Teil 1

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Modul MN4: Methoden der Experimentellen Ernährungsforschung
HPLC‐MS Ein LC/MS‐System besteht im Wesentlichen aus zwei analytisch relevanten Bestandteilen:
1) HPLC (high performance liquid chromatography)
2) MS (mass spectrometry): viele unterschiedliche Typen
1
Definition
Unter dem Begriff Chromatographie werden physikalische Methoden zusammengefasst, bei denen die Stofftrennung durch Verteilung zwischen einer ruhenden
i h d stationären
t ti ä und einer sich bewegenden mobilen
d i i h b
d bil Phase Ph erfolgt.
Die HPLC ist ein Verfahren der Säulen‐Flüssigkeitschromatographie, bei der die Probenflüssigkeit mittels einer flüssigen Phase (Eluent) unter hohem Druck über die stationäre Phase (Trennsäule) transportiert wird. Definition
Je nach Art der Ww zwischen stationärer Phase, mobiler Phase und Probe unterscheider man in der Flüssigkeitschromatographie mehrere T
Trennmechanismen:
h i
Adsorptions‐
Verteilungs‐
Ionenaustausch‐
Ausschluss‐
Affinitätschromatographie
Bei der HPLC kommen hauptsächlich die Verfahren der Adsorptions‐ und Verteilungschromatographie zur Anwendung.
2
High‐performance liquid chromatography (HPLC):
Ist eine Art der Flüssigchromatographie um Komponenten zu trennen, die in Lösung sind (Voraussetzung: Komponente muss gelöst sein). HPLC besteht aus folgenden Bestandteilen: •
•
•
•
•
Injektor Pumpe Säule
Mobile Phase
Detektor
Die jeweiligen Komponenten werden durch Injektion eines bestimmten
Probenvolumens auf die Säule aufgebracht. Sie passieren die Säule mit
unterschiedlicher Geschwindigkeit, jeweils abhängig von der
Wechselwirkung zwischen der mobilen Phase und der stationären Phase.
Aufbau einer HPLC Anlage
+ 0.3197
+ 0.3197
800
700
600
500
400
200
800
700
600
500
400
200
Laufmittel
Pumpe
Injektions‐ Säule
ventil
Detektor
Auswertung
3
Man unterscheidet 2 unterschiedliche HPLC Varianten:
1. Normal Phase (NP)‐HPLC
NP‐HPLC: polare stationäre Phase, sowie apolare mobile Phase (z.B.:n‐hexan).
Je polarer die mobile Phase ist, desto schneller wird eine Substanz eluiert. Polare Moleküle werden auf der Säule länger retardiert als unpolare Moleküle und verlassen deshalb die Säule später. Normalphasen sind Kieselgele oder Aluminium‐
oxide, an denen reine Adsorptionsvorgänge an den polaren OH‐Gruppen zur Trennung
ausgenutzt werden.
Man unterscheidet 2 unterschiedliche HPLC Varianten:
2. Reversed Phase (RP)‐HPLC
RP‐HPLC: unpolare stationäre Phase, sowie
RP
HPLC l t ti ä Ph
i polare mobile Phase (ACN, MeOH, l bil Ph (ACN M OH etc. )
D.h. bei der RP‐HPLC wird durch Anlagerung einer apolaren Verbindung an die Säulenmatrix, die Polarität der stationären Phase umgekehrt. Unpolare Seitenketten sind an ein Kieselgelgerüst oder an ein Polymer gebunden. Dadurch verhalten sie sich hydrophob. Mit zunehmender Kettenlänge werden die Phasen unpolarer. Der Trennmechanismus basiert auf Van‐der‐Waals‐Kräften
Der Trennmechanismus basiert auf Van
der Waals Kräften. Je ähnlicher der Analyt Je ähnlicher der Analyt der Kohlenwasserstoffkette der Phase ist, umso größer sind seine Wechselwirkungen mit der Säule.
4
Säulenauswahlparameter
Normal Phase
Si
Umkehr Phase
Si
OH
O
O
Si
Si
OH
O
O
Si
Si
OH
O
O
Si
H
OH
H
OH
Si
OH
Kieselgel ( ‐OH)
H
OH
Hexan
Kieselgel‐ C8
H
OH
H
OH
H
OH
Wasser
Säulenauswahlparameter
Chemie des Säulenmaterials:
Die Wechselwirkung der Probenmoleküle mit dem Packungsmaterial bestimmt, ob eine Trennung überhaupt möglich ist (z.B.: C8, C188, CN, NO2, Phenyl, etc….)
Physikalische Säulenparameter:
(z.B.: Partikeldurchmesser, Porengröße, Säulenlänge, Säulendurchmesser,..)
Diese Parameter beeinflussen die Geschwindigkeit, die Auflösung, den Säulendruck, die Detektierbarkeit und den Lösungsmittelverbauch.
Packungsmaterial:
Art des Grundkörpers (z.B.: C
d
dk
l
l
b dd d
18, C8, CN, NH2, Diol, polar‐embedded)
Größe und Form (Partikeldurchmesser,…)
Porös/nicht porös
Porenweite, Porenvolumen
Dichte der gebundenen Phase
5
Säulenauswahlparameter
Kieselgel
Ki l l
Octylphase C8
Octadecylphase C18
Der chromatographische Prozeß
Analyt
1
2
3
4
Bei einem chromatographischen Prozeß werden die zu analysierenden Analyten auf Grund ihrer unterschiedlichen Wechselwirkungen mit der stationären und der mobilen Phase getrennt und als diskrete Banden der Detektion zugeführt.
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Welche Informationen enthält ein Chromatogramm?
Bruttoretentionszeit (tms)
25
Bruttoretentionszeit: tms
Totzeit:
tm
Nettoretentionzeit: ts
20
15
10
tms= tm + ts
5
0
0
2
tm
4 Minuten 6
8
10
ts
Kenngrößen der Chromatographie
Totzeit: kleinste mögliche Retentionszeit für Substanzen, die keine Wechselwirkung mit der stationären Phase eingehen Bruttoretentionszeit: Zeit zwischen Aufbringen der Komponenten auf die
Säule (Injektion) und der Detektion (Peakmaximum)
Nettoretentionszeit: Differenz aus Bruttoretentionszeit und Totzeit
Retentionsfaktor (auch Kapazitätsfaktor): andere Größe zur Beschreibung der Retention : Maß um wie viel länger sich eine Substanz in der stationären Phase aufhält als in der mobilen Phase
(ist dimensionslos)
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Kenngrößen der HPLC
Trennstufenzahl (N): auch Bodenzahl genannt; sie beschreibt die Anzahl der Gleichgewichtseinstellungen der zu trennenden Substanz zwischen stationärer
und mobiler Phase in der Säule;
Ein großes N bedeutet, dass mehr Gleichgewichtseinstellungen erfolgen und
dadurch die Trennleistung der Säule besser wird. Der chromatographische Trennvorgang lässt sich in nacheinander ablaufende Trennschritte zerlegen. In jedem dieser theoretischen Böden kommt es zur Gleichgewichtseinstellung zwischen den beiden Phasen.
Kenngrößen der HPLC
Trennfaktor (α):
gibt die Qualität der Trennung zweier Substanzen an; er beruht auf der Retentionszeit der Komponenten in der Säule.
Definitionsgemäß ist α immer >1; bei α=1 eluieren beide Substanzen gleichzeitig (Koelution) und es findet keine Trennung statt
T
Trennstufenhöhe (H): t f höh (H) iist ein Maß für die Trennleistung der Säule t i M ß fü di T
l i t
d Sä l bezeichnet den gedachten Abschnitt der Trennsäule auf dem sich ein Gleichgewicht einstellt
=> Je mehr Gleichgewichtseinstellungen passieren, desto geringer ist die Trennstufenhöhe und desto besser ist die Trennleistung der Säule insgesamt
8
9
Van DeemterGleichung
Sie beschreibt den Einfluss der mobilen Phase auf Peak‐verbreiternde Prozesse, d.h. die Trennleistung.
Die Effizienz der Trennung ist in erster Linie von der Verteilung abhängig. Die rennung ist in erster Linie von der Verteilung abhängig Die Trennung wird außerdem von anderen Prozessen überlagert, die die Peakform
und die Effizienz der Trennung beeinflussen. Diese Prozesse hängen von der Fließgeschwindigkeit der mobilen Phase ab; dieser Zusammenhang wird in der sogenannten Van‐DeemterGleichung ausgedrückt
HETP = A + B/u +C*u
u = Linargeschwindigkeitder mobilen Phase (cm*s‐1)
A = Eddy Diffusion
B = Longitudinaldiffusion
C = Massentransfer
HETP = Höhenäquivalent eines theoretischen Bodens
•
Eddy Diffusion (= Mehrweg‐Effekt) (A)
 Unterschiedliche Wegstrecken, die die Probenmoleküle durch die gepackte Säule nehmen. Hieraus resultiert eine Gauss‐Verteilung der Retentionszeiten. Proportional zur Güte der Säulenpackung und des T
Teilchendurchmessers. il h d h
HETP = A + B/u +C*u
10
•
Eddy Diffusion (= Mehrweg‐Effekt) (A)
Peakform kurz nach der Injektion
•
Peakform nach Passieren des Säulenbettes
Längsdiffusion (B)  In der mobilen Phase diffundieren die Moleküle sowohl in, als auch entgegen der Fließrichtung, und verbreitern so das chromatographische
Signal. Indirekt proportional zur Flussrate. Direkt proprotional zum Diff
Diffusionskoeffizienten und der Störung der Diffusionsbewegung durch i k ffi i t d d Stö
d Diff i b
d h Säulenpartikel.
HETP = A + B/u +C*u
11
•
Massentransport (C):
 Damit ist die Verbreiterung der chromatographischen Signale durch unterschiedliche Wechselwirkungen der Analyte mit der stationären Phase gemeint.  Gl
Gleichgewichtseinstellung an der Phasengrenze stationäre/mobile i h
i h i
ll
d Ph
i ä / bil Phase benötigt Zeit . => Da die mobile Phase aber in Bewegung ist, kann sich der Gleichgewichtszustand nicht vollständig einstellen => Zunahme der Höhe eines theoretischen Bodens (HETP)
Van DeemterGleichung
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Van DeemterGleichung
 Je kleiner H, umso größer die Anzahl der Stufen pro Säule
 Je mehr Trennstufen die Säule hat, umso „besser“ ist die Trennleistung der Säule (= die Peaks werden schärfer !)
 Je flacher die Kurve ansteigt, um so größere Flussraten der mobilen Phase können eingesetzt werden, ohne dass die Trennleistung (Effizienz) nachlässt.
Van DeemterGleichung: Schlussfolgerungen
 Die Packungsteilchen müssen klein sein.
 Die Teilchen sollen möglichst gleichmäßig geformt. g
g
gg
 Die Teilchenverteilung sollte so schmal wie möglich sein.
 Die Säulenfüllung muss so gleichförmig wie möglich gepackt sein.
 Die effektive Schichtdicke der stationären Phase bzw. die Diffusionswege innerhalb der Packungsteilchen müssen so klein wie möglich ein.  Die mobile Phase soll einen großen Diffusionskoeffizienten haben, also ß
ff
ff
niedrig viskos sein.
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LC/MS System
Ion Source
RF‐lens
Q‐Analyzer
Transfer Lens
Q Analyzer
Collision Cell
Pusher
Detector
Probe
Di
Dionex
Ul i
Ultimate
3000 (HPLC)
(HPLC)
Refelctron
DCMS link
Auftrennung der Substanzen auf der analytischen Säule
Detektion der Substanzen mittels Massenspektrometrie
Bestandteile der Ultimate 3000 im Detail: Pumpe, Probengeber
1) Hochdruck Gradientenpumpe (HPG)
HPG (meist in Kombination mit einem Degasser)
3) Säulenofen: sowohl kühl‐als auch heizbar
5‐ 85°C
2) Probengeber (Autosampler)
Kühlbar (teurer, aber wichtig für thermolabile Substanzen)
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Inline‐Split‐Loop‐Injektionsprinzip (I)
Das Probengläschen wird unter der Nadel platziert
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Inline‐Split‐Loop‐Injektionsprinzip (II)
Die Nadel sticht durch das Septum in das Probengläschen
Inline‐Split‐Loop‐Injektionsprinzip (III)
Die Spritze zieht das zu injizierende Volumen auf
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Inline‐Split‐Loop‐Injektionsprinzip (IV)
Die Nadel fährt aus dem Probengläschen…
Inline‐Split‐Loop‐Injektionsprinzip (V)
…in den Needle Port und führt die Injektion durch
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Detektoren in der HPLC
• UV/Vis‐Absorption: variable λ oder PDA (Photodiodenarray)
• Brechungsindex
g
• Fluoreszenz (Analyten fluoreszieren oder können derivatisiert werden)
• Elektrochemisch (elektroaktive Substanzen)
• elektrische Leitfähigkeit (für Ionen)
• Lichtstreuung
• Kernmagnetische Resonanz (NMR): molekulare Information
g
• Massenspektrometrie (MS): molekulare Information
• Atomspektrometrie (AAS, AES): Elementinformation
• Induktiv gekoppelte Plasma‐MS (ICP‐MS): Elementinformation
Eigenschaften der Detektoren
Detektor
Nachweisgrenze
Linearer Bereich
UV/VIS
10‐11 g
104
Fluoreszenz
10‐14 g
105
Leitfähigkeit
10‐8g*mL‐1
105
MS
10‐7 – 10‐9 g
105
AAS
10‐9 – 10‐12
103
ICP‐MS
10‐12‐10‐15
105
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Elutionsverfahren

Isokratisch
[griech.]: gleichgemischt

Gradient
[latein.]: Gefälle
Bezeichnung für den Grad der Veränderung einer physikalisch‐
mathematischen Größe (z B Dichte Temperatur Druck Höhe mathematischen Größe (z. B. Dichte, Temperatur, Druck, Höhe, Konzentration, elektrisches Feld etc.) mit z. B. dem Volumen, der Längeneinheit etc.
Elutionsverfahren
Die Parameter, die während der Trennung geändert werden können, sind:
Fluss
Temperatur
pH‐Wert Elutionsmittelzusammensetzung
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Elutionsverfahren
 Isokratische Elution:
Die Zusammensetzung der mobilen Phase bleibt konstant. Gradienten Elution:
Die Zusammensetzung der mobilen Phase ändert sich. Bei den meisten Anwendungen bei der RP‐LC arbeitet man zu Beginn mit polaren Lösemittelgemischen, und steigert dann die Konzentration des unpolaren
Lösemittel‐Anteils.
 Fluss‐ oder Temperaturgradienten spielen bei der RP‐LC eher eine untergeordnete Rolle.
Selektivität der Detektoren
Selektivität
universal spezifisch
Ein selektiver Detektor zeigt nur die gewünschten
se e t e ete to e gt u d e ge ü sc te
Komponenten an, obwohl sie mit anderen coeluieren
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Sensitivität des Detektors
Limit of detection (LOD):
Lowest concentration that can be detected
Signal‐to‐noise ratio of 2:1 or 3:1
Limit of
Li
it f quantitation
tit ti (LOQ):
(LOQ)
Lowest concentration that can be
determined with acceptable precision
Signal‐to‐noise ratio of 10:1
Stabilität der Basislinie
Noise, Drift und der kleinste, noch detektierbare Peak
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LC/MS‐Kopplung
 Hat inzwischen immer weitere Verbreitung gefunden
 hohe qualitative Aussagekraft
 sehr hohe Empfindlichkeit mit Techniken wie SIM (Selected Ion Monitoring)
 heute sind Eluatflussraten bis 2 ml/min möglich
 technisch schwierig ist das Interface zur Kopplung (wegen den hohen Massenströmen der mobilen Phase) Massenspektrometrie
Die Massenspektrometrie ist eine Analysetechnik zur Bestimmung
der Molekülmasse freier Ionen im Hochvakuum.
Sie beruht auf der Möglichkeit gasförmige Ionen mit unterschiedlichen
physikalischen Techniken nach ihrem Masse zu Ladungsverhältnis (m/z)
aufzutrennen.
22
Grundlagen der Massenspektrometrie
Das Prinzip der Massenspektrometrie geht auf J.J. Thomson zurück, der zeigte, dass das Element Neon aus einer Mischung aus zwei Isotopen mit der Masse 20 und 22 besteht. Es gelang ihm auch diese Isotope zu trennen. p
Joseph John Thomspn, 1856-1940
Grundlagen der Massenspektrometrie
Grundprinzip der MS:
Anhand Untersuchungen der Kathodenstrahlung gelang Thomson der
Nachweis für die Existenz eines Elektrons.
=>Entwicklung des „Thomsonschen Atommodels“
Die sehr kleinen Elektronen sind im Inneren der Atome eingebettet g
(wie Rosinen in einem Kuchenteig)
Elektronen: grün
Positiver Hintergrund: rot
23
Grundlagen der Massenspektrometrie
Grundprinzip der MS:
=> Widerlegung durch Ernest Rutherford (Rutherfordsches Atommodell)
Ein Kern positiver Ladung,
der mit einer Hülle negativer Ladung umgeben
ist
Elektronen: grün
Atomkern: rot
Grundlagen der Massenspektrometrie
Grundprinzip der MS:
Thomson konnte zeigen, dass die Hülle des Wasserstoffatoms genau
ein Elektron enthält (1906).
Durch Untersuchungen mithilfe positiv geladener Ionenstrahlen zeigte er, dass das Element Neon aus zwei unterschiedlich schweren Atomkernen Besteht: 20Ne und 22Ne (1913)
Daraus konnte die Theorie der Isotope abgeleitet werden
Thomson leistete wichtigen Beitrag zur Entwicklung der Massenspektrometer
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Grundlagen der Massenspektrometrie
Grundprinzip der MS:
In der "klassischen" Massenspektrometrie werden die Probenmoleküle
in der Gasphase ionisiert (und teilweise auch fragmentiert),
durch ein elektrisches Feld beschleunigt und in einem Magnetfeld auf
Flugbahnen unterschiedlicher Radien (abhängig von der Masse der Teilchen)
gezwungen.
Dieses ursprüngliche Prinzip wurde in den letzten Jahren vielfach
abgewandelt und zum Teil durch völlig andere Konzepte der
Massenauftrennung ersetzt oder ergänzt, so dass heute eine größere
Zahl von verschiedenen Typen von Massenspektrometern zur Verfügung
Stehen (Sektorfeldgeräte, Quadrupol, Ionenfallen, etc.)
Grundlagen der Massenspektrometrie
Ein Massenspektrometer besteht aus:
25
Massenspektrometrie
Jedes Massenspektrometer besteht aus folgenden Teilen:
Atmosphärendruck
Grundlagen der Massenspektrometrie
Die Proben können als Gas, Flüssigkeit oder Feststoff eingebracht werden
=> müssen vor oder während der
Ionisierung in die Gasphase
überführt werden
Atmosphärendruck
Massenspektrometer müssen unter stark reduziertem Druck betrieben werden.
Warum?
26
Grundlagen der Massenspektrometrie
Nachdem die Ionen in der Ionenquelle gebildet wurden, werden q
g
,
sie in einem elektrischen Feld auf eine bestimmte kinetische Energie beschleunigt, zu einem Ionenstrahl fokussiert und in einem Massenanalysator nach ihren m/z (=Masse zu Ladung) Werten aufgetrennt.
Im Anschluss gelangen die aufgetrennten Ionen zu einem Detektor (nacheinander), der entweder die Ladung oder den St
Strom der Ionen misst. d I
i t Grundlagen Massenspektrometrie
Grundlegende Begriffe:
M
Massenauflösung (R=Resolution):
flö
(R R l ti )
Sie gibt die Trennkapazität des MS‐Gerätes an und bezeichnet die Fähigkeit zwischen verschiedenen Massen unterscheiden zu können.
R = m/Δm
m =
Δm = R = Masse die gemessen werden soll
g
detektierbarer Massenunterschied
Auflösung
27
Grundlagen Massenspektrometrie
Grundlegende Begriffe:
M
Massenauflösung (R=Resolution):
flö
(R R l ti )
D.h. der minimale Massenabstand Δm den zwei Ionen haben müssen, damit sie noch aufgelöst werden können
Eine Auflösung R von 2000 bedeutet, dass die Massen 50 und 50.025 oder die Massen 200 und 200.1 gerade noch unterschieden werden können
Die Berechnung erfolgt meist nach der 10% (oder 50%) Tal‐Auflösung; d.h. g
g
(
5 )
g;
die zwei benachbarten Peaks (gleich hoch) überlappen mit 10% in der Höhe
50% bedeutet: Peakbreite auf halber Höhe (full width at half maximum)
Grundlagen Massenspektrometrie
Grundlegende Begriffe:
Massengenauigkeit:
Sie gibt an wie genau die Masse eines Teilchens bestimmt werden kann. Die Angaben dazu erfolgen meist in ppm (parts per million).
=> ein Molekül mit der nominellen Masse 500 kann bei einer Genauigkeit von 1ppm auf 0.0005 u genau gemessen werden
28
Welche Erkenntnisse/Informationen gewinnt man aus der Massenspektrometrie?
•
Molekülmasse, bzw. Molekulargewicht: das Verhältnis von Molekülmasse zu Ionenladung (m/z)
•
Auskunft über die Struktur der untersuchten Verbindung mithilfe von Fragmentierungsmechanismen (organische Massenspektrometrie)
•
Identifizierung bekannter Verbindungen durch Vergleich der Massenspektren aus der Probe mit jenen in Datenbanken (v.a. in d D
der Drogenanalytik und Umweltanalytik)
l ik d U
l
l ik)
Grundlagen Massenspektrometrie
Ionisierung
Am häufigsten werden folgende Techniken verwendet:
1.) Für kleine (<500 Da)
=> Elektronenstoßionisation (EI, Electron Impact)
=> Chemische Ionisation (CI)
2.) für polare, nicht flüchtige Moleküle (beliebige Größe)
=> MALDI und ESI
3.) hauptsächlich für lipophile Moleküle
h
hl h f l
hl
l k l
=> APCI (athmospheric pressure chemical ionisation
29
Grundlagen Massenspektrometrie
Elektrospray‐Ionisierung (ESI):
Flüssigkeiten lassen sich unter bestimmten Bedingungen in einem elektrischen Feld zu einem Nebel feiner und hoch geladener Tröpfchen versprühen.
Die Probe liegt meist in einem Gemisch von Wasser mit organischem Lösungsmittel vor.
Je nach Art der Spraykapillare bzw. der Flussrate (µL/min) können mikro‐
ESI, nano‐ESI oder nano‐flow‐ESI unterschieden werden.
d
fl
h d
d
Grundlagen Massenspektrometrie
Elektrospray‐Ionisierung (ESI):
 Mix von positiven und negative geladenen Ionen, Neutralteilen und Mix von positiven und negative geladenen Ionen Neutralteilen und Lösungsmittel
 Lösungsmittelverdampfung erhöht das elektrische Feld, Ionen wandern zur Tropfenoberfläche
 Ionenaustoß geschieht wenn der Tropfen kleiner wird und das Feld größer
30
31
Grundlagen Massenspektrometrie
Matrix‐unterstützte Laserdesorption/Ionisation (MALDI)
Bei dieser Technik werden mithilfe spezieller Laser kleine organische Verbindungen mit hoher Absorption in die Gasphase übergeführt und dabei teilweise ionisiert. Laserstrahl
Ionisation
einfach
Desorption
Matrix
H+
+ ++geladene
Molekülionen
Probe
Grundlagen Massenspektrometrie
Matrix‐unterstützte Laserdesorption/Ionisation (MALDI)
Die zu untersuchende Probe wird in eine Matrix eingebettet, die bei der Wellenlänge des Lasers eine hohe Absorption hat.
Vorgehensweise: die gelöste Probe wird mit viel Matrix vermischt und ein Tropfen des Gemisches wird auf einen Probenteller aufgetragen und getrocknet; beim Trocknen werden die Analytmoleküle in die kristallisierende Matrix eingebaut.
Der Probenteller wird in die Ionenquelle eingeschleust und anschließend b
ll
d d
ll
hl
d
hl ß d
mit einem hochenergetischen UV‐Laser bestrahlt => gasförmige Ionen werden freigesetzt
32
Grundlagen Massenspektrometrie
Matrix‐unterstützte Laserdesorption/Ionisation (MALDI)
Grundlagen Massenspektrometrie
Matrix‐unterstützte Laserdesorption/Ionisation (MALDI)
Ionisierung der Matrix und der Probe nach Auftreffen des Lasers
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Grundlagen Massenspektrometrie
Matrix‐unterstützte Laserdesorption/Ionisation (MALDI):
Die MALDI‐TOF‐MS wird zur Bestimmung der Masse von Proteinen und Peptiden eingesetzt. MALDI‐TOF‐MS, Bruker
Grundlagen Massenspektrometrie
 APCI (Atmospheric Pressure Chemical ionization)
 Das Lösungsmiitel wird erhitzt und mit Stickstoff vernebelt.
 Bildung der Ionen (Spitzenentladung) an der Nadel.
 Ionen, welche vom Lösungsmittel herrühren, dienen als chemisches Ionisierungsgas und bewirken die Ionisierung des Analyten (Probenmoleküle)
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Grundlagen Massenspektrometrie
Massenanalysatoren
Quadrupol
Ein Prinzip zur Auftrennung von Massen besteht in der Trennung in hochfrequenten elektrischen Feldern. Die Felder regen die Ionen zu oszillierenden Flugbahnen an
Die Felder regen die Ionen zu oszillierenden Flugbahnen an, die nur für einen bestimmten Massenbereich stabil sind und nur diesen Ionen erlaubt, den Massenfilter zu passieren.
Quadrupolmassenspektrometer sind der häufigste Massenspektrometer‐Typ, da die Geräte kompakt und kostengünstig gebaut werden können. Quadrupole sind außerdem schnell genug, um mit der Gaschromatographie gekoppelt zu werden.
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