Der Verstärker BUF634 - TIGRIS Elektronik GmbH

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Mixed Signal Baugruppen
20011/12
High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
Der Verstärker BUF634
Von Henry Westphal, im Sinne einer Zusammenfassung der gemeinsam mit Stefan Trampert
und Frederic Sehr erzielten Arbeitsergebnisse
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High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
DER VERSTÄRKER BUF634 ....................................................................................................................... 1
DIE IDEE ................................................................................................................................................... 4
DIE SCHALTUNG UND DER DAZUGEHÖRIGE ENTWURFSPROZESS IM DETAIL ...................................... 6
DIE ÜBERSICHT ...............................................................................................................................................6
DAS MASSEFÜHRUNGS-- UND VERSORGUNGSKONZEPT ....................................................................................6
DIE VERSTÄRKERBAUGRUPPE ...........................................................................................................................9
Der Kopfhörerverstärker „The Wire“ ............................................................................................. 9
Die Endstufe.................................................................................................................................. 10
Die Eingangsstufe......................................................................................................................... 16
Der Regelverstärker ..................................................................................................................... 17
Die Treiberstufe............................................................................................................................. 18
Die Kompensation des Regelkreises .......................................................................................... 21
Die Betrachtung des Einflusses der Treiberstufe auf das Gesamtrauschen des Verstärkers31
Die Abschätzung des Gesamtrauschens des Verstärkers....................................................... 32
Die Betrachtung der Signalpegel in der Eingangsstufe und in der Regelverstärkerstufe bei
Vollaussteuerung.......................................................................................................................... 39
Die konstruktive Realisierung des Verstärkers ........................................................................... 41
DIE POTENTIOMETERBAUGRUPPE ...................................................................................................................44
DAS NETZTEIL FÜR DIE ENDSTUFE ....................................................................................................................48
Die Auslegung .............................................................................................................................. 48
Die Schaltung im Detail............................................................................................................... 49
DAS NETZTEIL FÜR DIE VORSTUFEN..................................................................................................................56
Die Auslegung .............................................................................................................................. 56
Die Schaltung im Detail............................................................................................................... 57
Mögliche Verbesserungen.......................................................................................................... 61
DIE INBETRIEBNAHME UND DIE MESSUNGEN BEI TIGRIS-ELEKTRONIK .............................................. 62
DER TEST VON VERSTÄRKERBAUGRUPPE #1 AM 10.08.2012..........................................................................62
Übereinstimmung zwischen beiden Verstärkerbaugruppen.................................................. 62
Beschreibung des Messaufbaus................................................................................................. 62
Die Messergebnisse für die Verstärkerbaugruppe ohne Potentiometer-Baugruppe.......... 63
WIEDERHOLUNGSMESSUNG VERSTÄRKERBAUGRUPPE #1 MIT VERBESSERTEM MESSAUFBAU AM 02.09.2012 ......70
MESSUNG VERSTÄRKERBAUGRUPPE #1 MIT VORGESCHALTETER POTENTIOMETER-BAUGRUPPE MIT VERBESSERTEM
MESSAUFBAU AM 02.09.2012......................................................................................................................71
WEITERE MESSUNGEN AN VERSTÄRKERBAUGRUPPE #1 UND DER POTENTIOMETER-BAUGRUPPE AM 03.09.201273
WEITERE MESSUNGEN AN VERSTÄRKERBAUGRUPPE #1 UND DER POTENTIOMETER-BAUGRUPPE MIT NOCHMALS
VERBESSERTEM MESSAUFBAU AM 04.09.2012................................................................................................75
DER HÖREINDRUCK ......................................................................................................................................76
VERSCHIEDENE MESSUNGEN IM ZUGE DER INBETRIEBNAHME ............................................................................77
THD-Messung an verschiedenen Punkten innerhalb des Verstärkers.................................... 77
Versuchsweise Umwandlung der Differenzverstärkerstufe des Regelverstärkers in eine
massebezogene invertierende Verstärkerstufe ....................................................................... 77
Messungen mit lokaler Gegenkopplung der Differenzverstärkerstufe .................................. 77
Die Dimensionierung der frequenzkompensierenden und stabilisierenden Elemente im
Zuge der Inbetriebnahme .......................................................................................................... 79
Die Inbetriebnahme der Potentiometer-Baugruppe .............................................................. 81
DER BETRIEB IN VOLLBRÜCKENSCHALTUNG.....................................................................................................83
DIE ZUSAMMENSCHALTUNG DES VERSTÄRKERS MIT EINEM RÖHREN-VORVERSTÄRKER NACH PULTEC ................87
DIE MESSUNGEN MIT DEM AUDIO-ANALYZER AP-2 BEI BURMESTER AUDIOSYSTEME UND BEI FUNK
TONSTUDIOTECHNIK............................................................................................................................. 89
DIE MESSUNGEN BEI BURMESTER AUDIOSYSTEME GMBH AM 24.09.2012 .......................................................89
DIE MESSUNGEN BEI FUNK-TONSTUDIOTECHNIK GMBH AM 11.09.2012........................................................94
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Verstärker BUF634
DER VERGLEICH MIT DEM CLASS-A-VERSTÄRKER VON DOUGLAS SELF .......................................... 99
DIE VERSUCHE MIT DEM TESTBOARD AM 01.09. 2012 UND AM 02.09.2012................................... 100
DIE IDEE.....................................................................................................................................................100
DER MESSAUFBAU ......................................................................................................................................101
KONTROLLMESSUNG DES SUPER-OSZILLATOR (10KHZ) BEI DIREKTER VERBINDUNG MIT DEM D-SCOPE..............101
TESTSCHALTUNG SPANNUNGSFOLGER ..........................................................................................................103
TESTSCHALTUNG NICHT INVERTIERENDER VERSTÄRKER ....................................................................................108
TESTSCHALTUNG INVERTIERENDER VERSTÄRKER .............................................................................................111
DER VERGLEICH DER VERSTÄRKERBAUGRUPPE MIT DEN VORVERSUCHEN.................................... 113
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Verstärker BUF634
Die Idee
Der Verstärker BUF634 wurde konzipiert, um das zum Zeitpunkt seiner Konzeption (2012) nach
dem aktuellen technischen Stand erreichbare Maximum an Wiedergabetreue zu erreichen.
Dieser Verstärker sollte weiterhin als Neutral-Referenz für die anderen im Rahmen dieses
Projekts untersuchten Verstärkerkonzepte dienen.
Der Verstärker arbeitet mit monolithisch integrierten Präzisions-Operationsverstärkern und
ebenfalls monolithisch integrierten Ausgangsbuffern. Zum Erreichen einer praxisgerechten
Ausgangsleistung von 20W pro Kanal wird eine große Zahl dieser Buffer parallelgeschaltet.
Mit einer Brückenschaltung von zwei Endstufenmodulen lässt sich eine Ausgangleistung von
80W erreichen. Hierzu verfügt der Verstärker über einen differentiellen Eingang.
Die folgende Abbildung zeigt das vereinfachte Blockschaltbild des Verstärkers.
Treiberstufe
G=2
+
Eingangsverstärker
G=7
Regelverstärker
G=1
Ausgangsstufe
G=1
LM7171
BUF634T
VIN
-17V
LME49990
+
LM7171
BW
BUF634T
+
VIN
-
-17V
LME49990
+
Eingang
+
LM7171
BW
V+
VO
V-
BUF634T
VIN
BW
-
V+
VO
V-
V+
VO
V-
6 Bausteine parallel
+17V
-17V
6 Bausteine parallel
+17V
-17V
6 Bausteine parallel
+17V
-17V
-17V
+
LM7171
BUF634T
VIN
BW
V+
VO
V-
6 Bausteine parallel
+17V
-17V
-17V
+
+
LME49990
LM7171
BUF634T
VIN
BW
V+
VO
V-
6 Bausteine parallel
+17V
-17V
-17V
+
LM7171
BUF634T
VIN
BW
V+
VO
V-
6 Bausteine parallel
+17V
-17V
-17V
Das vereinfachte Blockschaltbild des Verstärkers BUF634
Die Grundidee dieses Verstärkers ist es, einen Regelverstärker mit sehr hoher
Verstärkungsreserve vorzusehen und dann sehr stark gegenzukoppeln, womit dann die in der
Endstufe entstehenden Fehler nahezu vollständig kompensiert werden. Durch die
Verwendung von Hochfrequenzbauteilen in der Endstufe und in der Treiberstufe wird eine
sehr kurze Signallaufzeit durch diese Stufen erreicht. Damit wird die Möglichkeit eröffnet, die
Verstärkungsreserve des Regelverstärkers auch noch am oberen Ende des hörbaren
Frequenzbereichs sehr hoch zu halten. Damit ist auch noch am oberen Ende des AudioBereichs ein sehr hoher Gegenkopplungsfaktor mit daraus folgenden geringen Verzerrungen
wirksam.
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Verstärker BUF634
Die monolithisch integrierten Ausgangsbuffer besitzen eine integrierte BiasTemperaturkompensation. Durch die Integration der Leistungstransistoren und des
Temperatursensors auf einem Chip arbeitet diese Kompensation sehr schnell, es kann eine
Zeitkonstante im einstelligen ms-Bereich angenommen werden.
Bei diskret aufgebauten Endstufen sind dagegen Zeitkonstanten im zwei- bis dreistelligen
Sekundenbereich wirksam. Im Class-B-Betrieb mit einem realen Musiksignal ändert sich die
Kühlkörpertemperatur laufend mit dem Grad der Aussteuerung. Daher kann mit einem als
diskreten Bauelement ausgeführten und auf dem Kühlkörper montierten Temperatursensor
bei sich veränderndem Aussteuerungsgrad nicht zu jedem Zeitpunkt eine optimale
Ruhestromeinstellung gehalten werden.
Im Gegensatz dazu ist bei den in diesem Verstärker verwendeten monolithischen
Ausgangstreibern die Ruhestromeinstellung auch bei wechselnden Aussteuerungsgraden
stets optimal temperaturkompensiert.
Beim Test des Verstärkers zeigte sich, dass die von ihm erzeugten Fehler so gering sind, dass sie
nahe der Nachweisgrenze des weltweit führenden Audio-Analyzers Audio Precision AP2
liegen.
Diese praktische Fehlerfreiheit des Verstärkers spiegelte sich in einem außergewöhnlich
präzisen und präsenten Höreindruck wieder.
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Verstärker BUF634
Die Schaltung und der dazugehörige Entwurfsprozess im
Detail
Die Übersicht
Ein Verstärkerkanal besteht aus mehreren Baugruppen:
-
Der Verstärkerbaugruppe
Der für beide Kanäle gemeinsam genutzten Potentiometerbaugruppe
Der geregelten Netzteilbaugruppe für die Endstufe
Den geregelten Netzteilbaugruppen für die Vorstufe und die Potentiometerbaugruppe
Im folgenden Text ist der Detailentwurf dieser Baugruppen beschrieben.
Das Masseführungs-- und Versorgungskonzept
Die Anforderungen an die Masseführung und die Versorgung des Verstärkers sind bei der
Vollbrückenschaltung von zwei Verstärkerbaugruppen am höchsten. Daher wird das
gesamte Masse- und Versorgungskonzept auf die Vollbrückenschaltung hin ausgelegt.
In der Skizze auf der Folgeseite ist dieses Masseführungs- und Versorgungskonzept
schematisch dargestellt.
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Verstärker BUF634
+17V_DRVa
3
2
U1001
LME49990
7
+17V_DRVa
U1002
LME49990
4
6
-17V_DRVa
-17V_DRVa
2
-
3
+
6
4
+
7
-
+17V_DRVa
Eingang
Verstärker-Baugruppe
+
-
-17V_DRVa
+17V_DRVa
3
2
-
+17V
-17V
36 x BUF634
+Treiberstufe
7
+
6
U1003
LME49990
+
4
-
-17V_DRVa
Masse
Vorstufen
Netzteil
Vorstufe 1
Netzteil
Endstufe
+
-
Sternpunkt
Last
PE
+
-
U1003
LME49990
Netzteil
Vorstufe 2
+17V_DRVb
+17V_DRVb
+
3
7
2
4
-
-17V_DRVb
6
+17V
-17V
36 x BUF634
+Treiberstufe
+
Masse
Vorstufen
-17V_DRVb
-
+17V_DRVb
6
7
3
-17V_DRVb
4
2
2
3
U1001
LME49990
+
-
4
+
7
-17V_DRVb
U1002
LME49990
+
-
+17V_DRVb
6
Verstärker-Baugruppe
-
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Verstärker BUF634
Die Massen beider Verstärkerbaugruppen sind, bedingt durch die Spannungsabfälle an den
Verbindungsleitungen zwischen dem Netzteil für die Endstufen und den
Verstärkerbaugruppen, auf voneinander abweichenden Potentialen.
Der Laststrom fließt zwischen den Plus- und den Minusausgängen des Netzteils für die
Endstufen und damit auch durch die Verbindung zwischen den Massen beider Zweige dieses
Netzteils.
Durch die Differenzeingänge der Verstärkerbaugruppen ist diese Verschiebung der
Massepotentiale in Bezug auf das Eingangssignal unproblematisch.
Als Bezugsmasse für die den Regelverstärker darstellende Differenzverstärkerstufe kann
jedoch nicht, wie es beim Betrieb eines einzelnen Verstärkermoduls möglich ist, die Masse der
jeweiligen Verstärkerbaugruppe verwendet werden. Stattdessen wird das „untere Ende“ der
entsprechenden Widerstände beider Verstärkerbaugruppen über ein Verbindungskabel an
einen Sternpunkt geführt. Dieser Sternpunkt befindet sich auf dem Netzteil für die Endstufen.
Die Vorstufen und die Endstufen der Verstärkerbaugruppen werden aus getrennten
Netzteilen versorgt, um eine Verkopplung zwischen Vor- und Endstufen über die Versorgungsoder Masseleitungen auszuschließen. Die Masseanschlüsse der Vorstufen-Netzteile werden
ebenfalls an den Sternpunkt gelegt.
Da sich die Massepotentiale beider Verstärkerbaugruppen unterscheiden wird für jede
Verstärkerbaugruppe ein eigenes Vorstufen-Netzteil vorgesehen.
Die den Eingängen der Verstärkerbaugruppen vorgeschaltete Potentiometerbaugruppe, die
in der Skizze nicht dargestellt ist, wird mit einem weiteren Netzteil versorgt. Der
Masseanschluss dieses Netzteils ist direkt mit der Masse der Potentiometerbaugruppe
verbunden. Auf diese Weise werden mögliche Störspannungen durch Masseschleifen
vermieden.
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Verstärker BUF634
Die Verstärkerbaugruppe
Der Kopfhörerverstärker „The Wire“
Die Grundidee der Schaltung wurde aus einem Forenbeitrag im Internet übernommen. Die
folgende Abbildung zeigt einen Ausschnitt aus dieser Schaltung mit dem Namen „The Wire“
die als Kopfhörerverstärker gedacht ist.
Ausschnitt aus der dieses Projekt anregenden Verstärkerschaltung mit 8 parallelgeschalteten
Buffern LME49600
Quelle:
http://www.diyaudio.com/forums/solid-state/204069-wire-low-power-ultra-high-perfromancelpuhp-16w-power-amplifier.html
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Verstärker BUF634
In dieser Schaltung werden 8 parallelgeschaltete Buffer des Typs LME49600 innerhalb der mit
einem Operationsverstärker LME49990 aufgebauten Regelschleife betrieben. Diesem
Regelverstärker ist eine Differenz-Eingangsstufe vorgeschaltet, die aus zwei
Operationsverstärkern des gleichen Typs LME49990 aufgebaut ist.
Die Endstufe
Für die Verwendung als Lautsprecher-Endverstärker ist der LME49600 jedoch nur bedingt
geeignet, da er nicht in einem für Kühlkörpermontage geeigneten Gehäuse verfügbar ist.
Man ist bei dem verfügbaren SMD-Gehäuse auf die Wärmeableitung über die Leiterplatte
beschränkt, was für die vorgesehene Anwendung nicht ausreichend ist.
Daher wurde stattdessen der Baustein BUF634 von Texas Instruments verwendet, der bei
ähnlichen Leistungsdaten wie der LME49600 im kühlkörpermontierbaren TO-220-Gehäuse (mit
5 Anschlusspins) erhältlich ist.
Schematische Darstellung des Bausteins BUF634T
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Verstärker BUF634
Prinzipschaltbild des BUF634
Aus Vorversuchen, die von Stefan Trampert vor Projektbeginn durchgeführt wurden, war
bereits bekannt, dass sich beim Betrieb des Bausteins BUF634 innerhalb der
Gegenkopplungschleife eines Präzisions-Operationsverstärkers in der Praxis (im Gegensatz zu
den in Beschreibung der Applikationsschaltung im Datenblatt angeführten Werten)
außerordentlich geringe THD-Werte in der Größenordnung von –115dB erzielen lassen. Bei
diesen Vorversuchen wurden bis zu 6 Bausteine BUF634 parallelgeschaltet und innerhalb der
Gegenkopplungsschleife eines Operationsverstärkers betrieben.
Für den hier beschriebenen Verstärker wurde die Zahl der parallelgeschalteten Buffer auf 36
erhöht. Diese Zahl wurde im Hinblick auf eine mögliche Gegeneinanderschaltung von zwei
gegenphasig angesteuerten identischen Halbbrücken zu einer Vollbrücke zur Erhöhung der
Ausgangsleistung festgelegt.
Der maximale Ausgangsstrom eines Buffers ist 0,25A. Mit 36 Buffern kann somit bis zu 36* 0,25A
= 9A bereitgestellt werden.
Es wird zur Bestimmung der maximal erzielbaren Ausgangsleistung zunächst davon
ausgegangen, dass die ansteuernden Operationsverstärker eine ausgangsseitige
Aussteuerung der Endstufe mit mindestens 9V eff. (=12,7Vp) ermöglichen.
In diesem Fall ist die folgende Ausgangsleistung möglich:
9V2 / 4 Ohm = 20,25W.
Der Spitzenwert des Ausgangsstroms bei ohmscher Last ist dann:
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Verstärker BUF634
9V/4Ohm = 2,25A * 1,41 = 3,18A
Für reale Musiksignale an einer Lautsprecherlast muss nach Bob Cordell ein um den Faktor 3
höherer Strom als der bei ohmscher Last und Sinusansteuerung auftretende Ausgangsstrom
bereitstellbar sein.
Hieraus folgt dann die Forderung, mit diesem Verstärker pulsweise bis zu 9,6A bereitstellen zu
können.
Bei Vollbrückenbetrieb und einer Aussteuerung der Halbbrücken mit 9V eff. folgt eine
Ausgangsleistung von:
18V2 / 4 Ohm = 81W.
Der Spitzenwert des Stroms bei ohmscher Last ist dann: 18V/4Ohm = 4,5A * 1,41 = 6,36A
Dieser Strom kann mit 36 parallelgeschalteten Bausteinen BUF634 noch bereitgestellt werden.
Bei gleichmäßiger Stromaufteilung gibt jeder einzelne Baustein dann 6,36A / 36 = 0,177A ab.
Dies ist weit genug unter dem Limit von 0,25A.
Die Forderung nach der Möglichkeit der Bereitstellung des dreifachen Spitzenstroms von dann
6,36A * 3 = 19,1A ist jedoch nicht mehr erfüllbar.
Daher wurde, im Sinne der Begrenzung des finanziellen und zeitlichen Aufwands, die
Entscheidung getroffen, zwei Module mit je 36 Bausteinen BUF634 aufzubauen um das
Verstärkerkonzept mit 2 Stereo-Kanälen mit je 20W unter Erfüllung der Forderung nach der
Möglichkeit der Abgabe des 3-fachen Spitzenstroms zu testen. Die Ausgangsleistung von 2 x
20W ist für die Hörsituation in Wohnräumen völlig ausreichend. Die Triodenverstärker, deren
Klangeindruck dem beschriebenen Verstärker gegenübergestellt werden sollte, haben
ebenfalls eine Ausgangsleistung um 20W.
Es wurde in der Folge entschieden, den Vollbrückenbetrieb unter Verwendung dieser beiden
Module einkanalig und ohne Erfüllung der Forderung nach der Möglichkeit der Abgabe des
dreifachen Spitzenstroms zu testen und zu demonstrieren.
Die Bausteine BUF634 werden mit einer stabilisierten Spannung von +/-17V versorgt. Dies liegt
gerade noch hinreichend unter der maximal zulässigen Versorgungsspannung von +/-18V.
Die Bausteine BUF634 sind vorsichtshalber nicht direkt auf der Leiterplatte parallelgeschaltet.
Die Verbindung der Ausgänge der einzelnen Bausteine BUF634 mit der AusgangsSammelleitung des Verstärkers wird stattdessen über bedrahtete Null-Ohm-Brücken in einer
Baumstruktur vorgenommen. Damit können einzelne Bausteine im Fehlerfall ohne diffizile
Lötarbeiten aus der Schaltung herausgenommen werden. Durch die Zusammenfassung von
Gruppen zu je 6 Bausteinen über eine weitere, gemeinsame Null-Ohm-Brücke wird im
Bedarfsfall die Auffindung eines defekten Bausteins erheblich beschleunigt.
Die Bias-Steuereingänge der Bausteine BUF-634 sind, über SMD-montierte Null-Ohm-Brücken,
mit der negativen Versorgungsspannung verbunden. Damit werden die Bausteine mit
maximaler Bandbreite, und damit aber auch dem höchstmöglichen Ruhestrom von 15mA,
betrieben. Auch diese Verbindungen wurden nicht direkt über die Leiterplatte
vorgenommen, um die Möglichkeit für spätere Änderungen offen zu halten.
Die folgende Abbildung zeight den Frequenzgang des BUF634.
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Frequenzgang des Bausteins BUF634, die durchgezogen und fett dargestellten Kurven sind in
der beschriebenen Schaltung wirksam
Der Frequenzgang des BUF634 lässt eine Überhöhung im Bereich um 150MHz (bei dem hier
vorliegenden Querstrom von 15mA) erkennen.
Die folgende Abbildung zeigt die Abhängigkeit des Frequenzgangs des BUF634 vom
Ausgangswiderstand der ansteuernden Signalquelle.
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Verstärker BUF634
Der Frequenzgang des BUF634 in Abhängigkeit vom Ausgangswiderstand der ansteuernden
Signalquelle
Man erkennt, dass sich der bereits beschriebene Peak bei 150MHz mittels einem dem Eingang
vorgeschalteten Widerstand reduzieren lässt. Daher wurde in Serie zu den Eingänge der
Bausteine BUF634 vorsichtshalber die Möglichkeit des Einbaus eines Widerstand vorgesehen,
an dessen Stelle wurde dann in der realisierten Schaltung eine Null-Ohm-Brücke bestückt.
Um eine Instabilität der Schaltung aufgrund von Verkopplungen über die
Versorgungsleitungen auszuschließen wurden die Bausteine BUF634 mit mehreren
verschiedenen Kondensatortypen in größerer Anzahl entkoppelt. Direkt an jedem
Versorgungspin wurde ein 100nF-Keramikkondnesator vorgesehen. Für jede Gruppe von 6
Buffern wurde für jede der beiden Versorgungsspannungen ein 10uF-Tantalelko sowie zwei
Low-ESR-Al-Elkos mit jeweils 2200uFvorgesehen.
Die Kühlelemente für die Endstufe wurden nach den folgenden Gesichtspunkten
dimensioniert:
Die Verlustleistung im Ruhezustand ist durch den Querstrom der Bausteine BUF634 von 15mA
gegeben, sie beträgt 2 * 17V * 15mA = 0,51W.
Die maximale Verlustleistung im Halbbrückenbetrieb bei einer ohmscher Last von 4 Ohm und
einer sinusförmigen Ausgangsspannung von 10V eff. wird wie folgt bestimmt:
Für den einzelnen Baustein BUF634 wird das 36-fache des Lastwiderstandes wirksam. Das
entspricht 4 Ohm * 36 = 144 Ohm. Bei 10V eff. fliesst dann ein Strom von 10V / 144 Ohm =
69,4mA eff. = 98,2mA pk. aus dem Ausgang des Bausteins. Der aus den Versorgungsleitungen
aufgenommene Strom ist der Gleichrichtmittelwert dieses Stromes, er ist 98,2mA pk. * 0,63 =
61,9mA. Dieser Strom wird für die positive Halbwelle aus der positiven Versorgung und für die
negative Halbwelle aus der negativen Versorgung aufgenommen. Insgesamt nimmt der
Baustein eine Leistung von 17V * 61,9mA = 1,05W aus der Versorgung auf. Davon wird 10V2 /
144 Ohm = 0,69W an die Last abgegeben, womit dann 1,05W – 0,69W = 0,35W im Baustein
BUF634 in Wärme umgesetzt werden.
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Verstärker BUF634
Damit ergibt sich eine Verlustleistung von 0,51W (Querstrom) + 0,69W = 1,2W an jedem der
Bausteine BUF634.
Im Vollbrückenbetrieb ist der halbe Lastwiderstand wirksam. Damit verdoppelt sich die durch
den Ausgangsstrom verursachte Verlustleistung auf 1,38W. Es ergibt sich unter Einbeziehung
des Querstroms eine Verlustleistung von 2,07W.
In der Praxis kann die Verlustleistung jedoch höher sein, wenn die Last einen induktiven oder
kapazitiven Anteil aufweist, wie es bei Lautsprechern meist der Fall ist. Beim Betrieb mit realen
Musiksignalen wird der Verstärker jedoch auch nur eine sehr geringen Bruchteil der
Gesamtzeit mit seiner vollen Leistung ausgesteuert, womit sich die mittlere Verlustleistung
dann wieder reduziert.
Es können 9 Bausteine BUF634 auf die Standardlänge 100mm des von seinen Abmessungen
her geeigneten Kühlprofils SK489 von Fischer-Elektronik montiert werden.
Im Vollbrückenbetrieb ergibt sich pro Kühlkörperelement mit 100mm Länge eine
Verlustleistung von 9 * 2,07W = 18,6W. Im Halbbrückenbetrieb reduziert sich die Verlustleistung
auf 9,3W. Im Ruhezustand ist die Verlustleistung noch 4,6W.
Datenblattangaben Kühlprofil SK489
Das im Datenblatt angegebene Diagramm des thermischen Widerstands über die Lönge des
Kühlprofils bezieht sich auf eine einzelne Wärmequelle, im betrachteten Fall handelt es sich
jedoch um mehrere verteilte Wärmequellen. Daher erscheint es sinnvoll, für den betrachteten
Fall einen Wärmewiderstand von 2 K/W anzunehmen.
Damit ergeben sich die folgenden Temperaturen der Kühlkörper, wenn eine
Umgebungstemperatur von 25°C angenommen wird:
Ruhezustand:
4,6W * 2 K/W +25°C = 34,2°C
Halbbrückenbetrieb: 9,3W * 2 K/W +5°C = 43,6°C
Vollbrückenbetrieb: 18,6W * 2 K/W +25°C = 62,2°C
Diese Temperaturen sind für einen sicheren Betrieb der Endstufe hinreichend gering.
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Verstärker BUF634
Um einem Latch-Up beim Ausfall einer Versorgungsspannung vorzubeugen sind den
Versorgungseingängen der Endstufe bei verpolter Versorgungsspannung leitende
Schottkydioden parallelgeschaltet.
Die Eingangsstufe
Die Eingangsstufe ist als differentieller Verstärker ausgeführt. Damit besitzt der Verstärker einen
symmetrischen Differenzeingang. Die Verstärkung der Eingangsstufe ist ( 2 * 1kOhm) / 287
Ohm + 1 = 7,97.
Damit wird die gesamte Spannungsverstärkung des Verstärkers in der Eingangsstufe realisiert.
Damit wird die Endstufe mit einer Spannungsverstärkung von 1 betrieben, womit dann die
volle Leerlaufverstärkung des Regelverstärkers für die Fehlerkorrektur durch Gegenkopplung
zur Verfügung steht.
Die folgende Abbildung zeigt die vollständige Schaltung der Eingangsstufe.
+17V_DRV
U1001
LME49990/OPA1641
TP1005
7
1
3 +
6
2 4
C1002
NB
1
TP1001
R1013
0R0
C1005
NB
R1001
100K
1
R1004
1K 0.1%
4
3
2
1
C1004
NB
R1003
287R 1%
zum Regelverstärker
R1005
1K 0.1%
TP1004
R1002
100K
1
C1006
NB
-17V_DRV
1
2
7
R1014
0R0
3
6
1
4
C1003
NB
+
J1001
SL4
-17V_DRV
TP1003
-
Eingang
TP1006
TP1002
+17V_DRV
U1002
LME49990/OPA1641
Die vollständige Schaltung der Eingangsstufe
Optional wird ein eingangsseitiges HF-Filter vorgesehen. Dieses besteht aus den Bauteilen
C1005, C1006, R1013, R1014, C1004, C1002 und C1003. Dieses Filter wurde jedoch in der
praktischen Ausführung des Verstärkers nicht implementiert.
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Verstärker BUF634
Der Regelverstärker
Die auf die Eingangsstufe folgende Regelverstärkerstufe arbeitet als Differenzverstärkerstufe,
die das differentielle Eingangssignal der Stufe auf Masse bezieht. Um eine möglichst hohe
Gleichtaktunterdrückung des Verstärkers zu erreichen, wurden für die
verstärkungsbestimmenden Widerstände dieser Stufe (R1006, R1007, R1008 und R1010) sehr
eng tolerierte Widerstände mit einer Toleranz von +/- 0,01% verwendet.
Die folgende Abbildung zeigt die vollständige Schaltung des Regelverstärkers.
TP1009
R1007
1K 0.01%
J1003
MF2
1
2
1
R1006
1K 0.01%
Für Halbbrückenbetrieb gebrückt
+17V_DRV U1003
LME49990/OPA1641
zur
Treiberstufe/
Endstufe
TP1007
TP1011
7
2 4
1
1
3 +
TP1008
-17V_DRV
R1012
33R
6
1
Von Eingangsstufe
R1011
510R
Regelkreiskompensation
C1001
10pF
R1008
1K0 0.01%
R1010
1K0.01%
R1009
NB
Feedback
von
Lautsprecherausgang
Die vollständige Schaltung des Regelverstärkers
Der Widerstand R1007 ist nicht direkt an Masse gelegt, diese Verbindung wird im Betrieb als
einzelne 20-Watt-Endstufe durch eine Brücke in J1003 hergestellt. Beim Vollbrücken-Betrieb
wird R1007 über ein an J1003 angeschlossenes Kabel an den gemeinsamen Masse-Sternpunkt
beider Endstufenmodule auf dem Endstufen-Netzteil gelegt.
Der optionale Widerstand R1009 (nicht bestückt) wurde vorgesehen, um die Stufe zu
Testzwecken als massebezogene Verstärkerstufe betreiben zu können.
Der Serienwiderstand R1012 zwischen Regel- und Treiberstufe verbessert den
„Sicherheitsabstand“ der Gesamtschaltung gegenüber Oszillationen bei näherungsweise
25MHz.
Mit R1011 und C1001 wird der Regelkreis kompensiert. Die Dimensionierung dieser Bauteile
wird in einem gesonderten Abschnitt erläutert.
Seite 2- 17
Mixed Signal Baugruppen
20011/12
High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
Die Treiberstufe
Der Eingang eines Bausteines BUF634 hat eine Eingangskapazität von 8pF. Die direkte
Parallelschaltung der Eingänge aller 36 Bausteine BUF634 würde damit eine Kapazität von
288pF besitzen. Hinzu kämen die nicht unerheblichen Streukapazitäten dieses räumlich weit
verteilten Netzes. Der als Regelverstärker vorgesehene Baustein LME49990 kann jedoch nur
eine kapazitive Last von bis zu 100pF treiben.
Daher wurde die Entscheidung getroffen, die Eingänge von jeweils 6 Bausteinen BUF634
parallel zu schalten und diese mit einem als Treiberverstärker fungierenden schnellen
Operationsverstärker anzusteuern. Somit ergeben sich 6 Gruppen, die aus jeweils einer
Treiberstufe und 6 Bausteinen BUF634 bestehen. Die Eingänge der 6 Treiberstufen sind
wiederum parallelgeschaltet und werden vom Regelverstärker angesteuert.
Nun sollen die zwischen dem Regelverstärker und den BUF634-Bausteinen liegenden
Treiberstufen im Detail betrachtet werden.
Für die Treiberstufen war im Rahmen von Vorüberlegungen zunächst ebenfalls die
Verwendung des Operationsverstärkers LME49990 vorgesehen. Diese Entscheidung wurde
jedoch nicht beibehalten.
Der geringe Klirrfaktor des LME49990 bringt bei den Treiberstufen keinen Vorteil, da sich die
Treiberstufen innerhalb der Gegenkopplungsschleife befinden und die Treiberstufen selbst
zudem sehr stark lokal gegengekoppelt sind.
Der in der Treiberstufe selbst erzeugte Klirr darf durchaus ca. 10% des Klirrs der Bausteine
BUF634 betragen, ohne dass dies zu einer spürbaren Verschlechterung der
Gesamtperformance führen würde. Für die Bausteine BUF634 alleine, im Open-Loop-Betrieb,
wurde bei Voruntersuchungen ein THD von ca. –40dB gemessen.
Dagegen muss die Slew-Rate des Verstärkers in der Treiberstufe deutlich größer sein als die
Slew-Rate des Regelverstärkers. Ist dies, wie bei der ursprünglich beabsichtigten Verwendung
des LME49990, nicht der Fall, dann führt dies dazu, dass der Regelverstärker immer dann,
wenn das Signal in der Treiberstufe Slew-Rate-begrenzt ist die Kontrolle über den Regelkreis
verliert. Dieser Zustand entspricht in seiner Wirkung einer zeitweiligen Auftrennung des
Gegenkopplungspfades, mit der Folge einer Übersteuerung des Regelverstärkers.
Ebenfalls ist es für die Erzielung der Stabilität des Verstärkers als Ganzen hilfreich, wenn die
Bandbreite des Verstärkers in der Treiberstufe die Bandbreite des Regelverstärkers deutlich
übersteigt.
Daher wurde der sehr schnelle Operationsverstärker LM7171 von TI für die Verwendung in der
Treiberstufe ausgewählt.
I
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Mixed Signal Baugruppen
20011/12
High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
n der folgenden Tabelle werden einige Eigenschaften des LM7171 und des LME49990
gegenübergestellt.
Größe
GBW
Full-Power Bandwidth
Slew-Rate
Leerlaufverstärkung
THD
Min. stable Gain
LME49990
110MHz
0,291MHz
22V / us
LM7171
200MHz
k.A.
3100V us (Av = 2, Vin =
10Vpp)
130dB
70dB min (DC)
0,00001% Av = 1, 1kHz k2 = 110dBc, k3 = 0,00003% Av = 1 20kHz 115dBc 10kHz 1Vpp
Av = 2 RL = 100 Ohm
unity gain stable
2
Der Baustein LM7171 ist bei Verstärkungen kleiner 2 nicht mehr stabil. Daher wird die
Treiberstufe mit einer Verstärkung von 2 ausgeführt. Um den Ausgangsstrom der Bausteine
LM7171 nicht zu hoch werden zu lassen wird für die verstärkungsbestimmenden Widerstände
der Wert 1kOhm vorgesehen. Dies liegt über dem im Datenblatt empfohlenen Wert von 510
Ohm.
Die folgende Abbildung verdeutlicht die Wirkungsweise der Treiberstufen im Rahmen der
Gesamtschaltung.
Seite 2- 19
Mixed Signal Baugruppen
R1006
1K 0.01%
20011/12
High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
R1007
1K 0.01%
+ Input
BUF634T
Treiberstufe
2
-17V_BUF
+17V_DRV
1
U1003
LME49990
3 +
6
2 -
-17V_BUF
5
4
3
+17V_BUF
-17V_BUF
1
VIN
BW
V+
VO
V-
5
4
3
+17V_BUF
-17V_BUF
BUF634T
6
2
2 -17V_BUF
R1011
4
4
U1003
LM7171
3 +
BW
V+
VO
V-
BUF634T
2
7
7
+17V_DRV
VIN
R1103
1K 0.1%
1
C1001
BW
V+
VO
V-
5
4
3
+17V_BUF
-17V_BUF
BUF634T
2
-17V_DRV
-17V_DRV
VIN
-17V_BUF
1
VIN
BW
V+
VO
V-
5
4
3
+17V_BUF
-17V_BUF
BUF634T
2
R1104
1K 0.1%
-17V_BUF
1
VIN
BW
V+
VO
V-
5
4
3
+17V_BUF
-17V_BUF
BUF634T
2
-17V_BUF
1
VIN
BW
V+
VO
V-
5
4
3
+17V_BUF
-17V_BUF
5 identische Treiberstufen die je 6 x BUF634 ansteuern
- Input
R1008
1K0 0.01%
R1010
1K0.01%
Die Treiberstufen im Rahmen der Gesamtschaltung
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20011/12
High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
Die folgende Abbildung zeigt die praktische Ausführung der Treiberstufen.
+17V_DRV
7
U1101
LM7171
Von Regelverstärker
R1101
0R0
3 +
Zu 6 x BUF634
6
2 4
R1102
NB
C1101
R1103
NB
1K0.1%
-17V_DRV
R1105
NB
R1104
1K 0.1%
Von Ausgang
(Gruppe)
Die praktische Ausführung der Treiberstufen.
In den Treiberstufen wurden verschiedene optionale Elemente vorgesehen, um die Schaltung
bei Bedarf modifizieren zu können. Diese Elemente wurden in der praktischen Ausführung des
Verstärkers nicht verwendet bzw. mit Null-Ohm-Brücken kurzgeschlossen, sie sind R1102,
C1101, R1105 (alle nicht bestückt) und R1101 (kurzgeschlossen).
Die Kompensation des Regelkreises
Die folgende Skizze zeigt die vereinfachte Darstellung der Zusammenschaltung aus
Regelverstärker, Treiberstufe und Endstufe. Es ist stellvertretend nur ein einzelner Baustein
BUF634 gezeichnet.
R1006
1K 0.01%
R1007
1K 0.01%
+ Input
+17V_DRV
7
6
3 +
2 4
U1003
LM7171
U20101
BUF634T
6
2
2 R1011
NB
-17V_BUF
1
VIN
BW
V+
VO
V-
L20001
tbd
5
4
3
+17V_BUF
-17V_BUF
R1103
1K 0.1%
-17V_DRV
-17V_DRV
R20001
NB
R20002
NB
C1001
NB
C20001
NB
R1104
1K 0.1%
- Input
R1008
1K0 0.01%
R1010
1K0.01%
Vereinfachte Schaltung zur Betrachtung der Stabilität des Regelkreises – Schritt 1
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Z load
3 +
4
7
+17V_DRV
U1003
LME49990
Mixed Signal Baugruppen
20011/12
High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
Für die weitere Analyse wird zunächst ein konstantes Potential am + Input angenommen.
Damit vereinfacht sich die Schaltung wie folgt:
+17V_DRV
7
3 +
6
U1003
LM7171
U20101
BUF634T
3 +
2 -
6
2
2 -17V_BUF
VIN
BW
V+
VO
V-
+17V_BUF
-17V_BUF
4
4
R1011
NB
1
L20001
tbd
5
4
3
R1103
1K 0.1%
-17V_DRV
R20001
NB
-17V_DRV
R20002
NB
Z load
7
+17V_DRV
U1003
LME49990
C1001
NB
C20001
NB
R1104
1K 0.1%
R1008
1K0 0.01%
- Input
R1010
1K0.01%
Vereinfachte Schaltung zur Betrachtung der Stabilität des Regelkreises – Schritt 2
Das dynamische Verhalten der Schaltung ändert sich durch diese Vereinfachung nicht, so
dass die mit ihr gewonnenen Ergebnisse ohne Einschränkung auf die tatsächliche Schaltung
rückübertragen werden können.
Für die Analyse der Stabilität wird nun der Regelkreis aufgetrennt. An den Eingang des
Regelverstärkers wird eine Wechselspannung angelegt. Die rückgeführte Spannung wird
(gedanklich) beobachtet. In der realen Schaltung sind die Ströme durch R1008 und R1010
entscheidend. Wenn der Strom durch R1010 in der Phase dem Strom durch R1008 entspricht
und betragsmäßig diesem gleich oder größer ist, dann oszilliert der Regelkreis.
+17V_DRV
7
3 +
6
U1003
LM7171
3 +
2 -
U20101
BUF634T
6
2
-17V_BUF
-17V_DRV
V1
BW
L20001
tbd
5
4
3
+17V_BUF
-17V_BUF
R1103
1K 0.1%
-17V_DRV
R20002
NB
R20001
NB
C1001
NB
Vin
1
V+
VO
V-
4
4
2 R1011
NB
VIN
C20001
NB
R1008
1K0 0.01%
R1104
1K 0.1%
R1010
1K0.01%
Vout
Gedankliches Auftrennen des Regelkreises
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Z load
7
+17V_DRV
U1003
LME49990
Mixed Signal Baugruppen
20011/12
High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
Es wird eine Stabilitätsreserve von 60° angestrebt. Diese Forderung ist dann erfüllt, wenn die
Spannung Vout bei der Frequenz, bei der sie betragsgleich zur Spannung Vin ist einen
Phasenwinkel von weniger als 180° + ( 180° -60°) = 180° + 120° aufweist.
Der erste Summand von 180° ist bereits durch die invertierende Funktion der Gegenkopplung
aus ihrem Prinzip heraus gegeben.
Damit darf beim Durchlauf durch den Regelverstärker, den Treiberverstärker und die
Ausgangsstufe noch eine Phasenverzögerung von maximal 120° entstehen.
Hiervon werden bereits 90° für den Regelverstärker „aufgebraucht“ (Integratorwirkung durch
internen Kompensationskondensator) Es verbleiben also noch 30° für die Treiberstufe und für
die Endstufe.
Zunächst soll noch einmal der Frequenzgang des BUF634 genauer betrachtet werden:
Auszug Datenblatt BUF634
Der Baustein wird in der Einstellung „Wide BW“ betrieben. Die Versorgungsspannung ist +/17V. Daher kommt die durchgezogen und fett gezeichente Kurve für eine
Versorgungsspannung von +/-18V den tatsächlichen Verhältnissen am nächsten.
Man erkennt bei -20° Phasenverschiebung eine Frequenz von 25MHz.
Dieses Diagramm bezieht sich jedoch auf rein ohmsche Last. In der Praxis sind jedoch nicht zu
vernachlässigende Streukapazitäten wirksam.
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Mixed Signal Baugruppen
20011/12
High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
Nun wir der Frequenzgang der Treiberstufe, die mit dem LM7171 aufgebaut ist, betrachtet:
Es wird eine kapazitive Last von 100pF am Ausgang der Treiberstufe angenommen ( 6 Buffer
zu je 8pF = 48pF + 52pF Streukapazität)
Auszug Datenblatt LM7171
Man erkennt, dass sich bis zu einer Frequenz von 10MHz keine signifikante Phasenverzögerung
ergibt.
Es soll nun das Verhalten des offenen Regelkreises, also der Serienschaltung von
Regelverstärker, Treiberstufe und Ausgangsstufe bei 10MHz grob abgeschätzt werden:
Die Leerlaufverstärkung des Regelverstärkers LME4990 ist näherungsweise:
GBP / f = 110MHz / 10MHz = 11.
Der Phasenwinkel ist hierbei dann etwas größer als 90°, hauptsächlich bedingt durch den
internen Kompensationskondensator des Regelverstärkers.
Die Verstärkung der Treiberstufe mit LM7171 ist 2. Die Phasenverzögerung dieser Stufe ist nahe
Null.
Die Verstärkung der Bufferstufe mit BUF634 ist 1. Die Phasenverzögerung bei 10MHz ist ca. –10°.
Die Gesamtverstärkung ist somit: 11 * 2 = 22.
Die Gesamt-Phasenverzögerung ist dabei ca. –90° -10° = -100°
Wenn es nun gelänge, die Verstärkung des offenen Regelkreises bei 10 MHz auf 1 zu bringen,
dann hätte man (unter den Voraussetzungen dieser Betrachtung) ein stabiles System. Hierzu
muss die Verstärkung des Regelverstärkers bei 10MHz auf 0,5 gebracht werden.
Hierzu soll die lokale Gegenkopplung am Regelverstärker aus R1011 und C1001 verwendet
werden. Zunächst werde R1011 durch eine Kurzschlussbrücke ersetzt. Wenn C1001 den
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Mixed Signal Baugruppen
20011/12
High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
halben Scheinwiderstand wie der Widerstandswert von R1008 aufweist, dann ist die
Verstärkung der Stufe 0,5.
C1001 muss also bei 10MHz einen Scheinwiderstand Xc von 0,5kOhm besitzen:
1/ ( 2 pi f Xc) = C = 1 / (2 pi 107 * 5*102) = 0,32 * 10-10F = 32pF.
Die Stufe arbeitet dann als Integrator. Die Phasenverzögerung der Stufe ist dann –90°.
Das Verhalten der Stufe wird mit der folgenden Simulation gezeigt:
Simulationsschaltung für den lokal gegengekoppelten Regelverstärker
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Mixed Signal Baugruppen
20011/12
High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
Simulationsergebnisse (Betrags- und Phasenfrequenzgang) für den lokal gegengekoppelten
Regelverstärker (1,0V im Betragsfrequenzgang entspricht einer Verstärkung von 1) Anhand
des Cursor-Fadenkreuzes erkennt man die gewünschte Verstärkung von 0,5 bei 10MHz.
Eine Möglichkeit die Phasenreserve zu erhöhten indem man die Phasenverzögerung des lokal
gegengekoppelten Regelverstärkers reduziert ist es, für R1011 anstelle der zunächst
gedanklich vorgesehenen Kurzschlussbrücke einen tatsächlichen Widerstand einzusetzen.
Damit strebt die Phasenverzögerung der Stufe dann bei hohen Frequenzen, bei denen der
Scheinwiderstand von C1001 kleiner als R1011 wird gegen Null.
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Mixed Signal Baugruppen
20011/12
High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
Dies wird mit der folgenden Simulationsschaltung gezeigt:
Simulationsschaltung für den lokal gegengekoppelten Regelverstärker
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Mixed Signal Baugruppen
20011/12
High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
Simulationsergebnisse (Betrags- und Phasenfrequenzgang) für den lokal gegengekoppelten
Regelverstärker (1,0V im Betragsfrequenzgang entspricht einer Verstärkung von 1)
Man erkennt, dass die Verstärkung der Stufe bei 10MHz nun 0,7 beträgt. Dies ist dem Zielwert
0,5 im Rahmen der hier benötigten Genauigkeit noch hinreichend nahe. Da die
Phasenverzögerung bei 10MHz nunmehr nur noch 45° beträgt, besteht nun möglicherweise
ein Freiheitsgrad bezüglich der Verringerung des Wertes von C1001.
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Mixed Signal Baugruppen
20011/12
High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
Die folgenden Simulationsergebnisse zeigen, dass man tatsächlich bei einer Verringerung des
Wertes von C1001 auf 16pF immer noch eine hinreichend geringe Phasenverzögerung bei
10MHz erhält:
Simulationsergebnisse (Betrags- und Phasenfrequenzgang) für den lokal gegengekoppelten
Regelverstärker (1,0V im Betragsfrequenzgang entspricht einer Verstärkung von 1) bei
Verringerung des Wertes von C1001 auf 16pF.
Die endgültige Dimensionierung von C1001 wird, ausgehend vom theoretisch ermittelten
Wert 16pF, experimentell am Prototyp vorgenommen.
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High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
Man erhält somit die folgende Schaltung:
R1006
1K 0.01%
R1007
1K 0.01%
+ Input
+17V_DRV
7
6
3 +
2 4
U1003
LM7171
U20101
BUF634T
6
2
2 -17V_BUF
R1011
510R
1
VIN
BW
V+
VO
V-
L20001
tbd
5
4
3
+17V_BUF
-17V_BUF
R1103
1K 0.1%
-17V_DRV
-17V_DRV
R20002
NB
R20001
NB
C1001
16pF
Z load
3 +
4
7
+17V_DRV
U1003
LME49990
C20001
NB
R1104
1K 0.1%
- Input
R1008
1K0 0.01%
R1010
1K0.01%
Die vereinfachte Schaltung mit dimensioniertem Kompensationsglied
Nun soll die Auswirkung der soeben dimensionierten Kompensationsschaltung auf den AudioSignalbereich betrachtet werden. Es wird der Wert 16pF für C1001 beibehalten, R1011 wird
zwecks Vereinfachung als kurzgeschlossen betrachtet, da er im Audio-Frequenzband klein
gegenüber dem Scheinwiderstand von C1001 ist und somit nahezu unwirksam ist.
Der Scheinwiderstand von 16pF bei 25kHz ist 400kOhm.
Damit hat die Regelverstärkerstufe bei 25kHz eine Verstärkung von 400. Die Treiberstufe hat
eine Verstärkung von 2. Damit ist die Verstärkung des offenen Regelkreises 800, das entspricht
58dB.
Damit wird der THD des Buffers von ca. –48dB (Betriebsart Wide Bandwidth, aus Messung bei
Voruntersuchung bekannt) um ca. 58dB reduziert. Es verbleibt ein THD in der Größenordnung
von –48dB -58dB = -106dB = 0,0005% bei 25kHz.
Bob Cordell gibt für einen optimierten diskret aufgebauten Verstärker 0,0086% bei 20kHz an
(50W in 8 Ohm bei 20kHz, „Designing Power Audio Amplifiers“ Chart 3.7 Seite 71)
Gegenüber der prinzipiell möglichen Leerlaufverstärkung des LME49990 verliert man jedoch
ca. 20dB. (GBW 110MHz => ca. 72dB bei 25kHz)
Würde man dagegen C1001 weiter reduzieren können, auf 8pF, erhielte man ungefähr
folgenden THD bei 25kHz:
-40dB – 52dB – 12dB = -112dB = 0,0003%
Man erkennt, dass es für das Verhalten des Verstärkers im Audio-Bereich sehr vorteilhaft ist,
C1001 so klein wie irgend möglich zu halten.
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Mixed Signal Baugruppen
20011/12
High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
In der Praxis konnte der Wert von C1001 auf 10pF reduziert werden. Dies entspricht einer
Knickfrequenz von 32 MHz. Mit einem Wert von 500 Ohm für R1011 wurden hierbei sehr gute
Ergebnisse erzielt.
Um dies zu erreichen wurden die Kompensationselemente R20001 und C20001 sowie L20001
experimentell dahingehend optimiert, dass der Wert von C1001 so weit wie möglich reduziert
werden konnte.
C20001 reduziert die Verstärkung der Ausgangsstufe bei hohen Frequenzen, wobei R20001 bei
hohen Frequenzen hierbei eine Phasenverzögerung verhindert. L20001 entkoppelt den
Ausgang des Verstärkers von den Kapazitäten der Zuleitungen zur Last. R20002 dämpft
Resonanzen, die im Zusammenwirken von L20001 mit anderen am Ausgang wirksamen
Kapazitäten entstehen.
Die Betrachtung des Einflusses der Treiberstufe auf das
Gesamtrauschen des Verstärkers
Der in der Treiberstufe verwendete Verstärker LM7171 weist ein recht hohes Rauschen auf.
Operationsverstärker mit den dynamischen Eigenschaften und dem
Versorgungsspannungsbereich des LM7171 bei gleichzeitig geringerem Rauschen sind nicht
verfügbar. Das folgende Diagramm zeigt die Rauschdichte des LM7171.
Auszug Datenblatt LM7171
Die Rauschdichte des BUF634 ist mit 4nV/rt(Hz) deutlich geringer.
Für die Betrachtung der Auswirkungen des Rauschens der Treiberstufe auf das Rauschen des
Ausgangssignals des Verstärkers ist von Bedeutung, dass sich die Treiberstufe innerhalb der
Gegenkopplungsschleife des Regelverstärkers befindet. Das Rauschen der Treiberstufe wird
also, zumindest im tieffrequenten Bereich, nahezu vollständig kompensiert. Im
höherfrequenten Bereich, in dem die Kompensation durch den Regelverstärker nicht mehr
vollständig möglich ist, ist die Rauschdichte des LM7171 deutlich geringer als im
tieffrequenten Bereich.
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Mixed Signal Baugruppen
20011/12
High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
In der vollständigen Schaltung wirken 6 Treiberstufen parallel, das Rauschen verringert sich
also um den Faktor 1 / (Wurzel 6) = 0,41.
Es soll noch grob abgeschätzt werden, inwieweit das durch die Treiberstufen erzeugte
Rauschsignal im Ausgangssignal noch vorhanden ist:
Aus dem die Rauschdichte des LM7171 darstellenden Diagramm lässt sich bei starker
Vereinfachung die Größenordnung einer mittlere Rauschdichte von 25nV/ rt(Hz) ableiten. Die
Spannungsverstärkung der Treiberstufe ist 2, womit sich dann am Ausgang eine Rauschdichte
von 50nV / rt(Hz) ergibt.
Mit 6 parallelen Treiberstufen ergibt sich dann das 0,41-fache: 16,4nV / rt Hz
Über eine Bandbreite von 30kHz ergibt sich eine Rauschspannung von: 16,4nV * rt ( 30'000) =
2840 nV eff = 2,84 uV eff
Diese Rauschspannung wird nun durch die Wirkung des Regelverstärkers teilweise
kompensiert. Es wurde bereits gezeigt, dass die Verstärkung des kompensierten
Regelverstärkers bei 25kHz 400 beträgt.
Damit ergibt sich näherungsweise eine Rauschspannung von 2,84uV eff / 400 = 0,007uV.
Dieser Wert trägt nicht mehr signifikant zur Gesamtrauschspannung am Ausgang bei.
Die Abschätzung des Gesamtrauschens des Verstärkers
Das Gesamtrauschen des Verstärkers wird durch das in der Eingangsstufe entstehende
Rauschen dominiert, da dieses mit der Spannungsverstärkung dieser Stufe multipliziert im
Ausgangssignal erscheint.
Dieses Rauschen wird wie folgt abgeschätzt:
Die Eingangsstufe wird gedanklich in zwei identische, voneinander getrennte,
massebezogene Stufen geteilt. Hierzu wird eine (zur Masse) symmetrische Ansteuerung der
Eingänge angenommen. In diesem Fall befindet sich der (gedachte) Mittelabgriff von R1003
auf dem Massepotential. Damit kann dieser Punkt (gedanklich) mit Masse verbunden
werden, womit sich dann zwei getrennte Zweige der Schaltung ergeben.
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20011/12
High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
Dieser Schritt ist in der folgenden Skizze dargestellt:
7
+17V_DRV
+-Eingang
U1001
LME49990
3 +
6
+-Ausgang
4
2 -
-17V_DRV
R1004
1K 0.1%
R1003A
287R/2 = 143,5R
R1003B
287R/2 = 143,5R
R1005
1K 0.1%
4
-17V_DRV
7
3
6
--Ausgang
+
--Eingang
-
2
U1002
LME49990
+17V_DRV
Gedankliche Zerlegung der Eingangsstufe in zwei unabhängige Zweige (Schritt 1)
Seite 2- 33
Mixed Signal Baugruppen
20011/12
High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
In der nun folgenden Skizze wird eine der so entstehenden Teilschaltungen dargestellt:
7
+17V_DRV
+-Eingang
U1001
LME49990
3 +
6
+-Ausgang
4
2 -
-17V_DRV
R1004
1K 0.1%
R1003A
287R/2 = 143,5R
Gedankliche Zerlegung der Eingangsstufe in zwei unabhängige Zweige (Schritt 2)
Die Rauschspannung wird zunächst für eine einzelne Teilschaltung bestimmt. Da sich die
(nicht korrelierten) Rauschspannungen beider Teilschaltungen in Bezug auf das
Ausgangssignal des Verstärkers summieren, wird die Rauschspannung beider Teilschaltungen
anschließend geometrisch addiert.
Zur Bestimmung der Rauschspannung am Ausgang wird der Eingang der Schaltung an Masse
gelegt. Weiterhin wird das Spannungs- und das Stromrauschen des Operationsverstärkers und
das Spannungsrauschen der Widerstände als Ersatzquellen eingezeichnet.
Seite 2- 34
Mixed Signal Baugruppen
20011/12
High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
Man erhält das folgende Ersatzschaltbild:
EN1
Spannungsrauschen OPV
7
+17V_DRV
U1001
LME49990
3 +
6
+-Ausgang
4
2 -
EN2
Stromrauschen OPV
-17V_DRV
R1004
1K 0.1%
R1003A
287R/2 = 143,5R
EN4
Spannungsrauschen R1004
EN3
Spannungsrauschen R1003
Ersatzschaltbild zur Bestimmung des Rauschens einer Teilschaltung
Seite 2- 35
Mixed Signal Baugruppen
20011/12
High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
Es wird der Einfluss des Spannungsrauschens des OPVs (EN1) betrachtet:
Das Spannungsrauschen des OPVs kann dem folgenden Diagramm entnommen werden:
Auszug Datenblatt LME49990
Da es für die hier benötigte Genauigkeit (im einstelligen Prozentbereich) ausreichend ist, wird
der Anstieg der Rauschdichte im Bereich unterhalb von 20Hz (der ohnehin nicht hörbar ist)
vernachlässigt und für den gesamten relevanten Bereich bis 22kHz eine Rauschdichte von
1nV / rt (Hz) angenommen.
Man erhält dann eine Rauschspannung von 1nv * rt (22'000) = 0,148uV eff.
Der Noise-Gain der Stufe ist: 1+ (1kOhm / 143,5 Ohm) = 8,43.
Damit ergibt sich am Ausgang eine Rauschspannung von 0,148uV * 8,43 = 1,25uV eff.
Seite 2- 36
Mixed Signal Baugruppen
20011/12
High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
Es wird der Einfluss des Stromauschens des OPVs (EN2) betrachtet:
Das Stromrauschen des OPVs kann dem folgenden Diagramm entnommen werden:
Auszug Datenblatt LME49990
Da es für die hier benötigte Genauigkeit (im einstelligen Prozentbereich) ausreichend ist, wird
der Anstieg der Rauschdichte im Bereich unterhalb von 20Hz (der ohnehin nicht hörbar ist)
vernachlässigt und für den gesamten relevanten Bereich bis 22kHz eine Rauschdichte von
3pA / rt (Hz) angenommen.
Damit ergibt sich ein Effektivwert des Rauschstroms von:
3pA * rt (22'000) = 0,445nA eff.
Dieser Strom fließt in den Summenpunkt des Verstärkers und wird daher durch einen
entgegengesetzt gerichteten, gleich großen Strom durch den Feedback-Widerstand
kompensiert. Der Wert des Feedback-Widerstandes ist 1kOhm. Damit ergibt sich die folgende
Rauschspannung am Ausgang:
0,445nA * 1kOhm = 0,445 uV eff.
Seite 2- 37
Mixed Signal Baugruppen
20011/12
High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
Es wird der Einfluss des Spannungsrauschens von R1003 (EN3) betrachtet:
Bei Integration bis 22kHz ergibt sich an R1003 (134,5 Ohm) eine Rauschspannung von 0,219uV
eff.
Damit wird ein Strom von 0,219uV / 134,5 Ohm = 0,0016uA in den Summenpunkt eingespeist.
Dieser Strom wird durch einen entgegengesetzt gerichteten, gleich großen Strom durch den
Feedback-Widerstand kompensiert. Der Wert des Feedback-Widerstandes ist 1kOhm. Damit
ergibt sich die folgende Rauschspannung am Ausgang:
0,0016uA * 1kOhm = 1,6uV eff.
Es wird der Einfluss des Spannungsrauschens von R1004 (EN4) betrachtet:
Bei Integration bis 22kHz ergibt sich an R1003 (1k Ohm) eine Rauschspannung von 0,597uV eff.
Damit wird ein Strom von 0,597uV / 1kOhm = 0,00597uA in den Summenpunkt eingespeist.
Dieser Strom wird durch einen entgegengesetzt gerichteten, gleich großen Strom durch den
Feedback-Widerstand kompensiert. Der Wert des Feedback-Widerstandes ist 1kOhm. Damit
ergibt sich die folgende Rauschspannung am Ausgang:
0,00597uA * 1kOhm = 0,597uV eff.
Die einzelnen zuvor ermittelten Rauschspannungen sind nicht miteinander korreliert und
werden daher geometrisch addiert:
Spannungsrauschen des OPV (EN1):
Stromrauschen des OPV (EN2):
Spannungsrauschen von R1003 (EN3):
Spannungsrauschen von R1004 (EN4):
1,25uV eff.
0,445uV eff.
1,6uV eff.
0,597uV eff.
Summe (geometrisch)
2,16uV eff.
(eine Teilschaltung)
Im Zusamenwirken beider Teilschaltungen ergibt sich durch erneute geometrische Addition
eine Rauschspannung von 3,1uV eff.
Der Beitrag der Regelverstärker- und Endstufe zum Gesamtrauschen ist im Rahmen der
Genauigkeit dieser Abschätzung vernachlässigbar. Daher ist diese Rauschspannung
näherungsweise auch am Ausgang des Verstärkers wirksam.
Die Ausgangsspannung bei einer Ausgangsleistung von 4W an 4 Ohm ist 4V.
Zu 3,1uV besteht dann ein Störabstand von –122dB.
In der Praxis dominieren andere Störquellen, vornehmlich auf der abgehörten Aufnahme und
das Widerstandsrauschen des Lautstärkepotentiometers, den tatsächlich wirksamen
Störabstand.
Seite 2- 38
Mixed Signal Baugruppen
20011/12
High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
Die Betrachtung der Signalpegel in der Eingangsstufe und in der
Regelverstärkerstufe bei Vollaussteuerung
Es soll in diesem Abschnitt die Frage geklärt werden, ob die Widerstände in der gewählten
Dimensionierung hinreichend groß sind, so dass die Operationsverstärker nicht
möglicherweise mit einem zu hohen Ausgangsstrom belastet werden.
Hierzu wird das Verhalten der Schaltung an ihren Aussteuerungsgrenzen untersucht. Hierzu
wird ein maximaler Momentanwert der Eingangsspannung von +2V angenommen. Mit dieser
Spannung wird die Clip-Grenze der Verstärkers von ca. 14Vp bereits überschritten.
Bei einer Eingangsspannung von –2V wären alle Beträge der Ströme und Spannungen
identisch, bei gespiegelten Vorzeichen und Richtungspfeilen.
Es wird zwischen den beiden vorhandenen Möglichkeiten der Beschaltung der Eingänge
unterschieden.
Es ergeben sich damit dann die folgenden Spannungen und Ströme:
+4,5V
U1001
LME49990
TP1009
R1006
1K 0.01%
3 +
R1007
1K 0.01%
6
1
2 -
+2V
TP1005
4,5mA
4,5mA
4
11,5mA
1
7
+17V_DRV
7mA
-17V_DRV
+17V_DRV
TP1003
6
1
R1005
1K 0.1%
-7V
1
2 -
R1011
NB
4
7mA
TP1004
TP1008
1
TP1012
R1012
0R0
3 +
R1003
287R 1%
1
4
3
2
1
-17V_DRV
-17V_DRV
1K0 0.01%
1
6
R1010
1K0.01%
1
18,5mA
4
7
3
TP1010
11,5mA R1008
+
2
C1001
NB
7mA
0V
-
+2V
+9V
U1003
LME49990 TP1011
1
TP1007
R1004
1K 0.1%
7
1
J1001
SL4
+17V_DRV
U1002
TP1006
LME49990
R1009
NB
+4,5V
+16V
Die Spannungs- und Stromverhältnisse bei Vollaussteuerung (Möglichkeit 1)
Seite 2- 39
Mixed Signal Baugruppen
20011/12
High-End-Audioverstärker
-3,5V
U1001
LME49990
TP1009
R1007
1K 0.01%
6
1
2 -
0V
TP1005
R1006
1K 0.01%
3 +
3,5mA
3,5mA
4
11,5mA
1
7
+17V_DRV
Verstärker BUF634
7mA
-17V_DRV
+17V_DRV
TP1003
6
1
R1005
1K 0.1%
2 -
R1011
NB
4
+9V
1
1
7mA
TP1004
TP1008
1
TP1012
R1012
0R0
3 +
R1003
287R 1%
-17V_DRV
-17V_DRV
R1010
1K0.01%
1K0 0.01%
1
1
19,5mA
4
7
3
6
TP1010
12,5mA R1008
+
2
C1001
NB
7mA
+2V
-
+2V
4
3
2
1
-7V
U1003
LME49990 TP1011
1
TP1007
R1004
1K 0.1%
7
1
J1001
SL4
+17V_DRV
U1002
TP1006
LME49990
R1009
NB
-3,5V
-16V
Die Spannungs- und Stromverhältnisse bei Vollaussteuerung (Möglichkeit 2)
Man erkennt, dass der größte auftretende Ausgangsstrom eines Operationsverstärkers
19,5mA ist.
Es soll nun geprüft werden, inwieweit dieser Strom vom LME49990 abgegeben werden kann,
ohne dass es hierbei zu Verzerrungen kommt.
Seite 2- 40
Mixed Signal Baugruppen
20011/12
High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
Dem Datenblatt des LME4990 können die folgenden Angaben entnommen werden:
Der minimale garantierte Ausgangsstrom bei Vcc = +/-18V und einer Last von 600 Ohm ist
24mA.
Weiterhin findet sich im Datenblatt das folgende Diagramm:
Auszug Datenblatt LME49990
Mit 24mA (Spitzenwert) in 600 Ohm ergeben sich 14,4V (Spitzenwert). Das entspricht einem
Sinus-Effektivwert von etwas mehr als 10V. Nach dem obenstehenden Diagramm sind
ebenfalls 10V effektiv bei einer Last von 600 Ohm möglich. Damit sind die beiden
betrachteten Aussagen im Datenblatt übereinstimmend.
Es kann also die Aussage getroffen werden, dass der LME4990 bei einer Ausgangsspannung
von 14,4V (Spitzenwert) 24mA (Spitzenwert)abgeben kann, ohne dass seine Klirrwerte
beeinträchtigt werden.
Damit ist die in der Schaltung des Verstärkers benötigte maximale Stromabgabe von 19,5mA
bei 9V mit guten Reserven möglich, auch wenn die Versorgungsspannung nur +/-17V beträgt.
Die konstruktive Realisierung des Verstärkers
Es wurde bereits gezeigt, dass die Unity-Gain-Frequenz des offenen Regelkreises des
Verstärkers im zweistelligen MHZ-Bereich liegt. Daraus folgt die Notwendigkeit, den Verstärker
konstruktiv als Hochfrequenzschaltung zu realisieren.
Dies wurde durch die Verwendung von SMD-Bauelementen auf einer vierlagigen MultilayerLeiterplatte mit flächiger Masseführung in den Innenlagen realisiert.
Die folgenden Abbildungen geben einen Eindruck von der konstruktiven Realisierung der
Verstärkerbaugruppe.
Seite 2- 41
Mixed Signal Baugruppen
20011/12
High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
Die Verstärkerbaugruppe
Die Realisierung der Treiberstufe mit Operationsverstärkern in SMD-Gehäusen
Seite 2- 42
Mixed Signal Baugruppen
20011/12
High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
Tatsächlich zeigte sich im Verlauf der Inbetriebnahme im Zuge eines Probeaufbaus einer
Modifikation bei dem ein Widerstand im Ausgangskreis des Regelverstärkers vorläufig in Form
eines bedrahteten Bauteils mit ca. 1cm langen Anschlussdrähten auf die Leiterplatte gesetzt
wurde eine starke Oszillation des Verstärkers bei ca. 25 MHz. Nachdem der Widerstand als
SMD-Bauteil direkt auf die Leiterplatte gesetzt wurde trat dieses Problem nicht mehr auf.
Seite 2- 43
Mixed Signal Baugruppen
20011/12
High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
Die Potentiometerbaugruppe
Dem Verstärker wird eine zusätzliche Baugruppe vorgeschaltet, die zwei massebezogene
Eingänge für die beiden Stereo-Kanäle und ein Tandem-Potentiometer zur Einstellung der
Lautstärke bereitstellt.
Der Wert des Lautstärkepotentiometers darf einerseits nicht zu gering sein, um die das
Eingangssignal abgebende Quelle nicht zu stark zu belasten, womit in dieser Verzerrungen
entstehen würden, darf aber auch nicht zu hoch sein, da in diesem Fall das
Widerstandsrauschen störend werden würde.
Weiterhin ist aus den Voruntersuchungen bekannt, das sich das Klirrverhalten der
Operationsverstärker LME49990 signifikant verschlechtert, wenn diese aus einer hochohmigen
Quelle angesteuert werden. Es wurde bereits bei einer Quellimpedanz von 100 Ohm eine
Verschlechterung des Klirrabstands um näherungsweise 10dB festgestellt.
Der vermutliche Grund für diesen Effekt, der in unterschiedlicher Größenordnung bei allen im
Rahmen der Voruntersuchung betrachteten Audio-Operationsverstärker aufgetreten ist, liegt
in der Spannungsabhängigkeit der Eingangskapazität der Eingangsstufe der
Operationsverstärker.
Der geringste Ohmwert, mit dem hochwertige Tandem-Potentiometer mit logarithmischer
Kennlinie beschaffbar sind ist 10kOhm. Dieser Wert ist noch ausreichend hoch, um die
Signalquelle (DC-Player) nicht zu überlasten. Der maximale Quellwiderstand am Ausgang des
Potentiometers ist in der (elektrischen) Mittelstellung wirksam. Er beträgt 2,5kOhm.
Daher wurden die Ausgänge des Potentiometers mit einem als Spannungsfolger
geschalteten Operationsverstärkers des Typs OPA1641 gepuffert. Bei diesem
Operationsverstärker ist die Abhängigkeit des Klirrs vom Quellwiderstand vergleichsweise
gering und zudem im Datenblatt spezifiziert.
Auszug Datenblatt OPA1641
Seite 2- 44
Mixed Signal Baugruppen
20011/12
High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
Die folgende Abbildung zeigt den Schaltplan der Potentiometer-Baugruppe.
Potentiometer-Baugruppe
+17V_DRV
7
J1
BNC
1
3 +
U1
OPA1641
R2
47R
6
+
4
2
2 -
P1
ALPS_10K_log
23
21
Eingang
13
11
-17V_DRV
CW
W
22
CCW
Ausgang
CW
W
12
CCW
+17V_DRV
7
J2
BNC
1
3 +
R4
47R
6
+
4
2
2 -
U2
OPA1641
-17V_DRV
Der Schaltplan der Potentiometer-Baugruppe
Die Widerstände R2 und R4 haben sich als notwendig erwiesen um die Operationsverstärker
zu stabilisieren, ohne diese Widerstände wird durch die Kapazität der am Ausgang
angeschlossenen Leitung eine Oszillation der Verstärker im Bereich um 5MHz verursacht.
Um Masseschleifen auszuschließen wird die Potentiometerbaugruppe mit einem eigenen,
potentialfreien Netzteil versorgt. Dieses Netzteil entspricht dem Netzteil, das auch zur
Versorgung der Vorstufen des Verstärkers verwendet wird.
Das von der Potentiometerbaugruppe verursachte Rauschen wird wie folgt abgeschätzt:
Das Widerstandsrauschen des Potentiometers ist in dessen elektrischer Mittelstellung maximal,
in dieser ist ein Widerstand von 2,5 kOhm wirksam. Die Rauschspannung beträgt bei
Integration bis 22kHz 0,95uV eff.
Seite 2- 45
Mixed Signal Baugruppen
20011/12
High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
Das Spanungsrauschen des OPA1641 kann dem folgenden Diagramm entnommen werden.
Auszug Datenblatt OPA1641
Im Rahmen der hier angestrebten Genauigkeit kann der Bereich unter 100 Hz vernachlässigt
werden und über den gesamten Frequenzbereich eine Rauschdichte von 6 nV / rt (Hz)
angenommen werden. Man erhält dann, bei Integration bis 22kHz, eine Rauschspannung von
0,89uV eff. Der Noise-Gain der Schaltung ist 1.
Das Stromrauschen des OPA1641 ist mit 0,8fA / rt (Hz) angegeben. Bei Integration bis 22kHz
erhält man einen Strom von 119fA eff. Damit ergibt sich, bei elektrischer Mittelstelung des
Potentiometers, eine Rauschspannung von 119fA * 2,5kOhm = 0,3nV eff.
Insgesamt ergibt sich die folgende Rauschspannung am Ausgang der
Potentiometerbaugruppe:
Widerstandsrauschen Potentiometer:
Spannungsrauschen OPV
Stromrauschen OPV
0,95uV
0,89uV
vernachlässigbar
Quadratische Summe:
1,3uV.
Diese Rauschspannung wird in der Eingangsstufe des Verstärkers mit dem Faktor 8 verstärkt,
womit sich am Ausgang des Verstärkers eine Rauschspannung von 10,4uV ergibt.
Es wurde bereits gezeigt, dass der Verstärker selbst eine Rauschspannung von 3,1uV erzeugt.
Damit ergibt sich am Ausgang eine maximale Gesamt-Rauschspannung von 10,9uV eff.
Die Ausgangsspannung bei einer Ausgangsleistung von 4W an 4 Ohm ist 4V.
Zu 10,9uV besteht dann ein Störabstand von –111dB.
In der Praxis dominieren andere Störquellen, vornehmlich auf der abgehörten Aufnahme, den
tatsächlich wirksamen Störabstand.
Seite 2- 46
Mixed Signal Baugruppen
20011/12
High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
Die folgende Abbildung zeigt die realisierte Potentiometerbaugruppe.
Die Potentiometerbaugruppe
Seite 2- 47
Mixed Signal Baugruppen
20011/12
High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
Das Netzteil für die Endstufe
Die Auslegung
Da die Bausteine BUF634 eine maximale Versorgungsspannung von +/-18V haben, aber zur
Erreichen der vorgesehenen Ausgangsleistung von 20W bzw. 80W im Vollbrückenbetrieb eine
Versorgungsspannung von17V erforderlich ist, ist die Verwendung eines stabilisierten Netzteils
notwendig.
Alle Ströme werden (bei Betrachtung mehrer Perioden des Audio-Signals) symmetrisch aus
der +17V-Versorgung und aus der –17V-Versorgung entnommen.
Der Strombedarf des Verstärkers wird für den Halbbrückenbetrieb wie folgt abgeschätzt:
Ruhestrom: 36 Bausteine BUF634 * 0,015A =
Maximaler Ausgangsstrom: 14Vp / 4 Ohm =
Summe:
0,54A
3,5Ap
4,04Ap
Im Vollbrückenbetrieb verdoppelt sich der Ausgangsstrom auf 7Ap.
Damit muss das Netzteil (elektrisch) bis zu 7,5Ap abgeben können.
Möglicherweise vorhandene kurzzeitige Stromspitzen, bedingt durch induktive und(oder
kapazitive Lasten, die über 7,5A hinausgehen sollen nicht vom Netzteil selbst, sondern aus
den ausgangsseitigen Pufferkondensatoren abgegeben werden.
Bei der thermischen Auslegung des Netzteils ist dagegen ist zu beachten, dass der zuvor
abgeschätzte Strom aus einem einzelnen Zweig jeweils nur für eine Halbwelle entnommen
wird.
Für die thermische Auslegung ist der folgende Strombedarf pro Zweig relevant:
Im Halbbrückenbetrieb:
Ruhestrom: 36 Bausteine BUF634 * 0,015A =
0,54A
Maximaler Ausgangsstrom: 14Vp / 4 Ohm * 0,5=1,75Ap
Gleichrichtmittelwert = 1,75Ap * 0,63 =
1,1A
Summe:
1,64A
Für den Vollbrückenbetrieb gilt die folgende Abschätzung:
Im Vollbrückenbetrieb ist ein Lastwiderstand von 2 Ohm pro Verstärkerzweig wirksam.
Ruhestrom: 36 Bausteine BUF634 * 0,015A =
0,54A
Maximaler Ausgangsstrom: 14Vp / 2 Ohm * 0,5= 3,5Ap
Gleichrichtmittelwert = 3,5Ap * 0,63 =
2,2A
Summe:
2,74A
Seite 2- 48
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20011/12
High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
Die Schaltung im Detail
Die folgende Abbildung zeigt die Schaltung beider Pfade des Netzteils.
D3101
STPS20L60CT
1
2
D3103
STPS20L60CT
1
2
3
3
C3101 R3101
10nF 1R
C3103
10nF
R3103
1R
D3105
SB560
U3101
LM338/TO
R3104
1R
VIN
VOUT
3
+17V
ADJ
18V
2
C3104
10nF
R3108
1K2
R3105
240R
1
+
C3102 R3102
10nF 1R
1
D3104
2
1
2
C3105
40'000uF 40V C3106
100nF
+
3
D3102
STPS20L60CT
LED3101
LED_rt
R3107
1K5
R3106
2K7
3
D3106
SB1100
+
C3108..C3111
4 x 2200uF/25V
parallel
C3107
100uF 25V
Q3101
2N2222A
STPS20L60CT
P3101
500R
D5101
STPS20L60CT
1
2
D3107
1N4002
D5103
STPS20L60CT
1
2
3
3
C5101 R5101
10nF 1R
C5103
10nF
R5103
1R
D5105
SB560
U5101
LM338/TO
-17V_BUF
2
C5104
10nF
R5104
1R
VIN
VOUT
C5108..5111
4 x 2200uF/25V
parallel
3
ADJ
18V
C5105
40'000uF 40V
R5105
240R
1
+
C5102 R5102
10nF 1R
1
D5104
2
1
2
R5106
2K7
3
3
D5102
STPS20L60CT
D5106
SB1100
LED5101
LED_rt
+
C5106
100nF
R5107
1K5
+
C5107
100uF 25V
Q5101
2N2907
STPS20L60CT
P5101
500R
R5108
1K2
-17V
Die Schaltung des Netzteils
Seite 2- 49
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20011/12
High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
Als Regelelement wird (für jeden Zweig) ein Spannungsregler des Typs LM338 verwendet. An
dieser Stelle kann nur die Ausführung von NSC/TI verwendet werden, da nur diese die
erforderliche Spannungsfestigkeit von 40V aufweist. Im Leerlauf wird diese Spannung gerade
noch nicht erreicht. Die (wesentlich preiswertere) Ausführung von ST hat dagegen nur eine
Spannungsfestigkeit von 36V, die nicht ausreicht.
Ein weiterer Vorteil des LM338 ist die variable Strombegrenzung, deren Einsatzpunkt sich an
der Temperatur des Bausteins und an der über dem Baustein anliegenden Spannung
orientiert. Die folgende Abbildung zeigt das Verhalten der Strombegrenzung des LM338.
Auszug Datenblatt LM338 (Texas Instruments)
Man erkennt, das der Baustein in der Lage ist, kurzzeitig Ströme von über 12A abzugeben.
Damit hat das Netzteil ausreichende Reserven kurzzeitig hohe impulsförmige Ströme
abzugeben, die in der Praxis bei einem realen Musiksignal in Bezug auf die thermische
Zeitkonstante des Bausteins hinreichend selten auftreten.
Die Dropout-Spannung des LM338 ist mit 2,5V deutlich höher als bei „moderneren“
Spannungsreglern. Damit wird der „Reservebereich“ zwischen minimaler Eingangsspannung
des Spannungsreglers und der Ausgangsspannung sehr klein. Im Eventualfall einer
toleranzbedingten Abweichung der Ausgangsspannung des Spannungsreglers nach oben
wäre die Differenz zwischen der minimalen noch verfügbaren Eingangsspannung des Reglers
und der Ausgangsspannung zu gering. Die Regelung würde dann aussetzten, der
Versorgungsspannung des Verstärkers wäre dann eine Brummstörung überlagert. Um diesen
Fall auszuschließen wird die Ausgangsspannung mit einem Potentiometer abgleichbar
gestaltet. Damit kann sie exakt auf 17,0V eingestellt werden, womit dann stets eine
ausreichende Spannungsdifferenz über dem Regler gewährleistet ist.
Seite 2- 50
Mixed Signal Baugruppen
20011/12
High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
Das Netzteil soll bei Eingangsspannungen bis hinab zu 10% Netzunterspannung einwandfrei
arbeiten.
In der Folge wird er minimale Scheitelwert der Trafo-Sekundärspannung bestimmt, bei dem
die Regelung gerade noch nicht aussetzt. Dieser Wert muss bei 10% Netzunterspannung noch
erreicht werden.
Ausgangsspannung:
Dropoutspannung LM338:
Ripple:
Kupfer- und Kernverluste im Netztrafo:
Durchlassverluste Schottky-Vollbrücke:
17,0V
2,5V
1V
1V
1,2V
Summe:
22,7V
Bei 10% Netzunterspannung muss der Netztrafo somit einen Scheitelwert von 22,7V abgeben.
Damit ergibt sich bei nomineller Netzspannung ein Scheitelwert von 22,7V / 0,9 = 25,2V.
Dies entspricht einem Effektivwert von 17,8V bei nomineller Netzspannung.
Damit wird der Normwert 18V für die Sekundärspannung gewählt, womit ein handelsüblicher
Transformator verwendet werden kann.
Bei einer Überspannung am Netz von 25% soll das Netzteil im Leerlauf nicht zerstört werden.
Es wird eine Leerlaufüberhöhung des Netztrafos von 10% angenommen.
Damit ergibt sich ein Scheitelwert von:
18V * 1,41 * 1,25 * 1,1 = 34,9V.
Damit ist es notwendig, die Ausführung des LM338 mit einer Spannungsfestigkeit von 40V zu
verwenden.
Es wurde bereits eine Welligkeit (Ripple) von 1Vpp festgelegt.
Zur Bestimmung des Wertes des Ladekondensators wird ein mittlerer Strom von 4A aus einem
Zweig angenommen.
Damit ergibt sich eine Kapazität von:
C = i * t / U = 4A * 10mS / 1V = 40‘000 uF.
Es wird ein robuster, strombelastbarer Kondensator des Typs CGS540V40000 mit den
Kenndaten 40‘000uF / 40V eingesetzt.
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High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
Die Verlustleistung des Spannungsreglers wird mit einem Strom von 2,74A berechnet, wie er
bereits für die thermische Auslegung im Vollbrückenbetrieb bestimmt wurde.
Hierfür wird von der nominellen Netzspannung ausgegangen.
Der Mittelwert der am Eingang des Spannungsreglers anliegenden Spannung ist:
Der Scheitelwert Trafo-Sekundärspannung ist:
18V * 1,41 =
25,4V
Hiervon wird abgezogen:
Flußspannung der Diodenbrücke:
50% des Ripples von 1V:
1,2V
0,5V
Damit erhält man einen Mittelwert der Eingangsspannung von:
23,7V
Über dem Spannungsregler liegt damit eine Spannung von 23,7V – 17,0V = 6,7V an.
Die Verlustleistung ist damit: 6,7V * 2,74A = 18,4W.
Bei einer Umgebungstemperatur von 25°C soll die Kühlkörpertemperatur nicht über 70°C
ansteigen.
Damit darf der thermische Widestand des Kühlkörpers nicht größer sein als:
Rth = (70°C – 25°C ) 18,4W = 2,44 °C/W
Es wird der Typ Wakefield 641A mit 2,4°C/W verwendet.
Für den Netztrafo wird ein Ringkerntrafo mit den Kenndaten 2 x 18V / 160VA, das entspricht
4,44A pro Wicklung, gewählt. Dieser Strom reicht für reale Musiksignale auch im
Vollbrückenbetrieb aus, da die, relativ selten auftretenden, darüber liegenden Stromspitzen
aus dem mit 40‘000uF großzügig dimensionierten Ladekondensator entnommen werden.
Für die Auswahl der Gleichrichterdioden waren die folgenden Forderungen maßgeblich:
-
Schottkydiode mit möglichst geringer Flußspannung
Strombelastbarkeit I av 8A
Sperrspannung 60V
Gehäuse TO-220, um Kühlung durch Fingerkühlkörper zu ermöglichen
Die großzügige Dimensionierung der Dioden ist an dieser Stelle sinnvoll, da diese Dioden von
den weit über dem Ausgangsstrom liegenden Ladestromimpulsen des Ladekondensators
durchflossen werden.
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High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
Es wurde der Typ STPS20L60CT von ST, eine Doppeldiode mit den Kenndaten 60V/20A
gewählt. Es werden beide Einzeldioden parallel geschaltet. Die Flussspannung einer einzelnen
Diodenstrecke in Abhängigkeit vom durch die Diode fließenden Strom ist im folgenden
Diagramm dargestellt.
Auszug Datenblatt STPS20L60CT
Um die Entstehung hochfrequenter Störungen beim Abschaltvorgang der Dioden zu
vermeiden werden den Dioden RC-Snubber parallelgeschaltet. Der Wert der Kondensatoren
von 10nF ist ein Erfahrungswert. Der Wert der Widerstände von 1 Ohm ist nach dem Buch
„Designing Audio Power Amplifiers“ von Bob Cordell dimensioniert.
Die Bausteine LM338 werden wie folgt beschaltet:
Der Wert des „oberen“ Widerstands (R3105 und R5105) wird gemäß üblicher Praxis auf 240
Ohm festgelegt.
Der Wert des „unteren“ Widerstands (R3106 in Serie mit P3101 sowie R5106 in Serie mit P5101)
wird nach der dazugehörigen Formel im Datenblatt bestimmt:
Vout = 1,25V ( 1 + R2/R1) + Iadj * R2
R1 entspricht hierbei R3105 bzw. R5105
R2 entspricht hierbei der Serienschaltung aus R3106 und P3101 sowie R5106 und P5101.
Da ohnehin ein Abgleich vorgesehen wird, ist keine genaue Rechnung erforderlich und es
wird daher der Term Iadj * R2 vernachlässigt.
Nach Umstellung der Formel und nach Einsetzen der bereits bekannten Werte folgt, dass die
R2 entsprechende Serienschaltung aus Festwiderstand und Potentiometer für eine
Ausgangsspannung von 17,0V 3,02kOhm betragen muss.
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Verstärker BUF634
Dies wird durch Serienschaltung eines Festwiderstands von 2,7kOhm und einem
Potentiometer von 500 Ohm realisiert.
Mit den Kondensatoren C3107 und C5107 wird ein Sanftanlauf der Ausgangsspannungen
erreicht.
Die Kondensatoren werden mit einem Strom von 1,25V / 240 Ohm = 5mA geladen. Der
Spannungsabfall über R3105 bzw. R5101 ist mit 1,25V stets gleich der internen
Referenzspannung des LM338)
Der stationäre Endwert der Spannung über den Kondensatoren ist 17V – 1,25V = 15,75V.
Mit einem praktikablen Kapazitätswert von 100uF wird die folgende Zeit benötigt, bis dieser
Endwert erreicht ist:
15,75V * 100uF / 5mA = 350ms.
Dieser Anstieg der Spannung ist hinreichend langsam. Es werden an dieser Stelle LowLeakage Elkos mit einer Spezifikation des Leckstroms von 0,002 * CV in uA (CV in uF * V)
gewählt.
Mit den Dioden D3105 und D3106 bzw. D5105 und D5106 werden die Bausteine LM338 gegen
ein- und ausgangsseitige Kurzschlüsse geschützt. Die Dioden stellen hierbei Entladepfade für
die Kapazitäten am Ausgang und am ADJ-Pin des Reglers bereit. Würden diese Dioden nicht
vorhanden sein, dann würden sich diese Kapazitäten über parasitäre Diodenstrecken
innerhalb des LM338 entladen, womit dieser dann zerstört würde. Für D3105 und D5101
werden Schottkydioden mit einer Strombelastbarkeit von 5A verwendet. Für D3106 und D5106
reicht eine Strombelastbarkeit von 1A aus.
An den Ausgängen der Regler wird jeweils eine aus 4 parallelgeschalteten 2200uF-Elkos (Low
ESR) bestehende Ausgangskapazität zur Pufferung von Stromspitzen vorgesehen. Auf der
Verstärkerbaugruppe selbst sind für jede der beiden Ausgangsspannungen weitere 12 Elkos
(Low ESR) mit jeweils 2200uF vorgesehen. Damit ist insgesamt an jedem Ausgang eine
Kapazität von 35‘200uF wirksam.
Die beiden Ausgänge des Netzteils sind miteinander verriegelt, um beim Ausfall einer der
beiden Versorgungsspannungen hohe Gleichströme durch den am Verstärker
angeschlossenen Lautsprecher zu vermeiden.
Die hier verwendete Schaltung ist dem Buch „Small Signal Audio Design“ von Douglas Self
entnommen.
Diese Schaltung arbeitet wie folgt:
Bei Gleichheit der Versorgungsspannungen ist das Potential der beiden Anschlüsse der Diode
D3107 näherungsweise symmetrisch zum Massepotential. Damit sperren sowohl Q3101 als
auch Q5101.
Es wird nun angenommen, die –17V-Versogung sei nicht mehr vorhanden. Damit wird das
Potential der Basis von Q3101 soweit positiv. dass Q3101 aufsteuert. Damit sinkt das Potential
des ADJ-Pins von U3101 bis zum Massepotential hin ab. Damit reduziert sich die
Ausgangsspannung von U3101 auf nahe 1,25V, die interne Referenzspannung des Bausteins.
Es wird nun angenommen, die +17V-Versorgung sei nicht mehr vorhanden. Dann wird das
Potential der Basis von Q5101 soweit negativ, dass Q5101 zu leiten beginnt, womit dann die
Spannung –17V auf –1,25V, dem Wert der internen Referenzspannung von U5101, reduziert
wird.
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Die folgende Abbildung zeigt eine fertiggestellte Netzteilbaugruppe für einen
Verstärkerkanal.
Das Netzteil für die Endstufen
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Verstärker BUF634
Das Netzteil für die Vorstufen
Die Auslegung
An einem Verstärkerkanal sind die folgenden zu versorgenden Strompfade vorhanden:
Strompfad
Anzahl
Versorgungsstrom
LME49990
Versorgungsstrom
LM7171
R1004/R1003/R1005
R1006 / R1007
R1008 / R1010
Gain-Widerstände
Treiberstufen
Summe:
3
Strom aus +/-17V
einzeln
12mA
Strom aus +/-17V
gesamt
36mA
6
9,5mA
57mA
1
14V / 2,27kOhm =
6,2mA
14V / 2kOhm = 7mA
14V / 2kOhm = 7mA
14V / 2kOhm = 7mA
6,2mA
1
1
6
7mA
7mA
7mA
120,2mA
Um für eventuelle Schaltungsänderungen Reserven zu haben wird das Netzteil jedoch für
einen Ausgangsstrom von 500mA ausgelegt.
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Verstärker BUF634
Die Schaltung im Detail
Die folgende Abbildung zeigt die Schaltung des Netzteils.
D4105
SB1100
D4101
SB1100
R4101
2R
D4102
SB1100
U4101
LM317/TO
VOUT
C4103
10nF
+
C4107
100nF
C4105
C4106
1800uF 35V 1800uF 35V
C4102
10nF
+17V
D4106
SB1100
R4102
240R
+
+
R4105
1K2
C4109
10uF 35V Ta
R4103
2K87
C4104
10nF
D4103
SB1100
2
+
1
C4101
10nF
VIN
ADJ
3
LED4101
LED_rt
C4110
2200uF/25V
+
R4104
1K5
C4108
47uF 25V
D4104
SB1100
Q4101
2N2222A
18V
P4101
500R
Bestückungsoption,
D4107
durch Drahtbrücke ersetzt 1N4002
D4205
SB1100
R4201
2R
D4201 D4202
SB1100SB1100
U4201
LM337/TO
VOUT
3
-17V
1
D4206
SB1100
R4202
120R
+
+
C4207
100nF
C4112
10nF
C4204
10nF
D4204
SB1100
18V
D4203
SB1100
C4209
10uF 35V Ta
R4203
1K18
C4208
100uF 25V
P4201
500R
C4210
2200uF/25V
R4204
1K5
+
C4205
C4206
1800uF 35V 1800uF 35V
+
C4202
10nF
+
C4201
10nF
VIN
LED4201
LED_rt
ADJ
2
R4208
1K2
Q4201
2N2907
Die Schaltung des Netzteils
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Die Ausgangsspannungen werden mit zwei Spannungsreglern des Typs LM317 und LM337
stabilisiert.
Das Netzteil soll bei Eingangsspannungen bis hinab zu 10% Netzunterspannung einwandfrei
arbeiten.
In der Folge wird er minimale Scheitelwert der Trafo-Sekundärspannung bestimmt, bei dem
die Regelung gerade noch nicht aussetzt. Dieser Wert muss bei 10% Netzunterspannung noch
erreicht werden.
Ausgangsspannung:
Dropoutspannung LM317/LM337:
Ripple:
Kupfer- und Kernverluste im Netztrafo:
Durchlassverluste Schottky-Vollbrücke:
17,0V
2V
1,5V
1V
1,2V
Summe:
22,7V
Bei 10% Netzunterspannung muss der Netztrafo somit einen Scheitelwert von 22,7V abgeben.
Damit ergibt sich bei nomineller Netzspannung ein Scheitelwert von 22,7V / 0,9 = 25,2V.
Dies entspricht einem Effektivwert von 17,8V bei nomineller Netzspannung.
Damit wird der Normwert 18V für die Sekundärspannung gewählt, womit ein handelsüblicher
Transformator verwendet werden kann.
Bei einer Überspannung am Netz von 25% soll das Netzteil im Leerlauf nicht zerstört werden.
Es wird eine Leerlaufüberhöhung des Netztrafos von 10% angenommen.
Damit ergibt sich ein Scheitelwert von:
18V * 1,41 * 1,25 * 1,1 = 34,9V.
Damit können die Bausteine LM317 und LM337 mit einer maximalen Eingangsspannung von
40V noch verwendet werden.
Es wurde bereits eine Welligkeit (Ripple) von 1,5Vpp festgelegt.
Zur Bestimmung des Wertes des Ladekondensators wird Laststrom von 0,5A angenommen.
Damit ergibt sich eine Kapazität von:
C = i * t / U = 0,5A * 10mS / 1,5V = 3‘300 uF.
Es werden zwei AL-Elkos mit je 1800uF über einen Widerstand mit dem Wert 2,2 Ohm
parallelgeschaltet, womit sich eine Kapazität von 3600uF ergibt. Die Serienschaltung des
Widerstands bildet mit dem zweiten Kondensator der Kette einen Tiefpass mit einer
Grenzfrequenz von 37Hz.
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Verstärker BUF634
Die Verlustleistung des Spannungsreglers wird ebenfalls mit einem Strom von 0,5A berechnet.
Hierfür wird von der nominellen Netzspannung ausgegangen.
Der Mittelwert der am Eingang des Spannungsreglers anliegenden Spannung wird wie folgt
bestimmt:
Der Scheitelwert Trafo-Sekundärspannung ist:
18V * 1,41 =
25,4V
Hiervon wird abgezogen:
Flussspannung der Diodenbrücke:
50% des Ripples von 1V:
1,2V
0,75V
Damit erhält man einen Mittelwert der Eingangsspannung von:
23,5V
Über dem Spannungsregler liegt damit eine Spannung von 23,5V – 17,0V = 6,5V an.
Die Verlustleistung ist damit: 6,5V * 0,5A = 3,3W.
Bei einer Umgebungstemperatur von 25°C soll die Kühlkörpertemperatur nicht über 70°C
ansteigen.
Damit darf der thermische Widestand des Kühlkörpers nicht größer sein als:
Rth = (70°C – 25°C ) 3,3W = 13,6 °C/W
Es wird der Typ Fischer SK145/37,5 mit 12°C/W verwendet.
Für beide Zweige des Netzteils wird die Möglichkeit des Feinabgleichs der Ausgangsspannung
vorgesehen. Hierbei soll der Einstellbereich von 16,5V bis nicht mehr als 19V (Maximal-Rating
der Versorgungsspannung des LME49990) gehen.
Der Baustein LM317 wird wie folgt beschaltet:
Der Wert des „oberen“ Widerstands (R3105 und R5105) wird gemäß üblicher Praxis auf 240
Ohm festgelegt.
Der Wert des „unteren“ Widerstands (R3106 in Serie mit P3101 sowie R5106 in Serie mit P5101)
wird nach der dazugehörigen Formel im Datenblatt bestimmt:
Vout = 1,25V ( 1 + R2/R1) + Iadj * R2
R1 entspricht hierbei R4102
R2 entspricht hierbei der Serienschaltung aus R4103 und P4101.
Nach Umstellung der Formel und nach Einsetzen der bereits bekannten Werte folgt, dass die
R2 entsprechende Serienschaltung aus Festwiderstand und Potentiometer für die minimal
einstellbare Ausgangsspannung von 16,5V 2,9kOhm betragen muss. Für die maximal
einstellbare Ausgangsspannung von 19V muss der Ohmwert der Serienschaltung 3,37kOhm
betragen.
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Verstärker BUF634
Dieser Einstellbereich wird durch eine Serienschaltung eines Festwiderstands von 2,87kOhm
und einem Potentiometer von 500 Ohm erreicht.
Mit dem Kondensatore C4108 wird ein Sanftanlauf der Ausgangsspannung und eine
verbesserte Brummunterdrückung erreicht. Der Kondensator wird mit einem Strom von 1,25V /
240 Ohm = 5mA geladen. Der Spannungsabfall über R4102 ist mit 1,25V stets gleich der
internen Referenzspannung des LM317.
Der stationäre Endwert der Spannung über dem Kondensator ist 17V – 1,25V = 15,75V.
Mit einem praktikablen Kapazitätswert von 47uF wird die folgende Zeit benötigt, bis dieser
Endwert erreicht ist:
15,75V * 47uF / 5mA = 165ms.
Dieser Anstieg der Spannung ist hinreichend langsam. Es wird an dieser Stelle ein LowLeakage Elko mit einer Spezifikation des Leckstroms von 0,002 * CV in uA (CV in uF * V)
eingesetzt.
Mit den Dioden D4105 und D4106 wird der Bausteine LM317 gegen ein- und ausgangsseitige
Kurzschlüsse geschützt. Die Dioden stellen hierbei Entladepfade für die Kapazitäten am
Ausgang und am Adjust-Pin des Reglers bereit. Würden diese Dioden nicht vorhanden sein,
dann würden sich diese Kapazitäten über parasitäre Diodenstrecken innerhalb des LM317
entladen, womit dieser zerstört würde. Für D4105 und D4106 werden Schottkydioden mit einer
Strombelastbarkeit von 1A verwendet.
Am Ausgang des Reglers wird eine aus einem 2200uF-Elkos (Low ESR) und einem
parallelgeschalteten Tantalelko 10uF bestehende Ausgangskapazität zur Pufferung von
Stromspitzen und zur weiteren Unterdrückung von Störungen vorgesehen.
Die Beschaltung des Bausteins LM337 entspricht bis auf wenige Details der bereits
beschriebenen Beschaltung des Bausteins LM317.
Da der empfohlene Wert des Widerstands vom Ausgang zum ADJ-Pins beim LM337 nur 120
Ohm anstelle von 240 Ohm beim LM317 beträgt wurden der maximale Ohmwert der
Serienschaltung aus R4203 und P4201 gegenüber der beim LM317 angewandten
Dimensionierung halbiert, um ebenfalls den Einstellbereich nach oben auf 19V zu begrenzen.
Weiterhin wurde der Wert von C4208 gegenüber der für den LM317 abgewandten
Dimensionierung verdoppelt, um für beide Ausgänge des Netzteils identische Anstiegszeiten
zu bekommen.
Die beiden Ausgänge des Netzteils sind miteinander verriegelt, um beim Ausfall einer der
beiden Versorgungsspannungen hohe Gleichströme durch den am Verstärker
angeschlossenen Lautsprecher zu vermeiden.
Das hier verwendete Schaltungsprinzip ist dem Buch „Small Signal Audio Design“ von Douglas
Self entnommen.
Diese Schaltung arbeitet wie folgt:
Bei Gleichheit der Versorgungsspannungen ist das Potential der Basisanschlüsse von Q4101
und Q4102 in der Nähe des Massepotentials. Damit sperren sowohl Q4101 als auch Q4102.
Es wird nun angenommen, die –17V-Versogung sei nicht mehr vorhanden. Damit wird das
Potential der Basis von Q4101 soweit positiv. dass Q4101 aufsteuert. Damit sinkt das Potential
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Verstärker BUF634
des ADJ-Pins von U4101 bis zum Massepotential hin ab. Damit reduziert sich die
Ausgangsspannung von U4101 auf nahe 1,25V, die interne Referenzspannung des Bausteins.
Es wird nun angenommen, die +17V-Versorgung sei nicht mehr vorhanden. Dann wird das
Potential der Basis von Q4201 soweit negativ, dass Q4201 zu leiten beginnt, womit dann die
Spannung –17V auf –1,25V, dem Wert der internen Referenzspannung von U4201, reduziert
wird.
Die folgende Abbildung zeigt eine Netzteilbaugruppe.
Eine Netzteilbaugruppe für die Vorstufen
Mögliche Verbesserungen
Die Schaltung ist durch die Verwendung von zwei verschiedenen Reglerbausteinen unnötig
aufwendig. Aufgrund der getrennten Trafo- Sekundärwicklungen kann auch im negativen
Zweig der LM317 verwendet werden.
Die Anstiegszeit der Ausgangsspannungen ist kürzer als die Anstiegszeit der
Ausgangsspannungen des Endstufen-Netzteils. Damit besteht prinzipiell die Gefahr eines
Latch-Ups, auch wenn dieser in der Praxis nicht auftritt. Daher wäre es wünschenswert, die
Anstiegszeiten beider Netzteile aneinander anzugleichen bzw. die Anstiegszeit des VorstufenNetzteils länger als die des Endstufen-Netzteils zu dimensionieren.
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Verstärker BUF634
Die Inbetriebnahme und die Messungen bei TigrisElektronik
Der Test von Verstärkerbaugruppe #1 am 10.08.2012
Übereinstimmung zwischen beiden Verstärkerbaugruppen
Bei den Messungen vorangegangenen Abschnitt der Inbetriebnahme zeigte sich stets eine
nahezu vollständige Übereinstimmung von Baugruppe #1 und Baugruppe #2. Daher werden
hier nur die an Baugruppe #1 aufgenommenen Messwerte dokumentiert.
Beschreibung des Messaufbaus
Zunächst wurde der Ausgang des D-Scopes direkt mit dem Minus-Eingang der
Verstärkerbaugruppe verbunden. Die Potentiometer-Baugruppe wurde erst zu einem
späteren Zeitpunkt in den Signalweg eingeschleift.
Um reproduzierbare Messwerte mit dem D-Scope zu erhalten, waren folgende Maßnahmen
notwendig:
-
Verbindung von D-Scope Gehäuseerdungsbuchse mit der Masse der Schaltung (hier: an
Masse des zur Versorgung der Vorstufen vorläufig verwendeten Labornetzteils)
-
Einfügen einer Gleichtaktdrossel 2x100uH Typ NKL R2610UKS zwischen Oszillator-Ausgang
des D-Scopes und Verstärker-Eingang
-
Einfügen einer Gleichtaktdrossel 2x100uH Typ NKL R2610UKS zwischen Verstärker-Ausgang
und D-Scope-Eingang
-
Sorgfältige Separierung der Leitungen, die Gleichtaktdrosseln dürfen nicht kapazitiv
überbrückt werden
-
Die eingangsseitige Gleichtaktdrossel muss von den strömführenden Ausgangsleitungen
separiert werden, ist dies nicht der Fall steigt der THD+N im Extremfall der Berührung von
0,00077% auf 0,024% an!
Die Vor- und die Endstufe des Verstärkers wurden bei den beschriebenen Tests noch aus zwei
getrennten Labornetzgeräten versorgt:
-
Versorgung Vorstufe: +/-17,5V
Versorgung Endstufe +/-17V
Eine Messung in einem vorangehenden Abschnitt der Inbetriebnahme zeigte bereits, daß der
THD+N-Wert mit den später verwendeten, zu diesem Verstärker gehörenden, Netzteilen gleich
bleibt.
Es wurde ein Drahtwiderstand mit einem Wert von 4 Ohm als Lastwiderstand verwendet.
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Verstärker BUF634
Die Messergebnisse für die Verstärkerbaugruppe ohne Potentiometer-Baugruppe
Ruhestrom aus Versorgung:
Vorstufe: +0.07A / -0.06A
Endstufe: +0,58A / - 0,57A
Verstärkung:
Mit Last 4 Ohm
Verstärkung = 7,69
Ausgangsleistung:
Die maximale Ausgangsspannung ohne Einbusse an Klirrabstand bei 1kHz an 4 Ohm ist 8,84V
rms, entsprechend 19,5W.
Es wurden folgende Klirrwerte gemessen:
THD+N = -102,5dB = 0,00076% (CT-Fenster)
THD (FFT gemittelt): 0,00045% = -107,25dB, (FFT-Fenster)
Ausgangswiderstand:
nach ca. 20cm Kabel über Steckverbinder:
bei 1kHz:
36mOhm
auf Leiterplatte, an Stecker-Pins:
bei 1kHz:
bei 10kHz:
bei 20kHz:
9mOhm
12mOhm
22mOhm
auf Leiterplatte, direkt an Fedback-Punkt:
bei 20kHz:
1,3 mOhm
Man erkennt, dass der Steckverbinder den größten Beitrag zum Ausgangswiderstand liefert,
an dieser Stelle wäre eine recht einfache Verbesserungsmöglichkeit gegeben.
Weiterhin erkennt man den Beitrag des Blindwiderstandes der Ausgangsdrossel durch den
Anstieg des Ausgangswiderstandes mit der Frequenz.
Der Ausgangswiderstand am Feedback-Punkt selbst ist dagegen vernachlässigbar.
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Verstärker BUF634
Frequenzgang:
Mit Last 4 Ohm
Frequenzgang mit Last 4 Ohm
+/- 0,03dB von 10Hz bis 25kHz
Obere Grenzfrequenz:
Mit Ausgangsspannung 10Vp bei 1kHz erhält man bei 130kHz 7,1Vp, entsprechend –3dB,
jedoch bei dreieckförmiger Spannung, die Ausgangsspannung wird durch die Slew-Rate
begrenzt.
Mit Ausgangsspannung 1Vp bei 1kHz erhält man ein Amplitudenminimum, ober halb des –
3dB-Punktes, bei ca. 500kHz, bei höheren Frequenzen steigt die Amplitude wieder an.
Slew-Rate:
Mit Last 4 Ohm
ca. 44V/us, gemessen bei Rechteckansteuerung für 10Vp-Ausgangssignal
Noise:
Der Eingang des Verstärkers wurde mit einem 75 Ohm-BNC-Abschlusswiderstand
abgeschlossen.
Noise Unweighted
Noise
(Brick-Wall 22Hz..22kHz)
(A-weighted)
26uV rms.
15,5uV rms.
Klirr:
8,84V rms an 4 Ohm
1kHz:
THD+N = -102,5dB = 0,00076% (CT-Fenster)
THD (FFT gemittet: 0,00045% = -107,25dB, Wert stabil)
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High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
Screenshot THD-Messung 8,84V rms an 4 Ohm bei 1kHz
Zum Vergleich wurden der Oszillator-Ausgang des D-Scopes und der Messeingang des DScopes direkt miteinander über ein Coax-Kabel verbunden. Man erhält einen nahezu
identischen THD-Wert (FFT-Fenster) von 0,00047% = -107,25dB.
Screenshot THD-Messung direkte Verbindung D-Scope Ausgang zu –Eingang bei 1kHz
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Verstärker BUF634
Die vorhergehenden THD-Messungen wurden mit höheren Frequenzen wiederholt:
10kHz:
Über Verstärker, mit 8,825V rms an 4 Ohm
THD +N = 0,0014% (CT-Fenster)
THD = 0,00133% (FFT-Fenster)
Zum Vergleich direkte Verbindung ebenfalls mit 10kHz:
THD +N = 0,00093% (CT-Fenster)
THD = 0,00081% (FFT-Fenster)
20kHz:
Über Verstärker, mit 8,801V rms an 4 Ohm:
THD+N = 0,00065% (CT-Fenster)
THD (BW 80kHz) = 0,00288% (FFT-Fenster)
THD (BW 40kHz) = 0,00204% (FFT-Fenster)
THD (BW 22kHz) = 0,00000% (FFT-Fenster)
Zum Vergleich direkte Verbindung ebenfalls mit 20kHz:
THD+N = 0,00060%
THD (BW 80kHz) = 0,00179%
Weiterhin wurde ein THD-Sweep bei einer Ausgangsspannung von 8,46V rms an 4 Ohm
durchgeführt:
Screenshot THD-Sweep mit 8,46V rms an 4 Ohm
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Verstärker BUF634
Im Leerlauf, bei einer Ausgangsspannung von 8,84V rms, wurden folgende Klirrwerte
gemessen:
1kHz: THD (BW 22kHz) = 0,00047%
10kHz: THD (BW 22kHz)
= 0,00132%
20kHz: THD (BW 80kHz)
= 0,00292%
Überaschenderweise erkennt man, dass der THD von der Ausgangsleistung nahezu
unabhängig ist. Dies legt nahe, dass entweder die Hauptursache des gemessenen THD in den
Operationsverstärkern der Eingangs- und der Differenzverstärkerstufe selbst liegt, während die
in den Buffern und Treibern entstehenden Verzerrungen nahezu vollständig kompensiert
werden oder aber eingestreute Störungen vom Messsystem teilweise als Klirr interpretiert
werden.
Um dieser Frage weiter nachzugehen, wurde versuchsweise zum Kompensationskondensator
C1001 (10pF) ein weiterer Kondensator mit 10pF parallelgeschaltet. Damit wird die
Knickfrequenz der offenen Schleifenverstärkung des Regelverstärkers halbiert. Unmittelbar
nach der Entfernung des parallelgeschalteten Kondensators wurde eine
Wiederholungsmessung zu Vergleichszwecken durchgeführt.
Mit dem parallelgeschalteten 10pF-Kondensator ergaben sich die folgenden Werte:
THD bei 8,84V rms an 4 Ohm mit 1kHz = 0,00045%
THD bei 8,84V rms an 4 Ohm mit 10kHz = 0,00127%
THD (BW 80kHz) bei 8,84V rms an 4 Ohm mit 20kHz = 0,00277%
Bei der Vergleichsmessung nach Entfernung des 10pF-Kondensators ergaben sich folgende
Werte:
THD bei 8,84V rms an 4 Ohm mit 1kHz = 0,00045%
THD bei 8,84V rms an 4 Ohm mit 10kHz = 0,00128%
THD (BW 80kHz) bei 8,84V rms an 4 Ohm mit 20kHz = 0,00285%
Überraschenderweise erkennt man keine Verschlechterung des THD trotz der nun geringeren
Verstärkungsreserve. Damit wird die voranstehende Vermutung gestützt. Für den
beobachteten Rückgang des THD bei 20kHz bei Parallelschaltung des Kondensators existiert
noch kein Erklärungsansatz.
Für die folgende Messung wurde anstelle des internen Oszillators des D-Scopes ein externer
Oszillator, der sogenannte Super-Oszillator, der auf eine Applikationsschaltung von Linear
Technology zurückgeht, verwendet. Dieser Oszillator hat eine Festfrequenz von 10kHz. Die
Amplitude ist einstellbar.
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Verstärker BUF634
Bei der Verwendung des Super-Oszillators müssen verschiedene Besonderheiten beachtet
werden, um zu reproduzierbaren Ergebnissen zu kommen:
-
Mann kann nur den Differenzausgang des Oszillators verwenden. Die massebezogene
Ausgänge haben einen deutlich höheren THD. Die Masse des Oszillators hat dann die
halbe Signalspannung gegen GND, da eine Seite des Differenzausgangs am Verstärker
mit GND verbunden ist.
-
Daher ergibt sich ein recht hoher Noise-Pegel, wegen vom Steckernetzteil ausgehender
Störungen, die THD-Messung wird damit aber nicht beeinträchtigt.
-
Der Oszillator muss mit dem dazugehörigen Steckernetzteil versorgt werden, mit einem
Labornetzteil ergeben sich deutlich schlechtere Werte wegen einer kapazitiven
Erdschleife. Daher dann hoher Noise-Pegel.
-
Der Deckel des Oszillators muss geschlossen sein, sonst ergeben sich Regelschwingungen,
die zu deutlich zu hohen THD-Anzeigen führen.
-
Der Oszillator wurde sicherheitshalber über eine Gleichtaktdrossel 2x100uH an den
Verstärker angeschlossen.
Zunächst wurde der Super-Oszillator direkt an den Meßeingang des D-Scopes gelegt:
Mit einer Ausgangsspannung des Oszillators von 2V rms ergab sich:
THD (22kHz) = 0,00017% = -115,5dB
Mit einer Ausgangsspannung des Oszillators von 8V rms ergab sich:
THD (22kHz) = 0,0002% = -113,9dB
Man erkennt eine deutliche Qualitätsverbesserung gegenüber dem internen Oszillator des DScopes.
Nun wurde der Klirr des Verstärkers gemessen:
Die Ausgangsspannung betrug 8,5V rms an 4 Ohm. Die Frequenz war 10kHz.
Es wurden folgende Werte gemessen:
THD+N
= 0,009%
THD (BW 22kHz): = 0,00068% = -103,3dB
THD (BW 80kHz): = 0,00080% = -102,0 dB
(CT-Fenster)
(FFT-Fenster)
(FFT-Fenster)
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Weiterhin wurde die Untersuchung des Verhaltens bei halbierter Knickfrequenz der offenen
Schleifenverstärkung durch Parallelschalten von 10pF zu C1001 mit dem Super-Oszillator als
Signalquelle wiederholt:
Bei 8,5V rms an 4 Ohm mit 10kHz ergab sich bei parallelgeschaltetem Kondensator:
THD (BW 80kHz) = 0,00061%
Eine Kontrollmessung unmittelbar nach Entfernen des Kondensators ergab:
THD (BW 80kHz) = 0,00066%
Auch hier erkennt man nicht die zunächst erwartete Verschlechterung des THD bei
parallelgeschaltetem Kondensator. Aus noch ungeklärter Ursache geht der THD bei
Parallelschalten des Kondensators leicht zurück.
Nach Abschluss dieser Messungen wurde wieder der interne Oszillator des D-Scopes
verwendet.
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Wiederholungsmessung Verstärkerbaugruppe #1 mit verbessertem
Messaufbau am 02.09.2012
Diese Wiederholungsmessung wurde mit den folgenden, gegenüber der zuvor
beschriebenen Messung veränderten Eigenschaften des Messaufbaus durchgeführt:
-
Super-Oszillator mit Batteriebetrieb (neu gegenüber vorhergehender Messung)
-
Versorgung der Vorstufen mit dem zum Verstärker gehörenden Netzteil, das zuvor
verwendete Labornetzteil bewirkt keine hinreichend gute kapazitive Trennung von PE
((neu gegenüber vorhergehender Messung)
-
Es darf während der THD-Messung keine Oszi-Masseverbindung an den Verstärker gehen
(neu gegenüber vorhergehender Messung)
-
Das D-Scope muss über Trenntrafo betrieben werden (neu gegenüber vorhergehender
Messung)
-
Der Laptop muss mit Akku betrieben werden (neu gegenüber vorhergehender Messung)
-
Gleichtaktdrossel 2x 100uH in Dscope Ein- und Ausgängen
Die Ausgangsspannung des Verstärkers war bei allen Messungen 8,0V rms.
Die Bandbreite bei allen Klirrmessungen war 40kHz.
Einspeisung des Eingangssignals über den + - Eingang:
THD (BW 40kHz) Leerlauf
THD (BW 40kHz) Last 4 Ohm
= 0,00023%
= 0,00034%
= -112,8dB
= -109,4dB
= 0,00028%
= 0,00036%
= -111 dB
= - 108,9 dB
Einspeisung über - - Eingang:
THD (BW 40kHz) Leerlauf
THD (BW 40kHz) Last 4 Ohm
IMD nach SMPTE/DIN 60Hz/7kHz:
Mit Vin = 1V rms, Vout = 7,93V rms wurde folgendes gemessen:
IMD
= 0,00066%
= -103,5dB
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Messung Verstärkerbaugruppe #1 mit vorgeschalteter
Potentiometer-Baugruppe mit verbessertem Messaufbau am
02.09.2012
Der im vorstehenden Abschnitt beschriebene Messaufbau wurde dahingehend verändert,
dass die Potentiometerbaugruppe mit dem Eingang der Verstärkerbaugruppe verbunden
wurde, hierzu wurde ein ca. 20cm langes abgeschirmtes NF-Kabel verwendet.
Das Potentiometer wurde in die elektrische Mittelstellung gebracht.
Frequenzgang:
Mit Last 4 Ohm
Frequenzgang mit Last 4 Ohm
+/- 0,04 dB von 10 Hz bis 25kHz
Slew-Rate:
Mit Last 4 Ohm
ca. 47V/us, gemessen bei Rechteckansteuerung für 10Vp-Ausgangssignal
Noise:
Der Eingang der Potentiometerbaugruppe wurde mit einem 75 Ohm-BNCAbschlußwiderstand abgeschlossen.
Noise Unweighted
Noise
(Brick-Wall 22Hz..22kHz)
(A-weighted)
40,7uV rms.
23uV rms.
Erwartungsgemäß erkennt man einen leichten Anstieg des Rauschens gegenüber der für sich
alleine betriebenen Verstärkerbaugruppe durch das Widerstandsrauschen des
Potentiometers.
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Klirr:
8,0V rms an 4 Ohm mit 1kHz: (optimale Aussteuerung für geringsten THD-Messwert)
THD (BW = 22kHz)
= 0,00039% = -108,1dB (FFT-Fenster)
8,68V rms an 4 Ohm mit 1kHz:
THD+N
THD (BW = 22kHz)
= 0,00085%
= 0,00045%
(CT-Fenster)
(FFT-Fenster)
8,67V rms an 4 Ohm mit 10kHz:
THD+N
THD (BW = 22kHz)
= 0,0012%
= 0,00100%
(CT-Fenster)
(FFT-Fenster)
8,65 V rms an 4 Ohm mit 20kHz:
THD+N
THD (BW = 80kHz)
= 0,00073%
= 0,00232%
(CT-Fenster)
(FFT-Fenster)
Anstelle des internen Oszillators des D-Scopes wurde für die folgende Messung der externe
Super-Oszillator verwendet:
Das Potentiometer wurde in der elektrischen Mittelstellung belassen.
Die Verstärkermasse wurde an PE gelegt, sonst ergeben sich deutlich schlechtere Messwerte,
da die ansonsten vorhandenen Gleichtaktstörungen am Widerstand des Potentiometers zu
unsymmetrischen Störungen gewandelt werden.
8,5V rms an 4 Ohm mit 10kHz:
THD+N
THD (BW = 22kHz)
THD (BW = 80kHz)
THD (BW = 20kHz AES17)
= 0,005%
= 0,00054% = -105,3dB
= 0,00065% = -103,7 dB
= 0,00061% = -104.4dB
Überraschenderweise zeigen sich mit der, Potentiometer-Board leicht geringere Klirrwerte als
mit dem Verstärkerboard alleine. Der Grund dafür kann in der zur Kompensation der
Abschwächung des Potentiometers erhöhten Ausgangsspannung des Oszillators liegen, bei
der der Oszillator möglicherweise weniger klirrt.
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Weitere Messungen an Verstärkerbaugruppe #1 und der
Potentiometer-Baugruppe am 03.09.2012
Der im vorigen Abschnitt beschriebene Messaufbau kam auch bei den folgenden
Messungen zur Anwendung.
Kontrollmessung, Super-Oszillator direkt an Dscope:
Super-Osc. 10kHz 2V rms direkt an D-scope: THD (BW 40kHz) = 0,00016%
Potentiometerbaugruppe alleine, ohne Verstärkerbaugruppe:
Die Masse der Potentiometerbaugruppe und die Masse des Dscopes wurde an PE gelegt.
Das Potentiometer befand sich in elektrischer Mittelstellung. Die Baugruppe wurde durch den
Super-Oszillator mit 10kHz 2V rms gespeist. Die Ausgangsspannung der Baugruppe betrug 1V
rms.
THD (BW 40kHz) = 0,00034% beide Kanäle identisch.
Potentiometerbaugruppe und Verstärkerbaugruppe, Speisung mit Super-Oszillator:
Potentiometer am Anschlag:
8V rms an 4 Ohm
D-scope und Verstärker floatend
D-Scope geerdet
D-Scope und Verstärker geerdet
Verst. geerdet Dscope floatend
THD (BW = 40kHz) = 0,00038%
THD (BW = 40kHz) = 0,00060%
THD (BW = 40kHz) = 0,00077%
THD (BW = 40kHz) = 0,00040%
Potentiometer in el. Mittelstellung:
8V rms an 4 Ohm
D-scope und Verstärker floatend
D-Scope geerdet
D-Scope und Verstärker geerdet
Verst. geerdet Dscope floatend
THD (BW = 40kHz) = 0,00036%
THD (BW = 40kHz) = 0,00059%
THD (BW = 40kHz) = 0,00075%
THD (BW = 40kHz) = 0,00042%
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Simulation der realen Betriebssituation, Eingangsspannung vor Poti 2V rms, Variation der
Ausgangsspannung des Verstärkers über Poti-Stellung:
Verstärker geerdet, D-Scope floatend
10V rms an 4 Ohm
9V rms an 4 Ohm
8V rms an 4 Ohm
(25W)
(20W)
(16W)
THD (BW = 40kHz) = 0,00088%
THD (BW = 40kHz) = 0,00043%
THD (BW = 40kHz) = 0,00040%
Zwischen 3V und 8V war keine Messung möglich, in diesem Amplitudenbereich misst das
Dscope bei Frequenzen oberhalb von ca. 5kHz fehlerhaft
3V rms an 4 Ohm
(2,3W)
THD (BW = 40kHz) = 0,00022%
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Weitere Messungen an Verstärkerbaugruppe #1 und der
Potentiometer-Baugruppe mit nochmals verbessertem Messaufbau
am 04.09.2012
Gegenüber dem am 03.09.2012 verwendeten Messaufbau wurden die folgenden
Veränderungen vorgenommen:
-
Zusätzliche Netztrennung des Verstärkers über Daitron-Trenntrafo
Abschalten des Signalgenerators im Dscope
Unterlegen von Verstärker und Oszillator mit Kupferfolie (mit PE verbunden)
Die Verstärkermasse wurde mit PE verbunden, das Dscope wurde floatend betrieben
Noise:
Noise-Messung am Ausgang des Verstärkers, der Eingang der Potentiometerbaugruppe
wurde mit 75 Ohm abgeschlossen, das Potentiometer wurde dan den oberen Anschlag
gestellt:
Noise unweighted 22Hz..40kHz
Ausgang
Noise unweighted 22Hz..22kHz
6,09uV rms
unabhängig von Last am
5,90uV rms
5,95uV rms
Leerlauf
4 Ohm Last
Die Ergebnisse der Noise-Messung waren von der Stellung des Potentiometers unabhängig.
Bezug der Noise-Spannung zu einer Ausgangsleistung von 4W: 4V rms / 6uV = -116,5dB
Klirr:
Aus dem + - Ausgang des Super-Oszillators wurde eine Spannung von 1V rms in den Eingang
der Potentiometerbaugruppe eingespeist. Das Potentiometer befand sich am oberen
Anschlag. Die Ausgangsspannung des Verstärkers betrug 8,0V rms:
THD+N (BW 40kHz) Leerlauf
THD+N (BW 40kHz) 4 Ohm
0,00088%
0,00091%
THD (BW 40kHz) Leerlauf
THD (BW 40kHz) 4 Ohm
0,00028%
0,00036%
Vergleichsmessung Oszillator 1V rms direkt in Dscope
THD+N (BW 40kHz)
THD
(BW 40kHz)
0,00111%
0,00031%
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Verstärker BUF634
Aus dem DIFF- Ausgang des Super-Oszillators wurde eine Spannung von 2V rms in den
Eingang der Potentiometerbaugruppe eingespeist. Das Potentiometer befand sich in der
elektrischen Mittelstellung. Die Ausgangsspannung des Verstärkers betrug 8,0V rms:
THD+N (BW 40kHz) Leerlauf
THD+N (BW 40kHz) 4 Ohm
0,00087%
0,00090%
-101,2dB
-100,9dB
THD (BW 40kHz) Leerlauf
THD (BW 40kHz) 4 Ohm
0,00028%
0,00037%
-111,0dB
-108,6dB
Vergleichsmessung Oszillator 2V rms direkt in Dscope
THD+N (BW 40kHz)
THD
(BW 40kHz)
0,00062%
0,00015%
-104,2dB
-116,5dB
IMD nach SMPTE/DIN 60Hz/7kHz:
Für diese Messung wurde der interne Oszillator des Dscope verwendet.
Mit Vin = 1,59V rms, Vout = 7,12V rms wurde folgendes gemessen:
IMD = 0,00026% = -111,5dB
Der Höreindruck
Nach dem Einschalten ist nicht das geringste Rauschen oder Brummen hörbar, auch nicht bei
voller Lautstärke.
Beim Ein- und Ausschalten des Verstärkers gibt es nur unwesentliche „Plopps“.
Die Lautstärke ist trotz der scheinbar geringen Leistung von ca. 20W im Hörraum (ca. 30qm)
mehr als ausreichend. Schon weit vor dem Anschlag des Lautstärkepotentiometes wird es
unangenehm laut.
Die Wiedergabe klingt sehr präzise, aber nicht kalt. Die Mitten wirken sehr lebendig.
Es wurde ein Vivaldi-Cellokonzert in einer sehr natürlich produzierten Aufnahme von Yo Yo Ma
gehört.
Im Vergleich mit dem Röhrenverstärker BLACK CAT 2 hat man den Eindruck, der
Röhrenverstärker gibt einen „Bizzel“ zu Musik hinzu, ein mobilisierendes Element, einige Hörer
fanden, dass der Röhrenverstärker die Höhen intensiver herausbringt. Andererseits erscheint
das Klangbild des Buffer-Verstärkers dem Verfasser etwas klarer und in den Mitten druckvoller.
Über die Frage, welchen Verstärker man bevorzugen würde gab es unter den Hörern
(Mitarbeiter von Tigris) etwa hälftige Präferenzen für den BLACK CAT 2 und für den BufferVerstärker.
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Verschiedene Messungen im Zuge der Inbetriebnahme
THD-Messung an verschiedenen Punkten innerhalb des Verstärkers
Der Verstärker wurde (direkt, ohne Potentiometerbaugruppe) mit dem Super-Oszillator mit
10kHz gespeist.
Bei einer Ausgangsspannung von 8,59V rms an 4 Ohm ergab sich, an der Ausgangsleitung
außerhalb des Verstärkers gemessen, ein THD von 0,00067%. (BW 22kHz)
Eine Messung auf dem Verstärkerboard, direkt zwischen den beiden Feedback-Punkten,
ergab einen THD von 0,00063% (BW 22kHz)
Die vermutliche Ursache dürfte in den ausgangsseitigen Steckkontakten liegen.
Im Leerlauf ergab sich überraschenderweise eine leichte Erhöhung (!) des THD auf 0,00067%
Eine Messung zwischen den beiden Ausgängen der Eingangsstufe (TP1005 und TP1006) ergab
einen THD (BW 22kHz) von 0,00011% ( = -119dB)
Versuchsweise Umwandlung der Differenzverstärkerstufe des Regelverstärkers in
eine massebezogene invertierende Verstärkerstufe
Versuchsweise wurde die Differenzverstärkerstufe durch Verbindung des nichtinvertierenden
Eingangs des Operationsverstärkers U1003 mit GND in eine invertierende Verstärkerstufe
umgewandelt, bei der das Potential der Eingänge zeitlich konstant näherungsweise Null ist.
Es sollte die Fragestellung geklärt werden, ob dann der Klirrgrad der Stufe herabgesetzt wird.
Hierzu wurde der Minus-Eingang des Verstärkers angesteuert. Der Widerstand R1003 wurde
auf der Seite des Plus-Eingangs herausgenommen und an Masse gelegt.
Der Verstärker wurde mit dem externen Super-Oszillator mit 10kHz gespeist. Im Zuge der
Modifikation wurde die am Oszillator eingestellte Spannung verdoppelt, um den
Verstärkungsverlust durch den Wegfall eines Eingangsverstärker-Zweiges zu kompensieren.
Der, direkt am Feedback-Punkt gemessene, THD betrug bei ca. 8,5V an 4 Ohm am
Feedback-Punkt mit der ursprünglichen Schaltung 0,00063%. Nach der Modifikation sank er
auf 0,00059%.
Messungen mit lokaler Gegenkopplung der Differenzverstärkerstufe
Für diese Messungen wurde die Differenzverstärkerstufe lokal (vom Ausgang U1003) mit
1kOhm gegengekoppelt. Gleichzeitig wurde der verstärkungsbestimmende Widerstand der
Eingangsstufe zweigeteilt und der so entstehende Mittelpunkt mit GND verbunden.
In Zuge der lokalen Gegenkopplung der Differenzverstärkerstufe wurde der Eingang der
Treiberstufe auf Masse gelegt. Hierbei zeigte sich, in Abhängigkeit von der Wahl des
Massepunktes und der Länge bzw. des Verlaufs der Masseleitung eine Schwingneigung der
Verstärkers bei ca. 27MHz. Der Ersatz der direkten Masseverbindung durch einen Widerstand
im einstelligen Ohmbereich unterband die Oszillationen.
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Verstärker BUF634
Aus diesem Grund wurde die 0R0-Brücke R1012 vorsichtshalber auf beiden
Verstärkerbaugruppen durch einen 33 Ohm-Widerstand ersetzt.
Es wurde weiterhin das Klirrverhalten der nun nicht mehr in der Gegenkopplungsschleife
befindlichen, also im open-Loop-Betrieb arbeitenden, Treiber- und Endstufen untersucht:
Ausgangssignal an 4 Ohm, Treiber und Buffer nicht in Gegenkopplungsschleife
Ausgangssignal im Leerlauf, Treiber und Buffer nicht in Gegenkopplungsschleife
Man erkennt eine deutliche Zunahme der Verzerrungen bei belastetem Ausgang.
Interessanterweise ist kann man, wenn Treiber und Buffer in der Gegenkopplungsschleife sind,
diese Zunahme der Verzerrung bei Belastung des Ausgangs praktisch nicht mehr erkennen.
Damit sieht man, dass der Regelkreis die in den Treibern und Buffern entstehenden
Verzerrungen praktisch vollständig kompensiert.
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Die Dimensionierung der frequenzkompensierenden und stabilisierenden Elemente im
Zuge der Inbetriebnahme
Ausgangsdrossel L20001:
Das Kompensationsnetzwerk R1011 / C1001 befand sich während dieser Tests in dem
Dimensionierungszustand 10pF / 510 Ohm.
Wenn die Ausgangsdrossel L20001 durch eine Drahtbrücke ersetzt wurde, dann zeigten sich
beim Anschluss eines 1nF-Kondensators direkt an den Ausgangsstecker J201 Schwingungen
mit ca. 20Mhz. Wenn man den Kondensator über ca. 40cm verdrillte Leitung anschließt, dann
bildet sich diese Schwingung mit reduzierter Amplitude ebenfalls aus.
Es wurde mit verschiedenen aus Litze AWG16 gewickelten Lufttspulen für L20001
experimentiert.
Gute Ergebnisse zeigten sich mit einer Luftspule mit den folgenden Eigenschaften:
Durchmesser: ca. 30mm
Windungszahl: 3
Länge ca. 3mm
Nach dem Induktivitäts-Rechner von B. Kainka ( http://www.b-kainka.de ) ergibt sich für diese
Spule eine Induktivität von 2,7uH.
Als Parallelwiderstand R20002 wurden, wiederum nach experimenteller Ermittlung des
geeigneten Wertebereichs, 3 Metallfilmwiderstände mit je 5,1 Ohm parallelgeschaltet, womit
sich ein Widerstandswert von 1,7 Ohm ergab.
Nach dem Einbau von 2,7uH für L20001 und von 1,7 Ohm für R20002 wurde der Verstärker mit
einer Rechteckspannung beaufschlagt und die Kurvenform der Ausgangsspannung
beobachtet.
Hierbei wurde der Ausgang mit 1nF, 10nF und 100nF belastet.
Unmittelbar am Ausgang, also „vor“ der Drossel zeigte sich bei allen Belastungen ein stailes
Verhalten des Verstärkers mit ausreichendem Phasenrand. „Hinter“ der Drossel zeigte sich ein
gedämpftes Ausschwingen mit der sich aus dem Zusammenwirken des Lastkondensator und
der Ausgangsdrossel ergebenden Resonanzfrequenz.
Zobel-Glied R20001 und C20001:
Der Kompensationskondensator C1001 wurde versuchsweise von 10pF auf 4,7pF reduziert.
Das Zobel-Glied war noch nicht vorhanden.
Damit oszillierte der Verstärker ungedämpft bei ca. 20MHz.
Es wurden verschiedene Wertekombinationen für das Zobel-Glied experimentell untersucht.
Mit dem Hinzufügen eines Zobel-Glieds von 10nF und 3,3Ohm bildete sich keine ungedämpfte
Schwingung mehr aus. Bei Rechteckanregung ergab sich eine gedäpfte Schwingung in der
Größenordnung 20MHz, die nach ca. 30 Perioden abgeklungen war.
Durch eine Reduktion des Serienwiderstands auf 1 Ohm ergab sich ein deutlich schnelleres
Abklingen der gedämpften Schwingung. Aus Gründen der Betriebssicherheit wurde jedoch
die Kombination 3,3Ohm und 10nF beibehalten. (Es besteht sonst die Gefahr des Übergangs
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in die Situation einer direkten kapazitiven Belastung, die dann ihrerseits wieder zum
Schwingen führt)
Kompensationsnetzwerk R1011 und C1001:
Nun wurde nach dem kleinstmöglichsten Wert für C1001 gesucht, bei dem der Verstärker bei
nun eingebautem Zobel-Glied mit hinreichender Phasenreserve arbeitet.
Zunächst wurde C1001 von 4,7pF auf6,8pF erhöht. Anstelle von R1011 wurde ein 1kOhmTrimmpotentiometer eingebaut. Bei keiner Stellung des Potentiometers wurde ein hinreichend
schnelles Abklingen der 20MHz-Schwingung erreicht.
Anschließend wurde C1001 wieder auf den ursprünglichen Wert 10pF erhöht. Das
Potentiometer wurde so eingestellt, dass sich die kürzeste Abklingzeit ergab. Dies war bei ca.
520 Ohm der Fall. Daher wurde zum ursprünglichen Wert von R1011 von 510 Ohm
zurückgekehrt.
Abschließender Test:
Nach Abschluss der Dimensionierung wurde noch einmal ein vollständiger Test auf Stabilität
durchgeführt. Hierbei wurde der Verstärker mit einer Rechteckschwingung angesteuert.
Es ergaben sich die folgenden Beobachtungen mit verschiedenen Lasten:
Leerlauf:
Verstärker stabil, stark gedämpftes
Überschwingen an Flanken
Widerstandslast 4 Ohm:
Verstärker stabil, stark gedämpftes
Überschwingen an Flanken
Lautsprecherbox, über ca. 3m Kabel:
Verstärker stabil, stark gedämpftes
Überschwingen an Flanken
1nF:
Verstärker selbst stabil, gedämptes Schwingen
von Ausgangsdrossel und Last
10nF:
wie bei 1nF
100nF:
wie bei 1nF
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20011/12
High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
Die Inbetriebnahme der Potentiometer-Baugruppe
Es zeigte sich zunächst, daß die Operationsverstärker OPA1641 in Oszillation gerieten, sobald
das zum D-Scope führende Koaxkabel an den Ausgang des jeweils getesteten Kanals
angeschlossen wurde.
Serienwiderstände mit dem Wert 47 Ohm (R2 und R4) beseitigten das Problem.
Es wurden dann die folgenden Messwerte aufgenommen, bei denen beide Kanäle der
Baugruppe identische Ergebnisse zeigten:
Ausgangssignal des Potentiometer-Boards mit Potentiometer am Anschlag
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Mixed Signal Baugruppen
20011/12
High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
Ausgangssignal des Potentiometer-Boards mit Potentiometer in elektrischer Mittelstellung
Mit anderen Frequenzen ergaben sich, bei elektrischer Mittelstellung des Potentiometers, die
folgenden Werte:
10kHz: THD + N = -100,5dB
20kHz: THD + N = -102,0 dB
Vergleichsmessung mit direkter Verbindung des Oszillator-Ausgangs des D-Scopes mit dem
Messeingang des D-Scopes über Koaxkabel bei 1kHz und 2V rms: THD + N = -107,763 dB
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20011/12
High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
Der Betrieb in Vollbrückenschaltung
Am 26.08.2012 wurde der Betrieb des Verstärkers in Vollbrückenschaltung getestet.
Für die Versorgung des Verstärkers wurden ein einziges Endstufen-Netzteil und zwei VorstufenNetzteile und ein Labornetzteil für die Versorgung der Potentiometerbaugruppe verwendet.
Hierfür wurden die im Folgenden dokumentierten Zusatzkabel angefertigt und zur
Verkabelung des Versuchsaufbaus verwendet:
NT VS #1
GND
GND
+17V
-17V
J4002
J1002
1
2
3
4
1
2
3
4
GND
GND
+17V
-17V
VERST. #1
J1003
1
2
NT VS #2
GND
GND
+17V
-17V
J4002
J1002
1
2
3
4
1
2
3
4
FB
GND
GND
GND
+17V
-17V
VERST. #2
J1003
1
2
FB
GND
J3105
GND
GND
1
2
NT ES
gemeinsam
J3104
GND
GND
1
2
Verbindungskabel für Vorstufen-Versorgung und Sternpunkt-Masseführung für
Vorstufenversorgung und Feedback.
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High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
J1001
sw
rt
4
3
2
1
GND
+In
-In
GND
VERST. #1
J3
PotentiometerBaugruppe
GND
GND
Signal
GND
4
3
2
1
sw
rt
J1001
sw
rt
4
3
2
1
GND
+In
-In
GND
VERST. #2
Verbindungskabel für die komplementäre Ansteuerung der beiden Verstärkerbaugruppen
MNL2
Kabelstecker
Bu-Kontakte
J201
VERST. #1
OUT
GND
1
2
MNL2
Kabeldose
St-Kontakte
MNL2
Kabelstecker
Bu-Kontakte
1
2
1
2
MNL2
Kabelstecker
Bu-Kontakte
OUT
GND
1
2
Zur Last
Rd
3R3
J201
VERST. #2
MNL2
Kabelstecker
Bu-Kontakte
1
2
Cd
10nF
1nF / 0R0 stabil
1nF / 3R3 stabil
470pF / 3R3 instabil 8,8MHz AP abh.
10nF / 3R3 stabil gewählt
Ohne Rd/Cd Oszillation 23MHz
Verbindungskabel zum Anschluss der Last mit Dämpfungsglied
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20011/12
High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
Es wurde, unmittelbar unterhalb der Clipgrenze, eine Ausgangsleistung von 84,3W (18,36V rms
an 4 Ohm) bei einem THD+N von 0,07% erreicht. Hierbei zeigte sich jedoch ein Betrieb des
Endstufen-Netzteils im Grenzbereich, die ansonsten gar nicht messbare 100Hz-Welligkeit der
Endstufenversorgung stieg auf 3,5mVpp an. Der Grund liegt im Absinken der Spannung über
dem Ladekondensator infolge der Belastung. Eine Vergrößerung des Ladekondensators
würde jedoch nur einen geringen Nutzen bringen, da die Welligkeit auch in diesem
Betriebszustand noch sehr klein ist. Sinnvoll wäre die Verwendung eines Transformators mit
gleichbleibender Sekundärspannung (Maximalspannung 40V für LM338 darf im Leerlauf nicht
überschritten werden) aber größerer Leistung, so dass die Spannung bei der hier gegebenen
Belastung nicht so weit einsinkt. Bei realen Musiksignalen dürfte der hier bei Betrieb mit
synthetischen Signalen beobachtete Spannungseinbruch aber kaum bemerkbar sein.
Nach dem ersten Einschalten oszillierte der Verstärker mit 23MHz, nachdem der
Lastwiderstand angeschlossen wurde. Der Verstärker konnte mit einem Dämpfungsglied
parallel zum Ausgang (siehe obige Skizze) stabilisiert werden.
Es wurden verschiedene Dimensionierungen getestet:
1nF / 0 Ohm:
1nF / 3,3 Ohm:
470pF / 3,3 Ohm:
10nF / 3,3 Ohm:
stabiles Verhalten
stabiles Verhalten
Verstärker schwingt bei einigen Arbeitspunkten auf 8,8MHz
stabiles Verhalten, diese Kombination wurde gewählt
Anschließend wurde anstelle des Lastwiderstandes eine Lautsprecherbox angeschlossen und
über den Verstärker mit einem 20kHz-Rechtecksignal gespeist. Hierbei zeigte sich ein stabiles
Verhalten des Verstärkers, die Überschwinger an den Rechteckflanken waren nach 2
Perioden vollständig abgeklungen (also 2 Durchgänge durch den stationären Endwert).
Mit dem internen Oszillator des D-Scopes wurden folgende THD-Werte (FFT-Detector)
gemessen:
Clipgrenze, 18,36V rms an 4 Ohm = 84,3W
1kHz BW 22kHz
0,07%
18,14V rms an 4 Ohm = 82,3W
1kHz BW 22kHz
0,00067%
10V rms an 4 Ohm = 25W
6V rms an 4 Ohm = 9W
1kHz BW 22kHz
1kHz BW 22kHz
0,00055%
0,00046%
18,10V rms an 4 Ohm = 81,9W
10kHz BW 80kHz
0,00211%
10V rms an 4 Ohm = 25W
10kHz BW 80kHz
0,00122%
18,01V rms an 4 Ohm = 81,1W
20kHz BW 80kHz
0,00134%
10V rms an 4 Ohm = 25W
20kHz BW 80kHz
0,00125%
Man erkennt nun, im Gegensatz zum Halbbrückenbetrieb, einen leichten Anstieg des THD mit
der abgegebenen Leistung. Das bedeutet, dass die in den Buffern bei diesen nun höheren
Leistungen entstehenden Verzerrungen nicht mehr vollständig vom Regelkreis kompensiert
werden. „Vollständig“ meint in diesem Zusammenhang, dass diese Verzerrungen nun nicht
mehr durch die Verzerrungen der Regelverstärkerstufe selbst maskiert werden.
Seite 2- 85
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20011/12
High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
Bei Speisung mit dem Super-Oszillator wurden mit dem D-Scope folgende THD-Werte (FFTDetector) gemesen:
16,67V rms an 4 Ohm = 69,5W
10kHz BW 80kHz
(max. mit vorhandener Oszillator-Einstellung erzielbarer Pegel)
0,00112%
10V rms an 4 Ohm = 25W
6V rms an 4 Ohm = 9W
0,00058%
0,00045%
10kHz BW 80kHz
10kHz BW 80kHz
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Mixed Signal Baugruppen
20011/12
High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
Die Zusammenschaltung des Verstärkers mit einem RöhrenVorverstärker nach PULTEC
Dieser Test wurde am 18.11.2012 durchgeführt.
Es sollte die Frage geklärt werden, inwieweit röhrentypische Klirrprodukte in geringer Intensität
das Klangempfinden beim Hören mit den Buffer-Verstärker beeinflussen.
Hierzu wurde das dem Buffer-Verstärker vorgeschaltete Potentiometerboard aus dem
Feedback-Punkt des Pultec-Verstärkers gespeist.
Es wurden die folgenden Messwerte aufgenommen:
Klirrspektrum bei 1kHz bei 9W an 4 Ohm
THD über Frequenz bei 9W an 4 Ohm
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20011/12
High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
Man erkennt einen starken Anstieg des THD am unteren Ende des Frequenzbereichs. Dies ist
eine Folge der zu geringen Frequenzen hin abnehmenden Leerlaufverstärkung des PULTECVorverstärkers. Die Abnahme der Verstärkung bei tiefen Frequenzen musste bei diesem aus
Stabilitätsgründen vorgesehen werden.
Die durch die Hinzunahme des PULTEC-Verstärkers entstehende Veränderung des Klangbilds
wurde von allen Hörern als negativ bewertet, die Stärke der Änderung war zwar nicht sehr
groß, die Musik erschien etwas farbloser, insbesondere in den Mitten. Die Präsenz ging
ebenfalls etwas zurück.
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20011/12
High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
Die Messungen mit dem Audio-Analyzer AP-2 bei
Burmester Audiosysteme und bei Funk Tonstudiotechnik
Durch die freundliche Unterstützung der Firmen Funk Tonstudiotechnik GmbH und Burmester
Audiosysteme GmbH konnte der Verstärker an den dortigen Audio Precision AP-2-Messpätzen
ausgemessen werden. Diese Messplätze stellen die Grenze des technisch Realisierbaren in
der Audio-Mestechnik dar.
Die Messungen bei Burmester Audiosysteme GmbH am 24.09.2012
Um den Verstärker möglichst nahe an der realen Anwendungssituation zu vermessen, wurden
die Messungen zunächst mit vorgeschalteter Potentiometerplatine und massebezogenen
Eingangssignalen durchgeführt. Die hierbei erhaltenen Messwerte lagen jedoch mit Werten
des THD+N von -70dB weit oberhalb des Erwarteten.
Auch mit einigen Veränderungen an der Masseführung konnte keine wesentliche
Verbesserung der Werte erreicht werden.
Vermutlich sind waren der Umgebung des Messplatzes (ICE-Fernbahntrasse) hochfrequente
Störfelder vorhanden, die durch die fehlende Befilterung der Verstärkereingänge in den
Verstärker eindringen konnten und somit die Messwerte beeinflussten.
Aufgrund der knappen Zeit wurde nicht weiter nach der genauen Ursache der
Störeinkopplung gesucht und der Verstärker für alle weiteren Messungen ohne
vorgeschaltete Potentiometerbaugruppe symmetrisch betrieben.
Nach der Umstellung auf symmetrische Speisung des Verstärkers ergaben sich sofort
Messwerte in der Größenordnung der aus den bisherigen Messungen bei Tigris-Elektronik
erwarteten Werte.
Diese Messungen sind in der Folge dokumentiert.
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20011/12
High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
Messung von THD+N über den Aussteuerbereich:
Der Verstärker wurde mit einem 1kHz-Signal gespeist, dessen Amplitude im Zuge der Messung
erhöht wurde. Die Messbandbreite betrug 22Khz. Es wurde der analoge Analyzer des AP2
Verwendet
Messung des THD+N über den Aussteuerbereich
Blau: Amplitude des Ausgangssignals des Verstärkers
Rot: THD + N relativ zur Amplitude des Ausgangssignal des Verstärkers
X-Achse: Amplitude der Eingangsspannung des Verstärkers
Es wird eine Ausgangsspannung von 10V eff (= 20dBV) erreicht, bevor der Verstärker in die
Begrenzung geht. Der THD+N-Wert liegt kurz vor dem Erreichen der Aussteuerungsgrenze bei
ca. –113dB, was 0,00022% entspricht.
Damit liegt man an der Spezifikationsgrenze des verwendeten Messgeräts, die in der
folgenden Grafik wiedergegeben ist:
Spezifikation des Messplatzes AP-2
Die untere, blaue Kurve ist für die zuvor beschriebene Messung relevant.
(Quelle Audio Precison Homepage ap.com vom 24.09.2012)
Seite 2- 90
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20011/12
High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
Messung des Klirrspektrums:
Nahe der Vollaussteuerung wurde das folgende Klirrspektrum gemessen:
Das Klirrspektrum des Verstärkers nahe der Vollaussteuerung
Alle harmonischen Verzerrungen liegen unterhalb von 110db wobei k3 am stärksten
ausgeprägt ist.
Dieses Spektrum wurde mit dem digitalen Analyzer des AP-2 gemessen, der eine schlechtere
Auflösung als der bei der voranstehenden Messung verwendete analoge Analyzer besitzt.
Das Spektrum ist wie folgt zusammengesetzt:
k 2:
k 3:
k 4:
k 5:
k 6:
k 7:
k8-k20:
-120db
-113db
-137db
-118db
-138db
-138db
-140db oder kleiner, verschwindet im Rauschteppich
Daraus ergibt sich ein Gesamt-THD von etwa -110db. Das ist mehr als der zuvor auf analogem
Wege gemessene THD+N- Wert und deutet auf die Grenzen des digitalen Analysers hin. Ein
kurzer Kontrollversuch zeigte, dass das Spektrum bei direkter Verbindung der Ein- und
Ausgänge des AP-2 (auch hier in symmetrischer Verkabelung) bis auf den k2-Spektralanteil ein
identisches Bild zeigte.
Daher kann an dieser Stelle keine eindeutige Aussage über das spektrale Klirrverhalten des
Verstärkers getroffen werden. Die Ergebnisse deuten jedoch darauf hin, dass der Klirr des
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Mixed Signal Baugruppen
20011/12
High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
Verstärkers von k3 dominiert ist, was unerwartet ist, da der Verstärker ausschließlich aus
symmetrischen Schaltungsblöcken besteht, die eine Dominanz von k3 erwarten lassen.
Messung des Klirrs über die Frequenz:
Mit dem analogen Analyzer des AP-2 wurden anschließend der Klirr über die Frequenz
gemessen. Auf dem zweiten Kanal wurde zum Vergleich das Messsystem selbst
(Direktverbindung mit Kabel) gemessen. Die Amplitude am Ausgang des Verstärkers war
näherungsweise 9V rms.
Messung des THD über die Frequenz
Blau: Ausgangssignals des Verstärkers
Rot: Vergleichsmessung über direkte Kabelverbindung
X-Achse: Frequenz der Eingangsspannung des Verstärkers
Es ist auffällig, dass der Klirr des Verstärkers nicht, wie bei anderen Verstärkern mit der
Frequenz zunimmt. Es muss allerdings auch beachtet werden, dass die Messung nur eine
Bandbreite von 20kHz hat, womit möglicherweise im Ausgangssignal des Verstärkers
vorhandene Klirrprodukte maskiert werden.
Man erkennt den Abfall des gemessenen Klirrs bei 10kHz. Dieser kann als Indiz dafür
interpretiert werden, dass der vom Verstärker erzeugte Klirr vornehmlich aus k2 besteht, da der
k2 ab 10kHz oberhalb der Messbandbreite liegt. Ein ähnlicher Knick ist bei 6,6Khz, wie er durch
k3 verursacht würde, ist dagegen nicht erkennbar.
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20011/12
High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
Messung des Frequenzgangs:
Messung des Frequenzgangs
Blau: Amplitudenfrequenzgang
Rot: Phasenfrequenzgang
X-Achse: Frequenz der Eingangsspannung des Verstärkers
Man erkennt einen näherungsweise konstanten Frequenzgang im Audio-Bereich. Bei 200kHz
beträgt der Amplitudenabfall ca. –0,6dB. Der Phasenfehler beträgt dann ca. –5°.
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20011/12
High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
Die Messungen bei FUNK-Tonstudiotechnik GmbH am 11.09.2012
Die Messungen wurden an einem kundenspezifisch modifizierten AP-2-Messplatz
durchgeführt. Hierbei wurde das Eingangssignal innerhalb des Analyzers mit analogen Filtern
vor der Digitalisierung vorgefiltert. Das Signal durchlief zunächst einen Hochpass bei 400Hz.
Anschließend wurde durch einen Notchfilter die Grundschwingung herausgefiltert. Damit
wird der Eigenklirr des A/D-Wandlers verringert, da die nun unterdrückte Grundschwingung
eine deutlich höhere Amplitude als die zu vermessenden Oberschwingungen besitzt.
Spätere Vergleichsmessungen zeigten, dass der 400Hz-Hochpass das Messergebnis nur
unwesentlich beeinflusst.
Die Verstärkerbaugruppe wurde ohne Potentiometerbaugruppe betrieben und differentiell
angesteuert. Es wurde Board#2 verwendet.
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20011/12
High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
Klirrmessung bei 1kHz und 8,0V rms an 4 Ohm:
Angezeigt:
THD + N (BW 22kHz):
–114dB = 0,00020%
FFT 1kHz, 8,0V rms an 4 Ohm, 1kHz Grundschwingung über Notch-Filter abgeschwächt
Aus FFT abgelesen:
k2:
k3:
k4:
-122dB
-124dB
-138dB
alle anderen Klirrprdukte kleiner –140dB
Beim Vergleich mit dem bei Burmester-Audiosysteme aufgenommenen Klirrspektrum zeigt
dieses Spektrum einen geringeren k3-Anteil. Daraus kann geschlossen werden, dass der im bei
Burmester-Audiosysteme aufgenommen Spektrum sichtbare k3 teilweise durch die hohe
Aussteuerung des A/D-Wandlers des Analyzers mit der Grundschwingung entsteht.
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Mixed Signal Baugruppen
20011/12
High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
Klirrmessung bei 7kHz und 8,0V rms an 4 Ohm:
FFT 7kHz, 8,0V rms an 4 Ohm, 1kHz Grundschwingung über Notch-Filter abgeschwächt
Klirrmessung bei 10kHz, 8,0V rms an 4 Ohm:
THD + N (BW 30kHz):
THD + N (BW 80kHz):
–110dB = 0,00032%
–107dB = 0,00044%
Aus FFT abgelesen:
k2:
k3:
-126dB
-111dB
alle anderen Klirrprodukte nicht mehr sichtbar, da FFT-Darstellbereich auf kleiner 40kHz
beschränkt
Klirrmessung bei 20kHz, 8,0V rms an 4 Ohm:
THD + N (BW 30kHz):
THD + N (BW 80kHz):
–114dB = 0,00020%
–104dB = 0,00063%
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20011/12
High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
Noise-Messung:
Eingang mit 50 Ohm abgeschlossen.
unweighted, 20Hz..22kHz:
unweighted, 400Hz..22kiHz:
4,4uV rms
3,5uV rms
FFT bei mit 50 Ohm abgeschlossenem Eingang
Der Hauptanteil der Noise-Spannung ist der Netzbrumm und seine Oberwellen:
Aus FFT abgelesen:
50Hz:
100Hz:
-114dB
-113dB
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20011/12
High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
Messung der IMD nach SMTPE DIN:
7kHz und 60Hz, 8,0V rms an 4 Ohm:
0,00096% = -100dB
Hinweis: Dieser Wert ist nach Ansicht von Herrn Funk nicht besonders gut, könnte aber in der
Realität besser sein und auf einer bekannten Schwäche des Analyzers beruhen
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Mixed Signal Baugruppen
20011/12
High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
Der Vergleich mit dem Class-A-Verstärker von Douglas Self
Douglas Self hat in seinem Buch „Audio Power Amplifier Design Handbook“ auf Seite 287,
Figure 9.23, die folgenden Messwerte seines Class A-Verstärkers publiziert:
THD bei 20W in 8 Ohm:
- 1kHz : THD = 0,00065% (BW 22kHz)
- 10kHz: THD = 0,0009% ( BW 22kHz)
- 20khz: THD = 0,0028% (BW 80kHz)
Die Werte wurden mit einem Analyzer von Audio-Precision gemessen.
Zum Vergleich die Werte des hier beschriebenen Verstärkers:
THD bei 16W in 8 Ohm:
- 1kHz : THD = 0,00020% (BW 22kHz, AP2 mit Notch-Filter bei Funk Tonstudiotechnik GmbH)
- 10kHz: THD = 0,00032% ( BW 30kHz, AP2 mit Notch-Filter bei Funk Tonstudiotechnik GmbH)
- 20khz: THD = 0,00063% (BW 80kHz, AP2 mit Notch-Filter bei Funk Tonstudiotechnik GmbH)
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Mixed Signal Baugruppen
20011/12
High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
Die Versuche mit dem Testboard am 01.09. 2012 und am
02.09.2012
Die Idee
Im Zuge der Inbetriebnahme des Verstärkers stellten sich zunächst Diskrepanzen in Form
schlechterer Klirrwerte zu den Ergebnissen der Vorversuche ein.
Zu einem späteren Zeitpunkt stellte sich bei Messungen auf AP2-Messplätzen heraus, dass
diese Abweichungen nicht durch den Verstärker selbst, sondern durch die
Genauigkeitsgrenzen des verwendeten Dscope-Analyzers verusacht wurden. Die
Vorversuche wurden mit einem AP-2 Analyzer durchgeführt.
Es wurde zunächst vermutet, dass die Abweichungen durch eine nicht optimale
schaltungstechnische Realisierung des Verstärkers zustande kommen.
Da Modifikationen auf der doppelseitig SMD-bestückten Verstärker-Baugruppe sehr
aufwendig sind und zudem die Gefahr der Zerstörung oder Beschädigung dieser sehr teuren
Baugruppen in sich bergen, wurde die Entscheidung getroffen, ein kostengünstiges und
durch die Verwendung bedrahteter Bauteile einfach modifizierbares Testboard zu bauen. Die
mit diesem Testboard gewonnenen Erkenntnisse sollten dann in einem abschließenden
Modifikationszyklus auf den teuren Verstärkerbaugruppen umgesetzt werden.
Die folgende Abbildung zeigt dieses Testboard:
Seite 2- 100
Mixed Signal Baugruppen
20011/12
High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
Das Testboard
Weiterhin wurde das Testboard so gestaltet, dass ein direktes Nachvollziehen der Vorversuche
möglich war.
Es stellte sich heraus, dass das für den Verstärker ursprünglich gewählte Schaltungskonzept
eine sehr gute Lösung darstellte.
Dennoch sind die bei diesen Messungen gewonnenen Ergebnisse möglicherweise für eine
zukünftige Weiterentwicklung des Verstärkers interessant und sind daher nachfolgend
dokumentiert.
Alle in der Folge beschriebenen Messungen wurden mit dem beschriebenen Testboard
durchgeführt.
Der Messaufbau
Der Messaufbau wurden gegenüber früheren Messungen verändert, womit deutlich bessere
Auflösungen bei der THD-Messung möglich wurden:
-
Super-Oszillator mit Batteriebetrieb
Testboard muss mit dem zum Verstärker gehörenden Netzteil für die Vorstufen versorgt
werden, ein Labornetzteil bewirkt keine hinreichend gute kapazitive Trennung von PE
Es darf während der THD-Messung keine Oszi-Masseverbindung an das Testboard gehen
Das D-Scope muss über einen Trenntrafo betrieben werden
Der Laptop muss mit dem Akku betrieben werden
Gleichtaktdrosseln 2x 100uH müssen an den Ein- und Ausgängen des Dscope
eingeschleift sein.
Nur bei GLEICHZEITIGER Erfüllung all dieser Bedingungen sind aussagefähige THD-Messungen
möglich!
Alle THD-Messungen mit wurden mit dem FFT-Detector bei Mittelung über 64 Einzelmessungen
und einer Messbandbreite von 22Hz..22kHz bzw. 40kHz durchgeführt.
Alle nachstehenden THD-Angaben beziehen sich auf 10kHz und sind wie folgt zu verstehen:
THD bei Bandbreite 22kHz / THD bei Bandbreite 40kHz
Die Endstufe wurde mit einer Last von 120 Ohm betrieben, das entspricht näherungsweise
dem Betrieb mit einer Last von 4 Ohm bei 36 parallelgeschalteten Bausteinen BUF634. In
diesem Fall ist ein Widerstand von 4 Ohm * 36 = 144 Ohm wirksam.
Kontrollmessung des Super-Oszillator (10kHz) bei direkter
Verbindung mit dem D-Scope.
-
Im Leerlauf 8V rms
Mit 1kOhm belastet 8V rms
0,00019% / 0,00026%
0,00023% / 0,00029%
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High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
Seite 2- 102
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20011/12
High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
Testschaltung Spannungsfolger
Alle Messungen wurden mit einer Ein- und Ausgangsspannung von 8V rms durchgeführt.
Die folgende Skizze zeigt die Testschaltung in ihrer abschließenden Ausführung:
3 +
R9
30R1
Simulation weiterer
Zweige
(5 x 6pF = 30pF)
+17V_BUF
7
R1
0R0, siehe Text
1
U1
OPA1641
6
3 +
2
2 4
C??
33pF
U3
LM7171
R12
30R1
U4
BUF634T
6
2
2 4
J1
BNC
7
+17V_BUF
-17V_BUF
1
R10
1K
C2
100pF
VIN
BW
V+
VO
V-
+17V_BUF
J9
MNL2
5
4
3
1
2
R13
10R
-17V_BUF
-17V_BUF
-17V_BUF
Simulation weitere
Buffer (5 x 8pF =
40pF)
R11
1K + Schaltkapazität (5 x
10pF = 50pF) + 10pF
Reserve
C1
28pF
C3
10nF
R4
1K 0,1%
Die abschließende Ausführung der Testschaltung
Mit OPA1641 für U1:
Klirr:
Es wurden folgende Messwerte aufgenommen:
THD Leerlauf:
THD Last 120 Ohm
Vergleichsmessung Oszillator parallel zum Eingang:
0,00016% / 0,00022%
0,00013% / 0,00020%
0,00014% / 0,00026%
Stabilität:
Test mit Rechteckanregung:
Bei Leerlauf und Last 120 Ohm: Überschwingen durch Slew-Rate-Begrenzung vorhanden,
aperiodischens Ausklingen, 2 Kreuzungen des Endwertes
Bei 3,3nF nach ca. 20cm verdrillter Leitung: Ringing mit 2,5MHz, klingt nach 6us ab.
Hinweis: Luftspule am Ausgang (3 WdgD= 40mm) verlangsamt das Abklingen. Hier ist die
Betrachtung bei tatsächlicher Parallelschaltung von 36 Buffern notwendig, da
Ausgangswiderstand der Endstufe dann deutlich geringer ist, womit eine höhere Dämpfung
wirksam ist.
Mit einer Lautsprecherbox als Last zeigte sich stabiles Verhalten, die Kurvenformen waren
ähnlich wie im Leerlauf bzw. mit 120 Ohm Last
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Mixed Signal Baugruppen
20011/12
High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
Frequenzgang:
Bei 500kHz beginnt Verzerrung durch Slew-Rate-Begrenzung, bis dorthin kein signifikanter
Amplitudenabfall
Mit LME49990 für U1:
Die obige Schaltung wurde auch mit dem LME4990 (für U1) getestet
Klirr:
THD Leerlauf:
THD Last 120 Ohm
0,00101% / 0,00126% Einfluss 1kOhm Feedback, Ergebnis unbrauchbar
0,00093% / 0,00118%
Stabilität:
Die Stabilität der Schaltung entsprach der Schaltung mit dem OPA1641, die
großsignalbedingten Überschwinger waren von geringerer Amplitude.
Vorversuche:
Es wurden vor den bereits beschriebenen Tests verschiedene andere Varianten der Schaltung
getestet:
Zunächst wurde ein direktes Feedback des Spannungsfolgers realisiert:
+17V_BUF
Rsource
0R0 bzw. 510R siehe Text
1
3 +
7
J1
BNC
U1
OPA1641
6
4
2
2 -
-17V_BUF
Klirr:
THD mit OPA1641 und Rsource = 510 Ohm:
THD mit OPA1641 und Rsource = 0 Ohm:
0,00017% / 0,00030%
0,00015% / 0,00028%
THD mit LME4990 und Rsource = 510 Ohm:
THD mit LME4990 und Rsource = 0 Ohm:
0,00067% / 0,00080%
keine stabilen Messwerte / 0,01123%
Bei der letzten Messung ereignete sich wahrscheinlich interne Oszillationen des Bausteins
LME49990, von außen war keine Schwingung feststellbar, bei späteren Anschluss des DScopes nicht direkt an den Verstärkerausgang sondern über einen 33 Ohm-Serienwiderstand
ergaben sich dann Werte im erwarteten Bereich.
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High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
Dann wurde der BUF634 ohne Treiberstufe betrieben:
+17V_BUF
Rsource
0R0 bzw. 510R siehe Text
1
3 +
7
J1
BNC
U1
OPA1641
U4
BUF634T
6
2
2 2
1
VIN
BW
V+
VO
V-
+17V_BUF
J9
MNL2
5
4
3
1
2
4
R13
10R
-17V_BUF
-17V_BUF
-17V_BUF
C3
10nF
R5
510R
Elemente nahezu
ohne Wirkung, waren
C1 aus vorherigen
10pF
Versuchsschritten
noch vorhanden
Klirr:
THD mit OPA1641 und Rsource = 510 Ohm, Leerlauf
THD mit OPA1641 und Rsource = 510 Ohm, 120 Ohm
0,00018% / 0,00034%
0,00009% / 0,00032%
Kompensationseffek
t
THD mit OPA1641 und Rsource = 0 Ohm, Leerlauf
THD mit OPA1641 und Rsource = 0 Ohm, 120 Ohm
0,00017% / 0,00032%
0,00008% / 0,00031%
THD mit LME4990 und Rsource = 510 Ohm, Leerlauf
0,00064% / 0,00080%
Einfluss Rsource
deutlich
THD mit LME4990 und Rsource = 510 Ohm, 120 Ohm
0,00065% / 0,00080%
THD mit LME4990 und Rsource = 0 Ohm, Leerlauf
THD mit LME4990 und Rsource = 0 Ohm, 120 Ohm
0,00019% / 0,00024%
0,00020% / 0,00025%
Hier ergeben sich mit dem LME49990 wieder Messwerte im Bereich des Erwarteten, der
Ausgang von U1 ist nicht mehr durch das Dscope belastet.
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High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
Dann wurde die Treiberstufe hinzugefügt:
+17V_BUF
+17V_BUF
1
R9
30R1
3 +
U3
LM7171
7
R1
0R0, siehe Text
7
J1
BNC
U1
OPA1641
6
R12
30R1
3 +
2 -
U4
BUF634T
6
2
1
4
2
2 -
BW
V+
VO
V-
J9
MNL2
5
4
3
1
2
4
R10
1K
R5
510R
-17V_BUF
VIN
+17V_BUF
R13
10R
-17V_BUF
-17V_BUF
-17V_BUF
C3
10nF
C1
28pF
R11
1K
Klirr:
THD mit OPA1641 und Rsource = 0 Ohm, Leerlauf
THD mit OPA1641 und Rsource = 0 Ohm, Last 120 Ohm
0,00016% / 0,00027%
0,00012% / 0,00021%
Stabilität:
Überschwinger (Großsignalbedingt) bei Leerlauf und 120 Ohm Last
Bei Belastung mit 3,3nF Ringing mit 3,3MHz, klingt nach ca. 10us ab.
Frequenzgang:
Grenzfrequenz größer 200kHz, Begrenzung bei ca. 500kHz durch Slew-Rate.
Nachfolgend wurden die in der tatsächlichen Verstärkerschaltung vorhandenen
Eingangskapazitäten der weiteren Bausteine BUF634 und Treiberstufen durch Kondensatoren
simuliert:
1
3 +
U1
OPA1641
R9
30R1
Simulation weiterer
Zweige
(5 x 6pF = 30pF)
+17V_BUF
7
R1
0R0, siehe Text
6
3 +
2
2 4
C??
R5
510R
33pF
U3
LM7171
R12
30R1
6
U4
BUF634T
2
2 4
J1
BNC
7
+17V_BUF
1
R10
1K
C2
47pF
-17V_BUF
VIN
BW
V+
VO
V-
+17V_BUF
J9
MNL2
5
4
3
1
2
R13
10R
-17V_BUF
-17V_BUF
-17V_BUF
C1
10pF
R11
1K
Simulation weitere
Buffer (5 x 8pF =
40pF)
C3
10nF
Es zeigte sich keine signifikante Änderung des dynamischen Verhaltens bei
Rechteckanregung
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Verstärker BUF634
Danach wurde C2 auf 220pF vergrößert, um die Grenze zu einer möglichen Instabilität zu
finden:
Bei Rechteckanregung zeigte sich nach der Vergrößerung von C2 im Leerlauf und bei
Belastung mit 120 Ohm ein leichtes Ringing mit 10,5Mhz mit einer Abklingdauer von 3
Perioden. Bei Anschluss von 3,3nF nach 20cm verdrillter Leitung an den Ausgang zeigte sich
eine dauerhafte Schwingung bei 3,3MHz.
Wiederholungsmessung des THD:
Leerlauf:
Last 120 Ohm:
0,00017% / 0,00025%
0,00015% / 0,00021%
Danach erfolgte der Einbau des Feedbackwiderstandes R4 = 1kOhm anstelle der vorherigen
direkten Verbindung:
+17V_BUF
3 +
R9
30R1
Simulation weiterer
Zweige
(5 x 6pF = 30pF)
+17V_BUF
7
1
U1
OPA1641
6
3 +
2
2 4
C??
33pF
R5
510R
U3
LM7171
R12
30R1
6
U4
BUF634T
2
2 4
R1
0R0, siehe Text
7
J1
BNC
1
R10
1K
C2
47pF
-17V_BUF
VIN
BW
V+
VO
V-
+17V_BUF
J9
MNL2
5
4
3
1
2
R13
10R
-17V_BUF
-17V_BUF
-17V_BUF
C1
10pF
R11
1K
Simulation weitere
Buffer (5 x 8pF =
40pF)
C3
10nF
R4
1K 0,1%
Wiederholungsmessung des THD:
Leerlauf:
Last 120 Ohm:
0,00016 % / 0,00022%
0,00015% / 0,00018%
Danach wurde C1 von 10pF auf 57pF (Parallelschaltung von 47pF) vergrößert:
Damit zeigte sich sehr gute Dämpfung der Überschwinger bei Leerlauf und bei Last 120 Ohm.
Bei Anschluss von 3,3nF nach 20cm verdrillter Leitung zeigte sich ein Ringing bei 3,6MHz mit
einer Abklingzeit von 1,5us.
Messung des THD:
Leerlauf:
mit 120 Ohm Last:
0,00024% / 0,00024%
0,00015% / 0,00028%
Einfluss Kompensation erkennbar!
Nun wurde C2 auf einen (realistischeren) Wert von 100pF verkleinert, damit konnte dann
auch C1 auf 28pF verkleinert werden. Damit ergab sich dann die schon zuvor beschriebene
abschließende Ausführung der Testschaltung.
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Verstärker BUF634
Testschaltung nicht invertierender Verstärker
Die Schaltung wurde zunächst mit einer Verstärkung von +2 realisiert:
R1
0R0, siehe Text
1
3 +
+17V_BUF
Simulation weiterer
Zweige
(5 x 6pF = 30pF)
U1
OPA1641
R9
30R1
U3
LM7171
7
J1
BNC
7
+17V_BUF
6
R12
30R1
3 +
2 -
2
2
2 -
C??
4
U4
BUF634T
6
1
R10
1K
4
33pF
C2
100pF
-17V_BUF
VIN
BW
V+
VO
V-
+17V_BUF
J9
MNL2
5
4
3
1
2
R13
10R
-17V_BUF
-17V_BUF
-17V_BUF
Simulation weitere
Buffer (5 x 8pF =
40pF)
R11
1K + Schaltkapazität (5 x
10pF = 50pF) + 10pF
Reserve
C1
28pF
R3
1K 0,1%
C3
10nF
R4
1K 0,1%
THD im Leerlauf:
THD mit Last 120 Ohm:
0,00017% / 0,00023%
0,00013% / 0,00021%
Die Verstärkung wurde anschließend durch Parallelschalten von 160 Ohm zu R3 auf +8,25
erhöht:
1
3 +
U1
OPA1641
R9
30R1
Simulation weiterer
Zweige
(5 x 6pF = 30pF)
+17V_BUF
7
R1
0R0, siehe Text
6
3 +
2
2 4
C??
33pF
U3
LM7171
R12
30R1
U4
BUF634T
6
2
2 4
J1
BNC
7
+17V_BUF
1
R10
1K
C2
100pF
-17V_BUF
VIN
BW
V+
VO
V-
+17V_BUF
J9
MNL2
5
4
3
1
2
R13
10R
-17V_BUF
-17V_BUF
-17V_BUF
Simulation weitere
Buffer (5 x 8pF =
40pF)
R11
1K + Schaltkapazität (5 x
10pF = 50pF) + 10pF
Reserve
C1
28pF
R3
138R
THD im Leerlauf:
THD mit Last 120 Ohm:
C3
10nF
R4
1K 0,1%
0,00025% / 0,00038%
0,00058% / 0,00069%
Man erkennt, dass nun der THD mit Last 120 Ohm höher als im Leerlauf ist, der bisher
beobachtete Kompensationseffekt tritt nun gegen die nicht mehr vollständige Kompensation
der Fehler der Buffer bei Belastung zurück. Man erkennt den Einfluss der nun verringerten
Verstärkungsreserve.
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High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
Anschließend wurde C1 auf 10pF verkleinert:
THD im Leerlauf:
THD mit Last 120 Ohm:
0,00024% / 0,00037%
0,00051% / 0,00059%
Man erkennt, dass mit der damit im höheren Frequenzbereich erhöhten Schleifenverstärkung
die Verzerrungen der Buffer durch die damit vergrößerte Verstärkungsreserve etwas besser
kompensiert werden
Im nächsten Schritt wurde C1 ganz herausgenommen:
THD im Leerlauf:
THD mit Last 120 Ohm:
0,00022% / 0,00034%
0,00046% / 0,00052%
Man erkennt, daß mit der nun im höheren Frequenzbereich weiter erhöhten
Schleifenverstärkung die Verzerrungen der Buffer noch etwas besser kompensiert werden
Anschließend wurde versuchsweise U1 von der Hauptversorgung abgetrennt und mit einer
mit dem Eingangssignal mitlaufenden Bootstrap-Versorgung versorgt. Es ergaben sich,
entgegen der Erwartung, dabei deutlich schlechtere THD-Werte, 0,00124% im Leerlauf und
0,00139% bei 120 Ohm Last. Die Verwendung der Bootstrap-Versorgung wurde daher nicht
mehr weiter verfolgt.
Bei ansonstem unveränderten Aufbau der Schaltung wurde der Widerstand R1 (SourceWiderstand) für diese Messung einmalig auf 510 Ohm vergrößert:
THD im Leerlauf:
THD mit Last 120 Ohm:
0,00043% / 0,00036%
0,00026% / 0,00052%
Man erkennt eine deutliche Zunahme der Verzerrungen, nun ist der Kompensationseffekt bei
Belastung wieder deutlich sichtbar.
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High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
Nachfolgend wurde die Schaltung mit dem LME49990 für U1 in Betrieb genommen, hierbei
zeigte sich beim ersten Stabilitätstest die Notwendigkeit, aufgrund der höheren Bandbreite
des Bausteins wieder die Kompensationselemente einzubauen:
3 +
R9
30R1
Simulation weiterer
Zweige
(5 x 6pF = 30pF)
6
U3
LM7171
3 +
2
2 C??
4
+17V_BUF
7
R1
0R0, siehe Text
1
U1
LME49990
R5
510R
33pF
R12
30R1
U4
BUF634T
6
2
2 4
J1
BNC
7
+17V_BUF
1
R10
1K
C2
100pF
-17V_BUF
VIN
BW
V+
VO
V-
+17V_BUF
J9
MNL2
5
4
3
1
2
R13
10R
-17V_BUF
-17V_BUF
-17V_BUF
Simulation weitere
Buffer (5 x 8pF =
40pF)
R11
1K + Schaltkapazität (5 x
10pF = 50pF) + 10pF
Reserve
C1
10pF
R3
138R
C3
10nF
R4
1K 0,1%
Abschließende Ausführung der Testschaltung mit dem LME4990 für U1
THD im Leerlauf:
THD mit Last 120 Ohm:
THD mit Last 60 Ohm:
THD mit Last 60 Ohm:
0,00016% / 0,00024%
0,00013% / 0,00020%
0,00040% / 0,00033%
keine Messung / 0,00021%
an Ausg. Kabel
an Feedback-Punkt
Hinweis zu Messung bei 60 Ohm: Ipk = 11,16V/60 Ohm = 186mA
Stabilität mit Rechteck bei Leerlauf und 120 Ohm:
Aperiodisches Ausklingen der Überschwinger, Amplitude deutlich geringer als bei Schaltung
mit OPA1641
Bei Belastung mit 3,3nF direkt hinter 20cm verdrillter Leitung zeigt sich ein dauerhaftes
Schwingen bei ca. 3,3MHz.
Bei Zwischenschaltung einer Luftspule mit 3 Windungen und 40mm Durchmesser zeigte sich
ein nur sehr langsames Abklingen der 3,3MHz-Schwingung. Bei Parallelschalten von 3,3 Ohm
zur Luftspule ergab sich ein hinreichend schnelles Abklingen der Schwingung innerhalb von
2,5us.
Eine weitere Reduktion des Parallelwiderstands auf 1,5 Ohm verlängert die Abklingzeit wieder.
Es wurden verschiedene RC-Kombinationen für R13 und C3 geprüft, 1nF / 3,3 Ohm, 10nF / 3,3
Ohm sowie 10nF und 10 Ohm, die Dimensionierung 10nF und 10 Ohm brachte die besten
Ergebnisse.
Mit einer Lautsprecherbox als Last zeigte sich ein aperiodisches Ausschwingen.
Es zeigte sich der folgende Frequenzgang bei 10Vp mit einer Last von 120 Ohm:
Bis 450kHz zeigt sich kein sichtbarer Abfall der Amplitude, ab 450kHz beginnt eine
dreiecksförmige Verzerrung der Kurvenform durch Slew-Rate-Begrenzung, bei 1MHz ist die
Amplitude (Peak) um 3dB abgesenkt, die Kurvenform ist hierbei vollständig dreiecksförmig.
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High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
Testschaltung invertierender Verstärker
Die zuvor untersuchte Schaltung wurde anschließend zu einem invertierenden Verstärker mit
einer Verstärkung von -7,3 umgebaut:
R9
30R1
Simulation weiterer
Zweige
(5 x 6pF = 30pF)
6
3 +
2 R5
510R
U3
LM7171
R12
30R1
U4
BUF634T
6
2
2 -
C??
4
+17V_BUF
7
3 +
U1
LME49990
33pF
4
R1
0R0
7
+17V_BUF
1
R10
1K
C2
100pF
-17V_BUF
VIN
BW
V+
VO
V-
+17V_BUF
J9
MNL2
5
4
3
1
2
R13
10R
-17V_BUF
-17V_BUF
-17V_BUF
Simulation weitere
Buffer (5 x 8pF =
40pF)
R11
1K + Schaltkapazität (5 x
10pF = 50pF) + 10pF
Reserve
C1
10pF
J1
BNC
R3
138R
C3
10nF
R4
1K 0,1%
2
1
Vergleichsmessung am Ausgang des Super-Oszillators direkt parallel zur Eingangsbuchse:
(1,11V rms)
THD
0,00040% / 0,00053%
Belastung des Oszillators mit
138Ohm!!!
THD am Ausgang des Verstärkers:
THD mit LME49990 im Leerlauf:
THD mit LME49990 mit 120 Ohm
0,00042% / 0,00050%
0,00041% / 0,00048%
THD am Ausgang des Verstärkers:
THD mit OPA1641 im Leerlauf:
THD mit OPA1641 mit 120 Ohm
0,00050% / 0,00061%
0,00057% / 0,00068%
Man erkennt eine besseres Verhalten bei Verwendung des LME49990, da dieser bei höheren
Frequenzen eine höhere Verstärkungsreserve bereitstellt.
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High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
Versuchsweise wurde das Verhalten der Regelverstärker-Stufe für sich alleine gemessen:
R1
0R0
7
+17V_BUF
3 +
U1
LME49990
R9
30R1
6
4
2 R5
510R
-17V_BUF
C1
10pF
J1
BNC
R3
138R
R4
1K 0,1%
2
1
THD mit LME49990:
0,00038% / 0,00046%
THD mit OPA1641:
0,00080% / 0,00109% Offenbar Destabilisierung OPV durch DScope am Ausgang
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High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
Der Vergleich der Verstärkerbaugruppe mit den
Vorversuchen
Die nachfolgende Grafik dokumentiert die im Rahmen der Vorversuche von Stefan Trampert
durchgeführten THD-Messungen. Diese Messungen wurden auf einem AP2-Messplatz mit einer
Bandbreite von 40kHz durchgeführt.
= -109,5dB
Man erkennt einen THD von –109,5dB für die Variante „LME49990 Class A“, die der links unten
in der Grafik dargestellten Schaltung entspricht. Es wurde ein Operationsverstärker LME49990
mit einem mit 15mA Querstrom betriebenen BUF634 kombiniert.
Es wurde, mit der vollständigen Verstärkerbaugruppe, mit dem modifizierten Meßaufbau vom
02.09.2012 ein THD von 0,00034% (BW 40kHz) = -109,4dB an 4 Ohm bei 8V rms gemessen.
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High-End-Audioverstärker
Verstärker BUF634
Die Verstärkerschaltung schöpft also das Potential der Versuchsschaltung praktisch
vollständig aus, auch wenn die Übereinstimmung der Werte zufällig ist, die Messgenauigkeit
der an der Verstärkerbaugruppe durchgeführten Messungen soll mit +/- 25% abgeschätzt
werden, diese waren reine THD-Messungen, während beim Vorversuch stattdessen THD+N
gemessen wurde.
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