Dr. Pornsak Songkakul

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Kein Hitzestau in Rechenzentren
Die Software von Dr. Pornsak Songkakul
verknüpft Gebäudeautomatisierung und
IT-Steuerung. So sinken die Kosten für die
Kühlung von Serverräumen
Je mehr Daten Server verarbeiten, desto mehr Hitze geben sie ab. Rechenzentren brauchen
daher viel Energie, um ihre Betriebsräume zu kühlen. Die von Dr. Pornsak Songkakul (57)
entwickelte Software ermittelt genau, an welchen Server-Racks die Raumtemperatur
bereits hoch ist, und empfiehlt dem Server-Management-System, neue Rechenlasten
automatisch auf die Server zu lenken, an denen die Umgebungstemperatur dafür günstig
ist. Das Ergebnis: Der enorme Energiebedarf von Rechenzentren sinkt – dank intelligenter
Gebäudeautomatisierung. Der Erfinder Songkakul arbeitet bei Siemens Building Technologies in Buffalo Grove, lllinois, USA.
Dr. Pornsak Songkakul –
Erfinder des Jahres 2015
Produktentwickler bei Building Technologies,
Buffalo Grove, Illinois, USA
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Dr. Pornsak Songkakul –
Erfinder des Jahres 2015
»Den Anstoß für viele
Neuerungen bekomme
ich bei Gesprächen
mit Kunden.«
Zu Hitze hat Dr. Pornsak Songkakul ein besonderes Verhältnis. Im tropischen Thailand geboren, hat ihn die Frage,
wie man Hitzestau in Gebäuden vermeiden kann, schon
vor seiner Tätigkeit bei Siemens fasziniert. Deswegen ging
er nach Texas, um dort an einer führenden Universität
seinen Master und seinen Doktor über Themen der
Energieeffizienz und Steuerungstechnik zu machen. Bei
Siemens Building Technologies am Standort Buffalo
Grove, Illinois, entwickelt Songkakul nun Innovationen, um
Hitzeentwicklung in Gebäuden effektiv zu vermeiden.
Insbesondere Computer und Server, die im Betrieb selbst
viel Wärme an die Umgebung abgeben, brauchen einen
kühlen Standort, um zuverlässig zu funktionieren. Und
je mehr Rechenlast ein Server zu verarbeiten hat, desto
mehr Wärme entwickelt er. Die Gebäudeklimatisierung
und die Steuerung der Server sind aber zwei völlig
getrennte Welten. Und so wird ein Serverraum eben
komplett heruntergekühlt, wenn die Temperatur durch die
Arbeit der Computer steigt. »Das ist nicht sehr effizient«,
stellt Songkakul fest. Und weil es sein Job und seine
Passion ist, Dinge zu verbessern, erfand er Technologien,
die die zwei getrennten Welten vereinen, indem sie Informationen miteinander austauschen und so optimal Seite
an Seite arbeiten können.
Der Produktentwickler nutzt jede Gelegenheit, um mit
Betreibern von Gebäuden, die Siemens-Gebäudetechnik
einsetzen, zu sprechen. Und ein Schwachpunkt, den die
Betreiber von Rechenzentren immer wieder beklagen, ist
der enorme Energieverbrauch. Tatsächlich entfallen etwa
zwei Prozent des weltweiten Stromverbrauchs allein auf
die derzeit etwa 4,2 Millionen Rechenzentren. Dabei benötigt die Kühlung der Serverräume einen guten Teil dieser
Energie. Songkakuls Idee ist ganz einfach: Im Rechenzentrum wird die Rechenlast so auf die Server verteilt, dass
die Wärmeentwicklung möglichst gleichmäßig anfällt.
Dafür messen Sensoren die Temperatur an vielen Stellen in
den Serverräumen, auch direkt an den Racks. Das System
zur Gebäudeautomatisierung nutzt dann die patentierten
Technologien, um zu berechnen, welche Racks in kühleren
Bereichen stehen, und leitet diese Ergebnisse an das
Server-Management-System weiter, das nun automatisch
neue Rechenlasten an die entsprechenden Racks schickt.
Diese patentierten Erfindungen sind mit die ersten, die
Schnittstellen zwischen den beiden Systemen nutzen.
Diese Methoden sollen in nächster Zukunft Betreibern von
Rechenzentren angeboten werden und der Erfinder rechnet
damit, dass sie die Zuverlässigkeit des Serverbetriebs
erhöhen und gleichzeitig die Energiekosten senken. In
welcher Höhe, das hängt stark von der Größe und dem
Baujahr des Rechenzentrums ab. Der Erfinder arbeitet
bereits seit 21 Jahren für Siemens. In dieser Zeit hat er 22
Erfindungen gemeldet und kann auf 41 Einzelpatente –
geschützt in 24 Schutzrechtsfamilien – verweisen. Seine
Erfahrung wird im Unternemen hoch geschätzt. Songkakul
arbeitet in einem Innovationsteam von fünf Personen mit,
dessen Aufgabe es ist, Ideen von Kollegen zu beurteilen
und zu fördern. »Das Innovationsteam berät Kollegen, wie
sie beim Management am besten Gehör finden«, erklärt
Songkakul. Seine eigene Kreativität hat viele unterschiedliche Quellen. »Manche Verbesserungen ergeben sich
einfach, wenn ich an einem Produkt arbeite; manchmal
fällt mir etwas ein, wenn ich mit Kollegen diskutiere. Und
ganz wichtig sind die Gespräche mit Kunden.«
Obwohl Songkakul heute die meiste Zeit damit verbringt,
neue Produkte zu entwickeln, begeistert ihn immer noch
eine alte mechanische Erfindung: die Nähmaschine. In
seiner Familie in Bangkok war eine alte Singer-Nähmaschine
mit Pedalantrieb im Dauereinsatz. »Wie präzise diese
Mechanik funktioniert, das fasziniert mich bis heute«, sagt
Songkakul. Er kann sogar selbst nähen, kommt aber nicht
mehr dazu. In seiner knappen Freizeit versucht der Erfinder
in Form zu bleiben: Mit seiner Frau spielt er Tennis und am
Wochenende machen sie Radtouren. Er hat zwei Kinder:
Sein Sohn ist bereits berufstätig und seine Tochter
studiert noch. Einmal im Jahr reist Songkakul in seine alte
Heimat Bangkok und genießt das Wiedersehen mit seinen
Verwandten – und die Hitze.
SIEMENS.COM/INNOVATION
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