JB 2012/13 mit Fachartikel `Depression`

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Schulpsychologischer Dienst
des Bezirkes Horgen
JAHRESBERICHT 2012 / 2013
54. Jahrgang
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INHALTSVERZEICHNIS
SEITE
1.
BERICHT DER AUFSICHTSKOMMISSION (AK)
4
2.
JAHRESRÜCKBLICK LEITER
6
3.
FACHARTIKEL: DEPRESSION
8
4.
STATISTIKEN
25
KOMMENTAR ZU DEN STATISTIKEN
31
5.
RECHNUNG 2012
32
6.
VERZEICHNIS DER KOMMISSIONSMITGLIEDER,
MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER
35
3
1. BERICHT DER AUFSICHTSKOMMISSION (AK)
Jahresrechnung 2012 und Budget
2014
hat nicht mehr die gleiche Bedeutung wie
vor der Einführung des NFA. Hingegen
sind die Bedürfnisse der einzelnen Gemeinden sehr unterschiedlich. Die AK hat
sich deshalb dazu Gedanken gemacht,
wie die Kosten im Sinne eines Verursacherprinzips gerechter verteilt werden
könnten. Mit der Unterstützung der Firma
Inoversum AG hat die AK nun ein neues
Modell des Kostenverteilers erarbeitet.
Das Grundangebot bleibt unverändert,
wird jedoch mit einer Leistungsvereinbarung mit dem SPD von den einzelnen Gemeinden „eingekauft“ und Ende Jahr abgerechnet. Eine Änderung des Kostenverteilers verlangt eine Statutenänderung, für
welche die Zustimmung aller Verbandsgemeinden Voraussetzung ist. Der Vorschlag des neuen Kostenverteilers nach
Leistungsbezug liegt nun zur Vernehmlassung bei den Delegierten.
Die Revisionsstelle und die neu gewählte
Rechnungsprüfungskommission Wädenswil haben die Jahresrechnung 2012 (s.
Details S. 32) geprüft. An der Delegiertenversammlung wurde diese mit Dank an
die Rechnungsführerin verabschiedet.
Auch das Budget wurde von den Delegierten für das Jahr 2014 genehmigt.
Rückblick auf das Geschäftsjahr
2012/13
Dienstjubiläum
Während der Berichtsperiode konnte Marion Zumbühl auf eine 10-jährige Tätigkeit
als Schulpsychologin zurückblicken. Sie
ist vor allem für die Gemeinden Richterswil und Wädenswil Oberstufe im Einsatz.
Wir danken ihr für ihr grosses Engagement im Dienste der Schule und der ihr
anvertrauten Kinder.
Ausblick Schuljahr 2013/14
Das Jahresprogramm 2013/14 wurde
durch die Delegiertenversammlung
genehmigt. Die Vorbereitung der Statutenänderung mit Antrag und Weisung zuhanden der Zweckverbandsgemeinden hat erste Priorität. Weitere
grundlegende Reglemente bezüglich
Kostenverteiler
Mit der Einführung des neuen Finanzausgleichs (NFA) werden die Gemeinden direkt unterstützt. Der ursprüngliche Solidaritätsgedanke, nach dem der Kostenverteiler in den Statuten festgeschrieben ist,
4
Ausflug des SPD-Teams und der Aufsichtskommission in eine Schulstube im Appenzellerland
Personalwesen werden mit Unterstützung der Firma Inoversum AG ausgearbeitet. Eine Analyse der internen Organisation sowie die Einrichtung einer
neuen Falldatenbank und einer Arbeitszeiterfassung sind eng mit dem
neuen Kostenverteiler verknüpft und
erfordern eine sorgfältige Überprüfung.
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Nebst all den Veränderungen stehen
an erster Stelle Kinder, Eltern und Behörden.
Wir danken dem Leiter und seinem Team
für ihren grossen Einsatz und wünschen
weiterhin viel Freude in der Erfüllung ihrer
Aufgaben.
Beatrice Kern
5
2. JAHRESRÜCKBLICK LEITER
Die Schlagwörter des letzten Schuljahres
waren: Rückzug des Kantons aus der
Schulpsychologie, die Reorganisation des
SPD und des Zweckverbandes und
weiterhin viel Arbeit mit Sonderschulungen.
Zum Jahresprogramm 2012/13
Die Arbeiten zur Reorganisation wurden
unter der Leitung von Beatrice Kern als
Präsidentin der Aufsichtskommission und
Danielle Maron als Präsidentin der Delegiertenversammlung zügig angegangen
Ein neuer Kostenverteiler nach Leistungsbezug - wie er in den schulpsychologischen Diensten im Bezirk Hinwil und im
Bezirk Meilen Praxis ist - wurde mit
externer Beratung den Gemeinden vorgeschlagen. Die Verrechnung und die
Zusammenarbeit zwischen SPD und
Gemeinden soll auf die Grundlage des
Verursacherprinzips gestellt werden.
Intern wurde an einem Personalreglement
gearbeitet sowie in Anlehnung an den
Kanton ein neues MAB eingeführt. Die
Arbeiten werden fortgesetzt und der SPD
steht nach innen und aussen mitten in
einem Reorganisationsprozess.
Nach dem Scheitern einer Kantonalisierung der Schulpsychologie verzichtet
der Kanton nun auch auf eine Regelung
(Beschluss Kantonsrat vom 8. April 2013).
Entsprechend wurde §19 des Volksschulgesetzes geändert: „Die Gemeinden
führen die schulpsychologischen Dienste“. Die Finanzierung liegt somit ebenfalls
wieder bei den Gemeinden. Einzig die
anzuwendenden Verfahren wie das
Standardisierte Abklärungsverfahren bei
Sonderschulungen (SAV) und die Mindestgrösse der SPD kann der Kanton
vorschreiben. Ersteres hat er unter dem
Druck der stark gestiegenen Sonderschulungen (Kosten: ca. 300 Mio. pro Jahr)
inzwischen an die Hand genommen und
mit dem SAV-ZH liegt ein Verfahren zur
Erprobung vor. Mittlerweile hat die Bildungsdirektion auch die Einführung einer
Monitoringstelle für das Sonderschulwesen beschlossen. Eine Quote wurde
diskutiert und es gilt zwar noch keine,
eine Richtzahl von 3% wurde aber in der
neuen Handreichung Sonderschulung
ausgegeben.
Betreffend Personalwechseln wurde
zur Konsolidierung des Teams ein verstärktes Gewicht auf eine gute Einarbeitung der neuen Mitarbeiterinnen gelegt,
die internen Fallbesprechungen intensiviert und als Team arbeiteten wir an drei
Halbtagen mit Hilfe einer externen Supervision an Themen der Zusammenarbeit.
Für die Einführung des SAV arbeitete ich in einer vorbereitenden Arbeitsgruppe unter der Leitung des VSA und Prof.
6
Judith Hollenweger mit. Ab Schuljahr
2014/15 ist die Einführung für unseren
Bezirk in der ersten Staffel geplant.
Monate in einem Teilpensum unser Team.
Frau Marion Zumbühl Müller feierte
ihr 10-jähriges Dienstjubiläum. Sie trat
kurz vor den Sommerferien einen Mutterschaftsurlaub an. Sie wird bis Ende 2013
von Frau Corinne Roniger vertreten, die
bereits früher für den SPD arbeitete und
danach lange im SPD des Kantons Aargau tätig war.
Im Weiteren wurde die Website des
SPD zusammen mit dem Informatikinstitut
der ZHAW überarbeitet und neu gestaltet.
Ausblick Jahresprogramm 2013/2014
Falls die Gemeinden einem neuen Kostenverteiler zustimmen, bedingt dies verschiedene Anpassungen. Das Personalreglement soll ebenfalls der Delegiertenversammlung vorgelegt werden. Die alte
Falldatenbank und die Arbeitszeiterfassung
müssen abgelöst werden. Die Einführung
des SAV gilt es vorzubereiten. Und
schliesslich soll die interne Informationsdatenbank, das sogenannte SPD-Wiki, neu
gestaltet und aktualisiert werden.
Frau Milena Kost aus Zürich absolvierte als Studentin ein Praktikum.
Frau Yvonne Eichmann arbeitete
nach ihrem Studienabschluss an der
Universität Zürich während sechs Monaten als Assistentin / Post Graduate bei uns
und trat dann in den KJPD Wetzikon ein.
Herr Philipp Lütolf schloss sein
Nachdiplomstudium an der Universität
Zürich mit einem Master und dem Fachtitel
Psychotherapeut FSP ab. Sein Fachartikel
widmet sich wie seine Masterarbeit dem
Thema Depression. An der Sektionsversammlung wurde Herr Lütolf in den Vorstand des VSKZ (Vereinigte Schulpsychologen/innen im Kanton Zürich gewählt).
Intern trat Philipp Lütolf im November die
Funktion als Stellvertreter des Leiters an.
Personelles
Frau Sina Loretz trat infolge Wohnortswechsel bereits per Ende Februar 2013
aus dem SPD aus und arbeitet nun als
Therapeutin im Kanton Solothurn. Ihre
Nachfolge nahm im April Frau Diana von
Ins aus Zollikon ein, die 2012 bereits eine
Assistenz bei uns absolvierte und danach
im SPD des Kantons Aargau und im SPD
Bezirk Meilen arbeitete.
Ich danke allen Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern herzlich für ihren Einsatz zum
Wohl unserer Schülerinnen und Schüler.
Frau Katharina Albertin, die mittlerweile als freischaffende Psychologin in
eigener Praxis arbeitet, verstärkte nochmals als temporäre Mitarbeiterin für drei
Matthias Obrist-Müller
7
3.
FACHARTIKEL
SCHÜLERINNEN
–
DEPRESSION
UND SCHÜLERN
Depression - viele haben schon davon
gehört oder sich ein Bild davon gemacht,
sei es über erkrankte Angehörige oder
betroffene Freunde. Einige kennen die
depressive Erkrankung gar aus eigener
Erfahrung. Seit jeher versucht der
Mensch diesem seelischen Zustand einen Namen zu geben, ihn zu charakterisieren und zu bewerten auf dem Hintergrund der gesellschaftlichen Wertvorstellungen der jeweiligen Epoche. Dies reicht
vom Begriff der Melancholie während der
Antike, einem gestörten Ungleichgewicht
der Körpersäfte bis zur heutigen BurnoutErkrankung.
BEI
Im Kindes- und Jugendalter liegt der historische Ursprung der Depressionsdiagnose nicht lange zurück. Bereits gegen
Ende des 19. Jahrhunderts wurden sie
zwar in den Lehrbüchern behandelt, ihre
Existenz jedoch bis in die 60er Jahre des
20. Jahrhunderts angezweifelt. Durch die
intensive Erforschung depressiver Störungen im Kindes- und Jugendalter seit
(erst!) 20 Jahren gilt die Erkrankung mittlerweile als sichere Erkenntnis. Vermutlich gab es depressive Kinder zu allen
Zeiten, nur dass man sie nicht erkannt
bzw. auch verkannt hatte. Gerade im Lebensbereich Schule drängen sich Fragen
dazu auf: Ist eine Schülerin lediglich traurig oder doch depressiv? Woran können
Lehrpersonen eine depressive Schülerin
erkennen? Wie kommt es zur Entwicklung
einer Depression? Welche schulischen
Risikofaktoren existieren und was können
Lehrpersonen tun angesichts allfälliger
Erkrankungen bei Schülern?
Nachdem die Depression in der Spätmoderne als Hirnkrankheit galt, wurde sie
durch die Verbindung mit der Arbeitswelt
in Form des Burnout-Begriffs entpathologisiert. Das Leiden der Betroffenen hingegen erhielt im Laufe der Geschichte keineswegs immer Achtung und Würde.
Auch die depressiven Erkrankungen von
Friedrich Schiller, William Shakespeare
oder Pablo Picasso vermochten keinen
nachhaltigen Abbau vorhandener Tabus
und Stigmata gegenüber der Depression
auszulösen. Dass es jeden von uns treffen kann und noch mehr Menschen als
zunächst vermutet, wurde in eindrücklicher Weise durch die WHO im Jahr 2012
verdeutlicht: Bis spätestens im Jahr 2030
sind Depressionen die Hauptursache der
globalen Belastung durch Krankheiten
und bereits 2020 sollen Depressionen
nach den Herz-Kreislauf-Erkrankungen
weltweit als das Leiden Nummer Zwei
sein.
Deprimiert, depressiv oder gar noch
schlimmer
Die Grenze zwischen „deprimiert“ im Sinne einer Trauerreaktion und „depressiv“
als Störung ist gerade bei Kindern und
Jugendlichen fliessend und sowohl abhängig von der Dauer der jeweiligen Phase und deren Intensität als auch vom
Ausmass der psychosozialen Einschränkungen und den körperlichen Reaktionen,
die damit einhergehen. Ab der Geburt erleben Menschen wiederholte Phasen von
Traurigkeit. Ein Gefühl, das uns auffordert, uns eine Ruhepause und Unterbrechung zu gönnen, das uns hilft Gesche-
8
henes neu zu betrachten, neu einzuordnen, Dinge zu verändern und sich auf das
Wesentliche zu beschränken. Insbesondere bei Kindern vermittelt Traurigkeit die
Botschaften: „Ich benötige Verständnis
und Hilfe“, „Ich brauche Trost und Zuwendung“ oder aber „Ruhe und Zeit für mich“.

Depressive Verstimmung
oder Reizbarkeit
Dabei handelt es sich um ein beständiges
Grundgefühl, das sich neben einer deutlichen
Traurigkeit oder Niedergeschlagenheit bei Kindern und Jugendlichen auch darin äussert, dass
sie besonders leicht und ständig reizbar sind.
Oftmals aus kleinen Anlässen heraus reagieren
sie missmutig, quengelig und trotzig.
Gegenüber diesem gesunden und normalen Gefühl ist die Depression (lateinisch
„deprimere“, d.h. niederschlagen, niederdrücken) eine von der WHO definierte
psychische Störung. Für die Diagnose
bestehen heute in den Leitlinien der Internationalen Klassifikationen psychischer
Störungen (ICD-10) allgemeingültige Kriterien. Drei Kernsymptome werden für
eine depressive Epsiode genannt, die
mindestens über einen Zeitraum von zwei
Wochen in deutlich ungewöhnlichem Ausmass und die meiste Zeit des Tages bestehen müssen:

Lustlosigkeit (Anhedonie)
Bei den betroffenen Kindern und Jugendlichen
ist die Möglichkeit Spass und Lust zu empfinden
erheblich eingeschränkt. Das Interesse und die
Begeisterungsfähigkeit auch für vormals spannende Sachen und Aktivitäten wird deutlich weniger gespürt oder ist kaum mehr vorhanden.

Antriebslosigkeit
Durch eine Herabsetzung der allgemeinen Motivation, Energie und Lebenskraft können sich
betroffene Kinder und Jugendlichen kaum aufraffen etwas zu unternehmen; sie wirken schnell
erschöpft und müde.
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Neben der depressiven Episode unterschiedlicher Ausprägung, die als schwere
psychische Störung bezeichnet wird, gibt
es auch eine viel schwächere jedoch oftmals chronisch verlaufende Form: Die
sogenannte Dysthyme Störung. Sie dauert mindestens ein Jahr.
Gefühl, nicht geliebt zu werden
Gefühle der Wertlosigkeit
Niedergeschlagenheit
Wut und Verzweiflung
Angst (z.B. Zukunftsängste)
(negatives) Gelangweiltsein
Emotionen
Zusätzlich zu den Kernsymptomen leiden
depressive Kinder und Jugendliche ebenfalls an weiteren Krankheitszeichen, die
Denken, Handeln, Fühlen und körperliches Wohlbefinden beeinträchtigen (Abb.
1). Die unter den Emotionen genannte
Langeweile geht oft mit dem Verlust von
Antrieb einher und kann von den betroffenen Kindern und Jugendlichen durch die
Unfähigkeit zur Entspannung und der inneren Unruhe nicht positiv erlebt werden.
Kognitive
Merkmale
(Wahrnehmung
und Denken)
Nicht selten geben die Betroffenen ihre
geliebten Hobbies und Interessen auf,
wenden sich von ihrem sozialen Umfeld
ab und überraschen dieses dadurch oder
brüskieren es gar. Auch mittels übermässigem Medienkonsum im späteren Kindesalter und während der Jugendzeit versuchen Depressive Gefühle der Langeweile zu vertreiben. Die Erwartung von
einigen Erkrankten Gefühle der eigenen
Lebhaftigkeit durch übermässigen Medienkonsum wiederzuerlangen, führt jedoch zur weiteren Verstärkung der depressiven Symptomatik. Gefühle von Einsamkeit können dadurch verstärkt werden oder es kommt gar zur Isolation. In
diesem Zusammenhang schilderte mir
eine betroffene Jugendliche: „Ein Tag
kommt mir vor wie ein Jahr“, „die Zeit
scheint still zu stehen; es ist alles sinnlos!“. Pessimismus und negatives Denken treten in Form negativer Überzeu-
Verhaltensmerkmale
Körperliche
Merkmale
Pessimismus und negatives
Denken
Negative Selbstbewertung
geringes Selbstwertgefühl
Unentschlossenheit
Schuldgefühle
Hilflosigkeit
Hoffnungslosigkeit
Gedächtnisprobleme
Weinen
Trotz und Abwehr
Konzentrationsprobleme
Verlangsamung
psychomotorische Unruhe
sozialer Rückzug
schulischer Leistungsabfall
Schulabstinenz
Probleme in sozialen Beziehungen
Dependenz
autoaggressives Verhalten
Müdigkeit
Schlafstörungen
Psychomotorische Verlangsamung
Appetitstörungen
Gewichtszu- oder -abnahme
Schmerzen
Körperliche Beschwerden
(Kopf- und Bauchschmerzen)
Unfähigkeit zur Entspannung
Abb. 1: Symptome der Depression
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gungs- und Bewertungsmuster häufig bei che zeigen deshalb Schwierigkeiten eigedepressiven Erkrankungen auf. So wer- ne Anliegen und Bedürfnisse angemesden beispielsweise positive Leistungen sen zu vertreten. Auf soziale Anforderunnotorisch abgewertet. Dazu die Aussage gen reagieren sie häufig verängstigt, miteines Schülers: „Die gute Note in der Prü- unter schnell gereizt oder aggressiv, und
fung lag doch nur an den einfachen Auf- bei unangemessenen Forderungen andegaben, das war Zufall.“ Aber auch soge- rer fällt ihnen das Nein-Sagen schwer. So
nannt selektive Verallgemeinerungen wie werden sie in der Folge nicht zuletzt Op„der Lehrer hat
fer übermässiger
einen anderen
Kritik oder von
KlassenkameHänseleien. Dies
„Die
Menschen
werden
nicht
raden dran gekann auch als
durch
Dinge
beunruhigt,
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Reaktion andebeachtet mich
rer Kinder gesondern durch die Ansicht, die
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dem
sie
darüber
haben.“
Epikret
geln, wie Dindepressiven Verge und Verhalhalten entsteten von dehen, das verbunpressiven Kindern und Jugendlichen an- den mit Antriebslosigkeit, Passivität und
ders bewertet und eingeordnet werden. Rückzug früher oder später natürliches
Die rationale Einschätzung ist durch die Ablehnungsverhalten beim Gegenüber
depressive Verstimmung, durch erlebte auslöst. Zusätzlich erfährt das Gefühl
Hilflosigkeit oder gar Hoffnungslosigkeit „nicht geliebt zu werden“ durch eine überoftmals in grossem Ausmass einge- mässige Sensitivität gegenüber empfunschränkt und es fehlt den Betroffenen an dener Ablehnung/Rückweisung (RückInterpretationsspielraum.
weisungssensitivität) eine Verstärkung,
mitbedingt durch negative BewertungsDie depressive Erkrankung bei Kindern und Überzeugungsmuster.
und Jugendlichen geht weiter mit anhaltenden Problemen in sozialen Beziehun- Gerade im Jugendalter birgt die soziale
gen einher; manchmal sogar mit vollstän- Isolierung und Einsamkeit grosses Leid in
digem sozialem Rückzug. Vom Gefühl Form von Hoffnungslosigkeit (bezüglich
eingenommen „nicht geliebt zu werden“ der Zukunft) und seelischem Schmerz.
fehlt ihnen oftmals das Vertrauen in eige- Und noch schlimmer: Eine depressive
ne Fertigkeiten im Austausch mit ande- Störung stellt eine besonders hohe Geren. Es verwundert deshalb nicht, dass fährdung dar, suizidal zu werden. Bei
durch die Nicht-Stillung des menschlichen jährlich 15‘000 bis 25‘000 SuizidversuGrundbedürfnisses „von jemandem ge- chen schweizweit (rund 1000 Personen
liebt zu werden“ oder nach „innerer Nä- sterben daran, NZZ vom 23. Mai 2012)
he“, nach Beachtung und Anerkennung gilt die Depression als stärkster empirisch
nur wenig soziale Fertigkeiten entwickelt gesicherter Risikofaktor für suizidales
werden. Depressive Kinder und Jugendli- Verhalten (eines versuchten oder tatsäch-
11
lichen Selbstmordes) in allen Altersgruppen. Hinter dem Suizid oder dem Suizidversuch eines Kindes oder Jugendlichen
steht vor allem persönliches Leid, einhergehend mit starken Gefühlen von Hoffnungslosigkeit; und nicht nur Impulsivität
und Kontrollverlust, wie oft vermutet wird.
Emotionen zu diesen Gedanken bilden
die Basis für die Ausformung und Weiterentwicklung des schulischen Selbstwertgefühls. Als solches beeinflussen sie
ebenfalls zu einem beachtlichen Teil die
Schulmotivation. Depressiven Kindern
und Jugendlichen fehlt es an positiver
Einschätzung von Lernsituationen, an Zuschreibung von Lernerfolg auf eigene
Kompetenzen und an der Überzeugung,
schulisches Lernen durch selbstständiges
Handeln zu erreichen. Sie bekunden
Angst vor der sozialen Bewertung von
Schulleistungen und vermeiden deshalb
lieber den Vergleich. Misserfolge werden
nicht selten generalisiert und als persönliche Unfähigkeit und Versagen betrachtet.
Konzentrations- und Behaltensprobleme
sind zusätzlich sehr einschneidende Faktoren auf das schulische Lernen, an denen depressive Schülerinnen und Schüler
in besonderem Ausmass leiden. Nicht nur
die Fokussierung auf den Unterrichtsgegenstand, sondern auch die anhaltende
Konzentration über einen längeren Zeitabschnitt fällt den Betroffenen äusserst
schwer. Unter dem Einfluss der getrübten
Stimmung, der Antriebslosigkeit und der
Konzentrationsproblematik findet kaum
So tönt ein lebensmüder Gedanke einer
15-jährigen Jugendlichen: „Ich habe einfach gedacht, warum soll ich mich jeden
Tag noch so sehr quälen…Es wäre doch
für alle das Beste, wenn ich nicht mehr da
bin…“ Im Jugendalter treten darüber hinaus verschiedene, auf den ersten Blick
scheinbar untypische Symptome einer
Depression auf. Dazu zählen verweigerndes Verhalten (anstelle von Antriebsarmut) eine starke Stimmungslabilität und
Reizbarkeit.
Die depressive Schülerin, der depressive Schüler
Schule beinhaltet unter anderem Bewertungsnormen im Leistungsbereich. Schülerinnen und Schüler formen eigene Gedanken über ihr Leistungsvermögen. Die
12
eine Speicherung der Lerninhalte statt.
Eine neuronale Vernetzung, wie Lernen
es erfordert, scheint so beinahe unmöglich.
Gefühle der sozialen Distanz- und Beziehungslosigkeit. Niedergedrücktheit, Gefühle der Einsamkeit und die Rückweisungssensitivität werden dadurch weiter
verstärkt. Jüngere depressive Kinder beginnen nicht selten ohne offensichtlichen
Anlass zu weinen, verlassen gar das
Klassenzimmer oder verlieren die Kontrolle über ihr Verhalten. Aggressionen gegen Mitschüler oder gegen sich selbst in
Form von absichtlichen Selbstverletzungen können auftreten. „Offene“ soziale
Situationen, die sich durch wenig Berechenbarkeit auszeichnen wie zum Beispiel die Pausensituation werden weiter
gemieden, da sie bei den Betroffenen viel
Unsicherheiten und Angst vor Zurückweisung oder Abwertung auslösen. Ältere
Kinder gehen eher in die „innere Immigration“, versäumen absichtlich den Unterricht und verweigern als Folge des depressiven Leidens den Unterricht.
Depressive Schülerinnen und Schüler
fühlen sich weiter erschöpft, lustlos, antriebslos und hegen nicht selten Verantwortungsgefühle für schulische Misserfolge, mit denen sie unausweichlich konfrontiert sind. Die mit dem schulischen Misserfolg einhergehenden negativen Konsequenzen, die teilweise durch das familiäre
Umfeld verstärkt werden, bedrohen das
bereits verminderte Selbstwertgefühl weiter und führen gleichzeitig zu Gefühlen
von Hilflosigkeit. Einmal gefangen in der
depressiven Spirale bringt der depressive
Schüler schulische Misserfolge praktisch
nur noch mit persönlichem Unvermögen
in Verbindung. Er fühlt sich auf diese Weise zunehmend den schulischen Anforderungen hilflos ausgeliefert. Werden in der
Folge bewusste oder unterschwellige
Wünsche und Erwartungen der Eltern hinsichtlich der Schullaufbahn nicht erfüllt –
die oftmals im Zusammenhang mit Ängsten resultierend aus der eigenen elterlichen Biographie stehen – fühlen sich die
depressiven Mädchen und Knaben verantwortlich für ein ganzes „Familienschicksal“. Meistens jedoch haben diese
Schuldgefühle keinen realistischen Hintergrund und sind so das Ergebnis depressiver Selbstzuschreibungen.
Schülerinnen und Schüler, die depressiv
sind, leiden sehr häufig auch an anderen
psychischen Störungen. Vor allem sind
dies Angststörungen und Essstörungen
(hauptsächlich bei depressiven Mädchen)
und bei depressiven Jungen ADHS,
Substanzmissbrauch und Störungen des
Sozialverhaltens. Im Zusammenhang mit
einer Depression lassen sich nicht zuletzt
auch Kinder und Jugendliche mit einer
chronisch körperlichen Erkrankung finden; insbesondere bei starken funktionalen und psychosozialen Folgewirkungen
der Erkrankung.
Die in der Schule nur begrenzt mögliche
Beachtung persönlicher Befindlichkeiten
und die Abwesenheit eines geschützten
Rahmens, der für einen solchen Austausch über persönliches Befinden notwendig wäre, vermittelt depressiven
Schülerinnen und Schülern mehr noch als
anderen die ohnehin schon bestehenden
Die Häufigkeit depressiver Schülerinnen
und Schüler liegt im Primarschulalter bei
2-3%, im Jugendalter bei 8-10% (Reicher
und Rossmann, in: Nevermann, 2011).
Bis zum 12. Lebensjahr bestehen keine
Geschlechtsunterschiede. Danach zeigt
13
Die Frage nach dem Warum
sich mit einer Verdoppelung der Erkrankungsrate ein klares Überwiegen der
Mädchen. In der mittleren Adoleszenz –
vor allem zwischen dem 14. und 15. Lebensjahr – konnte in Langzeitstudien ein
sprunghafter Anstieg der Depressionsraten gefunden werden (Essau, 2010). Gerade ein frühes Alter bei Störungsbeginn
stellt einen starken Risikofaktor für einen
chronischen Verlauf mit hoher Rückfallneigung dar. Auch wenn die Symptome
einer Depression ohne therapeutisches
Einwirken nach einer bestimmten Zeit natürlich zurückgehen, kommt es beim Ausbleiben einer therapeutischen Unterstützung besonders häufig und relativ kurzzeitig nach der vermeintlichen Gesundung zu Rückfällen.
Bei der Erforschung nach den Ursachen
des seelischen Leidens und der psychischen Problematik einer depressiven Erkrankung stehen verschiedene Einflüsse
und deren Wechselwirkungen im Zentrum. Dem sozialen Umfeld von Kindern
und Jugendlichen, ihren psychischen Eigenarten und Besonderheiten sowie den
körperlichen Vorgängen kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Das aus
dem Jahr 2011 stammende Modell von
Groen und Petermann (Abb. 2) integriert
die vielfältigen Zusammenhänge bei der
Depressionsentstehung.
Belastende Erlebnisse in der frühen Kindheit (zum Beispiel durch wechselnde Bezugspersonen, Vernachlässigung und gesundheitliche Schwierigkeiten) sowie die
Bindungserfahrungen und die Erziehung
der Eltern können – möglicherweise vor
dem Hintergrund einer genetisch bedingten Veranlagung – zu einer Erhöhung der
psychischen Verletzlichkeit bei einem
Kind führen. Im Zusammenhang mit der
Etablierung der frühkindlichen Bindung
spielen gerade die ersten Lebensjahre
eine wichtige Rolle. Sind Eltern in dieser
Zeit keine verlässliche und verfügbare
Quelle von Geborgenheit und Nähe oder
gelingt es ihnen (auf Grund eigener Belastungen durch kritische Lebensereignisse oder psychische Störungen) wiederholt
nicht, sensitiv auf kindliche Grundbedürfnisse zu reagieren, bestehen dadurch bereits gewichtige Risikofaktoren für eine
depressive Entwicklung. Dazu zählen die
Grundbedürfnisse nach Bindung, Selbstwerterhöhung, Kontrolle und Orientierung
(möglichst einheitliche Erziehung, klare
Abläufe, sinnvolle Regeln, Mitbestimmung
Das Erkranken an einer chronisch depressiven Stimmung (Dysthyme Störung)
wird in der Folge ebenfalls nicht selten
beobachtet. Man geht in diesem Zusammenhang davon aus, dass depressive
Erkrankungen sogenannte psychischeoder gar neurobiologische Narben hinterlassen, die einen Rückfall unter besonderen Belastungen begünstigen. In diesem
Zusammenhang zeigen depressive Kinder und Jugendliche im Vergleich zu
Gleichaltrigen ohne psychische Erkrankung im weiteren Leben stärkere psychosoziale Beeinträchtigungen; häufig in
Form von zwischenmenschlichen Problemen, beruflichen Schwierigkeiten, Nikotinkonsum, einem höheren Medikamentenkonsum sowie auch mehr allgemeinen
gesundheitlichen Probleme.
14
Abb. 2: Modell der Entstehung von Depressionen
in angemessenem Mass, Förderung der
Autonomie) und das Bedürfnis nach
Lustgewinn und Unlustvermeidung. Das
von den Eltern vermittelte Gefühl „Ich
bin es wert auf dieser neuen Welt zu
sein“ bildet das Fundament zur Entwicklung des Vertrauens in das Selbst und
die Umgebung. Jegliche Formen von
Gewalt, Misshandlung und Vernachlässigung verunmöglichen die Entstehung
eines solchen Fundaments und führen
beinahe unweigerlich zur psychischen
Erkrankung im weiteren Leben. Gemeint
sind auch psychische Gewaltformen wie
Blossstellung, Einschüchterung, Beschimpfung, Bedrohung, häufige und
harte Bestrafung. Ein Elternhaus mit
chronischer Konfliktbelastung oder mit
einer überbehütenden bis dominanten
(=stark bestimmenden) Haltung der Eltern gegenüber dem Kind stellt darüber
hinaus ebenfalls einen Risikofaktor zur
späteren Störungsentwicklung dar.
Die geschilderten Dispositionen für eine
depressive Erkrankung erhöhen die psychische Verletzlichkeit eines Kindes. Dies
kann zum Beispiel bedeuten, Stress weniger gut selbst zu regulieren, wiederholte Schwierigkeiten im Spiel und später im
Sozialkontakt allgemein aufzuweisen und
sich selbst, die Umwelt und die Zukunft
stark pessimistisch zu betrachten. Kinder
und Jugendliche, die an solchen Zeichen
psychischer Verletzlichkeit leiden, befinden sich in der Regel bereits mitten in
einer depressiven Erkrankung. Treten
dann im späteren Leben weitere Belastungen auf, etwa durch kritische Lebensereignisse wie Trennung, Todesfälle und
Schulwechsel oder durch täglich kleine
Ärgernisse („daily hassles“), kann dies zu
15
einer Zunahme der depressiven Symptofühlsregulation (Compas und Connormatik führen. Unter „daily hassles“, die
Smith, 2004).
als Mitverursacher von Depressionen gelten, sind Verhaltensweisen gemeint wie
Unberücksichtigt bleibt in diesem Modell
„miteinander Streiten“, „angeschrien, kritidie mittlerweile wissenschaftlich bestätigsiert oder abgewertet werden“ oder
te Annahme, dass eine komplexe Interak„übergangen, zurückgewiesen oder ignotion von neurochemischen Botenstoffen
riert werden“, die chronisch auftreten.
ebenfalls mit einer Depression einherWeiter steht eine zunehmende depressigeht. Vermutlich kommt diesen Neurove Symptomatik möglicherweise auch in
transmittern – Serotonin, Noradrenalin
Verbindung mit entwicklungsgemässen
und Dopamin – wenn überhaupt lediglich
Veränderungen
eine margiund Herausfordenale
(im
„Schutzfaktoren“
rungen (wie die
Rahmen
Pubertät) und mit
der Gene Gute Problemlösefähigkeit
gesellschaftlichen
tik) ursäch Soziale Unterstützung
Einflüssen.
liche Bedeutung
 eine dauerhafte, gute Beziehung
Im Sinne eines
zu.

Sport
Teufelskreises
kann die depresZu erwähsive Symptomanen sind an
tik, insbesondere in Form von Rückzug,
dieser Stelle die vorhandenen SchutzfakAntriebslosigkeit und Hoffnungslosigkeit
toren, die zum Teil in verblüffender Weise
die Gesamtbelastung für die Betroffenen
Kinder und Jugendliche angesichts widriweiter verstärken, was zu einer Aufrechtger Umstände vor einer Depression beerhaltung des seelischen Leidens führt.
wahren oder die Wirkung von RisikofaktoDer depressive Boden wird weiter geren puffern. In neueren Studien werden
nährt.
beispielsweise „gute Problemlösefähigkeiten“, „die Fähigkeit zur Suche nach
Als weitere Risikofaktoren für eine desozialer Unterstützung“, „Sport“ oder
pressive Störungsentwicklung wird ein
„eine dauerhafte, gute Beziehung zu minbestimmtes Temperament bezeichnet,
destens einer Bezugsperson„ als solche
das sowohl genetisch als auch durch die
bezeichnet.
Umwelt bedingt ist. Charakteristisch äussert sich dieses Temperament der sogenannt „negativen Affektivität“ durch einen
„Risikofaktor Schule“
Hang zum negativen Gefühlserleben, eiKinder und Jugendliche verbringen einen
ne erhöhte Sensibilität für negative Reigrossen Teil ihres Alltags in der Schule.
ze, übermässiges Misstrauen, eine überEin Ort im Mittelpunkt des alltäglichen Lehöhte physiologische Erregbarkeit und
bens, wo Lernerfolg und Lernfreude eine
durch häufiges Stresserleben einhergewichtige Bedeutung für die Entwicklung
hend mit einer nicht-zielführenden Gevon Persönlichkeit und Selbstbewusst16
Abb. 3: Risikomodell der schulischen Depression
der Persönlichkeit eine generelle schulische Überforderung, kann daraus eine
Depression („Schuldepression“) entstehen. Eine solche Überforderung entwickelt sich sowohl durch die Wahl eines
„falschen Schultyps“ oder durch eine
langfristige Leistungsüberforderung, als
auch durch einen Mangel an positiven
Rückmeldungen oder durch eine Aussenseiterrolle in der Klasse/Schule.
sein haben. Versteht man Bildung einerseits als Quelle von geistigem Wachstum, Persönlichkeitsentfaltung und Entwicklungschancen, muss andererseits
ebenfalls berücksichtigt werden, dass
Schule auch mit Belastungen oder gar
Risiken zur Störungsentwicklung verbunden sein kann. In diesem Fall kann
Schule einen Teil bei der Entstehung
und beim Verlauf einer Depression beitragen. Aber wie geschieht dies?
Gerade mit der Wahl des falschen Schultyps bei der Oberstufeneinteilung, die
nicht zuletzt als Folge unrealistischer Erwartungshaltung der Eltern und deren Befürchtungen bezüglich der Zukunft ihres
Kindes passieren, kann der Schulalltag
für den Schüler zur Dauerbelastung werden. Zu oft schränken Betroffene ihre
Freizeit drastisch ein (Abbau von Hobbies, weniger Sozialkontakt etc.) und weiten ihre Lernzeiten manchmal sogar bis in
die Nachtstunden aus. Kontrastieren die
übermässigen Anstrengungen folglich mit
dem Schulerfolg oder gar mit den Berufswünschen, fällt nicht nur das Selbstwertgefühl sondern zusätzlich der Glaube an
eigene Handlungs- und Bewältigungs-
Wie im Risikomodell für schulische
Überforderung und Schuldepression
(Abb. 3) dargestellt, findet der Ausbruch
einer depressiven Symptomatik bei einem Schüler fast ausschliesslich vor
dem Hintergrund einer „verletzlichen“
Persönlichkeit statt. Der Kinder- und Jugendpsychiater Nissen (1999) zeigt in
diesem Modell, wie Verlustereignisse
oder ein depressiver Elternteil im Sinne
einer allgemeinen Depressionsgefährdung, eine Ich-Schwäche und ein instabiles Selbstwertgefühl als spezifische
Eigenschaften dieser Schülerpersönlichkeit zusammenhängen. Erlebt nun ein
Schüler mit den genannten Aspekten
17
kompetenzen drastisch ab. Eine anhaltende schulische Erschöpfung und langfristige Leistungsüberforderung geht damit Hand in Hand. Als dritter Aspekt, welcher den Weg in die Schuldepression
oder Stressdepression ebnen kann, zählt
ein „Mangel an positiven Rückmeldungen“ durch die Lehrperson. Zuwenig Lob
und wenig positive Aufmerksamkeit bezüglich Lerninhalten, Arbeitsverhalten,
Partizipation oder bezüglich dem Sozialverhalten können, falls über längere Zeit
anhaltend, vor allem depressionsgefährdete Schüler tief kränken. Gerade diese
Schüler sind angewiesen auf Wertschätzung, Anerkennung ohne Leistungsbezug
und das Gefühl der sozialen Eingebundenheit im Unterricht. Ungerechte Behandlung und Herabwürdigung einzelner
Schüler – insbesondere vor den Klassenkameraden – können grössere seelische
Narben hinterlassen. Last but not least
stellte sich mit der sogenannten „Aussenseiterrolle“ ein sozialer Faktor als depressionsbegünstigend heraus. Schüler, welche diese Rolle innehaben, leiden an genereller Ablehnung und sozialer Ausgrenzung. Oftmals geraten unbeliebte oder
schlechte Schülerinnen schneller in die
Aussenseiterrolle. Bei Schülern, welche
gar wiederholtes und systematisches
Schikanieren in Form von Mobbing erleben, verwundert es nicht, dass depressive Erkrankungen vermehrt diagnostiziert
werden (Ivarsson et. al., 2005).
nierung“, „übermässige Kontrolle durch
die Lehrperson oder ein Mangel an Mitbestimmungsmöglichkeiten“, Konkurrenzverhalten“ und „mangelnde soziale Unterstützung durch Lehrpersonen und Mitschüler“ als negative Faktoren, die nicht
zuletzt eine Depression zur Folge haben
können (in Steinhausen, 2008 ).
Interessanterweise bestehen bereits zu
Beginn der Primarschulzeit Risikofaktoren bezüglich einer depressiven Erkrankung. So vermochte eine Untersuchung
an 1.-Klasskindern (Herman et al., 2008)
zu zeigen, dass Probleme in den Kernfächern wie Lesen und Mathematik später
ein höheres Risiko für geringes Selbstwertgefühl und depressive Symptome
darstellen. Kinder mit schlechten Noten
entwickeln ein geringeres Zutrauen, ihr
Leben selbst beeinflussen zu können als
Kinder mit guten Ergebnissen. Außerdem
steigern gute Noten in der Regel die
Beliebtheit der Kinder in ihrem Umfeld.
Umgekehrt fehlt Kindern mit schlechten
Noten ein wesentliches Mittel, ihr soziales Umfeld für sich zu gewinnen.
Dieser Zusammenhang zwischen Schulleistungen und sozialen Faktoren wird
auch im Jugendalter deutlich. Bei älteren
Schülern mit bevorstehendem Schulaustritt nimmt der Umgang mit Leistungsdruck und der Anspruch, die geforderten
Leistungsstandards auch im Hinblick auf
die Zukunftsgestaltung zu erfüllen, eine
wichtige Bedeutung ein. Merkt ein Schüler, dass er diesen auch gesellschaftspolitischen Standards (z.B. nach Engagement, Belastbarkeit, Initiative etc.) nicht
standhalten kann, sinkt nicht nur sein
Glaube an eigene leistungsrelevante Fähigkeiten, sondern gleichzeitig auch die
In verschiedenen Untersuchungen zum
Zusammenhang zwischen erlebter schulischer Umwelt (wahrgenommenes
Schulklima) und seelischem Befinden
von Schülerinnen und Schüler erwiesen
sich individuell wahrgenommene Merkmale wie „Leistungsdruck“, „Diszipli-
18
Einschätzung über soziale Kompetenzen
zu verfügen. Findet nun eine generell negative Einschätzung der Zukunftsperspektive statt und fehlen die nötigen Strategien aus der Krise herauszufinden (z.B.
die aktive Suche nach Unterstützung),
kann es zu Resignationsverhalten und zu
Gefühlen von Hoffnungslosigkeit kommen. Versagensängste und Orientierungslosigkeit können zudem auftreten.
Die Entwicklung einer depressiven Symptomatik stellt den vorübergehenden Endpunkt einer negativen Spirale dar.
renzierung im Leistungsbereich) klar begrenzt sind. Nichtsdestotrotz verbringen
Lehrpersonen viele Stunden jede Woche
mit den Schülern, erleben sie in unterschiedlichen Situationen mit verschiedenen Konstellationen und zählen zweifelsohne zu den bedeutendsten Bezugspersonen der Kinder und Jugendlichen. Einfluss können Lehrpersonen einerseits bei
der Früherkennung der depressiven Erkrankung (Punkt 1) nehmen und gleichzeitig indem sie präventive Ansätze
(Punkt 3) in den Unterricht einfliessen
lassen. Sind Schüler bereits erkrankt, ergeben sich Hilfemöglichkeiten durch
Lehrpersonen im „Umgang mit Betroffenen im Schulalltag“ (Punkt 2). Die nachfolgenden Abschnitte (Punkt 4) beinhalten
Hilfestellungen für Lehrpersonen.
Hilfe durch und für Lehrpersonen
Zunächst soll an dieser Stelle erwähnt
werden, dass die Möglichkeiten der Schule auf psychische Belastungen einzelner
Schüler einzugehen und persönliche Hilfe
anzubieten unter den gegebenen schulischen Rahmenbedingungen (z.B. volle
Lehrpläne, grosse Klassen, Binnendiffe-
19
etwa 12 Jahren, möglich. Bei pubertären
Knaben kann darüber hinaus ein übermässiges Streben nach der Übernahme
und Identifikation mit stark maskulinen
genderspezifischen Eigenschaften (z.B.
keine Gefühle von Trauer und Verletzlichkeit zeigen oder übermässige Glorifizierung von vermeintlich männlichen Heldenfiguren die Grandiosität, Souveränität,
Coolness und Attraktivität verkörpern) eine depressive Symptomatik überdecken.
Nicht selten werden auf diese Weise eigene negative Gefühle wie z.B. „Zukunftsängste“ oder „Traurigkeit“ unterdrückt,
sodass keine direkte Emotionsregulation
geschieht. Kommuniziert wird die negative Stimmungslage kaum, da Empathie
und Verständnis vom männlichen Gegenüber nicht erwartet wird und Schamgefühle den Gefühlsausdruck von Angst und
Trauer hemmen.
1. Erkennung oder Früherkennung
Um überhaupt einen Handlungsbedarf
festzustellen, braucht es zunächst ein
wachsames Auge von Seiten der Lehrkraft, welches Verhalten, Stimmung und
verbale/nonverbale Mitteilungen von
Schülern abhängig vom Kontext sensitiv
wahrnimmt. Lassen sich nachhaltige Veränderungen erkennen, die über die alltäglichen Schwankungen herausgehen, geht
es in einem zweiten Schritt darum die betroffenen Schülerinnen bezüglich der Beobachtungen zu befragen und die Einschätzungen vertraulich schriftlich festzuhalten. Eine wichtige oder gar grundlegende Rolle spielt dabei der Aspekt der
Informiertheit über mögliche Anzeichen
und Hintergründe der Depression.
Nicht immer einfach ist bei dieser Einschätzung das richtige Mass zwischen
Bagatellisierung und Dramatisierung zu
finden. Einerseits weil durch das Unterrichtsgeschehen, die Bedürfnisse anderer
Kinder oder als Folge eigener Probleme
auf Seiten der Lehrperson ihr „Wahrnehmungsspektrum“ schon ausgefüllt ist
und andererseits weil die Einschätzung
gerade bei jüngeren Schülern eine spezielle Herausforderung für Erwachsene darstellt. So gelingt es zum Beispiel Schülerinnen der Unterstufe kaum ihr „Selbst“ zu
beschreiben oder Befindlichkeiten differenziert verbal auszudrücken. Der Ausdruck geschieht häufig über körperliche
Beschwerden, Weinerlichkeit, Schlafprobleme usw. Auch eine angemessene Einschätzung bezüglich der Dauer von Ereignissen oder einer Stimmung ist im Entwicklungsverlauf erst später, im Alter von
Gerade unter Berücksichtigung dieser
Entwicklungsbesonderheiten ist die Diskussion mit Lehrpersonen oder mit anderen Fachpersonen unabdingbar. Auch das
Einrichten von „Kummer- oder Befindlichkeitsboxen“ und das Vereinbaren von
Sprechzeiten vor oder nach dem Unterricht können das Erkennen einer Problematik erleichtern. Einen weiteren Aspekt,
den es bei der Erkennung zu berücksichtigen gilt, ist die Gefahr, dass bei gereizter Stimmung, Wut oder Affektausdrücken, die sehr verletzend für das Gegenüber sein können, eine beginnende depressive Störungsentwicklung verkannt
wird. Derartige Gefühlsausdrücke können
entweder bereits zur Symptomatik einer
Depression gehören oder aber, wie bei
drei Viertel aller Betroffenen, einen Teil
20
einer mit der Depression gemeinsam auftretenden Störung (z.B. ADHS) darstellen.
bei zu achten. Machen die Schüler auf diese Weise wiederholt die Erfahrungen Aufgaben erfolgreich zu bewältigen, können
vorhandene Gefühle von Hilflosigkeit abgeschwächt oder gar verlernt werden.
Schulische Misserfolge sollen nach Möglichkeiten, insbesondere zu Beginn der depressiven Erkrankung, minimiert werden.
Bei negativen Aussagen betroffener Schülerinnen wie zum Beispiel: „Ich bin schlecht
in Mathematik“ kann durchaus der Wahrheitsgehalt und der Stellenwert der Aussage in Frage gestellt bzw. korrigiert werden,
indem die Lehrerin die weitere Entwicklung
betont und die erfolgten Anstrengungen
lobt. Anstatt zu sagen „das war falsch“,
kann die Rückmeldung „das war ein guter
Versuch“ heissen. Gelingt es den Lehrpersonen negative Aussagen direkt und indirekt zu korrigieren und Optimismus auszustrahlen, indem sie den Schülern das
„Gefühl etwas geschafft zu haben“ vermitteln, entstehen positive Lernbilder.
2. Umgang mit Betroffenen im
Schulalltag
Im Umgang mit betroffenen Schülern können sich Lehrpersonen sehr unterstützend verhalten und so einen wichtigen
Teil zur Genesung beisteuern. Dabei
spielt nicht nur die Qualität der Hilfestellungen als Solches eine Rolle, sondern
ebenfalls die Frage, ob diese Unterstützung auch nachhaltig von der Lehrperson
angewendet wird. Gerade weil depressive
Schülerinnen bei Leistungsanforderungen
aufgrund der Fokussierungs- und Antriebsprobleme oft von Aufgabenstellungen überfordert sind, benötigen sie Hilfe
bei der Lernplanung. Die Anforderungen
sollen dabei in kleine Etappen (auf dem
Lernweg hin zum Ziel) oder in einzelne
Mosaike (die ein Gesamtbild ergeben)
unterteilt werden. Auf das Einrichten von
Pausen und Belohnungsmomente gilt da-
21
Wie kann nun der zunehmenden Passivi- 3. Vermitteln von Wertehaltung gegenüber der depressiven Erkrankung
tät depressiver Schüler begegnet werim Klassenverband und Aufbau von
den? Die Hilfe ausgewählter Mitschüler
mit guten Sozialkompetenzen hat sich daSchutzfaktoren
bei als sehr fruchtbar herausgestellt; insbesondere dann, wenn sie freiwillig ge- Im Hinblick auf die Prognosen der WHO
schieht und so viel wie möglich eigene und die hohe Anzahl Suizidversuche und
(autonome) Entwicklungsschritte der Be- tatsächlichen Suizide im Jugendalter ist
troffenen vorantreibt. Eine Anleitung und nicht nur das Verbreiten von FachinforBegleitung durch Fachpersonen ist emp- mation über das Bild der Depression sehr
fehlenswert. Gerade in der ersten Phase wichtig, sondern ebenfalls die Vermittlung
gilt es übermässige Erwartungshaltung von Verständnis und Empathie gegenauf Seiten der Helfenden
über psychischen Erkranabzubauen, da Depressive
kungen und hier im Spezischnell ermüden (mitunter
ellen gegenüber der De„Catch
them
als Folge der Schlafproblepression. Gerade Kinder
having fun“
me) und ein grosses Mass
möchten mit einer depresan genereller Unsicherheit
siven Erkrankung das famitbringen. Lehrpersonen
miliäre Umfeld nicht belaskönnen bei der Beobachtung von solchen ten, fühlen sich zu oft verantwortlich für
Aktivitäten (zum Beispiel „Pausenge- ihr Leiden und hegen die berechtigte
staltung“) ihre Wahrnehmung nach dem Angst vom ausserfamiliären Umfeld nicht
Motto „catch them having fun“ ausrichten. verstanden oder gar blossgestellt zu werDurch Rückmeldung dieser Beobachtun- den. Dies verdeutlicht die wichtige Teilgen lernen die Betroffenen zunehmend, verantwortung der Schule als geselldass sie auf ihre Stimmung durch Teilnah- schaftliche Institution bei der Enttabuisieme an Aktivitäten selbst Einfluss nehmen rung und Entstigmatisierung der depreskönnen. Nicht zuletzt steht natürlich der siven Erkrankung. Schülerinnen sollen
Erwerb neuer Problemlösefertigkeiten im psychische Erkrankungen verstehen und
Zentrum. Zu einem späteren Zeitpunkt einordnen können, obwohl diese im Geerwies sich auch die angemessene Über- gensatz zu bestimmten körperlichen Ergabe bestimmter Verantwortungen als för- krankungen nicht augenfällig sind und
derlich zur Stärkung des Selbstwertge- nicht rein den Körper sondern vielmehr
fühls und Verbesserung der sozialen Ein- Körper, Geist und Seele betreffen. Überbettung.
legungen, die Schüler nachvollziehen lassen, welche (sozialen) Folgen einer psyDie genannten Hilfestellungen vermögen chischen Erkrankung für den Betroffenen
durchaus eine positive Dynamik auszulö- und seine Familie haben, zählen ebensen, ersetzen hingegen in aller Regel kei- falls zu wünschenswerten Lernzielen.
ne psychotherapeutische Behandlung
und/oder eine Medikation im Jugendalter.
Ein weiterer Schritt in Richtung Entstigmatisierung gelingt durch die Stärkung
der Gemeinschaft sei es beispielsweise
22
durch kooperative Arbeitsformen oder einen integrativen Führungs- und Unterrichtstil, der ein wertfreies Begegnen individueller Unterschiede fördert. Ein solches positives Klassenklima kann durch
gemeinsame Regeln und Vereinbarungen
weiter verbessert werden. Weiterführende
präventive Ansätze – sogenannte Kindergesundheitsstrategien – haben eine grosse Bedeutung. Einerseits ist die Beziehungsgestaltung zwischen Schüler und
Lehrer wichtig und andererseits die Vermittlung von Lebenskompetenzen im
Schulumfeld. So gilt die Förderung von
Selbstwahrnehmung, Einfühlungsvermögen, Umgang mit Stress und negativen
Emotionen, Kommunikation (auch über
Krisen), Selbstbehauptung und Standhaftigkeit als eine zentrale Quelle von
Schutzfaktoren für Kinder gegenüber psychischen Erkrankungen.
Fazit und Ausblick
Die Depression stellt in ihrer ganzen Erkrankungsbreite ein vielschichtiges und
komplexes psychisches Problem dar, das
sich bei jungen Menschen unterschiedlich
äussern kann. Eindeutig ist, dass depressive Schülerinnen und Schüler leiden,
und zwar in einem erheblichen Ausmass.
Im schulischen Lernen fehlt es ihnen
nicht an Bereitschaft oder Anstrengungswille, sondern sie bringen schlicht den
Lernmotor nicht mehr in Gang, weil ihnen
durch die depressive Schwere die Grundlage für das Lernen abhanden gekommen
ist. Noch so gut kann der Wille sein, er
wird torpediert durch Müdigkeit, Unaufmerksamkeit und Behaltensprobleme, die
in einer depressiven Spirale die Lernzeit
für die Betroffenen vorbeirasen lässt.
Auch im 21. Jahrhundert werden depressive Symptome noch immer mit einer vorübergehenden Traurigkeit, einer jammernden
Selbstmitleidtirade
oder
menschlicher Leistungsschwäche in Verbindung gebracht. Wer glaubt, dass wir
als Gesellschaft Vorurteile und Tabus gegenüber psychischen Erkrankungen weitgehend abgebaut haben, täuscht sich,
wie eine schweizweit repräsentative Umfrage kürzlich zeigte. Leider werden uns
durch die Tatsache, dass Depressionen in
Zukunft zur Erkrankung Nummer eins
weltweit zählen und Suizide im Kindesund Jugendalter schon jetzt zu den häufigsten Todesursachen gehören, unweigerlich die Augen geöffnet. Doch Resignation hilft nicht weiter, denn die Schule
und insbesondere die Lehrpersonen besitzen wirksame Einflussmöglichkeiten im
Bereich Prävention und Umgang mit depressiven Schülern.
4. Der Einbezug von Fachstellen
Für Lehrer ist es im heutigen Schulalltag,
wo das anspruchsvolle Schulgeschehen
viel Aufmerksamkeit, Engagement und
Organisationsvermögen abverlangt, von
grosser Wichtigkeit, dass sie ihre Wahrnehmungen und Einschätzungen mit anderen Lehr- oder Fachpersonen austauschen. Zeichnet sich bezüglich Verhalten,
Stimmung und Leistungen eines Schülers
ein negativer Trend ab, der über Tagesschwankungen hinaus geht und in verschiedenen Situationen anhält, sollte man
als Lehrperson nicht zögern, eine Fachstelle (z.B. SPD, KJPD, niedergelassene
Kinderpsychiater/innen) einzubeziehen.
Bei leichten und mittelgradigen Depressionen gilt eine psychotherapeutische Behandlung im Übrigen als Mittel der ersten
Wahl.
23
Da die Ursachen depressiver Erkrankungen weitgehend durch Umwelteinflüsse
und deren Wechselwirkungen entstehen,
ist der Einfluss unserer Leistungsgesellschaft von besonderer Bedeutung. Schon
früh nach dem Schuleintritt sind Kinder
konfrontiert mit Leistungsmessungen,
Leistungszielen und Leistungserwartungen. Für die Mehrheit ist dies ein positives Wertesystem. Bestimmte Kinder fühlen sich hingegen nicht herausgefordert
und positive Lernerlebnisse werden für
sie immer rarer. Kommen soziale Probleme hinzu, ist der Weg in die Depression
möglich. Gefangen in dieser Dynamik, in
der die versteckte Last oft lange unbemerkt bleibt, zerbrechen Jugendliche an
überhöhten Leistungsstandards und auch
aus Angst nicht zu genügen. Wird dabei
nicht zu schnell vergessen, dass unsere
Schülerinnen einfach auch das Bedürfnis
nach menschlicher Wärme, bedingungsloser Wertschätzung, Verständnis und
Empathie haben? Widerspiegeln sich die
Kosten unserer Leistungsgesellschaft auf
dem Hintergrund eines zunehmenden
Produktivitäts-, Effizienz- und Innovationsdrucks im vorausgesagten Anstieg der
Depressionserkrankungen?
Literaturverzeichnis
Compas, B., Conner-Smith, J., Jaser S. (2004).
Temperament, stress reactivity, and coping: Implications for depression in childhood and adolescence. Journal of Clincal Chaild and Adolescent Psychologie, 33, 21-31.
Essau, C. (2007). Depressionen bei Kinder und
Jugendlichen. München: Ernst Reinhard.
Herman, K., Lambert C., Sharon F., Reinke, W.,
Ialongo, N., Herman S. (2008). Low academic
competence in first grade as a risk factor for
depressive cognitions and symptoms in middle
school. Journal of Counseling Psychology, 55.
Ivarsoson,T. Broberg A., Arvidsson, T. & Gillberg, C. (2005). Bullying in adolescence. Nordic
Journal of Psychiatry, 59, 365-373.
Lau L. (2011). Depression und Schule. Möglichkeit und Grenzen schulischer Prävention / Intervention. Studienarbeit.
Luebbers M. (2008). Depression bei Schülern.
Korrelation zwischen Schule und dem Ausmass
einer Depression bei Schülern. Examensarbeit.
Lütolf, P. (2012). Persistierende Problembereiche nach einer kognitiv-verhaltenstherapeutschen Behandlung eines depressiven Jugendlichen […]. Masterarbeit Nachdiplomstudium Universität Fribourg.
Steinhausen, H.C. (2006). Schule und psychische Störungen. Stuttgart: Kohlhammer.
Tipps und Links
Für unsere Kinder, unsere Schülerinnen
und Schüler, sind wir angehalten derartige gesellschaftliche Fragen kritisch zu
reflektieren, über psychische Erkrankungen transparent zu informieren, im präventiven Sinn die kindlichen Bedürfnisse
angemessen zu stillen und rechtzeitig zu
handeln. Das ist nicht nur Balsam für die
Kinderseelen, sondern auch eine gesellschaftliche Verpflichtung, in moralischethischer wie in volkswirtschaftlicher Hinsicht.
Philipp Lütolf
www.depressionen.ch (Verein Equilibrum zur
Bewältigung von Depressionen)
www.kompetenznetz-depression.de -> Infos und
Unterrichtsmaterialien für Lehrpersonen „(Nicht)
ganz normal ?!“
www.depression.ch/de/formen/kinder.php
Für Jugendliche: www.tschau.ch; www.feelok.ch
Depressionen im Kindes- und Jugendalter von
Ch. Nevermann u. H. Reicher (2009)
Ratgeber Traurigkeit, Rückzug und Depression
von G. Groen, W. Ihle et al. (2012)
Wie wird mein Kind wieder glücklich? G. Groen
u. F. Petermann (2011)
24
25
9
22
47
19
58
11
6
70
78
17
0
Hütten
Kilchberg
Langnau
Oberrieden
Richterswil
Rüschlikon
Schönenberg
Thalwil
Wädenswil-Primar **
Wädenswil-Oberstufe **
KGS Wädenswil
30
0
1
5
8
0
0
6
1
1
1
0
4
3
33
0
3
6
9
0
1
5
0
4
1
0
4
0
261
0
5
76
32
4
13
33
9
6
6
3
70
4
280
2
14
77
47
5
5
35
12
5
6
1
65
6
Vorjahr
Beratungs- und Standortgespräche
9
0
0
0
7
0
0
2
0
0
0
0
0
0
2
0
0
1
0
0
0
1
0
0
0
0
0
0
Vorjahr
Begutachtung von Unterlagen Dritter
730***
2
23
159
117
10
24
99
29
54
29
12
156
18
Anzahl
748***
2
27
170
98
13
30
100
42
42
24
6
181
13
Vorjahr
8.2****
–
–
7.9****
4.4
11.0
7.3
9.1
8.0
7.6
10.8
5.9
4.7
6.7
10.0
5.1
Vorjahr
3.9
10.3
8.4
6.9
6.2
7.5
7.0
7.2
5.4
13.6
8.5
7.1
%*
Prozentualer Anteil an der Schülerzahl der Schulgemeinde ** Für die Vergleichbarkeit mit anderen Gemeinden müssen die Fälle von Wäd.-Primar und –Oberstufe zusammen betrachtet werden.
433
0
10
86
42
8
24
59
30
33
17
5
112
7
Vorjahr
Fortführung Fälle aus
dem letzten Schuljahr
**** Prozentualer Anteil an der Gesamtschülerzahl (9261) des Bezirkes Horgen (ohne Adliswil)
*** Gesamtzahl der Anmeldungen: 775 (Vorjahr 781); Rückstellungen 45 (Vorjahr 33)
*
430
82
Horgen
Total
11
Vorjahr
Untersuchungen
Hirzel
Schulgemeinde
FÄLLE
4. STATISTIKEN (Kommentar S. 31)
ANMELDENDE INSTANZEN
Lehrperson/
Schulleitung
Eltern
IV
Arzt/Schularzt
Schulpflege
Andere*
Total
642
26
-
-
43
19
730
[628]
[57]
[-]
[2]
[43]
[18]
[748]
* Logopädinnen, Therapeutinnen, Frühberatung etc.
[..] = Vorjahr
SCHULSTUFEN
Kleinklasse 0%
(Vorjahr 1.5 %)
Oberstufe 13.8%
(Vorjahr 13.1%)
Vor Kindergarten
4.2% (Vorjahr
5.0%)
Kindergarten
19.9%, (Vorjahr
19,4%)
Mittelstufe 26.8%
(Vorjahr 27.0%)
Unterstufe 35.2%
(Vorjahr 34.0%)
KINDER
Anzahl
%
Vorjahr %
Knaben / Mädchen
482 / 248
66 / 34
69 / 31
Erst- / Folge-Untersuchungen
301 / 429
41 / 59
44 / 56
Nationalität: Schweiz / Andere
489/ 241
67 / 33
67 / 33
26
EMPFOHLENE MASSNAHMEN (Mehrfachzählungen möglich)
Regelschulische Massnahmen
2012/13
2011/12
Rückstellung Einschulung Kindergarten
1
3
Vorzeitige Einschulung Kindergarten
4
0
Rückstellung Übertritt 1. Kl.
11
10
Regulärer Übertritt 1. Kl.
15
20
Vorzeitiger Übertritt 1.Kl.
0
3
Überspringen einer Klasse
5
5
Nachhilfe, Stützunterricht
2
5
Aufgabenhilfe
2
5
Noten- oder Fächer-Dispens
6
8
Klassenwechsel, Parallelversetzung, Umstufung
9
8
Definitive Promotion
1
1
19
13
9
9
1
4
Psychomotoriktherapie
32
35
Logopädietherapie
87
89
Einschulungsklasse (EK)
15
13
Kleinklasse
13
13
145
168
3
3
4
3
60
74
Sonderschulung Körper- / Sinnesbehinderte
6
8
Privatschule (als Sonderschulung)
2
1
Sprachheilkindergarten
1
3
Sprachheilschule
2
12
Heilpädagogische Schule
10
15
Tagessonderschule
27
36
7
5
4
13
122
58
Repetition/Rückversetzung
Integration nach Sonderschulung
Sonderpädagogische Massnahmen
Frühförderung
IF (mit/ohne Lernzielanpassung)
Schulisches Time-Out
Einzelunterricht (als Sonderschulung)
Sonderschulungen
Integrierte Sonderschulung
Sonderschulheim, Beobachtungsstation
B+U durch Sonderschule
Weiterführung Sonderschulung
27
2012/13
2011/12
Aufnahmeunterricht / -Klasse, Deutsch als Zweitsprache (DaZ)
20
29
Legasthenie- und Dyskalkulietherapie
10
4
0
1
11
0
3
0
14
21
1
0
112
108
27
35
Paartherapie, Mediation
0
1
Standortgespräch mit SPD
7
10
Schulpsycholog. Nachuntersuchung
4
1
Samowar
1
4
KJPD-Therapiestation
2
7
Abklärung KJPD oder Psychiater
25
18
Ergotherapie/Wahrnehmungsunterricht
15
7
Allgemeinärztliche Untersuchung u/o.Behandlung
1
4
Ohren- /Augenarzt
0
2
Neurostatus, EEG
0
2
Pädiatrische, neuropsychologische Abklärung
5
2
Freizeitaktivitäten
2
9
Überweisung Soziale Dienste oder AJB
5
9
Sozialpädagogische Familienbegleitung
6
4
Hort, Kita, Mittagstisch
1
2
Gefährdungsmeldung Kindswohl
1
2
19
24
Keine empfohlene Massnahme
125
115
Andere empfohlene Massnahme
17
28
Audiopädagogik
Nachteilsausgleich
Assistenz (individuell /Klasse)
Hochbegabtenförderng
IV-Anmeldung
Psychologisch-psychiatrische Massnahmen
Kinderpsychotherapie, Spieltherapie
Einzel– und Familienberatung durch SPD
Soziale Massnahmen
Schulsozialarbeit
28
SCHÜLERZAHLEN (Stichtag 15.9.2012)
Gemeinden
Hirzel
Horgen
Hütten
Kilchberg
Langnau
Oberrieden
Richterswil
Rüschlikon
Schönenberg
Thalwil
Wädenswil-Primar
Wädenswil-Oberstufe
Total
Kindergarten
Primar
Total KG/
Primar
Oberstufe
59
381
34
123
156
77
255
71
33
299
399
0
134
991
54
313
438
236
784
251
111
800
1145
0
193
1372
88
436
594
313
1039
322
144
1099
1544
0
60
453
0
97
161
103
288
67
0
293
0
595
253
1825
88
533
755
416
1327
389
144
1392
1544
595
1887
5257
7144
2117
9261
Total KG und Primarschule
7144
Total Oberstufe
2117
Total
Gesamttotal
9261
SITZUNGEN / REFERATE
(keine Mehrfachzählungen wenn mehrere Teammitglieder anwesend)
Anzahl
Sitzungen Zweckverband (Aufsichtskommission, Delegiertenkommission)
6
Sitzungen Schule (Fach– und Arbeitsgruppen, Interdisziplinäre Teams,
Schulpflege, Therapeuten etc.)
50
Sitzungen mit anderen Organisationen
36
(Mitarbeit in Verbänden und Fachgremien, Delegationen, Teamtreffen)
Referate
5
(Präsentationen, Elternabende, Kurz– und Fachreferate)
Sitzungen Beratungsgruppe für Lehrpersonen
2
29
ARBEITSZEITVERTEILUNG MITARBEITER/INNEN NACH LEISTUNGSART (in h)
05/06
06/07
07/08 08/09
09/10
10/11
11/12
12/13
Umfassende Diagnostik und Beratung für
Kind, Familie und Schule
6178
6170
6768
6614
6893
7319
7004
7095
Beratung Familien (ohne Testdiagnostik)
623
771
502
603
603
614
581
491
Beratung Lehrpersonen (ohne Testdiagnostik)
103
110
92
70
100
65
83
81
Beratung div. (ohne Fallaufnahme)
357
273
250
223
352
229
172
150
Schulberatung (Arbeitsgruppen, Sitzungen) und Klasseninterventionen
600
378
451
450
484
337
381
287
Arbeitsgruppen, Verbände und Fachgremien im Bezirk und Kanton
282
341
479
284
368
382
219
109
Organisation intern (Teamsitzungen,
Leitung, Administration Psychologen/
innen)
2313
2129
1761
1737
2013
1871
2106
2405
Sekretariat und Rechnungsführung
3483
3558
3291
3027
2844
2862
2967
2839
Mobilität
476
519
575
534
532
512
595
683
Fort– und Weiterbildung, Selbststudium
763
989
1006
933
1282
1004
1333
1351
Total 15178
15238
15175 14475
15471 15195 15441 15491
ARBEITSZEITVERTEILUNG ALLER LEISTUNGEN DER PSYCHOLOGEN/INNEN FÜR
DIE GEMEINDEN (in h)
05/06
06/07
07/08
08/09
09/10
10/11
11/12
12/13
123
134
79
200
99
145
118
194
Horgen
1320
1372
1383
1855
2022
1984
2290
1843
Hütten
78
112
51
95
79
64
61
154
KGS Wädenswil
94
132
108
67
30
53
36
-
Kilchberg
242
267
241
227
208
256
284
366
Langnau
379
504
400
523
411
346
457
577
Oberrieden
408
420
321
242
325
336
473
396
Richterswil
1457
1172
1219
1359
1452
1427
1218
1135
Rüschlikon
371
240
264
249
379
415
373
220
Schönenberg
151
130
164
109
145
111
121
97
1060
1097
1182
817
901
1107
979
1189
345
294
305
181
227
232
241
264
1916
1954
2445
2035
2132
2088
1599
1668
7944
7828
8162
7959
8410
8564
8250
8103
Hirzel
Thalwil
Wädenswil-Oberstufe
Wädenswil-Primar
Total
30
KOMMENTAR ZU DEN STATISTIKEN
Das Total der Fallzahlen ist mit 730
Fällen im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken (-18 bearbeitete Fälle). Dabei ist
die Anzahl Abklärungen konstant geblieben und die Zahl der Beratungen und
Standortgespräche gesunken. Die Zahl
der Anmeldungen war etwa konstant (775
und im Vorjahr 781), es wurden aber
mehr Rückstellungen vorgenommen (45
und im Vorjahr 33). Bei den anmeldenden
Instanzen ist der Anteil von Lehrpersonen/Schulleitungen und Schulpflegen
weiter gestiegen und macht nun 88%
aus. Es erreichen uns im Vergleich zu
früheren Jahren nur mehr wenige Eltern
direkt ohne einen vorgängigen Einbezug
der Schule. Bezüglich Schulstufen und
Geschlechterverteilung der angemeldeten
Schülerinnen und Schüler sind die Verhältnisse seit längerem konstant.
Jahresbericht eingegangen. Für den SPD
heisst es, dass trotz in den letzten Jahren
eher gesunkenen Fallzahlen die komplexen, aufwändigeren Fälle zugenommen
haben, die Anforderungen und die Leistungen gestiegen sind. Neu werden die
Empfehlungen Nachteilsausgleich und
Assistenz aufgeführt.
Die Zahl der gesamthaft geleisteten
Stunden ist gemäss der Arbeitszeitverteilung praktisch gleich geblieben (+50h im
Vergleich zum Vorjahr). Die interne Vernetzung wurde gestärkt (+300h). Die Arbeitszeit für die Gemeinden sank leicht (147h). Unter den Gemeinden gab es wiederum einige Verschiebungen in den Anteilen (z.B. Horgen -447h, Thalwil +210h).
Die periodische Rückmeldung des Leistungsbezugs an die Gemeinden könnte
bereits zu einem bewussteren Umgang
und einem ausgleichenden Effekt geführt
haben.
Die Statistik der empfohlenen Massnahmen zeigt einen Rückgang von neu
empfohlenen Sonderschulungen auf 119
Empfehlungen (im Vorjahr 157, alle Formen der Sonderschulung). Es wurden
122 Sonderschulungen zur Weiterführung
empfohlen. Sonderschulungsfragen machen somit rund einen Drittel aller Fälle
aus. Auf die verschiedenen Ursachen dieses hohen Anteils an Sonderschulungsfragen an unserer Arbeit wurde im letzten
Der Gesamtaufwand lag wegen dem
zu verbuchenden Anteil an der Sanierung
der kantonalen BVK um rund Fr. 144‘000
höher als im Vorjahr.
Die Schülerzahlen im Zweckverbandsgebiet stiegen erfreulicherweise
wieder leicht an (+152).
Matthias Obrist-Müller
31
24’870.80
32
24’870.80
Kurzfristige Schulden
Verpflichtungen für Sonderrechnungen
Rückstellungen
Transitorische Passiven
201
203
204
205
Gesamtpassiven
Laufende Verpflichtungen
Fremdkapital
20
200
Passiven
2
Gesamtaktiven
Transitorische Aktiven
102
103
Anlagen
101
6’500.90
2’376.83
Guthaben
100
15’993.07
24’870.80
Finanzvermögen
10
Flüssige Mittel
Aktiven
1
147’193.99
1’505.30
103’767.96
41’920.73
Aktiven
Aktiven
Passiven
Bestand Ende 2012
Bestand Ende 2011
147’193.99
702.90
141’831.04
4’660.05
Passiven
5.
RECHNUNG 2012
Einzelkonten nach Aufgaben gegliedert
Voranschlag 2012
Aufwand
5‘000.00
6‘000.00
1‘081‘000.00
24‘500.00
87‘000.00
122‘000.00
45‘500.00
28‘000.00
2‘000.00
17‘500.00
5‘000.00
1423‘500.00
10‘000.00
2‘000.00
7‘000.00
6‘000.00
5‘000.00
18‘000.00
28‘000.00
1‘000.00
37‘500.00
2‘700.00
30‘700.00
21‘000.00
3‘500.00
2‘000.00
4‘000.00
178‘400.00
100.00
100.00
Ertrag
Rechnung 2012
Bezeichnung
Aufwand
Entschädigung Aufsichtskommission
Sitzungsgelder
Besoldungen
Zulagen
Sozialleistungen AHV/ALV
Sozialleistungen BVK
Sozialleistungen Kranken-/Unfallversich.
Temporäre Mitarbeiter
Reinigung
Weiterbildungsbeiträge
Allg. Personalaufwand
Personalaufwand
Allg. Büromaterial
Fachliteratur / Zeitschriften
Testmaterial
Drucksachen allg.
Druckkosten Schulreifetest
Anschaffungen Mobiliar, Maschinen
Anschaffungen EDV
Unterhalt Mobiliar, Maschinen
Miete der Büroräume
Miete von Apparaten / Geräten
Fahrspesenentschädigung
Allg. Verwaltungskosten
Sachversicherungen
Anlässe / Kurse
Allg. Sachaufwand (AK)
Sachaufwand
Passivzinsen ZKB
Ertrag
5‘000.00
5‘200.00
1‘057‘074.10
24‘741.50
82‘479.55
118‘160.90
32‘719.20
27‘840.00
430.50
17‘500.00
7‘603.20
1‘378‘748.95
9‘854.55
1‘956.49
8‘969.52
4‘379.35
4‘298.65
18‘030.90
27‘622.90
591.90
37‘392.00
2‘621.96
31‘010.00
21‘234.80
3‘628.95
2‘469.70
3‘910.20
177‘971.87
0.00
0.00
Passivzinsen
0.00
Beiträge an den Kanton (BVK bis 2013)
141‘831.04
0.00
0.00
Beiträge an private Institutionen
0.00
141‘831.04
1‘602‘000.00
Anteile und Beiträge
Aufwand
1‘698‘551.86
33
Voranschlag 2012
Aufwand
Rechnung 2012
Ertrag
Bezeichnung
100.00
100.00
0.00
0.00
8’000.00
Aufwand
Ertrag
265.40
265.40
0.00
0.00
8’301.75
Zinsen von Bankguthaben
Vermögenserträge
Gutachtenbeiträge private
IV-Beiträge für logopädische Abklärungen
Verkaufserlös Schulreifetest
100.00 Rückerstattung Versicherungsleistungen
0.00
100.00 Rückerstattung Verwaltungskosten
8’200.00 Entgelte
0.00 Staatsbeitrag
238.30
8’540.05
0.00
1’593’700.00 Kostenanteile Verbandsgemeinden
0.00 KGS Wädenswil Fachberatung
1’689’746.41
0.00
1’593’700.00 Beiträge
1’689’746.41
1’602’000.00 Ertrag
1’698’551.86
Anteile/Beiträge
Sachaufwand
Personalaufwand
Gesamtaufwand 1999-2012
1'800'000
1'600'000
1'400'000
1'200'000
1'000'000
800'000
600'000
400'000
200'000
0
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
34
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
6. VERZEICHNIS DER KOMMISSIONSMITGLIEDER,
MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER
AUFSICHTSKOMMISSION (AK)
Präsidentin
Vizepräsidentin
Aktuarin
Beatrice Kern
Brunnenstrasse 6, 8800 Thalwil
E-mail: [email protected]
044 720 96 57
Michèle Winkler-Zosso
Johanniterstrasse 3, 8805 Richterswil
E-mail: [email protected]
044 784 36 04
Käthi Schoch
Brämenhalde 3a, 8816 Hirzel
E-mail: [email protected]
044 729 98 18
Beisitz mit beratender Stimme
Präsidentin der DV Danielle Maron
Umgasse 13a, 8803 Rüschlikon
E-mail: [email protected]
044 724 40 62
Vertreter Pädagogik Felix Müller
Schulhaus Gerberacher, 8820 Wädenswil
E-mail: [email protected]
044 780 19 01
Leiter SPD
Matthias Obrist-Müller
35
DELEGIERTENVERSAMMLUNG (DV)
8816 Hirzel
Markus Steiner
Wässeri 8
044 729 83 87
8810 Horgen
Doris Klee
Speerstrasse 8
044 725 77 20 [email protected]
8825 Hütten
Monika Ulrich
Gschwendboden
044 788 22 90
[email protected]
8802 Kilchberg
Alessandra Widmer
Alte Landstrasse 58
044 715 00 48
[email protected]
8135 Langnau a.A.
Ursula Vonlanthen
Unterrenggstrasse 8
044 713 28 88 [email protected]
8942 Oberrieden
Gaby Fuhrimann-Hobi
Langwiesstrasse 6
044 720 32 66 [email protected]
8805 Richterswil
Susann Schnegg
Speerstrasse 104
044 784 46 52 [email protected]
8803 Rüschlikon
Danielle Maron
Umgasse 13a
044 724 40 62 [email protected]
8824 Schönenberg
Martina Nievergelt
Etzelweg 2
044 781 17 94 [email protected]
8800 Thalwil
Kurt Vuillemin
Böhnistrasse 7
044 720 17 79 [email protected]
8820 Wädenswil-Primar
Anita Weilenmann
Schlossbergstrasse 30 044 780 58 94 [email protected]
8820 Wädenswil-Oberstufe
Natascha Nussbaumer
Neudorfstrasse 53
[email protected]
044 780 13 91 [email protected]
36
Psychologinnen und Psychologen
Matthias Obrist-Müller, lic. phil.
Schulpsychologe, Leiter; zuständig für die
Gemeinden Horgen und Kilchberg
[email protected]
Irene Cachin, lic. phil.
Schulpsychologin, zuständig für die
Gemeinden Hirzel, Langnau und Thalwil
[email protected]
Petra Fehlmann, Dipl. Psych. FH
Schulpsychologin, zuständig für die
Gemeinden Horgen, Hütten, Schönenberg und
Wädenswil (Primar)
[email protected]
Diana von Ins, M.Sc.
Schulpsychologin, zuständig für die Gemeinden Hirzel und
Wädenswil (Primar und Oberstufe)
[email protected]
Philipp Lütolf, lic. phil.
Schulpsychologe, Stellvertreter Leiter, zuständig für die
Gemeinden Rüschlikon und Wädenswil
(Primar und Oberstufe)
[email protected]
Monika Obrist, lic.phil.
Schulpsychologin, zuständig für die
Gemeinde Oberrieden
[email protected]
Wanda Scheidegger Gizzi, lic. phil.
Schulpsychologin, zuständig für die
Gemeinden Kilchberg, Richterswil und Rüschlikon
[email protected]
Jeannine Schläpfer, lic. phil.
Schulpsychologin, zuständig für die Gemeinden Langnau,
Oberrieden und Thalwil
[email protected]
Marion Zumbühl Müller, lic. phil. (abwesend bis 31.12.) Schulpsychologin, zuständig für die Gemeinden Hütten,
Richterswil, Schönenberg und Wädenswil (Oberstufe)
[email protected]
Corinne Roniger, lic. phil.
Schulpsychologin, zuständig für die Gemeinden Thalwil und
Kilchberg sowie (bis 31.12.) Richterswil
[email protected]
37
SEKRETARIAT
Yvonne Guretzki
Sekretärin und Rechnungsführerin
[email protected]
Elisabeth Loosli
Sekretärin
[email protected]
Barbara von Aesch
Sekretärin
[email protected]
STELLENPLAN
Stellen Schulpsychologie (inkl. Leitung)
6.9
Stellen Sekretariat und Rechnungsführung
1.7
Stellen Assistenz / Post Graduate
0.3
MITARBEIT IN FACHGREMIEN
Petra Fehlmann, Dipl. Psych. FH
Arbeitskreis Elternbildung AJB Region Süd
Kinderschutzgruppe Bezirk Horgen
Philipp Lütolf, lic. phil.
Vorstand VSKZ (Vereinigte Schulpsychologen/innen Kanton Zürich)
Matthias Obrist-Müller, lic. phil.
SPD-Stellenleitungskonferenz (SLK-SPD) im Kanton Zürich
Stiftungsrat Schul- und Berufsbildungsheim Albisbrunn,
Hausen a.A.
Direktorium MAS Schulpsychologie, Universität Zürich
38
SCHULPSYCHOLOGISCHER DIENST
DES BEZIRKES HORGEN
Postfach 444
Alte Landstrasse 26
8810 H O R G E N
Telefon 044 727 77 44
Telefax 044 727 77 40
[email protected]
www.spdhorgen.ch
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