, Seelöwen etc.)
müssen dann verenden oder suchen sich ebenfalls einen neuen Lebensraum.
In «La Niña»-Jahren ist die Situation umgekehrt: an Land herrscht Dürre und Nahrungsknappheit, im Meer dagegen paradiesische Fülle.
Vegetation
Wer sich Galápagos als tropische Inseln mit schönen Palmenstränden vorstellt, wird
enttäuscht sein. Palmen fehlen hier in der natürlichen Vegetation. Sie haben den Weg über das
Meer nicht geschafft und wachsen auf Galápagos nur in den Gärten und Pflanzungen der
Menschen.
Jüngere Vulkaninseln sind oft von nackten, grösstenteils vegetationslosen Lavafeldern
geprägt. Erst nach der Ansiedlung von ersten Pflanzen, kann sich eine Humusschicht bilden
und einen Lebensraum für anspruchsvollere Pflanzen bieten. Wegen des trockenen Klimas ist
die Vegetation tiefer Lagen von Pflanzen dominiert, welche Trockenheit ertragen. Ein gutes
Beispiel dafür sind die vielerorts dominierenden Feigenkakteen (Opuntien), welche in ihren
Trieben Wasser speichern können.
An höheren Inseln führen angestaute Wolken zu Regen und ermöglichen die Ausbildung
verschiedener Vegetationszonen und das Gedeihen von Pflanzen, die Feuchtigkeit benötigen.
Die Pflanzenvielfalt und die auf diese angewiesene Tiervielfalt sind deshalb auf hohen,
ausgedehnten Inseln besonders gross.
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Natur-Museum Luzern - Sonderausstellung «Galápagos»: Tipps und Anregungen für Lehrpersonen
→
Ausstellungs-Objekte:
• Globus
• Inselrelief zu den beiden Inseln Isabela und Fernandina
• Unkommentierte Filmaufnahmen mit tätigem Vulkan
• Video zu Gespräch mit Frau Cruz, einer der ältesten Siedlerinnen auf Galápagos
• Ipad mit Landschaftseindrücken von Galápagos
• verschiedene Bilder
2. Besiedlung: Entdeckung und Besiedlung von Galápagos
Die Besiedlung von isoliert liegenden Inseln wie Galápagos erfordert ausserordentliche
Fähigkeiten und ist zudem Glückssache. Erstens müssen Tiere und Pflanzen die
beschwerliche Reise überstehen, zweitens im weiten Ozean auf Inseln treffen und drittens
mit den Insel-Bedingungen fertig werden können. Nur wenige Tiere und Pflanzen schaffen
das, deshalb gibt es auf solch isolierten Inseln relativ wenige Arten.
Der Mensch entdeckte die Galápagos-Inseln im 16. Jahrhundert und liess sich erst relativ
spät hier nieder. Die Menschen brachten absichtlich und unabsichtlich neue Tiere und
Pflanzen aus ihren Herkunftsländern mit. Diese hatten bzw. haben grosse Auswirkungen auf
die Naturwelt von Galápagos und bedrohen diese in ihrem Gleichgewicht.
Besiedlung durch Tiere und Pflanzen
Die Galápagos-Inseln entstanden durch Vulkanausbrüche an völlig isolierter Lage weit
draussen im Pazifischen Ozean. Es sind sogenannte ozeanische Inseln, die im Gegensatz zu
kontinentalen Inseln (wie z.B. Kuba oder Korsika) nie in Verbindung mit dem Festland standen.
Zu Beginn waren die Galápagos-Inseln unbesiedelt. Erst mit der Zeit fanden Pflanzen und Tiere
den Weg zu dem abgelegenen Archipel. Dass sie im weiten Ozean auf die Inseln trafen, war
auch stark mit dem Zufall und Glück verbunden. Auf ozeanischen Inseln wie Galápagos ist
deshalb die Artenvielfalt oft gering.
Besiedlungsstrategien
Die Wege, auf welchen die heute einheimischen Pflanzen und Tiere nach Galápagos gelangten,
waren vielfältig und oft beschwerlich. Um die abgelegenen Inseln zu erreichen, standen den
«Reisekandidaten» drei Transportmittel zur Verfügung: Wind, Meer und als Träger dienende
Tiere oder Pflanzen.
Mit dem Wind
Einige Vogelarten, Jungspinnen, kleine Insekten, aber auch leichte Pflanzensamen und Sporen
von Farnen, Moosen oder Pilzen wurden mit Luftströmen und starken Winden passiv zu den
Inseln getragen. Unter den heute auf Galápagos einheimischen Pflanzenarten befinden sich
z.B. viele Korbblütler. Ihre Häufigkeit ist sicher darauf zurückzuführen, dass sich ihre
Fallschirmartigen Samen leicht und weit mit dem Wind verbreiten.
Nur wenige Arten erreichten die Inseln als aktive Flieger, d.h. aus eigener Kraft. Dazu gehören
v.a. verschiedene See- und Wasservögel.
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Natur-Museum Luzern - Sonderausstellung «Galápagos»: Tipps und Anregungen für Lehrpersonen
Mit dem Meer
Gute und ausdauernde Schwimmer wie Pinguine, Seebären, Seelöwen und Fische erreichten
die Galápagos- Inseln (bzw. die inselnahen Gewässer rundherum) z.T. unterstützt durch
Strömungen über das Meer und fanden hier geeignete Lebensräume. Kleine Larven von
bodenbewohnenden Meerestieren (wie z.B. Schnecken, Krebse, Seeigel etc.) erreichten die
Inseln mit den Meeresströmungen.
Aber auch Samen von Pflanzen der Küstenzone liessen sich von Meeresströmungen zu den
Inseln verfrachten. Sie sind salzwasserresistent und oft gut an die Verbreitung über das
Wasser angepasst.
Auf Trägern wie Tieren oder Pflanzen
Kleinere Organismen wie Insekten und Milben, aber auch Pflanzensamen wurden mit Vögeln
zu den Inseln transportiert. Sie klebten an deren Gefieder bzw. in Erd- oder Schlammresten an
den Vogelfüssen oder wurden in ihrem Darm transportiert und mit dem Kot auf den Inseln
ausgeschieden. Schätzungen gehen davon aus, dass Vögel für 60% der natürlichen Einfuhr von
Pflanzen nach Galápagos verantwortlich sind.
Einige Arten liessen sich von Treibholz wie auf einer «Arche Noah» zu den Inseln treiben. Ein
nach schweren Niederschlägen in Ecuador ins Meer getriebener Baumstamm kann mithilfe
des Perustroms die Galápagosinseln innert zwei Wochen erreichen.
Tiere, die mit Treibholz auf die Inseln gelangen, sind tagelang der Salzwassergischt ausgesetzt
und haben kein Süsswasser zur Verfügung. Nur wenige Tierarten konnten deshalb auf diesem
Weg nach Galápagos gelangen. Derartige Strapazen überleben nur Insekten, einige weitere
Wirbellose und Reptilien (wie Leguane, Schildkröten oder Schlangen), welche lange ohne
Wasser und Nahrung auskommen können. Amphibien sind auf Feuchtigkeit und Süsswasser
angewiesen, Salzwasser würde sie völlig austrocknen. Auf natürlichem Weg konnten deshalb
keine Amphibien nach Galápagos gelangen. Auch nur wenige kleinere Säugetierarten schafften
den Weg zu den Inseln.
Mit dem Menschen
Neben den als einheimisch zu bezeichnenden Tieren und Pflanzen, welche auf natürlichem
Weg nach Galápagos gelangt sind, leben heute viele Arten hier, die der Mensch absichtlich
oder zum Teil auch unbeabsichtigt mitgebracht hat. Piraten und Walfänger setzten auf den
Inseln Ziegen als Fleischproviant aus, die sich unkontrolliert vermehren und verwildern
konnten. Mit den ersten Siedlern kamen zudem Haushunde, Katzen, Schweine und Esel, mit
den Schiffen auch unbemerkt Hausratten und Mäuse auf die Inseln. In neuerer Zeit und mit
dem wachsenden Tourismus gelangen mit Schiffen und Flugzeugen zunehmend weitere Tier oder Pflanzenarten aus weit entfernten Gebieten unbeabsichtigt auf die Inseln. Darunter
befinden sich viele invasive Arten, die sich auf den Inseln unkontrolliert vermehren können, da
hier ihre natürlichen Feinde fehlen.
Herkunft der Arten
Die Verwandtschaft der Pflanzen- und Tierwelt von Galápagos mit derjenigen Südamerikas ist
unübersehbar. Bereits Charles Darwin stellte fest dass, die meisten auf Galápagos heimischen
Tiere und Pflanzen Arten aus Südamerika ähnlich sehen. Die Vorfahren der meisten heute auf
Galápagos endemischen bzw. einheimischen Arten dürften denn auch vom amerikanischen
Kontinent zu den Inseln gekommen sein.
Besonders erwähnenswert ist, dass auf den Galápagos-Inseln bzw. im umgebenden Meer
sowohl tropische Arten (wie z.B. Leguane), als auch antarktische Arten wie GalápagosPinguine oder-Seebären heimisch geworden sind. Die beiden letzteren sind mit dem kalten
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Natur-Museum Luzern - Sonderausstellung «Galápagos»: Tipps und Anregungen für Lehrpersonen
Perustrom (bzw. Humboldtstrom) zum Galápagos-Archipel gelangt und finden hier geeignete
Lebensräume mit kühlen Meerestemperaturen und ausreichender Fischnahrung.
Entdeckung / Besiedlung durch den Menschen
Möglicherweise waren die Inkas die ersten menschlichen Besucher auf Galápagos. In ihren
Erzählungen ist von den «Inseln des Feuers» die Rede. Ob damit die Galápagos-Inseln gemeint
sind, ist umstritten. Die Entdeckung des Insel-Archipels durch die Europäer erfolgte 1535
durch einen Zufall.
Damals lag das Schiff von Tomás de Berlanga, dem Bischoff von Panama, auf einer Reise nach
Peru in einer Flaute und wurde von einer starken Westströmung zu den Inseln getrieben. Die
damals noch unbekannten Inseln nannte man zunächst Islas Encantadas (verzauberte Inseln)
und nahm diese für die spanische Krone in Besitz. 1570 erschienen sie - benannt nach den
eindrücklichen Riesenschildkröten - als «Insulae de los Galápagos» auf einer Weltkarte.
Wegen ihrer Unwirtlichkeit und unkalkulierbaren Wind- und Strömungsverhältnissen wurden
die Inseln lange Zeit gemieden. Piraten boten sie damals jedoch ein sicheres und
willkommenes Versteck.
Der erste andauernde Siedler auf Galápagos (Insel Floreana) war von 1807-1809 ein Ire
namens Patrick Watkins. 1835 kam mit dem Segelschiff «Beagle» Charles Darwin, der wohl
berühmteste Besucher, für fünf Wochen auf die Inseln. Fast zeitgleich begann mit der
Annektierung der Inseln durch Ecuador (1832) deren gezielte Besiedlung. Sie wurden jetzt als
«Archipiélago del Ecuador» bezeichnet, 1892 dann in «Archipiélago del Colon»
(Kolumbusarchipel) umbenannt.
Das 1923 erschienene Buch von William Beebe «Galápagos - World's End» erschloss die Inseln
für die Aussenwelt. Die turbulenten Kriegs- und Nachkriegszeiten führten Abenteurer und
Auswanderer nach Galápagos, welche von einem Leben in Freiheit und im Paradies träumten.
Bis in die 1970iger Jahre nahm die Bevölkerung von Galápagos nur gering zu. Bedingt durch
den stark wachsenden Tourismus wächst die Bevölkerungszahl seit 1980 jedoch ständig an.
Dieses Wachstum stellt eine grosse Herausforderung für die Erhaltung der einzigartigen
Naturwelt von Galápagos dar.
→
Ausstellungs-Objekte:
• Treibholzfloss mit Grünem Leguan
• Schiffmodelle: Segeljacht "HMS Beagle" und Touristenboot
• Riesenschildkröte
• Besiedlungsspiel: interaktives Computerspiel
• Unkommentierte Filmaufnahmen: Unterwasserwelt
• verschiedene Bilder
→
Artenportraits: (ab Seite 17)
• Galápagos-Riesenschildkröte
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Natur-Museum Luzern - Sonderausstellung «Galápagos»: Tipps und Anregungen für Lehrpersonen
3. Meerechsenklippe: Lebensraum Klippe, Zahmheit der Tiere
Die Zahmheit der Tiere auf Galápagos beeindruckt alle Besuchenden. Man fragt sich
geradezu: Können die Tiere überhaupt flüchten? Ja, das können sie und das tun sie auch. Sie
flüchten z.B. vor Galápagos-Bussarden oder Galápagos-Schlangen, vor Fressfeinden also,
die sie kennen. Warum flüchten die Galápagos-Tiere denn nicht vor Menschen oder den
eingeschleppten Hunden und Katzen? Weil es hier Millionen Jahre lang keine Menschen und
auch keine Hunde und Katzen oder sonstige Landraubtiere gab. Darum ging das
Fluchtverhalten im Lauf der Evolution verloren. Das wurde gewissen Arten zum Verhängnis:
Als der Mensch Landraubtiere einschleppte, wurden die ahnungslosen Insel-Tiere zum
sprichwörtlich gefundenen Fressen.
Die heutige Forschung zeigt allerdings, dass die Tiere, auch wenn sie nicht vor Menschen
und Landraubtieren davonrennen, gestresst sind. Und die Galápagos-Tiere lernen langsam,
ihre vergessenen und neuen Feinde zu erkennen. Einige von ihnen flüchten sogar.
Vielfalt im Meer
Im Galápagos-Archipel ist die Vielfalt bei den landbewohnenden Tieren nicht besonders gross.
Zu schwierig und glücksabhängig ist die Besiedlung der isoliert liegenden Inseln auf
natürlichem Weg. Hingegen beherbergt das Meer um den Galápagos-Archipel eine schier
unermessliche Arten-Vielfalt. Das Galápagos Meeresreservat ist nach dem Barrier Riff
Australiens das grösste Meeresreservat der Erde. Die immense marine Vielfalt hängt mit den
verschiedenen Meeresströmungen zusammen, die im Bereich der Galápagos-Inseln
zusammentreffen. Der Humboldtstrom (küstennaher Zweig des Perustroms) und der
Cromwellstrom (auch Äquatorialer Tiefenstrom genannt) bringen kühles und nährstoffreiches
Wasser zur Inselgruppe. Im Meer um Galápagos leben deshalb über 500 Fischarten und über
50 verschiedene Arten von Haien und Rochen. Auch die Vielfalt der Muscheln, Schnecken,
Seesterne, Seeigeln und Seegurken ist eindrücklich. Zu den auffälligsten Meeresbewohnern
gehören natürlich die grösseren Meeresbewohner wie Wale, Meeresschildkröten,
Meerleguane, Galápagos-Seelöwen, Galápagos-Seebären und Galápagos-Pinguine.
Lebensraum Meeresklippe
Galápagos ist ein Seevogel-Paradies - in den fischreichen Gewässern finden Seevögel
Nahrung in Hülle und Fülle. Die Lage der Inseln im Kreuzpunkt verschiedener
Meeresströmungen hat eine einmalige Artenzusammensetzung entstehen lassen. Neben an
Kaltwasser angepassten, aus der Antarktis stammenden Pinguinen leben hier auch tropische
Arten wie die Fregattvögel.
Auf den meeresnahen Klippen auf Galápagos leben und brüten verschiedene Vogelarten wie
z.B. Galápagos-Albatrosse, Nazcatölpel und Gabelschwanzmöwen. Ihre Vorfahren sind weite
Strecken über das Meer geflogen und haben auf Galápagos ein neues Zuhause gefunden.
Bekannt und beliebt sind die adretten und tollpatschigen Blaufusstölpel. Auf den GalápagosInseln haben sie weltweit ihre grössten Vorkommen.
Neben den Vogelscharen tummeln sich auf den Felsen aber auch Galápagos-Seelöwen,
Galápagos -Seebären, Galápagos-Pinguine, Rote Klippenkrabben, Leguane und weitere
Tierarten. Besonders eindrücklich sind allerdings die einzigartigen, bizarren Meerechsen (bzw.
Meerleguane), welche sich in grösseren Gruppen auf den Küstenfelsen an der Sonne wärmen.
Sie kommen ausschliesslich auf den Galápagos- Inseln vor - gelten also als endemisch.
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Natur-Museum Luzern - Sonderausstellung «Galápagos»: Tipps und Anregungen für Lehrpersonen
Scheinbare Zahmheit
Viele Tiere auf Galápagos scheinen zahm und furchtlos gegenüber Menschen zu sein. Eine
Annäherung ist oft bis auf wenige Meter oder eine noch kleinere Distanz möglich, ohne dass
ein Tier die Flucht ergreift. Die Ursache für dieses Verhalten ist darin zu suchen, dass auf
Galápagos über Millionen von Jahren hinweg Menschen und grössere Landraubtiere (wie
Hunde oder Katzen) fehlten und die Tiere sich nicht davor zu fürchten brauchten. Sie haben im
Laufe der Zeit ihre ursprünglichen Feinde «vergessen» und ihr Fluchtverhalten entsprechend
zurückgebildet. Sie ergreifen deshalb nur die Flucht, wenn sich ein ihnen bekannter Fressfeind
wie z.B. der Galápagos-Bussard oder eine Schlange nähert. Das heisst aber nicht, dass die
Tiere nicht gestresst sind, wenn man sich ihnen nähert. Oft fliehen sie zwar nicht, sie schütten
aber dennoch Stresshormone aus und erhöhen ihre Herzschlag-Frequenz. Dadurch wird die
Muskulatur für den Fall einer notwendigen Flucht besser mit Blut versorgt. Wenn die
potenzielle Bedrohung anhält, ergreifen sie - wenn überhaupt - oft erst spät die Flucht, ein
gefundenes Fressen für Raubtiere.
Infolge fehlender Fressfeinde haben einige Tierarten nicht nur ihr Fluchtverhalten
zurückgebildet, sie haben auch ihre äussere Erscheinung verändert. So hat beispielsweise der
endemische Galápagos-Kormoran seine Flugfähigkeit verloren - er brauchte an Land keine
Feinde mehr zu befürchten.
→
Ausstellungs-Objekte:
• Meerechse (Meerleguan) – Modell.
• Kunststoff-Meerecshen: stellen die Menge der Meerechsen dar, die zusammen auf
Klippen anzutreffen sind
• Prachtfregattvogel (Präparat)inkl. Herzschlagfrequenz-Simulator. Bei Annäherung
schlägt das Herz schneller.
• Präparate von Bärenspinnern (Schmetterlinge)
• Video über John Treherne (Insektenforscher, Autor)
• Unkommentierte Filmaufnahmen zu Meerechsen
• Verschiedene Bilder zu Zahmheit und Klippen bewohnenden Tieren (z.B. Seevögel)
→
Artenportraits: (ab Seite 17)
• Meerechse
• Kormoran
• Pracht-Fregattvogel
• Pinguin
• Seelöwe
• Seebär
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Natur-Museum Luzern - Sonderausstellung «Galápagos»: Tipps und Anregungen für Lehrpersonen
4. Opuntienwald: Leben im Kaktusfeigen-Wald, Endemismus, Evolution
Auf den Galápagos-Inseln wimmelt es nur so von Arten, die es sonst nirgendwo auf der Erde
gibt. Fachleute nennen sie Endemiten. Darwin spricht feinsinnig von «einer kleinen Welt für
sich». Die Vorfahren dieser Pflanzen und Tiere kamen vom Festland übers Meer. Sie
landeten in einer Landschaft, die anders war als in ihrem Herkunftsland, mit anderer
Nahrung, anderen Feinden, anderem Klima. Um hier überleben zu können, mussten sie sich
anpassen, sich verändern. Diesen Veränderungsprozess nennt man Evolution. Die Endemiten
der Galápagos-Inseln sind Zeugnisse solcher Evolution. Endemiten sind wie ein
Geschichtsbuch, in dem man den zeitlichen Ablauf der Evolution nachlesen kann. Sterben
Endemiten aus, verlieren wir einen wichtigen Teil der Geschichte unserer Erde.
Endemiten
Berühmt sind die Galápagos-Inseln vor allem für ihre urtümlich anmutenden
Riesenschildkröten und die bizzaren Meerechsen. Sie gehören beide zur Klasse der Reptilien
- sie haben jedoch noch eine weitere Gemeinsamkeit. Beide Arten sind Endemiten. Endemiten
sind Tiere und Pflanzen, die weltweit nur in einem einzigen, begrenzten Gebiet vorkommen.
Diese Gebiete können gross (z.B. Südamerika, Australien) oder ganz klein sein (z.B. Insel wie
Korsika, Kreta). Auch in der Schweiz kommen Endemiten vor, beispielsweise im Jura.
Endemiten entwickeln sich dann, wenn Pflanzen bzw. Tiere den genetischen Austausch mit
weiteren Populationen (z.B. ihren Herkunftspopulationen) eingebüsst haben. Im Jura geschah
diese Isolation von Populationen durch das Vorrücken von Gletschern während der Eiszeit und
die damit einhergehende Isolierung von Populationen. Bei Galápagos ist die Isolation durch die
weite Distanz zum Festland begründet. Isolierte, vom Festland weit entfernte Inseln wie
Galápagos sind deshalb oft besonders reich an Endemiten.
Entstehung neuer Arten
Isolierte, grossflächige und hohe Inseln bieten besonders ideale Voraussetzungen für die
Evolution einer grossen Vielzahl von neuen Arten und Endemiten. Durch die grosse Distanz
zum Festland, eine grosse Lebensraumvielfalt mit verschiedenen Vegetationszonen und viele
unbesetzte Nischen können sich ungehindert neue Arten bilden. Wenn sich eine Art an neue
Lebensbedingungen anpasst und durch Evolution in relativ kurzer Zeit mehrere neue Arten
entstehen, sprechen Fachleute von «adaptiver Radiation », d.h. Aufspaltung durch Anpassung.
Auf den Galápagos-Inseln gibt es dazu mehrere eindrückliche Beispiele von Pflanzen und
Tieren. In nur 2-3 Millionen von Jahren entwickelten sich 14 Arten von Darwinfinken, 4 Arten
von Spottdrosseln, 15 Arten bzw. Unterarten der Riesenschildkröte, 9 Arten der Lavaechse, 60
Arten einer Landschnecke (Gattung Bulimulus), 6 Arten von Feigenkakteen und 15 Arten des
Sonnenblumenstrauchs. Alle diese Arten sind jeweils aus einer Art hervorgegangen, die den
Weg über das weite Meer zu den abgelegenen Inseln geschafft hat.
Anpassung an Lebensbedingungen
Auf Galápagos stellt im Besonderen das trockene Klima eine grosse Herausforderung für viele
landbewohnende Arten dar und ist ein wesentlicher Faktor für verschiedene Anpassungen.
Aber auch die Suche nach geeigneten Nahrungsnischen und Süsswasserzufuhr führte bei
verschiedenen Arten zu besonderen Anpassungen.
Baumförmige Feigenkakteen
In den Trockenzonen von Galápagos wachsen sechs endemische Opuntienarten. Diese
sukkulenten Feigenkakteen speichern in ihren blattartigen Trieben grosse Mengen an Wasser.
Für verschiedene Tierarten sind sie während der Trockenzeiten eine wichtige Wasser- und
Nahrungsquelle. Galápagos-Landleguane und auch Riesenschildkröten fressen gerne
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Natur-Museum Luzern - Sonderausstellung «Galápagos»: Tipps und Anregungen für Lehrpersonen
Feigenkakteen (Opuntien). Wo Landleguane und Riesenschildkröten weiden, wachsen deshalb
oft baumförmige Feigenkakteen-Arten mit harten Stacheln. So sind die grünen, saftigen
«Opuntien-Ohren» vor den Pflanzenfressern besser geschützt.
«Schräge Vögel»: Bestäuber, Vampire und Spechte
Auf den Galápagos-Inseln leben nur wenige Insektenarten. Deshalb werden hier verschiedene
Pflanzenarten, wie z.B. Feigenkakteen von Darwinfinken oder Spottdrosseln bestäubt.
Um mangels Süsswasser an Flüssigkeit zu gelangen hat eine Darwinfinken-Art auf der Insel
Wolf (Spitzschnabel-Grundfink) eine aussergewöhnliche Ernährungsweise entwickelt. Mit
ihrem scharfen Schnabel pieksen die frechen Vögel die auf den Inseln lebenden Tölpel an
deren Federansätzen. Das dabei austretende Blut trinken die Spitzschnabel-Grundfinken - sie
werden deshalb auch «Vampirfinken» genannt.
Eine weitere Darwinfinken-Art verhält sich wie ein Specht und pickt auf der Suche nach
versteckten Insekten Löcher in Stämmen und Äste. Um die Insekten aus ihren Verstecken
unter der Rinde hervorzuholen, bedient er sich oft eines Werkzeugs in Form von kleinen
Zweigen oder Stacheln von Kakteen.
Langhalsige Riesenschildkröten
Auf Inseln mit üppiger Bodenvegetation leben Schildkröten mit einem kuppelförmigen Panzer.
Sie finden genügend Nahrung auf dem Boden und grasen ihn nach saftigen Kräutern und
Gräsern ab. Sie werden deshalb auch als «Graser» bezeichnet.
Auf Inseln mit spärlicher Vegetation leben Riesenschildkröten mit sattelförmigem Panzer.
Dank dessen aufgebogenem Vorderteil können sich die Tiere aufrichten. Sie erreichen so die
saftigen Triebe und Blätter an Bäumen und hochgewachsenen Feigenkakteen.
Weidende Meerechsen
Die Meerleguane auf Galápagos sind die einzigen Echsen, die ihre Nahrung aus dem Meer
beziehen, indem sie auf dem Meeresboden Algen abweiden. Diese für Leguane besondere
Ernährungsweise ist als eine Anpassung infolge der kargen Lebensbedingungen an Land zu
verstehen. Mit den Meeralgen haben sie sich eine einträgliche Nahrungsquelle erobert.
→
Ausstellungs-Objekte:
• Lebender Feigenkaktus (endemische Art von Galápagos) und Kunststoff-Kakteen
• San Cristobal-Spottdrosseln (Präparat)
• Landleguan (Modell)
• Daumenkino mit Balztanz von Albatros
• Unkommentierte Filmaufnahmen: verschiedene endemische/nicht endemische
Arten
• Unkommentierte Filmaufnahmen: Vögel an Kakteen
• Verschiedene Bilder zu Tieren/Pflanzen
→
Artenportraits: (ab Seite 17)
• Feigenkaktus
• Landleguan
• Galàpagos-Albatros
• Galàpagos-Bussard
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Natur-Museum Luzern - Sonderausstellung «Galápagos»: Tipps und Anregungen für Lehrpersonen
5. Ziegeninsel: Gefahren, Forschung und Schutzmassnahmen
Der Galápagos-Archipel hat eine weltweit einzigartige Lebenswelt und ist als «Wiege der
Evolutionsbiologie» enorm wichtig. Beides führte dazu, den Archipel zum Nationalpark von
Ecuador und zum UNESCO Weltnaturerbe zu erklären. Doch dieser Status ist in Gefahr, weil
der Archipel seine Isolation verloren hat. Die Einzigartigkeit der Lebenswelt wird seit
Längerem von eingeschleppten Tieren und Pflanzen bedroht. Einige ursprüngliche Arten
sind bereits ausgestorben. Dieser Bedrohung haben Naturschutz und Forschung mit gross
angelegten Projekten den Kampf angesagt: Ausrottung eingeschleppter Tiere gekoppelt mit
Zucht und Wiederansiedlung einheimischer Arten, was auf einzelnen Inseln bereits zum
Erfolg geführt hat. Doch ein Ende der Probleme, die vom kleinsten Parasiten bis zum
Wachstum von Bevölkerung und Tourismus reichen, ist noch nicht in Sicht. Naturschutz wird
deshalb auch in Zukunft die Hauptrolle in der Erhaltung des Weltnaturerbes Galápagos
spielen.
Der Mensch und seine Auswirkungen auf die Insel-Natur
Frühe Ausbeutung
Bereits bevor der Mensch auf Galápagos sesshaft wurde, begann er die einheimische Tierwelt
auszubeuten. Walfänger verfolgten Wale und Ohrenrobben. Riesenschildkröten wurden von
Piraten und anderen Seefahrenden zu Hunderten als lebendiger Fleischproviant auf Schiffe
verladen und ihre Bestände auf den Inseln stark dezimiert. Auch Charles Darwin wurde auf
seiner Forschungsreise mit dem Fleisch der Riesenschildkröten verköstigt.
Die Ausbeutung durch den Menschen führte zur Schwächung oder gar Ausrottung von ArtBeständen. Galápagos-Seebären wurden beispielsweise von Robbenjägern dermassen
weitgehend abgeschlachtet, dass man die Art noch im 19.Jahrhundert für ausgestorben hielt.
Tourismus und wachsende Bevölkerung
Bis in die 1970iger Jahre nahm die Bevölkerung von Galápagos nur gering zu. Seit 1980 wächst
die Bevölkerungszahl bedingt durch den stark wachsenden Tourismus jedoch ständig an.
Der wachsende Tourismus und die zunehmende Bevölkerung bedeuten eine grosse
Herausforderung für die Erhaltung und den Schutz der einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt
des Galápagos-Archipels.
Illegale Fischerei
Die Anzahl Fischer auf Galápagos ist enorm gestiegen. Sie hat sich innert 30 Jahren
verzehnfacht. Obwohl die Fischerei im Galápagos-Meeresreservat streng geregelt ist, blüht die
illegale Fischerei. Die zunehmende Fischerei bedroht die Bestände von Haien, Thunfischen,
Seegurken und andere Arten. Forschungsergebnisse zeigen, dass die Fischerei in Kombination
mit dem El Niño-Phänomen schlimme Auswirkungen auf das Wachstum von Algen und
Korallen hat und indirekt sogar zum Aussterben einzelner Arten führen kann.
Eingeschleppte und eingeführte Arten
Mit der Besiedlung und verkehrstechnischen Erschliessung von Galápagos durch den
Menschen, ging die Isolation der Inseln verloren. Dadurch gelangten Arten nach Galápagos, die
dies auf natürlichem Weg wohl nicht geschafft hätten. Wegen des Transports durch den
Menschen etabliert sich seit 1535 durchschnittlich jedes Jahr eine eingeschleppte Pflanzenart,
während es natürlicherweise nur alle 10'000 Jahre eine Pflanzenart zum Archipel schaffen
würde.
Rund 750 Pflanzenarten, ca. 500 Insektenarten und 30 Wirbeltierarten hat der Mensch bisher
bereits auf Galápagos eingeführt. Die Einfuhr erfolgte in vielen Fällen bewusst, z.B. bei
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Natur-Museum Luzern - Sonderausstellung «Galápagos»: Tipps und Anregungen für Lehrpersonen
Pflanzen, die auf Galápagos kultiviert werden sollten. Einige dieser Pflanzenarten gedeihen in
ihrer neuen Heimat wie Unkraut und verdrängen die einheimischen Arten, wie z.B. die
Passionsblume.
Piraten und Freibeuter setzten im 17. und 18. Jahrhundert auf verschiedenen Inseln Ziegen
aus. Sie wollten sich dadurch, nachdem sie die Riesenschildkröten bereits heftig dezimiert
hatten, bei ihrem nächsten Besuch einen saftigen Braten sichern. Auf ihren Schiffen brachten
sie aber auch unbemerkt Mäuse und Hausratten mit. Ab dem 19. Jahrhundert brachten Siedler
neben Ziegen auch Esel, Schweine, Katzen und Hunde auf die Inseln.
Ziegen: Vom Menschen ausgesetzte Ziegen konnten sich auf den Inseln ungehindert
vermehren. Ziegen können überall leben, ihr Wiederkäuermagen verdaut fast alle Pflanzen.
Mit ihrem Fressverhalten haben die verwilderten Ziegen verheerende Auswirkungen auf die
Pflanzenwelt von Galápagos und anderen Gebieten. Auch im Mittelmeerraum ist die Kargheit
vieler Landschaften auf die Überweidung mit Ziegenherden zurückzuführen. Bäume und
Sträucher können nicht mehr nachwachsen, die Landschaft verödet. Auf Galápagos stellen die
Ziegen zudem eine Bedrohung für die Riesenschildkröten, Landleguane und andere
einheimischen Tierarten dar, weil sie deren Nahrung wegfressen.
Esel: Sie verändern die Pflanzenwelt ähnlich wie Ziegen.
Schweine: Hausschweine sind eine Bedrohung für Leguane und Riesenschildkröten, weil sie
deren Eiablageplätze plündern.
Hunde/Katzen: grössere Hunde erbeuten Leguane und Pinguine, Katzen erlegen Vögel und
junge Leguane.
Haus- und Wanderratten: Eingeschleppte Haus- und Wanderratten fressen Eier von
Schildkröten, Leguanen und Vögeln und übertragen Krankheitserreger und Parasiten. So sind
v.a. Ratten für den starken Rückgang des Mangrovenfinken verantwortlich, dessen Nester sie
ausrauben.
Insekten u.a.: Kleintiere gelangen v.a. mit der Einfuhr von Gemüse, Früchten und Bauholz auf
die Inseln. Unter den eingeschleppten Insekten gibt es einige Schädlinge und Parasiten, die
teilweise für einheimische Arten eine grosse Bedrohung darstellen. So wurde beispielsweise
eine parasitische Fliege eingeschleppt, deren Larven die Jungvögel des vom Aussterben
bedrohten Mangrovenfinken schwächen. Einige sterben gar wegen des Parasitenbefalls.
Bekämpfung eingeschleppter Arten
Verwilderte Ziegen, aber auch verwilderte Esel und Schweine werden im Rahmen von
Ausrottungsprojekten mit Hilfe von Helikoptern und Hunden bejagt. Zum Hervorlocken von
versteckten Wildziegen dienen sterilisierte, mit einem Senderhalsband ausgerüstete
«Judasziegen». Die verwilderten Ziegen konnten mittels gezielter Massnahmen auf zehn
Galápagos-Inseln ausgerottet werden. In rund 50 Jahren wurden dabei etwa 268'000 Ziegen
getötet.
Durch den Einsatz von Giftködern werden die eingeschleppten Ratten teilweise gezielt
bekämpft. Im Rahmen eines Naturschutzprojektes zum Schutz des endemischen GalápagosSturmvogels konnten die Rattenpopulationen mithilfe von Giftködern reduziert werden. Das
erfolgreiche Projekt führte in den letzten Jahren zu einer Zunahme der Sturmvögel.
Mittels biologischer Schädlingsbekämpfung wird der eingeschleppten Wollschildlaus auf den
«Pelz» gerückt. Dabei kommen Australische Marienkäfer zum Einsatz, die zuvor allerdings
zahlreiche Tests bestehen mussten. Man will sicherstellen, dass nicht plötzlich die
Marienkäfer zu einem Problem für die einheimische Pflanzenwelt werden.
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Natur-Museum Luzern - Sonderausstellung «Galápagos»: Tipps und Anregungen für Lehrpersonen
Mittels der feinen Nase von Hunden werden eingeschleppte Afrikanische Riesenschnecken
(auch Achatschnecken genannt) aufgespürt und eingesammelt. Die riesigen Schnecken
erreichen eine Gehäuselänge von bis zu 20cm und sind äusserst gefrässig. Dadurch richten sie
grosse Schäden an einheimischen Pflanzen an.
→
Im 2. Stock des Naturmuseums befindet sich auf der linken Seite ein Terrarium mit
Achatschnecken.
Naturschutz auf Galápagos
Die Naturschutzgeschichte von Galápagos begann 1959, als der Archipel aufgrund seiner
einzigartigen Natur zum Nationalpark von Ecuador erklärt wurde. Seit 1978 ist die Inselgruppe
zudem als UNESCO-Weltnaturerbe anerkannt, welches 2001 um das Galápagos-Meerreservat
erweitert wurde. Der staatliche «Galápagos National Park Service Graser» und die «Charles
Darwin Stiftung» sind zusammen hauptverantwortlich für den Naturschutz und die nachhaltige
Entwicklung der Inseln. Sie engagieren sich in verschiedenen Forschungs- und
Schutzprogrammen für bedrohte einheimische Arten.
Besonders zu erwähnen sind die Schutz- und Aufzuchtproramme für Riesenschildkröten und
Landleguane, aber auch die Forschungs- und Schutzprojekte für den Galápagos-Sturmvogel,
den Mangrovenfinken, die Floreana-Spottdrossel und die Meerechsen. Weitere Projekte sind in
Erarbeitung begriffen.
→
Der Reiseführer sowie die Homepages des Vereins Freunde der Galápagos Inseln
Schweiz (www.galapagos-ch.org) und der Darwin-Stiftung
(www.darwinfoundation.org)geben interessierten Personen detaillierte Hinweise zu
aktuellen oder vergangenen Projekten.
→
Ausstellungs-Objekte:
• Kunststoffziegen, davon eine mit Senderhalsband
• Sender, Antenne: Verwendung für Ziegenbekämpfung, aber auch für
Forschungsprojekte (z.B. Riesenschildkröten)
• Modell Hundebeine mit Lederstiefel
• Ratte mit junger Meeresschildkröte (Präparat)
• Skelett von Meerleguan
• Kommentiertes Video zu Meerechsenforschung im Zusammenhang mit
Tankerunglück
• Verschiedene Bilder zu Auswirkungen des Menschen und eingeschleppter
Tierarten.
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Natur-Museum Luzern - Sonderausstellung «Galápagos»: Tipps und Anregungen für Lehrpersonen
6. Forschungscamp: Forschungsparadies, Darwin, Evolution
Inseln sind ein Mekka für Forschende, weil sie komplexe Dinge in einfacher Weise zeigen –
wie Reagenzgläser im Labor. Die Galápagos-Inseln gehören zu den am besten erforschten
Inselgruppen unserer Erde. Alles begann mit Charles Darwin, der 1835 die Inseln betrat und
fasziniert war von der ungewöhnlichen Tier- und Pflanzenwelt. Er sah, dass hier Tierarten
leben, die zwar eng miteinander verwandt sind, aber je nach Insel Unterschiede aufweisen.
Diese Beobachtungen brachten ihn später zur Überzeugung, dass Arten sich durch
«natürliche Selektion» verändern können und führten ihn zur Entwicklung seiner revolutionären Evolutionstheorie. Bis zum heutigen Tag arbeiten internationale Forscherteams aus
Biologie und Geologie auf den Galápagos-Inseln. Und trotzdem ist diese einzigartige Lebenswelt nicht vollständig erforscht, sogar neue Arten werden immer noch entdeckt.
Inseln als Forschungsparadies
Auf jungen Inseln bzw. Inselgruppen wie Galápagos lässt sich das Phänomen der Evolution
besonders gut untersuchen. Die ersten Ankömmlinge können sich fast beliebig verändern, was
zu Evolution in grossem Mass führt.
Charles Darwins Galápagos-Aufenthalt 1835 rief in der Forschungswelt ein grosses Interesse
an dieser Inselgruppe hervor. Bis heute ist sie ein Zentrum der Forschung - vor allem der
Evolutionsforschung - geblieben. Galápagos gilt heute als die weltweit am besten erforschte
Inselgruppe. Trotz langjähriger intensiver Forschungsarbeit ist die Artenvielfalt auf Galápagos
noch nicht vollständig erfasst. Immer wieder werden neue Arten wie z.B. die Schmetterlingsart
Cheverella galapagensis entdeckt, welche in der Ausstellung präsentiert wird.
Darwin und seine Evolutionstheorie
Der berühmte Forscher Charles Darwin kam 1835 an Bord der «Beagle» für einen
fünfwöchigen Forschungsaufenthalt nach Galápagos. Seine hier gemachten NaturBeobachtungen veranlassten ihn zur Entwicklung seiner Evolutionstheorie, welche er 1859 in
seinem Buch «Die Entstehung der Arten» publizierte.
Seit Darwins Zeit sind bei den Forschungsmethoden grosse Fortschritte zu verzeichnen.
Besonders genetische Methoden, wie z.B. die DNA-Analyse sind bahnbrechend für die
Erforschung der Verwandtschaft und Abstammung von Arten.
Spottdrosseln
Auf Galápagos leben vier endemische Spottdrossel-Arten. Diese - und nicht wie oft
angenommen die Darwin-Finken - waren die «Musen», welche Charles Darwin massgeblich
bei der Entwicklung seiner Evolutionstheorie beeinflussten. Ihren Namen verdanken die Vögel
ihrer Begabung, fremde Laute und Gesangsmotive nachzuahmen.
Untersuchungen an der Galápagos-Spottdrossel zeigen deutliche morphologische und
genetische Unterschiede zwischen den verschiedenen Insel-Populationen dieser Art. Auch in
den Genen ihrer Parasiten zeigen sich Unterschiede.
→
Standort Ausstellung: Opuntienwald, Forschercamp
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Natur-Museum Luzern - Sonderausstellung «Galápagos»: Tipps und Anregungen für Lehrpersonen
Darwinfinken
Die endemischen Darwinfinken sind ein eindrückliches Beispiel für die Evolution von Arten.
Ihre Vorfahren mussten sich auf Galápagos an neue Lebensräume und Nahrungsnischen
anpassen. Je nach Insel und Nahrungsgrundlage entwickelten sie dabei durch natürliche
Selektion verschiedene spezifische Schnabelformen. So entstanden aus einer Ausgangsart
mehrere neue Darwinfinken-Arten.
→
Standort in der Ausstellung: Opuntienwald, Forschercamp
→
Ausstellungs-Objekte:
• Schubladenstock zu Spottdrossel-Forschung
• Übersicht zu Darwinfinken-Arten
• Interaktives Finkenspiel zur Anpassung der Schnabelform von Darwinfinken
• Präparat zu neu entdeckter Schmetterlingsart
• Schildkrötenpanzer (zum Spielen)
• Kiste mit Video zu Spottdrossel-Forschung
• Allgemeines Forscherzubehör, wie z.B. Kiste mit Esswaren, Sonnensegel
• I-Pad mit drei kommentierten Dokumentarfilmen zu Forschungsprojekten
(Darwinfinken, Darwin und seine Evolutionsthorie, Ansiedlungsprojekt FloreanaSpottdrossel)
• Verschiedene Bilder: Darwin, Forschende
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Natur-Museum Luzern - Sonderausstellung «Galápagos»: Tipps und Anregungen für Lehrpersonen
Artenportraits
Im Folgenden werden einige für Galápagos wichtige Arten portraitiert. Zu allen vorgestellten
Tierarten existieren unkommentierte Kurzfilme bei der Ausstellungsinsel zum
Feigenkaktuswald (vgl. I-Pad Dokumentationen zu endemischen/nicht endemischen Tierarten)
Reptilien
Galápagos-Riesenschildkröte - Chelonoidis nigra
Den Schildkröten verdanken die Galápagos-Inseln ihren Namen. Auf den ersten Karten aus
dem Jahr 1570 sind sie als «Insulae de los Galápagos» (Schildkröteninseln) verzeichnet.
«Galápago» ist einerseits die spanische Bezeichnung für «Meeresschildkröte», aber auch für
den Spanischen Reitsattel, den Wulstsattel, dessen Form dem sattelförmigen Panzer der
Riesenschildkröten ähnelt. Die Riesenschildkröten werden wegen ihrer Grösse auch
«Elefantenschildkröten» genannt. Die grossen Reptilien werden bis 250kg schwer und
erreichen ein Alter von über 175 Jahren. Mit der Schildkröte wächst auch ihr Panzer. Dies ist
an den «Wachstumsringen» der einzelnen Hornplatten zu erkennen.
Von 14 Unterarten der endemischen Galápagos-Riesenschildkröte gelten fünf als
ausgestorben. Dafür mitverantwortlich ist der Mensch, der die Riesenschildkröten lange Zeit in
grossen Mengen als Fleischproviant auf Schiffe mitgenommen und verzehrt hat. Geschätzt
wird, dass in den letzten zwei Jahrhunderten 100.000 bis 200.000 Tiere getötet wurden. Die
Pinta-Riesenschildkröte (eine der Unterarten) gilt erst seit dem 24. Juni 2012 als
ausgestorben. Letzter Vertreter war «Lonesome George», er starb mit ca. 100 Jahren im
Galapagos-Nationalpark.
Auf Inseln mit üppiger Bodenvegetation in regenfeuchten höheren Regionen leben Schildkröten
mit einem kuppelförmigen Panzer. Sie grasen den Boden nach saftigen Kräutern und Gräsern
ab und werden deshalb auch als «Graser» bezeichnet. Auf Inseln mit spärlicher Vegetation und
sehr heißem, trockenen Klima leben Riesenschildkröten mit sattelförmigem Panzer. Dank
dessen aufgebogenem Vorderteil können sich die Tiere aufrichten. Sie erreichen so ihre
Nahrung an Bäumen und hochgewachsenen Feigenkakteen. Inseln mit beiden
Vegetationszonen werden von mehreren Unterarten bevölkert.
Genanalysen ergaben, dass die nächsten Verwandten der Galápagos-Riesenschildkröten die
Patagonische Landschildkröte aus Südamerika ist. Vermutlich wurden die Vorfahren der
Galápapagos-Riesenschildkröten von dort auf Treibholz zu den Inseln getrieben.
Riesenschildkröten gibt es sonst nur noch auf den Seychellen und den Maskarenen (Mauritius,
Réunion und Rodrigues) – deren Vorfahren stammen jedoch aus Madagaskar.
Nahrung:
Je nach Unterart und Biotop ernähren sie sich von Gräsern, Kräutern, Kletterpflanzen,
Büschen, Beeren, Flechten und Kakteen (v.a. Feigenkakteen)
Grösse/Alter:
Panzerlänge bis 1m, Gewicht bis 290kg (in Gefangenschaft (Freiland) gehalten bis 1.30m und
400kg). Alter bis 175 Jahre.
Gefährdung:
Für die Riesenschildkröten sind vor allem Schweine, Ziegen, Katzen und Ratten eine
Bedrohung, denen Gelege und Jungtiere zum Opfer fallen. Außerdem verdrängen
eingeschleppte Pflanzen die einheimischen Pflanzen und zerstören auf diese Weise die
Nahrungsgrundlage der Schildkröten. Auf den Inseln wird seit 1960 ein Artenschutzprojekt für
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Natur-Museum Luzern - Sonderausstellung «Galápagos»: Tipps und Anregungen für Lehrpersonen
die Riesen-Schildkröten betrieben. Die Charles Darwin Research Station hat inzwischen über
2500 Jungtiere nachgezogen und ausgewildert.
Meeresschildkröten
Im Galápagos-Archipel kommen neben den landbewohnenden Riesen-Schildkröten auch vier
Arten von Meeresschildkröten vor. Für diese bieten die Inseln wichtige Eiablageplätze. Ein 2011
auf Galápagos gestartetes Projekt widmet sich dem Schutz der stark gefährdeten
Meeresschildkröten.
→
Standort in der Ausstellung: Besiedlung, Opuntienwald, Forschercamp
Galápagos-Meerleguan (bzw. Galápagos-Meerechse) - Amblyrhynchus cristatus
Die endemischen Galápagos-Meerleguane leben auf allen Inseln, meist an Felsküsten, aber
auch in Mangrovenbeständen. Sie sind je nach Insel unterschiedlich gross, die Grössten leben
auf der Insel Isabela, die Kleinsten auf Genovesa. Sie sind weltweit die einzigen Echsen, die
sich an den marinen Lebensraum gebunden und angepasst haben. Während die mit ihnen
verwandten Landleguane rein terrestrisch leben, sucht sich der Meerleguan seine Nahrung in
Form von Algen am Meeresboden.
Die Grundfarbe der Meerechsen ist schwarz. Als wechselwarme Tiere können die Meerechsen
nur eine begrenzte Zeit auf Futtersuche im kalten Meer verbringen. Die dunkle Färbung
erlaubt den Tieren, sich nach ihren Tauchgängen im Meer schnell wieder aufzuwärmen.
Meerleguane sonnen sich gerne auf Küstenfelsen. Die Wärme hilft ihnen bei der Verdauung.
Immer wieder schleudern sie eine weisse Masse aus ihren Nasenlöchern: Sie entledigen sich
durch kräftiges Niesen vom Salz, das sie mit der Nahrung aufgenommen haben.
Zur Paarungszeit verwandelt sich die schwärzliche Färbung der Meerleguan-Männchen. Je
nach Insel sind sie dann ziegelrot oder grünlich gefärbt - vermutlich in Abhängigkeit der
aufgenommenen Algennahrung und der darin enthaltenen Farbpigmente. Die Weibchen lassen
sich von der Farbpracht weniger beeindrucken als von der Grösse der Männchen.
Nahrung:
Meer-Algen
Grösse/Alter:
Länge Kopf-Rumpf von 50-70 cm, Schwanzlänge von 80-110cm, Gewicht von 500g (Weibchen)
bis maximal 11kg (kräftige Männchen). Alter bis 30 Jahre. Die Populationen auf den
verschiedenen Inseln unterscheiden sich hinsichtlich Grösse stark.
Gefährdung:
Junge Meerechsen werden von verwilderten Hauskatzen und Hunden gefressen. Hunde
können auch adulte Tiere erbeuten, die gerade nach einem Tauchgang in ihren Reflexen
eingeschränkt sind. Das Klimaphänomen El Niño führt zum Absterben der Algen und
verursacht periodische Abnahmen der Populationsgrösse.
Gemäss Ergebnissen eines Forschungsprojekts kann die Verunreinigung des Meerwassers mit
Rohöl anlässlich von Tankerunfällen bei den Meerechsen zu Verdauungsproblemen und
erhöhten Sterberaten führen (vgl. Tankerunglück der «Jessica» im Jahr 2001).
→
Standort in der Ausstellung: Meerechsenklippe, Ziegeninsel
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Natur-Museum Luzern - Sonderausstellung «Galápagos»: Tipps und Anregungen für Lehrpersonen
Galápagos-Landleguan (Drusenkopf) - Conolophus sp.
Alle drei auf Galápagos heimischen Landleguane (auch Drusenköpfe genannt, vermutlich
wegen der drüsenartigen Poren am Kopf) gelten als Endemiten. Drusenköpfe sind große,
schwer gebaute Echsen, mit kräftigen Beinen und starken Krallen versehenen Füßen. Sie
bewohnen selbst gegrabene Erdhöhlen, in denen sie vor der starken Sonneneinstrahlung
geschützt sind und fressen gerne Triebe und Blüten der Feigenkakteen (Opuntien). Die
Stacheln entfernen sie, indem sie die Pflanzenteile mit dem Fuß auf dem Erdboden
herumrollen.
Wo Landleguane und Riesenschildkröten weiden, wachsen oft baumförmige FeigenkakteenArten mit harten Stacheln. So sind die grünen, saftigen «Opuntien-Ohren» vor den
Pflanzenfressern besser geschützt.
Nach der Paarung legen die Leguanweibchen 5-15 weisse Eier. Sie graben dazu kurze schräge
Tunnel in den Boden, die sie nach der Eiablage wieder verschliessen. Ein besonders
beschwerliches Leben haben die Drusenköpfe auf Fernandina. Für die Eiablage in einem
geeigneten Substrat müssen sie den Vulkan hinauf zum Krater steigen und setzen sich dabei
vielen Gefahren aus.
Nahrung:
Blüten und Triebe von Feigenkakteen und anderen Pflanzen
Grösse:
Drusenköpfe können bis zu 150 cm lang werden und ein Gewicht von 5-7 kg, selten auch mal
bis zu 12 kg erreichen.
Gefährdung:
Eingeführte Säugetiere wie Hunde, Katzen, Ratten und Ziegen sowie die direkte Zerstörung von
Lebensräumen führten zur Dezimierung der Leguan-Populationen. In Aufzuchtprogrammen
werden deshalb junge Leguane herangezogen und an geeigneten Orten ausgewildert.
→
Standort in der Ausstellung: Opuntienwald
Vögel
Galápagos-Pinguin - Spheniscus mendiculus
Die Vorfahren des Galápagos-Pinguins sind mit dem Humboldtstrom zu den Inseln gelangt und
fühlen sich hier dank der tiefen Meerestemperaturen und des guten Nahrungsangebots wohl.
Der Galápagos-Pinguin ist eine von vier Brillenpinguin-Arten und die seltenste Pinguinart.
Galápagos-Pinguine kommen weltweit nur auf den Galápagos-Inseln vor und sind die einzige
Pinguinart, die auch auf der nördlichen Hemisphäre brütet. Galápagos-Pinguine sind
Höhlenbrüter. Die Bruthöhle wird dabei in der Regel in ausreichend tiefen Guanoschichten
angelegt, seltener werden vulkanische Spalten benutzt.
Galápagos-Pinguine haben nicht nur Feinde im Wasser, sondern auch an Land: Sumpfohreulen
und der Galapagosbussard machen gelegentlich Jagd auf Pinguine. Auch die von Menschen
eingeschleppten Hunde, Katzen und Ratten können für die Tiere und ihre Brutkolonien eine
Gefahr darstellen. Im Meer zählen verschiedene Arten von Haien, der Orca, der GalápagosSeelöwe sowie der Galápagos-Seebär zu ihren Fressfeinden. Küken und Eier sind zusätzlich
durch einheimische Schlangen und die Rote Klippenkrabbe gefährdet. Die größte Gefahr für die
Art ist aber das Wetterphänomen «El Niño», das durch das Ausbleiben der benötigten Nahrung
den Bruterfolg einer ganzen Saison zunichtemachen und den Tod von vielen ausgewachsenen
Tieren bedeuten kann.
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Natur-Museum Luzern - Sonderausstellung «Galápagos»: Tipps und Anregungen für Lehrpersonen
Nahrung:
Fische
Grösse/Alter:
Grösse zwischen 48 und 53 cm, Gewicht zwischen 1,5 und 2,5 kg. Alter bis ca. 10 Jahre.
→
Standort in der Ausstellung: Meerechsenklippe
Galápagos-Kormoran - Phalacrocorax harrisi
Der Galápagos-Kormoran ist die einzige Kormoranart, die im Zug der Evolution aufgrund
fehlender natürlicher Feinde ihre Flugfähigkeit eingebüßt hat. Er wird deshalb auch
Stummelkormoran genannt, trägt aber auch den Namen Galápagos-Scharbe. Der GalápagosKormoran kann zwar nicht fliegen, er ist aber ein äusserst wendiger Schwimmer und Taucher.
Wie die anderen Kormorane hat er Schwimmhäute an den Füßen und kraftvolle Beine, die
unter Wasser für einen kräftigen Antrieb sorgen. Zu seinem Beutespektrum gehören Fische,
Aale und kleine Tintenfische. Seine Beute sucht er nahe dem Meeresboden und bleibt dabei in
Küstennähe.
Der Galápagos-Kormoran brütet an Stellen, wo kaltes sauerstoffreiches Wasser mit
reichlicher Nahrung vorkommt. Nach dem die jungen Kormorane das Nest verlassen haben,
werden sie nur noch vom Männchen gefüttert. Das Weibchen sucht sich einen neuen Partner
für eine zweite Brut.
Der Galápagos-Kormoran hat zwar keine natürlichen Feinde zu fürchten, durch den Menschen
wurden aber Katzen, Hunde und Schweine eingeführt, die für den Vogel gefährlich werden
können.
Nahrung:
Fische, Aale und kleine Tintenfische
→
Standort in der Ausstellung: Meerechsenklippe
Galàpagos-Albatros - Phoebastria irrorata
Der endemische Galápagos-Albatros ist der einzige reine Tropenbewohner unter allen
bekannten Albatros-Arten. Abgesehen von wenigen Paaren brütet die gesamte Weltpopulation
des Galápagos-Albatros (ca. 12'000 Paare) auf der kleinen Inseln Española. Albatrosse sind die
grössten und schwersten Seevögel und erreichen eine Flügelspannweite von über 2 Metern.
Zum Starten watscheln die Vögel an die Klippenränder und lassen sich in die Aufwinde fallen.
Galápagos-Albatrosse sind bekannt für ihren kunstvollen, hochritualisierten Balztanz und
verpaaren sich fürs ganze Leben. Die Eiablage erfolgt im April. Ein einziges grosses Ei wird von
beiden Elternteilen etwa 2 Monate bebrütet.
Nahrung:
Fische
Grösse/Alter:
Körperlänge bis 90 cm , Flügelspannweite ca. 230–240 cm, Gewicht ca. 2 - 3.5 kg, Alter bis 50
Jahre (in Gefangenschaft). Die Lebenserwartung in Freiheit liegt jedoch deutlich darunter.
→
Standort in der Ausstellung: Meerechsenklippe und Opuntienwald
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Natur-Museum Luzern - Sonderausstellung «Galápagos»: Tipps und Anregungen für Lehrpersonen
Galàpagos-Bussard - Buteo galapagoensis
Der endemische Galápagos-Bussard ist der einzige tagaktive Greifvogel auf den Inseln. Er
ernährt sich durch den Fang verschiedener Beutetiere, übernimmt auf den Inseln aber zudem
die Rolle von Geiern. Schon Darwin beschrieb ihn deswegen als «Aas-Bussard». Während den
verschiedenen Ausrottungsprojekten von Ziegen, Eseln und Schweinen fanden die Bussarde
demnach einen reich gedeckten Tisch.
Die Vorfahren des Galápagos-Bussards sind erst vor rund 130‘000 Jahren nach Galápagos
gekommen, die Vogelart zählt damit zu den jüngsten Einwanderern. Die insgesamt etwa 300
Galápagosbussarde kommen auf verschiedenen Inseln vor. Da die Vögel nur ungern grössere
Distanzen über das offene Meer fliegen, ist der Austausch zwischen den Inseln gering, die
Inzuchtrate dafür aber hoch. Sein Paarungsverhalten ist speziell: ein Weibchen verpaart sich
mit mehreren Männchen, die gemeinsam die Jungen aufziehen. Die Bussarde nisten in
Bäumen und benutzen dasselbe Nest oft mehrfach. Bei jeder Brut wird das Nest vergrößert, so
dass es mit den Jahren sehr groß werden kann.
Der Galápagos-Bussard ist äusserst zahm und flüchtet nicht vor dem Menschen. Selbst wenn
ein erzürnter Hühnerbesitzer auf ihn losgeht, weil er ein Küken geklaut hat. Siedler erschlugen
viele Bussarde und rotteten sie auf einigen Inseln weitgehend aus. Die grössten Bestände des
Greifvogels sind deshalb auf unbesiedelten Inseln zu finden.
Nahrung:
Meerechsen, Leguane, einheimische und eingeschleppte Ratten und kleinere Vögel wie
Darwinfinken, Galápagostauben und Spottdrosseln, Aas
Grösse:
Körperlänge bis ca. 55 cm und Flügelspannweite bis ca. 120 cm. Gewicht etwa 650 bis 850 g.
Gefährdung:
Der Galápagos-Bussard hat als Greifvogel auf den Inseln keine natürlichen Feinde. Der
Mensch und mit dem Menschen eingeschleppte Raubtiere, v.a. verwilderte Hauskatzen sind
eine neue Gefahr.
→
Standort in der Ausstellung: Meerechsenklippe und Opuntienwald
Pracht-Fregattvogel - Fregata magnificens
Der Pracht-Fregattvogel lebt an der amerikanischen Pazifikküste von Baja California bis
Ecuador einschließlich Galápagos und an der Atlantikküste von Florida bis Südbrasilien. In
Europa ist er ein sehr seltener Ausnahmegast, der möglicherweise durch Hurricane-Ausläufer
an die europäischen Küsten verdriftet wird (so erfolgte z.B. 1998 eine Sichtung in
Grossbritannien).
Die Population auf den Galápagosinseln ist möglicherweise eine eigenständige Art. Die
Prachfregattvögel haben hier seit mehreren 100'000 Jahren in Isolation gelebt und
unterscheiden sich genetisch und morphologisch von ihren Verwandten außerhalb Galápagos.
Bei der Balz machen die Männchen mit lautem Geschrei und ballonartig aufgeblähten rotem
Kehlsack auf sich aufmerksam. Nach der Verpaarung teilen sich beide Partner Nestbau, Brut
und Jungenfütterung. Der Nestbau erfolgt meistens auf Bäumen, höheren Gebüschen oder
Kakteen.
22
Natur-Museum Luzern - Sonderausstellung «Galápagos»: Tipps und Anregungen für Lehrpersonen
Nahrung:
Der Prachtfregattvogel fängt im Flug Fische und Tintenfische an der Wasseroberfläche. Er
attackiert aber auch gerne andere Seevögel im Flug, bis diese ihren eben gemachten Fang
hervorwürgen und fängt noch im Flug die fallengelassene Beute - er ist also ein richtiger
Luftpirat. An Land erbeutet er junge Schildkröten sowie Eier und Küken.
Grösse/Alter:
Körperlänge von 95 bis 105 cm, Flügelspannweite von 215 bis 245 cm sowie ein Gewicht von 1.2
bis 1.8 kg. Durchschnittliche Lebenserwartung mind. 25 J.
→
Standort in der Ausstellung: Meerechsenklippe
Säugetiere
Galápagos-Seelöwe - Zalophus wollebaeki
Der Galápagos-Seelöwe gehört zu den Ohrenrobben und ist nur auf dem Galápagos-Archipel
heimisch. Er ist auf allen Inseln der Gruppe über das gesamte Jahr hin anzutreffen. Wie alle
Ohrenrobben verfügen auch Galápagos-Seelöwen über externe Ohren.
Der Galápagos-Seelöwe ähnelt seinem Verwandten, dem Kalifornischen Seelöwen. Seine
Ernährungsweise ist bisher nur unzureichend erforscht. Galápagos-Seelöwen gehen
wahrscheinlich nur am Tage auf Nahrungssuche. Sie tun dies in der Regel einzelgängerisch.
Die durchschnittliche Tauchtiefe dürfte bei 30 bis 40 Meter liegen.
Galápagos-Seelöwen haben nur wenige natürliche Feinde. Nachgewiesen sind Angriffe und
Tötungen durch Orcas und Haie. Menschen gegenüber zeigen sie keine Furcht, womit sie in
vergangenen Jahrhunderten wie andere Spezies der Inseln zur Auffrischung des Proviants
vorbeifahrender Schiffe missbraucht wurden.
Nahrung:
Fische, Weichtiere
Grösse:
Männchen erreichen Länge von 250 bis 270 cm und Gewicht bis ca. 250 kg. Weibchen sind mit
Länge zwischen 150 bis 170 cm und Gewicht von 60 bis 100 kg deutlich kleiner und leichter.
→
Standort in der Ausstellung: Meerechsenklippe
Galápagos-Seebär - Arctocephalus galapagoensis
Der Galápagos-Seebär ist die kleinste Art der Südlichen Seebären.
Seebären gehören wie die Seelöwen zu den Ohrenrobben und unterscheiden sich von Seelöwen
durch die Grösse, ihr dichtes, dunkelbraunes Fell, relativ kräftige Flossen sowie grosse Augen
und Ohrmuscheln.
Galápagos-Seebären halten sich an felsigen Küsten auf, während die im gleichen Gebiet
verbreiteten Galápagos-Seelöwen sandige Strände bevorzugen. Tagsüber dösen die Seebären
gern im Schatten von Lavafelsen, nachts begeben sie sich im Wasser auf die Jagd nach
Nahrung. Im Oktober bringen die Weibchen jeweils ein Junges zur Welt das allerdings erst mit
etwa 30 Monaten entwöhnt wird.
Galápagos-Seebären wurden von Robbenjägern dermassen weitgehend abgeschlachtet, dass
man die Art noch im 19.Jahrhundert für ausgestorben hielt. Seit der Wiederentdeckung 1932
sind die Bestände dank strenger Schutzmaßnahmen wieder angestiegen.
23
Natur-Museum Luzern - Sonderausstellung «Galápagos»: Tipps und Anregungen für Lehrpersonen
Nahrung:
Fische (auch Pinguine), Tintenfische und Krebse.
Grösse:
Die Männchen werden 150 cm lang, die Weibchen 120 cm. Das Gewicht beträgt 65 bzw. 30 kg.
→
Standort in der Ausstellung: Meerechsenklippe, Forschungscamp
Galápagos-Reisratten - Nesoryzomys sp.
Die Vorfahren der endemischen Galápagos-Reisratten kamen vermutlich mit Treibholz nach
Gálapagos und haben sich hier in mehrere endemische Arten aufgespalten. Von ursprünglich
neun Arten haben vier bis heute überlebt.
Die Nagetiere sind hervorragend an die Trockenheit angepasst und essen gerne Früchte und
andere Teile von Feigenkakteen mit hohem Wassergehalt.
Galápagos-Reisratten sind nachtaktiv und nutzen Felsspalten oder Erdbauten als
Unterschlupfe. Ansonsten ist über ihre Lebensweise wenig bekannt. Eine Gefahr bedeuten die
vom Menschen eingeschleppten von Wander- und Hausratten sowie Katzen.
Nahrung:
Früchte, Gräser und Samen
Grösse:
Kopfrumpflänge von 10 bis 20 cm und eine Schwanzlänge von 8 bis 14 cm.
→
Standort in der Ausstellung: Forschungscamp
24
Natur-Museum Luzern - Sonderausstellung «Galápagos»: Tipps und Anregungen für Lehrpersonen
Pflanzen
Feigenkaktus (Opuntie) - Opuntia sp.
Feigenkakteen - oder Opuntien, wie sie auch genannt werden- gehören zur Familie der
Kakteengewächse und zu den sogenannt sukkulenten Pflanzen (vom lateinischen «Succus»
= Saft). Sie können in ihren blattartigen Trieben grosse Mengen an Wasser speichern und
dadurch Trockenzeiten bestens überstehen. Wegen ihres hohen Wassergehalts sind sie für
viele Tiere eine wichtige Nahrungsquelle, vor allem die saftigen Früchte sind äusserst beliebt.
Übrigens kaute auch die Gefolgschaft des Bischoffs von Panama 1535 bei der zufälligen
Entdeckung der Inseln auf Kaktusblättern herum, um mangels Trinkwasser ihren Durst zu
stillen.
Insgesamt gibt es etwa 190 Opuntienarten, welche in Nord- und Südamerika einschliesslich
der Karibik beheimatet sind. Auf Galápagos wachsen sechs endemische Opuntienarten. Wo die
Konkurrenz durch Sträucher gering ist und grosse Pflanzenfresser fehlen, wachsen niedrige
Opuntienarten mit weichen Stacheln. In Gebieten mit dichtem Gebüsch und weidenden
Riesenschildkröten oder Landleguanen sind dagegen baumförmige, bis 12m hohe Opuntien mit
harten Stacheln anzutreffen.
Übrigens wachsen auch in der Schweiz wilde Opuntien, nämlich an trockenen Hängen im
Wallis. Sie sind aus dem Mittelmeerraum eingewandert, wo sie gut gedeihen und verbreitet
vorkommen. Aber auch im Mittelmeergebiet sind sie nicht einheimisch. Ursprünglich stammen
nämlich alle Feigenkakteen-Arten aus Amerika und wurden in Europa eingeschleppt. Ihre
süssen saftigen Früchte werden mancherorts zu Konfitüre und Likör verarbeitet, so z.B. in
Italien, wo die Früchte «Fichi d'India» - wörtlich Feigen aus Indien - genannt werden.
Kolumbus glaubte angeblich bis zu seinem Tod 1506, auf seiner Fahrt in Richtung Westen nicht
Amerika, sondern Inseln und Teile von Asien entdeckt zu haben. Das neu entdeckte Gebiet
wurde damals mit dem Sammelbegriff «Indien» bezeichnet. Aus diesem Grund nannten die
Spanier Amerika bis ins 18. Jahrhundert hinein «Las Indias».
→
Standort in der Ausstellung: Opuntienwald
25
Natur-Museum Luzern - Sonderausstellung «Galápagos»: Tipps und Anregungen für Lehrpersonen
Rund um die Ausstellung - Zusatzunterlagen
Arbeitsblätter
Das Zoologische Museum der Universität Zürich hat zur Sonderausstellung «Galápagos»
Arbeitsblätter für die Mittelstufe und die Sekundarstufen 1 und 2 erarbeitet. Die darin
enthaltenen Fragen können mithilfe der Ausstellungsinhalte und des begleitenden
Aussstellungs-«Reiseführers» beantwortet werden. Die erwähnten Arbeits- und
Lösungsblätter sind im Anhang des vorliegenden Dokuments enthalten.
Ausstellungskiste «Galápagos»,
Die Ausstellungskiste kann im Museum während des Besuchs benützt, aber nicht in die Schule
ausgeliehen werden. Bitte die Materialien sorgfältig behandeln und vor allem: am Empfang
melden, wenn etwas fehlt oder kaputt ist!
Material Ausstellungskiste:
• Aufblasbarer Globus
• 35 Suchkärtchen mit Fotoausschnitten der Ausstellung
• Diverse laminierte Bilder als zusätzliches Anschauungsmaterial (beidseitig!):
∗
Werden und Vergehen eines Vulkanes (A4)
∗
Reiseroute der «Beagle», Bild der «Beagle», Karte Südamerika (A3)
∗
Satellitenbild des Galápagos-Archipels (A3)
∗
Die Entwicklung des Lebens, Erdzeitalter-Uhr, Erdzeitalter und Lebewesen (A3)
∗
Übersicht zu den tektonischen Platten (A3)
∗
Plattengrenzen im Pazifik, Meeresströmungen um Galápagos (A4)
• Riesenpuzzle «Landleguan», 23 Holzteile
• Tastsäckli «Wer lebt in Galápagos?», 16 Plastiktiere
(8 einheimische, 8 nicht einheimische Tiere)
• Suchliste: «Alle Tiere in der Ausstellung»
26
Natur-Museum Luzern - Sonderausstellung «Galápagos»: Tipps und Anregungen für Lehrpersonen
In der Ausstellung:
Themenhäppchen zum Tun, Staunen und Lernen in und von der Ausstellung
(* = Materialien aus der oben erwähnten Ausstellungskiste werden benötigt)
* Suchkärtchen
In der Kiste enthaltene Bild-Ausschnitte der Ausstellung. Ideal, um in 10 Minuten einen
Überblick über die Ausstellung zu gewinnen und den ersten Gwunder zu stillen: jedes Kind
bekommt ein Kärtchen und sucht den betreffenden Ausschnitt, bringt danach das Kärtchen
wieder zurück und darf sich ein neues auswählen usw.
Besonders interessante Themen-Schwerpunkte
Das Themenspektrum rund um die Galápagosinseln ist fast unermesslich. Nachfolgend haben
wir deshalb Vorschläge zu ein paar Themenschwerpunkten aufgeführt, die besonders
interessant sind.
• Entdeckung und Besiedlung von entlegenen Inseln wie Galápagos
Dieses spannende Thema kann durchaus den Entdecker– und Abenteurergeist von Kindern
aber auch Erwachsenen wecken. Antworten zu den gestellten Fragen liefern das
Besiedlungsspiel in der Ausstellung, der Ausstellungsführer und der Text im Kapitel zum
Hintergrundwissen (in diesem Dokument).
Besiedlung durch Tiere und Pflanzen:
Wie wurden die Inseln vor der Ankunft des Menschen durch Tiere und Pflanzen besiedelt?
Welche Tiere oder Tiergruppen schafften es die weite Distanz zu überwinden und auf den
Inseln Fuss zu fassen? Welche Tiergruppen haben es nicht auf natürliche Weise (d.h. ohne
menschliche Unterstützung) zu den Inseln geschafft und weshalb? Woher kamen wohl Tiere
und Pflanzen am ehesten?
Entdeckung und Besiedlung durch den Menschen:
Wer waren die ersten Menschen auf Galápagos und wie kamen sie? Wie konnten sie auf den
Inseln unter den z.T. unwirtlichen Bedingungen überleben (kein Süsswasser, trocken etc.)?
Was assen und tranken sie wohl? Wie konnten sie die tage- und wochenlangen Schiffsreisen
überleben?
→ Das Thema kann übrigens auch mit Robinson Crusoe verknüpft werden. Die
Galápagosinseln boten Unterschlupf und Versteck für verschiedene Piraten und
Seeräuber. Mit dem berüchtigten Seeräuber Roger Woods kam 1708 Alexander Selkirk,
das Vorbild für die Geschichte von Robinson Crusoe auf die Insel. Selkirk wurde von
Woods auf den Juan Fernandez Inseln aufgenommen, wo er ungefähr 4 Jahre allein
lebte.
• Auswirkungen des Menschen / Naturschutz
Mit der Ankunft des Menschen veränderten sich die Inseln gravierend – das natürliche
Gleichgewicht wurde durch verschiedene Faktoren gestört.
Wie veränderten sich die Inseln (Tier- und Pflanzenwelt) nach der Ankunft und der
Besiedlung durch den Menschen? Welche direkten und indirekten Auswirkungen brachte
der Mensch mit sich? Was unternehmen die Menschen, um den negativen Auswirkungen
entgegenzuwirken?
27
Natur-Museum Luzern - Sonderausstellung «Galápagos»: Tipps und Anregungen für Lehrpersonen
• Endemische Tiere auf Galápagos
Viele Tiere auf Galápagos sind einzigartig und kommen nur hier vor – es lohnt sich deshalb
diese Tiere etwas in den Vordergrund zu rücken und zu portraitieren (z.B. als Einzelarbeiten
oder Gruppenarbeiten). Als Grundlage dazu finden sich im vorliegenden Dokument
Artenportraits zu den wichtigsten Arten und auch die Ausstellung und der Reiseführer
bieten verschiedene Informationen. Zudem können für dieses Thema verschiedene
Materialien aus dem Koffer herangezogen werden (wie z.B. die beiden Memoryspiele,
Suchliste, Tastsäckli oder Puzzle)
• Thema Darwin und Evolution
Darwin war ein Forscher und segelte um die weite Welt. Aus seinen Beobachtungen auf
Galápagos leitete er seine weltberühmte Evolutionstheorie ab, sie besagt dass Lebewesen
wie Pflanzen, Tieren aber auch Menschen nicht unveränderlich sind (wie bisher geglaubt),
sondern dass sie sich verändern und manchmal unter bestimmten Voraussetzungen sogar
neue Arten entstehen. Darwins Theorie brachte die bisherige Weltanschauung völlig
durcheinander, nicht zuletzt weil der Forscher auch die Aussage in den Raum stellte, dass
der Mensch vom Affen abstamme.
Obwohl er seine Erkenntnisse auf Galápagos v.a. der Beobachtung von Spottdrosseln
verdankte, sind heute die Darwinfinken das berühmteste Beispiel für Arten, die sich in
relativ kurzer Zeit durch Anpassung an verschiedene Lebensbedingungen aus einer
Ausgangsart entwickelt haben.
28
Natur-Museum Luzern - Sonderausstellung «Galápagos»: Tipps und Anregungen für Lehrpersonen
Schnabelformen bei Darwinwinken und einheimischen Finken bzw. Vögeln
In Abhängigkeit ihres Lebensraums und ihrer Nahrung haben die Darwinfinken-Arten auf
Galápagos verschiedene Schnabelformen ausgebildet. Aber nicht nur die Darwinfinken, auch
unsere einheimischen Finkenarten und andere Vogelarten haben verschiedene
Nahrungsquellen erschlossen und dementsprechende Schnabelformen ausgebildet.
Als Suchauftrag kann einzelnen Darwinfinken bzw. Schnabelformen eine einheimische
Vogelart gegenübergestellt werden. Im 2. Stock des Museums sind einige einheimische
Vogelarten ausgestellt. Das aktuelle Heft der Vogelwarte (Finken, Themenheft 72) liefert
wertvolle Informationen zu unseren einheimischen Finkenarten und zum Aufbau des
Schnabels.
Beispiele für Schnabelformen:
Darwinfinkenart
Einheimische
Finken-/Vogelart
Schnabelform
Nahrung
Grosser Grundfink
Kernbeisser
kräftig, dick
Harte Samen, Kerne
Kleiner Grundfink
Gimpel, Grünfink
kurz, dick,
scharfkantig
Knospen, Triebe,
weichere Samen, Samen
weichfruchtiger Früchte
Buchfink
mitteldick, kurz,
relativ spitz
Samen und Insekten
Hausrotschwanz,
Fitis,
Heckenbraunelle
dünn, fein, spitz
vorwiegend Insekten
(Geospiza magnirostris)
(Geospiza fuliginosa)
Vegetarierfink
(Platyspiza crassirostris)
Kleiner Baumfink
(Camaerhynchus
parvulus)
Spitzschnabel-Grundfink
(Geospiza difficilis)
Waldsängerfink
(Certhidea olivacea)
29
Natur-Museum Luzern - Sonderausstellung «Galápagos»: Tipps und Anregungen für Lehrpersonen
Drei Rätsel zu Galápagos
Die beiden folgenden Kreuzworträtsel und das Fragenrätsel können mit Hilfe der Ausstellung
und des Ausstellungsführers gelöst werden.
ä=ae, ö=oe, ü=ue
Kreuzworträtsel 1
11.
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
Fragen:
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
Besondere Reptilienart, die sich von Meeresalgen ernährt
Andere Bezeichnung für «Landleguan»
Weltweit nur in einem Gebiet vorkommende Arten heissen….
Vogelart auf Galápagos mit grosser Bedeutung für die Wissenschaft
Grösste der Galápagosinseln
Bedeutender Forscher, der Galápagos 1835 besuchte
Tollpatschiger Vogel mit Füssen von aussergewöhnlicher Farbe
Feigenkakteen werden auch ……. genannt
Flugunfähige Vogelart auf Galápagos
Flüssige, heisse Gesteinsschmelze im Erdinnern
Kühle Meeresströmung aus dem Süden
30
Natur-Museum Luzern - Sonderausstellung «Galápagos»: Tipps und Anregungen für Lehrpersonen
Kreuzworträtsel 2
13.
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
12.
Fragen:
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
12.
13.
Auf Galápagos einheimische Rattenart
Ganz im Westen der Inselgruppe gelegene Insel
Name des Schiffs, auf welchem Darwin die Inseln besuchte
Ein Archipel ist die Bezeichnung für eine Gruppe von…..
Tierart auf Galápagos, die aus der Antarktis stammt
Die Galápagos-Inseln gehören zu ……. (Land in Südamerika)
Die Vorfahren der Landleguane kamen damit übers Meer nach Galápagos
Einheimische Vogelart mit grossen Flügeln, die auch mal tanzt.
Von dieser Pflanze ernähren sich viele Tiere auf Galápagos
Vogel, vor welchem sich einige Tierarten auf Galápagos fürchten.
Wichtiges Unterscheidungsmerkmal bei Darwinfinken (Körperteil)
«Heisser» Ort, an welchem Vulkane entstehen
Urchiges Tier
31
Natur-Museum Luzern - Sonderausstellung «Galápagos»: Tipps und Anregungen für Lehrpersonen
Fragen-Rätsel
Die folgenden Fragen/Aussagen können mithilfe der Ausstellung und des Reiseführers
beantwortet werden und ergeben ein Lösungswort.
1. Unter welcher Flagge war das Vermessungsschiff «Beagle» in Südamerika und Galápagos
unterwegs?
S
Norwegen
F
Grossbritannien
2. Die ältesten Galápagos- Inseln haben ein Alter von
R
4 Millionen Jahren
A
350'000 Jahren
3. Folgende Tiergruppe hat den Weg über das Meer nach Galápagos nicht auf natürliche
Weise geschafft:
E
Amphibien
M
Reptilien
4. Die Artenvielfalt auf Galápagos ist besonders gross
D
auf dem Land
G
im Meer
5. Der einzige tagaktive Greifvogel auf Galápagos ist
A
der Galápagos-Bussard
S
die Sumpfohreule
6. Die Galápagos-Inseln gelten als Tropeninseln wegen
C
der vielen Palmen
T
der Lage am Äquator
7. Die bei einem Vulkanausbruch hinausgeschleuderte flüssige Gesteinsschmelze heisst
T
Lava
H
Magma
8. Die Galápagosinseln sind benannt nach den vorkommenden
V
Schildkröten
M
Leguanen
9. Folgende Fischart kommt im Meer bei Galápagos nicht vor
D
Hammerhai
O
Hecht
10. Der grosse Grundfink (Darwinfinken-Art mit dem lateinischen Namen Geospiza
magnirostris) ernährt sich von
G
Samen
Ö
Insekten
11. Die wichtigste Nahrung der Meerleguane sind
D
Feigenkakteen
E
Algen
12. Die Galápagosinseln sind seit …..… als UNESCO-Weltnaturerbe anerkannt
L
1978
R
2001
Das Lösungswort ergibt eine auf Galápagos einheimische Art, die bei andern Arten eher
unbeliebt ist, weil sie deren gefangene Beute abjagt.
Lösungswort:
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
32
10.
11.
12.
Natur-Museum Luzern - Sonderausstellung «Galápagos»: Tipps und Anregungen für Lehrpersonen
Rätsel-Lösungen
Lösung Kreuzworträtsel 1
11.
M
1.
E
E
R
2.
E
3.
N
E
C
H
S
E
D
R
U
S
E
N
K
D
E
M
I
T
E
N
S
E
L
O
P
F
B
S
4.
P
O
T
T
D
R
O
S
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S
A
B
E
L
A
D
A
R
W
I
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T
O
E
L
P
E
I
E
O
R
A
N
M
A
G
M
5.
6.
B
7.
L
A
U
F
U
S
S
L
S
8.
O
P
U
N
T
R
K
9.
O
R
M
10.
A
Lösung Kreuzworträtsel 2
13.
R
E
I
D
I
N
A
B
E
A
N
S
1.
2.
F
E
R
N
A
N
3.
4.
I
S
R
A
G
L
E
E
L
N
G
U
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N
O
R
T
E
5.
P
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S
6.
7.
T
R
E
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E
C
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A
D
B
H
O
L
Z
B
A
T
R
O
K
T
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S
P
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T
I
8.
A
L
D
9.
F
10.
E
I
G
E
N
K
A
B
U
S
S
A
R
D
O
11.
S
C
H
N
12.
A
B
E
L
H
O
T
S
E
33
S
T
E
Natur-Museum Luzern - Sonderausstellung «Galápagos»: Tipps und Anregungen für Lehrpersonen
Lösung Fragenrätsel 1
1. Unter welcher Flagge war das Vermessungsschiff «Beagle» in Südamerika und Galápagos
unterwegs?
S
Norwegen
F
Grossbritannien
2. Die ältesten Galápagos- Inseln haben ein Alter von
R
4 Millionen Jahren
A
350'000 Jahren
3. Folgende Tiergruppe hat den Weg über das Meer nach Galápagos nicht auf natürliche
Weise geschafft
E
Amphibien
M
Reptilien
4. Die Artenvielfalt auf Galápagos ist besonders gross
D
auf dem Land
G
im Meer
5. Der einzige tagaktive Greifvogel auf Galápagos ist
A
der Galápagos-Bussard
S
die Sumpfohreule
6. Die Galápagos-Inseln gelten als Tropeninseln wegen
C
der vielen Palmen
T
der Lage am Äquator
7. Die bei einem Vulkanausbruch hinausgeschleuderte flüssige Gesteinsschmelze heisst
T
Lava
F
Magma
8. Die Galápagosinseln sind benannt nach den vorkommenden
V
Schildkröten
M
Leguanen
9. Folgende Fischart kommt im Meer bei Galápagos nicht vor
D
Hammerhai
O
Hecht
10. Der mittlere Grundfink (Darwinfinken-Art mit dem lateinischen Namen Geospiza fortis)
ernährt sich von
G
Samen
Ö
Insekten
11. Die wichtigste Nahrung der Meerleguane sind
D
Feigenkakteen
E
Algen
12. Die Galápagosinseln sind seit …..… als UNESCO-Weltnaturerbe anerkannt
L
1978
R
1999
Das Lösungswort ergibt eine auf Galápagos einheimische Art, die bei andern Arten eher
unbeliebt ist, weil sie deren gefangene Beute abjagt.
Lösungswort:
1.
F
2.
R
3.
4.
E
G
5.
A
6.
7.
T
8.
T
9.
V
10.
O
34
G
11.
E
12.
L
Natur-Museum Luzern - Sonderausstellung «Galápagos»: Tipps und Anregungen für Lehrpersonen
Medienliste
Medien zum Thema «Galápagos» gibt es einiges in deutscher und noch mehr in englischer
Sprache. Wir haben eine sehr kleine Auswahl getroffen, ohne den leisesten Anspruch auf
Vollständigkeit.
Übrigens: Das Filmtheater im Verkehrshaus Luzern zeigt im aktuellen Programm einen
3D-Film zu Galápagos (39 min.)
Sachliteratur, Bücher für Erwachsene
Natur, Naturschutz
•
Bittmann W., Fugger B. (2007). terra NaturReiseführer Galápagos. 6. durchgesehene
Auflage. Tecklenborg Verlag, 2007. ISBN 3-934427-77-4
•
Lücker H. (2007). Naturgeschichte der Galápagos. Verlag Books on Demand GmbH,
Norderstedt. ISBN 978-3-8334-7208-4
•
Rohrbach C.( 2014). Inseln aus Feuer und Meer: Galapagos - Archipel der zahmen Tiere.
7.Auflage. Piper Verlag. ISBN 978-3-492-40027-5.
•
Zizka G.& Klemmer G. (Herausg.) (1994). Pflanzen- und Tierwelt der Galápagos-Inseln Entstehung, Erforschung, Gefährdung und Schutz. Kleine Senkenbergreihe Nr. 20,
Palmengarten Frankfurt Sonderheft 22.
•
Vogelwarte Sempach (2015). Finken. Themen aus der Vogelwelt, Heft Nr. 72.
Auswanderer, Abenteurer, Forscher
•
Eibl-Eibesfeldt I. (2013). Galápagos - Meine abenteuerlichen Entdeckungsreisen auf den
Spuren von Charles Darwin. Brandstätter Verlag. ISBN 978-3-85033-440-2.
•
Darwin C. Die Fahrt der Beagle. Tagebuch mit Erforschungen der Naturgeschichte und
Geologie der Länder, die auf der Fahrt von HMS Beagle unter dem Kommando von Kapitän
Robert Fitzroy, RN, besucht wurden. Einleitung von Daniel Kehlmann. Fischer Verlag 2010.
4. Auflage. ISBN 978-3-596-17589-5.
•
Stolt M. (Hg) (2012). Kurs Galápagos - Das abenteuerliche Leben der Gebrüder
Angermeyer. Piper Verlag GmbH, München 2014 . ISBN 978-3-492-40536-2.
Bücher für Kinder
•
Waydas S. (2009). Die verwunschenen Inseln - Galápagos für Kinder. Verlag Books on
Demand GmbH, Norderstedt. 1. Auflage. ISBN 978-3-83-708858-8.
•
Mosbrugger V. (Auswahl) (2008). Darwin für Kinder und Erwachsene- Die ungeheure
Verschiedenartigkeit der Pflanzen und Tiere. Insel Verlag. ISBN 978-3-458-17412-7.
35
Natur-Museum Luzern - Sonderausstellung «Galápagos»: Tipps und Anregungen für Lehrpersonen
Film, DVD
•
Naturwunder Galapagos - Inseln, die die Welt bewegten (DVD 135'). BBC
•
Faszination Insel: Galapagos, DVD 52'
Nützliche Links
•
http://www.galapagosislands.com
Homepage der Galapagos-Inseln mit vielen Informationen zu Reisemöglichkeiten,
Geschichte, Geografie, Büchern etc., teilweise in deutscher Sprache
•
http://www.darwinfoundation.org/en/
Homepage der Darwin Stiftung (Santa Cruz Insel) mit Hinweisen zu aktuellen Projekten,
gesammelten Wetter-Daten u.a. , in englischer Sprache
•
http://www.galapagos-ch.org
Homepage der Galapagosfreunde Schweiz mit Hinweisen zu aktueller Forschung,
Projekten und Aktivitäten; Newsletter (download) Galapagos-intern
•
http://www.discoveringgalapagos.org.uk/
Englische Homepage des Galapagos Conservation Trust und der Royal Geographical
Society mit Wissensbereich und Lehrerunterlagen
36
Arbeitsblatt zur Sonderausstellung «Galápagos» für die Mittelstufe
Lösbar mit Hilfe von Ausstellung und Reiseführer
Wie bei einer richtigen Reise auf die Galápagos-Inseln sind Tiere und Pflanzen auch in der Ausstellung
nicht angeschrieben. Damit du aber trotzdem alles Spannende erfährst, gibt es den Reiseführer. Exemplare zum Ausleihen
findest du in der Ausstellung. Die Schilder bei den Objekten geben die Seiten im Reiseführer an,
auf denen du Informationen dazu findest.
1. Schaue auf dem Globus nach. Die Galápagos-Inseln befinden sich
Aan der Küste von Norddeutschland.
Nneben der Insel Madagaskar.
Kin Nordamerika, ca. 10 km vor der Küste Kanadas.
Gin Südamerika, ca. 1’000 km vor der Küste Ecuadors.
Tipp: Die Inseln liegen auf dem Äquator.
2. Die Galápagos-Inseln sind durch Vulkanausbrüche auf dem Meeresboden entstanden. Wo die Inseln nicht überwachsen sind, bedeckt heute noch die erkaltete Lava den Boden. Finde die Lavasteine in der Ausstellung. Gehe darüber
und nimm sie in die Hände. Wie fühlen sie sich an?
3. Die Galápagos-Inseln heissen übersetzt «Schildkröteninseln». Aber als sie vor langer Zeit entstanden, gab es dort
noch keine Schildkröten oder andere Lebewesen. Pflanzen und Tiere mussten zuerst die riesige Strecke über das Meer
reisen, um auf den kargen Lavainseln zu landen. Finde den Touchscreen mit dem «Besiedlungsspiel». Spiele das Spiel
und zähle dann auf, wie die Tiere früher auf die Inseln kamen und wie sie es heute tun.
Damals:
Heute:
1
4a. Die Galápagos-Inseln sind berühmt für ihre vielen besonderen Endemiten. Lies im Reiseführer auf Seite 34 nach
und schreibe in einem Satz auf was Endemiten sind.
4b. Finde die zwei Bildschirme mit den Filmen zu endemischen und einheimischen Tieren («einheimisch»
bedeutet, dass die Tiere auf Galápagos natürlicherweise vorkommen, aber auch noch an anderen Orten der Welt).
Welches der abgebildeten Tiere ist endemisch auf Galápagos?
Meerechse
Blaufusstölpel
HaubenpinguinKlippenkrabbe
B Meerechse
VBlaufusstölpel
THaubenpinguin
WKlippenkrabbe
5a.Galápagos-Riesenschildkröten sind erstaunliche Tiere: Sie können bis 250 kg schwer und 175 Jahre alt werden!
Männchen und Weibchen kann man übrigens äusserlich unterscheiden. Schau im Reiseführer auf Seite 45 nach und
schreibe die zwei Unterschiede auf.
2
Bestimme nun das Geschlecht der zwei Schildkröten in der Ausstellung.
5b. Die ausgestellte Riesenschildkröte auf der runden Plattform ist ein
E Weibchen
I Männchen
5c. Der Riesenschildkrötenpanzer zum Hineinschlüpfen stammt von einem
P Weibchen
A
Männchen
6. Tiere haben Zähne, die an ihr Futter angepasst sind. Z.B. haben Löwen lange, dolchartige Eckzähne (Fangzähne),
mit denen sie ihre Beute festhalten und töten können. Finde das Meerechsenskelett und zeichne einen Zahn ab (ins
Kästchen).
Suche nun den Bildschirm mit den Meerechsen, die Futter suchen (Bild Meerechse: S. 108). Ihre Zähne benutzen
Meerechsen um
A Fische unter Wasser zu schnappen.
LAlgen unter Wasser abzuknipsen.
U
Vögel an Land zu packen.
O
Gras und Kakteen an Land abzubeissen.
7a. Nähere dich dem Fregattvogel, der auf seinem Nest sitzt, langsam von der Kopfseite her. Was hörst du?
S Den Warnton des Museums, damit man dem Glas nicht zu nahe kommt.
O
Den Begrüssungslaut der Fregattvögel.
T
Ein soeben geschlüpftes Küken bettelt um Futter.
E
Den Herzschlag des Fregattvogels.
7b. Warum verändert sich der Ton wenn du näher kommst?
3
8. Der berühmteste Besucher der Galápagos-Inseln war Charles Darwin im Jahre 1835. Der Engländer segelte
während einer fünf Jahre langen Forschungsreise um die Welt. Er entdeckte, dass sich Tiere und Pflanzen
über Jahrmillionen verändert haben und wie neue Tier- und Pflanzenarten entstanden sind und entstehen. Darwin
war der Begründer der Evolutionslehre.
Wenn du die richtigen Buchstaben der Fragen einsetzt, erfährst du den Namen von Darwins Forschungsschiff. Ein
Modell dieses Schiffs findest du auch in der Ausstellung.
4b
7a
5c
1
6
5b
9. Wähle dein Lieblingsobjekt in der Ausstellung. Lies dann im Reiseführer darüber nach und mach dir Notizen.
Erzähle anschliessend einem Klassenmitglied was du herausgefunden hast.
Mein Lieblingsobjekt:
4
Arbeitsblatt zur Sonderausstellung «Galápagos» für die Sekundarstufe 1
Lösbar mit Hilfe von Ausstellung und Reiseführer
Wie bei einer richtigen Reise auf die Galápagos-Inseln sind Tiere und Pflanzen auch in der Ausstellung nicht
angeschrieben. Damit du aber trotzdem alles Spannende erfährst, gibt es den Reiseführer. Exemplare zum Ausleihen findest
du in der Ausstellung. Die Schilder bei den Objekten geben die Seiten im Reiseführer an, auf denen du Informationen
dazu findest.
1. Schaue auf dem Globus nach. Die Galápagos-Inseln liegen
Sam südlichen Wendekreis, 1240 km vor der Küste Australiens.
O
am südlichen Wendekreis, 480 km vor der Küste Australiens.
Tam Äquator, 130 km vor der Küste Ecuadors.
Aam Äquator, 960 km vor der Küste Ecuadors.
2. Die Galápagos-Inseln sind durch Vulkanismus entstanden und noch heute sind einige Vulkane aktiv. Wie heissen
die beiden Inseln die im Relief dargestellt sind und auf welcher der beiden war wann der letzte Vulkanausbruch?
P Isabela und Santiago, letzter Vulkanausbruch: 2009 auf Santiago
EFloreana und Santa Cruz, letzter Vulkanausbruch: 1978 auf Floreana
I Isabela und Fernandina, letzter Vulkanausbruch: 2009 auf Fernandina
RSantiago und Fernandina, letzter Vulkanausbruch: 2005 auf Santiago
3. Der bekannteste Besucher auf den Galápagos-Inseln war der Naturforscher Charles Darwin im Jahre 1835. Finde
sein Schiff, die HMS Beagle. Unter welcher Flagge segelte Darwin während fünf Jahren über die Weltmeere?
PPortugal
KGrossbritannien
LItalien
NSpanien
4. Auch wenn die Galápagos-Inseln übersetzt „Schildkröteninseln“ heissen, gab es dort nach ihrer Entstehung
weder Schildkröten noch sonstige Lebewesen. Pflanzen und Tiere mussten zuerst die weite Distanz über das Meer
zurücklegen um auf den kargen Lavainseln zu landen. Reptilien konnten
F Treibholzflosse benutzen, da sie wechselwarm sind und lange ohne Nahrung auskommen können.
VTreibholzflosse benutzen, da sie gleichwarm sind und selten fressen.
Tkeine Treibholzflosse benutzen, da sie wechselwarm sind und ständig fressen müssen.
Gkeine Treibholzflosse benutzen, da sie gleichwarm sind und ständig fressen müssen.
1
5. Die auf Galápagos gestrandeten Riesenschildkröten haben sich im Laufe der Zeit ihrer Umgebung angepasst. So sind
neue Arten mit z.B. unterschiedlichen Panzerformen entstanden. Schlage im Reiseführer auf S. 44/45 nach. Cazuela, die
ausgestellte Galápagos-Riesenschildkröte lebte auf
Peiner eher trockenen Insel.
Zeiner eher feuchten Insel.
6. Finde die Monitore zu endemischen und einheimischen Tierarten.
Beschreibe in eigenen Worten was ein Endemit ist:
7. Schau die Tiere auf den zwei Touchscreen Monitoren gut an. Welche Aussage zu den fünf abgebildeten Tieren
stimmt?
a
b
V endemisch: a,c,d einheimisch: b,e
T endemisch: a,d einheimisch: b,e
M
endemisch: a,c einheimisch: b,e c
de
nicht auf Galápagos vorkommend: keine
nicht auf Galápagos vorkommend: c
nicht auf Galápagos vorkommend: d
8. Tiere haben Zähne, die an ihr Futter angepasst sind. Z.B. haben Löwen lange, dolchartige Eckzähne (Reisszähne),
mit denen sie ihre Beute festhalten und töten können. Finde das Meerechsenskelett und zeichne einen Zahn ab (ins
Kästchen). Finde nun den Bildschirm mit den Futter suchenden Meerechsen. Ihre Zähne benutzen Meerechsen um
A Fische unter Wasser zu schnappen.
I Algen unter Wasser abzuknipsen.
U
Vögel an Land zu packen.
O
Gras und Kakteen an Land abzubeissen.
2
9. Charles Darwin bemerkte, dass einige Tierarten auf Galápagos den Tierarten des Festlandes ähnlich sehen und
dass sich einige von Insel zu Insel ein bisschen unterscheiden. Mit Hilfe dieser Beobachtungen erarbeitete er später
die Evolutionstheorie. Diese besagt, dass alle Arten von einem gemeinsamen Vorfahren abstammen und dass sie sich
über die Zeit verändern, also sich ihrer Umwelt anpassen. Suche die Schublade mit den zwei braunen Vögeln, welche
sich zum Verwechseln ähnlich sehen. Es handelt sich dabei um
10. Für Piraten und Walfänger waren die Galápagos-Inseln eine Proviantstation, wo sie sich an den
Riesenschildkröten bedienten. Als die Schildkröten seltener wurden, setzten sie Ziegen als Fleischlieferanten aus.
Doch die Ziegen vermehrten sich stark und bedrohten Riesenschildkröten und Landleguane, indem sie ihnen das
spärliche Gras wegfrassen. Um die Inseln wieder von den Ziegen zu befreien, werden heute
H
Fallen gestellt.
L giftige Köder ausgelegt.
G
Jagdausflüge für Touristen organisiert.
V
Hunde und Helikopter eingesetzt.
11. Schaue dich um und schlage den Namen im Reiseführer nach: Das einzige lebendige Lebewesen in der
Ausstellung heisst
12. Wähle dein Lieblingsobjekt der Ausstellung und informiere dich mit Hilfe des Reiseführers darüber. Überlege dir
eine Frage, die durch das Betrachten des Objektes beantwortet werden kann und schreibe sie auf. Erzähle nun einem
Klassenmitglied was du gelesen hast. Stelle dann die Beobachtungsfrage und lasse ihn/sie die Antwort notieren.
Meine Frage:
Die Antwort von
:
Wenn du die richtigen Buchstaben der Fragen einsetzt, erfährst du den Namen eines aussergewöhnlichen
Galápagos-Bewohners.
10
1
7
5
2
9
4
8
11
3
3
Arbeitsblatt zur Sonderausstellung «Galápagos» für die Sekundarstufe 2
Lösbar mit Hilfe von Ausstellung und Reiseführer
Wie auf Galápagos sind Tiere und Pflanzen auch in der Ausstellung nicht angeschrieben. Die Schilder bei den Objekten
geben aber die Seiten im Reiseführer an, auf denen Sie Informationen dazu finden. Ausleihexemplare des Reiseführers
sind in der Ausstellung vorhanden.
1. Die Galápagos-Inseln sind durch Vulkanismus und Plattentektonik entstanden (S. 6-8). Einige Vulkane sind heute
noch aktiv. Wie müssten wir uns auf der Insel Isabela (weisses Relief) hinsetzen, um in ferner Zukunft der nächsten
Galápagos-Insel bei der Entstehung zuzuschauen?
A
An der Südwestküste, mit Blick nach Südamerika.
BAn der Südwestküste, mit Südamerika im Rücken.
CAn der Nordostküste, mit Blick nach Südamerika.
DAn der Nordostküste, mit Südamerika im Rücken.
2. Tiere und Pflanzen, welche die einst kahlen Lavainseln besiedelten, mussten zuerst die riesige Distanz von 960
km vom südamerikanischen Festland nach Galápagos überwinden. Dies ist eine grosse Herausforderung. Für
Menschen ist es in jüngerer Zeit dank Schiffen und Flugzeugen viel einfacher. Verbinden Sie die korrekten Aussagen.
Amphibien
hatten gute Chancen die ca. zweiwöchige Reise auf
einem Treibholzfloss zu überleben, da sie wechselwarm
sind und bei reduziertem Stoffwechsel lange ohne
Nahrung auskommen.
Zwei Arten flogen auf die
Inseln, viele wurden vom
Menschen eingeschleppt.
Reptilien
können (die meisten) nur kurze Zeit ohne Süsswasser
und Nahrung überleben und nur wenige Arten können
weit schwimmen.
Die einzige Art die heute auf
Galápagos lebt, wurde
eingeschleppt.
Säugetiere
würden auf einem Treibholzfloss vertrocknen, da ihre
dünne und empfindliche Haut nicht genügend vor
Sonneneinstrahlung und Salzwasser schützt.
Diese Tiergruppe ist auf
Galápagos stark vertreten.
1
3. Viele Tiere auf Galápagos sind endemisch, d.h. sie kommen in keinem anderen Gebiet vor. Sterben sie auf
Galápagos aus, gibt es sie nicht mehr auf der Welt. Einige Tiere auf Galápagos leben aber auch anderswo und werden
deshalb als «einheimisch» bezeichnet. Schauen Sie sich beim Opuntienwald genau um. Welche der Aussagen trifft für
Galápagos zu?
A endemisch: 1, 4
B
endemisch: 1, 2, 3, 4
C endemisch: 1, 3, 4
D
endemisch: 1, 2, 3, 4
1
nur einheimisch: 2, 5
nur einheimisch: 5
nur einheimisch: 2, 5
nur einheimisch: 4
2
3
4
5
4. Früher benutzten Walfänger und Piraten die Galápagos-Inseln als Proviantstation. Nachdem sie die
Riesenschildkröten stark dezimiert hatten, brachten sie Ziegen zum späteren Verzehr auf die Inseln. Diese
vermehrten sich jedoch rasch und frassen Riesenschildkröten und Landleguanen das spärliche Grün weg. Solche
eingeschleppten Tiere sind eine Bedrohung für die einheimischen Tiere. Um die Inseln wieder von den gefrässigen
Ziegen zu befreien, werden sie heute
A
B
C
D
mit Hunden und Helikoptern gejagt.
von Touristen auf Jagdausflügen geschossen.
mit vergifteten Ködern angelockt.
mit Fallen wieder eingefangen.
5. Galápagos-Riesenschildkröten wachsen beträchtlich: Von 50 g beim Schlüpfen bis auf
müsste ein Mensch mit einem Geburtsgewicht von 3 kg werden, um mitzuhalten?
A
B
C
D
kg. Wie schwer
1500 kg
6t
15 t
60 t
2
6. Um auf den kargen Galápagos-Inseln zu überleben, mussten sich pflanzenfressende Tiere besonders gut
anpassen. Es gilt auf den kargen Galápagos-Inseln genügend Nahrung zu finden. Nur wer an seinen Lebensraum gut
angepasst ist, schafft das. Wie wurde dieses Problem bei den Riesenschildkröten (S. 44/45) und Darwinfinken
(Finkenspiel in der Ausstellung) durch die Evolution gelöst?
7.
Cazuela, die ausgestellte endemische Galápagos-Riesenschildkröte, lebte auf einer
A
B
C
D
eher flachen, trockenen Insel.
eher flachen, feuchten Insel.
eher hohen, trockenen Insel.
eher hohen, feuchten Insel.
8. Charles Darwin beobachtete 1835 auf Galápagos Vögel, die einer Vogelart des südamerikanischen Festlandes
stark glichen, sich aber von Insel zu Insel unterschieden. Diese Beobachtung inspirierte ihn später zur
Evolutionstheorie und dem Prinzip der natürlichen Selektion. Finden Sie die beiden ausgestopften, unscheinbaren
Vögel in der Vitrine. Es handelt sich um zwei
9. Auch im Schubladenelement zu Darwins Werdegang sind die Vögel aus 8. zu finden. Da sie sich selten mit
Populationen anderer Inseln mischen, haben sich die Vögel (sowie ihre Parasiten) auseinander entwickelt. Auf
genetischer Ebene unterscheiden sich die beiden sehr ähnlichen Vogelarten
A
B
C
D
stärker als Elster und Eichelhäher.
etwas weniger stark als Elster und Eichelhäher.
gleich stark wie Elster und Eichelhäher.
überhaupt nicht.
3
10. Meerechsen liegen oft in grosser Zahl an Meeresklippen und lassen Touristen ganz nahe an sich heran. Sie
kennen keine Landraubtiere und haben die Furcht vor diesen verlernt. Flüchten ohne Gefahr wäre reine
Energieverschwendung. Weshalb liegen die Meerechsen auf den Klippen und vor wem flüchten sie sofort?
A
Nach Fischjagd im kalten Wasser, Flucht vor Galápagos-Seelöwen
B Aufwärmen nach Algengrasen im kalten Wasser, Flucht vor Galápagosbussard
C Paarung und Jungenaufzucht, Flucht vor Galápagos-Sturmmöwen
11. Nur weil Tiere vor Menschen nicht flüchten, bedeutet dies aber nicht immer, dass sie sich von Menschen nicht
gestört fühlen. Sie können durch neue Feinde und Freunde auch dazulernen. Nähern Sie sich dem Bindenfregattvogel
langsam von der Kopfseite her. Achten Sie auf Ihre Distanz. Was «empfindet» der ausgestellte Fregattvogel? Und was
lernen Klippenkrabben dazu?
A
Fregattvogel: Mensch ist keine Gefahr / Klippenkrabbe: Mensch keine Gefahr
B Fregattvogel: Mensch ist keine Gefahr / Klippenkrabbe: Mensch eine Gefahr
C Fregattvogel: Mensch ist eine Gefahr / Klippenkrabbe: Mensch ist keine Gefahr
D Fregattvogel: Mensch ist eine Gefahr / Klippenkrabbe: Mensch ist eine Gefahr
12. Früher wurden die Galápagos-Inseln vor allem von Piraten und Walfängern als Proviantstation genutzt. Heute
beeinträchtigen vor allem der Tourismus und seine Folgen das Inselleben. Würden Sie Galápagos besuchen?
Ja
Nein
Sollte es Touristen und/oder Forschenden erlaubt sein, eines der letzten Paradiese der Welt zu besuchen? Begründen Sie
Ihren Entschluss mit mindestens zwei Pro und Contra Argumente.
4
Arbeitsblatt zur Sonderausstellung «Galápagos» für die Mittelstufe
Lösung
Lösbar mit Hilfe von Ausstellung und Reiseführer
Wie bei einer richtigen Reise auf die Galápagos-Inseln sind Tiere und Pflanzen auch in der Ausstellung
nicht angeschrieben. Damit du aber trotzdem alles Spannende erfährst, gibt es den Reiseführer. Exemplare zum Ausleihen
findest du in der Ausstellung. Die Schilder bei den Objekten geben die Seiten im Reiseführer an,
auf denen du Informationen dazu findest.
1. Schaue auf dem Globus nach. Die Galápagos-Inseln befinden sich
Aan der Küste von Norddeutschland.
Nneben der Insel Madagaskar.
Kin Nordamerika, ca. 10 km vor der Küste Kanadas.
Gin Südamerika, ca. 1’000 km vor der Küste Ecuadors. (S. 7)
Tipp: Die Inseln liegen auf dem Äquator.
2. Die Galápagos-Inseln sind durch Vulkanausbrüche auf dem Meeresboden entstanden. (S. 5-8) Wo die Inseln nicht
überwachsen sind, bedeckt heute noch die erkaltete Lava den Boden. Finde die Lavasteine in der Ausstellung. Gehe darüber und nimm sie in die Hände. Wie fühlen sie sich an?
Die Lavasteine sind sehr rau und haben scharfe Kanten.
Das ist übrigens der Grund, weshalb Forscher für Galápagos Wanderschuhe mit dicken Sohlen einpacken müssen. Sie nehmen sogar zwei Paare mit, denn bereits nach wenigen Wochen sind selbst dicke Sohlen durchgescheuert (S. 101). Empfindliche Hundepfoten werden mit speziellen Lederschuhen vor Verletzungen geschützt (S. 89).
Zwei Hundeschuhe befinden sich in der Ausstellung neben der Ziege.
3. Die Galápagos-Inseln heissen übersetzt «Schildkröteninseln». Aber als sie vor langer Zeit entstanden, gab es dort
noch keine Schildkröten oder andere Lebewesen. Pflanzen und Tiere mussten zuerst die riesige Strecke über das Meer
reisen, um auf den kargen Lavainseln zu landen. Finde den Touchscreen mit dem «Besiedlungsspiel». Spiele das Spiel
und zähle dann auf, wie die Tiere früher auf die Inseln kamen und wie sie es heute tun.
Damals:
•
Fliegend (z.B. Kormoran)
•
Auf Treibholz (z.B. Riesenschildkröte, Pinguin, Meerechse, Kormoran, Seelöwe)
•
Schwimmend (z.B. Riesenschildkröte, Pinguin, Seelöwe)
Heute:
•
Mit Hilfe der Menschen
per Flugzeug oder Schiff (z.B. Ziege, Feuerameise, Knickzehenfrosch,
Wanderratte, Wollschildlaus)
Weitere Möglichkeiten wären (S. 18-19):
•
Durch den Wind (z.B. Vögel, Fledermäuse, Eier und Larven von Insekten)
1
•
Auf anderen Tieren (z.B. Fischlaich oder Fischbrut im Gefieder von Vögeln)
4a. Die Galápagos-Inseln sind berühmt für ihre vielen besonderen Endemiten. Lies im Reiseführer auf Seite 34 nach
und schreibe in einem Satz auf was Endemiten sind.
Endemiten (griechisch für örtlich begrenzt) sind Tiere und Pflanzen, die nur in einem bestimmten (begrenzten)
Gebiet vorkommen (z.B. nur auf Galápagos) und sonst nirgendwo auf der Welt.
4b. Finde die zwei Bildschirme mit den Filmen zu endemischen und einheimischen Tieren («einheimisch»
bedeutet, dass die Tiere auf Galápagos natürlicherweise vorkommen, aber auch noch an anderen Orten der Welt).
Welches der abgebildeten Tiere ist endemisch auf Galápagos?
Meerechse
Blaufusstölpel
HaubenpinguinKlippenkrabbe
B Meerechse
VBlaufusstölpel (ist «nur» einheimisch, aber nicht endemisch. Kommt auch auf dem ecuadorianischen Festland vor)
THaubenpinguin (weder einheimisch, noch endemisch, lebt in Südamerika)
WKlippenkrabbe («nur» einheimisch. Auch im Atlantik und Pazifik weit verbreitet)
Siehe auch: S. 116-123
5a. Galápagos-Riesenschildkröten sind erstaunliche Tiere: Sie können bis 250 kg schwer und 175 Jahre alt werden!
Männchen und Weibchen kann man übrigens äusserlich unterscheiden. Schau im Reiseführer auf Seite 45 nach und
schreibe die zwei Unterschiede auf.
1. Panzerform: Bei den Männchen ist der Panzer auf der Unterseite nach innen gewölbt, bei den Weibchen ist die
Unterseite gerade.
2. Grösse: Männchen sind grösser als gleichaltrige Weibchen
2
Bestimme nun das Geschlecht der zwei Schildkröten in der Ausstellung.
5b. Die ausgestellte Riesenschildkröte auf der runden Plattform ist ein
E Weibchen
I
Männchen
5c. Der Riesenschildkrötenpanzer zum Hineinschlüpfen stammt von einem
P Weibchen
A
Männchen
6. Tiere haben Zähne, die an ihr Futter angepasst sind. Z.B. haben Löwen lange, dolchartige Eckzähne (Fangzähne),
mit denen sie ihre Beute festhalten und töten können. Finde das Meerechsenskelett und zeichne einen Zahn ab (ins
Kästchen).
Suche nun den Bildschirm mit den Meerechsen, die Futter suchen (Bild Meerechse: S. 108). Ihre Zähne benutzen
Meerechsen um
A Fische unter Wasser zu schnappen.
LAlgen unter Wasser abzuknipsen. (S. 60)
U
Vögel an Land zu packen.
O
Gras und Kakteen an Land abzubeissen.
7a. Nähere dich dem Fregattvogel, der auf seinem Nest sitzt, langsam von der Kopfseite her. Was hörst du?
S Den Warnton des Museums, damit man dem Glas nicht zu nahe kommt.
O
Den Begrüssungslaut der Fregattvögel.
T
Ein soeben geschlüpftes Küken bettelt um Futter.
E
Den Herzschlag des Fregattvogels.
7b. Warum verändert sich der Ton wenn du näher kommst?
Der Fregattvogel ist aufgeregt (gestresst) wenn du dich ihm näherst. Das zeigt der Herzschlag, der schneller wird,
je näher du dem Fregattvogel kommst. (S. 56-57)
3
8. Der berühmteste Besucher der Galápagos-Inseln war Charles Darwin im Jahre 1835. Der Engländer segelte
während einer fünf Jahre langen Forschungsreise um die Welt. Er entdeckte, dass sich Tiere und Pflanzen
über Jahrmillionen verändert haben und wie neue Tier- und Pflanzenarten entstanden sind und entstehen. Darwin
war der Begründer der Evolutionslehre. (S. 68-70)
Wenn du die richtigen Buchstaben der Fragen einsetzt, erfährst du den Namen von Darwins Forschungsschiff. Ein
Modell dieses Schiffs findest du auch in der Ausstellung. (S. 16-17) HMS ist übrigens die Abkürzung für «his/her
Majesty›s ship» oder «his/her Majesty›s sloop». «Sloop» hiess in der Rangeinteilung der Kriegsschiffe ein nicht erfasstes Marineschiff.
B
4b
E
7a
A
5c
G
1
L
6
E
5b
9. Wähle dein Lieblingsobjekt in der Ausstellung. Lies dann im Reiseführer darüber nach und mach dir Notizen.
Erzähle anschliessend einem Klassenmitglied was du herausgefunden hast.
Mein Lieblingsobjekt:
4
Arbeitsblatt zur Sonderausstellung «Galápagos» für die Sekundarstufe 1
Lösung
Lösbar mit Hilfe von Ausstellung und Reiseführer
Wie bei einer richtigen Reise auf die Galápagos-Inseln sind Tiere und Pflanzen auch in der Ausstellung nicht
angeschrieben. Damit du aber trotzdem alles Spannende erfährst, gibt es den Reiseführer. Exemplare zum Ausleihen findest
du in der Ausstellung. Die Schilder bei den Objekten geben die Seiten im Reiseführer an, auf denen du Informationen
dazu findest.
1. Schaue auf dem Globus nach. Die Galápagos-Inseln liegen
Sam südlichen Wendekreis, 1240 km vor der Küste Australiens.
O
am südlichen Wendekreis, 480 km vor der Küste Australiens.
Tam Äquator, 130 km vor der Küste Ecuadors.
Aam Äquator, 960 km vor der Küste Ecuadors. (S. 7)
2. Die Galápagos-Inseln sind durch Vulkanismus entstanden und noch heute sind einige Vulkane aktiv. Wie heissen
die beiden Inseln die im Relief dargestellt sind und auf welcher der beiden war wann der letzte Vulkanausbruch?
P Isabela und Santiago, letzter Vulkanausbruch: 2009 auf Santiago
EFloreana und Santa Cruz, letzter Vulkanausbruch: 1978 auf Floreana
IIsabela und Fernandina, letzter Vulkanausbruch: 2009 auf Fernandina (S. 8)
RSantiago und Fernandina, letzter Vulkanausbruch: 2005 auf Santiago
3. Der bekannteste Besucher auf den Galápagos-Inseln war der Naturforscher Charles Darwin im Jahre 1835. Finde
sein Schiff, die HMS Beagle. Unter welcher Flagge segelte Darwin während fünf Jahren über die Weltmeere?
PPortugal
KGrossbritannien (S. 16)
LItalien
NSpanien
4. Auch wenn die Galápagos-Inseln übersetzt „Schildkröteninseln“ heissen, gab es dort nach ihrer Entstehung
weder Schildkröten noch sonstige Lebewesen. Pflanzen und Tiere mussten zuerst die weite Distanz über das Meer
zurücklegen um auf den kargen Lavainseln zu landen. Reptilien konnten
F Treibholzflosse benutzen, da sie wechselwarm sind und lange ohne Nahrung auskommen können. (S. 18/19)
VTreibholzflosse benutzen, da sie gleichwarm sind und selten fressen.
Tkeine Treibholzflosse benutzen, da sie wechselwarm sind und ständig fressen müssen.
Gkeine Treibholzflosse benutzen, da sie gleichwarm sind und ständig fressen müssen.
1
5. Die auf Galápagos gestrandeten Riesenschildkröten haben sich im Laufe der Zeit ihrer Umgebung angepasst. So sind
neue Arten mit z.B. unterschiedlichen Panzerformen entstanden. Schlage im Reiseführer auf S. 44/45 nach. Cazuela, die
ausgestellte Galápagos-Riesenschildkröte lebte auf
Peiner eher trockenen Insel.
Zeiner eher feuchten Insel.
6. Finde die Monitore zu endemischen und einheimischen Tierarten.
Beschreibe in eigenen Worten was ein Endemit ist:
Endemiten (griechisch für örtlich begrenzt) sind Tiere und Pflanzen, die nur in einem bestimmten (begrenzten)
Gebiet vorkommen (z.B. nur auf Galápagos) und sonst nirgendwo auf der Welt. (S. 34)
7. Schau die Tiere auf den zwei Touchscreen Monitoren gut an. Welche Aussage zu den fünf abgebildeten Tieren
stimmt?
a
b
c
de
V endemisch: a,c,d einheimisch: b,e
nicht auf Galápagos vorkommend: keine
T endemisch: a,d einheimisch: b,e
nicht auf Galápagos vorkommend: c
M
endemisch: a,c einheimisch: b,e nicht auf Galápagos vorkommend: d (S. 106-123)
Bemerkung: d ist ein Haubenpinguin (lebt in Australien)
8. Tiere haben Zähne, die an ihr Futter angepasst sind. Z.B. haben Löwen lange, dolchartige Eckzähne (Reisszähne),
mit denen sie ihre Beute festhalten und töten können. Finde das Meerechsenskelett und zeichne einen Zahn ab (ins
Kästchen). Finde nun den Bildschirm mit den Futter suchenden Meerechsen. Ihre Zähne benutzen Meerechsen um
A Fische unter Wasser zu schnappen.
I Algen unter Wasser abzuknipsen.
U
Vögel an Land zu packen.
O
Gras und Kakteen an Land abzubeissen.
2
9. Charles Darwin bemerkte, dass einige Tierarten auf Galápagos den Tierarten des Festlandes ähnlich sehen und
dass sich einige von Insel zu Insel ein bisschen unterscheiden. Mit Hilfe dieser Beobachtungen erarbeitete er später
die Evolutionstheorie. Diese besagt, dass alle Arten von einem gemeinsamen Vorfahren abstammen und dass sie sich
über die Zeit verändern, also sich ihrer Umwelt anpassen. (S. 70/71) Suche die Schublade mit den zwei braunen
Vögeln, welche sich zum Verwechseln ähnlich sehen. Es handelt sich dabei um
S
P
O
T
T
D
R
O
S
S
E
L
N
(S. 74)
10. Für Piraten und Walfänger waren die Galápagos-Inseln eine Proviantstation, wo sie sich an den
Riesenschildkröten bedienten. Als die Schildkröten seltener wurden, setzten sie Ziegen als Fleischlieferanten aus.
Doch die Ziegen vermehrten sich stark und bedrohten Riesenschildkröten und Landleguane, indem sie ihnen das
spärliche Gras wegfrassen. (S. 24/86) Um die Inseln wieder von den Ziegen zu befreien, werden heute
H
Fallen gestellt.
L
giftige Köder ausgelegt.
G
Jagdausflüge für Touristen organisiert.
V
Hunde und Helikopter eingesetzt. (S. 88/89)
11. Schaue dich um und schlage den Namen im Reiseführer nach: Das einzige lebendige Lebewesen in der
Ausstellung heisst
O
P
U
N
T
I
E
(S. 40)
12. Wähle dein Lieblingsobjekt der Ausstellung und informiere dich mit Hilfe des Reiseführers darüber. Überlege dir
eine Frage, die durch das Betrachten des Objektes beantwortet werden kann und schreibe sie auf. Erzähle nun einem
Klassenmitglied was du gelesen hast. Stelle dann die Beobachtungsfrage und lasse ihn/sie die Antwort notieren.
Meine Frage:
Die Antwort von
:
Wenn du die richtigen Buchstaben der Fragen einsetzt, erfährst du den Namen eines aussergewöhnlichen
Galápagos-Bewohners. (S. 38/39)
V
10
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Arbeitsblatt zur Sonderausstellung «Galápagos» für die Sekundarstufe 2
Lösung
Lösbar mit Hilfe von Ausstellung und Reiseführer
Wie auf Galápagos sind Tiere und Pflanzen auch in der Ausstellung nicht angeschrieben. Die Schilder bei den Objekten
geben aber die Seiten im Reiseführer an, auf denen Sie Informationen dazu finden. Ausleihexemplare des Reiseführers
sind in der Ausstellung vorhanden.
1. Die Galápagos-Inseln sind durch Vulkanismus und Plattentektonik entstanden (S. 6-8). Einige Vulkane sind heute
noch aktiv. Wie müssten wir uns auf der Insel Isabela (weisses Relief) hinsetzen, um in ferner Zukunft der nächsten
Galápagos-Insel bei der Entstehung zuzuschauen?
A
An der Südwestküste, mit Blick nach Südamerika.
BAn der Südwestküste, mit Südamerika im Rücken. (S. 6/8)
CAn der Nordostküste, mit Blick nach Südamerika.
DAn der Nordostküste, mit Südamerika im Rücken.
2. Tiere und Pflanzen, welche die einst kahlen Lavainseln besiedelten, mussten zuerst die riesige Distanz von 960
km vom südamerikanischen Festland nach Galápagos überwinden. Dies ist eine grosse Herausforderung. Für
Menschen ist es in jüngerer Zeit dank Schiffen und Flugzeugen viel einfacher. Verbinden Sie die korrekten Aussagen.
(S. 18-23)
Zwei Arten flogen auf die
Amphibien
hatten gute Chancen die ca. zweiwöchige Reise auf
Inseln, viele wurden vom
einem Treibholzfloss zu überleben, da sie wechselwarm
Menschen eingeschleppt.
sind und bei reduziertem Stoffwechsel lange ohne
Nahrung auskommen.
Die einzige Art die heute auf
Reptilien
können (die meisten) nur kurze Zeit ohne Süsswasser
Galápagos lebt, wurde
und Nahrung überleben und nur wenige Arten können
eingeschleppt.
weit schwimmen.
Säugetiere
würden auf einem Treibholzfloss vertrocknen, da ihre
dünne und empfindliche Haut nicht genügend vor
Sonneneinstrahlung und Salzwasser schützt.
Diese Tiergruppe ist auf
Galápagos stark vertreten.
1
3. Viele Tiere auf Galápagos sind endemisch, d.h. sie kommen in keinem anderen Gebiet vor. Sterben sie auf
Galápagos aus, gibt es sie nicht mehr auf der Welt. Einige Tiere auf Galápagos leben aber auch anderswo und werden
deshalb als «einheimisch» bezeichnet. Schauen Sie sich beim Opuntienwald genau um. Welche der Aussagen trifft für
Galápagos zu? (S. 106-123) Bemerkung: 4 ist ein Brillenpinguin (lebt in Südafrika)
A endemisch: 1, 4
B
endemisch: 1, 2, 3, 4
C endemisch: 1, 3, 4
D
endemisch: 1, 2, 3, 4
1
nur einheimisch: 2, 5
nur einheimisch: 5
nur einheimisch: 2, 5
nur einheimisch: 4
2
3
4
5
4. Früher benutzten Walfänger und Piraten die Galápagos-Inseln als Proviantstation. Nachdem sie die
Riesenschildkröten stark dezimiert hatten, brachten sie Ziegen zum späteren Verzehr auf die Inseln. Diese
vermehrten sich jedoch rasch und frassen Riesenschildkröten und Landleguanen das spärliche Grün weg. Solche
eingeschleppten Tiere sind eine Bedrohung für die einheimischen Tiere. Um die Inseln wieder von den gefrässigen
Ziegen zu befreien, werden sie heute
A
B
C
D
mit Hunden und Helikoptern gejagt. (S. 86-89)
von Touristen auf Jagdausflügen geschossen.
mit vergifteten Ködern angelockt.
mit Fallen wieder eingefangen.
5. Galápagos-Riesenschildkröten wachsen beträchtlich: Von 50 g beim Schlüpfen bis auf
Wie schwer müsste ein Mensch mit einem Geburtsgewicht von 3 kg werden, um mitzuhalten?
A
B
C
D
250 kg. (S. 45)
1500 kg
6t
15 t
60 t
2
6. Um auf den kargen Galápagos-Inseln zu überleben, mussten sich pflanzenfressende Tiere besonders gut
anpassen. Es gilt auf den kargen Galápagos-Inseln genügend Nahrung zu finden. Nur wer an seinen Lebensraum gut
angepasst ist, schafft das. Wie wurde dieses Problem bei den Riesenschildkröten (S. 44/45) und Darwinfinken
(Finkenspiel in der Ausstellung) durch die Evolution gelöst?
• Riesenschildkröten: unterschiedliche Panzerformen
–
kuppelförmig auf höheren und somit feuchteren Inseln (fressen Gras)
–
sattelförmig auf flacheren Inseln ohne Gras, Hals kann wegen der Panzerform nach oben gestreckt werden (fressen Sträucher, Kakteen)
• Darwinfinken: unterschiedliche Schnabelformen und –grössen für unterschiedliche Kernenhärte (S. 70-73)
7.
Cazuela, die ausgestellte endemische Galápagos-Riesenschildkröte, lebte auf einer
A
B
C
D
eher flachen, trockenen Insel. Bemerkung: Wegen sattelförmigem Panzer (S. 44/45)
eher flachen, feuchten Insel.
eher hohen, trockenen Insel.
eher hohen, feuchten Insel.
8. Charles Darwin beobachtete 1835 auf Galápagos Vögel, die einer Vogelart des südamerikanischen Festlandes
stark glichen, sich aber von Insel zu Insel unterschieden. Diese Beobachtung inspirierte ihn später zur
Evolutionstheorie und dem Prinzip der natürlichen Selektion. Finden Sie die beiden ausgestopften, unscheinbaren
Vögel in der Vitrine. Es handelt sich um zwei (S. 112/113)
S
P
O
T
T
D
R
O
S
S
E
L
N
9. Auch im Schubladenelement zu Darwins Werdegang sind die Vögel aus 8. zu finden. Da sie sich selten mit
Populationen anderer Inseln mischen, haben sich die Vögel (sowie ihre Parasiten) auseinander entwickelt.
(S. 76) Auf genetischer Ebene unterscheiden sich die beiden sehr ähnlichen Vogelarten
A
B
C
D
stärker als Elster und Eichelhäher.
etwas weniger stark als Elster und Eichelhäher.
gleich stark wie Elster und Eichelhäher.
überhaupt nicht.
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10. Meerechsen liegen oft in grosser Zahl an Meeresklippen und lassen Touristen ganz nahe an sich heran. Sie
kennen keine Landraubtiere und haben die Furcht vor diesen verlernt. Flüchten ohne Gefahr wäre reine
Energieverschwendung. Weshalb liegen die Meerechsen auf den Klippen und vor wem flüchten sie sofort?
A
Nach Fischjagd im kalten Wasser, Flucht vor Galápagos-Seelöwen
B Aufwärmen nach Algengrasen im kalten Wasser (S. 60/61), Flucht vor Galápagosbussard (S. 54)
C Paarung und Jungenaufzucht, Flucht vor Galápagos-Sturmmöwen
11. Nur weil Tiere vor Menschen nicht flüchten, bedeutet dies aber nicht immer, dass sie sich von Menschen nicht
gestört fühlen. Sie können durch neue Feinde und Freunde auch dazulernen. Nähern Sie sich dem Bindenfregattvogel
langsam von der Kopfseite her. Achten Sie auf Ihre Distanz. Was «empfindet» der ausgestellte Fregattvogel? Und was
lernen Klippenkrabben dazu?
A
Fregattvogel: Mensch ist keine Gefahr / Klippenkrabbe: Mensch keine Gefahr
B Fregattvogel: Mensch ist keine Gefahr / Klippenkrabbe: Mensch eine Gefahr
C Fregattvogel: Mensch ist eine Gefahr / Klippenkrabbe: Mensch ist keine Gefahr
D Fregattvogel: Mensch ist eine Gefahr / Klippenkrabbe: Mensch ist eine Gefahr (S. 56/57)
12. Früher wurden die Galápagos-Inseln vor allem von Piraten und Walfängern als Proviantstation genutzt. Heute
beeinträchtigen vor allem der Tourismus und seine Folgen das Inselleben. Würden Sie Galápagos besuchen?
Ja
Nein
Sollte es Touristen und/oder Forschenden erlaubt sein, eines der letzten Paradiese der Welt zu besuchen? Begründen Sie
Ihren Entschluss mit mindestens zwei Pro und Contra Argumente.
•
Mögliche Pro Argumente
– Geld mit Tourismus verdienen ist besser als wenn Inseln langsam illegal zerstört werden
– nur was man kennt schützt man
– Forschung wie auf Galápagos wäre im Labor nicht möglich (Feldforschung ist nicht durch Laborforschung ersetzbar)
– Forschungserkenntnisse können für den Schutz umgesetzt werden
– wenn die Regeln eingehalten werden (S. 102) ist der Nutzen grösser als die Kosten
– etc.
•
Mögliche Kontra Argumente
– Mensch hat schon genug zerstört und soll sich raushalten
– lange Flugreisen sind für die Umwelt problematisch
– Gefahr für weitere Verschleppungen von Tieren und Pflanzen steigt
– etc.
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