Die Gesellschaft im Kaiserreich

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Frauen im Kaiserreich
Frauen waren unterdrückt: - durften nicht wählen
- Kein Wahlrecht
G
- In der Öffentlichkeit nicht politisch betätigen
- Galten im Zivilrecht als nicht vollständig
geschäftsfähig
1848/49: bürgerliche Frauenbewegung in Deutschland, 1865 Gründung des
Allgemeinen Deutschen Frauenvereins (ADF), Vorsitzende: Louise Otto-Peters,
Ziele: bessere Bildungs- und Berufschancen für Frauen, nur wenige forderten
auch noch politische Gleichheit, also Wahlrecht
Proletarische Frauenbewegung: gleiche Rechte wie bürgerliche
Frauenbewegung und bessere Arbeitsbedingungen für Frauen in der Industrie,
Endziel: Gleichberechtigung, seit 1860-Jahre war Clara Zetkin Vollkämpferin, sie
gab sozialdemokratische Frauenzeitschrift („die Gleichheit“) heraus, aber erst
nach Erfurter Parteitag 1891 wurden Forderungen in den Parteitag
aufgenommen
Ende des Kaiserreiches, 1908, wurde Versammlungsrecht für Frauen in einer
Partei oder einem Verein genehmigt, im gleichen Jahr: Frauen zum Studium
freigelassen
1919 wurden Frauen von Weimarer Verfassung den Männern gleichgestellt
Doch bis dahin hatten die Frauen die Aufgaben des Hauses, das Anleiten des
Personals, die Erziehung der Kinder und die Repräsentation & Unterhaltung des
Mannes; Mädchen wurden im Gegensatz zu Jungen, welche kostspielige
Ausbildungen bekamen, nur zuhause eine Ausbildung in Literatur, Malen,
Musizieren und Sticken
Weibliche Berufstätigkeit war kaum üblich oder nur für leichte Jobs, Gehalt und
Bedingungen waren schlecht und Männer hatten höhere Stellungen. Immerhin
bildete sich aber ein neues Berufsfeld für Frauen, die Büroberufe
In der Arbeiterschaft arbeiteten Frauen meist in der Textilindustrie in einer
Fabrik oder zuhause bis zum Rand ihrer Erschöpfung
Noch um die Jahrhundertwende arbeiteten die meisten Frauen auf dem Feld,
doch dann kamen Dienstmädchen „in Mode“ und dienten auch zur
Repräsentation. 1882 arbeiteten ¼ der Frauen als Dienstmädchen, jedoch unter
sehr schlechten Bedingungen und mit kaum Gehalt , Rente und Freizeit
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Schule und Jugend im Kaiserreich
Es ging weitaus strenger zu als heute („auf Dauer war es eine Qual“)
Sehr viel Wert auf Disziplin, Ordnung, Gehorsam und Pflichterfüllen
Verhalten im Unterricht:
-Hände geschlossen auf der Bank
-Füße nebeneinander geschlossen
-Still sitzen
-Blick auf die Tafel/Lehrer gerichtet
Schlechte Leistungen, Ungehorsam sowie Unaufmerksamkeit wurden mit Schlägen bestraft
Um 1900 besuchten sehr viele Menschen aus der Bevölkerung die achtjährige Volksschule
Jedoch hatten sehr wenige Familien genügend Geld, deswegen wurden im Frühjahr sehr viele Kinder und Jugendliche im Sommer an
andere Familien als Arbeiter vermietet.
Abitur machten höchsten 2 % eines Jahrgangs, da das Gymnasium Schulgeld verlangte und das nur von Familien aus den obersten
sozialen Schichten bezahlt werden konnte
Besonders schwer für Mädchen, das Abitur zu machen, da es lange Zeit kaum ein Mädchengymnasium gab. Erst 1893 wurde in
Karlsruhe das erste Mädchengymnasium in Deutschland gegründet. Baden war eines der ersten Länder, welche Frauen erlaubte zu
studieren
Viele junge Menschen wollten sich von den Eltern-Generationen abgrenzen und suchten nach neuen Freizeitgestaltungen und
jugendlicher Gemeinschaft
Das Wandern in der freien Natur sowie das gemeinsame Essen und Singen brachte nicht nur mehr Freiheit gegenüber dem Elternhaus,
sondern auch die Flucht vor den sozialen Problemen, den neuen Großstädten sowie den Industriezonen entfliehen
Nicht nur Schüler sondern auch junge Arbeiter wollten sich ungezwungener und freier fühlen: Die sogenannte
Jugendarbeiterbewegung entstand
Diese protestierte unter anderem für mehr politische Rechte und gegen schlechte Arbeitsbedingungen
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Bürgertum im Kaiserreich
Bildung, Einkommen und Beruf trennten das Bürgertum scharf voneinander und
bildeten einzelne Gruppen
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Bürgerliche hatten über sich den Adel und den Kaiser, den sie mit aller Kraft
versuchten nachzuahmen, und unter sich die Arbeiterschaft, von der sie sich
ebenfalls mit aller Kraft versuchten abzugrenzen
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In die Schicht der Arbeiterschaft abzusteigen war eine große Schmach und
Schande
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Um als bürgerliche Familie zu gelten, musste man eine Haushaltshilfe
beschäftigen können. Um sich dies leisten zu können arbeitete teilweise sogar die
Hausfrau heimlich
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Ab Mitte der neunziger Jahre kam es zu einer langen Hochkonjunktur in der
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Militär im Kaiserreich
Wirtschaft des Kaiserreiches: Die deutsche Wirtschaft stieg rasant an und
übertrumpfte das bis dahin wirtschaftlich herrschende Großbritannien:
Schon in Preußen hatte Militär eine große Rolle gespielt, im Kaiserreich stieg sein
Deutschland wurde zum führenden Industriestaats Europas Mit dem steigenden
Ansehen noch mehr, was auch daran lag, dass die Reichsgründung 1871 aufgrund
Wohlstand stieg auch der Wunsch, den W. zur Schau zu stellen
des Sieges der Deutschen Armee gegen das französische Heer zustande gekommen
war
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Um Einfluss in der Politik und über die Entscheidungen des Kaiserreiches zu
bekommen, wurden straffe Interessensverbände gegründetDas
Erst durch Wilhelm II., der nach Wilhelm I‘ und Friedrich III‘ Tod den Thron bestieg,
Selbstbewusstsein der wirtschaftsbürgerlichen Oberschicht stieg extrem an
erhielt die Armee die Voranstellung und Beliebtheit im Volke, denn dieses teilte die
Vorliebe für Uniformen, Prunk und den soldatischen Umgangston vielzählig,
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Immer stärker prägte das städtische Bürgertum die Gesellschaft  Der Adel fühlte
Überschätzung des Soldatentums: „Militarismus“
sich verdrängt und an den Rand gedrückt
Auch im Alltag wurde viel vom Militär beeinflusst: Eltern zogen ihren Kindern
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Es entstand ein Bedarf an technisch und naturwissenschaftlich geschultem
Matrosenanzüge zum Gedenken an die Marinesoldaten an, wer eine Uniform trug, der
Personal, welches immer modernere Produktionsanlagen entwickeln und
genoss viel Ansehen und die Chance auf eine tolle Kariere und viele Vorteile im
aufbauen sollten, damit der Industriestaat international mithalten konnte 
Leben, und alle hörten auf Menschen mit Uniform, egal, welcher Status. Der
Universitäten mussten intensive Grundlagenforschungen betreiben, damit die
Uniformträger vertrat Obrigkeit. Kaiserreich = Obrigkeitsstaat
Produktionsprozesse billiger und schneller wurden
Gesellschaft war tief gespalten, da klar Arm und Reich getrennt wurden, streng

Das traditionelle menschliche Bildungssystem konnte und wollte dies nicht
getrennt lebten, Standesunterschiede große Bedeutung hatten und Adeligen,
leisten. Ein neuer Gegensatz, eine naturwissenschaftliche, moderne Bildung und
Bürgertum und Arbeiterschaft nicht viel gemeinsam hatten. Die Spaltung wurde von
Ausbildung entstand, zu sehen war sie in der Gründung zahlreicher technischer
den Sozialgesetzen wiederlegt
Hochschulen, Gymnasien und Realschulen
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Das Kleinbürgertum bestand aus Handwerkern, Besitzern von Läden,
Juden im Kaiserreich
Kleinhändlern und Angestellten. Sie fanden durch die wachsenden Städte viel
Arbeit in Metropolen.
1890 im Deutsch Reich etwa 560 000 Juden (1% der Bevölkerung), 2/3 wohnten in Großstätten : 1910 ca. 140 000 (4% der Bevölkerung)
Erst nach Gründung des Reiches 1871 hatten Juden in allen deutschen Staaten die rechtliche und politische Gleichheit erhalten. 60 % lebten in guten, bürgerlichen Verhältnissen, nur ¼ gehörte zu dem Armen. Grund für sozialen
Aufstieg: traditionell hohe Bedeutung der Bildung für Juden
Um die Jahrhundertwende hatten jüdische Unternehmer wie Emil Rathenau (Industrie), Paul Ehrlich (Wissenschaft & Medizin), Else Lasker-Schüler ( Schriftsteller) und Max Liebermann (Künstler) einen hohen Beitrag zur
Wissenschaft, Wirtschaft und Kunst in Deutschland geleistet
Mit Wirtschaftskriese 1873 nahmen Vorurteile gegen Angehörige der „unchristlichen Religionsgemeinschaft“ zu, Juden wurden wieder als Sündenbock benutzt, es kam zu Anstößen zur Vertreibung der Juden
Das Werk des Naturforschers Charles Darwin erzählte von einer biologischen Vorstellung. Danach seien Menschen wie Tiere von Natur aus ungleich und hätten einen höheren oder niedrigeren Wert. Die Menschen mit dem höheren
Wert hätten das Recht über die Menschen mit dem niedrigeren Wert zu sprechen. Dieses Werk wurde zusätzlich missbraucht und mit Absicht falsch verstanden und es wurden falsche Abhandlungen in Bezug auf die Juden
verbreitet.
Die Weltanschauung wurde sehr viel mehr rassistischer und die Vorstellung der höheren und niedrigeren Rassen wurde weit verbreitet. Dies führte dazu, dass Juden aus Universitäten, Schulen und Armeen ausgeschlossen
wurden und zu Menschen „Zweiter Klasse“ gemacht. Weit in der Politik, also nicht nur in servativen und nationalen Parteien, sondern auch liberale und sozialistische Parteien wurden Wünsche zur Rücknahme der rechtlichen und
politischen Gleichheit geäußert.
Nachdem es in Russland und Rumänien zur Judenverfolgung kam und nach dem Tod von Alexander dem II. tausende jüdische Handwerker und Bauern vertrieben und getötet worden waren, kam Theodor Herzl auf die Idee, einen
Judenstaat zu gründen. Er rief den Zionismus ins Leben, eine Bewegung die versuchte, den Juden eine Heimat bzw. einen Staat mit dem Mittelpunkt Jerusalem zu geben. Das Gebiet gehörte bis 1918 zum Osmanischen Reich. In
der Bevölkerung der Welt wurden Juden größtenteils als Unglück der Bevölkerung verstanden.
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Die
Gesellschaft
im
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