Fachsprache Umwelt PASSIVHAUS /Skriptum/ ZUSAMMENGESTELLT UND BEARBEITET VON BARBARA MADARAS Lektor: Dr. Rohonyi Pálné NYUGAT-MAGYARORSZÁGI EGYETEM SOPRON IDEGEN NYELVI KÖZPONT 1 PASSIVHAUS /Wikipedia/ Passivhaus ist ein sehr hoher Energiestandard für Gebäude. Ein Passivhaus ist die Weiterentwicklung des Niedrigenergiehauses (ein weniger hoher Energiestandard). Es bietet – im Gegensatz zu einem Haus in traditioneller Bauweise – ganzjährig eine angenehme Raumtemperatur ohne den konventionellen Einsatz einer Heizung. Der Wohnkomfort ist im Passivhaus sehr viel höher als in einem anderen Haus. Durch seinen geringen Energiebedarf ist das Passivhaus sehr umweltfreundlich. Der Passivhaus-Standard lässt sich auf jeden Gebäudetyp und jede Klimaregion weltweit anwenden. Es gibt bereits Wohnhäuser, Büros, Fabriken, Kindergärten, Schulen, Sporthallen, Supermärkte im Passivhaus-Standard. Nach der vom Passivhaus-Institut Darmstadt entwickelten Definition hat ein Passivhaus einen Heizenergiebedarf von höchstens 15 kWh/(m²a). Dies entspricht umgerechnet etwa 1,5 Liter Heizöl pro Quadratmeter Wohnfläche im Jahr. Gemäß Passivhaus-Institut Darmstadt muss ein Passivhaus folgende Kriterien erfüllen: • • • • Heizwärmebedarf ≤ 15 kWh/(m²a) Heizlast ≤ 10 W/m² Luftdichtheit n50 ≤ 0,6/h Primärenergiebedarf ≤ 120 kWh/(m²a) Weiterentwicklungen des Passivhauses sind das Nullenergiehaus und das Plusenergiehaus, die in Einzelexemplaren bereits realisiert wurden. Passivhaus, das passzívház Niedrigenergiehaus, das alacsony energiájú ház Einsatz, der használat, bevetés Luftdichtheit, die légzárás, légzáró képesség Zum Vorstellen: Wie groß wäre ein Tank für Heizöl bei einer 100 m2 großen Wohnung in Passivhausbauweise? ____________________________________________________________ 2 Definition Energiestandard Zum Vergleich: • • • • • • • Wohnhäuser aus den 1960er und 1970er Jahren benötigen etwa 300 kWh/(m²a). Der Durchschnittsverbrauch der deutschen Häuser liegt zur Zeit nach DENA bei 220 kWh/ (m²a). Die bis 31. Januar 2002 geltende Wärmeschutzverordnung (WSVO 95) Deutschlands schrieb für Neubauten einen Höchstwert von 100 kWh/(m²a) vor. Ein Niedrigenergiehaus benötigt 75 kWh/(m²a). Dies ist die Höchstgrenze nach der seit 1. Februar 2002 in Deutschland geltenden Energieeinsparverordnung (EnEV). Die Kreditanstalt für Wiederaufbau in Deutschland fördert Häuser mit weniger als 60 bzw. 40 kWh/(m²a) Primärenergieverbrauch. Daher genannt KfW-60-Haus / KfW-40Haus. Der Schweizer Minergiestandard schreibt für neue Wohnbauten 42 kWh/(m²a) vor. Das Passivhaus benötigt 15 kWh/(m² a), das sind umgerechnet 1,5 Liter Heizöl pro m² Wohnfläche im gesamten Jahr Wie sehen die ungarischen Bestimmungen zur Wärmedämmung aus? Erkundigen Sie sich doch mal! (Internet) ____________________________________________________________ ____________________________________________________________ ____________________________________________________________ ____________________________________________________________ ____________________________________________________________ ____________________________________________________________ 3 Die Sanierung eines Altbaus mit Passivhaus-Komponenten kann mit wirtschaftlichem Aufwand einen Verbrauch von 30 kWh/(m² a) erreichen, ein sogenannter Umbau zum "3-Liter-Haus" Durchschnittsverbrauch, der átlagos fogyasztás Wärmeschutzverordnung, die hővédelmi rendelet (in D von 1995-2002 gültig) Neubau, der, Neubauten újépítésű ház Energieeinsparverordnung, die energia-megtakarítási rendelet (in D gültig ab 2002) Kreditanstalt für Wiederaufbau újjáépítési hitelintézet (in D) Sanierung, die felújítás, korszerűsítés Das Funktionsprinzip: Der geringe Energieverbrauch von Passivhäusern wird mit 2 Prinzipien erreicht: Prinzip I: Wärmeverluste minimieren • • • • • Ein Passivhaus ist sehr gut wärmegedämmt. Verwendung von sehr gut wärmedämmenden Fenstern mit Dreifachverglasung und gedämmtem Fensterrahmen, (U-Window-Wert 0,8 W/m²K). Sehr gute Dichtheit der Gebäudehülle mit Drucktestergebnis bei maximal 0,6/h. Die Prüfung der Dichtheit erfolgt mit einem Blower-Door-Test. Durchdachte Detail-Planung: Wärmebrücken werden konsequent vermieden. Eine kompakte Bauweise ist empfehlenswert, aber nicht zwingend. Der notwendige Luftaustausch wird über eine kontrollierte Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sichergestellt. Die Luft wird manchmal schon durch einen Erdwärmeübertrager vorgeheizt. Anschließend überträgt ein Wärmeübertrager die Wärme aus der Abluft an die zugeführte Frischluft. Das Öffnen von Fenstern während der Heizperiode ist in aller Regel möglich, wenn auch nicht über längere Zeit zu empfehlen. Neue 4 Untersuchungen zeigen, dass ein im normalen Rahmen liegendes Öffnungsverhalten kaum Einfluss auf den Heizwärmeverbrauch hat. Das Passivhaus erfordert eine kompetente Planung und eine hohe Qualität der Ausführung. wärmegedämmt hőszigetelt Dichtheit, die légzárás Gebäudehülle, die homlokzat Blower-Door-Test, der légáteresztés vizsgálat Wärmebrücke, die hőhíd zwingend kötelező Luftaustausch, der levegőcsere kontrollierte Lüftungsanlage, die gépi szellőztető rendszer Wärmerückgewinnung, die hővisszanyerés Erdwärmeübertrager, der talajkollektor Abluft, die távozó levegő Wie sieht es über das Jahr verteilt mit dem Öffnen von Fenstern im PH aus? Wann geht es, wann sollte man nicht? ____________________________________________________________ ____________________________________________________________ ____________________________________________________________ Wie sind Ihre persönlichen Lüftungsgewohnheiten? ____________________________________________________________ Prinzip Prinzip II: Wärmegewinne optimieren. Wärmegewinne kommen dem Haus passiv zugute durch: • • die Nutzung der Sonneneinstrahlung durch große Fensterflächen in Richtung Süden ist vorteilhaft (auch Glasfassaden oder Wintergärten sind möglich). Eine Ausrichtung des Hauses nach Süden und eine unverbaute Sicht zur Sonne sind aber keine zwingende Voraussetzung für ein Passivhaus. Es gibt sogar bereits erfolgreich realisierte Häuser, deren Hauptfassaden nach Norden weisen. Diese Gebäude müssen natürlich noch besser gedämmt werden, wenn sie den Passivhaus-Standard erreichen sollen. die Nutzung der Abwärme der haushaltsüblichen Elektrogeräte und der Bewohner selbst. Allerdings wird empfohlen, die innere Wärmeabgabe durch Auswahl von effizienten Geräten gering zu halten, denn Strom ist ein teurer "Heizenergieträger" und hohe Wärmelasten stören im Sommer. 5 • Für die Warmwasserbereitung kann eine thermische Solaranlage (Kollektoren auf dem Dach) zusätzlich erneuerbare Energie beisteuern. Eine Heizungsunterstützung durch Solarenergie ist beim Passivhaus meist nicht sinnvoll, da ein solches Haus überhaupt nur von Dezember bis Februar Heizwärme benötigt. In dieser Zeit kann Sonnenenergie nutzbringend für die Warmwasserbereitung eingesetzt werden. Aufgrund des geringen Heizwärmebedarfs kann ein Passivhaus ohne eine konventionelle Heizung auskommen. Es reicht aus, die über das Lüftungssystem zugeführte Frischluft zu erwärmen. Dafür wird nur eine sehr kleine Leistung benötigt, zu deren Bereitstellung stehen viele Alternativen zur Verfügung z.B. Wärmepumpe, Pelletsheizung, Erdgasheizung, Fernwärme, Elektroheizung, Kaminofen. Auch Passivhäuser dürfen jedoch mit anderen Systemen der Wärmeabgabe ausgestattet werden - unabhängig von der Wahl der Heizmethode ist der Aufwand wegen der sehr geringen erforderlichen Leistung viel geringer als bei früher üblichen Gebäuden. Wärmegewinn, der hőnyerés Ausrichtung nach Süden déli tájolás zwingende Voraussetzung, die alapvető követelmény Fassade, die homlokzat Abwärme, die leadott hő haushaltsüblich háztartásban használatos beisteuern szolgáltat Wärmepumpe, die hőszivattyú Fernwärme, die távfűtés Kaminofen, der kandalló Aufwand, der ráfordítás Was alles in einer Wohnung gibt Wärme ab? ____________________________________________________________ ____________________________________________________________ 6 Komponenten Qualitätskontrollen Beim Bau eines Passivhauses müssen aufgrund der hohen Anforderungen an das Gesamtsystem mehr qualitätssichernde Maßnahmen als beim normalen Hausbau durchgeführt werden. So sollten alle Komponenten der Konstruktion bereits in der Planung für ein Passivhaus geeignet sein. Auch der theoretische Energiebedarf und die Vermeidung von Wärmebrücken lassen sich bereits in der Planungsphase durch eine Berechnung der Energiebilanz prüfen. Während der Bauphase sollte überprüft werden, ob auch wirklich die Konstruktionen verwendet werden, die in der Planung vorgesehen waren. Der Blower-Door-Test im Rohbau stellt fest, dass alle Anschlüsse und Komponenten dann auch in der Realität fast luftdicht sind. Für ca. 200 EUR erhält der Bauherr dann nach Fertigstellung von einem Prüfinstitut ein Zertifikat, in dem die Energiegewinne und Energieverluste genau aufgeschlüsselt sind. Dieses ist auch häufig eine Bedingung für Passivhaus-Investitionsförderungen. Gebäude und Konstruktion Der Wärmeverlust durch die Außenwände des Gebäudes wird durch den Einsatz von Dämmstoffen minimiert, der U-Wert soll hier 0,1 bis 0,15 W/m²K betragen. Durch die im Winter höhere Temperatur der Außenwand-Innenseite wird auch eine höhere Behaglichkeit erreicht. Im Sommer bringt die hocheffiziente Dämmung eine niedrigere Temperatur. 7 Um Bauschäden zu verhindern, ist neben einer hocheffizienten Dämmung wie bei allen Außenbauteilen von Gebäuden eine möglichst luftdichte Ebene erforderlich. Die Herstellung dieser luftdichten Ebene auf der Innenseite der Gebäudeaußenwände kann durch einfache Konstruktionen erfolgen. Im Massivbau stellt eine sauber ausgeführte Putzschicht bereits eine ausreichende Luftdichtheit der Wand her. Für die kritischen Bereiche im Übergang zu durchdringenden Bauteilen wie Fenster und Türen stehen standardisierte Produkte wie Anputz ("Apu")-Leisten und überputzbare Anschlussbänder zur Verfügung, die auf einfache Weise die Luftdichtheit herstellen. Auch für den luftdichten Einbau von Steckdosen gibt es bewährte Methoden: Bohren in 5 mm größerem Durchmesser und Setzen einer normalen Leerdose inkl. bereits durchgeführtem Kabel satt im Putzbatzen - oder der Einsatz marktgängiger speziell luftdichter Leerdosen. Nicht viel schwieriger gestaltet sich die Dichtheit bei Leichtbaukonstruktionen wie beispielsweise im Holzrahmenbau. Hier kommen Holzwerkstoffplatten, faserverstärkte Papiere oder Folien zum Einsatz. Bei vorgefertigten Elementen müssen die Verbindungsstöße abgedichtet werden. Hierfür stehen ebenfalls verschiedene bewährte Systeme zur Verfügung: EPDM-Dichtprofile, Dichtschläuche aus in PE-Folie verpackter Mineralwolle, Abklebungen mit qualifizierten Klebebändern mit ausreichendem Funktionshub. In jedem Fall müssen Durchdringungen der Außenwand (z.B. Elektrokabel für Außenbeleuchtungen) sorgfältig abgedichtet werden. Die Luftdichtheit ermöglicht auch die bessere Nutzbarkeit der gebäudeinternen Speichermassen (Massivbauweise). Durch eine sorgsam ausgeführte Außenhülle lassen sich im Passivhaus Baumängel durch Tauwasser und Schimmelbildung vollständig vermeiden. Anforderung, die an követelmény qualitätssichernde Maßnahme, die minőségbiztosítási intézkedés Vermeidung, die elkerülés Energiebilanz, die energiamérleg vorsehen tervbe vesz Zertifikat, das tanúsítvány Rohbau, der félkész ház aufschlüsseln felbont, részletes felbontásban Investitionsförderung, die beruházási támogatás U-Wert, der hőátbocsátási tényező Behaglichkeit, die komfortérzet 8 Bauschaden, der építési kár sauber ausgeführt gondosan kivitelezett Putzschicht, die vakolatréteg durchdringende Bauteile nyílászáró Leiste, die szegőléc Bohren, das fúrás Durchmesser, der átmérő Leerdose, die szerelvénydoboz Setzen satt im Putzbatzen bőséges vakolatba helyezni marktgängig forgalomban lévő vorgefertigt előre gyártott sorgsam gondosan Außenhülle, die homlokzat Tauwasser, das olvadékvíz Schimmelbildung, die penészképződés Gerätetechnik Ein Passivhaus verfügt oft über keine konventionelle Heizanlage. Es gibt zwar zumeist eine Heizquelle, die erfolgt Wärmeverteilung jedoch meist über die Lüftungsanlage. Heizkörper und sonstige Heizflächen sind nicht notwendig, dürfen aber ebenfalls verwendet werden - sie können dann viel kleiner sein und an den Innenwänden (z.B. über den Türen) montiert werden. Kontrollierte Wohnraumlüftung Um den aus hygienischen Gründen notwendigen Luftwechsel herzustellen und um dabei möglichst wenig Energie Lüftungsanlage zu mit verlieren, wird eine Wärmerückgewinnung vorgesehen. Die warme Abluft (aus Küche, Bad und WC) wird über einen Wärmeübertrager (Wärmetauscher) geleitet, wo die kalte Außenluft 80 bis 90% der Wärme wieder aufnimmt und als Zuluft in das Haus (Wohn- und Schlafzimmer) gelangt. Die Außenluft wird vor Erreichen des Wärmeübertragers in 9 einigen Gebäuden noch durch einen Erdwärmeübertrager geführt. Das ist ein 30 bis 40 Meter langes in der Erde vergrabenes Rohr. Die Lüftungsanlage wird so ausgelegt, dass keine Zugluft wahrnehmbar ist. Dies gelingt im Passivhaus leicht, da nur wenig Zuluft erforderlich ist (keine Klimaanlage, nur Frischluftzufuhr). Eine Lüftungsanlage ist in einem Passivhaus zwingend erforderlich, da durch Fensterlüftung niemals die gewünschte Heizenergieeinsparung zusammen mit guter Raumluftqualität erreicht werden könnte. Die in Passivhäusern eingesetzten Lüftungsgeräte sind leise, hocheffizient (75 bis 95% Wärmerückgewinnung) und verbrauchen nur sehr wenig Lüfterstrom, können aber auch Probleme mit zu trockener Luft schaffen. Diese Probleme treten jedoch nur auf, wenn der Luftaustausch nicht korrekt berechnet wurde. Wärmepumpe Die verbleibende geringe Heizenergie kann z.B. mit einer Kleinstwärmepumpe erzeugt werden. Es gibt Kompaktaggregate, das sind mit der Lüftungsanlage kombinierte Wärmepumpen. Sie entziehen der Fortluft nochmals ihre Energie und bringen sie mit elektrischem Antrieb auf ein höheres Temperaturniveau. Damit kann die Zuluft weiter erwärmt werden und zwar so weit, dass dies für die Heizung ausreicht. Diese Wärmepumpen können auch Warmwasser bereiten. Wie alle Heizanlagen, muss auch im Passivhaus die Wärmepumpe ausreichend dimensioniert werden. Eine Kombination aus Heizung, Lüftung und Warmwasserbereitung in einem Gerät bieten Kompaktaggregate. Sie benötigen wenig Stellfläche und weisen einen geringen Stromverbrauch auf. Pelletkessel Ein mit Pellets befeuerter Kaminofen mit Wassertaschen kann auch die notwendige Restenergie bereitstellen; dabei reicht ein Ofen für ein ganzes Einfamilienhaus. Herkömmliche Öfen haben sogar oft eine zu hohe Leistung im Vergleich zum Bedarf. Die Luftabstrahlung sollte dann nicht zu groß sein (max. 20%), da sich sonst der 10 Aufstellraum unnötig erwärmt. Sehr wichtig ist ein raumluftunabhängiger Betrieb des Ofens. Solaranlage Eine thermische Solaranlage kann zur Warmwasserbereitung und zur Heizungsunterstützung verwendet werden. Dadurch werden die Laufzeiten der Heizanlagen weiter reduziert, was sich gerade im Passivhaus spürbar auswirkt, denn im Passivhaus wird mehr Energie für Warmwasser als für die Heizung benötigt. erfolgen történik Zuluft, die bevezetett levegő Zugluft, die huzat wahrnehmbar érzékelhető Fortluft, die távozó levegő dimensionieren méretezni Stellfläche, die hely, alapterület Luftabstrahlung, die levegőnek leadott hő raumluftunabhängig helyiség levegőjétől független Heizungsunterstützung, die kiegészítő fűtés Geschichte Das erste Passivhaus in Deutschland wurde 1991 in Darmstadt-Kranichstein von Dr. Wolfgang Feist gebaut. Der Heizenergieverbrauch der vier Reihenhauseinheiten beträgt durchschnittlich 10 kWh/m²a und ist seit 15 Jahren stabil. Das erste freistehende Passiv-Wohnhaus wurde von oehler faigle archkom 1998 in Bretten gebaut. Das erste deutsche Mehrfamilien-Passivhaus befindet sich seit 1999 in Freiburg, Stadtteil Vauban. Es folgten ganze Passivhaussiedlungen in Wiesbaden (21 Häuser), Hannover-Kronsberg (32 Häuser) und Stuttgart (52 Häuser) und in den Jahren 1999 - 2001 wurden im Rahmen von CEPHEUS weitere 221 Wohneinheiten in 5 EU-Ländern (D-S-F-CH-A) an 14 Standorten errichtet - alle mit intensiven Messprogrammen, welche die vollständige Erfüllung der Erwartungen bestätigen. Das zur Zeit weltgrößte Passiv-Bürogebäude Energon wurde 2002 in Ulm errichtet. Das erste Passivhaus in den USA wurde 2006 in Bemidji, Minnesota für das Deutsch 11 als Fremdsprache Programm Waldsee gebaut. Das Projekt in Waldsee wurde mit Hilfe der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und mehreren deutschen Firmen finanziert. Verbreitung und Bauarten von Passivhäusern Über 6000 Passivhäuser (Stand 2006) sind in Deutschland, Österreich und der Schweiz bewohnt, davon mehrere Großsiedlungen, in denen der niedrige Verbrauch und die gute Behaglichkeit durch wissenschaftliche Begleitstudien bestätigt wurde (CEPHEUS). Es gibt Passivhäuser als Massiv-, Holz- und in Schalungstechnikbauweise Polystyrolsteinhaus. Auf die Bauweise kommt es nicht an, sondern allein auf die Bauqualität. Inzwischen wurden auch Bürogebäude, Heime, Schulen, Turnhallen und sogar Industriegebäude mit Passivhausstandard gebaut. Gibt es in Ungarn auch Passivhäuser? ____________________________________________________________ Besonderheiten Im Vergleich zu einem konventionellen Gebäude sind bei der Planung eines Passivhauses schon frühzeitig einige Besonderheiten zu beachten: Standortüberlegungen Passivhäuser sind um so günstiger (weil sie weniger gedämmt werden müssen), wenn sie sorgfältig zur Sonne ausgerichtet werden. Ohne Not sollte man von der idealen Südorientierung der Hauptfensterflächen nicht abweichen. Allerdings sind in den letzten Jahren auch zahlreiche Passivhäuser in eher ungünstigen Lagen und Orientierungen erfolgreich gebaut worden. Eine bedeutende Einschränkung der Standortwahl gibt es daher heute nicht mehr - an ungünstigen 12 Bauplätzen wird ein Passivhaus allenfalls etwas teurer durch die dann erforderliche dickere Wärmedämmung. Gestaltung Die beim Passivhaus mehrere Dezimeter dicke Dämmung Anstrengungen erfordert des erhöhte Architekten, Ausdrucksmöglichkeiten um wie beispielsweise den so genannten 'Anzug' des Mauerwerks zu integrieren. Aus alten Fachwerkhäusern lässt sich nicht so einfach ein Passivhaus machen, ohne das historische Erscheinungsbild zu beeinträchtigen. Bei nachträglicher Dämmung sind auch Konflikte mit Belangen des Denkmalschutzes möglich. Das Beispiel des Passivhauses Günzburg zeigt aber, dass bei guter Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege selbst in solchen Fällen oft gute Lösungen möglich sind. Zudem gibt es neue Entwicklungen bei den Dämmstoffen, die es ermöglichen, auch im Bereich denkmalgeschützter Bauten Passivhausqualität zu erreichen. Insbesondere die Verwendung von Vakuumdämmung (VIP) eröffnet hier ein großes neues Potential. 13 Erfüllung, die teljesítés CEPHEUS Cost Efficient Passive Houses as EUropean Standards, Ein Projekt innerhalb des THERMIEProgramms der Europäischen Kommission, Laufzeit: 1/98 bis 12/01 Standort, der telephely Not, die szükség nachträglich utólagos Belange, Pl. igény, elvárás Denkmalschutz, der műemlékvédelem Fassen Sie noch einmal zusammen: Was ist beim Bau eines Passivhauses zu berücksichtigen? ____________________________________________________________ ____________________________________________________________ ____________________________________________________________ ____________________________________________________________ Kosten Auswertungen gebauter Passivhausprojekte zeigen, dass die Herstellung heute im Mittel etwa 8% teurer als ein konventionell gebautes Haus ist. Wie bei allen Neubauten, gibt es ein breites Kostenspektrum: Es wurden auch bereits Passivhäuser zu Preisen gebaut, die unter denen vergleichbarer konventioneller Bauten am gleichen Standort lagen. Das Passivbürogebäude [energon ulm] von den Architekten oehler faigle archkom konnte beispielsweise um 10 % günstiger errichtet werden als ein konventionelles Bürogebäude, da eine Reihe von Synergieeffekten ausgenutzt wurden. Die Geschosshöhe ist geringer, die Fassade aus vorgefertigten Holzelementen ist sehr günstig und die Haustechnik ist weniger umfangreich. Beim Einfamilienhaus bewegen sich die Mehrkosten im Schnitt zwischen 0-10 %. Dabei sind Randbedingungen wie schwierige Gründung, Sonderwünsche, gehobene Ausstattung oft sehr viel entscheidender als die Mehrkosten für den PH-Standard. Gegengerechnet werden müssen die Minderkosten auf wenigstens 20 Jahre wegen 14 günstigem Unterhalt. Hier gibt es bei den Passivhaus-Architekten umfangreiche Erfahrungen. Mehrkosten beim Passivhaus • • • • • Hohe Wärmedämmung - Materialkosten für den Dämmstoff (nach Volumen) Zentrale oder dezentrale Lüftungstechnik mit Wärmerückgewinnung Sehr hoch dämmende Fenster mit Dreifach-Wärmeschutzverglasung Aufwändigere Detaillösungen für die Abdichtung (luftdichte Hülle notwendig) In manchen Fällen Aufwand bei Sonderlösungen (beispielsweise für eine Katzenklappe) Minderkosten beim Passivhaus • • • • Geringere Kosten für Warmwasser und Heizung Kamin nicht notwendig (bei Wärmepumpe) Wandheizung oder Fußbodenheizung nicht notwendig Eigener Heizraum, Brennstofflagerraum nicht notwendig (Keller daher oft eingespart) Unterhaltungskosten Die Kosten für Beheizung verringern sich um ca. 80 %, es darf umgerechnet mit 1,5 Liter Heizöl (=75 ct) pro m2 Wohnfläche und Jahr gerechnet werden. Der Strombedarf kann gegenüber einem Durchschnittshaushalt um 50 % gesenkt werden. Sparsame Geräte und bedachter Umgang sind dazu nötig. Der Wartungsaufwand entspricht dem eines normalen Wohnhauses. Ein genauer Kostenvergleich ist für den konkreten Fall möglich. Eine langfristige Betrachtung der Rentabilität mit einer dynamischen Amortisationsrechnung zeigt, dass im Lauf von 20 Jahren über 50.000 € Einsparung zusammen kommen kann. Bereits mit heutigen Energiekosten (2005, 0,50 €/Liter Heizöl) ist ein Passivhaus wirtschaftlich. Förderung In Deutschland werden KfW-40-Häuser (zwischen Niedrigenergie- und Passivhaus) und Passivhäuser durch ein zinsvergünstigtes Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau mit einem zinsvergünstigten Kredit in Höhe von 50.000 EUR je Wohneinheit (Siehe KfW-Förderbank -> Bauen, Wohnen, Energie sparen) gefördert. Darüber hinaus gibt es in vielen Bundesländern regionale Förderprogramme. 15 Auswertung, die kiértékelés Mittel, das átlag Synergieeffekt, der összhatás, szinergiahatás Geschosshöhe, die belmagasság umfangreich terjedelmes gegenrechnen felszámolni Minderkosten, Pl. költséget csökkentő tényező Unterhalt, der üzemeltetési költség Kamin, der kémény Heizraum, der fűtőhelyiség, kazánház bedachter Umgang, der megfontolt, észszerű bánásmód Wartungsaufwand, der karbantartási költség BlowerBlower-DoorDoor-Test Die Blower-Door Prüfung setzt mittels einer rechnergesteuerten Gebläseeinheit, die in eine Fenster- oder Türöffnung eingesetzt wird, das Gebäude abwechselnd einem Über- und Unterdruck aus. Gemäß Energieeinsparungsverordnung (EnEV) ist der Prüfdruck 50 pascal, was bei einem freistehenden Gebäude der normalen Druckbelastung bei mäßigem Wind entspricht. Für den Blower-Door-Test werden sämtliche planmäßigen Öffnungen wie Fenster, Lüftungsöffnungen etc. geschlossen und dann ermittelt, wie viel Luft durch den Ventilator ins Haus bzw. heraus gezogen werden kann. Ins Verhältnis zum Innenvolumen des Hauses gesetzt kann man dann die Luftwechselrate durch Leckagen in der Gebäudehülle ausdrücken, die gemäß der EnEV 2,5 Luftwechsel pro Stunde nicht überschreiten darf, bei Einsatz von kontrollierter Wohnungslüftung 1,5 und bei Passivhausanforderung nur noch 0,6 als oberer Grenzwert. Sinnvoll wird die Luftdichtheit nicht erst bei fertiggestelltem Haus gemessen, sondern baubegleitend bei Erstellung der luftdichten Ebenen zur Optimierung des Gebäudes. Der Nachweis der Luftdichtheit mittels einer derartigen Prüfung ist bei öffentlichen WohnungsbauFörderprogrammen zum Teil vorgeschrieben (z.B. WKA - Hamburg). Bei sonstigen Bauvorhaben ist er freiwillig aber unbedingt zu empfehlen, da er die energetische Qualität eines Hauses sehr wesentlich definiert und bei rechtzeitiger Anwendung auch entscheidend verbessern kann. (ak) http://www.oekoadressen.de/lexikon/20---blower-door-test-die-luftdichtheitspruefung-beigebaeuden-ist-sehr-empfehlenswert.htm 16 • http://www.igpassivhaus.at/ost/ • www.lehm.at • http://www.ecoplus.at/magazin/00/artikel/26320/doc/d/040922_3729_SWH%2 0molkereistrasse_pressemappe.pdf • http://www.ig-passivhaus.de/ 17 HÖRVERSTEHEN Der Text ist über das Internet unter der angegebenen URL – Deutschlandfunk - als Hörtext zu hören, sofern der Text noch im aktuellen Angebot ist. dradio.de URL: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/umwelt/550593/ 06.10.2006 Wie unter einer Daunendecke 15 Jahre Passivhaus Von Anke Petermann 6000 Wohnungen, Büros und Schulen sind bundesweit bereits nach dem Konzept eines energiesparenden Passivhauses entstanden. Das erste Passivhaus der Welt wurde vor 15 Jahren in Darmstadt bezogen. Vor 15 Jahren bezogen vier Familien das freistehende Pionier-Passivhaus in einem Außenbezirk von Darmstadt, vor 5 Jahren entstand im Zentrum von Wiesbaden das erste Stadthaus als Passivgebäude. In einer Baulücke errichtete ein Architekten-Duo sein neues Domizil mit viel Glas und Holz, darüber noch ein weiteres Büro und Wohnungen. Im Darmstädter Pionierhaus kommen die Mieter mit 20 Euro pro Monat für Heizung und Warmwasser aus. In dem Wiesbadener Architektenbüro sucht man die Heizung zunächst vergeblich. "Unten im Keller gibt es zwei Heizkörper, die eben damals in der Angst, dass es doch kalte Winter geben könnte, eingeplant wurden. In den zwei Jahren, die ich hier arbeite, hat eine Kollegin sie an zwei kalten Morgenden mal eine halbe Stunde angehabt, aber dann konnte man sie schon wieder abstellen, denn wenn die Computer alle laufen, die Lampen alle an sind und natürlich durch beschäftigte Mitarbeiter entsteht so viele Wärme, dass man dann die traditionelle Heizung nicht mehr braucht", sagt Paul-Martin Lied, der das Büro mitnutzt. Die Wärme bleibt durch effektive Dämmtechnik, der Mief zieht ab. Feuchtigkeit in der Wohnung, Schimmel in den Büroecken, das wollte man von vornherein ausschließen, so Wolfgang Feist, Gründer und Direktor des Passivhaus-Instituts Darmstadt. "Deshalb haben Passivhäuser grundsätzlich eine Lüftungsanlage, es wird also grundsätzlich frische Luft von außen in den Raum zugeführt und verbrauchte Luft aus den Bädern, aus der Küche, da, wo sie am meisten belastet ist, wieder nach außen geführt. Und um diesen Wärmeverlust nicht zu haben, den diese verbrauchte Luft sonst nach außen bringt, gibt es einen so genannten Wärmeübertrager, ein Wärmerückgewinnungsgerät, das zwischen die Fortluft und die Zuluft geschaltet ist, so dass wir die Wärme aus der Fortluft zurückgewinnen 18 und sie auf die frische Zuluft übertragen. Und was man also regelmäßig machen muss, ist die Filter austauschen, ich habe hier einen in der Hand, ein bisschen so wie diese Staubsaugerfilter. Die Frischluft wird also durch diese Filter gezogen, mit dem Vorteil für Allergiker und allgemein, dass auch in der Wohnung der Feinstaub nicht umeinander gepustet wird, sondern dass die Luft, die reinkommt, wirklich sauber ist.“ Man kann in Passivhäusern die Fenster aufreißen, muss es aber nicht. Stoß-Lüftung verursacht gerade im Winter teuren Wärmeverlust. Das Passivhaus dagegen lüftet sich von selbst, es atmet sozusagen. Weder in Darmstadt noch in Wiesbaden lässt sich auf den ersten Blick entdecken wie. "Die Lüftung ist hier oben der Schlitz über der Lampe. Die Lampen wurden also auch von den Architekten hier entwickelt, mit der Maßgabe, dass die Luft auf der einen Seite reinkommt und dort drüben - die Lampe sieht genauso aus - dann die Luft wieder abgeführt wird." Paul-Martin Lied arbeitet in dem Wiesbadener Büro auf der Galerie, direkt am Fenster. Das kann er auch im Winter, ohne Zug zu bekommen und ohne zu frösteln. "Es ist Drei-Scheiben-Verglasung, und die innere Scheibe hat die Raumtemperatur vom Innenraum, und das gilt auch im Winter. 15 Jahre Passivhaus - die großen Wohnungsgesellschaften erkennen allmählich, dass sich der Bau von Energiesparhäusern trotz höherer Investitionen auszahlt, weil sie sich besser vermieten lassen, nicht nur wegen der wesentlich geringeren Heizkosten, auch wegen des angenehm gleichmäßigen Raumklimas. Experten nennen es "thermische Behaglichkeit". Und die ist, das freut den Passivhaus-Pionier Wolfgang Feist, immer leichter und zu günstigeren Preisen zu haben. "Was deutlich anders ist, ist, dass wir vor 15 Jahren zum Beispiel keine einlagige Wärmedämmung mit einer Stärke von 25 Zentimetern bekommen haben. Das gab es nicht am Markt. So mussten wir zwei Dämmstofflagen übereinander anbringen, was natürlich einen entsprechenden Kosteneffekt hatte. Heute bekommen Sie diese Dämmstoffstärken, die man braucht, mit allen Stärken auf dem Markt von mindestens zehn verschiedenen Anbietern ohne weiteres ausgeführt." 19