Tiroler Volksschauspiele Telfs von 25. Juli bis 31. August 2013

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Tiroler Volksschauspiele Telfs
von 25. Juli bis 31. August 2013
Grenzgänge– Theater in Telfs 2013
2013 ist das Jahr der Grenzgänge bei den Tiroler Volksschauspielen. Der
Grenzbereich, der Übergang oder – um ein Sinnbild aus Wald und Flur zu
verwenden – die Hecke als Randzone war immer gefährliches Gebiet und
immer symbolträchtig. Grenzgänge einen die Stücke dieser Spielzeit, die
allesamt von seltsamen Figuren bevölkert sind – ein vermeintlich verrücktbeseeltes Mädchen, eine Gruppe Jugendlicher, die eine aufgezwungene
Erkenntnis beutelt, ein behinderter Bauernsohn, der die ihm zugedachte Rolle
als Hoferbe nicht spielen kann und ein Affe, der zu einem Menschen geworden
ist. Allesamt bewegen sie sich im Grenzbereich, der Hecke entlang. Es sind
Randfiguren, bedingt Zugehörige – sie schwanken zwischen Traum und
Wirklichkeit, Gewalt und Gelächter, Leid und Mitleid – und sogar in der Frage
nach der Gattung herrscht Ungewissheit. Mensch oder Affe? Das fragt sich Felix
Mitterer als Franz Kafkas Mensch gewordener Affe Rotpeter heuer zum
zweiten Mal – aufgrund des außergewöhnlichen Erfolges wiederholen wir „Ein
Bericht für eine Akademie.“ Was heuer ganz neu ist, ist unser
außergewöhnlicher Spielort, das Hallenbad Telfs: Zuerst hatten wir den Ort und
dann das Stück. Die Traumsphäre in „Das Käthchen von Heilbronn“ wird auf
ganz einfache Weise durch das Wasser versinnbildlicht, in dem alles schwerelos
schwebt. Das Hallenbad wird durch die Adaption von Charly Steck zum
„Theater auf dem Wasser.“ Die Welt der mittelalterlichen Geharnischten
bekommt dadurch einen märchenhaften Kontrast. Heinrich von Kleist erzählt
die Geschichte von einem Mädchen, dass einen Engel gesehen hat und dem,
was ihr im Traum gewiesen wurde, bedingungslos folgt. Im Schwaben des
Mittelalters trägt dieses seltsame Mädchen ihren Traum wie eine Landkarte in
ihrem Inneren und bringt die Welt fast aus den Fugen. Aber ihre lautere
Unbeirrbarkeit zieht die Hilfe und die Gnade des Wunders an – und ein
gnädiges Schicksal fügt diese Welt neu zusammen. Das Käthchen ist eine
Grenzgängerin zwischen Traum und Wirklichkeit, Logik und Herzenslogik und
wirft die Frage auf, ob rationale Kalküle das Wesen des Menschen jemals ganz
erfassen oder beherrschen können. Und weil es eine Liebesgeschichte ist
kommt natürlich auch ein Bräutigam vor, den der Himmel ihr zugewiesen hat.
Grenzgänge jeglicher Art findet man auch in unserer zweiten Produktion
„Verrücktes Blut“, ein Theaterstück, das Nurkan Erpulat und Jens Hillje auf
Basis des Films „La journeé de la jupe“ (dt. „Heute trage ich Rock!“) von JeanPaul Lilienfeld erarbeitet haben. Eine Klasse voll halbstarker, gewalttätiger
Schüler „mit Migrationshintergrund“ macht ihre Deutschlehrerin fertig, die
ihnen eigentlich die höheren Weihen der mitteleuropäischen Kultur beibringen
sollte. Außer den berühmten „F“ und „H“ – Schimpfwörtern haben die Schüler
nicht viel an deutschem Repertoire. In einem Handgemenge fällt einem der
Schüler plötzlich eine Waffe aus dem Rucksack – und die Lehrerin greift zu, um
Schlimmeres zu verhindern. Plötzlich ist alles ruhig. Da beginnt sie zum ersten
Mal, zu unterrichten. Mit vorgehaltener Waffe zwingt sie ihren Schülern aus
der Türkei, Arabien oder Kurdistan Schillers Theaterstück „Die Räuber“ auf – als
Darsteller. Und da, an den Rändern von Legalität, Vernunft und Realität bewegt
sich was; den zweihundert Jahre alten Text um Rache, Gesetzlosigkeit, Liebe
und Gewalt im Mund trifft sie etwas wie ein Schlag und die Kunst zeigt, was sie
kann und schon immer konnte: Die Schüler bemerken, dass sie mit den
Räubern von sich selber reden.
„Kein Platz für Idioten“ ist Felix Mitterers Bühnenerstling von 1977, der letztes
Jahr bei den Luisenburger Festspielen in Wunsiedel große Erfolge feierte – die
behutsame Inszenierung von Christoph Zauner zusammen mit den zwei
Hauptdarstellern Arthur Brauss und Moritz Katzmair beeindruckten Presse und
Zuschauer. Wir haben uns dazu entschlossen, diese Produktion auf Telfer
Boden zu verpflanzen; die beiden Hauptrollen bleiben originalbesetzt, die
Rollen rund um den behinderten Jungen Wast und seinen Freund, den alten
Taglöhner Mich, spielen bekannte Tiroler Schauspieler. Die Figur des Wast ist
ebenso angesiedelt an der Schnittstelle von Normalität und Abweichung von
dieser Normalität, gesellschaftlichem Konsens und Zerwürfnis und
gemeinschaftlicher Einigung gegen Engagement eines Einzelnen. Es zeigt die
Wichtigkeit von solchen Einzelpersonen, die sich um etwas oder jemanden
anderen wirklich kümmern und die Macht des Konsenses, die so produktiv wie
vernichtend sein kann.
Die Funktion und Stärke des Theaters ist seit Jeher das Zeigen und nicht das
Beweisen. Aufmerksamkeit auf die Grenzbereiche und Ränder zu verwenden,
auf „diejenigen außerhalb“, schafft auch einen Punkt außerhalb des eigenen
Ichs, von dem aus betrachtet die Welt anders aussieht: Nicht die Wahrheit
muss geschärft werden, sondern das Gehör, das sie wahrnimmt. (Jurij Strieter)
Markus Völlenklee
Obmann der Tiroler Volksschauspiele
Fotos von allen Produktionen finden Sie unter www.volksschauspiele.at, im
Pressebereich (in entsprechender Auflösung: Datei-Informationen sind
eingebettet
Das Käthchen von Heilbronn
von Heinrich v. Kleist
Regie: Markus Völlenklee
Bühne: Karl-Heinz Steck
Kostüm: Klaus Bruns
Licht: Team Hellerau
Maske: Bernd Leidlmair und Team
Musik: Valentin Dietrich, Jakob Köhle
Darsteller: Wolfgang Menardi, Lisa-Maria Sexl, Nadine Schori, Lorenz Gutmann,
Ute Heidorn, Philip Rudig, Christoph Wehr, Mathias Steixner, Klaus Mayramhof,
Katharina Brenner, Johannes Schmid, Daniela Bjelobradic, Monika
Schmatzberger, Marco Weber
Premiere: 25. Juli 2013
weitere Vorstellungen: 27., 28., 29. und 30. Juli, 01., 02., 06., 07., 11., 17., 20.,
21., 26., 27., 28. und 29. August 2013
Spielort: Theater auf dem Wasser – Hallenbad Telfs
Beginn: jeweils 20 Uhr
Eintrittspreise: VVK Euro 32.-/ 26.-/ 22.-/ 19.AK Euro 34.-/ 28.-/ 24.-/ 21.Eine der seltsamsten und anrührendsten Liebesgeschichten der ausgehenden
Romantik. Ein fünfzehnjähriges Mädchen sieht einen Grafen in der
Waffenschmiede ihres Vaters und verliert den Verstand. Sie stürzt sich, als er
davonreitet, aus dem Fenster und bricht sich beide Lenden. Aber sofort,
nachdem die Knochen wieder heil sind, packt sie ihr Bündel, um Friedrich Graf
Wetter vom Strahl auf dem Fuße zu folgen – über Stock und Stein, durch Nacht
und Wind läuft sie ihm „hündisch“ nach, schläft bei den Pferden in seinem Stall
und in den Büschen. Vater und Bräutigam hat sie, die Sanfte, Tugendhafte,
einfach verlassen. Wenn der Graf sie fragt, warum sie ihn verfolge, sagt sie nur
errötend, dass er es doch wisse. Schließlich klagt Theobald, der Vater
Käthchens, Friedrich Graf Wetter von Strahl der Zauberei an und bringt ihn vors
Vehmgericht. Der Sinneswandel des Kindes ist ihm unerklärlich. Das Käthchen
kann vor Gericht ihr eigenes Verhalten nicht erklären. Aber einmal, als sie
schlafend unter einem Holunderbusch liegt, fragt sie der Graf aus, wissend
darum, dass sie im Schlaf immer spricht. Und da erfährt er, dass ihr im Traum
ein Engel erschienen ist, der ihn ihr zugeführt und als wahren Bräutigam
offenbart habe. Und plötzlich erinnert sich auch der Graf.
Ein Stück über die tiefe Macht der Hingabe, eine im Himmel beschlossene
Liebe und ein gnädiges Schicksal. Ein Stück, in dem Traum und Realität die
Plätze tauschen und ein Mädchen die Welt – wieder einmal – fast aus den
Fugen bringt. Ein Stück darüber, dass das rationale Kalkül den Menschen
niemals zur Gänze bestimmt.
Markus Völlenklee
Markus Völlenklee, geboren und aufgewachsen in Innsbruck, kann man getrost
als Theatermenschen bezeichnen. Das Lied von der Theaterlaufbahn wurde ihm
nicht an der Wiege gesungen. Das stille, unkomplizierte Kind ließ eigentlich
wenig Hang zum Drama erkennen, aber es ist ein edles Lebensziel, das zum
Beruf zu machen, was man am wenigsten kann. Also wurde er Schauspieler und
später Regisseur. 1973 nahm ihn das Max-Reinhardseminar in Wien auf und
besiegelte somit sein Schicksal.
Nach zwei Jahren Düsseldorfer Schauspielhaus erfuhr seine Leidenschaft für die
Bühne aber einen derartigen Dämpfer, dass er es wieder lassen wollte – die
heilige aber gelangweilte Stille im Zuschauerraum schlug ihm auf den Magen.
Er meinte, das Theater spiele nicht nur für das Publikum sondern auch mit dem
Publikum. 1978 traf er aber ebendort auf Ruth Drexel und Hans Brenner, und
eine fruchtbare Zusammenarbeit begann: Sie war Inspirationsquelle und
frisches Wasser auf den Mühlen des heranwachsenden Schauspielers. 1981
spielte er unter Drexels Regie bei den „Sieben Todsünden“ in Hall – der ersten
Produktion der neu gegründeten Tiroler Volksschauspiele, 1982 war er bei der
Neugründung des Münchner Volkstheaters dabei. Er stand bis 1993 erfolgreich
auf fast allen großen Bühnen Deutschlands und hatte dort Gelegenheit, mit
vielen namhaften Schauspielern und Regisseuren zusammenzuarbeiten.
(Jürgen Flimm, Jürgen Gosch, Wilfried Minks, Andrzej Wajda, Jérôme Savary,
Peter Stein, Benno Besson uva.) 1985 bis 1993 ist er zusammen mit seiner
großen Theaterliebe Katharina Thalbach diesen Vorstellungen von „Theater mit
dem Publikum“ weiter nähergekommen und bis heute verbindet beide eine
innige Freundschaft, die nicht selten in gemeinsamer Arbeit ausartet (z. B. „Der
Raub der Sabinerinnen“, das 2011 bei den Volksschauspielen gastierte). Seit
2003 arbeitet Markus Völlenklee als freier Regisseur und Schauspieler und ist
mit großen Tourneen im deutschsprachigen Raum unterwegs.
Zahlreiche Preise und Auszeichnungen pflasterten seinen Weg, u. A.
Nennungen als Schauspieler des Jahres 1980, der Friedrich-Luft-Preis für die
Inszenierung „Die Präsidentinnen“ von Werner Schwab am Berliner
Schillertheater, der große Hersfelder Schauspielpreis 2005. Seit 2009 ist
Völlenklee Obmann der Tiroler Volksschauspiele.
Verrücktes Blut
von Nurkan Erpulat/Jens Hillje
Regie: Klaus Rohrmoser
Ausstattung: Christine Brandi
Licht: Team Hellerau
Maske: Bernd Leidlmair und Team
Musikalische Einstudierung: Judith Keller
Darsteller: Lisa Hörtnagl, Hannah Knabl, Nena Lukic, Hanno Waldner, Marco
Schaaf, Yannik Lamarque, Ivan Pantner, Caner Sunar
Premiere: 30. Juli 2013
weitere Vorstellungen: 31. Juli, 01., 04., 05., 06., 09., 10., 12., 13., 16., 18. (17
Uhr), 19., 22., 23. und 25. August 2013
Spielort: Kranewitter Stadl
Beginn: 20 Uhr, wenn nicht anders angegeben
Eintrittspreise: VVK Euro 30.-/ 25.-/ 19.AK Euro 32.-/ 27.-/ 21.-
Politisch unkorrekt und treffend ist das Theaterstück, das Nurkan Erpulat
zusammen mit dem Dramaturgen Jens Hillje nach dem Film „La journee de la
jupe“ von Jean Paul Lilienfeld (dt. „Heute trage ich Rock!“) erarbeitet hat. Eine
gedemütigte Deutschlehrerin versucht vergeblich, ihrer Klasse halbstarker
Schüler „mit Migrationshintergrund“ die höheren Weihen mitteleuropäischer
Sprache und Kultur beizubringen. Das deutsche Repertoire der Schüler
beschränkt sich aber ungünstigerweise auf „F“- und „H“-Wörter und auch sonst
herrscht die Stimmung eines Vulkanausbruchs. Als die Lehrerin einem der
Schüler einen Rucksack abnimmt, ist plötzlich alles ruhig – in dem Rucksack ist
ein Revolver. Die Lehrerin, zwischen Angst und plötzlich zuteilgewordener
Macht hin und hergerissen, nimmt die ganze Klasse als Geiseln – und beginnt
zum ersten Mal zu unterrichten. Mit vorgehaltener Knarre beginnt sie den
Schülern Friedrich Schillers „Räuber“ aufzuzwingen – als Darsteller. In die
zweihundert Jahre alten Figuren gedrängt, deren Text um Gewalt,
Gesetzlosigkeit, Rache, Liebe und Ungerechtigkeit im Mund passiert etwas mit
den Schülern, was schon den antiken Tragödiendichtern bekannt war –
plötzlich erschüttert sie etwas bis ins Mark. Was Kunst und Theater kann, zeigt
Erpulat an einer bunt zusammengewürfelten Rotte von Migrantenkindern, die
nicht wissen, was sie mit ihrem Leben anfangen sollen.
Klaus Rohrmoser
Geboren am 4. Januar 1953 in Innsbruck.
Akademisches Gymnasium mit Maturaabschluss 1971
Germanistik und Philosophiestudium, parallel dazu Schauspielunterricht mit
Diplomabschluss 1973
Erstes Engagement am Tiroler Landestheater für zwei Spielzeiten.
1975 als Schauspieler nach Wien, Tübingen und dann ans Schauspielhaus
Bochum zu Peter Zadek und Hans Neuenfels
1978 bis 1980 Regie- und Schauspielstudium am Lee Strasberg Institute und
Actors Studio in New York
In den Jahren 1980 bis 1988 freier Schauspieler und Regisseur in München,
Wien und Berlin. Mehrere Hauptrollen in Kino und Fernsehfilmen (Max
Ophuels Preis 1990)
1988 bis 1994 Ensemblemitglied des Wiener Volkstheaters als Schauspieler und
Regisseur.
1995 bis 1999 freier Regisseur in Wien, Inszenierungen am Theater in der
Josefstadt, am Volkstheater und bei den Wiener Festwochen
Künstlerischer Leiter der Schauspielschule Krauss 1997-1999
Vorstandsmitglied der Tiroler Volksschauspiele seit 1989
1999-2012 Schauspieldirektor am Tiroler Landestheater unter der Intendanz
von Brigitte Fassbänder
Künstlerischer und kaufmännischer Leiter des Tiroler Dramatikerfestivals
Mitglied im Kulturausschuss des Landes Tirol
Seit 1993 verheiratet mit der Schauspielerin und Regisseurin Judith Keller, zwei
Söhne: Nino und Julian
Seit September 2012 freischaffender Regisseur, Schauspieler und Autor,
wohnhaft in Wien und Innsbruck
Nurkan Erpulat
Nurkan Erpulat, einer der begehrtesten Berliner Stückeschreiber, war der erste
türkischstämmige Regieschüler an der renommierten Ernst Busch- Akademie.
1974 in Ankara geboren sagt er von sich selbst, man nenne ihn „einen
türkischstämmigen Regisseur“ und hoffe, irgendwann nur noch „ein Regisseur“
genannt zu werden.
„Ich bin kein Erfolgskanacke!“ sagt Erpulat, der 2011 zum Nachwuchsregisseur
des Jahres ausgezeichnet wurde. Er lebt und arbeitet in Berlin, zu seinen
Regiearbeiten zählen unter Anderem „Jenseits – Bist du schwul oder bist du
Türke?“ (von Nurkan Erpulat und Tunçay Kulaoğlu) und „Man braucht keinen
Reiseführer für ein Dorf, das man sieht“ von Tim Staffel, beide entstanden im
Rahmen des Festivals beyond belonging am Ballhaus Naunynstraße und am
Hebbel am Ufer. Seine beiden Inszenierungen mit Jugendlichen ('Heimat im
Kopf' und 'Familiengeschichten' am Staatstheater Hannover) wurden zum
Theatertreffen der Jugend nach Berlin eingeladen. Am Ballhaus Naunynstraße
hat er bereits 'Schattenstimmen' von Feridun Zaimoğlu und Günter Senkel und
'Lö Bal Almanya' (von Nurkan Erplulat und Tunçay Kulaoğlu) auf die Bühne
gebracht. 'Verrücktes Blut' war 2010 zum Theatertreffen eingeladen und ist in
der Theater Heute-Kritikerumfrage 2011 neben Elfriede Jelineks 'Winterreise'
zum Deutschsprachigen Stück des Jahres gewählt worden. Neben seiner
Regietätigkeit war er auch Lehrbeauftragter an der UdK Berlin.
Zu seinem Stück „Verrücktes Blut“, das übrigens nach dem Motiv von „La
journée de la jupe“ („Heute trage ich Rock!“) entstand, sagt er selbst
Folgendes: „Verrücktes Blut: Da geht es um Sein und Schein und um das
Verhältnis zwischen den Generationen. Es geht um Jugend, nicht um die
Jugendlichen selbst, sondern um den Blick auf diese Jugendlichen. Es ist auch
der Blick auf eine Generation, die man als „Fremde“ abstempelt. Dieses Stück
ist eine Art „Räuber“ – Inszenierung für mich. Ich hoffe, man versteht die
Ironie im Stück. Wenn man sie nicht versteht, haben wir wirklich ein Problem.“
Auf die Frage, was Heimat sei, gibt Erpulat zur Antwort: „Heimat ist meine
Wohnung.“
Nurkan Erpulat bei Arte Metropolis vom 23.04.2011
Kein Platz für Idioten
von Felix Mitterer
Regie: Christoph Zauner
Bühne: Jörg Brombacher
Kostüm: Carla Caminati
Einrichtung und Produktion: Eva Praxmarer
Licht: Team Hellerau
Maske: Bernd Leidlmair und Team
Musik: Lukas Schiemer
Darsteller: Arthur Brauss, Moritz Katzmair, Bettina Redlich, Pepi Pittl, Peter
Wolf, Jolanda Krismayr, Janine Prantl, Alexander M. Virgolini, Rudi Rosenkranz,
Luis Auer, Barbara Waldner, Oliver Natterer, Valentin Papesh, Franz
Schöffthaler, David Baldessari
Premiere: 03. August 2013
weitere Vorstellungen: 04. (17 Uhr), 05., 09., 10., 14., 15., 18., 19., 22., 23., 24.,
25., 30. und 31. August 2013
Spielort: Großer Rathaussaal
Beginn: 20 Uhr, wenn nicht anders angegeben
Eintrittspreise: VVK Euro 32.-/ 26.-/ 22.-/ 19.AK Euro 34.-/ 28.-/ 24.-/ 21.-
2012 präsentierten die Luisenberg-Festspiele eine Neufassung von Felix
Mitterers Bühnenerstling „Kein Platz für Idioten“ auf der größten
Freilichtbühne Deutschlands in Wunsiedel. Die Aufführung wurde von Presse
und Kritik hochgelobt und dieses Jahr verpflanzen wir sie auf Telfer Boden. Die
beiden Hauptrollen (Moriz Katzmair und Arthur Brauss) wurden beibehalten,
das restliche Ensemble mit Tiroler Schauspielern umbesetzt. In einem (tiroler)
Dorf lebt eine Bauernfamilie mit ihrem Sohn. Der Sebastian, den alle „Wast“
nennen, ist behindert – und deshalb als Hoferbe ungeeignet. Seine Geburt hat
eine Kluft zwischen den Eltern aufgerissen, denn außer ihm gibt es keine Kinder
und der Hof scheint ohne Erbe zu bleiben. Aus Scham und Angst vor dem
Gerede der Dorfgemeinschaft wird der Wast von der Außenwelt abgeschirmt
und in seinem Zimmer eingesperrt. Die geistige Vernachlässigung fördert die
ohnehin schon beschränkten Fähigkeiten des Buben nicht gerade. Doch alles
wird anders, als eines Tages der alte Taglöhner Mich auf den Hof kommt, um
bei der Heumahd zu helfen. Er gibt sich mit dem Wastl ab, liest ihm vor und
bringt ihm schlussendlich sogar selbst das Lesen bei. Unter seiner Fürsorge
entwickelt sich das Kind, der Mich nimmt seinen Schützling sogar mit ins
Gasthaus. Doch die Aufwärtsspirale im Leben des unaufgeklärten Wast wird jäh
unterbrochen, als er der Nachbarstochter begegnet, die mit offenem
Bademantel in die Stube kommt. Bald schwappen die Wogen von Skandal,
sexueller Kriminalisierung, Psychiatrie und Hysterie über dem Wast zusammen.
Christoph Zauner
Christoph Zauner wurde in Wien geboren und wuchs auch dort auf.
Nach dem Studium an der Universität Wien und daneben mehreren Arbeiten
beim Film folgten Engagements als Regieassistent und Inspizient bei den
Wiener Festwochen. Auf Grund dieser Zusammenarbeit wurde er an das
Opernhaus der Wuppertaler Bühnen geholt. Dort war er für zwei Jahre fest als
Regieassistent und Spielleiter engagiert. In dieser Zeit entstanden nebenbei
auch erste eigene szenische Abende.
Seit 2004 arbeitet Christoph Zauner als freischaffender Regisseur und
Regieassistent im Bereich Oper, Schauspiel und Musical. Als Assistent lernte er
in dieser Zeit von Größen wie Claus Guth, Robert Carsten, Harry Kupfer und
Keith Warner und arbeitete mit Persönlichkeiten wie Placido Domingo,
Nikolaus Harnoncourt oder Bertrand de Billy zusammen. Zu seinen
Arbeitsstätten gehören unter anderem das Theater an der Wien, das Théâtre
du Châtelet in Paris, das Hellenic Festival in Athen oder die Opera National de
Lorraine in Nancy.
Eine regelmäßige Spielstätte von ihm ist das Schauspielfestival der Luisenburg
Festspiele in Bayern, wo er unter anderem Felix Mitterers ‚Kein Platz für
Idioten’ (unter dem Namen ‚Wast – Wohin?’), Kurt Wilhelms ‚Der Brandner
Kasper’ oder das Theaterstück ‚Indien’ von Josef Hader und Alfred Dorfer
inszenierte. Für die Neue Oper Wien führte Christoph Zauner im September
2011 im Semperdepot bei der Oper ‚Gramma – Gärten der Schrift’ von José
María Sánchez-Verdú Regie. Im Herbst 2012 inszenierte er für das
Schlosstheater Celle in Niedersachsen Nestroys ‚Lumpazivagabundus’.
Im Moment arbeitet er an einer Fassung des Monty Python Musicals
‚Spamalot’ (nach deren Film ‚Die Ritter der Kokosnuss’), das im Juni 2013 bei
den Luisenburg Festspielen Premiere haben wird.
Ein Bericht für eine Akademie
von F. Kafka
gespielt von Felix Mitterer
Musik: Siggi und Juliana Haider
Regie: Felix Mitterer
Bühne: Karl-Heinz Steck
Kostüm: Klaus Bruns
Licht: Team Hellerau
Maske: Bernd Leidlmair und Team
Darsteller: Felix Mitterer
Musik: Siggi und Juliana Haider
Premiere: 24. August 2013
weitere Vorstellungen: 25., 26., 27., 28., 29. und 30. August 2013
Spielort: kleiner Rathaussaal
Beginn: 20 Uhr
Eintrittspreise: VVK Euro 30.-/ 25.-/ 19.AK Euro 32.-/ 27.-/ 21.Rotpeter war ein Affe – aber eingefangen von einer Expedition der Firma
Hagenbeck und eingesperrt in einen engen Käfig auf einem schaukelnden
Dampfer sieht er darin nur noch Nachteile für sich. Er sucht nach einem
Ausweg – und fasst den irrsinnig – logischen Entschluss, kein Affe mehr zu sein.
Er beginnt damit, die Menschen zu imitieren, sein oberstes Gebot ist der
Verzicht auf jeden Eigensinn. Er beobachtet die Matrosen auf dem Dampfer
und lernt, wie er sagt, rücksichtslos von ihnen. Mittlerweile ist er perfekt
angepasst und tritt als gefeierter Varietékünstler auf. Er berichtet den
Abgeordneten der Akademie -seinem Publikum- wie er zum Menschen wurde –
denn an sein „äffisches Vorleben“ kann er sich nicht mehr erinnern.
Felix Mitterer berichtet als menschgewordener Affe über dessen
Anpassungsprozess und bietet dazwischen dar, womit Rotpeter eben berühmt
wurde – Schlager der 20er und 30er Jahre. Nach einer Reihe von Gastspielen
zurück in Telfs: Für alle, die wegen des großen Andrangs letzten Sommer keine
Karte mehr bekommen haben.
Felix Mitterer
Der große Autor und Dramatiker Felix Mitterer ist in Tirol und über dessen
Grenzen hinaus schon längst bekannt und einer der Gründungsväter der Tiroler
Volksschauspiele. Zahlreiche Stücke aus seiner Feder wurden bei den Tiroler
Volksschauspielen uraufgeführt:
Stigma (1982), Karrnerleut' 83 (1983), Drachendurst oder der rostige Ritter
(1986), Sibirien (1989), Munde (1990), Das wunderbare Schicksal (aus dem
Leben des Hoftyrolers Peter Prosch) (1992), Mein Ungeheuer (2000), Gaismair
(2001), Die Beichte (2004) und 1809 - Mein bestes Jahr (2009).
Als Schauspieler ist Mitterer weniger bekannt. Er selbst sagt, dass er wenig
gespielt habe, weil er sich fürs Schreiben entschieden hat. "Beides geht nicht"
ist er überzeugt.
1981 sang er die Moritaten in "Die Sieben Todsünden" bei der
Gründungsaufführung der Tiroler Volksschauspiele in Hall in Tirol. 1983 spielte
er unter der Regie von Dietmar Schönherr beim "Weibsteufel" von Karl
Schönherr. In seinem eigenen Stück "Kein Platz für Idioten" spielte er bei
dessen Uraufführung 1977 die Titelrolle. 1980 verkörperte er den jungen Egon
Schiele im gleichnamigen Film, 1983 stand er mit Ruth Drexel am Münchner
Volkstheater auf der Bühne. 1982 spielte er bei den Volksschauspielen in
"Glaube und Heimat" und 1990 drehte er in Rumänien einen Kurzfilm:
"Requiem für Dominik."
Dank an die Sponsoren
„Geld allein macht nicht glücklich“ ist eine banale Wahrheit, aber trotzdem eine
Wahrheit. Anton Tschechow
Die Wahrhaftigkeit dieses Zitates lässt sich wohl kaum abstreiten – trotzdem
weiß jeder, der Kultur (möglich) macht, was das kostet.
Auch, wenn das Publikum nicht daran denken soll, dass jeder Knopf, den es auf
der Bühne sieht, bezahlt werden muss – wir müssen daran denken. Heuer
musste erstmals in der Geschichte der Spiele eine Produktion aus finanziellen
Gründen abgesagt sowie auf das Rahmenprogramm verzichtet werden.
Trotzdem – das, was heuer geboten wird steht in der Qualität dem
Vorhergehenden um nichts nach. Wir machen Produktionen möglich, die es
anderswo so nicht gäbe. Dabei haben wir treue Unterstützer an unserer Seite.
Die Tiroler Volksschauspiele werden gesponsert von der Marktgemeinde Telfs,
dem Land Tirol, dem Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur sowie
Innsbruck Tourismus mit seinen Feriendörfern. Es ist uns bewusst, dass es auch
für öffentliche Institutionen immer schwerer ist, Geld aufzubringen.
Wir möchten uns daher sehr für jede geleistete Unterstützung bedanken.
Seit Beginn der Volksschauspiele stehen uns die Gemeindewerke Telfs treu zur
Seite und sind für uns unverzichtbar geworden. Sie fördern die Spiele in
vielerlei Hinsicht, auch mit technischen Leistungen der verschiedenen
Werkstätten und Mitarbeiter, was für die Volksschauspiele aufgrund der oft
ausgefallenen Spielorte besonders wichtig ist. An dieser Stelle danke ich Herrn
Mag. Christian Mader und seinem Team sehr herzlich.
Uns ist klar, dass ohne die Unterstützung unserer Partner aus der Wirtschaft
die Spiele in der gewohnten Qualität nicht mehr leistbar wären.
Dass Sie uns auch in Krisenzeiten loyal zur Seite stehen ist nicht
selbstverständlich. Wir schätzen uns glücklich, von der UNIQA als
Hauptsponsor bereits im neunten Jahr unterstützt zu werden. Könnten wir
nicht auf verlässliche Unterstützung bauen, wäre die Planung der Spiele ein
Ding der Unmöglichkeit. An dieser Stelle bedanke ich mich sehr herzlich bei
Mag. Diego Reichstamm und seinem Team.
Zwei weitere Kooperationspartner haben zu unserer Freude die Verträge
verlängert. Es sind die beiden namhaften Tiroler Unternehmen IKB –
Innsbrucker Kommunalbetriebe AG und die TIWAG – Tiroler Wasserkraft AG.
Dafür möchten wir uns ebenfalls sehr bedanken.
Nun das dritte Jahr an unserer Seite befinden sich die Raiffeisenlandesbank und
die Raiffeisenbank Telfs. Wir danken sehr dafür, dass Sie uns auch weiterhin zur
Seite stehen werden.
Natürlich – und das ist eine Binsenweisheit – wird es immer schwieriger, die
jährlichen Erhöhungen der Aufwendungen der Kosten zu finanzieren. Dazu
muss aber gesagt werden, dass wir einen großen Teil des Budgets selber
erwirtschaften. Daher steckt großer persönlicher Einsatz und hohes
Engagement hinter der ganzen Sache und wir erschließen auch weiterhin neue
Möglichkeiten.
An dieser Stelle möchte ich mich bei nicht persönlich genannten Gönnern und
bei jenen Firmen bedanken, die uns durch eine Einschaltung in unserem
alljährlichen Programmheft unterstützen.
Die oberste Priorität liegt für uns in der Aufrechterhaltung der Qualität der
Spiele, an gut gemachten Aufführungen und an der Freude unsers Publikums.
Wir sind auch permanent um die Darstellung der Marke Tiroler
Volksschauspiele nach außen hin bemüht, damit sie sowohl für Zuschauer, als
auch für Kulturschaffende attraktiv bleibt.
Kultur kostet und bringt Geld. Es ist an dieser Stelle wichtig, anzumerken, dass
das gesamte Budget der Tiroler Volksschauspiele in der Region Telfs bleibt. Die
Spiele sind auch daher ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor für Telfs. Sie ziehen
Kulturtouristen an, die vielleicht erstmals in die Region kommen, bringen ihre
Künstler hier unter, sorgen für Ortsbelebung im oftmals gefürchteten
Sommerloch und sind so ein Gewinn für die hiesige Gastronomie, Hotelerie und
private Zimmervermieter. Für Bühnenbau und alles, was damit
zusammenhängt, muss Material angekauft werden, auch das geschieht vor Ort.
Das alles macht die Volksschauspiele insgesamt zu einem bedeutenden
Wirtschaftsfaktor den Sommer über. Von Anfang Juni bis Ende August
beschäftigen wir die verschiedensten Leute, angefangen von Telfer
Ferialpraktikanten bis zu angesehenen Größen aus Kunst und Kultur des
gesamten deutschsprachigen Raums. Wir ermöglichen Produktionen, die an
keinem Staatstheater zu sehen sind. Unsere Priorität ist neben der
wirtschaftlichen Komponente Volkstheater auf höchstem Niveau zu bieten.
Ich ersuche um Ihre Unterstützung auch in Zukunft und wünsche uns Allen,
gute und vergnügliche Spiele 2013.
Silvia Wechselberger
Geschäftsführerin der Tiroler Volksschauspiele
Spannendes Theater auf dem Wasser
Felix Mitterer und das Telfer Bad stehen im Zentrum der
neuen Saison der Tiroler Volksschauspiele in Telfs. Zum 65.
Geburtstag des großen Dramatikers wird sein Erstling „Kein
Platz für Idioten“ aufgeführt.
Die Spielzeit 2013 besticht durch den neuen Schauplatz im Hallenbad. Das
„Theater auf dem Wasser“ ist eine besondere Herausforderung für den
Bühnenbildner Charly Steck und sein Team. Auch der Rückbau von Bühne und
Tribüne ist schon fixiert. Denn nach den Schauspielen geht der Badebetrieb wie
gewohnt weiter.
Das Programm ist wieder sehr vielversprechend, das Umfeld einladend. Vor
und nach den Aufführungen präsentiert sich Telfs von seiner besten Seite. Der
Gemeinderat hat auch heuer die Öffnungszeiten der Gastgärten verlängert. So
kann das Theaterpublikum den Abend nach den Vorstellungen noch in einem
Gastronomiebetrieb gemütlich ausklingen lassen.
Insgesamt stehen 55 Spieltermine auf dem Programm. Alle Aufführungen
finden unter Dach statt, so dass wir uns wegen des Wetters keine Sorgen
machen müssen. Ich bin schon sehr auf die Aufführungen gespannt.
Allen Mitwirkenden wünsche ich gutes Gelingen und den Schauspielern
herzlich „toi toi toi“!
Wir freuen uns auf das „Theatervolk“ genauso wie auf das Publikum. Was wäre
der Telfer Sommer ohne die gewohnte Theateratmosphäre?
Christian Härting
Bürgermeister der Marktgemeinde Telfs
Sehr geehrte Besucherinnen und Besucher der Tiroler
Volksschauspiele!
Bretter, die die Welt bedeuten – auch dieses Jahr bringt
uns das Ensemble der Tiroler Volksschauspiele die Welt
ein bisschen näher. Dem Publikum wird ein spannendes Spektrum zwischen
Moderne und Tradition angeboten, das keine Emotion auslässt und die
Zuschauerinnen und Zuschauern Tragik, Komik, Liebe und Gewalt erleben lässt.
Nicht zuletzt sorgen ungewöhnliche Aufführungsorte, wie dieses Jahr das Telfer
Hallenbad, für besonderen Kulturgenuss.
Das Jahr 2013 markiert einen wichtigen Geburtstag für die heimische
Theaterszene: Felix Mitterer wird 65 und natürlich wird er deshalb auch
besonders bei den Telfer Volksschauspielen gewürdigt. So kommt nicht nur
sein Stück „Kein Platz für Idioten“ in der hochgelobten Inszenierung mit Arthur
Brauss und Moritz Katzmair auf das Programm, sondern er selbst tritt als Affe
Rotpeter erneut in Kafkas „Ein Bericht für eine Akademie“ auf.
Prominente Schauspieler und Laiendarsteller, auch dieses Miteinander
kennzeichnet die Tiroler Volksschauspiele. Aber vor allem ist es das
Engagement des gesamten Teams, das die Volksschauspiele zu einem
speziellen Kulturhighlight in Tirol machen. Ich möchte Ihnen deshalb hier dafür
danken, dass Sie uns jeden Sommer diese Leckerbissen servieren. Weiter
wünsche ich dem Publikum viele vergnügliche Stunden bei den Tiroler
Volksschauspielen. In diesem Sinne: Vorhang auf!
Ihr
Günther Platter
Landeshauptmann von Tirol
Günther Platter
Landeshauptmann von Tirol
Tiroler Volksschauspiele Telfs 2013
Seit über 30 Jahren sind die Tiroler Volksschauspiele
Telfs ein Motor der Tiroler Theaterszene. Mutiges,
innovatives Volkstheater zu bieten, ist in Telfs kein
leeres Schlagwort, sondern klare Intention der
Verantwortlichen. Sowohl was die Auswahl der Stücke
als auch der Aufführungsorte anbelangt, beschreiten die Volksschauspiele
immer wieder neue Wege und überzeugen damit das Publikum. Nicht nur
Größen der Theaterszene zeigen in Telfs ihr Können, sondern auch junge
heimische SchauspielerInnen und RegisseurInnen erhalten die Chance,
Erfahrungen zu sammeln und sich zu profilieren. Im heurigen Jahr bieten die
Volksschauspiele wieder ein sehr anspruchsvolles und abwechslungsreiches
Programm. Die inhaltlich breit gefächerte Palette des Programms umfasst
klassisches Volkstheater ebenso wie moderne Stücke, die sich mit den
Problemen
der
Gegenwart
auseinandersetzen.
Eine
besondere
Herausforderung stellt die Aufführung des „Käthchen von Heilbronn“ im
Schwimmbad Telfs dar. Große Spannung und Intensität lässt das Stück
„Verrücktes Blut“ über die Auseinandersetzung einer Deutschlehrerin mit einer
Klasse gewalttätiger SchülerInnen erwarten. Von Felix Mitterer gelangt nicht
nur „Kein Platz für Idioten“ zur Aufführung, sondern er ist erneut in der Rolle
des Affen Rotpeter in Kafkas „Bericht für eine Akademie“ als grandioser
Schauspieler zu erleben.
Ich bin überzeugt, dass die Tiroler Volksschauspiele Telfs mit diesem
hochkarätigen Programm das Publikum fesseln und ihrem Ruf als Vorreiter des
Volkstheaters in Tirol gerecht werden.
Ich danke dem Obmann der Tiroler Volksschauspiele Telfs Markus Völlenklee,
Geschäftsführerin Silvia Wechselberger und dem gesamten Vorstand für das
große Engagement. Den Volksschauspielen 2013 wünsche ich einen
erfolgreichen Verlauf und dem Publikum schöne Theatererlebnisse!
Dr. Beate Palfrader
Landesrätin für Bildung und Kultur
Liebe Freunde der Tiroler Volksschauspiele!
Nach den abwechslungsreichen und unterhaltsamen
Aufführungen im Vorjahr dürfen wir uns auch in diesem Jahr auf
ein breit gefächertes Programm freuen. Vom Klassiker des
kritischen Volkstheaters bis hin zu einem brandaktuellen Stück,
das perfekt in die heutige Zeit passt, ist auch diesmal der
inhaltliche Bogen sehr weit gespannt.
Wohl nirgendwo anders wird im Theater die Zusammenarbeit von Profis und Laien
mehr gepflegt als dies von Beginn an bei den Tiroler Volksschauspielen der Fall ist.
Kurt Weinzierl´s Idee, die im deutschsprachigen Raum arbeitenden Tiroler
Profischauspieler, Bühnenbildner, Komponisten etc. nach Tirol zu bringen, um das
heimatliche Volkstheater gemeinsam mit den dortigen Künstlern neu zu beleben,
wird auch heute noch gelebt.
Die Zusammenarbeit zwischen den Tiroler Volksschauspielen und den
Gemeindewerken Telfs reicht ebenfalls bereits bis in deren Anfangszeiten zurück,
wobei die Unterstützung in erster Linie in der Erbringung zahlreicher Dienstleistungen
liegt. So werden Aufführungsstätten adaptiert und Bühnenbilder nach Vorlage
hergestellt, was für unsere Mitarbeiter eine große Herausforderung, gleichzeitig aber
auch spannende Abwechslung darstellt.
Das besondere Flair der Aufführungsstätten verleiht den Stücken Jahr für Jahr eine
besondere Note. So ist es auch in diesem Jahr – insbesondere im Telfer Schwimmbad
– wieder perfekt gelungen, originelle Spielstätten kreativ zu adaptieren und in
Verbindung zum jeweiligen Stück wieder etwas ganz Besonderes darzustellen.
So wünschen wir dem Team der Tiroler Volksschauspiele auch in diesem Sommer
wieder viel Erfolg und hoffen, dass unsere Lachmuskeln wieder besonders strapaziert
werden, sodass den Zusehern von nah und fern ein aufregender und
abwechslungsreicher Theatersommer in Telfs in Erinnerung bleiben kann!
Dir. Mag.(FH) Christian Mader
Geschäftsführer der Gemeindewerke Telfs GmbH
Sehr geehrte Damen und Herren,
werte Theaterliebhaber,
die Idee, die vor über 30 Jahren geboren wurde, die im
deutschsprachigen Raum arbeitenden Tiroler
ProfischauspielerInnen, BühnenbilderInnen, KomponistInnen etc. nach Telfs zu
bringen, um unser heimatliches Volkstheater gemeinsam mit den dortigen
Künstlern zu beleben, war hervorragend.
Es ist eine Verpflichtung, als führendes Versicherungsunternehmen in Tirol,
nicht nur den Sport, sondern auch kulturelle Ereignisse zu unterstützen.
Als größter Kunstversicherer sind wir stolz, Partner der Tiroler Volksschauspiele
Telfs zu sein. UNIQA und Kultursponsoring gehören zusammen.
Ich wünsche den Tiroler Volksschauspielen Telfs eine erfolgreiche Spielsaison
2013 und vor allem ein begeistertes Publikum.
Mag. Diego Reichstamm
Landesdirektor UNIQA
Viel Freude
Wer das Theater liebt, der begeht mit jedem Theaterbesuch
ein kleines Fest.
So gesehen sind die Volksschauspiele Telfs der ideale
Rahmen, Theater zu feiern, zu genießen und sich zu
erfreuen. Ganz bestimmt werden die Aufführungen auch in der heurigen Spielzeit
Ausdruck von Genuss sein und tausenden Besuchern viel Freude bringen.
Im Tiroler Kultursommer nehmen die Volksschauspiele Telfs einen ganz besonderen
Platz ein. Weil es einzigartig ist, wie sich seit mittlerweile 32 Jahren eine ganze
Marktgemeinde in eine Bühne verwandelt. Weil es einzigartig ist, wie diese
wunderschöne und liebgewonnene Tradition des Schauspiels gepflegt wird. Aber
auch weil es einzigartig ist, wie sich unter der Leitung von Markus Völlenklee die
Volksschauspiele Jahr für Jahr positiv weiterentwickeln. Dazu kann man der
Marktgemeinde und uns Theaterbesuchern gleichermaßen einfach nur gratulieren.
Allen Beteiligten rund um die Volksschauspiele – auch all jenen, die außerhalb des
Scheinwerferlichts zum Erfolg des Programms beitragen – und uns Theaterbesuchern
wünsche ich im Namen aller Tiroler Raiffeisenbanken eine genussvolle
Volksschauspielzeit 2013 in Telfs.
Dr. Hannes Schmid
Sprecher der Raiffeisen-Bankengruppe Tirol
IKB fördert die Tiroler Volksschauspiele Telfs
Die Innsbrucker Kommunalbetriebe AG (IKB)
verpflichtet sich in seiner Rolle als kommunaler
Versorger den Grundsätzen von Lebensqualität
und Nachhaltigkeit. Die IKB sieht ihre
gesellschaftliche Verantwortung jedoch nicht auf ihre eigenen Versorgungsleistungen
beschränkt. Mithilfe eines umfangreichen Kultursponsoring-Programmes ist die IKB in
der Lage, über ihre alltäglichen Leistungen hinausgehend zu einem zusätzlichen
gesellschaftlichen Mehrwert und Lebensqualität der Bürger beizutragen. Die Tiroler
Volksschauspiele Telfs sehe ich hier als eines der Elemente des Tiroler
Kulturgeschehens, das sich bewährt hat und sich zugleich durch Frische und hohe
Innovationskraft auszeichnet.
DI Harald Schneider, Vorstandsvorsitzender der Innsbrucker Kommunalbetriebe AG
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