das LieBhaBerorChester

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herausgeber: Bundesverband deutscher Liebhaberorchester | . Jahrgang
issn 00-0932
1 2012
das LieBhaBerorChester
|
zeitschrift für das Liebhabermusizieren
Marketing für
LieBhaBerorChester
typoLogie: der eiLer
europäisChes orChestertreffen
Weltklassik:
Die Edition Eulenburg,
seit 1874
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Musikliteratur jetzt im Komfortformat!
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Kürzlich im neuen Format erschienen:
Peter Iljitsch Tschaikowsky
Symphonie Nr. 6
(Pathétique)
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Wolfgang Amadeus Mozart
Konzert für Klarinette
und Orchester
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Felix Mendelssohn
Bartholdy
Konzert für Violine
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Ludwig van Beethoven
Symphonie Nr. 9
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Edvard Grieg
Peer Gynt Suiten
Nr. 1 und 2
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Mit über 1.200 Titeln die weltweit umfassendste Partiturreihe
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Christoph Bruckmann
Marketing für Liebhaberorchester (I) . . . . . 4
Liebe Leserin, lieber Leser,
nachdem Sie – wofür wir um Entschuldigung
bitten – auf das Winterheft 2011 aus redaktionsinternen Gründen fast vier Wochen länger warten mussten als eigentlich vorgesehen,
arbeiten wir jetzt fieberhaft daran, das Sommerheft sogar bereits vor dem 1. Juni fertig zu
bekommen, so dass wir es – so ist der ehrgeizige Plan – schon Pfingsten zur Bundesamateurorchester-Werkstatt nach Weimar werden
mitbringen können. Wo die sicherlich umfangreichen Proben zu Mahlers fast einstündiger
Erster hoffentlich Pausen für die Lektüre lassen
werden.
Der BDLO hat einen neuen Rekord zu verzeichnen: in den mittlerweile mehr als 700
BDLO-Mitgliedsorchestern wirken insgesamt
über 25.000 Instrumentalist/innen mit. Wer
genau das 25.000ste in den BDLO aufgenommene Mitglied ist, wissen wir zwar nicht, aber
es lässt sich sagen, dass es im Studentenorchester Münster mitspielt. Als Willkommensgruß
sei mir erlaubt, eine Passage von Daniel Fueter,
seines Zeichens ehem. Rektor der Hochschule Musik und Theater Zürich und Prof. Dr. h.c.
für Liedgestaltung an der Zürcher Hochschule
der Künste zu zitieren, die ich in einem kleinen
aber feinen Programmheft zum Theaterstück
Schicksalssinfonie des Theaters Rudolstadt
fand: Musiker/innen „suchen im Reich der
Klänge nach Wahrheiten, [...] sie suchen die Vergangenheit, unsere Geschichte, unsere Identität
– wie sie in den großen Werken dokumentiert
ist – immer wieder gegenwärtig zu machen, sie
trotzen mit einer flüchtigen Improvisation der
Erstarrung im Regelwerk des Alltagslebens, sie
erproben im Zusammenspiel Weisen der Kommunikation und der Gemeinschaft, die nicht
von Herrschaftsansprüchen geprägt ist, sondern
von Einfühlung, sie schaffen Tonlandschaften,
in denen das Ohr frei atmen kann, sie erhalten
ein Leben lang aufrecht, was den Menschen unter anderem auszeichnet, was ihm aber meist
schon als Kind abhanden kommt: die Fähigkeit
zu spielen um des Spielens willen.“
Als jemanden, der „im Reich der Klänge
nach Wahrheiten“ gesucht hat, dürfen wir si-
cherlich auch Beethoven ansehen. Viel ist bereits über ihn geschrieben worden. Deshalb ließ
mich aufhorchen, dass eine neue BeethovenBiografie sich in den Niederlanden als Bestseller entpuppte: aus Jan Caeyers Buch Beethoven
– Der einsame Revolutionär finden Sie einen
Ausschnitt auf S. 12/13. Joachim Landkammer,
der einsame Ironiker, wusste tatsächlich nicht,
dass ich als Lesekostprobe just die Passage
über die Erfindung des Metronoms ausgewählt
hatte, als er – ganz den herrschenden Internet-Mobiles-Apps-Zeitgeist aufgreifend – seine
neueste Typologie über den sich flugs über alle
Metronom-Korrektheiten hinwegsetzenden
„Eiler“ (S. 7ff) niederschrieb. So ergeben sich
auch im „Zusammenspiel“ der LIEBHABERORCHESTER-Redaktion ungeplante „Weisen der
Kommunikation“, ganz jenseits der „Erstarrung
im Regelwerk des Alltagslebens“.
Der Artikel Geigen zwischen Markt und Mythos ließ mich an folgenden Musikerwitz denken: Ein texanischer Ölmillionär hat einen musikalischen Sohn, der Geige spielt. Also bestellt er
bei Hill’s, London, die beste Geige der Welt. Hill’s
treibt eine echte Stradivari auf. Schickt sie mit
Expertise und Liste der Vorbesitzer für $650.000
nach Texas. Nach einer Woche kommt die Geige
zurück mit der Anmerkung: „Für das Geld kann
man verdammt noch mal eine neue erwarten.“
Was Sie hingegen für wenig Geld, aber mit
effizientem persönlichem Einsatz an Werbewirkung für Ihr Orchester erwarten können, erfahren Sie in dem Artikel (S. 4ff) von Christoph
Bruckmann. Ergänzend sei auch auf die beiden
Buchrezensionen zu Themen des Event- bzw.
Vereinsmanagements (S. 48ff) hingewiesen.
Ob also das Neue immer besser ist als das
Alte, das Schnelle immer besser als das Langsame, das Metronomisch-Perfekte immer besser als das „um des Spielens willen Gespielte“,
das clever „Gemanagte“ immer besser als das
locker Improvisierte: Sie sind eingeladen, es bei
und aufgrund Ihrer Lektüre dieses Sommerhefts herauszufinden, ganz ohne Eile, egal, ob
nun bereits zu Pfingsten und in Weimar oder
doch erst später und überall(?) auf der Welt.
Joachim Landkammer
Kleine Typologie der Laienmusiker
(Folge XXVIII: Der Eiler) . . . . . . . . . . . . . . 7
Michael Knoch
Der Alte Text . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10
Verena Fischer-Zernin
Geigen zwischen Markt und Mythos . . . 11
Michael Knoch
Der neue Text . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12
Michael Goldbach
Noch‘n Alter Text . . . . . . . . . . . . . . . . . 14
Orchesterjubiläen . . . . . . . . . . . . . . . . . 16
Peter Klaus
Kuriosum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18
Frauke Peuker-Hollmann
Europäisches Orchestertreffen . . . . . . . . 19
Joachim Conradi
Gut zu wissen (II) . . . . . . . . . . . . . . . . . 20
Aus den Landesverbänden . . . . . . . . . . . 21
Neue Orchester stellen sich vor . . . . . . . 29
Service
Adressen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30
Veranstaltungskalender . . . . . . . . . . 31
Mitteilungen des BDLO . . . . . . . . . . . . . 32
Konzertdokumentation . . . . . . . . . . . . . 34
Besondere Konzerte . . . . . . . . . . . . . . . 43
Prima vista – prima Stücke? . . . . . . . . . . 46
Besprechungen
Bücher . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 48
Noten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 52
Das Rätsel (Folge XXI) . . . . . . . . . . . . . . 58
Ihr / euer Michael Knoch
3
Marketing für Liebhaberorchester (I)
von Christoph Bruckmann
Schon die Überschrift scheint in sich widersprüchlich zu sein: ist es nicht kennzeichnend
für die Aktivitäten eines Liebhaber-Orchesters,
dass es seine Leistung eben nicht am Markt verkaufen muss? Und ist deshalb der Begriff „Marketing“ im Kontext von Liebhaberorchestern
nicht völlig fehl am Platze?
Auf den ersten Blick mag dies so scheinen.
Doch wenn man ehrlich ist, haben auch die
meisten Liebhaber-Orchester nicht unerhebliche
Kosten. So müssen z.B. die Honorare für den
Dirigenten oder Aushilfen bezahlt werden, und
auch die Mieten für Probe- und Konzerträume
können empfindlich teuer sein.
Doch selbst wenn all dies kein Problem sein
sollte: Marketing wird spätestens dann zur alternativlosen Aufgabe, wenn ein Liebhaberorchester seine Konzerte nicht vor leeren Rängen
spielen möchte. Konzertbesucher sind ein seltenes Gut, und sie wollen intensiv umworben
werden.
Keine leichte Aufgabe, denn Liebhaberorchester müssen sich mit ihren Konzerten nicht
nur gegen die Aufführungen der professionellen
Kollegen behaupten, sondern ihnen stehen noch
dazu viel kleinere Summen für Marketingaufwendungen zur Verfügung als dies im Profibereich üblich ist. In diesem sowie in den nächsten Heften dieser Zeitschrift wollen wir deshalb
Werbemaßnahmen vorstellen, die auch von
Liebhaberorchestern zu stemmen sind.
Folge 1: Die Orchester-Website:
ein unverzichtbares Aushängeschild
Eine eigene Website zu haben gehört heute
eigentlich für jedes Orchester zum guten Ton.
Und dies aus gutem Grund. Denn über eine
Website kann sich das Orchester mit vergleichsweise geringem finanziellem Einsatz
eine dauerhafte Präsenz sichern. Ihr Orchester hat noch keine eigene Website? Dann wird
es höchste Zeit! Sie haben bereits eine eigene
Website? Gratulation. Dann nutzen Sie doch
bitte die Gelegenheit, die eigene Website kritisch zu überprüfen und mit den Augen Ihrer
Zielgruppen zu sehen. Entspricht sie inhalt-
Beiträge
lich, grafisch und technisch noch den aktuellen Standards? Ist sie so ausgelegt, dass sie
auch auf modernen Tablet-PCs und Smartphones optimal dargestellt wird? Erfüllt sie
insbesondere den Anspruch, ein Aushängeschild für die Arbeit des Orchesters zu sein?
I) Die Inhalte an den Bedürfnissen der
Zielgruppen ausrichten
Welche Zielgruppen soll eine Orchester-Website erreichen? Dies ist die erste Frage, die bei
der Konzeption einer neuen oder der Überarbeitung einer bereits bestehenden Website
beantwortet werden sollte. Im Kern lassen
sich üblicherweise vier Zielgruppen unterscheiden:
a) Konzertbesucher, Sympathisanten und Förderer des Orchesters
b) Interessenten, die möglicherweise im Orchester mitspielen möchten
c) Potentielle Konzertveranstalter und Kooperationspartner
d) Mitglieder des Orchesters, die Zugang zu
internen Informationen erhalten
In einem zweiten Schritt ist zu überlegen,
welche Inhalte und Funktionen für die oben
aufgelisteten Zielgruppen interessant sind.
Ein Brainstorming fördert hier bestimmt eine
Unmenge an interessanten Ideen zutage.
Möglichst keine davon soll auf immer unter
den Tisch fallen. Gleichwohl wird man nicht
drum herumkommen, Prioritäten setzen zu
müssen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass
man sich heillos verzettelt und einem das
Projekt über den Kopf wächst.
Folgende Grundregeln machen das Leben
leichter:
1. Das Wichtige von Wünschenswertem
trennen
Weniger ist manchmal mehr. Achten Sie zunächst vor allem darauf, dass Ihre Website
überzeugende Antworten auf die zentralen
Fragen Ihrer Zielgruppen gibt. Vieles andere
ist „nice to have“ und hat zwar auf jeden Fall
seine Berechtigung, muss aber nicht unbedingt bereits im ersten Schritt realisiert werden. Rom ist schließlich auch nicht an einem
Tag erbaut worden.
2. Eine gute Struktur ist die halbe Miete
Die besten Inhalte nutzen nichts, wenn der
Interessent sie nicht findet. Achten Sie deshalb unbedingt darauf, dass die Basis-Informationen zu Ihrem Orchester für den Anwender auch wirklich gut und ohne Suchen
auffindbar sind. Beschränken Sie die Navigation auf eine Ober- und eine bis maximal zwei
Unterebenen.
3. Aktualität auch auf Dauer sicherstellen
Achten Sie bitte sehr streng darauf, dass Ihre
Website aktuell ist. Nichts ist peinlicher, als
wenn noch im Februar zum weihnachtlichen
Konzert des Vorjahres eingeladen wird. „Aktuelles“ ist das Lebenselixier jeder Website,
doch den Überblick zu behalten, fällt gerade bei umfangreichen Websites nicht immer
leicht. Deshalb ein wichtiger Tipp aus der
Praxis: vermeiden Sie es, auf zu vielen Einzelseiten aktuelle Bezüge herzustellen und
konzentrieren Sie die aktuellen Informationen
stattdessen auf einigen wenigen Seiten. Das
reduziert den Pflegeaufwand erheblich.
Informationen, die in der Regel jede
Orchester-Website bieten sollte
Bei der Auswahl und Priorisierung der Website-Inhalte empfiehlt es sich, vom Informationsbedürfnis der oben genannten Zielgruppen auszugehen. Welche Inhalte werden aller
Voraussicht nach besonders stark gesucht
werden? Zwar ist es sicherlich so, dass jedes Orchester seine ganz speziellen Besonderheiten hat und sich dies ggf. auch in der
Website-Präsentation niederschlagen soll.
Doch gibt es auch einige naheliegende zentrale Themen, zu denen jede Orchester-Website Auskunft geben sollte:
• Die aktuellen Projekte – Termine und
ggf. weitergehende Informationen zu den
kommenden Konzerten (welche Stücke wer-
den gespielt? Welche Solisten sind zu hören?)
sollten an besonders prominenter Stelle zu
finden sein.
• Vorstellung des Orchesters – Welche
Ziele hat es? Wie ist seine Programm-Ausrichtung und wer spielt dort mit? Welche zurückliegenden Projekte sind charakteristisch
für das Orchester und seine Leistungsfähigkeit? In welchen Räumlichkeiten finden üblicherweise die Konzerte statt? Wann und wo
probt es?
• Vorstellung des Dirigenten – Welchen
Werdegang und Hintergrund hat er? Beim
wem hat er studiert? Welche anderen Orchester bzw. Chöre hat er geleitet oder leitet
sie ggf. immer noch?
• Mitspielen im Orchester – An wen
kann man sich wenden, wenn man im Orchester mitspielen möchte? Ist ein Probespiel
erforderlich? Welche Instrumente werden
derzeit besonders gesucht?
Keine Orchester-Website ohne korrektes
Impressum
Zugegeben: Formalia sind lästig. Aber die
viel beschworene Freiheit des Internets ist
keinesfalls so grenzenlos, wie dies oftmals
behauptet wird. So muss jede Website über
ein vollständiges Impressum verfügen, und
was unter „vollständig“ zu verstehen ist,
wurde vom Gesetzgeber jeweils klar festgelegt. Für Vereins-Websites sind das folgende
Angaben:
•Komplette Anschrift (Name, PLZ, Ort,
Straße, Hausnummer, Telefon, ggf. Fax,
E-Mail-Adresse).
•Namen derjenigen, die für den Verein ver tretungsberechtigt sind.
•Registernummer des Vereins und Name
des Registergerichts, bei dem der Verein
eingetragen ist.
•Name desjenigen, der für die redaktionellen
Inhalte der Website verantwortlich ist.
Wertvolle Hilfestellungen zur Impressumspflicht und anderen juristischen Fragestellungen liefern Portale wie www.e-recht24.
de. Sollten weitere Fragen offen sein, konsultieren Sie im Zweifel bitte einen Rechtsanwalt.
• Orchester engagieren – Kann man das
Orchester buchen, z.B. für die musikalische
Umrahmung einer Feierstunde oder für die
Begleitung eines Chorkonzerts? Wer ist diesbezüglich der Ansprechpartner?
• Fördermitglied werden – Wie kann man
die Arbeit des Orchesters unterstützen? Gibt
es eine passive Mitgliedschaft? Ist das Orchester gemeinnützig und kann es insofern Spendenquittungen ausstellen? Gibt es ggf. spezielle Aktionen für Förderer, z.B. ermäßigten
oder kostenlosen Eintritt für die Konzerte?
• Kontakt- und Feedbackmöglichkeiten
anbieten – An wen kann ich mich wenden,
wenn ich weitergehende Informationen brauche? Kontaktmöglichkeiten aller Art sollten
an möglichst prominenter Stelle angeboten
werden (E-Mail, Telefon etc.).
• Probenpläne / ggf. Besetzungspläne –
Probenpläne könnte man ggf. auch als pdfDokument zum Download anbieten. Sofern
hier auch Informationen platziert werden
sollen, die „intern“ sind und die Außenstehende nicht unbedingt wissen müssen, sollte
man über die Einrichtung eines passwortgeschützten Bereiches nachdenken.
II) Die Umsetzung Ihrer Website:
Beauftragen oder selbst machen?
Verfügt Ihr Orchester über einen reichen
Gönner? Dann können Sie die Realisierung
und Pflege Ihrer Website getrost an eine darauf spezialisierte Agentur übertragen. Meist
jedoch ist die Finanzlage des Orchesters bei
weitem nicht so rosig, als dass man sich das
leisten könnte. Denn leicht kommen hier vierstellige Beträge zusammen, und jede Erweiterung oder Änderung muss extra bezahlt
werden. Also wird es in den meisten Fällen
auf „selbst machen“ hinauslaufen. Mit den
richtigen Werkzeugen ausgestattet ist das
heutzutage auch kein Problem mehr. Die
Faustregel dabei: wer mit Standardprogrammen wie z.B. Word gut klar kommt, der ist
auch in der Lage, eine gut gemachte Website
zu realisieren und online zu stellen.
Hier einige Tipps, die Sie bei der Erstellung
Ihrer Website berücksichtigen sollten:
1. Wählen Sie für die Realisierung Ihrer
Website ein Standard-Programm
Eine „handgestrickte“, selbst programmierte
Website mag besonderes individuell sein, sie
hat aber einen gravierenden Nachteil: jegliche
Änderung oder Erweiterung muss zwangsläufig über den Fachmann erfolgten, der sie
erstellt hat. Wenn der temporär nicht zur
Verfügung steht oder vielleicht irgendwann
sogar ganz ausfällt, ist das Orchester bezüglich seiner Website handlungsunfähig oder
muss lange bitten und betteln, bevor sich
endlich wieder etwas bewegt.
Unter den Standardprogrammen gibt es
sowohl kostenlose open source-Lösungen
wie Worldpress, Typo 3, Joomla oder Jimdo als
auch anwenderfreundliche Kaufsoftware wie
z.B. web to date. Was für das Orchester jeweils die beste Variante ist, hängt davon ab,
welche Ansprüche man hat, wie wichtig einem
Weiterentwicklungsmöglichkeiten sind, wie
viel technischer Sachverstand vorhanden ist
etc. Meist ist es so, dass Kostenlos-Lösungen
ein größeres Maß an technischen Kenntnissen voraussetzen als Kauflösungen. Unterm
Strich kann eine Kauflösung durchaus günstiger sein, wenn man nämlich mit einrechnet,
Beiträge
dass die Website ggf. mit erheblich geringerem Zeitaufwand und weniger Frusterlebnissen realisiert werden kann.
2. Domain und ggf. auch Webspace sollten
im Besitz der Orchesters sein
Gibt es noch keine Website, sollten Sie darauf
achten, dass die Domain und ggf. auch der
Webspace auf das Orchesters registriert wird
und nicht im Besitz eines Mitglieds ist. SollEinfach mal ausprobieren: In sechs Schritten zur Orchester-Website
Der Verfasser des Artikels ist Vorsitzender
des Studio-Orchesters Duisburg und erstellt
die Website des Orchesters www.studioorchester.de mit der Software web to date 8.
Unter www.databecker.de kann man zwei
unterschiedliche Testversionen runterladen:
•web to date 8 FIRST!edition: diese Version
ist 365 Tage kostenlos einsetzbar, allerdings
stark funktionsbeschränkt.
• web to date 8: dies ist die Vollversion des
Programms. Sie ist zehn Tage lang uneingeschränkt einsetzbar. Der Autor empfiehlt
die Installation dieser Version, da sie ein
besseres Bild von der Leistungsfähigkeit des
Programms vermittelt.
te das anders entschieden werden, empfiehlt
sich eine kurze schriftliche Vereinbarung für
den Fall, dass der Verein die Zuständigkeit für
die Website irgendwann ändern möchte.
Die Kosten für Webspace sind je nach
Anbieter sehr unterschiedlich. Mehr als ausreichend sind Angebote von Providern wie
webhostone.de oder goneo.de. Hier gibt es für
4-5 Euro pro Monat mehr als reichlich Speicherplatz für Ihre Website, und die Kosten für
die Domain sind ebenfalls inklusive.
Apropos Domain: deren Wortlaut sollte
möglichst einprägsam sein und maximal einen
Bindestrich aufweisen. Unter www.denic.de
können Sie nachschauen, ob Ihre Wunschdomain noch frei ist.
3. Auch Standardlayouts bieten viel Raum
für Individualität
Für die unter 1. genannten Programme gibt es
von Haus aus viele fertige Layouts. Das Gute
daran: oft ist es möglich, die Layouts mit einfachen Mitteln zu individualisieren, z.B. mit eigenem Logo, Farbschema bzw. Fotos. Deshalb
fällt es gar nicht auf, dass Sie eigentlich ein
Design „von der Stange“ verwenden. Zumal ja
auch der eigentliche Inhaltsbereich noch viele
Chancen eröffnet, die Website höchst individuell wirken zu lassen. Wenn das Geld knapp
ist, müssen Sie also nicht unbedingt einen
Webgrafiker beauftragen.
Mit folgenden sechs Schritten können Sie
die Software ausprobieren:
1.Testversion runterladen, installieren und
starten.
2.Projektnamen für die Website vergeben,
z.B. „Mein Orchester“.
3.In der Designgalerie ein Layout aussuchen, das zu Ihrem Projekt passt. Bildelemente und Farben lassen sich individuell anpassen.
4.Einzelseiten anlegen (die Benennungen
der Seiten sind gleichzeitig die Navigationspunkte der Website).
5.Die Einzelseiten mit Inhalten füllen (Texte,
Bilder, ggf. andere Medien).
6.Website testweise erstellen lassen (z.B.
über Symbol oder F9).
III) Tipps für den nutzerfreundlichen
Aufbau einer Orchester-Website
Beiträge
1. Klare Navigationsstruktur wählen
Oberstes Ziel muss es sein, dem Nutzer den
Zugang zu den Inhalten so einfach und angenehm wie möglich zu machen. Alle wichtigen
Inhalte sollten direkt über die erste Navigations-Ebene erreichbar sein. Verzichten Sie,
wie bereits gesagt, auf allzu verschachtelte
Strukturen und beschränken Sie sich möglichst auf eine oder maximal zwei Unterebenen.
2. Mit multimedialen Elementen die
Attraktivität der Website erhöhen
Ein Bild sagt bekanntlich mehr als tausend
Worte. Deshalb sollten Sie die Inhalte Ihrer
Orchester-Website mit guten Fotos bebildern. Auch Tonbeispiele und Video-Clips sind
Elemente, mit denen sich Websites beleben
lassen. Achten Sie aber darauf, dass die Qualität stimmt und keine Urheberrechte verletzt
werden (z.B. GEMA!).
3. Für das Internet schreiben
Sie kennen das sicher aus eigener Erfahrung:
das Lesen am Bildschirm ist mühsam und
anstrengend. Deshalb ist es wichtig, die
Website-Texte so zu schreiben, dass sie vom
Benutzer möglichst leicht erfasst werden
können.
• Schreiben Sie kurze, leicht verständliche
Sätze.
• Unterteilen Sie längere Texte in Sinnabschnitte und fügen Sie Zwischenüberschriften
ein.
• Überlegen Sie, ob sich längere Texte
durch eine eingefügte Aufzählung oder eine
Tabelle auflockern lassen.
• Besonders wichtige Textinformationen
können Sie durch das Schriftattribut „fett“
hervorheben.
• Teilen Sie besondere lange Texte ggf. auf
mehrere Bildschirmseiten auf.
Noch Fragen? Natürlich ließen sich über das
Thema „Website“ noch viele weitere Seiten
schreiben. Wer möchte, findet im Buchhandel
einschlägige Fachbücher dazu. Genauso gut ist
es aber, einfach mal zu starten und eigene Erfahrungen zu sammeln. Trauen Sie sich! Und
wenn Sie Anregungen brauchen: inhaltlich
gutgemachte (Orchester-)Websites, von denen man sich das eine oder andere abschauen
kann, gibt es im Internet mehr als genug.
Kleine Typologie der Laienmusiker (XXVIII)
von Joachim Landkammer
In dieser Fortsetzungsreihe soll eine Reihe von
Charakterzeichnungen von Vertretern verschiedener Spezies der „zoologia musicalis”, Untergruppe „dilettantis domesticaque” versucht
werden; durch die bis zur Wiedererkenntlichkeit
übertreibenden Idealtypisierungen verschiedener Einstellungen und Zugangsweisen zur
Laienmusik soll auf ironische Weise ein Beitrag
zur hoffentlich nie endenwollenden Diskussion über die unbeantwortbare Frage geleistet
werden: „Warum machen wir Freizeitmusiker
eigentlich Musik?”
Der Eiler
Seit Jahrzehnten, ja seit Jahrhunderten schon
klagen die Kulturpessimisten jeder Couleur
über die unaufhaltsame, ständig ansteigende
Beschleunigung des modernen Alltags. Zeitknappheit, Termindruck, Fristen-Hetze, Torschlußpanik – die ganze Welt jagt einer viel
zu schnell vergehenden Zeit hinterher, ständig die nächste dead-line im Auge – und darüber (wie die Existentialisten beklagen würden)
die jeweils eigene, große, wirkliche und allerletzte death-line aus dem Auge verlierend. Da
scheint doch ein Hobby wie das unsere, mit
seiner Abkopplung von Pflicht, Dienst und Arbeit, dafür prädestiniert, der unmenschlichen
Übereilung des Alltagsgeschehens einen Riegel vorzuschieben. Die Laienmusik sollte und
könnte doch ein Reservat des Zeithabens, der
Ruhe, des ausgeglichenen, in einem gleichbleibenden gemeinsamen Rhythmus Schwingens darstellen. Der Laie ist ja zumindest
insofern ein gelebter Ausnahmezustand, daß
er nichts „muß“, sondern alles nur „will“. Er
muß zum Beispiel nicht unbedingt „richtig“
spielen (das müssen nur die Profis), er muß
nicht unbedingt pünktlich zur Probe kommen
und sie vor allem nicht pünktlich wieder verlassen (das müssen nur die Profis), und er muß
auch gar nicht besonders gut spielen (die 2.
bis 7. Pulte bieten genug Schutzraum für die
etwas bequemeren und bedächtigeren Charaktere, die im survival-of-the-best-Kampf der
Profis keine Überlebenschance hätten). Und
der Liebhabermusiker muß vor allem nicht
„schnell“ spielen: zum einen, weil er die elastische Interpretierbarkeit der handelsüblichen
Tempoangaben völlig zu seinen Gunsten ausnutzen kann; was soll z.B. schon „Allegro“
heißen? Jedes Kind weiß, daß das ja zunächst
nur „fröhlich, lustig“ meint, und gerade „lustig“ ist´s eben ab einem bestimmten Tempo
für uns Laienmusiker dann nicht mehr… „Vivace“, „con brio“ und was sich die Komponistentradition sonst noch so alles an vagen
Unklarheiten ausgedacht hat: das ist alles
stark relativ; „lebendig“ ist bestimmt etwas
ganz Anderes als „übereilt“ und „hippelig“,
„con fuoco“ oder „con brio“ heißt wohl eher
„mit Bedacht“ und am effektivsten sind ja sowieso die langsam kochenden Feuer…
Es ist klar, daß natürlich die hochgeschätzte
Konkurrenz aus den Profi-Musikerkreisen
genau dort, an unserem Schwachpunkt, ansetzt, und uns weismachen will, daß das
einzig „richtige“ Tempo eines Stücks jenes
sei, bei dem unsereins beim besten Willen
mit der Geschicklichkeit der Finger, der Hände
bzw. des Zungenstoßes am Ende ist. Spezielle
Ensembles sind in den letzten Dekaden einzig deswegen angetreten, um uns endgültig
auch noch jene Musikepoche wegzunehmen,
in der wir Laien uns tempomäßig eigentlich
so richtig wohlgefühlt hatten: die der Barockmusik. Nicht nur weil das technische
Anforderungsprofil dort bekanntermaßen
liebhaber-konform daherkommt, sondern weil
die Tempobezeichnungen, sofern überhaupt
vorhanden, so frei nach unten korrigierbar
sind, daß man sich praktisch jedes Stücktempo auf die eigenen Bedürfnisse zurecht-temperieren kann (nichts anderes muß ja auch
Bach mit seinem sog. „wohltemperierten“
und ansonsten tempobezeichnungslosen
Klavier gemeint haben: spielt´s das Zeug halt
so schnell wie ihr´s grad könnt, wollte er uns
„wohl“ sagen…). Wer aber nun einmal Reinhard Göbel und seine fast-and-furious-Kollegen vom Musica-Antiqua-Köln-Racing-Team
gehört hat, wie sie beispielsweise durch die
Brandenburgischen Konzerte wetzen gleich
einem Rudel aufgescheuchter (wenn auch
ziemlich gut miteinander koordinierter) Karnickel, der weiß, daß uns Liebhabermusikern
hier wieder einmal gezeigt werden soll, was
eine Harke und was eine Tempo-„benchmark“
ist.
Und dennoch – und gerade wegen – solcher
unbegreiflich subtil-polemischer Exzesse
könnte sich die Liebhabermusikerszene ja
als eine Oase der Ruhe und Gemächlichkeit,
als eine sanft schwingende Wellness-Zone
der Entschleunigung etablieren; wir haben
es nicht nötig, an diesem wie an keinem
anderen Geschwindigkeitswettbewerb der
Moderne teilzunehmen, wir lassen uns keine
Vorgaben machen weder von den Angaben in
den Noten (die italienischen Umschreibungen
sind, wie gesagt, Sache der Auslegung, die
Metronomzahlen, wie jeder weiß, reine Herausgeberwillkür bzw. von den Komponisten
ganz falsch abgelesen), noch von anderen
Zeit-Einschränkungen; daß die Musikergewerkschaft ziemlich klare Vorstellungen über
die Dauer der Belastbarkeit der Musikerinnen
hat, äußert sich ja meist darin, daß es gegen
Ende der Symphonie immer schneller wird,
weil die berufsgenossenschaftlich organisierten Musik-Werker den Schluß-Doppelstrich
so herbeisehnen wie der Ackergaul die Tränke
im Stall. Nicht so wir: wenn´s mal ein bißchen später wird, nur weil wir das „Presto
assai“ halt eher als ein „Presto assai comodo“ auffassen und auch so spielen, kriegen
wir trotzdem nachher noch einen Platz in
der Kneipe bzw. ein warmes Abendessen von
unserer liebhabermusikerliebenden Ehefrau.
Der Tyrannei der Geschwindigkeit unterliegen
nur die Profis, die ja ihr karges Musikerhonorar auch sonst mit sehr vielen schmerzlichen
Unterwerfungsgesten bezahlen müssen (Tyrannei der Werktreue, der Aufführungstradition, des Stardirigententums, des Spielplans,
usw., usf.).
Sollte man jedenfalls meinen. Denn ein seltsames Phänomen gilt es zu konstatieren:
auch in unseren gemütlichen Kreisen des
Beiträge
entspannten, die Langsamkeit hegenden und
pflegenden Liebhabermusikertums gibt es tatsächlich bizarr-fremde Repräsentanten eben
jener Speed-Kultur, von der wir uns doch so
gern fernhalten wollen. Der Eiler (festinator
accelerans maniacalis barbarusque), der dem
Orchester und seinen Stimmgruppenkollegen
immer um mindestens ein Achtel voraus ist,
ist offenbar ein unausrottbarer Auswuchs der
geschwindigkeitsfanatischen Umwelt, die so
störend in unser so beschauliches Orchesterleben hineinragt. Paradoxerweise sind es
gerade die sog. „schweren“ Stellen, an denen
Eile am allerwenigsten geboten wäre, die den
laienmusikalischen Eiler animieren, nochmals
einen Zahn zuzulegen. Und wenn er („Ohren zu und durch!“) aus dem verhuschten
Chaos seiner Sechzehntelketten wieder emportaucht und seinen Mitstreitern vielleicht
wieder ein halbes Ohr leihen kann, wundert
er sich, warum diese denn plötzlich so weit
„zurückgeblieben“ sind. Der Eiler ist ja oft
ein frustrierter Möchtegern-Führer, der seinen uneingestandenen (und völlig unrealistischen) Führungsanspruch im Orchester nicht
anders ausleben kann als durch jenen Sekundenbruchteil-Vorsprung, mit dem er, wie die
Weltmeister-Rodler im Eiskanal, einfach immer vor den anderen im Ziel ist. „Primus ante
pares“ lautet sein musikalischer Wahlspruch
und seine Version vom verbreiteten AlltagsMythos des „Ganz-Vorn-Mit-Dabei-SeinMüssens“, das ganz persönliche Verständnis
seiner „Avantgarde“-Mission.
Ist der Eiler also jemand, der das pseudo-olympische „schneller, höher, weiter“-Syndrom aus
dem Sport und sonstigen kompetitiven Situationen (wo er vielleicht gerade nicht immer
die vorderen Plätze erreicht) in seinen musizierenden Ausgleichssport hinübergenommen
hat, und mit seiner unmusikalischen Hastigkeit
das kompensieren will, woran er anderswo
scheitert? Dagegen mag sprechen, daß manche
Aspekte der Eil-Symptomatik ja auch als Ausdruck nicht eines hypertrophen, sondern eines
mangelnden Selbstbewußtseins gedeutet werden müssen. Der Eiler ist ja auch jemand, der es
allen recht machen will: nur die gemeinschaftliche Unternehmung nicht aufhalten, nur den
Tross bzw. die Karawane, in der man mitzieht,
nicht bremsen, nur nicht zurückbleiben, nur
nicht das „schwächste Glied“ der Kette sein,
keine Lücken entstehen lassen in der Formation, keine Blasen und Staus bilden: das ist es,
was den Eiler an- und (leider oft etwas weit)
vorwärtstreibt. Daher mag es kommen, daß
man in der Laienmusikerszene das Eilen meist
rasch als eine Anfänger- und Neulingskrankheit,
als ein Indiz für den unreifen newbie im musizierenden Kollektiv identifiziert: der Eiler ist ein
übermotivierter Novize unter neurotischem
Bewährungszwang. Seine pflichtversessene
Übererfüllung des Kollektiv-Plansolls läßt ihn
jede Pause für nichtsnutzig verschwendete
Zeit (das Wichtige und Zählbare sind doch
die Noten, oder? nicht diese freien Leerstellen
dazwischen!) und jede ausgehaltene Note für
zuviel des Gleichen und für mangelnde Innovationsfreude halten (Punktierungen? Überbindungen? Das bringt doch nichts und hält nur
unnötig auf!). Der Eiler ist äußerst unbeliebt,
weil er das Orchester jagt, aber wir müssen
ihn selbst verstehen als einen Gejagten: von
seinem quantitativen Lei-stungsverständnis,
das ihm die Ausführung von möglichst vielen
Noten in möglichst kurzer Zeit zum kategorischen Imperativ macht.
Wenn der Eiler auf die mangelnde „Qualität“
seines outputs angesprochen und ein höheres
Vgl. dazu Heft 2/2011, Folge 27: Der Stimmführer.
Eine sehr aufschlußreiche Version des musikalischen
Höchstgeschwindigkeits-Fanatismus anhand eines eher
inadäquaten Objekts (Bachs Ave-Maria-C-Dur-Präludium)
hat der Autor Hans-Ulrich Treichel in seiner (autobiographischen?) Erzählung „Solo für die Luftgitarre“ geschildert,
die wir im Heft 2/2000 abgedruckt hatten.
Beiträge
Zeichnung: Christian Goldbach
Gestaltungsbewußtsein im Detail eingeklagt
wird (er solle doch jene überhastete Passage „ausspielen“, „genießen“, „gesanglich
gestalten“ usw.), wenn also der Eiler als alles überstürzender Pfuscher denunziert wird
(velociferator maximus expressus hudelensis),
dann sollte man vielleicht auch dem Verdacht
nachgehen, daß es sich hier um etwas ganz
Anderes handelt: um den nur allzu voraussehbaren Protest einer jeglichen (von Natur
aus) trägen, bequemen, genußsüchtigen und
inerten Masse gegen jeden Einpeitscher, Antreiber und Agitator (von agitare = jagen),
der dem schläfrigen Pöbel zum Trotz ein
nicht verhandelbares Ideal der Höchstleistung
durchsetzen muß.
Deswegen beruht der beliebte Vorwurf „du
treibst“ in der Orchesterarbeit und im kammermusikalischen Kreis immer auch auf einem
populistischem Ressentiment, weil dieser
oberlehrerhafte Tadel auf die Zustimmung
aller anderen Beteiligten rechnen kann, die
ebenfalls von dem bösen Unruhestifter in ihrer schlichten Gemächlichkeit aufgescheucht
wurden. Es ist eine gleichmacherische, musikbolschewistische Aufforderung an den
musikalischen Mittelmaß-Mob zur verbalen
Lynchjustiz an dem, der das Verbrechen begangen hat, etwas mehr und etwas schneller
zu wollen. „Du treibst“ lautet die stereotype
Anklage der ewig Zu-kurz-und-zu-langsamGekommenen; sie muß übersetzt werden
in den Klartext: „wir kommen nicht mit dir
mit und das nehmen wir dir übel, du fieser
Einpeitscher“. „Du treibst“, das ist die reflexhafte Standard-Unterstellung, mit der sich die
Galeerensklaven gegen den aufmüpfigen Kol-
legen zur Wehr setzen, der zwischendurch
auch mal eigenständig und respektlos, just for
fun, eine höhere Schlagzahl vorschlägt.
Außerdem ist Beschleunigung (accelerando
fino al prestissimo) ja ein gängiges und probates Mittel der musikalischen Intensitätssteigerung; wer da nicht mitgehen „will“
(d.h.: kann), erweist sich damit schlicht
als ein scholastisch-spießiger, langweilig-unflexibler Tempo-Bürokrat, der von
ausufernd-expressiver Emotionalität, von
quasi-erotischen Hochgeschwindigkeits-Erregungszuständen, von einem Fest (das ja
nicht umsonst auch eine „Sause“ heißt) der
flinkhaften Hurtigkeit noch nie etwas gehört, geschweige denn erfahren hat. Dabei
besteht doch jeder höhere Musikunterricht
gerade darin, dem Interpreten die stupide
Metronom-Automatik wieder auszutreiben
und den durch jahrelanges tempostures Training festinstallierten Geschwindigkeits-Autopiloten wieder auszuschalten. Und gerade
wenn sich durch unsere Städte („grüne Welle“) und über unsere überfüllte Autobahnen
nur noch ein per Tempomat gesteuerter und
gleichgeschalteter Kolonnenverkehr schiebt,
muß es doch zumindest in der Kunst noch
erlaubt sein, mit unterschiedlichen und individuell variierenden Geschwindigkeiten unterwegs zu sein. So wird auch klar, warum
man eigentlich, und nicht nur in der Musik,
notgedrungen zum „Solisten“ wird: um endlich all diesen kleinlich-polizeilichen Verfolgungen wegen Geschwindigkeitsüberschreitungen zu entgehen, und einfach schlicht
„sein eigenes Tempo“ machen zu dürfen:
oder hat schon mal jemand (und sei es der
Dirigent) im Klavierkonzert dem Pianisten
vorwerfen dürfen, er „eile“?
ungeschriebenen (und durch ein uneingestandenes Tabu geschützten) Gesetzes der
„Kontrollgesellschaft“ (Foucault) schuldig:
er zelebriert eine die Zukunft kühn vorwegnehmende Eigenzeit. Wir sollten ihn nicht
ausgrenzen und stigmatisieren, sondern als
unverzichtbaren und anspornenden Stachel
in unserem sonst so langsam vor sich hin
welkenden Fleisch akzeptieren.
Bisher erschienen: Der Perfektionist, Heft 2/98; Der Nörgler,
Heft 1/99; Der Mitläufer, Heft 2/99; Der alte Hase, Heft 1/00;
Der Stümper, Heft 2/00; Der Erotiker, Heft 1/01; Der Klangästhet, Heft 2/01; Die Bratscherin, Heft 1/02; Der Schlamper,
Wer „schleppt“, tut also nicht viel mehr, als
dem allzu menschlichen Naturinstinkt des
Laien nachzugeben; er darf auf Mitgefühl
und uneingeschränkte Sympathie aller konservativen Prokrastinatoren hoffen. Der Eiler
hingegen macht sich der Übertretung eines
Heft 2/02; Die Aushilfe, Heft 1/03; Der Dirigent, Heft 2/03;
Die LOKBUB, Heft 1/04; Das Gründungsmitglied, Heft 2/04;
Der Blechbläser, Heft 1/05, Die Liebhabermusikergattin, Heft
2/05; Der Instrumentallehrer des Liebhabermusikers, Heft
1/06; Der etwas seltsame Typ, Heft 2/06; Der Orchesterkasper, Heft 1/07; Die Laiensängerinnen und -sänger, Heft
2/07; Der Jazzer, Heft 1/08; Der Schwätzer, Heft 2/08; Der
Diesen notwendigen individuellen Zugang hingegen ver-
Organisator, Heft 1/09; Der Vom-Blatt-Spieler, Heft 2/09;
standen haben Komponisten wie Schumann und Pfitzner, die
Der Liebhabermusiker und sein Instrument, Heft 1/10; Der
die so simple wie sympathisch flexible Tempobezeichnung
Konzertverweigerer, Heft 2/10; Der Aufnehmer, Heft 1/11;
„So schnell als möglich“ über bestimmte Stücke setzten.
Der Stimmführer, Heft 2/11.
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Der Alte TexT
ausgewählt von Michael Knoch
Viele Liebhaberorchester proben wöchentlich, also etwa 50 Mal im Jahr (abzüglich
Ferien- und Urlaubszeiten) und konzertieren
halbjährlich, also zwei oder bei „Doppelkonzerten“ vier Mal im Jahr. Allein der Vergleich dieser Zahlen verdeutlicht schon, wo
der Schwerpunkt des Liebhabermusizierens
liegt. Lohnt es sich da nicht, einmal genauer
zu analysieren, was genau wir da eigentlich
Woche für Woche treiben?
Oskar Bie (1864-1938) arbeitete vor allem
als Musikkritiker und -schriftsteller in Berlin.
Sein Buch „Im Konzert. Ein leitmotivischer
Text“ mit 54 Steinzeichnungen von Eugen
Spiro erschien 1920 und ist heute nur noch
antiquarisch (zu stattlichem Preis) und in
großen Musikbibliotheken (zur Ansicht) erhältlich. Den dort auf den Seiten 36 bis 38
abgedruckten Text entdeckt zu haben und
hier erneut anbieten zu können, verdanken
wir dem bereits im Editorial erwähnten bemerkenswerten Programmheft des Theaters
Rudolstadt: M. Kliefert / S. Mensching, Die
Schicksalssinfonie, Spielzeit 2009/2010.
Die Probe als Anatomie
Die Probe eines Konzerts ist eine Zerlegung
auf Knochen und Muskeln, wenn man sie
als selbständiges Ereignis betrachtet. Man
hat einen anatomischen Genuß oder Nichtgenuß, je nachdem. Die Bestandteile des
Konzerts werden sichtbar, seine Fassade
verschwindet, seine Handwerklichkeit wird
betont. Alles ernüchtert sich. Gewöhnliche
Anzüge, geschäftige Unruhe, Worte zwischen dem Spielen, Äußerungen des Unmutes oder Gefallens vom Dirigenten zum
Orchester oder Solisten. Das Konzert wird
rangiert. Bald erfahren die Bläser, bald die
Streicher eine besondere Behandlung, werden auch gesondert bestellt, der Chor allein,
Orchester allein, allmählich alle zusammen,
bis der Zug fertig ist und fahren kann. Ein
Rest bleibt immer der Improvisation, dem
Glück und Vertrauen. Ohne diesen Rest
wäre das Konzert auch zu hart und fest,
Beiträge
zu fertig und starr, es muß gerade so viel
Impression noch darin schwingen, daß die
Frische des Empfindens und die Freude des
Musizierens lebendig ist.
Wer sich für Technik des Konzertierens interessiert, wird Proben lieben. In ihrer Unfertigkeit verraten sie mehr vom Geist und
Gefühl der Mitwirkenden, als irgendein
Konzert. Sie sind das Feld des Hörbarwerdens der Partituren. Das Geschriebene, besonders das neu Geschriebene ringt in ihnen nach erstem Ausdruck. Erfindung und
Routine, Idee und Ausführung stoßen zusammen, bald decken sie sich, bald reiben
sie sich, und alle Fähigkeiten von Ausführenden, eine Aufgabe zu verstehen und zu
bewältigen, treten in einen feurigen Wettbewerb. [...] Erst wenn jede Verständigung
von Ton, Instrument und Künstler erzwungen ist, soweit sie sich durchsetzen kann,
ist der Zustand der Konzertreife vorhanden.
Die Arbeit für diesen Zweck ist die Funktion
der Probe. Es ist ein halb handwerkliches,
halb doch wieder mysteriöses Ringen des
Geistes um den Leib.
Die Mischung von Mysterium und Handwerk entwickelt die höchst eigentümliche
10
Stimmung. Ein leerer, schallender Saal, vielleicht ein Vorhang, um die Dämpfung zu
erreichen. Wenige verstreute Zuhörer. Ein
Dirigent, oft in schwerer Mühe, oft in elektrisierender Suggestion, sich selbst enthüllend auf seine Eigenschaften, die hier erst
schaffen, was am Abend nur gehalten wird.
Die Musiker, Sänger, Virtuosen alle in dieser
Enthüllung ihrer in langen Jahren geübten
Kunst. [...] Einige Stellen gleiten leichter,
andere werden dreifach doziert. Das schöne Gewand des Abends liegt noch beiseite.
Die Anatomie des Konzerts enthüllt sich
in der Arbeit dieses Körpers. Wir staunen
über das Wunder der Schöpfung, Töne,
Ideen von Harmonien, Gefühle von Rhythmus so Fleisch werden zu lassen, und stärken unseren Glauben in der geschäftigen
Werktäglichkeit und beruflichen Sachlichkeit der soliden, fleißigen Übung, die aus
Luft, Holz, Darm den Glanz des Abends
schaffen kann.
Arbeiten, arbeiten! Musik, morgen Glanz
und Fest, ist heut Werk der Hände, nützliche
Tätigkeit, körperliche Anstrengung, Geist an
Ort und Stelle. Die schwebende, märchenhafte Kunst ist heut Amt und Dienst und
Pflicht. Schwimmt sie uns fort? Löst sich als
ein Spiel auf? Ist sie Tand und Überflüssigkeit? Vorwand der Geselligkeit, Blendung des
Publikums, stilisierte Süßigkeit und Weichlichkeit, kulturlos, unpolitisch, gleichgültig,
unnütz, drohnenhaft, schädlich? Sie kann es
nicht sein, weil sie so heilige Emsigkeit ist,
so ernstes Streben und hitzige Aufmerksamkeit. Hier höre ich sie, [...] die rüstige Arbeit
am spielenden Holze, die dem Märchen der
Musik seine technische Verantwortung und
Stütze gibt, die das Schwebende gestaltet,
das Tändelnde zu Ausdruck und Sprache
bringt, das Ornamentale vergeistigt als Abbild der Welt. Wo wäre Musik ohne dies
Sezieren und Dozieren? [...] Durch sie zieht
Musik in den Menschen ein, [...] und macht
aus dem Unnötigsten das Nötigste und
Wahrste. Arbeitsluft, Ernst und Stärkung
der Probe!
Geigen zwischen Markt und Mythos
von Verena Fischer-Zernin
Die Geigenbauer und Bogenmacher der Gruppe KlangGestalten zeigen ihre Arbeiten im Berliner Kultur- und Konzertzentrum „RADIALSYSTEM ·V“ am Ostbahnhof.
Die Nachricht wirkte wie ein Paukenschlag:
Während des Internationalen Violinwettbewerbs von Indianapolis haben Forscher von
der Universität Paris erfahrene Geiger sechs
Geigen ausprobieren lassen, darunter zwei
Stradivaris, eine Guarneri und drei neue Geigen. Schweißbrillen verhinderten, dass die
Spieler die Instrumente am Aussehen erkannten, den Holzgeruch überdeckte Parfum.
Und siehe da, die am besten bewertete Geige
war ein Neubau, die am schlechtesten bewertete eine Stradivari.
Das Ergebnis entzaubert einen Mythos, nämlich den von der uneinholbaren Überlegenheit
der alten italienischen Geigen. Virtuosen wie
Paganini und Louis Spohr hatten das romantische Bild von der Symbiose zwischen dem
Solisten und seiner kostbaren alten Geige geprägt, und Händler hatten immer gut daran
verdient. Die Preise für alte Geigen wucherten
wie die Theorien um das Geheimnis des unnachahmlichen Klangs. Mal sollte es im Propolislack liegen, der in Vergessenheit geraten
war, mal vermutete man es in der Konstrukti-
on nach dem goldenen Schnitt. Dann wieder
sollte die heute verlorengegangene Qualität
des Holzes die entscheidende Rolle spielen, die durch die sogenannte Kleine Eiszeit
oder durch das frühere Flößen hervorgerufen
wurde. Noch jeder dieser Ansätze ist mittlerweile widerlegt worden. Doch auch der heutige Konzertbetrieb hält nur zu gern an der
Verklärung fest – strahlt doch die Aura eines
kostbaren alten Instruments auf den Interpreten ab, den es zu vermarkten gilt.
Die Studie von Indianapolis ist eine späte
Genugtuung für die Geigenbauerzunft. Die
hat nämlich ständig mit dem Umkehrschluss
dieses Mythos zu kämpfen, der da lautet:
Was neu ist, das kann ja gar nicht gut sein.
Sollte es denn heute nicht mehr möglich sein,
hervorragende Streichinstrumente zu bauen?
Doch, sagt die Gruppe KlangGestalten und
geht einmal im Jahr an die Öffentlichkeit. Am
Wochenende 19. bis 21. Oktober stellen 29
Geigenbauer und Bogenmacher aus ganz Europa ihre neuesten Meisterinstrumente und
Bögen im Berliner „Radialsystem·V“ aus.
Die Zusammenarbeit der Geigen- und Bogenbaumeister dieser Arbeitsgruppe hat
sich seit 15 Jahren bewährt: In den letzten
30 Jahren ist die Nachfrage nach alten und
neuen Streichinstrumenten rasant gestiegen. Zum einen sind alte Instrumente begehrte Sammler-, ja sogar Spekulationsobjekte geworden, ein Ende der Preisspirale ist
nicht abzusehen. Im Juni 2011 erzielte die
Stradivari-Geige „Lady Blunt“ einen Rekordpreis von 11 Millionen Euro, den niemand für
möglich gehalten hätte.
Zum anderen ist der Käuferkreis enorm gewachsen. In Asien, Arabien oder Südamerika gönnen sich immer mehr Staaten eigene
Sinfonieorchester. Die brauchen Spieler und
Instrumente. Doch die Anzahl alter Geigen
wird nun einmal nicht größer, und bezahlbarer werden sie schon gar nicht.
Das ist die Stunde der Instrumentenbauer:
Der Geigen-Neubau in handwerklicher Meisterarbeit erfuhr im letzten Drittel des 20.
Jahrhunderts eine Renaissance, die bis heute
anhält. Weltbekannte Solisten wie Christian
Tetzlaff oder Tabea Zimmermann bekennen
sich öffentlich dazu, auf neuen Instrumenten
zu spielen. Und die Qualität der neuen Instrumente steigt weiter: Jüngere Geigenbaumeister kommen regelmäßig zum Ideenaustausch und zu Arbeitstreffen zusammen, ob
in Oberlin (USA), in West Dean (England)
oder im französischen Fertans.
Moderne internationale Geigenbau-Ausstellungen wie die von KlangGestalten dienen
aber nicht nur dem Ideenaustausch untereinander. Jeder kann hinkommen und sich ein
Bild von der Qualität neugebauter Meisterinstrumente machen. Man muss dafür nicht
einmal nach Indianapolis reisen.
KlangGestalten
Masterpieces of Contemporary
Violin & Bow Making
nächste Ausstellung:
19.–21.10.2012, Berlin, Radialsystem V.
Neue Meistergeigen, Bratschen, Celli, Bögen.
weitere Infos unter www.klanggestalten.de
Foto: Jean Severin
11
Beiträge
Der neue Text
ausgewählt von Michael Knoch
Ist über Ludwig van Beethoven nicht bereits
alles gesagt / geschrieben worden? Wieso wird
eine über 800 Seiten umfassende Biografie
plötzlich in Holland und Belgien zum Bestseller? Verwundert und neugierig beginne ich
die Lektüre und kann wenigstens die zweite
Frage rasch beantworten, denn schnell bin ich
gefangen genommen, regelrecht „in den Bann
geschlagen“, so romanhaft gut liest sich diese
Beethoven-Biografie, auch in der deutschen
Übersetzung. Denn Jan Caeyers, Dirigent und
Musikwissenschaftler, versteht es meisterlich
zu erzählen. Er setzt Beethoven mit dieser Biografie ein neues, ein weiteres Denkmal, indem
er uns den Menschen Beethoven nahebringt,
seine ehrgeizige Entwicklung, seine Sehnsüchte
und Hoffnungen, sein Ringen – alles eingebettet
in lebensechte Beschreibungen des jeweiligen
historischen und lokalen Umfeldes.
Als Beethoven durch die Erfindung des Metronoms die Möglichkeit bekam, für seine Werke
genaue Tempi festzulegen, hat er das sehr begrüßt und viele seiner Werke nachträglich „metronomisiert“. Dabei schrieb er manche Tempi
vor, die – weil „unspielbar schnell“ – später in
Zweifel gezogen wurden und für Verwirrung
und Diskussion sorgten. Wir freuen uns, Caeyers Schilderung dieser Zusammenhänge hier
als Lesekostprobe anbieten zu können (S. 615 ff)
und danken dem Beck-Verlag für seine freundliche Nachdruck-Erlaubnis.
Nicht erst seit gestern hatten Musiker und
Tüftler versucht, das Tempo von Musikstücken objektiv zu «messen» und festzulegen.
Schon im 17. Jahrhundert waren Listen auf der
Grundlage des Pulsschlags oder des Schritttempos aufgestellt worden; später hatte man
Messungen mit Hilfe eines Pendels vorgenommen. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts kam es
aber zu einem regelrechten Wettlauf um die
Entwicklung zuverlässigerer Methoden und
Hilfsmittel. Das hing mit einer Individualisierung der Musik zusammen; auch die Tempovorstellungen wurden immer individueller und
damit differenzierter, und so entstand der
Wunsch nach einer genaueren Kontrolle des
Beiträge
Zeitmaßes. Mälzel hatte das offenbar erkannt.
Im Jahr 1813 scheiterte sein Versuch, ein einfaches «Pendelchronometer» auf den Markt zu
bringen, weil dieses Gerät noch zu unhandlich und ungenau war. Beethoven hatte zwar
eine öffentliche Erklärung für das Chronometer
unterschrieben – vermutlich hatte Mälzel ihn
dazu gedrängt –, bezeichnete diese Methode
der Zeitmessung aber gegenüber Dritten als
«dummes Zeug». Doch beim zweiten Versuch
traf Mälzel ins Schwarze. Der in Amsterdam
lebende deutsche Erfinder Dietrich Nikolaus
Winkel, den er um Rat gefragt hatte, fertigte
ein Gerät mit einem federgetriebenen, mit zwei
Gewichten versehenen Pendel an. Mälzel kopierte ohne Skrupel Winkels Entwurf, gab dem
Kind einen Namen und ließ sich «seine» Erfindung in Paris und London patentieren, worauf
er das Metronom in großen Stückzahlen produzierte und viel Geld damit verdiente. Seitdem steht in Partituren und Stimmausgaben
vor den Metronomzahlen völlig zu Unrecht
«M. M.» für «Mälzelsches Metronom». Der
arme Winkel hat später zwar einen Rechtsstreit gegen Mälzel gewonnen, finanziell hat
ihm das aber nichts genützt.
Ende November 1817 veröffentlichte der Musikschriftsteller Ignaz Mosel in der Wiener
Allgemeinen musikalischen Zeitung einen Artikel, in dem er die Vorteile des Mälzel’schen
Metronoms darstellte; er berief sich darin
unter anderem auf Beethoven. In derselben
Zeitschrift erschien im Februar 1818 eine ganz
ähnliche Erklärung von Salieri und Beethoven,
in der die Verwendung des Metronoms vor
allem für Schüler empfohlen wurde.
Anders als 1813 war Beethovens Begeisterung diesmal echt. Schon wenige Monate
zuvor hatte er die Metronomzahlen für seine
acht bis dahin komponierten Sinfonien und
das populäre Septett op. 20 veröffentlichen
lassen. Auch später blieb er vom Nutzen der
Metronomangaben überzeugt. Es ist bekannt,
dass er zusammen mit seinem Neffen die Tempi der 9. Sinfonie festlegte: Während er selbst
auf dem Klavier die Anfangsthemen spielte,
suchte Karl die entsprechenden Tempi auf
12
dem Metronom und notierte die Zahlen. Diese
Mühe wurde belohnt. Wenige Monate vor seinem Tod schrieb Beethoven in einem Brief an
den Verlag Schott, der Erfolg der Berliner Erstaufführung der 9. Sinfonie sei zu einem großen Teil der Metronomisierung zu verdanken.
Eigentlich sollten auch die Missa solemnis und
die späten Klaviersonaten und Streichquartette mit Metronomangaben versehen werden; dazu ist es dann aber trotz wiederholter
Ankündigungen nicht gekommen.
Obwohl Beethoven also eine ganze Reihe
seiner Kompositionen metronomisiert hatte,
herrschte schon bald nach seinem Tod Uneinigkeit über die angemessenen Tempi. Im
Grunde gab es zwei gegenläufige Tendenzen.
In den meisten Ländern, auch in Österreich,
wurde Beethovens Musik immer langsamer
gespielt; in Deutschland und einigen anderen mitteleuropäischen Ländern geschah das
Gegenteil. Vor allem von Mendelssohn Bartholdy wurde gesagt, er erdrossele die Musik
durch seine extravagant hohen Tempi. Auch
Wagner soll Beethovens Stücke zunächst in
einem Höllentempo dirigiert haben. Doch
nach einiger Zeit – interessanterweise unter
dem Einfluss François-Antoine Habenecks in
Paris, der allgemein als der erste wirkliche
Beethoven- Dirigent galt – entschied auch er
sich für eine Verlangsamung, womit sich in
Deutschland der Trend umkehrte.
Auch in der Diskussion über das Tempo
von Beethovens Musik und über die Bedeutung seiner – angeblich zu hohen – Metronomangaben hat sich Schindler[] eine unbegründete Autorität angemaßt. Im März
1824 will er mit dem Komponisten über diese
Materie ein Gespräch geführt haben. In einem
der Konversationshefte finden sich folgende
Bemerkungen:
«Umlauf u Schup.[panzigh] wunderten
sich gestern sehr, daß Sie jetzt von den beschleunigten tempis in Ihren Werken gegen
frühere Jahre so auffallend abweichen, u alles
Ihnen jetzt zu geschwinde ist […] auch bei
Anmerkung der Red.: Anton Felix Schindler, behauptete
nach Beethovens Tod, sein Privatsekretär gewesen zu sein.
den Proben in der Josephstadt war es schon
deutlich merkbar, u vielen auffallend, daß Sie
die Allegros alle langsamer haben wollten als
früher.»
Dann beschrieb er die Wirkung der langsameren Tempi: «ein ungeheurer Unterschied!
was tritt so alles in den Mittelstimmen heraus, was früher ganz unhörbar, oft verworren
war.»
Natürlich sind Beethovens Antworten
nicht notiert. Aus dem Ton von Schindlers
Bemerkungen könnte man aber schließen,
dass Beethoven mit seinen Ansichten übereinstimmte, hätten Musikhistoriker nicht
herausgefunden, dass dieser Dialog nie stattgefunden hat; die zitierten Konversationsheft-Einträge gehören zu den Fälschungen,
mit denen Schindler die Musikgeschichte zu
manipulieren versuchte.
Aber der Schaden war angerichtet, und bald
wurde Beethoven immer langsamer gespielt,
also mit immer größeren Abweichungen von
den angegebenen Metronomzahlen. Unzählige Eingriffe in den Notentext waren notwendig, damit die neuen Tempi technisch
realisierbar wurden: Artikulationen wurden
verändert, Bogenstriche, hier und dort sogar
eine Taktart. Im zweiten Satz des 5. Klavierkonzerts zum Beispiel wurde das ursprüngliche Alla breve durch einen langsameren
Viervierteltakt ersetzt; erst 1996 ist dieser
schwere Verstoß gegen Beethovens Intentionen korrigiert worden.
Verkehrte Welt: Als sich die Interpretationen von Beethovens Kompositionen immer
weiter vom Notentext entfernten, wurde der
Notentext angepasst! Dabei gab man den
Metronomzahlen die Schuld; sie mussten einfach falsch sein, obwohl sich nicht so leicht
eine plausible Erklärung dafür fand. 1977 veranstaltete man in Wien sogar ein BeethovenKolloquium zum Thema Metronom, bei dem
Experten verschiedener Fachrichtungen – unter anderem ein Professor für Mechanical Engineering aus Berkeley und Spezialisten vom
British Horological Institute – herauszufinden
versuchten, welchen Fehler Beethovens Gerät
gehabt haben könnte. Die These, dass sein
Metronom defekt gewesen sei und dass der
arme Teufel dies nicht bemerkt habe, hielt sich
nämlich ebenso hartnäckig wie der SyphilisMythos. Dabei ist sie leicht zu widerlegen:
Metronome mit defekter Mechanik ticken entweder zu schnell – in diesem Fall hätte Beethoven aber zu niedrige Zahlen angegeben –
oder unregelmäßig. Ein unregelmäßiger Gang
kam bei Beethovens Gerät tatsächlich hin und
wieder vor. Als er mit der Lieferung der Metronomzahlen für einige bei Schott in Mainz
erscheinende Werke in Verzug war, entschuldigte er sich damit, dass sein Metronom
«krank» sei und erst «vom Uhrmacher wieder
seinen gleichen stäten Puls erhalten» müsse.
Auch später gab es noch ähnliche Probleme,
und in diesem Zusammenhang muss man
die erwähnte abfällige Äußerung über «allen
Mechanismus» sehen. Die AntimetronomZeloten haben übrigens ihre Defekttheorie
selbst in Frage gestellt, indem sie bestimmte
Angaben für umsetzbar und richtig erklärten
und andere nicht. Als gäbe es Metronome,
die selektiv falsch gehen.
Wir ersparen uns die vielen anderen Hypothesen, die im Laufe der Zeit aufgestellt wurden.
Alle beruhten auf der Annahme, dass ausgerechnet Beethoven, der beispiellos gründlich
über jeden Punkt, Strich oder Bogen in seinen
Partituren nachdachte, beim Festlegen des
für ihn wichtigsten Ausführungsparameters
große Nachlässigkeit oder Inkompetenz an
den Tag gelegt habe. All diesen Spekulationen
wurde glücklicherweise der Boden entzogen,
seit Beethovens Musik häufig wieder mit «authentischem» Instrumentarium aufgeführt
wird. Auf der Grundlage neuer Erkenntnisse
13
über historische Spieltechniken, Klangvorstellungen und künstlerische Gestaltungsmittel entwickelte sich eine «historische»
Aufführungspraxis, zu der meist auch die
Verwendung von originalen Instrumenten der
jeweiligen Zeit oder entsprechenden Kopien
gehört. Sie bieten teilweise andere spieltechnische Möglichkeiten als die modernen, und
man konnte allmählich den Nachweis erbringen, dass die meisten in Metronomzahlen
angegebenen Tempi Beethovens durchaus
spielbar sind, vor allem aber, dass sie ein neues Verständnis von Beethovens Musiksprache
ermöglichen.
Allerdings braucht man sich auch nicht
sklavisch an die Angaben zu halten, weil Tempo in der Musik nichts Absolutes ist. Als Beethoven die Metronomzahl für das Lied «So oder
so» (WoO 148) bestimmte, schrieb er an den
Rand der Partitur: «100 nach Mälzel, doch kann
dieß nur von den ersten Täkten gelten, denn die
Empfindung hat auch ihren Takt, dieses ist aber
doch nicht ganz in diesem Grade (100 nämlich)
auszudrücken.» Tatsächlich ist bekannt, dass
Beethoven kleine Temposchwankungen als
rhetorisches Mittel einzusetzen pflegte. Ries
berichtete, dass Beethoven sich beim Spielen
seiner Kompositionen zwar grundsätzlich an
das Tempo hielt, es hin und wieder aber leicht
steigerte und an anderen Stellen, zum Beispiel
bei einem Crescendo, etwas zurücknahm, was
«einen sehr schönen und höchst auffallenden
Effekt machte».
Einen Fehler hat Beethoven vielleicht doch
begangen. Komponisten und Dirigenten mit
viel Metronomerfahrung wissen, dass «gedachte» Tempi immer ein klein wenig schneller
als «gespielte» sind – ein hörpsychologisches
Phänomen, das man zu den akustischen Täuschungen zählen könnte. Der Unterschied
kann einige Prozent betragen. Damit lassen
sich allerdings höchstens graduelle und nicht
wesentliche Abweichungen von den angegebenen Metronomzahlen rechtfertigen.
Jan Caeyers, Beethoven – Der einsame Revolutionär. Eine Biografie.
Aus dem Niederländischen übersetzt von Andreas Ecke.
Buch, 832 S. mit 47 Abbildungen und 24 Notenbeispielen.
C. H. Beck, München 2012, 29,95 Euro
Beiträge
Noch‘n AlteR Text
ausgewählt von Michael Goldbach
Die Allegorie im Orchester
von Carl Spitteler (aus: Musikalische Essays,
Basel 1947, S. 75ff)
Der Schweizer Schriftsteller Carl Spitteler
(1845-1924) war eine vielseitig begabte Persönlichkeit. Nach Jahren einer Anstellung als
Hauslehrer in Petersburg arbeitete er für einige
Jahre als Feuilletonredakteur bei der Neuen Züricher Zeitung und lebte anschließend als freier
Schriftsteller in Luzern. Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit komponierte, zeichnete
und malte er auch. Geprägt vom bürgerlichakademischen Humanismus, suchte Spitteler
diesen durch ‘Modernisierung’ neu zu beleben.
Pathos, aber auch Ironie, archaisierende Sprache und der Versuch der Wiederbelebung des
Versepos dienten ihm hierzu als literarische
Mittel, so etwa in seinem Werk ‘Prometheus
der Dulder’. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges
trat er in einer Rede für die absolute Neutralität der Schweiz ein und wurde damit zur politischen Symbolfigur des Landes. 1920 erhielt
er den Nobelpreis für Literatur. In seinem Text
„Die Allegorie im Orchester“ unterteilt er das
Orchester in folgende Gruppen: Die hieratische
Gruppe, die Jubelguppe, die bukolische Gruppe
und die romantische Gruppe. Wir beginnen mit
den ersten beiden:
Man nimmt gewöhnlich an, ja setzt es als
selbstverständlich voraus, unser Orchester,
unsere Instrumentation hätten rein musikalische Grundlagen, das heißt Entstehungsursachen und Gebrauchsprinzipien. Ich bin
jedoch zu der Überzeugung gelangt, daß das
nicht der Fall ist, sondern daß Allegorie und
Konvention dem geräuschvollen Riesenkinde
zu Gevatter gestanden haben. Wir blasen mit
den Gedanken unserer Vorväter; wir hören
mit papierenen Ohren, wir instrumentieren
nach vergessenen Allegorien und unbewußten Konventionen. Kurz, ich nenne unser Orchester ein symbolisches.
Heute sei einzig von der Instrumentation,
also von der Verwendung der einmal ange-
Beiträge
nommenen Orchesterinstrumente die Rede.
Ich behaupte also, wir instrumentieren nicht
rationell, nicht nach musikalischen Gesetzen,
sondern nach andern, dem Gebiete des Gedankens oder des Ungedankens entlehnten.
Nehmen wir die Orchestergruppen einzeln
durch, um das nachzuweisen.
Die hieratische Gruppe
Posaunen, Harfen, Orgeln und so weiter
Die Posaune. Wir wissen aus dem Alten
Testament, und unsere bibelfesten Voreltern
wußten es noch besser als wir, daß nach Anschauung der Hebräer die Posaune bei feierlichen, transzendentalen Anlässen erschallen
soll, also zum Beispiel bei der Ersteigung von
Jericho oder beim Jüngsten Gericht. Demgemäß, das heißt der Lektüre des Alten Testaments gemäß, erblickte später das christliche
Europa in der Posaune das Symbol des Majestätischen, vor allem des transzendental Majestätischen, und die in kirchlichen Diensten
stehende Musik handelte danach.
Tradition und Konvention haben dann später die Posaunensymbolik weitergeschleppt.
Kurz, wir benutzen die Posaune zu feierlichen
Zwecken. Diese Bedeutung aber ist eine irrationale, weil die Posaune vom musikalischen
Standpunkt nichts weiteres bedeutet als eine
primitive Trompete, deren Ton an sich jede
andere Stimmung eher hervorbringt als eine
feierliche. Das läßt sich durch Experimente
leicht beweisen. Wenn wir zum Beispiel einen Turnverein auf den Bahnhof marschieren
hören, so denkt dabei kein Mensch an das
Jüngste Gericht, höchstens an das Preisgericht mit Bechern und gestickten Hosenträgern, und doch blasen die Posaunen aus
Leibeskräften. Oder man stelle einen naiven
musikalischen Menschen, falls es solche noch
gibt, vor ein Orchester und spiele ihm die einzelnen Instrumente ab, ohne sie zu nennen,
mit der Frage, was er dabei fühle. Gewiß wird
er beim Klang der Posaune durchaus keine
Andacht kundgeben. Nennen Sie ihm das
Instrument, während es gespielt wird, dann
wird er unfehlbar ausrufen: „So, das ist also
14
die Posaune?“ Dabei wird er ein Gesicht ziehen, wie einer, der Falerner trinkt, weil er Horaz gelesen hat. Oder jeder prüfe sich selbst,
was er beim Vortrag des Komturs empfinde.
Schwerlich wird uns hier die Posaune einen
andern als einen rasselnden, reißenden Eindruck machen, wenn es gut geht, und einen
kläglichen, wenn es schlecht geht.
Aus diesen Gründen ist selbst da, oder besser, gerade da, wo die Posaune ausdrücklich
vom Textdichter verlangt wird, also zum Beispiel im Requiem, ihre Verwendung, vom musikalischen Standpunkt beurteilt, unrichtig,
da es sich ja nicht darum handelt, Töne hervorzubringen, welche Papst Anaclet III. oder
Sylvester I. würden feierlich gestimmt haben,
sondern solche Töne, welche uns selber, und
zwar unmittelbar, ohne die Erinnerung an das
Maturitätsexamen oder an den Katalog der
Instrumentenhandlung, zur Andacht erheben. Die Meinung, zur Posaune verpflichtet zu
sein, weil sie vom Text begehrt wird, beruht
auf einer naiven Anschauung von der Aufgabe
des Komponisten. Denn einmal hat sich der
Textdichter nicht in Dinge zu mischen, die ihn
nichts angehen, nämlich in die Instrumentation. Zweitens verlangt ja der Text, wenn er
Tuba oder Posaune sagt, keineswegs die ‚Posaune’ des Leipziger Katalogs, ja im Grunde
verlangt er überhaupt kein Instrument, sondern er will bloß ein poetisches Bild hervorrufen. Die Musik nun hat dieses Bild in die Tonsprache zu übersetzen, sie darf nicht einfach
das poetische Instrument, die Posaune, vom
Dichter leihen. Summa: die Posaune als feierliches Instrument zu gebrauchen, weil eine
ihrer Namenscousinen vor dreitausend Jahren
auf die Bewohner Kanaans feierlich wirkte, ist
irrationell.
Noch auffallender ist der Widerspruch zwischen dem allegorischen und dem musikalischen Wert bei der Harfe. Die Harfe in
Verbindung mit David, Zion, Cherubim und
Seraphim klingt beim Lesen wahrhaft paradiesisch; die poetische Phantasie kennt kein
schöneres Instrument.
Das Ohr hingegen hört ein Spinett, ein
taubstummes Klavier. Der Komponist aber
darf kein anderes Zeugnis annehmen als
dasjenige des Ohres. Durch Verzweigung
der Allegorie, weil David ein Hirte war, wird
dann die Harfe vielfach auch zu pastoralen
Stimmungsbildern benutzt, zum Beispiel
in „Linda di Chamounix“. Ich bin diesem
Brauch schon deshalb abhold, weil er in
den meisten Fällen zur Entschuldigung für
erfindungsmatte Kompositionen dienen
muß. Genügt doch schon der Anschlag einer Harfe, um einem in Bethlehemitischen
Idealen aufgewachsenen Publikum Beifall
abzulocken. [...]
Die Orgel wird in unsern Oratorien auf rationelle Weise verwendet, nämlich als ein
mechanisches Blasorchester zur Erhöhung
der Klangfülle. Wenn dabei einzelne Hörer
durch Ideenverbindung in eine protestantische Stimmung geraten, so ist das ihre
Sache; der Musiker hat keinen Teil daran.
Daß Orgelklang und Luthertum von Natur
wegen nichts miteinander zu tun haben,
bedarf keiner Erörterung; eine bloße Gewohnheit schafft die Ideenverbindung. Gerade in des Musikers Interesse jedoch liegt
es, die Ideenverbindung zu durchbrechen,
da weder seinen Werken, noch seiner Person damit gedient wird, wenn die Zuhörer
jede Orgelphrase als ein Augsburger Glaubensbekenntnis auffassen und sich nach
dem Prediger umschauen. Wie unmöglich
es zum Beispiel ist, einem größern Publikum begreiflich zu machen, daß die Händelschen Oratorien keine religiösen Werke
sind, weiß jedermann. Erst wenn wir die
Orgel durch vielseitigeren Gebrauch säkularisieren, wenn wir ihr die schmalkaldischen
Nebentöne wieder abnehmen, wenn wir
sie nicht mehr als Reformationswaffe, sondern durchaus als Orchesterinstrument
anwenden, erst dann werden wir diesem
und andern Mißverständnissen wirksam
vorbeugen. Der Katholizismus hat seine
sämtlichen Kircheninstrumente großherzig
der profanen Musik vermacht; die protestantische Konfession wird nicht nachbleiben wollen.
Die Jubelgruppe
Zimbeln, Pauken, Trommeln, Triangel,
Glockenspiel und so weiter
Auch diese Instrumentengruppe ließe sich
wohl durch das Oratorium hindurch bis auf
das Alte Testament zurückführen, wenigstens bieten die Bachschen Passionen manche Beispiele solcher Einflüsse. Und das läßt
sich auch leicht begreifen. Denn wenn der
biblische Text sagt: „Laßt Zimbeln und Pauken erschallen“, was scheint natürlicher, als
daß man Zimbeln und Pauken erschallen läßt.
Daß diese naive Logik dennoch musikalisch
unrichtig ist, habe ich bei Gelegenheit der Posaune gezeigt; übrigens erhalten wir noch einen direkten Beweis durch den fremdartigen,
paphlagonischen Eindruck, den uns die Verwendung jener Instrumentengruppe bei Bach
und andern hinterläßt.
Das alte allegorische Verfahren wird erklärt
und entschuldigt durch Textpietät, archivarische Gelehrsamkeit, religiöse Tendenz und
im allgemeinen durch Naivität, obschon die
Wirkung dem Wunsche keineswegs entspricht, da sehr häufig die Instrumentation
unserer Oratorien eher Bilder von zinkenierenden und paukenden Baalspfaffen hervorruft als monotheistische Andacht.
Immerhin hatte der alte Brauch einen Sinn,
wenn schon keinen musikalischen; der Sinn
lag darin, daß primitive Völker jede Art von
Freude durch Lärm kundgeben, weshalb also
Lärminstrumente im begleitenden Orchester
symbolisch die Freude anzudeuten vermögen.
Nachdem wir indessen diesen Sinn aufgegeben
– denn daß wir im Konzertsaal mit der Pauke
den Zuhörern Freude kundgeben oder Freude
bereiten wollen, wird niemand behaupten –,
bleibt das Kesselschlagen und Tellerreiben im
Symphonieorchester eine Ungeheuerlichkeit,
welche vom Verstand wie vom Ohr und vom
Gefühl gleichermaßen verurteilt wird. Unsere
Symphonie will die feinsten, unaussprechlichen
Seelenahnungen des Menschen ausdrücken;
wenn aber das Unaussprechliche „Bum“ lautet,
so erscheint mir seine Feinheit zweifelhaft.
Ich verstehe ja die Absicht: die Pauke soll als
Gummi und Wischer dienen, um die Tutti zu
15
verreiben, oder als Mörser, um die Fortissimi
zu zerstampfen. Allein brauchen wir nach Erfindung so vieler herrlicher Füllinstrumente
dazu ein so brutales Mittel? Und erreicht das
Mittel auch seinen Zweck? Ist denn Betäubung Verschmelzung? Sind Ohrfeigen Vermittlungen? Kochlöffel und Suppentöpfe gehören zur Metaphysik der Janitscharen; daher
sind sie im Janitscharenorchester am Platz. Im
Orchester des Unbewußten dagegen bedeutet das geräuschvolle Knödelreiben eine Beleidigung der Musik und des Publikums. [...]
Innerhalb der genannten Instrumentengruppe dürfte übrigens der Trommel der Vorzug
gegenüber der Pauke gebühren; ein Urteil,
zu welchem mich nicht etwa Basler Parteilichkeit führt, sondern die Tatsache, daß das
Trommelspiel wenigstens Artikulation und
Rhythmik besitzt. Eigentümlicherweise wird
im Opernorchester auch die Trommel mitunter allegorisch benutzt, nämlich zu militärischen Kostümzwecken. So zum Beispiel
in der ,Regimentstochter` und in den ,Hugenotten`. Wie natürlich auch diese Benutzung erscheint und wie unwichtig der Fehler
angesichts des geringen musikalischen Wertes der Trommel sein mag, so lohnt es sich
immerhin um des Prinzips willen, das Irrationelle dieser Verwendung darzulegen. Für
sich, durch den Klang, erweckt nämlich die
Trommel keineswegs militärische Instinkte;
sie ist ein ganz harmloses Instrument, welches mit dem Totschießen nichts zu tun hat.
Sie wirkt lediglich ermunternd und erregend,
ist also überall da am Platze, wo rhythmische
Fortbewegung stattfindet, beim Marsch, beim
Tanz, beim Galopp. Die Ideenverbindung des
Militärischen mit dem Trommelklang bedeutet mithin eine unnötige Beschränkung, und
zwar eine prosaische Beschränkung, da die
Vorstellung von blauen oder roten Hosen des
idealen Gehaltes entbehrt.
Vom rationellen, rein musikalischen Standpunkt gehört der Trommel keine andere Benutzung als dem Tamburin, von welchem sie
sich ja nur durch die Größe unterscheidet.
Tamburin, Tambour und Tamburotto (große
Trommel), das ist Äffchen, Affe und OrangUtan.
Beiträge
Orchesterjubiläen
100 & 50 Jahre
Orchesterverbund aus zwei saarländischen
Orchestern feiert Dreifach-Jubiläum:
Das Städtische Orchester St. Ingbert
(Saarland) wird 100, das Pfarrorchester
Rohrbach 50, beide sind seit 25 Jahren zu
einem Orchester verschmolzen
Am 28. Oktober 1912 fand das 1. Konzert des
„Orchestervereins St. Ingbert“ vor geladenen
Gästen statt. Der große Erfolg ermutigte die
Gründer die Arbeit fortzusetzen und der Verein fand immer mehr Zuspruch. Nach dem 1.
Weltkrieg wurden ab 1920 bereits wieder öffentliche Konzerte gegeben. Bis 1938 ging der
Verein durch einige Höhen und Tiefen: es wird
von etlichen bemerkenswerten Konzerten berichtet, aber auch finanzielle Krisen mussten
bewältigt werden.
Nach dem 2. Weltkrieg wurde vorerst
jede Vereinstätigkeit durch die Militärregierung verboten. Aber bereits 1946 durfte ein
neuer Verein gegründet werden – dieser Verein trug den Namen „Städtisches Orchester
St. Ingbert“ und war eine Weile der einzige
kulturtreibende Verein, der in St. Ingbert von
der Militärregierung zugelassen war.
Etliche sehr engagierte Vorsitzende und
Dirigenten haben das Liebhaber-Orchester bis
heute kontinuierlich ausgebaut und den Verein mit sehr viel Leben erfüllt. Seit dem 22.
Mai 1965 bestreitet das Städtische Orchester
St. Ingbert zwei recht große Konzerte in der
Stadthalle St. Ingbert pro Jahr im Rahmen des
Kulturrings der Stadt. Dazu kommen Engagements bei Chören und Engagement für Kammermusikgruppen, die sich spontan je nach
Bedarf bilden.
Vor 25 Jahren verpflichtete das Städtische
Orchester St. Ingbert den Leiter des Pfarrorchesters Rohrbach, den Kirchenmusiker,
Komponisten und Arrangeur Norbert Feibel
als neuen Dirigenten. Norbert Feibel sagte
unter der Bedingung zu, dass aus den bisher
selbständigen Formationen ein gemeinsames
Orchester gebildet werden sollte, wobei allerdings Name und spezifische Aufgabenstellung erhalten und damit auch im Bewusstsein
der Öffentlichkeit präsent sein sollten. Eine
Orchesterjubiläen
nicht leichte Zielsetzung, strebte doch nach
den Gebietsreformen im Saarland der Ortsteil
Rohrbach der Mittelstadt St. Ingbert noch intensiv nach Selbständigkeit.
Die anfängliche Skepsis ist längst einer
durch und durch positiven Einstellung gewichen. Es stört auch keinen der Musiker, dass
er z.B. bei kirchenmusikalischem Einsatz im
Pfarrorchester und bei den meisten anderen
Verpflichtungen im Städtischen Orchester
spielt.
Das Jubeljahr wurde am 11. März 2012
mit einer Festmesse in der Pfarrkirche St. Johannes in Rohrbach eröffnet. Pfarrorchester/
Städtisches Orchester und der Kirchenchor
St. Johannes übernahmen die musikalische
Gestaltung. Anschließend fand im Jugendheim in Rohrbach, wo die Orchester seit 25
Jahren eine geradezu ideale Probenstatt gefunden haben, ein Festempfang mit geladenen
Gästen statt. Schirmherr der Jubiläumsveranstaltung war Innen- und Kulturminister Stephan Toscani. Zwei Konzerte des Städtischen
Orchesters in der Stadthalle St. Ingbert, das
traditionelle Frühjahrskonzert am 13. Mai
mit Schwerpunkt auf leichter Muse und das
Herbstkonzert mit mehr klassischer Gewichtung am 18. November, runden das Jubiläumsjahr ab.
Josef Wannemacher
Foto: Julian Haas, November 2011
25 Jahre
25 Jahre Sinfonieorchester der Universität
Hohenheim
Im Beisein der Hochschulleitung und unter
reger Beteiligung der örtlichen Presse feierte
das Sinfonieorchester der Universität Hohenheim mit zwei ausverkauften Konzerten am
4. und 5. Februar 2012 sein 25-jähriges Bestehen.
16
Nach dem Motto „Eine Universität ohne
Orchester ist keine Universität“ gründeten
Sigrid Eicken und Patrick Siben zu Beginn
ihres Studiums der Agrarwissenschaften in
Hohenheim das Ensemble. Am 16. Dezember 1986 führte es sein erstes Konzert auf.
Hohenheim, im Süden Stuttgarts gelegen,
hatte – als kleinste Universität Baden-Württembergs – damals etwa dreieinhalbtausend
Studierende. Umso bemerkenswerter war es,
dass sich gleich zwanzig Personen zum gemeinsamen Musizieren einfanden. Mit zunehmender Studierendenzahl und zunehmendem
Bekanntheitsgrad wuchs das Orchester auf
mittlerweile vierzig Spielerinnen und Spieler.
Sein Kern sind Hohenheimer Studierende,
Doktoranden, Professoren und Ehemalige.
Zu Beginn eines jeden Semesters steht bei
einem vorwiegend studentischen Ensemble
die Frage: Wie werden wir besetzt sein, was
können wir mit den zur Verfügung stehenden
Mitteln bis zur Aufführungsreife erarbeiten?
Es ist eine fantastische Leistung, an der ganz
wesentlich der langjährige Dirigent Klaus
Breuninger Anteil hat, dass seit der Gründung
in jedem Semester ein ansprechendes Semesterabschlusskonzert stattfinden konnte.
Ein Highlight des Jubiläumskonzertes
war der Soloauftritt der Orchestergrün-
derin Sigrid Eicken mit zwei Werken für
Alphorn und Orchester. Mit dem SolitudeChor Stuttgart-Weilimdorf verbindet uns
über den gemeinsamen Dirigenten eine
langjährige musikalische Freundschaft,
und so haben wir als Erinnerung an unseren ersten gemeinsamen Auftritt Rossinis Stabat Mater nach vielen Jahren wieder
aufgeführt.
Reiner Laue
Kreisen von Medizinstudenten. Diese stetigen
Besetzungswechsel brachten durchaus Probleme in der Kontinuität der künstlerischen
Arbeit mit sich, andererseits ermöglichten sie
dem Orchester, jung zu bleiben.
Mit der Erweiterung zum Sinfonieorchester ab 2003 unter der künstlerischen Leitung
von Wolfgang Behrend ergab sich nochmals
eine Verjüngung und Veränderung des Orchesters, da sich eine enge Zusammenarbeit
mit Studenten der Dresdner Musikhochschule
und Schülern des Landesgymnasiums für Musik sowie dem Heinrich-Schütz-Konservatorium Dresden entwickelte. Was kann es für einen künftigen Berufsmusiker Besseres geben,
als nicht nur allein zu üben, sondern in und
mit einem regelmäßig probenden Orchester
Erfahrungen zu sammeln?
25 Jahre sind eine Generation. Und siehe da, die „alten Hasen“ sitzen neben oder
auch hinter jungen Laienmusikern, die oft
schon ihre Kinder sein könnten (und es zum
Teil auch sind) und die nicht selten technisch den Älteren etwas vormachen können.
So ergibt sich eine hervorragende Mischung
aus gestandener Laienmusik-Erfahrung und
jungem musikalischen Engagement, aus dem
Drang nach künftiger Professionalität und der
einfachen Freude am gemeinsamen Musizieren. Es ergeben sich aber auch interessante
menschliche und persönliche Beziehungen
aus dieser Verflechtung, die in einem gemeinsamen Geist, vielleicht auch einer besonderen
Atmosphäre dieses Orchesters mündet.
Auf diese Weise können sich die „medicanti“ als gestandenes und gleichsam junges
Orchester präsentieren und haben beste Voraussetzungen, dies in gleicher Weise in den
nächsten 25 Jahren fortzuführen.
Ulf Winkler
25 Jahre
25 Jahre medicanti in Dresden – Konstanz
durch Wandel
Im Oktober 1986 trafen sich erstmals einige Studenten der damaligen Medizinischen Fakultät
Dresden zum gemeinsamen Musizieren. Junge
Leute wollten ihre in der Kindheit erworbenen
musikalischen Interessen und Fähigkeiten pflegen und erweitern. Unter Leitung und Anleitung von Musikstudenten formte sich so über
mehrere Jahre ein Kammerorchester mit einem
durchaus annehmbaren musikalischen Anspruch und erkämpfte sich einen Platz in der
reichen Kulturlandschaft Dresdens.
Die studentische Mitgliedschaft bedingte
eine hohe Fluktuation in der Besetzung. So
kristallisierte sich eine gewisse, zum Teil heute noch bestehende Stammbesetzung heraus,
die flankiert wurde durch immer wieder wechselnde neue Mitglieder, längst nicht nur aus
Foto: Ulf Winkler
17
Orchesterjubiläen
Kuriosum
20 Jahre
20 Jahre Greizer Collegium musicum e.V.
Die Gründung unseres Vereines am 15.06.1992
war gewissermaßen die Fortsetzung einer
langen Tradition von Collegii musici der thüringischen Park- und Schlossstadt Greiz.
Schon in der Mitte des 18. Jahrhunderts
bat Johann Gottfried Donati, seinerzeit Organist und Stadtschreiber zu Greiz, die Grafen
zu Unter- und Obergreiz um Erlaubnis, ein
solches Collegium musicum gründen zu dürfen. Die beiden galten als besondere Kenner
und Beschützer der „lieben Musik“, was wohl
zum Erfolg der Unternehmung führte.
Etwa 200 Jahre später machte wieder
ein Collegium musicum von sich Reden,
welches unter Leitung von Kurt Schwerdtfeger, zusammen mit dem Chor der damaligen
Theodor-Neubauer- Oberschule, Chor- und
Orchestermusik im Bereich des Laienmusizierens aufführte.
Dabei war immer das gemeinsame Musizieren von Berufs- und Laienmusikern die
treibende Kraft, um anspruchsvolle Werke
mit Begeisterung und auf hohem Niveau aufführen zu können. Dieser semiprofessionellen
Arbeit haben auch wir uns von Anfang an
verschrieben. Obwohl von der Besetzung her
als Kammerstreichorchester aus ehemaligen
Absolventen der Musikschule „Bernhard Stavenhagen“ Greiz und anderen Musikliebhabern gegründet, von Musikpädagogen geleitet
und unterstützt, haben wir das Musizieren
in erweiterter Besetzung, unter Mitwirkung
von Gesangs- und Instrumentalsolisten sowie Chören, stets als ein Erfordernis gesehen, um unseren Ansprüchen bezüglich der
Werkswahl gerecht zu werden. Schließlich
entspricht es auch unserem Vereinszweck,
durch deren Einbeziehung das Kulturleben in
der Region zu bereichern, was hauptsächlich
durch die Pflege der barocken und klassischen
Musik auf dem Gebiet der sakralen und profanen Kammermusik geschieht.
Die Fortsetzung finden Sie im Internet unter:
bdlo.de/zeitschrift/archiv – „we apologize for
any inconvenience...“
Orchesterjubiläen
«Unentbehrliches Hülfsmittel»
Ein mechanischer Gelenkigkeitsmacher versprach einst große Zeitersparnis beim Üben.
– Fund eines Kuriosums!
Folgenden Fund wollen wir unseren geneigten Leserinnen und Lesern nicht vorenthalten und danken deshalb dem Autor und
der Schweizer Musikzeitung sehr für ihre Wiederabdruckserlaubnis dieses Artikels aus der
SMZ-Ausgabe 10/2011, S. 29.
Schon das Konzert, das dieses Gerät
ans Licht brachte, war nicht ganz alltäglich.
Peter Klaus dirigierte das Kammerorchester
Schöftland aus Anlass des zwanzigjährigen
Bestehens der Brockenstube des gemeinnützigen Frauenvereins, Titel des Konzerts:
«Musikalischer Flohmarkt». Dabei wurde ihm
– aus dem Fundus der Brockenstube – eine
seltsame Apparatur geschenkt, auf den ersten Blick eine Art Folterinstrument für die
Hände mit komplizierter Exzentermechanik.
Es handelte sich um einen Gelenklockerer,
entwickelt vom Tüftler Ernest Burdet, der
um die Verbreitung des Instrumentalspiels
bemüht war, gebaut in Yverdon, 1931 an der
Mustermesse Basel vorgestellt.
Durch Kurbeldrehung wird die Maschine
in Gang gesetzt und bewegt dabei die Finger.
Fingerübungen mit dem Gelenklockerer
18
Die ebenfalls erhalten gebliebene Gebrauchsanweisung preist das Gerät mit folgenden
Worten an: «Übungs-Apparat zur Kräftigung, Beweglichkeit und Unabhängigkeit
der Finger der linken Hand und des Standgelenks der rechten Hand. Unentbehrliches
Hülfsmittel für alle Geigenspieler, Cellisten,
Klavierspieler, Instrumentenspieler und Dactylographen. Warum sich stundenlang abmühen und seine Nachbarschaft belästigen,
wenn Sie mit dem Gelenkigkeitsmacher(!)
Burdet in 5–10 Minuten Ihre mühevollen
täglichen Übungen erleichtern können. Berufsgeiger: erspart 1 1/2 Stunden täglicher
Fingerübungen ...»
Der Preis von 75 Franken war vermutlich
für die damalige Zeit eine stolze Summe. Ein
Inlandbrief wurde mit ca. 10 Rappen frankiert, der Mietkauf einer Schülergeige kostete
bei einem einjährigen Kaufvertrag 12 Franken
pro Monat, d. h. der heutige Preis dieses Gerätes wäre gut und gerne auf das Zehnfache
zu veranschlagen. Wer konnte sich so etwas
überhaupt leisten?
Und schließlich wäre die Nützlichkeit
beziehungsweise Schädlichkeit aus medizinischer Sicht unbedingt zu prüfen! Gedanken
zum Schicksal Robert Schumanns kommen
zwangsläufig auf...
Peter Klaus
Europäisches Orchestertreffen in Tallinn
von Frauke Peuker-Hollmann
Das von der Europäischen Föderation der
Amateurorchester (EOFed) alle drei Jahre veranstaltete europäische Orchesterfestival fand
dieses Jahr vom 27. April bis zum 1. Mai in
Tallinn (Estland) statt. Es handelte sich um
das neunte Festival dieser Art, an dem wiederum Vertreter aus Ländern, die bisher noch
nicht am Festival beteiligt waren, begrüßt
werden konnten, nämlich aus Irland, Finnland
und Kroatien.
Deutsche Teilnehmer zum Europäischen
Orchesterfestival in Tallinn:
Das Festival ist cool.
Es war interessant, mit einem anderssprachigen Dirigenten ein Werk einzustudieren.
Ich habe noch nie so viele Musiker in einem
Haus gesehen – Musiker aus ganz Europa.
Die Veranstaltung war zu großen Teilen
vom estnischen Amateurorchesterverband
mitorganisiert worden, und zwar mit bemerkenswertem Enthusiasmus, wobei sich dessen Präsident Jüre-Ruut Kangur nicht nur als
hervorragender Leiter des Estonia Youth Symphony Orchestra präsentierte, sondern auch
als erstklassiger Organisator.
Man kann sich mit allen verständigen, auch
ohne die gleiche Sprache zu sprechen.
Ich wäre nie selber auf die Idee gekommen,
nach Tallinn zu fahren.
Den Ausrichtern des Festivals war es
gelungen, die Veranstaltung zu einem prägenden Ereignis für Tallinn zu gestalten. Jeden
Abend fanden in mehreren großen Kirchen
und historischen Gebäuden Konzerte der Orchester vor begeistertem Publikum statt, gekrönt von einem Open-Air-Abschlusskonzert
auf dem Freiheitsplatz der Stadt, das wegen
der Kälte (11° C trotz wolkenlosem Himmel)
Impressionen vom Abschlusskonzert | Foto: Helge Lorenz
schon eine gewisse Ausdauer des Publikums
voraussetzte.
Aus Deutschland nahmen als Gesamtorchester das Jugendorchester Altensteig und
die Dellbrücker Symphoniker am Festival teil,
sowie einige kleinere Gruppen aus anderen
BDLO-Orchestern, die größte davon aus dem
Münchener Behördenorchester.
Es ist fantastisch, dass über alle Grenzen
hinweg gemeinsame Musik möglich ist.
Für den Zusammenhalt des Orchesters ist
die Reise ideal.
Die Dellbrücker Symphoniker schlossen
sich für das Abschlusskonzert mit dem norwegischen Orchester aus Tromsö zusammen
und beeindruckten das Publikum mit Filmmusiken aus „Harry Potter“ und „Piraten
der Karibik“, während das Jugendorchester
Altensteig mit der Carmen-Fantasie von Sarasate (mit der 17-jährigen Katharina Rühle als
virtuoser Solistin) und einem Satz aus Haydns
C-Dur-Cellokonzert (mit dem jungen Solisten
Valentin Harr) glänzte.
Neben den Konzerten der vollzählig angereisten Orchester fanden insgesamt neun
Workshops statt, die aus den Teilnehmern
19
bunt gewürfelt zusammengestellt wurden:
Ein Barockmusik-Workshop, zwei mit Musik der Wiener Klassik, zwei mit Sätzen aus
Dvorák-Sinfonien, darüber hinaus ein Blasinstrumenten-Workshop, ein Workshop mit
estnischer Volksmusik unter der Leitung des
jungen estnischen Dirigenten Risto Joost,
wobei die beim Open-Air-Konzert dargebotenen Polkas und Flatfootwaltzes beim Publikum besonders gut ankamen, ein Workshop
für Jazzimprovisation unter Leitung eines finnischen Jazzgeigers. Und nicht zuletzt gab es
zum ersten Mal auch einen „Composer in residence“, Marco Schädler aus der Schweiz, der
mit seiner Gruppe eine während des Festivals
auf improvisatorische Art entstandene neue
Komposition vorstellte.
Auf ein besonderes Highlight während
des Begrüßungskonzerts am 27. April sei
noch besonders hingewiesen: Der international bekannte estnische Dirigent Neeme Järvi,
der als Patron des Festivals gewonnen werden konnte, ließ es sich nicht nehmen, das
estnische Jugendorchester mit einer Komposition über eine estnische Melodie von Heine
Eller (1887-1970) selbst zu dirigieren – eine
beeindruckende Vorstellung!
Bleibt noch nachzutragen, dass das nächste Festival dieser Art im Jahr 2015 in Irland
geplant ist.
International
gut zu wissen (ii)
von Joachim Conradi
Der Mitgliederzugang in der Homepage
www.bdlo.de
Wer mag sie schon, die Paßwörter für Bankkonten, für ebay, für die Deutsche Bahn, für
diverse Foren, persönliche Lieferanten und
und ... ja auch beim BDLO brauchen Sie als
Mitglied Zugangsdaten für den geschützten
Bereich.
Wofür? Nun, viele wissen nicht, daß die
Mitgliedsorchester zahlreiche Möglichkeiten
haben, die Homepage www.bdlo.de für die Präsentation ihres eigenen Orchesters zu nutzen.
Das ist besonders für Ensembles interessant,
die keinen eigenen Web-Auftritt unterhalten
oder deren Website „verwaist“ ist (was leider
häufiger vorkommt). Darüber hinaus eröffnet
der Mitgliederzugang vertiefende Informationen, vor allem im Online-Notenkatalog, die
Ihnen Rätselraten oder zeitaufwendige Rückfragen in die Geschäftsstelle oder Notenbibliothek des BDLO ersparen können. Es lohnt sich
also, die Zugangsdaten parat zu haben.
Welcher „Mehrwert“ steckt hinter dem Mitgliederzugang?
1. Einsicht in Ihre beim BDLO gespeicherten
Daten
• Sie können jederzeit erfahren, welche
Daten über Ihr Orchester beim BDLO gespeichert sind, also nicht nur Name, Ort und Mitgliederzahl und ob eine Einzugsermächtigung
beim BDLO vorliegt, sondern auch alle persönlichen Adressen, die von Ihrem Orchester
dem BDLO gemeldet wurden. Darunter kön-
gut zu wissen
nen sich längst überholte Namen und Anschriften befinden – die BDLO-Geschäftsstelle ist auf Ihre Mithilfe bei der Aktualisierung
angewiesen.
• Auf dem „Datenblatt“ Ihres Orchesters
befinden sich darüber hinaus alle Buchungsvorgänge der letzten ein bis zwei Jahre einschließlich etwaiger offener Rechnungen des
BDLO. Der Finanzminister Ihres Orchesters
kann anhand dieser Aufstellung die Abbuchungen durch den BDLO besser aufschlüsseln und etwa fehlende Rechnungen gezielt
anfordern.
2. Gestaltung Ihrer Präsenz auf der BDLOHomepage
• Stellen Sie Ihre bevorstehenden Konzertveranstaltungen in den „Konzertkalender“ ein! Das Erfassungsformular bekommen
Sie online am Bildschirm präsentiert.
• Fügen Sie Ihrem Namen im Mitgliederverzeichnis (=> Adressen und Links =>
Mitgliedsorchester) einen Info-Text (i-Punkt)
hinzu mit einer kurzen Selbstvorstellung oder
mindestens mit den Kontaktdaten Ihres Orchesters.
• Nutzen Sie die „Pinwand“ für eigene
Einträge, also Kleinanzeigen und ähnliche Bekanntmachungen.
3. Erweitertes Informationsangebot
• Im Online-Notenkatalog bekommen
Sie nach dem Einloggen wesentlich mehr Informationen als der anonyme Besucher der
BDLO-Homepage. Sie können genau feststellen, ob ein gesuchtes Werk in unseren Biblio-
20
theken vorhanden oder ob es „nur“ beschaffbar ist, auch können Sie sich in vielen Fällen
über Kauf- oder Mietmöglichkeiten informieren (mit Angabe des zuständigen Verlags). In
nicht ferner Zukunft stoßen Sie vielleicht auch
auf Ansichtspartituren, die Sie direkt am Bildschirm einsehen können.
• Im Bereich „Infos / Downloads“ finden
Sie zahlreiche Merkblätter, die Sie nur nach
dem Einloggen herunterladen können, z.B.
zur GEMA, zur VG Musikedition, zur Künstlersozialversicherung etc. Auch gibt es hier
die neuesten „Novelletten“ (= „Newsletter“)
des BDLO und die Vorlagen und Beschlüsse
der letzten Mitgliederversammlung.
• Ebenfalls im Download-Bereich (unter
„Dienstleistungen“) können Sie sich ein komplettes Verzeichnis der in den BDLO-Bibliotheken vorhandenen Noten herunterladen
– sicher ein sinnvolles Präsent für Dirigenten,
die nicht bereit sind, ständig am PC und im
Internet zu hängen.
• Im Mitgliederverzeichnis unter „Adressen und Links“ bekommen Sie zu allen Orchestern eine Mail-Adresse (falls vorhanden)
angezeigt und können so direkten Kontakt
aufnehmen.
Um die genannten Möglichkeiten zu nutzen,
brauchen Sie kein Experte zu sein. Für Ungeübte mögen die einzelnen Zugangswege
manchmal nicht leicht erkennbar sein. Deshalb gibt es in der BDLO-Homepage unter
„Hilfe/FAQ“ erschöpfende technische Anleitungen insbesondere zum „Füttern“ der
Homepage mit Ihren Daten.
Wie kommen Sie zu den Zugangsdaten
für Ihr Orchester? Schreiben Sie eine Mail an
[email protected], auch wenn sich die Zugangsdaten nicht mehr auffinden lassen oder wenn
sie scheinbar ungültig sind.
Der Mitgliederzugang bietet allerdings
kein Mail-Formular für Mitteilungen an den
BDLO oder für Notenbestellungen. Dafür verwenden Sie bitte Ihr gewohntes E-Mail-Programm. Dann sind Sie sicher, jederzeit leicht
nachvollziehen zu können, was Sie wann an
wen geschrieben haben.
Aus den Landesverbänden
Bayern
20 Jahre Celloensemble
Eine Idee, die beim abendlichen Beisammensein nach den Anstrengungen eines Orchesterseminars im Bierkeller der Musikakademie
Marktoberdorf entstand, feierte am 4.3.2012
ihr 20-jähriges Jubiläum: das Celloensemble
des bayerischen Landesverbandes. Von einigen Enthusiasten auf den Weg gebracht,
entwickelte sich das Celloensemble des LBLO
zu einer erfolgreichen Formation, deren Mitglieder sich in regelmäßigen Abständen zu
Wochenendseminaren treffen, um unter der
Leitung eines fachkundigen Dozenten die
vielfältige (meist aus Bearbeitungen bestehende) Literatur für mehrere Celli zu pflegen.
Die klanglichen Ergebnisse der letzten Zusammenkunft konnten am ersten Märzsonntag
2012 bewundert werden, eine eindrucksvolle
Mischung aus Kompositionen verschiedener
Epochen, die unter der kundigen Leitung von
Gabriele Bergmann dem aufmerksamen Publikum zu Gehör gebracht wurden. Dass es dem
Ensemble auch nicht an Nachwuchs fehlen
wird, zeigte sich, als zwei Schülerinnen aus
der Streicherklasse des Marktoberdorfer Gym-
nasiums ein Celloduett sehr gekonnt vortrugen. Die Streicherklasse des Gymnasiums wird
seit ihrem Entstehen vom LBLO gefördert – so
wurden der Klasse beispielsweise einige Leihinstrumente zur Verfügung gestellt. An dieser Stelle sei auch dem Leiter und Begründer
der Streicherklasse, Stephan Dollansky, Dank
gesagt für seine verdienstvolle Nachwuchsarbeit.
Ganz besonderer Dank aber gebührt dem
langjährigen Projektleiter und Organisator
des Celloensembles, Thomas Ritschel, der
diese Tätigkeit hoffentlich noch lange fortsetzen wird.
Frauke Peuker-Hollmann
Kein Geld für Noten? Wir helfen! – Auch
2012 Zuschüsse für Mitgliedsorchester
Nachdem der Landesverband Bayern im vergangenen Jahr über 25.000 Euro als allgemeinen Zuschuss an seine Einzel-Orchester auf
deren Anträge ausgeben konnte, steht auch
für das Jahr 2012 wieder eine ähnlich bedeutende Summe zur Verfügung. Zuschüsse
Foto: Karin Grohmann
21
können beantragt werden für Notenbeschaffungen, als Hilfe für den Aufführungsschwerpunkt „Moderne Musik“, für Mangelinstrumente u.a.
Der Landesverband Bayern weist auf die
weiterhin bestehenden Fördermöglichkeiten
hin und bittet seine Mitgliedsorchester, die
Zuschussanträge termingerecht bis zum 20.
Oktober 2012 an die Geschäftsstelle in München einzureichen. Voraussetzung für die Bezuschussung ist, dass das Einzelorchester als
gemeinnützig anerkannt ist. In der Regel sind
alle unsere Orchester gemeinnützig. Es reicht
aber für die Bezuschussung nicht aus, wenn
sich das Orchester selbst als „gemeinnützig“
zu erklären versucht. Vielmehr muss dem
Orchester die Gemeinnützigkeit vom zuständigen Finanzamt bescheinigt worden sein.
Also: An das Finanzamt schreiben und die
Bescheinigung für die Gemeinnützigkeit des
Orchesters beantragen (dazu muss man nicht
unbedingt ein eingetragener Verein sein). In
der Regel reicht die Zeit bis zum Zuschusstermin noch aus, eine solche Bescheinigung zu
erlangen, wenn Sie jetzt gleich an Ihr Finanzamt schreiben.
Näheres ist auch auf der web-Seite des
Bayerischen Musikrates www.musikinbayern.
de unter „Forum der Verbände“ nachzulesen,
wo das Staatsministerium für Wissenschaft,
Forschung und Kunst (StMWFK) eine Erläuterung dazu veröffentlicht hat.
Dirigentenzuschuss – Vergessen Sie
auch nicht, ebenfalls bis zum 20. Oktober
2012 Ihren Antrag für den Dirigentenzuschuss einzureichen, dessen Bewilligung an
die Bedingungen „Gemeinnützigkeit“ und
„Dirigenten-Prüfungsnachweis“ geknüpft ist.
Die Antragsformulare gingen den Orchestern
in Bayern mit dem ersten Jahresrundschreiben 2012 zu. Im Vorjahr konnte als Dirigentenzuschuss auf Antrag die Summe von über
12.000 Euro ausgeschüttet werden. Für alle
Zuschussarten benötigt der LV die ausgefüllten Erhebungsbögen (vom ersten Jahresrundschreiben) nach München zurück, wobei
ein hoher wahrheitsgemäßer Jugendanteil im
Orchester sich positiv auswirkt.
Aus den Landesverbänden
Bayern (Forts.)
Neue Zuschussform: Alt und Jung – Wir
wollen aber in unseren Orchestern auch die
Zusammenarbeit zwischen den Generationen
besonders fördern. Geben Sie einer jungen
Solistin / einem jungen Solisten die Chance,
mit Ihrem Orchester zu musizieren! Dafür
können Sie einen Zuschuss beim LV Bayern
beantragen, der als Anfangsbezuschussung
nach Maßgabe des Haushaltes zwar nicht
sehr hoch sein kann, aber doch seine Wirkung nicht verfehlen wird. Somit können auch
Orchester mit älteren Mitgliedern der Jugend
eine Chance geben. Machen Sie mit – es
könnte auch Ihr Enkel davon profitieren!
Internationale musikalische Begegnungen – Sollten Sie im Jahre 2013 eine Konzertreise ins Ausland planen oder den Gegenbesuch von einem Orchester aus dem Ausland
erwarten, stellen Sie einen entsprechenden
Antrag für das Jahr 2013. Antragsformulare
laden Sie bitte von www.musikinbayern.de
herunter und senden Sie den Antrag an den
LV Bayern in München.
Bei Rückfragen beraten wir Sie gerne.
www.liebhaberorchester-in-bayern.de
Kammermusik-Seminar vom 17. bis 21.
Februar 2012 in Marktoberdorf
Das Kammermusik-Seminar des LBLO, das jedes Jahr in der Faschingszeit in Markoberdorf
stattfindet, erfreute sich auch in diesem Jahr
großer Beliebtheit. Es stand wieder unter der
Schirmherrschaft von Frau Angelika Schorer,
Mitglied des Bayerischen Landtags.
Neun Kammermusikgruppen hatten sich
angemeldet. Drei Klavierquartette, zwei Klaviertrios, drei Streichquartette und ein Streichduo waren nach Marktoberdorf gekommen.
Hier übten sie von Freitagabend an bis zu
acht Stunden täglich. Sie wurden unterstützt
und beraten von den sachkundigen und erfahrenen Dozenten Magdalene Kautter, Ulrich
Birnbaum, Georg Eckle, Thomas Noichl und
Hartmut Tröndle.
Alle Gruppen hatten sich ein anspruchsvolles Programm vorgenommen und Dank
guter Vorbereitung, großem Engagement
und geduldiger Unterstützung durch die Dozenten ein bemerkenswertes Ergebnis erzielt.
Ein gelungenes Abschlussvorspiel mit viel
Applaus und bewundernder Anerkennung
von den Teilnehmern des Orchesterseminars
Bayerischer Faschings-Salon, das zur selben
Zeit in Marktoberdorf stattfand, bildete den
krönenden Abschluss der stundenlangen
Übungen. So konnte Projektleiterin Ulrike
Stickelbrocks wieder auf eine gelungene Veranstaltung zurückblicken.
Es war aber nicht nur eine Zeit der Arbeit. Es gab auch Gelegenheit, die Landschaft bei ausgedehnten Spaziergängen mit
Freunden und Mitspielern während der Mittagspause zu genießen. Abends traf man
sich mit den Musikern der anderen Gruppen
und der Orchesterspieler des Bayerischen
Faschings-Salons im Bierstüberl zum Gedankenaustausch und zum gemütlichen
Beisammensein.
Beim Abschied nahmen sich alle vor:
Nächstes Jahr sehen wir uns wieder vom 8.
bis 12. Februar 2013 zum Kammermusik-Seminar oder zum Faschings-Salon des LBLO in
Marktoberdorf.
Erfolgreiches Kontrabass-Seminar im Bayerischen Wald
Sechs Kontrabassisten aus Niederbayern,
Oberbayern und Oberfranken genossen bei
strahlendem Frühlingswetter im BegegnungsHaus-am-Weg in Langfurth bei Schöfweg im
Bayerischen Wald das Seminar-Wochenende
16.-18. März 2012 unter der guten organisatorischen Projektleitung von Dr. Günther
Zimmermann.
Mit ihrem Dozenten Karl Sacher, einem ehemaligen Solo-Bassisten der Bamberger Philharmoniker, wurden in Einzel- und Gruppenunterricht Problemstellen aus von den Teilnehmern
mitgebrachten Noten studiert und bearbeitet.
Alle sahen darin einen wertvollen Beitrag für
ihre Arbeit in den heimatlichen Ensembles und
für ihre kammermusikalischen Aktivitäten, und
sie wünschten sich auch für nächstes Jahr eine
Wiederholung des Seminars.
Aus den Landesverbänden
Beate Kranz, Dozent Georg Eckle, Anke Schulz, Ulrich Weber und Bibra Juncker-Knowles | Foto: Ulrike Stickelbrocks
22
Baden-Württemberg
Kammerorchester Metzingen
Familienkonzert mit Schweinchen-Story
Die Hochzeit zweier Schweine, bei der sich das
Brautpaar und die Gäste ihre Festtagskleidung
selbst auf das Borstenfell malen – das ist die
Geschichte des Kinderbuches von Helme Heine
„Na warte, sagte Schwarte“. Der Autor feierte
2011 seinen 70. Geburtstag. Der Stuttgarter
Komponist Andreas Tarkmann hat ein pfiffiges
und flottes Musikstück dazu komponiert.
Das Metzinger Kammerorchester wurde
in seinem Familienkonzert mit der Schweinchen-Story im Oktober 2011 durch ein furios
auftretendes Blechbläser-Quintett vergrößert: Die Stadtkapelle Metzingen stieg wieder
mit ein ins Konzertgeschehen und schickte
einige ihrer Mitspieler, darunter ihren Chef,
Stadtkapellmeister Bruno Seitz. Erzählt wurde die Geschichte vom Komponisten selbst!
Ein Kinderchor unter der Leitung von Petra
Blaich sang das „Lied von den glücklichen
Schweinen“ mit Kindern und Eltern aus dem
Publikum.
Berlin-Brandenburg
Zu sehen waren die Schweinchen einen
Monat lang vor dem Konzert im Schaufenster der Buchhandlung Stoll in der Schönbeinstraße: dort thronten sie im Stroh auf
ihrer Kiste! Gestaltet waren sie aus Ton
und Pappmache von Kindern in der „KiWi
– Kunst in der Werkstatt integrativ Metzingen“ unter der Leitung von Christine
Thomas.
Im etwa einstündigen Familien-Herbstkonzert des Kammerorchesters Metzingen
wurden weitere Musikstücke geboten, bei
denen sich die beteiligten Instrumente vorstellen konnten: die Streicher etwa mit Mozarts „Kleiner Nachtmusik“, der berühmten
Air von Bach und „Plink, Plank, Plunk!“ von
Anderson, das Schlagzeug und auch das
Blechbläser-Quintett unter Anderem mit
„That´s a Plenty“ von Pollack.
Das ausverkaufte Konzert fand statt am
Sonntag, den 16. Oktober 2011 um 17 Uhr in
der Stadthalle Metzingen. Die Leitung hatte
Oliver Bensch.
Susanne Kohler
Wie begeistert man Kinder für klassische
Musik?
Konzentration pur | Foto: Frank Siegmeier
Man nehme ein, zwei Gruselgeschichten von
Edgar Allan Poe, gelesen von der Schauspielerin Bettina Mahr, und einige Filmmusiken
aus spannenden Filmen wie „Der Weiße Hai“,
„Psycho“ und „Dracula“ und schon hat man
auch junge Leute in den Bann sinfonischer
Musik gezogen – so geschehen im Februar dieses Jahres bei den Probenarbeiten und
Gruselkonzerten des Sinfonieorchesters Collegium musicum Potsdam.
Mit zwei Projekten, die sich um das Gruselkonzert rankten, lud das Sinfonieorchester
Collegium musicum Potsdam unter der Leitung von Dr. Knut Andreas Schülerinnen und
Schüler von Potsdamer Schulen ein, das Orchester bei seinen Proben und Konzerten zu
begleiten. Im Rahmen des Musikunterrichts
besuchte eine siebte Klasse des Potsdamer
Humboldt-Gymnasiums eine der Orchesterproben. Für den Besuch bereiteten die Schüler
Fragebögen vor, um die Musiker in Interviews
zu ihrer Arbeit im Orchester zu befragen. Darüber hinaus erhielten sie Beobachtungsaufgaben zum Ablauf einer Orchesterprobe. „Für
Gute Werbung geht neue Wege | Foto: Christine Thomas
23
Aus den Landesverbänden
Berlin-Brandenburg (Forts.)
Mecklenburg-Vorpommern
viele Schüler ist das nicht nur die erste Begegnung mit klassischem Musikmaterial, sondern
vor allem die erste Gelegenheit, Instrumentalisten hautnah zu erleben. Sie erleben diese
ungewöhnliche Stunde Musikunterricht nicht
aus der Zuschauerperspektive, sondern sitzen
verteilt im Orchester“ (Potsdamer Neueste
Nachrichten, 15.02.2012). Einige Schüler probierten Instrumente aus und manche blieben
weit über das „Soll“ hinaus bis zum Ende der
Orchesterprobe am späten Abend. Das war
Musikunterricht im wirklichen Leben.
Den jungen Nachwuchs – sei es als Zuhörer oder als ausführende Musiker – zu fördern,
ist stets ein Anliegen des Sinfonieorchesters
Collegium musicum Potsdam. So kooperierte
das Orchester mit dem Jungen Orchester des
Helmholtz-Gymnasiums Potsdam, das aus
Schülern der 6. und 7. Klassen dieser Schule besteht. Gut vorbereitet durch ihren Musiklehrer Frank Siegmeier mischten sich die
jungen Musiker unter die Orchestermusiker,
probten mehrmals mit ihnen und konnten
erstmals in einem Sinfonieorchester mitwirken und nebenbei noch eine Menge lernen.
Man war sich schnell einig, dass diese Zusammenarbeit noch in diesem Jahr fortgesetzt
werden sollte.
In den vergangenen Jahren brachte das
Sinfonieorchester Collegium musicum Potsdam bereits zahlreiche Kinderkonzerte zu
Gehör, die vom jungen Publikum stets sehr
gut angenommen wurden. So stand u. a. das
musikalische Märchen „Peter und der Wolf“
von Sergej Prokofjew ebenso auf dem Programm wie Carl Nielsens „Aladdin-Suite“,
die das gleichnamige Märchen (gelesen von
Bettina Mahr) musikalisch umrahmte. In Zusammenarbeit mit der Kreismusikschule Potsdam-Mittelmark „Engelbert Humperdinck“
war im Dezember 2011 die Kinderoper „Hänsel und Gretel“ zu erleben – auf der Bühne
junge Schülerinnen und Schüler der Kreismusikschule. Das nächste Kinderkonzert im Juni
2012 widmet sich ganz dem Flöte-spielenden
preußischen König Friedrich II., dessen 300.
Geburtstag in diesem Jahr gefeiert wird.
Ulrike Prasuhn
Der 2010 neu gegründete Landesverband der
Liebhaberorchester in Mecklenburg-Vorpommern lud im selben Jahr zu einem Streicherprojekt mit musikalischen Kostbarkeiten im
Einzugsbereich von Schwerin ein. Mehrere
Probenabende in größeren Abständen mündeten in zwei Konzerte. Ein Ziel war auch die
Einbindung von Einzelmusikern und Musikschülern im Sinne von Nachwuchsarbeit. Von
25 Teilnehmern gehörten dann auch immerhin
sieben nicht einem BDLO-Mitgliedsorchester
an. Die durchweg sehr guten Rückmeldungen
ermutigten den Vorstand zu einem etwas
größer angelegten Projekt im vergangenen
Jahr. Dirigent Wolfgang Friedrich (Schwerin)
suchte Werke mit Holzbläsern, Schlagzeugern, Waldhörnern und Solisten heraus, die
von 35 Liebhabermusikern und Musikschülern
umgesetzt wurden, davon 14 ohne BDLOAnbindung. Mit einem Ausschnitt dieses
Programms beteiligte sich das Projektorchester auch am Landesorchesterwettbewerb, der
in Greifswald ausgetragen wurde. Für die beiden Konzerte am Ende der Arbeitsphase Anfang November entschied der Vorstand, aus
bereits gesuchten Namensvorschlägen einen
auszuwählen: Das Landesamateurorchester
MV wurde aus der Taufe gehoben.
Aus den Landesverbänden
Holzbläser bereicherten das Klangbild im vergangenen Jahr
Foto: Volker Schubert
24
Für die Planung der Arbeitsphase des Landesamateurorchesters MV in diesem Jahr gab
es nach den Erfahrungen der letzten Jahre klare Prämissen:
• Statt weit auseinander liegender Probentage
mit teilweise stark schwankender Beteiligung
wird eine kompakte Arbeitsform an einem
verlängerten Wochenende angestrebt.
• Mit einem deutlich anspruchsvolleren Programm hoffen wir Mitspieler zu gewinnen, für
die die vergangenen Projekte musikalisch uninteressant waren.
• Um die Effektivität der Probenarbeit anzuheben, setzen wir Dozenten als Stimmführer
und als Registerprobenleiter ein.
• Durch die Auswahl eines Probenortes
in Vorpommern (Greifswald) will sich der
Landesverband mit seinem Projekt deutlich
stärker als bisher auch im Osten des Bundeslandes präsentieren.
• Durch Einladungen per Flyer an alle 22
Musikschulen des Landes und an die Universitätsorchester in Rostock und Greifswald
hoffen wir, Ensembles auf das Projekt aufmerksam zu machen, die bisher (noch) nicht
dem BDLO angehören.
• Die Mitwirkung von Mitspielern aus anderen
Bundesländern ist ausdrücklich erwünscht.
• Mit einem Konzert in Greifswald soll die
Arbeitphase öffentlichkeitswirksam und (hoffentlich) eindrücklich abgeschlossen werden.
• Die notwendigen Teilnahmegebühren und
Kosten für Übernachtung und Verpflegung
sollen moderat gehalten werden.
Im Moment läuft die Ausschreibung. Erste
Anmeldungen sind eingegangen, und es bleibt
abzuwarten, wie die Musikfreunde aus Mecklenburg-Vorpommern und den angrenzenden
Bundesländern auf dieses Angebot reagieren.
Risiko und Chance liegen wie so oft dicht beieinander, aber ohne Wagnis gibt es in aller
Regel auch keinen Gewinn. Die Hanse- und
Universitätsstadt Greifswald präsentiert sich
jedenfalls als musikalische Hochburg mit gut
rekonstruierter Altstadt und wartet auf ihre
musizierfreudigen Gäste.
Volker Schubert
Nordrhein-Westfalen
Ohne Ehrenamt keine Laienmusik! – Ulrich
Kaiser gibt nach 32 Jahren den Vorsitz des
Instrumental-Vereins Wuppertal an seinen
Nachfolger ab
Diese Überschrift mag etwas eigenartig sein,
denn als engagierte Amateurorchesterspieler
sagen wir erst einmal: Wichtig ist, dass ich
mein Instrument und meine Orchesterstimme beherrsche. Alles andere ist nachrangig.
Richtig, das ist die Baustelle Nummer eins.
Aber dann folgt sogleich die Baustelle Nummer zwei: Wie kriegen wir das hin, dass wir
gemeinsam ein Orchesterkonzert auf die
Beine stellen? Da braucht es Leute, die das
organisieren! Und so landen wir beim Ehrenamt, ohne das nichts geht in diesem Land,
wie inzwischen auch die Politik bemerkt hat,
denn sonst würde sie nicht regelmäßig dafür
werben. Genau das hat bereits vor 32 Jahren Ulrich Kaiser erkannt und übernahm den
Vorsitz des Instrumental-Vereins Wuppertal,
eines Orchesters, das seit dem Jahr 1830 Erfahrungen mit dem Ehrenamt hat. Er sorgte
dafür, dass das Orchester weiterhin einen der
langen Orchester-Tradition gemäßen Platz in
der Wahrnehmung der Wuppertaler Bürger
hat. Er initiierte Konzerte, die Wuppertaler
Nachwuchstalente integrierten, wie in der
Vergangenheit Pina Bausch und Siegfried Palm
(die heutigen Nachwuchstalente müssen sich
natürlich noch beweisen...), man wählte Konzertorte wie die historische Stadthalle und
sorgte so dafür, dass der Instrumentalverein
präsent war und ist. Das war ihm aber noch
nicht genug, so engagierte er sich als Kassenprüfer beim Bundesverband der deutschen
Liebhaberorchester und später auch beim
Landesverband der Liebhaberorchester NRW.
Das zeigt, dass ihm die finanzielle Seite der
Vereine immer sehr vertraut war. Der Instrumental-Verein Wuppertal hatte in der „Ära
Kaiser“ auch nie über grundlegende finanzielle Probleme zu klagen – Ulrich Kaiser hat ein
Händchen für eine solide Vereinsfinanzierung.
Seine vielfältigen Aktivitäten für das Orchester
und auch für den Beitrag im Wuppertaler Kulturleben wurden schon in den vergangenen
Jahren hervorgehoben: Er wurde bereits mit
dem Bundesverdienstkreuz und mit der Ehrennadel des Bundesverbandes der deutschen
Liebhaberorchester ausgezeichnet und bekam
viele Dankesworte des Wuppertaler Oberbürgermeisters zum Konzert im März 2012, als er
den Vereinsvorsitz nun auch in aller Öffentlichkeit seinem Nachfolger Nikolaus Tschöpe
übergab. Das Orchester hat ihm den Dank
für seine Arbeit regelmäßig und auch zum
Abschluss übermittelt, in dem es ihn zum
Ehrenmitglied ernannte. Der Landesverband
NRW und auch der Bundesverband danken
ihm sehr herzlich für seine immer noch andauernde Bereitschaft, die Kassenprüfung zur
regelmäßigen Mitgliederversammlung durchzuführen!
Elisabeth Birckenstaedt und Nikolaus Tschöpe
Über eine Million Kilometer aus Liebe
zur Musik – Dirigent Prof. Peter Baberkoff
verabschiedet sich nach 38 Jahren vom
Studio-Orchester Duisburg
Wenn man Außenstehenden erzählte, dass
Prof. Peter Baberkoff seit 1987 für jede Probe des Studio-Orchesters Duisburg extra aus
Freiburg anreiste, so reichten die Reaktionen
von ungläubigem Staunen bis hin zum Ausruf: „Das ist ja verrückt.“ Und tatsächlich
muss man im positiven Sinne des Wortes
„verrückt“, genauer „musikverrückt“ sein, um
diese Strapaze jahrzehntelang immer wieder
auf sich zu nehmen: Aufstehen mitten in der
Nacht, Fahrt zum Bahnhof, Ausharren auf
zugigen Bahnsteigen, Hoffen, dass der Zug
auch pünktlich fährt, Ärgern, wenn dies aus
den unterschiedlichsten Gründen mal wieder
nicht der Fall ist. Und dann Fahren, Fahren,
Fahren. Hunderte von Kilometern pro Strecke,
aufs Ganze gesehen mehr als eine Million von
Kilometern für das Studio-Orchester Duisburg und für die Musik.
Seit 1974, 38 Jahre lang, war Prof. Peter
Baberkoff der künstlerische Leiter unseres Orchesters, eine schier unglaublich lange Zeit.
Mehr als drei Jahrzehnte lang profitierten wir
von seiner beeindruckenden Musikalität, seinem großen Wissen und seinem riesigen Erfahrungsschatz.
Geiger, Bratscher Dirigent und Komponist
Peter Baberkoff, 1929 in Russe (Bulgarien) geboren, hatte das Dirigieren bei Berühmtheiten
wie Hans Swarowsky gelernt und als Profigeiger und -bratscher unter so bedeutenden Dirigenten wie Antal Dorati, Karl Böhm, Rafael
Kubelik, Josef Knirps u.v.a. gespielt. Von 1987
bis 1997 war er Professor für Dirigieren an der
Musikhochschule Freiburg.
Als lebender Komponist konnte Peter
Baberkoff unserem Ensemble mehrere seiner
anspruchsvollen Kompositionen „auf den
Leib“ schreiben und mit ihm uraufführen.
Peter Baberkoff beherrschte also viele Seiten
der Musikpraxis und alle Tricks, wie man die
Meisterwerke der Musikgeschichte optimal
zum Klingen bringt und heikle Stellen unfallfrei überbrückt. Beseeltes Spiel ging ihm über
Studio-Orchester Duisburg, Foto: Michael Schaad
25
Aus den Landesverbänden
Nordrhein-Westfalen (Forts.)
alles, Präzision aber auch. Unermüdlich probte er mit uns, lange Zeit in mäßiger Übegeschwindigkeit, erst spät in der Projektphase
zog er das Tempo dann an. Schlampigkeiten
duldete er nicht und gab sich erst dann zufrieden, wenn wir wirklich am Limit unseres
Leistungsvermögens angelangt waren. Dass
diese Leistungsgrenze im Laufe der Jahre
und Jahrzehnte immer weiter nach oben geschraubt werden konnte, war das besondere
Verdienst Peter Baberkoffs.
Peter Baberkoff, Foto: Privatarchiv
Unvergessliche Konzerte, beeindruckende
Solisten, hohes Niveau
Was die schönsten gemeinsamen Erlebnisse
waren? Bei mehr als 70 Projekten und fast
200 Konzerten fällt es schwer, etwas herauszugreifen. Zumal für Peter Baberkoff ohnehin
immer klar war, welches Konzert das schönste und wichtigste sein würde, nämlich das
jeweils nächste.
Will man dennoch ein paar Höhepunkte
nennen, dann sind das der 1. Preis im Bundeswettbewerb der Amateurorchester, die
Auftritte bei den Rheinischen Musikfesten
und internationalen Musikfestivals, sowie die
Tournee nach China, mit sechs Konzerten
in den großen Konzerthallen von Peking,
Shanghai und anderen Metropolen. Unvergesslich auch die Begegnungen mit vielen
spannenden Solisten: der Pianistin Heidrun
Holtmann, dem jungen Frank-Peter Zimmermann, dem späteren Wagner-Sänger Albert
Aus den Landesverbänden
Dohmen, dem Geiger Christoph Schickedanz
sowie dem Konzertmeister der Berliner Philharmoniker Rainer Sonne, um nur einige wenige Namen zu nennen. Viele ehemalige Orchestermitglieder spielen heute in namhaften
deutschen und europäischen Ensembles, als
Solisten oder traten als Orchesterleiter eine
professionelle Karriere an.
Wenn es noch eines Beweises bedurft
hätte, dass die Musik ein perfektes WellnessProgramm für Körper, Geist und Seele darstellt, so ist Peter Baberkoff das beste Beispiel
dafür. Auch heute noch, im fortgeschrittenen
Alter, ist er nach Probenschluss der Fitteste
von uns allen, und man kann nur darüber
staunen, wie viel Energie er ausströmt und
auf uns Musizierende überträgt.
Abschied mit Brahms, Mozart und Debussy
Derzeit proben wir für unser letztes gemeinsames Konzert, mit der 1. Sinfonie von
Brahms, dem „Nachmittag eines Fauns“ von
Debussy sowie dem Flötenkonzert D-Dur
von Mozart. Schon über den Proben liegt ein
Hauch von Abschiedsschmerz. Wie wird das
erst bei unseren letzten beiden Konzerten
sein? Und bei der Abschiedsfeier danach?
Werden wir die richtigen Worte finden, um
Prof. Peter Baberkoff für achtunddreißig Jahre
intensiver, inniger Zusammenarbeit zu danken? Ist es überhaupt möglich, mit Worten
auszudrücken, was wir am Ende einer so langen Zeitspanne empfinden?
Ausgerechnet Victor Hugo, der große
Schriftsteller, zeigte sich skeptisch, was die
Macht des Wortes anbelangt und verwies ersatzweise auf eine höhere Instanz: „Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden
kann und worüber zu schweigen unmöglich
ist.“ Setzen wir also darauf, dass wir Peter Baberkoff unseren tief empfundenen Dank über
unser Musizieren auszudrücken vermögen.
Und egal wie die Geschichte des Studio-Orchesters weitergeht, so steht doch eines fest:
Peter Baberkoff erhält einen festen Ehrenplatz
in unseren Herzen und wir werden auf immer
auch „sein“ Orchester bleiben.
Christoph Bruckmann
26
Auf Konzerttournee durch das Reich der
Mitte – Das Hofgartenorchester Bonn
gastierte zum Jahreswechsel 2011/2012 in
sieben chinesischen Städten
04.01.2012: Konzertsaal von Hangzhou, China. Es ist 17.30 Uhr. Anspielprobe. Gerade
haben wir den Slawischen Tanz Nr. 8 von
Dvorak gespielt. „Das klingt im Moment noch
etwa so als habe eine Ziege auf die Wiese
geschissen“, urteilt unser Dirigent Prof. Gottfried Engels, der im Zuhörerraum gelauscht
hatte. Wir gucken ein wenig beleidigt. Hatten
wir den Dvorak nicht gerade genauso gut gespielt wie gestern im Konzert? Und war das
nicht aller Ehren wert gewesen?
Aber dann wird schnell klar, was unser Dirigent meint. Alle sieben Konzertsäle, die wir
während unserer Konzerttournee kennenlernen, haben eine andere Akustik und transportieren unser Musizieren völlig unterschiedlich.
Deshalb gilt es jeden Abend aufs Neue die jeweils optimale Klangbalance zu finden.
Noch blicken wir in leere Ränge. In gut
zwei Stunden wird dies anders sein. Denn
das Konzert ist ausverkauft, wie die anderen
sechs Konzerte dieser Tour auch. Nachher
werden hier wieder rund 1.600 Zuhörer sitzen, um unser Neujahrskonzert zu hören. Ein
tolles Gefühl. Ein so großes Publikum haben
wir, das Hofgartenorchester Bonn, schließlich
nicht alle Tage.
In China sind Hallen dieser Größe völlig
normal. Wie überhaupt alles deutlich größer
dimensioniert ist als bei uns: der Flughafen
von Peking – einfach riesig; die Hochhäuser in
den Städten – atemberaubend hoch, die Entfernungen zwischen dem nördlichsten und
südlichsten bzw. dem westlichsten und östlichsten Punkt Chinas – unvorstellbar weit.
Gewaltig auch die Werbetafeln, die unser Kommen ankündigen. Schon aus großer
Entfernung sehen wir uns von den Plakaten
lächeln. Auch unseren Dirigenten Gottfried
Engels wusste der Plakat-Gestalter spektakulär in Szene zu setzen: huldvoll und fast wie
Gott Vater persönlich lässt er ihn hoch oben
über dem Orchester thronen.
Solche Vorschusslorbeeren schrauben die
Erwartungen des Publikums natürlich nach
oben. Und bei allem Stolz über die große öffentliche Aufmerksamkeit wird uns plötzlich
bewusst, dass dies zugleich eine hohe Verantwortung bedeutet. Vielleicht mag es etwas pathetisch klingen, doch in diesen zwei
Wochen sind wir – das Hofgartenorchester
Bonn – die Botschafter für Musikkultur „made
in Germany“ bzw. „made in Austria“. Halbherzige Auftritte verbieten sich da von selbst,
Dilettantismus sowieso.
Entsprechend sorgfältig hatten wir uns
auf die Konzertreise vorbereitet. Auf Tschaikowskys „Romeo und Julia“ und Strauss´ Fledermaus-Ouvertüre ohnehin. Aber auch auf
die Neujahrsklassiker wie „An der schönen
blauen Donau“, „Frühlingsstimmenwalzer“
oder „Tritsch-Tratsch-Polka“. Spitzenorchester
wie die Wiener Philharmoniker mögen diese
Musik notfalls mit verbundenen Augen und
in stark alkoholisiertem Zustand noch vollendet spielen - doch wir müssen uns dieses
Repertoire erst mal hart erarbeiten. Es liegt
gar nicht mal so sehr an besonders hohen
technischen Schwierigkeiten. Die eigentliche
Kunst besteht vielmehr darin, diese Musik so
leicht, lebendig und mit so viel Raffinesse zu
spielen, dass sie ihren Charme entfalten kann
und zu swingen beginnt. Man merkt sofort,
ob der Funke überspringt oder nicht.
In unserem ersten Konzert an der Shanghai Jiaotong University scheint dies gelungen zu sein. Studenten und Professoren applaudieren derart begeistert, als erlebten sie
ein Popmusik-Event und nicht ein Konzert
mit klassischer Musik. Dass man uns hier so
freundlich, offen, ja beinahe überschwänglich empfangen würde, hätten wir uns in unseren kühnsten Träumen nicht vorzustellen
gewagt.
Umso irritierender, dass der Applaus
während des zweiten Konzerts eher spärlich
ausfiel. Hatten wir – entgegen der eigenen
Empfindung – etwa schlecht gespielt? Nein,
das sei überhaupt kein Grund zur Sorge, beruhigte man uns während der Pause. Das
Publikum hier in China sei – von unserem
schönen Uni-Erlebnis mal abgesehen - generell deutlich zurückhaltender als wir dies von
Deutschland kennen, und wenn der Applaus
weniger intensiv und weniger lang ausfalle,
Jeden Tag aufs Neue galt es, sich auf die Akustik des jeweiligen Konzertsaals einzustellen | Foto: Verena Kühn
27
Chinareise in Daten & Fakten
•Orchester: Hofgartenorchester Bonn
•Dirigent: Prof. Gottfried Engels
•Solistin: Kerstin Hövel, Sopran
•Reisezeit: 25.12.2011 bis 6.1.2012
•Konzertorte: Shanghai, Jiangyin, Ningbo,
Zhoushan, Jiaxing, Shaoxing, Hangzhou
•Zuhörer: insgesamt rund 10.000
•Flugkilometer: 16.610 km
•Bahnkilometer: 1.630 km
•Buskilometer: 1.350 km
•Weitere Infos: www.china-tournee.de
sei dies keinerlei Beleg dafür, dass es den Zuhörern nicht gefallen habe. Glücklicherweise
zeigte sich, dass Reiseleiter Dr. Peter Wiedehage nicht nur ein exzellenter Organisator,
sondern auch ein talentierter Moderator ist.
In bester Entertainer-Manier und in perfektem
Chinesisch kitzelte er das Publikum: schöne
Zugaben gebe es nur dann, wenn das Publikum sie sich durch angemessen begeistertes
Klatschen auch wirklich erarbeite. Das Publikum des gestrigen Abends habe drei Zugaben
geschafft. Und es sei doch eigentlich unvorstellbar, dass Vergleichbares hier und heute
nicht gelingen sollte, oder etwa doch?
Im Endeffekt sind wir keinen Abend ins
Hotel gefahren, ohne unsere drei Zugaben
gespielt zu haben. Und spätestens wenn
unsere wunderbare Sängerin Kerstin Hövel
„Jasmin“ anstimmte, in China das Lied aller
Lieder, brandete spontaner Szenenapplaus
auf und kannte die Begeisterung keine Grenzen mehr. Nicht selten strömten nach dem
Konzert sogar einige Fans auf die Bühne, um
Autogramme zu holen oder Fotos mit uns zu
machen. China sucht den Superstar.
Recht schnell gewöhnen wir uns an
den Tournee-Rhythmus: Zurück zum Hotel.
Abendessen. Koffer packen. Dann Nachtruhe
(oder doch noch die Stadt unsicher machen?).
Frühes Aufstehen am Morgen. Aufzugstau
meistern, auschecken, frühstücken. Dann
Koffer einladen und rein in die Busse, auf zum
nächsten Ziel. Auf zwei Wochen gesehen
funktioniert das nur dann reibungslos und
ohne Spannungen, wenn die Organisation
Aus den Landesverbänden
Nordrhein-Westfalen (Forts.)
top ist und alle 91 Mitreisenden auch wirklich mitziehen. Auf dieser Reise ist beides der
Fall. Das Organisationsteam um Peter Wiedehage, Simon Toewe und Kati Weidmann
bereitet jeden einzelnen Tag perfekt und bis
ins Detail vor; die Orchestermitglieder ihrerseits erweisen sich als so diszipliniert, dass
die zwangsläufig engen Zeitraster eingehalten werden können. Unsere Stimmung ist
bestens, und man spürt förmlich, wie das
Orchester von Tag zu Tag enger zusammenwächst.
„Habt ihr denn außer Hotels und Konzertsälen auch was von China gesehen?“,
fragen uns die Daheimgebliebenen. Ja, auch
dafür bleibt Zeit. Wir flanieren an der Flusspromade von Shanghai mit beindruckendem
Blick auf die Skyline der Stadt, tauchen in
die wuselige Altstadt ein, besuchen den berühmten Westsee bei Hangzhou, durchstreifen die Verbotene Stadt in Peking, besteigen
die gigantische Chinesische Mauer, sind zu
Gast auf Seidenmärkten, in Teeplantagen und
Cloisonné-Manufakturen, fahren mit Ruderbooten durch die Grachten eines alten Städtchens u.v.m.
04.01.2012: Konzertsaal von Hangzhou,
China. Es ist 20.00 Uhr. Eingehüllt in dicke Jacken warten 1600 Menschen auf den Beginn
des Konzerts. Es ist kalt und zugig, wie so
häufig in chinesischen Konzerthallen. Aber
das gilt es jetzt auszublenden. Mit dem Slawischen Tanz Nr. 8 spielen wir uns warm. Und
jetzt klingt die Musik von Antonin Dvorak so,
als sei sie eigens für diesen Raum komponiert.
Unser Dirigent strahlt, das Publikum klatscht
begeistert. Wie schön, dass wir uns über die
Weltsprache Musik gemeinsam auf das neue
Jahr 2012 einstimmen können: xin nián hao!
Christoph Bruckmann
Werbung im XXL-Format – Ankündigungen in der Stadt und
rings um das Konzertgebäude | Foto: Verena Kühn
Anzeige
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Aus den Landesverbänden
28
Neue MitgliedsOrchester stellen sich vor
Frankfurt am Main
Das MainKammerOrchester Frankfurt am
Main
In der regen Kulturszene von Frankfurt am
Main hat sich in den letzten Jahren ein neues
Kammerorchester etabliert.
Das MainKammerOrchester wurde im
Sommer 2003 von etwa 20 ebenso begeisterten wie technisch fortgeschrittenen Amateur-Musikern aus Frankfurt und dem RheinMain-Gebiet gegründet. Einmal in der Woche
setzen sie sich seitdem unter der Leitung
von Jan Polívka intensiv mit technischen,
intonatorischen und aufführungspraktischen
Fragen auseinander und studieren Werke
vom Barock bis zur Moderne ein. Fast alle Ensemble-Mitglieder haben jahrelange Orchestererfahrung und musizieren regelmäßig in
verschiedenen Kammermusik-Formationen.
Das MainKammerOrchester gibt drei
Konzerte im Jahr – z.B. in Frankfurter Kirchen,
in der „Loge zur Einigkeit“ und im Frankfurter
Seniorenheim „Sonnenhof“, das das Ensemble großzügig unterstützt. Dabei standen,
teilweise in Zusammenarbeit mit Studenten
der Frankfurter Musikhochschule sowie mit
Gesangssolisten oder Chören, Werke u.a. von
Bach, Händel, Mozart oder Beethoven, aber
auch der klassischen Moderne wie Janáček,
Martinu oder Schnittke auf dem Programm.
Hinzu kommen auch Ur- oder deutsche Erstaufführungen von zeitgenössischen Nachwuchskomponisten. Höhepunkte aus den
abwechslungsreichen und originellen Programmen zu benennen, fällt schwer. Das
Projekt 2009 mit Strawinskys Ballet „Apollon
musagète“ mit Tänzern oder das imponierende Orgelkonzert von Francis Poulenc im Jahr
2010 zählen sicher dazu. Seit seiner Gründung vor acht Jahren hat das MainKammerOrchester insgesamt über 20 verschiedene
Konzertprogramme erarbeitet und in fast 50
Konzerten der Öffentlichkeit vorgestellt.
Geleitet wird das MainKammerOrchester seit seiner Gründung von Jan Polívka, der
seit 2002 einen Lehrauftrag für Klavier an der
Frankfurter Musikhochschule inne hat. Zur
Förderung des Orchesters und seiner musikalischen Aktivitäten hat sich 2008 der Verein
der Musikfreunde Rhein-Main e.V. gegründet.
Der Verein verfolgt ausschließlich gemeinnützige Ziele. Sollten Sie mitspielen wollen
oder eine andere Möglichkeit sehen, unsere
musikalischen Aktivitäten zu unterstützen,
nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf: www.
main-kammerorchester.de
Fabian von Schlabrendorff
Neue Mitgliedsorchester
Wir begrüßen an dieser Stelle die seit November 2011 neu aufgenommenen Mitgliedsorchester in der „Familie“ des BDLO und freuen
uns auf rege Mitarbeit und Beteiligung.
Altensteig | Orchesterverein Altensteig
Berlin | World Doctors Orchestra
www.world-doctors-orchestra.org
Berlin | Telemann-Orchester
www.telemannorchester.de
Bocholt | Collegium musicum Bocholt
www.collegium-musicum-bocholt.de
Düsseldorf | Löricker Kammerorchester
www.loericker-Kammerorchester.de
Eilenburg | Musikverein Eilenburg e.V.
www.musikverein-eilenburg.de
Frankfurt/M | MainKammerOrchester
www.main-kammerorchester.de
Hammelburg | Bezirksjugendsinfonieorchester Unterfranken
www.bmhab.de
Köln | Flora Sinfonie Orchester
www.flosio.de
Krefeld | Bayer-Symphoniker KrefeldUerdingen
www.bayer-symphoniker.de
Leverkusen | Bayer-Philharmoniker
Leverkusen e.V.
www.bayer-philharmoniker.de
Münster | Studentenorchester Münster
www.studentenorchester.de
Pinneberg | Jugendorchester der Musikschule der Stadt Pinneberg
www.musikschule-pinneberg.de
Schramberg | Sinfonieorchester der Musikschule Schramberg e.V.
www.musikschule-schramberg.de
Tübingen | Sinfonietta Tübingen
Foto: Rolf Oeser
29
www.sinfonietta-tuebingen.de
Neue Orchester
Adressen
Bundesverband
Landesverbände
Bundesverband Deutscher
Liebhaberorchester e.V.
www.bdlo.de
Geschäftsstelle:
Berggartenstraße 11 | 01277 Dresden
Fax (0351) 802 30 23
Torsten Tannenberg (Geschäftsführer)
Fon (0351) 810 42 38 | [email protected]
Heike Heinz (Mitgliederverwaltung / Buchhaltung) Fon (0351) 65 57 37 98 | [email protected]
Matthias Pagenkopf (Zeitschrift / Layout)
Fon (0351) 65 57 37 99 | [email protected]
Baden-Württemberg
Volkmar Fritsche (Präsident des Landesverbandes Baden-Württembergischer Liebhaberorchester e.V.) | Ansprechpartnerin: Dr.
Karina Telle (Vizepräsidentin) In der Aue 17
69118 Heidelberg | Fon: (06221) 890 49 80
[email protected]
www.lbwl.de
Präsidium
Helge Lorenz (Präsident)
Bernerstraße 7 | 01217 Dresden
[email protected]
Dr. Elisabeth Birckenstaedt (Vizepräsidentin)
Gerhart-Hauptmann-Straße 20
45657 Recklinghausen
Fon/Fax (02361) 141 88
[email protected]
Frauke Peuker-Hollmann (Vizepräsidentin)
Walberlastraße 1 | 91077 Neunkirchen a.B.
Fon/Fax (09134) 76 26
[email protected]
Dr. Joachim Conradi
Schlegelstraße 14 | 90491 Nürnberg
Fon (0911) 59 13 09 | Fax (0911) 59 48 36
[email protected]
Dr. Michael Goldbach
Talstraße 18 | 96120 Bischberg
Fon (0951) 60 16 53
[email protected]
Dr. Michael Knoch
Blücherstraße 53 | 10961 Berlin
Fon (030) 824 01 08
[email protected]
Service | Adressen
Bayern
Frauke Peuker-Hollmann (Präsidentin des
Landesverbandes Bayerischer Liebhaberorchester e.V.)
Walberlastraße 1 | 91077 Neunkirchen a.B.
Fon/Fax (09134) 76 26
[email protected]
www.liebhaberorchester-in-bayern.de
Berlin und Brandenburg
Rainer Vogt (Vorsitzender des Landesverbandes Berlin-Brandenburgischer Liebhaberorchester e.V.) Calandrellistraße 18 f
12247 Berlin | Fon/Fax (030) 771 97 01
[email protected]
www.lbbl-ev.de
Hessen
Erast von Jasienicki (Vorsitzender des
Landesverbandes Hessischer Liebhaberorchester) Westring 46 | 65824 Schwalbach
Fon (06196) 10 88 | Fax (06196) 10 44
[email protected]
Mecklenburg-Vorpommern
Volker Schubert (Vorsitzender des
Landesverbandes der Liebhaberorchester
in Mecklenburg-Vorpommern e.V.)
Willi-Zachow-Weg 9 | 19370 Parchim
Fon (03871) 26 70 06 | [email protected]
Nordrhein-Westfalen
Dr. Elisabeth Birckenstaedt (Vorsitzende
des Landesverbandes der Liebhaberorchester
NRW e.V.)
Gerhart-Hauptmann-Straße 20
45657 Recklinghausen
Fon/Fax (02361) 141 88 | [email protected]
www.liebhaberorchester-nrw.de
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Rheinland-Pfalz
Erdmann Hollborn (Vorsitzender des
Landesverbandes Rheinland-Pfälzischer
Liebhaberorchester e.V.) Jakobsgarten 8
67069 Ludwigshafen | Fon (0621) 65 49 09
[email protected] Saarland
Horst Riller (1. Vorsitzender des Saarländischen Landesverbandes der Liebhaberorchester) Breitensteinstraße 23
66424 Homburg Einöd | Fon (06848) 867
Fax (06848) 73 01 77 | [email protected]
Sachsen
Helge Lorenz (Präsident des Landesverbandes Sächsischer Liebhaberorchester e.V.)
Bernerstraße 7 | 01217 Dresden
Fon/Fax (0351) 403 48 17
[email protected] | www.lslo.de
Thüringen
Dr. Wolfgang Müller (Präsident des Landesverbandes Thüringer Laienorchester e.V.)
Südring 15 | 98693 Ilmenau-Oberpörlitz
Fon (03677) 87 75 70
[email protected]
Landesverband Nord
Wulf Hilbert (Vorsitzender des Landesverbandes norddeutscher Liebhaberorchester e.V.)
Berner Heerweg 183 | 22159 Hamburg
Fon (040) 60 31 57 85 (p) / 42 88 53-228 (d)
Fax (040) 42 88 53-284
[email protected]
Dr. Susanne Gläß (stellv. Vorsitzende
Bremen) Mathildenstraße 8 | 28203 Bremen
Fon (0421) 758 97 (p) | (0421) 21 86 01 09 (d)
[email protected]
UMD Dr. Claudia Kayser-Kadereit (stellv.
Vorsitzende Niedersachsen) Im Kamp 9
49205 Hasbergen | Fon (05405) 80 89 47
Fax (05405) 80 89 48
[email protected]
Hannelore Kleefeld (stellv. Vorsitzende
Schleswig-Holstein) Travestieg 16
22851 Norderstedt | Fon (040) 529 14 24
[email protected]
Veranstaltungskalender
2012
25.05.–29.05.2012
Bundesamateurorchester
Europäische Jugend- und Begegnungsstätte
Weimar
Werkstatt für Sinfonieorchester
Bundesverband Deutscher Liebhaberorchester
16.08.–19.08.2012
40th Amateur Orchestra Festival der JAO Shizuoka/Japan
15.10.–18.10.2012
Orchesterwerkstatt „Aus der Neuen Welt“
Landesmusikakademie Wolfenbüttel
29.08.–02.09.2012
MusikSommerKurs für Kinder und
Jugendliche
Alteglofsheim
BDLO Landesverband Nord
Leitung: UMD Dr. Claudia Kayser-Kadereit
19.10.–21.10.2012
Kammermusikseminar
Marktoberdorf
Landesverband Bayerischer Liebhaberorchester
Arbeitsgemeinschaft Münchner Laienorchester
07.09.–09.09.2012
22. Orchesterwerkstatt
Landesmusikakademie Berlin
Landesverband Berlin-Brandenburgischer Liebhaberorchester
21.09.–23.09.2012
Dirigierseminar für Orchesterleiter
Musikschule Mannheim
19.10.–23.10.2012
Kurs Orchesterdirigieren für Schul- und
Jugendorchester
Landesmusikakademie Sachsen Schloss
Colditz
Bundesverband Deutscher Liebhaberorchester
Landesverband Baden-Württembergischer Liebhaberorchester
21.09.–23.09.2012
Herbstseminar und Länderkonferenz des
BDLO
Schlitz
01.11.–04.11.2012
Orchesterseminar
Landesmusikakademie NRW in Heek
Gustav Mahler, Sinfonie Nr. 4
Dirigent: Timor Oliver Chadik
Landesverband der Liebhaberorchester NRW
Bundesverband Deutscher Liebhaberorchester
15.06.–17.06.2012
Tag der Musik
gesamtes Bundesgebiet
www.tag-der-musik.de
Deutscher Musikrat
22.06.–24.06.2012
Streichquartett für Einsteiger
Landesmusikakademie NRW in Heek
Landesverband der Liebhaberorchester NRW
17.07.–04.08.2012
33. Internationale Ötztaler Kulturwochen
Obergurgl (Österreich)
BDLO Landesverband Nord
10.11.2012
Streicherschulung
München (Gasteig)
05.10.–07.10.2012
Kammermusikseminar
Musikakademie Schloss Weikersheim
Arbeitsgemeinschaft Münchner Laienorchester
Landesverband Baden-Württembergischer Liebhaberorchester
10.11.–18.11.2012
Bundesmusikwoche 50plus
05.10.–07.10.2012
Cello-Ensemble Arbeitsphase II
Marktoberdorf
Sinfonieorchester, Blockflötenchor,
Kammerchor
Bayerische Musikakademie Marktoberdorf
Landesverband Bayerischer Liebhaberorchester
Bundesverband Deutscher Liebhaberorchester und
05.10.–07.10.2012
Landesamateurorchester MV Arbeitsphase 2012
Greifswald
Landesverband Bayerischer Liebhaberorchester
14.12.–16.12.2012
Streicher-Intensiv-Kurs
Marktoberdorf
Leitung: Wolfgang Friedrich
Landesverband der Liebhaberorchester in Mecklenburg-
Landesverband Bayerischer Liebhaberorchester
Vorpommern
28.07.2012
Tag der LaienmusikBamberg
Landesverband Singen und Musizieren in Bayern
13.10.2012
Streicherschulung Franken
Nürnberg
Landesverband Bayerischer Liebhaberorchester
31
Service | Veranstaltungskalender
Mitteilungen des BDLO
Hans-Lenz-Medaille an Xavier Naidoo
Der Sänger Xavier Naidoo ist für die Förderung des musikalischen Nachwuchses mit der
Hans-Lenz-Medaille ausgezeichnet worden.
Er erhielt die Ehrung der Bundesvereinigung
Deutscher Orchesterverbände (BDO) am 21.
Dezember 2011 in Mannheim. Der Mannheimer Musiker diene Jugendlichen als Vorbild,
sagte BDO-Präsident Ernst Burgbacher.
Die Hans-Lenz-Medaille wurde im Jahr
2006 anlässlich des 50-jährigen Jubiläums
der Bundesvereinigung Deutscher Orchesterverbände gestiftet. Sie wird einmal jährlich an
Persönlichkeiten vergeben, die sich in besonderer Weise um die breite Verankerung der
Musik in der Gesellschaft und um die Anerkennung der Bedeutung des Laienmusizierens
und insbesondere für die kulturelle Jugendbildung verdient gemacht haben. Zu den Preisträgern zählen der Dirigent Sir Simon Rattle
und der Präsident des Deutschen Musikrates,
Martin Maria Krüger.
Neue Musik – Konzertförderung
Der BDLO e.V. fördert seit dem Jahr 2011 jährlich bis zu fünf Konzertprojekte seiner Mitgliedsorchester durch die Unterstützung von
entstehenden Mehraufwendungen bei Konzertprojekten mit zeitgenössischer Musik.
Damit soll die Beschäftigung der Liebhaberorchester mit dem zeitgenössischen Musikschaffen im Besonderen gefördert werden.
Die Ausschreibung und das Antragsformular
finden Sie unter: www.bdlo.de > DownloadBereich - Dienstleistungen
BDO-Präsident Ernst Burgbacher MdB, Xavier Naidoo, BDO-Vizepräsident Fritz Hörter (v.l.n.r.) Foto: Max Micus
noch nie mehr Musik gehört als heute. Und
trotzdem besteht Anlass zu Sorgen – z. B. um
den Zugang zur musikalischen Bildung, um
den Schutz kreativer Leistungen, die Finanzierung der kulturellen Infrastruktur oder die
Präsenz der unterschiedlichen Musikgenres in
den Medien. Der Tag der Musik bietet ein Forum, die außerordentliche Vielfalt der Musik in
einem größeren kulturpolitischen Rahmen öffentlich bewusst zu machen und vor allem die
Menschen in den Mittelpunkt zu rücken, die
diese Vielfalt gestalten und organisieren. Es ist
ein Tag musikalischer Feste und des Nachdenkens über Musik und ihre Zukunft.
In diesem Jahr findet der Tag der Musik
vom 15. bis 17. Juni 2012 unter dem Motto
„Hören“ statt. Alle Musizierenden sind aufgerufen, sich mit eigenen Aktionen und Veranstaltungen an dem vielfältigen Programm zu
beteiligen. www.tag-der-musik.de
musikaktive Senioren aller Orchestersparten
treffen, um zu musizieren und Anregungen
für eine ausdauernde und qualitätserfüllte
Musikpraxis zu erfahren. Gleichzeitig dient
das Treffen für Multiplikatoren als Fortbildung
in der musikalischen Arbeit mit Senioren. Die
BDO lädt dabei folgende Zielgruppen ein:
• Seniorenorchester
• Gruppen oder auch einzelne Senioren-
musiker aus Orchestern
• ehemalige Aktive als „Wiedereinsteiger“
oder als „Umsteiger“
• Senioren als „Neueinsteiger“
• Dirigenten und Organisationsleiter von
Seniorenorchestern
• Instrumentallehrer in Musikschulen und
in der Erwachsenenbildung
Weitere Informationen dazu unter:
www.orchesterverbaende.de
Tag der Musik
An jedem Tag, in jeder Stunde findet in
Deutschland Musik statt – in öffentlichen
Veranstaltungen, in Bildungseinrichtungen, in
den Medien, im privaten Bereich. Musik wird
aktiv praktiziert, studiert, komponiert, heruntergeladen oder getanzt. Vor allem aber wurde
Mitteilungen des BDLO
Deutsches Orchestertreffen 60+ im
September 2013
Im Bayerischen Staatsbad Bad Kissingen werden sich vom 12. bis 15. September 2013 erstmals auf Bundesebene Seniorenorchester und
32
Per Mausklick zur GEMA-Anmeldung und
zum Tarifrechner
Mit dieser Anwendung können Sie sich die
gebräuchlichsten Tarife für Ihre Musiknutzungen unverbindlich online berechnen lassen und anmelden.
www.gema.de/tarifrechner
Ohne Partner keine bilateralen Projekte –
Mit Hilfe der Tandem-Kontaktbörse den
passenden Partner finden
Die Vermittlung von Partnerschaften zwischen Institutionen, Organisationen, Schulen,
Vereinen und Einzelpersonen in Deutschland
und Tschechien gehört zu den Kernaufgaben des Koordinierungszentrums DeutschTschechischer Jugendaustausch – Tandem.
Mit Hilfe der Tandem-Kontaktdatenbank
(www.tandem-info.net/partner) können
auch Sie ohne großen Aufwand einen geeigneten Partner finden.
Ihre Suche wird unterstützt von Jana
Vežníková, [email protected]
Koordinierungszentrum Deutsch-Tschechischer
Jugendaustausch – Tandem
Maximilianstraße 7 | 93047 Regensburg
Fon +49 (0) 941 58 55 7-0
Fax +49 (0)941 58 55 7-22
[email protected] | www.tandem-org.de
Vereinfachter Einsatz elektronischer Rechnungen
Per E-Mail versandte oder im Internet zum
Download bereitgestellte elektronische Rechnungen werden vom Finanzamt künftig auch
dann akzeptiert, wenn sie nicht digital signiert sind. Die Regelung tritt rückwirkend
zum 1. Juli 2011 in Kraft.
Auch für Vereine führt das zu einer Vereinfachung und vor allem zu einer Kosteneinsparung, wenn sie Rechnungen erstellen
und versenden. Bisher war der Vorsteuerabzug
nur dann zulässig, wenn das Rechnungsdokument eine „qualifizierte elektronische Signatur“
enthielt oder per „elektronischem Datenaustausch“ (EDI) erzeugt worden war. In Artikel 5
des jetzt beschlossenen Steuervereinfachungsgesetzes 2011 hat die Bundesregierung diese
praxisferne Auflage aufgehoben. Der Signaturzwang wurde zum 1. Juli 2011 rückwirkend
außer Kraft gesetzt. Für den Vorsteuerabzug
muss die elektronische Rechnung nun keine
digitale Signatur mehr enthalten.
Vereine, die viele Ausgangsrechnungen
verschicken, sollten deshalb prüfen, ob sich
die Umstellung von Papierrechnung auf den
elektronischen Rechnungsversand lohnt.
Elektronische Rechnungen können vor allem
per E-Mail oder per Computer-Fax geschickt
werden.
Alle umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen profitieren von der neuen Regelung.
Vereine, die der Kleinunternehmerregelung
unterliegen, betrifft die Regelung nicht. Ausgenommen sind auch Spendenquittungen, die
nach wie vor signiert werden müssen.
Initiatoren der Europäischen Vereinigung
von Liebhaberorchestern (EVL) mit BDLOEhrennadel ausgezeichnet
Im Rahmen des neunten Europäischen Orchesterfestivals in Tallinn überreichte BDLOPräsident Helge Lorenz die BDLO-Ehrennadel
am 27. April 2012 an den Schweizer Flötisten
und Dirigenten René H. Pignolo und an seine
Frau Käthi Engel Pignolo. Mit der Auszeichnung würdigte Helge Lorenz ihre Verdienste
um die Gründung der Europäischen Vereinigung von Liebhaberorchestern (EVL) 1985 im
Schweizerischen Ferienort Grindelwald. René
Pignolo, bis 2005 Dirigent des Berner Orchesters PostStrings, hat mit diesem europäischen
Dachverband seine Idee und Vision einer europäischen Vernetzung der Liebhaberorchester Realität werden lassen. Das Internationale
Jahr der Musik bot den passenden Rahmen für
die Gründung. Neben René Pignolo gehören
seine Frau für den Eidgenössischen Orchesterverband EOV in der Schweiz, Dr. Joachim
Conradi für den BDLO, Hans Gschwend für
das Orchester Liechtenstein Werdenberg sowie Wim van Schuppen für den holländischen
Amateurorchesterverband FASO zu den Initiatoren und Gründern der EVL. Bis 1991 hat
René Pignolo die EVL als Gründungspräsident
geführt und geprägt. Käthi Engel Pignolo war
ihrerseits nicht nur von 1993 bis 2004 als
Präsidentin des Schweizer EOV tätig, sondern hat sich bereits zuvor zehn Jahre um die
Notenbibliothek des EOV verdient gemacht.
1991 hat sie in Solothurn maßgeblich zum
Erfolg des zweiten Europäischen Orchesterfestivals mit einer Rekordbeteiligung von über
1000 Teilnehmern beigetragen. Von 1992 bis
2006 war sie darüber hinaus Vizepräsidentin
33
der EVL. 2009 haben sich die EVL und die European Association of Youth Orchestras zur
European Orchestra Federation (EOFed) zusammengeschlossen.
Ehrennadel des BDLO
Der Bundesverband Deutscher Liebhaberorchester e.V. verleiht besonders verdienten
Mitgliedern der ihm angehörenden Orchester
die 1985 gestiftete Ehrennadel. Nachfolgend
veröffentlichen wir die Namen der im letzten
halben Jahr ausgezeichneten Persönlichkeiten,
verbunden mit einem herzlichen Dank unseres
Verbandes für die von ihnen geleistete Arbeit:
Angelika Bruker | Oberndorf
Collegium Musicum e.V. Oberndorf a.N. (Notenwartin)
Dr. Siegfried Danowski | Oberndorf
Collegium Musicum e.V. Oberndorf a.N. (Dokumentation
und Archiv)
Angelika Exner | Oberndorf
Collegium Musicum e.V. Oberndorf a.N. (2. Stimmführerin
der Celli und Quartett-Einsätze)
Norbert Feibel | St. Ingbert
Städtisches Orchester St. Ingbert (Künstlerische Leitung des
Orchesters seit 1987)
Regina Gerl | Ahaus
Euregio Symphonieorchester VHS Ahaus (Beisitzerin im Vorstand, Konzertorganisation)
Karin Grohmann | München
Landesverband Bayerischer Liebhaberorchester (Präsidentin)
Janny Heisterborg | Ahaus
Euregio Symphonieorchester VHS Ahaus (2. Vorsitzender,
Öffentlichkeitsarbeit)
Lutz Michlenz | Hoyerswerda
Sinfonisches Orchester Hoyerswerda (Gründungsmitglied
vor 50 Jahren und langjähriger Dirigent)
Wolfgang Pfahler | Vreden
Euregio Symphonieorchester VHS Ahaus (1. Vorsitzender
seit 1985)
Thomas Uphoff | Mannheim
Kammerorchester der Mannheimer Abendakademie (Orchestervorstand und Stimmführer der Cellogruppe)
Christiane Vogel | Hoyerswerda
Sinfonisches Orchester Hoyerswerda (Langjährige Vereinsvorsitzende)
Bernd Wewer | Ahaus
Euregio Symphonieorchester VHS Ahaus (Konzertmeister
und Kassenführer)
Mitteilungen des BDLO
Konzertdokumentation
zusammengestellt von Joachim Conradi
Hier sind jene Konzerte aufgelistet, deren Programme uns von den Mitgliedsorchestern im
Laufe der letzten Monate zugegangen sind.
Damit auch Ihr Konzert zukünftig hier zu finden sein wird, senden Sie bitte jeweils ein Konzertprogramm (oder gern auch die zugrundeliegende Datei) direkt an Dr. Joachim Conradi,
Schlegelstr. 14, 90491 Nürnberg (conradi@
bdlo.de). Name des Orchesters, Konzertdatum
und Ort sowie der Dirigent/inn/enname sollten
daraus klar hervorgehen.
Ankündigungen bevorstehender Konzerte
finden Sie im Konzertkalender unter bdlo.de
> Konzerte & Termine. Tragen Sie alle erforderlichen Daten dort bitte selbst ein. Das dazu
notwendige Passwort erhalten Sie in der Geschäftsstelle ([email protected]).
Bad Bederkesa – Musikverein im Landkreis Cuxhaven
Leitung: Ingo Hoesch
Bamberg – Neues Kammerorchester
Leitung: Martin Spangenberg
Beethoven: Coriolan-Ouvertüre • Haydn: Madrigal „Der
Nr. 2 op. 74 • Mozart: Sinfonie Nr. 39 Es-Dur KV 543
Sturm – La Tempesta“ Hob. XXIVa:8; mit dem Projektchor
Leitung: Stefan Schili
„November“ der VHS Bremerhaven • Bizet: Sinfonie Nr. 1
Bach: Suite Nr. 1 C-Dur BW 1066 • Bach, C. Ph. E.: Sinfonie
C-Dur (2 Sätze) • Beethoven: Meeresstille und glückliche
h-Moll Wq 182 Nr. 5 • Mozart: Oboenkonzert C-Dur KV 314
Fahrt; mit dem Projektchor „November“ der VHS Bremerhaven
• Mozart: Ballettmusik aus „Idomeneo“ KV 367
Bad Dürkheim – Kammerorchester
Leitung: Gabriele Weiß-Wehmeyer
Berlin – Akademisches Orchester
Leitung: Peter Aderhold
Boyce, W.: Sinfonie op. 2 Nr. 5 D-Dur • Hummel, Bertold:
Bizet: Suite op. 22 „Jeux d‘enfants“ • Mintzer, Bob: Rhythms
Weihnachtliche Suite op. 13B • Torelli: Weihnachtskonzert
of the Americas • Rimski-Korsakow: Scheherazade
Prokofjew: Symphonie classique • Weber: Klarinettenkonzert
op. 8 Nr. 6 • Vivaldi: Konzert für Piccolo-Flöte und Streichorchester C-Dur op. 44 Nr. 11, PV 79, RV 443, F. VI Nr. 4 •
Mawby, Colin: Gloria aus der Pastoralmesse G-Dur; mit dem
Kemptener Kammerchor
Berlin – Berlin-Brandenburgisches
Sinfonieorchester
Leitung: Ulrich Manfred Metzger
Sibelius: Finlandia op. 26 • Sibelius: Violinkonzert d-Moll
Aalen – Aalener Sinfonieorchester
Leitung: Stephan Kühling
Bad Homburg – Verein der Musikfreunde
Leitung: Horst Schönwälder
op. 47 • Beethoven: Sinfonie Nr. 8 F-Dur op. 93
Grieg: Elegische Melodien op. 34 // Brandt, Willy: Zweites
Rossini: Ouvertüre „Die diebische Elster“ • Prokofjew: Peter
Konzertstück op. 12, Bearbeitung für Trompete und Streich-
und der Wolf • Séjourné, Emmanuel: Konzert für Marimba
orchester (Bearb. M. Bucher) • Volkmann: Streicherserenade
Berlin – concentus alius – Homophilharmonisches Kammerorchester Berlin
Leitung: Christiane Silber
und Streichorchester
Nr. 2 F-Dur op. 63 • Dvorák: Rondo g-Moll op. 94 für
Verdi: Ouvertüre zu „La forza del destino“ • Bizet: Carmen-
Violoncello und Orchester • Dvorák: Walzer op. 54 Nr. 4
Suiten 1 und 2, daraus Prélude et Aragonaise, L’entr’acte,
Ahaus – Euregio Sinfonieorchester
Leitung: Michael Rein
(Bearb. F. Günther)
Habanera • Bizet: L’Arlésienne-Suite Nr. 2, daraus Farandole
Tschaikowski: Rokoko-Variationen op. 33 • Schubert:
Bad Reichenhall – Orchester
Internationale Musiktage
Leitung: Eduard Gert Felin
erste Walpurgisnacht“ op. 60 • Eisler: Sturm-Suite aus der
Ravel: Suite aus „Ma mère l‘oye“ • Strauss, R.: Vier letzte
Bühnenmusik zum Drama „Sturm“ • Brahms: Schicksalslied
Lieder • Tschaikowski: Nussknacker-Suite op. 71a
op. 54; mit der Cantorei der Reformationskirche Moabit und
Sinfonie Nr. 3 D-Dur • Beethoven: Chorphantasie op. 80;
mit dem Chor der Euregio Konzertgesellschaft
Ahrensburg – Kammerorchester
Leitung: Frank Löhr
• Tschaikowski: Nussknacker-Suite, daraus Tanz der
dem Duo Schwarz un Schmitz // Mendelssohn: Ballade „Die
ver.di-Chor Berlin
Mozart: Ouvertüre zu „Die Zauberflöte“ • Beethoven:
Klavierkonzert Nr. 5 Es-Dur op. 73 • Mendelssohn: Sinfonie
Nr. 5 D-Dur op. 107
Altena – Märkisches Jugendsinfonieorchester
Leitung: Thomas Grote
Mozart: Ouvertüre zu „Der Schauspieldirektor“ • Grieg: PeerGynt-Suiten 1 und 2 • Korngold, Erich Wolfgang: SchauspielOuvertüre op. 4 • Beethoven: Sinfonie Nr. 1 C-Dur op. 21
Altensteig – Orchesterverein
Leitung: Jutta Hay / Renate Harr
Mozart: Requiem d-Moll; mit dem Schulchor des HermannHesse-Gymnasiums
Konzertdokumentation
Zuckerfee • Puccini: Manon Lescaut, daraus Intermezzo; mit
34
Berlin – Instrumentalgruppe Pandurina
Leitung: Walter Thomas Heyn
Bonn – Bad Godesberger Kantatenorchester
Leitung: Wolfram Kuster
Chemnitz – Sächsisches Sinfonieorchester
Leitung: Andreas Grohmann
Jubiläumskonzert 25 Jahre: Fürstenau, Anton B.: Rondo
Händel: Orgel-Konzert B-Dur op. 4 Nr. 6 HWV 294 •
Schubert: Ouvertüre zu „Rosamunde – Die Zauberharfe“
Brillant • Mozart: Duett „Reich mir die Hand, mein Leben“
Händel: Orgelkonzert Nr. 10 op. 7 Nr. 4, HWV 309 •
D 644 • Haydn: Hornkonzert D-Dur, Hob. VIId:3 • Schubert:
aus Don Giovanni • Salieri: Sinfonie Nr. 19 D-Dur (1 Satz) •
Poulenc: Konzert für Orgel, Streichorchester und Pauken
Rosamunde / Zwischenaktmusik Nr. 1 • Mozart: Horn-
Saint-Saëns: Arie der Dalilah, „Mon coeur s‘ouvre“ • Fauré:
g-Moll • Händel: Orgelkonzert Nr. 1 op. 4 Nr. 1, HWV 289 •
konzert Nr. 3 Es-Dur KV 447 • Schubert: Sinfonie Nr. 6
Pavane op. 50 • Gershwin: Song der Clara „Summertime“ •
Händel: Orgelkonzert Nr. 13 F-Dur HWV 295
C-Dur D 589
Martin: Konzertino 76 • Kreisler, Fritz: Sissy / Kleiner Wiener
Bonn – Bonner Orchesterverein
Leitung: Robert Wittbrodt
Darmstadt – Instrumentalverein 1883
Leitung: Bart Barzonsky
Marsch • Moszkowski: Spanischer Tanz • Tschaikowski:
Suppé: Ouvertüre „Leichte Cavallerie“ • Mozart: Fagottkon-
Dvorák: Sinfonische Dichtung F-Dur op. 109, „Das goldene
Blumenwalzer aus „Der Nussknacker“ • Hollaender, Friedrich:
zert B-Dur KV 191 • Weber: Andante e Rondo Ungarese op.
Spinnrad“ • Haydn: Trompetenkonzert Es-Dur Hob. VIIe:1 •
Die Kleptomanin • Schostakowitsch: Walzer Nr. 2 aus der
35 • Svendsen: Sinfonie Nr. 1 D-Dur op. 4
Beethoven: Sinfonie Nr. 6 F-Dur op. 68
Brandenburg/Havel – Collegium musicum
Leitung: Ludwig Nast
Mussorgski: Bilder einer Ausstellung // Mozart: „Ah! Vous
dirai-je, Maman“ • Cornelius, Peter: Die Könige • Rätz,
Jazz-Suite Nr. 2 • Eilenberg: Galopp „Petersburger Schlitten-
Pachelbel: Kanon D-Dur • Mozart: Divertimento Nr. 4 B-Dur
Darmstadt – Orchester der Technischen
Universität
Leitung: Jan Schumacher
Berlin – Jugendorchester Charlottenburg
Leitung: Thomas Lamp
KV 186(159b) • Mozart: Andante für Flöte und Orchester
Rheinberger: Der Stern von Bethlehem op. 164; mit dem Chor
C-Dur KV 315 • Molter: Concerto pastorale G-Dur • Britten:
der TUD
Saint-Saëns: Danse macabre op. 40 • Borodin: Polowetzer
A Simple Symphony (1 Satz) • Linek: Sinfonia pastoralis •
Tänze aus „Fürst Igor“ • Dukas, Paul: Der Zauberlehrling •
Quantz: Flötenkonzert d-Moll
Darmstadt – Sinfonietta
Leitung: Martin Lukas Meister
Bremen – Orchester der Universität
Bremen
Leitung: Susanne Gläß
Strauß, J.: Walzer op. 292, „Aus den Bergen“ • Lehár: Lied
Berlin – Orchester Berliner Musikfreunde
Leitung: Yukari Ishimoto
Einhorn, Richard: „The Origin“ – Kantate über Leben und
Nr. 1 • Strauß, J.: Polka op. 373 „Auf der Jagd“ • Strauß, J.:
Werk von Charles Darwin (2008); mit dem Chor der Univer-
Csardas aus „Ritter Pasman“ op. 441 • Kálmán: / Lied „Heija,
Saint-Saëns: Cellokonzert Nr. 1 a-Moll op. 33 • Koetsier, Jan:
sität Bremen
heija, in den Bergen ist mein Heimatland“ aus „Die Csardas-
fahrt“ – Instrumentalsätze bearbeitet (überwiegend von W.
T. Heyn)
Elgar: KonzertOuvertüre „Cockaigne“ op. 40 • Holst: Suite
op. 32, „Die Planeten“, daraus Nr. 1, „Mars“ und Nr. 4, „Jupiter, the Bringer of Jollity“
Konzert für Blechbläser-Quintett und Orchester op. 133 •
und Csardas „Hör‘ ich die Zimbal-Klänge“ aus „Zigeunerliebe“ • Grieg: Peer-Gynt-Suite Nr. 1 • Monti, Vittorio: Czardas
Fürstin“ • Strauß, J.: Polka „Unter Donner und Blitz“
Dvorák: Sinfonie Nr. 7 d-Moll op. 70
Bruchsal – Sinfonieorchester 1837
Leitung: Stephan Aufenanger
Berlin – Sinfonieorchester Äskulap Berlin
Leitung: Jens Albert
Gluck: Ouvertüre zu „Iphigenie in Aulis“ • Bach: Doppel-
Dettingen – VHS-Orchester
Leitung: Gunther Schmidt-König
konzert d-Moll BWV 1043 • Berlioz: Ungarischer Marsch
Löhr, Hanns: Festlicher Marsch Es-Dur • Kéler, Béla: Italie-
Elgar: Serenade e-Moll op. 20 • Gounod: Bläsersinfonie B-Dur
aus „Fausts Verdammnis“ • Bruch: Schwedische Tänze op.
nische Schauspiel-Ouvertüre op. 131 • Badelt, Klaus: Medley
• Beethoven: Sinfonie Nr. 6 F-Dur op. 68 // Fauré: Pavane
63, Serie 2, Nr. 8-14 • Bizet: Carmen-Suite Nr. 1 // Mozart:
aus „Fluch der Karibik“
op. 50 • Fauré: Masques et Bergamasques op. 112 •
Idomeneo-Ouvertüre • Mozart: Krönungskonzert KV 537 •
Leitung: Paula Stark
Beethoven: Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 55
Grieg: Hochzeitstag auf Troldhaugen • Grieg: Peer-Gynt-Suite
Webber: Medley „Sinfonische Reflektionen“ • Sachse, Ernst:
Nr. 1 op. 46 • Grieg: Huldigungsmarsch aus „Sigurd Jorsalfar“
Concertino für Posaune und Orchester B-Dur • Bizet: Aus
Bielefeld – Freies Sinfonie-Orchester
Leitung: Witolf Werner
der L‘Arlésienne-Suite Nr. 2 • Jenkins, Karl: Palladio
Copland: Fanfare for the Common Man • Mendelssohn: Eine
Bubenreuth – Sinfonisches Orchester
Leitung: Klaus Pilhofer
Harmoniemusik • Barber: Adagio for Strings aus op. 11 •
Beethoven: Sinfonie Nr. 1 C-Dur op. 21 (1. Satz) • Stamitz,
Dillingen – Orchestervereinigung
Leitung: Barbara Flierl
Saint-Saëns: Danse macabre op. 40 • Tschaikowski: Sinfonie
A.: Konzert für zwei Flöten und Orchester G-Dur (1. Satz) •
Strauß, J.: Kaiserwalzer und Donauwalzer • Bernstein:
Nr. 5 e-Moll op. 64
Brahms: Ungarischer Tanz Nr. 6 • Strauß, J.: Einzugsmarsch
Auszug aus „West Side Story“
aus „Der Zigeunerbaron“ • Berlin, Irving: Potpourri „Irving
Bobingen – Kammerorchester
Leitung: Ludwig Schmalhofer
Berlin‘s America“; mit Egerländer Heimatchor; MGV Bubenreuth; Ev. Kirchenchor St. Lukas
Dorsten – confido vocale & camerata
Leitung: Wolfgang Endrös
Vivaldi: Oboenkonzert C-Dur, PV 41, RV 447, F. VII Nr. 6 •
Bach: Motette BWV 227, „Jesu meine Freude“ // Mozart:
Bach: Doppelkonzert d-Moll BWV 1043 und Doppelkonzert
Große Messe c-Moll KV 427 • Jolivet: Konzert für Flöte und
nach BWV 1060 • Vivaldi: Konzert für vier Violinen und
Streichorchester
Streichorchester h-Moll op. 3 Nr. 10, PV 148, F. IV Nr. 10
35
Konzertdokumentation
Dresden – Bläserkollegium Dresden
Leitung: Günter Schwarze
Düsseldorf – TONART-Orchester
Leitung: Barbara Sieks
Ettlingen – Ökumenische Philharmonie
Leitung: Frank Christian Aranowski
Muret, Jean-Joseph: Suite de Symphonies • Milan, Don Luis:
Burgmüller, Norbert: Ouvertüre F-Dur op. 5 • Schumann:
Mahler: Rückert-Lieder • Schubert: Große Sinfonie C-Dur
Adagio und Allegro • Trio F-Dur • Stanley, John: Voluntaries
Klavierkonzert a-Moll op. 54 • Schumann: Sinfonie Nr. 1
D 944
I und IV • Vejvanvsky, Pavel: Zwei Sarabanden • Anony-
B-Dur op. 38
Entrée aus der Suite C-Dur • Anonymus: Sonata C-Dur Nr. 1
Eilenburg – Musikverein
Leitung: Gabriele Hammermann
Frankfurt/M – Philharmonischer Verein
1834
Leitung: Armin Rothermel
• Richter, F.X.: Trio G-Dur • Vanhal: Konzert für Fagott und
Strauß, J.: „Wir laden gern uns Gäste ein“ • Ivanovici, Iwan
Hindemith: Engelkonzert aus „Mathis der Maler“ • Rolla,
Orchester F-Dur • Anonymus: Sonata C-Dur Nr. 2 • Caldara,
Josif: Walzer „Donauwellen“ • Bizet: Torréador aus „Carmen“
Allessandro: Bassetthorn-Konzert F-Dur • Schumann:
Antonio: Andante • Vejvanovsky, Pavel: Zwei Sarabanden
• Anderson, Leroy: Plink Plank Plunk! • Webber: Musical
Sinfonie Nr. 2 C-Dur op. 61
• Rosetti: Sinfonia D-Dur „Pastorale“; Gemeinsam mit dem
„Phantom der Oper“ / „All I Ask of You“ • Hetfield/Ulrich:
Benda-Kammerorchester Ústí nad Labem – Leitung z.T. durch
„Nothing Else Matters“ • Dvorák: Humoreske • Verdi:
Jiri Havlik // Reitzenstein, Christoph von: Festliche Fanfare
Triumphmarsch aus „Aida“ • Badelt, Klaus: Medley aus
Frankfurt/O – Orchester der Musikfreunde
Leitung: Gunther Reinecker
• Reinecke, C.: Trio op. 188 • Franck, C.: Panis angelicus •
„Fluch der Karibik • Williams, John: Musik aus „Star Wars“,
Boieldieu: Ouvertüre zu „Der Calif von Bagdad“ • Mozart:
Mozart: Divertimento Es-Dur KV 196e (Anh. 226) • Lauber,
„Jurassic Park“ und „ET“ • Webber: „Don‘t Cry for Me ...“
Die Hochzeit des Figaro KV 492 / Nr. 10, Cavatina „Porgia
Anton Joseph: Quatre Intermezzi • Schickele, Peter: Diverti-
aus „Evita“ • Coulais, B.: „Caresse sur l‘océan“ • Shore,
amor – Heil‘ge Quelle“ • Beethoven: Violin-Romanze F-Dur
mento • Händel: Suite aus der „Wassermusik“
Howard: The Lord of the Rings, Sinfonische Suite • Miles, J.:
op. 50 • Vanhal: Konzert für Orgel und Streichorchester
„Music“ • Strauß, J.: Egyptischer Marsch op. 335 • Come-
F-Dur (1. Satz) • Mozart: Don Giovanni KV 527 / Nr. 8, Arie
Dresden – medicanti – Orchester an der
Medizinischen Fakultät der TU Dresden
Leitung: Wolfgang Behrend
dian Harmonists: „Wochend und Sonnenschein“ und „Mein
Donna Elvira, „Ah, fuggi il traditor – Oh flieh‘ den Böse-
kleiner grüner Kaktus“, Bearbeitung für Bläser • Mahr, K.:
wicht“ • Dvořák: Slawischer Tanz op. 46 Nr. 8 • Händel:
„Unter südlicher Sonne“; z.T. Bearbeitungen/Arrangements
Oratorium „Der Messias“ / Nr. 18 Aria „Er weidet seine
Jubiläumskonzert 25 Jahre: Borodin: Polowetzer Tänze aus
(A. Hammermann u.a.)
Herde“ • Händel: Xerxes / Largo • Tschaikowski: Blumenwal-
mus: Parthia Nr. 2 Es-Dur • Pezelius, Johannes: Sonatina II
• Frannk, Fred L.: Overture for Brass // Fux, Johann Joseph:
„Fürst Igor“ • Rachmaninoff: Klavierkonzert Nr. 2 c-Moll •
zer aus „Der Nussknacker“ • Eilenberg: Galopp „Petersburger
Erlangen – Erlanger Kammerorchester
Leitung: Ulrich Kobilke
Schlittenfahrt“
visation (Varsang) op. 16 • Sibelius: Valse triste • Sibelius:
Sinfonische Ballade „Die Waldnymphe“ op. 15 • Sibelius:
Mozart: Ouvertüre zu „Don Giovanni“ • Beethoven:
Sinfonie Nr. 6 d-Moll op. 104
Violin-Romanze F-Dur op. 50 • Chausson, Ernest: Poème für
Freiburg – Akademisches Orchester
Leitung: Diego M. Etxebarria
Tschaikowski: Sinfonie Nr. 5 e-Moll op. 64 // Sibelius: Impro-
Violine und Orchester op. 25 • Fauré: Pelléas et Mélisande,
Bernstein: Ouvertüre zu „Candide“ • Schumann: Cellokon-
Dresden – Universitätsorchester
Leitung: Monica Buckland
Suite op. 80 • Schubert: Ouvertüre zu „Rosamunde – Die
zert a-Moll op. 129 • Dvorák: Sinfonie Nr. 6 D-Dur op. 60
Schubert: Ouvertüre zu „Fierabras“ op. 76 D 796 • Berg:
Leitung: Florian Zeh
Violinkonzert • Brahms: Sinfonie Nr. 2 op. 73
Bach: Suite Nr. 3 D-Dur BWV 1068 • Haydn: Sinfonie
Zauberharfe“ D 644
Nr. 57 D-Dur • Manfredini: Konzert für zwei Trompeten und
Dresden – Werkstattorchester
Leitung: Michael Ellis
Streichorchester D-Dur • Schubert: Sinfonie Nr. 3 D-Dur
Mozart: Ouvertüre zu „Die Entführung aus dem Serail“ •
Fauré: Pelléas et Mélisande op. 80 • Schumann: Introduktion
Esslingen – Hochschulorchester
Leitung: Steffi Bade-Bräuning
und Allegro appassionato op. 92 • Mussorgski: Eine Nacht
Bach: Suite Nr. 1 C-Dur BW 1066 • Beethoven: Violin-
auf dem kahlen Berge • Mendelssohn: Hebriden-Ouvertüre
Romanze G-Dur op. 40 • Dvorák: Bläserserenade op. 44 •
Bartók: Ungarische Skizzen Sz 97 • Schostakowitsch: Tahiti
Duisburg – Studio-Orchester
Leitung: Peter Baberkoff
Trott op. 16 • Hardiman, Ronan: Musik aus „The Lord of the
Dance“ • Williams, John: Jurassic Park, Filmmusik
Mozart: Flötenkonzert Nr. 2 D-Dur KV 314 • Debussy: Nachmittag eines Fauns • Brahms: Sinfonie Nr. 1 c-Moll op. 68
Ettlingen – Sinfonieorchester
Leitung: Judith Mammel
Duisburg – Rheinisches Orchester
Leitung: Eberhardt Dietz
Schubert: Ouvertüre D-Dur D 556 • Reinecke: Flötenkonzert
D-Dur op. 283 • Dvorák: Sinfonie Nr. 8 G-Dur op. 88
Händel: Feuerwerksmusik • Eilenberg: Galopp „Petersburger
Schlittenfahrt“ • Cerulli, Bob: Holiday-Pops • Händel:
Melodien aus dem „Messias“
Konzertdokumentation
36
Fürth – Junge Fürther Streichhölzer
Leitung: Bernhard Joerg
Purcell: Spielmusik aus „Abdelazer“ • Beethoven: Violin-
Halle – Akademisches Orchester der
Universität
Leitung: Matthias Erben
konzert D-Dur op. 61 • Dvorák: Sinfonie Nr. 9 e-Moll op. 95
Rossini: Ouvertüre zu „Il Signor Bruschino“ • Mozart:
Klavierkonzert Nr. 23 KV 488 • Tschaikowski: Sinfonie Nr. 4
Garching – Garchinger Sinfonieorchester
Leitung: Florian Erdl
f-Moll op. 36
Honegger: Pacific 231 • Sibelius: Violinkonzert d-Moll op. 47
Hamburg – Hasse-Orchester
Leitung: Klaus-Peter Modest
• Brahms: Sinfonie Nr. 1 c-Moll op. 68
Bach, J. Ch.: Sinfonie D-Dur op. 18 Nr. 4 • Tschaikowski:
Göppingen – Kammerorchester
Leitung: Wilfried Maier
Rokoko-Variationen • Gounod: Sinfonie Nr. 1 D-Dur
Händel: Oratorium Herkules HWV 69 / Ouvertüre •
Prokofjew: Peter und der Wolf
(2 Sätze) • Gounod: Sinfonie Nr. 2 Es-Dur (Sätze) //
Telemann: Kantate „Lobet den Herrn, alle Heiden“, Psalm
André: Messe ad majorem Dei gloriam; mit dem Ensemble
Hamburg – Haydn-Orchester
Leitung: Rida Murtada
vocal Chantenoes • dall‘Abaco: Concerto da chiesa a-Moll
Dvorák: Slawische Tänze op. 72, daraus Nr. 1 - 4 •
op. 2 Nr. 4 // Haydn, M.: Sinfonie D-Dur • Mendelssohn:
Schumann: Klavierkonzert a-Moll op. 54 • Dvorák: Sinfonie
Violinkonzert e-Moll op. 64 • Saint-Saëns: Sinfonie Nr. 2
Nr. 9 e-Moll op. 95
117, TVWV 1:1059 • Pachelbel: Magnificat • Campra,
a-Moll op. 55
Freiburg – Kammerorchester Landwasser
Leitung: Johannes Hielscher
Corelli: Weihnachtskonzert op. 6 Nr. 8 • Saint-Saëns: Weihnachtsoratorium op. 12; mit dem Ev. Kirchenchor Opfingen
Gummersbach – Symphonie-Orchester
des Oberbergischen Kreises
Leitung: Gus Anton
Hamburg – Orchester 91
Leitung: Mariano Chiacchiarini
Mozart: Titus-Ouvertüre • Tschaikowski: Rokoko-Variationen
op. 33 • Bruckner: Sinfonie Nr. 2 c-Moll
Grieg: Peer-Gynt-Suite Nr. 1 op. 46 • Brahms: Alt-Rhapsodie
Freiburg – Musikkollegium
Leitung: Michael Kuen
op. 53 • Schubert: Sinfonie h-Moll D 759, „Unvollendete“
• Strauß, J.: Donauwalzer // Brahms: Liebeslieder-Walzer
Hamburg – Sinfonieorchester Eppendorf
Leitung: Gints Racenis
Bruch: Romanze für Viola und Orchester F-Dur op. 85 •
– Bearbeitung für Streichorchester • Schumann: Cellokonzert
Mendelssohn: Hebriden-Ouvertüre op. 26 • Bruch: Konzert
Bruch: „Kol Nidrei“ op. 47, Bearbeitung für Streichorchester
a-Moll op. 129 • Wagner: Siegfried-Idyll // Pergolesi: Stabat
für Klarinette, Viola und Orchester op. 88 • Tschaikowski:
und Solo-Viola (W. Fritsche) • Haydn: Sinfonie Nr. 102 B-Dur
Mater; mit dem Gus-Anton-Kammerchor
Sinfonie Nr. 5 e-Moll op. 64
Freising – Musikschule
Leitung: Martin Keeser
Günzburg – Kammerorchester
Leitung: Markus Putzke
Hamburg – Wandsbeker Sinfonieorchester
Leitung: Martin Lentz
Neruda: Trompetenkonzert Es-Dur • Telemann: Konzert für
Beethoven: Coriolan-Ouvertüre • Beethoven: Tripelkonzert
Bruckner: Ouvertüre g-Moll op. posth. • Nielsen, C. A.:
zwei Klarinetten & Streichorchester d-Moll, BA 7 • Respighi:
op. 56 • Haydn: Sinfonie Nr. 104 D-Dur
Rhapsodische Ouvertüre „Eine Phantasiereise zu den
Adagio con variazioni für Violoncello & Orchester •
Schubert: Sinfonie h-Moll D 759, „Unvollendete“ • SaintSaëns: Danse macabre op. 40
Friedrichshafen – Sinfonieorchester
Leitung: Joachim Trost
Färöern“ • Sallinen, Aulis: Chamber Music Nr. 3 op. 58 für
Görlitz – Niederschlesisches Kammerorchester
Leitung: Thomas Seyda
op. 16 • Weinberg, Mieczislaw: Rhapsodie über moldawische
Themen op. 47 Nr. 1
Stamitz, C.: Orchester-Quartett G-Dur op. 1 Nr. 2 •
Parry, Ch. H. H.: An English Suite • Grieg: Holberg-Suite op. 40
Beethoven: Klavierkonzert Nr. 3 c-Moll op. 37 •
Tschaikowski: Sinfonie Nr. 1 op. 13, „Winterträume“
Violoncello und Streicher • Sibelius: Vårsang – Frühlingslied
Haar – Ensemble Haar
Leitung: Winfried Grabe
Hannover – Hannoversche Orchestervereinigung
Leitung: Martin Lill
Verdi: Ouvertüre zu „Nabucco“ • Chopin: Klavierkonzert
Fürth – Fürther Kammerorchester
Leitung: Horst Günter Lott
Bach: Suite Nr. 1 C-Dur BW 1066 • Händel: Concerto grosso
Nr. 1 e-Moll op. 11 • Wagner: Tristan und Isolde – Vorspiel
op. 6 Nr. 5 HWV 323 • Telemann: Suite für zwei Oboen und
und Isoldens Liebestod • Liszt: Les Préludes, G 97
Haydn: Ouvertüre B-Dur Hob. Ia:14, zur Oper „Armida“ •
Streichorchester B-Dur, TWV 55:B1 // Pergolesi: Salve Regina,
Mozart: Klarinettenkonzert KV 622 • Schubert: Sinfonie
Violinkonzert B-Dur, Sinfonia D-Dur und Stabat Mater
Nr. 5 B-Dur
37
Konzertdokumentation
Hannover – Ärzte-Orchester
Leitung: Lorenz Nordmeyer
Kehl – Kammer-Ensemble Kehl-Strasbourg
Leitung: Gabriel Mattei
Bizet, Impromptus aus „Jeux d‘enfants“ • Wieniawski: Finale
Ingolstadt – Symphonisches Salonorchester
Leitung: Thomas Frank
aus dem Violinkonzert Nr. 2 • Saint-Saëns: Cellokonzert
Bruch: Konzert für zwei Klaviere und Orchester op. 88a
• Saint-Saëns: Danse bacchanale aus „Samson und Dalilah“ •
Nr. 1 a-Moll op. 33 • Mendelssohn: Sinfonie Nr. 3 a-Moll
Leitung: Felix Glombitza
Delibes: Lakmé / 1. Akt, „Où va la jeune Indoue?“, Glöckchen-
op. 56
Orff: Carmina Burana; mit Ingolstädter Motettenchor und
arie • Alabieff, Alexander: Air „Le Rossignol – Die Nachtigall“
dem Kinderchor der Ingolstädter Nachtigallen
• Offenbach: Hoffmanns Erzählungen / Arie der Olympia „Les
Heidelberg – Sinfonie-Orchester TonArt
Leitung: Hannes Krämer
Meyerbeer: Air „Ombre légère“ – Schattentanz aus „Dinorah“
oiseaux dans la chamille“ • Borodin: Sinfonie Nr. 2 h-Moll
Jena – Sinfonieorchester Carl Zeiss
Leitung: Roland Weske
Lortzing: Ouvertüre und Ballettmusik aus „Undine“ • Eilen-
Kempten – Orchesterverein
Leitung: Mary Ellen Kitchens
Heidenheim – Cultura Kammerorchester
Leitung: Horst Guggenberger
berg: Die Mühle im Schwarzwald op. 52 • Lincke: Ouvertüre
Villa-Lobos: Konzert für Mundharmonika und Orchester
zu „Grigri“ • Bruch: Schwedische Tänze op. 63 • Breitung,
(1956) • Schtschedrin, Rodion: Carmen-Suite (1967) •
Pugnani, Gaetano: Sinfonia B-Dur • Bach: Brandenburgisches
Wolfgang: Schwedisches Liebeslied „Jag älskar dig“ • Sibeli-
Chávez, Carlos: Sinfonie Nr. 2 – Sinfonia India
Konzert Nr. 5 • Richter, F. X.: Sinfonie B-Dur
us: Finlandia op. 26 // Nehl, Wilhelm: Weihnachts-Ouvertüre
Bartók: Violinkonzert Nr. 2 • Brahms: Sinfonie Nr. 2 op. 73
Heidenheim – Voith Orchester
Leitung: Paraskevi Kontogianni
35 und 156 • Strauß, J.: Intermezzo aus „1001 Nacht“ •
Kiel – Kieler Kammerorchester
Leitung: Imre Sallay
Waldteufel: Walzer op. 183, „Die Schlittschuhläufer“ • Hum-
Mozart: Concertone für zwei Violinen und Orchester C-Dur
Mozart: Sinfonie Nr. 38 D-Dur KV 504 • Rossini: Introduk-
perdinck: Hänsel und Gretel / Fantasie // Grieg: Peer-Gynt-
KV 190 (186E) • Saint-Saëns: Introduction und Rondo op. 28
tion, Thema und Variationen für Klarinette und Orchester •
Suite Nr. 1 op. 46, daraus Nr. 1 „Morgenstimmung“ und
• Beethoven: Sinfonie Nr. 5 c-Moll op. 67 // Mozart: Sinfonie
Liszt: Marsch aus dem Oratorium „Christus“
Nr. 4, „In der Halle des Bergkönigs“ • Strauß, Eduard: Polka
Es-Dur KV 184 • Mozart: Divertimento Nr. 11 D-Dur KV 251
„Märzveilchen“ • Strauß, J.: Polka op. 328, „Sängerslust“ •
(Einrichtung für Streichquartett und Orchester) • Mozart:
Hersbruck – Collegium Musicum
Leitung: Susanne Pflaumer
Weiss, George D.: „What a Wonderful World“ • Joel, Billy:
Sinfonia concertante KV 320e, Tripel-Konzert (ergänzt
„Lullabye“ • Chillcott, Bob: „I Share Creation“ • Jung, Fredo:
von E. Melkus) • Haydn: Sinfonie Nr. 94 G-Dur // Dvorák:
Rossini: Ouvertüre „Die diebische Elster“ • Massenet:
„Ein Jäger längs dem Weiher ging“ • Auber: Ouvertüre zu
Bläserserenade op. 44 • Glasunow: „Chant du Ménestrel“ für
Meditation aus „Thais“ • Offenbach: Cancan aus „Orpheus
„Fra Diavolo“ • Eilenberg, Richard: 5 Charakterstücke •
Violoncello und Orchester op. 71 • Tschaikowski: Rokoko-
in der Unterwelt“ • Elgar: Liebesgruß op. 12 • Elgar: Marsch
Rossini: Ouvertüre zu „Der Barbier von Sevilla“ • Elgar: „The
Variationen op. 33 • Schumann: Bilder aus Osten op. 66
Nr. 4 aus „Pomp and Circumstances“ op. 39 • Grieg: Solveigs
Shower“ • N.N.: „Es klappert die Mühle“ (Arr. G. Meyer) •
– Bearbeitung für Orchester (C. Reinecke)
Lied und „In der Halle des Bergkönigs“ aus „Peer Gynt“ •
N.N.: „Die Vogelhochzeit“ (Arr. F. Jung)
• Bach: Orgelkonzert d-Moll, Rekonstruktion nach BWV
Tschaikowski: Sérénade mélancolique op. 26 • Tschaikowski:
Kirchheim unter Teck – Schwäbisches
Kammerorchester
Leitung: Matthias Baur
Tanz Nr. 1 g-Moll • Mozart: Rondo für Violine und Orchester
Kaiserslautern – Sinfonieorchester des
Landkreises
Leitung: Alexander Meyer
KV 373 • Strauß, J.: Donauwalzer und Kaiserwalzer
Ravel: Pavane zum Gedächtnis einer Infantin • Vaughan
A.: Kontrabass-Konzert fis-Moll op. 3 • Mozart: Salzburger
Williams: Fantasia on Greensleeves • Elgar: Cellokonzert
Sinfonie Nr. 1 D-Dur KV 136 • Tschaikowski: Serenade op. 48
Walzer aus „Der Schwanensee“ • Dvorák: Prager Walzer •
Liszt: Ungarische Rhapsodie Nr. 1 • Brahms: Ungarischer
Janáček: Suite für Streichorchester • Koussevitzky, Sergej
Homburg/Saar – KammerSinfonie
Orchester
Leitung: Jonathan Kaell
e-Moll op. 85 • Strauss, R.: Bläserserenade op. 7 • Haydn:
Sinfonie Nr. 99 Es-Dur
Köln – Rainbow Symphony Cologne
Leitung: Thomas Krause
Beethoven: Leonoren-Ouvertüre Nr. 1 C-Dur op. 138 •
Karlsruhe – Junge Philharmonie
Leitung: Georg Köhler
Brahms: Alt-Rhapsodie op. 53; mit dem Chor „Die Zauber-
Brahms: Violinkonzert D-Dur op. 77 • Mendelssohn: Sinfonie
Nr. 3 a-Moll op. 56
Schubert: Sinfonie h-Moll D 759, „Unvollendete“ • Bruch:
Konzertstück für Violine und Orchester op. 84 • Beethoven:
Ilmenau – Kammerorchester der Technischen Universität
Leitung: Daniele Squeo
Sinfonie Nr. 7 A-Dur op. 92
flöten“
Konstanz – Concerto Konstanz
Leitung: Wolfgang Mettler
Purcell: Spielmusik aus „Abdelazer“ • Jacob, Gordon: Suite
Kassel – Jugendsinfonieorchester
Leitung: Lucas Waldin
für Blockflöte und Streicher • Torelli: Weihnachtskonzert
Tschaikowski: Nussknacker-Suite op. 71a • Saint-Saëns:
Danse macabre op. 40 • Bizet: L‘Arlésienne-Suiten Nr. 1 & 2
Vivaldi: Konzert für Streichorchester mit Cembalo D-Dur
Akkordeon, Percussion und Streicher // Mozart: Requiem
RV 121 • Elgar: Drei Charakteristische Stücke op. 10 •
d-Moll; mit dem Chor der Geschwister-Scholl-Schule
Dvorák: Sinfonie Nr. 7 d-Moll op. 70
Konzertdokumentation
38
op. 8 Nr. 6 • Lee, Hope: „Secret of the Seven Stars“ für
Korbach – Waldeckisches Kammerorchester
Leitung: Rainer Böttcher
Marburg – Junge Philharmonie
Leitung: Hyun-Jin Yun
Moosburg – Kammerorchester
Leitung: Erwin Weber
Susato, Tielman: Drei Tänze (Arr. J. Iveson) • Bizet: Carmen-
Brahms: Tragische Ouvertüre op. 81 • Grieg: Klavierkonzert
Rossini: Ouvertüre zu „Die Italienerin in Algier“ • Davidoff,
Suite Nr. 1 • Tschaikowski / Beatles: Nutcracker Suite •
a-Moll op. 16 • Beethoven: Sinfonie Nr. 7 A-Dur op. 92
Karl: 1. Satz aus dem Cellokonzert Nr. 3 • Strauß, J.: Früh-
Saint-Saëns: Danse bacchanale aus „Samson und Dalilah“ •
lingsstimmen-Walzer op. 410 • Offenbach: Pariser Leben /
Ouvertüre nach Themen • Grieg: Peer-Gynt-Suite Nr. 1
nicht aus Liebe weinen“ aus „Es war eine rauschende Ball-
Marl – Musikgemeinschaft
Leitung: Wolfgang Endrös
nacht“ • Albeniz, I. M. F.: Tango D-Dur op. 165 Nr. 2 •
Saint-Saëns: Sinfonische Dichtung op. 39, „Phaeton“ •
Halle des Bergkönigs“ • Dvorák: Sinfonie Nr. 9 e-Moll op. 95
Mancini, Henry: A Tribute to Henry Mancini (Arr. C. Custer)
Mendelssohn: Ballade „Die erste Walpurgisnacht“ op. 60 •
(3. und 4. Satz)
• Schrammel: Marsch „Wien bleibt Wien“ (Arr. Mai-Kümmel)
Beethoven: Sinfonie Nr. 6 F-Dur op. 68
Anderson, Leroy: Blue Tango • Mackeben, Theo: Lied „Nur
op. 46, daraus Nr. 1 „Morgenstimmung“ und Nr. 4, „In der
Metzingen – Kammerorchester
Leitung: Oliver Bensch
Müllheim – Markgräfler Symphonieorchester
Leitung: Uwe Müller-Feser
Ives: The Unanswered Question • Mozart: Sinfonia concer-
Respighi: Tre corali nach J.S. Bach• Elgar: Cellokonzert e-Moll
tante KV 297b • Beethoven: Sinfonie Nr. 1 C-Dur op. 21
op. 85 • Beethoven: Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 55 // Mendels-
• Strauß, J.: Fledermaus-Ouvertüre
Kronach – Kammerorchester
Leitung: Monika Herr
Skalkottas, Nikos: Drei griechische Tänze • Pärt: Summa
• Piazzolla, Astor: Tango Sensations für Bandoneon und
Streicher (1988) • Pärt: „My Heart‘s in the Highlands“, Bearb.
für Alt und Streichorchester (M. Herr) • Komitas, Vardapet:
Armenische Miniaturen (arr. S. Aslamazian)
sohn: Ouvertüre „Das Märchen von der schönen Melusine“
Moers – Niederrheinisches Kammerorchester
Leitung: Philip van Buren
• Mendelssohn: Violinkonzert e-Moll op. 64 • Schubert:
Rosamunde op. 26, D 797 / Ballettmusiken 1 und 2 • Mozart:
Haffner-Sinfonie KV 385
Schubert: Ouvertüre im italienischen Stil Nr. 2 C-Dur D 591 •
Kulmbach – Kammerorchester
Leitung: Horst Degelmann
Mozart: Hornkonzert Nr. 4 KV 495 • Schumann: Sinfonie Nr.
3 Es-Dur op. 97
München – Bayerisches Ärzteorchester
Leitung: Reinhard Steinberg
Albinoni: Concerto D-Dur für Oboe und Streichorchester
Barber: Adagio for Strings aus op. 11 • Bruckner: Sinfonie
op. 7 Nr. 6 • Beethoven: Klavierkonzert Nr. 1 C-Dur op. 15 //
Nr. 8 c-Moll
Grieg: Holberg-Suite op. 40 (Sarabande und Gavotte) •
München – Bayerische Philharmonie
Leitung: Mark Mast
Vivaldi: Aria aus der Motette RV 630 • Vivaldi: Doppelkonzert d-Moll op. 3 Nr. 11, PV 250, RV 565, F. IV Nr. 11
Bach: Weihnachtsoratorium BWV 248 (Teile I - III und V);
Leipzig – Akademisches Orchester
Leitung: Horst Förster
mit dem Chor der Bayerischen Philharmonie
Martinu: Suite aus „Die Komödie auf der Brücke“ • Bruch:
Konzert für Klarinette, Viola und Orchester op. 88 •
München – Junge Münchner Symphoniker
Leitung: Bernhard Koch
Schumann: Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 97
Schubert: Sinfonie h-Moll D 759, „Unvollendete“ • Beethoven: Violinkonzert D-Dur op. 61 • Grieg: Peer-Gynt-Suite
Leipzig – Sinfonischer Musikverein
Leitung: Frank Lehmann
Nr. 1 op. 46, daraus Nr. 1 „Morgenstimmung“ • Debussy:
Nachmittag eines Fauns
Krause-Graumnitz, Heinz: Quem pastores laudavares •
op. 55 • Rust, F.W.: Sinfonia aus der Festkantate • Strehlow,
München – Munich Philharmonic Pops
Leitung: Gabriel Venzago
Vincent: Sinfonia sognante (Uraufführung) • Mozart: Messe
Jenkins, Karl: Palladio (1. Satz) • Rutter, John: Suite für Strei-
KV 427 c-Moll, Große Messe; daraus „Et incarnatus est“ •
cher • Walton, W.: 2 Stücke aus der Filmmusik „Henry V“ •
Händel: Einzug der Königin von Saba – Sinfonia aus „Salomo“
Schostakowitsch: Suite aus der Filmmusik „Die Hornisse“
• Manfredini: Weihnachtskonzert op. 3 Nr. 12 • Mendels-
op. 97a (1955) • Giesriegl, Dominik: „Fabula Machinae“ Suite •
sohn: Choralkantate „Vom Himmel hoch“; mit der Kantorei
Ives: The Unanswered Question
Bruch: Canzone für Violoncello und Orchester B-Dur
Markranstädt
München – Münchner Behördenorchester
Leitung: Günter Maier
Mainz – Rheinische Orchesterakademie
Leitung: Gernot Sahler
Mozart: Ouvertüre zu „Der Schauspieldirektor“ • Haydn: Cel-
Pärt: Fratres • Berg: Violinkonzert • Mendelssohn: Sinfonie
lokonzert D-Dur Hob. VIIb:2 • Gounod: Sinfonie Nr. 1 D-Dur
Nr. 5 D-Dur op. 107
39
Konzertdokumentation
München – Münchner internationales
Orchester
Leitung: Christopher McMullen-Laird
Oberndorf am Neckar – Collegium
Musicum
Leitung: Peter Hirsch
Pfullingen – MartinsKollegium
Leitung: Dirk Altmann
Roman, J.H.: Suite aus „Drottningholmmusiken“ • Grant,
Bach, J.Bernh.: Orchestersuite Nr. 4 D-Dur • Suk, Josef:
Weber: Klarinettenkonzert Nr. 2 op. 74 • Schubert: Sinfonie
David: „Rommet mellom ordene“ (Uraufführung) • Nielsen,
Menuett • Clarke, Jeremiah: Suite D-Dur für Trompete und
Nr. 6 C-Dur D 589
C.A.: Sinfonie Nr. 1 g-Moll op. 7 • Grieg: Klavierkonzert
Orchester • Haydn: Sinfonie Nr. 22, „Der Philosoph“
a-Moll op. 16
Sibelius: Andante festivo und Valse triste aus op. 44 •
Potsdam – Collegium musicum
Leitung: Knut Andreas
München – Neuperlacher Kammerorchester
Leitung: Wolfgang Schmitt
Ochsenhausen – Kammerorchester der
Stadt
Leitung: Fernando Stefanucci
Bach: Suite Nr. 2 h-Moll BW 1067 • Mozart: Salzburger Sin-
Vivaldi: Magnificat g-Moll RV 610 • Vivaldi: Dixit Dominus
Gomes, Antonio Carlos: Ouvertüre zu „Il Guarany“ •
fonie Nr. 1 D-Dur KV 136 • Thieriot, Ferdinand: Serenade für
RV 595; mit dem Coro Polifonico Città di Subiaco
Sibelius: „Der Schwan von Tuonela“ und „Lemminkäinen
Streichorchester op. 44 • Thieriot, Ferdinand: Zwei Walzer
Leitung: Ludwig Kibler
zieht heimwärts“ aus op. 22 • Schumann: Ouvertüre zu
für Streichorchester op. 54 • Barber: Adagio for Strings aus
Vivaldi: Flötenkonzert D-Dur op. 10 Nr. 3, PV 155, RV 428, F.
„Julius Cäsar“ op. 128 • Grieg: Lyrische Suite op. 54
op. 11
VI Nr. 14 • Mozart: Motette „Exsultate, jubilate“
Humperdinck: Hänsel und Gretel – Szenische Aufführung
Leitung: Parcival Módolo
Rastatt – Kammerorchester
Leitung: Peter Epple
München – ODEON Jugendsinfonieorchester
Leitung: Julio Doggenweiler Fernández
Oldenburg – Orchester der
Carl-von-Ossietzky Universität
Leitung: Rida Murtada
Prokofjew: Cinderella-Ballett op. 87; mit der Ballettschule der
Händel: Concerto grosso G-Dur op. 3 Nr. 3, HWV 314 •
• Bach: Doppelkonzert nach BWV 1060 • Bach: Kantate
Musikschule Gilching
Beethoven: Klavierkonzert Nr. 4 G-Dur op. 58 • Haydn:
BWV 84, „Ich bin vergnügt in meinem Glücke“
Bach: Brandenburgisches Konzert Nr. 3 BW 1048 • Händel:
Trompetenkonzert D-Dur • Ricciotti: Concertino Nr. 2 G-Dur
Sinfonie Nr. 104 D-Dur
München – Symphonisches Orchester
München-Andechs
Leitung: Andreas Pascal Heinzmann
Rheda-Wiedenbrück – Kammermusikvereinigung der Stadt
Leitung: Gregor van den Boom
Rachmaninow: Klavierkonzert Nr. 2 c-Moll op. 18 •
Osnabrück – Orchester Osnabrücker
Musikfreunde
Leitung: Reinmar Neuner
Schostakowitsch: Sinfonie Nr. 5 d-Moll op. 47 •
Bode, Otto: „Informel“ – Symphonisches Bild für Orchester •
Concerto grosso F-Dur op. 6 Nr. 2 • Wassenaer: Aus Sei
Tschaikowski: Blumenwalzer aus „Der Nussknacker“
Bruch: Violinkonzert Nr. 1 g-Moll op. 26 • Mahler: Sinfonie
concerti armonici
Händel: Orgelkonzert Nr. 4 F-Dur HWV 292 • Corelli:
Nr. 1 D-Dur
Neustadt bei Coburg – Gesellschaft der
Musikfreunde
Leitung: Rolf Otto
Ottersberg – Kammerorchester
Leitung: Clive Ford
Mozart: Konzert C-Dur für Flöte, Harfe und Orchester
Purcell: Chaconne g-Moll • Mozart: Hornkonzert Nr. 3
op. 5 Nr. 3 • Schiassi: Weihnachts-Sinfonie D-Dur •
KV 299 • Schubert: Sinfonie Nr. 6 C-Dur D 589 • Bruch:
Es-Dur KV 447 • Holst: Country Song op. 22a (Lieder ohne
Wassenaer: Concertino Nr. 2 B-Dur • Vivaldi: Konzert für Fa-
Schottische Phantasie op. 46
Worte) • Genzmer: Sinfonietta • Beethoven: Ouvertüre zu
gott und Streichorchester a-Moll, PV 72, RV 497, F. VIII Nr. 7
„König Stephan“ op. 117
• Ordonez, Karl von: Sinfonie B-Dur // Telemann: Polnisches
Nürnberg – Orchester-Gemeinschaft
Leitung: Gordian Teupke
Schwerin – Collegium musicum
Leitung: Adalbert Strehlow
Albinoni: Concerto D-Dur für Violine und Streichorchester
Konzert • Janitsch, J. G.: Sinfonia B-Dur • Friedrich II. von
Weber: Freischütz-Ouvertüre • Rachmaninow: Konzert für
Parchim – Collegium musicum
Leitung: Wolfgang Friedrich
Klavier und Orchester Nr. 4 g-Moll op. 40 • Brahms: Sinfonie
Farkas, F.: Tänze des ungarischen Barocks • Ligeti: Ballade
Nr. 1 c-Moll op. 68
und Tanz • Zehm, Friedrich: „Cha-Cha“ • Vivaldi: Gitarren-
Preußen: Sinfonie Nr. 2 G-Dur • Bach: Violinkonzert Nr. 1
a-Moll BW 1041 • Monn: Sinfonie G-Dur
Two Spirituals • Stolte, Siegfried: Concertino für Blockflöte
Schwieberdingen – Strohgäu Sinfonieorchester
Leitung: Frédéric Tschumi
und Streichorchester • Scarlatti, A.: Sinfonie Nr. 2 D-Dur
Rodrigo: Concierto de Aranjuez • Brahms: Ungarische Tänze
// Vivaldi: Konzert für Streichorchester e-Moll, PV 113, RV
Nr. 1, 3 und 5 • Bizet: L‘Arlésienne-Suite Nr. 1 • Sibelius:
133, F. XI Nr. 43 • Sibelius: Andante festivo • Manfredini:
Finlandia op. 26
konzert D-Dur nach RV 93, F. XII Nr. 15 • Sternberg, F.W.:
Weihnachtskonzert op. 3 Nr. 12 • Vivaldi: Konzert für zwei
Violinen Streichorchester und Cembalo d-Moll, PV 281, RV
514, F. I Nr. 100 • Telemann: Violakonzert G-Dur
Schwäbisch Gmünd – Philharmonie
Leitung: Knud Jansen
Beethoven: Coriolan-Ouvertüre • Tschaikowski: Violinkonzert
D-Dur op. 35 • Mendelssohn: Sinfonie Nr. 3 a-Moll op. 56
Konzertdokumentation
40
Senden – Sinfonieorchester der Musikvereinigung
Leitung: Alexey Tyulmenkov
Steinfurt – Collegium musicum
Leitung: Bettina Bartels
Traunreut – Ruperti-Kammerorchester
Leitung: Richard Kalahur
Händel: Concerto grosso B-Dur op. 6 Nr. 7, HWV 325 •
Mozart: Ouvertüre zu „Der Schauspieldirektor“ • Mozart:
Beethoven: Egmont-Ouvertüre • Schubert: Sinfonie h-Moll
Boccherini: Cellokonzert B-Dur G 482 • Respighi: Antiche
Hornkonzert Nr. 3 Es-Dur KV 447 • Beethoven: Sinfonie
D 759, „Unvollendete“ • Dvorák: Largo aus Sinfonie Nr. 9
danze ed arie, Suite Nr. 3 • Stamitz, A.: Konzert für zwei
Nr. 1 C-Dur op. 21
e-Moll op. 95 • Mozart: Klavierkonzert Nr. 21 KV 467
Flöten und Orchester G-Dur
Siegen – Collegium Musicum
Leitung: Bruce Whitson
Beethoven-Programm: Ouvertüre König Stephan op. 117,
Stuttgart – Orchester Stuttgarter Musikfreunde
Leitung: Georg Schmitt
Klavierkonzert Nr. 2 B-Dur op. 19 und Sinfonie Nr. 1 op. 21
Spontini, Gasparo: Ouvertüre zu „Die Vestalin“ • Vivaldi:
Traunstein – Musik-Kollegium
Leitung: Augustin Spiel
Beethoven: Prometheus-Ouvertüre • Mendelssohn: Klavierkonzert Nr. 1 g-Moll op. 25 • Schubert: Sinfonie h-Moll
D 759, „Unvollendete“
Konzert für Streichorchester e-Moll, PV 113, RV 133, F. XI Nr.
St. Ingbert – Städtisches Orchester
Leitung: Norbert Feibel
43 • Mercadante: Flötenkonzert e-Moll op. 57 • Rossini:
Tancred-Ouvertüre • Rossini: Arie der Rosina, „Una voce
Ulm – Orchester der Hochschule
Leitung: Virgil Bunea
Gluck: Ouvertüre zu „Iphigenie in Aulis“ • Beethoven: Acht
poco fa – Frag ich mein beklomm‘nes Herz“ • Donizetti:
Brahms: Violinkonzert D-Dur op. 77 • Gounod: Sinfonie
Wiener Tänze • Cimarosa: Konzert für zwei Flöten und Or-
Cavatina „Quel guardo il cavaliere“ aus Don Pasquale •
Nr. 1 D-Dur • Rossini: Ouvertüre zu „Die seidene Leiter“
chester G-Dur • Mozart: Idomeneo-Ouvertüre • Boieldieu:
Salieri: Sinfonie Nr. 19 D-Dur
Ulm – Studio Ulmer Musikfreunde
Leitung: Wilhelm F. Walz
Ouvertüre zu „Der Calif von Bagdad“ • Meyerbeer: Kröaus der Ballettsuite • Halvorsen: Einzugsmarsch der Bojaren
Stuttgart – Orchesterverein
Leitung: Fritz Roth
• Elgar: Marsch Nr. 4 aus „Pomp and Circumstances“ op. 39
Mussorgski: Bilder einer Ausstellung (Ravel) // Poulenc: Kon-
Große Sinfonie C-Dur D 944 // Haydn: Cellokonzert C-Dur
zert für Orgel, Streichorchester und Pauken g-Moll
Hob. VIIb:1 • Suk: Serenade Es-Dur op. 6 • Mozart: Sinfonia
Stade – Kammerorchester
Leitung: Alexander Mottok
Leitung: Alexander Adiarte
concertante Es-Dur KV 364
Mozart: Requiem d-Moll • Pärt: „An den Wassern zu Babel ...“
Orgel, Streichorchester und Pauken g-Moll; mit der Sing-
Psalm 137; mit dem Vox humana Chorprojekt
akademie Stuttgart
Stadtbergen – Symphonieorchester
Leitung: Tristan Uth
Dvorák: Messe D-Dur op. 86 • Dvorák: Sinfonie Nr. 9 e-Moll
Stuttgart – Sinfonieorchester Stuttgarter
Liederkranz
Leitung: Ulrich Walddörfer
op. 95 • Fauré: Pavane op. 50
Sibelius: Finlandia op. 26 • Liszt: Klavierkonzert Nr. 2 A-Dur
Viernheim – Starkenburg Philharmoniker
Leitung: Günther Stegmüller
• Beethoven: Sinfonie Nr. 6 F-Dur op. 68
Lortzing: Der Wildschütz – Szenische Aufführung mit der
nungsmarsch aus „Der Prophet“ • Delibes: Sylvia / Prélude
Weber: Klarinettenkonzert Nr. 1 f-Moll op. 73 • Schubert:
Beethoven: Messe C-Dur op. 86 • Poulenc: Konzert für
Velbert – Bürgerhausorchester
Leitung: Claus Tinnes
Locatelli: Sinfonie f-Moll, „Trauersinfonie“ • Scarlatti, A.:
Concerto grosso Nr. 1 f-Moll • Pergolesi: Stabat Mater
Apostelspielschar
Tettnang – Kammerorchester
Leitung: Reiner Hobe
Schubert: Sinfonie Nr. 5 B-Dur D 485 • Mozart: Sinfonie
Waiblingen – Sinfonietta
Leitung: Margret Urbig
Nr. 40 g-Moll KV 550; Gemeinsam mit dem Westallgäuer
Beethoven: Egmont-Ouvertüre • Tschaikowski: Klavierkon-
Kammerorchester
zert Nr. 1 b-Moll op. 23 • Beethoven: Sinfonie Nr. 4 B-Dur
Leitung: Jürgen Jakob
op. 60 // Bach, J.Ch.: Sinfonie D-Dur op. 18 Nr. 4 • Haydn:
Händel: Wassermusik HWV 348 – Suite Nr. 1 F-Dur •
Sinfonie Nr. 82 C-Dur • Tschaikowski: Rokoko-Variationen
Mozart: Allegro aus „Eine kleine Nachtmusik“ • Schubert:
op. 33
Militärmarsch D-Dur op. 51 Nr. 1, D 733 • Brahms: Walzer
Albeniz, I.M.F.: Tango op. 165 Nr. 2 • Joplin: Ragtime „The
Waldkraiburg – Orchestergemeinschaft
Leitung: Ferenc Szelim Bene
Strenuous Life“ • Piaf/Louiguy: La vie en rose • Loewe,
Mozart-Programm: Ouvertüre zu „Cosi fan tutte“, Horn-
Frederick: Auszug aus „My Fair Lady“ • Bizet: Konzertante
konzert Nr. 3 Es-Dur KV 447, Fagottkonzert B-Dur KV 191,
Ausschnitte aus „Carmen“ • Bernstein: Auszug aus „West
Violinkonzert Nr. 3 G-Dur KV 216 und Sechs deutsche Tänze
Side Story“
KV 600
op. 39 Nr. 15 • Rubinstein, A.: Melodie Nr. 1 F-Dur op. 2 •
41
Konzertdokumentation
Sicherheit versus Schönheit
Wasserburg – Kammerorchester
Leitung: Klaus Kaufmann
Wuppertal – Instrumental-Verein
Leitung: Christof Hilger
Hensel, Fanny C.: Ouvertüre C-Dur • Schumann: Klavier-
Berlioz: Ungarischer Marsch aus „Fausts Verdammnis“ •
konzert a-Moll op. 54 • Mendelssohn: Orchesterstücke
Bruch: Violinkonzert Nr. 1 g-Moll op. 26 • Beethoven:
aus „Ein Sommernachtstraum“ op. 61 • Schumann, Clara:
Sinfonie Nr. 6 F-Dur op. 68
Klavierkonzert a-Moll op. 7
Weilheim – Kammerorchester
Leitung: Vasja Legisa
Wuppertal – Sinfonietta
Leitung: Werner Dickel
Rautavaara, Einojuhani: Suite für Streicher • Seiber, Mátyás:
Mozart: Sinfonie Nr. 1 KV 16 • Haydn: Cellokonzert D-Dur
Concertino für Klarinette und Streichorchester • Pärt: Fratres
Hob. VIIb:2 • Schubert: Sinfonie Nr. 5 B-Dur D 485
• Janáček: Suite für Streichorchester
Wetzlar – Junges Sinfonie-Orchester
Leitung: Oliver Blüthgen
Würzburg – Kammerorchester Grombühl
Leitung: Josef Kretzmann, Gerhard Polifka
Gulda, Friedrich: Konzert für Violoncello und Blasorchester
Schubert: Ouvertüre c-Moll D 8 • Fauré: Prélude und
• Schubert: Große Sinfonie C-Dur D 944 • Molter: Concerto
Sicilienne aus „Pelléas et Mélisande“ op. 80 • Gluck: Reigen
Nr. 1 D-Dur für Trompete, Streicher und Continuo • Bach,
seliger Geister • Dvorák: Legenden op. 59
C.Ph.E.: Sinfonie C-Dur Wq 182 Nr. 3 • Friedrich II. von
für Trompete und Orchester D-Dur, P.deeSt. • Bach, C. Ph. E.:
Würzburg – Sinfonieorchester con brio
Leitung: Gerd Feser
Konzert für Flöte und Streichorchester d-Moll Wq 22
Bartók: Konzert für Orchester • Beethoven: Violinkonzert
Preußen: Flötenkonzert Nr. 3 C-Dur • Haydn, M.: Concertino
D-Dur op. 61
Jede einzelne Aktion in Richtung Sicherheit
geht auf Kosten der Schönheit und Wahrheit. Dass das Spiel sicherer und zugleich
schöner wird, gibt es nicht. Das habe ich nie
erlebt. Natürlich, der Hornist will nicht kicksen, der Geiger will bei einem schwierigen
Lagenwechsel nicht auf einem falschen Ton
landen. Doch wenn der Musiker viel riskiert
und es trotzdem nicht danebengeht, dann
sind wir schon ein kleines Stückchen weiter
in Richtung auf das Ziel. Das Streben nach
Sicherheit ist vielleicht auch Resultat der
Gepflogenheiten in amerikanischen Orchestern. Es war eine Zeit, in der es sehr viele
gute Musiker gab und in der man mit den
Musikern sehr streng war; wenn ein Bläser
dreimal kickste, konnte es passieren, dass
er entlassen wurde. Aber ich finde, wenn
ein Bläser deshalb kickst, weil er viel riskiert
und dauernd in diesem Grenzbereich spielt,
dann sollte man ihn nicht entlassen, sondern in Gold packen!
N. Harnoncourt
(aus Missverständnis und Missbrauch der
Musik, veröffentlicht in Fono-Forum 4/1992,
zitiert aus Mozart-Dialoge, 2009, S. 46)
Wiehl/Nümbrecht – Oberbergisches
Kammerorchester
Leitung: Stephan Kümmeler
Zwiesel – Freie Orchestervereinigung
Leitung: Max Deml
Strauß, J.: Kaiserwalzer op. 437 und Neue Pizzicato-Polka op.
Mozart: Sinfonie Nr. 25 g-Moll KV 183 • Mendelssohn:
449 • Benatzky: Im weißen Rössl / „Mein Liebeslied muß ein
Hebriden-Ouvertüre op. 26 • Weber: Freischütz-Ouvertüre
Walzer sein“ • Stolz, Robert: „Du sollst der Kaiser meiner
• Williams, John: Themen aus „Harry Potter und die Kammer
Seele sein“ und „Adieu, mein kleiner Gardeoffizier“ • Strauß,
des Schreckens“ • Silvestri, Alan: „Cast Away“ • Kamen,
Herausgeber: Bundesverband Deutscher
J.: Schatz-Walzer op. 418 • Kampen, Bernhard von: Maus-
Michael: Suite „Band of Brothers“ • Shore, Howard: „The Lord
Liebhaberorchester e.V. | Berggartenstraße 11 |
walzer • Suppé: Boccaccio / Lied „Hab ich nur Deine Liebe“ •
of the Rings“ – Sinfonische Suite
01277 Dresden | www.bdlo.de | [email protected] |
Impressum
(0351) 810 42 38
Straus, O.: Walzerträume • Lehár: Der Zarewitsch / Lied der
Redaktion: Dr. Michael Knoch | Dr. Michael Goldbach |
Sonja „Einer wird kommen“ • Lehár: Vilja-Lied • Abraham:
Dr. Joachim Landkammer | Rupert Plischke |
Blume von Hawaii / Lied „Heut hab‘ ich ein Schwipserl!“ //
Torsten Tannenberg
Corelli: Weihnachtskonzert op. 6 Nr. 8 • Cornelius: Drei
Redaktionsleitung: Dr. Michael Knoch |
Weihnachtslieder • Vivaldi: Konzert für Violoncello und
(030) 824 01 08 | [email protected]
Orchester e-Moll • Vivaldi: Der Winter • Telemann: Viola-
Anzeigenverkauf: Torsten Tannenberg |
konzert G-Dur • Bach: Brandenburgisches Konzert Nr. 3 BW
(0351) 810 42 38 | [email protected]
1048 // Telemann: Suite fis-Moll TV 55:fis1 • Händel: Suite für
Erscheinungsweise: halbjährlich (Juni | Dezember)
Trompete und Streichorchester D-Dur • Torelli: Trompeten-
Redaktionsschluss: 20. April | 20. Oktober
konzert D-Dur • Bach: Suite Nr. 1 C-Dur BW 1066
Layout: Matthias Pagenkopf
Druck: Lößnitz-Druck GmbH
Auflage: 6.200
Wiesbaden – Orchesterverein
Leitung: Frank Segner
Einzelheft: 5,– Euro | Jahresabonnement: 7,50 Euro
ISSN 0460-0932
Haydn: Missa B-Dur, „Harmoniemesse“ Hob. XXII:14 •
Hinweis der Redaktion: Die Redaktion überlässt es den
Mendelssohn: Psalmkantate 42 „Wie der Hirsch schreit...“
jeweiligen Autorinnen und Autoren, ob sie alte oder neue
Rechtschreibregeln anwenden wollen, denn immerhin
schreiben sie ja hier nicht für ein Schulbuch, sondern
für eine Verbandszeitschrift, die viele Ansichten und
Haltungen repräsentieren möchte.
Konzertdokumentation
42
besondere Konzerte und Uraufführungen
zusammengestellt von Rupert Plischke
Wissenschaft und Musik: Charles Darwin
steht in Bremen Pate
Orchester, Chor, Frauenchor und Solisten der
Universität Bremen widmeten sich unter der
Leitung ihrer Dirigentin Susanne Gläß der Frage nach der Wissenschaft in der Musik. Unter
dem prägnanten Titel Music For Charles Darwin führten die Musiker das Stück The Origin
für Mezzosopran, Bassbariton, Chor und Orchester auf, mit dem der US-amerikanische
Komponist Richard Einhorn im Jahr 2009
– zu Darwins 200. Geburtstag – in New York
Erfolge feiern konnte.
Im Programmheft bzw. auf der Homepage
des Orchesters wird Einhorns Werk folgendermaßen eingeführt und kurz charakterisiert: „Lässt sich Wissenschaft in Musik darstellen? Es gibt viele berühmte Musikwerke
über Helden der Bibel oder der Literatur wie
das Oratorium Elias von Mendelssohn oder
La damnation de Faust von Berlioz. Aber niemand hat je einen Helden der Wissenschaft
zum Thema einer großen Komposition gemacht, bis der zeitgenössische US-amerikanische Komponist Richard Einhorn im Jahr
2008 ein abendfüllendes Werk über Darwin
unter dem Titel The Origin auf Texte aus Dar-
wins Feder komponiert hat … Der Titel, The
Origin, auf Deutsch „Die Entstehung“, ist
von Darwins Hauptwerk The Origin of Species
by Means of Natural Selection (Die Entstehung der Arten durch natürliche Selektion)
abgeleitet. Durchaus vergleichbar mit Mendelssohns Oratorien Elias und Paulus befasst sich dieses Werk mit der Biografie, den
Erkenntnissen und der menschlichen Vielseitigkeit des Wissenschaftlers in einer Form,
wie nur die Musik sie vermitteln kann. Das
Stück macht die Person erlebbar – Darwins
große Neugier, seine Zweifel, aber auch seine
Liebe zu seiner Familie und seine Fähigkeit,
über sich selbst zu lachen. Die Kantate ist in
21 kurze Nummern unterteilt, die sparsam
in der Verwendung musikalischer Mittel und
klar in der Harmonik aufgebaut sind. Darwins wissenschaftliche Texte beeindrucken
durch ihren phänomenalen Scharfsinn, seine autobiografischen Texte durch Humor,
Empfindsamkeit und Herzenswärme. All
diese Merkmale zeichnen auch Einhorns
Komposition aus, die er für Solostimmen,
Chor, Frauenchor in bulgarischer Singtechnik
und Orchester komponiert hat. Die Musik
ist lebendig, abwechslungsreich und liegt
stilistisch zwischen Weltmusik und Minimalmusik; gelegentlich ist Einhorns langjährige Erfahrung als erfolgreicher Komponist
von Filmmusik hörbar. Die Musik weist erstaunliche Ähnlichkeiten mit Orffs Carmina
Burana auf, obwohl sie viel moderner ist; sie
stellt die Sprache (auch den Sprachwitz) in
den Vordergrund, ist emotional ergreifend
und betont den Rhythmus. Mit der europäischen Erstaufführung dieser gleichzeitig
ernsthaften wie heiteren Komposition über
Darwin ehrt die Universität Bremen einen
der bedeutendsten Wissenschaftler überhaupt und beantwortet die Frage, ob sich
Wissenschaft in Musik darstellen lässt, mit
einem eindeutigen Ja.“
Zum Komponisten: Der Amerikaner
Richard Einhorn, Jahrgang 1952, studierte
Komposition und elektronische Musik an der
Columbia Universität. Seine Produktion der
Cellosuiten von Bach mit Yo-Yo Ma erhielt den
43
Grammy für die „Beste Instrumentalaufnahme“. Einhorn komponiert Opern, Kammermusik, Liederzyklen, Ballette und Filmmusik.
Voices of Light, seine Opera with Silent Film
zum historischen Stummfilm La passion de
Jeanne d‘Arc, wurde in den USA bereits mehr
als 150mal aufgeführt. Auf der Homepage des
Komponisten kann man Hörbeispiele recherchieren: http://richardeinhorn.com/Audio/AudioIndex.html
Christian Emigholz zeigt sich im Weserkurier (17.2.2012) beeindruckt vom knapp
zweieinhalbstündigen „Kraftakt“ des Konzertabends. Er betont die gemischten Stimmungen des Librettos, das den Wissenschaftler
dem Familienmenschen gegenüberstellt und
Kurioses wie Komplexes aus seinem Leben
thematisiert.
“Musikalisch orientiert sich der Komponist vor allen Dingen an den repetitiven
Linien der Minimal Music, bricht sie aber
durch Elemente der Filmmusik (so in der Einleitung) auf, fügt außerdem folkloristisches
Material ein und setzt vor allen Dingen bei
der Chorbehandlung auf die seit Carl Orff
bekannten Gestaltungsmittel.“ Obwohl eigentlich ein „Frauenchor aus dem Balkan“
gefordert sei, wie er in Bremen nicht auftreten konnte, „hatte das Werk seine spannendsten Momente in diesen Partien für
den Frauenchor. Besonders der Abschnitt
Die Reise der Beagle mit seinen Urwaldgeräuschen und der an Ernst Tochs Fuge aus
der Geographie angelehnten Behandlung
der Reisestationen zeigte viel Witz. Eine
große Leistung aller Beteiligten unter dem
souveränen und empfindsamen Dirigat von
Susanne Gläß.“
Angst vor Scheuer oder Sallinen?
Für das Eröffnungskonzert des „Musikfestes
Wandsbek“ im Februar dieses Jahres hatte sich
das Wandsbeker Sinfonieorchester ein besonders aufregendes Programm ausgedacht. Finnisches zum Frühlingsanfang – Spätromantik
und Zeitgenössisches.
Besondere Konzerte
Der Gastdirigent Martin Lentz, der Cellist JanHendrik Rübel und der organisatorische Leiter
Wulf Hilbert stellten unter dem Namen „Frühlingsahnung“ folgendes Konzertprogramm zusammen: Bruckner, Ouvertüre g-Moll (1863); C.
Nielsen, Rhapsodische Ouvertüre – Eine Phantasiereise zu den Färöern (1927); A. Sallinen,
Chamber Music III op. 58 – The Noctournal
Dances of Don Juanquixote (1986); Benjamin
Scheuer, Erzählung mit Raumstationen (2011),
UA; Jean Sibelius, Vårsang – Frühlingslied
op. 16; Mieczislaw Weinberg, Rhapsodie über
moldawische Themen op. 47 Nr. 1 (1949). Als
Zugabe erklang von E. Waldteufel der Walzer
Amour et Printemps.
Seine „Erzählung“ für Cello und Orchester hat der junge Volksdorfer Komponist
Benjamin Scheuer extra für dieses Konzert
geschrieben. Der Volksdorfer Jan-Hendrik
Rübel, stellvertretender Solocellist der NDRRadiophilharmonie, übernimmt die Rolle des
Erzählers und das Orchester kommentiert auf
seine Weise. Benjamin Scheuer wird dazu im
Konzert interviewt.
Freundlicherweise hat uns Wulf Hilbert
einige Eindrücke und Reflexionen über die
Werke und das Konzert zugeschickt, aus denen wir die folgenden Abschnitte gerne veröffentlichen:
Grenzerfahrungen in der Programmgestaltung: Ursprünglich war ein kurzweiliges
Neujahrskonzert geplant. Weil ein Termin
nur im Februar möglich war, hieß es nun
„Frühlingsahnung“, mit entsprechendem Programmumbau. Gewinn I: Angeregt von Ingo
Metzmachers legendären Hamburger Neujahrskonzerten „Who is afraid of 20th century music?“ (als CD-Reihe festgehalten, sehr
empfehlenswert) blieb es bei Stücken vorrangig aus dem gleichen Jahrhundert und bei
einem Auftragswerk. Verlust I: Einige wenige
Mitspieler sagten für die Phase aus verschiedenen Gründen ab, unter anderem seien die
Stücke zu unbekannt, zu modern, zu schwer.
Dabei sollte diese Klientel mit den Romantikern Bruckner und Sibelius doch zu ihrem
Recht kommen. Verlust II: Bekannt sind hier
nur die Komponisten selbst, das Publikum
liebt es mehr, wenn wenigstens ein populäres
Werk auf dem Plakat steht.
Besondere Konzerte
Nielsens kaum bekannte Rhapsodie startet erst einmal im Nebel; düstere, diffuse
Klänge, aber mit einer schönen, sich lang
hinziehenden Entwicklung – Gewinn II. Ein
Kirchenchoral bringt endlich Wärme hinein,
ein fröhliches Volkslied Spaß, unterstützt
von typisch Nielsen’scher Orchesterverarbeitung – gälte es nicht, zwei haarige Passagen
zu überwinden. Es ist kaum zu glauben, wie
sich die besonders Gewissenhaften darüber
erregen können, wenn (dass?) sich nie alles
restlos beherrschen lässt – Verlust III. Dem
Publikum gefiel an besagten Stellen nach den
bitonalen Nebelschwaden gerade das übergeordnete Blech.
Verlust IV: Vor diesem und anderen Stücken hätte eine Moderation Wunder bewirkt. Doch musste das Publikum schon vor
dem Konzert zur Eröffnung des Musikfestes
Wandsbek einige Reden Prominenter ertragen. Deshalb unterblieben entsprechende Erläuterungen.
Gewinn III: Das Auftragswerk „Erzählung
mit Raumstationen“ wurde jedoch zuvor im
Gespräch mit dem Komponisten erläutert.
Das Solocello fungiert hier als Erzähler eines
virtuellen Märchens, während die Orchesterspieler die Eigenarten verschiedener Märchenfiguren spiegeln und die Phantasie befeuern – unter anderem durch überraschende
Raumeffekte. Dafür hatte unser absolut
überzeugender Gastdirigent, Martin Lentz,
offensichtlich auch Augen im Rücken und so
alles im Griff. Einzelne Musiker bedienten für
gezielte Geräusche noch zusätzliche „Instrumente“, z.B. Styroporplatten für Geheimnisvolles, Aggressionen und Hysterie. Aber auch
einschläfernde Momente sind vorgeschrieben
und lassen sich eigentlich problemlos umsetzen. Ein 10-minütiges Werk in moderner
Tonsprache, im Zuschnitt auf die Möglichkeiten des WSO abgestimmt. Gewinn IV: Der
Komponist stellt das Material samt Aufnahme der BDLO-Bibliothek zur Verfügung. Die
Rückmeldung des Publikums reichte dann
von „Das Beste am Abend“ bis zu „Vertane
Zeit, die Musiker taten mir ja leid“. Die Rückmeldungsbreite war eigentlich zu erwarten,
immerhin führte sie zu angeregter Diskussion
nach dem Konzert. Und wenn so ein Werk
nicht zu lang dauert – Gewinn V – dann hält
44
sich Irritation in Grenzen und man darf so etwas immer wagen.
Ähnliche Rückmeldungen erfolgten überraschenderweise aber auch bei Sallinen, dessen Tanzmusik wohl doch nicht so eingängig
und verständlich wie erwartet wirkte. Ein
Bravourstück für Streichorchester und besonders für den Solisten: Tanzmusik aus Finnland,
von Sallinen edelst verpackt und garniert mit
moderner Tonsprache. Ironisch witzig allein
schon die Gegensätzlichkeit der titelgebenden
Charaktere. Gewinn VI: Den Musikern gefiel
das Stück nach intensivem Üben. Es ist rhythmisch ziemlich vertrackt und fordert absolute
Aufmerksamkeit, für den Konzertmeister gibt
es ein Solo (wie auch im Weinberg). Verlust
V: Der erwartete Beifallsturm nach der Mühe
hielt sich in Grenzen. Gewinn VII: Weinbergs
Rhapsodie – wie auch seine Sinfonietta op. 46
– ist ein klassisches Finalstück, folkloristisch
durchsetzt, gut rezipierbar und doch entfernt
vom klassisch-romantischen Ton. Auch hier
finden sich schwierige und z.T. lange nachschlagende Passagen, in denen man aus dem
Tritt kommen kann. Sehr empfehlenswert ist
das Werk aber für fortgeschrittenere Orchester, allerdings auch groß besetzt. Die vorgeschriebenen vier Schlagwerker lassen sich
ohne weiteres auf drei reduzieren, die Harfe
notfalls durch ein Klavier ersetzen.
Fazit: Die beschriebenen Mängel sind uns
für die nächsten Programme eine Lehre, den
Gewinn nehmen wir gern mit. An dieser Stelle
dankt das WSO dem BDLO, der ausnahmsweise für die aufwändige Beschaffung von
Notenmaterial der zeitgenössischen Werke
einen Zuschuss gewährt hat. Auf diese Weise
konnte das Orchester seinen bescheidenen
Beitrag dazu leisten, die Repertoirekenntnis
seiner Musiker und des Publikum merklich zu
erweitern.
Wulf Hilbert (v.d. Red. gek.)
Die sinfonietta-wuppertal konzertiert mit
neuester Musik
Ein Programm mit Musik ausschließlich des
20. Jh. hat die Sinfonietta Wuppertal für die
Konzerte im Februar 2012 einstudiert. Unter
der Leitung von Werner Dickel erklangen an
zwei Konzertabenden die Suite für Streicher
von Einojuhani Rautavaara, Mátyás Seibers
Concertino für Klarinette und Streicher sowie
„Fratres“ für Violine und Streicher von Arvo
Pärt. Den Abschluss bildete Leoš Janáčeks
Suite für Streichorchester, sodass die beiden
Solowerke (Solisten: Shelly Ezra, Klarinette;
Anna Heygster, Violine) durch Orchesterstücke eingerahmt wurden.
Diese Programmgestaltung sei anderen Orchestern als Anregung empfohlen – „unsere“
Musik nicht nur bei Mozart oder Mendelssohn zu suchen!
»medicanti«-Orchester an der TU Dresden
hebt musikalischen Schatz Finnlands und
wartet mit sächsischen Erstaufführungen
auf
Am 04. März 2012 luden die etwa 70 »medicanti«-Mitglieder wieder in die Kreuzkirche Dresden zum Konzert und hatten etwas
Besonderes auf ihren Pulten: Ein Programm
ausschließlich mit Werken des finnischen
Komponisten Jean Sibelius. Wenngleich einige seiner Werke, wie das Violinkonzert oder
»Finlandia« inzwischen aus dem Standardrepertoire des europäischen Musiklebens nicht
mehr wegzudenken sind, ist ein Großteil seines Schaffens heute noch weitgehend unbeachtet und selten gespielt. Diesem Teil des
enorm reichhaltigen und überraschend vielfältigen Werkes Sibelius‘ widmet sich dieses
Konzert.
Am Beginn steht die sinfonische Dichtung
»Frühlingslied«, die in ihrer 1894 noch unter
dem Titel »Improvisation« uraufgeführten ersten Fassung erstmalig in Dresden im Konzert
erklingt. Das gilt auch für die sinfonische Ballade »Die Waldnymphe« - das wohl bemerkenswerteste Werk des Programms: geriet es
doch seit seiner Uraufführung 1895 und einer
weiteren Aufführung unter Leitung des Komponisten viele Jahrzehnte in Vergessenheit,
bevor es erst 1996 wieder erklang und bislang
überhaupt erst zweimal in Deutschland. Das
dem Werk zu Grunde liegende Gedicht Viktor
Rydbergs handelt von dem Schicksal des jungen Mannes Björn, der im nordischen Wald
sein Glück verliert, weil er von einer Wald-
nymphe verführt wird, woraufhin er sein Herz
verliert, nie wieder eine Frau lieben kann und
einsam auf den Tod wartet. Sibelius findet in
diesem Werk eine Tonsprache, die einerseits
bereits die Musik eines Philip Glass vorausahnen lässt, andererseits den Zuhörer gleichsam
in einen Sog zieht.
Im Kontrast dazu steht seine 6., die am
seltensten gespielte Sinfonie Sibelius‘. Große
weite Klangflächen wechseln sich ab mit
geradezu spröde wirkenden Abschnitten,
dicke Tuttipassagen mit Strecken, in denen
nur einzelne Instrumentengruppen besetzt
sind. Trotz dieser Vielfältigkeit erscheint aber
nichts willkürlich aneinandergereiht, sondern alles ausgerichtet auf das große Toben
im Finalsatz. Der dorische Modus verleiht der
Sinfonie einen ursprünglichen, geradezu unschuldigen Charakter.
Ergänzt wird das Programm mit dem
weithin bekannten Stück »Valse triste« aus
der Schauspielmusik zu Arvid Järnefelts Drama Kuolema. (Aus dem Programmheft zu den
Konzerten im Februar, leicht gekürzt)
Da die hier gespielten Werke von Sibelius in
Deutschland eher unbekannt sind, sei kurz auf
die Presseberichte nach den Konzerten eingegangen. Peter Zacher zeigt sich in der Sächsischen Zeitung vom 6.3.2012 vor allem von
der Waldnymphe begeistert, deren prägendes
Prinzip – melodische Elemente über durchgängigen nervösen Rhythmen – sehr gefiel.
Er hebt die tragende Rolle der Bläser hervor,
die starke Akzente setzten bzw. Atmosphäre
schufen, während die ff-Passagen seiner Meinung nach eher „nicht sonderlich gut gelungen
[waren], wohl aber ein sanftes und trotzdem
ausdrucksstarkes Cellosolo“. Die 6. Sinfonie
wird als sehr umstritten charakterisiert; sie
zeige doch „manchmal quälende Längen“;
ganz konträr lautet interessanterweise die
zweite Konzertbesprechung von M. Hanns
(Dresdner Neuesten Nachrichten vom 7.3.
2012): diese Rezensentin lobt ausdrücklich
die 6. Sinfonie, vor allem den „Geist der Klassik, die lichte Schwerelosigkeit und Verinnerlichung“, die das Werk prägen; sie resümiert
kurz und unmissverständlich: sie sei „ein zu
Unrecht vergessenes Werk“. Lobend hob sie
auch die passende Interpretation der ersten
Werke des Abends hervor, denn vor „allem
in […] op. 16 (Improvisation / Frühlingslied),
dem zauberhaften Valse triste aus der Bühnenmusik zu Kuolema op. 15 und der sinfonischen Ballade Die Waldnymphe – kam es
darauf an, nicht in übermäßige Gefühlsduselei
und Pathos zu verfallen“ – was den Musikern
auf sehr überzeugende Weise gelungen sei.
Gesangskonzert im Frühjahr in Kehl/Strasbourg
Das Kammerensemble Kehl-Strasbourg gestaltete im Frühjahr 2012 ein Gesangskonzert
mit französischen Arien und Werken sowie
zwei russischen Werken. Unter der Leitung
von Gabriel Mattei musizierten das Orchester sowie die Sopranistin Ayako Tanaka. Die
Programmnummern im Einzelnen: Meyerbeer,
Le Pardon de Ploërmel – Air „Ombre légère“;
Saint-Saëns, „Samson et Dalila – La Bacchanale“; Delibes, „Lakmé“ – Air „Où va la jeune Hindoue?“; Alabieff, Air „Le Rossignol“ ;
Offenbach,“Les contes d‘Hoffmann“ – „Air
d’Olympia“; Borodin, Symphonie Nr. 2. So
lebt die alte Tradition der gemischten Programme also doch noch weiter – sicher zum
Gefallen des Publikums, das so den strengen
Konventionen der professionellen Orchesterkonzerte entgehen kann.
45
Prima vista – Prima Stücke?
zusammengestellt von Michael Knoch
diverse Komponistinnen, pian é forte –
Klaviermusik
Das Redaktionsteam kommt nicht hinterher,
alle eingesandten Rezensionsexemplare zu besprechen. Deshalb listen wir hier erneut (und
zum Teil wiederholend) Noten und Bücher auf,
die einer genaueren Sichtung und ausführlichen
Rezension harren... Vielleicht animieren die Titel oder die (diesmal eher spärlichen) Notizen
unserer Prima-vista-Eindrücke Sie, sich eingehender mit dem jeweiligen Werk zu befassen
und selbst eine Rezension zu schreiben? Wir
stellen Noten und Bücher auf Anfrage ([email protected]) gern zur Verfügung.
Klavierheft, Furore, 2011
diverse Komponistinnen, Aria – Arien aus
Oper und Oratorium
Partitur, Furore, 2011
diverse Komponistinnen, Werke von
jüdischen Komponistinnen für Viola und
Klavier, Bd. 1 & 2
Stimme & Partitur, Kalinowsky, Furore, 2011
Aguirre, Fantasía nortena
Dvorák, Koncert [sic!] pro [sic!] Violoncello
h moll [sic!], op. 104
Stimmen, fl, ob, cl, hr, fg, Lunovis
Partitur, Critical Commentary, Solostimme & Klavierauszug,
Hrsg. Del Mar, Bärenreiter, 2011. Laut Verlagsankündigung
Bach, C. Ph. E., Gambensonaten, Wq 88,
136, 137
eine „maßstabsetzende Edition, die erstmals seit der Erstveröffentlichung des Konzerts im Jahr 1896 Dvoráks definitive
Fassung des Soloparts wiederherstellt. In fast jedem Takt
Continuo-Sonaten und eine (spätere) mit ausgesetzter
Beethoven, Sextett Es-dur und Marsch, op.
71 und WoO 29
Klavierstimme. Solostimmen mit und ohne Bezeichnungen
Urtext, Studienpartitur & Stimmen, 2clB, 2hrF, 2fg, Voss,
in den Orchesterstimmen wurden Hunderte von Korrekturen
(Fingersätze), sowohl für Gambe wie auch für Viola – also
Henle, 2011
vorgenommen.“
Berg, Konzert für Violine und Orchester
„Dem Andenken eines Engels“
Fauré, Berceuse für Violine und Klavier, op. 16
Stimmen & Partitur, Enßlin, Heinemann, Henle, 2011. Zwei
unterscheidet sie sich von allen modernen Ausgaben. Auch
insgesamt vier Solostimmen.
Barkauskas, Vytautas *1931, Trys Fragmentai
für Viola und Violoncello, op. 134
Stimmen & Partitur, Hrsg. Rahmer, Henle, 2012
Partitur & Studienpartitur, Hrsg. Kube, Breitkopf, 2010
Hofmeister 2011. Barkauskas ist Professor für Komposition
Friedrich, Sven, Richard Wagners Opern
– Ein musikalischer Werkführer
Mittelpunkt seines Kompositionsstils stehen, laut Nachwort,
Debussy, Intermezzo und Scherzo für
Violoncello und Klavier
Emotion und klanglicher Ausdruck.
Stimmen, Hrsg. Heinemann, Henle, 2009
Beethoven, „Triple Concerto“, op. 56
Stimmen & Partitur (str, kb ad lib.), Hrsg. Birthel, Schott, 2011
Urtext, Partitur, Critical Commentary, Solostimmen &
Debussy, Sonate für Flöte, Viola und Harfe
L 145 (137)
Klavierauszug, Hrsg. Del Mar, Bärenreiter, 2012. Die neue
Urtext, Partitur & Stimmen, Jost, Henle 2012
Urtext-Edition biete – infolge Auswertung dreier neu ent-
Guillou, Jean *1930, Co-Incidence / Fügung
(2001) für Violine, op. 63
deckter Quellen – eine gründliche Revision des Werks. Und
Debussy, Streichquartett L. 91 (85)
Stimme, Schott 2010
der Soloklavierpart enthalte alle für den Pianisten nötigen
Urtext, Studienpartitur & Stimmen, Hrsg. Krämer, Henle 2012
in Vilnius. Er ist Preisträger des Litauischen Staatspreises. Im
Buch, 128 S., Beck, 2012
Gade, Gardel, Pütz, de Yradier, 4 Tangos
Dittrich, Musikalische Formen
Hagen, Patrick *1969, Das geöffnete Fenster
für Klarinette und Violine
Büchlein, 98 S., Bärenreiter, 2011
Partitur, Hofmeister 2012. Satzüberschriften: Das geöffnete
Informationen, um das Werk vom Flügel aus dirigieren zu
können...
Beethoven, Romanzen in F-dur und G-dur,
op. 50 und 40
Fenster, Roter Samt, Der Tanz, Das rosafarbene Atelier, Für
V..., Meditation, Jazz. Um den Horizont an Möglichkeiten zu
Partitur, Critical Commentary, Solostimme & Klavierauszug,
diverse Komponisten / Rössler, Hochzeitsmusik / Wedding Music
Del Mar, Bärenreiter, 2011
Stimmen & Partitur (vl, vc, kl & fl?, clB, vl2, kb) Uetz, 2009
für Improvisation eingefügt, die als solche wahrgenommen
erweitern, hat der Komponist in vier der sieben Sätze Stellen
oder auch ignoriert werden können.
Prima vista
46
Hummel, Sonate für Klavier und Viola,
op. 5 Nr. 3
Mendelssohn, Sonate c-moll für Viola und
Klavier
Stimmen & Partitur, Hrsg. Herrtrich, Henle, 2012
Stimmen, Hrsg. Herrtrich, Schilde & Zimmermann, Henle,
dasselbe, Fassung für Violine
Hrsg. Herrtrich, Schilde & Schliephake, Henle, 2011
dasselbe, Fassung für Violoncello
2011
Kissenbeck, Andreas, Arrangieren. Ein Praxis-Kurs für Einsteiger und Fortgeschrittene
Mendelssohn, Streichquintette, op. 18 & 87
Buch, 176 S., Schott 2011; mit Transpositions- und Tonum-
Studienpartitur & Stimmen (2vl, 2va, vc), Hrsg. Herrtrich,
fangstabellen zum Nachschlagen.
Henle, 2011
Lewis, Rhythmus – Grundlagen, Fortschreitende Übungen, Praktischer Einsatz
Mendelssohn, Lieder für Singstimme und
Klavier, Bd. 3, Nachgelassene Lieder
schl, str, kb), Verlag Neue Musik, 2009
Buch (mit CD), 166 S., Bosse, Kassel 2008
Urtext, Partitur, Hrsg. Christian M. Schmidt, Breitkopf, 2009
Stendel, Wolfgang, Diffraction für Kammerensemble, 2001
Lilienfeld, Francois, Spiel, Klesmer, spiel...
– Klesmermusik für Orchester, Bd. 1
Mouchagier, Spiros, Melos (2011) – Concertino für Violoncello solo und Streichorchester
Studienpartitur (fl, clB, vl, vc, kl4-hd.), Verlag Neue Musik,
Stimmen & Partitur (blf, fl, clB, 2vl, vc; ablf, saxS, pos, mand,
Partitur, edition gamma, 2011. Einsätziges Werk, Auffüh-
hackbr, kb ad lib.), PAN-Verlag, Kassel 2011
rungsdauer: ca. 10’30’’, Stimmen käuflich lieferbar.
Lischka, Rainer *1942, Tanguidad für
Streichquartett
Mozart, Klavierkonzert C-dur, KV 503,
Stimmen & Partitur, Hofmeister, 2010. „Tanguidad“, spanisch:
vorhanden: Partitur von Breitkopf. Mozarts, von ihm selbst
Tschaikowsky, Blumenwalzer aus der Nussknacker-Suite für Streichquartett
Tangogefühl. Uraufführung 2009 durch das Streichquartett
möglicherweise besonders wertgeschätztes, und außerdem
Stimmen & Partitur, Dietrich, Uetz, 2010
der Staatsoperette Dresden.
längstes Klavierkonzert...
Makhoshvili, Giorgi *1977, Play Jazz! –
4 Stücke für 3 Kontrabässe
Othegraven, August von (1884-1946),
Phantasie
Stimmen & Partitur, Hofmeister, 2012. Der Komponist ist
Stimmen & Partitur, vl, va, vc, kl, Tonger, 2005
Hrsg. Herrtrich, Schilde & Hess, Henle, 2011
Schwaen, Mischa, der Honigbär. Für Sprecher
und Orchester
Partitur (spr, 2fl, 2ob, 2clB, 2fg, kfg, 2hrF, 2trB, 2pos, pau,
2008
Strawinsky, Tango für Streichquartett,
Stimmen & Partitur, Birthel, Schott, 2010
Klavierauszug, Hrsg. Herttrich, Henle, 2011. Ebenfalls
seit 2000 Mitglied des erfolgreichen Kontrabassensembles
Bassiona Amorosa.
Ravel, Klaviertrio
Urtext, Stimmen & Partitur, Jost & Rogé, Henle 2012
Mahler, Kindertotenlieder bearbeitet für
Violoncello und Klavier
Stimmen & Partitur, Hrsg. Derevianko, Hofmeister, 2011.
Rojko, Uroš, Mirco-Ostinati. For Clarinet
and Guitar
Violoncello-Solostimme von David Geringas eingerichtet und
Partitur & Stimmen, Verlag Neue Musik, 2008
durchgesehen.
McDowall, Cecilia *1951, Cavatine at
Midnight für Klarinette in A, Violoncello und
Klavier
Schostakowitsch, Streichquartett Nr. 7 für
Streichorchester, op. 108
Partitur, Hrsg. Rastakov, Edition Sikorski, 2007
Partitur & Stimmen, Hofmeister, 2012
Schubert, Rondo in A für Violine und
Streicher, D 438
Mendelssohn, Die erste Walpurgisnacht,
op. 60
Partitur & Klavierauszug, Hrsg. Kube, Bärenreiter, 2011.
Urtext, Partitur & Klavierauszug, Bärenreiter, 2010
passagen; Solostimme mit zwei Ausklappseiten zur
Einsätziges Werk mit lyrischen wie auch virtuosen SoloErleichterung des Umblätterns.
Mendelssohn, Sonate Es-dur für Klarinette
in B und Klavier
Stimmen, Hrsg. Herrtrich & Schilde, Henle, 2011
Schumann, Adagio und Allegro für Klavier
und Horn, op. 70
Gepflogenheiten und neue Konditionen für Noten- und Buchrezensionen:
Sie teilen uns mit, an welchen Werken Sie interessiert sind und bekommen diese dann von
uns zugeschickt. Ihre Rezensionen nehmen wir
so bald wie möglich entgegen, spätestens aber
zum Redaktionsschluss, also bis 20. April bzw.
20. Oktober.
Als Honorar erhalten Sie bei Orchesterpartituren 1,5 Cent pro Zeichen (jeweils ohne
Leerzeichen) bis zu einer Honorarobergrenze
von 50 Euro. Die Orchesterpartituren sind
anschließend an die BDLO-Notenbibliothek
zu senden, in deren Bestand sie aufgenommen
werden. Rezensionen von Kammermusiknoten
oder Büchern honorieren wir mit 1 Cent pro
Zeichen bis zu einer Honorarobergrenze von 35
Euro. Kammermusiknoten oder Bücher dürfen
Sie behalten. Dann aber reduziert sich das Honorar auf den Betrag von 50 Euro minus Wert
des Rezensionsexemplars.
Urtext, Stimmen, Hrsg. Herrtrich & Schilde, Henle, 2011
47
Prima vista
BespreChungen
Bücher
Alois Schöpf, Das erfolgreiche Konzert
– Eventmanagement für Musikvereine,
DVO-Verlag, Buchloe 2011, Buch, 87 S.
13,80 Euro
Der Autor Alois Schöpf war Gründer und
Leiter der Innsbrucker Promenadenkonzerte
und blickt als Dirigent verschiedener Blasorchester und Musikkapellen auf eine zwanzigjährige Praxis zurück, über die er im eigenen
Geleitwort irritierenderweise schreibt: „Denn
zuletzt warf ich erschöpft und entnervt das
Handtuch, weil die geistigen und körperlichen
Anstrengungen, die notwendig waren, um
immer nur das Schlimmste zu verhindern,
in keinem Verhältnis zum künstlerischen Ergebnis standen. Es kam zu wenig heraus im
Verhältnis zum Einsatz, den ich zu erbringen
hatte. Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass
dieses Verhältnis durch einfache Maßnahmen
wesentlich verbessert werden könnte. Möglichst viele davon aufzuzeigen ist das Ziel
dieses Buches.“
Es folgt eine oft provokant-scharfzüngige,
manchmal zynische klingende Analyse der
Situation vieler allzu sehr im Traditionellen
verhafteter Blasmusikvereine. Sicherlich lässt
diese Analyse sich nicht eins zu eins auf
Besprechungen | Bücher
sinfonische Liebhaberorchester übertragen,
beispielsweise wenn es um Fragen der Gewandung (Tracht oder Uniform) geht oder um
die Nachlässigkeit beim Umgang und bei der
Pflege orchestereigener Instrumente. Aber
Fragen der Programmzusammenstellung oder
der Konzertwerbung, sowie Grundsätze der
Vereinsführung betreffen uns genauso. „Unternehmerisches Denken“ – weitgehend noch
ein Fremdwort in zahlreichen Vorständen
– wird mit vier Regeln pointiert dargelegt: l.
Regel: Der beste Musiker ist jener, der immer
alles kann und [bei den Proben] immer anwesend ist. 2. Regel: Der zweitbeste Musiker ist
jener, der nicht immer alles kann, aber immer
anwesend ist. 3. Regel: Der drittbeste Musiker ist jener, der immer alles kann, aber nicht
immer anwesend ist. 4. Regel: Inakzeptabel
sind Musiker, die selten alles können und
selten anwesend sind.“ Dem ist eigentlich
nichts hinzuzufügen. Im Kapitel „Auf der Suche nach dem Programm“ gefiel mir die Auflistung von vier Gesichtspunkten, die bei der
Programmzusammenstellung berücksichtigt
werden sollten:
• Was wünscht das Publikum zu hören?
• Was ist die künstlerische Absicht des
Dirigenten?
• Was wollen die Musiker spielen?
• Was können die Musiker spielen?
Und einige Punkte einer anderen Checkliste
dürften für jedes Musikensemble, ganz gleich,
welcher Herkunft oder Zusammensetzung,
interessant sein, wenn es nämlich um eine
eigene „Markenbildung“ geht:
• Werden mit dem Orchester besondere
Programme assoziiert, die Publikum anziehen?
• Ist seine Stellung in der Gesellschaft
herausgehoben, besonders oder zumindest originell?
• Ist der Dirigent eine im besten Fall sogar
charismatische Persönlichkeit?
Jede dieser Fragen wird dann weiter aufgefächert, so dass man sein eigenes Orchester
mit seinen Gepflogenheiten unter die Lupe
nehmen und Ansatzpunkte für Verbesserungen finden kann.
Zuletzt, sozusagen als Credo, das sein ganzes
Büchlein durchzieht, sei nochmals der Autor
aus seinem Geleitwort zitiert, das er mit den
Worten schließt: „Denn das einzig Amateurhafte bei Musikvereinen hat die Tatsache zu
sein, dass die Musikerinnen und Musiker an
den Instrumenten keine Profis sind. Alles andere sollte jedoch genau deshalb besonders
professionell organisiert und gestaltet werden, um dieses Manko auszugleichen oder,
so weit als möglich, überhaupt in Vergessenheit geraten zu lassen.“ Siehe hierzu auch die
Rezension auf S. 49: Ascherl, Vereinsmanagement.
Alois Schöpf bietet auf knappem Raum
eine manchmal polemisch pointierte, insgesamt aber lesenswerte Analyse der ihn über
Jahre (hoffentlich nicht nur) frustrierenden
Arbeit mit Blaskapellen. Dabei wirft er viele
Fragen auf und kommt zu zahlreichen konkreten Anregungen, die eigene Musizier- und
Konzertpraxis zu überdenken und zu optimieren.
Michael Knoch
Kaufmann & Peindl, Das Wunder von
Caracas – Wie José Antonia Abreu und El
Sistema die Welt begeistern, Irisiana, München 2011, Buch, 254 S., 19,99 Euro
El Sistema in Venezuela, Gustavo Dudamel,
das Simón Bolívar youth Orchestra sind Namen, die in den letzten Jahren von sich reden
machten und die Welt staunend und bewundernd nach Venezuela schauen ließen. 1975
rief der 37-jährige José Antonio Abreu zur
ersten – in einer Tiefgarage stattfindenden
– Probe eines dann schnell wachsenden Jugendorchesters zusammen, geprobt wurde
Mozarts „Kleine Nachtmusik“. Seine Vision
hatte er vorher auf wenigen Seiten folgendermaßen umrissen (S. 38): „Sowohl der Mangel
an Ausbildungsmöglichkeiten als auch die
Armut sollen bekämpft werden; das Ausbildungssystem muss so angelegt sein, dass
man es als ein soziales der Gesellschaft dienendes System begreifen kann. Dem Recht
auf eine angemessene Bildung und Ausbildung dürfen materielle Umstände der Betroffenen nicht im Wege stehen. Die musikalische
Ausbildung soll von dem bestehenden theorielastigen System umgestellt werden auf ein
Konzept, das gemeinsames Musizieren vom
Ausbildungsbeginn an vorsieht. Junge Musiker des Landes sollen sowohl eine bessere Berufsausbildung wie auch bessere Chancen auf
eine Ausübung des erlernten Berufs erhalten.
Da für die Entwicklung und Umsetzung der
Idee ein Orchester unverzichtbar ist, soll dessen Gründung baldmöglichst erfolgen.“ Und
weiter heißt es (S. 39): „Er [Abreu] will dem
Verdikt, die Venezolaner seien [in den Barrios,
hier: Elendsvierteln] in die Hoffnungslosigkeit
hineingeboren, weswegen sie auch nur die
Hoffnungslosigkeit lernten und lebten, nicht
folgen. Diesen Kreislauf zu durchbrechen, versteht er als seinen Auftrag [...] indem er ein
System des Miteinander, der Solidarität und
Freundschaft und der daraus resultierenden
gemeinsamen Entwicklung schafft, das für jedermann zur Verfügung steht. Aus den vielen
Niemanden in den Elendsvierteln sollen viele
Jemande werden, die durch das gemeinsame
Musizieren an ihre eigene Zukunftsfähigkeit
zu glauben lernen.“ S. 68: „Seine Botschaft ist
so klar, dass sie auch mehr als 35 Jahre nach
der Eröffnung des ersten Núcleo [Kern, Zentrum, hier: kleinste Ausbildungsstätte, also
El Sistema-Musikschule] besticht: Wenn die
Kinder spüren, dass man ihnen mit großem
Entgegenkommen, mit großer Aufmerksamkeit und mit großer Ernsthaftigkeit begegnet,
wenn man sie mit ihren Hoffnungen und Nöten, mit ihrer Sehnsucht nach Geborgenheit
in eine auf innere Harmonie angelegte Gruppe
bei sich aufnimmt, dann kann unmittelbar die
Arbeit daran beginnen, gemeinsame Werte
zu schaffen.“ Und diese Botschaft funktioniert, denn (S. 92): „Sind einmal einzelne Kinder aus den Barrios vom Musikvirus infiziert,
werden die Núcleos schnell zu immer stärker
frequentierten Anlaufstellen, zu Tankstellen
für Lebensmut und Zukunftsperspektive. So
fremd es für die frühesten Beobachter [...] aus
dem Ausland auch erscheinen mag: Die musizierenden Kinder in den Núcleos empfinden
die klassische Musik als ein sie verbindendes,
schützendes Band, sie betrachten ihre Instrumente als Symbole der Hoffnung. Hier käme
niemand auf die Idee, das gemeinsame Musizieren mit klassischer Musik als elitär zu bezeichnen. Immer mehr Eltern, die ihre Kinder
vor den Bedrohungen durch Gewalt, Kriminalität und Drogen schützen wollen, kommen
mit ihren Kindern zu den Musikschulen.“
Die Autoren Michael Kaufmann (u.a. Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung „Jedem Kind ein Instrument“), und Stefan Piendl
(u.a. Vizepräsident der Jeunesses Musicales
Deutschland) beschreiben auf 254 Seiten das
Lebenswerk des Musikers, Wirtschaftswissenschaftlers und Politikers J. A. Abreu (und
seiner zahlreichen Mitstreiter). Liegt es am
Titel „Das Wunder von Caracas“, dass man
ein spannendes Buch erwartet? Diese Erwartung wird leider nicht erfüllt – zu sachlich, zu
nüchtern ist der Schreibstil. Andererseits ist
der zeitliche Ablauf der Ereignisse nicht immer
leicht nachzuvollziehen, zu sehr springt die
Beschreibung bestimmter Handlungsstränge
durch die Jahre. Eine gewisse Behäbigkeit
wiederum entsteht dadurch, dass die langen
südamerikanischen Eigennamen fast immer in
voller Länge aufgeführt werden, oder dass jene
Aussagen, die das „Wunder“ beschreiben, (zu)
oft wiederholt werden, was irgendwie unbeholfen wirkt, besonders dann, wenn es sich
um auf der Hand liegende Schlussfolgerungen
aus dem zuvor ausführlich Beschriebenen
handelt. Das ist schade, denn der Inhalt des
Buches, die Entwicklung El Sistemas in Venezuela, verdient eine breite Rezeption. Nicht
um einfach nachgeahmt zu werden, denn das
49
würde nicht funktionieren, sondern um im
Kern verstanden und auf die herrschenden
sozio-ökonomischen Verhältnisse angepasst
und jeweils neu entwickelt zu werden: „Klassische Musik als ein verbindendes, schützendes Band“.
Michael Knoch
Dr. Albert Ascherl, Vereinsmanagement in 30 Schritten – Strategie &
Führung, DVO-Verlag, Buchloe 2012, Buch,
175 S., 19,99 Euro.
Leser/innen der Verbandszeitschriften Bayerische Blasmusik und Forte kennen den Autor bereits. Seine in launigem Ton verfasste
Draap-Serie ist nun in Buchform erschienen.
Beim Draap, so erfährt man in der Einleitung,
handelt es sich um ein Phantasiegeschöpf,
das – weil unsichtbar – Gelegenheit hatte,
hunderte von Vereins(vorstands)sitzungen zu
belauschen. Da kriegt er so einiges zu hören,
hauptsächlich Bedenkenträger-Nörgeleien, die
landauf, landab eigentlich immer nach dem
„bayrischen, schwäbischen, hessischen usw.
Dreisatz ... Des ham mir no nia so gmacht!
– Des ham mir scho imma so gmacht! – Da
könnt ja jeda komme!“ gestrickt sind. Ascherl,
promovierter Mathematiker und Physiker, arbeitete vor allem im Bereich der Markt- und
Marketingforschung, im Produktmanagement
und seit 1995 als selbständiger Berater besonders in kleinen und mittelständischen
Unternehmen. Und er berät seit vielen Jahren sogenannte „VVKs“ – Vereine, Verbände
und Kirchengemeinden, darunter auch viele
Blaskapellen. Dabei ist ihm ein Anliegen, die
Verantwortungsträger, also Vereins- oder Orchestervorstände, aufzurütteln, weil es nicht
damit getan ist, alles immer einfach so weiterzumachen wie in den letzten Jahren („Des
ham mir scho imma so gmacht!“). Denn Zukunft entsteht nicht als Verlängerung der Vergangenheit, sondern will aus Visionen und
konkreten (zeitlich festzulegenden!) Zielsetzungen entwickelt werden. Jedenfalls wenn
die eigene Vereinszukunft mit der allgemeinen
gesellschaftlichen Entwicklung mithalten will,
denn andernfalls drohen Siechtum (Mitgliederschwund) und schließlich unweigerlich
Besprechungen | Bücher
Tod (Vereinsauflösung). Interessant dabei die
Parallele, die der Autor zwischen einem Verein und einer Firma zieht: Beiden ist nämlich
u.a. daran gelegen, Kunden (in unserem Fall:
Konzertbesucher) mit guten, nachgefragten
Produkten (also Konzerten) zufriedenzustellen. Natürlich sind Firmen und Vereine nicht
gleichzusetzen, aber beide benötigen Zielsetzungen, Strategien und Führung. Leider haben Vereine, oder genauer: deren Vorstände
(=Führungskräfte) es mit dem Management
oft schwerer als Firmen, denen als Führungsinstrumente äußere Mittel wie Lohnanreiz
oder notfalls Kündigung zur Verfügung stehen. Darauf kann ein Vereinsvorstand nicht
zurückgreifen. Hier sind menschliche Führungsqualitäten gefragt, die sich orientieren
an gemeinsam zu entwickelnden Visionen,
Zielsetzungen und Strategien, die wiederum
in die Bildung eines möglichst scharfen Profils münden. Anhand konkreter Beispiele, die
sich leicht auf die Belange unserer Liebhaberorchestervereine übertragen lassen, führt
Ascherl durch Themengebiete wie Vereinsmarketing, Selbstorganisation, Sponsoring
oder „das Jahreskonzert“. Ascherls launiger
Stil ist vielleicht nicht jedermanns Sache, aber
er hilft, diesen bisweilen doch etwas drögen
Stoff leichter zu goutieren – Kostprobe gefällig? S. 104: Kapitel 19, Werbung: Das kann ich
doch selbst! ... Oft erlebt man es: Es gibt (mindestens) drei Berufe in Deutschland, die kann
jeder besser als jene, die es gelernt haben (oder
gelernt haben sollten – oder gar nicht verstanden haben, dass man auch dies lernen muss):
• Fussballbundestrainer
• Kanzler(in)
• Werber
[...] Bleiben wir hier beim dritten Beruf, dem
des Werbers, der Aufgabe von Werbeagenturen.
Warum nur, fragt sich der Draap, warum nur
meinen alle, das selbst machen zu können? Ist
das wirklich so einfach, dass man nichts lernen muss, um es zu können (so wie manchmal
Blockflöte – satirisch gemeint!).
Es hat, das weiß der Draap aus seinen sonstigen Studien, einen einfachen Grund: Man
sieht so viel Werbung und dann hat man auch
noch irgendein billiges Grafikprogramm auf
dem Computer und Wordart auch noch dazu:
Los geht’s! Da ist das Plakat doch ein Klacks!
Besprechungen | Bücher
Und so sehen die auch meistens aus: An der
Grenze zur Unlesbarkeit... Leider betrifft diese
dilettantische Herangehensweise nicht nur
Plakate, sondern macht – möchte man Haare
raufend ergänzen – auch nicht halt vor Anzeigen-Werbung, sogar in Verbandszeitschriften.
Das Büchlein jedenfalls ist klar gegliedert und
bietet mit Checklisten, Übungen und konkreten Arbeitsanweisungen einen praktischen
Wegweiser, der ermutigen möchte, neue
Wege zu gehen. Strategie & Führung lautet
sein Untertitel, dessen Botschaft jedem, der
mit „seinem“ Orchester etwas erreichen will,
ein Anliegen sein müsste oder immerhin werden könnte – klare Leseempfehlung!
Michael Knoch
Hansjörg Meyer, Gefühle sind nicht behindert – Musiktherapie und musikbasierte Kommunikation mit schwer mehrfach
behinderten Menschen, Lambertus-Verlag,
Freiburg 2009, Buch, 160 S., 16,80 Euro
Ein Praktiker schreibt aus der reflektierten
Erfahrung für Praktiker. Aber auch dem interessierten Nicht-Fachmann erschließt sich
bereits nach wenigen Seiten, welch hoch
interessantes, sensibles, problematisches
musikalisches Feld hier betreten wird: Nicht
Musiktherapie in einem allgemeinen Sinne
(als passive beim Hören oder aktive in der
Interaktion von Patient und Therapeut) wird
hier vorgestellt, sondern spezifisch der musikalische Zugang zum Gefühlserleben schwer
behinderter Patienten. Das Besondere dabei
ist eben, dass der therapierte musikalische
Partner keine (anderen) Möglichkeiten hat,
50
sich kommunikativ zu äußern. „Ein sonst in
sich gefangener Mensch wird in die Lage versetzt, sich mitzuteilen.“ (S.20)
Der Titel erklärt sich aus diesem Zusammenhang: Menschen mit schwerster
geistiger Behinderung und häufig schweren
körperlichen Beeinträchtigungen werden als
empfindende Mitmenschen wahrgenommen,
die (vorher) über keinerlei Möglichkeiten verfügten, ihren Kontaktwunsch auszudrücken.
Ohne Zweifel war jedoch das innere Empfinden, das Fühlen, vorhanden. Um Zugang zu
dieser verborgenen Empfindungswelt zu bekommen, ist der Therapeut auf seine eigene
Fähigkeit der nachspürenden Wahrnehmung
angewiesen. Im gelingenden Falle entsteht
Kommunikation.
„Das Potential dieser Menschen ist
scheinbar unerschöpflich. Musik weckt Gefühle, verhilft ihnen zum Ausdruck, und es
werden Kräfte in der Seele wachgerufen, von
denen vorher kein Mensch auch nur etwas
geahnt hat.“
Wegen dieses eklatanten Spannungsverhältnisses zwischen erlebtem Gefühl und der
(Un)Fähigkeit, es kommunikativ zu äußern,
hat Meyer, ausgebildeter Musiker, Sozialarbeiter und Musiktherapeut, sein Buch „Gefühle
sind nicht behindert“ genannt. Im strengen
Sinne einer therapeutischen Semantik trifft
das nun gerade nicht zu, denn es ist Teil der
Behinderung, Wahrnehmung, Verarbeitung
und Kommunikation des Empfindens nicht
wie ein gesunder Mensch leisten zu können. Aber die Zielrichtung der Titelwahl ist
eindeutig und verstehbar: In seiner von ihm
maßgeblich weiterentwickelten Methode der
musikbasierten Kommunikation eröffnet der
Autor als Therapeut dem Patienten Interaktionsmöglichkeiten, die zuvor nicht einmal zu
vermuten waren. Gut geschrieben und sehr
differenziert darstellend setzt Meyer sowohl
den Fachmann wie den interessierten Musikliebhaber, erst recht das musikalisch nicht
ausgebildete Betreuungspersonal ins Bild der
musiktherapeutischen Möglichkeiten.
Anschaulich wird die Beschreibung besonders durch die narrative Form der Falldarstellungen. Dabei ist es nicht der schlechteste
Zug in der Schreibweise des Autors, dass
das Interesse an der Kommunikation mit
schwer behinderten Menschen dominant ist.
Erkenntnisleitend für den Profi ist die unmittelbare liebevolle Zuwendung. Anders wäre
diese Arbeit weder zu leisten noch erfolgreich, denn der therapeutische Prozess setzt
konzentrierte Empathie voraus.
Wilhelm Wegner
Hansjörg Meyer, Komponisten mit
schwerer Behinderung – Fallgeschichten
aus der Musiktherapie, Lambertus-Verlag,
Freiburg 2010, Buch 143 Seiten, kartoniert,
17 Euro
Weitere – unmittelbar anrührende – Fallgeschichten liefert Meyer im 2010 erschienenen Fortsetzungsband „Komponisten mit
schwerer Behinderung“. Beim zweiten Hinsehen erkennt der Leser, dass es eben nicht
um das Schicksal des ertaubten Beethoven
oder Smetanas geht, um den gemütskranken
späten Schumann oder um Klavierkonzerte
für die linke Hand. Nein, es sind wiederum
Menschen verschiedener Altersstufen, die
einerseits geistig, häufig auch körperlich,
schwerst behindert sind und die andererseits
über den Weg musikbasierter Therapie (wieder) Zugang zu sich selbst und zum Kommunikationspartner finden. Ihr Anteil an der
beginnenden Interaktion kann im gelingenden
Fall zu einer dialogisch entwickelten Komposition werden. Das ist der Grund für den womöglich provokant wirkenden Titel.
Durch die exemplarischen Schilderungen
wird verdeutlicht, wie die Haltung des „Hinspürens“ den therapeutischen Prozess einleitet, die emotionale „Spiegelung“ eine Art
„nachnährende“ Stabilisierung zur Folge
hat und dadurch ansatzweise ein Ausgleich
emotionaler Defizite bewirkt werden kann.
Sehr vorsichtig und differenziert schildert
Meyer seine Erfahrungen und Reflexionen.
Aber auch wenn es um professionelle Musiktherapie geht, ist der Verständnisgewinn
für den interessierten Laien enorm. Die gewählte Struktur des Buches macht deutlich,
wie es Teil des therapeutischen Arbeitens
ist, die Perspektive zu wechseln. Neben der
„Außenperspektive“ etwa eines Besuchers
der Einrichtung wird die des Therapeuten
und schließlich die (interpretierte) „Innenperspektive“ dargestellt. Der Leser wird dadurch
ermuntert, genauer diagnostische und therapeutische Möglichkeiten wahrzunehmen und
sich nicht mit einer oberflächlichen Zurkenntnisnahme eines Problemfeldes zufrieden zu
geben. Dazu verhelfen auch editorische Hilfen
wie Einrichtungsbeschreibungen und Glossar
im Anhang.
Wilhelm Wegner
Dietmar Lex, Spiel‘n Se Ma‘ was
Flottes! Obermayer, Buchloe 2011, 96 S.,
12,90 Euro
Gut gemeint... Wer hat nicht Freude an Anekdoten, wer ergötzt sich nicht klammheimlich
an kleinen Bosheiten über bestimmte Instrumentalisten? Wessen Heiterkeit wird nicht
gesteigert durch die Schilderung skurriler Situationen auf oder hinter oder vor der Bühne?
Erwartungsvoll greift man zu diesem
Büchlein von Dietmar Lex. Zu unterscheiden
zwischen gut und gut gemeint ist dann nicht
anmaßend, wenn der Rezensent dafür sorgt,
dass seine Maßstäbe plausibel sind.
Was macht ein Buch lesenswert? Im einen
Falle ist es das Sujet, im anderen der Stil, im
dritten die Persönlichkeit des Autors. Manchmal begeistert die Perlenkette der Pointen,
gelegentlich die Qualität der Edition. Im Idealfall aber treffen mehrere dieser Glücksfälle
gleichzeitig zu, dann ist es gerechtfertigt, die
Publikation zu loben.
Bei Dietmar Lex „Spiel‘n Se ma‘ was
Flottes“ leider nicht. Der Autor ist ein begabter und ausgebildeter Zeichner. Seine Situationsskizzen, von ihm als „Livemitschnitte“
Der Dirigent schimpft immer mehr über den
Klang des Orchesters – bis dieses einmal
komplett den Einsatz verweigert. Darauf der
Konzertmeister zum Dirigenten: „Sehen Sie,
Maestro, so klingt ein Taktstock!“
König Friedrich August (Sachsen) lässt sich
die Mitglieder des Leipziger Orchesters vorstellen. Er deutet auf einen Musiker und fragt
51
bezeichnet, sind gekonnte, sehenswerte
Strichzeichnungen. Da er im Laufe seines Lebens – in den letzten 40 Jahren – etwa 1700
davon archiviert hat, ist es jedem Betrachter
sofort verständlich, dass diese Fülle den Urheber zur Veröffentlichung drängt. Der Rahmen dafür könnte – da es sich um die Wiedergabe erlebter Situationen handelt – ein
autobiografischer sein. Für Verwandte und
Freunde ergäbe sich daraus ein nachvollziehbares Anteilnehmen. Er könnte auch ein geographischer sein, quasi als Reisebericht durch
Kulturlandschaften. Für Studenten der Malkunst wäre es gar ein Lehrbuch angewandter
Kunstfertigkeit. Ein gewandter, witziger Autor würde sich über gekonnte Illustrationen
eines guten Textes freuen. Lex aber hat den
Weg gewählt, versprachlichte allgemeine
Beobachtungen als Texte neben seine Skizzen zu stellen. Sind es Textualisierungen der
gezeichneten Szenen? Sind die Zeichnungen
Illustrationen zu den Glossen, obwohl sie
vorher da waren? Die Texte sollen im Stil witzig sein, doch der Witz hält sich in Grenzen.
Der persönliche Bezug, der die Autorenschaft
und damit die Veröffentlichung legitimieren
würde, ist gänzlich unauffindbar. Ein narrativer Stil, der in Ansätzen gelegentlich durchschimmert, hätte das Potential, den Leser zu
geleiten. Stattdessen stolpert man hier und
da sogar über verunglückte Formulierungen.
Wäre das ganze Büchlein witzig, würde man
humorvoll darüber hinweg sehen. Lesenswert
wird Prosa durch Verdichtung, nicht durch
ausschmückende Ausführlichkeit. Aber hier
liest man nun Abschnitt für Abschnitt und
Glosse um Gedicht und wartet auf die Pointe
– vergeblich.
Wilhelm Wegner
den Dirigenten: „Was hadd’n der Mann fier
n Inschdrumend?“ – „Englischhorn, Majesdäd.“ Wendet sich August an den Musiker:
„How do you do?“
Zwei Hörner halten Quinten aus. Auf einmal setzt der erste Hornist sein Instrument
ab und sagt empört zum zweiten: „Du
treibst!“
Besprechungen | Bücher
Noten
Oboenkonzerte
Der eine oder andere Interessierte mag sich
noch daran erinnern oder sei hiermit darauf
verwiesen: In Heft I/2011 habe ich einige Konzerte aus der Barockzeit für Oboe und Violine
vorgestellt. Hier soll es um Oboenkonzerte gehen, allerdings ohne die Beschränkung auf die
Barockzeit.
Bei der Redaktion sind zwei neuere Konzerte
eingetrudelt, die ich zunächst vorstellen will:
Jürgen Golle: Pastorale für Oboe (Klarinette/Saxophon in B) und Streichorchester, P. Tonger, Musikverlag Köln,
2004
Der 1942 geborene Zwickauer Komponist Jürgen Golle war zuletzt Professor für Musiktheorie/Tonsatz (Komposition) an der TU Chemnitz. Schwerpunkt seiner kompositorischen
Arbeit ist die Chormusik. Die Pastorale für
Oboe und Streichorchester ist ein kleines
dreiteiliges Musikstück in tonaler Schreibweise; gegliedert ist es in A-B-A-Form mit der
Abfolge Moderato – Allegro – Moderato und
es geht über 246 Takte. Über ruhigen Klängen
der Streicher entwickelt die Oboe aus dem
Dreiklang heraus in zunehmender Bewegung
eine pastorale Melodie, die dann von der ersten Violine über einem Orgelpunkt der Bässe
aufgenommen wird; gegen Ende des ersten
Moderatos wandert die Melodie in die Bässe, bis dieser erste Satz über einem erneuten
Orgelpunkt ausklingt; das Allegro ist von der
Struktur her ähnlich gebaut: Oboe und erste
Violine finden sich häufig im Wechselspiel
über Begleitfiguren der Unterstimmen, denen
im Verlauf des Satzes aber auch thematische
Bedeutung zuwächst. Das abschließende
Moderato nimmt in leicht variierter Form den
Anfang wieder auf. Ein schönes, auch gut zu
bewältigendes Werk, das eine große Ruhe
ausstrahlt ohne langweilig zu wirken – dafür sorgen auch die vielen Taktwechsel, die
die Musik zusätzlich rhythmisch interessant
machen.
Besprechungen | Noten
Wenn es eine Kritik zu üben gäbe, dann eher
an der Ausgabe. Partitur und Stimmen liegen
nur in der Handschrift des Komponisten vor.
Vor allem die Stimmen sind schlecht zu lesen, die Notenköpfe sind doch recht klein geraten. Mir scheint es nicht mehr zeitgemäß,
heutzutage, wo jeder ein akzeptables Notationsprogramm für wenig Geld erstehen kann,
solche Noten in den Verkauf zu bringen. Ich
möchte also dem Tonger-Verlag doch empfehlen, diese kleine Werk abzuschreiben und in
einer gut leserlichen Ausgabe neu aufzulegen
– oder vielleicht hat ja auch Herr Golle, jetzt
wo er pensioniert ist, Lust, sich mal in so ein
Programm einzuarbeiten?
Bernhard Krol, Portacoeli-Concerto op.
168, für Oboe und Streichorchester,
Wolfgang G. Haas – Musikverlag Köln e.K.
2002
Der 1920 geborene Hornist und Komponist
schreibt in der Hauptsache Kirchenmusik. Sein
Stil ist – obwohl er Schüler des Schönbergschülers Josef Rufer war – tonal konzipiert
und steht in der Reger-Hindemith-Nachfolge.
In seinem dreisätzigen Oboenkonzert folgt
52
auf ein kurzes einleitendes Adagio, das seine
Melodik aus dem Dreiklang heraus entwickelt,
ein „Tempo di valse“, in dem das Soloinstrument über einem weitgehend homophonen
Begleitsatz der Streicher deutlich die Führung übernimmt; ein spielfreudiger Satz, der
in eine Art Kadenz – „libero“ überschrieben
– mündet, in der die Oboe ohne Begleitung
auftritt. Dann geht der Walzer erneut an,
und nun übernehmen teilweise die Streicher
die Motive der Oboe. Ein kurzes Vivace beendet den Tanz. Im folgenden Largo lässt die
Oboe – wieder über homophoner Begleitung
der Streicher – eine ausdrucksstarke Melodie
erklingen. Unvermittelt geht diese Ruhe in
einen „con moto“ überschriebenen Teil über,
in dem einzelne Solostreicher in ein Wechselspiel mit der Oboe eintreten – der Satz mündet in ein Andante, dem als Schlusssatz ein
Presto folgt.
Ein ausgewachsenes Konzert, klanglich interessant mit ausdrucksstarken, gut gebauten
Melodien, von den technischen Anforderungen her leicht bis mittelschwer, also spielbar.
Was die Ausgabe betrifft, gilt im Grunde
dasselbe, was oben schon gesagt wurde: die
Noten liegen nur handschriftlich vor. Allerdings sind die Stimme etwas besser zu lesen,
trotzdem: eine Notenausgabe sollte – jedenfalls von Musikverlagen – heute durch ein Notationssystem erstellt sein! Bemängelt werden muss leider auch, dass die Stimmen nicht
durchweg spielfreundlich eingerichtet wurden
– mit Ausnahme des Kontrabasses hat jede
Stimme ein- oder gar zweimal das Problem,
mitten im Spiel wenden zu müssen, obwohl
die Einrichtung einer bequemen Wendestelle
in allen Fällen möglich gewesen wäre.
Das soll aber dem schönen Konzert keinen Abbruch tun – es sei hiermit empfohlen.
Soweit die beiden Einsendungen. – Worauf
ich in der Folge hinweisen möchte, ist die Seite imslp.org, unter der man tausende Noten
finden kann, sortiert nach unterschiedlichen
Kriterien, wie etwa Komponist, Besetzungen
oder Werk.
Unter dem Stichwort „Concerto“ finden sich
rund 1600 Werke, darunter 50 Oboenkonzerte. Die Noten kann man sich in der Regel
problemlos herunterladen, handelt es sich
doch vor allem um Werke von Komponisten, bei denen das Urheberrecht schon lange
erloschen ist. Die Stücke sind unterschiedlich ins Netz gestellt. Zum einen finden sich
handschriftliche Stimmen und/oder Partituren
älterer Werke, die mitunter so gut geschrieben sind, dass man mit etwas Übung direkt
davon spielen kann; manchmal gibt es auch
nur eine Fassung für Soloinstrument und Klavierauszug und gelegentlich hat ein freundlicher Zeitgenosse zur Handschrift schon eine
Druckfassung erstellt, die ebenfalls abrufbar
ist. Völlig unbekannte Namen stehen neben
den bekannten Größen und so taucht man
ein in eine Fundgrube – oder besser: man
greift in den Grabbelsack – und lässt sich
überraschen, was einem so alles vor Augen
und Ohren kommt. – Schaunmermal:
Domenico Elmi (1676 - 1760): Konzert
für Oboe und Streicher, a-Moll
Elmi? – noch nie gehört, Das MGG und das
Riemannlexikon kennen ihn auch nicht –
fündig werde ich im ersten Band (Sp. 378)
des historisch-biographischen Lexikons der
Tonkünstler von Ernst Ludwig Gerber (Leipzig 1790); aber sehr informativ ist das auch
nicht: „ein Venezianer und vortrefflicher
Kirchenkomponist, spielte die Bratsche meisterhaft, und starb im hohen Alter im J. 1760“.
Ah ja. Die Partitur des Konzerts jedenfalls
ist sowohl als Handschrift als auch in einer
guten Druckfassung mit ausgesetztem B.c.
vorhanden; die Satzfolge heißt wie häufig bei
Konzerten der Barockzeit: Adagio – Allegro –
Grave – Allegro.
Das Konzert selbst bewegt sich auf dem
Niveau einer guten Gebrauchsmusik, handwerklich gut gemacht, aber doch recht vorhersehbar in seinem Ablauf mit den üblichen
Sequenzfiguren. Die beiden langsamen Sätze
gefallen mir besser; das Largo erhebt sich über
einem chromatischen Gang im Bass (passus
duriusculus), einer zu der Zeit häufig anzutreffenden melodischen Figur – hier kann die
Solo-Oboe natürlich zeigen, dass sie über homophon gesetzten Akkordfortschreitungen
zu improvisieren weiß. Schön auch die Idee,
diese chromatische Linie schon mal im Allegrosatz von der Oboe im Vorgriff auf den
kommenden Satz erklingen zu lassen. Das
Schlussallegro ist ein flottes Siciliano im 12/8Takt, das Spaß macht. – Kein großes Konzert;
aber ein hübsches Stück Musik lässt sich da
allemal entdecken.
Oder hier, noch so ein Unbekannter:
Christian Gottlieb Postel: Konzert BDur für Oboe, Streicher und B.c.
Kein Lexikon weiß etwas über ihn – über
google erfahre ich, dass er bei einem Graf Morzin Musiker gewesen sei, sein Konzert lässt
sich etwa in der erste Hälfte des 18. Jahrhunderts verorten. Eine schöne, lebendige, fröhliche Musik; das läuft, da ist Spielfreude drin,
die Oboe und aus dem Orchester vor allem
die ersten Violinen haben zu tun; der erste
Satz ist schön strukturiert durch kleine dreistimmige Einschübe, in denen die Bassstimme
pausiert; natürlich auch hier Sequenzen, aber
mit Geschmack verwendet und nicht übertrieben eingesetzt. Das Adagio beginnt mit zwei
5-Takt-Gruppen – hier hat die Oboe über weite
Strecken das Sagen, unterstützt durch einen
homophonen Streichersatz, der aber zweimal
unterbrochen wird von einem Zwiegesang
zwischen Oboe und B.c. – eine originelle
Idee! Das abschließende Allegro, ein Rondo
im 3/8-Takt, ist ein richtiger Rausschmeißer,
der es in sich hat. Das 18taktige Hauptthema,
eine zunächst rasch dahin eilende Sechzehntelfigur, die dann ausgebremst wird, erscheint
zunächst zweimal in B-Dur und dann, jeweils
von Zwischenspielen unterbrochen in F-Dur,
d-Moll, g-Moll und zum Schluss wieder in
B-Dur – ok, die üblichen Spaziergänge in benachbarte Tonarten, aber gut gemacht. Das
Konzert ist jedenfalls eine kleine Entdeckung,
die eine Aufführung lohnt.
So könnte man nun mit den restlichen 48
Konzerten weitermachen; ich will es für heute dabei bewenden lassen, aber noch auf ei-
53
nige Namen aus dieser Liste verweisen und
dadurch hoffentlich ihre Neugierde anstacheln: Neben bekannten Werken von Händel,
Telemann, Marcello, Vivaldi, Molter, Mozart
und Strauss, die etwa ein Drittel des Bestandes ausmachen, finden sich auch Namen
wie Ernst Eichner, Martin Seyfert, Antonin
Reichenauer (ein Kollege von Postel), Ludwig
August Lebrun, Friedrich Christian Friese, Eugene Goossens, Vladimir Tsybin...
Nun – neugierig geworden? Also dann:
imslp.org. Und viel Spaß beim Stöbern!
Michael Goldbach
Johannes Brahms, Sextette in B-Dur,
op. 18 und in G-Dur, op. 36 für 2
Violinen, 2 Violen, 2 Violoncelli, hg. v.
Christopher Hogwood, Urtext, Bärenreiter,
Kassel 2011, Studienpartitur TP 419 und
420 11,95 und 12,95 Euro; Stimmen im
Umschlag BA 9419 und 9420 je 32,95 Euro
Der Waschzettel des Bärenreiter-Verlags
trumpft diesmal ordentlich auf: Nicht nur
Christopher Hogwood wurde als Herausgeber verpflichtet; es wird auch vollmundig darauf verwiesen, dass nun endlich „die ersten
wissenschaftlich-kritischen Editionen dieser
vielgespielten Kompositionen“ vorlägen. Allerdings führt der im gut aufgebauten, knapp
und konzise gehaltenen Vorwort ebenso wie
im Anhang (kritischer Kommentar mit einigen abgedruckten Originalquellen) dokumentierte philologische Eifer zu nur geringfügigen
Änderungen. Denn in der mir vorliegenden
älteren Brahms-Ausgabe bei Eulenburg, die
noch Wilhelm Altmann besorgt hatte, findet
sich der nahezu identische Notentext. Die
Änderungen zu einzelnen Takten sind im Anhang auf knapp viereinhalb Seiten angeführt.
Bei einer stichprobenartigen Überprüfung
ergaben sich jedoch insgesamt eher kleinere
Unterschiede, die sich v.a. auf Bindebögen
und dynamische Angaben, die dadurch um
Nuancen verschoben bzw. verdeutlicht wurden, beziehen.
So fehlt in der alten Eulenburg-Ausgabe
im Kopfsatz von op. 18 etwa das crescendo in
Va2 und Vc2 in Takt 68. Dadurch wird immerhin eine gewisse Belebung der Stimmen eben-
Besprechungen | Noten
abschließend kurz verwiesen. Fazit: die Ausgaben sind gut lesbar und übersichtlich eingerichtet, müssen die älteren Fassungen aber
nicht ersetzen.
Rupert Plischke
Franz Schubert, Streichquartett G-Dur,
op. posth. 161, D 887, Urtext hg. v. Egon
Voss, Henle, München 2010, Studienpartitur 9 Euro; Einzelstimmen, 18 Euro
so erreicht wie ein größerer Überraschungseffekt beim in T. 69 folgenden pp. Später fehlt
in Takt 303-305 das lange (de-)crescendo im
zweiten Cello. Im Trio schließlich sind statt
der Triller (Takte 45 und 49) nur kurze Mordente vermerkt, die Brahms ausdrücklich gefordert hat – und die angesichts des flotten
Tempos sicher nahe liegen. So verbleiben die
realen Änderungen im minimalen Bereich und
man kann – zumal als Laie – das eigene ältere
Notenmaterial durchaus guten Gewissens
weiter nutzen.
Interessant sind im Vorwort jedoch allemal die Hinweise zur damaligen Programmgestaltung: die Kammerkonzerte enthielten
buntgemischte Programme quer durch die
Besetzungen; auch wurde gerne spontan ein
Satz da capo gefordert. So war die Konzertatmosphäre im vermeintlich ach so steifen 19.
Jh. offensichtlich viel entspannter als heute.
Und auch die Hinweise zur Aufführungspraxis seien kurz erwähnt – gerade für uns Laien
ist es sicher wichtig, sich immer klarzumachen, dass z.B. das Vibrato bei Brahms nur als
Verzierung an wenigen, bewusst gesuchten
Stellen einzusetzen ist. Ob man dagegen die
portamentofreudigen Fingersätze von Joachim
heute noch nutzen sollte, sei dahingestellt.
Die moderne Violintechnik hat durch Abgreifen und Strecken der linken Hand das feste
Lagensystem ja schon seit längerem aufgelöst
und bevorzugt möglichst unhörbare Lagenwechsel – was natürlich ebenfalls gezieltes
Portamento nicht ausschließt. Auf andere
Anmerkungen, etwa zur Bedeutung des animato als Hinweis auf den Charakter, nicht das
Tempo, bzw. die teils gewollte Kopplung von
crescendo und Beschleunigung sei hier nur
Besprechungen | Noten
Schuberts letztes Streichquartett, dem man
sich nur höchst ehrfürchtig nähert, sofern
man es einmal in ergreifender Darbietung live
erleben durfte und über ein Mindestmaß an
realistischer Selbsteinschätzung verfügt, liegt
nun in einer weiteren Ausgabe vor; Egon Voss
hat für den Henle-Verlag die Urtextausgabe
besorgt. Er stützt sich dabei neben dem von
Schubert teilweise überarbeiteten Partiturautograph u.a. auf die Neue Schubert-Ausgabe
von Werner Aderhold (Kassel 1989). In seinem kurzen Kritischen Vorwort und den abschließenden Bemerkungen mit den Hinweisen auf Ergänzungen und Lesarten verweist
der Herausgeber auf die „schwierige[n] Aufgabe, zahlreiche notwendige Ergänzungen und
Korrekturen vorzunehmen“ (S. III, Vorwort).
Diese liegen u.a. in Schuberts unklarer Notationsweise begründet: bei Akzenten oder Decrescendi-Zeichen sind Anfang und Ende oft
unklar, auch weiß man nicht, welche Stimme
gemeint sein soll. Zudem hat Schubert die
Partitur nicht konsequent und bis zum Ende
durchgearbeitet, sodass Eingriffe stets „nicht
ohne die Gefahr der Willkür“ erfolgen (S. 67).
Sieht man allerdings genauer hin, kann man
sich angesichts dieser vielen skrupulösen Hinweise und unausgesprochenen vermeintlichen
Warnungen vor älteren Ausgaben nur die Augen reiben. Nicht nur stimmt die Henle-Version weitestgehend mit der alle Unterschiede
zwischen Erstausgabe und Schuberts Korrekturen verzeichnenden Bärenreiterausgabe von
Martin Chusid (Kassel 1979 ff.) überein; auch
der Notentext der mir vorliegenden „uralten“
Studienpartitur aus dem Eulenburg-Verlag, die
sich seit den frühen 1950er Jahren in unserem
Familienbesitz befindet (der Titelbildgestaltung und der Selbstbezeichnung Eulenburgs
54
als „Kgl. Württemberg. Hof-Musikverleger“
zufolge stammt die Ausgabe wohl eher
vom Beginn des 20. Jh.), verzeichnet die in
den neueren Ausgaben angemerkten Stellen
schon in der heutigen Fassung. Nichts Neues
unter der Sonne also auch hier – die von Voss
akribisch vermerkten Hinweise auf StakkatoPunkte bzw. das Ende/den Ansatz der Bindebögen nimmt man ja heute als Ausführender
sowieso nicht mehr als entscheidend wahr
– Klang und Phrasierung stehen im Mittelpunkt, nicht die leidigen Aufstrich-AbstrichStreitereien.
Ganz unabhängig davon: das Quartett
ist doch umwerfend und entfaltet einen mitreißenden Sog – umso mehr, wenn man sich
selbst durch das Scherzo und das abschließende, leider verteufelt schwere Allegro assai
gekämpft hat. Diese Ausgabe ist sehr gut lesbar – wenn auch leider ohne jede Fingersatzhilfen! – und blätterfreundlich gestaltet. Wer
das Stück also noch nicht in seiner Sammlung
hat, sich aber gerne großen Herausforderungen stellt, kann getrost zugreifen.
Rupert Plischke
Pietro Antonio Locatelli (1695-1764),
Concerti op. 3/1-12, für Violine und
Orchester, hg. v. Albert Dunning, Klavierauszug v. Reinhold Kubik. Schott London
2010, Einzelausgaben der Konzerte jeweils
12,95 Euro
Die vorliegende Ausgabe der Violinkonzerte
op. 3 von Locatelli ist in der Edition Schott
erschienen; obwohl sich diese u.a. „durch
hohe Qualität und editorische Zuverlässigkeit“ auszeichnen, haben Verlag und Herausgeber Albert Dunning auf einen wenigstens
skizzenhaften kritischen Bericht verzichtet.
Das kurze Vorwort ist in stilistisch gruseligem, teils schludrig-unklarem Deutsch (wie
führt man z.B. eine Passage „im Gegenbogen“
aus?) gehalten. Immerhin wird auf die vom
Herausgeber verantwortete Gesamtausgabe
der Locatelli´schen Werke verwiesen. Bedauerlich ist für uns jedoch z.B. auch, dass auf
spieltechnische Hinweise oder gar eine Einrichtung mit Fingersätzen und Strichvorschlägen verzichtet wurde. Dies sind gerade für
den Solisten bei diesen Konzerten unbedingt
notwendig, darf er sich doch schon beim ersten Einsatz im Kopfsatz des ersten Konzerts
von der fünften Lage an tummeln und bis in
die 11. Position hinaufwagen; das abschließende Allegro – ein virtuoser Kehraus im ¾Takt – verlangt mit allerlei gebrochenen Akkorden ebenfalls bogentechnische Sicherheit
und intonatorische Souveränität im Wechsel
mit geradezu sinnlicher Klanglichkeit, die das
lyrische Nebenthema in erneut hohen Lagen
fordert. Das Anforderungsniveau liegt hier in
etwa bei dem der Capricen op. 35 von Dont,
sodass eine gründliche Einstudierung unter
professioneller Anleitung sicher sinnvoll ist.
Umso mehr gilt dies für die gegen Ende der
Ecksätze eingefügten Capricci, in denen Locatelli dem Ausführenden breiten Raum zur
Darstellung seiner technischen – und vor
allem auch musikalischen – Meisterschaft
bietet. Hier häufen sich wilde, auf unterschiedlichste Weise variierte Akkordketten,
reichlich Läufe, Trillerketten und bogentechnisches Blendwerk, wie es erst 100 Jahre später Paganini höchst wirkungsvoll überbieten
sollte. Den von Reinhold Kubik erstellten Klavierauszügen zufolge fällt der Orchesterpart
der dreisätzigen Werke recht überschaubar
aus; umso mehr Genauigkeit, artikulatorische
und klangliche Phantasie erfordern die Stücke
wohl, will man sie befriedigend zur Aufführung bringen. Zu denken wäre etwa an das
Abschlusskonzert eines Musikwettbewerbs,
in dem sich die Teilnehmer bzw. Preisträger
mit jeweils einem Konzert oder Satz verabschieden können. Für normale Orchester und
„übliche“ Konzerte wären höchstens einzelne
Sätze – etwa als Zugabe nach einem Solokonzert – zu empfehlen.
Rupert Plischke
Wolfgang Amadeus Mozart, Die Zauberflöte, bearbeitet für Flöte, Violine, Viola und Violoncello von Franz
Heinrich Ehrenfried, Edition Walhall 2011,
Partitur 29,80 Euro, Stimmen 39,80 Euro
Wer eine schöne Melodie wieder hören möchte, die er z.B. im Rahmen eines Konzerts oder
einer Opernaufführung kennen lernte, hat
heutzutage vielfache Möglichkeiten dazu: er
oder sie kann sich eine CD oder DVD davon
kaufen, sie aus dem Internet runterladen, oder
aber darauf setzen, dass dieses Melodie bald
mal wieder in Rundfunk oder im Fernsehen
gespielt wird. Vor der Erfindung der Musikkonserve hingegen gab es nur eine einzige
Möglichkeit: nämlich die Musik im heimischen
Salon selbst zu spielen, in welcher Form und
Besetzung auch immer. Für Musikverleger war
dies ein attraktives Geschäft. Sobald eine neue
Oper auf der Bühne Furore machte, brachten
sie sehr schnell Notenmaterial mit den TopHits auf den Markt.
55
Wolfgang Amadeus Mozarts „Zauberflöte“
machte da keine Ausnahme, ganz im Gegenteil. Eine Fülle von Arrangements und Variationswerken für die unterschiedlichsten Besetzungen zeugen davon, dass Mozarts Oper
ungeheuer populär war. In der Edition Walhall
erschien jetzt die Neuausgabe einer Bearbeitung aus dem Jahre 1793, damals herausgebracht vom Mainzer Hofmusiker FranzHeinrich Ehrenfried (1747-1828). Ehrenfried
holt Mozarts Oper runter von den Brettern,
welche die Welt bedeuten, und verpflanzt sie
ins heimische Wohnzimmer. Die Besetzung
der 31 Arrangements hält er bewusst klein.
Ehrenfried kommt in seiner Fassung mit lediglich vier Instrumenten aus: Flöte, Violine,
Viola und Violoncello. Die Gesangspartien
übernimmt die Flöte, ansonsten bleibt Ehrenfried – von einigen Tonartwechseln abgesehen
– sehr nahe am Original.
Kammermusikfreunde und ganz besonders
die Flöte spielenden Mozartfans unter ihnen
werden sehr dankbar sein, dass sich der Verlag
Franz Biersack zu einer Neuherausgabe dieser
Bearbeitung entschlossen hat. Denn mal abgesehen davon, dass es immer eine Freude ist,
Mozart spielen zu dürfen, eignen sich diese
Miniaturen hervorragend als dankbare Vortragsstücke, z.B. wenn es darum geht, eine
Feierlichkeit musikalisch zu umrahmen.
Die Partitur (diese lag dem Rezensenten vor)
verfügt über ein großzügig gesetztes Notenbild; für eine Aufführung eignet sich das
separat erhältliche Stimmmaterial natürlich
deutlich besser.
Christoph Bruckmann
Richtigstellung
Im letzten Heft ist uns ein bedauerlicher
Fehler unterlaufen, um dessen Richtigstellung uns der Partitura-Verlag verständlicherweise bittet:
Die Preisangabe bei der Rezension von Beethoven, Trio für Klavier, Violine und Violoncello c-Moll op. 1 Nr. 3, hg. von Stephanie
Gurtner war mit 39,95 Euro viel zu hoch.
Das Trio ist schon für 24,60 Euro zu haben!
Wir bitten um Entschuldigung. Die Red.
Besprechungen | Noten
Bedrich Smetana, Aus der Heimat. Zwei
Duette für Violine und Klavier. Originalversion und Arrangement von Hans Sitt, hg.
von Ida Bieler, Schott, Mainz 2010, 14,99
Euro
Auch wenn die Herausgeberin im knappen
Vorwort die beiden Smetana-Stücke in der
Sitt´schen Fassung rühmt und ihnen „einen
hoch angesehenen Platz im Standardrepertoire“ zuweist und resümiert, sie seien „seit
Generationen ein sehr beliebtes Konzertwerk
für Geiger“, muss der Rezensent gestehen,
ihnen noch nie bewusst begegnet zu sein,
sei es im Konzert, sei es im Radio oder auf
CD. Das ändert natürlich nichts am klanglichen Reiz und böhmischen Charme dieser
beiden Stücke aus dem Jahr 1880, die Smetana für den mit ihm befreundeten Fürsten von
Thurn und Taxcis, einen versierten Geiger,
komponiert hat. Der große Geigenpädagoge
Hans Sitt hat die beiden Sätze überarbeitet
und dabei die Geigenstimme einerseits etwas verschlankt (etwa durch Streichung von
Oktavierungen und Doppelgriffen), teils aber
auch effektvoller gestaltet (siehe Schlusscoda). In kompositorischer Hinsicht hat der
Bearbeiter die Sätze v.a. gestrafft. Sitt nahm
z.B. im ersten Satz den Più-moderato-Teil
mit kurzer Hinführung von T. 80-114 heraus
und änderte den Schluss. Auch die Veränderungen im Klavierpart ab T. 69 fallen auf; wo
Smetana hier 14 Takte lang leicht perlende
16tel-Oktaven über den Ton e notiert hat,
ändert Sitt die Tonart und verlängert die Noten auf Achtel; den Wiederholungscharakter
behält er jedoch bei. So mag dieser Änderung nicht zuletzt der pädagogische Impuls
der leichteren Spielbarkeit (v.a. für Laien)
zugrunde liegen. Der Verlag hat hierzu insofern eine erfreuliche und transparente Lösung gewählt, als beide Versionen in beiden
Stimmen vollständig ausgeführt sind; zudem
ist die Geigenstimme beide Male mit zahlreichen Fingersätzen und Ausführungsvorschlägen versehen, sodass die Stücke auch
im Alleinstudium erarbeitet werden können.
Der zweite Satz – Andantino – beginnt mit
einem dramatischen Aufschwung in hohe
Lagen und variiert sodann die Melodie auf
unterschiedliche Weise. Nach einem kurzen
Besprechungen | Noten
Allegro-vivo-Teil und mehrmaligem Tempowechsel endet der von Sitt um etwa 40 Takte
gekürzte Satz in virtuos strahlendem G-Dur
mit einer v.a. harmonisch stabilisierenden
Presto-Coda. Diese Ausgabe ist Freunden
(spät-)romantischer Geigenmusik unbedingt
zu empfehlen.
Rupert Plischke
Antonín Dvorák, Romanze f-Moll
op. 11, instr. für Streichorchester von
Xaver Paul Thoma, Hubert Hoche-Musikverlag, Helmstadt 2009, Dirigierpartitur
39,90 Euro
die Bratschen z.B. den Klarinettenpart zugewiesen bekommen und die Celli analog
die Fagotte und Hörner ersetzen. Die technischen Anforderungen für das Streichorchester halten sich – von der Tonart abgesehen – im Rahmen: Die ersten Geigen müssen
nur zweimal in 5. Lage hinauf. Die Schwierigkeiten bei der Ausführung liegen eher
im schlanken, grazilen und transparenten
Klang, der Thoma, den Herwig Zack in der
Zeitschrift Das Orchester (Ausgabe 11/2010)
als „renommierten Komponisten und ausgesprochenen Edelbratscher“ vorgestellt hat,
wohl vorschwebte. So finden sich zahlreiche
piano/pp-Stellen sowie pizzicato-Einwürfe
und -läufe. Und wie jeder weiß, sind ja oft
die Stücke die schwersten, die leicht klingen
sollen.
Rupert Plischke
Rodion Shchedrin, Journey to Eisenstadt für Violine und Klavier, Schott,
Mainz, London 2009, 12,95 Euro
Zu den bekannten Romanzen für Geige und
(Streich-)Orchester, etwa von Beethoven,
Svendsen oder Suk kommt hiermit noch die
f-Moll-Romanze von Antonin Dvorák, bei
deren Bearbeitung Xaver P. Thoma mit den
geteilten Bratschen und teils auch geteilten
ersten Geigen sowie Celli Wert auf eine gewisse Basslastigkeit, zumindest einen dunkel timbrierten Orchesterklang gelegt hat.
Hierzu passen auch die – leider nur kurzen
– Bratschensoli (Takt 4ff., T. 114ff.). Die Bläserstimmen – das Original verlangt je zwei
Flöten, Oboen, Klarinetten, Fagotte, Hörner
– hat Thoma im Wesentlichen so aufgeteilt,
dass die ersten Geigen die hohen Bläserstimmen übernehmen, etwa die Flöten, während
56
Die Journey to Eisenstadt des russischen Komponisten Shchedrin ist dem Geiger Leonidas
Kavakos gewidmet, der sie am 1. Dezember
2009 in London uraufgeführt hat. Im etwa
sechsminütigen, 87 Takte langen Werk wird
das Grundmetrum des 4/4-Takts immer wieder durch einen eingeschobenen 3/2-Takt
(später auch ¾- und 5/4-Takt) unterbrochen,
ohne dass dies zu übergroßen rhythmischen
Problemen führen sollte. Die Geigenstimme
ist mit geforderten Ricochet-Passagen, einigen Abschnitten mit drei- bis vierstimmigen
Akkorden sowie glissando-Effekten einerseits glanzvoll virtuos angelegt, überfordert
aber den übewilligen Ausführenden letztlich
nicht. Dazu tragen auch die präzisen spieltechnischen Hinweise in der Geigenstimme
bei, die auch zur experimentellen Arbeit am
Klang einladen. So ist z.B. eine in chromatischen Doppelgriffen abwärts führende ritenuto-Stelle der Geige als sul pont. „Wau-wau“
poco e gliss. auszuführen – was angesichts
des konkreten Notenbildes dann doch recht
einleuchtend wirkt.
Der Klavierpart ist eher dünn gesetzt
und voller tänzerischer Grazie, erfordert also
einen trotz des übersichtlichen Notenbildes
versierten Pianisten, der auch angesichts der
zahlreichen dynamischen Hinweise, Akzente
und Triller ungemein wach spielen sollte. Bedenkt man dazu Titel und Entstehungsjahr,
so ist die Hommage an Joseph Haydn (er
starb im Jahr 1809) unverkennbar. Die Rodion-Shchedrin-Stiftung notiert zum Werk
auf ihrer Homepage: „In diesem Sinne wird
Rodion Shchedrins Journey to Eisenstadt zu
einer kurzen, aber erlebnisreichen Reise für
alle, die sich gerne in die Welt der Wiener
Klassik, besonders in die Musikwelt Haydns,
entführen lassen.“ (http://www.shchedrin.
de/stiftung _ index _ aktuelles.htm).
Rupert Plischke
Gabriel Fauré, Sicilienne op. 78 für
Violoncello und Piano, Urtext, Stimme
und Partitur, hg. von Cornelia Nöckel,
Henle 2011, 7 Euro
Wer kennt sie nicht, die wiegende Stimmung
des Siciliano, meist im 6/8 oder 12/8-Takt
geschrieben? Verwandt der Pastorale ist diese Form gesungener oder instrumental gespielter Arie unter diesem Namen seit dem
17. Jahrhundert bekannt. Ein häufiges und
darum typisches rhythmisches Element ist
die punktierte Dreierfigur wie in dem Wort
Cembalo, wenn man‘s italienisch spricht. Ob
das Siciliano, französisch sicilienne, wirklich
von Sizilien stammt, wird sich nicht klären
lassen. Bach und Händel und ihre frühklassischen Nachfahren haben es gerne als Satzteil von Sonaten oder Sinfonien benutzt. Und
so ist es erhalten geblieben bis ans Ende des
19. Jahrhunderts. Gabriel Fauré komponierte
die vorliegende Sicilienne 1893. Sie war Teil
der Bühnenmusik zu Molières „Le bourgeois
gentilhomme“ (Der Bürger als Edelmann). Die
Fassung für Violoncello und Klavier erstellte
er 1898. Die Orchesterfassung verwendete
er dann für die Bühnenmusik zu Maurice
Maeterlincks „Pelléas et Mélisande“, die unter
Faurés Leitung in London uraufgeführt wurde. Aus dieser Phase stammt die Datierung
des Autographs: 16.4.1898.
Warum diese Vorgeschichte? Die den
meisten Cellisten vertraute Ausgabe von
der im Jahre 1925 eine Aufnahme davon einspielte.
Übrigens: Die Sicilienne ist auch für mittelprächtige Cellisten gut spielbar und damit
für Musikabende im kleinen Kreis eine dankbare Bereicherung. Erleichtert wird dem Neuling der Zugang durch die Fingersätze von
David Geringas. Für den Individualisten liegt
jedoch zugleich eine Fassung ganz ohne Fingersatz bei. Dankenswert!
Wilhelm Wegner
Faurés „Stücke“ in der Edition Peters (1977)
beruht auf dem Autograph. Editorisch laienhaft würde man vermuten, dass die Fassung
damit vom Komponisten selbst autorisiert
wäre. Nun hat jedoch Fauré selbst die Drucklegung der Kammermusikfassung in London
(Metzler & Co.) und zugleich in Paris (Hamelle) als opus 78 veranlasst. Beide Drucke
weichen vom Autograph ab, und das sicher
nicht ohne weitere Korrektur durch den
Komponisten. Man kann also annehmen,
dass diese (erste) Druckfassung die von ihm
gewünschte Form enthält, auf die nun die
vorliegende Henle-Urtextausgabe sich bezieht.
Für das ausübende Kammermusikgespann
könnte diese Differenzierung sekundär sein,
würde sich nicht der Unterschied beider Fassungen gerade im Empfinden der sicilianotypischen Figur zeigen. Faurés Bindebögen
(letzter Hand) legen nahe, die Dreierfigur als
Einheit (wie in „Cembalo“) zu spielen. Die
(verworfene) Fassung des Autographs hat
hingegen gerade diese Figur in der Solostimme
auf zwei Striche geteilt (wie in „Tempel-Tür“),
während das Klavier durchgehende Bindebögen zu spielen hat. Es geht also um die musikalische Gestaltung des typischen Elements
und darum um den dargestellten Charakter
des ganzen kleinen, aber reizvollen Werks.
Der schwebende Charakter, der auch dem
Rhythmus des punktierten Dreierpäckchens
zu eigen sein soll, dürfte also die Intention
des Komponisten sein. Ein erfahrener Spieler
wird diesen Charakter auch dann bewirken
können, wenn er sich an die Peters-Stricharten
hält. Gewidmet war das Stück dem britischen
Cellisten William Henry Squire (1871-1963),
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Play Rachmaninow – 11 well known
works for intermediate players. Arr. by
Hywel Davies, Boosey&Hawkes, London
2010, 16,95 Euro
Mit dieser Ausgabe ist Boosey&Hawkes in
die Niederungen der Do-it-yourself-IKEABastelliga unter den Verlagen vorgedrungen.
Das Heftchen versammelt auf 18 Seiten elf
mehr oder weniger bekannte und populäre
Stücke des Komponisten in vermeintlicher
Fassung für Geige und Klavier. Die Klavierstimme kann bzw. muss man sich selbst am
PC ausdrucken – dafür darf der Kunde „as
many copies [...] as you require“ ausdrucken
– wie großzügig! Allerdings waren die pdfFiles auf der beigefügten CD gar nicht zu
finden.
Die Geigenstimme ist zwar teils sehr
schlicht gehalten; die Zielgruppe der „intermediate players“ wird allerdings mit dem
ersten Stück in As-Dur oder dem Präludium
in Ges-Dur (!) nicht unbedingt viel Vergnügen haben. Ein Herausgeber, der seinen Beruf ernst nimmt, hätte sicher angemessenere
Tonarten gewählt und z.B. auch Hinweise
zur Einstudierung ergänzt. Hier finden sich
nur einige dynamische Zeichen; lediglich zur
Vocalise wurden Fingersätze ergänzt. Auf
der beiliegenden CD sind die Stücke jeweils
vollständig mit Klavier und einem weiteren
Instrument sowie als „play-along-Version“
nur mit Klavier ausgeführt. Wer Interesse an einer derartigen Mischung bekannter
Rachmaninow-Nummern – ohne Klavierpart
– und knapp 17 Euro übrig hat, möge gerne
zugreifen.
Rupert Plischke
Besprechungen | Noten
Das Rätsel
Folge XXI
Obwohl er auf verschiedenen kompositorischen Feldern produktiv war, wurde er doch
vor allem mit Werken für eine bestimmte
musikalische Gattung weltberühmt – seine
Musik wird bis heute aufgeführt und findet
immer wieder ein begeistertes Publikum.
Ein jüngerer Komponistenkollege beschreibt
ein Treffen mit ihm in einem Brief: „Ich kenne wahrlich wenig Menschen, die so amüsant
und geistreich sein können, wie der, wenn er
will; wir kamen die ganze Zeit aus dem Lachen nicht heraus... Von Deutschland ist er
entzückt, sagt er, und wenn er sich abends
am Rhein die Weinkarte einmal geben lässt,
so muss ihm der Kellner sein Zimmer zeigen,
sonst findet er’s nicht mehr. – Von Paris und
allen Musikern dort, von sich selbst und seinen
Kompositionen erzählt er die lächerlichsten,
lustigsten Dinge... Geist und Lebendigkeit und
Witz in allen Mienen und in jedem Wort...“
Etwa zwei Jahrzehnte lang dominiert sein Stil,
er kann sich vor Kompositionsaufträgen kaum
retten und besucht verschiedene Länder, um
seine Werke aufzuführen. Während seiner
Aufenthalte in den Hauptstädten Europas
gibt er vor allem wohlhabenden Musikliebhabern zahlreiche Unterrichtsstunden und
erzielt daraus ungeheure Einnahmen. Als sich
der Musikgeschmack des Publikums wandelt, wendet er sich anderen musikalischen
Bereichen zu und schreibt vor allem Kammermusik. Abgesehen von einigen wenigen
Werken aus dieser Zeit, die im Druck erscheinen, bleibt aber das gesamte Schaffen dieser
Spätzeit auf den privaten Aufführungsrahmen
beschränkt.
von Michael Goldbach
Im Alter suchen ihn immer wieder Krankheiten heim, vor allem ein Nervenleiden und
auch Depressionen – über Jahre hinweg reist
er zu Thermalkuren von Bad zu Bad durch
halb Europa – sein Zustand schwankt, oft
kann er auch längere Zeit nicht komponieren.
Einem Freund, der ihn um eine Komposition
bittet, schreibt er – inzwischen 72 Jahre alt:
„Ich habe ein Tränchen bei dem Gedanken
zerdrückt, dass ich Dein schmeichelhaftes
Verlangen nicht erfüllen kann; ich habe meine
musikalische Laufbahn im Jahre ... (Jahreszahl
entfernt, MG) beendet; das lange Stillschweigen hat mich die Fähigkeit des Komponierens,
die Kenntnis der Instrumente gekostet. Ich
bin nun bloß noch ein Klavierspieler vierter
Klasse.“ Und einem anderen Freund bescheidet er: „Musik braucht Frische des Geistes;
der meinige leidet an Schlaffheit und Hypochondrie. Sei gewiss, dass ich glücklich wäre,
Dir durch einen Dienst einen Beweis meiner
freundlichen Gefühle zu geben; aber glaub
mir, ich kann es nicht...“
Auflösung von Rätsel XX
Gleich vierfach war zu raten: Der Verfasser
des Rätsels XX war unser, im letzten Heft anlässlich seines 75. Geburtstages gewürdigter,
langjähriger Vorsitzender Dr. Joachim Conradi, dessen Heimatstadt Nürnberg den Handlungsort der berichteten Geschichte darstellt,
in der Richard Wagner (1813-1883) als junger
Kapellmeister die erwähnten „besonderen
Eindrücke“ erhielt, die mit zur Entstehung
seiner Oper Die Meistersinger von Nürnberg
führten.
Seine zwei Ehen blieben kinderlos. Er setzt
die Küstenstadt, aus der er stammt, als Erbe
seines Vermögens ein und legte damit den
Grundstein für die Gründung einer musikalischen Ausbildungsstätte. Seit einigen Jahrzehnten gibt es auch ein Festival in dieser
seiner Heimatstadt, bei dem seine Werke aufgeführt werden; in jüngerer Zeit wurde auch
in einem der deutschen Bäder, das er auf seinen Kuren besucht hat, ein Festival zu seinen
Ehren eingerichtet.
Wer war’s?
Weltberühmt, ist er zu einem wohlhabenden
Grundbesitzer geworden, den seine Immobiliengeschäfte und Finanzangelegenheiten
sehr in Beschlag nehmen. Sein Reichtum, der
Umgang mit der Regierung und den Mächtigen, sowie seine persönliche, politisch eher
konservative Neigung, machen ihm allerdings
nicht nur Freunde in seinem Heimatland. Aber
ihn ficht das nicht an, er ist Patriot.
Zu gewinnen sind drei Gutscheine im Wert
von jeweils 35 Euro. Unter den richtigen Einsendungen entscheidet das Los. Ihre Lösung
senden Sie bitte bis zum 15.9.2012 an Dr.
Michael Goldbach, Talstr. 18, 96120 Bischberg
([email protected]). Bitte vergessen
Sie nicht, Ihre vollständige Adresse anzugeben – Sie könnten ja zu den Gewinnern gehören!
Rätsel
58
Es gingen zwölf Lösungsvorschläge ein, neun
davon waren komplett richtig – herzliche Gratulation! Dr. Conradi hat sich bereit erklärt,
nach und nach mit allen neun Gewinnern
Kontakt aufzunehmen.
Ausschreibung
Kurs Orchesterdirigieren
für Schul- und Jugendorchester
Diese Musikfortbildung richtet sich an alle,
die Dirigiererfahrung mit Schulorchestern
sammeln und erweitern wollen. Jeder Teilnehmer wird beim Stand seiner Dirigierfähigkeiten und -erfahrungen abgeholt.
Techniken der Orchesterleitung werden
erarbeitet: Schlagtechnik, Verbalisierung
und Umsetzung der Stricharten, effiziente
Probentechnik und deren verbale Ausdrucksformen, Körpersprache vor dem Orchester.
Kursteilnehmer, die ein Orchesterinstrument
spielen, werden gebeten, ihr Instrument
mitzubringen und sich am Orchesterspiel
zu beteiligen, um das Dirigat der anderen
Teilnehmer auch aus der Orchesterperspektive
zu beobachten und so eine weitere Lernperspektive einnehmen zu können. Mindestens
zwei der angebotenen Werke sind von jedem
vorzubereiten und vorab zu benennen. Auf
Anforderung stellt der BDLO den Teilnehmern
(nach Eingang der Kursgebühr) Partituren der
Teilnehmerzahl: 12
Landesmusikakademie Sachsen (Colditz)
19. bis 23. Oktober 2012
Künstlerische Leitung:
Ablauf
Literatur
Kurs-Assistenz / Einzelunterricht:
Freitag, 19.10.2012
Paul Dukas
Hans-Peter Preu, Dresden
13.00 Uhr Begrüßung und Einführung in
Der Zauberlehrling
Korrepetition:
das Seminar | 16.30–18.00 | 19.30–20.30
Schwierigkeitsgrad: anspruchsvoll
Natalia Petrowskaja, Dresden
(mit Klavier)
Kursorchester:
Samstag, 20.10.2012
Danse macabre
ca. 55 Mitglieder des Dresdner
10.00–12.30 | 14.30–15.45 | 16.30–18.00 |
Schwierigkeitsgrad: mittel
Nachwuchsorchesters am Heinrich-Schütz-
19.30–20.30 (mit Orchester / Klavier)
Werke zur Verfügung.
Milko Kersten, Dresden
Camille Saint-Saëns
Henry Purcell
Konservatorium Dresden (11–14 Jahre)
Sonntag, 21.10.2012
Dido und Aeneas
Kosten:
10.00–12.30 | 14.30–15.45 | 16.30–18.00 |
Schwierigkeitsgrad: leicht
Kursgebühr: 80 Euro zuzüglich Unterkunft
19.30–20.30 (mit Orchester / Klavier)
Außerdem können die Teilnehmer
• im Einzelzimmer mit Vollverpflegung: 165 Euro
Montag, 22.10.2012
eigene Literaturwünsche angeben,
10.00–12.30 | 14.30–15.45 | 16.30–18.00 |
über deren Berücksichtigung der
Veranstaltungsort:
(mit Orchester / Klavier) 19.00 (Abschluss-
Kursleiter entscheiden wird.
Landesmusikakademie Sachsen
auswertung, Feedback)
• im Doppelzimmer mit Vollverpflegung: 135 Euro
Schlossgasse 1 | 04680 Colditz
www.lma-sachsen.de
Dienstag, 23.10.2012
Abreise nach dem Frühstück
Organisation / Anmeldung (mit Formular)
Bundesverband Deutscher
Damit hat jeder der 12 Teilnehmer ca. 20 Kurs-
Veranstalter:
Liebhaberorchester e.V. (Torsten Tannenberg)
stunden (im Wechsel zwischen Einzelunterricht,
Bundesverband Deutscher
Berggartenstraße 11 | 01277 Dresden
Gruppenunterricht und Orchesterarbeit) zur
Liebhaberorchester e.V. – www.bdlo.de
Telefon (03 51) 810 42 38, Fax: (0351) 802 30 23
Verfügung und hat die Möglichkeit ca. 60 min.
Sächsisches Bildungsinstitut
[email protected] | www.bdlo.de
mit dem Kursorchester zu arbeiten.
www.saechsisches-bildungsinstitut.de
Anmeldeschluss: 01.07.2012
(Die Anmeldungen werden nach Eingang berücksichtigt und
Der Kurs Orchesterdirigieren für Schulorchester wird gefördert vom Beauftragten der Bundes-
vom Veranstalter per Email bestätigt.)
regierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.
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Dentan, Maurice Dentan, Urs A. Graf, Thomas Hamori, Brigitte Maurer, Peter Meyer, Leonardo Muzii,
Hansruedi Nick, Dieter Profos, András von Tószeghi, Regula von Tószeghi, Arianne Zech.
DIE ORCHESTER-WOCHE :
( JUBILÄUMSWOCHE "35 Jahre Musikkurse A.v.Tószeghi" )
Eingeladen sind alle, die ein Orchester-Instrument spielen, Streicher und Bläser. Es wird
täglich 1½ Stunden in Tutti-Orchesterformation geprobt, daneben in einigen wenigen Stimmund Registerproben. Abschlusskonzert mit Leonardo Muzii. Dies ist kein Kammermusikkurs,
aber trotzdem wird grosses Gewicht auf das Gruppen-Musizieren gelegt. Es kann und soll viel
Kammermusik gruppen- und phasenweise gespielt werden (variable Gruppenzusammenstellung ). Überdies erhoffe ich in dieser Musizier - Woche viele alte Bekanntschaften auffrischen zu dürfen wie auch etlichen weiteren Musik - Liebenden die Möglichkeit zu geben,
Gleichgesinnte in entspannter Atmosphäre kennenlernen zu können. Die Orchesternoten
werden auf Wunsch frühzeitig (Anfang Juni) versendet.
Wie schon im vergangenen Jahr finden auch dieses Jahr alle Kurse im wunderbaren ****-Hotel Alpenrose ,
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