Bedeutung dendritischer Zellen und Makrophagen für die Infektion

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Aus der Arbeitsgruppe Immunologie der Tierärztlichen Hochschule Hannover
und der
Abteilung Rheumatologie der Medizinischen Hochschule Hannover
Bedeutung dendritischer Zellen und Makrophagen für die
Infektion und Vermehrung von Chlamydophila pneumoniae.
Untersuchungen in einem neu entwickelten in vitro
Kokulturmodell
INAUGURAL-DISSERTATION
zur Erlangung des Grades eines
Doktors der Veterinärmedizin
(Dr. med. vet.)
durch die Tierärztliche Hochschule Hannover
Vorgelegt von
Matthias Peppmüller
aus Gelsenkirchen
Hannover 2005
Wissenschaftliche Betreuung:
Univ.-Prof. Dr. W. Leibold
1. Gutachter:
Univ.-Prof. Dr. W. Leibold
2. Gutachter:
Prof. Dr. N. Baltes
Tag der mündlichen Prüfung:
21.11.2005
Die Finanzierung der Arbeit erfolgte im Wesentlichen durch Forschungsmittel der
Deutschen Forschungsgemeinschaft WA 747/4-1.
Für meine Familie
Inhaltsverzeichnis
1
Einleitung
15
2
Literaturübersicht
17
2.1
17
2.1.1
Die Familie der Chlamydiaceae
17
2.1.2
Chlamydophila pneumoniae
19
2.2
Chlamydophila pneumoniae als Pathogen
21
2.2.1
Übertragung und Verbreitung
21
2.2.2
Akute Infektionen
22
2.2.3
Chronische Erkrankungen
22
2.3
In vitro-Verhalten von Chlamydophila pneumoniae
24
2.3.1
Chlamydophila pneumoniae und Makrophagen
24
2.3.2
Chlamydophila pneumoniae und dendritische Zellen
25
2.3.3
Persistenz
26
2.4
3
Chlamydien
Kokulturmodelle
Material und Methoden
3.1
Geräte und Materialien
29
31
31
3.1.1
Geräte
31
3.1.2
Materialien
32
3.1.3
Zellen und Bakterien
34
3.1.4
Medien und Lösungen
34
3.1.5
Antikörper für die Färbungen
(Immunhistochemie und Immunfluoreszenz)
37
3.1.6
Antikörper für die Durchflußzytometrie (FACS)
37
3.1.7
Molekularbiologische Reagenzien
38
3.1.8
Weitere Hilfsmittel
39
3.2
Methoden
40
3.2.1
Kultivierung von HEp-2 Zellen
40
3.2.2
Isolation CD14 positiver mononuklärer Zellen
41
3.2.3
Überprüfung der Reinheit der isolierten CD14+ Zellen
3.2.4
mittels FACS-Analyse
45
Konditionierung der Zellen
46
3.2.4.1 Konditionierung der monozytären Zellen zu Makrophagen
46
3.2.4.1.1Konditionierung der monozytären Zellen zu Makrophagen auf
der Membran
3.2.4.2 Konditionierung der monozytären Zellen zu immaturen DC
45
48
3.2.4.2.1Konditionierung der monozytären Zellen zu immaturen DC im
unteren Kompartiment des Transwell-Systems
47
3.2.4.2.2Austestung der geeigneten Porengrößen der Transwell-Membranen
50
3.2.4.2.3Austestung verschiedener Serumgehalte auf die Konditionierung
51
3.2.4.3 Konditionierung der monozytären Zellen für die Phänotypisierung
mittels FACS-Analyse
51
3.2.4.4 Färbung und Analyse der konditionierten Zellpopulationen
3.2.5
mittels FACS
53
Infektionsversuche im Transwell-Kultursystem
55
3.2.5.1 Empfänglichkeit von Makrophagen für frei verfügbare
chlamydiale Partikel
55
3.2.5.2 Infektion der immaturen dendritischen Zellen
56
3.2.5.2.1Infektion der auf Deckgläschen konditionierten DC
58
3.2.5.3 Kokultur der infizierten DC mit Makrophagen und Probenentnahme
58
3.2.5.3.1Kokultur und Probennahme bei geänderter Position
der Zellpopulationen
3.2.6
60
Färbung der Präparate aus den Infektionsversuchen zum Nachweis
von Chlamydophila pneumoniae
3.2.6.1 Immunhistochemischer Nachweis von Chlamydophila pneumoniae
61
61
3.2.6.2 Immunfluoreszenzfärbung kokultivierter Makrophagen zum Nachweis
von Chlamydophila pneumoniae
3.2.7
3.2.8
63
Bestimmung der Zahl infektiöser Chlamydien aus den
Überständen und Lysaten im HEp-2 Infektiositätstest
64
Untersuchungen zur chlamydialen Genexpression
66
3.2.8.1 Konditionierung, Infektion und Kokultur der Zellen für
die Genexpressionsanalyse
66
3.2.8.2 Entnahme der Proben aus der Kokultur für die
Genexpressionsanalyse
67
3.2.8.3 Aufreinigung der Lysate und Isolation der
chlamydialen DNA und RNA
68
3.2.8.4 Messung der Menge isolierter chlamydialer DNA und RNA
über die Bestimmung der optischen Dichte der Proben
3.2.8.5 DNA-Verdau in den aufgereinigten RNA-Proben
69
70
3.2.8.6 Umschreibung der isolierten RNA in DNA mittels
reverser Transkription
71
3.2.8.7 Quantitativer Nachweis chlamydialer DNA und cDNA
im TaqMan-System
72
3.2.8.7.1Theoretischer Hintergrund
72
3.2.8.7.2Durchführung der quantitativen real-time PCR im TaqMan-System
73
3.2.8.7.3Auswertung der im TaqMan-System ermittelten Daten
76
4
Ergebnisse
4.1
Ergebnisse der experimentellen Vorarbeiten
4.1.1
79
79
Einfluss der Serumkonzentration auf die Zahl der Makrophagen
während der Konditionierungsphase
79
4.1.2
Wahl der geeigneten Porengröße der Membran für die Kultur der DC
81
4.1.3
Nachweis chlamydialer Entwicklung in primär infizierten DC
in Anwesenheit kokultivierter Makropagen
4.1.4
83
Empfänglichkeit der Makrophagen für frei im Medium
vorhandene Chlamydien
84
4.2
Analyse der Reinheit der isolierten mononuklären Zellen mittels FACS
88
4.3
Ergebnisse der Infektionsversuche
91
4.3.1
Morphologische Unterschiede der Zellpopulationen bei
Konditionierung mit verschiedenen Seren
91
4.3.1.1 Morphologie der dendritischen Zellen
91
4.3.1.2 Morphologie der Makrophagen
92
4.3.2
93
Phänotypisierung der konditionierten Zellen mittels FACS-Analyse
4.3.2.1 Oberflächenmoleküle auf dendritischen Zellen
95
4.3.2.2 Oberflächenmoleküle auf Makrophagen
98
4.3.3
Nachweis der Infizierbarkeit dendritischer Zellen auf der Membran mit
Darstellung chlamydialer Inklusionen als Zeichen der Entwicklung
4.3.4
Morphologische Veränderungen der primär infizierten DC
im Vergleich zu Schein-infizierten Zellen
4.3.5
101
103
Übertragung von Chlp. pneumoniae von infizierten DC
auf kokultivierte Makrophagen
105
4.3.5.1 Nachweis der Übertragung mittels immunhistochemischer Färbung
106
4.3.5.2 Nachweis der Übertragung mittels Immunfluoreszenzfärbung
107
4.3.5.3 Nachweis der Übertragung gegen die Schwerkraft vom
unteren Kompartiment in das obere Kompartiment
4.3.6
109
Bestimmung der Zahl infektiöser Chlamydien in den Proben der
Kokulturexperimente im HEp2-Infektiositätstest
110
4.3.6.1 Infektiosität der mit humanem AB-Serum kultivierten Zellen
110
4.3.6.2 Infektiosität der mit autologem Serum kultivierten Zellen
112
4.3.7
114
Ergebnisse der quantitativen Analyse der chlamydialen Genexpression
4.3.7.1 Chlamydiale Genexpressionsmuster in den Infektionsversuchen
mit humanem AB-Serum
114
4.3.7.2 Chlamydiale Genexpressionsmuster in den Infektionsversuchen
mit autologem Serum
4.4
Weiterführende Untersuchungen zu inhibitorischen Einflüssen
der zur Kultur verwendeten Seren
4.4.1
4.4.2
Diskussion
Infizierbarkeit dendritischer Zellen und Makrophagen im Modell
5.1.1
124
125
125
Aufnahme von Chlp. pneumoniae durch Makrophagen
und Entwicklung des Erregers
5.2
122
Etablierung einer Infektion mit Chlp. pneumoniae
in dendritischen Zellen
5.1.2
120
Überprüfung auf Antikörper gegen Chlp. pneumoniae
im hAB-Serum mittels Immunfluoreszenzfärbung
5.1
120
Überprüfung inhibitorischer Effekte des hAB-Serum mit Hilfe
der für Chlp. pneumoniae sensitiven HEp-2 Zelle
5
117
127
Übertragung von Chlp. pneumoniae von infizierten DC
auf kokultivierte Makrophagen
128
5.3
Charakterisierung der übertragenen Chlamydien in Hinblick
auf ihre Infektiosität und ihre Entwicklungsform
129
5.4
Mögliche Beeinflussung der Makrophagen das Serum
131
5.5
Schlussbemerkung
132
6
Zusammenfassung
134
7
Summary
136
8
Literaturverzeichnis
138
9
Anhang
150
9.1
Methodisches Vorgehen der weiterführenden Untersuchungen
(Kap. 4.4)
9.1.1
Überprüfung inhibitorischer Effekte des hAB-Serum mit Hilfe
der für Chlp. pneumoniae sensitiven HEp-2 Zelle
9.1.2
151
Funktion der bei der FACS-Analyse untersuchten
Oberflächenmoleküle
10
150
Überprüfung auf Antikörper gegen Chlp. pneumoniae
im hAB-Serum mittels Immunfluoreszenzfärbung
9.1.3
150
Eidesstattliche Erklärung
152
153
Abkürzungsverzeichnis und Glossar
(Zahl)xg
(Zahl)-faches der Erdbeschleunigung (~ 9,8 Meter/sec²)
°C
Grad Celsius
µ
mikro
µg
Mikrogramm
µl
Mikroliter
Abb.
Abbildung
AEC
3-Amino-9-Ethylcarbazol
AK
Antikörper
Aliquot
einige, ein paar; bezeichnet hier den separat abgefüllten Teil
einer Gesamtmenge
ATP
Adenosintriphosphat
autolog
zu demselben Individuum gehörig; hier: Zellen und Serum
stammen von demselben Spender
Aqua dest.
Aqua destillata; (destilliertes Wasser)
Buffy Coat
Leukozyten- und Thrombozytenfraktionen, die nach der
Zentrifugation von Vollblut erhalten werden
bzw.
beziehungsweise
C. p.
Chlamydophila pneumoniae
ca.
circa
CD
cluster of differentiation; Zelloberflächenmolekül, welches durch
spezifische monoklonale Antikörper erkannt wird
cDNA
complementary DNA; zur RNA komplementäre DNA
Chlp. pneumoniae
Chlamydophila pneumoniae
DC
dendritic cell(s); (Dendritische Zelle(n))
DNA
desoxyribonucleic acid; (Desoxyribonukleinsäure)
EDTA
Ethylen-Diamin-Tetra-Acetat
EK
Elementarkörper, die infektiöse Form der Chlamydien
et al.
et alii; (und andere, auf Autoren bezogen)
FACS
fluorescence activated cell sorter; (Fluoreszenz-aktivierter
Zellsortierer)
Falcon
Spitzbodenröhrchen
FAM
Fluorescein-Addition-Monomer; ein Fluorochrom
Fc
fragment cristalline; kristallines Fragment von Immunglobulinen
FITC
Fluoresceinisothiocyanat, ein Fluorochrom
FKS
Fetales Kälberserum
g
Gramm
hAB-Serum
humanes AB Serum
HLA
human leucocyte antigen (humanes Leukozytenantigen);
genetische Bezeichnung für die humanen Haupthistokompatibilitätskomplexe
IFU
inclusion forming unit; (Inklusionbildende Einheit)
Ig
Immunglobulin
Kap.
Kapitel
L
Liter
Mø
Makrophage(n)
M
mol/L
MACS®
magnetic cell sorting; (magnetische Zellsortierung)
mAK
monoklonaler Antikörper
mg
Milligramm
MHC
major histocompatibility complex (Haupthistokompatibilitätskomplex)
min
Minute
ml
Milliliter
mmol
Millimol
MOI
multiplicity of infection; Anzahl infektiöser Einheiten pro Zelle
mRNA
messenger RNA; (Boten-RNA)
PBS
phosphate buffered saline; (phosphatgepufferte Salzlösung)
PCR
polymerase chain reaction; (Polymerasekettenreaktion)
PE
Phycoerythrin, ein Fluorochrom
Pellet
Zellpellet; gemeint ist hiermit die Ansammlung von Zellen am
Boden eines Gefäßes, meist nach Zentrifugation
rhGM-CSF
rekombinanter humaner granulocyte monocyte colony
stimulating factor, (rekombinanter humaner Granulozyten
Monozyten Kolonie stimulierender Faktor)
rhIL-4
rekombinantes humanes Interleukin 4
RK
Retikularkörper; die replikative Form der Chlamydien
RNA
ribonucleic acid; (Ribonukleinsäure)
rRNA
ribosomale RNA
RT
Raumtemperatur
RT-PCR
Reverse-Transkriptase-PCR
sec.
Sekunde
Tab.
Tabelle
TAMRA
Carboxy-Tetramethyl-Rhodamin; ein Fluorochrom
U
Unit; (Einheit)
well
Vertiefung in einer Zellkulturplatte
Einleitung
1
15
Einleitung
Bakterien der Familie Chlamydiaceae gehören zu den obligat intrazellulären Parasiten
eukaryotischer Zellen. Alle Mitglieder dieser Familie zeigen einen komplexen biphasischen
Lebenszyklus, der durch eine intrazelluläre, vermehrungsfähige Form sowie eine
extrazelluläre, infektiöse Form gekennzeichnet ist.
Akute Infektionen äußern sich sowohl beim Menschen als auch beim Tier in einer Vielzahl
verschiedener Krankheitskomplexe: Genitale Infektionen mit der Gefahr eines Aborts beim
weiblichen Individuum, Entzündungen des Auges und der umgebenden Schleimhäute
sowie des gesamten respiratorischen Systems sind hierfür Beispiele.
Allerdings können Chlamydien auch bei anderen Erkrankungen mit eher chronischem
Verlauf nachgewiesen werden. Bei reaktiven Gelenksentzündungen (TAYLORROBINSON et al. 1992) oder granulomatösen Entzündungen der Gefäße (WAGNER et al.
2000) wird eine ursächliche Beteiligung am Krankheitsgeschehen diskutiert. Ebenso
gelang der Nachweis bei Gefäßerkrankungen wie Atherosklerose (KUO et al. 1993;
MAZUR et al. 2004), stenosierenden Prozessen der Herzklappen bzw. –gefäße
(CAMPBELL et al. 1995) und bei chronischen Erkrankungen des respiratorischen Systems
(HAHN et al. 1991; EMRE et al. 1994). Sogar beim Morbus Alzheimer konnte in Gliazellen
Chlamydophila pneumoniae dargestellt werden (BALIN et al. 1998). Auch bei Tieren
finden sich Chlamydien bei vergleichbaren Krankheitsprozessen (SAKO et al. 2002).
Auffällig ist hierbei die teilweise große Entfernung der Nachweisorte im Verhältnis zur
Eintrittspforte der Erreger in den Körper. Die Chlamydien müssen also vom Ort der
Primärinfektion in andere Bereiche des Organismus gelangen. Da es sich um
intrazelluläre Erreger handelt, ist eine solche Streuung nur innerhalb von Zellen möglich.
Tatsächlich konnten in peripheren monozytären Zellen Chlamydien sowohl mittels PCR als
auch direkt durch Anfärbung nachgewiesen werden (MAASS et al. 2000; HARANAGA et
al. 2001). Weiterhin fällt auf, dass die Nachweise bei den chlamydienassoziierten
Einleitung
16
chronischen Erkrankungen oft in Makrophagen oder dendritischen Zellen erfolgten,
direkten Abkömmlingen solcher peripherer mononuklärer Zellen. Diese Befunde führten zu
der Hypothese, dass Chlamydien mononukläre Zellen als Vektor für ihre Ausbreitung im
Organismus benutzen. Im Maus- bzw. Kaninchenmodell konnte eine solche Ausbreitung
bereits gezeigt werden (YANG et al. 1995; GIEFFERS et al. 2004). Die hierbei verwendete
Art Chlamydophila pneumoniae ist mit einer serologischen Prävalenz von über 50% bei
Erwachsenen einer der häufigsten Infektionserreger aus der Familie der Chlamydiaceae.
Die aerogene Übertragungsmöglichkeit spielt hierbei eine besondere Rolle.
Sowohl dendritische Zellen als auch Makrophagen sind für die Aufnahme, Verarbeitung
und Präsentation antigener Strukturen im Körper verantwortlich. Bei der Riesenzellarteriitis
fanden sich mit Chlp. pneumoniae infizierte DC sogar in unmittelbarer Nachbarschaft zu
Makrophagen (WAGNER et al. 2000). Beide Zelltypen sind auch in vitro für eine Infektion
mit diesem Erreger empfänglich (GAYDOS et al. 1996). Bei experimentellen viralen
Infektionen ist sogar eine Erregerübertragung zwischen diesen beiden Zelltypen
demonstriert worden (KACANI et al. 1998). Auch in vivo wäre eine solche Übertragung
denkbar und könnte erklären, warum sowohl Makrophagen als auch DC bei chronischen
Erkrankungen Träger einer chlamydialen Infektion sind.
Um die Möglichkeit einer Infektionsübertragung von Chlp. pneumoniae zwischen
dendritischen Zellen und Makrophagen näher zu untersuchen, sollte im Rahmen dieser
Arbeit ein Kokulturmodell entwickelt werden.
Besondere Schwerpunkte lagen dabei auf folgenden Aspekten:
Nachweis der Infizierbarkeit dendritischer Zellen in Kokultur mit Makrophagen
Untersuchung einer möglichen Übertragung des Erregers ohne Zell-Zell-Kontakt zwischen
den verschiedenen Zellarten
Charakterisierung der in den jeweiligen Zellpopulationen gefundenen Chlamydien in
Hinblick auf ihre Infektiosität und ihre vorherrschende Entwicklungsform
Literaturübersicht
2
Literaturübersicht
2.1
Chlamydien
17
2.1.1 Die Familie der Chlamydiaceae
Alle Vertreter der Ordnung Chlamydiales sind, ähnlich wie Rickettsien, obligat
intrazelluläre Parasiten. Aufgrund eines defizitären eigenen Energiestoffwechsels sind sie
auf die Reserven phosphorylierter Nukleotide (z.b. ATP) ihrer Wirtszelle angewiesen.
Dabei findet die Familie der Chlamydiaceae ihr Wirtsspektrum primär bei Vertebraten.
Bereits in den Jahren 1929 und 1930 wurde eine der bekanntesten Erkrankungen durch
Chlamydien, die Psittakose, beschrieben. Untersuchungen an verendeten Vögeln und
erkrankten Menschen ergaben als Verursacher einen intrazellulären Erreger mit
bakteriellen Eigenschaften. Dem Entdecker Bedson zu Ehre wurde dieses Bakterium
Bedsonia genannt. 1934 erkannte Thygeson Ähnlichkeiten zwischen diesem Erreger und
Erregern weiterer Erkrankungen wie dem Trachom und dem Lymphogranulomum
venerum und führte sie in einer Gruppe zusammen. Im Jahr 1945 schließlich wurde der
Oberbegriff Chlamydia für alle Vertreter dieser Gruppe erstmalig in der Literatur benutzt.
Aber erst 20 Jahre später konnte mit Hilfe der Elektronenmikroskopie die Zugehörigkeit zu
den Bakterien und die Abgrenzung gegenüber den Viren eindeutig nachgewiesen werden.
Durch phylogenetische Analysen ribosomaler Gene (EVERETT et al. 1999) und weitere
Untersuchungen chlamydialer Proteine (BUSH u. EVERETT 2001) kam es zu einer
Neuordnung der Systematik und zu einer Änderung der Taxonomie. Die heute
gebräuchliche Einteilung wird in Abbildung 1 dargestellt.
Literaturübersicht
Ordnung
18
Familie
Gattung
Art
C. abortus
C. psittaci
C. felis
Chlamydophila
C. caviae
C. pecorum
Chlamydiaceae
C. pneumoniae
Chlamydiales
C. trachomatis
Chlamydia
C. suis
C. muridarum
N. hartmanella
Parachlamydiacea
e
P. acanthamoebae
Waddliaceae
W. chondrophila
Simkaniaceae
S. negevensis
Abb.1: Systematik der Ordnung Chlamydiales modifiziert nach Bush und Everett
Literaturübersicht
19
2.1.2 Chlamydophila pneumoniae
Im Gegensatz zu anderen Vertretern der Familie Chlamydiaceae existiert für Chlp.
pneumoniae nur ein Serovar. Es wurde zuerst 1965 in Taiwan isoliert und mit der
Bezeichnung TW-183 versehen (Taiwan isolate number 183). 1983 erfolgte ein weiterer
Nachweis mit der Bezeichnung AR-39 (acute respiratory isolate 39). Zu diesem Zeitpunkt
wurde der Erreger der Art Chlamydia psittaci zugeordnet, allerdings als „atypisch“
klassifiziert. Entdeckte Gemeinsamkeiten führten dann zu dem zusammengesetzten
Begriff der TWAR-Isolate. Erst 1989 wurden diese Isolate als eine eigenständige Art
erkannt und unter der Bezeichnung Chlamydia pneumoniae eingeführt (GRAYSTON et al.
1989b). Mit der Neuordnung der Taxonomie 1999 ergab sich die heute Artbezeichnung
Chlamydophila pneumoniae.
Obwohl bisher nur ein Serovar bekannt ist, so gibt es doch mehrere Biovare. Die
Isolierung gelang sowohl beim Koala (JACKSON et al. 1999) als auch bei verschiedenen
Froscharten (REED et al. 2000; HOTZEL et al. 2001) und beim Hund (SAKO et al. 2002).
Auch bei einem Pferd wurde das Bakterium gefunden, obwohl die genaue Zugehörigkeit in
diesem Fall unklar ist (STOREY et al. 1993).
Wie alle Mitglieder der Familie Chlamydiaceae zeigt auch Chlamydophila pneumoniae
einen komplexen biphasischen Vermehrungszyklus. Dieser ist durch zwei morphologisch
und funktionell unterschiedliche Organisationsformen gekennzeichnet: dem infektiösen,
nicht reproduktiven Elementarkörper (EK) und dem nicht infektiösen, reproduktiven
Retikularkörper (RK) (MIYASHITA et al. 1993).
Der Elementarkörper ist um die 0,3 µm groß, metabolisch inaktiv und osmotisch sehr
stabil. Dies verleiht ihm die für das extrazelluläre Überleben notwendige Resistenz
(HATCH 1996). Der Retikularkörper hingegen ist mit einem Durchmesser von ca. 1 µm
deutlich größer und osmotisch fragil. Seine Struktur ist weniger elektronendicht. Beide
Formen sind von einer inneren und äußeren Doppelmembran umgeben. Bei
Elementarkörpern umschließt die äußere Membran oft einen periplasmatischen Raum, so
Literaturübersicht
20
dass der EK eine eher birnenförmige Kontur annimmt (CHI et al. 1987). Der infektiöse EK
wird von der Zelle aufgenommen und in ein Phagosom eingeschlossen. Der genaue
Mechanismus ist bisher jedoch nicht eindeutig geklärt. Für C. trachomatis wurde ein
mikrofilamentabhängiger Phagozytoseprozess beschrieben (WARD u. MURRAY 1984),
allerdings ist auch eine von Mikrofilamenten unabhängige Aufnahme im Sinne einer
rezeptorvermittelten Endozytose denkbar (HODINKA et al. 1988). Die weitere Entwicklung
differiert je nach infizierter Zelle (MAASS u. HARIG 1995), wobei epitheliale Zellen für die
Entwicklung von Chlp. pneumoniae besonders geeignet sind. So konnte der
Entwicklungsprozess in diesen Zellen genauer untersucht werden. Dabei zeigt sich, dass
bis ca. zwei Stunden nach erfolgter Infektion die EK ihre Größe und elektronendichte
Struktur beibehalten. Nach acht Stunden beginnt die Dissoziation des Nukleoids, welche
mit einer Größenzunahme des Körperchens verbunden ist. Weitere vier Stunden später
zeigen die meisten Partikel ein derartiges, für Retikularkörper typisches Aussehen (WOLF
et al. 2000). Diese RK beginnen dann mit einer Vermehrung durch Teilung. Dabei kommt
es zu einem Zusammenschluss einzelner Phagosomen, wodurch ein größeres
Einschlusskörperchen, auch Inklusion genannt, entsteht. Diese Inklusion wird durch die
sich ständig teilenden Retikularkörper immer weiter angefüllt. Ab ca. 48 Stunden post
infectionem (p. inf.) beginnen einige RK zu kondensieren, was ein deutliches Zeichen für
die Rückentwicklung zum infektiösen EK ist. Der Anteil typischer EK in der Inklusion steigt
bis zu 72 Stunden p. inf. immer weiter an. Einige Stunden später kommt es zur Lyse der
Wirtszelle, wodurch die in der Inklusion enthaltenen Partikel freigesetzt werden. Dabei
gelangen primär infektiöse EK in den Extrazellularraum, aber auch verbliebene RK und
intermediäre Entwicklungsformen werden dabei freigesetzt. Mehrere Inklusionen in einer
Zelle verschmelzen nicht, zeigen aber manchmal eine asynchrone Entwicklung. Hierbei ist
unklar, ob es sich um eine zeitlich versetze Entwicklung handelt, oder ob es zwischen den
Einschlusskörpern zu einer Konkurrenz um die von der Wirtszelle bereitgestellten
Nährstoffe kommt (WOLF et al. 2000).
Literaturübersicht
2.2
21
Chlamydophila pneumoniae als Pathogen
2.2.1 Übertragung und Verbreitung
Vor der Beschreibung von Chlp. pneumoniae als eigene Art wurden die durch sie
ausgelösten Erkrankungen als Ornithosen diagnostiziert. Allerdings erkannte man, dass in
vielen Fällen kein Kontakt zu Vögeln bestand. Es musste also zu einer direkten
Übertragung des Erregers gekommen sein. Da es sich um respiratorische Erkrankungen
handelte, schien eine aerogene Übertragung durch Sekrete des Respirationstraktes
wahrscheinlich (BRUU et al. 1991). Weitere Untersuchungen erhärteten diese Annahme
(YAMAZAKI et al. 1990), so dass heute die aerogene Übertragung als gesichert gelten
kann.
Infektionen treten meist endemisch auf, beschränken sich also auf einen begrenzten
Regionen- oder Personenkreis. Ausbrüche in Schulen (PETHER et al. 1989) und
militärischen Einrichtungen (EKMAN et al. 1993; CSANGO et al. 1997) sind beschrieben
worden. Eine saisonale Häufung wurde dabei nicht beobachtet, allerdings unterliegen
Ausbrüche je nach Region einer gewissen Zyklik (GRAYSTON et al. 1989a). Serologische
Studien haben ergeben, dass weltweit mehr als 50% der Bevölkerung Antikörper gegen
Chlp. pneumoniae besitzen. Dabei kommt es zu einem sprunghaften Anstieg bei Personen
im Alter zwischen 5 bis 14 Jahren. Ab einem Alter von 20 Jahren steigt die Zahl
seropositiver Probanden nur noch leicht an, so dass bei Personen über 60 Jahren
zwischen 65% und 75% seropositiv sind. Dabei ist die Prävalenz in tropischen Ländern
etwas höher als in nördlichen, entwickelten Ländern (KUO et al. 1995). Auffällig ist hierbei,
dass auch gesunde Personen ohne klinische Erscheinungen einer Infektion seropositiv
sind, sie stellen sogar den Hauptanteil der Gesamtpopulation (BEN-YAAKOV et al. 2002;
PALDANIUS et al. 2005). Dieser Befund legt nahe, dass die meisten Infektionen mit
Chlp. pneumoniae asymptomatisch verlaufen, eine Infektionsübertragung aber dadurch
nicht ausgeschlossen ist.
Literaturübersicht
22
2.2.2 Akute Infektionen
Wird eine Infektion mit Chlp. pneumoniae klinisch manifest, so äußert sie sich im Regelfall
als Pneumonie oder Bronchitis. Ca. 10% der Pneumonien werden durch dieses Bakterium
ausgelöst (GRAYSTON 1992). Diese beginnen meist mit Heiserkeit und einer Entzündung
des Kehlkopfes, weiten sich dann aber auf die unteren Atemwege aus. Trockener Husten
ist verbreitet, auch begleitende Entzündungen der Nebenhöhlen können auftreten
(HASHIGUCCI et al. 1992). Im Regelfall ist der Gesamtverlauf der Erkrankung eher mild
und erfordert keine stationäre Behandlung. Allerdings ist die Rekonvaleszenz langwierig,
oft ungeachtet einer möglichen antibiotischen Behandlung. So können Husten und
Heiserkeit mehrere Wochen anhalten. Zusätzlich kann es auch zu einer Entzündunge des
Mittelohres (BLOCK et al. 1997) kommen. Daneben wurde der Erreger auch bei akuten
Erkrankungen des Herzens (NORTON et al. 1995; WESSLEN et al. 1996) und der Niere
(MARCHANT et al. 1995) nachgewiesen.
2.2.3 Chronische Erkrankungen
Neben den akuten Infektionen kommt es im respiratorischen System als dem primären
Eintrittsort des Erregers auch zu chronischen Erkrankungen. Wie bereits in der Einleitung
angedeutet wird die Beteiligung von Chlp. pneumoniae an reaktiven
Luftwegserkrankungen bei Kindern (EMRE et al. 1994) und anderen asthmatischen
Krankheitskomplexen beim Erwachsenen (HAHN et al. 1991) diskutiert. Bei chronisch
obstruktiven Erkrankungen gelang sogar der direkte Nachweis in über 50% der in der
Lunge vorhandenen Makrophagen (WU et al. 2000). Auch mit der Lungensarkoidose
wurde der Keim in Verbindung gebracht (PUOLAKKAINEN et al. 1996). Daneben finden
sich Hinweise bei neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer und Multipler Sklerose
(BALIN et al. 1998; SRIRAM et al. 1999).
Literaturübersicht
23
Eine herausragende Stellung nimmt die Rolle einer chronischen Chlp. pneumoniaeInfektion in Zusammenhang mit Herz- und Gefäßerkrankungen ein. Diese Assoziation
wurde schon früh durch serologische Untersuchungen herausgestellt (SAIKKU et al.
1988). In dieser Studie wurden bei 68% der Patienten mit einem akuten Myokardinfarkt
und bei 50% derer mit koronarer Herzkrankheit erhöhte Antikörpertiter gegen Chlp.
pneumoniae detektiert. In der Kontrollgruppe fand sich serologisch nur bei 17% der
Probanden durch erhöhte Titerwerte ein Hinweis auf eine frühere Infektion.
Mittlerweile wurde das Bakterium mehrfach in verschiedensten Gefäßläsionen direkt
nachgewiesen (KUO et al. 1993; WAGNER et al. 2000; MAZUR et al. 2004). Dabei
handelt es sich um atherosklerotische Prozesse der Koronararterien, der Aorta bzw.
Carotis oder um granulomatöse Entzündungen kleinerer Arterien. Der Nachweis gelang
dabei in glatten Muskelzellen, Makrophagen und dendritischen Zellen. Chlp. pneumoniae
befällt bei akuter Infektion das respiratorische System und gelangt von dort über
Makrophagen (im Tiermodell) in andere Teile des Organismus. In peripheren
mononuklären Zellen des Blutes konnte das Bakterium nachgewiesen werden, bei
chronischen Lungenerkrankungen auch in Makrophagen und bei anderen chronischen
Krankheitsprozessen in Makrophagen und dendritischen Zellen. Daher liegt die Hypothese
nahe, dass Chlp. pneumoniae monozytäre Zellen und ihre Abkömmlinge als Vektor für die
Verbreitung im Organismus nutzt. Deshalb kommt diesen Zellen bei der Untersuchung
chlamydialer Erkrankungen besondere Beachtung zu.
Literaturübersicht
2.3
24
In vitro-Verhalten von Chlamydophila pneumoniae
Für die Anzucht und Vermehrung in Kultur erwiesen sich epitheliale Zelllinien als sehr
geeignet. Besonders HEp-2 Zellen scheinen für Chlp. pneumoniae ein idealer Wirt zu sein
(ROBLIN et al. 1992). Eine gezielte Inhibition der eukaryotischen Proteinbiosynthese,
beispielsweise mit Cycloheximid, verstärkt zusätzlich noch das chlamydiale Wachstum in
diesen Zellen (MAASS u. HARIG 1995). Aber auch Endothelzellen, glatte Muskelzellen
und Makrophagen lassen sich mit dem Erreger infizieren (GAYDOS et al. 1996). Dabei
bleiben die gebildeten Einschlusskörper allerdings kleiner als in HEp-2 Zellen.
2.3.1 Chlamydophila pneumoniae und Makrophagen
Makrophagen nehmen eine zentrale Stellung im Immunsystem ein. Nach einem nur
wenige Stunden anhaltenden Aufenthalt in der Blutbahn verlassen Monozyten das
Gefäßsystem und dringen in unterschiedliche Gewebe ein. Dort differenzieren sie sich zu
Makrophagen. Oft geht damit eine besondere Spezialisierung einher (z. B. Osteoklasten,
Mikroglia, Kupffer’ Sternzellen). In anderen Fällen sind Makrophagen mit der
Krankheitsabwehr in Verbindung zu bringen. Sie sind mit die erste Zellart, die in den
Körper eindringende Pathogene erkennt, aufnimmt und beseitigt. Dabei kommt ihrer
Fähigkeit, Zellen des adaptiven Immunsystems prozessierte Teile dieser Pathogene zu
präsentieren und somit eine adaptive Immunantwort einzuleiten eine bedeutende Rolle zu.
Auf die besondere Bedeutung von Makrophagen in Bezug auf chlamydiale Erkrankungen
wurde bereits eingegangen. Experimentell lassen sich sowohl direkt isolierte Makrophagen
(REDECKE et al. 1998) als auch aus Monozyten generierte Makrophagen (AIRENNE et
al. 2000) mit Chlp. pneumoniae infizieren. Dabei vermehrt sich der Erreger in den
infizierten Zellen, die Zahl der infektiösen Nachkommen ist jedoch deutlich geringer als bei
Literaturübersicht
25
Infektion epithelialer Zelltypen. Dieser Befund lässt sich auch für Makrophagen tierischer
Herkunft bestätigen (HARANAGA et al. 2003). Die Infektion kann bei Makrophagen die
Ausbildung von Schaumzellen auslösen, was für die Pathophysiologie der Atherosklerose
von Bedeutung ist (KALAYOGLU u. BYRNE 1998). Humane Monozyten als
Vorläuferzellen von Makrophagen lassen sich zwar infizieren (GIEFFERS et al. 2001;
YAMAGUCHI et al. 2002), bilden aber unter in-vitro Verhältnissen keine infektiösen
Nachkommen aus (AIRENNE et al. 1999). Bei einigen monozytären Zelllinien war dieser
Befund teilweise schon bekannt (NUMAZAKI et al. 1995). In anderen Linien kommt es
dagegen zur Bildung infektiöser Nachkommen (HEINEMANN et al. 1996), wobei die
Mechanismen dieses unterschiedlichen Verhaltens abhängig von der infizierten Zellart bis
heute nicht aufgeklärt sind. Die unterschiedlichen Stadien in der Entwicklung vom
Monozyten zum Makrophagen können hierbei eine Rolle spielen.
2.3.2 Chlamydophila pneumoniae und dendritische Zellen
Dendritische Zellen spielen bei der Erkennung, Verarbeitung und Weiterleitung möglicher
Pathogene eine entscheidende Rolle. Als unreife, immature Zellen befinden sie sich in
verschiedenen Organen und sind dort für die Aufnahme von Antigenen mit verantwortlich.
Nach Exposition mit einem solchen Antigen bilden immature DC die für sie
namensgebenden Ausläufer zurück, runden sich ab und gelangen über Lymphbahnen zu
den T-Zell Regionen der Lymphknoten. Dieser Prozess wird als Reifung (Maturation)
bezeichnet. In den Lymphknoten treten sie als professionelle Antigen-präsentierende
Zellen mit naiven T-Zellen in Kontakt und spielen so eine wichtige Rolle im
Zusammenspiel zwischen angeborener und adaptiver Immunität (AUSTYN 1996).
Bisher wurde das Verhalten von Chlp. pneumoniae-infizierten DC in vivo nur in wenigen
experimentellen Ansätzen im Labor untersucht. Für murine DC konnte immerhin eine
Empfänglichkeit der DC für den Erreger mit anschließender Maturation der Zellen
Literaturübersicht
26
beobachtet werden (PREBECK et al. 2001). Auch Mediatoren wie das chlamydiale
Hitzeschockprotein, welches bei Infektion von HEp-2 Zellen gebildet wird, führte
experimentell zur Stimulation dendritischer Zellen (COSTA et al. 2002).
Für andere Arten aus der Familie der Chlamydiaceae gelten ähnliche Befunde, obwohl
eine produktive Vermehrung der Chlamydien mit der Bildung von infektiösen
Nachkommen teilweise fehlte (OJCIUS et al. 1998), an anderer Stelle jedoch
nachgewiesen werden konnte (GERVASSI et al. 2004). In der eigenen Arbeitsgruppe kam
es daher zur Entwicklung eines Kulturmodells. In ihm wurden humane DC erfolgreich mit
Chlp. pneumoniae infiziert und über einen Zeitraum von mehr als drei Wochen kultiviert.
Die Chlamydien vermehrten sich in diesen DC und bildeten infektiöse Elementarkörper
aus (WITTKOP et al. 2004).
2.3.3 Persistenz
Bei Untersuchungen zur Antibiotikatherapie chlamydialer Erkrankungen ergaben sich
Abweichungen im beschriebenen Entwicklungszyklus der Chlamydien. So wird die
Kondensation der Retikularkörper zu den infektiösen Elementarkörpern teilweise
unterbrochen. Stattdessen bilden sich aus den Retikularkörpern große, in Form und
Struktur abweichende Körperchen aus. Kulturell sind diese Chlamydien nicht mehr
anzüchtbar. Wird das Antibiotikum wieder entfernt, so setzen in einigen Fällen die
Chlamydien ihre Entwicklung fort und produzieren wieder infektiöse, kultivierbare
Elementarkörper. Diese aberranten Formen werden auch bei Nährstoffentzug oder
Interferon-gamma-Gabe beobachtet (BEATTY et al. 1994). Bei klinischen Studien konnten
aus Proben chlamydiale Gentranskripte als Hinweis auf metabolische Aktivität isoliert
werden, obwohl auch in diesen Fällen ein kultureller Nachweis nicht möglich war
(GERARD et al. 1998a). In infzierten Monozyten wurde ein derart veränderter
Entwicklungszyklus ebenfalls beobachtet (GERARD et al. 1998b).
Literaturübersicht
27
Dieser Zustand wird als Persistenz bezeichnet. Er ist charakterisiert durch eine
Unterbrechung des regulären Entwicklungszyklus mit veränderter Größe der gebildeten
Inklusionen, durch eine generelle Abnahme der darin enthaltenen chlamydialen Partikel
und durch vergrößerte, vielgestaltige Retikularkörper. Trotzdem sind die Chlamydien
stoffwechselaktiv, aber nicht infektiös.
Mittlerweile wurden bei nahezu allen Vertretern der Familie persistente Infektionen
nachgewiesen. Für Chlp. pneumoniae wurde z. B. Persistenz durch die Gabe von
Ampicillin ausgelöst (WOLF et al. 2000). Auch durch Eisenmangel (AL-YOUNES et al.
2001) oder Interferon-gamma (PANTOJA et al. 2001) lässt sich die Infektion mit Chlp.
pneumoniae in einen persistenten Status überführen.
Um den Zustand der Persistenz besser verstehen zu können, wurden einige
Untersuchungen zur chlamydialen Genexpression durchgeführt. Besonders Gene, die für
ribosomale Proteine oder Struktur- und Membranproteine kodieren, waren hierfür von
Interesse, um Abweichungen im Proteinstoffwechsel oder bei der Differenzierung von
Retikular- und Elementarkörpern charakterisieren zu können. Es erwies sich dabei als
zweckmäßig, die untersuchten Gene nach ihren jeweiligen Expressionsmaxima im
Entwicklungszyklus zu gruppieren. Dabei können zu den frühen Genen diejenigen gezählt
werden, die bei der Umbildung vom EK zum RK von Bedeutung sind. Die mittlere Phase
ist durch das Wachstum und die Vermehrung der Retikularkörper gekennzeichnet. Die
späten Gene kodieren schließlich für die terminale Redifferenzierung der RK zu den
infektiösen EK (SHAW et al. 2000).
Als eines der frühesten exprimierten Gene konnte euo (early uptake open reading frame)
charakterisiert werden. Es kodiert für eine Protease, welche DNA-bindende Histone
verdaut (KAUL u. WENMAN 1998). Dadurch erst kann die Dekondensierung des
chlamydialen Nukleoids eingeleitet werden und die Umbildung vom EK zum RK beginnen.
Die Expression dieses Gens geschieht bereits 1,5 Stunden nach Infektion (WICHLAN u.
HATCH 1993). Es ist auch bei Chlp. pneumoniae im Genom vorhanden und sequenziert.
Literaturübersicht
28
Ein weiteres Gen, welches schon früh während der chlamydialen Entwicklung exprimiert
wird, ist das groEL-Gen. Seine Expression führt zur Bildung eines Hitzeschockproteins,
des HSP60 (Hitze-Schock-Protein mit dem Molekulargewicht von 60 Kilo-Dalton). Dieses
Protein dient allerdings nicht wie andere Hitzeschockproteine dem Schutz des Organismus
vor Hitze oder oxidativem Stress, sondern fungiert als Chaperon. Im Vermehrungszyklus
ist die Expression des groEL bereits nach 4 bis 6 Stunden nachgewiesen worden
(SLEPENKIN et al. 2003). Allerdings wird eine Beeinflussung der Expression dieses Gens
in Falle von Persistenz widersprüchlich diskutiert (HOGAN et al. 2003; SLEPENKIN et al.
2003; HOGAN et al. 2004).
Bei Chlamydophila pneumoniae wurden in Zusammenhang mit Persistenz besonders die
Gene untersucht, welche für Membranproteine kodieren. Ein Hauptbestandteil der
äußeren Membran sowohl beim EK wie auch beim RK ist das MOMP (major outer
membrane protein). Es ist das am häufigsten vorhandene transmembranale Protein der
Chlamydien und fungiert als Porin. Es stellt somit eine Verbindung zwischen dem Inneren
chlamydialer Partikel und der Wirtszelle her und sichert so das Überleben der Chlamydien
(HATCH 1996). Das kodierende Gen wird als ompA bezeichnet. MOMP wird in großem
Maße während der Vermehrungsphase in der Mitte des Vermehrungszyklus benötigt, da
hier die Zahl der Retikularkörper exponentiell ansteigt. Untersuchungen in verschiedenen
Persistenzmodellen ergaben eine Heraufregulation der Expression des ompA-Gens in den
persistenten Chlamydien (HOGAN et al. 2004).
Als Marker für chlamydialen Stoffwechsel wird noch ein weiteres Gen oft untersucht,
welches für die 16S Untereinheit der chlamydialen Ribosomen kodiert. Dabei ist die Zahl
der 16S rRNA-Transkipte direkt proportional zur Anzahl der lebenden chlamydialen
Partikel (MATHEWS et al. 1999). Dadurch ist die Untersuchung dieses Gens gut geeignet,
um auch bei fehlender Infektiosität im Fall von Persistenz die Zahl lebender Chlamydien
bestimmen zu können. Die Expression dieses Gens bleibt während des gesamten
Entwicklungszyklus stabil und wird daher auch als Bezugspunkt für die Expression
anderer Gene genutzt, deren Expression sich zeit- oder infektionsabhängig verändert.
Literaturübersicht
2.4
29
Kokulturmodelle
In-vivo Prozesse sind selten auf eine einzige Zellart beschränkt. Im Körper kommt es
ständig zu einer Kommunikation zwischen Zellen und zu einem Austausch von Stoffen und
Informationen. Dies gilt besonders für immunologische Prozesse, bei denen die Interaktion
zwischen angeborener und erworbener Immunität für eine erfolgreiche Aufrechterhaltung
der Norm entscheidend ist. Aus diesem Grund wird auch in-vitro versucht, mehrere
Zelltypen in einem System zu kultivieren, um so die in-vivo Verhältnisse besser nachbilden
zu können.
Allerdings gibt es zwei grundsätzlich verschiedene Ansätze. Die zu untersuchenden
Zellarten können in direktem Kontakt miteinander kultiviert werden oder auf Distanz.
Eine Kultur mit direktem Kontakt kommt den natürlichen Bedingungen sicherlich am
nächsten und erlaubt gerade bei immunologischen Untersuchungen Prozesse, deren
Ablauf an Rezeptoren oder Oberflächemoleküle gebunden ist. Allerdings können Effekte
von löslichen Botenstoffen nicht separat untersucht werden. Außerdem ist gerade bei
Infektionsmodellen nicht ausgeschlossen, dass Zellen ein infektiöses Agens mit Resten
anderer Zellen phagozytieren. Eine eigenständige Aufnahme frei verfügbarer Erreger kann
davon nicht unterschieden werden. Hierfür bieten sich also Systeme mit räumlich
getrennten Zellpopulationen an. Ein weiterer Vorteil einer solchen Trennung besteht darin,
dass getrennte Populationen wesentlich einfacherer zu analysieren sind. Die Zellen
müssen nicht nach erfolgtem Versuchsablauf wieder getrennt werden, sondern stehen zu
jedem Zeitpunkt einer separaten Untersuchung zur Verfügung.
In Bezug auf Chlamydien sind beide Systeme bereits mehrfach verwendet worden.
So wurde die Übertragung von Chlamydophila pneumoniae zwischen Monozyten und
glatten Muskelzellen in einem System mit direktem Zell-Zell-Kontakt demonstriert
(PUOLAKKAINEN et al. 2003). Ebenfalls bei direktem Kontakt kam es zur Induktion von
Apoptose aktivierter T-Zellen durch Makrophagen, welche mit C. trachomatis infiziert
waren (JENDRO et al. 2000). Allerdings war es bei dieser Arbeit nicht möglich, einen
Literaturübersicht
30
evtl. beteiligten Botenstoff zu benennen, so dass in einer Anschlussarbeit auch ein Modell
mit räumlich getrennt kultivierten Zellen verwendet wurde (JENDRO et al. 2004). Die
Trennung erfolgte durch eine poröse Membran.
Ein weiteres Membransystem wurde auch schon bei Untersuchungen zum
Migrationsverhalten von neutrophilen Granulozyten und Makrophagen bei Infektion von
endothelialen Zellen mit Chlp. pneumoniae verwendet (MOLESTINA et al. 1999).
Material und Methoden
3
Material und Methoden
3.1
Geräte und Materialien
31
3.1.1 Geräte
Durchflusszytometer „FACSCalibur“
BD Biosciences, Heidelberg
Fluoreszenzmikroskop „BX60“
Olympus, Hamburg
für Objektträger
Fluoreszenzmikroskop „IX70“
Olympus, Hamburg
für Zellkulturplatten
Kühlzentrifuge „Centrifuge 5415 R“
Eppendorf GmbH, Hamburg
(für Eppendorfgefäße)
Mikroskop Phasenkontrast
Olympus, Hamburg
„CK40“
mit Kamera „DP50“
Photometer „Ultraspec 2000“
Amersham Pharmacia Biotech, Freiburg
Pipette 10 µl
Eppendorf GmbH, Hamburg
Pipetten „Pipetman®“
Gilson S.A., Villiers-le-Bel (Frankreich)
20 µl/100 µl/200 µl
Pipettierhilfe „Pipettboy plus“
Integra Biosciences, Fernwald
Plattenzentrifuge „Rotanta 46 RSC“
Hettich, Lauenau
(für Infektion)
TaqMan® PCR-Gerät
Applied Biosystems, Branchburg (USA)
„ABI Prism Sequenze Detector 7700“
Thermocyler „Mastercycler“
Eppendorf GmbH, Hamburg
Material und Methoden
32
Tischzentrifuge klein
Qualitron Inc.
Ultraschallbad „Omnilab 080”
Jürgens, Hannover
Vortex „Genie 2“
Scientific Industries, Bohemia (USA)
Wasserbad
Gesellschaft für Labortechnik, Burgwedel
Zellkulturschrank (B 5061)
Heraeus, Hanau
(für nicht-infektiöse Kulturen)
Zellkulturschrank (BB 5060)
Heraeus, Hanau
(für infektiöse Kulturen)
Zentrifuge „Centrifuge 5804“
Eppendorf GmbH, Hamburg
(mit Platteneinsatz bei Bedarf)
Zentrifuge „Labofuge 400e“
Heraeus, Hanau
(mit Bechereinsätzen)
3.1.2 Materialien
24-well Zellkulturplatten
Nunc GmbH, Wiesbaden
„multidish 24 wells“
6-well Zellkulturplatten
Nunc GmbH, Wiesbaden
„multidish 6 wells“
96-well Zellkulturplatten
Nunc GmbH, Wiesbaden
„TC Microwell F“
Abklebefolie für TaqMan®-Platten
ABgene, Epson (Großbritannien)
„QPCR Seal“
Deckgläschen eckig,
Omnilab GmbH, Braunschweig
18mm x 18mm
Deckgläschen rund 13mm
Menzel-Gläser, Braunschweig
Material und Methoden
Eppendorfgefäße RNase-frei
33
peqLab Biotechnologie GmbH, Erlangen
„Multi SafeSeal“ 0,5ml/1,5ml
FACS-Röhrchen 5 ml
BD Biosciences, Bedford (USA)
„polystyrene round bottom“
Falcon 15ml (Spitzbodenröhrchen)
Greiner GmbH, Frickenhausen
Falcon 50 ml (Spitzbodenröhrchen)
Greiner GmbH, Frickenhausen
Gummischaber
Greiner GmbH, Frickenhausen
Leukosep® Röhrchen 30 ml
Greiner GmbH, Frickenhausen
MACS®-Säulen „LS“
Miltenyi Biotec GmbH, Bergisch Gladbach
Midi MACS® Magnet
Miltenyi Biotec GmbH, Bergisch Gladbach
Objektträger 76mm x 26mm
Menzel-Gläser, Braunschweig
Pipettenspitzen gestopft
Eppendorf GmbH, Hamburg
ep TIPS 10 µl
Pipettenspitzen gestopft
Greiner GmbH, Frickenhausen
Filtertips 20 µl/100 µl/200 µl
Plastikschalen für Zellkultur
Nunc GmbH, Wiesbaden
500 cm²
Safe-Lock Eppendorfgefäße
Eppendorf GmbH, Hamburg
„Safe-Lock Tubes 1,5 ml“
Serologische Pipetten (10 ml, 20 ml)
Sarstedt AG & Co., Nümbrecht
TaqMan®-Platten
ABgene, Epson (Großbritannien)
„Thermo-Fast® 96 Detection“
Transwell®-Zellkulturplatten
Corning Incorporated, Corning (USA)
„Transwell® Clear“ Polyester
0,4 µm oder 3 µm Porendurchmesser
6,5 mm oder 24mm Einsätze
Zellkulturflaschen 250 ml, 75cm²
Greiner GmbH, Frickenhausen
Material und Methoden
34
3.1.3 Zellen und Bakterien
Buffy Coats
Die verwendeten Buffy Coats fielen bei der Herstellung von
Erythrozytenkonzentraten in der Blutbank des Annastifts, Hannover, an.
Chlamydophila pneumoniae
Isolat eines Patienten,
isoliert von Prof. Dr. M. Maass,
Med. Universität Lübeck
in der Abteilung Rheumatologie
der MHH weitergeführt
HEp-2 Zellen
Zelllinie aus einem humanen
American Type Culture Collection
Nr. CCL 23, Rockville (USA)
Laryngokarzinom
3.1.4 Medien und Lösungen
7-Amino-Actinomycin D
BD Biosciences, Bedford (USA)
Accutase
PAA Laboratories, Linz (Österreich)
AEC+ Subtrate Chromogen 15 ml
DAKOCytomation, Carpinteria (USA)
3-Amino-9-Ethylcarbazol
Corbit Balsam
I. Hecht, Kiel-Hassee
Cycloheximid (1µg/ml)
Sigma-Aldrich, Deisenhofen
Ethanol 70%
Laborbestand der MHH
Material und Methoden
Evansblau
35
Sigma-Aldrich Chemie, Steinheim
Evans blue 0,5%
(zum Gebrauch 1:1000 in PBS)
Fetales Kälberserum SO125
Biochrom KG, Berlin
Ficoll®-Isopaque Lösung
PAA Laboratories, Linz (Österreich)
Lymphozyten-Separationslösung
Hämatoxylin
Merck, Darmstadt
Mayers Hämalaunlösung
HANKS-Lösung
Zentralapotheke MHH, Hannover
modifiziert ohne Calcium
humanes AB-Serum
PAA Laboratories, Linz (Österreich)
„off the clot“
Kulturmedium I
500 ml RPMI 1640 ohne L-Glutamin
50 ml FKS
5 ml L-Glutamin (2mM)
Kulturmedium II
500 ml RPMI 1640 ohne L-Glutamin
5 ml L-Glutamin (2mM)
L-Glutamin 200mM
Biochrom KG, Berlin
Methanol absolut
Laborbestand
MACS®-Puffer
49,75 ml „PBS MHH“
2mM EDTA
250 µl autologes Serum oder hAB-Serum
Monocyte Isolation Kit II
FcR-Blocking Reagent
Monocyte Biotin-Antibody Cocktail
Anti-Biotin MicroBeads
Mounting-Medium
“Faramount Aqueous”
Miltenyi Biotec GmbH, Bergisch Gladbach
DAKOCytomation, Carpinteria (USA)
Material und Methoden
36
Paraformaldehyd rein
Serva Electrophoresis, Heidelberg
Peroxidase Block Lösung 15 ml
DAKOCytomation, Carpinteria (USA)
Pferdeserum 20 ml
Vector Laboratories, Burlingame (USA)
„Normal Horse Serum S-2000“
Phosphatgepufferte Kochsalzlösung
„Färbe-PBS” ph 7,4
8,0g NaCl (137mM)
Merck, Darmstadt
2,0g KCl (27mM)
Merck, Darmstadt
1,15g Na2HPO4 (8mM)
Merck, Darmstadt
0,2g KH2PO4 (1,5mM)
Merck, Darmstadt
in 1000 ml Aqua dest.
Phosphatgepufferte Kochsalzlösung
Zentralapotheke MHH
„PBS MHH“
Na2HPO4 – 12 H2O (58,8 mM/L)
KH2PO4
(17,9 mM/L)
NaCl
(75 mM/L)
rhGM-CSF
Novartis Pharma, Nürnberg
rhInterleukin 4
R&D Systems, Wiesbaden
RNase freies Wasser
Invitrogen Ltd., Paisley (UK)
„ultraPURE“ destilled water
RNase/DNase free
RPMI 1640 Medium ohne L-Glutamin
Gibco BRL, Eggestein
Trypanblau 0,5%
Biochrom KG, Berlin
Trypsin-EDTA 10x (0,5%/0,2%)
Biochrom KG, Berlin
-Mercaptoethanol 25 ml
Sigma-Aldrich Chemie, Steinheim
Material und Methoden
37
3.1.5 Antikörper für die Färbungen (Immunhistochemie und Immunfloureszenz)
Anti-humanes IgA/IgG/IgM Konjugat
DAKOCytomation, Glostrup (Dänemark)
aus Kaninchenantikörpern
F 0200 FITC-markiert
anti-MOMP Antikörper
Klon RR402
DAKOCytomation, Glostrup (Dänemark)
“ -Pneumoniae”
IgG FITC-markiert
EnVision+ Dual Link System Peroxidase
DAKOCytomation, Carpinteria (USA)
3.1.6 Antikörper für die Durchflußzytometrie (FACS)
Mouse IgG1 (PE)
Klon MOPC-21
BD Biosciences, Bedford (USA)
Mouse IgG2a (FITC)
Klon G155-178
BD Biosciences, Bedford (USA)
Mouse IgG2a HLA-DR (PE)
Klon G46-6
BD Biosciences, Bedford (USA)
Mouse IgG1 CD1a (FITC)
Klon HI149
BD Biosciences, Bedford (USA)
Mouse IgG2a CD14 (FITC)
Klon M5E2
BD Biosciences, Bedford (USA)
Mouse IgG1 CD16 (FITC)
Klon NKP15
BD Biosciences, Bedford (USA)
Mouse IgG1 CD33 (PE)
Klon WM53
BD Biosciences, Bedford (USA)
Mouse IgG1 CD80 (PE)
Klon L307.4
BD Biosciences, Bedford (USA)
Mouse IgG1 CD83 (PE)
Klon HB15e
BD Biosciences, Bedford (USA)
Mouse IgG1 CD86 (PE)
Klon 2331
BD Biosciences, Bedford (USA)
Alle Antikörper sind Mausantikörper, die gegen die aufgeführten Oberflächenmoleküle
(HLA-DR bzw. CD) auf humanen Zellen gerichtet sind.
Material und Methoden
38
3.1.7 Molekularbiologische Reagenzien
DNA/RNA Isolations-Kit
NucleoSpin® RNA II Kit
Macherey-Nagel GmbH, Düren
NucleoSpin® RNA/DNA Puffer Set
Macherey-Nagel GmbH, Düren
DNA-Verdau
RQ1 RNase-Free DNase
Promega Corporation, Madison (USA)
Master Mix für TaqMan®
qPCR® Core Kit
Eurogentec, Seraing (Belgien)
Primer/Sonden für die untersuchten chlamydialen Gene
Primer/Sonde für 16S DNA/RNA
BioTeZ Berlin Buch GmbH, Berlin
Primer forward (20µmol/L)
5’ GCA CCT TAC CTG GAC TTG ACA TGT 3’
Primer reverse (10µmol/L)
5’ CCA TGC AGC ACC TGT GTA TCT G 3’
Sonde 16S C.p. (5µmol/L)
6-FAM-TGA CAA CTG TAG AAA TAC AGC TTT CCG CAA GG-TAMRA
Primer/Sonde Mix euo-Gen
Applied Biosystems, Cheshire (UK)
Primer forward
5’ CCT GTG CAG AAG GTC TAC TAT GC 3’
Primer reverse
5’ CCA AGC GGC TCC CTT ACG 3’
Sonde euo C.p.
FAM-CTG GTA CGG GAA CCA T-TAMRA
Material und Methoden
Primer/Sonde Mix groEL-Gen
39
Applied Biosystems, Cheshire (UK)
Primer forward
5’ GCA AAT TGC AAG TAA CGC AGG TAA A 3’
Primer reverse
5’ AGC CTT CAT TTG CAG ATC TTG CTA 3’
Sonde groEL C.p.
FAM-AAC TTG CTG ACA AAT GAT-TAMRA
Primer/Sonde Mix ompA-Gen
Applied Biosystems, Cheshire (UK)
Primer forward
5’ CGC TGG CGT AGC AAC AG 3’
Primer reverse
5’ GGC TCC TAC TTG CCA TTC ATG ATA A 3’
Sonde ompA C.p.
FAM-ATG GTC GCA GAC TTT-TAMRA
Reverse Transcription Core Kit
Eurogentec, Seraing (Belgien)
3.1.8 Weitere Hilfsmittel
Die vorliegende Arbeit wurde mit den Programm Microsoft ® Word 2002 erstellt. Die den
Graphiken zugrunde liegenden Berechnungen wurden mit Microsoft® Excel 2002
durchgeführt, die Graphiken selbst mit GraphPad Prism® Version 4 erstellt. Bei der FACSAnalyse wurde die CellQuest Software der Firma Becton Dickinson genutzt. Die Daten des
TaqMan® Systems wurden durch die dem Gerät beiliegende SDS-Software ausgegeben.
Für die Aufnahme der mikroskopischen Bilder wurde die Soft Imaging System Software
genutzt.
Material und Methoden
3.2
40
Methoden
3.2.1 Kultivierung von HEp-2 Zellen
Die Zellen wurden aus dem Stickstofftank entnommen und mit 1,5 ml Kulturmedium I
(3.1.4) durch vorsichtiges Auf- und Abpipettieren aufgetaut. Die Zellsuspension wurde in
ein 50 ml Falcon (3.1.2) überführt, auf 10 ml mit Kulturmedium I aufgefüllt und für 10 min
bei 250xg und Raumtemperatur (RT) zentrifugiert. Danach wurde der Überstand dekantiert
und das Zellpellet erneut in 10 ml Kulturmedium I resuspendiert. Diese Zellsuspension
wurde dann in eine 250 ml Zellkulturflasche (3.1.2) überführt und mit weiteren 13 ml
Kulturmedium I aufgefüllt. Die Inkubation erfolgte im Wärmeschrank bei 37°C und 5% CO 2
in Luft. Die weitere Entwicklung der Zellen und die Bildung eines Monolayers wurden
mikroskopisch kontrolliert. Einem zu dichten Wachstum wurde in regelmäßigen Abständen
durch Subkultivieren entgegengetreten. Dabei wurde der Zellrasen mit 10 ml PBS (3.2.4)
durch Schwenken der Flasche gewaschen. Das PBS wurde mit einer serologischen
Pipette wieder entfernt und der Monolayer mit 2 ml Trypsin/EDTA-Lösung (3.1.4)
überschichtet. Die Kulturflasche wurde daraufhin für 5 min im Wärmeschrank gelagert,
wieder herausgenommen und die Zellen durch vorsichtiges Klopfen gegen die Flasche
abgelöst. Die vollständige Ablösung wurde wiederum mikroskopisch kontrolliert. Die
Trypsinlösung wurde mit 10 ml Kulturmedium I durch das darin enthaltene Serum
inaktiviert und die Zellen durch Auf- und Abpipettieren resuspendiert. Ca. 2 ml der
Zellsuspension wurden in der Flasche belassen, der Rest mit einer serologischen Pipette
entfernt und verworfen. Die in der Flasche belassenen Zellen wurden mit 20 ml neuem
Kulturmedium I versehen und wieder bei 37°C und 5% CO2 inkubiert.
Material und Methoden
41
3.2.2 Isolation CD14 positiver mononuklärer Zellen
Die für die Untersuchungen benötigten dendritischen Zellen und Makrophagen wurden aus
peripheren mononuklären Zellen des Blutes generiert. Diese Zellen sind unter anderem
durch das Vorhandensein eines Oberflächenmoleküls, dem CD14 (Rezeptor für den
Komplex aus Lipopolysaccharid und Lipopolysaccharid-bindenden Protein),
gekennzeichnet. Sie sind Bestandteil der Leukozytenfraktion im Blut.
Die Zellen wurden aus Buffy Coats klinisch gesunder Spender isoliert. Diese Buffy Coats
befanden sich in einem Beutel. Vor der Isolation wurden die zu- und abführenden
Schläuche mit 70%igem Alkohol desinfiziert. Einer der Schläuche wurde daraufhin mit
einer sterilen Skalpellklinge durchtrennt. Die ersten Tropfen Blut wurden verworfen, die
restliche Menge in 50 ml Falcons gesammelt. Das enthaltene Serum wurde bei 2500xg für
15 min bei RT abzentrifugiert, in neuen Falcons gepoolt und für 40 min bei 56°C im
Wasserbad erhitzt, um die enthaltenen Komplementfaktoren zu inaktivieren. Die Zellen
wurden mit 10°C kaltem PBS + 2mM EDTA resuspendiert.
Die benötigte Menge 50 ml-Leukosep-Röhrchen (3.1.2) wurde mit 15 ml Ficoll-Isopaque
(3.1.4) versehen. Die Röhrchen wurden danach für ca. 30 Sekunden bei 1000xg und RT
zentrifugiert, um die Ficoll-Lösung unterhalb der Filterscheibe zu sammeln. Danach
wurden 20 ml PBS + 2mM EDTA über die Filterscheibe pipettiert. Hierzu wurden dann je
Leukosep-Röhrchen 10 ml der Blut/PBS-Mischung gegeben. Die Leukosep-Röhrchen
wurden daraufhin für 15 min bei 800xg und RT zentrifugiert, wobei beim Herunterfahren
der Zentrifuge auf eine Abbremsung des Rotors verzichtet wurde, um eine saubere
Schichtung zu erhalten. In dieser Schichtung lagen die mononuklären Zellen auf der FicollIsopaque Lösung und wurden vorsichtig mit einer serologischen Pipette abgenommen. Die
Zellen wurden in neuen sterilen 50 ml Falcons gepoolt. Um mit abgesaugte Ficoll-Lösung
zu entfernen, wurden die Zellen für 10 min bei 300xg abzentrifugiert und der Überstand
verworfen. Die Zellpellets wurde in 5 ml PBS + 2mM EDTA resuspendiert und in einem
Falcon zusammengegeben. Mit weiteren 35 ml wurde das Volumen auf 40 ml eingestellt
Material und Methoden
42
und das Falcon erneut für 10 min bei 250xg zentrifugiert. Der Überstand wurde wiederum
verworfen und der Waschvorgang noch zweimal wiederholt. Danach wurde das Pellet ein
letztes Mal mit PBS + 2mM EDTA resuspendiert und die Suspension auf ein Volumen von
40 ml aufgefüllt. Hiervon wurden 10 µl entnommen und mit weiteren 10 µl TrypanblauLösung (3.1.4) durch vorsichtiges Pipettieren vermischt. Das Trypanblau dringt dabei in
Zellen ein, deren Membran nicht mehr intakt ist, und färbt diese Zellen blau an. 10 µl
wurden dann in eine Zählkammer nach Neubauer gegeben und die nicht gefärbten Zellen
ausgezählt. Die Gesamtzahl vitaler Zellen (Zellen mit intakter Membran) in der
Gesamtzellsuspension errechnete sich anhand folgender Formel:
(Ausgezählte vitale Zellen/0,4 µl) * 2 * 1000 µl * 40ml
0,4 µl:
Flüssigkeitsvolumen bei der Auszählung
2:
Verdünnungsfaktor Zellsuspension/Trypanblaulösung
1000 µl:
Hochrechnung des zur Zählung benutzen Volumens auf 1 ml
40 ml:
Gesamtvolumen der Zellsuspension, deren Zellzahl bestimmt werden soll
Die so errechnete Zellzahl war Ausgangspunkt für die weiteren Isolationsschritte.
Nachfolgend wurde die Zellsuspension wieder für 10 min bei 250xg und RT zentrifugiert.
Die sich anschließende Isolation wurde nach dem Protokoll des Monocyte Isolation Kit II
der Firma Miltenyi Biotec (3.1.4) durchgeführt. Bei dieser Methode werden vorhandene
Lymphozyten mit Antikörpern gegen die Oberflächenmoleküle CD3, CD7, CD16, CD19,
CD56, CD123 und Glycophorin A markiert (positive Selektion). Die CD14 positiven Zellen
bleiben unmarkiert. Diese Antikörper sind mit metallischen Kügelchen versehen. Eine
ebenfalls metallische Säule wird in ein starkes Magnetfeld gesetzt. Die über die Antikörper
metallisch markierten Zellen werden an die magnetisierte Säule gebunden, die nichtmarkierten Zellen passieren die Säule ungehindert. Die CD14+ monozytären Zellen
werden so negativ selektiert (keine Bindung mit einem Antikörper).
Material und Methoden
43
Für die Versuche mit autologem Serum wurde das hitzeinaktivierte Serum (3.2.2) zunächst
auf Eis abgekühlt und anschließend für 15 min bei 2500xg zentrifugiert, um das
ausgefallene Komplement zu sedimentieren. Die flüssige Phase wurde in neue 50 ml
Falcons überführt, die sedimentierten Bestandteile verworfen. Bei Versuchen mit
humanem AB-Serum war dieser Schritt nicht nötig und wurde ausgelassen, da das hABSerum bereits bei der Herstellung auf diese Weise behandelt wurde. 250 µl Serum
(autologes oder hAB-Serum, je nach Versuchsansatz) wurden mit 49,75 ml PBS + 2mM
EDTA versetzt und so eine Pufferlösung (MACS®-Puffer, Kap. 3.1.4)) für die Isolation
hergestellt. Ca. 200 ml dieses Puffers wurden angesetzt und auf Eis inkubiert, um eine
Temperatur von 4°C zu halten.
Die Überstand über den abzentrifugierten Zellen wurde verworfen. Das Pellet wurde dann
in MACS®-Puffer resuspendiert. Die benötigte Menge wurde anhand der Zellzahl
berechnet und betrug 30 µl Puffer für 107 Zellen. Anschließend wurden 10 µl/107 Zellen
des FcR-Blocking Reagent (3.1.4) und die gleiche Menge Biotin-Antibody Cocktail (3.1.4)
hinzugefügt, gut mit der Zellsuspension durch vorsichtiges Pipettieren vermischt und das
Falcon mit der gesamten Suspension bei 4°C im Kühlraum für 10 min inkubiert. Danach
wurden noch einmal 30 µl/107 Zellen des MACS®-Puffers hinzugegeben. Schließlich
wurden gemäß Protokoll 20 µl/107 Zellen der Anti-Biotin MicroBeads-Lösung (3.1.4)
zugefügt, die gesamte Suspension vorsichtig vermischt und wiederum bei 4°C im
Kühlraum für 15 min inkubiert. Danach wurde mit MACS®-Puffer auf 40 ml bis 50 ml
aufgefüllt und durch eine anschließende Zentrifugation bei 300xg für 10 min ein Pellet
sedimentiert. Der Überstand konnte danach dekantiert werden.
In der Zwischenzeit wurden die Säulen für die Isolation vorbereitet. Jeweils eine Säule der
Größe „LS“ (3.1.2) ist für 108 markierte Zellen vorgesehen. Da es sich bei dieser Methode
um eine negative Selektion handelt, die Zielzellen also unmarkiert bleiben, wurde die
Gesamtzellzahl zur Bestimmung der benötigten Anzahl an Säulen benutzt. So war eine
Überladung der Säulen ausgeschlossen.
Die entsprechende Anzahl der Säulen wurde in die vorgesehenen MACS®-Magnete
(3.1.2) eingespannt. Da nur drei Magnete zur Verfügung standen, musste bei größeren
Material und Methoden
44
Zellmengen in mehreren Schritten isoliert werden. Jede Säule wurde mit 3 ml MACS®Puffer gespült und das Eluat verworfen.
Das nach der Zentrifugation erhaltene Zellpellet wurde in 500 µl MACS®-Puffer je 1x108
Zellen resuspendiert. Je Säule wurde die gleiche Menge Zellsuspension aufgetragen,
maximal jedoch 500 µl.
Das Eluat jeder Säule wurde in einem sterilen 50 ml Falcon gesammelt. Jede Säule wurde
schließlich dreimal mit je 3 ml MACS®-Puffer gewaschen, auch dieses Eluat wurde
gesammelt. Die Eluate wurden danach gepoolt, um die isolierten Zellen in einem Falcon
zusammenzuführen und mit MACS®-Puffer auf 40 ml aufgefüllt. Hiervon wurden 10 µl
wieder mit 10 µl Trypanblau vermischt und die vitalen Zellen ausgezählt (s.o.). Die so
erhaltenen CD14 positiven mononuklären Zellen wurden dann den anschließenden
Versuchen zugeführt.
Material und Methoden
45
3.2.3 Überprüfung der Reinheit der isolierten CD14+ Zellen mittels FACS-Analyse
Die für die Versuche benötigten dendritischen Zellen und Makrophagen sollten aus CD14+
mononuklären Zellen generiert werden. Um den Erfolg der beschriebenen Isolation zu
prüfen und die Reinheit der so erhaltenen Zellpopulation zu bestimmen, wurde eine
Analyse der Zellen mittels FACS (fluorescence activated cell sorting) angestrebt. Bei
dieser Methode werden Zellen mit bestimmten Antikörpern markiert. Die Antikörper tragen
fluoreszierende Farbstoffe, welche bei Anregung mit Licht definierter Wellenlänge
Fluoreszenzlicht aussenden. Die so markierten Zellen werden einzeln durch eine Kapillare
geführt und dabei durch Laserlicht einer definierten Wellenlänge bestrahlt. Neben der
Streuung des Lichts durch die Struktur der Zellen wird auch das durch die
fluorochrommarkierten Antikörper emittierte Fluoreszenzlicht registriert. Es wird durch
verschiedene Filter geleitet und nach Wellenlängenbereich getrennt detektiert. Das Gerät
zählt neben der Zahl der durch die Kapillare geleiteten Zellen auch die Impulse je Farbe.
So lässt sich von einer Gesamtheit von Zellen eine genaue Aufteilung nach Farbsignalen,
also nach antikörpermarkierten Molekülen, z.B. Oberflächenmolekülen, erreichen. Die
Zellen können anschließend getrennt gesammelt (sortiert) werden. Dieser Schritt war zur
Analyse der Zellpopulationen allerdings nicht nötig und wurde hier ausgelassen.
Von den isolierten Zellen wurden zwei FACS-Röhrchen (3.1.2) mit je 2,5x105 Zellen
versehen. Das eine Röhrchen wurden zur Färbung auf CD14 genutzt, das andere diente
als Isotypkontrolle. Diese wird benötigt, um eine eindeutige Abgrenzung markierter von
unmarkierten Zellen zu gewährleisten.
Die Röhrchen mit der Zellsuspension wurden für 10 min bei 250xg zentrifugiert und der
Überstand vorsichtig dekantiert. Die Zellpellets wurden mit 10 µl einer Lösung mit
humanem Immunglobulin G (IgG) versehen und 15 min bei Raumtemperatur inkubiert.
Dieser Schritt diente zur Blockierung der auf den Zellen vorhandenen Fc-Rezeptoren und
verhinderte eine unspezifische Anfärbung durch unspezifische Bindung von Antikörpern.
Danach wurden 5 µl des jeweiligen Antikörpers (CD14 oder Isotypkontrolle) hinzugegeben.
Material und Methoden
46
Da diese Antikörper fluoreszenzmarkiert waren, erfolgte die Inkubation in einer dunkeln
Kammer für 30 min auf Eis, um ein Ausbleichen zu verhindern. Nach der Inkubation
wurden die Röhrchen mit 2ml kaltem PBS (3.1.4) aufgefüllt, gut gemischt und die Zellen
bei 250xg für 10 min zentrifugiert, um nicht gebundene Antikörper zu entfernen und so
eine bessere Unterscheidung von spezifisch markierten und unmarkierten Zellen zu
ermöglichen. Der Überstand wurde danach verworfen und die Zellen in 200 µl PBS und
200 µl 4%iger Paraformaldehyd-Lösung (3.1.4) zur Konservierung aufgenommen. Die
Analyse erfolgte im Regelfall am nächsten Tag mit dem FACS-Calibur Gerät (3.1.1). Die
Auswertung wurde mit der zugehörigen Software Cell-Quest (3.1.8) vorgenommen.
3.2.4 Konditionierung der Zellen
3.2.4.1
Konditionierung der monozytären Zellen zu Makrophagen
Die aus der Isolation (3.2.2) gewonnenen Zellen wurden in 24-well Zellkulturplatten (3.1.2)
für die Infektionsversuche konditioniert. Dazu wurden die Böden der inneren beiden wellReihen mit runden sterilen Deckgläschen (3.1.2) versehen. Die äußeren beiden Reihen
wurden mit PBS gefüllt. Die Zelldichte wurde so eingestellt, dass pro well 3,5x10 5 Zellen in
Kultur genommen wurden. Die diese Zellzahl enthaltende Menge wurde aus dem
Isolation-Falcon (3.2.2) entnommen und 10 min bei 250xg zentrifugiert. Das erhaltene
Pellet wurde zunächst mit 5 ml Kulturmedium II (3.1.4) resuspendiert. Pro well wurden 500
µl Medium inkl. 10 % Serumzusatz benötigt. Die entsprechende Gesamtmenge an
Kulturmedium II und dem entsprechenden Serum (autolog oder hAB, je nach Versuch)
wurde zu den resuspendierten Zellen hinzugefügt. Die gesamte Suspension wurde
gründlich durch Auf- und Abpipettieren gemischt. Jedes well wurde mit 3,5x105 Zellen in
500 µl versehen, wobei in regelmäßigen Abständen die Zellsuspension erneut gemischt
Material und Methoden
47
wurde, um eine unregelmäßige Aussaat der Zellen zu verhindern. Die Zellkulturplatten
wurden danach in Plastikschalen (3.1.2) mit lose aufliegendem Deckel gestellt. Zusätzlich
wurde ein mit Aqua dest. befeuchtetes Papiertuch in die Schale gegeben, um eine feuchte
Atmosphäre zu gewährleisten. Die Schalen mit den Zellkulturplatten wurden bei 37°C und
5% CO2 in Luft inkubiert.
An Tag 1 nach Isolation wurden pro well 50 µl (10% der Mediummenge) des jeweils
verwendeten Serum zur Versorgung der Zellen hinzugefügt. An Tag 2 wurde ein
Teilmediumwechsel vorgenommen, um zelluläre Stoffwechselendprodukte zu entfernen.
Zu diesem Zweck wurden 250 µl des Kulturmediums entnommen und in ein steriles 50 ml
Falcon überführt. Nicht adherente und damit mit abpipettierte Zellen wurden anschließend
bei 250xg für 10 min abzentrifugiert. Der Mediumüberstand wurde verworfen. Das
Zellpellet wurde mit neuem Kulturmedium II inkl. 10% des jeweils verwendeten Serums
resuspendiert. Die zuvor aus den wells entnommene Menge Medium wurde damit wieder
ergänzt. Dieses Vorgehen wurde auch an Tag 6 nach Isolation wiederholt. An Tag 4
wurden zusätzlich noch einmal 50 µl (10% der Mediummenge) des entsprechenden
Serums pro well zur Versorgung der Zellen hinzugefügt. Die Entwicklung der Zellen wurde
regelmäßig mikroskopisch beobachtet und die Morphologie der Zellen photographisch
dokumentiert.
3.2.4.1.1 Konditionierung der monozytären Zellen zu Makrophagen auf der Membran
In Vorexperimenten wurden Zellen auch im Transwell-System (3.1.2) auf der Membran zu
Makrophagen konditioniert (vgl. 3.2.4.2). Die Membranen wurden gemäß
Herstellerangaben vorinkubiert, und zwar mit 100 µl Kulturmedium II (3.1.4) inkl. 10% hABSerums (3.1.4) im oberen Kompartiment und 500 µl des gleichen Mediums im unteren
Kompartiment. Am Tag danach wurden die isolierten Zellen (3.2.2) in einer Dichte von
6,1x104 Zellen pro Membraneinsatz hinzugegeben und die Mediummenge im unteren
Material und Methoden
48
Kompartiment auf 600 µl inkl. 10% Serumzusatz aufgefüllt. Das weitere Vorgehen
entsprach dann dem für die normalen 24-well-Platten beschriebenen Prozedere (3.2.4.1)
3.2.4.2
Konditionierung der monozytären Zellen zu immaturen DC
Für die Konditionierung der aus der Isolation (3.2.2) gewonnenen Zellen zu immaturen DC
wurde das Transwell-Kultursystem (3.1.2) genutzt. Es besteht aus einer 24-well
Zellkulturplatte und 12 Einsätzen, die lediglich auf dem Rand der Platten-wells aufliegen.
Der Boden dieser Einsätze wird durch eine Membran mit Poren von 0,4 µm Durchmesser
gebildet, wodurch der gesamte Kulturraum in ein oberes und ein unteres Kompartiment
unterteilt wird. Aussparungen in der Wand des Einsatzes erlauben einen Zugang in das
untere Kompartiment ohne dass der Einsatz entfernt werden muss.
Vor der Aussaat der Zellen wurden die Einsätze mit 100 µl Kulturmedium II (3.1.4) im
oberen und 600 µl Kulturmedium II im unteren Kompartiment vorbereitet. Das Medium
enthielt wie für die Kultur bereits 10% des jeweils für den Versuch verwendeten Serums
(autolog oder hAB) (3.1.4). Für die Aussaat der Zellen wurden die 100 µl im oberen
Kompartiment wieder entfernt. Die äußeren beiden Reihen der Kulturplatte, welche keine
Einsätze trugen, wurden mit je 500ml PBS (3.1.4) versehen, um die Verdunstung aus den
Kulturwells zu minimieren.
Die isolierten monozytären Zellen wurden in einer Dichte von 6,1x104 Zellen pro Einsatz
ausgesät. Dazu wurde die entsprechende Menge an Zellen aus der Isolation (3.2.2)
entnommen, bei 250xg für 10 min zentrifugiert und das Pellet in Kulturmedium II
resuspendiert. Danach wurde die benötigte Menge an Serum errechnet. Da im unteren
Kompartiment bereits das fertige Kulturmedium vorhanden war, mussten lediglich 10 µl
Serum je Einsatz (10% des fehlenden Volumens von 100 µl pro Einsatz) hinzugegeben
werden. Zusätzlich wurden auch rekombinantes humanes Interleukin 4 (rhIL-4) (3.1.4) und
rekombinanter humaner Granulozyten- und Monozyten-Kolonie stimulierender Faktor
Material und Methoden
49
(rhGM-CSF) (3.1.4)hinzugegeben. Die Mengen wurden so berechnet, dass die
Endkonzentration in den Transwell-Einheiten (700 µl Gesamtvolumen je Einheit) 1000 U
rhIL-4 und 500 U rhGM-CSF pro ml betrug. Erst danach wurde das Volumen der
Zellsuspension mit Kulturmedium II so aufgefüllt, dass pro Einsatz 100 µl der fertigen ZellMedium-Suspension ausgesät werden konnten. An Tag 1 nach Isolation wurde jede
Transwell-Einheit mit dem jeweiligen Serum (10% der Mediummenge von 700 µl je
Einheit) und den entsprechenden Mengen rhIL-4 und rhGM-CSF versorgt (1000 U/ml IL-4
und 500 U/ml GM-CSF). Dieses Vorgehen wurde an Tag 4 wiederholt, um eine möglichst
konstante Konzentration zu erreichen. An Tag 2 und Tag 6 nach Isolation wurde ein
Teilmediumwechsel durchgeführt, um Stoffwechselendprodukte aus dem Kultursystem zu
entfernen. Dazu wurden aus dem unteren Kompartiment 350 µl (50% des
Gesamtvolumens von 700 µl) entfernt und verworfen. Je Transwell-Einheit wurde die
zuvor entnommene Menge ersetzt. Dabei enthielt das zugeführte Kulturmedium II (3.1.4)
die für das Gesamtvolumen von 700 µl je Einheit benötigte Menge des jeweiligen Serums
und der Zytokine. Die Konditionierung der Zellen wurde regelmäßig mikroskopisch
begutachtet und dabei die Morphologie der Zellen fotographisch dokumentiert.
3.2.4.2.1 Konditionierung der monozytären Zellen zu immaturen DC im unteren
Kompartiment des Transwell-Systems
In Vorexperimenten wurden Zellen auch auf dem Boden normaler Zellkulturwells (3.1.2)
ohne Einsätze zu immaturen DC konditioniert. Die wells wurden dazu mit sterilen runden
Deckgläschen (3.1.2) versehen. Die ausgesäte Zelldichte betrug 3,5x105 Zellen je well.
Die diese Anzahl enthaltende Menge der Zellsuspension nach Isolation (3.2.2) wurde
entnommen und durch Zentrifugation bei 250xg für 10 min ein Pellet sedimentiert. Das
Isolationsmedium wurde verworfen und das Pellet in 5 ml neuem Kulturmedium II (3.1.4)
resuspendiert. Danach wurde die benötigte Menge Serum (10% des Gesamtvolumens von
500 µl je well) hinzugegeben (humanes AB Serum) (3.1.4). Ebenso wurden die Menge an
Material und Methoden
50
rhIL-4 und rhGM-CSF (3.1.4) für die Gesamtzahl der wells berechnet und der
Zellsuspension beigefügt (Endkonzentrationen: 1000 U/ml IL-4 und 500 U/ml GM-CSF).
Mit Kulturmedium II wurde dann die Menge der Zellsuspension so aufgefüllt, dass pro well
500 µl verteilt werden konnten. An Tag 1 und Tag 4 wurden diese Mengen an Serum und
Zytokinen erneut zugesetzt, um eine konstante Zytokinkonzentration aufrecht zu erhalten.
An Tag 2 und Tag 6 erfolgte ein Teilmediumwechsel, um Stoffwechselendprodukte der
Zellen aus dem System zu entfernen. Hierbei wurden 50% der Mediummenge (250 µl)
entfernt, für 10 min bei 250xg zentrifugiert und der Überstand danach verworfen. Das
zurückbleibende Pellet wurde in neuem Kulturmedium II resuspendiert. Dann wurden
Serum und Zytokine hinzugegeben, wobei die Mengen auf das Gesamtvolumen des
Kulturmediums (500 µl je well) berechnet waren. Noch fehlende Mengen wurden
durch Kulturmedium II ergänzt und die zuvor entfernte Mediummenge je well wieder
aufgefüllt.
3.2.4.2.2 Austestung der geeigneten Porengrößen der Transwell-Membranen
Vor den eigentlichen Versuchen wurden verschiedene Porengrößen ausgetestet. Da das
Vorgehen dem unter Kap. 3.2.4.2 beschriebenen Vorgehen gleicht, allerdings lediglich
einen Vorversuch darstellt, wurde dieser Punkt nachgestellt.
Die verwendeten Transwell-Membranen (3.1.2) sind mit Porengrößen von 0,4 µm und
3 µm Durchmesser geeignet. In einem Vorexperiment wurden daher die monozytären
Zellen auf Membranen mit diesen Porengrößen ausgesät und zu immaturen DC
konditioniert (3.2.4.2). Die Entwicklung der Zellen wurde mikroskopisch kontrolliert, wobei
sowohl das obere Kompartiment mit den Zellen auf der Membran als auch das untere
Kompartiment untersucht wurden. An Tag 7 nach Isolation wurden die Transwell-Membran
Zellkulturplatten in einer Plattenzentrifuge (3.1.1) für 45 min bei 751xg und einer
Material und Methoden
51
Temperatur von 35°C zentrifugiert, um auch noch das Geschehen während der Infektion
zu simulieren (vgl. Kap. 3.2.5.2).
3.2.4.2.3 Austestung verschiedener Serumgehalte auf die Konditionierung
Bei den verwendeten Buffy Coats (3.2.2) konnte nicht immer eine ausreichende Menge
autologen Serums gewonnen werden. Da der Spender für eine weitere Serumabnahme
nicht in jedem Fall zur Verfügung stand, wurde neben dem Einsatz käuflichen hABSerums auch eine Reduktion der zugesetzen Serummenge in Erwägung gezogen. Hierzu
wurden ebenfalls Vorversuche unternommen. Das hierbei angewendete Verfahren ist mit
den zuvor beschrieben Vorgehensweisen identisch (3.2.4.1 und 3.2.4.2). Lediglich die
verwendete Serummenge wurde reduziert. So erfolgte die Konditionierung der
Makrophagen in den 24-well Kulturplatten (3.1.2) mit einem 2%igen Zusatz von autologem
Serum (vgl. 3.2.4.1). Die denritischen Zellen wurden ebenfalls mit 2% autologem
Serumzusatz kultiviert (vgl. 3.2.4.2). Die bei den DC verwendeten Konzentrationen der
Zytokine IL-4 und GM-CSF blieben dabei unverändert (Endkonzentrationen: 1000 U/ml IL4 und 500 U/ml GM-CSF). Die verringerten Serummengen wurden durch Kulturmedium II
(3.1.4) ausgeglichen. Die Entwicklung beider Zellpopulationen wurde mikroskopisch
beobachtet und fotographisch dokumentiert.
3.2.4.3
Konditionierung der monozytären Zellen für die Phänotypisierung mittels FACSAnalyse
Zur Kontrolle der Konditionierung sollten sowohl Makrophagen als auch DC mittels FACSAnalyse auf für sie spezifische Oberflächenmoleküle untersucht werden.
Material und Methoden
52
Hierzu waren größere Zellmengen notwendig. Da die Zellen nicht für weitere
Untersuchungen gebraucht werden konnten, war die Verwendung des Transwell-Systems
überflüssig. Daher konnten beide Zellpopulationen in 6-well Zellkulturplatten (3.1.2)
konditioniert werden.
Für die Konditionierung beider Zellarten wurde die gleiche Zelldichte gewählt. Die
mononuklären Zellen wurden gemäß Kap. 3.2.2 isoliert und in einer Dichte von 1,8x10 6
Zellen in 3 ml je well ausgesät. Die Makrophagen wurden wie unter Kap. 3.2.4.1
beschrieben mit 10%igem Serumzusatz zum Kulturmedium II konditioniert, wobei sowohl
autologes Serum als auch hAB-Serum verwendet wurde. Die Versorgung der Kulturen mit
jeweils neuem Serum an Tag 1 und Tag 4 sowie die beschriebenen Teilmediumwechsel
an Tag 2 und Tag 6 wurden ebenfalls in vergleichbarem Maße durchgeführt.
Die dendritischen Zellen wurden auch mit 10%igem Serumzusatz (autolog und hAB) zum
Kulturmedium II gemäß dem beschriebenen Verfahren (Kap. 3.2.4.2.1) kultiviert. Die
zugesetzten Mengen an IL-4 und GM-CSF wurden an das größere Kulturvolumen
der 6-well Platten von 3 ml je well angepasst, so dass die Endkonzentration von 1000 U/ml
rhIL-4 und 500 U/ml rhGM-CSF im Kulturmedium unverändert blieb. Auch die Zugaben an
Tag 1 und Tag 4 wurden entsprechend beibehalten. Die Teilmediumwechsel wurden
lediglich dahingehend modifiziert, dass die dabei entnommene Mediummenge für 10 min
bei 250xg zentrifugiert wurde, um nicht adhärente Zellen wieder der Kultur zuführen zu
können. Das Vorgehen wurde unter Kap. 3.2.4.2.1 bereits beschrieben.
Die 6-well Zellkulturplatten wurden in Plastikschalen (3.1.2) mit locker aufliegendem
Deckel bei 37°C und 5% CO2 in Luft für 6 Tage inkubiert.
Material und Methoden
3.2.4.4
53
Färbung und Analyse der konditionierten Zellpopulationen mittels FACS
Die Konditionierung sollte zu einer Differenzierung der isolierten Monozyten zu
dendritischen Zellen bzw. Makrophagen führen. Der Erfolg dieser Konditionierung sollte
durch Untersuchung auf typische Oberflächenmoleküle dieser Zellen überprüft werden. Zu
diesem Zweck wurden die konditionierten Zellen mit fluoreszenzmarkierten Antikörpern
gefärbt und mittels FACS ausgewertet.
Die in 6-well Kulturplatten konditionierten Zellen (3.2.4.3) mussten zuerst geerntet werden.
Das Kulturmedium wurde dazu entfernt, die Zellen mit PBS (3.1.4) gewaschen und mit 1ml
Accutase (3.1.4) für 5-10 min inkubiert. Durch vorsichtiges Pipettieren wurden danach
noch anhaftende Zellen vom Boden gelöst. Die Zellen wurden nach DC und Makrophagen
getrennt in Falcons gepoolt und mit Kulturmedium II (3.1.4) aufgefüllt. Dabei wurden je
Färberöhrchen zwei verschiedene Antikörper mit verschiedenen Farbstoffen eingesetzt
(Mehrfachfärbung). Bei dem unter Kap. 3.2.3 beschriebene Verfahren wurden also pro
Röhrchen zwei Antikörper zugesetzt. Eine Übersicht über die verwendeten Antikörper gibt
Tabelle 1. Entsprechend wurden auch die Isotypkontrollen mit den jeweils verwendeten
Farbstoffen mehrfachgefärbt. Zusätzlich wurden nach dem Herunterwaschen der
Antikörperlösung noch 5 µl 7-Amino-actinomycin D (7-AAD) (3.1.4) zugesetzt. Dieser
Farbstoff färbt nur tote Zellen an, da er die intakte Zellmembran einer lebenden Zelle nicht
passieren kann. Er wurde für 10 min bei Raumtemperatur in den Röhrchen belassen.
Danach wurden 2ml PBS hinzugegeben, die Zellen damit gut gemischt und bei 250xg für
10 min wieder herunter zentrifugiert. Der Überstand wurde verworfen, um nicht in Zellen
gebundenes 7-AAD aus den Röhrchen zu entfernen. Erst danach kam das
Paraformaldehyd-haltige PBS wie beschrieben (3.2.3) hinzu, um die Zellen bis zur Analyse
zu konservieren. Die Auswertung erfolgte wieder mit dem FACS-Calibur Gerät (3.1.1) und
der Cell-Quest Software (3.1.8).
Material und Methoden
54
Markiertes
Farbstoffe, mit denen entsprechende Antikörper
Oberflächenmolekül
konjugiert sind
CD1a
Fluorescein isothiocyanat (FITC)
CD14
Fluorescein isothiocyanat (FITC)
CD16
Phycoerythrin (PE)
CD33
Phycoerythrin (PE)
CD80
Phycoerythrin (PE)
CD83
Phycoerythrin (PE)
CD86
Phycoerythrin (PE)
HLA-DR
Phycoerythrin (PE)
Tab. 1: Gewählte Oberflächenmoleküle für die FACS-Analyse und dazu verwendete
Fluorochrome. Die konditionierten Zellen wurden mit Antikörpern (3.1.6), die gegen die
aufgelisteten Oberflächenmoleküle gerichtet sind, markiert (3.2.4.4). Diese Antikörper
waren mit angeführten Fluoreszenzfarbstoffen konjugiert.
Material und Methoden
55
3.2.5 Infektionsversuche im Transwell-Kultursystem
3.2.5.1
Empfänglichkeit von Makrophagen für frei verfügbare chlamydiale Partikel
Um zu untersuchen, ob chlamydiale Partikel in der Lage sind, die Poren der TranswellMembran (3.1.2) zu durchdringen und danach Makrophagen zu infizieren, wurde ein
Vorversuch unternommen. Die Makrophagen wurden auf Deckgläschen (3.1.2) für 6 Tage
konditioniert (3.2.4.1). An Tag 7 nach Isolation wurde jedes Makrophagen-well mit einem
Transwell-Membraneinsatz (3.1.2) versehen. Dieser Einsatz wurde mit 100 µl
Kulturmedium II (3.1.4) inkl. 10% autologem Serum (3.2.2) versehen. In das obere
Kompartiment des Einsatzes wurde eine Chlamydienpräparation gegeben (3.2.5.2). Die
Menge war so bemessen, dass auf jeden Makrophagen 10 infektiöse Chlamydien kamen
(MOI 10; multiplicity of infection). Danach wurden die Platten bei 35°C und 5% CO 2 in Luft
inkubiert. Zur Erhöhung der Luftfeuchtigkeit wurden sie dazu in Plastikschalen (3.1.2) mit
lose aufliegendem Deckel gestellt, welche zusätzlich angefeuchtete Papiertücher
enthielten. Jeden Tag wurden zwei Deckgläschen geerntet und die darauf befindlichen
Zellen untersucht (3.2.5.3 und 3.2.6.2).
Um größere Schwankungen durch einen Mediumwechsel während des Versuchs zu
vermeiden, wurde jeden Tag ein Teilmediumwechsel vorgenommen. Dabei wurde ¼ der
Mediummenge eines wells (125 µl) abpipettiert und verworfen. Das fehlende Medium
wurde mit Kulturmedium II ersetzt, wobei diesem Medium 5% der Gesamtmediummenge
autologes Serum zugesetzt war. Somit wurden die Serumgaben und Teilmediumwechsel
der Konditionierungsphase (3.2.4.1) auf einen täglichen Rhythmus umgestellt.
Material und Methoden
3.2.5.2
56
Infektion der immaturen dendritischen Zellen
Die isolierten mononuklären Zellen wurden für 6 Tage in serumhaltigem Medium mit rhIL-4
und rhGM-CSF konditioniert (3.2.4.2). An Tag 7 nach Isolation erfolgte die Infektion mit
Chlamydophila pneumoniae (3.1.3).
Pro ausgesäter DC sollten 10 infektiöse chlamydiale Partikel eingesetzt werden (MOI 10).
Die Chlamydien wurden in 50 µl Aliquots bei -80°C in SafeLock Eppendorfgefäßen (3.1.2)
gelagert, wobei die Zahl der infektiösen Einheiten pro Aliquot bekannt war. Entsprechende
Aliquotmengen wurden der Tiefkühltruhe entnommen. Zu jedem Aliquot wurden 450 µl
Kulturmedium II mit 10%igem Serumzusatz hinzupipettiert. Dabei wurde das Serum
verwendet, welches auch schon für die Konditionierung der Zellen genutzt wurde(3.2.4.1
und 3.2.4.2). Die so erhaltenen Infektionssuspensionen in den SafeLock Gefäßen wurden
anschließend auf einem Vortex-Gerät (3.1.1) für 15 min und maximaler Einstellung
gemischt. Danach wurden alle Eppendorfgefäße in einer Tischzentrifuge (3.1.1)
anzentrifugiert, um am Deckel befindliche Tropfen zu lösen. Die Gesamtzahl der
infektiösen Chlamydien pro Aliquot war nun in 500 µl Infektionssuspension enthalten.
Daraus wurde die für die entsprechende Anzahl dendritischer Zellen benötigte Menge zur
Infektion errechnet und in die oberen Kompartimente der Transwell-Einheiten (3.1.2)
pipettiert. Die Transwell-Kulturplatten wurden anschließend für 45 min bei 751xg und einer
Temperatur von 35°C zentrifugiert. Danach wurden die Platten der Zentrifuge (3.1.1)
entnommen und weitere 75 min bei 35°C im Brutschrank inkubiert.
Anschließend erfolgte das Waschen der Einsätze mit HANKS-Lösung (3.1.4). Zu diesem
Zweck wurden mehrere 24-well Kulturplatten (3.1.2) mit 600 µl HANKS je well vorbereitet,
so dass jeder Einsatz hintereinander in drei unterschiedlichen wells gewaschen werden
konnte.
Das Infektionsmedium in den oberen Kompartimenten wurde mit einer Pipette vorsichtig
abgenommen, in einem 50 ml Falcon (3.1.2) gesammelt und für 10 min bei 250xg
Material und Methoden
57
zentrifugiert, um mit abpipettierte Zellen nicht zu verlieren. Die Einsätze wurden mit einer
sterilen Pinzette in eines der Wasch-wells transferiert. Anschließend wurden in jeden
Einsatz ca. 150 µl HANKS gegeben und die gesamte Waschplatte vorsichtig geschwenkt,
um noch anhaftende Chlamydien zu entfernen. Der Überstand über den abzentrifugierten
Zellen im Falcon wurde verworfen. Nun wurde das HANKS-Medium in den oberen
Kompartimenten wieder entfernt und in das Falcon gegeben, welches dann erneut
zentrifugiert wurde (10 min bei 250xg), um auch hier mit abpipettierte Zellen zu
sedimentieren. Die Einsätze wurden in ein neues well umgesetzt und wieder mit 150 µl
HANKS gefüllt. Dieser Waschvorgang wurde noch einmal wiederholt, so dass jeder
Einsatz dreimal von außen und innen gewaschen wurde, um extrazelluläre Chlamydien zu
entfernen. Nach dem letzten Waschvorgang wurde das HANKS-Medium aus den
Einsätzen entfernt und erneut abzentrifugiert. Die nun leeren Einsätze wurden auf die 24well Platten mit den konditionierten Makrophagen übertragen und mit 50 µl Kulturmedium
II inkl. 10%igem Serumzusatz gefüllt, um ein Austrocknen der Zellen zu verhindern. Nach
der letzten Zentrifugation wurden die im Falcon sedimentierten Zellen mit Kulturmedium II
plus 10%igem Serumszusatz resuspendiert. Die Mediummenge wurde dabei so
bemessen, dass jeder Einsatz 50 µl Medium erhielt, so dass ein Kulturvolumen von 100 µl
je Membraneinsatz gegeben war. Die Mediummenge im unteren Kompartiment wurde mit
Kulturmedium II inkl. 10% Serumzusatz von 500 µl auf 600 µl aufgefüllt. Ein Zusatz von
Zytokinen wurde nicht mehr vorgenommen, um eine Beeinflussung der nun mit kultivierten
Makrophagen zu verhindern. Die Kulturplatten mit den nun kokultivierten Zellen wurden in
Plastikschalen mit lose aufliegendem Deckel gestellt und bei 35°C inkubiert. Zur Erhöhung
der Luftfeuchtigkeit wurden auch hier angefeuchtete Papiertücher in die Plastikschalen
gegeben.
Bei allen Versuchen wurde eine Platte mit Schein-infizierten (mock-infizierten) Zellen
mitgeführt. Statt der Chlamydiensuspension wurde die gleiche Menge Kulturmedium II
hinzugegeben und die Zellen zentrifugiert (s.o.). Das Waschen erfolgte nach
beschriebenem Schema, wobei auf eine saubere Trennung der infizierten und der Scheininfizierten Einsätze geachtet wurde. Die Schein-infizierten Einsätze wurden daher in
Material und Methoden
58
separaten Waschplatten versorgt und die abgenommenen Waschüberstände in einem
eigenen Falcon zentrifugiert.
3.2.5.2.1 Infektion der auf Deckgläschen konditionierten DC
In einigen Vorversuchen wurden dendritische Zellen nicht in Transwell-Einsätzen, sondern
auf Deckgläschen in 24-well Platten konditioniert (3.2.4.2.1). Die Vorbereitung der
Chlamydien und die Infektion durch Zentrifugation geschahen in vergleichbarer Weise
(3.2.5.2). Allerdings wurde das Waschen der infizierten DC modifiziert. Die Zellen wurden
ebenfalls mit HANKS-Lösung (3.1.4) gewaschen, das gesamte Waschmedium danach
wieder entfernt und zentrifugiert (10 min bei 250xg). Dieser Vorgang wurde zweimal
wiederholt, so dass auch diese DC insgesamt dreimal gewaschen wurden. Anschließend
wurden die wells mit 600 µl Kulturmedium II (3.1.4) mit 10%igem Zusatz von hAB-Serum
(3.1.4) aufgefüllt. Die bei diesem Versuch in Transwell-Einsätzen konditionierten
Makrophagen (3.2.4.1.1) wurden danach mit ihren Einsätzen in die DC Kulturen
eingehängt.
3.2.5.3
Kokultur der infizierten DC mit Makrophagen und Probenentnahme
Nach der Infektion (3.2.5.2) wurden die gewaschenen Einsätze mit den infizierten DC in
die Makrophagen-wells (3.2.4.1) eingehängt. Die weitere Kultur geschah mit Kulturmedium
II inkl. 10% des jeweils verwendeten Serums. IL-4 und GM-CSF wurden nicht weiter
zugesetzt. Um Einflüsse auf die Zellen durch den Austausch großer Mediummengen zu
minimieren, wurde ein täglicher Teilmediumwechsel eingeführt. Dabei wurden täglich ¼
der Gesamtmediummenge von 700 µl einer Transwelleinheit ausgetauscht. Die so
Material und Methoden
59
entfernten 175 µl Medium wurden verworfen. Die fehlende Menge wurde durch neues
Kulturmedium II ersetzt. Die dabei zugesetzte Menge des jeweils verwendeten Serums
betrug 5% der Gesamtmediummenge einer Transwell-Einheit von 700 µl. Aus dieser
Kultur wurden für den Zeitraum von sieben Tagen jeden Tag Proben entnommen. Zuerst
wurden dazu die entsprechenden Einsätze auf eine leere 24-well Platte transferiert. Aus
zu färbenden Einsätzen wurde das Kulturmedium entfernt und die Zellen direkt mit -20°C
kaltem Methanol fixiert. Für die Färbung von Deckgläschen mit den Makrophagen wurden
diese mit einer desinfizierten Präpariernadel und einer desinfizierten Pinzette entnommen
und auf ein Filterpapier gelegt. Darauf wurde dann sofort -20°C kaltes Methanol pipettiert,
um die Makrophagen zu fixieren. Sowohl die Einsätze als auch die Deckgläschen wurden
nach dem Trocknen bei 4°C im Kühlraum gelagert.
Zellüberstände und Lysate der DC wurden ebenfalls aus den Einsätzen gewonnen. Das
Medium der separierten Einsätze wurde in ein SafeLock Eppendorf-Gefäß (3.1.2) pipettiert
und für 10 min bei 300xg und einer Temperatur von 4°C zentrifugiert. Die Zellen auf der
Membran des Einsatzes wurden mit 200 µl Kulturmedium II versehen und mit einer
Pipettenspitze abgeschabt. Nach der Zentrifugation wurde der Überstand in ein neues
Eppendorf-Gefäß überführt und das Medium mit den gelösten Zellen aus dem Einsatz in
das zentrifugierte Eppendorf-Gefäß gegeben. So wurde der zellfreie Überstand vom
Gesamtlysat der DC getrennt.
Überstände und Lysate der Makrophagen wurden aus weiteren wells gewonnen. Hierzu
wurde ebenfalls zuerst das Kulturmedium in ein SafeLock Eppendorf-Gefäß gegeben und
für 10 min bei 300xg und 4°C zentrifugiert. In die wells wurden 400 µl Kulturmedium II
pipettiert und die auf dem Deckgläschen wachsenden Makrophagen mit einem
Gummischaber (3.1.2) abgelöst. Der Überstand aus dem Eppendorf-Gefäß wurde in ein
neues Gefäß gefüllt und das Zelllysat aus dem well zu dem abzentrifugierten Pellet
gegeben. Überstände und Lysate beider Zellpopulationen wurden zunächst für 30 min auf
Eis gelagert und dann bei -80°C eingefroren.
Das beschriebene Vorgehen fand auch bei den Schein-infizierten Kokulturen in gleicher
Weise Verwendung.
Material und Methoden
60
3.2.5.3.1 Kokultur und Probennahme bei geänderter Position der Zellpopulationen
In Vorversuchen wurden DC auf Deckgläschen konditioniert (3.2.4.2.1) und infiziert
(3.2.5.2.1). Die kokultivierten Makrophagen befanden sich dabei auf der Membran der
Transwell-Einsätze (3.1.2) oberhalb der DC. Da hier nur die Möglichkeit einer
Infektionsübertragung von unten gegen die Schwerkraft nach oben überprüft werden
sollte, wurde auf die Abnahme von Überständen und Lysaten verzichtet. Es wurden
lediglich Einsätze und Deckgläschen zur Anfärbung der Chlamydien und der Zellen
gesammelt. Das Vorgehen entsprach dabei dem unter Kap. 3.2.5.3 beschriebenen
Prozedere. Auch hier wurden die Einsätze entnommen, das Medium entfernt und die in
diesem Fall darauf befindlichen Makrophagen mit -20°C kaltem Methanol fixiert. Die
Deckgläschen mit den infizierten DC wurden wie beschrieben auf Filterpapier gelegt und
ebenfalls mit kaltem Methanol fixiert. Auch diese Präparate lagerten nach dem Trocknen
bis zur Färbung bei 4°C im Kühlraum.
Material und Methoden
61
3.2.6 Färbung der Präparate aus den Infektionsversuchen zum Nachweis von
Chlamydophila pneumoniae
3.2.6.1
Immunhistochemischer Nachweis von Chlamydophila pneumoniae
Sowohl die Präparate aus den Vorversuchen (3.2.5.3.1) als auch aus den späteren
Kokulturexperimenten (3.2.5.3) sollten auf das Vorhandensein von Chlp. pneumoniae
sowohl in den primär infizierten DC als auch in den kokultivierten Makrophagen hin
untersucht werden. Da eine Auswertung mittels Fluoreszenzmikroskopie durch die
Eigenfluoreszenz der Transwell-Membran nicht möglich war, wurde hierfür ein
immunhistochemischer Nachweis mittels Peroxidase-Reaktion genutzt.
Sowohl die Deckgläschen als auch die Membranen in den Einsätzen wurden zu Beginn
der Färbung mit Färbe-PBS (3.1.4) gewaschen. Die Deckgläschen wurden dazu mit einer
Pinzette ergriffen und in eine Glasküvette mit dem PBS getaucht, die Membranen wurden
durch vorsichtiges Auf- und Abpipettieren des PBS gewaschen. Anschließend wurden auf
jedes Deckgläschen und in jeden Einsatz 1-2 Tropfen DAKO Peroxidase Block (3.1.4)
gegeben, um endogen vorhandene Peroxidasen zu inaktivieren. Danach wurden sowohl
die Einsätze als auch die Deckgläschen mit jeweils 30 µl Blockierungspuffer (Pferdeserum
und Färbe-PBS im Verhältnis 1:1) (3.1.4) versehen und in einer feuchten Kammer für 30
min bei Raumtemperatur gelagert. Dieser Schritt sollte freie Bindungsstellen blockieren,
um eine unspezifische Anfärbung durch den primären Antikörper zu verhindern.
Anschließend wurde das Blockierungsmedium aus den Einsätzen abpipettiert und von den
Deckgläschen einfach ablaufen gelassen. Nun wurden 30 µl je Präparat der primären
Antikörperlösung hinzugegeben. Diese bestand aus einem FITC-markierten monoklonalen
Antikörper, der gegen das MOMP von Chlp. pneumoniae gerichtet ist (3.1.5), und FärbePBS im Verhältnis 1:50. Die Präparate wurden 30 min bei 37°C in einer feuchten Kammer
inkubiert. Nach dieser Zeit wurde die Färbelösung abgeklopft oder abpipettiert und jedes
Material und Methoden
62
Präparat dreimal mit Färbe-PBS gewaschen. Im Anschluss wurde je 1 Tropfen DAKO
EnVision+ (3.1.5) pro Präparat aufgetragen. Dabei handelt es sich um Peroxidasegekoppelte Antikörper der Ziege, die gegen Maus- oder Kaninchen-Antikörper gerichtet
sind. Somit markieren diese Peroxidase-gekoppelten Antikörper den primären Antikörper.
Das EnVision+ Reagenz wurde 30 min auf den Präparaten belassen (Raumtemperatur
und feuchte Kammer). Hieran schloss sich erneut ein dreimaliges Waschen der Präparate
in Färbe-PBS an. Im nächsten Färbeschritt wurde jedes Präparat mit einem Tropfen
DAKO AEC+ (AEC: 3-Amino-9-Ethylkarbazol) (3.1.4) versehen und weitere 30 min bei
Raumtemperatur in einer feuchten Kammer inkubiert. Schließlich wurde das AEC wieder
durch dreimaliges Waschen entfernt. Zur Gegenfärbung der Zellkerne wurde jedes
Präparat noch für 30 Sekunden in Hämatoxylin (3.1.4) getaucht und anschließend
gründlich gewaschen. Die Präparate wurden an der Luft getrocknet. Glasobjektträger
(3.1.2) wurden mit einem Tropfen Mounting-Fluid (3.1.4) versehen und die Deckgläschen
mit der gefärbten Seite auf diesen Tropfen aufgelegt. Luftblasen wurden durch sanften
Druck entfernt und das Präparat mit Corbit-Balsam (3.1.4) umrundet.
Zur Darstellung der Membranen mussten diese zunächst aus den Einsätzen entfernt
werden. Zu diesem Zweck wurden die Membranen mit einer Skalpellklinge vorsichtig vom
Einsatz gelöst und angehoben. Danach wurden auch sie mit der gefärbten Seite auf einen
Objektträger mit Mounting-Fluid aufgebracht. Auf die Membran wurde danach ein weiterer
Tropfen Mounting-Fluid gegeben und das Präparat durch ein eckiges Glasdeckgläschen
abgeschlossen. Dieses wurde ebenfalls mit Corbit-Balsam umrundet. Die mikroskopische
Auswertung erfolgte dann bei normalem Weißlicht.
Bei jeder Färbung wurden eine Positivkontrolle mit infizierten HEp-2 Zellen und eine
Negativkontrolle (Medium statt primärem Antikörper) mitgeführt.
Material und Methoden
3.2.6.2
63
Immunfluoreszenzfärbung kokultivierter Makrophagen zum Nachweis von
Chlamydophila pneumoniae
Das immunhistochemische Färbeverfahren unter Kap. 3.2.6.1 benutzte einen sekundären
Antikörper und eine enzymatische Reaktion für den Nachweis chlamydialer Partikel. Um
eine möglichst direkte Anfärbung zu erhalten, wurden auf Deckgläschen kultivierte
Makrophagen zusätzlich noch einer Immunfluoreszenzfärbung mit einem primär
markierten Antikörper unterzogen.
Einige der unter Kap. 3.2.5.3 beschriebenen Makrophagenpräparate wurden zu diesem
Zweck in Färbe-PBS vorsichtig gewaschen. Danach wurde jedes Präparat mit 30µl
Blockierungspuffer (Pferdeserum und Färbe-PBS im Verhältnis 1:1) (3.1.4) bedeckt und
für 30 min bei Raumtemperatur in einer feuchten Kammer gelagert. Der
Blockierungspuffer wurde danach vorsichtig abgeklopft und jedes Deckgläschen mit 30 µl
der primären Antikörperlösung versehen. Hier wurde ebenfalls der FITC-markierte antiMOMP Antikörper (3.1.5) verwendet. Dieser wurde im Verhältnis 1:50 verdünnt eingesetzt.
Die restliche Färbelösung bestand aus Färbe-PBS (3.1.4) und EvansblauGebrauchslösung (3.1.4) im Verhältnis 1:1. Der Antikörper wurde 30 min bei 37°C auf den
Präparaten belassen. Diese wurden in einer dunklen, feuchten Kammer gelagert, um ein
Ausbleichen des Fluorophors zu verhindern. Nach diesem Färbeschritt wurden die
Deckgläschen dreimal in Färbe-PBS gewaschen und an der Luft getrocknet. Zuletzt
wurden sie mit der gefärbten Seite auf Objektträger mit einem Tropfen Mounting-Fluid
(3.1.4) aufgebracht, mit Corbit-Balsam (3.1.4) umrundet und im Fluoreszenzmikroskop
ausgewertet.
Bei jeder Färbung wurden eine Positivkontrolle mit infizierten HEp-2 Zellen und eine
Negativkontrolle (Medium statt primärem Antikörper) mitgeführt.
Material und Methoden
64
3.2.7 Bestimmung der Zahl infektiöser Chlamydien aus den Überständen und Lysaten im
HEp-2 Infektiositätstest
Da sich Chlamydophila pneumoniae in HEp-2 Zellen am besten anzüchten lässt, wurden
Überstände und Lysate aus den Kokulturen auf HEp-2 Zellen inkubiert, um die Zahl der
darin enthaltenen infektiösen Chlamydien bestimmen zu können.
Zu diesem Zweck wurden kultivierte HEp-2 Zellen (3.2.1) in 96-well Mikrotiterplatten
(3.1.2) ausgesät. Dazu wurde der HEp-2 Monolayer von Medium befreit, mit PBS
gewaschen und die Zellen mit Trypsin/EDTA gelöst (3.2.1). Die so erhaltene
Zellsuspension wurde in einem 50 ml Falcon gesammelt, für 10 min bei 250xg zentrifugiert
und der Überstand danach verworfen. Das Zellpellet wurde mit 5 ml Kulturmedium I
resuspendiert und das Volumen auf 40 ml aufgefüllt. Davon wurden 10 µl mit 10 µl
Trypanblau (3.1.4) vermischt und die vitalen Zellen in einer Neubauer-Zählkammer
ausgezählt. Die Gesamtzahl ergab sich aus der unter Kap. 3.2.2 beschriebenen Formel:
(Zahl vitaler Zellen/0,4) * 2 * 1000 * 40
Pro Mikrotiterwell wurden 3x104 HEp-2 Zellen in je 200 µl Medium benötigt. Die
entsprechende Menge Zellsuspension wurde daher entnommen, erneut für 10 min bei
250xg zentrifugiert und das Pellet in der benötigten Menge Kulturmedium I (3.1.4)
resuspendiert. Pro well wurden dann die Zellen in 200 µl ausgebracht, wobei die äußeren
wells einer Platte mit PBS gefüllt wurden, um eine feuchte Atmosphäre zu schaffen. Die
Kulturen wurden danach bei 37°C über Nacht inkubiert.
Am nächsten Tag wurde die Bildung eines Monolayers in den wells mikroskopisch
kontrolliert. Daran schloss sich die Aufbereitung der zu überprüfenden Proben an.
Die Eppendorf-Gefäße mit den Überständen und Lysaten (3.2.5.3) wurden aus der
Tiefkühltruhe entnommen und aufgetaut. Danach wurden alle Eppendorfgefäße für 7 min
auf dem Vortex gemischt. Anschließend erfolgte eine Lysierung evtl. noch vorhandener
Material und Methoden
65
Zellbestandteile im mit Wasser gefüllten Ultraschallbad (3.1.1) für 2 min, um möglichst alle
chlamydialen Partikel frei verfügbar zu machen. Erneut wurden die Proben auf dem Vortex
gemischt und anschließend in einer Tischzentrifuge anzentrifugiert, um Tropfen im Deckel
zu lösen.
Das Kulturmedium in den Mikrotiterplatten wurde komplett entfernt. Die Proben wurden
dann mit einer 200 µl Pipette durch Auf- und Abpipettieren vorsichtig gemischt und zwei
HEp-2 wells je Probe mit 50 µl Probenvolumen beimpft. So wurde für jeden Überstand und
jedes Lysat ein Doppelwert bestimmt. Zwei wells wurden als Positivkontrolle zusätzlich mit
einer Chlamydienpräparation versehen, zwei weitere wells erhielten keine Proben sondern
nur Kulturmedium I und dienten als Negativkontrolle.
Die so präparierten Mikrotiterplatten wurden für eine Stunde bei 1700xg und 35°C
zentrifugiert und anschließend eine weitere Stunde bei 35°C im Brutschrank inkubiert. Nun
wurde jedes well mit weiteren 150 µl Kulturmedium I aufgefüllt. Dabei wurden dem
Medium Cycloheximid (3.1.4) zugesetzt, um eine Konzentration von 1 µg Cycloheximid pro
Milliliter Medium in den wells zu erreichen. Die Platten wurden in Plastikschalen mit locker
aufliegendem Deckel gestellt und für 72 Stunden bei 35°C bebrütet.
Nach 72 Stunden erfolgte die Färbung. Das Medium über den infizierten HEp-2 Zellen
wurde entfernt und verworfen. Alle wells wurden mit 200 µl Färbe-PBS (3.1.4) gewaschen
und anschließend die Zellen mit 200 µl kaltem Methanol (3.1.4) für 10 min bei -20°C fixiert.
Nach Entfernen des Methanol schloss sich ein weiterer Waschschritt mit 200 µl FärbePBS je well an. Danach wurden je well 35 µl der Färbelösung auf die Zellen pipettiert,
wobei auf eine vollständige Bedeckung des Monolayers geachtet wurde. Die Färbelösung
bestand aus Färbe-PBS und Evansblau Gebrauchslösung (3.1.4) im Verhältnis 1:1 und
dem FITC-markierten monoklonalen anti-MOMP Antikörper (3.1.5), der im Verhältnis 1:50
an der Gesamtmenge zugesetzt wurde. Die Platten wurden in einer feuchten Kammer bei
37°C für 30 min unter Lichtausschluss inkubiert. Schließlich wurde die Färbelösung
entfernt und jedes well dreimal mit Färbe-PBS gewaschen, getrocknet und danach mit
einem Tropfen Mounting-Fluid (3.1.4) versehen. Die mikroskopische Auswertung erfolgte
dann mit einem Fluoreszenzmikroskop bei Wellenlängen von 490 nm
Material und Methoden
66
(FITC) und 550 nm (Evansblau), wobei die apfelgrün gefärbten chlamydialen Einschlüsse
in jedem well ausgezählt wurden.
Die Zellen waren mit dem Evansblau rot gegengefärbt. Die Anzahl ausgezählter
Inklusionen pro well wurde auf 1 ml hochgerechnet. So ergab sich die Einheit IFU/ml (IFU:
inclusion forming units).
3.2.8 Untersuchungen zur chlamydialen Genexpression
Neben dem Nachweis chlamydialer Partikel mittels Färbung sollten auch Untersuchungen
zur Genexpression durchgeführt werden, um sowohl die Stoffwechselaktivität der
Chlamydien nachzuweisen als auch evtl. unterschiedliche Entwicklungsformen
charakterisieren zu können. Die kulturellen Bedingungen wurden aus den
Infektionsversuchen (3.2.5) abgeleitet.
3.2.8.1
Konditionierung, Infektion und Kokultur der Zellen für die
Genexpressionsanalyse
Wie für die Infektionsversuche beschrieben wurden die benötigten Zellen aus Buffy Coats
klinisch gesunder Spender isoliert (3.2.2). Allerdings war der Bedarf an Zellen für die
Untersuchungen zur Genexpression wesentlich höher als bei den Infektionsversuchen,
weshalb auf ein größeres Transwell-System mit 6-well Platten (3.1.2) umgestellt werden
musste. Dabei handelte es sich jedoch um den gleichen Aufbau, auch das Material und
die Porengröße der Membran waren identisch zu den Transwell-Einheiten der
Infektionsversuche (3.2.4.2). Lediglich das Kulturraumvolumen war mit insgesamt 4,1 ml
(2,6 ml für das untere Kompartiment, 1,5 ml für das obere Kompartiment) größer. Die unter
Material und Methoden
67
Kap. 3.2.4.1 beschriebenen Konzentrationen der beiden verwendeten Seren (autolog und
hAB) blieben mit 10% am Gesamtkulturmedium ebenso unverändert wie die
Konzentrationen der für die Konditionierung der DC benutzten Zytokine IL-4 und GM-CSF
(3.2.4.2). Auch die zweitägigen Zugaben von Serum und Zytokinen sowie die
Teilmediumwechsel wurden nicht geändert. Die Infektion der DC und der anschließende
Waschvorgang wurden nach identischem Vorgehen durchgeführt (3.2.5.2). Die Einsätze
mit den infizierten DC wurden nach erfolgtem Waschen auf die konditionierten
Makrophagen in den 6-well Platten gegeben.
3.2.8.2
Entnahme der Proben aus der Kokultur für die Genexpressionsanalyse
An Tag 1, Tag 3 und Tag 5 nach Infektion der DC wurden die Proben entnommen.
Zunächst wurden die Transwell-Einsätze auf eine leere Kulturplatte transferiert. Sowohl
aus den Einsätzen (infizierte DC) als auch aus den wells (kokultivierte Makrophagen)
wurde je eine Sammelprobe des Kulturüberstandes von 120 µl Volumen in einem
SafeLock-Eppendorfgefäß (3.1.2) gepoolt und bei 300xg für 10 min und einer Temperatur
von 4°C zentrifugiert. Die so gewonnenen Überstände wurden in neue SafeLockEppendorfgefäße überführt, für 30 min auf Eis inkubiert und danach bei -80°C eingefroren.
Die restlichen Überstände aus den wells und den Einsätzen wurden getrennt nach Zelltyp
in 50 ml Falcons gesammelt. Danach wurden sowohl die Kulturwells als auch die
Membraneinsätze mit je 1 ml Kulturmedium II (3.1.4) versehen und die Zellen mit einem
Gummischaber vom Untergrund abgelöst. Von den so erhaltenen Makrophagen- und DCLysaten wurde jeweils eine Sammelprobe von 120 µl Volumen entnommen und in die
zuvor zur Zentrifugation benutzten Eppendorfgefäße gegeben. Diese Lysatproben wurden
ebenfalls für 30 min auf Eis gelagert und danach bei -80°C eingefroren. Die verbliebenen
Lysatmengen wurden zu den entsprechenden bereits gesammelten Kulturüberständen
Material und Methoden
68
pipettiert. Die Falcons wurden für 10 min bei 250xg zentrifugiert, um die Gesamtlysate der
Makrophagen und der DC am Boden der Falcons zu sedimentieren. Die Überstände
wurden verworfen und die beiden Zellpellets der Aufreinigung zur Isolation der DNA und
RNA zugeführt (3.2.8.3). Die eingefrorenen Sammelproben der Überstände und Lysate
wurden im HEp-2 Infektiositätstest (3.2.7) auf das Vorhandensein infektiöser Chlamydien
überprüft.
3.2.8.3
Aufreinigung der Lysate und Isolation der chlamydialen DNA und RNA
Die weitere Bearbeitung der Proben wurde mit dem NucleoSpin® RNA II Kit (3.1.7) und
dem NucleoSpin® RNA/DNA Puffer Set (3.1.7) der Firma Macherey-Nagel vorgenommen.
Das Vorgehen richtete sich nach den zugehörigen Protokollen und wird hier kurz
wiedergegeben. Zuerst wurde das Zellpellet mit 350 µl Puffer RA 1 und 3,5 µl Mercaptoethanol auf dem Vortex gut gemischt. Jede Probe wurde danach durch
mehrmaliges Aufziehen durch eine sterile 0,9 mm Kanüle homogenisiert und auf eine
NucleoSpin® Filtereinheit (Bestandteil des RNA II Kits, 3.1.7) aufgetragen. Bei 11.000xg
wurde die Probe 1 min lang zentrifugiert und befand sich danach im Sammelgefäß
unterhalb der Filtereinheit. Zu der Probe wurden 350 µl Ethanol 70%ig (3.1.4) gegeben
und gut gemischt. Die Probe mit dem Ethanol wurde auf eine Säule gegeben und 30
Sekunden bei 800xg zentrifugiert. Die Säule wurde danach in ein neues Sammelgefäß
überführt. An dieser Stelle wurde das NucleoSpin® RNA II Protokoll unterbrochen und mit
der Isolation der DNA fortgefahren. Hierzu wurden die Säulen zweimal mit 500 µl DNA
wash für 1 min bei 11.000xg gewaschen. Das Eluat wurde verworfen, die Säulen in ein
neues Sammelgefäß überführt und 3 min getrocknet. Anschließend wurden 100 µl DNA
elute auf die Säule pipettiert, 5 min inkubiert und die DNA danach bei 11.000xg für 1 min
mit der elute-Lösung isoliert. Die Säule wurde wieder in ein frisches Sammelgefäß
überführt und die DNA sofort bei -80°C eingefroren. Nicht isolierte DNA wurde
Material und Methoden
69
anschließend mit der im Kit enthaltenen DNase auf der Säule verdaut (15 min bei
Raumtemperatur). Die Säule wurde noch dreimal mit verschiedenen Puffern gewaschen
und die RNA danach mit 100 µl RNase-freiem Wasser (Bestandteil des Kits) von der Säule
eluiert. Auch die RNA-Proben wurden sofort bei -80°C eingefroren.
3.2.8.4
Messung der Menge isolierter chlamydialer DNA und RNA über die
Bestimmung der optischen Dichte der Proben
Für die nachfolgenden Schritte war es wichtig, besonders die Menge der isolierten
chlamydialen RNA zu kennen. Dies geschah über die Messung der optischen Dichte (ODWert) der Proben. Auch der Gehalt an DNA wurde mit diesem Verfahren mitbestimmt.
Die bei der Isolation gewonnenen Proben lagen jeweils in einem Volumen von 100 µl vor
(3.2.8.3). Sowohl die DNA als auch die RNA Proben wurden aufgetaut und jeweils 5 µl der
Probe entnommen. Die DNA- und RNA-Proben wurden danach sofort wieder eingefroren.
Die entnommenen 5 µl wurden mit 95 µl RNase-freiem Wasser auf ein Verhältnis von 1:20
verdünnt. Die optische Dichte dieser Verdünnung wurde dann in einem Photometer bei
einer Wellenlänge von 260nm bestimmt. Für die Konzentrationsberechnung musste dieser
Wert in folgender Formel eingesetzt werden:
Konz. Nukleinsäure[µg/ml] = Wert OD260 * Verdünnungsfaktor * Nukleinsäurenkonstante
Für die RNA ergab sich somit die Formel:
Konz. RNA[µg/ml] = Wert OD260 * 20 * 40
Material und Methoden
70
Die Konzentration an DNA wurde ebenso ermittelt, wobei die Nukleinsäurenkonstante für
doppelsträngige DNA 50 beträgt. Die erhaltenen Werte wurden noch durch 1000 dividiert,
um die Menge an DNA bzw. RNA pro µl zu erhalten. Die berechneten Konzentrationen
wurden dokumentiert.
3.2.8.5
DNA-Verdau in den aufgereinigten RNA-Proben
Da die weiteren Untersuchungsschritte durch Reste chlamydialer DNA in den RNA-Proben
verfälscht worden wären und nach der Aufreinigung eine absolute Freiheit der isolierten
RNA von DNA nicht gewährleistet war, wurde zusätzlich noch ein Verdau der DNA
angestrebt. Dieser erfolgte nach dem Protokoll der RQ1 RNase-freien DNase (3.1.7) der
Firma Promega. Das Enzym DNase verdaut dabei sowohl doppelsträngige als auch
einzelsträngige DNA.
Die RNA-Proben wurden aufgetaut und aliquotiert. In der Zwischenzeit wurden die RQ1Reagenzien aufgetaut. Je µg RNA wurden 1 µl Reaction Buffer und 1 µl der RNase-freien
DNase (1 U/µl) in die Aliquots gegeben. Mit RNase freiem Wasser (3.1.4) wurden die
Proben auf ein Volumen von 10 µl aufgefüllt und für 30 min bei 37°C in einem
Thermocycler (3.1.1) inkubiert. Danach wurde je Aliquot 1 µl der Stop Solution hinzugeben
um die Reaktion abzubrechen. Das Enzym selbst wurde anschließend bei 65° für 10 min
im Thermocycler inaktiviert. Die meisten Proben wurden danach mittels reverser
Transkription in DNA umgeschrieben (3.2.8.6). Einige Aliquots wurden allerdings ohne
Umschreibung wieder bei -80°C eingefroren. Die sollten später auf Reste chlamydialer
DNA mittels Taqman untersucht werden, um den erfolgreichen DNA-Verdau zu bestätigen
(3.2.8.7.2).
Material und Methoden
3.2.8.6
71
Umschreibung der isolierten RNA in DNA mittels reverser Transkription
Die später verwendete Reaktion zum quantitativen Nachweis der chlamydialen
Nukleinsäuren ist nicht in der Lage, einzelsträngige RNA nachzuweisen. Nur DNA kann
mit dieser Methode analysiert werden. Daher musste die isolierte RNA in DNA
umgeschrieben werden. Dieser Vorgang wird als reverse Transkription bezeichnet. Als
Endprodukt erhält man komplementäre DNA, kurz cDNA (complementary DNA). Die
Umschreibung wurde mit dem Reverse Transcription Core Kit der Firma Eurogentec
(3.1.7) durchgeführt. Dazu wurden RNase-freie 0,5 ml Eppendorfgefäße (3.1.2)
beschriftet. Pro Gefäß wurde RNase-freies Wasser (3.1.4) vorgelegt. Die Menge wurde so
berechnet, dass sie zusammen mit dem Probenvolumen von 0,6 µg RNA die Menge von
12,15 µl nicht überstieg. Zu dem Wasser wurde der aus den Kit-Komponenten hergestellte
Master Mix pipettiert. Die Einzelkomponenten sind in Tab. 2 dargstellt:
Komponenten
Menge in µl für 0,6 µg RNA
10x Reaction Buffer
3
25mM MgCl2 Lösung
6
2,5mM dNTP Lösung
6
Random Nonamer
1,5
RNase Inhibitor
0,6
EuroScript Reverse Transcriptase
0,75
Tab. 2: Zusammensetzung des Reverse Transcription Core Kit Master Mix für die reverse
Transkription. Die angegebenen Volumina beziehen sich auf einen Ansatz mit 0,6 µg RNA.
Dieser Master Mix enthielt das Enzym Reverse Transkriptase und die zur Herstellung
eines DNA-Doppelstrangs benötigten Basen.
Nun wurden je Eppendorfgefäß 0,6 µg RNA in dem entsprechenden Volumen Probe
hinzugegeben. Das Gefäße wurde verschlossen und der Inhalt durch vorsichtiges
Material und Methoden
72
Schnippen mit dem Finger durchmischt. Anschließend wurden alle Eppendorfgefäße für
10 Sekunden anzentrifugiert, um die gesamte Lösung im unteren Teil zu sammeln. Die
Transkriptionsreaktion wurde in einem Thermocylcer (3.1.1) bei 48°C für 30 min
durchgeführt, an die sich die Inaktivierung des Enzyms bei 95°C für 5 min anschloss, um
die Reaktion zu beenden. Nach dem Abkühlen der Aliquots wurden diese bis zur weiteren
Analyse wieder bei -80°C eingefroren.
3.2.8.7
Quantitativer Nachweis chlamydialer DNA und cDNA im TaqMan-System
3.2.8.7.1 Theoretischer Hintergrund
Die TaqMan Methode stellt eine erweiterte PCR-Reaktion dar. Bei einer normalen PCR
wird ein DNA-Doppelstrang durch Temperaturerhöhung in Einzelstränge geteilt. Durch
leichtes Abkühlen lagern sich an diese Einzelstränge an spezifischen Stellen
komplementäre Primer an. An diese Primer wiederum bindet das Enzym Polymerase,
welches dann von den Primern ausgehend die beiden Einzelstränge mit komplementären
Basen zu zwei Doppelsträngen ergänzt. Diese beiden neuen Stränge werden durch
erneutes Erhitzen wieder getrennt, die Reaktion wiederholt sich. Somit kommt es bei
jedem Zyklus zu einer Verdopplung der durch die Primer vorgegebenen DNA-Abschnitte.
Bei der TaqMan Methode wird diese Reaktion durch eine spezifische Sonde ergänzt.
Diese Sonde bindet an die von den Primern flankierten Einzelstränge der DNA. Die Sonde
ist mit zwei unterschiedlichen Fluoreszenzfarbstoffen markiert. Die Anregung des ersten
Fluorophors führt zur Emission von Licht einer definierten Wellenlänge, welches das
zweite Fluorophor anregt. Somit überwiegt die Emission dieses zweiten Farbstoffs. Bei der
Polymerisation stößt nun die Taq-Polymerase an diese Sonde. Dadurch wird eine
Exonuklease der Polymerase aktiviert, welche die Sonde degradiert. Durch diesen
Material und Methoden
73
Abbauprozess trennen sich die beiden Fluoreszenzfarbstoffe räumlich voneinander. Die
Emission des ersten Fluorophors regt nun nicht mehr das zweite an, sondern wird separat
detektiert. Nach Degradierung der Sonde wird die Polymerisation ungestört beendet. So
werden bis zu 40 Zyklen durchlaufen. Dabei misst das Gerät die Verschiebung im
Emissionspektrum jeder Probe. Je mehr DNA in der Ursprungsprobe vorhanden ist, desto
früher kommt es zur Anreicherung so vieler PCR-Produkte, dass die Verschiebung des
Emissionsspektrums signifikant wird. Somit ist also eine quantitative Messung der
Ausgangsmenge an DNA in jeder Probe in Echtzeit möglich.
3.2.8.7.2 Durchführung der quantitativen real-time PCR im TaqMan-System
Mit Hilfe der quantitativen real-time PCR sollten die Mengen chlamydialer DNA und in
cDNA umgeschriebener RNA aus den Infektionsversuchen bestimmt werden. Dadurch
sollte die Expression chlamydialer Gene quantifiziert werden. Folgende Zielgene wurden
daher in den Proben der direkt infizierten DC sowie der kokultivierten Makrophagen von
Tag 1, Tag 3 und Tag 5 nach Infektion untersucht:
Gen
Funktion
kodiert für die 16S-Untereinheit der chlamydialen Ribosomen; Nachweis
16S rRNA
stoffwechselaktiver Erreger und Bezugsgröße für die Expression anderer
Gene
euo
groEL
ompA
kodiert für ein Enzym, welches die Dekondensation des chlamydialen
Erbguts zu Beginn des Entwicklungszyklus einleitet
kodiert für ein chlamydiales Hitzeschockprotein mit Chaperon-Funktion
kodiert für das chlamydiale Hauptmembranprotein MOMP
Material und Methoden
74
Da bei Bakterien keine Introns in der DNA vorhanden sind, entspricht die mRNA der DNA.
Somit ist auch die aus RNA gewonnene cDNA mit der DNA identisch. Daher konnten
dieselben Sonden für die 16S DNA als auch für die 16S rRNA genutzt werden. Die für die
jeweiligen Gene spezifischen Sonden wurden zusammen mit dem qPCR® Core Kit (3.1.7)
der Firma Eurogentec eingesetzt. Für die Gene euo, groEL und ompA lagen die Sonden
zusammen mit den Primern in einer fertigen Mischung vor, für das 16S Gen (DNA und
cDNA) wurden sie einzeln hinzugegeben.
Aliquots der DNA- und RNA-Proben wurden aufgetaut und 1:10 mit nukleasefreiem
Wasser verdünnt. Dann wurden die 96-well PCR Platten (3.1.2) mit dem zuvor
angesetzten Master Mix versehen.
Dieser bestand aus folgenden Komponenten:
Für den Nachweis der 16S DNA bzw. cDNA
Komponenten
eingesetztes Volumen in µl je Probe
Eurogentec Core Mix
6,125
Primer forward (20 µM)
0,75 (15 pmol)
Primer reverse (10 µM)
0,75 (7,5 pmol)
Sonde 16S C.p. (5 µM)
1 (5 pmol)
nukleasefreies Wasser
6,375
Für den Nachweis der cDNA der anderen Gene
Komponenten
eingesetztes Volumen in µl je Probe
Eurogentec Core Mix
6,125
Sonde/Primer Mix.
1,25
nukleasefreies Wasser
7,625
Material und Methoden
75
Zu diesem Master Mix wurden jeweils 10 µl der mit Wasser verdünnten Proben
hinzugegeben. Je Probe wurden 3 Ansätze bestimmt.
Zusätzlich wurden mit dem gleichen Verfahren auch nicht umgeschriebene RNA-Proben
nach DNA-Verdau (3.2.8.5) untersucht. Da die Sonden nur DNA bzw. cDNA nachweisen
können, diente eine negative TaqMan-Reaktion als Nachweis eines erfolgreichen
vollständigen Abbaus chlamydialer DNA in den RNA-Proben.
Die so präparierten 96-well PCR-Platten wurden mit Folie abgeklebt und in einer
Zentrifuge mit Platteneinsatz kurz anzentrifugiert, um alle Reaktionskomponenten am
Boden der wells zu sammeln. Die Platte wurde schließlich in einem ABI Prism Sequence
Detector (3.1.1) positioniert und die Reaktion gestartet:
Profil
Zeit und Temperatur
Aufwärmphase
2 min; 50°C
1. Zyklus.
10 min; 95°C (aktiviert die Taq-Polymerase)
40 Zyklen
15 sec; 95°C (trennt die DNA-Doppelstränge)
1 min; 60°C (Binden der Primer und Polymeraseaktivität)
Die gemessenen Daten wurden durch das Gerät selbst aufgezeichnet und mit der
beiliegenden Software ausgewertet.
Für eine korrekte Auswertung der gemessenen Daten mussten zusätzlich Standardkurven
für jede Primer/Sonde-Kombination erstellt werden. Dafür wurden aus einer
Chlamydienpräparation Verdünnungsstufen hergestellt und analog zu den Proben aus den
Infektionsversuchen aufgereinigt (3.2.8.3). Die extrahierte RNA wurde ebenso einem DNAVerdau (3.2.8.5) unterzogen, umgeschrieben (3.2.8.6) und der Analyse im TaqMan
zugeführt. Durch die bekannten Verdünnungsstufen war es mit der Software möglich,
Material und Methoden
76
Standardkurven für die Auswertung der eigentlich zu bestimmenden Proben zu erstellen.
Ebenso konnte die Effizienz der Sonden ermittelt werden.
3.2.8.7.3 Auswertung der im TaqMan-System ermittelten Daten
Wie unter Kap. 3.2.8.7.1 beschrieben, misst das Gerät in jeder Probe die emittierte
Lichtstrahlung. Der Zeitpunkt, bei dem es zu einer signifikanten Verschiebung im
Emissionsspektrum kommt, wird als CT-Wert (cycle of treshhold-Wert) gespeichert. Er gibt
die Anzahl der PCR-Zyklen an, die nötig waren, um genügend Amplifikat für die detektierte
Verschiebung im Emissionsspektrum zu erhalten. Je kleiner also der CT-Wert ist, desto
weniger Zyklen waren für die Amplifikation nötig, umso größer war also die
Ursprungsmenge an DNA in der Probe. Für jede Probe wird also ein solcher CT-Wert
protokolliert und ausgegeben. Da jede Probe dreifach bestimmt wurde, ergaben sich drei
CT-Werte, die zu einem Mittelwert zusammengerechnet werden konnten.
Die so erhaltenen Messwerte wurden danach mathematisch korrigiert. Bei einer idealen
PCR-Reaktion kommt es zu einer Verdopplung des Amplifikats pro Zyklus. In Realität wird
dieser Faktor aber oft nicht erreicht, die Effizienz liegt also nicht bei 100%. Die für die
TaqMan-Reaktion verwendeten Sonden und Primer wiesen zwar alle eine ähnliche
Effizienz auf, allerdings wurde für die Vergleichbarkeit der Daten eine Effizienzkorrektur
durchgeführt. Dabei werden die einzelnen Effizienzen auf den idealen Wert von 100%
korrigiert. Dadurch werden die CT-Werte der Proben, die mit unterschiedlichen Sonden
untersucht wurden, ebenfalls korrigiert und sind so direkt vergleichbar. Zu diesem Zweck
wurde zuerst die Effizienz jeder Sonde und ihrer Primer mittels der Standardkurven
ermittelt.
Material und Methoden
77
Der Betrag der Kurvensteigung floss dabei in folgende Formel ein:
CT korrigiert = (CT * ln(10)) / (|slope| * ln(2))
CT korrigiert
korrigierter CT-Wert
ln:
natürlicher Logarithmus
|slope|
Betrag der Kurvensteigung
Mit den so korrigierten CT-Werten für jede Probe wurde dann der Gehalt ursprünglich
vorhandener DNA bzw. cDNA errechnet.
Dazu wurde neben der Steigung der Standardkurven auch der Schnittpunkt dieser Kurven
mit der y-Achse (intercept) benötigt. Beide Werte werden automatisch von der Software
(3.1.8) berechnet und bereitgestellt.
Der Gehalt ergab sich aus folgender Formel:
((CT-intercept) / slope)
Gehalt = 10
intercept
Schnittpunkt der Standardkurven der jeweiligen Sonde mit der y-Achse
slope
Steigung der Standardkurve der jeweiligen Sonde
Für die Standardkurven wurden definierte Verdünnungsstufen einer
Chlamydienpräparation verwendet. Allerdings war die exakte Menge der darin
enthaltenden stoffwechselaktiven Chlamydien nicht bekannt. Es konnte also keine
absolute Quantifizierung erfolgen, da hierfür die Standardkurven mit einer genau
Material und Methoden
78
definierten Menge RNA der zu untersuchenden Gene hätten erstellt werden müssen. Eine
absolute Quantifizierung war bei dieser Untersuchung allerdings auch nicht angestrebt, so
dass eine relative Quantifizierung auf Basis der mittels Verdünnung erstellten
Standardkurven genutzt wurde. Zu diesem Zweck mussten die korrigierten Gehalte auf die
Zahl lebender Chlamydien normalisiert werden, um die Anzahl der RNA-Kopien pro
Erreger zu erhalten. Die korrigierten Werte wurden daher durch den entsprechenden
Gehalt an 16S RNA dividiert, der als Maßstab für die Zahl der stoffwechselaktiven
Chlamydien genutzt wurde.
Beispiel:
Gehalt RNA euo Tag 1 in inf. DC / Gehalt rRNA 16S Tag 1 inf. DC
So wurde für jedes untersuchte Gen zu jedem Zeitpunkt (Tag 1,3,5) und in beiden
untersuchten Zellpopulationen (infizierte DC und kokultivierte Makrophagen) verfahren.
Da die ribosomale RNA aber wesentlich stabiler ist als mRNA und sowohl die
Aufreinigung, Lagerung und weitere Bearbeitung besser übersteht, wird auch wesentlich
mehr Menge rRNA detektiert. Daher muss der errechnete Quotient aus mRNA und rRNA
mit dem Faktor 1x106 multipliziert werden. Erst nach dieser Korrektur wurden die relativen
Kopienzahlen der untersuchten Gene graphisch ausgewertet.
Ergebnisse
4
Ergebnisse
4.1
Ergebnisse der experimentellen Vorarbeiten
79
4.1.1 Einfluss der Serumkonzentration auf die Zahl der Makrophagen während der
Konditionierungsphase
Da aus den für die Zellisolation genutzten Buffy Coats nicht immer eine ausreichende
Menge autologen Serums gewonnen werden konnte, wurde für die Zellkultur eine
Reduktion der zugesetzten Serummenge in Erwägung gezogen. Der Serumanteil in
diesen Vorversuchen betrug nur 2% an der Gesamtmediummenge (Kap. 3.2.4.2.3). Die so
konditionierten Makrophagen zeigten allerdings im Vergleich zu denen mit 10% Serum
kultivierten Zellen deutliche Unterschiede. Während der gesamten Konditionierungsphase
von 6 Tagen nahm die Zellzahl stark ab. Abb. 2 und Abb. 3 zeigen die deutlichen
Unterschiede in der Dichte der kultivierten Zellen im Phasenkontrastmikroskop. Die
Aufnahmen wurden an Tag 6 nach Isolation gemacht. Deutlich zu erkennen sind die
wesentlich geringere Menge der Makrophagen in der Übersichtsvergrößerung (10x) und
die auffallend vielen, im Phasenkontrast dunkel erscheinenden Zelltrümmer (20x) bei
2%igem Serumzusatz. Im Vergleich dazu Makrophagen nach 6 Tagen Konditionierung mit
10%igem Zusatz autologen Serums (Abb. 3).
Nach diesem Befund wurden alle Versuche mit einem Anteil von 10% Serum durchgeführt.
Buffy Coats, bei denen nicht genug Serum zur Verfügung stand, wurden mit hAB-Serum
versorgt.
Ergebnisse
10x
80
20x
Abb. 2: Phasenkontrastaufnahme von Makrophagen
Zustand nach 6 Tagen Konditionierung mit 2%igem Zusatz von autologem Serum
(3.2.4.2.3).
10x
20x
Abb. 3: Phasenkontrastaufnahme von Makrophagen
Zustand nach 6 Tagen Konditionierung mit 10%igem Zusatz von autologem Serum
(3.2.4.1). Deutlich zu erkennen ist die größere Zelldichte im Vergleich zu Abb. 2.
Ergebnisse
81
4.1.2 Wahl der geeigneten Porengröße der Membran für die Kultur der DC
Für das verwendete Transwell-Kultursystem (3.1.2) standen zwei Porengrößen zur
Auswahl. Porendurchmesser von 3 µm und 0,4 µm. Beide Membrantypen wurden daher
mit monozytären Zellen bestückt und diese Zellen dann zu dendritischen Zellen
konditioniert (Kap. 3.2.4.2.2). An Tag 7 nach Isolation wurden alle Kulturplatten auch noch
zentrifugiert, um den Ablauf während einer Infektion zu simulieren. Abb. 4 zeigt das untere
Kompartiment einer Transwell-Einheit mit 3 µm großen Poren vor der Zentrifugation an
Tag 7 und danach. Deutlich sind dabei im Phasenkontrast Zellen zu erkennen, die nur
durch die Poren in das untere Kompartiment gelangen konnten. Nach der Zentrifugation
sind noch wesentlich mehr dendritische Zellen auf dem Boden des unteren Kompartiments
vorhanden (gleiche Vergrößerungen). Zum Vergleich wird in Abb. 5 ebenfalls eine
Aufnahme von Tag 7 nach Zentrifugation gezeigt. Bei dieser Transwell-Einheit betrug die
Porengröße jedoch lediglich 0,4 µm. Es sind keine Zellen auf dem well-Boden vorhanden.
Um also eine Vermischung der dendritischen Zellen und Makrophagen während der
Versuche zu verhindern, wurden nur Transwell-Membranen mit einem Porendurchmesser
von 0,4 µm für die weiteren Versuche verwendet. Ein weiterer Vorteil dieser Größe besteht
darin, dass so nur chlamydiale Elementarkörper die Poren passieren können,
Retikularkörper sind mit ca. 1 µm Durchmesser zu groß.
Ergebnisse
20x
82
20x
Abb. 4: Phasenkontrastaufnahme des unteren Kompartiments einer TranswellEinheit mit 3 µm großen Poren (3.1.2). Zustand nach 7 Tagen Konditionierung der DC
(3.2.4.3) auf der Membran vor (linke Seite) und nach (rechte Seite) Zentrifugation. Die
durch die Poren gedrungenen Zellen sind zu erkennen. Zur besseren Unterscheidung
wurde etwas Trypanblau (3.1.4) hinzugesetzt, wodurch Zellen mit nicht-intakter
Zellmembran blau erscheinen. Der Großteil der durch die Poren gedrungenen Zellen hat
eine intakte Zellmembran und ist daher als vital anzusehen.
20x
Abb. 5: Phasenkontrastaufnahme des unteren Kompartiments einer TranswellEinheit mit 0,4 µm großen Poren (3.1.2). Zustand nach 7 Tagen Konditionierung der DC
auf der Membran nach Zentrifugation. Im unteren Kompartiment sind keine Zellen zu
erkennen.
Ergebnisse
83
4.1.3 Nachweis chlamydialer Entwicklung in primär infizierten DC in Anwesenheit
kokultivierter Makropagen
Die Möglichkeit, dendritische Zellen mit dem Erreger Chlp. pneumoniae zu infizieren war
bereits bekannt. Allerdings war nicht geklärt, ob sich der Erreger auch noch in
dendritischen Zellen entwickeln kann, wenn diese in Kokultur mit anderen Zellen kultiviert
werden. Daher war es wichtig, vor den eigentlichen Infektionsversuchen zu klären, ob
kokultivierte Makrophagen die Infizierbarkeit dendritischer Zellen und das weitere
chlamydiale Wachstum beeinträchtigen können. Dazu wurden dendritische Zellen auf dem
Boden von Zellkultur-wells konditioniert (3.2.4.2.1), infiziert (3.2.5.2.1) und mit
Makrophagen auf Transwell-Membranen kokultiviert (3.2.5.3.1). Die erhaltenen Präparate
wurden immunhistochemisch gefärbt und lichtmikroskopisch ausgewertet (3.2.6.1).
In Abb. 6 sind deutlich die rot angefärbten Einschlüsse in den dendritischen Zellen zu
erkennen. Die Einschlüsse befinden sich dabei in unmittelbarer Nähe zum Zellkern (blau
angefärbt). Daneben sind auch die teilweise langgestreckten Ausläufer der DC zu sehen.
Diese Aufnahmen zeigen, dass die Anwesenheit von Makrophagen die Empfänglichkeit
dendritischer Zellen für eine Infektion mit Chlp. pneumoniae nicht verhindert.
Ergebnisse
84
Abb. 6: Primär mit Chlp. pneumoniae infizierte dendritische Zellen 4 Tage nach
Infektion (p. inf.). Die DC wurden auf Glasplättchen gemäß der Infektionsversuche
konditioniert (hAB-Serum, IL-4, GM-CSF)( 3.2.4.2.1), an Tag 7 infiziert (3.2.5.2), mit
Makrophagen kokultiviert (3.2.5.3) und an Tag 4 p. inf. (3.2.6.1) gefärbt. Die Färbung
erfolgte mit einem C.p.-spezifischen monoklonalen anti-MOMP Antikörper (3.1.5), dem
DAKO EnVision+ Kit (3.1.5) und AEC (3.1.4). Die Zellkerne wurden mit Hämatoxylin
(3.1.4) gegengefärbt (blau). Die Pfeile markieren die rot gefärbten chlamydialen
Einschlüsse (rechts Ausschnittsvergrößerung).
4.1.4 Empfänglichkeit der Makrophagen für frei im Medium vorhandene Chlamydien
Um eine sichere Infektion mit Chlp. pneumoniae zu gewährleisten, wird bei in-vitro
Untersuchungen im Regefall eine Zentrifugation angewendet, um den Erreger direkt in die
zu infizierende Zelle zu verbringen. In dem geplanten Kokulturmodell war es aber nötig,
dass die kokultivierten Makrophagen von den infizierten DC ins Medium abgegebene
chlamydiale Elementarkörper selbstständig aufnehmen konnten. Da hierzu in der Literatur
keine Daten vorlagen, musste zuerst die Infektion der Makrophagen ohne Zentrifugation
Ergebnisse
85
nachgewiesen werden. Das Kulturmedium oberhalb der Membran wurde dazu mit einer
Chlamydienpräparation versetzt und die Makrophagen im unteren Kompartiment damit
inkubiert (Kap. 3.2.5.1). Die aus diesem Versuch gewonnenen Präparate wurden
immunfluoreszenztechnisch auf das Vorhandensein chlamydialer Inklusionen hin
untersucht (3.2.6.2). Dabei konnten bereits 1 Tag nach Zugabe der Chlamydien einzelne
chlamydiale Partikel innerhalb der Makrophagen angefärbt werden (Abb. 7). Im weiteren
Zeitverlauf entwickelten sich diese Partikel zu typischen Inklusionen, die eine
Größenzunahme aufwiesen (Abb. 7 und Abb. 8). Dabei waren über den gesamten
Versuchzeitraum aber auch weiterhin einzelne Partikel geringer Größe anfärbbar, bei
denen es sich evtl. um später aufgenommen Chlamydien handeln könnte (Abb. 8). Damit
wurde gezeigt, dass Makrophagen auch ohne Zentrifugation infektiöse Formen von Chlp.
pneumoniae direkt aus dem Medium aufnehmen können und sich diese Chlamydien
innerhalb der Makrophagen entwickeln. Als weiteres ließ sich somit demonstrieren, dass
infektiöse Elementarkörper die 0,4 µm großen Poren der Transwell-Membran in sehr
kurzer Zeit passieren und in das untere Kompartiment der Transwell-Einheiten gelangen.
Ergebnisse
Makrophagen Tag 1 p.inf.
86
Makrophagen Tag 3 p.inf.
Abb. 7: Empfänglichkeit der Makrophagen für frei verfügbare Chlp. pneumoniae. An
Tag 7 nach Isolation (3.2.2) wurden eine Chlamydienpräparation zu den Makrophagen
hinzugegeben (MOI 10; keine Zentrifugation) (3.2.5.1). Jeden Tag nach Infektion (p. inf.)
wurden Präparate mit einem Chlp. pneumoniae-spezifischen monoklonalen anti-MOMP
Antikörper und Evansblau gefärbt (3.2.6.2). Die Auswertung erfolgte mittels
Fluoreszenzmikroskopie, wobei die dargestellten Bilder durch Überlagerung eines Rotund eines Grünbildes entstanden. Pfeile markieren chlamydiale Partikel (Tag 1) und
Inklusionen (Tag 3).
Ergebnisse
87
Makrophagen Tag 5 p. inf.
Abb. 8: Darstellung chlamydialer Inklusionen (massive Pfeile) und Partikel
(unterbrochener Pfeil) in einem infizierten Makrophagen. Das Präparat wurde wie bei
Abb. 6 beschrieben gefärbt und ausgewertet. Deutlich sind mehrere Inklusionen in einer
Zelle in verschiedenen Ebenen zu sehen. Daneben finden sich aber auch einzelne kleine
Partikel.
Zusammenfassung der Ergebnisse der experimentellen Vorarbeiten
Die experimentellen Vorarbeiten dienten dazu, die grundlegenden Voraussetzungen zur
Entwicklung des geplanten Kokulturmodells zu schaffen. So wurde aufgrund dieser
Vorexperimenten die Größe der Poren der verwendeten Transwell-Membranen auf 0,4 µm
festgelegt (4.1.2). Der Serumgehalt im Kulturmedium betrug bei allen Hauptversuchen
10%, da sich geringere Gehalte negativ auf die Zellvitalität auswirkten (4.1.1).
Außerdem konnte nachgewiesen werden, dass sowohl die dendritischen Zellen als auch
die Makrophagen die Bedingungen für das Kokulturmodell erfüllen. Dendritische Zellen
lassen sich mit Chlp. pneumoniae infizieren und enthalten auch nach mehreren Tagen der
Kokultur zusammen mit Makrophagen noch Inklusionen (4.1.3). Die Makrophagen sind in
der Lage, frei im Medium vorhandene infektiöse Chlamydien aufzunehmen. Die
Chlamydien entwickeln sich in diesen Zellen ebenfalls weiter und bilden deutliche
Einschlüsse aus (4.1.4).
Ergebnisse
4.2
88
Analyse der Reinheit der isolierten mononuklären Zellen mittels FACS
Als Ausgangspunkt für die Konditionierung dendritischer Zellen und Makrophagen wurden
CD14 positive mononukläre Zellen verwendet. Um deren Reinheit nach der Isolation zu
überprüfen, wurden die Zellen mit einem fluoreszenzmarkierten Antikörper gefärbt und
FACS-analytisch ausgewertet (3.2.3). Dabei erstellt die Software des Gerätes zuerst eine
Grafik, in der jedem detektierten Ereignis seine Größe und seine Streuung (als Maß für die
innere Granularität) zugeordnet werden. (Abb. 9). So lassen sich einzelne Populationen
eingrenzen (Abb. 9).
Abb. 9: Darstellung der bei der FACS-Analyse (3.2.3) detektierten Ereignisse durch
die CellQuest-Software. Links sind die gezählten Ereignisse nach Größe und Granularität
dargestellt. Deutlich hebt sich eine homogene Population als Wolke ab. Diese kann nun
markiert werden (grün im rechten Bild) und dient als Basis für die weitere Auswertung. Die
Ansammlung im unteren linken Bildbereich stellt Zelltrümmer dar.
FSC-Height
forward scatter (Vorwärtsstreuung des Lichts), das Maß für die
Größe der Zellen
SSC-Height
sideward scatter (Seitwärtsstreuung des Lichts), das Maß für die
Granularität der Zellen
Ergebnisse
89
Diese Populationen können nun markiert und einzeln ausgewertet werden. So können
zum Beispiel aus einer solchen Population alle fluoreszenzmarkierten Zellen farblich
hervorgehoben und separat ausgewertet werden (Abb. 10).
Abb. 10: Darstellung aller CD14+ markierten Zellen aus der gewählten
Gesamtpopulation (4.2, Abb. 10). Blau dargestellt sind die Zellen, welche sowohl in der
ausgewählten Zellpopulation (Abb. 10) vorhanden sind und gleichzeitig CD14 auf ihrer
Oberfläche exprimieren (3.2.3). Die schwarz gefärbte Ansammlung im unteren linken
Bildbereich stellt Zelltrümmer dar.
FSC-Height
forward scatter (Vorwärtsstreuung des Lichts), das Maß für die
Größe der Zellen
SSC-Height
sideward scatter (Seitwärtsstreuung des Lichts), das Maß für die
Granularität der Zellen
Aus der Differenz der Gesamtzellzahl und der fluoreszenzmarkierten Zellen lässt sich die
Menge CD14+ Zellen bestimmen. Der Prozentsatz lag im Durchschnitt bei 93% (+/- 1,2 %).
Zusätzlich kann auch noch die Reinheit der Zellpopulation analysiert werden. Hierzu wird
das Verfahren auch für die Isotypkontrolle (3.2.3) wiederholt. Jedoch wird nun zusätzlich
Ergebnisse
90
jedem positiv gezählten Ereignis die Intensität des von ihm ausgesendeten
Fluoreszenzlichts zugeordnet (Abb. 11). Je spitzer die Peaks sind, desto homogener ist
Zahl der Ereignisse
die isolierte Population.
Fluoreszenzintensität
Abb. 11: Analyse der Reinheit der markierten Zellpopulation. Die blaue Kurve stellt die
Population CD14+ Zellen dar, die schwarze Kurve repräsentiert die Isotypkontrolle.
Deutlich ist der Unterschied in der Fluoreszenzintensität der beiden Populationen zu
erkennen.
Die FACS-Analyse der isolierten Zellen ergab eine nahezu reine und einheitliche
Zellpopulation als Ausgangspunkt für die Konditionierung dendritischer Zellen und
Makrophagen.
Ergebnisse
4.3
91
Ergebnisse der Infektionsversuche
4.3.1 Morphologische Unterschiede der Zellpopulationen bei Konditionierung mit
verschiedenen Seren
4.3.1.1
Morphologie der dendritischen Zellen
Vor der Infektion mit Chlp. pneumoniae mussten die isolierten mononuklären Zellen zu
dendritischen Zellen konditioniert werden. Dabei fand bei einigen Versuchen das autologe
Serum des Blutspenders Verwendung, bei anderen Versuchen wurde hAB-Serum benutzt.
Dabei ergaben sich morphologische Unterschiede, die in Abb. 12 gegenübergestellt sind.
Die dendritischen Zellen, welche mit hAB-Serum konditioniert wurden, hatten eine rundere
Form. Lange Ausläufer des Zellkörpers waren in der Regel nicht zu erkennen, dagegen
bildeten die Zellen viele kleine Auswüchse. Die mit autologem Serum konditionierten DC
zeigten dagegen in den meisten Fällen eine deutlich spindelförmige Gestalt, teilweise mit
über 50 µm langen Ausläufern.
Ergebnisse
10x
92
10x
Abb. 12: Morphologische Unterschiede der DC nach 6 Tagen Konditionierung mit
verschiedenen Seren (3.2.4.2.3). Beide Zellpopulationen wurden mit der gleichen Menge
IL-4 und GM-CSF versorgt. Die Aufnahme links zeigt DC, die mit Zusatz humanen ABSerums kultiviert wurden, recht sind Zellen mit autologem Serumzusatz zu sehen. Der
Anteil des Serums betrug in beiden Fällen 10%.
4.3.1.2
Morphologie der Makrophagen
Homolog zu den dendritischen Zellen mussten auch die Makrophagen mit verschiedenen
Seren konditioniert werden, um die Konstanz in der Zusammensetzung des Mediums für
beide Zellpopulationen zu gewährleisten. Auch die Makrophagen zeigten bei den beiden
verwendeten Serumarten deutliche morphologische Unterschiede. So blieben die mit hABSerum konditionierten Zellen kleiner und hatten einen schmaleren Zytoplasmasaum. Sie
entwickelten oft kleine Ausläufer an gegenüberliegenden Zellpolen. Die mit autologem
Serum behandelten Makrophagen waren dagegen deutlich größer und wiesen einen
breiten Zytoplasmasaum auf, was sie spiegeleiförmig aussehen ließ. Abb. 13 zeigt zum
Vergleich zwei Übersichtsaufnahmen konditionierten Makrophagen an Tag 6 nach
Isolation.
Ergebnisse
10x
93
10x
Abb. 13: Makrophagen nach 6 Tagen Konditionierung mit unterschiedlichen Seren
(3.2.4.2.3). Links die Zellen mit Zusatz hAB-Serums, recht Makrophagen, die mit
autologem Serum kultiviert wurden. In beiden Fällen betrug der Serumanteil am
Kulturmedium 10%. Am auffälligsten ist die differierende Zellgröße.
4.3.2 Phänotypisierung der konditionierten Zellen mittels FACS-Analyse
Die in Kapitel 4.3.1 dargestellten morphologischen Unterschiede waren mikroskopisch
sehr deutlich. Somit bestand der Verdacht, dass sich die jeweils mit unterschiedlichen
Seren konditionierten Zellarten evtl. grundsätzlich voneinander unterscheiden könnten.
Um die Vergleichbarkeit der Ergebnisse zu gewährleisten war es daher notwendig, die
Zellpopulationen neben den rein morphologischen Gesichtspunkten auch auf ihre
Oberflächenmoleküle hin zu untersuchen. Somit sollte unabhängig von der Gestalt der
Zellen eine zusätzliche Charakterisierung ihres Funktionszustandes als DC bzw.
Makrophagen erfolgen. Sowohl dendritische Zellen als auch Makrophagen wurden jeweils
mit hAB-Serum und autologem Serum konditioniert, gefärbt und mittels FACS-Analyse
Ergebnisse
94
untersucht. Die unterschiedlichen und untersuchten Oberflächenmarker sind in Tab. 3
zusammengefaßt.
CD1a
CD14
CD16
CD33
CD80
CD83
CD86
HLA - DR
Mø
immature DC
(10% Serum)
(10% Serum, IL-4, GM-CSF)
+
+
+
+
+
+
(+)
+
(+)
+
+
Tab. 3: Erwartete Expression der Oberflächenmoleküle der konditionierten
Zellpopulationen. Die Funktion der Moleküle ist im Anhang Kap. 9.2 aufgeführt.
+
deutlich exprimiertes Oberflächenmolekül
(+)
Molekül in geringer Menge vorhanden
-
nicht exprimiertes Oberflächenmolekül
Bei der Auswertung wurden die Intensitäten von jeweils zwei Farbstoffen in einer
Abbildung gegenübergestellt, um so eine Aussage über die Menge der auf der Oberfläche
exprimierten Moleküle zu erhalten.
Ergebnisse
95
Intensität Farbstoff 2
Zur Veranschaulichung folgendes Schema:
pos. für
Farbstoff 2
neg. für
beide
Farbstoffe
pos. für
beide
Farbstoffe
pos. für
Farbstoff 1
Intensität Farbstoff 1
4.3.2.1
Oberflächenmoleküle auf dendritischen Zellen
Die folgenden Abbildungen zeigen die Analyse der Doppelfärbungen der immaturen DC
(3.2.4.4). Dabei sind in Abbildung 14 die Ergebnisse der DC zu sehen, die mit hAB-Serum
konditioniert wurden. Hierfür wurde ein separater Versuch ausgewertet.
Es zeigen sich dabei die der unter Kap. 4.3.2 angeführten Tabelle entsprechenden
Abgrenzungen zu Makrophagen. So fehlt eine erhöhte Intensität für das
Oberflächenmolekül CD 14, auch CD 16 und CD 83 werden nicht exprimiert (Abb.14,
obere Reihe). Dafür sind deutliche Signale für CD 1a, CD 80 und CD 86 vorhanden (Abb.
14, untere Reihe). Allerdings zeigen nicht alle Zellen diese markierten
Oberflächenmoleküle, was an den im unteren linken Quadranten dargstellten Ereignissen
zu erkennen ist.
Ergebnisse
96
Abb. 14: Ergebnisse der Mehrfachfärbungen der immaturen DC. Zustand nach 6
Tagen Kultur mit hAB-Serum (3.2.4.3). Die Achsen geben für jede untersuchte Zelle die
Intensität der von den fluorochrom-konjugierten Antikörpern emittierten Fluoreszenz
wieder (3.2.4.4). Je stärker die Intensität, desto mehr Antikörper konnten auf der Zelle
binden, desto mehr exprimiert die Zelle das entprechende Molekül (vgl. Schema vorherige
Seite). Die obere Reihe zeigt das Fehlen makrophagenspezifischer Oberflächenmoleküle
wie CD14 und CD16, die untere Reihe stellt die für immature DC typischen Moleküle dar
(4.3.2, Tab. 3).
Ergebnisse
97
Auch für die mit autologem Serum konditionierten immaturen DC wurde eine solche
Analyse der verschiedenen Oberflächenmoleküle in einem separaten Versuch
durchgeführt. Die Ergebnisse zeigt Abbildung 15:
Abb. 15: Ergebnisse der Mehrfachfärbung der immaturen DC. Zustand nach 6 Tagen
Kultur mit autologem Serum. Die Darstellungsweise entspricht der in Abb. 14. Auch hier
fehlen die makrophagentypischen Moleküle CD14 und CD 16 (obere Reihe).
Die mit autologem Serum konditionierten DC zeigten ebenfalls keine deutlichen Signale für
CD 14 und CD 16 (Abb. 14, obere Reihe). Das Signal für CD 1a war schwächer als bei
den mit hAB-Serum konditionierten Zellen, doch überall vorhanden. Die übrigen Moleküle
wurden in ähnlichem Maße von den immaturen DC präsentiert.
Ergebnisse
4.3.2.2
98
Oberflächenmoleküle auf Makrophagen
Wie die immaturen DC, so wurden auch die Makrophagen auf die von ihnen exprimierten
Oberflächenmoleküle hin untersucht, und zwar wiederum getrennt nach Konditionierung
mit Zusatz hAB-Serums bzw. autologen Serums. Abb. 16 stellt zunächst in Homologie zu
den DC die Ergebnisse der FACS-Analyse für die mit hAB-Serum konditionierten
Makrophagen dar. Dabei fällt auf, dass die Moleküle CD 14 und CD 16 sehr starke
Fluoreszenzsignale verursachen, was für eine klare Expression dieser Moleküle auf den
Zellen spricht. Auch das Vorhandensein von CD 33 und CD 86 in Kombination mit CD 14
charakterisiert eine makrophagentypische Oberfläche. Dagegen werden die Moleküle CD
80 und CD 83 kaum exprimiert.
Abb. 16: Ergebnisse der Mehrfachfärbung der konditionierten Makrophagen.
Zustand nach 6 Tagen Kultur mit Zusatz hAB-Serums.
Ergebnisse
99
Die Achsen geben für jede untersuchte Zelle die Intensität der von den fluorochromkonjugierten Antikörpern emittierten Fluoreszenz wieder (3.2.4.4). Je stärker die Intensität,
desto mehr Antikörper konnten auf der Zelle binden, desto mehr exprimiert die Zelle das
entprechende Molekül (vgl. Schema Kap. 4.3.2). Die obere Reihe zeigt die für
Makrophagen typischen Oberflächenmoleküle stark exprimiert. Das Fehlen von CD 80 und
CD 83 (untere Reihe) grenzt diese Zellen weiter von immaturen DC ab.
Abbildung 17 zeigt die Ergebnisse der Analyse der Makrophagen, die mit autologem
Serum konditioniert wurden. Dabei wird zunächst deutlich, dass die Anzahl detektierter
Signale insgesamt geringer war als bei den vorangegangenen Analysen. Trotzdem zeigt
sich auch hier das aus Abbildung 16 bekannte Muster. Die Kombination der positiv
detektierten Moleküle CD 14, CD 16, CD 33, CD 86 und HLA-DR ist makrophagentypisch.
Das Fehlen von CD 1a und CD 83 grenzt auch diese Zellpopulation deutlich von
immaturen dendritischen Zellen ab.
Ergebnisse
100
Abb. 17: Ergebnisse der Mehrfachfärbung der konditionierten Makrophagen.
Zustand nach 6 Tagen Kultur mit Zusatz autologen Serums. Die Darstellung entspricht
der in Abb. 16. Trotz des insgesamt schwachen Signals (weniger dichte Wolken) bei allen
analysierten Molekülen ist das Muster dem aus Abb. 16 vergleichbar. Somit können auch
diese Zellen als Makrophagen angesprochen werden.
Ergebnisse
101
Mit Hilfe der FACS-Analyse konnten deutliche Unterschiede zwischen den für die
Versuche genutzten Zellpopulationen der dendritischen Zellen und Makrophagen
dargestellt werden. Dabei schien das Muster der exprimierten Oberflächenmoleküle von
der Art des für die Konditionierung verwendeten Serums unabhängig zu sein.
Die morphologischen Unterschiede zwischen den immaturen DC und den Makrophagen
wurden durch die phänotypische Analyse der Oberflächenmoleküle bestätigt.
4.3.3 Nachweis der Infizierbarkeit dendritischer Zellen auf der Membran mit Darstellung
chlamydialer Inklusionen als Zeichen der Entwicklung
Im Rahme der Infektionsversuche sollten direkt mit Chlamydophila pneumoniae infizierte
DC den Erreger auf kokultivierte Makrophagen übertragen. Dazu wurden die DC in einem
Versuch auf Membranen konditioniert und mit dem Bakterium infiziert (3.2.5.2). Die
Möglichkeit einer Infektion dendritischer Zellen wurde in einem Vorexperiment bereits
bestätigt. Allerdings sollte auch für die auf den Membranen konditionierten und infizierten
DC der Nachweis einer erfolgreichen Infektion erbracht werden. Zu diesem Zweck wurden
die infizierten DC an Tag 6 nach Infektion gefärbt (3.2.6.1). Die resultierenden Präparate
sind in Abb. 18 und Abb. 19 dargestellt. Dabei zeigt Abb. 18 infizierte DC aus einer Kultur
mit Zusatz von 10% hAB-Serum. Die rot gefärbten chlamydialen Inklusionen sind zahlreich
in der Nähe der Zellkerne zu finden. Die Ausschnittsvergrößerung auf der rechten Bildseite
zeigt die mit Pfeilen markierten Einschlüsse.
Abb. 19 zeigt ebenfalls direkt infizierte DC 6 Tage nach Infektion, wobei diese Zellen mit
autologem Serum versorgt wurden. Auch hier sind fast in jeder Zelle große, runde
Inklusionen rot angefärbt. Diese scheinen sogar im Vergleich zu denen aus mit hABSerum kultivierten DC noch größer zu sein. Da es sich um große Inklusionen und nicht um
Ergebnisse
102
kleine chlamydiale Partikel handelt, ist es wahrscheinlich, dass sich die aufgenommenen
Chlamydien innerhalb der DC entwickelt haben. Kleine Partikel hätten auch von den DC
aufgenommen und prozessiert werden können. Das Vorhandensein großer
Einschlusskörper weißt jedoch darauf hin, dass die Chlamydien ihren Entwicklungszyklus
innerhalb der DC durchführen konnten.
In Abb. 19 sieht man auch die als weiße Punkte erscheinenden Poren in der TranswellMembran.
40x
100x
Abb. 18: Angefärbte chlamydiale Inklusionen (Pfeile) in DC an Tag 6 nach Infektion.
Die Kultur der DC erfolgte mit hAB-Serum (3.2.4.2 und 3.2.5.2). Die Zellen wurden mit
Chlp. pneumoniae infiziert (3.2.5.2) und an Tag 6 gefärbt (3.2.6.1) Die Färbung wurde mit
einem C.p.-spezifischen anti-MOMP Antikörper (3.1.5), dem DAKO EnVision+ Kit (3.1.5)
und AEC (3.1.4) vorgenommen. Rechts Ausschnittsvergrößerung.
Ergebnisse
40x
103
100x
Abb. 19: Angefärbte chlamydiale Inklusionen in DC an Tag 6 nach Infektion. Die
Kultur (3.2.4.2 und 3.2.5.2) erfolgte im Gegensatz zu Abb. 18 mit autologem Serum. Die
Präparate wurden identisch gefärbt (3.2.6.1). Die Inklusionen (massive Pfeile) in
unmittelbarer Nähe zu den Zellkernen (blau) erscheinen größer als in Abb. 18. Der
unterbrochene Pfeil markiert mehrere weiß erscheinende Poren in der TranswellMembran.
4.3.4 Morphologische Veränderungen der primär infizierten DC im Vergleich zu Scheininfizierten Zellen
Bei allen Infektionsversuchen wurde als Kontrolle eine Schein-infizierte Kokultur mitgeführt
(3.2.5.2). Im Verlauf der Infektion zeigten die infizierten dendritischen Zellen
morphologische Veränderungen, die bei den nur Schein-infizierten Zellen nicht beobachtet
werden konnten. So bildeten die infizierten dendritischen Zellen vor allem in der Mitte der
Transwell-Membranen ein großes Aggregat. Teilweise waren die Abstände zwischen den
Zellen mikroskopisch nicht mehr erkennbar (Abb. 20). Eine weitere morphologische
Veränderung war das Abrunden der DC. Besonders bei Kultur mit autologem Serum
Ergebnisse
104
bildeten die dendritischen Zellen während der Konditionierung sehr lange Ausläufer aus
(4.3.1.1). Diese Zellausläufer wurden nach Infektion fast vollständig zurückgebildet und die
Zellen erschienen rund (Abb. 21). Dieses Abrunden ist ein typisches Anzeichen für die
Reifung (Maturation) einer dendritischen Zelle. Es ermöglicht ihr, nach Antigenaufnahme
schnell durch das Gewebe in das nächste Lymphgefäß zu wandern und so in den
nächsten Lymphknoten zu gelangen. Die Infektion mit Chlp. pneumoniae konnte also auch
in diesem Kokulturmodell eine Veränderung auslösen, die charakteristisch für die
Maturation von immaturen DC ist.
Als ein weiterer wichtiger Befund ist an dieser Stelle zu nennen, dass die Schein-infizierten
DC ihre Morphologie im Verlauf der Infektionsversuche nicht änderten. Sie behielten die
bereits gegen Ende der Konditionierung beschriebene äußere Charakteristik bei (4.3.1.1),
obwohl sie ja nach Beginn der Infektionsversuche nicht weiter mit Zytokinen versorgt
wurden. Eine siebentägige Konditionierungsphase war also ausreichend, um
morphologisch stabile Zellpopulationen zu erhalten.
10x
10x
Schein-infizierte DC
mit C.p. infizierte DC
Abb. 20: Vergleich Schein-infizierter mit direkt infizierten DC. Zustand an Tag 7 nach
Infektion und Kultur mit 10% hAB-Serum (3.2.5.2 und 3.2.5.3). Deutlich ist die
Ansammlung infizierter DC in der Mitte der Membran zu sehen (rechte Seite). Am oberen
Bildrand ist noch ein Stück der nun freien Membran zu erkennen.
Ergebnisse
105
10x
10x
Schein-infizierte DC
mit C.p. infizierte DC
Abb. 21: Vergleich Schein-infizierter DC mit direkt infizierten DC. Zustand an Tag 6
nach Infektion und Kultur mit 10% autologem Serum (3.2.5.2 und 3.2.5.3). Die selbst
nach 6 Tagen ohne Zytokine noch vorhandenen Ausläufer der Schein-infizierten DC (linke
Seite) sind bei infizierten Zellen weitgehend zurückgebildet.
4.3.5 Übertragung von Chlp. pneumoniae von infizierten DC auf kokultivierte
Makrophagen
Ein Hauptziel der Arbeit bestand in der Beantwortung der Frage, ob Chlamydien aus
infizierten dendritischen Zellen ohne Zellkontakt auf kokultivierte Makrophagen übertragen
werden können. Hierfür wurden auf Membranen mit Chlp. pneumoniae infizierte DC über
Makrophagen kultiviert (3.2.5.3). Über sieben Tage hinweg wurden Präparate der so
kultivierten Zellen angefertigt. Die kokultivierten Makrophagen wurden gefärbt und
mikroskopisch ausgewertet.
Ergebnisse
4.3.5.1
106
Nachweis der Übertragung mittels immunhistochemischer Färbung
Die kokultivierten Makrophagen wurden in zwei Experimenten mit einem primären
Antikörper gegen das MOMP von Chlp. pneumoniae gefärbt (3.2.6.1). In Homologie zur
Färbung der dendritischen Zellen wurde zusätzlich noch ein Sekundärantikörper
verwendet, der mit einer Peroxidase gekoppelt war. Diese Peroxidase setzte einen
Farbstoff um, der chlamydiale Partikel rot einfärbte. Die Präparate wurden dann
mikroskopisch ausgewertet. Dabei konnten in den kokultivierten Makrophagen chlamydiale
Einschlüsse nachgewiesen werden (Abb. 22 und Abb. 23). Dieser Nachweis war
unabhängig von der zur Kultur verwendeten Serumart. Sowohl mit hAB-Serum als auch
bei Verwendung des autologen Serums konnten in den Makrophagen Chlamydien
angefärbt werden (Abb. 22 und Abb. 23). Lediglich die Größe der Inklusionen war bei den
mit hAB-Serum kultivierten Makrophagen unter Beachtung des Maßstabs geringer (Abb.
22), obwohl der Serumanteil in beiden Versuchsansätzen identisch war.
40x
100x
Abb. 22: Nachweis chlamydialer Inklusionen in kokultivierten Makrophagen.
Zustand 6 Tage nach Infektion der DC, Kultur mit 10%igem Zusatz hAB-Serums.
Die Makrophagen wurden separat konditioniert (3.2.4.1) und an Tag 7 nach Isolation mit
infizierten DC zusammengebracht (3.2.5.3). Jeden Tag wurden Präparate entnommen und
Ergebnisse
107
gefärbt (3.2.6.1). Die Färbung wurde mit einem C.p.-spezifischen anti-MOMP Antikörper
(3.1.5), dem DAKO EnVision+ Kit (3.1.5) und AEC (3.1.4) vorgenommen. Im linken Bild
sind viele rot gefärbte Inklusionen in den Makrophagen zu erkennen. Rechts eine
Ausschnittsvergrößerung mit markierten Inklusionen.
40x
100x
Abb. 23: Nachweis chlamydialer Inklusionen in kokultivierten Makrophagen.
Zustand ebenfalls 6 Tage nach Infektion der DC, Kultur aber mit 10% autologem
Serum. Kultur und Färbung erfolgten wie in Abb. 22 beschrieben. Die
Ausschnittsvergrößerung rechts zeigt deutlich die wesentlich größeren (Maßstab)
chlamydialen Inklusionen (Pfeile) im Verhältnis zu Abb. 22. Die Zellkerne sind blau
eingefärbt.
4.3.5.2
Nachweis der Übertragung mittels Immunfluoreszenzfärbung
Als zweite direkte Nachweismethode für eine Übertragung von Chlp. pneumoniae und eine
Infektion der Makrophagen wurden die Präparate mit einem markierten primären
Antikörper gegen das MOMP von Chlp. pneumoniae gefärbt (3.1.5 und 3.2.6.2). Der
Ergebnisse
108
Markerfarbstoff war in diesem Fall FITC, welches bei Anregung mit Licht einer
Wellenlänge von ca. 490 nm grünes Licht emittiert. Die Zellen wurden mit Evansblau
gegengefärbt, welches bei Anregung mit grünem Licht ein rotes Farbsignal aussendet. Die
Präparate wurden also nach der Färbung im Fluoreszenzmikroskop mit Licht
verschiedener Wellenlänge ausgewertet und die erhaltenen Farbbilder durch
Überlagerung der Einzelbilder generiert. Dabei zeigten sich die bereits
immunhistochemisch anfärbbaren Inklusionen in den kokultivierten Makrophagen (Abb.
24). Die Bilder zeigen neben dem direkten Nachweis auch eine Größenzunahme der
Inklusionen über die Dauer des Versuchsablaufes. Gemessen an der Größe der
sichtbaren Zellkerne und des Maßstabs der Bilder wird dies deutlich.
100x
Makrophagen Tag 5 p.inf. der DC
100x
Makrophagen Tag 6
100x
Makrophagen Tag 7
Abb. 24: Nachweis übertragener Chlamydien in kokultivierten Makrophagen. Die
Makrophagen wurden separat konditioniert (3.2.4.1) und an Tag 7 nach Isolation mit
infizierten DC zusammengebracht (3.2.5.3). Jeden Tag wurden Präparate entnommen und
gefärbt (3.2.6.2). Die Färbung wurde mit einem C.p.-spezifischen anti-MOMP Antikörper
(3.1.5) durchgeführt. Die mit dem FITC-konjugierten Antikörper direkt gefärbten
Inklusionen (Pfeile) sind deutlich in unmittelbarer Nähe der Zellkerne zu erkennen. Bei
Beachtung des Maßstabs zeigt sich die Größenzunahme der Inklusionen über die Dauer
des Versuches.
Ergebnisse
4.3.5.3
109
Nachweis der Übertragung gegen die Schwerkraft vom unteren Kompartiment
in das obere Kompartiment
In einem Vorversuch wurde die Möglichkeit chlamydialer Entwicklung in infizierten
dendritischen Zellen in Anwesenheit kokultivierter Makrophagen überprüft (3.2.5.3.1). Die
infizierten DC befanden sich dabei im unteren Kompartiment einer Transwell-Einheit. Im
oberen Kompartiment wurden Makrophagen auf der Membran kokultiviert. Da die DC sich
entwickelnde chlamydiale Einschlüsse aufwiesen (4.1.3), wurden auch die Makrophagen
auf der Membran auf übertragene Chlamydien untersucht. Zu diesem Zweck wurden die
Membranen mit den Zellen immunhistochemisch gefärbt (3.2.6.1) und lichtmikroskopisch
ausgewertet. So konnten in den Makrophagen Inklusionen nachgewiesen werden
(Abb. 25). Die Übertragung hatte also auch gegen die Schwerkraft vom unteren
Kompartiment in das obere Kompartiment stattgefunden. Die dargestellten Einschlüsse
waren allerdings nicht so zahlreich wie die unter Kap. 4.3.5.1, Abb. 22 abgebildeten
Inklusionen. Auch dieser Versuch wurde mit hAB-Serum durchgeführt.
100x
100x
Abb. 25: Inklusionen in kokultivierten Makrophagen im oberen Kompartiment 6 Tage
nach Infektion der unten kultivierten DC.
Ergebnisse
110
Die Makrophagen wurden separat konditioniert (3.2.4.1.1) und an Tag 7 nach Isolation mit
infizierten DC zusammengebracht (3.2.5.2.1). Jeden Tag wurden Präparate entnommen
und gefärbt (3.2.6.1). Die Färbung wurde mit einem C.p.-spezifischen anti-MOMP
Antikörper (3.1.5), dem DAKO EnVision+ Kit (3.1.5) und AEC (3.1.4) vorgenommen.Die rot
gefärbten Einschlüsse sind mit Pfeilen markiert. Dieser Versuch wurde nur mit 10%igem
Zusatz hAB-Serums durchgeführt.
4.3.6 Bestimmung der Zahl infektiöser Chlamydien in den Proben der
Kokulturexperimente im HEp2-Infektiositätstest
4.3.6.1
Infektiosität der mit humanem AB-Serum kultivierten Zellen
Neben der Darstellung chlamydialer Einschlüsse in den Zellen wurde auch die Infektiosität
dieser Chlamydien bestimmt. Hierzu wurden Proben der Überstände und Lysate der
jeweiligen Zellpopulationen aus dem oberen bzw. unteren Kompartiment im Doppelansatz
auf HEp-2 Zellen gegeben (3.2.7). Diese wurden zum Nachweis infektiöser Chlamydien
gefärbt und fluoreszenzmikroskopisch ausgewertet (3.2.7). Die Menge der dabei
ausgezählten Inklusionen wurde auf ein Volumen von 1 ml hochgerechnet, so dass sich
die Einheit IFU pro ml (IFU: inclusion forming units) ergab. Abbildung 26 stellt die an den
jeweiligen Kulturtagen in den verschiedenen Proben detektierten Mengen dar. Dabei
zeigte sich bei den direkt infizierten DC ein leichter Abfall der enthaltenen infektiösen
Chlamydien. Ab Tag 3 stieg die Zahl wieder an, um erneut bis zum Ende des Experiments
abzufallen. Auch in den Überständen der infizierten DC konnten infektiöse Chlamydien
nachgewiesen werden. Hier fällt die Zahl aber nahezu kontinuierlich ab Tag 2 ab, am
letzten Tag (Tag 7 p. inf.) waren keine infektiösen Chlamydien mehr im Überstand des
oberen Kompartiments vorhanden. Die kokultivierten Makrophagen wiesen zu keinem
Ergebnisse
111
Zeitpunkt und bei keinem der durchgeführten vier Experimente mit vier verschiedenen
Spendern Infektiosität auf, obwohl mittels direkter Anfärbung chlamydiale Partikel
nachweisbar waren, und obwohl zumindest in den ersten 24 Stunden infektiöse
Chlamydien auch im Überstand des unteren Kompartiment vorhanden waren. Die
übertragenen Chlamydien verloren also in den Makrophagen ihre Infektiosität.
100000
IFU/ml
10000
1000
100
10
1
0
1
2
3
4
5
Tage nach Infektion
6
7
8
Abb. 26: Verlauf der Zahl infektiöser Chlamydien aus den Überständen und Lysaten
der miteinander kultivierten Zellpopulationen (3.2.5.3). Proben der Überstände und
Lysate wurden auf HEp-2 Zellen gegeben (3.2.7). Die Zellen wurden nach 72 Stunden mit
einem C.p.-spezifischen anti-MOMP Antikörper (3.1.5) angefärbt. Die mit dem FITCkonjugierten Antikörper direkt gefärbten Inklusionen wurden ausgezählt und auf 1 ml
hochgerechnet (3.2.7). Dargestellt sind die Mittelwerte aus 4 Experimenten mit vier
verschiedenen Spendern. Die Kultur erfolgte mit hAB-Serum. Die Verlängerung der
Zeitachse bis Tag 8 dient nur der Übersicht, alle Experimente wurden nach Tag 7 beendet.
Ergebnisse
IFU/ml
112
inclusion forming unit pro ml
Lysate DC inf.
Überst. DC inf.
Lysate Makrophagen
Überst. Makrophagen
4.3.6.2
Infektiosität der mit autologem Serum kultivierten Zellen
Das zuvor beschriebene Verfahren (3.2.6.1) wurde auch bei den Proben angewendet,
welche aus den Infektionsversuchen stammten, bei denen autologes Serum zur
Kultivierung genutzt wurde. Insgesamt wurden so sechs Infektionsversuche mit autologem
Serum von sechs verschiedenen Spendern durchgeführt. Die Mittelwerte der
Infektiositäten sind in Abbildung 27 dargestellt. Auch hier kommt es innerhalb der ersten
zwei Tage zu einer Abnahme der Zahl infektiöser Chlamydien in den DC, die allerdings
durch einen Anstieg ab Tag 2 ausgeglichen wird. Im weiteren Verlauf bleibt die Zahl der
Chlamydien in den DC relativ konstant. Im Überstand des unteren Kompartiments steigt
die Zahl der isolierten Chlamydien stetig an. Bei den Experimenten mit autologem Serum
lassen sich nun auch in den kokultivierten Makrophagen infektiöse Chlamydien ab Tag 3
nachweisen. Auch deren Zahl steigt im Verlauf an und erreicht gegen Ende der
Experimente an Tag 7 ein Plateau auf dem Niveau der direkt infizierten DC. Die Verläufe
legen nahe, dass die Chlamydien sich innerhalb der DC vermehren können und auch bei
der Übertragung auf die kokultivierten Makrophagen ihre Infektiosität nicht einbüßen.
Diese Ergebnisse ließen sich aber nur in Kultur mit autologem Serum erzielen. Hier zeigen
sich entscheidende Unterschiede, die von den Seren (hAB-Serum versus autologem
Serum), jedoch nicht von den Zellen (DC bzw. Makrophagen) oder den hier geprüften
Chlamydien abhängen.
Ergebnisse
113
100000
IFU/ml
10000
1000
100
10
1
0
1
2
3
4
5
6
7
8
Tage nach Infektion
Abb. 27: Verlauf der Zahl infektiöser Chlamydien aus den Überständen und Lysaten
der miteinander kultivierten Zellpopulationen (3.2.5.3). Dargestellt sind die Mittelwerte
aus 6 Experimenten mit 6 verschiedenen Spendern. Die Kultur erfolgte mit autologem
Serum. Proben der Überstände und Lysate wurden auf HEp-2 Zellen gegeben (3.2.7). Die
Zellen wurden nach 72 Stunden mit einem C.p.-spezifischen anti-MOMP Antikörper (3.1.5)
angefärbt. Die mit dem FITC-konjugierten Antikörper direkt gefärbten Inklusionen wurden
ausgezählt und auf 1 ml hochgerechnet (3.2.7). Die Verlängerung der Zeitachse bis Tag 8
dient nur der Übersicht, alle Experimente wurden nach Tag 7 beendet.
IFU/ml
inclusion forming unit pro ml
Lysate DC inf.
Überst. DC inf.
Lysate Makrophagen
Überst. Makrophagen
Ergebnisse
114
4.3.7 Ergebnisse der quantitativen Analyse der chlamydialen Genexpression
Um die in den einzelnen Zellpopulationen der verschiedenen Infektionsversuche
vorhandenen Chlamydien besser charakterisieren zu können, wurde die Expression
einiger ausgewählter Gene mittels TaqMan®-System untersucht.
4.3.7.1
Chlamydiale Genexpressionsmuster in den Infektionsversuchen mit humanem
AB-Serum
Die Ergebnisse der Infektionsversuche (4.3.6.1) zeigten eine Abnahme infektiöser
Chlamydien in den primär infizierten DC und einen totalen Verlust der Infektiosität in den
kokultivierten Makrophagen (4.3.6.1, Abb. 26). Trotzdem konnten mikroskopisch
Chlamydien nachgewiesen werden (4.3.5). Die Expressionsanalyse sollte nun das
Vorhandensein stoffwechselaktiver Chlamydien in den kokultivierten Zellpopulationen
zeigen und eine genauere Bestimmung des Funktionszustandes dieser Chlamydien
ermöglichen. Für den Nachweis der Stoffwechselaktivität wurde die Expression der 16S
ribosomalen RNA untersucht (3.2.8.1 und 3.2.8.7). Abbildung 28 zeigt das Verhältnis der
detektierten 16S rRNA im Verhältnis zur isolierten 16S DNA. Sowohl in den primär
infizierten DC als auch in den kokultivierten Makrophagen ist zu jedem Zeitpunkt die
Menge der RNA höher als die der DNA, was auf eine erhöhte Expression dieses Gens
schließen lässt. Zusätzlich lässt sich erkennen, dass die Menge der aus den Makrophagen
isolierten DNA über den Kulturzeitraum ansteigt. Die DNA kann hier als Marker für die
Zahl der in den Makrophagen vorhandenen Chlamydien (unabhängig von ihrer
Stoffwechselaktivität) gesehen werden und beweist so die Übertragung chlamydialer
Partikel. In den primär infizierten DC ist ein solcher Anstieg der DNA nicht zu erkennen.
Trotzdem sind in beiden Zellpopulationen die Chlamydien stoffwechselaktiv.
Ergebnisse
115
16S DNA aus inf. DC
16S DNA aus Makrophagen
16S rRNA aus infizierten DC
16S rRNA aus Makrophagen
10 8
Zahl genomischer Kopien
Zahl genomischer Kopien
10 8
10 7
10 6
10 5
10 4
10 3
10 2
1
3
Tage nach Infektion der DC
5
10 7
10 6
10 5
10 4
10 3
10 2
1
3
5
Tage nach Infektion der DC
Abb. 28: Nachweis chlamydialer 16S DNA und 16S rRNA in den mit AB-Serum
durchgeführten Infektionsversuchen (3.2.8). Aus den infizierten DC und den
kokultivierten Makrophagen wurden sowohl chlamydiale DNA als auch RNA isoliert
(3.2.8.3). Die RNA wurde in cDNA umgeschrieben (3.2.8.6). DNA und cDNA wurden
quantitativ mittels TaqMan®-System im Dreifachansatz untersucht (3.2.8.7.2). Dargstellt
sind die Mittelwerte und Standardabweichungen der dreifach bestimmten Mengen an
chlamydialer 16S DNA und 16S rRNA der Proben aus den infizierten DC und den
kokultivierten Makrophagen eines Experiments. Die höheren Werte für die rRNA zeigen
eine erhöhte Expression und damit eine Stoffwechselaktivität der Chlamydien an.
Zusätzlich nimmt die Zahl der DNA in den kokultivierten Makrophagen über den Verlauf
des Experiments zu.
Um diese chlamydialen Partikel noch näher zu charakterisieren, wurde die Expression von
Genen untersucht, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten der Entwicklung von EK und RK
benötigt werden (2.3.3). Abbildung 29 zeigt die relative Expression dieser Gene im
Verhältnis zur Menge der 16S rRNA zum jeweiligen Untersuchungszeitraum. Somit wurde
die Expression auf die zu diesem Zeitpunkt vorhandenen stoffwechselaktiven Chlamydien
Ergebnisse
116
normalisiert. Während die Chlamydien in den primär infizierten DC ein gleichmäßiges
Expressionsmuster im Verlauf der Infektion aufwiesen, zeigten die Chlamydien in den
kokultivierten Makrophagen eine Abnahme des ompA-Gens. Die Expression der frühen
Gene (2.3.3) blieb hingegen unverändert. Dies könnte auf eine Unterbrechung des
chlamydialen Entwicklungszyklus hindeuten.
Kokultivierte Makrophagen
10
6
10
5
10
4
10
3
10
2
10
1
Verhältnis mRNAx106/16S rRNA
Verhältnis mRNAx106/16S rRNA
Infizierte DC
1
3
Tage nach Infektion der DC
5
10
6
10
5
10
4
10
3
10
2
10
1
1
3
5
Tage nach Infektion der DC
Abb. 29: Darstellung der relativen chlamydialen Genexpression in infizierten DC und
kokultivierten Makrophagen bei Kultur mit hAB-Serum (3.2.8.1). Aus den infizierten
DC und den kokultivierten Makrophagen wurden sowohl chlamydiale DNA als auch RNA
isoliert (3.2.8.2 und 3.2.8.3). Die RNA wurde in cDNA umgeschrieben (3.2.8.6). DNA und
cDNA wurden quantitativ mittels TaqMan®-System im Dreifachansatz je Probe untersucht
(3.2.8.7.2). Die Menge der detektierten mRNA (respektive cDNA) der untersuchten Gene
wurde auf die zum jeweiligen Zeitpunkt vorhandene Menge 16S rRNA normalisiert. Der
Korrekturfaktor 106 gleicht die höheren Verluste der mRNA im Vergleich zur stabilen rRNA
aus. Dargestellt sind die Mittelwerte der dreifach bestimmten Proben aus einem
Experiment. Da in diesem Maßstab die Standardabweichungen in der linken Grafik nicht
zu erkennen sind, wurde alternativ der Variationskoeffizient berechnet. Er betrug in allen
Fällen weniger als 0,8%.
Ergebnisse
117
mRNA
messenger RNA; direkte Kopie der DNA
rRNA
ribosomale RNA
euo
euo-Gen; kodiert für ein Enzym, welches die Dekondensierung der
Erbsubstanz ermöglicht
groEL
groEL-Gen; kodiert für das chlamydiale Hitzeschockprotein 60, in
EK und RK exprimiert
ompA
ompA-Gen; kodiert für das MOMP (major outer membrane protein),
wird in erhöhten Mengen bei der exponentiellen Vermehrung der RK
benötigt
EK
Elementarkörper, die infektiöse Form von Chlp. pneumoniae
RK
Retikularkörper, die replikative Form von Chlp. pneumoniae
4.3.7.2
Chlamydiale Genexpressionsmuster in den Infektionsversuchen mit autologem
Serum
Die Infektionsversuche mit autologem Serum zeigten abweichende Befunde in Bezug auf
das Vorhandensein infektiöser Chlamydien im Vergleich zu den Versuchen mit hABSerum (4.3.6). Mit autologem Serum entwickelten sich sowohl in den primär infizierten DC
als auch in den kokultivierten Makrophagen infektiöse Chlamydien. Die Analyse der
Genexpression mittel TaqMan®-Sonden wurde in gleicher Weise durchgeführt. Abbildung
30 zeigt zunächst wieder das Verhältnis der 16S DNA und 16S rRNA aus den beiden
Zellpopulationen zu den unterschiedlichen Zeitpunkten. Auch hier zeigt der höhere Gehalt
an RNA die Stoffwechselaktivität der Chlamydien an. In beiden Zellpopulationen sind also
vitale Chlamydien nachweisbar.
Ergebnisse
16S DNA aus inf. DC
16S DNA aus Makrophagen
16S rRNA aus infizierten DC
16S rRNA aus Makrophagen
8
10
7
10
6
10
5
10
4
10
3
10
2
10
6
10
5
10
4
10
3
10
2
10
1
10
0
Zahl genomischer Kopien
Zahl genomischer Kopien
10
118
1
3
Tage nach Infektion der DC
5
1
3
5
Tage nach Infektion der DC
Abb. 30: Nachweis chlamydialer 16S DNA und 16S rRNA in den mit autologem
Serum durchgeführten Infektionsversuchen (3.2.8.1). Das Vorgehen ist unter Kap.
4.3.7.1, Abb. 28 näher beschrieben. Die höheren Werte für die rRNA zeigen eine erhöhte
Expression und damit eine Stoffwechselaktivität der Chlamydien an. Dargestellt sind die
Mittelwerte aus den dreifach bestimmten Proben eines Experiments.
Zusätzlich wurden auch bei diesem Experiment drei der für den Entwicklungszyklus
wichtigen Gene (2.3.3) auf ihre Expression untersucht. Die Ergebnisse sind in Abbildung
31 dokumentiert. Dabei wird vor allem in den kokultivierten Makrophagen deutlich, dass
gerade die zu einem mittleren bzw. späten Zeitpunkt exprimierten Gene in beiden
Zellpopulationen im Verlauf der Infektion ansteigen (Mittelwerte aus dreifach bestimmten
Proben eines Experiments mit den Zellen eines Spenders). Besonders ompA zeigt dieses
Expressionsmuster. Dies spricht für einen vollständig ablaufenden Entwicklungszyklus in
beiden Zellpopulationen, sowohl in den primär infizierten DC als auch in den kokultivierten
Makrophagen und stimmt mit der Infektiosität der Makrophagen (4.3.6.2, Abb. 27) überein.
Ergebnisse
119
10
10
3
10
2
10
1
Kokultivierte Makrophagen
Verhältnis mRNAx106/16S rRNA
Verhältnis mRNAx106/16S rRNA
Infizierte DC
4
1
3
10
4
10
3
10
2
10
1
5
Tage nach Infektion der DC
1
3
5
Tage nach Infektion der DC
Abb. 31: Darstellung der relativen chlamydialen Genexpression in infizierten DC und
kokultivierten Makrophagen bei Kultur mit autologem Serum. Aus den infizierten DC
und den kokultivierten Makrophagen wurden sowohl chlamydiale DNA als auch RNA
isoliert (3.2.8.2 und 3.2.8.3). Die RNA wurde in cDNA umgeschrieben (3.2.8.6). DNA und
cDNA wurden quantitativ mittels TaqMan®-Sonden im Dreifachansatz je Probe untersucht
(3.2.8.7.2). Die Menge der detektierten mRNA (respektive cDNA) der untersuchten Gene
wurde auf die zum jeweiligen Zeitpunkt vorhandene Menge 16S rRNA normalisiert. Der
Korrekturfaktor 106 gleicht die höheren Verluste der mRNA im Vergleich zur stabilen rRNA
aus. In beiden Zellpopulationen steigt die Expression der zu einem mittleren bzw. späten
Zeitpunkt im Entwicklunszyklus benötigten Gene (2.3.3) im Verlauf der Infektion an.
mRNA
messenger RNA; direkte Kopie der DNA
rRNA
ribosomale RNA
euo
euo-Gen; kodiert für ein Enzym, welches die Dekondensierung der
Erbsubstanz ermöglicht
groEL
groEL-Gen; kodiert für das chlamydiale Hitzeschockprotein 60, in
EK und RK exprimiert
ompA
ompA-Gen; kodiert für das MOMP (major outer membrane protein),
wird in erhöhten Mengen bei der exponentiellen Vermehrung der RK
benötigt
EK
Elementarkörper, die infektiöse Form von Chlp. pneumoniae
RK
Retikularkörper, die replikative Form von Chlp. pneumoniae
Ergebnisse
4.4
120
Weiterführende Untersuchungen zu inhibitorischen Einflüssen der zur Kultur
verwendeten Seren
Die unter Kap. 4.3 beschriebenen Ergebnisse ergaben deutliche Unterschiede je nach Art
des verwendeten Serums. Diese Befunde waren nicht erwartet worden und somit auch
nicht Gegenstand der in diesem Projekt geplanten Arbeiten. Trotzdem sollte abschließend
untersucht werden, ob sich Hinweise fänden, die das unterschiedliche Verhalten von Chlp.
pneumoniae anhängig vom verwendeten Serum (autologes versus einheitliche Probe an
gepooltem humanem AB-Serum) (4.3.6. und 4.3.7) erklären könnten. Hierzu wurden zwei
weitere Experimente durchgeführt. Zuerst sollte mittels der für den Nachweis von Chlp.
pneumoniae gut geeigneten HEp-2 Zellen überprüft werden, ob durch das hAB-Serum
chlamydiales Wachstum inhibiert wird. Zusätzlich wurde mittels Immunfluoreszenzfärbung
das hAB-Serum auf evtl. vorhandene Antikörper gegen Chlp. pneumoniae untersucht.
Diese Antikörper hätten zur Hemmung der Entwicklung der Bakterien in den Makrophagen
beitragen können. Beide Methoden werden im Anhang erläutert, an dieser Stelle sollen
nur die Ergebnisse dargstellt werden.
4.4.1 Überprüfung inhibitorischer Effekte des hAB-Serums mit Hilfe der für
Chlp. pneumoniae sensitiven HEp-2 Zelle
Für den Nachweis infektiöser Chlamydien wurde in dieser Arbeit die HEp-2 Zelle genutzt.
Die Kultur erfolgt dabei in der Regel mit dem Zusatz fetalen Kälberserums in einer
Konzentration von 10% an der Gesamtmediummenge. Entsprechend einem
Infektionsversuch (3.2.7) wurden bei diesem Experiment reine Chlamydienpräparationen
auf HEp-2 Zellen gegeben, und zwar in unterschiedlichen Mengen (MOI 0,5; MOI 2; MOI
5). Die HEp-2 Zellen wurden mit Konzentrationen von 3%, 10% und 30% Serum kultiviert,
Ergebnisse
121
sowohl mit regulär verwendetem fetalem Serum als auch mit humanem AB-Serum. Dabei
zeigte sich in keinem der Versuchsansätze ein signifikanter Unterschied in der Zahl sich
entwickelnder Chlamydien. Beispielhaft ist der Ansatz mit einer Serummenge von jeweils
10% dargestellt (Abb. 32), wie sie auch für die Infektionsversuche eingesetzt wurde. Eine
Inhibition durch die Verwendung humanen AB-Serums konnte also zumindest in den HEp2 Zellen nicht nachgewiesen werden.
5000
IFU/ml
4000
3000
2000
1000
0
MOI 0,5
MOI 2
MOI 5
Zahl eingesetzter Chlamydien
Abb. 32: Vergleich der Anzahl sich entwickelnder Chlamydien bei Verwendung
unterschiedlicher Seren. HEp-2 Zellen wurden mit FKS und hAB-Serum (hier 10%)
kultiviert und mit Chlp. pneumoniae infiziert (9.1.1). Nach 3 Tagen wurden die Zellen mit
einem C.p.-spezifischen anti-MOMP Antikörper (3.1.5) gefärbt. Die mit dem FITCkonjugierten Antikörper direkt gefärbten Inklusionen wurden unter einem
Fluoreszenzmikroskop (3.1.1) ausgezählt. Die Zahl der sich entwickelnden Inklusionen
zeigt keine Unterschiede.
IFU/ml
inclusion forming units pro ml; Maß der Infektiosität
MOI (Zahl)
multiplicity of infection; Infektionsdosis; gibt an, wieviel infektiöse
Chlamydien pro kultivierter Zelle bei der Infektion eingesetzt wurden
FKS
hAB
Fetales KälberSerum
humanes AB-Serum
Ergebnisse
122
4.4.2 Überprüfung auf Antikörper gegen Chlp. pneumoniae im hAB-Serum mittels
Immunfluoreszenzfärbung
Um das Vorhandensein inhibierender Antikörper im hAB-Serum nachzuweisen, wurde
eine modifizierte Immunfluoreszenzfärbung durchgeführt.
Eine Chlamydienpräparation wurde direkt auf mehrere Objektträger gegeben und durch
Trocknung fixiert. Danach wurden die Präparate mit Pferdeserum versehen, um eine
unspezifische Anfärbung zu vermeiden. Anschließend wurde hAB-Serum unverdünnt
aufgetropft und für 30 min inkubiert. Evtl. darin enthaltene Antikörper sollten als primäre
Antikörper an die Chlamydien binden. Zum Nachweis wurde zuletzt ein FITC-markierter
Sekundärantikörper aufgetragen, der gegen humanes Immunglobulin G gerichtet war
(3.1.5). Er sollte gebundene Primärantikörper detektieren und sichtbar machen. Die im
Fluoreszenzmikroskop erhaltenen Bilder sind in Abbildung 33 zu sehen. Dabei zeigte sich
im Vergleich zu einer Positivkontrolle keine Anfärbung chlamydialer Partikel. Der stark
grün leuchtende Hintergrund entsteht durch die automatisch maximale Belichtung der
Kamera, da ein sich vom Hintergrund abhebendes Fluoreszenzsignal wie im linken Bild
fehlt. Somit konnten im Serum enthaltene Antikörper zumindest mit diesem Verfahren
nicht nachgewiesen werden.
Ergebnisse
123
Abb. 33: Versuch der direkten Anfärbung von Chlp. pneumoniae durch im hABSerum enthaltene Antikörper. Eine Chlamydienpräparation wurde direkt auf
Objektträgern getrocknet. hAB-Serum wurde aufgetragen (9.1.2), um evtl. enthaltenen
Antikörpern gegen Chlamydien eine Bindung zu ermöglichen. Die Präparate wurden
danach mit einem FITC-markierten polyklonalen Antikörper gegen humane
Immunglobuline (3.1.5) gefärbt und unter einem Fluoreszenzmikroskop (3.1.1)
ausgewertet. Die grünen Punkte im linken Bild zeigen die angefärbten Chlamydien in der
6S DNA aus inf. DC
16S DNA aus Makrophagen
16S rRNA aus Makrophagen
1
3
5
10
2
10
Diskussion
5
124
Diskussion
Chlamydophila pneumoniae gehört zu den am weitesten verbreiteten Bakterien der
Familie der Chlamydiaceae. Trotz einer sehr hohen Seroprävalenz ist die klinische
Bedeutung akuter Infektionen allerdings gering, da diese meist asymptomatisch verlaufen.
Umso bedeutsamer sind die Befunde der letzten Jahre, die eine Assoziation von Chlp.
pneumoniae mit vielen chronischen Erkrankungen nahe legen. Besonders die mögliche
Beteiligung an Gefäßerkrankungen wie Atherosklerose mit ihren teils dramatischen Folgen
eines Gefäßverschlusses ließ die Bedeutung der chronischen Chlamydieninfektion in das
Interesse der Forschung rücken.
So wurde Chlp. pneumoniae direkt in Makrophagen und dendritischen Zellen
nachgewiesen, beides Zelltypen, die eigentlich eindringende Bakterien aufnehmen und
abbauen sollten. Außerdem sind beide Zelltypen mögliche Kandidaten für eine
Ausbreitung des Erregers vom primären Eintrittsort, dem respiratorischen Systems, in
andere Teile des Organismus. Im Tiermodell wurde für Makrophagen diese Hypothese
bereits experimentell belegt.
Da sowohl dendritischen Zellen als auch Makrophagen eine bedeutende Rolle bei einer
Infektion mit Chlp. pneumoniae zukommt, sollte im Rahmen der Doktorarbeit das
Verhalten dieser beiden Zellarten bei gemeinsamer Kultur in einem Modell untersucht
werden. Dabei lagen die Schwerpunkte bei folgenden Fragestellungen:
Etabliert sich in dendritischen Zellen bei Anwesenheit von Makrophagen eine Infektion mit
Chlamydophila pneumoniae?
Kann das Bakterium von dendritischen Zellen auch ohne Zellkontakt auf die kokultivierten
Makrophagen übertragen werden?
Diskussion
125
Wie verhalten sich die in den beiden Zellarten gefundenen Chlamydien in Hinblick auf ihre
Infektiosität und die vorherrschende Entwicklungsform?
Die vorgestellten Experimente sollten zur Beantwortung dieser Fragen beitragen. Somit
sollten in einem in-vitro Modell Einblicke gewonnen werden, um das Verhalten von
Chlp. pneumoniae besser verstehen zu können.
5.1
Infizierbarkeit dendritischer Zellen und Makrophagen im Modell
5.1.1 Etablierung einer Infektion mit Chlp. pneumoniae in dendritischen Zellen
Bisher wurde das Verhalten von Chlp. pneumoniae-infizierten DC nur in wenigen
experimentellen Ansätzen untersucht. In der eigenen Arbeitsgruppe konnte jedoch ein invitro Modell entwickelt werden, in dem humane DC mit dem Erreger infiziert und über drei
Wochen kultiviert wurden.
Die Möglichkeit, humane DC mit Chlp. pneumoniae zu infizieren, kann mit den
Kokulturexperimenten bestätigt werden. Auf der Transwell-Membran kultivierte DC lassen
die Entwicklung chlamydialer Inklusionen zu. Das Vorkommen dieser Inklusionen kann als
Zeichen der chlamydialen Entwicklung gewertet werden. Auch die Anwesenheit
kokultivierter Makrophagen verhindert den Nachweis dieser Inklusionen nicht (Kap. 4.1.3).
Dabei ist hervorzuheben, dass der Nachweis chlamydialer Partikel alleine noch keinen
Schluss auf die Entwicklung zulässt. So ließen sich nach Infektion dendritischer Zellen mit
C. trachomatis chlamydiale Partikel darstellen, obwohl keine infektiösen Nachkommen
ausgebildet wurden (OJCIUS et al. 1998). Die Darstellung größerer Inklusionen jedoch
zeigt, dass die intrazellulären Partikel in den Entwicklungszyklus eingetreten sind.
Diskussion
126
Doch nicht nur mikroskopisch lässt sich die Entwicklung der Chlamydien innerhalb der DC
nachweisen. Auch die Infektionsversuche sprechen für den Ablauf des chlamydialen
Entwicklungszyklus. Sowohl in den infizierten DC, die mit hAB-Serum kultiviert wurden, als
auch in den mit autologem Serumzusatz kultivierten Zellen lassen sich infektiöse
Chlamydien isolieren und auf HEp-2 Zellen nachweisen (Kap. 4.3.6). Dabei kommt es in
den ersten zwei Tagen zu einem Rückgang der Zahl infektiöser Chlamydien. Dieser
Befund deckt sich mit den Befunden in anderen Zellarten (HARANAGA et al. 2002).
Verantwortlich dafür ist die Umbildung der infektiösen EK in die reproduktive Form der RK.
Diese lassen sich im Infektionstest nicht mehr nachweisen. An Tag 3 nach Infektion
kommt es in den denritischen Zellen wieder zu einem Anstieg der Zahl infektiöser
Chlamydien. Gemäß den Beobachtungen des Entwicklungszyklus in epithelialen Zellen
fällt dies zeitlich mit der Rekondensierung der gebildeten RK zu infektiösen
Elementarkörpern zusammen (WOLF et al. 2000). Da in dem verwendeten Kokulturmodell
nur zu Beginn eine definierte Zahl an Chlamydien zugesetzt wurde und chlamydiale
Partikel außerhalb von Zellen nicht lange lebensfähig sind, ist es sehr wahrscheinlich,
dass der verzeichnete Anstieg durch eine Vermehrung der Chlamydien innerhalb der
dendritischen Zellen bedingt ist.
Die Infektion der dendritischen Zellen führt zu einer Veränderung ihrer Morphologie. Im
Vergleich zum Zustand während der Konditionierung bilden die Zellen ihre Ausläufer
zurück und runden sich ab. Diese Veränderung kann nur bei den infizierten DC
dokumentiert werden, die Schein-infizierten Zellen behalten die während der
Konditionierung angenommenen morphologischen Charakteristika bei. Daher müssen die
Veränderungen der Zellgestalt auf die Infektion zurückzuführen sein. Dabei kann der
Verlust der Ausläufer als Zeichen der Maturation gedeutet werden. Die dendritischen
Zellen reagieren also auf die aufgenommenen Chlamydien wie auf andere internalisierte
Antigene. Trotzdem sind sie in dem Modell nicht in der Lage, die Chlamydien abzubauen.
Diskussion
127
5.1.2 Aufnahme von Chlp. pneumoniae durch Makrophagen und Entwicklung des
Erregers
In der Literatur wurde bisher nicht beschrieben, ob aus Monozyten generierte
Makrophagen Chlp. pneumoniae ohne zusätzliche Maßnahmen aufnehmen. Die
Untersuchungen zum Schicksal des Erregers innerhalb von Makrophagen wurden immer
durch Zentrifugation eingeleitet (AIRENNE et al. 2000). In den Voruntersuchungen zu
diesem Kokulturmodell zeigte sich, dass Makrophagen innerhalb von einem Tag
chlamydiale Partikel aus dem Medium aufnehmen. Diese konnten mittels
Immunfluoreszenzfärbung dargestellt werden (Kap. 4.1.4). Zusätzlich entwickelten sich die
so aufgenommenen Chlamydien weiter und bildeten innerhalb der Makrophagen
Einschlusskörper aus. Diese zeigten während des Infektionsverlaufs eine
Größenzunahme. Die Ausbildung von Inklusionen zeigt wie bei den infizierten DC an, dass
der Erreger nicht nur aufgenommen wird, sondern sich in den Makrophagen
weiterentwickeln kann. Neben Inklusionen finden sich auch kleine chlamydiale Partikel
innerhalb der Makrophagen. Es ist denkbar, dass es sich dabei um Chlamydien handelt,
die während des Versuchsablaufes ständig neu aus dem Kulturmedium aufgenommen
werden. Dies würde bedeuten, dass die Infektion und die Entwicklung der Chlamydien in
den Inklusionen keine Reaktion im Makrophagen auslösen, die ihn vor weiterer Infektion
schützt. Allerdings könnten die zu einem späteren Zeitpunkt aufgenommene Chlamydien
zumindest in ihrer weiteren Entwicklung gehemmt werden. Makrophagen reagieren bei
Infektion mit intrazellulären Erregern wie Mycobakterien mit der Synthese und Sekretion
von Interferon-gamma (FENTON et al. 1997). Auch bei einer Infektion mit Chlp.
pneumoniae zeigen Makrophagen diese Reaktion (ROTHFUCHS et al. 2001).
Normalerweise wird dieses Interferon nach Kontakt mit infizierten Makrophagen durch TZellen sezerniert. Es aktiviert die infizierten Makrophagen und löst in ihnen die Bildung
radikaler Sauerstoffspezies sowie Stickstoffmonoxyds aus, die beide keimtötend wirken.
Das von den Makrophagen selbst gebildete Interferon-gamma scheint über einen
Diskussion
128
autokrinen Signalweg die gleiche Funktion zu erfüllen. Es ist also denkbar, dass durch die
Aktivierung des Makrophagen zwar die Infektion nicht verhindert, aber die Entwicklung der
später aufgenommenen chlamydialen Partikel beeinträchtigt wird.
Allerdings muss kritisch darauf verwiesen werden, dass es auch in anderen Zelltypen bei
einmaliger Infektion mit Chlp. pneumoniae zur simultanen Ausbildung von
Einschlusskörpern und einzelnen chlamydialen Partikeln kommt, wofür als Ursache eine
Konkurrenz um bereitgestellte Nährstoffe diskutiert wird (WOLF et al. 2000).
5.2
Übertragung von Chlp. pneumoniae von infizierten DC auf kokultivierte
Makrophagen
Eines der Hauptziele dieser Arbeit war, die mögliche Übertragung von Chlamydophila
pneumoniae zwischen dendritischen Zellen und Makrophagen zu untersuchen. Zu diesem
Zweck wurden beide Zellarten in einem Kultursystem zusammengebracht, blieben aber
durch eine poröse Membran voneinander getrennt.
Wie in Kap. 4.3.5 gezeigt, ließen sich in den kokultivierten Makrophagen aufgenommene
Chlamydien anfärben. Dabei wird besonders bei der Auswertung mittels
Immunfluoreszenz deutlich, dass es sich aufgrund der Größe der angefärbten Objekte um
chlamydiale Inklusionen handelt. Daraus kann abgeleitet werden, dass die aus den
infizierten DC stammenden Chlamydien nicht nur von den kokultivierten Makrophagen
aufgenommen werden, sondern in ihnen ihren Entwicklungszyklus einleiten. Das bestätigt
den für direkt mit Chlp. pneumoniae kultivierten Makrophagen erhobenen Befund (Kap.
5.1.2) und steht in Übereinstimmung mit Untersuchungen anderer Arbeitsgruppen
(AIRENNE et al. 2000; HARANAGA et al. 2003).
Die Erkenntnis, dass eine solche Übertragung auch gegen die Schwerkraft funktioniert
(Kap. 4.3.5.3), erweitert die Einsatzmöglichkeiten des verwendeten Kultursystems. Da sich
die Einsätze problemlos zu jeder Zeit entfernen und durch andere ersetzten
Diskussion
129
lassen, ist es möglich, die zu untersuchenden Zielzellen im oberen Kompartiment zu
kultivieren. Somit lassen sich die Auswirkungen spezieller Konditionierungsverfahren auf
die Infizierbarkeit der Zellen austesten. Für Makrophagen konnte zum Beispiel schon
gezeigt werden, dass die Gabe von Interferon-gamma die Aufnahme und Entwicklung von
Chlp. pneumoniae behindert (AIRENNE et al. 2000). Es ist denkbar, Makrophagen mit
unterschiedlichen Konzentrationen dieses Zytokins zu konditionieren und danach mit
infizierten DC zu kokultivieren. Somit könnte eine evtl. vorhandene protektive Wirkung des
Interferon-gamma weiter untersucht werden.
5.3
Charakterisierung der übertragenen Chlamydien in Hinblick auf ihre
Infektiosität und ihre Entwicklungsform
Bei der Untersuchung zur Infektiosität der übertragenen Chlamydien im HEp-2
Infektionstest wurden deutliche Unterschiede gefunden. Nur bei den mit autologem Serum
konditionierten Zellen entwickelten sich in den Makrophagen infektiöse Chlamydien. Bei
Verwendung humanen AB-Serums zeigten die aus den Makrophagen isolierten
Chlamydien keine Infektiosität in HEp-2 Zellen.
Es ist bekannt, dass Chlp. pneumoniae in unterschiedlichen Makrophagenpopulationen
verschieden hohe Anzahlen infektiöser Nachkommen produziert (GAYDOS et al. 1996).
Das vollständige Ausbleiben infektiöser Nachkommen bei aus Monozyten generierten
Makrophagen, die nur mit unterschiedlichem Serum generiert wurden, ist bisher aber
unbekannt. Aufschluss über den Zustand der Chlamydien gab die durchgeführte Analyse
der chlamydialen Genexpression. Als Zeichen der Vitalität der in den Makrophagen
enthaltenden Chlamydien wurde die Expression der ribosomalen 16S RNA gewertet
(MATHEWS et al. 1999; HOGAN et al. 2003). Die von den Makrophagen aufgenommenen
Chlamydien produzieren vergleichbare Mengen der 16S rRNA wie die infizierten
Diskussion
130
dendritischen Zellen (Kap. 4.3.7.1, Abb. 28). Der Verlust der Infektiosität lässt sich also
nicht durch ein Absterben der aufgenommenen Chlamydien erklären.
Die fehlende Infektiosität könnte auch ein Hinweis auf eine Unterbrechung des
Entwicklungszyklus sein. So lassen sich chlamydiale Retikularkörper nicht in einem
Infektiositätstest nachweisen, obwohl sie stoffwechselaktiv sind. In den mit hAB-Serum
kultivierten Makrophagen zeigen die Chlamydien tatsächlich ein ungewöhnliches Muster
der Expression der untersuchten Gene, die zur Charakterisierung des Entwicklungszyklus
untersucht wurden. Wie in Kap. 4.3.7.1, Abb. 29 dargestellt, sank vor allem die Expression
des ompA-Gens innerhalb von 5 Tagen stark ab, während es in den infizierten DC keine
Reduktion der Expression gab. ompA kodiert für das Hauptmembranprotein MOMP und
wird besonders bei der exponentiellen Vermehrung der RK exprimiert. Die sinkende
Expressionsrate könnte dadurch bedingt sein, dass der chlamydiale Entwicklungszyklus
bei der Vermehrung der Retikularkörper unterbrochen wird. Die Umwandlung vom EK in
RK wird noch nicht behindert, was sich an der gleich bleibenden Expression des euo-Gens
erkennen lässt, erst die Vermehrung der RK wird gestört. Der Vergleich zu den
Chlamydien, die in den mit autologem Serum kultivierten Makrophagen infektiöse
Nachkommen bilden, zeigt ebenfalls einen Unterschied bei der Expression des ompA.
Dieses Gen wird von den Chlamydien, die infektiöse EK ausbilden, auch an Tag 5 nach
Infektion deutlich exprimiert.
Die Unterbrechung des Entwicklungszyklus in der Vermehrungsphase der Retikularkörper
bei erhaltener Vitalität weist auf den Zustand der Persistenz hin. Allerdings muss
angemerkt werden, dass die Expression von ompA bei verschiedenen Modellen zur
Persistenz nicht vermindert, sondern erhöht war (HOGAN et al. 2004). Dabei wurde die
Persistenz jedoch in epithelialen Zellen durch Gabe von Interferon-gamma oder durch
kontinuierliche Kultur künstlich ausgelöst. Die Tatsache, dass in den hier beobachteten
Makrophagen die Chlamydien weniger ompA exprimieren, könnte durch das Fehlen eines
Stimulus oder die Anwesenheit der kokultivierten DC bedingt sein.
Diskussion
131
Natürlich ist es auch denkbar, dass schon die infizierten dendritischen Zellen die
Chlamydien verändern und dadurch der Verlust der Infektiosität zu erklären ist. Allerdings
zeigen die Erreger in den infizierten DC kein wesentlich unterschiedliches
Expressionsmuster ihrer Gene. Sowohl in mit hAB-Serum als auch in mit autologem
Serum kultivierten Zellen sind die Chlamydien stoffwechselaktiv und exprimieren die drei
untersuchten Gene des Entwicklungszyklus in vergleichbarer Intensität.
5.4
Mögliche Beeinflussung der Makrophagen durch das Serum
Die Chlamydien in den mit hAB-Serum kultivierten Makrophagen zeigten einen Verlust der
Infektiosität und ein möglicherweise auf Persistenz hinweisendes Expressionsmuster der
untersuchten Gene. Daher musste von einer Beeinflussung der Zellen und/oder der
Chlamydien durch das hAB-Serum ausgegangen werden. Die Untersuchungen hierzu
ergaben jedoch keinen inhibitorischen Effekt des hAB-Serums auf die chlamydiale
Entwicklung (Kap. 4.4.1). Auch gegen den Erreger gerichtete Antikörper, die zu einer
Markierung der Elementarkörper mit anschließender Aktivierung der Makrophagen im
Sinne einer antikörpervermittelten Immunantwort geführt hätten, konnten nicht
nachgewiesen werden (Kap. 4.4.2). Neben einer direkten Beeinflussung der Chlamydien
ist aber auch ein Effekt des hAB-Serums auf die Makrophagen denkbar. Dabei muss
berücksichtigt werden, dass die Makrophagen aus peripheren monozytären Zellen
generiert werden. Das beschriebene Verfahren mit 10%igem Serumzusatz kann dabei als
standardisiert angesehen werden. Trotzdem ergaben sich bereits während der
Konditionierung morphologische Unterschiede der Makrophagen im Vergleich zu mit
autologem Serum generierten Zellen. So blieben die mit hAB-Serum kultivierten Zellen
kleiner und hatten einen schmaleren Zytoplasmasaum.
Diskussion
132
Da für Monozyten bei Infektion mit Chlp. pneumoniae ein Persistenz-ähnlicher Zustand
bereits beschrieben wurde (AIRENNE et al. 1999), besteht der Verdacht, dass
Unterschiede im Grad der Entwicklung vom Monozyten zum Makrophagen für die
unterschiedliche chlamydiale Infektiosität verantwortlich sind. Die durchgeführte Analyse
der Oberflächenmoleküle (Kap. 4.3.2.2) ergab allerdings keinen Unterschied zu den mit
autologem Serum konditionierten Zellen, in denen sich infektiöse Chlamydien bildeten.
Dabei hätten z. B. die Moleküle CD 14 und CD 33 bei Makrophagen schwächer exprimiert
werden sollen als bei Zellen, die noch den Charakter von Monozyten aufweisen (ANCUTA
et al. 2000). Solche Unterschiede zwischen den beiden Makrophagenpopulationen waren
jedoch nicht zu beobachten. Allerdings sind für eine abschließende genaue
Charakterisierung der Entwicklungsstufen vom Monozyten zum Makrophagen wesentlich
mehr untersuchte Oberflächenmoleküle nötig. Oft werden sogar noch Phagozytoseaktivität
oder Lymphozytenstimulationsversuche herangezogen (ALLAVENA et al. 1998; ANCUTA
et al. 2000; YAMAGUCHI et al. 2002). Anhand der hier durchgeführten Analysen lassen
sich eindeutige Unterschiede nicht nachweisen. Lediglich die Morphologie der mit hABSerum kultivierten Zellen könnte ein Hinweis auf einen Entwicklungsstand sein, der das
Entstehen einer persistenten Infektion zulässt.
5.5
Schlussbemerkung
Das vorgestellte Kokulturmodell ermöglicht Einblicke in die Interaktionen zwischen
dendritischen Zellen, Makrophagen und Chlamydophila pneumoniae. So konnte in diesem
Modell die Empfänglichkeit der DC für eine produktive Infektion mit Chlp. pneumoniae
bestätigt werden. Die nachgewiesene Übertragung dieser Infektion auf kokultivierte
Makrophagen ohne Zellkontakt hat zusätzlich die Bedeutung dieser beiden Zellarten für
Diskussion
133
die Pathogenese chlamydialer Erkrankungen unterstrichen. Beide Zellarten sind in
gemeinsamer Kultur für den Erreger empfänglich, so dass auch beide Zellarten als
potentielle Vektoren für die Ausbreitung von Chlp. pneumoniae vom respiratorischen
System in die Peripherie in Betracht zu ziehen sind. Die bisherige Favorisierung der
Makrophagen bei dieser Ausbreitung sollte dabei überdacht werden. Dendritische Zellen
sind nicht nur zentral wichtige Zellen der Immunüberwachung des respiratorischen
Systems und nehmen als professionelle antigenpräsentierende Zellen selbst in einem
gesunden Organ aerogene Erreger auf, sie sind auch besonders effizient in der Verteilung
im Organismus, insbesondere in den sekundären Immunorganen. Daher sollten sie bei der
Diskussion um die Verbreitung der Chlamydien im Organismus bevorzugt berücksichtigt
werden.
Die Rolle sowohl dendritischer Zellen als auch Makrophagen als Vektoren lässt auch eine
Weitergabe des Erregers in der Peripherie möglich erscheinen und könnte erklären,
weshalb das Bakterium bei chronischen Krankheitsprozessen sowohl in Makrophagen als
auch in dendritischen Zellen nachgewiesen werden konnte.
Natürlich ist die Beschränkung auf die beiden Zellarten eine Vereinfachung des in-vivo
Zustandes. Dennoch konnte gezeigt werden, dass das verwendete Kultursystem sich gut
für Untersuchungen verschiedener Zellpopulationen eignet. Durch die Wahl der
experimentellen Ansätze könnte so die Rolle der monozytären Zellen für die Pathogenese
der Chlamydieninfektion weiter untersucht werden. Schließlich ließen sich modulatorische
Einflüsse durch Botenstoffe und Mediatoren hinzufügen und sogar Zellen des adaptiven
Immunsystems wie T-Lymphozyten mit kultivieren. So könnten mit einem derartigen
in-vitro Kulturmodell wertvolle Einblicke in die Zusammenhänge in-vivo erlangt werden.
Zusammenfassung
6
134
Zusammenfassung
Matthias Peppmüller (2005)
Bedeutung dendritischer Zellen und Makrophagen für die Infektion und Vermehrung
von Chlamydophila pneumoniae.
Untersuchungen in einem neu entwickelten in vitro Kokulturmodell.
Das intrazelluläre Bakterium Chlamydophila pneumoniae gehört nach Untersuchungen
beim Menschen zu den am weitesten verbreiteten Erregern aus der Familie der
Chlamydiaceae. Obwohl akute Infektionen nur selten klinisch manifest werden, ist Chlp.
pneumoniae doch bei vielen chronischen Krankheitsprozessen nachgewiesen worden.
Dazu gehören Gefäßerkrankungen wie die Atherosklerose, Atemwegserkrankungen wie
Asthma und neurodegenerative Prozesse wie Morbus Alzheimer. Der Nachweis des
Erregers gelang dabei vor allem in Makrophagen und dendritischen Zellen, beides
Zellarten, die für die Aufnahme und den Abbau eindringender Pathogene verantwortlich
gemacht werden. Um die Bedeutung dieser beiden Zellarten für die Infektion mit Chlp.
pneumoniae und ihre Rolle als mögliche Vektoren für eine Ausbreitung des Erregers im
Organismus besser zu verstehen, sollten Makrophagen und dendritische Zellen in einem
gemeinsamen Kulturmodell bei Infektion mit dem Bakterium untersucht werden.
Aus humanen Monozyten wurden sowohl dendritische Zellen als auch Makrophagen
generiert. Deren Eignung für die geplanten Untersuchungen wurde zunächst durch
separate Infektion mit Chlp. pneumoniae überprüft. Danach erfolgten die Untersuchungen
in einem gemeinsamen Kokultursystem, in dem die beiden Zellarten jedoch keinen
direkten Kontakt haben können. Die dendritischen Zellen wurden mit Chlp. pneumoniae
infiziert, gewaschen und anschließend räumlich getrennt von Makrophagen mit diesen
zusammen kultiviert. Eine zellundurchlässige Membran (0,4 µm Porengröße) trennte dabei
die Zellarten voneinander. Die Poren in der Membran erlaubten jedoch den Austausch von
Zusammenfassung
135
Medium und infektiösen Elementarkörpern der Bakterien. Die Entwicklung der Chlamydien
in den beiden Zellpopulationen wurde mittels immunhistochemischen und
immunfluoreszenztechnischen Methoden dokumentiert. Zur Überprüfung der Infektiosität
wurden Proben aus beiden Zellarten auf HEp-2 Zellen als empfindliche Indikatorzellen
gegeben und so die Zahl infektiöser Nachkommen bestimmt. Zusätzlich wurde mit Hilfe
der real-time RT-PCR die Expression chlamydialer Gene untersucht, um die Entwicklung
von Chlp. pneumoniae in den Zellarten besser charakterisieren zu können.
Die Hauptergebnisse dabei sind:
1. Sowohl dendritische Zellen als auch Makrophagen lassen sich mit Chlp.
pneumoniae infizieren. Der Erreger kann sich in beiden Zellarten weiterentwickeln.
2. Makrophagen sind in der Lage, den Erreger direkt aus dem umgebenden Medium
aufzunehmen.
3. Die Infektion kann von dendritischen Zellen ohne Zellkontakt auf Makrophagen
übertragen werden. Dabei sind die übertragenen Chlamydien auch in den
Makrophagen weiterhin vital.
4. Die Art des für die Kultur verwendeten Serums kann entscheidenden Einfluss auf
die Infektiosität der übertragenen Chlamydien nehmen.
5. Die Genexpressionsanalyse zeigt bei Verwendung humanen AB-Serums eine
Unterbrechung des chlamydialen Entwicklungszyklus, der in Anwesenheit von
autologem Serum gefördert wird.
Die Ergebnisse zeigen, dass das verwendete Kultursystem gut zur Untersuchung zwei
verschiedener Zellarten bei Infektion mit Chlp. pneumoniae geeignet ist.
Summary
7
136
Summary
Matthias Peppmüller (2005)
Participation of dendritic cells and macrophages in infection and propagation of
Chlamydophila pneumoniae.
Studies in a newly developed coculture system in vitro.
The intracellular bacterium Chlamydophila pneumoniae is one of the most common
pathogens of the family of Chlamydiaceae as studies in humans suggest. Although acute
infections seldom manifest themselves clinically, Chlp. pneumoniae has been detected
within a lot of chronic diseases. Vascular diseases like atherosclerosis, respiratory ailment
like asthma or neurodegenerative processes like Morbus Alzheimer are only examples for
this. Detection of the bacterium succeded especially in macrophages and dendritic cells,
both cell types, which are held to be responsible for ingestion and degradation of invading
pathogens. To understand the importance of these cell types for Chlp. pneumoniae
infection and their role as possible vectors for dissemination of the pathogen in the
organism in a better way, macrophages and dendritic cells should be studied together in a
culture model during chlamydial infection.
From human monocytes, dendritic cells as well as macrophages were generated. First
their suitability for the intended analysis was verified by separate infection with Chlp.
pneumoniae. Then the analysis in a common coculture system, which allows no direct cell
contact, followed. Dendritic cells were infected with Chlp. pneumoniae, washed and
cultured spatially seperated together with macrophages. A membrane impermeable for
cells (0,4 µm pore size) separated both cell types: Pores in the membrane allowed the
exchange of medium and infective elementary bodies of the bacterium. Chlamydial
development in both cell populations was documented with immunhistochemical methods
and immunofluorescence. To verify infectivity, samples from both cell types were
transferred on HEp-2 cells as a sensitive indicator cell line to determine the number of
Summary
137
infective progeny. Additionally, the expression of chlamydial genes was analysed by realtime RT-PCR to characterize the development of Chlp. pneumoniae inside the cells.
The major results are:
1. Dendritic cells as well as macrophages can be infected with Chlp. pneumoniae. The
bacterium can develop in both cell types.
2. Macrophages are able to ingest the pathogen directly from the culture medium.
3. The infection can be transmitted without cell contact from dendritic cells to
macrophages. The transmitted chlamydia stay viable inside the macrophages.
4. The kind of serum used for cell culture can influence decisively the infectivity of the
transmitted chlamydia.
5. Analysis of chlamydial gene expression shows an interruption of the chlamydial
growth cycle when human AB-serum is used for culture. Autologous serum
supports the chlamydial growth cycle.
The results indicate, that the used culture model is suitable to investigate two different cell
types during infection with Chlamydophila pneumoniae.
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Infect Immun. 70, 5, 2392-2398
YAMAZAKI, T., H. NAKADA, N. SAKURAI, C. C. KUO, S. P. WANG u. J. T. GRAYSTON
(1990):
Transmission of Chlamydia pneumoniae in young children in a Japanese family.
J Infect Dis. 162, 6, 1390-1392
YANG, Z. P., C. C. KUO u. J. T. GRAYSTON (1995):
Systemic dissemination of Chlamydia pneumoniae following intranasal inoculation in mice.
J Infect Dis. 171, 3, 736-738
Anhang
9
Anhang
9.1
Methodisches Vorgehen der weiterführenden Untersuchungen (Kap. 4.4)
150
9.1.1 Überprüfung inhibitorischer Effekte des hAB-Serum mit Hilfe der für Chlp.
pneumoniae sensitiven HEp-2 Zelle
Die Durchführung entsprach im Wesentlichen dem unter Kap. 3.2.7 beschrieben Vorgehen
für HEp-2 Infektiositätstests. HEp-2 Zellen wurden in 96-well Kulturplatten ausgesät.
Sowohl für fetales Kälberserum (3.1.4) als auch für hAB-Serum (3.1.4) wurden zwei wells
je Serumkonzentration (3%, 10% und 30%) und Menge der Chlamydien (MOI 0,5/MOI
2/MOI 5) (3.1.3) angesetzt. Die Zellen wurden mit den entsprechenden
Serumkonzentrationen im Kulturmedium über Nacht inkubiert. Am nächsten Tag erfolgte
die Infektion durch Zugabe der entsprechenden Mengen der Chlamydiensuspension. Die
Platten wurden allerdings nicht zentrifugiert, um evtl. im Serum vorhandenen Inhibitoren
nicht zu beeinträchtigen. Nach 2 Stunden im Brutschrank bei 35°C wurden die wells auf ihr
Endvolumen von 200 µl Medium aufgefüllt (mit der entsprechenden Serumart und
Konzentration) und für drei Tage bei 35°C inkubiert. Die Anfärbung erfolgte dann wie unter
Kap. 3.2.7 beschrieben.
Anhang
151
9.1.2 Überprüfung auf Antikörper gegen Chlp. pneumoniae im hAB-Serum mittels
Immunfluoreszenzfärbung
Diese Methode sollte dazu dienen, evtl. im hAB-Serum vorhandene Antikörper gegen
Chlp. pneumoniae nachzuweisen. Hierzu wurden 20 µl einer Chlamydienpräparation
(3.1.3) direkt auf Objektträgern an der Luft getrocknet. Danach wurden unspezifische
Bindungsstellen mit 30 µl Blockierungspuffer (Pferdeserum und Färbe-PBS im Verhältnis
1:1) für 30 min bei Raumtemperatur blockiert. Die Lösung wurde vorsichtig von den
Objektträgern abgeklopft. Nun wurden wiederum 30 µl des hAB-Serum unverdünnt auf die
Präparate gegeben und wiederum 30 min bei Raumtemperatur in einer feuchten Kammer
inkubiert. Auch dieses Serum wurde durch vorsichtiges Klopfen von den Objektträgern
nach Ablauf der Zeit entfernt. Als Sekundärantikörper wurden FITC-markierte polyklonale
Antikörper gegen menschliche Immunglobuline (3.1.5) in einer gemeinsamen Lösung
verwendet. 30 µl wurden auf jedes Präparat gegeben und bei 37°C in einer feuchten
Kammer für ebenfalls 30 min inkubiert. Die Färbelösung wurde entfernt, die Präparate
dreimal sehr vorsichtig in Färbe-PBS (3.1.4) gewaschen und an der Luft getrocknet.
Danach wurden jedes Präparat mit einem Tropfen Mounting-Fluid (3.1.4) versehen und die
anschließend aufgelegten Deckgläschen mit Corbit-Balsam (3.1.4) abgedichtet. Die
Auswertung erfolgte unter dem Fluoreszenzmikroskop (3.1.1) bei einer Wellenlänge von
490 nm.
Anhang
152
9.1.3 Funktionen der bei der FACS-Analyse (3.2.4.4) untersuchten Oberflächenmoleküle
In Tab. 4 sind die Funktionen der Oberflächenmoleküle kurz dargestellt, die zur
Charakterisierung der konditionierten Zellen mittls FACS (3.2.4.4) herangezogen wurden.
Untersuchtes
Funktion (soweit bekannt)
Oberflächenmolekül
CD 1a
MHC-I ähnliches Molekül; mögliche Bedeutung
bei der Antigenpräsentation
CD 14
Rezeptor für den Komplex aus Lipopolysaccharid
(LPS) und LPS-bindendem Protein
CD 16
Bestandteil des Fc
unter anderem die Phagozytose
CD 33
Molekül, welches die kieselsäure-abhängige
Bindung zwischen Zellen vermittelt
CD 80
Costimulator bei T-Zell-Aktivierung; Rezeptor für
CD28 und CTLA-4
CD 83
nicht genau bekannt; mögliche Rolle bei der
Antigenpräsentation
CD 86
Costimulator bei T-Zell-Aktivierung; Rezeptor für
CD28 und CTLA-4
HLA-DR
Molekül der MHC-II Klasse; Rolle bei der
Antigenpräsentation
Tab. 4: Funktion der untersuchten Oberflächenmoleküle
Eidesstattliche Erklärung
153
10 Eidesstattliche Erklärung
Hiermit erkläre ich, dass ich die Dissertation mit dem Titel:
„Bedeutung dendritischer Zellen und Makrophagen für die Infektion und
Vermehrung von Chlamydophila pneumoniae. Untersuchungen in einem neu
entwickelten in vitro Kokulturmodell“
selbständig verfasst habe. Bei der Anfertigung wurden folgende Hilfen Dritter in Anspruch
genommen: keine
Ich habe keine entgeltliche Hilfe von Vermittlungs- bzw. Beratungsdiensten
(Promotionsberater oder anderer Personen) in Anspruch genommen. Niemand hat von mir
unmittelbar oder mittelbar entgeltliche Leistungen für Arbeiten erhalten, die in
Zusammenhang mit dem Inhalt der vorgelegten Dissertation stehen.
Die Dissertation wurde in der Abteilung Rheumatologie der Medizinischen Hochschule
Hannover angefertigt.
Die Dissertation wurde bisher nicht für eine Prüfung oder Promotion oder für einen
ähnlichen Zweck zur Beurteilung eingereicht.
Ich versichere, dass ich die vorstehenden Angaben nach bestem Wissen vollständig und
der Wahrheit entsprechend vorgenommen habe.
Hannover, 28.08.2005
Matthias Peppmüller
Liste wissenschaftlicher Veröffentlichungen
Teilergebnisse der Dissertation wurden bereits veröffentlicht:
WITTKOP, U., M. PEPPMÜLLER, W. LEIBOLD, H. ZEIDLER u.
A. D. WAGNER (2005):
Dendritic cells transmit infectious Chlamydophila pneumoniae to
monocytes/macrophages in coculture without cell-to-cell contact.
Ann. Rheum. Dis., Supp., 64, S538
Weitere Veröffentlichungen:
WITTKOP, U., M. PEPPMÜLLER, B. KRAUSSE-OPATZ, L. KÖHLER, H. ZEIDLER
u. A. D. WAGNER (2004):
Long lasting productive Chlamydia pneumoniae infection in human monocyte-derived
dendritic cells.
Arthritis Rheum., Supp., 50, 9, S128
WAGNER, A. D., X. JU, U. WITTKOP, M. PEPPMÜLLER, A. PRAHST, H. ZEIDLER
u. M. ZENKE (2004):
Glucocorticoids inhibit apoptosis of peripheral CD1c+ dendritic cells and cause a
down-regulation of the chemokine ligands CCL19 and CCL21 in granulomatous
infiltrates in temporal arteries from patients with giant cell arteritis.
Arthritis Rheum., Supp., 50, 9, S43
Danksagungen
Frau Dr. Wagner als meiner Arbeitsgruppenleiterin danke ich herzlich für die Ausarbeitung
des Themas und für die Gesamtbetreuung der Arbeit. Zu jeder Zeit hatte sie trotz ihrer
vielen Verpflichtungen mindestens ein offenes Ohr für die kleinen und großen Sorgen und
hat mit ihren Ideen zu großen Teilen den Erfolg dieser Arbeit ermöglicht.
Herrn Prof. Leibold gilt mein Dank für die wissenschaftliche Betreuung. Seine konstruktive
Kritik und seine Hilfe waren stets ein guter Impuls für das Projekt.
Bedanken möchte ich mich auch bei Herrn Prof. Zeidler, in dessen Abteilung ich die
Arbeiten durchführen durfte. Sein reges Interesse und seine ständige Auseinandersetzung
mit den Experimenten und der Dissertationsschrift waren immer eine hilfreiche
Unterstützung und wurden von mir als große Ehre empfunden.
Mein besonderer Dank gilt Frau Wittkop, die mich in die Laborarbeiten eingeführt hat,
intensiv an der Planung und Durchführung der Arbeiten beteiligt war und mir jederzeit mit
Rat und Tat zur Seite stand. Ohne sie wäre die Verwirklichung der Promotion in der Zeit
und mit dem Umfang nicht möglich gewesen.
Dem gesamten Laborteam der Abteilung Rheumatologie möchte ich für die freundliche
Aufnahme danken. Dies hat die tägliche Arbeit sehr erleichtert.
Auf keinen Fall vergessen werde ich die Hilfe, die mir einige hier nicht namentlich
erwähnte Personen zukommen ließen. Egal ob bei den Tücken von Computern und
Programmen oder bei der Erstellung komplizierter mathematischer Formeln, immer konnte
ich auf sie zählen. Auch das hat zum Gelingen der Arbeit beigetragen und soll deshalb an
dieser Stelle dankend erwähnt werden.
Die Finanzierung der Arbeit erfolgte im Wesentlichen durch Forschungsmittel der
Deutschen Forschungsgemeinschaft WA 747/4-1.
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