Bauvorhaben der evangelischen Stadtmission in der Weststadt

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Dipl.-Ing. Karl Christof Kirschinger
Karl Christof Kirschinger, Dragonerstraße 2, D-76185
Karlsruhe
An die Mitglieder des Gemeinderats der Stadt Karlsruhe D r ago nerst r aß e 2
DE-76185 Karlsruhe
Telefon +49 (0)721 - 31170
Fax +49 (0)721 - 377060
info@kirschinger.de
Karlsruhe, 12.Februar 2016
Bauvorhaben der evangelischen Stadtmission in der Weststadt / drohender Abriss des Gebäudes Dragoner Straße 4‐6
Sehr geehrte Damen und Herren Stadträtinnen und Stadträte, ich möchte Sie mit diesem Schreiben auf ein Bauvorhaben der evangelischen Stadtmission in der Weststadt und dem drohenden Abriss der Dragoner Straße 4‐6 aufmerksam machen.
Bitte setzen sich dafür ein, dass hier einer Lösung der Vernunft der Vorrang gegeben wird.
Helfen Sie dabei mit eine weitere Bausünde zu verhindern!
Im Zuge der demographischen Veränderungen ist es gut und richtig, den älteren Menschen mehr Aufmerksamkeit zuzumessen. Dies geschieht, indem man sich einerseits persönlich um sie kümmert, z. B. mit ihnen ein Quantum Zeit teilt, andererseits, was den materiellen Be‐
reich anbelangt, indem man Sorge dafür trägt, dass eine gute Versorgung in notwendigen Al‐
ten‐ und Pflegeheimen sowie Stätten des betreuten Wohnens gewährleistet wird. Es ist auch gut und richtig, dass die Heimstättenverordnung neue Vorgaben macht.
Aber das sollte bei bestehenden, denkmalgeschützten Gebäuden – mit guter Bausubstanz – nicht um jeden Preis sein.
Bitte bringen Sie, so mein Vorschlag, in die Erwägungen des Bauvorhabenträgers und der Baubehörden zwei Alternativen mit ein, die einen drohenden Abriss verhindern können:
•
man nimmt ein anderes Grundstück für das geplante Bauvorhaben •
sofern kein geeignetes Grundstück vorhanden ist, könnte eine bestehende Bausünde an anderem Ort beseitigt werden und dort der Neubau der Diakonie ent‐
stehen
Mir ist dabei klar, dass das bestehende Pflegeheim Franz‐Rohde‐Haus in der bisherigen Form – nach den neuen Vorgaben – nicht weiter bestehen kann. Deshalb sollte für das bestehende Gebäude, nach einer Grundsanierung, auch eine neue Nutzung angestrebt werden.
Mit den Anlagen und Bildern zum Schreiben möchte ich Sie auf die Argumente und die Ört‐
lichkeit aufmerksam machen – und den Blick darauf lenken. Machen Sie sich ein Bild vor Ort.
Mit frohem Gruß Karl Christof Kirschinger Anlage S e i t e | 1 Franz‐Rohde‐Haus, Evang. Alters‐ und Pflegeheim ‐ Dragoner Straße 4‐6 Eingangsbereich Frontseite des Gebäudes, mit Loggia‐Laube im 2.OG Blick vom Straßenraum – Dragoner Straße
S e i t e | 2 Details und Hintergründe. Drei Bauvoranfragen seit 2013. Das in den Jahren 1937/38 erbaute Gebäude steht unter Denkmalschutz und kann
zusammen mit dem kleinen, parkähnlichen Garten mit dem alten Baumbestand
durchaus als außergewöhnlich angesehen werden und hebt sich deutlich ab von den
restlichen zwölf Häusern derselben Straße, die ebenfalls zum überwiegenden Teil
unter Denkmalschutz stehen.
Nun plant die Stadtmission den Abriss des Gebäudes Dragonerstr. 4-6, das derzeit
ein Pflegeheim ist, um auf demselben Grundstück ein großes (Ersatz-) Bauwerk zu
errichten. Die Nutzung hat der Antragssteller im Übrigen, wie aus der Aktenlage folgt,
vorsätzlich variabel gehalten, um somit die jeweiligen Vorschriften (Bauordnungsamt,
Denkmalschutzamt) zu unterlaufen. Nach meiner Kenntnis ist der Plan mit dem
Az.04660-15-1, der beim Bauordnungsamt zur Einsicht ausliegt, nicht identisch mit
der Baukubatur, die im Januar dem Planungsausschuss vorgestellt wurde. Das ist im
Grunde ein Skandal !
Der Abbruch des jetzigen Gebäudes, das im Übrigen eine gute Bausubstanz
aufweist, ist die erste Bausünde und die zweite ist die anschließende Neubebauung.
Entscheidungsträger sollten aus den in Vergangenheit gemachten Fehlern lernen.
Blick auf Garten und Gebäude – von Westen her, Hinterhof des benachbarten Grundstücks 8 Der Unterzeichner schlägt deswegen vor, dass das Gebäude Dragonerstr. 4-6 einer
Grundsanierung unterzogen wird, selbstverständlich unter Einhaltung der vom
Denkmalschutz gegebenen Vorgaben.
Die Diakonie hat in diesem Zusammenhang mit der Begründung des Abrisses eine
Wirtschaftlichkeitsberechnung erstellt und diese sollte der Öffentlichkeit zugänglich
gemacht werden; dies gehört sich einfach so.
In Anbetracht der guten Bausubstanz kann das Gebäude durch eine
Grundsanierung, die sehr wohl wirtschaftlich und bezahlbar ist einer Nutzung mit den
heutzutage notwendigen Standards zugeführt werden (die Zahlen dieser
Baumaßnahme können vom Unterzeichner selbstverständlich vorgelegt werden).
S e i t e | 3 Blick auf Garten und Gebäude – von Osten her, aus Höhe 1.OG des benachbarten Grundstücks 2 Damit die evangelische Stadtmission (Diakonie) vertreten durch Herrn Dr. Michel,
einen Neubau für betreutes Wohnen bzw. Pflege realisieren kann – dies ist wichtig
und zugleich auch ein Anliegen von mir – sehe ich zwei Möglichkeiten:
•
•
man nimmt ein anderes Grundstück oder
sofern kein geeignetes Grundstück vorhanden ist, könnte eine bestehende
Bausünde an anderem Ort beseitigt werden, und dort ein Neubau entstehen
Das Bauen gestaltet sich für beide Fälle einfacher, da nicht „um Bäume herum“ (mit
zwangsläufiger Zerstörung wertvollen Naturraums!) gebaut werden muss.
Es gibt in Karlsruhe bereits eine große Anzahl von Bausünden. Beispielhaft führe ich
den Haydnplatz an. Kriegsbedingt war hier das westliche Gebäude des Ensembles
zerstört und es wurde zugelassen, dass hier ein „Fremdkörper“ errichtet wurde mit
dem bekannten Resultat, dass nun ein „Unkulturdenkmal“ entstand und der gesamte
Platz in sich nicht mehr stimmig ist.
Mit der von der Stadtmission angedachten Bebauung würde im Bereich Dragoner
Straße eine weitere Bausünde hinzukommen, und das ist völlig unnötig.
Das Resultat meines Vorschlags – Bau an anderem Standort! - wäre:
- Das Kulturdenkmal Dragonerstr. 4-6 bleibt bestehen.
- Die Ästhetik der Dragonerstraße bleibt erhalten.
- Der Weststadt bleibt ein weiteres „Unkulturdenkmal“ erspart
- Die Diakonie e.V. muss für ihr angedachtes Bauwerk erheblich weniger Geld in die
Hand nehmen, was letztendlich dem Vereinszweck geschuldet ist
Ich bitte Sie als Stadträtin / Stadtrat dringend, an einer positiven Baukultur zu
arbeiten, die sich wiederspiegelt in Neuem – und der Erhaltung von Altem!
S e i t e | 4 Blick in den Straßenraum bzw. auf Garten und Gebäude – von Osten her Blick auf den Gartenbereich und Gebäude – von Westen her, Hinterhof Grundstück 8 Blick auf Straßenraum, Garten und Gebäude – von Süden, Dragoner Straße – mit Gebäude 2 (re) 
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