MISEREOR Themenheft KLIMA

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KLIMAWANDEL UND MISEREOR
Für die Menschen in Asien, Afrika und Lateinamerika ist der Klimawandel
bereits heute täglich spürbar. Immer häufiger und heftiger treten klimabedingte Naturkatastrophen wie Wirbelstürme und damit einhergehende
Starkregenfälle und Überflutungen auf. Andernorts werden Menschen
von vermehrten Hitzewellen und Dürren geplagt. In der Folge davon werden
Ernten vernichtet, Wohnraum zerstört und Entwicklungschancen zunichte
gemacht. Betroffen sind vor allem arme Bevölkerungsgruppen wie Indigene,
Kleinbauern oder Slumbewohner. Beim Klimawandel geht es deshalb um
mehr als reinen Umweltschutz, sondern auch um Armutsbekämpfung
und globale Gerechtigkeit – Themen, für die sich MISEREOR bereits seit
über 50 Jahren im Rahmen seiner Arbeit einsetzt. MISEREOR engagiert
sich zusammen mit seinen Partnerorganisationen vor Ort, sowie auch
auf internationaler Ebene für eine klimafreundliche Entwicklung, um den
Klimawandel zu begrenzen und seine Folgen zu vermindern. Zugleich
geht es in der konkreten Projektarbeit im Süden darum, den Menschen
die Anpassung an den Klimawandel zu ermöglichen, z.B. durch angepasste Landwirtschaftsmethoden oder Katastrophenvorsorge.
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K L I M A W A N D E L – W A S S I N D D I E FA K T E N ?
Der natürliche Treibhauseffekt ermöglicht das Leben auf unserem Planeten.
Treibhausgase wie Wasserdampf, Kohlendioxid (CO2) und Methan (CH4)
bilden gemeinsam mit Wasserdampf eine Art „Decke“ in unserer Atmosphäre, die zwar Sonneneinstrahlung passieren lässt, die Wärmerückstrahlung der Erdoberfläche aber aufhält. Ohne diesen Effekt würde die
durchschnittliche Temperatur der Erde -18° C betragen. Seit dem Beginn
der Industrialisierung hat die Menschheit durch die Nutzung fossiler
Brennstoffe (z.B. Kohle und Erdöl) oder massive Abholzung der Wälder
jedoch den Anteil der Treibhausgase in der Atmosphäre deutlich erhöht.
Dies hat bis heute zu einem Temperaturanstieg von 0,8° C gegenüber
vorindustrieller Zeit geführt und kann ohne Klimaschutzmaßnahmen
bis 2100 zur globalen Erwärmung um bis zu 6,4 °C führen. Durch die Erwärmung steigt der Meeresspiegel, Gletscher schmelzen und extreme
Wetterereignisse nehmen zu.
Der Klimawandel ist bereits heute nicht mehr aufzuhalten, wohl aber zu
begrenzen. Dabei wird eine durchschnittliche Temperaturerhöhung von
2° C als Grenzwert für einen gerade noch handhabbaren Klimawandel
benannt. Dabei ist zu beachten, dass die Temperaturen über Land und
polwärts stärker steigen als über den Ozeanen oder in Richtung Äquator.
Bei stärkerer Erwärmung als 2 °C könnte sich das gesamte Klimasystem
verändern – mit unumkehrbaren Folgen, wie etwa das Abschmelzen des
Grönlandeisschildes.
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D I E I N D U ST R I E L Ä N D E R S I N D I N D E R V E R A N T WO RT U N G
Drei Viertel der globalen Treibhausgase, die seit Beginn der Industrialisierung ausgestoßen wurden, stammen aus den Industrienationen. Mit
dem Ausstoß von Treibhausgasen haben sie Wohlstand erwirtschaftet und
damit mehr finanzielle und technische Möglichkeiten für Klimaschutz
und eine Anpassung an den Klimawandel. Daher stehen sie heute in einer
doppelten Verantwortung. Sie müssen im Klimaschutz voranschreiten
und Schwellen- und Entwicklungsländer bei Klimaschutzmaßnahmen,
sowie auch in der Anpassung an die Folgen des Klimawandels, unterstützen.
Das Ziel einer gerechten Klimaschutzpolitik muss sein, allen Menschen
auf dieser Welt das gleiche Recht zur Nutzung der Atmosphäre zu gewähren. Jeder Mensch dürfte dann rund 2 Tonnen CO2 im Jahr produzieren.
Auf jeden Bürger in Deutschland entfallen zzt. aber 10 Tonnen!
Das Erreichen einer fast kohlenstofffreien Gesellschaft stellt die westlichkapitalistischen Marktwirtschaft vor eine große Herausforderung. Es ist
allerdings zugleich eine Vorbereitung auf Zeiten, in denen die fossilen
Rohstoffe ausgehen. Fest steht außerdem: frühzeitiger und ambitionierter
Klimaschutz ist wirtschaftlich bei weitem günstiger als die Folgen eines
ungebremsten Klimawandels in der Zukunft ausbaden zu müssen.
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WALDSCHUTZ IST KLIMA SCHUTZ
Die Abholzung unserer Wälder schreitet rapide voran. Durch den steigenden Holzbedarf, z.B. zur Papierherstellung, aber auch durch unseren
hohen Fleischkonsum und die steigende Nachfrage nach „Bio“-Sprit,
werden immer mehr Wälder zugunsten von Viehweiden, Zuckerrohr- oder
Palmölplantagen vernichtet – mit weitreichenden Folgen für das Klima.
So ist die Zerstörung der Wälder für 20 % der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Klimaschutz bedeutet daher auch Waldschutz
und insbesondere die Erhaltung tropischer Regenwälder. Bewaldung
schützt zudem vor den Folgen extremer Wetterereignisse, denn sie nimmt
Stürmen die Kraft und sichert Berghänge bei extremen Regenfällen.
Doch Wald ist nicht nur Holzreservoir, Kohlenstoffspeicher oder Ökosystem,
sondern auch Lebens- und Wirtschaftsraum für viele Menschen. 350
Millionen der ärmsten Menschen dieser Welt sind für ihren Lebensunterhalt fast vollständig abhängig von bestehenden Wäldern. Rund 60
Millionen Indigene, aber auch Kleinbauern und Fischer leben direkt im
und vom Wald. Wenn Wälder gerodet und in Viehweiden oder Plantagen
umgewandelt werden, verlieren sie ihre Existenz und rutschen ab in extreme
Armut.
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F O LG E N D E S K L I M A W A N D E L S –
ein Blick nach Bolivien
„Das Wetter spielt verrückt, Regen fällt kaum und wenn, dann nicht,
wenn unsere Feldfrüchte ihn dringend zum Wachsen brauchen“, berichtet
Herr Chacón aus Bolivien. Er lebt mit seinem Sohn und dessen Frau auf
der Halbinsel Challapata am Titikakasee. „Zudem brennt die Sonne und
es wird immer heißer, die Böden und Pflanzen verdorren. Zum Glück haben
wir seit kurzem über ein lokales Entwicklungsprogramm einen Trinkwasseranschluss erhalten. Aber zum Bewässern können wir das kostbare
Wasser nicht nutzen. Der Grundwasserspiegel und damit unser Brunnen
sinken gemeinsam mit dem Titikakasee vor uns. Die Häuser und landwirtschaftlichen Flächen um ihn herum sind größtenteils leer und ungenutzt.“
„Die anderen haben bereits aufgegeben, aber wir wollen bleiben“, sagt
sein Sohn. „Wir bohren unsere Brunnen tiefer und tiefer, aber kommen
kaum dem sinkenden Wasserspiegel hinterher.“
Familie Chacón passt sich im Kleinen bereits an den Klimawandel an –
entsprechend ihrer Möglichkeiten. Doch wie lange kann sie den Brunnen
vertiefen, um ihre Ernte zu sichern? Ihre Anstrengungen gleichen einem
Kampf gegen Windmühlen, doch das ist ihnen nicht bewusst. Sie wissen
noch nicht, dass der Wassermangel sich in ihrer Region zukünftig weiter
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ANPA SSUNG AN DEN KLIMAWANDEL –
Agroforstwirtschaft in Haiti
Vor der Kolonisierung durch Spanien und Frankreich war Haiti zu 90 %
von Wald bedeckt, 1990 waren es weniger als 2 %. Aufgrund fehlerhafter
Bewirtschaftung ist auch die Qualität der Ackerböden zunehmend
schlechter geworden. Hinzu kommt, dass Haiti heute immer heftiger
werdenden tropischen Wirbelstürmen ausgesetzt ist, die leichtes Spiel
haben, den ungeschützten Boden und deren Bewohner wegzuspülen.
MISEREOR unterstützt in Haiti lebende Kleinbauern beim Anlegen von
Agroforstgärten, in denen Wild- und Kulturpflanzen, Haustiere, Bäume
und Menschen eine Gemeinschaft bilden. Die Menschen legen Terrassen
an, ein Gürtel von Hecken schützt die Gärten vor scharfen Winden. Sie
pflanzen Bäume für die Nahrungsmittel-, Viehfutter- und Feuerholzproduktion. Der Baumbestand schützt vor Dürren, Starkniederschlägen
und tropischen Stürmen. Gleichzeitig steigt durch die Forstgärten der
Grundwasserspiegel und erhöht so die Ernten von Mais, Bohnen und
Maniok. Zur Zeit werden bis zu 1 Million Obst- und Waldbäume angepflanzt, die einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz leisten. Nach 10 Jahren zählt das Programm über 60 lokale Zonen, die nach und nach zu grünen Inseln im Meer der Umweltzerstörung werden.
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ANPA SSUNG AN DEN KLIMAWANDEL –
nachhaltige Landwirtschaft auf den Philippinen
Auf den Philippinen beeinträchtigt der Klimawandel zunehmend die
landwirtschaftliche Produktion und damit die Lebensgrundlage vieler
Menschen, vor allem in ländlichen Gebieten. Bereits heute leidet fast jeder
fünfte Philippino unter Mangelernährung.
MISEREOR unterstützt hier das Bauernnetzwerk MASIPAG. Bäuerinnen
und Bauern haben zusammen mit Wissenschaftlern ein System nachhaltiger Landwirtschaft entwickelt, das durch höhere Erträge bei gleichzeitig sinkenden Ausgaben zu einer besseren Ernährungssituation der
Familien und höheren Einkommen führt. Als Strategie zur Anpassung an
den Klimawandel setzen die Bäuerinnen und Bauern vor allem auf Vielfalt. So haben sie inzwischen nicht nur über 750 traditionelle Reissorten
gesammelt, sondern auch über 500 neue Sorten daraus gezüchtet. Trotz
ihrer geringen finanziellen Ressourcen sind MASIPAG Bauern daher gut
auf extreme Wetterereignisse vorbereitet. Einigen MASIPAG-Reiszüchterinnen und Züchtern ist es inzwischen sogar gelungen, salzresistente
Sorten zu züchten, die eine mehrtägige Überflutung mit Meerwasser
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A N P A S S U N G I M R I S I K O R A U M S TA D T –
ein Blick nach La Paz
Im bolivianischen La Paz lebt die arme Bevölkerung an den steilen Hängen
des Tals, in dem die Stadt liegt. Etwa 40 % des Geländes gelten wegen
der Erdrutschgefahr eigentlich als unbesiedelbar, weitere 30 % werden
als ungünstig für die Bebauung eingestuft. In der Regenzeit geraten die
Steilwände in Bewegung und verschütten jährlich zahlreiche Häuser
und Menschen.
Die MISEREOR Partnerorganisation Red Habitat fürchtet, dass der
Klimawandel die Situation verschlimmern wird: „Wir müssen leider in
Zukunft mit stärkeren Regenfällen rechnen, die die Hänge destabilisieren.
Auch die Gletscherschmelze trifft uns. Langfristig ist mit Trinkwassermangel und weniger Elektrizität zu rechnen“, beschreibt David Quezada
die Situation. Zudem steigt der Besiedelungsdruck stetig. Red Habitat
hat sich zur Aufgabe gemacht, die Steilhänge sicherer zu machen. Die
Entwicklungspläne dafür werden von der Bevölkerung selbst organisiert
und umgesetzt. So werden Schutzmauern und Terrassen angelegt, zusätzlich die Kanalisation ausgebaut. Auch die Umsiedlung besonders
gefährdeter Häuser wird geplant und sozial verantwortungsvoll umgesetzt.
Einzelne Stadtteile werden neu geordnet. Ein wichtiges Instrument der
Vorsorge ist das mehrstufige Frühwarnsystem, um frühzeitig auf Katastrophen reagieren zu können.
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ENERGIEARMUT
Zwei Milliarden Menschen sind z.B. auf Brennholz als einzigen Energieträger angewiesen. Bis zu fünf Stunden am Tag sind Frauen und Kinder in
Afrika täglich unterwegs, um Feuerholz zu sammeln – Zeit, die für andere
Dinge, wie den Besuch einer Schule, fehlt. In der Stadt ist Brennholz und
Holzkohle häufig sehr teuer. Oftmals werden bis zu 50% des Einkommens
für Kochenergie ausgegeben, mehr als für das Essen auf dem Feuer.
Wegen des Energiemangels wird kaum Wasser abgekocht, so dass Keime
im Wasser nicht abgetötet werden. Außerdem führt das Kochen auf den
traditionellen Feuerstellen zu starker Rauchentwicklung. Weltweit sterben
zwei Millionen Menschen verfrüht durch Atemwegserkrankungen aufgrund der offenen Feuer.
In der Öffentlichkeit wird allgemein angenommen, dass Brennholz eine
klimaneutrale – weil erneuerbare – Energiequelle darstellt. Diese Annahme trifft aber nur zu, wenn das Holz in modernen Öfen verbrannt
wird und die Bäume wieder neu gepflanzt werden. Weil dies meist nicht
der Fall ist, kommen rund zwei bis drei Prozent der globalen Treibhausgas
Emissionen von der Kochstelle. Trotzdem verursachen die Menschen so
nur rund 1,5 Tonnen CO2.
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ERNEUERBARE ENERGIEN ALS CHANCE
Während Indien in globaler Perspektive erheblich zum Klimawandel beiträgt, sind die Pro-Kopf-Emissionen mit ca. 1,7 Tonnen CO2 pro Jahr
noch gering. Die Bevölkerung in Bonjangi im südöstlichen Bundesstaat
Andhra Pradesh gehört zur indigenen indischen Bevölkerung, den Adivasi
(wörtlich: erste Siedler). Sie tragen durch ihren Lebensstil faktisch nicht
zum Klimawandel bei, sind aber die ersten Opfer, da sie sehr abhängig
von der Natur sind.
Mit Sonnenenergie und Wasserkraft soll es den Adivasi möglich werden,
Energie zu nutzen und weiterhin klimaverträglich zu leben. Erste Mikrowasserkraftanlagen sind schon in Betrieb. Sie versorgen die Dörfer mit
Strom für die Beleuchtung von Häusern und Straßen, für aufladbare
Batterien sowie eine Getreidemühle. In anderen Dörfern wurden Solarlampen verteilt, sodass Licht für die Schulaufgaben und die abendliche
Küchenarbeit zur Verfügung steht. Die Energieversorgung ist so umweltschonend wie möglich und knüpft an die traditionelle Lebensweise
der Adivasi an.
Zum Kochen wird zwar weiter Holz verwendet, doch um die negativen
Klimaeffekte auf Gesundheit zu minimieren, werden effizientere Öfen
eingesetzt, die weit weniger Holz benötigen.
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KLIMA SCHUTZ NICHT AUF KOSTEN DER ARMEN UMSETZEN
Während die Armen am meisten unter den Folgen des Klimaschutzes
leiden, sind sie nun auch zunehmend von den Folgen einer unüberlegten
Klimaschutzpolitik bedroht. Denn anstatt auf einen Wandel von klimaschädlichen Lebensstil- und Konsummustern hinzuarbeiten, wird in
Deutschland verstärkt auf die Förderung von „Bio“- Treibstoffen aus
nachwachsenden Rohstoffen gesetzt. Die in Deutschland und Europa
zur Verfügung stehenden Flächen reichen allerdings nicht aus, um die
benötigte Menge aus eigener Produktion zu decken, sodass Agrartreibstoffe aus Entwicklungsländern importiert werden müssen. Dort geht
der Anbau häufig mit Menschenrechtverletzungen einher, z.B. indem
Menschen von ihrem Land vertrieben werden oder unter menschenunwürdigen Bedingungen auf den Feldern arbeiten. Auch besteht insbesondere bei der Ethanolproduktion aus Zuckerrohr und der Biodieselproduktion aus Palmöl die Gefahr, dass intakte Wälder zerstört werden.
Dieses Beispiel zeigt deutlich: Ein „Weitermachen wie bisher“ mit bloßem
Ersatz fossiler durch nachwachsende Energieträger sprengt nicht nur
die Grenzen ökologischer Tragfähigkeit, sondern zerstört die Lebensgrundlagen der Armen in Entwicklungsländern und langfristig auch unsere
eigene Existenzgrundlage.
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Bereits seit Jahrzehnten engagiert sich MISEREOR für eine intakte Umwelt
und nachhaltiges Wirtschaften, damit auch zukünftige Generationen in
Würde auf der Erde leben können. Über Entwicklungsprojekte unterstützt MISEREOR seine Partner im Süden in ihrer Arbeit, sowohl für die
Anpassung an den Klimawandel als auch hinsichtlich der Vermeidung
des Klimawandels. Im Arbeitsbereich „Klimawandel und Gerechtigkeit“
entwickelt MISEREOR Strategien und Optionen für eine Klima- und
Energiepolitik, die die Anstrengungen der globalen Armutsbekämpfung
unterstützt.
Auf europäischer und internationaler Ebene setzt sich MISEREOR für ein
gerechtes und wirksames Klimaschutzabkommen ab 2012 ein. In Deutschland gehört MISEREOR zu den Mitbegründern der „klima-allianz“, die
sich als breites Bündnis für eine entwicklungsgerechte, deutsche Klimaschutzpolitik einsetzt.1
Und auch im eigenen Haus wird Umweltschutz groß geschrieben: So sind
etwa die Drucker mit Recycling Papier befüllt, der Einkauf erfolgt nach
ökologischen Kriterien und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter achten
auf ihren Energieverbrauch. Im Jahr 2008 wurde eine dachintegrierte
Photovoltaikanlage installiert. Seit 2010 bezieht MISEREOR zu 100 %
regenerativen Ökostrom.
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K O N TA K T:
Bischöfliches Hilfswerk MISEREOR e.V.
Mozartstraße 9
52064 Aachen
Telefon: 0241/442-0
www.misereor.de
Spendenkonto 10 10 10 • Pax Bank eG • BLZ 370 601 93
Redaktion: Anika Schroeder, Nicole Piepenbrink
Grafik: Bergmoser + Höller Agentur, Aachen
Produktion: MVG, Aachen
Die Broschüre ist auf Recyclingpapier gedruckt.
Bildnachweise:
Pohl/MISEREOR (Cover, S. 15, 20, 26); Flitner/MISEREOR (S. 3); Friess/MISEREOR (S. 11); Meissner/MISEREOR
(S. 4, 7, 8, 19, 23); KNA-Bild/MISEREOR (S. 12); Schroeder/MISEREOR (S. 16); Piepenbrink/MISEREOR (S. 24)
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