Autoimmunerkrankungen: Hilfe von CD4 Die Behandlung von

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Autoimmunerkrankungen: Hilfe von CD4
Die Behandlung von Autoimmunerkrankungen ist langwierig, neue
Therapieansätze verfolgen Mediziner mit CD4 blockierenden
Therapeutischen Antikörpern. Wissenschaftler haben nun einen
Wirkmechanismus entdeckt, der neue Perspektiven für diese Therapie
eröffnet.
Es gibt Hunderte von Autoimmunerkrankungen und drei Hauptgruppen
aus der Immunzellriege spielen bei deren Entstehung eine zentrale
Rolle: Dendritische Zellen, T-Helferzellen und Regulatorische T-Zellen.
Dendritische Zellen erkennen und verarbeiten Krankheitserreger sowie
körpereigene Bestandteile und geben die Information an T-Helferzellen
weiter. Diese leiten dann die Abwehr gegen die als gefährlich
eingestuften Zellen ein. Regulatorische T-Zellen haben die Aufgabe, die
Reaktionen des Immunsystems zu bremsen, damit die Immunzellen
nicht übereifrig den eigenen Organismus schädigen. Und irgendwo in
diesem System schleicht sich bei einer Autoimmunerkrankung ein Fehler
ein. Alle diese Zelltypen haben eins gemeinsam: Sie tragen CD4Rezeptoren auf ihrer Oberfläche und an diesen Rezeptoren greifen die
neuen Therapeutischen Antikörper an. Sie blockieren den CD4Rezeptor. Was dann genau in der Immunkaskade geschieht? Das ist
noch nicht klar.
Immunreaktionen selektiver ausschalten
„Die Behandlung mit CD4-Antikörpern ist deshalb so interessant“, erklärt
Dr. Christian Thomas Mayer vom Institut für Infektionsimmunologie am
TWINCORE, „weil sich Immunreaktionen damit wahrscheinlich selektiver
ausschalten lassen und somit die gewünschte Immunreaktion auf
Infektionserreger erhalten bleibt.“ Der Grund: es werden nur übereifrige
Immunzellen zum Zeitpunkt der Behandlung durch den Antikörper
gebremst. Bei einer Autoimmunerkrankung würden genau diese die
Krankheit auslösen und die Behandlung sorgt dafür, dass das
Immunsystem den Auslöser dieser falschen Immunreaktion zu tolerieren
lernt. Später eintreffende Fremdkörper wie etwa Krankheitserreger
würden dann – theoretisch – vom Immunsystem wieder bekämpft
werden.
Bislang gingen die Wissenschaftler davon aus, dass besonders die CD4Rezeptoren auf den Regulatorischen T-Zellen für diese Toleranz
zuständig sind. „Wir haben die Therapie mit CD4-Antikörpern nun mit
Mäusen getestet, die eine starke Autoimmunerkrankung zeigen, aber gar
keine Regulatorischen T-Zellen besitzen“, sagt Christian Thomas Mayer.
Diese Mäuse haben im Prinzip die gleiche Erkrankung wie Menschen mit
dem IPEX-Syndrom. Das ist eine schwere Autoimmunerkrankung, die
unbehandelt schon im frühen Kindesalter zum Tod führt. Der
Wissenschaftler hat beobachtet, dass die CD4-Antikörper auch direkt auf
die T-Helferzellen wirken, also unabhängig von den Regulatorischen TZellen sind. Damit stehen für die Behandlung von
Autoimmunerkrankungen, bei denen die Regulatorischen T-Zellen
blockiert sind oder ganz fehlen, neue Möglichkeiten offen.
Auch für Transplantationen interessant
Es wäre sogar denkbar, die Therapie mit CD4-Antikörpern mit einer
Stärkung der Regulatorischen T-Zellen zu kombinieren“, so der
Immunologe. „Als nächstes müssen wir nun untersuchen, ob es möglich
ist, durch eine solche Kombinationstherapie die Autoimmunerkrankung
zu beherrschen, ohne die Infektabwehr zu unterdrücken“, sagt Prof. Tim
Sparwasser, Direktor des Instituts für Infektionsimmunologie am
TWINCORE. Das hätte noch einen spannenden Nebeneffekt: Auch für
Transplantationen wäre diese CD4-Antikörper Behandlung sehr
interessant. Wenn gleichzeitig mit dem fremden transplantierten Organ
über die CD4-Rezeptoren gezielt Toleranz für dieses fremde Gewebe
beim Immunsystem erzeugt werden könnte, wäre es nicht länger nötig,
nach Transplantationen das gesamte Immunsystem zu unterdrücken.
Originalpublikationen:
CD4 blockade directly inhibits mouse and human CD4+ T cell functions
independent of Foxp3+ Tregs. C.T. Mayer et al.; J Autoimmun; Mayer,
C.T. et al.; 2013
Anti-CD4 treatment inhibits autoimmunity in scurfy mice through the
attenuation of co-stimulatory signals. J Autoimmun; Mayer, C.T. et al.;
2013
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