Klausur zur Vorlesung „VWL II – Makroökonomie“ (SoSe 13) (Prof. Dr. Jochen Michaelis) Persönliche Angaben Vorname: Nachname: Matrikel-Nr.: Studiengang: Punkteverteilung Aufgabe 1 2 3 oder 4 Bonus Punkte /20 /20 /20 /12 Gesamtpunktzahl Note Hinweise Bitte tragen Sie zuerst Ihre persönlichen Angaben auf dem Deckblatt ein. Bitte prüfen Sie die Vollständigkeit. Die Klausur besteht aus insgesamt 4 Aufgaben, wobei 3 Aufgaben zu bearbeiten sind (Wahlaufgabe 3 oder 4); der Klausurbogen umfasst 18 Seiten (einschl. Deckblatt). Lösen Sie auf keinen Fall die Heftung des Klausurbogens (dies wird als Täuschungsversuch gewertet). Sollten sich einzelne Blätter von alleine lösen, setzen Sie umgehend das Aufsichtspersonal davon in Kenntnis. Lesen Sie jede Aufgabe sorgfältig durch, bevor Sie die Lösung beginnen. Benutzen Sie zur Beantwortung den gekennzeichneten Bereich. Lösungen auf Extrablätter werden nicht bewertet! Alle Aufgaben sind gleichgewichtig (jeweils 20 Punkte). Bitte achten Sie auf eine lesbare Schrift. Unleserliche Antworten können im Zweifelsfall nicht einer Bewertung zugeführt werden. Als Hilfsmittel sind nichtprogrammierbare Taschenrechner erlaubt. Unterschrift der/des Studierenden: 1 Aufgabe 1: Zehn kurze Fragen Beantworten Sie die nachfolgenden Fragen prägnant und geben sich eine kurze (!) ökonomische Begründung. 1.1. Angenommen, der Staat erhöht seine Staatskäufe um G . Nennen Sie Gründe, warum die Erhöhung der Güterproduktion Y größer sein sollte als G . Nennen Sie Gründe, warum die Erhöhung der Güterproduktion kleiner sein kann als G . Antwort 1.2. Was ist ein „automatischer Stabilisator“? Antwort 2 1.3. Erläutern Sie kurz die Taylor-Regel der Geldpolitik! Antwort 1.4. Erläutern Sie kurz die Fisher-Gleichung zur Bestimmung des Realzinssatzes! Wie hoch ist derzeit der Realzins in der Bundesrepublik? Antwort 3 1.5. Nennen Sie einige Gründe für rigide Löhne und Preise! Antwort 1.6. Angenommen, es gelte folgende Produktionsfunktion: Y A K N . Zeichnen Sie Y als Funktion von K. Zeichnen Sie Y als Funktion von N. Geben Sie den Grenzertrag des Kapitals (MPK) und den Grenzertrag der Arbeit (MPN) an. Zeigen Sie formal, ob Arbeit N und Kapital K Substitute oder Komplemente sind. Antwort 4 Antwort (Fortsetzung) 1.7. Wie lautet die Gütermarkt-Gleichgewichtsbedingung für a) eine geschlossene Volkswirtschaft ohne Staat, b) eine geschlossene Volkswirtschaft mit Staat, und c) eine offene Volkswirtschaft ohne Staat? Antwort 5 1.8. Angenommen, ein deutscher Weinhändler kauft in Frankreich Wein für 100 Euro. Er verkauft den Wein an einen deutschen Kunden für 150 Euro. Erläutern Sie, wie diese Transaktion sich auswirkt auf das BIP Y, den Konsum C, die Investitionen I, die Staatsläufe G, die Exporte X und die Importe M. Antwort 1.9. Erläutern Sie, warum man reale und nicht nominale Werte nimmt, wenn man die Entwicklung des BIP im Zeitablauf beschreiben möchte. Antwort 6 1.10. „Ist die tatsächliche Inflationsrate größer als die erwartete Inflationsrate, so kommt es zu einer Umverteilung von den Gläubigern zu den Schuldnern.“ Erläutern Sie diese Hypothese. Antwort 7 Aufgabe 2: Allgemeines makroökonomisches Gleichgewicht a) Stellen Sie sich folgende kurzfristige Veränderungen der Inflationsrate und des Outputs Y vor: i.) Inflationsrate steigt und Output steigt ii.) Inflationsrate steigt und Output sinkt iii.) Inflationsrate sinkt und Output sinkt iv.) Inflationsrate sinkt und Output steigt Zeichnen Sie die verschiedenen Varianten im Y Diagramm (vier Grafiken anfertigen) und geben Sie zu jeder Variante drei Beispiele für Politikmaßnahmen und/oder Schocks, die die jeweiligen Veränderungen auslösen! Antwort 8 Antwort (Fortsetzung) 9 b) Betrachten Sie einen dieser Schocks eingehender. Erläutern Sie die kurz- und langfristige Wirkungsweise dieses Schocks unter zu Hilfenahme Ihrer bereits angefertigten Grafik. Erläutern Sie die bestmögliche Stabilisierungspolitik! Antwort 10 Entweder Aufgabe 3 oder Aufgabe 4; nicht beide! Aufgabe 3: Investitionen und staatliches Budgetdefizit a) In einer Volkswirtschaft wird nach folgender Produktionsfunktion produziert: Y K 0,5 N 0,5 . Die Beschäftigung sei 400, der tatsächliche Kapitalstock sei 30 000, die nominalen Kapitalnutzungskosten seien 5%, das Preisniveau sei gleich 1. Leiten Sie den optimalen Kapitalstock sowie die Lücke zwischen optimalem und tatsächlichem Kapitalstock her! Wie hoch sind in Periode 1 und Periode 2 die Investitionen, wenn gemäß Kapitalstockanpassungsprinzip die Lücke zwischen optimalem und tatsächlichem Kapitalstock in einer Periode um ein Viertel reduziert wird? Antwort 11 Antwort (Fortsetzung) 12 b) Erläutern Sie die ökonomische Logik der Laffer curve! Antwort c) Erläutern Sie anhand der staatlichen Budgetrestriktion den Unterschied zwischen Primärdefiziten und Sekundärdefiziten! Antwort 13 d) Zeigen Sie, dass ein Primärdefizit langfristig nur aufrechterhalten werden kann, wenn der Zinssatz kleiner ist als die Wachstumsrate des BIP. Antwort 14 Aufgabe 4: Solow-Modell In einer geschlossenen Volkswirtschaft ohne Staat wird nach folgender Produktionsfunktion produziert: Y 10 K 0,5 N 0,5 . Die Konsumfunktion ist als C 0,7 Y gegeben. Die Bevölkerung des Landes wächst um 2% pro Jahr. Die Abschreibungsrate beträgt 8% pro Jahr. a) Wie lautet die Pro-Kopf-Produktionsfunktion? Antwort b) Wie hoch ist das Pro-Kopf-Einkommen im Wachstumsgleichgewicht? Geben Sie eine ökonomische Erläuterung der einzelnen Schritte bei der Ermittlung von y * . Gehen Sie dabei auf die zu treffenden Annahmen des Solow-Modells ein. Antwort 15 Antwort (Fortsetzung) 16 c) Angenommen das Land will seinen Steady-State-Output pro Kopf steigern. Welcher Steady-StateWert für das Kapital pro Kopf wird gebraucht, um den Steady-State-Output pro Kopf zu verdoppeln? Wie viel müssen die Haushalte dann von ihrem Einkommen sparen? Erläutern Sie verbal und grafisch, warum eine Erhöhung der Sparquote zu einer Erhöhung des Pro-Kopf-Einkommens führt! Wie reagiert der Pro-Kopf-Konsum? Antwort 17 d) Angenommen, die Abschreibungsrate sinkt auf 6% und gleichzeitig steigt die Wachstumsrate der Bevölkerung auf 4%. Welche Auswirkungen ergeben sich für das Wachstumsgleichgewicht? Antwort 18