Allgemeine Psychologie I Vorlesung 12

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Allgemeine Psychologie I
Vorlesung 12
Prof. Dr. Björn Rasch, Cognitive Biopsychology and Methods
University of Fribourg
1
Allg. 1 Björn Rasch Unifr
19.12.13
Allgemeine Psychologie I
2
Woche Datum Thema 1 FQ 20.2.13 Einführung, Verteilung der Termine 1
26.9.13
Einführung und Grundlagen
2
3.10.13
Psychophysik
3
10.10.13
Visuelle Wahrnehmung I
4
17.10.13
Visuelle Wahrnehmung II
5
24.10.13
Auditive Wahrnehmung
31.10.13
- - Fällt aus - - (Allerheiligen)
6
7.11.13
Schmerz, Geruch, Geschmack
7
14.11.13
Aufmerksamkeit
8
21.11.13
Aufmerksamkeit und exekutive Kontrolle
9
28.11.13
Kurzzeitgedächtnis
10
5.12.13
Langzeitgedächtnis
11
12.12.13
Langzeitgedächtnis / Gedächtnis und Schlaf
12
19.12.13
Wiederholung und Fragen
Allg. 1 Björn Rasch Unifr 19.12.13
Take-Home Messages
Wahrnehmung ist ein Prozess, bei dem die sensorischen
Informationen organisiert und interpretiert werden.
Wahrnehmung ist abhängig von
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Lernerfahrungen, Kontext, Handlungszielen
Eigenschaften der Wahrnehmung sind
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Begrenztheit, Selektivität, Konstruktivität, zeitliche Dauer, funktionale
Korrektheit und Nützlichkeit, Kontextabhängkeit,Veränderbarkeit,
Aktivität
Modularität der Wahrnehmung
Wahrnehmung ist ein informationsverarbeitendes System
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} 
} 
} 
Erstellungen von internen Repräsentationen
Repräsentationen können voneinander unabhängig sein
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3
Bsp.: ventraler vs. dorsaler Pfad
Björn Rasch,Vorlesung Allgemeine Psychologie Uni FR 19.12.13
Ponzo Täuschung
4
Björn Rasch,Vorlesung Allgemeine Psychologie Uni FR 19.12.13
Mögliche Prüfungsfragen
Welche Aussage trifft zu?
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Die menschliche Wahrnehmung bildet die Realität 1:1 ab.
Die menschliche Wahrnehmung ist begrenzt und selektiv.
Wahrnehmung ist modular.
Die visuelle Wahrnehmung funktioniert wie eine Kamera.
Was legen visuelle Täuschungen wie z.B. die Ponzo-Illusion nahe?
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} 
} 
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5
Die menschliche Wahrnehmung interpretiert die Realität im Sinne einer
funktionalen Korrektheit und Nützlichkeit
Die menschliche Wahrnehmung funktioniert nicht.
Visuelle Täuschungen zeigen, wie intelligent das visuelle System mit
mehrdeutigem Reizmaterial umgeht.
Das visuelle Wahrnehmung ist unabhängig vom Kontext.
Allg. 1 Björn Rasch Unifr 19.12.13
Take-Home Messages
Eigenschaften der Wahrnehmung sind
} 
} 
Begrenztheit, Selektivität, Konstruktivität, zeitliche Dauer, funktionale
Nützlichkeit, Kontextabhängkeit,Veränderbarkeit, Aktivität
Modularität der Wahrnehmung
Wahrnehmung ist ein informationsverarbeitendes System
} 
} 
} 
Erstellungen von internen Repräsentationen
Psychophysik
} 
} 
Erfassung des Zusammenhangs zwischen Eigenschaften eines physikalischen
Reizes und der subjektiven Wahrnehmung
Weber’sche Gesetz
} 
} 
Unterschiedsschwellen stehen in einem konstanten Zusammenhang mit der
Reizintensität (Weber’sche Konstante)
Steven’sches Potenzgesetz
} 
} 
6
Die Empfindungsstärke E ist eine Potenzfunktion der Reizintensität
Björn Rasch,Vorlesung Allgemeine Psychologie Uni FR 19.12.13
Psychophysik
Das Weber’sche Gesetz
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} 
Beispiel Gewichte
Weber’sche Gesetz: ΔR = k×R mit k: Weber Konstante
7
Björn Rasch,Vorlesung Allgemeine Psychologie Uni FR 19.12.13
Take-Home Messages
} 
Wahrnehmungen entstehen aus der Wechselwirkung zwischen vielen Neuronensystemen, die
jeweils eine einfache Aufgabe ausführen.
} 
Die Verarbeitung beginnt in den mehrfachen neuronalen Schichten der Retina, anschließend
übermitteln die 6 Mio. Zapfen und die 120 Mio. Stäbchen der Retina ihre Informationen über
die bipolaren Zellen an die Ganglionzellen.
} 
Die Impulse wandern entlang der Axonen der Ganglionzellen, die den Sehnerv bilden, zum
Thalamus und weiter zum visuellen Kortex.
} 
In der Sehrinde (primärer visueller Kortex,V1) reagieren Merkmalsdetektoren auf die
besonderen Merkmale eines visuellen Reizes.
} 
Die übergeordneten Zellen eines höheren Niveaus führen diese gesammelten Daten
zusammen, um sie dann in anderen Arealen des Kortex zu verarbeiten.
} 
Im dorsalen Strom wird räumliche Information verarbeitet, was für die Steuerung der
Visuomotorik wichtig ist (Wo/Wie Strom).
} 
Im ventralen Strom wird v.a. Form und Farbe verarbeitet für die Wahrnehmung und Erkennung
von Objekten (Was Strom).
} 
Wenn die sensorischen Signale die unterschiedlichen Verarbeitungsniveaus durchlaufen
(bottom-up), werden sie von unseren Annahmen, Interessen und Erwartungen beeinflusst (topdown).
8
Björn Rasch Vorlesung Allg. Psychologie Uni FR 19.12.13
Retina
(ca. 6 mio)
amakrine
Zelle
(ca. 120 mio)
9
Björn Rasch Vorlesung Allg. Psychologie Uni FR 19.12.13
Vom Auge zum Kortex
Informationen aus
dem linken eigenen
Gesichtsfeld werden
von beiden Augen
registriert,
und im rechten
visuellen Cortex
verarbeitet
G  Und umgekehrt
G  kontra-laterale
Verarbeitung
Sehzentrum des Thalamus
(Corpus geniculatum
laterale, CGL)
(Nach Frisby, 1979)
10
Sehnerv (Axone der
Ganglienzellen)
Sehnerven-kreuzung
(Chiasma opticum)
Tractus opticus
Radiatio optica
Sehrinde (= striärer Cortex oder primärer
visueller Cortex, V1)
All. Psychologie Rasch UniFr 19.12.13
Dorsaler und ventraler Strom
(Aus Goldstein, 2008)
11
Björn Rasch Vorlesung Allg. Psychologie Uni FR 19.12.13
Take Home Messages
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Ohren nehmen Luftdruckveränderungen war
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Lautheit und Tonhöhe sind psychologische Eigenschaften
} 
} 
} 
Aussenohr, Mittelohr, Innenohr
Bewegungen der Haarzellen auf der Kochlea induziert Nervenimpulse, die in den
auditorischen Cortex weiterleitet werden
Kodierung ist Kombination aus Orts-und Frequenztheorie
} 
} 
} 
Lautheit hängt von Amplitude ab, Tonhöhe von der Frequenz
Aufbau des Hörsystems
} 
} 
Werden im Gehirn als Töne / Klänge / Geräusche kodiert
Ortstheorie: Gehirn interpretiert Töne durch stimulierten Ort auf der
Basiliarmembran der Kochlea (hohe Töne)
Frequenztheorie: Gehirn interpretiert Anzahl und die Frequenz der
Nervenimpulse aus dem Hörnerv (tiefe Töne)
Die auditorische Wahrnehmung ist konstruktiv
} 
12
Gesetze der Figurenerkennung
Allg. Psychologie Björn Rasch Uni FR 19.12.13
Hörrinde
(auditorischer Kortex)
im Temporallappen
13
Allg. Psychologie Björn Rasch Uni FR 19.12.13
Auditorischer Kortex
14
Allg. Psychologie Björn Rasch Uni FR 19.12.13
Take Home Messages
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Selektive Aufmerksamkeit
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Daueraufmerksamkeit (Vigilanz)
} 
} 
Auf relevante Reize über einen längeren Zeitraum zu achten und reagieren
Theorien der auditiven Aufmerksamkeit
} 
} 
Fokussieren auf relevante Objekte / Objekteigenschaften
Ausblenden irrelevanter Objekte / Objekteigenschaften
Filtertheorie (Bottleneck) vs. Theorie der späten Selektion vs. Dämpfungstheorie
Aspekte der visuellen Aufmerksamkeit
} 
} 
} 
} 
Attentional Spotlight
Endogene vs. exogene Aufmerksamkeitssteuerung
Objektbasierte Aufmerksamkeit
Dimensionsbasierte visuelle Aufmerksamkeit
} 
} 
Merkmalsintegrationstheorie vs. Theorie der gesteuerten Suche
Visual Neglekt und Inattentional Blindness
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Allg. Psychologie Rasch UniFr 19.12.13
Theorien der Aufmerksamkeit
} 
Zusammenfassung der Theorien
Gazzaniga et al., 2002 16
Allg. Psychologie Rasch UniFr
19.12.13
Visuelle Suche
Leichte Suche
Distraktoren unterscheiden sich eindeutig
in einem Merkmal (Farbe)
} 
} 
Suchzeit nimmt
nicht mit Displaygrösse zu
} 
} 
17
Parallele Suche
„Pop-Out“
Schwierige Suche
} 
Distraktoren unterscheiden sich eindeutig
} 
Suchzeit nimmt
mit Displaygrösse
zu
} 
Serielle Suche
Allg. Psychologie Rasch UniFr 19.12.13
Take Home Messages
} 
Bindungsproblem (binding problem)
} 
} 
Hemisphärenspezialisierung der Aufmerksamkeit
} 
} 
} 
Merkmalsintegrationstheorie vs. Synchronizitätshypothese
Rechter parietaler Kortex für ortsbezogene Aufmerksamkeit
Linker parietaler Kortex für objektbezogene Aufmerksamkeit
Kapazitätsbegrenzung der Aufmerksamkeit
} 
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Hypothese I: Alles-oder-nichts Verteilung der Aufmerksamkeit
Hypothese II: Graduelle Kapazitäts-/Ressourcenverteilung
} 
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Automatisierte vs. kontrollierte Prozesse
} 
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Eine oder mehrere Aufmerksamkeitsressourcen?
Beispiel Stroop Effekt
Exekutive Kontrolle
} 
} 
} 
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Umfasst u.a. planning, task shifting, inhibition und updating
Durch-/Ausführung der exekutiven Kontrolle: lateraler PFC (BA 9/46)
Konfliktdetektion: medialer PFC / ACC (BA 32/24)
Allg. 1 Björn Rasch Unifr 19.12.13
Aufmerksamkeit und exekutive Kontrolle
} 
Exekutive Kontrolle
} 
Unterschiedliche kognitive Mechanismen
} 
Besonders wichtig, wenn Zielerreichung bei einer Handlung schwierig ist
¨ 
¨ 
Neue Handlungen; Vermeidung von Fehlern; Kombination mehrerer Tätigkeiten
Hemmung automatischer Handlung / Kontrolle von Impulsen
Erreichung durch exekutive Kontrollprozesse
Modell des Supervisory Attentional System (Norman & Shallice, 1986)
} 
} 
19
Allg. 1 Björn Rasch Unifr 19.12.13
Take Home Messages
} 
Exekutive Kontrolle
} 
Umfasst u.a. planning, task shifiting, inhibition und updating
Durch-/Ausführung der exekutiven Kontrolle: lateraler PFC (BA 9/46)
} 
Konfliktdetektion: medialer PFC / ACC (BA 32/24)
} 
} 
Fähigkeit zur Selbstkontrolle ist eine begrenzte Rssource
} 
} 
Prozess der Gedächtnisbildung
} 
} 
Ego-Depletion, Muskel-Metapher
Enkodierung, Speicherung, Abruf
Gedächtnissysteme (Mehrspeichermodell)
} 
Sensorischen Kurzzeitgedächtnis, Kurzzeitgedächtnis, Langzeitgedächtnis
} 
Kurzzeitgedächtnis und Gedächtnisspanne
} 
Arbeitsgedächtnis
} 
Erweiterung des Konzepts des Kurzzeitgedächtnisses
} 
Modell von Baddely und Hitch (1974)
} 
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Phonological loop visual-spatial sketchpad, central executive and episodic buffer
Allg. 1 Björn Rasch Unifr 19.12.13
Das Mehrspeichermodell
} 
Das Mehrspeichermodell
} 
21
Atkinson & Shiffrin (1968)
Allg. 1 Björn Rasch Unifr 19.12.13
Arbeitsgedächtnis
} 
Modell von Baddeley und Hitch (1974)
} 
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Erweiterung von Baddeley (2000)
Allg. 1 Björn Rasch Unifr 19.12.13
Take-Home Messages
} 
Arbeitsgedächtnis
} 
} 
Erweiterung des Konzepts des Kurzzeitgedächtnisses
Modell von Baddeley und Hitch (1974)
} 
} 
} 
Phonological loop, visual-spatial sketchpad, central executive and episodic buffer
Artikulatorische Suppression, Mental rotation task, N-Back Task
Langzeitgedächtnis
} 
} 
Vergessenskurve (Ebbinghaus): Je länger das Behaltensintervall, um so mehr
vergessen
Enkodierungsprozesse
} 
} 
Schematheorie: Güte der Enkodierung von Vorwissen / Integrationsmöglichkeit abhängig
Levels of processing Ansatz: Tiefe der Enkodierung beeinflusst LZG
¨ 
23
Transferadäquate Verarbeitung, Generierungseffekt, Organisation
Allg. 1 Björn Rasch Unifr 19.12.13
Enkodierungsprozesse
} 
Levels of Processing Theorie
} 
} 
Speicherung im LZG abhängig von der Tiefe der Verarbeitung
} 
} 
Craig & Tulving (1975)
Je tiefer die Verarbeitung, desto besser die Erinnerung
Beispiele
} 
Oberflächliche Verarbeitung: Ist das Wort gross geschrieben? HUND
¨ 
} 
} 
} 
Phonetische Verarbeitung: Reimt sich das Wort auf Tonne? Sonne
Semantisch: Passt das Wort Gras in den folgenden Satz: Die Kuh kaute
genüsslich das saftige ....
Ergebnisse:
} 
} 
} 
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Oder:Wie viele Vokale hat das Wort Hund?
Oberfläche Verarbeitung: nur 20% von 60 Worten erinnert
Phonetische Verarbeitung: nur 35% erinnert
Semantische Verarbeitung: nur 65 % erinnert
Allg. 1 Björn Rasch Unifr 19.12.13
Langzeitgedächtnis
Lernkurve
} 
Abfrage
nach 1
Woche
Einfluss von Lernen und Abfrage
} 
Aktives Abfragen aller Wortpaar bei Wiederholungen für LZG essentiell !!!!
} 
} 
Übung des Abrufs entscheidend für das Langzeitgedächtnis
(passives) Wiederholen aller Wörter nicht notwendig
¨ 
} 
25
Wiederholte (passive) Enkodierung der nicht gewussten Wortpaare ausreichend
Alleiniges aktives Abfragen der nicht gewussten Wörter reicht nichts aus !!!
}  Typische „Karteikartenmethoden“ mit zurücklegen nicht empfehlenswert
Allg. 1 Björn Rasch Unifr 19.12.13
Take-Home Messages
} 
Gedächtnissysteme
} 
} 
Deklaratives Gedächtnis:
} 
Episodisches Gedächtnis vs. Semantisches Gedächtnis
} 
Schnelle Enkodierung und (relativ) langes Erinnern, Enkodierung abhängig vom Hippokampus
} 
2 Speicher Modell, Übergangsspeicherung (Hippokampus) und langfristiger Speicher (Neokortex)
Non-deklaratives Gedächtnis
} 
Motorisch-prozedurales Gedächtnis, Priming, Klassische Konditionierung, Non-assoziatives Lernen
} 
Schwer verbalisierbar, Wissen drückt sich in Verhalten aus
} 
Enkodierung erfordert wiederholtes Üben, nach Wissenserwerb nur geringes Vergessen
Enkodierung nicht vollständig vom Hippokampus abhängig
} 
} 
Abrufprozesse im deklarativen Gedächtnis
} 
Free recall, cued recall und recognition
} 
} 
} 
Kontexteffekte (State-dependent learning; Cue-specificity principle)
Fehlleistungen des deklarativen Gedächtnisses
} 
} 
Bei Wiederholung: Aktives Abrufen aller (!) Items entscheidend für langfristige Speicherung
Zerfall, Geistesabwesenheit, Blockierung, Fehlattribution, Beeinflussbarkeit,Verzerrung, Persistenz
Schlaf verbessert die Gedächtniskonsolidierung
26
Allg. 1 Björn Rasch Unifr 19.12.13
Gedächtnissysteme
Hippokampus
notwendig für
Enkodierung
Hippokampus
nicht notwendig
für Enkodierung
Squire & Zola, 1996
27
Björn Rasch 19.12.13
Deklaratives Gedächtnis
} 
Patient H.M. (1926 – 2008)
} 
Entfernung des medialen Temporallappen nach Epilepsie
} 
} 
} 
Starke anterorade Amnesie
Kann keine neuen deklarativen Informationen lernen
} 
} 
Enthält Hippokampus
Alte Erinnerungen intakt
Lernen von prozeduralen Inhalten weiterhin möglich
Verbales Gedächtnis
Uhr - Gabel
Deklaratives Gedächtnis
} 
Episodisches Gedächtnis
} 
“…makes it possible for a person to be
consciously aware of an earlier experience in a
certain situation at a certain time”
} 
} 
E. Tulving, 1993; S. 67
Enthält Inhalt + zeitlichen sowie räumlichen
Kontext
} 
Schnell erlernbar und (relativ) lange gespeichert
¨ 
} 
} 
“one-trial learning”
Bsp.: Erinnerung an den letzten Urlaub
Semantisches Gedächtnis
} 
} 
Nur Inhalt, ohne zeitlich / räumlichen Kontext
Bsp.: Faktenwissen
} 
29
} 
Ernest Tulving
Was ist die Hauptstadt von Frankreich?
Prof. Dr. Björn Rasch 19.12.13
Deklaratives Gedächtnis
} 
Kontexteffekte (state-dependent learning)
} 
Räumlich-zeitlicher Kontext bei Enkodierung mit abgespeichert
} 
} 
Teil der episodischen Gedächtnisspur
Je stärker die Übereinstimmung von Enkodierungs-und Abrufkontext, desto
besser der Abruf
} 
Encoding specificity principle (E. Tulving)
¨ 
} 
Kontext sehr breit definiert
} 
Räumlich-zeitlicher Kontext
¨ 
} 
} 
Entspannt vs. Angestrengt, Betrunken etc.
Emotionaler Kontext
¨ 
} 
Blauer vs. roter Raum, Wasser vs. Land etc.
Physiologischer Kontext
¨ 
stimmungsabhängiges Gedächtnis (fröhlich vs. traurig)
Kognitiver Kontext
¨ 
30
Cues, die während der Enkodierung präsent waren, fördern Abruf aus episodischem Gedächtnis
Lernen in zwei Sprachen
Godden & Baddeley 1975
Allg. 1 Björn Rasch Unifr 19.12.13
Fehlleistungen des Gedächtnisses
} 
Die 7 „Sünden“ des deklarativen Gedächtnisses (Schacter 2003)
31
Allg. 1 Björn Rasch Unifr 19.12.13
Schlaf und Gedächtnis
(Nicht prüfungsrelevant)
32
Allg. 1 Björn Rasch Unifr
19.12.13
Schlaf und Gedächtnis
} 
Schlaf fördert die Konsolidierung von Gedächtnis.
} 
Konsolidierung: Speicherung / Stabilisierung der Gedächtnisspur
Lernen
33
Konsolidierung
Abfrage
Prof. Dr. Björn Rasch 19.12.13
Schlaf
Wach
REM
N1
N2
N3
N1
N2
EOG
SWS
REM
Slow Wave
Spindel
REM
EEG
K-Komplex
34
Prof. Dr. Björn Rasch 19.12.13
Schlaf und Gedächtnis
Jenkins & Dallenbach 1924, Am. J. Psychol.
nach Rasch & Born, Physiol. Rev. 2013
35
Björn Rasch 19.12.13
Schlaf und Gedächtnis
} 
Gedächtnisinhalte werden im Schlaf erneut reaktiviert
} 
Annahme: Spontane Reaktivierung im Tiefschlaf verbessert die
Speicherung von Gedächtnisinhalten
} 
} 
Hypothese
} 
} 
Integration vom kurzfristigen Speicher (Hippokampus) in den langfristigen
Speicher im Neokortex
Verstärkte Reaktivierung von Gedächtnisinhalten im Tiefschlaf verbessert
das Gedächtnis.
Wie reaktiviert man Gedächtnisinhalte im Schlaf?
36
Allg. 1 Björn Rasch Unifr 19.12.13
Kontext-abhängiges Gedächtnis
Lernen
37
Konsolidierung
Abfrage
Prof. Dr. Björn Rasch 19.12.13
Kontext-abhängiges Gedächtnis
Lernen
38
Konsolidierung
Abfrage
Prof. Dr. Björn Rasch 19.12.13
Kontext-abhängiges Gedächtnis
Lernen
39
Konsolidierung
Abfrage
Prof. Dr. Björn Rasch 19.12.13
Ablauf
Lernen
Geruch
Schlaf
Geruch /
Placebo
Abfrage
Kein Geruch
Rasch et al., Science, 2007
40
Prof. Dr. Björn Rasch 19.12.13
Lernen
Rasch et al., Science, 2007
41
Prof. Dr. Björn Rasch 19.12.13
Abfrage
Rasch et al., Science, 2007
42
Prof. Dr. Björn Rasch 19.12.13
Ergebnisse
} 
Reaktivierung im Tiefschlaf verstärkt das Gedächtnis.
Geruch beim Lernen recalled card pairs
%
43
***
Kein Geruch beim Lernen %
100
100
90
90
80
80
0
0
Placebo Geruch
Odor
Placebo Geruch
Odor
Prof. Dr. Björn Rasch 19.12.13
fMRT-Experiment
44
Prof. Dr. Björn Rasch 19.12.13
fMRT-Experiment
Rasch & Born, Current Opinions in Neurobiology, 2007
45
Prof. Dr. Björn Rasch 19.12.13
Laufende Projekte
} 
Reaktivierung von gelernten Vokabeln
} 
Holländisch-Deutsch
Schreiner & Rasch, under revision
46
Prof. Dr. Björn Rasch 19.12.13
Laufende Projekte
} 
Reaktivierung von Vokabeln verbessert das Vokabellernen
} 
Nur im Schlaf!
Schreiner & Rasch, under revision
47
Prof. Dr. Björn Rasch 19.12.13
Frohe Weihnachten
48
Allg. 1 Björn Rasch Unifr
19.12.13
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