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Erfahrungen mit Pseudotropheus spec. (»ornatus«)
Text: Klaus Steinhaus (D 56 0466)
Als ich vor einigen Jahren begann, auf Cichliden des Malawi- und Tanganjika-Sees
umzustellen, bekam ich von einem Bekannten 6 Jungtiere von Ps. spec. (»»ornatus«)
mit einer Länge von 2 bis 3 cm. Bei dieser Größe sehen die Fische alle beige-braun
aus mit einer fast schwarzen Rückenflosse. Nachdem sie auf eine Größe von etwa
5 cm herangewachsen waren, setzte ich sie in ein 360 Liter fassendes Becken zu
meinen anderen Pseudothropheus-Arten. Dies geschah nach einer Umgestaltung
der Dekoration, so daß keine Aggressionen der Mitbewohner zu erwarten waren. Zu
dieser Zeit begannen die Tiere mit ihrer Umfärbung, und ich mußte zu meinem Pech
erkennen, daß ich 5 Männchen und 1 Weibchen bekommen hatte. ln dem Buch von
Dr. Wolfgang Staeck,Cichliden- Verbreitung -Verhalten - Arten« Band ll Seite 178
ist alles zur Beschreibung der Tiere gesagt. Das Foto (Abb. 134) ist jedoch nicht
ganz zufriedenstellend. Die blauen Farbanteile bei den Männchen sind, im Gegensatz zur Abbildung, von außergewöhnlicher Leuchtkraft. Dadurch fallen diese Tiere
in jedem Becken sofort auf.
Das Verhalten meiner »ornatusu kann ich nur als äußerst lebhaft bezeichnen. Die
5 Männchen »prügelten« sich untereinander, wo sie sich nur trafen. lch fing daher
die 4 kleineren Tiere heraus und wartete auf die erste Nachzucht. Davon zog ich mir
noch 2 Weibchen groß, so daR ich nun ein Verhältnis von 1/3 besitze. Dieses
Verhältnis scheint dem Männchen sichtlich zu gefallen, denn die Weibchen sind
immer voll ausgelastet. Mein etwa 9 bis 10 cm großes Männchen verteidigte sein
Revier mit erstaunlichem Mut. Selbst erheblich größere Tiere bekamen bald einen
gehörigen Respekt vor dem im Verhältnis doch kleinen Kerl. Es reizte manchmal
sogar zum Lachen, wie die ,Großenu sich aus dem ,Staubn machten,
Der Laichvorgang läuft ab wie bei allen anderen Mbuna-Arten. Nach etwa 18 bis
20 Tagen entlassen die Weibchen etwa 15 bis 20 Jungtiere. lm Verlaufe der Tragzeit
konnte ich keine Futteraufnahme beobachten. Die Aufzucht mit Artemia und
Staubfutter macht keine Schwierigkeiten. Bei Wasserwerten von Ph = 8,4 und
GH um 15 scheinen sich die Fische recht wohl zu fühlen Auch scheinen sie nicht
sehr anfällig gegen Krankheiten zu sein.
Bei der Fütterung gehen die Meinungen ziemlich auseinander. Es heißt immer,
daß kräftiges Lebendfutter durch nichts zu ersetzen sei. Dem muß ich aus eigener
Erfahrung widersprechen. Zu Anfang fütterte ich sehr viel Lebendfutter, wobei ich
stets darauf achtete, daß das Futter auch peinlichst sauber war. Trotzdem hatte ich
mehr mit Krankheiten zu tun und mehr Verluste als heute. lch verfüttere fast nur
noch Trockenfutter, hauptsächlich auf pflanzlicher Basis. Aber auch alle anderen
in Großflockenform erhältlichen Trockenfuttersorten werden verabreicht. Ein bis
zwei mal pro Woche gebe ich mit Spinat, Möhren, Eigelb und Paprikavermischtes
DCG-lnfo 1 0(9) 1979: 164- 165
Rinderherz, welches reißenden Absatz findet. Bei dieser Fütterung hatte ich in der
letzten Zeit keine Verluste mehr, und die Tiere zeigen sich in den schönsten
Farben.
Wenn man nun die Verhaltensweisen von Ps. spec. (,'ornatus«) gegeneinander
stellt, so überwiegen meiner Ansicht nach die guten, denn trotz der Lebhaftigkeit
und der Frechheit, die sich dieser Cichlide anderen Tieren gegenüber herausnimmt, haben sich nie Verletzungen eingestellt. Daher paßt dieser Fisch in jedes
Mbuna-Becken, denn gerade dort muß viel Bewegung und Leben sein.
Erfahrungen mit Neguvon
Text: Andreas Spreinat (D 49 0379)
Vor ungefähr zwei Jahren hatte ich mir mit Wildfängen aus dem Malawisee eine
eigenartige Seuche in meine Aquarien eingeschleppt. Ob diese Seuche tatsächlich
aus dem Malawisee stammt oder nur in den Aquarien des lmporteurs, von dem ich
die genannten Wildfänge erstanden hatte, vorhanden war, sei dahingestellt.
Jedenfalls konnte ich auch später noch bei anderen lmporten die gleichen Symptome feststellen. Die Tiere sind anfänglich unverändert, nur im Verhalten lassen
sich bereits erste Anzeichen einer Krankheit erkennen: Ruhiges Benehmen, das
sich bis zur völligen Apathie steigert, die im Verlauf der Krankheit in jedem von mir
bisher festgestellten Fall mit Nahrungsverweigerung Hand in Hand ging. Ausge.
wachsene Tiere gingen bereits in diesem Stadium ein. Einige tote Exemplare
zeigten eine merkwürdig offene, kreisförmige Wunde kurz hinter den Kiemen, die
aber jeweils nur an einer Seite auftrat. Anscheinend bedeutet diese ,Wundeu, bei
der man auf Grund ihres plötzlichen Auftretens den Eindruck haben konnte, sie
werde von innen heraus verursacht, den Tod des betreffenden Tieres.
Jungtiere jedoch zeigten sich wesentlich widerstandsfähiger. Noch im Stadium der
offenen Wunde schwammen diese munter umher und fraßen normal. Allerdings
verloren sie mit der Zeit mehr und mehr an Aktivität, bis sie schließlich abgemagert
verendeten.
Während bei ausgewachsenen Tieren jede Art der Rettung unmöglich erschien,
blieb mir ein ca. fünf Zentimeter großes Labldochromis freibergi-Weibchen am
Leben und die offene Wunde verheilte anschließend. Dieses Tier lebt noch
heute.
Zum Auftreten der erwähnten Krankheit muß noch gesagt werden, daR immer nur
sehr wenige Tiere erkrankten. Bei den ausgewachsenen Tieren hatte ich den
Eindruck, daß ein Tier nach dem anderen, unabhängig von der Artzugehörigkeit,
von der Krankheit befallen wurde. wahrscheinlich durch die große Anzahl der
Jungtiere bedingt, f ielen im Aufzuchtbecken auch mehrere Fische zur gleichen Zeit
der Seuche zum Opfer.
DCG-lnfo 1 0(9) 1979: 1 65-166
I
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