PAULUS

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Felix Mendelssohn
PAULUS
Oratorium nach Worten der Heiligen Schrift (op. 36)
Konzert am 2.12.2007 • Stiftskirche Bonn
ERSTER TEIL
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[03]
[04]
1.
2.
3.
4.
Ouvertüre
Chor:
Choral:
Rezitativ und Duett:
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5. Chor:
6. Rezitativ mit Chor:
[07]
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7. Arie:
8. Rezitativ und Chor:
[09]
9. Rezitativ und Choral:
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10. Rezitativ:
11. Chor:
12. Rezitativ und Arie:
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13. Rezitativ und Arioso:
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14. Rezitativ mit Chor:
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16.
17.
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19.
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21. Rezitativ:
22. Chor:
Chor:
Choral:
Rezitativ:
Arie:
Rezitativ:
Arie mit Chor:
„Herr, der du bist der Gott”
„Allein Gott in der Höh’ sei Ehr”
„Die Menge der Gläubigen war ein Herz“
„Wir haben ihn gehört“
„Und bewegten das Volk”
„Dieser Mensch hört nicht auf zu reden Lästerworte”
„Und sie sahen auf ihn alle“
„Weg, weg mit dem”
„Jerusalem! Die du tötest die Propheten”
„Sie aber stürmtan auf ihn ein“
„Steiniget ihn! Er lästert Gott!”
„Und sie steinigten ihn“
„Dir, Herr, dir will ich mich ergeben”
„Und die Zeugen legten ab ihre Kleider”
„Siehe! Wir preisen selig, die erduldet haben”
„Saulus aber zerstörte die Gemeinde“
„Vertilge sie, Herr Zebaoth!”
„Und zog mit einer Schar gen Damaskus“
„Doch der Herr vergisst die seinen nicht”
„Und als er auf dem Wege war“
„Saul! Was verfolgst du mich?”
„Mache dich auf! Werde Licht!”
„’Wachet auf!’ ruft uns die Stimme”
„Die Männer aber, die seine Gefährten waren”
„Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte”
„Es war aber ein Jünger zu Damaskus”
„Ich danke dir, Herr, mein Gott“
„Der Herr wird die Tränen von allen Angesichtern abwischen”
„Und Ananias ging hin”
„O welch eine Tiefe des Reichtums der Weisheit und Erkenntnis Gottes!”
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ZWEITER TEIL
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44.
45.
Chor:
Rezitativ:
Duettino:
Chor:
Rezitativ und Arioso:
„Der Erdkreis ist nun des Herrn”
„Und Paulus kam zu der Gemeinde”
„So sind wir nun Botschafter an Christi statt”
„Wie lieblich sind die Boten, die den Frieden verkündigen”
„Und wie sie ausgesandt vom heiligen Geist“
„Lasst uns singen von der Gnade des Herrn”
Rezitativ und Chor:
„Da aber die Juden das Volk sahen“
„So spricht der Herr: ich bin der Herr“
„Und stellten Paulus nach”
Chor und Choral:
„Ist das nicht, der zu Jerusalem verstörte alle?“
„O Jesu Christe, wahres Licht”
Rezitativ:
„Paulus aber und Barnabas sprachen”
Duett:
„Denn also hat der Herr geboten”
Rezitativ:
„Und es war ein Mann zu Lystra”
Chor:
„Die Götter sind den Menschen gleich geworden!”
Rezitativ:
„Und nannten Barnabas Jupiter und Paulus Mercurius”
Chor:
„Seid uns gnädig, hohe Götter!”
Rezitativ, Arie und Chor: „Da das die Apostel hörten“ /
„Wisset ihr nicht?“ /
„Aber unser Gott ist im Himmel”
Rezitativ:
„Da ward das Volk erreget wider sie”
Chor:
„Hier ist des Herrens Tempel“
„Steiniget ihn! Er lästert Gott!”
Rezitativ:
„Und sie alle verfolgten Paulus auf seinem Wege”
Cavatine:
„Sei getreu bis in den Tod”
Rezitativ:
„Paulus sandte hin und ließ fordern die Ältesten”
Chor und Rezitativ:
„Schone doch deiner selbst“
„Was machet ihr, dass ihr weinet?”
Chor:
„Sehet, welch eine Liebe hat uns der Vater erzeiget”
Rezitativ:
„Und wenn er gleich geopfert wird”
Schlusschor:
„Nicht aber ihm allein, sondern allen, die seine Erscheinung lieben”
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PAULUS
Entstehung des „Paulus”
R
obert Schumann, der einflussreichste Musikkritiker seiner Zeit, war um lobende Worte
nicht verlegen. Als ein Juwel der Gegenwart” und „fortlaufende Kette von Schönheiten”
pries er Felix Mendelssohn-Bartholdys Oratorium „Paulus” nach dessen Uraufführung beim
Niederrheinischen Musikfest am 22. Mai l 836 in Düsseldorf. Mit dem Werk gelang dem
27-Jährigen ein spektakulärer Erfolg. Bereits am 3. Oktober erklang der „Paulus” in einer
englischen Übersetzung in Liverpool, wenige Monate später, am 14. Mai l 837, wurde er in
Boston aufgeführt. Und zwei Jahre nach der Uraufführung war das Oratorium bereits in mehr
als fünfzig deutschen Städten über die Bühne gegangen. Trotz manch kritischer Einwände erblickte man vielerorts in dem Werk den gelungenen Versuch, der Gattung des Oratoriums
einen Weg aus der Erstarrung zu weisen. Die textliche Grundlage des Oratoriums lieferten der
Prediger und Schulrektor Julius Schubring, der Theologe Julius Fürst und der Komponist und
Musiktheoretiker Adolf Bernhard Marx. Von den Vorschlägen dieses Trios war Mendelssohn
jedoch nicht recht begeistert. Die endgültige Fassung richtete er selbst ein. Das Libretto fußt
ausschließlich auf Textstellen aus der Bibel. Mendelssohn wollte sich dadurch vom üblichen
„sentimentalen Erbauungston der Oratorienlibrettisten” (Wulf Konoid) seiner Zeit absetzen.
Der „Paulus” im Urteil der Zeit
A
llgemein gilt „Paulus” als ein lyrisch-weiches, schwärmerisches Werk, während das zehn
Jahre später entstandene Oratorium „Elias” deutlich dramatischere Züge aufweist. Doch
beschränkt sich Mendelssohn schon in seinem „Paulus” keineswegs auf rein episches Erzählen.
So erinnern die Bildhaftigkeit der Stephanus-Passage oder der fanatischen Turbae-Chöre an
die Bachsche Matthäus-Passion, und fast szenische Wirkungen erzielt der Komponist in der
Schilderung des Damaskus-Wunders. Kritiker wandten allerdings ein, dass sich Mendelssohn
im zweiten Teil drei hochdramatische Situationen der Paulus-Geschichte habe entgehen lassen: die wunderbare Errettung Paulus’ und Silas’ aus dem Kerker, die spannungsgeladene Begegnung mit seinem einstigen Lehrer, Rabbi Gamaliel, und das gewaltige Tribunal vor dem
römischen Statthalter Festus und dem König von Judaea, Agrippa II. Umstritten war auch der
Frauenchor, mit dem Mendelssohn Jesus reden lässt (Nr. 14 „Saul, was verfolgst du mich?”). Der
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Figur des Erlösers nicht würdig, lautete die Kritik. Befürworter hingegen erkannten in dem hellen, transparenten Klangbild ein adäquates Mittel, diesen mystischen, die Wirklichkeit übersteigenden Vorgang zu schildern. Mit dem „Paulus” legt Mendelssohn ein flammendes Bekenntnis
zum Christentum ab. Dass er seine persönliche Geschichte als „Paulus”-Erlebnis begriffen hat
- der Jude Mendelssohn wurde im Alter von sieben Jahren protestantisch getauft - ist eher unwahrscheinlich, schließlich hat Mendelssohn sich auch weiterhin zum Judentum bekannt.
Bach und Händel sind die Vorbilder, die im „Paulus” immer wieder durchscheinen. Auch
in der Einbeziehung von Chorälen orientiert sich Mendelssohn an Bach, während das Vorbild
Händel in der Größe und Wucht monumentaler Chöre zu spüren ist. Der Chor wird als Volksmenge Teil der Handlung, aber auch zur fiktiven Stimme, die das Geschehen reflektiert, kommentiert und deutet. Dass Mendelssohn auch Choräle (nach dem Vorbild Bachs) aufgenommen hat, wurde vielfach als für den Konzertsaal unpassend gewertet.
Ein zeitgenössischer Kritiker jedoch lobte, es sei Mendelssohn gelungen, „die Kunstform vergangener Jahrhunderte als etwas Eigenes und Neugeschaffenes wiederzugeben”. Auch Robert
Schumann hob das „meisterliche Spielen mit allen Formen der Setzkunst” hervor, daneben
faszinierte ihn der „melodische Zauber” in Arien, Duetten oder lyrischen Chören. Diese Verbindung barocker Formen mit romantischer Gefühlswärme galt schon bald als modellhaft und
exemplarisch. Der Chorsatz „Siehe, wir preisen selig” (Nr. 11) beflügelte den Musiktheoretiker
Moritz Hauptmann zu der Bemerkung, er schließe sich „so ans Herz, so als bekannt und geliebt, und ist so schön wie nur irgend etwas sein kann.”
Aufgeführt wurde der „Paulus”, wie im 19. Jahrhundert üblich, zumeist mit riesenhaften
Besetzungen mit mehr als 150 Instrumentalisten und 200 bis 300 Sängern. 1870 wurde in
Düsseldorf der „Paulus” sogar szenisch gegeben, als „dramatische Darstellung in sieben Abschnitten mit freier Benutzung des gleichnamigen Oratoriums”. Welch seltsame Wege die Rezeptionsgeschichte mitunter geht, zeigt der Umstand, dass im Laufe der Jahrzehnte der „Paulus”
von der Bachschen Matthäus-Passion verdrängt wurde, dem Werk also, das Mendelssohn selbst
durch seine Epoche machende Wiederaufführung vor dem Vergessen bewahrt hatte.
Zum Werk
D
er erste Teil des Oratoriums beginnt mit einer breit angelegten, in Ouvertüre, Chor
und Choral gegliederten Einleitung. Der Text „Herr, der du bist der Gott” stammt aus
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der Apostelgeschichte (aus dem sogenannten „Gebet der Urgemeinde um Furchtlosigkeit”). Es
folgen die Predigt und die Steinigung des Stephanus, danach das Damaskus-Wunder, das den
Christenhasser Saulus in den gottesfürchtigen Apostel Paulus verwandelt. Der zweite, handlungsärmere Teil thematisiert die Missionarstätigkeit des Apostels bei Juden und Heiden, bei
der er sich ständiger Anfeindungen erwehren muss. Am Schluss des Oratoriums nimmt Paulus
Abschied von seiner Gemeinde in Ephesus, um sich seinen Anklägern in Jerusalem zu stellen,
die ihn zum Tode verurteilen werden.
Die umfangreiche Ouvertüre stimmt den programmatischen Choral „Wachet auf, ruft uns die
Stimme” an, lässt ihn in ein Fugato übergehen und schließlich in eine Doppelfuge münden. Das
Eifern des jüdischen Volkes gibt der Chor Nr. 5 („Dieser Mensch”) durch beharrliche Motivwiederholung plastisch wieder. Dramatisch ist (in der Nr. 6) die Temposteigerung vom Andante des
Rezitativs über das Allegro molto der Rede des Stephanus zum Presto des Chores der Eiferer
(Nr. 6). Auf die verhaltene Arie „Jerusalem” (Nr. 7, der Text stammt aus dem Matthäus-Evangelium, aus der Auseinandersetzung Jesu mit den Pharisäern und Schriftgelehrten) folgt der heftige
Chor „Sie aber stürmten” (Nr. 8). Mit dem echt Mendelssohnschen Chor „Siehe, wir preisen”
(Nr. 11) schließt die eigentliche Stephanusepisode. Die Arie „Vertilge sie” (Nr. 12) ist Ausdruck
des Zorns des Saulus. Seine Bekehrung (Nr. 14) bildet mit schlichter Feierlichkeit einen weiteren Höhepunkt. Im Chorsatz „Mache dich auf” (Nr. 15) ist zwischen die akkordischen, hymnischen Rahmenteile die Fuge „Denn siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich” gespannt. Des
Paulus „Gott sei mir gnädig” (Nr. l 8) ist eine bewegende Selbstbetrachtung. Zu der Heilung
des Saulus von der Erblindung durch den von Gott gesandten Ananias (Nr. 19) ertönen kurze
Motive, die eine Reminiszenz an die Erscheinung Jesu in Nr. 14 bilden. Der Chor „O welch’
eine Tiefe des Reichtums” (Nr. 22) gemahnt an die Unerforschlichkeit der Wege Gottes.
Der zweite Teil hebt mit einem gewaltigen Chorsatz „Der Erdkreis” (Nr. 23) an, der zunächst
eine Fuge und dann eine zweite vorstellt, um daraus eine krönende Doppelfuge zu gewinnen.
Einen Ruhepunkt bildet die Pastorale „Wie lieblich” (Nr. 26). Mit kurzen, abgerissen wirkenden
Motiven charakterisiert Mendelssohn treffend das verleumderische Zischeln „Ist das nicht”,
dem das Dankgebet der Christengemeinde, der von gesanglichen Klarinetten-, Fagott- und
Cellomotiven umspielte Choral „O Jesu Christe” (Nr. 29), folgt. In Nr. 33 wie in Nr. 35 manifestiert sich der Götterglaube der Heiden (Die Nr. 35 „Seid uns gnädig, hohe Götter” fiel beim
Musikkritiker Hermann Kretzschmar übrigens in Ungnade. Er hörte hier das Opera-buffa-Ele-6-
ment der fortwährenden „Salaam”-Verbeugung heraus). Dem Götzenglauben stellt Mendelssohn eine fünfstimmige Choralbearbeitung über „Wir glauben all’ an einen Gott” entgegen.
Der Cantus-firmus liegt im zweiten Sopran, die übrigen Stimmen singen den Text „Aber unser
Gott ist im Himmel” (Nr. 36). Auf den eifernden Chor der Juden „Hier ist des Herren Tempel”
(Nr. 38) folgt der Trost Jesu mit „Sei getreu bis in den Tod” (Nr. 40), eine Cavatine mit solistisch
geführtem Cello. Eine kraftvolle, jubilierende Chorfuge „Lobet den Herrn” (Text aus dem Psalm
103) beendet das Oratorium.
Mathias Nofze
DIE INTERPRETEN
Claudia Immer - Sopran
Claudia Immer, geboren in Stuttgart, erhielt ihren ersten Gesangsunterricht während der
Schulzeit bei Kammersängerin Ruth-Margret Pütz und studierte anschließend Gesang an der
Musikhochschule Trossingen bei Prof. Monika Moldenhauer und an der Musikhochschule
Dortmund bei Prof. Berthold Schmid. Ihr Diplom erhielt sie 1989. Sie gab zahlreiche Konzerte als Oratorien- und Liedsängerin im In- und Ausland und arbeitete unter anderem mit
Frieder Bernius und Thomas Hengelbrock (Mitwirkung beim Schleswig Holstein Festival) und
namhaften Orchestern wie den Dresdner Philharmonikern zusammen. Konzerte gab sie auch
mit dem „Trompeten Consort Friedemann Immer” und der „Hannoverschen Hofkapelle”. Mit
diesen Ensembles spielte sie auch CDs ein. Einen großen Erfolg verbuchte Claudia Immer mit
der Hauptrolle in „Stachel der Empfindlichkeit” von Carola Bauckholt (neues Musiktheater) in
Aachen (Kulturforum) und Köln (Schlosserei der Oper Köln) 2002. Ihr musikalisches Spektrum
reicht von Monteverdi über Bach, Händel, Mozart, Haydn, Mendelssohn bis hin zur Avantgarde.
Esther Borghorst - Alt
Esther Borghorst, geboren im Emsland, erhielt ihre Gesangsausbildung bei Prof. Mechthild
Georg in Köln sowie bei Prof. Michaela Krämer, Stephanie Doll und Prof. Janina Stano in
Düsseldorf. Die Schwerpunkte ihrer sängerischen Tätigkeit liegen im Konzert- und Oratorien-7-
bereich. Zu ihrem breit gefächerten Konzertrepertoire zählen geistliche und weltliche Kompositionen vom Barock bis zur zeitgenössischen Musik.
Ihre rege Konzerttätigkeit führte sie neben Deutschland nach Italien, Frankreich, Belgien
und Spanien u.a. mit Auftritten in dem Théâtre des Champs Elisee in Paris und in der
Kölner Philharmonie. Im vergangenen Jahr war sie im Aichi Art Center in Nagoya / Japan mit
der C-Dur-Messe von L.v.Beethoven zu hören.
Verschiedene Rundfunk- und CD-Aufnahmen ergänzen ihre musikalische Arbeit. Als Mitglied des Ensembles „Consort Franckfort” widmete sie sich schwerpunktmäßig der Alten Musik.
Mit dem auf zeitgenössische Musik spezialisierten und mehrfach international preisgekrönten
Chor „Modus Novus” arbeitete sie außerdem mit Harry Christophers, Prof. Fritz ter Wey und
Prof. Scott MacPherson zusammen.
James McLean - Tenor
James McLean studierte Gesang an der Universität seiner Heimatstadt Toronto. Nach seinem
Abschluss „Bachelor of Music”, den er mit Auszeichnung bestand, folgten Engagements in
den wichtigsten Musikzentren Kanadas, darunter mehrere Auftritte mit Sir Andrew Davis und
dem Toronto Symphony Orchestra. Seine internationale Karriere setzte er zunächst in Europa
fort, wo er in Deutschland, Belgien, Österreich und Italien sowohl gastierte als auch fest engagiert war. In Nürnberg sang er unter der Leitung von Christian Thielemann den Ferrando in
„Cosi fan Tutte”, den Tamino in „Die Zauberflöte” und den Belmonte in „Die Entführung aus
dem Serail”. In Produktionen in Essen unter Wolf-Dieter Hauschild sang er den Alfredo in „La
Traviata” und Tom Rakewell in „The Rake’s Progress”. Hinzu kamen zahlreiche Auftritte am
Gärtnerplatz-Theater, München, an der Deutschen Oper am Rhein, Düsseldorf und an den
Opernhäusern in Leipzig, Bonn, Liege, Bologna und Lissabon. Konzertreisen führten James
McLean in viele Länder Europas sowie nach Israel. Außerdem spielte er Produktionen bei CBC
Kanada und dem WDR Köln ein, u.a. „Serenade for Tenor, Horn and Strings” von Benjamin
Britten, und nahm mehrere CDs mit Liedern von englischen und deutschen Komponisten auf.
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Rainer Zaun - Bassbariton
Rainer Zaun wurde in Wiesbaden geboren, wo er 1988 auch sein erstes festes Engagement
am Staatstheater als Spiel- und Charakterbass erhielt. 1992 wechselte er ans Theater Aachen
und wurde 1998 Ensemblemitglied am Staatstheater Braunschweig. Seit 2000 ist er freischaffend mit zahlreichen Engagements u.a. an der Hamburgischen Staatsoper, Deutschen Oper am
Rhein, Oper Leipzig, Deutschen Oper Berlin, Staatsoper Unter den Linden Berlin, am Musiktheater Essen, Nationaltheater Mannheim und am Staatstheater Karlsruhe. Gastspiele führten
ihn zudem nach Athen, Lissabon, Wien, Sevilla, Catania, Antwerpen, San Francisco, Sapporo
sowie zu den Tiroler Festspielen in Erl und dem Wagnerfestival in Wels. 2007 gab er sein Debüt
als Konrad Nachtigall bei den Bayreuther Festspielen. Sein Repertoire von über 90 Partien
umfasst Rollen wie Boris Godunow, Gurnemanz, Don Pizarro (für den er den Bad Hersfelder
Opernpreis erhielt), Mephisto, Escamillo, Kaspar, Alberich, Figaro, Leporello, Dr. Bartolo,
Don Magnifico, Baculus und Ollendorf.
Stefan Mohr - Dirigent
Stefan Mohr studierte katholische Kirchenmusik und Gesang. Zuerst legte er in Aachen das
B-Examen ab, anschließend setzte er seine Studien in Mainz an der Johannes-GutenbergUniversität fort und schloss diese mit dem Staatsexamen im Fach Katholische Kirchenmusik
(A-Examen) ab. Seine Lehrer waren Domorganist Albert Schönberger (Orgel), Prof. Joshard Daus
(Dirigieren), Kammersänger Manfred Frey (Gesang) und Prof. Francis Bamberger (Klavier). Entscheidenden Einfluss auf seine Arbeit als Dirigent übten die Dirigierkurse und Seminare von
Sergiu Celibidache in Mainz auf ihn aus. Außerdem hospitierte er beim Mainzer Domchor,
übernahm die Vertretung bei den Kiedricher Chorknaben und belegte Meisterkurse bei Sylvain
Cambreling im Fach Dirigieren.
Seit 1990 ist er Kantor an der Bonner Stiftskirche. Dort leitet er die verschiedenen Chorgruppen (Jugend-Chor, Choral-Schola, Stifts-Chor). In Zusammenarbeit mit Musikern des Bonner
Beethovenorchesters hat er seit dieser Zeit mit dem Stifts-Chor zahlreiche große geistliche
Chorwerke, wie die Messe in Es-Dur von F. Schubert, die Messe in C-Dur von L. v. Beethoven,
die Schöpfungsmesse von J. Haydn, das Weihnachtsoratorium von Heinrich von Herzogenberg,
das Requiem von Gabriel Fauré, die Messe in c-Moll von W.A. Mozart u.v.a. mehr in Gottesdiensten und Konzerten aufgeführt.
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Im August 2000 übernahm Stefan Mohr die künstlerisch-musikalische Leitung des DeutschFranzösischen Chores Bonn. Mit ihm studierte er zahlreiche, stilistisch vielgestaltige A-CapellaProgramme ein, in denen französische Musik einen besonderen Stellenwert hat. Das Spektrum reicht von klassischen geistlichen Werken über weltliche Chormusik aus dem 19. und
20. Jahrhundert bis zu Werken zeitgenössischer Komponisten. Auch die heitere Muse kommt
mit französischen „Chants communs” zu ihrem Recht. Neben diesen häufig thematisch verknüpften A-Capella-Konzerten hat Stefan Mohr in den vergangenen Jahren mit dem DeutschFranzösischen Chor eine stattliche Anzahl großer Werke der Chorliteratur erarbeitet, darunter
das „Te Deum” von Haydn, die „Missa di Gloria” von Puccini, das „Gloria” von Poulenc, die
„c-Moll-Messe” von Mozart, das „Gloria” von Vivaldi, und zuletzt die C-Dur-Messe sowie die
Chorfantasie von Beethoven. Letztere führte der DFC zusammen mit dem Bonner Stifts-Chor
im Rahmen einer sehr erfolgreichen Japan-Tournee im Herbst 2006 in den Städten Yokkaichi und Nagoya auf. In diesen Konzerten dirigierte Stefan Mohr außerdem die Japanischen
Orchester Ensemble Nagoya und L’Ensemble Fontaine-R und führte Beethovens 6. Symphonie
„Pastorale” auf.
Der Bonner Stifts-Chor
D
er Bonner Stifts-Chor wurde vor über 110 Jahren gegründet. Somit gehört er zu den traditionsreichsten Kirchenchören der Stadt. Zurzeit wirken ca. 40 Sängerinnen und Sänger
daran mit, die Tradition der musikalischen Mitgestaltung von Gottesdiensten in der Stiftskirche
zu pflegen. Der Chor fühlt sich aber nicht nur der Tradition, sondern auch der Gegenwart
verpflichtet. In einer Zeit des organisatorischen Umbruchs kann eine aktive Kirchenmusik Integration und Verbundenheit schaffen.
Der Stifts-Chor gestaltet regelmäßig Messen in der Bonner Stiftskirche mit. Das Repertoire
reicht dabei von den Werken der klassischen Polyphonie bis hin zur Moderne. Mehrmals im
Jahr, an den großen Kirchenfesten, werden Messen mit Orchesterbegleitung aufgeführt, aber
auch die Pflege des A-Capella-Gesangs liegt den Sängerinnen und Sängern sehr am Herzen.
Das breit gefächerte Repertoire, das Werke von G. Palestrina, J. Haydn, W. Mozart,
L. v. Beethoven, A. Bruckner, F. Schubert, G. Fauré und vielen anderen umfasst, wird gepflegt
und ständig erweitert.
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Ein besonderer Höhepunkt in der Arbeit ist stets die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes an Kuhle Kirmes, dem Pfarrfest, das weit über die Grenzen der Pfarre hinaus bekannt
und beliebt ist. Seit einigen Jahren veranstaltet der Chor regelmäßig in der Vorweihnachtszeit
Kirchenkonzerte, die in der Pfarrei und darüber hinaus großes Echo gefunden haben.
Aber auch andere musikalische Gruppen beteiligen sich an dieser Arbeit. Hier ist besonders
die aus den Männerstimmen des Chores hervorgehende Choralschola zu nennen, die über
die vielen Jahre der gemeinsamen Proben- und Aufführungspraxis hinweg ein beachtliches
Niveau erreicht hat. Die Schola besteht zurzeit aus zehn Herren, die monatlich ein Hochamt
mit gregorianischem Choral mitgestalten. Ein besonderer Höhepunkt im Kirchenjahr ist sicher
die Mitwirkung der Choralschola in der Feier der Osternacht.
Obwohl die musikalische Arbeit seitens der Pfarrgemeinde großzügige finanzielle Unterstützung findet, wurde im Jahr 1984 der Verein der „Freunde und Förderer der Musik an der
Bonner Stiftskirche e.V.“ gegründet. Durch dessen Förderung ist es seitdem möglich gewesen,
die vielfältigen Aktivitäten noch zu intensivieren. Der Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar kirchliche und gemeinnützige Zwecke, d.h. alle Einnahmen kommen den verschiedenen
musikalischen Gruppen der Stiftskirche zu Gute. Weitere Informationen erhalten Sie durch den
Vorsitzenden Torsten Hammelrath (Tel. 0228-636058).
Die Chorproben finden donnerstags um 20 Uhr im Pfarrsaal statt, interessierte Sängerinnen
und Sänger sind jederzeit willkommen.
Informationen dazu bei der Vorsitzenden Gabriele Clemens (0228-651335).
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Der Deutsch-Französische Chor Bonn
D
er Deutsch-Französische Chor Bonn (DFC Bonn) wurde im November 1980 von Bernard
Lallement, dem damaligen stellvertretenden Generalsekretär des Deutsch-Französischen Jugendwerks gegründet. Sein Ziel war es, auf musikalischem Wege zur deutsch-französischen Freundschaft beizutragen. Im September 1985 übernahm Ludwig Goßner den Chor und
führte in seiner 10-jährigen Funktion als Chorleiter die Tradition ein, neben kleineren jährlich
ein großes Werk für Chor und Orchester aufzuführen. Neben heiteren parodistischen Liedern
und anspruchsvollen weltlichen und geistlichen Stücken (Brahms, Distler u.a.) aus nahezu allen
Epochen sang der Chor auch große Werke wie das Requiem von Mozart, das auch auf CD vorliegt, die Matthäuspassion, die Johannespassion, die h-Moll-Messe und .Weihnachtsoratorium
von Bach, den Messias von Händel, das Te Deum von Bizet sowie die Carmina Burana von
Orff. Im August 2000 übernahm Stefan Mohr, Kantor an der Bonner Stiftskirche, die Chorleitung. Mit ihm studierte der DFC weitere große Werke ein, darunter das „Te Deum” von Haydn,
die „Missa di Gloria” von Puccini, das „Gloria” von Poulenc, die „c-Moll-Messe” von Mozart,
das „Gloria” von Vivaldi. Mit der C-Dur-Messe sowie der Chorfantasie von Beethoven gab der
DFC (zusammen mit dem Bonner Stifts-Chor) im Oktober 2006 zwei erfolgreiche Konzerte in
Japan. Das französische Repertoire wird weiterhin mit Madrigalen, Chansons, folkloristischen
Stücke oder Renaissancetänzen gepflegt. Regelmäßig trifft sich der Chor mit französischen Partnerchören zu gemeinsamen Konzerten.
Der DFC Bonn probt mittwochs von 20 bis 22 Uhr im Musiksaal der Waldorf-Schule Tannenbusch,
Stettiner Straße. Neue Sänger sind immer willkommen! Französischkenntnisse spielen keine Rolle.
Kontakt: Annie Wein-Miller, Präsidentin, [email protected], Tel. (02222) 934 340
Leo Heusler, Mitgliederbetreuung, [email protected], Tel. (0228) 944 99 656
www.dfc-bonn.de
Aufnahme des Konzerts am 2.12.2007 in der Stiftskirche Bonn
www.dfc-bonn.de
SR 1071202
Photos : Johannes Hammelrath
Produktion : Franz Peter Esser
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