Ausgabe September 2015 - Ballettfreunde Dortmund

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Informationen der Ballettfreunde Dortmund e.V.
16. Ausgabe September 2015
Corps de ballet in Alexander Ekmans Choreographie "Cacti"
Foto: Archiv Theater Dortmund Theater Dortmund
Aktuelles aus dem Ballett Dortmund
Energiegeladen für die Spielzeit 2015/16 Ballett Dortmund und NRW Juniorballett
In alle Räume des Ballettzentrums Westfalen ist wieder
emsige Geschäftigkeit eingekehrt. Musik ertönt, dazwischen
Stimmengewirr und tänzerische Anweisungen. Die Tänzerinnen und Tänzer der Ballettcompagnie sind zurück aus
ihren wohlverdienten Ferien nach einer außerordentlich
erfolgreichen Spielzeit. Drei neue Gesichter werden bald
unter ihnen zu entdecken sein, die italienische Tänzerin
Debora di Giovanni, der kubanische Tänzer Javier Cachiero
Aleman und der Tänzer William Dugan aus USA.
Die Mitglieder des NRW Juniorballetts haben die Spielzeitpause überwiegend dazu genutzt, ihre derzeitige Wahlheimat etwas näher kennenzulernen. Auch zu
ihnen haben sich drei weitere junge Künstlerinnen und Künstler gesellt:
Gemma
Gullefer aus England, Haruka Sassa aus
Japan und Erik Sosa Sanchez aus Spanien.
Allen Rückkehrern aus den Spielzeitferien
und allen neuen Mitgliedern der Compagnie
und des Juniorballetts gilt
ein herzlicher Willkommensgruß der
Ballettfreunde
Dortmund.
Nun verlangen Proben und
Training für die Produktionen der neuen Spielzeit bereits wieder den vollen Einsatz aller Mitglieder der Compagnie und des
Juniorballetts. Die Raumkapazität
des Ballettzentrums verlangt
dem Leitungsteam erhebliche logistische Fähigkeiten
ab, um allen Nutzern des
Ballettzentrums gerecht zu werden, Dazu gehören ja, außer
der Compagnie und dem Juniorballett, noch eine ganze Reihe
von Einrichtungen und Aktivitäten des künstlerischen Tanzes,
die mit dem Ballett Dortmund eng verbunden sind, wie u.a.
das Seniorentanztheater, die Open Classes, Blogspot als
kreative Plattform für junge Tänzer/innen und Musiker des
philharmonischen Orchesters, Bewegungs- und Talentworkshops für Schülerinnen und Schüler, Fort- und Weiterbildungsworkshops für Tanzpädagogen aus der ganzen
Bundesrepublik und die regelmäßigen Werkstattgespräche
des Ballettfreunde Dortmund e.V. All diese Einrichtungen und
Aktivitäten tragen dazu bei, den Ruf Dortmunds als Ballettstadt weit über die Grenzen unserer Region hinauszutragen.
Die frühere Abhängigkeit von der Kapazität nur eines Ballettsaales im Opernhaus
hätte eine solche Vielfalt
von Aktivitäten rund um
den künstlerischen Tanz
nicht zugelassen. Die
vor 6 Jahren erfolgte
Umwidmung des ehemaligen
Sonnenenergieforums im Westfalenpark in das Ballettzentrum Westfalen hat
sich als nachhaltiger
Glücksfall für die künstintensiv genutzt lerische
Entwicklung
das Ballettzentrum Westfalen...
des Ballett Dortmund
unter seinem Direktor
Xin
Peng
Wang
erwiesen. Es hat sich
zu einem weit über
Dortmund hinaus ausstrahlenden Kreativzentrum des künstlerischen
Tanzes entwickelt.
WM
Raumbelegungsplan
Training für die Ballettgala XXII
Gesamtkunstwerke
So wird die neue Ballett-Spielzeit...
„Als Weltstar ist er nach Dortmund gekommen, als Freund
kommt er immer wieder.“ So beschreibt Dortmunds
Ballettdirektor Xin Peng Wang die Zusammenarbeit mit
Benjamin Millepied.. 2006 war’s, als die Zusammenarbeit
mit dem Ballett Dortmund begann. Mit „Closer“,
„Closer diesem
berauschend berückenden Pas de Deux über die Suche
zweier Seelenkörper nacheinander. „Es ist eine poetische
Tour de Force, die Benjamin
hier geschaffen hat“, meint
Xin Peng Wang. „Und es ist
eine große Ehre, dass wir die
einzige Compagnie deutschlandweit sind, die es auf die
Bühne bringen darf. Wenn es
bei einer unserer Galas auf
dem Programm steht, kann
man eine Stecknadel im Publikum fallen hören. Es ist einfach eine faszinierende Kreation.“ Im selben Jahr heiratete
Millepied die amerikanische
Schauspielerin Natalie Portman,
mit der er gemeinsam für den Streifen „Black Swan“ vor der
Kamera gestanden hatte. Und er wurde zum Ballettchef der
Pariser Oper berufen.
Weiter ging es mit „Sarabande“, einer Hommage an den
kristallinen Musikkosmos von Johann Sebastian Bach. Nicht
nur in Dortmund, auch in New York und Cannes kam es mit
„Danses Concertantes“ zu gemeinsamen Vorstellungen.
Sergio Carecci, der seinen künstlerischen Werdegang beim
Ballett Dortmund begann, brillierte in dieser aufsehenaufsehen
erregenden Produktion.
Und nun ist in Dortmund eine abendfüllende Arbeit von
Millepied zu erleben, die zu seinen stringentesten und
zugleich
fantasievollsten
zählt:
Tschaikowskys
„Nussknacker“. 2005 entstand die neue Choreographie
dieses Balettklassikers,, dessen Uraufführung 1892 in St.
Petersburg stattfand. Gemeinsam mit dem KinderKinder
buchillustrator Paul Cox lässt Millepied die phantastische
Welt des Märchens auf der Bühne entstehen. Die
atemberaubende Tanzsprache verwischt die Grenzen
zwischen Traum und Wirklichkeit: „Überall funkelnde
Weihnachtswälder, durchsichtige Marzipanschlösser, kurz,
die allerherrlichsten, wunderbarsten
sten Dinge kann man
erblicken“,, so hat es E.T.A. Hoffmann, der die literarische
Vorlage lieferte, allen großen und kleinen Träumern
versprochen, „wenn man dafür ein Auge hat…“
(Premiere: 18.10.2015).
„Das Thema hat mich schon lange beschäftigt“, gesteht er,
„aber um mich wirklich auf den Stoff einlassen zu können,
brauchte ich Zeit. Faust ist ein Stück deutscher KulturKultur und
Geistesgeschichte, aber das Stück leuchtet auch ein
Segment der menschlichen Existenz
E
aus. Ich habe mir den
Luxus gegönnt, mich langsam an die komplexe Materie
heranzutasten.
ranzutasten. Nun ist es soweit…"
soweit…
„Der Mensch, in seinem dunklen Drange, ist sich des rechten
Weges wohl bewusst.“ Tatsächlich? – Eine Wette zwischen
Gott und dem Teufel solll den Beweis erbringen… Alles
Wissen hat Faust in sich aufgesogen. Keine Befriedigung
vermag er zu finden. Im Moment der Erkenntnis beschleicht
ihn das Gefühl von Leere und Unzulänglichkeit. An die
Grenzen der Realität will er gelangen und – sie
überschreiten. „Nun, Faust, dann komm!“
Die Geschichte des Johann
Georg Faust, seines Zeichens
ichens
Wunderheiler, Alchemist, SchwarzSchwarz
künstler, Magier, Astrologe und
Wahrsager, geht auf die Wende
vom Mittelalter zur Neuzeit zurück.
Im Volksbuch Historia vom Doktor
Faustus (1587) wird die Biographie
der historischen Person mit Sagen
und Aberglauben vermengt: Alle,
die da nach Erkenntnis streben,
seien gewarnt, Gott in die Karten
schauen zu wollen! 1808 gestaltet
Goethe die reißerische Legende
als dramatisches Gleichnis von
Wissensdurst und ErlösungssehnErlösungssehn
sucht.
Zahllos sind die Bearbeitungen und Paraphrasierungen
dieses Stoffes. „Für unsere Produktion haben wir uns nicht
nur mit Goethe befasst,
t, sondern auch andere Quellen
herangezogen. Es ist immer wieder verstörend, wie intensiv
sich Literaten, Komponisten, Philosophen und bildende
Künstler mit der Figur und der Metaphorik auseinanauseinan
dergesetzt haben. Da war es mir sehr wichtig, einen heutigen
Zugang zu Faust zu finden.“
Mit seinem neuen Hand-lungsballett taucht Xin Peng
Wang tief in die magisch-mystische Welt der uralten
Menschheitsparabel
ein.
Von der Bilderwelt des
Mittelalters bis in die
Gegenwart spannt er dabei
den Bogen und erzählt von
der Hybris des Menschen,
der nach dem Unfassbaren
greift. Eine Zerreißprobe
zwischen
Wissen
und
Gewissen.
Faust und Allegorie der Medizin
Bernd
Skodzig:
Figurinen
zu Faust
Nicht minder spannend ist die zweite Premiere der neuen
Spielzeit. Xin Peng Wang nähert sich nach „Traum der roten
Kammer“, „Geschichten aus dem Wiener Wald“ und
„Zauberberg“ einem Klassiker der Weltliteratur tänzerisch an:
„Faust“ (Premiere: 13.02.2016).
2
Furien
Gretchen
Eine dritte Premiere erwartet das Publikum in dieser
Spielzeit. „Stepping Future“ (Premiere: 28.4.) ist dem NRW
Juniorballett gewidmet. Mit der Gründung dieser
Juniorcompagnie hat Xin Peng Wang 2014 einmal mehr die
Bedeutung der Ruhr-Metropole als wichtigen Knotenpunkt im
internationalen Tanznetzwerk betont. Zwei Jahre lang
bekommen hochbegabte junge Tänzerinnen und Tänzer aus
der ganzen Welt die Möglichkeit, auf höchstem Niveau
Erfahrungen für ihre zukünftige Karriere zu sammeln. Kreativ
eingebunden in die Produktionen des Ballett Dortmund,
lernen sie nicht nur die professionelle Arbeit am Theater
kennen, sondern können bereits frühzeitig ihr Können unter
Beweis stellen.
Drei Farben: Tanz: Piano Piece - Jacqueline Bâby, Arsen Azatyan
Neben den bereits Tradition gewordenen Internationalen
Ballettgalas, mit denen das Ballett Dortmund seine
Spielzeiten eröffnet und beschließt, stehen auch zwei
Wiederaufnahmen auf dem Programm: „Drei Farben: Tanz“
(Premiere: 4. 12.), der bravouröse Abend mit Kreationen von
Douglas Lee, William Forsythe und Alexander Ekman, sowie
Xin Peng Wangs bildgewaltige Umsetzung eines Jahrhundertromans – „Zauberberg“ (Wiederaufnahme: 14.4.16)
Tobias
Ehinger
Drei Farben: Tanz: "Cacti" - Mitglieder des NRW Juniorballetts
sind integriert in das Corps de Ballet
„Erfahren, wer man ist. Erkennen, was in einem steckt. Sich
der Verantwortung für den eigenen Lebensweg stellen, das ist
das Ziel des NRW Juniorballett.“ Doch bevor es für die jungen
Künstlerinnen und Künstler in die weite Ballettwelt hinausgeht,
präsentieren sie zusammen mit dem Ballett Dortmund einen
Abend voll Bravour und Poesie, Lebensfreude und
Selbstvertrauen. Eine Abschiedsvorstellung? – „Nein“, lacht
Xin Peng Wang, „jeder Abschied ist der Beginn eines
Wiedersehens.“
Drei Farben: Tanz:
The vertiginous Thrill of Exactitude
alle Fotos: Archiv Theater Dortmund
Ballett "Zauberberg"
v.l.:Giuseppe Ragona, Dmitry Semionov , Andrei
Morariu
Impressum
Herausgeber: Ballettfreunde Dortmund e.V.
Entwurf u. Gestaltung: Prof. Dr. Wolfgang Maßberg
Redaktion: Sigrid Karhardt
Fotos: Archiv Theater Dortmund u.a..
Geschäftsstelle: Ballettzentrum Westfalen
Florianstr. 2
44139 Dortmund
Tel. 0231-5026488
Druck: Rhein-Ruhr Druck GmbH & Co. KG
www.ballettfreunde-dortmund.de
Ansprechpartner und
Ticketreservierungen:
Detlef und Ursula Wnuck
Tel. 02304-789220
E-mail:
detlef.wnuck@ballettfreunde-dortmund.de
Bankverbindung f. Beiträge u. Spenden:
Sparda-Bank West eG BLZ 360 605 91
Kto.-Nr. 2762532
DE60 3606 0591 0002 7625 32
Sie helfen uns, wenn Sie uns ermächtigen,
den Jahresbeitrag jeweils bis zum 31. März
des Jahres im Lastschriftverfahren
einzuziehen.
3
Die Ballettfreunde begrüßen...
die neuen Mitglieder der Compagnie
Debora di
Giovanni
aus Italien
Javier Cachiero
Aleman
aus Kuba
William Dugan
aus USA
...und des NRW Juniorballetts
Gemma Gullefer
aus England
Haruka Sassa
aus Japan
Eric Sosa Sanchez
aus Spanien
Fotos: Archiv Theater Dortmund
Das Porträt
Giacomo Altovino: Tanzender Stein und Pirouetten in "Faust"
Als Giacomo Altovino in der vergangenen
Spielzeit mit elf anderen jungen Tänzerinnen
und Tänzern in das neue NRW Juniorballett
kam, fiel er schon bald durch seine überschäumende Tanzfreude und die scheinbar
mühelose Leichtigkeit und schon fast akrobatische Eleganz seiner Bewegungen auf. Er
trat als Stein in „Der Traum der roten Kammer“
auf und mit einem Solo zu Joe Cockers „With a
little help from my friends“, das Xin Peng Wang
für ihn und mit ihm erarbeitet hat. „Das war eine
große Ehre und Chance für mich,“ sagt der 20jährige Sizilianer über dieses entzückende kleine
Stück, das ihm bei der Internationalen
Ballettgala zum Saisonende tosenden Applaus
bescherte.
Nach der Sommerpause treffe ich Giacomo im
Ballett-Zentrum, wo Xin Peng Wang mit ihm und
dem schon erfahrenen Tänzer Francesco Nigro aus der
Dortmunder Compagnie einen Pas de deux für die
Choreographie „Faust“ probt. Zur Musik von Michael
Daugherty vom Band drehen die Tänzer Pirouetten, gleiten
mit schlangenhafter Wendigkeit bei „Rollen rückwärts“ über
den Boden des Probensaales. Zwischendurch gibt Xin Peng
Wang den Tänzern Gelegenheit sich zu entspannen.
Giacomo tut es u.a. mit einem atemberaubenden Spagat,
bei dem er Kopf und Körper ganz flach hinlegt. Nein, so
einfach wie es aussieht, sei es nicht, gibt er zu. Er habe sich
diese Übung selbst beigebracht und immer wieder daran
gearbeitet.
Mit vier Jahren erhielt er seinen ersten
Tanzunterricht. Zunächst
am Teatro
Danza Cremona, in seiner sizilianischen
Heimatstadt Biancavilla und danach am
Centro Internationale Dietro le Quinte in
Catania. Seine Mutter – beide Eltern sind
keine Tänzer – hatte ihn nach dem Umzug
der Familie ins norditalienische Cremona
gefragt, ob er nicht einem Fußballverein
beitreten wolle. Aber Giacomo hatte fest
und unmissverständlich geantwortet „Ich
will tanzen“. Zum Glück hatte er eine
verständnisvolle Mutter, die sich auch
später als wunderbare und nützliche
Beraterin erwies. So sei er gut zurecht
gekommen, nachdem er in die renommierte Ballettschule des Hamburg Ballett
aufgenommen wurde und mit 17 Jahren
plötzlich auf sich selbst gestellt war und allein leben musste.
Denn seine „Mamma“ hatte ihm rechtzeitig beigebracht, wie
man sauber macht und andere Hausarbeiten erledigt. Eine
Traumrolle habe er eigentlich nicht. Er tanze alles gern,
liebe alle Art von Musik, von Rock bis Mozart oder
Tschaikowsky. Aber, so räumt Giacomo ein, die dunklen,
kämpferischen Figuren lägen ihm mehr als die schönen
Prinzen, (obwohl er durch sein Aussehen – so kommt mir
der Gedanke – für letztere sicherlich prädestiniert wäre).
Er würde, statt des Prinzen in „Schwanensee“, lieber
dessen nachdenklichen Freund Benno tanzen, und der
geheimnisvolle Stein in der „Roten Kammer“ gefällt ihm
auch sehr.
Vom NRW Juniorballett, in dem junge Tänzer nach
abgeschlossener Ausbildung zwei Jahre lang weiter
gefördert werden und Bühnenerfahrung sammeln
können, erfuhr er über eine Anzeige im Internet. Er
bewarb sich mit hunderten
anderer Interessenten,
wurde zur Audition nach Dortmund eingeladen und
nach der Teilnahme an einem Training und dem
Vortanzen
von
William
Forsythes
„Vertiginous“
engagiert.
Fotos: Archiv Theater Dortmund
vor dem Ballettzentrum: Das NRW Juniorballett
4
Sigrid
Karhardt
’’Doch liebliche Bewegung, wie gesehn,
darf man zu schildern sich nicht unterstehn,
nur der Gesamtblick lässt den Wert empfinden;
der holde Tanz, er muss sich selbst
verkünden.‘‘
Gabriel Feltz war zu Gast bei den Ballettfreunden
„General“ für den guten Takt
Mit der Musik ist Gabriel Feltz aufgewachsen. Der
Generalmusikdirektor der Stadt Dortmund und Chefdirigent
der Dortmunder Philharmoniker stellte sich und seine Arbeit
beim Werkstattgespräch im Ballettzentrum im Westfalenpark
vor. Seine Eltern – die Mutter Bühnenbildnerin, der Vater
Geiger – waren (so Feltz) „schon früh hinter mir her“, was
Klavierspielen und musikalische Bildung anging, wofür er
ihnen heute dankbar ist.
Wie lernt man Dirigieren? Gabriel Feltz erzählt von seinem
Studium an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin.
Große Orchester stehen Studierenden kaum zur Verfügung.
„Ich habe alles dirigiert, was sich von mir breitschlagen ließ,“
erinnert sich der gebürtige Berliner an seine Studienjahre, in
denen er vor allem mit Uni-Orchestern gearbeitet hat.
GMD Gabriel Feltz dirigiert...
Foto: Ruhr-Nachrichten
Mit 30 Jahren wurde er 2001 Chef des Philharmonischen
Orchesters Altenburg Gera, und war damals der jüngste
Generalmusikdirektor. Bevor er in der Spielzeit 2013/14
nach Dortmund kam, leitete Gabriel Feltz neun Jahre lang
die Stuttgarter Philharmoniker, hatte und hat Gastdirigate
u.a. in München, Berlin und Basel. Wie und warum er nach
Dortmund gekommen sei, interessierte die Ballettfreunde.
Er lernte die Dortmunder Philharmoniker als Gast bei einem
Konzert mit Werken von Mahler und Bruckner kennen, hatte
einen positiven Eindruck, und als er später von der
Findungskommission für einen neuen GMD angesprochen
wurde, war auch sein Interesse geweckt.
...und diskutiert
Foto: R. Kubicko
Gustav Mahler und Richard Strauss nennt Feltz als seine
Lieblingskomponisten, deren Werke auch im Dortmunder
Spielplan einen Schwerpunkt bilden. Aber, das woran man
gerade arbeite, sei immer das Interessanteste - meistens
jedenfalls, räumt Feltz ein. Die Rolle des Dirigenten sieht er
nicht als Chef, der „seinen Stiefel durchsetzen“ will.
Anregungen hält er für nützlich. Und er kennt natürlich viele
Anekdoten von cholerischen Dirigenten, wie wohl Gustav
Mahler einer war. Er soll mit einem Blumenkasten nach
einer Sängerin geworfen haben, die den Unwillen des
Maestro auf sich gezogen hatte.
60 bis 70 Aufführungen und dazu viele Proben leite er pro
Jahr gibt Gabriel Feltz einen Eindruck von der Arbeit
eines Dirigenten. In Dortmund gehörten, außer den Philharmonischen und anderen Konzerten, mehrere Opern dazu,
wie „Tannhäuser“, „Carmen“ und „Der Rosenkavalier“.
Ballettabende hat er in München und Stuttgart dirigiert.
Besonders freue er sich auf sein erstes Dortmunder Ballett,
Tschaikowskys „Nussknacker“. Und Xin Peng Wang gibt
ihm das Kompliment zurück, lobt das Orchester und hofft
auf eine gute Zusammenarbeit.
Was wünscht sich Gabriel Feltz von seiner neuen
Wirkungsstätte Dortmund? Das Orchester und alle Sparten
des Theaters müssten viel mehr in das Bewusstsein der
Stadt dringen, die nicht nur vom Fußball regiert werden
dürfe - bei allem Respekt auch vor dem hohen Sozialfaktor
dieses Sports. Bei seinem ersten Besuch in Dortmund, der
wohl mit einem Borussen-Spiel zusammenfiel, habe er sich
sehr über die schwarz-gelbe City gewundert.
S.K.
August 2015:
5. Sommerakademie
Ballett
Dortmund
Jazztanzgruppe
Akademie
Junior
...wieder ein
begehrter
Treffpunkt für
junge
Tänzerinnen
und Tänzer
aus vielen
Ländern
Fotos:
R. Kubicko
5
HCC Dortmund: "Eine Ära findet in naher Zukunft ihren Abschluss"...
...unter dieser Überschrift teilt die Geschäftsführung der HCC
Management GmbH langjährigen Freunden der HCC KulturRAUM
veranstaltungen
in Xzwanzig Zeilen mit, dass das attraktive
Spielzeit
Hochhaus in Nachbarschaft
des Dortmunder Hauptbahnhofs
ab Ende dieses Jahres kein Ziel für Kulturinteressierte mehr
sein wird.
Über 20 Jahre lang wurde der Begriff HCC, im Zusammenhang mit einem breiten Angebot von Kulturveranstaltungen,
weit über unsere Stadt hinausgetragen. Da gab es in
Dortmund den Verlagsunternehmer Bodo Harenberg, der das
architektonische Konzept seines Bürohochhauses von der
Architektengruppe Gerber so auslegen ließ, dass sich darin
auch Platz fand für die unterschiedlichsten kulturellen
Angebote. Das Hochhaus wurde steinerner Zeuge dafür, dass
Wirtschaft und Kultur zusammengehören. Legendär
im
Rahmen der vielseitigen Kulturangebote wurden - unter vielen
weiteren hochkarätigen Veranstaltungen - drei internationale
Musikfestivals mit jeweils einer Vielzahl von Konzerten: "The
next Generation", unter der künstlerischen Leitung von Prof.
Richard Braun und Bodo Harenberg. Die jungen Künstlerinnen
und Künstler, die dazu eingeladen wurden, haben seither
große Karrieren in aller Welt gemacht.
Die Architektur des HCC stimulierte Xin Peng Wang - nach
dem erfolgreichen Auftritt des Ballett Dortmund in dem neuen
Gebäude mit Modest Mussorgskys "Bilder einer Ausstellung"
- darauf zugeschnittene Choreographien zu schaffen: Sein
Ballett "Raum X", im Juni 2004, eroberte das attraktive
Gebäude für die ballettbegeisterten Dortmunder. Auf gleichgroße Begeisterung stieß die Choreographie "Element X" der
Spielzeit 2009/10.
"ELEMENT X" Spielzeit 2009/10
Konsequent war deshalb die offizielle Vereinbarung einer
Kooperation zwischen dem Ballett, dem Ballettfreunde e.V.
und dem HCC im Laufe der Spielzeit 2010/11. Sie kam zum
Ausdruck in Form der Dialogreihe "Abgeschminkt", die dem
Publikum Einblicke in die einzelnen Entstehungsphasen eines
Ballettprojektes bot. Der Amphisaal, das Foyer und Räume im
18. Geschoss schufen dafür ein hervorragendes Ambiente.
In
der
Spielzeit
2012/13 folgten die
"kulinarischen Lesungen" zum "Traum der
roten Kammer", die
das Erlebnis des
großen Handlungsballetts
mit
dem
Erlebnis der kulinarischen Kultur des
Handlungsortes verknüpften. Weiter verfolgt wurde diese
Intention
während
der Spielzeit 2013/14
in den Begleitveranstaltungen
zum
Ballett "Geschichten
aus
dem
Wiener
Wald".
"Kultstätte" Amphisaal
Schon zur Tradition geworden waren die Ballettabende im
HCC in der Spielzeit 2014/15, mit Lesungen, Musik,
Einblicken in die Entstehungsphasen der Choreographie und
in die Probenarbeit zu Xin Peng Wangs Handlungsballett
"Zauberberg". Daran schlossen sich, im Zusammenhang mit
der Wiederaufnahme des Balletts "Der Traum der roten
Kammer" in der Hongkonger Fassung, die Abende an, unter
dem Titel "Im Fokus: Rote Träume".
Für die neue Spielzeit 2015/16 sollte die Dialogreihe zwischen
HCC und Ballett mit Abenden zu Millepieds Choreographie
"Der Nussknacker" und zu Xin Peng Wangs neuestem
Handlungsballett "Faust" fortgeführt werden. Diese Absicht
lässt sich, wegen der Beendigung der kulturellen und
gastronomischen Aktivitäten des HCC ab dem 1. Januar
2016, nur noch an zwei Abenden realisieren ("Nussknacker"
am 26. September und "Faust" am 14. November, jeweils um
19:00 Uhr.)
"RAUM X " Spielzeit 2006/07
6
Zum großen Bedauern, nicht nur der Freunde des Balletts,
wird Dortmund nun zum Ende dieses Jahres um einen
wichtigen Kulturstandort ärmer, der einst als herausragendes
Beispiel enger Verbundenheit von Wirtschaft und Kultur
bundesweit gepriesen wurde.
Gemeinsam mit der Ballettleitung bemüht sich das
Vorstandsteam des Ballettfreunde Dortmund e.V., rasch eine
neue Plattform zu finden für die Fortführung des
die
gewohnten Räume des Theaters verlassenden Veranstaltungskonzeptes unseres Balletts, das bislang
slang im HCC großen
Zuspruch gefunden hatte. Wir möchten sicherstellen, dass die
an den vielfältigen Facetten des künstlerischen Tanzes
interessierten Bürger unserer Region weiterhin vertiefende
Einblicke in die Entstehungsgeschichte, die Musik, die
Choreographie,
ographie, die literarischen Hintergründe von HandHand
lungsballetten und in die Probenarbeit gewinnen können.
Gleichzeitig wünschen wir uns, dass auch der neue
Veranstaltungsort die Zusammengehörigkeit von Kultur und
Wirtschaft zum Ausdruck bringen wird, die - in funktionierender "private-public-partnership" - entscheidend zur
Lebensqualität in unserer Stadt beiträgt
WM.
In der 18. Etage des HCC: Erkundung der kulinarischen Kultur
am Handlungsort des jeweiligen Balletts - demnächst nur noch
Geschichte!
Alle Ballettfotos: Archiv Theater Dortmund,
Dortmund obiges Foto: WM
Hilferuf in eigener Sache
"Die Pflege eines kommunikativen
ativen Netzwerks
zwischen den Ballettschaffenden und Ballett-interessierten der Region" gehört zu den
satzungsgemäßen Aufgaben unseres
Fördervereins. Das Vorstandsteam
des Ballettfreunde Dortmund e.V.
gibt sich alle Mühe, diesem Anspruch gerecht zu werden, in Form
der Werkstattgespräche, der Infomails und insbesondere auch der
zweimal pro Spielzeit erscheinenden
Broschüren "pro Dortmund Ballett".
Das Team ist zugleich bemüht,
die aus Mitgliedsbeiträgen
und Spenden eingeworbenen
Mittel nur minimal durch administrative Kosten zu belasten.
So entstehen auch diese Broschüren ausschließlich durch ehrenamtliches Engagement - nur die
Druckkosten fallen
falle an, falls sie nicht von einem
Sponsor übernommen werden.
werden
Für das kreative Layout unserer Broschüre
sucht das Vorstandsteam
Vorstands
nun dringend
eine fachkundige Unterstützung aus dem Kreis der
Ballettfreunde. Wir hoffen auf die Mithilfe durch eine
Dame oder einen Herrn, die oder der mit Textund Graphiksoftware vertraut ist, einen entsprechenden Computerarbeitsplatz
Computer
zur Verfügung
hat und in der Zusammenarbeit mit unserem
Redaktionsteam eine reizvolle Herausforderung
sieht.
Die Inanspruchnahme eines auf diesem Gebiet
tätigen kommerziellen Unternehmens würde
unsere Zuschüsse an die Ballettcompagnie,
die der Hauptzweck unseres Fördervereins sind,
sind
zu sehr belasten.
belasten Deshalb hoffen wir, dass wir
auf eine weitgehend ehrenamtliche Mitwirkung
aus dem Kreis unserer Mitglieder rechnen
können.
WM
Wir danken den Sponsoren und Spendern, die uns in unserem Engagement für das Ballett
Dortmund unterstützen:
private Förderung von
Sunhild und Christian Sutter, Essen
7
Ihr Ballettkalender bis April 2016
Sept.
2015
Sa. 12.
So. 13.
Sa. 26.
INTERNATIONALE
BALLETTGALA XXII
19:30 mit internationalen Stargästen aus aller
Welt
INTERNATIONALE
BALLETTGALA XXII
mit internationalen Stargästen aus aller
18:00 Welt
"NUSSKNACKER"- Märchenhaft!
Dialogreihe mit dem Ballett
19:00 Einblick in die neue Ballettproduktion **)
Dez.
2015
18:00
Okt.
2015
Do. 08.
So. 11.
DER NUSSKNACKER
Do. 17.
So. 11.
So. 18.
So. 20.
So. 20.
Sa. 26.
18:30 Öffentliche Probe " Der Nussknacker"
Einführungsmatinee
"DER NUSSKNACKER"
11:15 Choreographie Benjamin Millepied ***)
Sa. 07.
19:00
18:00
Jan.
2016
Fr. 08.
19:30
So. 10.
Ballett von Benjamin Millepied
18:00 Musik von Peter I. Tschaikowsky
So. 10.
15:00
19:00
So. 15.
Ballett von Benjamin Millepied
18:00 Musik von Peter I. Tschaikowsky
So. 17.
15:00
Sa. 23.
18:00
Do. 28.
Feb.
2016
18:00 Musik von Peter I. Tschaikowsky
Wiederaufnahme
DREI FARBEN: TANZ
Ballett von Benjamin Millepied
11:15
19:30
Ballett von Xin Peng Wang
19:30
Ballett von Xin Peng Wang
Mi. 17.
19:30
Ballett von Benjamin Millepied
Musik von Peter I. Tschaikowsky
Fr. 19.
19:30
Ballett von Xin Peng Wang
DREI FARBEN: TANZ
Sa. 27.
19:30
Mrz.
2016
So. 13.
Choreographien von Douglas Lee,
William Forsythe und Alexander Ekman
GASTSPIEL NRW JUNIORBALLETT
in Arnsberg
FAUST. DIE GEBURT DER GNADE
So. 28.
18:00
Ballett von Xin Peng Wang
DREI FARBEN: TANZ
Fr. 18.
19:30
Choreographien von Douglas Lee,
William Forsythe und Alexander Ekman
So. 27.
18:00
Ballett von Xin Peng Wang
Fr. 01.
19:30
Ballett von Xin Peng Wang
FAUST. DIE GEBURT DER GNADE
19:30 William Forsythe und Alexander Ekman
DREI FARBEN: TANZ
Choreographien von Douglas Lee,
William Forsythe und Alexander Ekman
Do. 10.
So. 07:
FAUST. DIE GEBURT DER GNADE
Choreographien von Douglas Lee,
Fr. 04.
Ballett von Benjamin Millepied
Musik von Peter I. Tschaikowsky
DER NUSSKNACKER
Ballett von Benjamin Millepied
So. 29.
Ballett von Benjamin Millepied
Musik von Peter I. Tschaikowsky
Einführungsmatinee
FAUST. DIE GEBURT DER GNADE
Sa. 13.
DER NUSSKNACKER
Dez.
2015
19:30
19:00
19:30 Musik von Peter I. Tschaikowsky
DER NUSSKNACKER
23. WERKSTATTGESPRÄCH *)
"FAUST" - Choreographie, Musik,
Bühnenbild und Kostüme
DER NUSSKNACKER
Uraufführung
FAUST. DIE GEBURT DER GNADE
Das verbindende ist die Musik...
Unser Gast: Jens-Daniel Herzog,
15:00 Intendant der Oper Dortmund
Das NRW Juniorballett tanzt zu
Orgeltranskriptionen von Musik
R. Wagners in der Propsteikirche
Choreographie: Raimondo Rebeck
Fr. 27.
Ballett von Benjamin Millepied
Musik von Peter I. Tschaikowsky
DER NUSSKNACKER
Veranstaltg. d. Theater- u. Konzertfreunde
Fr. 20.
Ballett von Benjamin Millepied
Musik von Peter I. Tschaikowsky
Exklusiv für Mitglieder Ballettfreunde e.V.
18:00 Musik von Peter I. Tschaikowsky
DER NUSSKNACKER
Exklusiv für Mitglieder Ballettfreunde e.V.
22. WERKSTATTGESPRÄCH *)
Choreographien von Douglas Lee,
William Forsythe und Alexander Ekman
GASTSPIEL NRW JUNIORBALLETT
in Erlangen
Mi. 13.
Ballett von Benjamin Millepied
Sa. 14.
Ballett von Benjamin Millepied
Musik von Peter I. Tschaikowsky
DER NUSSKNACKER
18:00 Musik von Peter I. Tschaikowsky
DER NUSSKNACKER
19:30 Musik von Peter I. Tschaikowsky
"FAUST" - Wissen. Gewissen. Faust!
Dialogreihe mit dem Ballett **)
Einblick in Xin Peng Wangs neues
19:00 Handlungsballett mit anschl. Dinner
Ballett von Benjamin Millepied
Musik von Peter I. Tschaikowsky
DER NUSSKNACKER
DER NUSSKNACKER
Fr. 13.
Ballett von Benjamin Millepied
Musik von Peter I. Tschaikowsky
GASTSPIEL NRW JUNIORBALLETT
in Gütersloh
DREI FARBEN: TANZ
Do. 31.
Ballett von Benjamin Millepied
Nov.
2015
15:00
DER NUSSKNACKER
Ballett von Benjamin Millepied
Sa. 31.
Ballett von Benjamin Millepied
Musik von Peter I. Tschaikowsky
DER NUSSKNACKER
DER NUSSKNACKER
Sa. 24.
19:30
DER NUSSKNACKER
21. WERKSTATTGESPRÄCH *)
Balletthighlights der Spielzeit 2015/16
und Vorstellung der neuen
15:00 Ballettmitglieder
BALLETTGASTSPIEL
20:00 Eifman Ballett aus St. Petersburg
Premiere
DER NUSSKNACKER
Ballett von Benjamin Millepied
Musik von Peter I. Tschaikowsky
So. 13.
Exklusiv für Mitglieder Ballettfreunde e.V.
So. 27.
GASTSPIEL NRW JUNIORBALLETT
in Ettelbrück / Luxemburg
DER NUSSKNACKER
Fr. 11.
Apr.
2016
FAUST. DIE GEBURT DER GNADE
*) Veranstaltung des Ballettfreunde e.V. im Ballettzentrum Westfalen, Florianstr. 2
**) Veranstaltung im Harenberg City Center (HCC) im Rahmen der Kooperation Ballett Dortmund, HCC und Ballettfreunde e.V.
***) Veranstaltung im Ballettzentrum Westfalen, Florianstr. 2
Einführungen zu allen Ballettaufführungen lm Opernhaus finden 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Foyer statt.
Terminänderungen sind vorbehalten. Bitte beachten Sie auch die monatlichen Theaterspielpläne und unser Internetportal.
Als Mitglied können Sie schon jetzt für die gesamte Spielzeit Ihre Karten für Ballettvorstellungen, mit einem Nachlass von 10%, beim
Service Mitglieder vorbestellen: Tel. 02304-789220; E-Mail: detlef.wnuck@ballettfreunde-dortmund.de
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