Monika Melters DIE VERSUCHUNGEN DES REALISMUS Zur Theorie und Forschungsgeschichte der Architekturfotografie Die Architektur nimmt neben der Landschaft arbeitet. Dies gilt für die Werbefotografie und dem Porträt seit dem 19. Jahrhundert ei- ebenso wie etwa für die Messbildfotografie2, nen festen Platz in der Fotografie ein. In die- für die experimentelle Architekturfotografie sem gattungsübergreifenden Zusammen- des »Neuen Sehens«3 wie für die wissen- hang bildet sie einen traditionellen Gegen- schaftliche Dokumentationsfotografie.4 stand der Fotografiegeschichte. Was die Ar- Doch tritt diese an sich einfach zu verifizie- chitekturfotografie spätestens seit dem be- rende Erkenntnis für gewöhnlich in den Hin- ginnenden 20. Jahrhundert jedoch von der tergrund und mit ihr das historische Be- Landschafts- und der Porträtfotografie unter- wusstsein um die wahrnehmungs- und wirk- scheidet und signifikant von diesen abhebt, lichkeitskonstituierende Kraft von Medien. sind ihre sprunghafte Differenzierung und Kritische Einwürfe gegen die »photographic die zunehmende Funktionsbindung an den evidence«, die naive Herangehensweise an architektonischen Prozess: Im Entwurf, in Architekturfotografien und -publikationen, der Theorie, in der Kritik, in der Publizistik, wie etwa Reyner Banhams, sind somit die in der Ausstellung, in der Denkmalpflege Ausnahme.5 Die Versuchung, das Bild für die ebenso wie in der wissenschaftlichen Diszip- Wirklichkeit zu nehmen, ist bei Architektur- lin der Architekturgeschichte kommuniziert fotografien offenbar besonders groß. sie das Bauwerk an die Gesellschaft.1 Nicht Fotogeschichte 132/2014 Dabei schreibt man neuen Medientechni- das Gebäude vor Ort allein, der Plan oder der ken bereits seit langem weitreichende kultur- Begleittext, sondern die Koexistenz von Bau prägende Folgen zu. Dies zeigt sich etwa in und Fotografie wird mehr und mehr zur Vo- der Bedeutung, die der Erfindung des Buch- raussetzung für einen modernen Architek- drucks traditionell für die Abgrenzung der turbetrieb. Die Fotografie übernimmt damit Frühen Neuzeit und speziell für die Reforma- wesentliche Bereiche der Vermittlung und tionsgeschichte zugeschrieben wird. Seit et- der Vermarktung von Architektur. wa 1500 wird unser Verhältnis zum Bauwerk Die fotografische Darstellung liefert gleich- nicht mehr allein durch das Bauwerk selbst zeitig eine selektive Sicht des Bauwerks nach bestimmt, sondern gleichwohl von den Mög- einem vorgefassten Deutungsschema. Sie se- lichkeiten seiner bildlichen Reproduzierbar- legiert, filtert und gestaltet es in aller Regel im keit.6 Beatriz Colomina hat diesen medienre- Hinblick auf seine Medienwahrnehmung. flexiven Ansatz mit Beiträgen zu Le Corbu- Andreas Feininger (1906–1999) hat diese sier und Adolf Loos in die Moderne fortge- Praxis als Notwendigkeit »fotografischer Ge- führt und strukturalistisch erweitert.7 staltung« präzise erläutert und gleichfalls Im Vordergrund des modernen Architek- wiederholt pointiert zusammengefasst: »Im turbetriebes stehen dagegen nach wie vor die Grunde sind die weitaus meisten Lichtbilder ritualisierte Inszenierung des Gebäudes in ›Kameralügen‹«. Auch Architekturfotogra- gezielt selektiv gestaltenden Fotografien und fien sind mit anderen Worten konstruiert, in- der inhärente Anspruch auf Dokumenta- szeniert, oft beschnitten, retuschiert und be- tionscharakter, der nahtlos auch auf den Film 5 übertragen wird.8 Gleichzeitig kennzeich- auf diese Weise bestimmen sie unser Denken nen sich die weitaus meisten wissenschaftli- über Architektur, noch lange bevor wir sie vor chen Publikationen zur Architektur durch ei- Ort betrachten, sie entwerfen oder etwa wis- ne Indifferenz gegenüber dem Wirklichkeits- senschaftlich analysieren. Gerade dem me- Abbildung.9 chanisch beschleunigten Medium der Archi- Die theoretische Aufbereitung der analogen tekturfotografie eignet in diesem Zusam- verständnis der fotografischen Architekturfotografie wiederum charakteri- menhang jedoch ein verstärkt proleptischer siert sich vorwiegend durch einen künstler- und gleichzeitig zirkulärer Charakter für die monografischen Zugang, Klassifikations- Architektur; d. h. Architekturfotografie wird muster wie Thema, Chronologie, formale Ge- nicht nur auf ihre Medienwahrnehmung hin staltung oder Unterscheidungen wie ›objek- gestaltet, sondern schon das Bauwerk wird tive‹ und ›subjektive‹ beziehungsweise ›do- mitunter auf seine Mediendarstellung hin kumentarische‹ und ›interpretierende‹ Dar- entworfen. Anders formuliert: Architekturfo- stellung.10 Auch in einem audiovisuell und interaktiv organisierten Architekturbetrieb ist die Ar- tografie evoziert gebaute Wirklichkeit, dokumentiert bzw. konstruiert sie und evoziert sie wieder. chitekturfotografie damit im Wesentlichen das, was sie abbildet: neutraler Träger architektonischer Informationen, ein ›lesbares‹ träger: das ›romantische Architekturbild‹ Bild des Gebäudes, das in einem chemisch- Dabei war es keineswegs immer so, dass Ar- physikalischen Prozess auf Papier fixiert wor- chitektur als gesellschaftliches Identifikati- den ist. In diesem Sinne meint auch die tradi- onsobjekt in dieser Form geschätzt wurde. tionelle Deutung in der digitalen Fotografie Diesen Wert verliehen ihr erst die beginnen- nicht nur das Ende »objektivierender Wieder- de Moderne mit ihren Bruch- und Verluster- gabe gebauter Wirklichkeit« zu erkennen, fahrungen ab 1800 und die damit verbunde- sondern identifiziert das »Ende der Fotogra- ne staatliche Identitätssuche innerhalb des fie überhaupt« im Algorithmus.11 Der her- Nationalisierungsprozesses. Befördert wur- meneutische Hiat in der habitualisierten de diese Aufwertung daneben durch die sich Deutung des Mediums als einem ›Abbild der entfaltenden Möglichkeiten der beginnen- Wirklichkeit‹ spiegelt sich damit im prakti- den Medienmoderne. schen Umgang ebenso wider wie in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung. Die folgenden Überlegungen verstehen Denn was sollte nach der Aufhebung von Dynastie und Staat durch Napoleon noch ein Staat sein? An die semantische Leerstelle tra- sich als eine Annäherung an dieses inhärente ten die Codes »Nation« und »Geschichte«. Deutungsschema aus dem Blickwinkel einer Nationale Identität wurde in erster Linie über historisch integrierten Bild- und Medienfor- die Vergangenheit gesucht. In den historisti- schung. Ihr Ziel ist nicht, das kognitive Sche- schen Stilen der neuen monumentalen Bau- ma empirisch zu wiederlegen – Architektur- aufgaben des 19. Jahrhunderts erfuhr sie fotografie ist immer auch Dokument und gleichzeitig ihre Materialisierung. Die neuen Quelle –, sondern seine reduktionistische öffentlichen Bauaufgaben wurden damit zu Engführung vielmehr exemplarisch von Sei- Projektionsflächen der nationalen Identität, ten des historischen, kunst- und fotografiege- historische Denkmäler Beweisstücke ge- schichtlichen Umfeldes her zu beleuchten schichtlicher Kontinuität. Die ab etwa 1870 und es damit in einem medienreflexiven und sich etablierende Kunstgeschichte begleitete wahrnehmungsgeschichtlichen Sinne zu er- diesen Prozess argumentativ von wissen- weitern. schaftlicher Seite und versuchte ihn in der Den Ausgangspunkt bildet dabei die The- Stilgeschichte gleichzeitig zu objektivieren.12 se, dass die Architekturfotografie ebenso wie Erst innerhalb des Nationalisierungsprozes- ihre zumeist weit kostspieligeren Vorläufer – ses wurde Architektur somit zur Leitmeta- Zeichnungen, Stiche und Lithografien – pher von Staat und Gesellschaft. nicht nur neutrale Aufzeichnungsmedien 6 Das Bauwerk wird ›nationaler‹ Identitäts- So zeichnete sich auch 1918 und 1945 nach darstellen, sondern unser Verständnis des den Bauwerks bereits im Voraus konstituieren; durch die traumatischen Erfahrungen des Tiefpunkten deutscher Geschichte Fotogeschichte 132/2014 Ersten und Zweiten Weltkriegs der nationale Neubeginn wiederholt in der Architektur ab: in der publizistisch professionell abgestützten »Neuen Bauen«13 der 1920er Jahre sowie, unter dem Code »Neue Heimat«, im organisch promulgierten Wiederaufbau der Nachkriegsmoderne in Form betont funktionaler, d. h. ahistorischer Verwaltungsgebäude und Wohnsiedlungen (Abb. 1, 2). Die Architektur blieb Bedeutungsträger der ›Nation‹. Die Kunstgeschichte als wissenschaftli- Abb. 1 »Neues Bauen«, Weißenhofsiedlung in Stuttgart, Oud-Häuser, 1927 [aus: K. Kisch: Die Weißenhofsiedlung, Stuttgart 1987, S. 133]. cher Begleiter verständigte sich mithin auf die Erforschung einer politischen Ikonografie.14 Ideologisch gekennzeichnet waren die Neuanfänge also durch eine Gegenbewegung zum Historismus: durch die Negierung der »Geschichte« und die dezidierte Hinwendung zum »Fortschritt«, der in die Zukunft wies. Das Bedürfnis nach Bewahren und Erinnern verlagerte sich vermehrt in den Kulturbetrieb, in die Gesellschaftswissenschaften, in den Tourismus, in die Denkmalpflege und in das Ausstellungswesen: In den 1970er Jahren entstand im deutschsprachigen Raum etwa die museale Sonderform des Architekturmuseums, die ausschließlich dem Thema Architektur gewidmet war.15 Die entscheidenden Anregungen für die identitätsstiftende Rolle des Bauwerks als gesellschaftlichem Bedeutungsträger hatten sich dabei nicht etwa in der Architektur selbst Abb. 2 »Neue Heimat«, ECA-Siedlung in München, um 1954 [aus: W. Nerdinger (Hg.): Architektur der Wunderkinder. Aufbruch und Verdrängung in Bayern 1945–1960, München 2005, S. 89]. herausgebildet, sondern vor allem in der populären deutschsprachigen Garten- und Architekturpublizistik ab 1780 (Abb. 3). In der caractère-Lehre der französischen Revolutionsarchitekten16 und in der Ästhetik des Landschaftsgartens waren sie vorbereitet. Nicht materialisierte Bauten bildeten also sehr wahrscheinlich den entscheidenden Ausgangspunkt für die Entwicklung des Bauwerks zur nationalen Identifikationsmetapher, sondern Bilder historischer und geplanter Gebäude sowie deren komplementäre Einbettung in eine freie Landschaft. Das ›romantische Architekturbild‹ wurde zum richtungsweisenden Bildmodell. Das ›romantische Architekturbild‹ beruhte dabei auf einem modernen Gattungstransfer, bei dem Bauwerk und Landschaft Aufgaben übernahmen, für die vormals in erster Linie das Porträt prädestiniert war. Durch die pittoreske Verkoppelung von historischem Fotogeschichte 132/2014 Abb. 3 Johann G. Klinsky: »Versuch über die Harmonie der Gebäude zu den Landschaften«, Tafel 3 (1799) [aus: K. Philipp: Um 1800. Architekturtheorie und Architekturkritik in Deutschland zwischen 1790 und 1810, Stuttgart, London 1997, S. 177]. 7 turstücks bzw. der Vedute ebenso wie an das Landschaftsbild an. Als Grafik (ab 1780), als Galeriebild und Bauentwurf (ab 1796/97) (Abb. 4), als kommerzielles Stereobild und Denkmalfotografie (ab ca. 1850/60), als grafische (ab den 1860er Jahren) und fotografische Ansichtspostkarte (ab ca. 1900) (Abb. 5) sowie ab 1921 erstmals auch im Dokumentarfilm ermöglichte es eine vom Bauwerk in situ und seiner Besichtigung vor Ort gänzlich losgelöste und weitestgehend sprach- und bildungsunabhängige Kommunikation.17 Gebündelt finden sich die Aspekte des ›romantischen Architekturbildes‹ mit nationalen Implikationen etwa auch in der künstlerischen Architekturfotografie der Düsseldorfer Schule wieder, mit ihren historisierenden (Abb. 6), sozialkritischen (Abb. 7) wie monumentalisierenden Varianten (Abb. 8). Abb. 4 Leo von Klenze: Walhalla bei Donaustauf, Ölgemälde, 1836 [aus: W. Nerdinger (Hg.): Leo von Klenze. Architekt zwischen Kunst und Hof 1784–1864, München 2000, S. 250]. Architekturfotografie als Dokument oder: die Versuchungen des Realismus Durch den technischen Charakter der Fotografie lernte man das romantische Bildmodell des Architekturporträts ab 1840 gewissermaßen neu zu sehen. Die Fotografie wurde zur objektivierenden Erbin der nationalromantischen Allegorese. Mit der Erfindung der Autotypie um 1880, durch die Bilder erstmals zusammen mit Satzschriften in einem Durchgang gedruckt werden konnten, und gekoppelt an das empi- Abb. 5 Walhalla bei Donaustauf, grafische Ansichtspostkarte, 1899, Archiv der Autorin. Bauwerk und der Naturerfahrung der Landschaft, wie sie sich zur selben Zeit im Landschaftsgarten manifestierte, bekam sowohl das Bauwerk caractère als auch die Landschaft. Beide adressierten die ›Empfindung‹ des Betrachters, wurden Träger und Abbild zugleich, situativ befüllbare Container einer zunächst patriotischen und im Verlauf des 19. Jahrhunderts zunehmend nationalen Identitätssuche. Gleichzeitig schloss das Bildmodell an die bildkünstlerischen Gattungen des Architek- 8 Abb. 6 Bernd und Hilla Becher: Wasserturm, Dortmund-Dorstfeld, 1965 [aus: S. Lange: ›Was wir tun, ist letztlich Geschichten erzählen‹. Bernd und Hilla Becher. Einführung in Leben und Werk, München 2005, S. 110]. Fotogeschichte 132/2014 ristische Deutungsmodell mechanischer Objektivität verstärkte sich der Status eines visuellen Dokuments der Architektur für die Architekturfotografie. Zunehmend verdichtende Funktionen übernahmen dabei zum einen die steigende Verbreitung der Bildpublizistik als Massenkommunikationsmittel sowie ihre praktische Inanspruchnahme durch den Architekturbetrieb; zum anderen das durch die Kritik an der Kulturindustrie geprägte Wirklichkeitsverständnis der Kunstgeschichte sowie die programmatische Distanzierung der Fotografie vom Piktorialismus. Der Begriff ›Dokumentarfotografie‹ kam im Anschluss an die Entstehung des Begriffs ›Dokumentarfilm‹ dagegen erst in den 1930er Jahren in den USA auf.18 In der historischen Nachfolge der Tafelund Mappenwerke ließ sehr wahrscheinlich vor allem die rasch sich ausdifferenzierende Abb. 7 Thomas Struth: Chemin de Courdriers, Genf, 1989 [aus: M. Steinhauser, L. Derenthal (Hg.): Ansicht – Aussicht – Einsicht. Andreas Gursky, Candida Höfer, Axel Hütte, Thomas Ruff, Thomas Struth. Architekturphotographie, Düsseldorf 2000, S. 69]. und um 1900 bereits fest etablierte Fachzeitschrift die gegenseitig sich stützende Koppelung von Bericht und Fotografie zu einem sondern vor allem der mit dem Bauboom der medialen Habitus des Architekturbetriebs Gründerzeit und der Industrialisierung der werden (Abb. 9). Denn nicht nur Zeitungen, Reproduktionstechniken sich entwickelnde Abb. 8 Candida Höfer: Vorarlberger Landesbibliothek, Bregenz , 1999 [aus: M. Steinhauser, L. Derenthal (Hg.): Ansicht – Aussicht – Einsicht. Andreas Gursky, Candida Höfer, Axel Hütte, Thomas Ruff, Thomas Struth. Architekturphotographie, Düsseldorf 2000, S. 49]. Fotogeschichte 132/2014 9 Markt der Periodika verwendete Fotografien Eine wichtige, vor allem prospektive Rolle als Beweis für die Authentizität der Berichter- übernahm daneben das 1919 gegründete stattung.19 Gerade Fachzeitschriften und Ma- Bauhaus mit seiner Vermarktungspraxis, die gazine adressierten dabei keineswegs nur über Ausstellungen, die Herausgabe von Fachleute, sondern eine breite Leserschaft Bauhaus-Mappen, Bauhaus-Büchern, der aus Architekten, Bauherren, öffentliche Ein- Bauhaus-Zeitschrift, fotografischen Beila- richtungen sowie kulturell interessierten Lai- gen von aktuellen Architekturprojekten und en. Dieser publizistischen Praxis schlossen fotografisch gestützten Berichten in aner- sich um 1900 von wissenschaftlicher Seite kannten Periodika bis hin zu einer eigenen mit dem Typografie reichte.23 (Abb. 10) Gerade die PR- Kunstdenkmälerinventar21 und von populär- Tätigkeit des Bauhauses beruhte dabei aller- wissenschaftlicher Seite das moderne Ver- dings auf der weitgehenden Enthaltung einer lagswesen mit dem preiswerten Kunstbuch architekturfotografischen zunächst die Denkmalpflege20 und dem Fotobildband an.22 Theoriebildung. So bezeichnete Lázló Moholy-Nagy die Archi- Abb. 9 ›Die Bauwelt‹, 1913 [aus: E. Froschauer: ›An die Leser‹. Baukunst darstellen und vermitteln – Berliner Architekturzeitschriften um 1900, Tübingen, Berlin 2009, S. 62]. Abb. 10 Lázló Moholy-Nagy: »Die optische Wahrheit des perspektivischen Aufbaus«, 1925 [aus: W. Oechslin, G. Harbusch (Hg.): Sigfried Giedion und die Fotografie. Bildinszenierungen der Moderne, Zürich 2010, S. 27]. 10 Fotogeschichte 132/2014 tekturfotografie 1925 nicht nur als »optische So erreichten die von Feininger für seine Wirklichkeitsauffassung der Architekturfo- Wahrheit«, sondern formulierte dazu streng New York-Fotografien verwendeten Riesen- tografie bis heute außerdem von der ›Kritik empiristisch: Wir besitzen »in dem fotografi- objektive eine Tiefenwiedergabe, die die an der Kulturindustrie‹ in der Tradition der schen Apparat das verlässlichste Hilfsmittel räumlich gestaffelten Wolkenkratzer des Frankfurter Schule.31 Diese prägte nach 1968 zu den Anfängen eines objektiven Sehens«.24 New Yorker Stadtbildes wie einen Blick auch weite Teile der Kunstgeschichte.32 Gleichzeitig begannen sich die jüngeren durchs Fernglas ohne optische Verzerrung Fotografen programmatisch von der kunstfo- erscheinen ließ (Abb. 11). Der Vordergrund propagierten Umschlag von industriellem tografischen Stilrichtung eines psychologi- wurde darin vergrößert, der Hintergrund ver- Fortschritt in kulturellen Rückschritt zählte sierenden Piktorialismus der Zeit um 1900 kleinert, die Bauten in Vorder-, Mittel- und die Fotografie mit ihren regressiven Qualitä- Mit dem durch Adorno und Horkheimer zu distanzieren. Sie wollten realistisch sein. Hintergrund gleichsam zusammengezogen. ten als industrielles Kulturprodukt implizit So erklärt der tschechische Fotograf Josef Su- Dennoch erscheinen Perspektive wie Propor- zum Bereich anonymer Massenproduktion. dek (1896–1976) angesichts der Gründung tionen dem menschlichen Auge äußerst real; Ihr mechanischer und reproduktiver Charak- der Tschechischen Fotografischen Gesell- und dies, obgleich es niemals in der Lage wä- ter enthoben sie damit einer weitergehenden schaft 1924 etwa ex post: »Wir verschrieben re, eine solche Sichtweise in Wirklichkeit zu Auseinandersetzung durch den bürgerli- uns der Fotografie als dokumentarischem erfassen. chen Kunstsinn. Dieser ging vielmehr davon Medium«.25 Und auch sein nicht weniger be- Ideologiekritisch überwölbt und philoso- aus, dass ein Bauwerk sich – ähnlich dem Ge- rühmter deutscher Kollege und Zeitgenosse, phisch unterfangen wird die empiristische mälde und der Skulptur – selbst kommuni- der Fotograf und Fotografietheoretiker Albert Renger-Patzsch (1897–1966) bekennt 1960: «Wirkliche Baukunst ist Schöpfung, während [...] die Fotografie dem Gegenstande nur dienen will«.26 Und er fährt fort: »Es ist [daher] evident, dass die Baukunst die Fotografie nicht braucht«. Ähnliche Ansätze vertraten die von der Ästhetik der ›Neuen Sachlichkeit‹ geprägten Kunst- und Fotohistoriker Helmut Gernsheim (1913–1995), für den Fotografie in erster Linie »Berichterstattung« bedeutete27, sowie der Kunsthistoriker, Architekturpublizist und CIAM-Sekretär Sigfried Giedion (1888–1968), der die Gewohnheit eigene Architekturfotografien zu machen damit begründete, dass er in seinen Aufsätzen auf diese Weise »rascher argumentieren kann«.28 Das zum Allgemeingut gewordene positivistische Realitätsverständnis wurde auf diese Weise gewissermaßen Bestandteil architekturfotografischer Praxis und Theorie. Denn das Objektiv erzeugte nicht nur ›Objektives‹, sondern reproduzierte vielmehr auch den Modus der zeichnerischen Perspektivdarstellung in ihrer reduzierten, gerade von Architekten bis heute gerne vertretenen Deutung als mimetischer Darstellung.29 In der Umschreibung der Perspektive als »symbolischer Form« hatte bereits Erwin Panofsky (1892–1968) diese positivistische Interpretation in gewisser Weise in Frage gestellt.30 Die Architekturfotografie Andreas Feiningers der 1940er Jahre aber führte sie endgültig ad absurdum. Fotogeschichte 132/2014 Abb. 11 Andreas Feininger: Oliver Street und Brooklyn Bridge, New York, 1940 [aus T. Buchsteiner, U. Zeller (Hg.): Andreas Feininger. Ein Fotografenleben 1906–1999, Ostfildern 2010, S. 93]. 11 Abb. 12 12 Julius Shulman: Haus Oberman, Palos Verdes, Kalifornien (1962) [aus: Neil Jackson: Pierre Koenig (1925–2004). Leben mit Stahl, Köln 2007, S. 56]. ziert, individuell vor Ort, unverstellt und au- kurs und dazu wiederum bedarf sie der Um- thentisch. Auch die medialen Zwischenstu- setzung in Medien – und der ›Masse‹. fen, wie etwa die umfangreichen Bereiche Zu dieser in der marktorientierten Archi- der Werbung und der populären Publizistik tekturpublizistik wie in der Architekturtheo- waren damit weitgehend ausgeblendet. Ver- rie seit den 1930er Jahren zunehmend gängi- gleichbar einem Text, der einen Sachverhalt ger werdenden Form von Fotografie, gehört schildert, nahm die Architekturfotografie etwa diejenige Julius Shulmans (1910–2009) vielmehr die Rolle eines neutralen Informati- mit dem Haus Oberman, das nach dem Ent- onsträgers zwischen dem ›Sender‹ (Bau- wurf von Pierre Koenig (1925–2004) 1962 im werk) und dem ›Empfänger‹ (kritischer Be- kalifornischen Palos Verdes direkt an der pa- trachter) ein. zifischen Küste errichtet wurde (Abb. 12). Ob- Gerade dieses Deutungsmodell negierte gleich Dokumentations-, Kunst- und Werbe- damit allerdings eine konstitutive Grundbe- charakter einander in dieser modern-ameri- dingung der Architektur. Nämlich die, dass kanischen Form von Architekturfotografie Architektur vor allem eines ist: ortsfest. eindeutig überlagern, präsentiert der tradi- Gleichzeitig steht sie als Phänomen der Öf- tionelle, Text und Bild verschränkende Rah- fentlichkeit aber in einem öffentlichen Dis- men der wissenschaftlichen Buchpublikati- Fotogeschichte 132/2014 on und des Magazins sie dem Betrachter Als romantisch disponierte Rückenfigur nach wie vor zunächst in erster Linie unter blickt er nicht etwa in ein graues Nebelmeer, dem Aspekt der Dokumentation.33 Erst der sondern über den sonnendurchfluteten Pazi- seit den 1990er Jahren in Verlagen wie Ta- fik hinweg in die Ferne eines wunderbar klar schen und Rizzoli expandierende Markt der gezeichneten Horizontes, in dem moderne populären Architekturpublizistik hat mit Funktionsästhetik und unberührte Natur dem preiswerten Architekturbildband dage- ganz offenbar ohne ökologische Konflikte gen gewissermaßen wie nebenbei auch ihren aufgehen. In seiner Figur bündeln sich alle Kunst- und Werbecharakter in den Vorder- fluchtenden Linien der Zentralperspektive, in der Gebäude, Veranda, Pool, Wasser und grund gerückt. Das von Julius Shulman abgelichtete Ge- Erde zu gleichen Teilen eingefangen sind. In bäude ist im Rahmen des sogenannten Case- seiner Person gewinnt »The Californian Study-House-Programms entstanden. Ein Dream«, die scheinbar voraussetzungslose Musterhausprogramm, das 1945 durch den Vereinbarkeit von Silicon Valley, Umwelt- kalifornischen schutzbewegung und Fitnesskult, gewisser- Verleger John Entenza (1905–1984) initiiert und in seiner monatlich maßen greifbare Gestalt. Es ist der Visionär, erscheinenden Zeitschrift Arts & Architecture der Architekt einer strahlenden Zukunft, von bis in die Mitte der 1960er Jahre monogra- der Shulmans Bild uns vornehmlich erzählt. fisch präsentiert wurde. Die Fotografie Shul- Und es gehört vielleicht zur tiefgreifenden mans, 1962 in dem populär angelegten Life- Prägung Kaliforniens durch seine Filmin- Style-Magazin publiziert, ist dabei jedoch un- dustrie, dass es tatsächlich niemand anders gleich mehr als die neutrale Dokumentation als der Architekt des Hauses ist, Pierre Koe- von Pierre Koenigs Gebäude. Sie ist vielmehr nig, der dort vorne im Fadenkreuz der Zen- auch ein Genre, das, wie jedes andere kunst- tralperspektive posiert. historische Genre, nach einem System von In der semantischen Verschränkung von Konventionen komponiert ist und damit in national-romantischem Sinnbild und me- erster Linie ein Ziel verfolgt, nämlich das, chanischem Dokument ist die Architekturfo- uns eine Geschichte zu erzählen. Das Cha- tografie somit nach wie vor Spiegelbild einer rakterbild des Gebäudes, sein Porträt, ist da- empiristischen Wirklichkeitsauffassung. Ge- bei Bestandteil dieser Geschichte. Von Koenigs Gebäude, seiner Erschließung, seiner inneren und äußeren Organisa- rade damit kann sich die Praxis nahezu aller Bereiche des Architekturbetriebs ihre unübertroffenen Vorteile zu Nutze machen. tion und der Einbindung des Baukörpers in So wie seinerzeit Donald Preziosi die das umgebende bauliche Umfeld erfahren wir »Kunstgeschichte als Kind der Fotografie« gleichwohl vergleichsweise wenig. Wir sehen charakterisierte, so lässt sich mithin auch die links lediglich einen langgestreckten Bunga- Architekturgeschichte als Produkt der repro- low in Flachdachbauweise, rechts den Pool, duktiven Bildmedien (Zeichnung, Stich, Li- der offenbar einen festen Bestandteil des ar- thografie, Fotografie) bezeichnen. Die Archi- chitektonischen Konzeptes darstellt. Dazwi- tektur, wie wir sie vor allem im 20. Jahrhun- schen liegt die offene Veranda, die einen naht- dert kennengelernt haben, wäre in diesem losen Übergang zwischen Innen- und Außen- Sinne am treffendsten vielleicht aber als Hy- raum markiert. Daneben erkennen wir die ge- brid von Architektur und Fotografie zu be- rade Fassade des Gebäudes zum Pool, unter- schreiben.34 Um 1930/40 tritt, wie die künst- teilt in teils geöffnete, teils geschlossene lerische Werbefotografie Kaliforniens zeigt, Wandglasfelder, dahinter einen mit bürgerli- hier außerdem das narrative Medium des chem Mobiliar belebten Wohnbereich. Mehr Films hinzu. Diesen reziproken Bezug zwi- sehen wir von dem Gebäude nicht. schen Bauwerk und Medien gilt es weiter auf- Was dagegen ins Auge springt und uns wie durch einen Fokus ins Bild hineinzieht, das zudecken – ganz ohne dass der Architekturbetrieb dabei Schaden nehmen muss. ist der Mann am Ende der Veranda zwischen Haus und Pool, wie er da steht im eleganten antikischen Kontrapost zwischen Innen und Außen, Himmel und Erde. Fotogeschichte 132/2014 13 1 Exemplarisch hier der methodische Ansatz der Herausgeber des ersten Bandes der Kunstdenkmäler des Königreichs Bayern, München 1895, Gustav von Betzold, Berthold Riehl: Die Fotografie »ist stets die erste maßgebende Grundlage der [...] Forschung«. 2 Die Messbildfotografie als fotogrammetrisches Verfahren wurde von Aimé Laussedat (1819–1907) in Frankreich und Albrecht Meydenbauer (1834–1921) in Deutschland etwa zur selben Zeit entwickelt (1854, 1858). Sie ermöglichte die genaue Ausmessung von Denkmälern und deren Rekonstruktion über die Fotografie. 3 Zum »Neuen Sehen« vgl. Andreas Haus, Michel Frizot: Stilfiguren. Das Neue Sehen und die Neue Fotografie, in: Michel Frizot (Hg.): Neue Geschichte der Fotografie, Köln 1998, S. 456–474. 4 Zum Postulat der ›Objektivität‹ der wissenschaftlichen Dokumentations- und der Messbildfotografie vgl. Lorraine Daston: Mechanische Objektivität, in: Lorraine Daston, Peter Galison: Objektivität, Frankfurt a. M. 2007, S. 121–200. 5 Reyner Banham: A Concrete Atlantis: U. S. Industrial Building and European Modern Architecture, Cambridge, London, 1986, S. 18: »[...] insofar as the International Style was copied from American industrial prototypes and models, it must be the first architectural movement in the history of art based almost excusively on photographic evidence rather than on the ancient and previously unavoidable techniques of personal inspection and measured drawing«. 6 Vgl. etwa Mario Carpo: L’architettura dell’età della stampa, Mailand 1998. 7 Beatriz Colomina: Privacy and Publicity. Modern Architecture in Mass Media, Cambridge, London, 1994. Dies.: Media as Modern Architecture, New Haven, London 2008. 8 Vgl. die dokumentarische Filrmreihe »Baukunst« der Jahre 1995 bis 2005 für Arte France von Richard Copans und Stan Neumann. 9 So auch Heinrich Klotz: Über das Abbilden von Bauwerken, in: Architectura 1 (1971), S. 1–14. 10 Exemplarisch siehe Cervin Robinson, Joel Herschman: Architecture Transformed. A History of the Photography of Buildings from 1839 to the Present, New York 1987. 11 Rolf Sachsse: Architekturfotografie. Das analoge Bild der klassischen Moderne – zur gegenseitigen Historisierung von Fotografie und Architektur im 19. und 20. Jahrhundert, in: Wolfgang Sonne: Die Medien der Architektur, in: Ders. (Hg.): Die Medien der Architektur, Berlin, München 2011, 85–97, hier S. 96. 12 Über die um 1887 einsetzende Stilgeschichte gelang es der deutschen Kunstgeschichte, sich von der Ästhetik zu lösen und sich damit gleichzeitig als historische Wissenschaft zu etablieren: Cornelius Gurlitt: Geschichte des Barockstiles in Italien, Stuttgart 1887; ders.: Geschichte des Barockstiles und des Rokoko in Deutschland, Stuttgart 1889; Heinrich Wölfflin, »Renaissance und Barock«, München 1888. Für beide Autoren standen erstmals ganz dezidiert die Definition des Stils, die historische Abfolge der Stile und die Barockarchitektur im Mittelpunkt. 13 Adolf Behne: Der moderne Zweckbau, Berlin 1925. 14 Martin Warnke: Politische Ikonographie, in: Sabine Poeschel (Hg.): Ikonographie. Neue Wege der Forschung, Darmstadt 2010, S. 72–85. 15 Vorgänger waren zumeist akademische Vorbildund Plansammlungen, die systematisch erweitert in eine staatliche Institutionalisierung überführt wurden, mit 14 dem Ziel, Architektur und Städtebau einer breiten Öffentlichkeit zu vermitteln. 16 Die caractère-Lehre propagierte das Gebäude als einen Stimmungsträger, der Empfindungen hervorruft; wichtige Vertreter waren Claude-Nicolas Ledoux (1736–1806) und Étienne-Louis Boullée (1728–1799); vgl. etwa Klaus Jan Philipp: Revolutionsarchitektur: ein Aspekt der europäischen Architektur um 1800, in: Winfried Nerdinger u. a.(Hg.): Revolutionsarchitektur, München 1990, S. 13–40. 17 Monika Melters: Die zwei Körper des Denkmals. Zur Transformation der Befreiungshalle im Zeitalter visueller Reproduzierbarkeit, in: Christoph Wagner (Hg.): Die Befreiungshalle Kelheim. Geschichte – Mythos – Gegenwart, Regensburg 2012, S. 315–329, hier S. 323 f. Den ersten Architekturfilm stellt 1921 Paul Strands und Charles Sheelers musikalisch unterlegtes Kurzepos »Manhatta« dar. 18 Roy E. Stryker, Paul H. Johnstone: Documentary Photographs, in: C. Ware (Hg.): The Cultural Approach to History, New York 1940, S. 324–330. 19 Exemplarisch hierzu Eva Maria Froschauer: »An die Leser«. Baukunst darstellen und vermitteln – Berliner Architekturzeitschriften um 1900, Tübingen, Berlin 2009. 20 Die Denkmalpflege nutzte die Fotografie bereits ab 1855 als Dokumentationsmittel: So stellt das 1887 gegründete Fotoarchiv des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege heute eine der ältesten europäischen Fotosammlungen dar; vgl. E. Fleckenstein u. a.: Das visuelle Gedächtnis Bayerns. Das Bildarchiv des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege, München 2006, hg. v. Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, München 2006. 21 Constantin Uhde (Hg.): Braunschweigs Bau-Denkmäler, I. Serie. Kurze Erläuterungen zu den photographischen Aufnahmen von Constantin Uhde, Braunschweig 1892. 22 Vgl. etwa Michael Ponstingl: Die Bildbandreihen des Verlags Robert Langewiesche 1904–1960, in: Monika Faber, Klaus Albrecht Schröder (Hg.): Das Auge und der Apparat. Eine Geschichte der Fotografie aus den Sammlungen der Albertina, Wien 2003, S. 201–223. 23 Patrick Rössler: Medienthema Bauhaus. Erfolgreiche Pressearbeit in zeitgenössischen Periodika, in: Patrick Rössler (Hg.): Bauhauskommunikation. Innovative Strategien im Umgang mit Medien, interner und externer Öffentlichkeit, Berlin 2009, S. 315–334. 24 Lázlo Moholy-Nagy: Malerei Photographie Film (Bauhausbuch Nr. 8), München 1925, S. 26 f. 25 Zit. nach Jan Jeffrey: Josef Sudek, Berlin 2001, S. 3–15, hier S. 6 f. 26 Albert Renger-Patzsch: Architekt und Fotograf, in: Fotoprisma, Oktober und November 1960, S. 548–551, S. 618 f., wiederabgedruckt in: Bernd Stiegler, Ann und Jürgen Wilde (Hg.): Albert Renger-Patzsch. Die Freude am Gegenstand. Gesammelte Aufsätze zur Photographie, München 2010, S. 211. 27 Helmut Gernsheim: Focus on Architecture and Sculpture. An original approach to the photography of architecture and sculpture, London 1949. 28 Sigfried Giedion: Brief an Eduard Wasow 1930, zit. nach W. Oechslin, G. Harbusch (Hg.): Sigfried Giedion und die Fotografie. Bildinszenierungen der Moderne, Zürich 2010, S. 20. 29 Zur perspektivischen Darstellung als mimetischer Technik vgl. Frank Büttner: Rationalisierung der Mimesis. Anfänge der konstruierten Perspektive bei Brunelleschi und Alberti, in: Andreas Kablitz, Gerhard Neumann (Hg.): Mimesis und Simulation, Freiburg i. Br. 1998, S. 55–87. 30 So übernahm Panofsky den Begriff der »symboli- schen Form« von Ernst Cassirer (1874–1945) vgl. Ernst Cassirer: Substanzbegriff und Funktionsbegriff. Untersuchungen über die Grundfragen der Erkenntniskritik (Gesammelte Werke, Hamburger Ausgabe, Bd. 6), Hamburg 2000. 31 Theodor W. Adorno, Max Horkheimer: Dialektik der Aufklärung: Philosophische Fragmente (1944, 1947, 1969), Frankfurt a. M. 1988, S. 128–176. 32 So auch Rolf Sachsse: Fotografie als Medium der Architekturinterpretation. Studien zur Geschichte der deutschen Architekturfotografie im 20. Jahrhundert, München u. a. 1984. 33 Esther McCoy: Case Study Houses 1945–1962, Los Angeles 21977. Thomas S. Hines: Richard Neutra and the Search for Modern Architecture: A Biography and History, New York 1982. 34 Donald Preziosi: Rethinking Art History. Meditations on a Coy Science, New Haven, London 1989, S. 29. Fotogeschichte 132/2014