Eine neue App zeigt, wo man fleischlos essen kann

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essen & trinken
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ABENDZEITUNG FREITAG, 8. 1. 2016 / NR. 5/1
TELEFON 089.23 77-3100
E-MAIL INFO@AZ-MUENCHEN.DE
Was die Fett-Schmelzer können
Und vor allem: Was
können solche Pillen und
Pulver nicht? Tipps von
Experten zu Produkten,
die Schlankwerden so
einfach aussehen lassen
ENTSCHLACKEN NACH DEN FEIERTAGEN
So purzeln die Pfunde wieder
So viel ist sicher: Crash-Diäten sind kontraproduktiv.
Mit ein paar Tricks kann
man es aber schaffen,
sich gesünder zu ernähren
und abzunehmen:
E
s klingt so einfach: Ein
paar Pillen schlucken
oder Pulver verrühren,
und schon schmilzt das Fett. So
kennt man es aus der Werbung.
Dass es in der Realität nicht so
einfach ist, ist vielen klar. Aber
was hilft wirklich? Sind Abnehmprodukte sinnvoll, rausgeschmissenes Geld – oder sogar gefährlich?
Den wohl größten Markt für
Abnehmprodukte bilden die
sogenannten Formula-Produkte. Das sind Pulver, die in Wasser oder Milch gerührt werden
– sie sollen eine oder mehrere
Mahlzeiten am Tag ersetzen.
„Viele haben aber von diesen
Trinkdiäten schnell genug“,
sagt Silke Schwartau von der
Verbraucherzentrale Hamburg.
Schließlich bleibt der Genuss
dabei auf der Strecke.
● Viel trinken. Oft verwechseln wir Durst mit Appetit. 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit sollten es sein – am besten Wasser oder ungesüßter
Tee.
● Bessere Kohlenhydrate
essen. Reis, Weißbrot und
Kartoffeln enthalten Kohlenhydrate, die schnell aufgenommen werden – und
schnell wieder Hunger machen. Lieber auf Bohnen,
Erbsen und Hülsenfrüchte
zurückgreifen. Vollkornbrot
ist ebenfalls gesund.
● Ganz auf Kohlenhydrate
zu verzichten, ist jedoch
nicht ratsam. Sie enthalten
zielle Pillen das Fett aus der Ernährung binden. Das Fett soll
den Herstellern zufolge wieder
ausgeschieden werden – statt
sich an den Hüften festzusetzen. Das Problem: Davon kann
man schlimme Fettdurchfälle
bekommen – und bis auf wenige Kilos nimmt man kaum ab.
Eines der Probleme mit den Getränken stellt sich dann ein,
wenn der Abnehm-Willige nur
einzelne Mahlzeiten damit ersetzt: Er isst zu den anderen
Mahlzeiten automatisch mehr.
Der Effekt des Drinks geht damit gegen null. Bei stark Übergewichtigen könnten die Formula-Produkte aber eine Starthilfe sein, sagt Schwartau. Auch
alle wichtigen Vitamine seien
in den meisten Produkten enthalten.
Aber: Die Trinkdiäten funktionieren
nur, wenn man es exakt macht.
„Es funktioniert unter ärztlicher Aufsicht, wenn man nichts
isst, sondern nur drei bis fünf
Drinks – je nach Sorte – am Tag
trinkt. Und das für sieben bis
zehn Tage“, sagt Lars Selig, Diätassistent an der Uniklinik
Leipzig. Danach isst man zuerst
eine Mahlzeit wieder normal
und steigert sich langsam.
„Das
funktioniert
kurzfristig,
schließlich stellt man die Ernährung komplett um – dann muss
man aber grundsätzlich an seiner Ernährung drehen“, sagt
Unzufrieden mit dem eigenen Körper? Gerade nach den Feiertagen geht das vielen so.
Andreas Fritsche vom Lehrstuhl für Ernährungsmedizin
an der Uniklinik Tübingen. Wer
plötzlich komplett auf Kalorien
verzichte, versetze seinen Körper in einen Notstand. „Da
herrscht Alarmstimmung, die
Stresshormone gehen hoch“,
sagt Fritsche. Mit jeder Diät, bei
der man sich stark einschränkt,
sinkt auch der Energiestoffwechsel – der Körper versucht
mit aller Macht, die Vorräte zu
halten. Das Abnehmen wird
doppelt schwierig.
Der Körper passt sich sogar an: „Je
mehr Diäten man macht, desto
weniger wirken die“, sagt Lars
Selig.
Wer
beispielsweise
Foto: dpa
schon in der Pubertät mit den
Abnehm-Versuchen startet, Jojo-Effekte erlebt und die nächste Diät macht, der hat seinen
Stoffwechsel mitunter so sehr
in die Knie gezwungen, dass
Abnehmen kaum möglich ist.
Aber in der Werbung gibt es
noch andere Mittelchen, die Erfolg versprechen. So sollen spe-
Aber was hilft wirklich gegen die
Pfunde? Klar, der Grundsatz ist:
Wer mehr verbraucht, als er zu
sich nimmt, nimmt ab. Aber
das ist leichter gesagt als getan.
Wichtig ist erst einmal, sich
seiner persönlichen Schwächen bewusstzuwerden, empfiehlt Silke Schwartau. Was
esse ich eigentlich den Tag
über? Mal am Wochenende ein
Stück Kuchen ist sicher nicht
das Problem. Aber sind es die
allabendlichen Chips?
Wer sich nicht sicher ist, wo das
Problem eigentlich liegt, dem
empfiehlt Selig, mal eine Woche ein Ernährungs-Tagebuch
zu führen, um so das Hauptproblem auszumachen – und zuerst wirklich nur dieses anzugehen. Denn: Je kleiner die
Veränderung, desto einfacher
Mikronährstoffe, Vitamine
und Ballaststoffe.
● Geben Sie Gemüse eine
Chance: Blumenkohl ist
magenfreundlich und hat
nur 23 Kalorien pro 100
Gramm. Paprika und Zitrusfrüchte liefern wichtige Vitamine. Warum nicht einen
Smoothie daraus mixen,
statt sich eine Limo aufzumachen?
● Lassen Sie sich Zeit. Wer
schnell isst, tut seinem
Darm nicht gut. Eine Hauptmahlzeit sollte mindestens
20 Minuten dauern. Dabei
sollte man sich nicht ablenken lassen.
● Schauen Sie auf sich. Wer
Stress hat, isst mehr. Versuchen Sie deshalb, stressige
Situationen zu verringern.
Abnehm-Apps können helfen, eine Übersicht über das
zu behalten, was man isst.
und langfristiger lässt sie sich
umsetzen.
Beispiel: Wer jeden Tag im
Büro die Kekse aus der Schublade isst, ersetzt diese vielleicht durch einen Apfel. Alles
andere behält er erst mal so bei
– nach mehreren Wochen hat
sich der Körper daran gewöhnt,
und man kann überlegen, ob
man eine weitere ErnährungsBaustelle angehen will.
Was bei einem selbst wirke, müsse
jeder für sich herausfinden,
sagt Fritsche. „Es ist auch genetisch bedingt, ob mich eher
fettreiche Ernährung oder vielleicht Zucker dick macht.“
Auch beim Verbrauch gilt es, sich
nicht zu hohe Ziele zu setzen,
sondern die Bewegung in den
Alltag zu integrieren. „Wir
müssen wieder mehr gehen“,
ermuntert der Mediziner. Mindestens fünf, besser zehn Kilometer sollten es am Tag sein. So
lässt sich langsam und nachhaltig abnehmen – mehr als ein
halbes Kilo pro Woche sollte es
für einen langfristigen Erfolg
aber eh nicht sein.
Sophia Weimer
Eine neue App zeigt, wo man fleischlos essen kann
Fünf Münchner haben
einen Restaurant-Finder
ganz speziell für vegane
Lokale entwickelt
MÜNCHEN Der Hunger kommt
meist dann, wenn es gar nicht
passt: unterwegs. Ein Dönerstand oder eine Leberkassemmel sind meist schnell gefunden. Aber was tun, wenn man
Tierisches nicht essen mag?
Fünf junge Münchner haben
eine Smartphone-App entwickelt, mit der man vegane Restaurants in der Nähe finden
kann.
„Vanilla Bean“ heißt das
Smartphone-Programm
für
iPhone und Android, Thomas
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heutzutage
seiner ErfinLebensmitder.
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Österreich und Luxemburg.
Bald kommt die Schweiz dazu.
Viele Kneipen und Cafés
werden den Machern von „Vanilla Bean“ von ihren Nutzern
empfohlen: „Wir haben eine
tolle Community.“
Trotzdem muss Leidner auch
selbst viel Arbeit in die App stecken. Drei bis vier Tage arbeitet
er für den Restaurantfinder,
sonst kümmert er sich um sein
eigenes Café. Damit ist der ehemalige Investmentbanker wieder bei dem Arbeitspensum
seines alten Jobs gelandet. Stören tut’s ihn nicht: „Jetzt mache ich etwas, was mir Spaß
macht und wo ich dahinter stehe. Da kann ich auch weniger
schlafen.“
Sophie Anfang
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