Wir müssen die Verdrossenheit der Bürger aufbrechen

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HALTERNER ZEITUNG
Samstag, 13. Juli 2013
HALO5, Nr. 161, 28. Woche
„Wir müssen die Verdrossenheit der Bürger aufbrechen“
SPD-Bürgermeisterkandidatin Beate Pliete will neue Wege gehen / Sie spielt mit ihrer Mannschaft bei der Kommunalwahl 2014 „auf Sieg“
Mit Beate Pliete als Bürgermeister-Kandidatin zieht die 300 Mitglieder starke SPD in den Kommunalwahlkampf 2014. Die SPD-Vorsitzende hat keine Verwaltungserfahrung, sie vertraut auf ihre politischen Kompetenzen. In der Verwaltung müsse man lange suchen, um eine Frau in verantwortungsvoller Position zu finden. „Deshalb ist es gut, durch eine Kandidatur Flagge zu zeigen und zu demonstrieren, dass sich auch eine Frau ein Bürgermeisteramt durchaus zutrauen
kann“, sagte Beate Pliete in einem Interview mit den Redakteurinnen Silvia Wiethoff und Elisabeth Schrief.
Was trauen Sie Ihrer Mannschaft, die sich aus erfahrenen und neuen Kandidaten
zusammensetzt, bei der
Kommunalwahl 2014 zu?
Zahlen zum jetzigen Zeitpunkt zu nennen, fände ich
sehr mutig. Wir wollen die
Wahl gewinnen. Ich habe bei
der Nominierung gesagt, wir
spielen hier nicht auf Platz.
Wir spielen auf Sieg. Dafür
treten wir erst einmal an. Ich
bin mir sicher, dass wir eine
sehr gute Mannschaft aufgestellt haben. Sie ist deutlich
verjüngt im Gegensatz zum
letzten Mal.
Wir haben sehr engagierte
Leute, die mit beiden Beinen
im Leben stehen. Vor allem
sind sie nicht nur in der SPD
aktiv, sondern auch im Sportverein und im Schützenverein, in allem, was dazugehört.
Ich glaube, sie wissen wovon
sie sprechen, wenn sie Politik
machen.
Haben Sie ein
politisches
Vorbild?
Ich
habe
eher
einen
politischen
Leitgedanken
und
Ziele.
Mich haben
immer engagierte Persönlichkeiten fasziniert,
die
sehr ehrlich
zu der Politik
und den Themen waren und das geht über alle
Parteien hinweg. Ich habe
lange einen Spruch von Richard von Weizsäcker an meiner Pinnwand gehabt. Er hat
sinngemäß gesagt, du kannst
den Leuten vieles sagen, aber
bleibe ehrlich.
muss man pragmatisch denken und schauen, was kann
eine Stadt. Im Moment werden die Themen Stadtentwicklung und Tourismus
priorisiert. Das ist ohne Zweifel wichtig, ich denke aber,
dass wir andere Standbeine
dabei nicht vernachlässigen
dürfen. Wirtschaftsförderung
muss besser gemacht werden
und auch der soziale Bereich
ist in einer Stadt wie Haltern
wichtig. Hier muss mehr präventive Arbeit geleistet werden. Dies hilft am Ende Geld
sparen, weil man dann nicht
heilen muss.
Ich verbinde damit ausdrücklich keine Kritik an der
Arbeit freier Träger oder der
Kirchen, die auch eine ausgezeichnete Jugendarbeit machen. Ich glaube, dass es eine
unabhängige
Jugendarbeit
auf städtischer Ebene geben
muss, weil man dadurch andere Leute erreicht, die eine
Kirche nicht anspricht.
Deshalb der Einsatz
fürs Trigon?
Ja, genau.
Sie
streiten
sich sicher
auch mit Herrn
Klimpel?
Ja klar, warum
nicht? Nicht persönDie Kandidatur haben Sie
lich streiten, sondern
sich sicher wohl überlegt.
auf einer politischen
Was befähigt Sie zu diesem
Ebene. Das tun wir im
Amt?
Moment ja auch schon,
Man kann dieses Amt von wenn man sich so die letzte
zwei verschieRatssitzung
denen Seiten
anguckt, dann
Ich bin keine Quotenangehen. Man tante, das müsste unsere
ist es nicht unkann es aus ei- Gesellschaft eigentlich re- bedingt
die
ner VerwalPerson Klimtungskarriere geln können. Wenn die
pel, die etwas
heraus ange- Herren das allerdings ansagt.
Aber,
hen, so wie es ders regeln können, dann
wenn Herr BöHerr Klimpel tun sie es auch. Deshalb
ing
etwas
getan
hat. brauchen wir doch eine
sagt, dann ärMan kann das Quote. «
gert mich das
Amt auch polischon. Da hatisch definiebe ich durchren, um für die Stadt etwas aus eine andere Auffassung.
bewegen und erreichen zu Zum Beispiel die letzte Antwollen. Daraus definiere ich wort auf eine SPD-Anfrage im
meinen Anspruch für die Kan- Rat. Sie haben das ja auch
didatur.
kommentiert. Ich finde, das
geht so nicht. Wir haben eine
Was würden Sie anders masehr sachliche Anfrage gechen als Bodo Klimpel?
stellt, die auch auf RückmelIn der Kommunalpolitik dungen aus der Stadt zurück-
geht, und Herr Böing antwor- Die SPD Haltern hat sich vor
tet mit NSA und Suchverkeh- einiger Zeit umstrukturiert
ren. Dann noch die Verqui- und aus sieben Ortsvereinen
ckung mit der Bürgerinitiati- einen gemacht. War dies der
ve, auf die er einprügelt. Dies richtige Schritt?
hatte überhaupt nichts mit
Ich denke schon. Wir haben
der SPD zu tun. Außerdem in der Zeit keine Mitglieder
war die Beantwortung unse- durch Austritte verloren. Wir
rer Fragen für einen städti- haben junge Menschen dazuschen Beamgewonnen.
ten, der eine
Womit
wir
Aber, wenn Herr Böing
gewisse Neu- etwas sagt, dann ärgert
und auch die
tralität
zu mich das schon. Da habe
anderen Parwahren hat,
teien
zu
völlig unange- ich durchaus eine andere
kämpfen hamessen. Ich Auffassung. Zum Beispiel
ben, ist der
finde, da muss die letzte Antwort auf ei- natürliche
ein
Bürger- ne SPD-Anfrage im Rat. Sie Austritt. Die
meister in sei- haben das ja auch komQuote
der
ner Funktion mentiert. Ich finde, das
Verstorbenen
als Chef der
ist größer als
geht so nicht. «
Verwaltung
derjenigen,
Herrn Böing
die eintreten.
das auch mal
Die Umstrukmitteilen.
turierung war gut, weil wir
uns nicht mehr mit uns selbst
Welche Faktoren geben Ihbeschäftigen müssen und
nen ein Heimatgefühl?
zum Beispiel in allen OrtsverIch bin hier geboren, ich einen Vorstände wählen müsbin hier aufgewachsen, ich sen. Wir sind hier verankert.
habe meine Kinder hier groß- Wir haben Ansprechpartner
gezogen. Meine Kinder sind in allen Ortsteilen und das
hier zur Realschule und zum funktioniert.
Gymnasium gegangen. Auch
ich selbst bin hier zum Gym- Warum braucht Haltern die
nasium gegangen. Meine Fa- Sozialdemokratie?
milie und meine ganze VerIch glaube, wir würden viewandtschaft leben hier. le Dinge anders machen. Ich
Man weiß, wie die Leute will damit nicht sagen, dass
ticken und wie man alles schlecht ist, was hier
selber tickt.
passiert. Viele EntscheiDie gute Mi- dungen haben wir
schung
aus auch mitgetraMünsterland gen. Ich denund Ruhr- ke
aber,
gebiet
dass man
viele
»
sich die Leute gegenseitig ans
Leder gehen.
Angesichts der Tatsache,
dass es so schwierig ist, junge Menschen für die Politik
zu gewinnen: Haben Politiker an Wertschätzung und
Vertrauen verloren?
Nachwuchssorgen haben alle
gesellschaftlichen Gruppen.
In der Politik hat dies ein
Stück weit mit Verdrossenheit zu tun. Unsere Strukturen sind so, dass man in eine
Partei eintritt und sich dann
engagiert. In der SPD gibt es
seit zwei Jahren die Möglichkeit einer Gastmitgliedschaft,
um erst einmal den Laden
kennenzulernen und sich
dann erst zu entschließen,
einzutreten.
Grundsätzlich habe ich den
Eindruck, dass sich viele Menschen lieber für ein Projekt
kurzzeitig engagieren, beispielsweise in einer Bürgerinitiative. Dann kommt meistens die persönliche Betroffenheit hinzu. Das hat
zum Teil mit der
Art des Lebens
zu tun. Viele
sind berufstä-
n war. Dafür gibt es heute das
Internet. Man muss sich nicht
mehr treffen, um informiert
zu sein. Dies macht das Parteileben auf viele Weise einfacher, weil wir uns über das
Internet vernetzen. Es hat
aber auch zur Folge, dass das
Engagement in den Parteien
selber weniger wird.
den von der Forensik in
Herne da, der auch im
Planungsbeirat dabei war.
Mit Themen besetzt, ist
unsere
Sitzung
durchaus interessant.
Nehmen wir an, ein unbekannter Besucher nimmt an
einer Ihrer Stadtverbandssitzungen teil. Mit welchem
Eindruck ginge er nach Hause?
Die Möglichkeit des Besuchs besteht grundsätzlich.
Jeder der will, ist herzlich
eingeladen. In der Vergangenheit ist es auch des Öfteren so passiert. Ich gestalte
die Vorstandssitzung immer
offen und habe immer einen
Referenten. Wir behandeln
immer ein Thema und dann
den formalen Kram. Wir hatten zum Beispiel jeman-
»
»
wächst ja auch in
einem
selbst
wieder. Eine gewisse Bodenhaftung und zu sich
selbst stehen, ist das, was uns
ausmacht. Auch die SPD fühlt
sich hier zu Hause, uns gibt es
seit 113 Jahren in Haltern.
Wir machen eine pragmatische Politik. Wir haben nie
Fundamentalopposition betrieben, egal, wer hier Bürgermeister war. Dass es in
Teilen unterschiedliche Meinungen gibt, finde ich völlig
richtig und wichtig.
Dinge
offener
und
transparenter machen muss
und die Bürger mehr beteiligen muss. Man muss sich
mehr dafür einsetzen, dass
wir von anderen Stellen Geld
bekommen. Man muss dafür
sorgen, dass es wieder mehr
ein Gefühl des Miteinanders
gibt, gerade zum Beispiel bei
der Frage der Forensik. Da
darf sich eine Stadt nicht teilen lassen. Dass es unterschiedliche Meinungen gibt,
ist vollkommen klar, aber das
darf nicht dazu führen, dass
weit Verdrossenheit, die man
aufbrechen muss. Über die
Bürgerbeteiligung
könnte
man da viel erreichen.
würde diesem Standort auch
nicht wirklich guttun. Aber es
gibt in der Nachbarschaft Flächen, wie zum Beispiel AV.
Da muss man sich überlegen,
was dort passieren kann.
Das würden Sie als Bürgermeisterin anders machen?
Wenn die Zeche in zwei JahDas würde ich so machen, ren schließt, fallen dort 1000
ja.
Arbeitsplätze und 100 Ausbildungsplätze weg, vor allem
Welche Vision haben Sie für
für Leute, die nicht das Gymdie Stadt Haltern?
nasium besucht und Abitur
Vision ist ein toller Begriff. gemacht haben.
Ich glaube, dass Haltern und
Wenn wir über Strukturdie Bürger an ihrer Belas- wandel nachdenken, müssen
tungsgrenze sind, gerade was wir nicht nur in Energiewendie Finanzen anbelangt. Ich de denken, sondern wir müswürde mich sehr dafür einset- sen auch über neue Arbeitszen, dass die finanzielle Un- plätze nachdenken. Über
terstützung vom Land min- Tourismus alleine geht dies
destens weitergeht und wir nicht.
ganz dringend finanzielle Unterstützung aus dem Bund Frauen gewinnen immer
brauchen.
mehr Einfluss im ManageEs gibt viele Bereiche, wo ment und in öffentlichen
wir Aufgaben übernommen Ämtern, haben es aber unhaben, aber kein Geld bekom- gleich schwerer als Männer,
men. Da muss ganz dringend, dorthin zu gelangen. Wie segerade aus der Emscher-Lip- hen Sie die Situation und
pe-Region, der Druck erhöht welche Chancen rechnen Sie
werden
beziehungsweise sich aus, als erste Frau in
Aber es hat doch im Vorfeld noch mehr erhöht werden. Haltern Chefin des RathauGespräche gegeben?
Ich weiß, dass die Abgeordne- ses zu werden?
Einzelne, inoffizielle Ge- ten schon sehr rege sind, aber
Ich bin keine Quotentante,
spräche, da werden dann offensichtlich reicht dies noch das müsste unsere Gesellaber nur die punktuell Betrof- nicht, um entsprechend zu schaft eigentlich regeln könfenen eingeladen. Ich überzeugen.
nen. Wenn die Herren das alwürde mir vorstelUm wieder Gestaltungs- lerdings anders regeln könlen, es wie in Her- möglichkeiten in der Stadt zu nen, dann tun sie es auch.
ten zu machen, bekommen, um ein Projekt Deshalb brauchen wir doch
wo das „Große „Der See schlägt Wellen“, was eine Quote.
Forum“ in Pla- ich eigentlich wunderbar finMan überlegt sich schon,
nung ist. Es gibt de, fortsetzen
als Chefin ins
dort einen In- und zu Ende
Rathaus einWir hören doch heute
vestor, der hat führen
zu von vielen Bürgern: „Die
ziehen zu woldrei Bürgerge- können. Wir machen doch sowieso, was len. Ich habe
sprächsverfahhaben
am
mir die Strukren öffentlich Hotel
See- sie wollen.“ Das ist
turen auf der
abgehalten und stern
drin- schlimm. Da differenziert
Ebene
der
der Bürger auch nicht, ob
hat mit den genden
HauptverwalBürgern disku- Handlungs- es die Verwaltung oder die tungsbeamten
tiert.
bedarf.
angeschaut
Politik ist, ob „die“ rot,
Er hat VorAußerdem grün oder kariert sind. Das und
wenn
schläge ange- brauchen wir
man sich die
sind
alles
immer
,Die‘.
Das
nommen und eine bessere
Ebenen
anseine Vorstel- Wirtschafts- ist ein Stück weit Verdros- sieht,
muss
senheit, die man aufbrelungen zumin- förderung,
man
schon
dest in Teilen um neue Be- chen muss.«
lange suchen,
korrigiert.
triebe
und
bevor man eiDies führt zu Arbeitsplätze
ne Frau in vermehr Akzeptanz anzusiedeln und letztendlich antwortungsvoller Position
von politischen mehr Geld in die Stadtkasse findet. Da ist Haltern ein
Entscheidungen zu bekommen durch Gewer- Stück weit hinter‘m Mond.
und zu einer besteuern.
Aber vielleicht ist es gerade
Wertschätzung
Es macht Haltern als Stand- deshalb richtig, durch eine
dessen,
was ort auch attraktiv, wenn man Kandidatur zu zeigen, dass
dann passiert. hier nicht nur schlafen, son- sich Frauen das durchaus zuWir hören doch dern auch arbeiten kann. Ich trauen und alte Strukturen
heute von vie- sehe, dass wir große Gewer- aufbrechen wollen.
len
Bürgern: begebiete haben, aber innerIch habe keine Angst davor,
„Die
machen halb dieser zieht man nur um. im Rathaus unter die Räder
doch sowieso, was Ich glaube, man könnte Wirt- zu geraten. Wenn, dann hätte
sie wollen.“ Das ist schaftsförderung besser ma- ich eher großen Respekt daschlimm. Da diffe- chen, um neue Betriebe anzu- vor, dass man mit dem falrenziert der Bürger siedeln.
schen Parteibuch in dieses
auch nicht, ob es die
Rathaus einzieht. Ich glaube,
Verwaltung oder die Es gibt hier aber auch Resdass man das schon an der eiPolitik, ob die rot, triktionen wie den Landnen oder anderen Stelle spügrün oder kariert sind. schaftsschutz.
ren würde.
Das sind alles immer
Wir werden hier sicher kei,Die‘. Das ist ein Stück ne Industrie ansiedeln. Das Eine Frage zum Thema InkluDie SPD betont, dass sie
ganz nahe an den Bürgerinitiativen ist. Warum gibt es
so viele wie nie in den Jahren zuvor?
Die Neigung der Bürger,
sich nicht in Parteien, sondern in Initiativen zu engagieren, zumal bei persönlicher Betroffenheit, hat grundsätzlich zugenommen.
Man sieht dann auch gewissen Erfolg, wie bei Stuttgart 21 zum Beispiel, was
dann auch hyped. Gemeinsam gegen etwas anzugehen
oder für etwas zu sein, macht
ja auch stark.
Ich glaube, dass Kommunalpolitik so betrieben werden muss, dass sie zuerst
die Bürger befragt und
dann erst die Entscheidung
fällt. Hier komme ich zum
Projekt „Der See schlägt Wellen“. Der Rat beziehungsweise der Hauptausschuss haben
es letzte Woche beschlossen
und heute findet die Bürgerbeteiligung statt.
tig,
haben
noch eine Familie, da gibt es
keine Zeit mehr,
sich ehrenamtlich zu engagieren.
Was
Parteien außerdem merken ist, dass
früher der
Ortsverein
die Informationsbörse
schlechthi-
..................................................................................................................................................................................
Aus dem Leben der Bürgermeister-Kandidatin
L Beate Pliete (49) stammt gebürtig
bergsiedlung in einem Drei-Generabeiterin in sein Team.
tionen-Haus gemeinsam mit ihrer
L Seit 2009 ist Beate Pliete Mitglied
aus Haltern, absolvierte hier ihr AbiMutter.
des Rates. Für die SPD-Fraktion ist sie
tur und anschließend in Münster die
Sprecherin im „Ausschuss für GeneAusbildung zur medizinischen Assis- L Beruflich hat Beate Pliete nach einer Familienphase viele Jahre verantrationen und Soziales“ und
tentin.
L Verheiratet ist sie mit Ralf Sauerwortlich in einem Halterner Sportaußerdem ordentliches Mitglied im
bier-Pliete, gemeinsam haben sie
haus auf der Rekumer Straße gearHaupt- und Finanzausschuss. Seit viezwei Söhne, Julian (22) und Niklas
beitet. 2009 holte Bundestagsabgelen Jahren führt sie zudem die Ge(19). Beate Pliete wohnt in der Vogelordneter Michael Groß sie als Mitarschäfte der Fraktion.
L 1994 trat Beate Pliete in die SPD ein.
Viele Jahre war sie Vorsitzende des
Ortsvereins Holtwick, stellvertretende
Vorsitzende des SPD-Stadtverbandes,
Schatzmeisterin auf Kreisebene und
Mitglied des Landesparteirates. Aktuell vertritt die SPD-Vorsitzende die Interessen der hiesigen Region als Delegierte bei SPD-Bundesparteitagen.
sion. Die SPD fordert sie in
allen Schulformen und nicht
als Steigbügel für den Erhalt
der Hauptschule. Wie kann
das finanziert werden?
Das kann die Stadt Haltern
sicher nicht allein. Da muss es
vom Land und vom Bund Hilfen geben. Die SPD hat in ihrem jetzigen Regierungsprogramm stehen, dass sie das
Kooperationsverbot aufheben
will.
Dass eben auch der Bund
den Schulen vor Ort helfen
kann. Sonst geht der Weg ja
immer über das Land und
dann an die Kommune, weil
die Bildung Ländersache ist.
Außerdem muss man in längeren Zeitperioden denken.
mehr hat. Oder ob ich mir
nicht schon vorher über den
Schulentwicklungsplan zentral Gedanken mache, vielleicht auch noch mal in eine
andere Richtung zu denken.
So eine Bildungsdebatte muss
man völlig ideologiefrei führen.
Also wird das kein Wahlkampfthema?
Es würde dann ein Thema,
wenn die CDU sagen würde,
das kommt bei uns überhaupt
nicht in die Tüte. Wir wollen
unsere Hauptschule erhalten.
Und dann eine Sekundarschule oder eine Gesamtschule bilden?
Das muss man prüfen. Eine
Sekundarschule funktioniert
dann, wenn man ein Gymnasium als Kooperationspartner
hat, um die Oberstufe anbieten zu können. Aus diesem
Grund könnte man in Haltern
wunderbar eine Sekundarstufe einrichten. Ich glaube, das
würde unserer Bildungslandschaft ganz gut tun.
Wie stellen Sie sich dann die
Schullandschaft in Haltern
vor? Ein dreigliedriges
Schulsystem wie bisher?
Oder könnte es auch sein,
dass es eine Gesamtschule
oder eine Sekundarschule
gibt?
Da haben wir gute Beispiele im Münsterland, wo die
Gemeinden nicht unbedingt
SPD-affin, sondern CDU-re- Was gehört für sie zu einem
giert sind.
guten Tag?
Wo man, einfach um jeden
Ich war Anfang Juni mit
Abschluss in der Gemeinde meinem Mann 14 Tage auf
anbieten zu können, eine Se- Borkum. Wir konnten super
kundar- oder Gesamtschule lange spazieren gehen, ohne
eingerichtet hat, weil die Leu- dass einer von uns irgendwo
te ihre Kinder einfach nicht hin musste.
mehr zur Hauptschule schiDas war sehr schön, den
cken wollen.
Tag auf sich zukommen zu
Man unterstellt der SPD lassen, ohne schon genau zu
Haltern ja immer, dass wir die wissen, wo er denn endet.
hiesige Hauptschule kaputt Ansonsten bin ich ein sehr
reden wollen. Das liegt uns strukturierter Mensch und
absolut fern. Wir wissen, dass bin immer froh, wenn ich
die Lehrer eine super Arbeit meinen Plan habe.
machen, weil sie nicht nur für
die
Theorie
Gibt es noch
sorgen, sonMan unterstellt der SPD weitere Urdern auch da- Haltern ja immer, dass wir laubspläne
für, dass die die hiesige Hauptschule
für diese
Kinder PraktiJahr?
ka
machen kaputt reden wollen. Das
Nein,
den
können, dass liegt uns absolut fern. Wir Haupturlaub
die Schule mit wissen, dass die Lehrer ei- haben
wir
den Betrieben ne super Arbeit machen,
jetzt gemacht
vernetzt ist.
und
jetzt
haweil sie nicht nur für die
Doch
tat- Theorie sorgen, sondern
ben wir erst
sächlich sehen
einmal Bunwir, dass die auch dafür, dass die Kinder destagswahlAnmeldezah- Praktika machen können, kampf bis Seplen auch in dass die Schule mit den
tember.
unserer
Danach gibt´s
Betrieben vernetzt ist.«
Hauptschule
noch ein Worückläufig
chenende mit
sind,
weil
Fraktionsaustrotz der großen Bemühun- flug nach Wilhelmshaven.
gen der Hauptschule, es so Wir werden jetzt und danach
ist, dass viele Betriebe lieber intensiv an unserem Kommujemanden mit einem Real- nalwahlprogramm arbeiten,
schulabschluss einstellen. Ich das wir Ende des Jahres oder
glaube, das wird sich fortset- Anfang des neuen Jahres verzen.
abschieden wollen.
Dann muss man überlegen,
Danach ist dann Kommuob ich erst reagiere, wenn die nalwahlkampf und danach
Not so groß ist, dass die erst denken mein Mann und
Hauptschule keine ausrei- ich dann wieder über Urlaub
chenden
Anmeldezahlen nach.
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