!"#!"#$ % &'()*+'$,*$-*./$0/"1#2$!"#$%&'%(%)'*+,"-)$#!.(/)"!$ EVA HOLKE !JANA KAMPHAUSEN ! RENE KLASEN ! STEFAN KARGER ! LENA SCHLAFKE 3 Fragebogen zur Selbsteinschätzung Kreuze an welche Frage Du bereits beantworten kannst (!) & welche nicht (")! Überprüfe nach der Übungsphase dein Wissen erneut! WELCOME TO YOUR BRAIN! !" NEUROBIOLOGISCHE GRUNDLAGEN Nervensystem ! Kann ich nach der Übgungsphase beantworten 1. Woraus besteht das zentrale Nervensystem? 2. Was gehört zum peripheren Nervensystem? 3. Welche Aufgaben haben das somatische und das autonome Nervensystem? 4. Zwei Abteilungen des autonomen Nervensystems arbeiten zusammen: Der Sympathikus und der Parasympathikus. Welche sind ihre Aufgaben? Gehirn 5. Benennen Sie - für eine Grobgliederung der Funktionen - die drei Hauptabschnitte des Gehirns! 6. Benennen Sie die vier Felder (Lappen) der Großhirnrinde und ihre Funktionen. Ordnen Sie die lateinischen Bezeichnungen zu: Lobus parietalis, Lobus temporalis und Lobus frontalis. SDK 2.3 Inhaltsverzeichnis Neuronen 7. Welche der Struckturen des „limbischen Systems“ werden in der Fachliteratur besonders hervorgehoben ? Welche Aufgaben hat das limibsche System? Fragebogen zur Selbsteinschätzung ............................................................................... 1 2. Gehirn ........................................................................................................................... 5 3. Neuronen ...................................................................................................................... 9 4. Hormone ..................................................................................................................... 12 9. Was ist eine Synapse? 10. Wie werden Informationen im Nervensystem übertragen? 11. Was sind Hormone? Was ist das endokrine System? Hormone 1. Nervensystem .............................................................................................................. 2 8. Was ist ein Neuron? Wie ist es beschaffen und wie arbeitet es? Welche Arten von Neuronen werden unterschieden? 12. Erläutern Sie: • Endorphine • Adrenalin • Oxitozin 13. Welcher Unterschied besteht zwischen neuronaler und endokriner Informationsübertragung 3 &'()*+'$,*$-*./$0/"1#2$!"#$%&'%(%)'*+,"-)$#!.(/)"!$ 4 &'()*+'$,*$-*./$0/"1#2$!"#$%&'%(%)'*+,"-)$#!.(/)"!$ 5 Das somatische (auch: animalische) Nervensystem dient der motorisch der 1. Nervensystem willkürlichen Das Nervensystem ist in vieler Hinsicht das komplizierteste funktionelle System des Ansteuerung der Skelettmuskulatur und sensibel der bewussten Wahrnehmung der Körperperipherie. Das vegetative (auch: autonome oder viszerale) Körpers. Milliarden feinster abgestimmter elektrischer Impulse jagen unablässig durch Nervensystem dieses faszinierende Netzwerk, das unseren Körper durchzieht und seine Teile wie ein setzt sich aus zwei Anteilen, dem Sympathikus und dem Parasympathikus zusammen. Es dient der unbewussten und unwillkürlichen extrem komplexes Telefonnetz verbindet. So ermöglicht es dem Menschen die Steuerung der inneren Organe und damit zahlreicher lebenswichtiger Vorgänge, wie z.B. Kommunikation mit seiner Umwelt und bildet damit die Grundlage für ein dieser Umwelt Atmung, Verdauung und Blutdruckregulation. sinnvoll angepasstes Leben. Die wichtigsten Funktionen des Nervensystems stehen im Dienste der Wahrnehmung, der Integration des Wahrgenommenen, des Denkens und Auch die Informationen, die über den sensiblen Teil des vegetativen Nervensystems dem Fühlens sowie der Auslösung angemessener Verhaltensweisen. ZNS zugeteilt werden (Mitteilung von den Vorgängen in den Organen), gelangen meist nicht ins Bewusstsein. Man kann dar Nervensystem auf verschiedene Weise unterteilen. So unterscheidet man in erster Linie ein: Zentrales Nervensystem (= Zentralnervensystem) von einem peripheren Dem somatischen Nervensystem das wir bewusst ansteuern können kann man das Nervensystem. autonome Nervensystem gegenüberstellen, dessen Steuerung unserem Bewusstsein weitgehend entzogen ist. Es innerviert motorisch überwiegen die glatte Muskulatur der Das Zentralnervensystem (ZNS) umfasst Gehirn und Rückenmark, die strukturell und Eingeweide und Gefäße sowie exokrine und endokrine Drüsen. Es steuert dabei alle funktionell untrennbar miteinander verbunden sind. vegetativen Parameter, wie z.B. Atmung, Kreislauf, Wasserhaushalt, Körpertemperatur, Stoffwechsel, Verdauung, Fortpflanzung etc. Seine Funktion dient generell der „Aufrechterhaltung des inneren Körpermilieus“ und der Anpassung der einzelnen Organfunktionen an die wechselnden Umwelterfordernisse. Das periphere Nervensystem (PNS) kann man als „Rezeptions- und Ausführungsorgan Trotz seiner Funktion als Kommandozentrale ist das ZNS, von direktem Kontakt, mit der das ZNS“ bezeichnen. Es ist in den zahlreichen Nerven repräsentiert, die den Körper Außenwelt isoliert. Es ist die Rolle des PNS, das ZNS mit Informationen aus den Sinnesrezeptoren zu versorgen, wie man sie in den Augen und Ohren findet, und durchziehen und als sensible oder motorische Leitungsbahnen entweder Impulse von der Peripherie zum ZNS (sensibel) oder vom ZNS zur Peripherie (motorisch) tragen. Eine weitere Unterteilung sowohl im zentralen als auch im peripheren Nervensystem ist diejenige in: somatisches Nervensystem und vegetatives Nervensystem. 4 Anweisungen vom Gehirn zu den Organen und Muskeln weiterzuleiten. Das PNS umfassen wiederum zwei Arten von Nervenfasern. 5 &'()*+'$,*$-*./$0/"1#2$!"#$%&'%(%)'*+,"-)$#!.(/)"!$ 6 &'()*+'$,*$-*./$0/"1#2$!"#$%&'%(%)'*+,"-)$#!.(/)"!$ Das somatische Nervensystem reguliert die Skelettmuskulatur. Man stelle sich vor, man 7 2. Gehirn tippe einen Brief. Die Bewegung der Finger auf der Tastatur wird vom somatischen Gehirnstrukturen und ihre Funktionen Nervensystem gesteuert. Sobald man weiß, was man schreiben will, sendet das Gehirn Das menschliche Gehirn besteht aus drei miteinander verbundenen Schichten. Im tiefsten Anweisungen an die Finger, bestimmte Tasten zu drücken. Gleichzeitig senden die Finger Bereich des Gehirns, dem Hirnstamm, befinden sich Strukturen, die hauptsächlich an eine Rückmeldung über ihre Position und ihrer Bewegung an das Gehirn. Drückt man die autonomen Prozessen wie Pulsfrequenz, Atmung, Schlucken und Verdauung beteiligt falsche Paste, informiert das somatische Nervensystem das Gehirn, das dann die nötige sind. Dieser zentrale Kern ist umgeben von dem limbischen System, das an Prozessen Korrektur vornimmt, und in Sekundenbruchteilen löscht man den Fehler und drückt die von Motivation, Emotion und Gedächtnis beteiligt ist. Das Großhirn (Cerebrum) richtige Taste. umschließt diese beiden Strukturebenen. Im Großhirn befindet sich die Gesamtheit des Das autonome Nervensystem ist für zwei Arten von überlebenswichtigen Situationen menschlichen Geistes. Das Cerebrum und dessen Oberfläche, der cerebrale Cortex zuständig: Solche, die den Organismus bedrohen und solche, die zur Erhaltung des (Großhirnrinde) integriert sensorische Informationen, koordiniert die Bewegungen und Organismus beitragen. Um diese Funktion zu erfüllen, ist das autonome Nervensystem ermöglicht abstraktes Denken und Schlussfolgern. wiederum in sympathisches und ein parasympathisches Nervensystem unterteilt. Diese Teile arbeiten gegensätzlich (antagonistisch), um ihrer Aufgaben zu erfüllen. Das sympathische Nervensystem dirigiert Reaktionen auf Notfallsituationen; das parasympathische Nervensystem überwacht Routinefunktionen des Körpers. Der Hirnstamm ist bei allen Wirbeltieren zu finden und enthält Strukturen, die gemeinsam die internen Prozesse des Körpers regeln. Die Medulla oblongata (verlängertes Rückenmark), ist am oberen Ende des Rückenmarks angesiedelt und stellt das Zentrum für Atmung,Blutdruck und Herzschlag dar. Weil diese Prozesse lebenswichtig sind, kann eine Schädigung der Medulla fatale Folgen haben. Nervenfasern, die vom Körper aufsteigen und vom Gehirn hinabführen, kreuzen die Medulla. Die linke Körperseite ist also mit der rechten Hirnhälfte verbunden und umgekehrt. Genau über der Medulla liegt die Brücke ( Pons), die ankommende Informationen in andere Strukturen des Hirnstamms und in das Kleinhirn leitet. Die Brücke ist der Teil, der das Rückenmark mit dem Gehirn 6 und verschiene Teile des Gehirns verbindet. Die Formatio reticularis ist ein dichtes Netzwerk von Nervenzellen, das als Wächter des Gehirns dient. Sie regt den cerebralen Cortex an, die Aufmerksamkeit auf eine neue Stimulation zu richten, und hält das Gehirn 7 &'()*+'$,*$-*./$0/"1#2$!"#$%&'%(%)'*+,"-)$#!.(/)"!$ sogar während des Schlafes aufmerksam. Die Formatio reticularis 8 &'()*+'$,*$-*./$0/"1#2$!"#$%&'%(%)'*+,"-)$#!.(/)"!$ 9 ist außerdem Die Amygdala (der Mandelkern) ist maßgebend an der emotionalen Kontrolle z.B. verantwortlich für die Aufrechterhaltung des Bewusstseins und für das Erwachen aus dem Aggressionen und der Formung emotionaler Gedächtnisinhalte beteiligt. Aufgrund ihrer Schlaf. Eine massive Schädigung in diesem Bereich führt sehr oft zum Koma. Die Kontrollfunktion wirken sich Schädigungen der Amygdala beruhigend auf sonst Formatio reticularis besitzt lange Nervenfasern, die zum Thalamus führen, der die ungehaltene Menschen aus. Kommt es zur Schädigung einiger bestimmten Areale der eintreffende sensorische Information kanalisiert und zu den entsprechenden Arealen des Amygdala, so wird die Fähigkeit beeinträchtigt sich an den Cortex zur Verarbeitung weiterleitet. Zum Beispiel leitet der Thalamus Informationen von Gesichtsausdrücken zu erinnern. den Augen in die cortikale Areale der visuellen Verarbeitung. Das Cerebellum emotionalen Gehalt von Der Hypothalamus ist eine der kleinsten Strukturen des Gehirns und spielt jedoch bei (Kleinhirn) liegt beim Hirnstamm an der Schädelbasis. Es koordiniert Körperbewegungen, vielen unserer wichtigsten alltäglichen Handlungen eine entscheidende Rolle. Er ist aus kontrolliert die Haltung und hält das Gleichgewicht aufrecht. Eine Schädigung des verschiedenen Kernen (Nuclei), kleiner Neuronenbündeln, zusammengesetzt, die Cerebellums unterbricht den Fluss ansonsten weicher Bewegungen. Die Bewegungen physiologische Prozesse des motivationalen Verhaltens regulieren (darunter Essen, erscheinen bei einer Schädigung unkoordiniert und ruckartig. Trinken, Regelung der Temperatur und sexuelle Erregung). Der Hypothalamus erhält das innere Gleichgewicht des Körpers die Homöostase. Der Hypothalamus ist z.B. an der Stimulation des Organismus zur Nahrungsbeschaffung und Nahrungsaufnahme beteiligt, wenn dem Körper die Energiereserven fehlen. Sinkt die Körpertemperatur, verursacht der Hypothalamus eine Kontraktion der Blutgefäße oder kleine unwillkürliche Bewegungen, das Frösteln oder Zittern vor Kälte. Der Hypothalamus reguliert auch die Aktivitäten des endokrinen Systems. Das limbische System ist die Gehirnregion, die das emotionale Verhalten, grundlegende motivationale Bedürfnisse, Gedächtnis sowie wichtige physiologische Funktionen kontrolliert. Des Weiteren regelt das limbische System die Körpertemperatur, Blutdruck, Blutzuckerspiegel und andere Aspekte des Körperhaushalts. Das limbische System besteht aus drei Strukturen: Hippocampus, Amygdala und Hypothalamus. Der Hippocampus, die größte Struktur des limbischen Systems, spielt beim Erwerb expliziter Gedächtnisinhalte eine wichtige Rolle. Eine Schädigung am Hippocampus beeinträchtigt andererseits nicht die Fähigkeit, dem Bewusstsein nicht zugängliche Gedächtnisinhalte zu erwerben. Das bedeutet, man könnte trotz einer Schädigung des Hippocampus neue Tätigkeiten erlernen, man könnte sich nur nicht daran erinnern. 8 9 &'()*+'$,*$-*./$0/"1#2$!"#$%&'%(%)'*+,"-)$#!.(/)"!$ : &'()*+'$,*$-*./$0/"1#2$!"#$%&'%(%)'*+,"-)$#!.(/)"!$ ; Das Großhirn Beim Menschen überragt das Großhirn den Rest des Gehirns. Das Großhirn beansprucht in etwa zwei Drittel der gesamten Gehirnmasse für sich. Seine Aufgabe ist die Regulierung höherer kognitiver und emotionaler Funktionen. Die Großhirnrinde besteht aus einer etwa drei Millimeter dicken Schicht aus Milliarden von Zellen. Das Großhirn ist in zwei fast symmetrischen Hälften, die cerebralen Hemisphären, unterteilt. Die beiden Hemisphären sind über einen gewaltigen Strang an Nervenfasern, das Corpus callosum (auch Balken genannt) verbunden. Über diesem Pfad vollzieht sich der Informationsaustausch zwischen den Hemisphären. Jede Hemisphäre wurde mithilfe zweier wichtiger Landmarken kartografiert. Eine Furche, der Sulcus centralis (Zentralfurche), teilt jede Hemisphäre vertikal und eine zweite ähnliche Furche, die Fissura lateralis (auch sylvische Furche genannt), teilt jede Hemisphäre horizontal. Durch diese Unterteilungen lassen sich 4 Hirnlappen in jeder Hemisphäre definieren. Der Frontallappen oder Stirnlappen (Lobus frontalis) ist an der motorischen Kontrolle und kognitiven Aktivitäten wie Planen, Entscheiden und dem Setzen von Zielen beteiligt. 3. Neuronen Er befindet sich oberhalb der Fissura lateralis und vor dem Sulcus centralis. Eine Schädigung des Lappens könnte eine verheerende Auswirkung auf das Handeln und die Ein Neuron ist eine Zelle, die darauf spezialisiert ist, Informationen zu empfangen, zu Persönlichkeit eines Menschen haben. verarbeiten und/oder an andere Zellen innerhalb des Körpers weiterzuleiten. Neurone Der Parietallappen oder Scheitellappen (Lobus parietalis) ist für Empfindungen wie besitzen unterschiedliche Formen, Größen, chemische Zusammensetzungen und Berührungen, Schmerz und Temperatür verantwortlich und befindet sich direkt hinter der Funktionen – über 200 verschiedenen Arten wurden in Gehirnen von Säugetieren Zentralfurche. identifiziert – aber alle Neurone besitzen dieselbe grundlegende Struktur. Es gibt zwischen 100 Milliarden und einer Billion Neurone in unserem Gehirn. Der Okzipitallappen oder Hinterhauptslappen (Lobus occipitalis), die Endstation für Neurone erhalten typischerweise an einem Ende Informationen und senden am anderen visuelle Informationen, liegt am Hinterkopf. Ende Botschaften aus. Grundsätzlich besteht ein Neuron zum einen aus einem Zellkörper Der Temporallappen oder Schläfenlappen (Lobus temporalis), verantwortlich für das (Soma oder Perikaryon), der den Zellkern enthält und zum anderen aus einem oder Hören, befindet sich unter der Lateralfurche auf jeder Hemisphäre. mehreren Fortsätzen, welche sich wiederum in Erregungsempfänger und Erregungsweitergeber aufteilen. Der Teil der Zelle, der ankommende Signale erhält, ist eine Anzahl von verästelten Fasern außerhalb des Zellkörpers, die man Dendriten nennt. Die Hauptaufgabe der Dendriten besteht darin, Erregung von Sinnesrezeptoren oder anderen Zellen zu empfangen. Der Zellkörper oder das Soma enthält den Zellkern (Nukleus) und das Zytoplasma, das die Zelle am Leben erhält. Das Soma integriert Informationen über die Stimulation, die von den Dendriten empfangen wird (oder in : manchen Fällen direkt von einem anderen Neuron), und leitet sie über eine einzelne, ausgedehnte Faser, das Axon weiter. Das Axon wieder leitet diese Informationen seiner Länge nach weiter - die im Rückenmark über einen Meter und im Gehirn weniger als ; &'()*+'$,*$-*./$0/"1#2$!"#$%&'%(%)'*+,"-)$#!.(/)"!$ 3 % &'()*+'$,*$-*./$0/"1#2$!"#$%&'%(%)'*+,"-)$#!.(/)"!$ 3 3 einem Millimeter betragen kann. Am anderen Ende des Axons befinden sich verdickte, knollenähnliche Strukturen, die Endknöpfchen, über die das Neuron angrenzende Drüsen, Muskeln oder andere Neuronen stimulieren kann. Neuronen übertragen normalerweise Informationen nur in eine Richtung: von den Dendriten über das Soma zum Axon bis hin zu den Endknöpfen. Anders als bei den Dendriten findet man am Ende eines Axons eine terminale Aufzweigung (Telodendron). Die Enden dieser Aufzweigungen wiederum weisen kleine, knötchenförmige Auftreibungen auf, die synaptischen Endknöpfchen (auch synaptische Abbildung 1: Aufbau eines Neuron Endkolben). Diese bilden zusammen mit der Zellmembran der nachfolgenden Zelle und Es gibt drei Hauptarten von Neuronen. Sensorische Neuronen übermitteln Botschaften dem dazwischen liegenden Spalt die sog. Synapse. An den Synapsen findet die von Sinnesrezeptorzellen hin zum Zentralnervensystem. Rezeptorzellen sind hoch Erregungsübertragung von einem Neuron zum nächsten statt. Das geschieht dadurch, das spezialisierte Zellen, die beispielsweise auf Licht, Geräusche oder Körperpositionen eine an den Endknöpfchen ankommende Erregung zum Einstrom von Kalziumionen an reagieren. Motorneuronen leiten Botschaften weg vom Zentralnervensystem hin zu den der präsynaptischen (vor dem synaptischen Spalt liegend) Zellmembran führt. Dies löst Muskeln und Drüsen. Die Mehrzahl der Neuronen im Gehirn sind Interneurone, die eine Verschmelzung von in den Endknöpfchen befindlichen synaptischen Vesikeln mit Botschaften von sensorischen Neuronen an andere Interneurone oder Motorneurone der präsynaptischen Membran aus. Dadurch wird eine in den Vesikeln gespeicherte weiterleiten. Auf jedes Motorneuron im Körper kommen etwa 5.000 Interneurone im Substanz in den synaptischen Spalt ausgeschüttet. Dies ist das Funktionsprinzip der riesigen Schaltnetz, welches das Verarbeitungssystem des Gehirns bildet (Nauta & chemischen Synapse. Die in den Spalt ausgeschüttete Substanz wird als Transmitter Feirtag, 1979). (Überträgerstoff) bezeichnet. Der Transmitter bindet an der nachfolgenden Nerven-, Der Begriff Synapse bezeichnet die funktionelle Verbindung zwischen einzelnen Muskel- oder Drüsenzelle an definierten Rezeptoren, erregt dadurch deren Membran Nervenzellen oder Neuronen. Er wurde im Jahr 1897 von Sir Charles Sherrington aus dem (postsynaptischer Membran) elektrisch und vermittelt auf diese Weise das Signal von Griechischen (synapto = ich verbinde mich mit) entlehnt. An der Synapse wird der Zelle zu Zelle weiter. Ein Transmitter kann nach Beschaffenheit des Rezeptors nicht nur Nervenimpuls von einer Nervenzelle auf die andere übertragen. Erst in den 50er-Jahren erregend, sondern auch hemmend auf die nachfolgende Zelle wirken. konnte mit der Entwicklung des Elektronenmikroskops die Ultrastruktur der Synapse, klar definiert und als Verbindung, aber nicht als Fusion zwischen Nervenzellen, nachgewiesen werden. 3% 33 3 4 &'()*+'$,*$-*./$0/"1#2$!"#$%&'%(%)'*+,"-)$#!.(/)"!$ &'()*+'$,*$-*./$0/"1#2$!"#$%&'%(%)'*+,"-)$#!.(/)"!$ 3 Adrenalin ist ein im Nebennierenmark gebildetes und in Stresssituationen ins Blut 4. Hormone ausgeschüttetes Hormon. Als Stresshormon vermittelt Adrenalin eine Steigerung der komplexes Herzfrequenz, einen Anstieg des Blutdrucks, eine Erweiterung der Atemwege, eine Regulationssystem, das endokrine System. Es unterstützt die Arbeit des Nervensystems schnelle Bereitstellung von Energiereserven durch Fettabbau sowie die Freisetzung und durch ein Netzwerk von Drüsen, welches chemische Botenstoffe, die Hormone, Biosynthese von Glucose. Es reguliert ebenso die Durchblutung und die Magen-Darm- synthetisiert. Zu dem Drüsen – Netzwerk gehören Hypothalamus, vordere und hintere Tätigkeit. Neben dem zentralen Nervensystem gibt es ein zweites, hoch Hirnanhangsdrüse, Schilddrüsen, Darm, Bauchspeicheldrüse, Nebennieren, Eierstöcke Das Hormon Oxytocin wird im Hypothalamus gebildet. Von hier wird es über Axone zur und Hoden. hinteren Hirnanhangdrüse transportiert, zwischen gespeichert und bei Bedarf abgegeben. Oxytocin hat eine wichtige Bedeutung beim Geburtsprozess. Gleichzeitig beeinflusst es 1. Zirbeldrüse nicht nur das Verhalten zwischen Mutter und Kind sowie zwischen Geschlechtspartnern, 2. Hypophyse sondern auch ganz allgemein soziale Interaktionen. Darüber hinaus verursacht es die Milchejektion (Entleerung der Drüsenbläschen) durch Stimulation der Milchdrüse. In der 3. Schilddrüse neurochemischen Forschung wird Oxytocin beim Menschen mit psychischen Zuständen 4. Thymus wie Liebe, Vertrauen und Ruhe in Zusammenhang gebracht, des Weiteren wurde eine 5. Nebenniere Lust steigernde Wirkung für Männer als auch für Frauen nachgewiesen 6. Bauchspeicheldrüse 7. Ovar Die neuronale Informationsübertragung ist ein elektrochemisches Ereignis, es kann vom 8. Hoden Gehirn aus und überall im Körper in verschiedenen Muskelsystemen gefunden und gemessen werden. Im Gegensatz dazu ist die endokrine Informationsübertragung ein biochemisches Ereignis, welches im Blut nachgewiesen werden kann. Beide Wege der Informationsübertragung haben ihren Ursprung im Gehirn und hängen voneinander ab. Der Hypothalamus ist die Schaltstelle zwischen dem endokrinen System und dem zentralen Nervensystem. Von dort gehen Botschaften an die Hirnanhangsdrüsen, welche wiederum die Hormonausschüttung der anderen endokrinen Drüsen beeinflusst. So werden Erregungsniveau, Bewusstsein und Stimmungsschwankungen beeinflusst aber auch Körperwachstum, Stoffwechsel und vieles andere mehr. Über das endokrine System gelangen die Hormone ins Blut und finden so ihren Weg zu dem für sie bestimmten Ort. Endorphine werden im Hypothalamus und in der Hirnanhangsdrüse gebildet. Diese Hormone beeinflussen das emotionale Verhalten wie z.B. Angst, Furcht, Anspannung, Freude und Schmerzempfinden. Sie werden auch als „Schlüssel zum Paradies“ bezeichnet, stehen in Verbindung mit der Produktion von Sexualhormonen und werden mitverantwortlich gemacht für die Entstehung von Euphorie. Das Endorphinsystem wird unter anderem in Notfallsituationen aktiviert. Bestimmte körperliche Anstrengungen und Schmerzerfahrungen können Glückszustand hervorrufen. durch die Ausschüttung von Endorphinen einen 34 3