Anatomie des Hüftgelenkes

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Anatomie des Hüftgelenkes
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Einführung
Das Hüftgelenk nimmt in der Orthopädie historisch eine zentrale Stellung ein. An ihm wurden
erstmals biomechanische Untersuchungen durchgeführt, der moderne Gelenkersatz befasste sich
in den 60-er Jahren des 20. Jahrhunderts primär mit dem Hüftgelenk.
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Knochen, Knorpel, Bänder
Das Gelenk entspricht weitgehend einem Kugelgelenk mit einer Pfanne und einem Kopf. Die Hüftpfanne wird durch das Becken gebildet, der Oberschenkel schliesst sich oben mit dem Hüftkopf
ab. Ein guter Teil der Stabilität resultiert aus der sphärischen Form von Knochen und Knorpel. Die
Kongruenz wird durch eine auf dem Pfannenrand fixierte, knorpelige Gelenklippe (Labrum oder
Limbus) weiter erhöht. Die Stabilität des Gelenkes wird durch eine straffe Gelenkkapsel mit diagonal verlaufenden Verstärkungen gesichert.
Rechtes Hüftgelenk, rechts mit ausgehängtem Kopf:
6
1
2
3
4
4
3
10
5
5
6
7
8
9
10
Hüftkopf
Schenkelhals mit Kapselansatz
Oberschenkel (Femur)
Grosser Rollhöcker (Trochanter major)
Kleiner Rollhöcker (Trochanter minor)
Becken (Pelvis)
Pfanne (Acetabulum)
Kopfband (durchtrennt)
Gelenklippe (Labrum)
Bandapparat
6
9
1
4
7
8
8
2
3
5
Die Hüfte wird beim Gehen vor allem statisch belastet, auf Hüfthöhe wird die Schwerkraft von
Kopf, Rumpf und Armen beim Stehen, Gehen und Laufen, usw. symmetrisch auf beide Beine aufgeteilt.
Das gebeugte Hüftgelenk ermöglicht das Sitzen und trägt aber auch sonst einiges zur Dynamik der
Beine bei. Die Hüfte ist deshalb von einem dicken Muskelmantel von allen Seiten bedeckt, der
einerseits die Stabilisierung des Körpers über den Beinen garantiert und andererseits auch kraftvolle Bewegungen ermöglicht.
CHRISTENORTHO AG
Dr. med. Bernhard Christen, M.H.A.
Facharzt für Orthopädie und Traumatologie | Orthopädische Klinik Bern | Schänzlistrasse 39 | 3000 Bern 25
Tel 031 337 89 24 | Fax 031 337 89 54 | [email protected] | www.christenortho.ch
www.christenortho.ch
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Anatomie des Hüftgelenkes.docx
Muskulatur
Zum Stehen braucht es zwingend den grossen Gesässmuskel (Glutaeus maximus), der die Hüfte
streckt. Er bildet eine gemeinsame Sehne mit dem äusseren Spanner (Tensor fasciae latae). Die
eine Schicht tiefer gelegenen Abspreizer (Glutaeus medius und minimus) ermöglichen das Stehen
auf einem Bein sowie das hinkfreie Gehen. Vorne befinden sich die Hüftbeuger, welche sich in
zwei Gruppen aufteilen lassen: Zwei (Psoas und Iliacus) gelangen von der Beckeninnenseite an
der Darmbeinschaufel unter dem Leistenband an den Oberschenkel. Der grosse Strecker für das
Knie (Quadriceps) entspringt mit seinen 4 Köpfen am Becken und wirkt deswegen auf Hüfthöhe als
schwacher Beuger. Innen finden sich die kräftigen Zuspreizer (Adduktoren), welche ihren Ursprung
am Schambein haben. Hinten am Sitzbein setzen schliesslich die Beuger für das Kniegelenk an
und wirken bei der Hüfte als schwache Strecker. In einer tieferen zweiten Schicht setzen vorne und
hinten kleinere Muskeln an der Hüfte an. Die hinteren wirken als Aussendreher, die vorderen als
schwache Innendreher.
Muskulatur einer rechten Hüfte von hinten (links) und von vorne (rechts):
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1
Grosser Gesässmuskel
(Glutaeus maximus)
1
3
2
Abspreizer (Abduktor)
3
Tensor
4
Biceps
5
Innere Beuger (Semitendinosus,
Semimembranosus)
5
6
4
6
Psoas
7
Iliacus
8
Quadrizeps
9
Adduktoren
7
9
8
9
8
Tiefe Muskulatur einer rechten Hüfte (Seitenansicht):
2
1
1
Grosser Gesässmuskel (Glutaeus
maximus) weggeklappt
2
Abspreizer (Glutaeus medius und
minimus)
3
Tensor
4
Quadrizpes
5
Aussenrotatoren
5
1
3
9
4
4
CHRISTENORTHO AG
Dr. med. Bernhard Christen, M.H.A.
Facharzt für Orthopädie und Traumatologie | Orthopädische Klinik Bern | Schänzlistrasse 39 | 3000 Bern 25
Tel 031 337 89 24 | Fax 031 337 89 54 | [email protected] | www.christenortho.ch
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