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Einführung in die Strömungsmechanik
Rolf Radespiel
• Fluideigenschaften
• Grundlegende Prinzipien und Gleichungen
• Profile
• Windkanal und Druckmessungen
BRAUNSCHWEIG, 5. JUNI 2002
Was versteht man unter Strömungsmechanik ?
Dynamisches Verhalten der
Fluide:
Aspekte des
Strömungsverhaltens:
Verformungsverhalten: Unter Einfluss
einer äußeren Kraft weisen Fluide eine
ständig anwachsende Verformung auf
à Strömen
Umströmungen und Durchströmungen
Fluide können im Allgemeinen als
Kontinuum betrachtet werden
Kompressible und inkompressible Strömungen
Stationäre und instationäre
Strömungen
Fluideigenschaften
Druck (makroskopisch)
Dichte eines Fluids
Die Dichte eines Fluids ist die Masse pro
Volumeneinheit
dm
ρ = lim
dV→ 0 dV
Wasser: rw= 1000 kg/m3
Luft:
rL= 1,2 kg/m3
Der Druck in einem Fluid entspricht der Kraft
pro Flächeneinheit
dF
p = lim
dA→0 dA
Einheit des Drucks: 1 Pa = 1 N/m2
Druck (mikroskopisch)
Der Druck entspricht dem von den Molekülen
durch elastische Stöße an die Oberfläche
übertragenen Impuls/(Zeit Fläche)
Hydrostatisches Grundgesetz für den Druck in
einem ruhenden Fluid
Oberflächenelement dA
Kontrollvolumen V
p0 dA
Satz:
Die an einem Kontrollvolumen im ruhenden Fluid
angreifenden Kräfte sind im Gleichgewicht.
h
G
p dA = p 0 dA + ρ g h dA
p dA
p = p0 + ρ g h
à gleicher Druck in Punkten mit gleicher Tiefe
à Druck wächst proportional zur Tiefe
Prinzip der Massenerhaltung
Stromröhre wird
gebildet aus
Stromlinien
Massenstrom durch durchströmte Flächen:
u2
Austrittsfläche A2
Fläche x Geschwindigkeit x Dichte = r u A
Dichte r2
Satz:
Die Masse in der Stromröhre bleibt
bei stationären Strömungen konstant.
r1 u1 A1 = r2 u2 A2
Für inkompressible Strömung gilt: u1 A1 = u2 A2
Kontinuitätsgleichung
u1
Eintrittsfläche A1
Dichte r1
Anwendung der Kontinuitätsgleichung auf
Rohrströmung
D1
u1
D2
gegeben: Durchmesser D1, D2, und Eintrittsgeschwindigkeit u1
gesucht: Austrittsgeschwindigkeit u2
Rechnung:
D 
Die Flächen sind A1 = π 1 
 2
2
Die Kontinuitätsgleichung liefert
u1 A1 = u2 A2
also
D 
u2 =  1  u1
 D2 
2
D 
A 2 = π 2 
 2 
2
Energieerhaltungsgleichung
Spezifische mechanische Energie:
Spez. kinetische Energie =1/2 u2
u2
Austrittsfläche A2
Dichte r
Druck p2
Energiestrom durch Flächen:
Fläche x Geschwindigkeit x Dichte x spezifische Energie
Leistung um Fluid gegen den Druck
in die Stromröhre zu pressen:
Fläche x Geschwindigkeit x Druck
Satz:
Die mechanische Energie in der Stromröhre bleibt
bei stationären Strömungen konstant.
A1 u1 1/2 r u12 + A1 u1 p1 = A2 u2 1/2 r u22 + A2 u2 p2
wegen der Kontinuitätsgleichung u1 A1 = u2 A2 folgt
u1
Eintrittsfläche A1
Dichte r
Druck p1
1/2 r u12 + p1 = 1/2 r u22 + p2
Bernoulligleichung
Was ist ein Profil
Nasenradius
W
A
Luftkraft
am Profil
Skelettlinie
Sehne
Profile sind Körper zur Erzeugung von
Auftrieb. Sie sind vorn abgerundet und
hinten spitz.
Der Auftrieb A ist der Anteil der
Luftkraft, der senkrecht zur Anströmung
steht.
Der Widerstand W ist der Anteil der
Luftkraft, der parallel zur Anströmung
steht.
Verlauf des Auftriebs am Profil
CA
A
Ablösung
CAmax
A
max
dCA
dα =
αA=0
Bei anliegender Strömung
verläuft der Auftrieb linear mit
dem Anstellwinkel.
Bei großen Anstellwinkeln
erhält man
Strömungsablösungen und
einen Auftriebsverlust.
à Der Auftrieb ist durch den
Wert von Amax begrenzt.
Auftriebsanstieg
α
Profileigenschaften
Einfluss der Profildicke:
6% Dicke
12% Dicke
Einfluss der Profilwölbung:
symmetrisch
6% Wölbung
Wozu dienen Strömungsmessungen ?
Bestimmung von Luftkräften und
Momenten an Modellen von
Profilen und Tragflügeln für
Flugzeuge.
- Auftrieb und Widerstand
- Nickmoment
- Seitenkraft
- Roll- und Giermomente
Untersuchungen an maßstäblichen
Modellen in einem Windkanal
Analyse der Ursachen für
gewünschte oder unerwünschte
Strömungsverläufe
Messung des Druckverlaufs
entlang der Modelloberfläche
Experimentelle Bestätigung für
rechnerische Vorhersagen
Kraft- und Momentenmessungen
mit Waagen.
Messung des
Geschwindigkeitsverlaufs im
Strömungsfeld.
Bauarten von Windkanälen
Offene Rückführung:
Eiffel - Bauart
Geschlossene Rückführung:
Göttinger Bauart
Komponenten eines Windkanals
Beruhigungskammer mit
Gleichrichter und Sieben
Messstrecke mit
Windkanalmodell
Düse
Rückführung
Umlenkecken
mit Leitschaufeln
Antrieb: Elektromotor
und Gebläse
Prinzip der Messung des Drucks in einer
Luftströmung
U-Rohr:
- Füllung mit Wasser
- Messung eines Differenzdrucks mit dem
hydrostatischen Grundgesetz
h
p = p0 + ρ W g h
p − po = ρ W g h
rW= 1000 kg/m3 , g=9,81m/s2
Zusammenfassung: Um welche Fragen ging es
in dieser Vorlesung?
•
Was ist ein Fluid? Eigenschaften?
• Gleichungen aus der Mechanik, die den
Strömungszustand eines Fluids beschreiben
• Was ist ein Profil? Eigenschaften?
• Was ist ein Windkanal? Was kann man messen?
Einblick in die Vorlesungen des
Maschinenbaustudiums der TU Braunschweig
Stationäre Strömung um ein Profil
Instationäre Strömung des Rauches einer Zigarette
inkompressible Strömung um einen Baseball
Kompressible Strömung um ein Gewehrgeschoss
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