Gestaltungsmöglichkeiten und Bedeutung des Marketings in Alten

Werbung
Gestaltungsmöglichkeiten und Bedeutung des Marketings in Alten- und Pflegeheimen
Autor
Michael Settgast
Institut
Angefertigt an der Fachhochschule Neubrandenburg
Erschienen Abgegeben am: 25.05.1998
Sonstiges
Diplomarbeit, Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit, Studiengang Pflege und Gesundheit
Betreuerin: Professorin Dr. Ilsabe Sachs
Inhaltsverzeichnis
Abkürzungs- und Symbolverzeichnis
Abildungsverzeichnis
Tabellenverzeichnis
1.Problemstellung, Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
2.Strukturelle Rahmenbedingungen für Alten- und Pflegeheime
2.1 Definition des Alten- und Pflegeheimes
2.1.1 Gesetzliche Definition
2.1.2 Betriebswirtschaftliche Klassifikation
2.2 Situation vor Inkrafttreten der Pflegeversicherung
2.3 Grundsätze der Pflegeversicherung
2.4 Aktuelle Situation
2.5 Charakteristika des Pflegemarktes
3.Grundlagen des Marketings in Alten- und Pflegeheimen
3.1 Begrifflichkeit
3.2 Besonderheiten von Dienstleistungen
3.3 Elemente des Marketingkonzeptes7
3.3.1 Strategisches Marketing
3.3.2 Operatives Marketing
3.3.3 Marketingkontrolle
3.4 Qualitätsmanagement
3.4.1 Qualitätsbegriff
3.4.2 Dimensionen der Dienstleistungsqualität
3.4.3 Intention des Qualitätsmanagements
3.4.4 Merkmale des Qualitätsmanagements
3.5 Erfolgsrelevante Zielgruppen
4. Mögliche Gestaltung des Marketings in Alten- und Pflegeheimen
4.1 Marketingsituationsanalyse
4.1.1 Unternehmensebene
4.1.2 Ebene des Umfeldes
4.1.3 Methoden der Informationsgewinnung
4.2 Marketingstrategien
4.2.1 Marktfeldstrategien
4.2.2 Präferenzstrategie
4.2.3 Kooperationsstrategie
4.3 Angebotspolitik
4.3.1 Pflegerisch-betreuerisches-Leistungsprogramm
4.3.2 Unterkunfts- und Verpflegungsprogramm
4.3.3 Beschäftigungs- und Veranstaltungsprogramm
4.3.4 Serviceleistungsprogramm
4.4 Distributionspolitik
4.5 Kontrahierungspolitik
4.6 Kommunikationspolitik
4.6.1 Öffentlichkeitsarbeit
4.6.1.1 Externe Öffentlichkeitsarbeit
4.6.1.2 Interne Öffentlichkeitsarbeit
4.6.2 Pressearbeit
4.6.3 Werbung
4.6.4 Soziosponsoring
4.7Qualitätsmanagement
4.7.1 Qualitätsbeauftragter
4.7.2 Qualitätsmanagementhandbuch
4.7.3 Qualitätszirkel
4.7.4 Vorgehensweise
5.Bestandsaufnahme des Marketings in Alten- und Pflegeheimen
5.1 Untersuchungsgegenstand und -methode
5.1.1 Ziele der Studie
5.1.2 Planung und Durchführung
5.1.3 Der teilstrukturierte Interviewleitfaden
5.1.4 Die befragten Alten- und Pflegeheime
5.2 Ergebnisdarstellung und Diskussion
5.2.1 Rahmenbedingungen
5.2.2 Marketingsituationsanalyse
5.2.3 Marketing-Mix
5.2.4 Marketingstrategien
5.2.5 Qualitätsmanagement
5.2.6 Zusammenarbeit mit den Pflegekassen
6.Fazit und Ausblick
Anhang
Literaturverzeichnis
Eidesstattliche Erklärung
Abkürzungs- und Symbolverzeichnis
Abb.
Abbildung
Abs.
Absatz
Bd.
Band
BMFSFJ
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
BSHG
Bundessozialhilfegesetz
bzw.
beziehungsweise
d. h.
das heißt
DIN
Deutsche Industrie Norm
DVöpF
Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge (Frankfurt/M.)
DZA
Deutsches Zentrum für Altersfragen (Berlin)
EDV
Elektronische Datenverarbeitung
EKD
Evangelische Kirche Deutschlands e. V. eingetragener Verein
f.
folgende
ff.
Fortfolgende
f&w
Führen und Wirtschaften im Krankenhaus
gGmbH
gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung
HeimG
Heimgesetz
Hrsg.
Herausgeber
ISO
International Organization for Standardization
KDA
Kuratorium Deutsche Altershilfe (Köln)
KLR
Kosten-Leistungs-Rechnung
km
Kilometer
km2
Quadratkilometer
ku
Krankenhaus Umschau
Marketing ZFP
Marketing Zeitschrift für die Praxis
MDK
Medizinischer Dienst der Krankenversicherung
§
Paragraph
§§
Paragraphen
PBV
Pflege-Buchführungsverordnung
PDCA-Zyklus
Plan-Do-Check-Act-Zyklus
%
Prozent
PR
Public Relations
S.
Seite
SGB XI
Sozialgesetzbuch elf ( Pflegeversicherungsgesetz)
SGB V
Sozialgesetzbuch fünf (Gesetzliche Krankenversicherung)
Tab.
Tabelle
TQM
Total Quality Management
u.
und
u. a.
und andere
u. U.
unter Umständen
UWG
Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb
Verl.
Verlag
vgl.
vergleiche
z. B.
zum Beispiel
ZfB
Zeitschrift für Betriebswirtschaft
zfo
Zeitschrift Führung und Organisation
ZögU
Zeitschrift für öffentliche und gemeinnützige Unternehmen
z. Z.
zur Zeit
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Marketing als Managementprozeß
Abb. 2: Zielgruppen des Heim-Marketings
Abb. 3: Sind Marketingfortbildungen für die Zukunft geplant?
Abb. 4: Wurde bereits die Marketingsituation erforscht?
Abb. 5: Werden Zusatzleistungen angeboten?
Abb. 6: Implementierungsstand der Unternehmensphilosophie
Abb. 7: Stehen Sie in Kooperation mit anderen Anbietern von Pflegeleistungen?
Abb. 8: Dienstleistungszentrum Alten- und Pflegeheim
Tabellenverzeichnis
Tab. 1: Unterscheidung der Alten- und Pflegeheime anhand der Trägerschaft
Tab. 2: Möglichkeiten des strategischen Handelns
Tab. 3: Mögliche Fragen an Heimbewohner zur Beurteilung der wahrgenommenen Qualität
Tab. 4: Produkt-Markt-Matrix nach ANSOFF
Tab. 5: Veranstaltungsangebote
Tab. 6: Positives und negatives Heimklima
Tab. 7: Trägerschaft der befragten Alten- und Pflegeheime
Tab. 8: Rechtsform der befragten Alten- und Pflegeheime
1. Problemstellung, Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
Angesichts des stetigen gesellschaftlichen Wandels und der sich dadurch bedingt rasch ändernden
Marktbedingungen ist es seit geraumer Zeit für erwerbswirtschaftliche Unternehmen eine Selbstverständlichkeit,
Marketing zu implementieren und bewußt zu gestalten. Eine meist hohe Konkurrenzintensität sowie ein
ausgeprägter Wettbewerb um die Akzeptanz und das Vertrauen der Kunden zwingen den Profit-Bereich
generell dazu, sich marktorientiert zu verhalten bzw. auf die Bedürfnisse des relevanten Marktes einzustellen
und sich gegenüber der Konkurrenz zu profilieren. Zur Erhaltung und zum Ausbau einer sicheren Marktposition,
verbunden mit der Realisation des wirtschaftlichen Erfolges, ist ein systematisches und offensives Marketing als
funktionsübergreifende Denk- und Handlungsweise unerläßlich. Es bedeutet in der Regel eine aktive
Existenzsicherung.
In Alten- und Pflegeheimen, als Anbieter von sozialen Dienstleistungen in einem durch den Staat stark
reglementierten Markt ein mehr oder weniger typisches Beispiel für Non-profit-Unternehmen, bestand bis Mitte
1996 nur selten Anlaß, sich über einen möglichen Nachfragerückgang und damit über das Thema Marketing
Gedanken zu machen. Von dem vereinzelten und geringfügigen Wettbewerb zwischen zwei vergleichbaren
Einrichtungen abgesehen, gab es keine Konkurrenz für das einzelne Alten- und Pflegeheim. Der stationäre
Altenhilfesektor war ein Anbietermarkt mit recht stabilen und überschaubaren Bedingungen, gekennzeichnet
durch Nachfragekontinuität, Absprachen zwischen den Heimen, hohe Markteintrittsbarrieren für neue,
insbesondere gewerbliche Anbieter und weitestgehende Übernahme der Kosten durch die Sozialleistungsträger
(vgl. PANTENBURG, 1996, S. 22).
Mit dem Inkrafttreten der zweiten Stufe der Pflegeversicherung am ersten Juli 1996 mußten sich die Alten- und
Pflegeheime auf deutlich veränderte Rahmenbedingungen einstellen. Die eingeführten gesetzlichen Reformen
fördern, basierend auf den Grundsätzen der Wettbewerbsneutralität und der Marktöffnung, den Wettbewerb und
lassen diesen ausdrücklich zu (vgl. KLIE, 1996, S. 82). Dieses Abrücken von einer restriktiven Bedarfsdeckung
in Richtung "mehr Markt" hat zur Folge, daß weitere, in erster Linie gewerblich ausgerichtete Anbieter auf einen
zunehmend wettbewerbsorientierten Markt drängen und in Konkurrenz zu den bereits etablierten Einrichtungen
treten. Wie in anderen Dienstleistungssektoren auch gelten zunehmend Marktverhältnisse, die sich mit
Preiskonkurrenz, Versuchen, über Dumping Marktanteile zu gewinnen, unlauteren Wettbewerb und ähnlichen
Erscheinungen beschreiben lassen. Es vollzieht sich ein tiefgreifender Wandel von einem Anbieter- zu einem
Nachfragermarkt. Nicht mehr die in hoher Konkurrenzintensität stehenden stationären Pflegeeinrichtungen,
sondern die Kunden1 bzw. die alten und pflegebedürftigen Menschen, die die Wahl zwischen verschiedenen
Leistungsanbietern haben, sind in der stärkeren Verhandlungsposition (vgl. BRUNS, 1996, S. 31 ;
PANTENBURG, 1996, S. 22). Vor diesem Hintergrund wird die zentrale Bedeutung des Marketings für das
Alten- und Pflegeheim als einem wesentlichen Bestandteil der Unternehmenspolitik recht deutlich.
Versorgungsverträge mit den Pflegekassen als Hauptfinanzierungsträger gewährleisten heute keine
kontinuierliche Auslastung der Heimkapazitäten bzw. -belegung mehr. Das Unternehmen Alten- und Pflegeheim
ist gefordert, unter Berücksichtigung der Chancen und Risiken des Pflegemarktes und einer stets
konkurrenzbezogenen Analyse der eigenen Stärken und Schwächen, innovative Marktstrategien zu entwickeln
und Erfolgspotentiale frühzeitig am Absatzmarkt zu erkennen, aufzubauen, auszuschöpfen und langfristig zu
sichern. Dabei kommt es darauf an, potentielle Kunden, also in erster Linie Pflegebedürftige und ihre
Angehörigen, mit einem deren Bedürfnissen und Wünschen entsprechenden sowie zeitgemäßen Angebot als
kompetenter Dienstleister zu überzeugen und sich gegenüber den Mitbewerbern am Pflegemarkt
durchzusetzen. Mit Blick in die Zukunft müssen Alten- und Pflegeheime ihr Dienstleistungsangebot zu einem
Erfolgsfaktor werden lassen, um eine dauerhafte Positionierung und Profilierung im Pflegemarkt realisieren zu
können. Ohne umfassende Marketingaktivitäten, verbunden mit effizienten Betriebsstrukturen und anerkannter
Dienstleistungsqualität, erscheint künftig die Sicherung der Unternehmensexistenz fast unmöglich.
1 Im Rahmen dieser Arbeit wird der Begriff „Kunden“ synonym für Heimbewohner und andere Zielgruppen und
damit aufgrund der betriebswirtschaftlichen Orientierung ein erweiterter Kundenbegriff verwendet, d. h., es wird
zwischen externen und internen Kunden unterschieden. Zudem werden alte und pflegebedürftige Menschen
zwar einerseits als die wichtigste Kundengruppe angesehen, andererseits stellen sie nur einen Teil der Kunden
des Alten- und Pflegeheimes dar (siehe auch Abschnitt 3.5, „Erfolgsrelevante Zielgruppen“).
Ausgehend von der grundsätzlichen Überlegung, daß Marketing geeignet ist, die Existenz eines Unternehmens,
und damit auch eines Alten- und Pflegeheimes, am Markt zu sichern, ist es das primäre Ziel dieser Arbeit,
Möglichkeiten der Gestaltung des Marketings anhand ausgewählter Instrumente, die eine effiziente Auslastung
der Heimkapazitäten gewährleisten und fördern sowie die Position im Pflegemarkt stärken können, aufzuzeigen.
Hierbei können nicht Patentlösungen für eine einzelne Einrichtung präsentiert, sondern vielmehr allgemeine
Gestaltungsmöglichkeiten des Marketings in Alten- und Pflegeheimen dargestellt werden. Auf der Basis dieser
theoretischen Erkenntnisse ist zudem beabsichtigt, mittels einer explorativen Studie ( Siehe auch Abschnitt
5.1.1, „Ziele der Studie“.) den Ist-Zustand des Marketings in Alten- und Pflegeheimen zu erfassen und unter
Beachtung der abzusehenden Entwicklungen des Pflegemarktes Schwachstellen zu ermitteln, die sich in der
Zukunft nachteilig für das Behaupten im Wettbewerb erweisen könnten.
Dieser Einleitung folgt das zweite Kapitel mit einer Beschreibung der strukturellen Rahmenbedingungen für
Alten- und Pflegeheime. Hierbei geht es darum, das Alten- und Pflegeheim zu definieren sowie die Situation für
die Heime vor und nach Inkrafttreten der Pflegeversicherung zu erläutern.
Es schließt sich im dritten Kapitel die Darstellung der Grundlagen des Marketings in Alten- und Pflegeheimen
bezogen auf die Definition des Marketingbegriffes, die Erläuterung der Merkmale von sozialen Dienstleistungen
und die Beschreibung der Elemente des Marketingkonzeptes an. Hier werden ebenfalls der Zusammenhang
zwischen Marketing und Qualitätsmanagement aufgezeigt und die Zielgruppen der Marketingaktivitäten
benannt.
Im Rahmen des vierten Kapitels, das zugleich den Schwerpunkt der Arbeit bildet, wird anhand elementarer
Instrumente des Marketingkonzeptes die mögliche Gestaltung des Marketings unter Berücksichtigung der
aktuellen und zu erwartenden Bedingungen des Pflegemarktes erläutert.
Der empirische Teil der Arbeit (Fünftes Kapitel) führt mittels eines an einem teilstrukturierten Leitfaden
orientierten Experteninterviews zu Erkenntnissen über das Marktverhalten einzelner Alten- und Pflegeheime.
Vor dem Hintergrund der Marktbedingungen und sich abzeichnender Marktentwicklungen werden Defizite und
Schwachstellen der Marketingaktivitäten deutlich.
Im sechsten und abschließenden Kapitel erfolgt eine Zusammenfassung der wichtigsten empirischen und
theoretischen Ergebnisse und Erkenntnisse dieser Arbeit. Die prognostizierte strukturelle Entwicklung im
Pflegemarkt und die damit verbundenen Auswirkungen auf das Marketing im Alten- und Pflegeheim werden
Bestandteil des Ausblicks sein.
2.Strukturelle Rahmenbedingungen für Alten- und Pflegeheime
Zunächst wird die Einrichtung Alten- und Pflegeheim aus gesetzlicher und betriebswirtschaftlicher Sicht
definiert. Anschließend werden die Eckpunkte des bis zum 30. Juni 1996 gültigen Systems skizziert sowie die
Grundsätze der seit diesem Zeitpunkt gültigen Pflegeversicherung und die mit der Einführung dieses Gesetzes
verbundenen Veränderungen des unternehmerischen Umfeldes der Alten- und Pflegeheime dargestellt. Den
Abschluß bildet die Beschreibung der Charakteristika des Pflegemarktes.
2.1 Definition des Alten- und Pflegeheimes
2.1.1 Gesetzliche Definition
Unter einem Heim sind per Legaldefinition nach § 1 des Heimgesetzes (HeimG) Einrichtungen zu verstehen,
"die zum Zwecke der nicht nur vorübergehenden Unterbringung von alten Menschen sowie pflegebedürftigen
oder behinderten Volljährigen entgeltlich betrieben werden und in ihrem Bestand von Wechsel und Zahl ihrer
Bewohner unabhängig sind. Die Unterbringung ... umfaßt neben der Überlassung der Unterkunft die
Gewährung oder Vorhaltung von Verpflegung und Betreuung" (VOLLMER, 1994, S. 2). Des weiteren
bezeichnet das Bundessozialhilfegesetz (BSHG) Alten- und Pflegeheime als Anstalten, Heime oder gleichartige
Einrichtungen, die der Pflege, der Behandlung oder sonstigen Hilfe dienen (vgl. §§ 97 Abs. 4 und 100 Abs. 1).
Etwas ausführlicher definiert das Pflegeversicherungsgesetz (SGB XI) in § 71 Abs. 2 für seinen
Geltungsbereich stationäre Pflegeeinrichtungen bzw. Pflegeheime als "selbständig wirtschaftende
Einrichtungen, in denen Pflegebedürftige:
1. unter ständiger Verantwortung einer ausgebildeten Pflegefachkraft gepflegt werden,
1. ganztägig (vollstationär) oder nur tagsüber oder nur nachts (teilstationär) untergebracht und verpflegt werden
können" (KLIE, 1996, S. 299).
Zur deutlicheren Abgrenzung von anderen Einrichtungen wird unter Abs. 4 in diesem Paragraphen weiter
ausgeführt, daß "stationäre Einrichtungen, in denen die medizinische Vorsorge oder Rehabilitation, die
berufliche oder soziale Eingliederung, die schulische Ausbildung oder die Erziehung Kranker oder Behinderter
im Vordergrund des Zweckes der Einrichtung stehen, sowie Krankenhäuser keine Pflegeinrichtungen im Sinne
des Absatzes 2 sind" (KLIE, 1996, S. 300).
Demnach ist ein Altenheim darauf ausgerichtet, alten bzw. älteren Menschen, die nicht im Sinne des SGB XI3
pflegebedürftig sind und lediglich keinen eigenen Haushalt führen (können), Wohnraum, Verpflegung und
Betreuung zu gewährleisten. Das Pflegeheim dagegen dient der umfassenden Pflege, Versorgung und
Betreuung pflegebedürftiger Menschen und chronisch Kranker (vgl. DVöpF, 1992, S. 12 - 14).
3Der Begriff der Pflegebedürftigkeit wird in § 14 SGB XI, die Stufen der Pflegebedürftigkeit in § 15 SGB XI
erläutert (vgl. KLIE, 1996, S. 122/123 und 133/134).
2.1.2 Betriebswirtschaftliche Klassifikation
Aus betriebswirtschaftlicher Sicht stellt sich zunächst die Frage, welchem Typ von Einzelwirtschaften die Altenund Pflegeheime zugeordnet werden können. Auf den ersten Blick wird deutlich, daß Heime die
systemindifferenten Kriterien eines Betriebes erfüllen, da sie unter Beachtung der Wirtschaftlichkeit und über
eine zielorientierte und planmäßige Kombination von Produktionsfaktoren soziale Dienstleistungen erstellen.
Zudem müssen sie darauf achten, daß sie ihren Zahlungsverpflichtungen fristgerecht nachkommen können
(Prinzip des finanziellen Gleichgewichtes), um die Existenz nicht zu gefährden (vgl. WÖHE, 1996, S. 5).
Die genauere Betrachtung zeigt, daß ebenfalls die Merkmale eines Unternehmens zutreffen. Alten- und
Pflegeheime erbringen gegen ein Entgelt in Form der Pflegesätze ihre pflegerischen und betreuerischen
Dienstleistungen zum Nutzen von Dritten, d. h., die Adressaten des Outputs sind in erster Linie die Bewohner
(Fremdbedarfsdeckung). Hierbei entscheiden sie im Rahmen der geltenden Gesetze eigenverantwortlich
beispielsweise über den Einsatz ihrer Ressourcen, die Kalkulation der Einnahmen oder ihre
Organisationsstrukturen (Autonomieprinzip), um dem Auftreten von Verlusten adäquat entgegenzuwirken bzw.
das Markt- und Konkursrisiko zu bewältigen (vgl. BEA u. a., 1992, S. 23 - 25).
Eine andere Möglichkeit, das Unternehmen Alten- und Pflegeheim zu beschreiben, bietet die Unterscheidung
nach öffentlicher, freigemeinnütziger oder privater Trägerschaft. Öffentliche Alten- und Pflegeheime werden in
der Regel von einer kommunalen Gebietskörperschaft oder einer sonstigen Körperschaft des öffentlichen
Rechts getragen. Freigemeinnützige Heime werden dagegen von religiösen, kirchlichen, humanitären oder
sozialen Vereinigungen, Verbänden oder Stiftungen betrieben, während private Alten- und Pflegeheime von
privaten Trägern in privater Rechtsform geführt werden. Für alle drei gelten die gemeinsamen Formalziele
"Substanzerhaltung" und "Liquidität". Für die öffentlichen und freigemeinnützigen Alten- und Pflegeheimen gilt
darüber hinaus das Prinzip der Eigen- bzw. Gemeinwirtschaftlichkeit und Kostendeckung. Bei privaten Heimen
kommt hingegen das erwerbswirtschaftliche Prinzip und damit die Gewinnerzielungs- und Rentabilitätsmaxime
hinzu (vgl. BEA u. a., 1992, S. 28/29 und 358 ff. ; SCHIERENBECK, 1995, S. 22 - 35 ; WÖHE, 1996, S. 374 ff.).
Einen Überblick über die wesentlichen Unterscheidungskriterien vermittelt die folgende Tabelle:
Tab. 1: Unterscheidung der Alten- und Pflegeheime anhand der Trägerschaft
Öffentliche
Alten-/ Pflegeheime
Freigemeinnützige
Alten-/ Pflegeheime
Private
Alten-/ Pflegeheime
Kapitaleigentum
Gemeineigentum
Eigentum von Teilen der
Gesellschaft
Privateigentum
Formalziele
Substanzerhaltung
Liquidität
Kostendeckung
Substanzerhaltung
Liquidität
Kostendeckung
Substanzerhaltung
Liquidität
Gewinnerzielung
Anzahl der Heime
1.114
4.563
2.576
Anteil an
Gesamtzahl der
Heime in %
13,5
55,3
31,2
119.106
409.320
133.205
18,0
61,9
20,1
Bewohnerplätze in
Heimen
Anteil an
Gesamtzahl der
Plätze in %
Quelle der numerischen Daten: BMFSFJ, 1996, Heimstatistik (Heime nach § 1 Abs. 1
HeimG, Stand: 30.06.1996)
Ein weiteres relevantes Kriterium stellt die Betrachtung der Zugehörigkeit der Heime zum Profit- oder Non-ProfitBereich dar. Alten- und Pflegeheime übernehmen die öffentliche Aufgabe der Pflege und Betreuung hilfe- bzw.
pflegebedürftiger Menschen. Die durch sie erbrachten sozialen Dienstleistungen kommen der gesamten
Gesellschaft zugute und dienen dem Gemeinwohl. Das Unternehmen Heim agiert somit auf einem sozial
ausgerichteten Markt, dem sogenannten Gesundheits- bzw. Pflegemarkt. Im Gegensatz zu anderen Märkten
greift hier der Staat von außen reglementierend ein, um eine kontinuierliche, sozial verträgliche Versorgung der
Hilfe- und Pflegebedürftigen zu gewährleisten. Hieraus folgt, daß Alten- und Pflegeheime, unabhängig von ihrer
Unternehmensform, keine "Markt-Preise" für ihre Pflegeleistungen erzielen können, sondern sich fast
ausschließlich über im Rahmen von Pflegesatzverhandlungen festgelegten Vergütungen bzw.
Leistungsentgelten nach dem Äquivalenzprinzip finanzieren müssen (vgl. KLIE, 1996, S. 65). Private,
gewerbliche Pflegeeinrichtungen sind somit nicht in der Lage, ihr Formalziel der Gewinnmaximierung in der
Form zu verwirklichen, wie dies ein privates Unternehmen auf einem "freien" Markt vermag (z. B. Autoindustrie).
Demgegenüber müssen sich öffentliche und freigemeinnützige Heime, die zwar die formale Zielsetzung der
Kostendeckung verfolgen, mehr in Richtung eines Profit-Centers bewegen, um dem nach Einführung der
Pflegeversicherung steigenden Kostendruck und der zunehmenden Konkurrenzintensität standhalten zu
können4. Infolgedessen können Alten- und Pflegeheime sowohl dem Profit- als auch dem Non-Profit-Bereich
zugeordnet werden. Tendenziell jedoch lassen sie sich dem Non-Profit-Bereich zuordnen, da sie ihre
Dienstleistungen aufgrund der durch den Gesetzgeber vorgenommenen Einschränkungen in einem "QuasiMarkt" anbieten und erbringen (vgl. BRUNS, 1996, S. 31).
4 Eine genaue Beschreibung der Marktverhältnisse findet sich unter den Abschnitten 2.4 und 2.5.
2.2 Situation vor Inkrafttreten der Pflegeversicherung
Bis zum Inkrafttreten der zweiten Stufe der Pflegeversicherung am ersten Juli 1996 bildete in erster Linie das
Sozialhilferecht neben dem Heimgesetz und dessen Folgeverordnungen den Handlungsrahmen für die Altenund Pflegeheime. Das BSHG regelte die grundsätzlichen Aspekte, für die Organisation und Umsetzung waren
die einzelnen Bundesländer mit ihren nachgeordneten Verwaltungen als überörtlicher Sozialhilfeträger und die
kreisfreien Städte bzw. Landkreise als örtlicher Sozialhilfeträger in Selbstverwaltung verantwortlich (vgl. §§ 9, 96
ff. BSHG, "Träger der Sozialhilfe"). Daraus folgte zwangsläufig, daß keine einheitlichen Strukturen im Bereich
der stationären Altenhilfe existieren.
Die Bedarfsplanungen des vorzuhaltenden Angebotes an stationären Plätzen und Einrichtungen wurden auf
örtlicher oder überörtlicher Sozialhilfeträgerebene unter Einbezug der Verbände der freien Wohlfahrtspflege
vorgenommen (vgl. § 10 Abs. 2 bis 5 BSHG, "Verhältnis zur freien Wohlfahrtspflege"). Diese symbiotische
Beziehung führte dazu, daß keine beachtenswerte Konkurrenzsituation aufkam. Neue, gewerbliche Anbieter
konnten sich in der Regel nur vereinzelt und mit Schwierigkeiten auf dem "Markt" etablieren.
Die Verhandlung der Pflegesätze erfolgte zunächst zwischen den Vertretern der Sozialhilfeträger (z. B.
Landeswohlfahrtsverband) und denen der Verbände der freien Wohlfahrtspflege. An den in diesen
Verhandlungen auf der Basis des Selbstkostendeckungsprinzips erzielten Pflegesatzvereinbarungen für den
sozialhilfeabhängigen Bereich wurde sich im weiteren sowohl bei der Festlegung der Entgelte für Selbstzahler
als auch bei den Einzelverhandlungen mit kommunalen und gewerblichen Heimen orientiert (vgl.
PANTENBURG, 1996, S. 104). Mit der Novellierung des Bundessozialhilfegesetzes beabsichtigte der
Gesetzgeber Mitte 1994, über die Einführung von leistungsgerechten Entgelten Anreize zur Kosteneinsparung
und Wirtschaftlichkeit zu setzen. Zudem wurden die Vertragsparteien dazu verpflichtet, Regelungen zur Prüfung
der Wirtschaftlichkeit und Qualität der Leistungen festzulegen (vgl. § 93 Abs. 2 BSHG).
Diese Abkehr vom Selbstkostendeckungsprinzip bedeutete gleichzeitig, daß die Pflegesätze prospektiv für das
folgende Jahr ausgehandelt und Gewinne und Verluste nicht mehr ausgeglichen werden sollten (vgl. § 93 Abs.
3 BSHG). Entgegen der Intention des BSHG wurde zwischen den Vertragsparteien überwiegend nach dem
Prinzip der Budgetdeckelung eine jährliche Steigerungsrate für Pflegesätze (gedeckelte
Pflegesatzvereinbarung) vereinbart, die normalerweise nicht überschritten werden durfte (vgl. PANTENBURG,
1996, S. 105). Grundsätzlich erfolgte die Finanzierung öffentlicher und freigemeinnütziger Heime nach dem
dualen Prinzip, die gewerblicher Heime nach dem monistischen. Bei Erstgenannten waren die Einnahmen über
die Pflegesätze für die Deckung der Betriebskosten bestimmt, Investitionen in Form von Bau- und
Sanierungsmaßnahmen wurden mit Hilfe von Zuschüssen der öffentlichen Hand finanziert. Gewerbliche Träger,
die keine Investitionszuschüsse erhalten, konnten dagegen in der Regel die höheren Eigen- bzw.
Fremdkapitalkostenanteile und höhere Abschreibungsbeträge im Pflegesatz verrechnen (vgl. PANTENBURG,
1996, S. 105).
Die Überwachung und Sicherstellung der Qualität in den Alten- und Pflegeheimen übernahm ausschließlich die
sogenannte Heimaufsicht auf der Grundlage des Heimgesetzes und dessen Folgeverordnungen
(Heimmindestbau-, Heimsicherungs-, Heimmitwirkungs-, Heimpersonalverordnung). In den
Zuständigkeitsbereich dieser kommunalen Behörde fallen sowohl die Erteilung der Betriebserlaubnis für private
bzw. gewerbliche und nicht verbandlich organisierte, gemeinnützige Einrichtungen als auch die regelmäßige
Prüfung und Besichtigung aller Heime (vgl. § 6 HeimG, "Erlaubnis" und § 9 HeimG, "Überwachung").
Mit dem Stichtag erster Juli 1996, dem Tag der Einführung der Pflegeversicherung, wurde für den Bereich der
Pflegeheime, wurde ein Großteil dieser bisherigen Regelungen aufgehoben und das System umfassend
restrukturiert 5.
5Altenheime und Altenwohnheime sind von diesen neuen Regelungen nicht betroffen, da sie nicht als
stationäre Pflegeeinrichtungen im Sinne des SGB XI gelten. Für diese Bereiche hat weiterhin vorwiegend das
BSHG und das Heimgesetz Gültigkeit
2.3 Grundsätze der Pflegeversicherung
Die Pflegeversicherung ist konzipiert als die fünfte Säule der gesetzlichen Sozialversicherung mit den
Pflegekassen als Träger, um den veränderten gesellschaftlichen und demographischen Bedingungen
Rechnung zu tragen. Sie verfolgt die grundsätzliche Intention, die Situation der Pflegebedürftigen zu verbessern
und ihnen ein weitgehend selbstbestimmtes und selbständiges Leben zu ermöglichen (vgl. § 2 Abs. 1 SGB XI).
Dies impliziert, daß der betroffene Personenkreis möglichst lange in seiner vertrauten häuslichen Umgebung
bleiben soll. Die Pflegebedürftigen verfügen dabei über ein ausdrückliches Wunsch- und Wahlrecht, zwischen
Einrichtungen und Diensten verschiedener Träger und unterschiedlichen Angeboten auswählen zu können.
Der Vorrang der häuslichen bzw. ambulanten Pflege vor der stationären Pflege stellt eines der wesentlichen
Ziele dieses Gesetzes dar. Dementsprechend gehen die Leistungen der teilstationären Pflege (Tages- oder
Nachtpflege) und der Kurzzeitpflege denen der vollstationären Pflege vor (vgl. § 3 SGB XI).
Ein weiteres wichtiges Ziel ist in dem festgeschriebenen Vorrang von Prävention und Rehabilitation zu sehen.
Da die Pflegekassen nicht selbst diese Leistungen gewähren, haben sie bei den zuständigen Leistungsträgern
darauf hinzuwirken, daß frühzeitig alle geeigneten Maßnahmen eingeleitet werden, um den Eintritt der
Pflegebedürftigkeit zu vermeiden und, im Falle der Pflegebedürftigkeit, diese zu überwinden, zu vermindern
sowie eine Verschlimmerung zu verhindern (vgl. §§ 5 und 31 SGB XI).
Zusätzlich verfolgt die Pflegeversicherung das Prinzip der Wettbewerbsneutralität und Marktöffnung. Dabei wird
allen stationären und ambulanten Pflegeanbietern, die die festgelegten Anforderungen zur Qualität,
Leistungsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit erfüllen (vgl. § 71 SGB XI, "Pflegeeinrichtungen"), ein Rechtsanspruch
auf die Zulassung als Pflegeheim bzw. Pflegedienst zum Markt der Pflegeleistungen zugesichert (vgl. § 72 Abs.
3 SGB XI, "Zulassung zur Pflege durch Versorgungsvertrag"). Auf bedarfssteuernde, dirigistische Elemente wird
somit zugunsten von marktwirtschafts- und wettbewerbsorientierten Steuerungsinstrumenten verzichtet, mit der
Folge, daß die Zulassung als vollstationäre Pflegeeinrichtung nicht weiter von einer örtlichen Bedarfsprüfung
abhängig ist und die freigemeinnützigen Träger ihrer exponierten Stellung enthoben worden sind. Da die
Pflegekassen ebenfalls dem Grundsatz der Subsidiarität verpflichtet sind, haben öffentliche Träger allerdings
nur einen Zulassungsanspruch, wenn freigemeinnützige und private Anbieter nicht in ausreichender Zahl in das
plural zu gestaltende Versorgungssystem integriert werden können (vgl. §§ 11 Abs. 2 und 72 Abs. 3 SGB XI).
2.4 Aktuelle Situation
Infolge der Einführung der Pflegeversicherung ist das Umfeld, auf das sich ein Alten- und Pflegeheim einstellen
muß, wesentlich komplexer geworden. Die Verantwortlichkeit bzw. Federführung für den gesamten Pflegesektor
verschiebt sich zum größten Teil von den Sozialhilfeträgern zu den Pflegekassen, die als dominierender
Finanzierungsträger (Die Gruppe der Finanzierungsträger setzt sich aus Pflegekassen, Krankenkassen,
Sozialhilfeträgern und Selbstzahlern zusammen) über weitreichende Kompetenzen sowohl bei der Auswahl und
Kontrolle der Anbieter als auch bei den Pflegesatzvereinbarungen verfügen. Statt einzelner örtlicher bzw.
überörtlicher Sozialhilfeträger zeigen sich primär die Landesverbände der Pflegekassen für die Gestaltung der
Angebotsstrukturen und der Finanzierung der Pflegeleistungen verantwortlich.
Dieser starke Einfluß zeigt sich beispielsweise anhand der Rahmenverträge, die auf Landesebene von den
Landesverbänden der Pflegekassen mit den Vereinigungen der Träger der Einrichtungen abgeschlossen
werden. In diesen Rahmenverträgen gemäß § 75 SGB XI werden sowohl der Inhalt der Pflegeleistungen
definiert, Maßstäbe und Grundsätze für die personelle Ausstattung festgelegt, örtliche und regionale
Einzugsbereiche der Pflegeeinrichtungen formuliert als auch Prüfrechte hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit und
der Qualitätssicherung vereinbart. Die Folge ist, daß die Pflegekassen insbesondere bei der Verhandlung der
Pflegesätze eine starke Position einnehmen, da diese institutionellen Nachfrager auf umfangreiche
Informationen hinsichtlich Leistungen, Qualität und Höhe der Leistungsentgelte aller Einrichtungen und damit
auf eine größere Transparenz zurückgreifen können (vgl. PANTENBURG, 1996, S. 159).
In diesem Zusammenhang sind die Pflegeeinrichtungen gemäß § 80 SGB XI dazu verpflichtet, eine
kontinuierliche Qualität bei den Pflegeleistungen zu erbringen und sich an internen und externen Maßnahmen
zur Qualitätssicherung, zum Beispiel in Form von Qualitätszirkeln, Zertifizierungsmaßnahmen und kommunalen
Qualitätskonferenzen, zu beteiligen. Unabhängig von den bisherigen Qualitätssicherern, der Heimaufsicht, den
Krankenkassen und den Sozialhilfeträgern, nimmt somit die Pflegekasse ebenfalls Aufgaben der
Qualitätskontrolle wahr und prüft die Einhaltung der Grundsätze und Maßstäbe zur Qualität und
Qualitätssicherung (vgl. KLIE, 1996, S. 28/29).
Mit der Pflegeversicherung wird das Finanzierungssystem umgestaltet und differenzierter aufgebaut, als dies
über den mehr oder weniger pauschalen Pflegesatz der Sozialhilfeträger der Fall gewesen ist. Während die
Investitionskosten nach dem Grundsatz der dualen Finanzierung überwiegend durch die Länder zu fördern sind
(vgl. § 9 SGB XI), decken die zugelassenen Pflegeheime ihre laufenden Betriebskosten getrennt nach
Pflegeleistungen, Unterkunft und Verpflegung (Hotelkosten) und den sogenannten Zusatzleistungen (vgl. § 82
Abs. 1 SGB XI). Die Höhe der leistungsgerechten Entgelte für die beiden erstgenannten Leistungskomplexe
werden in der prospektiv abzuschließenden Pflegesatzvereinbarung fixiert. In diesem Zusammenhang sieht das
Gesetz ebenso wie das novellierte BSHG weder einen Gewinn- noch einen Verlustausgleich vor (vgl. §§ 84 und
85 SGB XI). Für die Kosten der Unterkunft und Verpflegung hat der Heimbewohner aufzukommen, in
begründeten Fällen übernimmt der Sozialhilfeträger einen Teil. Da die Pflegeversicherung nicht das gesamte
Pflegerisiko abdeckt, sondern nur den durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK)
festgestellten Bedarf an Grundleistungen, hat der Bewohner Zusatzleistungen im Sinne besonderer
Komfortleistungen bei Unterkunft und Verpflegung sowie zusätzliche pflegerisch-betreuende Leistungen selbst
zu zahlen (vgl. § 88 SGB XI). Die Definition der Zusatzleistungen gestaltet sich jedoch für die Pflegeheime recht
schwierig, da die Verhandlungen über die Rahmenverträge nach § 75 SGB XI noch nicht beendet worden sind,
so daß aufgrund der fehlenden eindeutigen Abgrenzung der Leistungskomplexe die meisten Einrichtungen auf
diese zusätzliche Einnahmequelle derzeit verzichten 7 .
7 Das Leistungsangebot und die Leistungsbedingungen müssen den Landesverbänden der Pflegekassen und
den überörtlichen Sozialhilfeträgern nur mitgeteilt werden.
Während der Wettbewerb zwischen den Heimen bis Mitte 1996 aufgrund vielfältiger Angebotsregulierungen
größtenteils unterdrückt worden ist, zeichnet sich nach der Reduktion der Markteintrittsbarrieren eine
Intensivierung der Wettbewerbssituation mit umfangreichen Folgen für den stationären Altenhilfesektor ab. Das
Abrücken von der bisherigen Bedarfsdeckung und die Bewegung in Richtung "mehr Markt" hat dazu geführt,
daß weitere, in erster Linie gewerbliche Anbieter auf einen zunehmend wettbewerbsorientierten Markt drängen
und in Konkurrenz zu den bereits existierenden Einrichtungen treten. Gleiches gilt auch für eine Reihe von
Krankenhäusern, die ihre unausgelasteten Kapazitäten in Pflege- und geriatrische Rehabilitationsabteilungen
umstrukturieren (vgl. DREWES, 1993, S. 428 ; PANTENBURG, 1996, S. 162 ff.). Gleichzeitig nehmen mehr
Pflegebedürftige, als zu Beginn der Pflegeversicherung prognostiziert, die Geldleistungen in Anspruch (vgl.
KLIE, 1996, S. 12), so daß nun ein größerer Kreis an Pflegeeinrichtungen seine stationären Leistungen einer
bestenfalls konstanten Anzahl an potentiellen Kunden anbietet. Diese als dynamisch zu bezeichnende
Wettbewerbsintensität läßt zusammenfassend folgende Entwicklungen erwarten (vgl. PANTENBURG, 1996, S.
165):
●
●
●
●
●
Anstieg des Kostendrucks der Pflegekassen.
Auslastungsprobleme und Betriebsverluste durch hohe Fixkosten.
Zunehmende Zahl an Konkursen, insbesondere kleinerer Anbieter.
Etablierte, konventionelle Angebote infolge der sich ändernden Anforderungen zunehmend nicht mehr
zeitgemäß.
Ausdifferenzierung der Angebotsformen und des Marktes infolge des Wandels vom Anbieter- zum
Nachfragermarkt; wegen der Konkurrenz unterschiedlicher Dienstleistungen für gleiche Problemlagen
Abwanderungstendenzen weg von herkömmlichen hin zu zukunftsfähigen Leistungsangeboten.
2.5 Charakteristika des Pflegemarktes
Die anfänglichen vielfachen Befürchtungen, daß der Gesetzgeber über den Zwang zu mehr Wirtschaftlichkeit
und einem effizienteren Leistungsangebot die Implementierung eines vollkommenen Pflegemarktes
beabsichtige, erscheinen aufgrund der rechtlichen, organisatorischen und institutionellen Gegebenheiten
unbegründet. Entscheidende Marktbedingungen, wie beispielsweise der uneingeschränkte Austausch von
Gütern und Dienstleistungen als Voraussetzung eines Marktes von Pflegeleistungen, werden nicht erfüllt. Der
Pflege- bzw. Gesundheitsmarkt wird durch Steuerungsinstrumente wie Budgetlimitierung oder
Leistungsausgrenzung von außen reglementiert. Zudem existiert keine unmittelbare Anbieter-NachfragerBeziehung, sondern eine Dreiteilung. In den meisten Fällen werden Pflegeleistungen erst erbracht, wenn der
Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) das Vorliegen von Pflegebedürftigkeit attestiert hat.
Ähnlich verhält es sich bei der Vergütung der Leistungen. Der Bewohner bezahlt lediglich die Kosten für
Unterkunft und Verpflegung sowie die Versicherungsbeiträge, die Kosten für die Pflegegrundleistungen
übernimmt die Pflegekasse. Außerdem erhalten die Pflegeeinrichtungen statt "Markt-Preisen" in
Pflegesatzverhandlungen festgeschriebene Entgelte. Erschwerte Marktbedingungen resultieren des weiteren
daraus, daß die potentiellen Bewohner nur über sehr unzureichende Informationen über das PreisLeistungsverhältnis der in den einzelnen Heimen angebotenen Dienstleistungen verfügen (eingeschränkte
Konsumenten-Souveränität).
Von einem marktwirtschaftlichen Wettbewerb kann somit nicht gesprochen werden, zumal die Heime infolge
ihres Versorgungsvertrages weder aus Wettbewerbs- noch aus Preisgründen Leistungen ablehnen dürfen. Im
Gegensatz zu klassischen Unternehmen bzw. Dienstleistern agieren Alten- und Pflegeheime unter modifizierten
Marktbedingungen in einem "Quasi-Markt" (vgl. BRUNS, 1996, S. 31). Der Wettbewerb beschränkt sich
größtenteils auf nicht-marktliche Wettbewerbsparameter wie zum Beispiel die Qualität der Dienstleistungen. Die
Wettbewerbselemente der Pflegeversicherung haben dennoch bewirkt, daß der Kostendruck von Seiten der
Pflegekassen ansteigt und, daraus resultierend, daß die Erbringung der Leistungen (markt)wirtschaftlicher
ausgerichtet erfolgt (vgl. MEINERS/ALBERS, 1998, S. 48).
3. Grundlagen des Marketings in Alten- und Pflegeheimen
Im nachfolgenden Kapitel wird zunächst der Marketingbegriff eingegrenzt und definiert, danach erfolgt die Erläuterung
der Besonderheiten von sozialen Dienstleistungen. Anschließend werden zum besseren Verständnis die Elemente
des Marketingkonzeptes im Überblick dargestellt und der Bezug zum Qualitätsmanagements erläutert. Den
Abschluß bildet die Beschreibung der Zielgruppen der Marketingaktivitäten, die den Erfolg eines Alten- und
Pflegeheimes entscheidend determinieren.
3.1 Begrifflichkeit
Der Begriff des Marketings wird sowohl in der wissenschaftlichen als auch in der praxisorientierten Literatur mit
keinem einheitlichen Vorstellungsbild verbunden und ist dementsprechend einem permanenten Wandel unterworfen.
Es herrscht jedoch weitgehende Übereinstimmung, daß der Erfolg eines Unternehmens zu einem nicht unerheblichen
Teil von dessen Absatzmarkt abhängig ist und somit unter Marketing allgemein das "Denken vom Markt her"
verstanden werden kann (vgl. Unter anderem MEFFERT, 1986 ; WEIS, 1990 ; NIESCHLAG u. a., 1991 ;
KOTLER/BLIEMEL, 1995 ; BRUHN, 1997). Dies induziert generell die bewußte Gestaltung der
Austauschbeziehungen eines Unternehmens zu seiner Umwelt, d. h., daß Unternehmen ihre Geschäftsführung
bewußt marktorientiert gestalten bzw. ihre unternehmerischen Entscheidungen marktorientiert treffen (vgl.
MEFFERT, 1986, S. 29). Marketing heißt somit, daß alle auf die potentiellen und aktuellen Märkte
ausgerichteten Unternehmensaktivitäten, in deren Mittelpunkt die Bedürfnisbefriedigung der am
Austauschprozeß beteiligten Gruppen (Kundenbedürfnisse und Unternehmensziele) steht, geplant, koordiniert
und kontrolliert werden (vgl. MEFFERT, 1986, S. 31). Mit anderen Worten bedeutet Marketing für ein Altenund Pflegeheim nichts anderes, als in den Pflegemarkt hineinzugehen und sich an dessen Rahmenbedingungen und
den Bedürfnissen ihrer Kunden zu orientieren, um die eigene Existenz dauerhaft zu sichern. Im einzelnen läßt sich
die Mehrdimensionalität des Marketingbegriffes anhand der folgenden Wesensmerkmale charakterisieren (vgl.
WEIS, 1990, S. 18 ; BIEBERSTEIN, 1995, S. 21 - 23):
●
●
●
●
●
●
Marketing ist als eine Philosophie der marktorientierten Unternehmensführung zu bezeichnen, die die Erfordernisse
des Marktes und nicht den Verkauf der vorhandenen Produkte fokussiert.
Zum Marketing gehört in diesem Zusammenhang, daß kontinuierlich Informationen über aktuelle und potentielle
Märkte ermittelt werden, die als Entscheidungsgrundlage dienen.
Marketing dient der Bedürfnisbefriedigung aller Beteiligten.
Der Absatzmarkt bildet den Ausgangspunkt aller strategischen und taktischen Planungen, die gesamten Aktivitäten
des Unternehmens werden zielgerichtet und geplant auf den Markt hin ausgerichtet.
Marketing versteht sich als bewußte Kunden- und Absatzorientierung aller Unternehmensbereiche.
Die einzelnen Bereiche des Unternehmens werden aufeinander abgestimmt und die Organisation den Zielen und
Aktivitäten entsprechend modifiziert, um auf dem Absatzmarkt eine koordinierte und integrierte Vorgehensweise
sicherzustellen und damit über die Synergieeffekte der eingesetzten Marketinginstrumente eine optimale Orientierung
am Kunden realisieren zu können.
Damit läßt sich Marketing zusammenfassend wie folgt definieren:
"Marketing ist eine unternehmerische Denkhaltung. Sie konkretisiert sich in der Planung, Organisation, Durchführung
und Kontrolle sämtlicher interner und externer Unternehmensaktivitäten, die durch die Ausrichtung
der Unternehmensleistungen am Kundennutzen im Sinne einer konsequenten Kundenorientierung darauf
abzielen, absatzmarktorientierte Unternehmensziele zu erreichen" (BRUHN, 1997, S. 16).
Diese Definition macht deutlich, daß Marketing als ein wichtiger, vielleicht der wichtigste Bestandteil
der Unternehmenspolitik angesehen werden muß. Es besitzt mindestens die gleiche Bedeutung wie
andere Unternehmensfunktionen, beispielsweise dem Personalwesen, sondern ist als eine Art Leitkonzept
des Managements zu verstehen. In diesem Kontext kann Marketing auch als ein "marktorientiertes,
duales Führungskonzept" bezeichnet werden, das einerseits eine unternehmerische Funktion und andererseits
eine Denkhaltung darstellt (vgl. MEFFERT, 1994, S. 4 f.).
3.2 Besonderheiten von Dienstleistungen
Dienstleistungen weisen im Vergleich zu Sachgütern spezifische Eigenschaften auf, die sogenannten
"konstitutiven Merkmale", die bei den Marketingaktivitäten generell zu beachten sind (vgl. MEFFERT, 1986, S. 43 47 ; MEFFERT/BRUHN, 1997, S. 23 - 66).
Dienstleistungen werden in der Regel zur gleichen Zeit erbracht und verbraucht, die Leistung selbst ist also
nicht konservierbar (Uno-Actu-Prinzip). Sie sind demnach nicht lager- und transportfähig, eine Vorratsproduktion
schließt sich somit aus. Dies hat zur Folge, daß sie über eine geringe Kapazitätselastizität verfügen, so daß
einer erhöhten oder erniedrigten Nachfrage nicht direkt mit einer Ausweitung bzw. Reduktion der Kapazitäten
begegnet werden kann. Weiterhin sind Dienstleistungen immaterieller Natur, so daß der Kunde keine oder nur
sehr eingeschränkte Möglichkeiten hat, gleichartige Dienstleistungen miteinander zu vergleichen, ohne sie in Anspruch
zu nehmen. Das Image eines Anbieters spielt somit im Vorfeld der Entscheidung der Kunden für
ein Dienstleistungsangebot eine wichtige Rolle. Dienstleistungen vollziehen sich zudem nicht isoliert vom
Kunden, sondern es wird ein sogenannter externer Faktor in Form des Kunden selbst oder eines von ihm zur
Verfügung gestellten Gegenstandes integriert und transformiert. Kennzeichnend ist hierbei eine Interaktion zwischen
der Person, die die Dienstleistung erbringt, und dem Konsumenten. Dadurch wird das Leistungsergebnis in der
Regel beeinflußt. Darüber hinaus unterliegen Dienstleistungen qualitativen Schwankungen, da das Qualitätsniveau
der Erbringung personenabhängig ist. Bei Unzufriedenheit des Kunden kann die Leistung aufgrund ihres
immateriellen Charakters nicht umgetauscht werden. Infolgedessen sind Dienstleistungen nur sehr
schwer standardisierbar, so daß besondere Anforderungen an die Qualifikation, Schulung und Motivation der
Mitarbeiter zu stellen sind.
Idealtypisch lassen sich sach- und personengebundene Dienstleistungen in Abhängigkeit von dem Adressaten
der einzelnen Dienstleistung unterscheiden, die wiederum jeweils in eine Potential-, Prozeß- und
Ergebnisdimension differenziert werden können (vgl. MEYER, A., 1990, S. 177 ff.). In diesem Zusammenhang
erbringen Alten- und Pflegeheime personenbezogene Dienstleistungen, deren Potentialgröße sich aus den
unabhängig von der Nachfrage für die Leistungserbringung vorzuhaltenen Ressourcen wie Personal,
Bewohnerzimmer oder Ausstattung zusammensetzt. Als typische Prozeßgrößen sind beispielsweise die Pflege
und Betreuung der Bewohner selbst und deren Unterbringung in ihren Zimmern zu bezeichnen. Ziel dieser sozialen,
also einen Mitmenschen versorgenden Dienstleistungen ist es, eine nutzenstiftende Zustandsveränderung zu
bewirken, indem das Wohlbefinden des Bewohners verbessert und seine Gesundheit erhalten werden, so daß dem
(hilfe- und pflegebedürftigen) Bewohner ein menschenwürdiger Lebensabend und eine weitgehende
selbständige Lebensführung ermöglicht werden (Ergebnisgröße).
3.3 Elemente des Marketingkonzeptes
Eine marktorientierte Ausrichtung und Führung eines Unternehmens läßt sich nur konsquent realisieren,
wenn, entsprechend dem Verständnis des Marketings als einem Managementkonzept, systematisch entschieden
und planvoll vorgegangen wird. Ein Unternehmen ist gezwungen, seine Marketingaktivitäten zu strukturieren und
einen Marketingplan zu erstellen. Das bedeutet, daß zunächst das aktuelle und potentielle Marktund Unternehmensgeschehen untersucht werden muß, um richtungsweisende Anhaltspunkte für die Gestaltung
des Marketings ableiten zu können. Das Ergebnis dieser Analysen und Planungsprozesse stellt die
sogenannte Marketingkonzeption dar (vgl. MEFFERT/BRUHN, 1997, S. 115 ; SCHARF/SCHUBERT, 1997, S. 19).
Diese ist als ein umfassender gedanklicher Entwurf zu verstehen, der sich an den Leitideen und relevanten
Zielgrößen orientiert sowie den grundlegenden Handlungsrahmen, in Form der Marketingstrategien, und die
hiervon abgeleiteten operativen Aktivitäten, dem Marketinginstrumenteeinsatz, zu einem Programm zusammenfaßt
(vgl. BECKER, 1992, S. 2). Die Marketingkonzeption beinhaltet somit sowohl eine strategische als auch eine
operative Dimension. Erstere setzt sich aus der Marketingsituationsanalyse, den Marketingzielen und
den Marketingstrategien zusammen, die letztgenannte bildet das sogenannte marketingpolitische Instrumentarium.
3.3.1 Strategisches Marketing
Die Analyse der Marketingsituation ist Ausgangspunkt der Marketingkonzeption. Hierbei werden die, die derzeitigen
und zukünftigen Marktverhältnisse kennzeichnenden Informationen und die eigenen Potentiale erfaßt und
ausgewertet. Ergebnis dieser analytischen Phase sollte die Identifizierung der wichtigsten Chancen und Risiken
des Pflegemarktes sowie der Stärken und Schwächen des Alten- und Pflegeheimes sein (vgl. BIEBERSTEIN, 1995,
S. 65 ; BRUHN, 1997, S. 40).
Der Situationsanalyse schließt sich die Festlegung der Marketingziele an. Diese sind operational zu halten, um
eine kontinuierliche Bestimmung des Zielerreichungsgrades zu ermöglichen und damit neben ihrer
Motivationsfunktion auch ihre Steuerungs- und Kontrollfunktion zu erfüllen. Die Basis der Marketingziele bilden
einerseits der Unternehmenszweck, also die vollstationäre Versorgung hilfe- und pflegebedürftiger Menschen, und
die obersten Unternehmensziele, wie Substanzerhalt und Liquidität, und andererseits die Ergebnisse der Analyse
der Marketingsituation. Marketingziele spiegeln somit den angestrebten zukünftigen Zustand, der aufgrund
der unternehmerischen Aktivitäten erreicht werden soll, wider. Typische Zielsetzungen eines Alten- und
Pflegeheimes sind in diesem Zusammenhang beispielsweise eine höhere Auslastung, eine gezieltere
Mittelverwendung, eine größere Kundenzufriedenheit, die Erhöhung des Bekanntheitsgrades oder die Gewinnung
von Spendern (vgl. MEFFERT, 1986, S. 81 - 85 ; MEFFERT/BRUHN, 1997, S. 139 - 150).
Im Rahmen der Marketingkonzeption müssen nach der Zielfestlegung Wege gefunden werden, mit denen die
definierten Ziele erreicht werden können. Hierzu werden mittel- bis langfristig wirkende Verhaltensgrundsätze in
Form sogenannter Marketingstrategien festgelegt, die beschreiben, wie die strategischen Marketingziele mit Hilfe
der marketingpolitischen Instrumente zu realisieren sind (vgl. WEIS, 1990, S. 40/41 ; BRUHN, 1997, S. 55 ;
MEFFERT/BRUHN, 1997, S. 151). Im einzelnen lassen sich die Marktfeld-, Marktstimulierungs-,
Marktparzellierungs-, Marktareal- und konkurrenzorientierte Strategien unterscheiden. Die Marktfeldstrategien stellen
dar, welche Dienstleistungen auf welchen Märkten angeboten werden ("Fixierung der Produkt-MarktKombination"), Marktstimulierungsstrategien erläutern, wie die ausgewählten Marktfelder beeinflußt werden
sollen ("Bestimmung der Art und Weise der Marktbeeinflussung"). Marktparzellierungsstrategien geben vor,
wie differenziert der Markt bearbeitet werden soll ("Festlegung von Art bzw. Grad der
Marktbeeinflussung"), Marktarealstrategien machen Aussagen zum Marktgebiet, das fokussiert werden soll
("Bestimmung des Markt- bzw. Absatzgebietes"). Diese vier Strategienarten werden auch allgemein als "Basisoder Grundsatzstrategien" bezeichnet (vgl. ausführlich BECKER, 1992, S. 121 ff.). Die
konkurrenzorientierten Marketingstrategien nehmen dagegen eine besondere Rolle ein. Aufgrund der Steigerung
der Konkurrenzintensität auf vielen Märkten werden Entscheidungen im Bereich der vier skizzierten
Grundsatzstrategien zunehmend vor dem Hintergrund getroffen, Wettbewerbsvorteile gegenüber den Konkurrenten
zu erzielen. Mit anderen Worten, es erfolgt eine "Festlegung der Art der zu realisierenden
Wettbewerbsvorteile" (vgl. SCHARF/SCHUBERT, 1997, S. 29).
Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über die verschiedenen Alternativen der Marketingstrategien.
Tab. 2: Möglichkeiten des strategischen Handelns
Strategieebenen
1. Marktfeldstrategien
5.
Konkurrenzorientierte
Strategien
2. Marktstimulationsstrategien
(Kostenführerschaft,
Abhebungsstrategie
Strategiealternativen
Marktdurchdringungsstrategie
Marktentwicklungsstrategie
Präferenzstrategie
Produktentwicklungsstrategie
Diversifikationsstrategie
Preis-Mengen-Strategie
3.
Marktparzellierungsstrategien
Anpassungsstrategie,
Ausweichstrategie,
4. Marktarealstrategien
Kooperationsstrategie,
Rückzugsstrategie)
Massenmarktstrategie (totale)
(partielle)
Lokale
Strat.
Segmentierungsstrategie (totale) (partielle)
Regio- Überregionale Nationale Multinationale Internationale
nale
Strat.
Strat.
Strat.
Strat.
Strat.
Quelle: In Anlehnung an BECKER, 1992, S. 309 ; SCHARF/SCHUBERT, 1997, S. 29, 48 f.
3.3.2 Operatives Marketing
Im Anschluß an die Erarbeitung der marktbezogenen Ziele und Strategien erfolgt für deren Umsetzung die
konkrete Ausgestaltung der marketingpolitischen Instrumente, die als die taktische Komponente
einer Marketingkonzeption gelten (vgl. MEFFERT, 1986, S. 116). Es handelt sich hierbei um die laufenden,
kurzfristig wirkenden und relativ leicht korrigierbaren Maßnahmen, mit deren Hilfe die erfolgsrelevanten Zielgruppen 8
im Sinne der strategischen Vorgaben beeinflußt werden sollen (vgl. BIEBERSTEIN, 1995, S. 155 ; SCHARF/
SCHUBERT, 1997, S. 28/29). Die Kombination dieser Einzelmaßnahmen bezeichnet man als Marketing-Mix, das
im Allgemeinen in die vier klassischen Instrumente Angebots-, Distributions-, Kontrahierungs- und
Kommunikationspolitik differenziert wird (vgl. BECKER, 1992, S. 459 ff. ; KOTLER/BLIEMEL, 1995, S. 141 ff.):
8 Siehe auch Abschnitt 3.5 dieses Kapitels, „Erfolgsrelevante Zielgruppen“.
Die Angebotspolitik umfaßt alle Aktivitäten, die die Gestaltung einzelner Dienstleistungen oder das
gesamte Dienstleistungsprogramm betreffen. Zentrale Inhalte dieses Kernbereiches des Marketing-Mix sind zum
einen die Definition von Umfang und Art der Dienstleistungen, d. h., der Breite und Tiefe des Angebotsprogrammes,
und zum anderen die kontinuierliche Optimierung der Dienstleistungsqualität 9(vgl. BIEBERSTEIN, 1995, S. 166 169). Da Dienstleistungen ebenso wie Sachgüter einem Lebenszyklus unterliegen und somit veraltern oder
schlicht unnützlich werden, müssen zudem neue Dienstleistungen eingeführt oder existierende verändert bzw.
ersetzt werden (Innovation, Variation, Elimination: vgl. KOTLER, 1978, S. 169 ff. ; BRUHN/TILMES, 1994, S. 107).
9 Zum Thema Dienstleistungsqualität siehe auch Abschnitte 3.4 und 4.7.
Zur Distributionspolitik gehören alle Entscheidungen, die sich auf den Weg der Dienstleistung zum Konsumenten, d.
h., auf die Festlegung der Absatzwege, der physischen Verteilung (Marketing-Logistik) und der betrieblichen
Standorte, beziehen (vgl. BIEBERSTEIN, 1995, S. 250). Die Maßnahmen zur Distribution zielen also darauf ab, daß
die Dienstleistungen im richtigen Zustand, am richtigen Ort, in der richtigen Menge und zur richtigen Zeit zur
Verfügung stehen (vgl. BRUHN/TILMES, 1994, S. 194). Da die Erbringung der Dienstleistungen durch Altenund Pflegeheime in direkter Abhängigkeit zu der Anwesenheit des Bewohners bzw. Kunden
steht (Kundenpräsenzbetriebe), kann folglich weniger von klassischer Distribution als vielmehr von
genereller Erreichbarkeit gesprochen werden. Im wesentlichen geht es darum, den verschiedenen Zielgruppen
die physische, zeitliche und informatorische Erreichbarkeit der Leistungen so weit wie möglich zu ermöglichen
(vgl. PETERS, 1995, S. 61 ; MAYER, 1996, S. 47/48).
Die Kontrahierungspolitik beinhaltet die vertraglichen Vereinbarungen im Hinblick auf das Leistungsangebot, also
die Transaktionsbedingungen. Hierzu zählen neben der Festlegung der Art und Höhe der Leistungsentgelte
die Gestaltung preisähnlicher Maßnahmen, den Konditionen, wie beispielsweise Rabatte, Zahlungsbedingungen
und Finanzierungsangebote (vgl. MEFFERT, 1986, S. 118/119). Ziel der Kontrahierungspolitik ist es, die
Wahrnehmung der Relation zwischen Preis und Nutzenstiftung einer Dienstleistung durch die Zielgruppen
dahingehend zu verändern, daß diese die Angemessenheit des Preis-Leistungs-Verhältnisses besser abschätzen
können (vgl. HILKE, 1989, S. 21 ; SCHARF/SCHUBERT, 1997, S. 134).
Zur Kommunikationspolitik werden schließlich sämtliche Maßnahmen zusammengefaßt, die dem
Informationsaustausch zwischen dem Unternehmen und seinen aktuellen und potentiellen Kunden sowie
Mitarbeitern dienen. Sie zielt darauf ab, Kenntnisse, Einstellungen und Verhaltensweisen gegenüber dem Heim
und dessen Leistungsfähigkeit systematisch zu beeinflussen. Die Kommunikationspolitik gilt deshalb auch
als "Sprachrohr" des Marketings, da es ihre Aufgabe ist, auf die anderen drei Bereiche des Marketing-Mix aufmerksam
zu machen und deren Transparenz im Pflegemarkt zu erhöhen. Hierfür stehen einem Dienstleistungsunternehmen
sowohl Instrumente der unpersönlichen (Massen-) Kommunikation als auch Maßnahmen des persönlichen Dialogs,
zum Beispiel in Form der Werbung, Öffentlichkeitsarbeit und des Sponsorings, zur Verfügung (vgl. BIEBERSTEIN,
1995, S. 287 ; BRUHN, 1997, S. 32 ; SCHARF/SCHUBERT, 1997, S. 53).
3.3.3 Marketingkontrolle
Entsprechend anderen Managementfunktionen unterliegen auch die Marketingaktivitäten einem Kontrollprozeß, d. h.,
alle marktbezogenen Prozesse müssen kontinuierlich und systematisch überprüft und beurteilt werden. Hierbei erfolgt
ein Vergleich der anvisierten Ziele und festgelegten Standards mit den aktuellen Werten (Ist-Zustand) vorwiegend
mit Hilfe der Jahresplan-, der Aufwands- und Ertrags-, der Strategie- sowie der Effizienzkontrolle, um bei
Abweichungen frühzeitig adäquate Korrekturmaßnahmen einleiten zu können (vgl. KOTLER, 1978, S. 249 ;
KOTLER/BLIEMEL, 1995, S. 1149 ff.).
Die nachstehende Abbildung gibt abschließend einen Überblick über den Marketingentscheidungsprozeß und
dessen einzelner Phasen.
Abb. 1: Marketing als Managementprozeß
Quelle: In Anlehnung an BRUHN, 1997, S. 40
3.4 Qualitätsmanagement
Unabhängig von der gesetzlichen Verpflichtung der Alten- und Pflegeheime zur Durchführung
qualitätssichernder Maßnahmen (vgl. § 93 BSHG und § 80 SGB XI) ist die zentrale Bedeutung der Qualität
von Dienstleistungen als strategischer Erfolgsfaktor heute mehr oder weniger unbestritten.
Zeitgemäßes Qualitätsmanagement und Unternehmenserfolg stehen in direkter Korrelation.
Unter Wettbewerbsgesichtspunkten beeinflußt die Qualität des Angebotes maßgeblich die Entscheidung des Kunden,
ein Dienstleistungsunternehmen in Anspruch zu nehmen (vgl. CORSTEN, 1997, S. 292).
3.4.1 Qualitätsbegriff
"Qualität" bezeichnet allgemein die Beschaffenheit oder Eigenschaft eines Gegenstandes oder einer Handlung.
Darüber hinaus steht der Begriff für die Bedeutung Wert oder Güte (vgl. DUDEN, 1990, S. 654). Nach der DIN-Norm
ist Qualität die "Gesamtheit von Eigenschaften und Merkmalen einer Einheit bezüglich ihrer Eignung, festgelegte
und vorausgesetzte Erfordernisse zu erfüllen" (GRODE, 1993, S. 310/311). Diese beiden, in erster Linie auf
Sachgüter bezogenen Definitionsansätze sind jedoch wenig hilfreich bei der Identifizierung der Dienstleistungsqualität.
Sie lösen aufgrund der komplexen Vorgänge in Alten- und Pflegeheimen eher Unsicherheit oder sogar Verwirrung
aus. Am Beispiel der Dienstleistung Pflege formulierte DONABEDIAN deshalb bereits 1968, daß "Qualität der Grad
der Übereinstimmung zwischen den Zielen des Gesundheitswesens und der wirklich geleisteten Pflege ist" (BÜSE,
1996, S. 34).
Allgemeiner gefaßt, kann unter Dienstleistungsqualität der Grad der Übereinstimmung zwischen der
erbrachten Dienstleistung und den bestehenden Kriterien für diese Dienstleistung verstanden werden (vgl.
MEFFERT/BRUHN, 1997, S. 200). Diese produktionswirtschaftliche bzw. produktbezogene Sichtweise wird aber in
der Regel als zu einseitig angesehen und deshalb um eine marketing- bzw. kundenorientierte Betrachtung erweitert.
Die durch potentielle Kunden an eine Dienstleistung gestellten Qualitätsansprüche sowie die qualitative Beurteilung der
in Anspruch genommenen Leistungen beeinflussen ebenfalls das Qualitätsverständnis.
Qualität kann also als das Maß der Übereinstimmung der Eigenschaften einer Dienstleistung hinsichtlich der
individuellen Nutzenerwartungen eines Kunden bzw. als der Grad der Übereinstimmung zwischen Qualitätserwartung
und Qualitätswahrnehmung bezeichnet werden (vgl. MEFFERT, 1994, S. 129). Allgemein gesagt liegt die Qualität
von Dienstleistungen in der Erfüllung der Anforderungen und Ansprüche und dem Erreichen einer möglichst
hohen Verwertbarkeit der erbrachten Leistungen. Ziel eines Dienstleistungsunternehmens muß deshalb ein hoher
Grad der Kongruenz zwischen Leistung und den dafür von Seiten der Kunden festgelegten Kriterien bzw. eine marktund situationsgerechte Leistungserbringung und
-verwertung sein, Dienstleistungsqualität ist somit eine kontinuierliche Größe.
3.4.2 Dimensionen der Dienstleistungsqualität
Die Vielschichtigkeit und Mehrdimensionalität des Qualitätsbegriffes erfordern dessen Operationalisierung, um
die Evaluierbarkeit der einzelnen Dienstleistungen gewährleisten zu können. Im folgenden werden die beiden für
den Bereich der sozialen Dienstleistungen allgemein anerkannten Konzepte von DONABEDIAN und PARASURAMAN
et al. beschrieben, für weitergehende Ansätze sei auf die einschlägige Literatur verwiesen (vgl. ausführlich unter
anderem CORSTEN, 1997, S. 294 ff. ; MEFFERT/BRUHN, 1997, S. 236 ff.)
DONABEDIAN nimmt eine Kategorisierung der Qualität analog zu den Dimensionen der Dienstleistung (Siehe
auch Abschnitt 3.2., „Besonderheiten von Dienstleistungen“) vor und unterscheidet zwischen Struktur-, Prozeßund Ergebnisqualität, wobei die letztere in direkter Abhängigkeit zu Struktur- und Prozeßqualität steht (vgl.
CORSTEN, 1997, S. 295/296). Infolgedessen beinhaltet die Strukturqualität die Frage, ob das Alten- und Pflegeheim
von seinen Ressourcen her in der Lage ist bzw. das Potential besitzt, die versprochenen Dienstleistungen zu
erbringen. Die Prozeß- oder Verrichtungsqualität umfaßt den eigentlichen Vorgang der Erbringung der
Dienstleistung, während sich die Ergebnisqualität auf das Resultat der Dienstleistung, also das Wohlbefinden,
den Gesundheitszustand und den Zufriedenheitsgrad des Kunden, bezieht. Die Ergebnisebene stellt somit den
primären Maßstab für die angemessene oder unzureichende Qualitätsausprägung einer Dienstleistung dar.
Einen weiteren Ansatz, die Dienstleistungsqualität zu beschreiben, bilden die zentralen Bewertungsdimensionen
der Dienstleistungsqualität aus Kundensicht nach PARASURAMAN, ZEITHAML und BERRY, die die folgenden
fünf Faktoren im Rahmen von empirischen Untersuchungen ermittelten (vgl. KOTLER/BLIEMEL, 1995, S.
722/723 ; CORSTEN, 1997, S. 303 f.):
Zuverlässigkeit:
Hierunter wird die Fähigkeit verstanden, die versprochene Leistung verläßlich und präzise zu
erbringen. Entgegenkommen:
D. h., die Bereitschaft und Schnelligkeit, dem Nachfrager bei der Lösung seines Problems zu helfen.
Souveränität:
Hierunter fällt die Fachkompetenz und das Verhalten der Mitarbeiter, sowie deren
Vertrauenswürdigkeit. Einfühlungsvermögen:
D. h., die Bereitschaft des Anbieters, sich um die individuellen Kundenwünsche zu kümmern.
Materielles:
Hierzu zählen die Einrichtung und Ausstattung sowie das Erscheinungsbild des Personals und der für die
Öffentlichkeit gedachten Informationsmaterialien.
Die Dienstleistungsqualität ergibt sich bei diesem Ansatz aus der Differenz zwischen Kundenerwartungen
und Kundenwahrnehmungen.
3.4.3 Intention des Qualitätsmanagements
Die Komplexität der Zusammenhänge um die Qualität von Dienstleistungen verlangt ein geplantes und
systematisch organisiertes Qualitätsmanagement, das alle Schritte koordiniert und die einzelnen Bereiche und
Tätigkeiten der Beschäftigten in einer Einrichtung miteinander abstimmt. Das Ergreifen nur einzelner Maßnahmen
zur Qualitätssicherung, wie die Einführung von Standards oder die Weiterentwicklung der Pflegedokumentation, reicht
für ein beständiges, den Anforderungen der Kunden entsprechendes Qualitätsniveau nicht aus (vgl. KALTENBACH,
1991, S. 144). Die Interaktion beispielsweise zwischen dem Pflegepersonal und den Bewohnern ist nur ein
kleiner Ausschnitt des heiminternen Geschehens, das notwendig ist, um das Wohlbefinden der Bewohner positiv
zu gestalten. Die unzähligen, teilweise auch im Hintergrund ablaufenden Aktivitäten der Verwaltung, der Küche
und anderer sind für den Erfolg der Einrichtung und damit für die Zufriedenheit der Bewohner genauso wichtig.
Deshalb sollte die Basis für eine umfassende Qualitätspolitik ein weit gefaßtes und
mehrdimensionales Qualitätsverständnis sein, das neben der Qualität der einzelnen Dienstleistungen auch die
Qualität der Prozesse bzw. Arbeitsabläufe, die Qualität der Arbeitsbedingungen und die Qualität der Umweltund Umfeldbeziehungen integriert. Damit dem Kunden eine ihn kontinuierlich überzeugende
Dienstleistungsqualität angeboten werden kann, muß die Qualitätspolitik präventiv ausgerichtet sein. Diese
Zielsetzung läßt sich heutzutage weitestgehend mit Hilfe eines Konzeptes im Sinne des "Total Quality
Management" verwirklichen, das die einzelnen Subsysteme bzw. Elemente vernetzt und somit isolierten
Teilkonzepten den Rücken kehrt (vgl. TÖPFER, 1994, S. 8 ff.).
In diesem Zusammenhang bezeichnet "Totales Qualitätsmanagement" nicht eine kurzfristige
Rationalisierungsmaßnahme oder einen Modetrend, sondern vielmehr ist hierunter, ebenso wie beim Marketing,
ein Konzept der strategischen Unternehmensführung zu verstehen (vgl. OESS, 1993, S. 89), das auf den drei
Prinzipien Null-Fehler-Ansatz, Kundenorientierung und System-Management basiert.
Der Null-Fehler-Ansatz steht für das kontinuierliche Bemühen um eine Qualitätsoptimierung, präventiv Fehler
zu vermeiden, und sich nicht bloß mit deren Behebung zu begnügen. Kundenorientierung sagt aus, daß die
Beurteilung die durch interne und externe Kunden der Maßstab für die Qualität der Dienstleistung ist. Das
System-Management beinhaltet die Verknüpfung der in einer Einrichtung auf allen Hierarchieebenen
existierenden partiellen Maßnahmen zur Qualitätssicherung zu einem ganzheitlichen Qualitätsmagementsystem und
ihre zentralverantwortliche Koordination (vgl. KALTENBACH, 1991, S. 168 - 173).
Ebenso wie das Marketing-Management-Konzept ist das Total Quality Management-Konzept somit als eine
generelle Unternehmensphilosophie zu bezeichnen, die, entgegen einer oberflächlichen Betrachtung, nicht in
Konkurrenz zum Marketing-Konzept steht. Die Kombination dieser beiden Philosophien kann vielmehr als geradezu
ideal angesehen werden, da sich deren Inhalte gegenseitig bei der Realisation der Zielsetzung - die Kunden mit
einem ihren Wünschen und Bedürfnissen entsprechenden Dienstleistungsangebot zu überzeugen - unterstützen
und ergänzen(vgl. STAUSS, 1994, S. 149 - 159).
3.4.4 Merkmale des Qualitätsmanagements
Zur Verdeutlichung des Wirkungskreises und des Wesens des Qualitätsmanagements werden dessen
Charakteristika übersichtartig dargestellt (vgl. KAMISKE/BRAUER, 1995, S. 243 - 247 ; BRUHN, 1996, S. 160):
●
●
●
●
●
●
●
●
●
●
●
●
●
●
●
Qualität ist das oberste, ständig neu zu definierende Ziel der Einrichtung.
Es sind Visionen zu entwickeln, wie die Einrichtung in Zukunft arbeiten soll (Qualitätspolitik, -ziele).
Die Erfüllung der Wünsche und Bedürfnisse der Kunden wird als Maßstab für die Qualität angesehen
(Kundenorientierung).
Der ständige Prozeß der Anpassung an die Anforderungen und Erwartungen der Kunden wird sichergestellt.
Führungskräfte kommen ihrer Vorbildfunktion nach und setzen sich überzeugend für die Qualität ein. Sie zeigen ein
tolerantes, offenes und teamorientiertes Führungsverhalten.
Die Meinung der Mitarbeiter wird akzeptiert und die Bereitschaft gefördert, kontinuierlich (aus Fehlern) zu lernen, gute
Leistungen werden anerkannt.
Es sind Bedingungen zu schaffen, in denen sich die Mitarbeiter und die Einrichtung weiterentwickeln können.
Die Mitarbeiter aller Hierarchieebenen sind zu integrieren und zu beteiligen, z. B. durch die Einführung von
Qualitätszirkeln, damit die Visionen von allen Mitarbeitern mit Leben gefüllt werden (Mitarbeiterorientierung).
Qualität wird als Aufgabe sämtlicher Mitarbeiter und nicht nur einzelner Bereiche verstanden.
Qualität bedeutet die Anerkennung von serviceorientiertem Verhalten.
Es sind Arbeitsbedingungen zu schaffen, die Teamarbeit und Engagement unterstützen und die Umsetzung von
Ideen und Projekten ermöglichen.
Die kontinuierliche Qualifizierung, Fort- und Weiterbildung der Mitarbeiter wird gefördert.
Die Arbeitsabläufe werden optimiert (Prozeßorientierung).
Präventive, fehlervermeidende Maßnahmen müssen betont werden.
Qualitätsförderung und -verbesserung wird als ein langfristiger Prozeß, der nur über Zwischenschritte zu realisieren
ist, betrachtet.
3.5 Erfolgsrelevante Zielgruppen
Entgegen der oftmaligen Ansicht, daß sich die Marketingaktivitäten vorwiegend auf die aktuellen und
potentiellen Bewohner als die Bedarfsträger beschränken, beeinflussen darüberhinaus noch andere Zielgruppen
den Erfolg des Dienstleistungsunternehmens Alten- und Pflegeheim. Im einzelnen handelt es sich um die folgenden,
in Interaktion miteinander stehenden Zielgruppen, die auch als Teilöffentlichkeiten bezeichnet werden können:
Von besonderer Bedeutung für ein Alten- und Pflegeheim sind zweifelsohne dessen hilfe- und
pflegebedürftigen Bewohner. Werden ihre Anforderungen und Bedürfnisse nicht im ausreichenden
Maße zufriedengestellt, besteht das Risiko, daß zumindest ein Teil in eine andere Einrichtung umzieht. Ihre positiven
oder negativen Eindrücke und Erfahrungen multiplizieren sie zudem in einer Art Mundpropaganda in ihr soziales
Umfeld und beeinflussen damit die Einstellung dieses gegenüber dem Heim (vgl. KOTLER, 1978, S. 307).
In diesem Zusammenhang sollten außerdem die Angehörigen der Bewohner bedacht werden, da diese in der Regel
einen großen Einfluß im Hinblick auf den möglichen Ein- oder Auszug besitzen. Ähnlich verhält es sich mit
potentiellen Interessenten und deren Angehörigen. Überzeugt sie das Alten- und Pflegeheim mit seinem Angebot
nicht, orientieren sie sich in Richtung anderer Mitbewerber.
Eine weitere relevante Gruppe stellen die die Heimbewohner behandelnden niedergelassenen Ärzte dar, die in Bezug
auf das Heim zwei verschiedene Rollen inne haben. Einerseits betreuen sie als Hausarzt ihre Patienten und
sind dementsprechend beispielsweise dafür verantwortlich, Medikamente oder spezielle Materialien für
die Behandlungspflege zu rezeptieren. Andererseits fungieren sie auch als Multiplikator, da sie von ihren älteren
Patienten und deren Angehörigen oftmals hinsichtlich einer Heimunterbringung und der Auswahl einer Einrichtung
um eine Beratung gebeten werden, die bei einer guten Zusammenarbeit mit dem Heim und einem
überzeugenden Qualitätsniveau für dieses positiv ausfallen dürfte (vgl. THILL, 1996, S. 106).
Als eine zusätzliche Zielgruppe können außerdem die Finanzierungsträger betrachtet werden, die sich in erster Linie
aus den Pflege- und Krankenkassen sowie dem Sozialhilfeträger zusammensetzt. Gerade im Hinblick auf die
jährlich stattfindenden Pflegesatzverhandlungen sollte das Dienstleistungsunternehmen Alten- und
Pflegeheim kontinuierlich daran interessiert sein, seine Kompetenz gegenüber diesen Institutionen zu verdeutlichen.
Als letzte erfolgsrelevante externe Zielgruppe gilt die Gemeinde, in der das Heim angesiedelt ist. Zu diesem Bereich,
der sich nicht nur auf die politisch abgegrenzte Kommune bezieht, zählen alle übrigen Personen und Institutionen
sowohl der fachlichen als auch der allgemeinen Öffentlichkeit wie zum Beispiel Besucher, Politiker,
Medien, Bildungseinrichtungen, Selbsthilfegruppen, Sponsoren, Behörden, Krankenhäuser und der Medizinische
Dienst der Krankenversicherung. Diese sind dadurch gekennzeichnet, daß sie als Meinungsbildner oder
Multiplikatoren die Ansichten und Einstellungen der Öffentlichkeit beeinflussen und damit auf die Akzeptanz
bzw. Ablehnung des Heimes, der Mitarbeiter und des Leistungsangebotes einwirken können (vgl. FLECHTNER, 1996,
S. 221 ; RIEGL, 1996c, S. 203).
Erfolgsrelevant für Alten- und Pflegeheime sind jedoch nicht nur die beschriebenen externen Zielgruppen, sondern
auch die Mitarbeiter, als die internen Adressaten des Marketings. Ihnen kommt im marketingorientierten Heim
eine Schlüsselrolle zu, da sie diejenigen sind, die die Dienstleistungen meistens im unmittelbaren Kontakt zu
den Bewohnern erbringen, deren Qualität von der Qualifikation, Motivation und Tagesform jedes einzelnen
Mitarbeiters abhängig ist (vgl. PETERS, 1995, S. 54). Ihr Auftreten und Verhalten beeinflussen somit entscheidend
den Grad der Zufriedenheit der Bewohner.
Die folgende Abbildung stellt die Zielgruppen des Marketings noch einmal in der Übersicht dar:
Abb. 2: Zielgruppen des Heim-Marketings
4.Mögliche Gestaltung des Marketings in Alten- und Pflegeheimen
In diesem Kapitel werden anhand ausgewählter Instrumente des Marketingkonzeptes Möglichkeiten aufgezeigt,
wie die Marketingaktivitäten in Alten- und Pflegeheimen unter Berücksichtigung der im zweiten Kapitel
beschriebenen Rahmenbedingungen gestaltet werden können.
4.1 Marketingsituationsanalyse
Grundlage einer erfolgreichen Marketingarbeit bildet die regelmäßige Erhebung von relevanten Informationen
über die Situation des Unternehmens Alten- und Pflegeheim sowie die Marktgegebenheiten bzw.
Umfeldsituation.
4.1.1 Unternehmensebene
Die Unternehmensanalyse verfolgt das Ziel, Erkenntnisse über die internen Rahmenbedingungen und damit
über die Stärken und Schwächen der Einrichtung zu gewinnen. Im Zentrum der Untersuchung steht das eigene
Leistungsprogramm und die Einschätzung von dessen Qualität bzw. die Zufriedenheit der Zielgruppen mit
diesem (vgl. BIEBERSTEIN, 1995, S. 105 ff.). Um eine Einseitigkeit der Beurteilung zu verhindern, plädiert
RIEGL in diesem Zusammenhang dafür, ein Stärken-Schwächen-Profil u. a. aus Sicht der
Unternehmensführung, der Bewohner und der Mitarbeiter zu erstellen (vgl. 1993, S. 52). Besonders
interessieren hierbei zum einen die Gründe für die positive oder negative Bewertung einzelner Aspekte, wie
beispielsweise organisatorische, personelle, bauliche oder finanzielle Umstände, und die daraus abzuleitenden
Anforderungen der Zielgruppen, zum anderen eventuelle gegenseitige Kompensationswirkungen zwischen
Stärken und Schwächen (vgl. MAYER, 1996, S. 127).
Neben dem Leistungsspektrum liegt ein weiteres Augenmerk auf der Ressourcenanalyse. Auf der Basis der
Pflege-Buchführungsverordnung11lassen sich mit Hilfe der Kosten- und Leistungsrechnung das
betriebswirtschaftliche Ergebnis der einzelnen Dienstleistungen12 und damit die Kostenstruktur und
Kapitalausstattung feststellen (vgl. BRUHN, 1997, S. 28). Die Ermittlung des Einzugsgebietes, differenziert in
Kern-, Rand- und Fernzone, kann als ebenso bedeutsam angesehen werden, da sich hierüber das Streugebiet
der Marketingaktivitäten definieren läßt (vgl. THILL, 1996, S. 49/50). Darüber hinaus sollten personalpolitische
Aspekte ebenfalls in die Betrachtungen einbezogen werden. Im Vordergrund stehen hier Fragen nach Anzahl
und Qualifikation der Mitarbeiter, der Fluktuationsrate, dem Qualitätsbewußtsein sowie nach Existenz und
Ausmaß der Motivation, marktorientiert zu denken und zu handeln (vgl. MEFFERT/BRUHN, 1997, S. 452).
11 Weitere Informationen zur Pflege-Buchführungsverordnung (PBV) finden sich unter anderem bei KLIE, 1996,
S. 466 ff.
12 In diesem Zusammenhang sei auf die Zeiterfassung einzelner pflegerischer Handlungen hingewiesen, mit
der identifiziert werden kann, bei welchen Leistungen ein hoher oder niedriger Deckungsbeitrag erwirtschaftet
wird (vgl. BEA u. a., 1993, S. 489 f.).
4.1.2 Ebene des Umfeldes
Die Analyse des Unternehmensumfeldes zielt darauf ab, die regionale bzw. lokake Marktsituation transparent
zu machen, um die Chancen und Risiken des Pflegemarktes für die eigene Einrichtung auf der Grundlage der
festgestellten Stärken und Schwächen beurteilen zu können. Zu diesem Zweck wird zunächst die
Nachfrageseite im Hinblick auf ihre demographischen und psychographischen Daten, die in der Regel mit Hilfe
kommunaler Pläne zur Altenhilfe zu ermitteln sind, betrachtet, um eine Orientierung über die Struktur der
Nachfrage, Vorstellungen, Erwartungen und Bedürfnisse zu erhalten (vgl. BRUNS, 1996, S. 32 ; MAYER, 1996,
S. 132).
Anhand der demographischen Daten läßt sich für das Alten- und Pflegeheim ableiten, wie sich der Anteil der
älteren, vor allen Dingen alleinstehenden sowie hilfe- und pflegebedürftigen Menschen entwickeln wird
(prognostizierter Bedarf) und wo Wohngebiete mit einem hohen Altenanteil zu finden sind. Von weiterem
Interesse sind unter anderem Angaben zum Geschlecht, zur Religionszugehörigkeit, zu den
Einkommensverhältnissen, zur Schul- und Berufsausbildung sowie zum Umfang der potentiellen Hilfe- bzw.
Pflegebedürftigkeit.
Der zweite Bereich, die psychographischen Daten, beschreibt dagegen die Erwartungen und Bedürfnisse der
potentiellen Kunden bzw. Heimbewohner, deren Erfahrungen, Einstellungen gegenüber dem generellen
Dienstleistungsangebot und Motive für die Inanspruchnahme von sozialen Dienstleistungen.
Aufgabe der Marktanalyse ist es jedoch nicht nur, die Nachfrageseite zu betrachten, sondern ebenfalls die
Konkurrenzsituation zu untersuchen. Dazu werden in einem ersten Schritt die Konkurrenten mit Blick auf
Anzahl, Leistungsspektrum und -tiefe, Leistungsprofil, Marktstellung, möglicher Dienstleistungsqualität und
Kooperations- bzw. Wettbewerbsverhalten identifiziert (vgl. BEEK, 1996, S. 94 ; THILL, 1996, S. 55 - 58 ;
BRUHN, 1997, S. 28). Zur genaueren Bestimmung der Marktposition empfiehlt es sich außerdem, die jeweiligen
Marktanteile für jede einzelne Einrichtung und jeden einzelnen Leistungsbereich zu ermitteln (vgl.
BIEBERSTEIN, 1995, S. 82). In einem zweiten Schritt schließt sich ein Vergleich des eigenen im Rahmen der
Unternehmensanalyse ermittelten Marketingprofils bzw. Potentials mit den Ergebnissen der Anbieteranalyse,
insbesondere der der Hauptkonkurrenten, an13, um die eigene Wettbewerbsposition differenzierter beschreiben
zu können und Anhaltspunkte für das weitere Vorgehen zu erhalten (vgl. MEFFERT, 1986, S. 134).
Einen zusätzlich zu berücksichtigenden Aspekt stellen die gesetzlichen und behördlichen Vorgaben dar. Neben
den einschlägigen Gesetzen sollten zudem die kommunalpolitischen Zielsetzungen bezüglich der Altenhilfe, die
Forderungen lokaler, regionaler und überregionaler Interessenvertretungen älterer Menschen sowie die
Anforderungen von Seiten der Pflege- und Krankenkassen beachtet werden.
13Dieses Vorgehen wird auch als „Benchmarking“ bezeichnet, vgl. ausführlich unter anderem KARLÖF, 1994.
4.1.3 Methoden der Informationsgewinnung
Zum Zwecke der Informationsgewinnung bieten sich dem Alten- und Pflegeheim die Methoden der Sekundärund Primärerhebung an. Bei der Sekundärforschung werden bereits zu einem früheren Zeitpunkt unter einer
anderen Zielsetzung gewonnene Daten aufbereitet und analysiert. Im Hinblick auf die Herkunft des
Datenmaterials kann zwischen unternehmensinternen Informationsquellen, wie betriebliches Rechnungswesen,
interne Statistiken oder frühere Studien, und unternehmensexternen Informationen, wie Veröffentlichungen der
Statistischen Bundes- und Landesämter, von Ministerien, Bezirksregierungen, Kommunen und Fachverbänden,
von Forschungsberichten oder Fachartikeln, unterschieden werden. Der Umfang dieser Informationen kann in
den meisten Fällen für die Entscheidungsfindung als ausreichend bewertet werden (vgl. BIEBERSTEIN, 1995,
S. 100 - 102).
Für die Ermittlung von Kundeneinstellungen und -erwartungen müssen jedoch in der Regel neue Daten
beschafft und aufbereitet und somit Primärforschung durchgeführt werden. Als Methoden kommen
grundsätzlich die schriftliche, persönliche und telefonische Befragung in Betracht (vgl. MEFFERT/BRUHN,
1997, S. 97), auf deren Vor- und Nachteile an dieser Stelle nicht eingegangen werden kann (vgl. ausführlich
unter anderem BORTZ/DÖRING, 1995 ; ATTESLANDER, 1984). In diesem Zusammenhang sollte zudem
bedacht werden, regelmäßig auf die Kenntnisse der Mitarbeiter zurückzugreifen, die im persönlichen Kontakt
mit den verschiedenen Kundengruppen detaillierte Informationen beispielsweise zum Image des Heimes
erhalten. Gerade im Hinblick auf ihre Einsicht in die Probleme und Ansprüche der Bewohner lassen sich in der
Regel frühzeitig das Ausmaß der Unzufriedenheit und neue Bedürfnisse erkennen und somit wichtige Hinweise
für die Verbesserung der Dienstleistungen ableiten (vgl. BIEBERSTEIN, 1995, S. 104).
Allgemein empfiehlt sich bei der Durchführung von Befragungen die folgende Vorgehensweise (vgl. THILL,
1996, S. 65 - 72):
●
●
●
●
●
●
●
●
Schritt 1: Definition der Zielgruppe und der Analyseziele
Schritt 2: Festlegung der Befragungsmethode (schriftlich, telefonisch, persönlich)
Schritt 3: Entwurf der Fragebogenstruktur (z. B. offene/geschlossene Fragen, Methode des
semantischen Differentials)
Schritt 4: Festlegung der Befragungsparameter (z. B. Zeitraum, Vorbereitung der Auswertung,
Information der Mitarbeiter)
Schritt 5: Durchführung eines Vorlaufes (Pretest)
Schritt 6: Durchführung der Befragung
Schritt 7: Auswertung der Befragung
Schritt 8: Ableitung des Handlungsbedarfs
Die nachfolgende Tabelle zeigt abschließend einige Beispielfragen zur Erhebung der Bewohnerzufriedenheit.
Tab. 3: Mögliche Fragen an Heimbewohner zur Beurteilung der wahrgenommenen Qualität
Dimension
Fragen zur Ermittlung der Zufriedenheit
Materielles
- Welchen Eindruck macht der bauliche Zustand unserer
Einrichtung auf Sie?
- Sind die Zimmer/ Appartements bewohnergerecht
ausgestattet?
- Wie beurteilen Sie das äußere Erscheinungsbild unserer
Mitarbeiter?
- Sind schriftliche Mitteilungen verständlich formuliert?
Zuverlässigkeit
- Kommen unsere Mitarbeiter pünktlich zu dem mit Ihnen
vereinbarten Zeitpunkt?
- Nehmen sich die Pflegenden genügend Zeit für Sie?
Entgegenkommen
- Gibt es bei Problemen jemanden, den Sie ansprechen
können und der daraufhin alles versucht, dieses Problem lösen
zuhelfen?
Souveränität
- Sind Sie der Meinung, daß die Pflege fachgerecht ausgeführt
wird?
- Vertrauen Sie den Ratschlägen der Pflegenden?
Einfühlungsvermögen
- Haben Sie das Gefühl, unsere Mitarbeiter verstehen Ihre
Situation und nehmen Anteil daran?
- Können Sie den Mitarbeitern Ihre Beschwerden mitteilen?
4.2 Marketingstrategien
Auf der Basis der abgeschlossenen Versorgungsverträge, die das Alten- und Pflegeheim dazu verpflichten, die
vollstationäre Versorgung von Hilfe- und Pflegebedürftigen zu gewährleisten, erfolgt die Bestimmung der
generellen strategischen Stoßrichtung, die die langfristige Realisation der Unternehmenszielsetzungen
sicherstellen soll. Grundlegende Ansatzebenen einer Marketingstrategie liegen in der Auswahl der zu
bearbeitenden Marktfelder (vgl. MEFFERT/BRUHN, 1997, S. 162).
4.2.1 Marktfeldstrategien
Marktfelder bezeichnen Angebots-Nachfrage-Sektoren, in denen ein Unternehmen bestimmte Leistungen
entweder bereits anbietet oder künftig anbieten will. Anhand der von ANSOFF 1966 entwickelten "ProduktMarkt-Matrix" können durch die Gegenüberstellung der alten und der neuen Produkte bzw. Dienstleistungen mit
jeweils alten und neuen Märkten für ein Unternehmen generell vier verschiedene marktfeldstrategische
Optionen aufgezeigt werden (vgl. BIEBERSTEIN, 1995, S. 135). Diese besitzen zugleich angebotpolitischen
Charakter, da sie die Breite und Tiefe des Dienstleistungsangebotes sowie Entscheidungen über die
Modifikation von Dienstleistungen direkt beeinflussen (vgl. WEIS, 1990, S. 160).
Tab. 4: Produkt-Markt-Matrix nach ANSOFF
Produkte
Märkte
gegenwärtig
neu
gegenwärtig
Marktdurchdringung
Marktentwicklung
neu
Produktentwicklung
Diversifikation
Quelle: BIEBERSTEIN, 1995, S. 135
Aufgrund der durch den Versorgungsvertrag gemäß § 72 SGB XI erfolgten Zulassung des Alten- und
Pflegeheimes als eine vollstationäre Dienstleistungen für Hilfe- und Pflegebedürftige nach § 43 SGB XI
anbietende Einrichtung bildet der Markt der vollstationären Altenhilfe das grundlegende Marktfeld und somit den
Ausgangspunkt der weiteren Betrachtungen. Auf der Grundlage dieser "marketingstrategischen
Urzelle" (BECKER, 1992, S. 124) ergeben sich im Kontext der Produkt-Markt-Matrix von ANSOFF für das
Unternehmen Alten- und Pflegeheim die folgenden Möglichkeiten, über die Ausdehnung des bisherigen
Marktfeldes "Vollstationäre Versorgung, Pflege und Betreuung älterer Menschen" die Existenz der Einrichtung
abzusichern (vgl. KOTLER, 1978, S. 166 ; Raffée u. a., 1994, S. 155/156).
Marktdurchdringung:
Im Rahmen dieser Strategie wird versucht, eine Absatzsteigerung dadurch zu realisieren, daß mit dem
vorhandenen Angebot das latente Potential des gegenwärtigen Marktes aktiviert wird. Um diese Zielsetzung,
also verstärkte Inanspruchnahme der Dienstleistungen über die Gewinnung neuer Kunden bzw. Bewohner, zu
erreichen, sollten die Aktivitäten im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit forciert und, vor dem Hintergrund der
Auswirkungen des Images der Einrichtung eine beständig hohe Qualität der Dienstleistungen angestrebt
werden.
Marktentwicklung:
Die Strategie der Marktentwicklung zielt darauf ab, das bisherige Leistungsangebot auf neue Märkte
auszudehnen (vgl. SCHARF/SCHUBERT, 1997, S. 31). Beispiele hierfür sind die Erschließung neuer
Marktsegmente wie das der Tages- und Nachtpflege (vgl. § 41 SGB XI), der Kurzzeitpflege (vgl. § 42 SGB XI)
oder der stationären gerontopsychiatrischen Versorgung. Diese Strategie erscheint besonders für Heime
geeignet, die ihre Marktposition nicht mehr weiter ausbauen können und eventuell mit einem
Nachfragerückgang aufgrund eines fortgeschrittenen Angebotslebenszyklus rechnen müssen. In diesem
Zusammenhang sollte beachtet werden, daß ein solcher Ausbau des Leistungsangebotes stets adäquate
personelle Maßnahmen nach sich zieht.
Angebotsentwicklung:
Diese Strategie basiert auf der Überlegung, für den gegenwärtigen Markt neue Dienstleistungen zu entwickeln.
Neben der Schaffung von Angeboten im Sinne von echten Neuheiten bietet sich als Alternative eine
Programmerweiterung durch das Angebot zusätzlicher Dienstleistungsvarianten (Erweiterung der
Angebotstiefe) an. Infolge der noch andauernden Verhandlungen der Rahmenverträge nach § 75 SGB XI und
der damit fehlenden gesetzlichen Grundlage kann momentan keine eindeutige Abgrenzung zwischen den
Grund- und Komfortleistungen, für die der Bewohner selbst aufzukommen hat, vorgenommen werden, so daß
sich die Umsetzung dieses Ansatzes in der Praxis recht schwierig gestaltet. Als Beispiele können hier jedoch
Angebote wie Urlaubsfahrten für die Bewohner oder Sprachkurse angesehen werden. Zudem besteht auf der
Basis des § 45 SGB XI die Möglichkeit, Schulungskurse für die Angehörigen der Bewohner anzubieten, um
deren Verständnis für die Pflegesituation zu fördern und sie in die Lage zu versetzen, wenn der
Pflegebedürftige sie besucht, diesen entsprechend versorgen zu können (Im Falle eines Besuches durch den
Pflegebedürftigen.).
Diversifikation:
Die Diversifikationsstrategie ist dadurch gekennzeichnet, daß neue Dienstleistungen in neuen Märkte
angeboten werden (Erweiterung der Angebotsbreite). Diese Strategie sollte ein Heim besonders in Betracht
ziehen, sobald Anzeichen zu erkennen sind, daß der Markt der stationären Altenhilfe gesättigt oder sogar
übersättigt erscheint (vgl. BIEBERSTEIN, 1995, S. 138). Je nach Grad der mit dieser Strategie intendierten
Risikostreuung der unternehmerischen Tätigkeit lassen sich die horizontale, vertikale und laterale Form
unterscheiden (vgl. SCHARF/SCHUBERT, 1997, S. 85/86). Bei der horizontalen Diversifikation wird das
bestehende Angebot um solche Leistungen erweitert, die eine Verwandtschaft zu den bisherigen Leistungen
aufweisen, es erfolgt somit der Aufbau einer horizontalen Leistungskette (vgl. BIEBERSTEIN, 1995, S. 138).
Möglichkeiten für ein Heim sind hier zum einen in der Gründung eines ambulanten Pflegedienstes, der
ambulante Pflegeleistungen nach § 36 SGB XI und § 37 Abs. 1 und 2, häusliche Pflegeberatung nach § 37 Abs.
3 und Schulungskurse nach § 45 SGB XI anbietet, zum anderen im Betreutem Wohnen, Essen auf Rädern oder
Hausnotruf zu sehen. Die vertikale Diversifikation beinhaltet die Ausweitung des Programmes um Leistungen,
die den bisherigen Leistungen vor- oder nachgeschaltet sind. Für den Bereich der stationären Altenhilfe findet
diese Form jedoch infolge ihres unbedeutenden und unrealistischen Charakters keine Anwendung (vgl.
BECKER, 1992, S. 142). Von lateraler Diversifikation wird gesprochen, wenn zwischen den bisherigen und
neuen Leistungen kein sachlicher Zusammenhang besteht. Hierbei läßt sich beispielsweise an die Gründung
eines Catering-Party-Services, eines Fortbildungsinstituts, eines Taxi-Services oder an die Einrichtung eines
Hotel-Garni denken (vgl. RIEGL, 1996c, S. 328).
4.2.2 Präferenzstrategie
Infolge der stärker werdenden Wettbewerbsintensität ist das Alten- und Pflegeheim in zunehmendem Maße
gezwungen festzulegen, wie der anvisierte Markt zugunsten des Heimes beeinflußt und damit die Nachfrage
stimuliert werden kann. Aufgrund der normierten Pflegesätze stellt die sogenannte Präferenzstrategie dabei
eine realistische Vorgehensweise dar. Über den Aufbau von Leistungspotentialen bzw. die Schaffung von
Qualitätsvorteilen, die bei den Kunden zu Präferenzen für die Einrichtung führen, wird beabsichtigt, einen
Wettbewerbsvorsprung zu erreichen.
Als das bedeutendste Profilierungsinstrument im Wettbewerb zwischen den Heimen gilt in diesem
Zusammenhang die Dienstleistungsqualität in Verbindung mit einem hohen Serviceniveau (vgl. MEFFERT,
1994, S. 14 u. 129). Entscheidend für den Erfolg dieses präferenzstrategischen Ansatzes ist allerdings, daß die
von den Kunden erwartete und gewünschte Qualität stets erreicht bzw. übertroffen wird. Konkret bedeutet dies,
daß das individuelle Eingehen auf den Kunden bzw. Bewohner und auf dessen Bedürfnisse in physischer und
psychischer Hinsicht im Vordergrund der Gestaltung der Leistungsprozesse steht.
Den Mitarbeitern kommt somit innerhalb der Präferenzstrategie eine besondere Bedeutung zu, da sie nicht nur
im Kontakt mit den Bewohnern die Dienstleistungen erbringen, sondern darüberhinaus von diesen als fester
Bestandteil der Dienstleistungen identifiziert werden (vgl. BIEBERSTEIN, 1995, S. 143).
4.2.3 Kooperationsstrategie
Für das Unternehmen Alten- und Pflegeheim ist die Frage, ob die Marketingstrategien alleine oder zusammen
mit einem oder mehreren anderen Unternehmen realisiert bzw. umgesetzt werden, ebenfalls von
grundsätzlicher Bedeutung. Das heißt, daß die Unternehmensführung zwischen den Alternativen zu
entscheiden hat, das gesamte Dienstleistungsangebot selbst zu erbringen oder einzelne Leistungen durch
externe Dienstleistungsunternehmen erbringen zu lassen (Make-or-buy-Entscheidung) und somit eine
Kooperation einzugehen.
Unter Kooperationen versteht man in diesem Zusammenhang die systematische Zusammenarbeit mit anderen,
konkurrierenden Unternehmen unter Beibehaltung der eigenen Selbständigkeit (vgl. SCHARF/SCHUBERT,
1997, S. 51). Allgemein bietet sich dem Heim die Möglichkeit der schriftlich oder mündlich vereinbarten
Zusammenarbeit mit anderen Anbietern auf dem Pflegemarkt (horizontale Kooperation) und der mit
Unternehmen aus anderen Branchen (vertikale Kooperation) an (vgl. SCHWINN, 1993, S. 197 ; BIEBERSTEIN,
1995, S. 153).
Die Vorteile der Kooperation beispielsweise mit anderen ambulanten oder stationären Pflegeeinrichtungen sind
zum einen darin zu sehen, daß auf die Stärken und besonderen Kenntnisse der einzelnen Kooperationspartner
zurückgegriffen werden kann, zum anderen können in der Regel der Wettbewerbsdruck reduziert sowie
Synergieeffekte durch gemeinsame Marketingmaßnahmen erzielt werden (vgl. SIEBER, 1996, S. 18).
Beispiele für die vertikale Kooperation sind die Zusammenarbeit mit Wäschereien oder
Gebäudereinigungsfirmen, die im Auftrag des Heimes bestimmte Leistungsbereiche komplett übernehmen
(Outsourcing). Vorteilhaft wirkt sich hierbei aus, daß diese Fachbetriebe zu einer deutlichen
Qualitätsverbesserung beitragen können, da sie aufgrund ihrer Spezialisierung über ein umfangreicheres Knowhow verfügen. Zudem erbringen sie die Leistungen in der Regel kostengünstiger als das Heim, so daß durch die
Absenkung fixer Kosten bzw. die Einsparung von Ressourcen die wirtschaftliche Lage verbessert und damit die
Reaktionsfähigkeit auf Nachfrageveränderungen vergrößert wird (vgl. GABLER, 1988, S. 2977).
4.3 Angebotspolitik
Das Alten- und Pflegeheim muß, um sich im Wettbewerb des "Pflegemarktes" behaupten und den
unterschiedlichen Bedürfnisstrukturen sowie den vielfältigen Ansprüchen alter und pflegebedürftiger Menschen
entsprechen zu können, ein umfangreiches und zugleich attraktives Dienstleistungsangebot vorhalten. Für alte
und pflegebedürftige Menschen bedeuten der Einzug in ein Heim und das Leben in einem Heim immer eine
große Veränderung, verbunden mit der Befürchtung, die sozialen Kontakte und die Selbständigkeit zu verlieren
und auf viele Gewohnheiten und Möglichkeiten der Lebensgestaltung verzichten zu müssen. Um potentielle
Bewohner für sich zu gewinnen und die Wünsche der momentanen Bewohner zufriedenzustellen, ist das Heim
gefordert, ein, durch den Bewohner individuell abrufbares, Angebotsprogramm zusammenzustellen, das den
hilfe- und pflegebedürftigen Menschen bei der Führung eines, den individuellen Umständen entsprechenden,
normalen Lebens unterstützt sowie eine kompetente und flexible, die Persönlichkeit respektierende Versorgung
verdeutlicht (vgl. HILKE, 1989, S. 17). Die durch das Heim zu erbringenden Dienstleistungen können den
einzelnen Leistungsbereichen des Pflegerisch-betreuerischen-Leistungsprogrammes, des Unterkunfts- und
Verpflegungsprogrammes, des Beschäftigungs- und Veranstaltungsprogrammes sowie des
Serviceleistungsprogrammes zugeordnet werden, deren Ausgestaltung im folgenden betrachtet wird:
4.3.1 Pflegerisch-betreuerisches-Leistungsprogramm
Das Pflegerisch-betreuerische-Leistungsprogramm wird im wesentlichen durch die Vorgaben des SGB XI
geprägt und gilt allgemein als das wichtigste Kernleistungsprogramm des Alten- und Pflegeheimes. Es
beinhaltet sowohl die sogenannte Grundpflege bzw. allgemeine Pflege, die die Hilfen zur Körperpflege,
Ernährung und Mobilität und die Betreuung umfaßt, als auch die Behandlungspflege (vgl. KLIE, 1996, S. 540 543). Der Umfang der Leistungserbringung richtet sich nach dem individuellen Gesundheitszustand bzw. dem
Hilfe- und Pflegebedarf sowie den Wünschen des Bewohners.
Da sich der Inhalt der Pflegeleistungen aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen bei allen Heimen gleich
gestaltet, können das Qualitätsniveau der Pflege und die Atmosphäre, in der die Leistungserbringung erfolgt, im
Hinblick auf die Profilierung gegenüber den Wettbewerbern als die zentralen Erfolgsfaktoren angesehen
werden. Entscheidend ist, wie gepflegt wird und welchen Ruf die Einrichtung diesbezüglich in der Öffentlichkeit
genießt. Die bei den Mitarbeitern vorherrschende Grundhaltung bzw. das Selbstverständnis ist somit von
grundlegender Bedeutung. Um ein gleichbleibend hohes Niveau bei der Qualität der Dienstleistungsverrichtung
zu erzielen, ist eine Handlungsorientierung für die Mitarbeiter in Form eines Pflegeleitbildes erforderlich, das
durch ein einheitliches Pflegeverständnis eine konstante Pflegequalität gewährleisten soll und gleichzeitig die
Grundlage weiterer qualitätssichernder Maßnahmen bildet. Je verständlicher, realistischer und detaillierter
dieses Leitbild unter Mitwirkung der Mitarbeiter formuliert wird, desto größer ist die Chance, daß sich die
Mitarbeiter mit diesem identifizieren können, es internalisieren und im Alltag motiviert beherzigen (vgl. TRILL,
1996, S. 23). Im einzelnen sollte deshalb ein Pflegeleitbild die folgenden Aspekte beinhalten (vgl. HELLIGE u.
a., 1994, S. 234/235):
●
●
●
●
●
●
●
●
Oberstes Gebot muß es sein, eine Haltung zu entwickeln, trotz aller körperlichen und geistigen
Abbauvorgängen des Heimbewohners in diesem ein voll ausgebildetes, frei entscheidendes Wesen zu
erkennen und zu respektieren.
Grundlage der Arbeit bildet ein ganzheitlich verstandenes Menschenbild, das jeden Menschen in seiner
Gesamtheit von Körper, Geist und Seele betrachtet.
Das Menschenbildes wird bestimmt durch Wertschätzung, Anteilnahme und Akzeptanz jedes einzelnen
Individuums.
Statt einer Standardisierung wird die Individualisierung der Pflege gesetzt, an die Stelle funktionaler
Arbeitszerlegung tritt die ganzheitliche Pflege, die nicht am, sondern mit dem Bewohner als integriertem
Bestandteil stattfindet.
Eine systematisch geplante Pflege läßt sich nur durch die Anwendung der Pflegeprozeß-Methode
realisieren.
Die Pflegeprozeß-Methode muß im Bezugsrahmen eines Pflegemodells stehen, da sie keine normativen
Pflegevorgaben beinhaltet, sondern als ein Regelkreis zu verstehen ist. Das Pflegemodell ist der
Orientierungsrahmen für die pflegerische Tätigkeit, es gibt Vorstellungen von dem, was Pflege bewirken
kann bzw. soll.
Voraussetzung für die Evaluation der Pflege ist ein praktikables, auf die Einrichtung zugeschnittenes
Dokumentationssystem.
Die Planung und Dokumentation der Pflegeleistungen wird wesentlich durch den Einsatz von
Pflegestandards erleichtert. Diese haben nichts mit standardisierter Pflege zu tun, sondern dienen
lediglich als Orientierungsschemata, anhand derer die individuelle Pflege des Bewohners geplant wird.
●
●
●
Sie sollen einen gleichmäßigen Qualitätsstandard bezüglich der zu erbringenden Pflegeleistungen
garantieren.
Ganzheitliche Pflege kann nur mittels eines personal- und bewohnerorientierten Pflegesystems realisiert
werden. Deshalb ist ein Organisationssystem wie die Bezugspflege anzustreben, das durch relativ
stabile, sehr persönliche Beziehungen gekennzeichnet ist.
Die funktionierende Zusammenarbeit innerhalb des Pflegedienstes und mit den anderen Bereichen des
Heimes ist unerläßlich.
Die regelmäßige Teilnahme aller Mitarbeiter an Fortbildungsmaßnahmen ist unumgänglich, um eine den
sich ständig verändernden Anforderungen angepaßte Qualifikation zu erhalten und zu erweitern.
4.3.2 Unterkunfts- und Verpflegungsprogramm
Im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes lassen sich unter dem Bereich "Unterkunft und Verpflegung"
Bereitstellung und Reinigung des Wohnraumes, Wäscheversorgung, Speise- und Getränkeversorgung sowie
Wartung und Unterhaltung der Einrichtung zusammenfassen (vgl. KLIE, 1996, S. 543/544). Für das Alten- und
Pflegeheim existieren innerhalb dieses Kernleistungsbereiches eine Vielzahl von Möglichkeiten, sich gegenüber
der Konkurrenz abzuheben und Präferenzen in der Öffentlichkeit zu schaffen.
Neben der allgemeinen baulichen Struktur und der Außenanlage des Heimes stellt das ausreichende Angebot
von Einzelzimmern bzw. -appartements einen wichtigen Faktor dar, da die Mehrzahl der Bewohner nur ungern
auf die eigenen vier Wände verzichten möchte. Um den vielfältigen Ansprüchen und der Vielschichtigkeit der
Bewohner zu entsprechen, bietet es sich deshalb an, daß die Einrichtung mehrere übersichtliche, eine
häusliche Atmosphäre ausstrahlende Pflege- bzw. Wohneinheiten mit unterschiedlichen Ein- oder
Zweibettzimmern enthält, zwischen denen der Bewohner auswählen kann. Auf Wunsch sollte zusätzlich die
Möglichkeit bestehen, das Zimmer selbst einzurichten, um sich dadurch die bisher vertraute Umgebung ein
Stück weit bewahren zu können. Außerdem sollten alle Zimmer über eine seniorengerechte Naßzelle sowie
eine Terrasse, einen Balkon oder eine Loggia, Appartements zudem über eine Küchenzeile verfügen und mit
entsprechenden Anschlüssen für Telefon, Radio und Fernsehen ausgestattet sein.
Hinsichtlich der Verpflegung empfiehlt es sich, morgens und abends ein Buffet und mittags eine Menüauswahl
in Form eines Komponentenessens anzubieten, um die differenzierten Bedürfnisse, angefangen von
diätetischer bis hin zur vegetarischen Kost, der Bewohner abzudecken. Das Eingehen auf besondere
Essenswünsche sollte ebenfalls eine Selbstverständlichkeit sein.
Weiterhin sollte überlegt werden, den Bewohnern zu ermöglichen, Haustiere zu halten, da diese oftmals im
Leben von alten Menschen als Weggefährte eine wichtige Rolle einnehmen.
4.3.3 Beschäftigungs- und Veranstaltungsprogramm
Mit der Institution Alten- und Pflegeheim assoziiert die Öffentlichkeit oftmals die Isolation der Bewohner vom
gesellschaftlichen Leben und damit eine Ghettoisierung. Die Leistungsfähigkeit eines Heimes wird deshalb auch
daran gemessen, wie abwechslungsreich es den Alltag seiner Bewohner gestaltet und welche Bemühungen es
unternimmt, die sozialen Kontakte der Bewohner zu fördern und diese in das gesellschaftliche Umfeld zu
integrieren. Der Zusammenstellung eines die Wünsche und Interessen der Bewohner berücksichtigenden
Tages- und Freizeitprogrammes, das zugleich den beschäftigungstherapeutischen Anforderungen nach
Erhaltung und Rückgewinnung der mentalen, manuellen und sozialen Fähigkeiten der Bewohner gerecht wird,
kommt somit eine nicht zu unterschätzende Bedeutung zu. In diesem Zusammenhang kann zwischen
Angeboten, die normalerweise regelmäßig jede Woche stattfinden, und als Rahmenprogramm bezeichnet
werden können, und zusätzlichen kulturellen und geselligen Veranstaltungen, die das "Standardprogramm"
ergänzen, unterschieden werden. Im folgenden sind einige typische Angebote aufgeführt:
Tab. 5: Veranstaltungsangebote
Rahmenprogramm
Kulturelle und gesellige
Veranstaltungen
- Kreatives Gestalten
- Konzert-, Theaterbesuche
- Schwimmen
- Vorträge
- Literaturkreis
- Ausflugsfahrten
- Gedächtnistraining
- Besichtigungen
- Klönnachmittag
- Jahreszeitliche Feste
- Singen, Malen, Basteln
- Ferienfahrten
- Spielkreise
- Geburtstagsfeiern
- Tanz
- Kulinarische Abende
- Gymnastik
- Filmvorführungen
- Gottesdienst, Morgenandacht
4.3.4 Serviceleistungsprogramm
Die Serviceleistungen eines Alten- und Pflegeheimes dienen zum einen der Ergänzung der Haupt- bzw.
Kernleistungen, insbesondere der Bereiche "Pflege und Betreuung" sowie "Unterkunft und Verpflegung", zum
anderen der Schaffung einer dem "normalen" Leben ähnelden Umgebung, die den Bewohnern ermöglicht,
ihrem früheren Leben vergleichbare Aktivitäten zu unternehmen (vgl. MAYER, 1996, S. 84). Dem Heim bietet
sich über die Servicegestaltung die Chance, sich gegenüber der Konkurrenz abzuheben und somit ein
zusätzliches Differenzierungskriterium für die Kunden zu schaffen (vgl. BRUNS, 1996, S. 38). Ziel ist es somit,
über das Vorhalten weiterführender attraktiver Leistungen Präferenzen bei den Kunden zu bewirken. Dem Heim
sind in diesem Zusammenhang bei der Gestaltung dieses Bereiches allenfalls wirtschaftliche Grenzen gesetzt.
Um die Vorhaltekosten für einzelne Serviceleistungen zu reduzieren und damit eine größere Anzahl an
zusätzlichen Leistungen anbieten zu können, sollte versucht werden, ehrenamtliche Mitarbeiter in die
Leistungserbringung zu integrieren. Als Einsatzfelder eignen sich hier insbesondere Bereiche, in denen eher die
persönliche Zuwendung als die fachliche Hilfe Priorität genießt, hauptamtliche Mitarbeiter nicht finanzierbar
wären oder für Dienstleistungen, die unentgeltlich erbracht werden, wie zum Beispiel Einkaufshilfe oder
Spaziergänge (vgl. PANTENBURG, 1996, S. 174).
Folgende Angebote können in Betracht gezogen werden (vgl. MAYER, 1996, S. 83 - 86):
●
●
●
●
●
Kiosk oder Minimarkt.
Cafeteria, Bistro oder Restaurant.
"Schalterstunden" eines Geldinstituts.
Öffentliche Münz- oder Telefonkartenfernsprecher.
Sprechstunden der Rentenversicherungsanstalten, Pflege- und Krankenkassen.
●
●
●
●
●
●
●
●
●
●
Briefmarkenverkauf, Briefkasten.
Friseursalon, Medizinische Fußpflege.
Physiotherapeutische Praxis.
Ausgestaltung von persönlichen Feiern der Bewohner.
Einkaufsservice (auch für Medikamente).
Vermietung von Gästezimmern für die Besucher der Bewohner.
Nähstube, die Ausbesserungsarbeiten der Kleidung übernimmt.
Kapelle bzw. Andachtsraum.
Hausbibliothek, die an eine öffentliche Bücherei angeschlossen ist.
Fahrdienst.
4.4 Distributionspolitik
Das Alten- und Pflegeheim gilt als standortgebunden, da die angebotenen Dienstleistungen nur im direkten
Kontakt von Mitarbeitern und Bewohnern bzw. Kunden erstellt werden können, die Anwesenheit des Kunden
am Ort der Leistungserstellung ist zwingend (vgl. HILKE, 1989, S. 24).
Im Gegensatz zur klassischen Distribution, die den Transport eines Produktes oder den Weg einer
Dienstleistung bestimmt, geht es für das Alten- und Pflegeheim im wesentlichen um die Distribution von
Informationen, d. h., die Festlegung der Informationskanäle und -wege, die wie ein flächendeckendes Netz die
Verfügbarkeit der Informationen sicherstellen (vgl. PETERS, 1995, S. 61/62). Hier bietet sich beispielsweise das
Auslegen von Broschüren, Prospekten oder Faltern als Streuartikel in Arztpraxen, ambulanten Diensten und
öffentlichen Verwaltungen an.
Einen weiteren Aspekt bildet die sogenannte physische Erreichbarkeit des Heimes, also die infrastrukturelle
Anbindung der Einrichtung. Neben einer Bushaltestelle in direkter Nähe sollte an einen Taxihaltestand sowie
eine ausreichende Zahl an Parkplätze, eventuell auch an die Einrichtung eines Fahrdienstes des Hauses
gedacht werden (vgl. MEFFERT/BRUHN, 1997, S. 426), um gerade Besuchern das Aufsuchen des Heimes zu
ermöglichen.
Die zeitliche Erreichbarkeit umfaßt die Sprechzeiten bestimmter Ansprechpartner bzw. die Öffnungszeiten der
Verwaltung und anderer Bereiche, an denen die Kunden immer jemanden erreichen können (vgl. MAYER,
1996, S. 49). In diesem Zusammenhang besteht ebenfalls die Möglichkeit, die Wartezeiten bis zum Einzug ins
Heim dadurch zu reduzieren, indem bei einem Nachfrageüberhang ein anderes Heim, zu dem
partnerschaftliche Beziehungen existieren, eingeschaltet wird, das auch seinerseits nicht zu erfüllende Aufträge
abgibt.
Eine zusätzliche Möglichkeit der Distribution von Pflegeleistungen in Form einer Standortdezentralisation bietet
der Aufbau eines ambulanten Pflegedienstes, bei dem die Kunden in einem größeren Gebiet erreicht werden
können und schon erste (positive) Erfahrungen mit der Pflegequalität der Einrichtung sammeln können.
Dadurch kann auch die Entscheidung für die Einrichtung, wenn eine Heimaufnahme durch die Patienten in
Betracht gezogen wird, entsprechend beeinflußt werden (vgl. RITTER, 1995, S. 1005/1006).
4.5 Kontrahierungspolitik
Die Kontrahierungspolitik im Alten- und Pflegeheim muß differenziert betrachtet werden, da sie die zwei
Teilgebiete, die Bestimmung der Entgelte für die verschiedenen Dienstleistungen und die Festlegung
zusätzlicher Vereinbarungen, die die Leistungsentgelte oder deren Bezahlung tangieren, umfaßt.
Grundsätzlich besteht für das Unternehmen Alten- und Pflegeheim keine Möglichkeit, für seine Dienstleistungen
aus dem SGB XI und dem SGB V eine eigene Preispolitik durchzuführen. Die Festsetzung der Höhe der
Leistungsentgelte erfolgt generell in den Pflegesatzverhandlungen mit den Finanzierungsträgern (vgl. § 85 SGB
XI). Infolge dieser "Preisnormierungen" (vgl. CORSTEN, 1997, S. 363 ; MEFFERT/BRUHN, 1997, S. 402)
entfallen für den einzelnen Heimträger im Bereich der Grundleistungen alle Maßnahmen wie Preisfestlegung,
Preismodifizierung, Preisabstufung und Preisänderung.
Eine realistische Möglichkeit zur Preisgestaltung und Preisdifferenzierung wird dagegen allgemein hinsichtlich
der Wahl- und Zusatzleistungen gesehen (vgl. BRUNS, 1996, S. 36). Hierunter fallen alle Leistungsangebote,
die über das Maß der durch das SGB XI definierten Grundleistungen hinausgehen, wie zum Beispiel Mani- oder
Pediküre, Vorlesen, individuelle Auswahl von Musikprogrammen und besondere Fahrdienste (vgl. KLIE, 1996,
S. 354 - 356). Dieser Bereich kann jedoch aufgrund der noch nicht abgeschlossenen Rahmenverträge nach §
75 SGB XI, die jeweils eine landesweite Differenzierung zwischen den Grund- und Komfortleistungen
vornehmen, noch nicht vollkommen ausgenutzt werden (vgl. KLIE,1996, 319 f. u. S. 540 ff.).
Bei der Kalkulation der Höhe der Entgelte für diese zusätzlichen Leistungen empfiehlt es sich, neben der
Beachtung der entstehenden Kosten auch das Vorgehen der konkurrierenden Einrichtungen in die eigenen
Überlegungen einzubeziehen. Aus taktischen Gründen kann es sich anbieten, teilweise auf eine
Rechnungstellung zu verzichten, um sich mit diesem "Service des Hauses" auf dem Markt zu profilieren. Den
Bewohnern würde in diesem Fall ein echter materieller Vorteil entstehen, der ihnen zudem das gute PreisLeistungs-Verhältnis des Heimes verdeutlicht. Eine weitere Alternative zur Veranschaulichung des PreisLeistungs-Verhältnisses bietet in diesem Zusammenhang das Angebot des "Probe-Wohnens" für noch
unschlüssige potentielle Bewohner, um die breite Palette von Dienstleistungen, die Mitbewohner und die
Mitarbeiter kennenzulernen, bevor sie sich für oder gegen einen Umzug in das Heim entscheiden (vgl. HILKE,
1989, S. 21).
Die Konditionenpolitik, die die reinen preispolitischen Maßnahmen ergänzt, gibt dem Heim eine weitere
Möglichkeit, sich als ein kompetentes, serviceorientiertes Unternehmen darzustellen. Hier können zum einen
die Gestaltung der Zahlungsbedingungen in Form eines zurückhaltenden Umganges mit Mahnungen
zahlungsrückständiger Kunden, zum anderen die Gewährung von Rabatten ab einem bestimmten Umfang an
erbrachten Wahl- und Zusatzleistungen dazu beitragen, sowohl den Bewohnern als auch der gesamten
Öffentlichkeit ein "faires" und angemessenes Preis-Leistungs-Verhältnis zu verdeutlichen (vgl. BIEBERSTEIN,
1995, S. 280 ff.).
4.6 Kommunikationspolitik
Da die durch das Alten- und Pflegeheim angebotenen Dienstleistungen als immaterielle Güter erst bei ihrer
Erbringung durch den Bewohner auf ihre Qualität hin beurteilt werden können, muß die Kommunikationspolitik
mit Werbemaßnahmen, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit darauf ausgerichtet sein, kontinuierlich die
Leistungsfähigkeit und die Leistungsziele sachlich und überzeugend darzustellen.
Durch die Transparenz der Dienstleistungsqualität soll ein Vertrauensverhältnis zu den Kunden aufgebaut und
eine positive Imagebildung in der Öffentlichkeit erzielt werden. Ziel der Kommunikationspolitik des Heimes muß
es also sein, das Einzigartige des unternehmerischen Profils herauszustellen und die spezifische
Unternehmensidentität durch aufeinander abgestimmte Kommunikationsmaßnahmen zu vermitteln, so daß das
Heim im Pflegemarkt identifizierbar ist (vgl. MEFFERT, 1994, S. 87 ; BIEBERSTEIN, 1995, S. 326/327). Die
Bedeutung der kommunikationspolitischen Maßnahmen sollte gerade für das Angebot sozialer Dienstleistungen
nicht unterschätzt werden. Die inhärente Immaterialität dieser Leistungen erfordert flankierende
kommunikationspolitische Instrumente vor, während und nach dem Dienstleistungsprozeß, die die besondere
Kompetenz des Heimes hervorheben.
Bei der Gestaltung der informations- und kommunikationspolitischen Maßnahmen hat das Heim generell das
Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) zu beachten, das Wettbewerber und Nachfrager gegen alle
Formen der beabsichtigten und unbeabsichtigten Irreführung schützen soll (vgl. § 3 UWG). Ein weiteres
elementares Ziel dieses Gesetzes ist es, werbliche Aktivitäten, die gegen die guten Sitten verstoßen, wie zum
Beispiel die Heranführung potentieller Bewohner an das Heim durch "Kundenfang" (Beeinträchtigung der freien
Willensbildung), Nötigung (Ausübung von Zwang) oder Verlockungen in Form von Zuwendungen und
Geschenken, zu unterbinden. Unter diesen § 1 UWG fällt ebenfalls die Behinderung von konkurrierenden
Einrichtungen, vergleichende Werbung oder der Verstoß gegen bestehende Gesetze (vgl. RITTER, 1995, S.
1003/1004 ; TSCHEULIN/HELMIG, 1996, S. 1362 ff.). Allgemein gilt jedoch, daß, je mehr der informative
Aspekt im Vordergrund steht und je sachlicher die Beschreibungen und Aussagen formuliert sind, es desto
unwahrscheinlicher erscheint, daß das Heim hier in juristische Konflikte verwickelt wird (vgl. PEPELS, 1996, S.
634 - 638 ; THILL, 1996, S. 39).
Im folgenden werden die wichtigsten Instrumente der Kommunikationspolitik für ein Alten- und Pflegeheim
erläutert:
4.6.1 Öffentlichkeitsarbeit
Wie die Begriffe Öffentlichkeitsarbeit oder Public Relations (PR) schon zum Ausdruck bringen, umfaßt dieser
Bereich die Beziehungen des Unternehmens Alten- und Pflegeheim zu seiner Umwelt bzw. zur gesamten
Öffentlichkeit. Speziell geht es darum, positive Einstellungen gegenüber dem Heim zu erzeugen und zu
festigen, wobei sich die Kommunikationsinhalte weniger auf die einzelnen Dienstleistungen als vielmehr auf das
Heim als Gesamtheit mit allen seinen vertrauensbildenden und -erhaltenden Eigenschaften beziehen (vgl.
BRUHN/TILMES, 1994, S. 141). Im Allgemeinen lassen sich der Öffentlichkeitsarbeit fünf Aufgaben bzw.
Funktionen zuordnen, anhand derer das Wesen dieses Kommunikationsinstrumentes beschrieben werden kann
(vgl. MEFFERT, 1986, S. 494 ; WEIS, 1990, S. 383):
●
●
●
●
●
Informationsfunktion, d. h., die Übermittlung von Informationen über das Alten- und Pflegeheim an
relevante Zielgruppen mit dem Ziel, eine verständnisvolle Einstellung im Hinblick auf das Haus und seine
Situation zu erzielen.
Imagefunktion, d. h., den Aufbau und die Änderung einer bestimmten Vorstellung von dem Alten- und
Pflegeheim in der allgemeinen Öffentlichkeit.
Kommunikationsfunktion, d. h. das Zustandebringen von Kontakten zwischen dem Heim und den
relevanten Zielgruppen.
Führungsfunktion, d. h. die Beeinflussung der Öffentlichkeit im Hinblick auf die Posiotinierung des
Heimes am Markt.
Existenzerhaltungsfunktion, d. h. die glaubwürdige Darstellung der Notwendigkeit des Heimes für die
Öffentlichkeit.
Der Erfolg der Öffentlichkeitsarbeit hängt im wesentlichen davon ab, ob die Regeln der Public-RelationsMaßnahmen Berücksichtigung finden. Öffentlichkeitsarbeit darf nicht entsprechend eines "Gießkannenprinzips"
durchgeführt werden, d. h., je breiter eine Information gestreut worden ist, desto größer gestalten sich die
Streuverluste, so daß die Information nicht zur Kenntnis genommen, übergangen oder übersehen werden (vgl.
MEINERS/ALBERS, 1998, S. 52).
Außerdem muß jede Public-Relation-Aussage der Wahrheit entsprechen, die Kontrolle ihres Inhaltes muß
einkalkuliert werden. Als wichtiger Grundsatz gilt deshalb, niemals mehr zu versprechen, als man auch wirklich
zu leisten vermag. Einen weiteren wichtigen Punkt stellt die Klarheit der Sprache dar. Es sollte einfach,
verständlich und ohne verbale Finessen formuliert werden, so daß der Empfänger die Botschaft auch versteht.
Dritter Aspekt ist die anzustrebende Einheit von Wort und Tat. Verdrehungen, Doppelsinnigkeiten und
widersprechende Aussagen sollten vermieden werden, da sie in der Regel Irritationen auslösen (vgl.
MEFFERT, 1986, S. 495 ; HABA, 1996, S. 601).
Je nachdem, welche Zielgruppen im Rahmen der Public Relations angesprochen werden sollen, kann zwischen
externer und interner Öffentlichkeitsarbeit unterschieden werden (vgl. PEPELS, 1994, S. 341).
4.6.1.1 Externe Öffentlichkeitsarbeit
In dem Bestreben, die externen Zielgruppen 14 hinsichtlich der Dienstleistungsqualität kontinuierlich
zufriedenzustellen und zu überzeugen, muß sich das Heim an der subjektiven Wahrnehmung der einzelnen
Zielgruppen orientieren und damit die für diese wahrnehmbaren und verständlichen Qualitätsdimensionen
beachten15 , wobei die externe Öffentlichkeitsarbeit ganzheitlich auf alle Zielgruppen ausgerichtet sein muß.
Unabhängig von den einzelnen Zielgruppen gilt es, sogenannte Atmosphären zu schaffen, die das
Erscheinungsbild des Heimes im Hinblick auf die sensorisch wahrnehmbaren Elemente der Ausstattung und der
Umgebung sowie des Umganges mit bzw. das Verhalten gegenüber der Öffentlichkeit kennzeichnen. Ein
einladender, hotelähnlich gestalteter Eingangs- oder Empfangsbereich, in dem eventuell leise Musik erklingt,
helle Räume, eine ansprechende Gebäudefassade, Blumendekorationen, eine bedürfnisgerechte
Raumgestaltung und Möblierung, Sauberkeit, sogar ein angenehmer, "normal" riechender Duft sowie eine gute
Verpflegung können als die Aushängeschilder des Heimes bezeichnet werden (vgl. KOTLER, 1978, S. 221 ;
HABA, 1996, S. 602).
14 Siehe auch Abschnitt 3.5, „Erfolgsrelevante Zielgruppen“.
15 Siehe auch Abschnitt 3.4.2, „Dimensionen der Dienstleistungsqualität“.
Von ebenso großer Bedeutung sind, insbesondere für die ersten Eindrücke beim Betreten der Einrichtung, wie
freundlich die Begrüßung ist und wie das Auftreten, die Kleidung und das Erscheinungsbild des Personals
empfunden wird. Diese, auch als "Schlüssel-Qualitäts-Erlebnisse" charakterisierbaren, Eindrücke prägen aus
der Sicht der allgemeinen Öffentlichkeit das Bild der Einrichtung maßgeblich, zumal sie auch für
Außenstehende eindeutiger beurteilbar sind als die pflegerische Fachkompetenz (vgl. RIEGL, 1991b, S. 257).
In diesem Zusammenhang bieten sich die folgenden Medien an, mit deren Hilfe den einzelnen Zielgruppen das
Erscheinungsbild des Heimes vermittelt bzw. Informationen übermittelt werden können:
Um zu gewährleisten, daß die Bewohner, die als die wichtigste Zielgruppe anzusehen sind, kontinuierlich
Veranstaltungshinweise und aktuelle Informationen erhalten, sollten ein "Schwarzes Brett" und Pinnwände zum
Einsatz kommen. Eine zum Beispiel monatlich erscheinende Hauszeitung dient zusätzlich einerseits als
Plattform, um über Aktivitäten und gemeinsam Erlebtes zu berichten, und andererseits als Forum für
Leserbriefe, Anregungen, Kritik und aktuelle Themen. Gleichzeitig hat sie die Aufgabe, den übrigen
Zielgruppen, hier insbesondere den Angehörigen und Besuchern, zu verdeutlichen, wie engagiert sich das
Alten- und Pflegeheim um das Wohlbefinden seiner Bewohner kümmert. Mit Hilfe einer mit ansprechenden
Bildern ausgestalteten Heimbroschüre kann man neue Bewohner und potentielle Interessenten über die
Hausstrukturen und die Abläufe informieren und damit zum einen eine Unterstützung bieten, sich schneller
einzuleben, und zum anderen eventuell vorhandene Hemmschwellen durch die transparente Darstellung des
Heimes abbauen. Außerdem bietet die Broschüre die Möglichkeit, für die gesamte Öffentlichkeit die
Einrichtungsphilosophie und
-kultur unter Hervorhebung der Besonderheiten des Leistungsprogrammes zu beschreiben (vgl. DREWES,
1993, S. 467).
Eine Alternative zu der sehr kostenaufwendigen Heimbroschüre, die sich allerdings durch die Vergabe von
Werbeflächen ( Siehe auch Abschnitt 4.6.3, „Werbung“) reduzieren lassen, stellen Faltblätter dar, die
beispielsweise die Erläuterung einzelner Segmente des Leistungsprogramms oder eine Kurzdarstellung des
Selbstverständnisses des Heimes ("Wir über uns") beinhalten (vgl. MAYER, 1996, S. 80). Die Selbstdarstellung
kann weiterhin über das Medium Alten- und Pflegeheim-Video erfolgen, das im Rahmen von Gesprächen mit
potentiellen Interessenten und ihren Angehörigen in deren bisheriger häuslicher Atmosphäre oder von
Messeauftritten und sonstigen öffentlichen Präsentationsterminen des Heimes eingesetzt werden kann (vgl.
RIEGL, 1991a, S. 116). Um den Angehörigen zu zeigen, daß das Heim auf ihre Eindrücke Wert legt und ihre
Verwandten gut versorgt werden, sollten Angehörigenabende veranstaltet werden, in denen altersspezifische
Probleme und Krankheiten thematisiert und Erfahrungen ausgetauscht werden (vgl. GLANDER, 1994, S. 130).
Weiterhin stellen die Hausärzte der Heimbewohner aufgrund ihrer Multiplikatorenrolle eine nicht zu
vernachlässigende Zielgruppe dar, die regelmäßig ins Heim eingeladen werden sollte, um die Zusammenarbeit
und gegenseitige Informationsweitergabe zu pflegen und damit die Präferenz für das Heim zu erhalten (vgl.
MÜLLER, 1991, S. 14). Hierbei empfiehlt es sich zur Förderung des Interesses an einer solchen Veranstaltung,
diese mit einem Fachvortrag über ein aktuelles medizinisches Thema zu verbinden.
Ein weiteres Instrument der Öffentlichkeitsarbeit ist der Tag der offenen Tür. Um bereits im Vorfeld Interesse bei
allen Zielgruppen zu wecken und den Interessierten einen Überblick der zu erwartenden Vorführungen,
Informationen und des Aktionsrahmens zu geben, ist es ratsam, frühzeitig ein detailliertes Programm zu
veröffentlichen. Bei dieser Gelegenheit können sich alle relevanten Zielgruppen ein Bild über das Heim machen,
wie man es nicht alltäglich sieht. Bei der Organisation einer solchen Veranstaltung sollte jedoch unbedingt
beachtet werden, daß die Intimsphäre der Bewohner gewahrt bleibt, da sie sich sonst wie "Ausstellungsstücke"
vorkommen könnten. Aus diesem Grund sollte im Zweifelsfalle auf einen Tag der offenen Tür verzichtet und
andere, von der Wirkung her ähnlich orientierte Events in Betracht gezogen werden. Hier kommen in erster
Linie Vernissagen und Ausstellungen, Basare, Flohmärkte und Sommerfeste in Frage, die sich auch dadurch
auszeichnen, daß die Bewohner besser integriert werden können (vgl. HABA, 1996, S. 602).
Im Rahmen dieser Veranstaltungen bietet sich zudem dem Heim die Gelegenheit, Geschäftsberichte,
Jahresberichte, statistische Veröffentlichungen oder Pressespiegel an die Hand zu geben, die ebenfalls bei
anderen Anlässen verwendet werden können. Sie stellen ein interessantes und wirksames Mittel dar, mit dem
insbesondere den Finanzierungsträgern und dem Medizinischen Dienst der Krankenversicherung die
Leistungsfähigkeit und Kompetenz verdeutlicht werden kann, wenn deren Vertreter ohnehin nicht schon
regelmäßig in das Heim eingeladen werden, um sich persönlich ein Bild von dem überzeugenden
Qualitätsniveau zu machen (vgl. MÜLLER, 1991, S. 15).
4.6.1.2 Interne Öffentlichkeitsarbeit
Die interne Öffentlichkeitsarbeit ist auf die Mitarbeiter des Heimes ausgerichtet 17 , die durch ihr Verhalten und
ihre Äußerungen gegenüber den Bewohnern und den anderen Zielgruppen in erheblichen Maße die Meinung,
die sich die Öffentlichkeit von der Einrichtung bildet, prägen und somit die wichtigsten Imageträger eines
Heimes sind. Ziel der internen Public Relations ist es deshalb, auf der Basis der Unternehmensphilosophie eine
Identifizierung der Mitarbeiter mit dem Heim und eine optimale Zufriedenheit am Arbeitsplatz, verbunden mit
einer Motivationssteigerung zu erreichen (vgl. MÜLLER, 1991, S. 15). Dabei ist zu beachten, daß sich
Meinungen über das Heim nicht verordnen lassen, schöne Prospekte bewirken wenig, wenn die Mitarbeiter
nicht hinter den Aussagen stehen oder Worte schlichtweg in Frage stellen. Die Ziele des Unternehmens Altenund Pflegeheim müssen den Mitarbeitern transparent gemacht und von den Führungskräften auch vorgelebt
werden (vgl. HABA, 1996, S. 601). Das Image des Heimes bei seinen Mitarbeitern wird durch die folgenden
Faktoren entscheidend beeinflußt:
Die Schaffung eines positiven Heimklimas trägt wesentlich zur Zufriedenheit und Motivation der Mitarbeiter bei.
Die Organisationsstruktur des Heimes hinsichtlich der Arbeitszeitregelungen, der Hierarchieebenen und der
Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Bereichen sowie der Führungsstil der Vorgesetzten und das
Angebot des Heimes für die Mitarbeiter selber, wie zum Beispiel eine Sportgruppe, können das Klima positiv
oder negativ beeinflussen (vgl. MÜLLER, 1991, S. 17). WEH und SIEBER charakterisieren in diesem
Zusammenhang die verschiedenen Heimklimata wie folgt:
17 Der Begriff „Internes Marketing“ wird in der Literatur synonym verwendet (vgl. ausführlich BIEBERSTEIN,
1995, S. 335 ff. ; MEFFERT/BRUHN, 1997, S. 444 ff. ; BRUHN, 1997,S. 84).
Tab. 6: Positives und negatives Heimklima
Positives Heimklima
Negatives Heimklima
- Miteinander reden.
- Übereinander reden, Intrigen.
- Einander akzeptieren, verstehen,
leben lassen, tolerieren.
- Gegenseitiger Konkurrenzkampf, aufeinander
herumhacken; Ablehnung.
-Gegenseitiges Bemühen, Teamarbeit,
vom Team getragen.
-Einzelkämpfertum, Konkurrenzdenken,
Vereinsamung.
-Wechselseitige Entwicklung unterstützen.
- Seelisch-geistige Stagnation, Verlust an Motivation.
- Positive Einstellung zur Arbeit, zum Heim,
Loyalität
- Gleichgültige Mitarbeiter, fehlende
Loyalität.
- Eigene Ideen verwirklichen, Fähigkeiten
einsetzen können, Initiative
- Befehle ausführen, unselbständig und
ängstlich sein, warten auf ...
- Sich so geben können, wie man ist.
- Eine (fremde) Rolle spielen, sich verstekken.
- An den anderen denken.
- Sich egoistisch in Szene setzen.
- Offen, gelöst sein können, Vertrauen
haben.
- Sich zurückhalten, sich verkrampfen, einander
mißtrauen, Beziehungsschwund.
- Sachliche Problemlösung.
- Persönliche Anrempeleien, Sündenbocksyndrom
- Sich auseinandersetzen, sich aussprechen.
- Sich zerstreiten, Konflikte verdrängen,
Auseinandersetzung verhindern.
- Gute Arbeitsbedingungen.
- Schlechte Arbeitsbedingungen.
- Vorgesetzte, Mitarbeiter, die sich für die
Belange ihrer Mitarbeiter und Kollegen
einsetzen.
- Vorgesetzte, Mitarbeiter, die sich nur um
sich selbst und ihre Position kümmern.
- Klare Trennung der Kompetenzen.
- Sich in Kompetenzbereiche anderer einmischen.
- An zeitliche Absprachen halten, Pünktlichkeit
- Termine verpassen.
- Wenig Arbeitsausfälle.
- Häufige Krankheiten, Unfälle, übermüdete
Mitarbeiter.
- Mitarbeiter entsprechend ihrer Fähigkeiten
gefordert.
- Über-, unterforderte Mitarbeiter.
Quelle: In Anlehnung an WEH/SIEBER, 1995, S. 133 ; TRILL 1996, S. 219/220
Die Weitergabe von Informationen ist ebenfalls von großer Bedeutung. Information sollte als "leicht verderbliche
Ware" gelten, die nicht zentralisiert und gehortet wird, sondern jedem jederzeit zur Verfügung steht (vgl.
BRATER/MAURUS, 1995b, S. 152). Gut informierte Mitarbeitern können ihre Arbeit besser leisten, da sie
wissen, was sie gerade tun, und wie ihre Tätigkeit in das Gesamtkonzept integriert ist. Außerdem verhindert ein
kontinuierlicher Informationsfluß die doppelte Erledigung der gleichen Arbeit, die ansonsten schnell Irritationen
bei den Bewohnern auslösen würde.
Durch das Publizieren einer Mitarbeiterzeitschrift, die auch mit der Hauszeitschrift kombiniert werden kann,
können hausinterne Veränderungen und Geschehnisse weitergegeben werden. Hierbei ist es wichtig, die
Mitarbeiter bei der Gestaltung dieser Zeitschrift einzubeziehen und genügend Freiraum für eigene Anliegen und
Probleme einzuräumen (vgl. MÜLLER, 1991, S. 18).
Das Angebot von internen und externen Fortbildungsmaßnahmen kann außerdem unterstützend auf die
Motivation der Mitarbeiter wirken und die Bereitschaft zum kontinuierlichen und berufsbegleitenden Lernen
fördern. Zudem führt das erworbene Wissen zu einer Steigerung der Qualifikation der Mitarbeiter und bereichert
somit den täglichen Arbeitsprozeß.
An weiteren zusätzlichen Maßnahmen zur internen Öffentlichkeitsarbeit sollten ebenfalls Betriebsfeste und ausflüge, die Gratulation zum Geburtstag, die Anerkennung besonderer Leistungen in Form von Gratifikationen,
die Gestaltung des Arbeitsplatzes, Team- und Mitarbeitergespräche nicht außer Acht gelassen werden.
Die Schaffung eines "Wir-Gefühls" und die überzeugende Vermittlung, daß alle an einem Strang ziehen, ist als
die Hauptaufgabe der internen Öffentlichkeitsarbeit anzusehen (vgl. RIEGL, 1994, S. 118). Der Erfolg der
internen Öffentlichkeitsarbeit hat zudem direkte Auswirkungen auf die externe Öffentlichkeitsarbeit und läßt sich
damit anhand dieser bewerten. Mitarbeiter, die sich mit ihrem Heim identifizieren, Freunde an ihrem Beruf
haben und eine hohe Zufriedenheit ausstrahlen prägen das Image des Heimes in der Öffentlichkeit
entscheidend, da insbesondere die im ständigen Kontakt mit dem Heim stehenden Zielgruppen, wie auch
besonders die Bewohner, ganz genau spüren, ob sich die Arbeitsabläufe harmonisch gestalten und ein
positives Heim- bzw. Betriebsklima vorherrscht. Die Mitarbeiter sind somit als der Schlüsselfaktor (Key People)
der Kundenzufriedenheit zu sehen (vgl. MEFFERT/BRUHN, 1997, S. 445). Die Kundenorientierung ist folglich
nur so gut wie die Mitarbeiter, die sie umsetzen.
4.6.2 Pressearbeit
In direktem Verbund mit der Öffentlichkeitsarbeit steht die Presse- bzw. Publicityarbeit, die den Zielgruppen
über die Medien Presse, Rundfunk oder Fernsehen auf indirektem Wege Informationen liefert. Die Pressearbeit
bietet dem Heim die Möglichkeit, Informationen über die Einrichtung in möglichst positiver Form unentgeltlich
und für ein relativ großes Publikum zu verbreiten. Gute Beziehungen zu Journalisten der örtlichen Presse sind
für das Alten- und Pflegeheim von enormer Bedeutung, da eine enge Zusammenarbeit das Verständnis der
Presse für die Anliegen des Heimes fördern kann und zudem Artikel positiv im Sinne des Heimes beeinflußt
werden können (vgl. THILL, 1996, S. 251/252). Positive redaktionelle Berichte erhöhen die Glaubwürdigkeit des
Alten- und Pflegeheimes und fördern das Vertrauen der Öffentlichkeit, da sie in einem journalistischen und
seriösen Kontext dargeboten werden (vgl. BIEBERSTEIN, 1995, S. 325).
Eine Möglichkeit der Plazierung von Nachrichten besteht in Form der Pressemitteilung an die örtliche
Tagespresse. Damit kann beispielsweise auf die Fertigstellung eines neuen Gebäudekomplexes und die damit
verbundene Einweihung aufmerksam gemacht werden. Ein weiteres Medium stellt die Pressemappe dar, die
meistens noch umfangreichere Informationen als die Pressemitteilung enthält, und den Journalisten eine
Arbeitserleichterung dienen soll, da sich der Aufwand für die Recherchen deutlich reduziert (vgl. WEH/SIEBER,
1995, S. 177 ff.). Bei einem Pressegespräch wird eine kleine Anzahl von Journalisten eingeladen, die in einem
möglichst nicht vorstrukturierten Rahmen in Form einer Diskussion über aktuelle bzw. die Medienvertreter
interessierende Aspekte informiert werden. Die Atmosphäre ist dabei deutlich persönlicher als bei einer
Pressekonferenz und bietet somit für beide Seiten einen größeren Raum zum besseren Kennenlernen und zu
einem intensiveren, individuelleren Informationsaustausch. Im direkten Kontext zum Pressegespräch ist die
Pressebesichtigung zu sehen, da die anschauliche Darstellung der Sachverhalte zu einem schnelleren
Verständnis der Inhalte beiträgt. Sind die zu vermittelnden Informationen abstrakterer Natur, empfiehlt sich die
Durchführung eines Interviews. Um den effizienten und damit erfolgreichen Ablauf zu gewährleisten, sollten im
Vorfeld die geplanten Themen und möglichen Fragestellungen abgeklärt werden (vgl. MÜLLER, 1994, S. 553).
Weiterhin ist es zweckmäßig, kontinuierlich die Bereitschaft zur Teilnahme an Diskussionsrunden und
Podiumsdiskussionen zu aktuellen Themen zu signalisieren, da es sich hierbei um günstige Gelegenheiten zur
Darstellung der Kompetenz des Heimes handelt. Aufgrund der nicht zu unterschätzenden imagefördernden
Wirkung sollte das Heim schließlich auch versuchen, über Berichterstattungen und Reportagen in regionalen
Tageszeitungen sowie Radio- und Fernsehsendern das Besondere seiner Leistungen vorzustellen (vgl. HABA,
1996, S. 603 ; THILL, 1996, S. 262/263).
4.6.3 Werbung
Die Werbung als ein weiteres Instrument der Kommunikationspolitik des Heimes läßt sich allgemein
charakterisieren als eine unpersönliche Form der Massenkommunikation, bei der durch den Einsatz von
Werbemitteln in bezahlten Werbeträgern versucht wird, die erfolgsrelevanten Zielgruppen anzusprechen und zu
beeinflussen. Sie beabsichtigt, die Adressaten der Werbemaßnahmen unmittelbar von den Vorzügen der
eigenen Dienstleistungen zu überzeugen und ganz konkret neue Bewohner zu gewinnen (vgl. KREIDENWEIS,
1996, S. 348 ; SCHARF/SCHUBERT, 1997, S. 214). Im Gegensatz zur Öffentlichkeits- und Pressearbeit, mit
deren Hilfe das Ansehen und das Vertrauen des Heimes langfristig gefördert werden sollen, ist die Werbung in
der Regel auf das Ziel gerichtet, relativ kurzfristig Markterfolge zu realisieren (vgl. BIEBERSTEIN, 1995, S. 325).
Bei der Gestaltung der Werbemaßnahmen ist entscheidend, daß die psychologische Wirkungsweise von
Werbung auf den Menschen generell beachtet wird, d. h., die Werbung muß entsprechend dem mehrstufigen
Verarbeitungsprozeß von Werbeinformationen durch den Menschen als ein denkendes, fühlendes und
handelndes Wesen strukturiert sein. Die bekannteste Faustregel für erfolgreiche Werbung stellt das sogenannte
AIDA-Schema dar (vgl. BRUHN, 1997, S. 209):
1. Stufe: A wie "Aufmerksamkeit" (Attention)
Als erstes muß die Aufmerksamkeit des Betrachters um jeden Preis auf das Werbemittel gelenkt werden. Hier
geht es vor allem um Blickfangpunkte, die das Auge gleichsam magisch anziehen.
2. Stufe: I wie "Interesse" (Interest)
Das tiefere Interesse des Werbeadressaten an dem Medium ist zu wecken, ihn also beispielsweise zum
Weiterlesen einzuladen.
3. Stufe: D wie "Das will ich haben" (Desire)
An dieser Stelle ist im Vergleich zur Konsumgüterindustrie nicht der Verstand anzusprechen, sondern das
Gefühl. Bei Pflegeleistungen sind beispielsweise die emotionalen Gesichtspunkte ausschlaggebend, sich oder
seine Angehörigen bei genau diesem Alten- und Pflegeheim in gute Hände geben zu können.
4. Stufe: A wie "Aktion" (Action)
Es muß erreicht werden, beispielsweise über eine freundliche Aufforderung zum Anruf, daß die potentiellen
Bewohner und ihre Angehörigen mit dem Heim Kontakt aufnehmen.
Neben der Festlegung der inhaltlichen Konzeption der Werbebotschaft müssen durch das Heim
Entscheidungen über die Wahl der Werbemedien und Werbemittel getroffen werden. Diese stehen in enger
Korrelation, da in den meisten Fällen die Wahl der Werbemittel an ganz bestimmte Werbemedien gebunden ist.
In diesem Zusammenhang versteht man unter einem Werbemittel die personelle und sachliche Ausdrucksform
der Werbung, während die Werbemedien die Medien bezeichnen, durch die die Werbemittel an die Adressaten
der Werbung herangetragen bzw. gestreut werden (vgl. SCHARF/SCHUBERT, 1997, S. 232/233). Als
Werbemittel kommen für das Alten- und Pflegeheim insbesondere Annoncen, Anzeigen oder Beilagen in den
regionalen Tageszeitungen, Wochenblättern oder Telefonbüchern, aber auch Plakate oder Prospekte, die
beispielsweise in Arztpraxen oder Kirchengemeinden ihre Wirkung erzielen können, in Frage (vgl. BRUNS,
1996, S. 37).
Grundsätzlich sollten aber bei der Gestaltung der Werbemaßnahmen sowohl die Kosten-Nutzen-Relation als
auch die Problematik, daß eine aggressive Werbung in den Printmedien auch dahingehend durch die
Öffentlichkeit interpretiert werden könnte, daß das Heim beispielsweise aufgrund seines Qualitätsniveaus nicht
ausreichend ausgelastet ist, im Auge behalten werden. Zudem könnten Irritationen, und damit unter Umständen
ein negatives Echo in der Öffentlichkeit ausgelöst werden, wenn sich potentielle Interessenten im Rahmen
wiederholter Werbekampagne um einen Heimplatz bemühen, aber wegen bereits bestehender Vollauslastung
eine Absage erhalten.
4.6.4 Soziosponsoring
Der zunehmende Kostendruck im Gesundheitswesen und die damit verbundenen Finanzierungsprobleme
einzelner Projekte und Vorhaben, wie zum Beispiel die Herstellung einer Hauszeitung oder einer
Heimbroschüre, bedeuten für ein Alten- und Pflegeheim, neue Finanzierungsquellen suchen zu müssen. In
diesem Zusammenhang ist das Soziosponsoring18 eine interessante Alternative. Hierunter versteht man "die
Verbesserung der Aufgabenerfüllung im sozialen Bereich durch die Bereitstellung von Geld-/
Sachmitteln oder Dienstleistungen durch Unternehmen, die damit auch (direkt oder indirekt) Wirkungen für ihre
Unternehmenskultur und -kommunikation anstreben" (BRUHN, 1990, S. 6). Auf der Basis des Prinzips von
Leistung und Gegenleistung gewährt der Sponsor Fördermittel und erhält dafür von Seiten des Gesponserten,
also dem Alten- und Pflegeheim, als Gegenleistung die Möglichkeit zur Werbung in eigener Sache. Im
Gegensatz zu einem Freundeskreis bzw. Förderverein, die ebenfalls als mögliche Sponsoren anzusehen sind,
verfolgt ein das Heim sponserndes Wirtschaftsunternehmen neben dem Fördermotiv auch das Ziel, durch die
Dokumentation der Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung das Firmenimage in der Öffentlichkeit, bei
Kunden und Geschäftspartnern positiv zu beeinflussen (vgl. DREWES, 1993, S. 447 ; MÜLLER, 1993, S. 732).
Als Formen des Sponsorings kommen Geldleistungen, Sachmittel, wie zum Beispiel Bereitstellung von
Computern oder Fahrzeugen, und Dienstleistungen in Form von Know-how-Vermittlung zur Lösung bestimmter
Probleme in Betracht (vgl. BRUHN, 1990, S. 16). Bei der Art der durch das gesponserte Heim zu erbringenden
Gegenleistungen wird allgemein zwischen einer aktiven Gegenleistung und einer passiven Duldung
unterschieden. Im Rahmen der aktiven Gegenleistung erhält zum Beispiel das gesponserte Fahrzeug
Firmenaufdrucke des Sponsors oder das Sponsoringunternehmen wird in der Hauszeitschrift, in
Pressemitteilungen und sonstigen Veröffentlichungen des Heimes erwähnt. Eine passive Duldung besteht im
Einverständnis des Gesponserten, daß der Sponsor selbst mit dem Sponsorship in der eigenen Werbung und
Öffentlichkeitsarbeit wirbt (vgl. BRUHN, 1990, S. 19).
18 Die Begriffe Sozio- und Sozialsponsoring werden in der Literatur synonym verwendet (vgl. MÜLLER, 1993 ;
DREWES, 1993, S. 447 ff. ; BRUHN/TILMES, 1994, S. 167 ff.).
Aus Sicht des Alten- und Pflegeheimes kann Sponsoring in der Regel mit folgenden Vorteilen verbunden
werden (vgl. DREWES, 1993, S. 449 ; BRUHN/TILMES, 1994, S. 176 ; THILL, 1996, S. 269):
●
●
●
●
Soziosponsoring vergrößert den finanziellen Spielraum.
Durch eine verbesserte finanzielle, materielle und/oder personelle Ausstattung kann die
Aufgabenerfüllung optimiert werden, zudem wird ein breiterer finanzieller Spielraum zur Finanzierung von
Innovationen geschaffen.
Der Bekanntheitsgrad des Heimes nimmt durch die Werbe- und Öffentlichkeitsaktivitäten zu.
Die im Sponsoring gewonnenen Erfahrungen können zum einen auf andere Bereiche übertragen werden
und zum anderen neue Impulse für die eigene Öffentlichkeitsarbeit initiieren.
Neben diesen Vorteilen müssen allerdings auch die Gefahren, die direkt oder indirekt mit Sponsoring verbunden
sind, berücksichtigt werden. Dabei ist vor allem an folgende Nachteile zu denken (vgl. DREWES, 1993, S. 449 ;
BRUHN/TILMES, 1994, S. 177):
●
●
●
●
Das Heim könnte bei einer erfolgreichen und dauerhaften Verbindung finanziell vom Sponsor abhängig
werden.
Das Bekanntwerden des Sponsorings könnte je nach Umfang zur Folge haben, daß das
Spendenaufkommen zurückgeht, da die Spender der Ansicht sind, daß ihre Spenden wegen der von
ihnen vermuteten, großzügigen Finanzierung durch den Sponsor für andere Spendenzwecke besser
eingesetzt werden können.
Es besteht die Gefahr, daß staatliche Stellen ihre finanziellen Zuschüsse reduzieren.
Sollte der Sponsor in der Vergangenheit in der Öffentlichkeit ein negatives Image gehabt haben, könnte
sich die Annahme der Unterstützung negativ auswirken.
Im konkreten Fall, zum Beispiel beim Verkauf von Werbeflächen in der Heimbroschüre oder Hauszeitung oder
der Unterstützung bei Baumaßnahmen, sollte deshalb überprüft werden, ob mit den genannten Risiken
gerechnet werden muß. Um die Gefahren im Vorfeld zu minimieren, sollte ein Sponsoringvertrag
abgeschlossen werden, der unbedingt die Klausel enthalten sollte, daß der Vertrag gekündigt werden kann,
wenn das Sponsorunternehmen in die Schlagzeilen gerät. Außerdem sollten hier die Leistungen und
Gegenleistungen beider Vertragsparteien eindeutig formuliert, die Vertragsdauer festgelegt sowie allgemein die
Sachverhalte beschrieben werden, die jeweils beide Seiten zu einer Kündigung des Vertrages berechtigen (vgl.
DREWES, 1993, S. 449/450 ; MÜLLER, 1993, S. 735).
4.7 Qualitätsmanagement
Für die Umsetzung des Qualitätsmanagements im Alten- und Pflegeheim sollten die Stelle bzw. Funktion des
Qualitätsbeauftragten, das Qualitätsmanagementhandbuch und Qualitätszirkel als unterstützende Instrumente
ihre Anwendung finden, um zum einen eine kontinuierliche Dienstleistungsqualität gewährleisten und damit die
Kunden zufriedenzustellen und zum anderen den gesetzlichen Anforderungen umfassend nachkommen zu
können (vgl. GROSSER, 1996, S. 628).
In diesem Zusammenhang wird von dem Verständnis ausgegangen, daß aktives Qualitätsmanagement nicht
mit einer Zertifizierung beispielsweise nach der ISO-Normenreihe 9000 gleichgesetzt werden kann. Eine
Zertifizierung gibt keine detaillierten inhaltlichen Auskünfte über die Qualität, sondern regelt lediglich das
Verfahren, wie eine Einrichtung ihr System zur Förderung und Sicherung der Qualität aufzubauen hat und wie
zum Beispiel bei der Entwicklung und Einführung von Standards vorzugehen ist. Die ISO-Norm basiert somit
auf einem dem Total Quality Management diametral entgegenstehenden Qualitätsverständnis, das die
permanenten Lern- und Entwicklungsprozesse nicht beachtet (vgl. BRETZKE, 1995, S. 417 ; HILDEBRAND,
1995, S. 32). Der Ausweis einer ISO-Zertifizierung dient somit mehr oder weniger der Dokumentation nach
außen, um dem Kunden ein gewisses Qualitätsniveau nachzuweisen, bevor dieser die Dienstleistung in
Anspruch nimmt. Entgegen der allgemeinen Ansicht der Öffentlichkeit lassen sich jedoch keine Rückschlüsse
auf die Dimension der Ergebnisqualität ziehen, die Normung führt in erster Linie dazu, daß die
Qualitätsmanagementssysteme der Einrichtungen und damit die internen Verfahrensweisen vergleichbar
werden (vgl. BIEBERSTEIN, 1995, S. 192 ; TRILL, 1996, S. 247/248).
4.7.1 Qualitätsbeauftragter
Die Schaffung einer Stelle eines "Qualitätsbeauftragter" für die gesamte Einrichtung bzw. die teilweise
Freistellung von Mitarbeitern oder die Beauftragung eines Mitarbeiters in Zweitfunktion aus den verschiedenen
Bereichen des Heimes für die Wahrnehmung der Aufgaben eines Qualitätsbeauftragten wird in der Praxis als
eine wichtige Voraussetzung für ein effektives Qualitätsmanagement angesehen (vgl. BÜSE, 1996, S. 140/141).
Qualitätsbeauftragte, in einigen Einrichtungen auch Qualitätsberater genannt, entlasten die Führungskräfte in
fachlicher Hinsicht und nehmen eine beratende, koordinierende und kontrollierende Funktion wahr. Zu ihrem
Aufgabenbereich gehört in der Regel die Vorbereitung und Begleitung der Entwicklung, Überarbeitung und
Einführung von Standards, die fortlaufende Beurteilung und Überprüfung des Qualitätsmanagementssystems
sowie der Aufbau und die Pflege des Qualitätsmanagementhandbuches. Zudem können sie zusätzlich als eine
Anlaufstelle für Beschwerden und Probleme dienen, die vor Ort nicht geklärt werden können oder bei denen die
Bewohner der Ansicht sind, keinen richtigen Ansprechpartner zu haben. Weiterhin vertreten sie nach
Möglichkeit die Einrichtung in allen Qualitätsbelangen nach außen, koordinieren und moderieren intern die
Arbeit der Qualitätszirkel und verfolgen die Umsetzung deren Verbesserungsvorschläge in die Praxis.
Zusammen mit den Führungskräften der einzelnen Bereiche zeichnen sie sich ebenfalls dafür verantwortlich,
den Schulungsbedarf der Mitarbeiter festzustellen und entsprechende regelmäßige Fortbildungsprogramme mit
zu organisieren. In ihrer Funktion sind sie Mitglied der Qualitätskonferenz bzw.
-kommission des Alten- und Pflegeheimes, die die gesamten Aktivitäten zur Qualitätssicherung überwacht und
genehmigt (vgl. SPERL, 1994, S. 131/132).
4.7.2 Qualitätsmanagementhandbuch
Das Qualitätsmanagementhandbuch stellt eine Sammlung aller Dokumente dar, die die Entwicklung,
Ausführung und Verbesserung der gesamten Dienstleistungen des Alten- und Pflegeheimes betreffen. Es gibt
die grundsätzliche Haltung bzw. Einstellung des Alten- und Pflegeheimes in Form der
Unternehmensphilosophie sowie die Absichten und Maßnahmen zur Sicherung und Verbesserung der
Dienstleistungsqualität wieder (Qualitätspolitik, -ziele). Neben der Beschreibung des
Qualitätsmanagementssystems werden hier Regelungen über Verantwortungsbereiche und Zuständigkeiten
dokumentiert, hinzu kommt die Festlegung der organisatorischen Ausgestaltung sowie der Verfahren und
Anweisungen zur Umsetzung einzelner Maßnahmen zur Qualitätssicherung. Das Handbuch beinhaltet zudem
sowohl einen Qualitätssicherungsplan, der die spezifischen Qualitätspraktiken, die Mittel und die Reihenfolge
von Tätigkeiten für die einzelnen Dienstleistungen enthält, als auch Verfahrensanweisungen, die festhalten, wie
konkrete Handlungen und Abläufe ausgeführt werden sollen, dokumentiert und gesteuert werden und welche
Qualitätspraktiken zur Anwendung kommen (vgl. KAMISKE/BRAUER, 1995, S. 151/152). Besonders im
Hinblick auf die Einarbeitung neuer Mitarbeiter bedeutet diese Zusammenfassung aller in der Einrichtung
praktizierten Qualitätsstandards eine nicht zu unterschätzende Hilfestellung.
4.7.3 Qualitätszirkel
Qualitätszirkel sind durch die Leitung des Alten- und Pflegeheimes institutionalisierte, auf Dauer angelegte
Arbeitsgruppen, in denen sich in der Regel drei bis zehn Mitarbeiter eines Arbeitsbereiches oder mehrerer
Arbeitsbereiche mit einer gemeinsamen Erfahrungsgrundlage in einem zwei- bis vierwöchigen Rhythmus auf
freiwilliger Basis während der Arbeitszeit für ein bis zwei Stunden treffen. Diese Mitarbeiter analysieren Fragen
sowie Abläufe aus ihrem Arbeitsbereich, hinterfragen Qualitätsstandards und erarbeiten gemeinsam unter
Anleitung eines geschulten Moderators, gegebenenfalls unter Hinzuziehung externer Experten, mit Hilfe
spezieller, erlernter Problemlösungs- und Kreativitätstechniken Lösungs- und Verbesserungsvorschläge. Diese
Lösungen werden dann anschließend durch die Qualitätszirkelmitglieder selbständig oder im Instanzenweg
umgesetzt mit Ergebniskontrollen im Rahmen der Erprobungsphase. Die Qualitätszirkel eines Heimes sind über
den Qualitätsbeauftragten und die Qualitätskommission in den organisatorischen Rahmen des
Qualitätsmanagementssystems eingebunden und unterhalten zu den einzelnen Bereichen kommunikative
Beziehungen, um über das Geschehen Transparenz herzustellen (vgl. KALTENBACH, 1991, S. 227 - 233 ;
HELLIGE u. a., 1994, S. 155 - 158).
Ziel dieser in Anlehnung an den PDCA-Zyklus19 agierenden Gruppen ist es also, die eigene Arbeit zu
reflektieren, Schwachstellen und Fehlerquellen aufzudecken und eine Verbesserung der Arbeitsprozesse und
damit der Arbeitsergebnisse zu erreichen (vgl. GIEBUNG u. a., 1996, S. 98). Die diskutierten Probleme dienen
somit als Impuls für ein gemeinsames, qualitätsorientiertes Handeln. Für die Mitarbeiter in den Qualitätszirkeln
ist es hierbei besonders wichtig, daß sie die volle Unterstützung und Förderung durch die Vorgesetzten
erhalten; Versuch und Irrtum müssen ohne Sanktionen möglich sein, erst dann kann diese Arbeit den
gewünschten Erfolg zeigen (vgl. STEINLE u. a., 1996, S. 310/311).
19Diese Abkürzung steht für Plan-Do-Check-Act-Zyklus (Planen, Ausführen, Überprüfen,Verbessern), der auch
als Deming-Kreis bezeichnet wird (vgl. KAMISKE/BRAUER, 1995,S. 216 - 220).
Qualitätszirkel bieten sowohl für die Mitarbeiter als auch für das Heim viele Vorteile. Langfristig führen sie zu
einer Steigerung der Arbeitszufriedenheit und einer damit verbundenen Fluktuationsrate sowie einer
Reduzierung von Konflikten. Im einzelnen bedeutet dies für die Mitarbeiter, daß sie sich dadurch aktiv in die
Bewältigung ihrer Probleme einbringen können. Ihre Kreativität und Motivation wird durch diese bewußte
Problemauswahl deutlich gesteigert, sie erfahren eine größere Wertschätzung. Gleichzeitig können durch diese
Form der Mitarbeit unter Umständen nicht mehr wahrgenommene Ressourcen bei den Mitarbeitern aktiviert
werden, die sich für die tägliche Praxis positiv auswirken. Weiterhin steigert das Engagement im Qualitätszirkel
zum einen die fachliche Qualifikation, zum Beispiel durch Ursachenforschung oder Entwicklung von Standards,
zum anderen führt es zu einer persönlichen Weiterentwicklung durch gemeinsame Gespräche und den Prozeß
der Konsensfindung, Konfliktfähigkeit und Bereitschaft zur Teamarbeit werden geschult und gefördert (vgl.
PARATSCH, 1996, S. 123).
Die Einrichtung profitiert vom vorhandenen Mitarbeiter-Know-how und ist damit nicht gezwungen, dieses
möglicherweise auf dem Markt teuer zu erwerben. Die Ergebnisse der Qualitätszirkel können zudem oftmals
vom eigentlichen Problembereich auf andere übertragen werden, so daß auch dort die täglichen Arbeiten
vereinfacht und erleichtert oder Probleme beseitigt werden können. Dies hat zur Folge, daß nicht nur durch eine
effektivere Organisation von Arbeitsabläufen als Ergebnis der Qualitätszirkelaktivitäten Kosten reduziert werden
können, sondern auch die Zufriedenheit der Kunden positiv beeinflußt werden kann. Außerdem ist eine
Zunahme der Identifikation der Mitarbeiter mit der Einrichtung zu erwarten, da die Mitarbeiter in der Regel hinter
den Ergebnissen ihrer Arbeitsgruppen stehen und ein großes Interesse an der Umsetzung der Lösungs- und
Verbesserungsvorschläge haben (vgl. BÜSE, 1996, S. 152 ff. ; DÜHRUNG, 1996, S. 185).
4.7.4 Vorgehensweise
Um die Effizienz der Aktivitäten zur Qualitätssicherung zu gewährleisten, empfiehlt es sich, das Vorgehen
folgendermaßen zu strukturieren und organisieren (vgl. EICHHORN, 1990, S. 95):
●
Qualitätssicherung erfolgt in erster Linie intern und eigenverantwortlich.
●
Voraussetzungen schaffen.
●
- Dokumentationssystem.
- Auswertung der Dokumentation sicherstellen.
- Stabsstelle(n) für Qualitätsbeauftragte(n) einrichten.
- Qualitätszirkel und Qualitätskommission institutionalisieren.
Einzelfallanalysen statistisch festgelegter Auffälligkeiten bei einzelnen Qualitätsmerkmalen durchführen.
Bei Bedarf externe Beratung hinzuziehen.
Strukturierungsprinzipien für Qualitätssicherungsmaßnahmen beachten.
●
- Qualitätsindikator (Auswahl der Leitprobleme, Setzen von Prioritäten)
- Beurteilungsansatz.(Struktur-, Prozeß-, Ergebnisorientierung)
- Beurteilungstechnik.(Methoden zur Ermittlung des Zielerreichungsgrades)
- Beeinflussungsstrategien.(Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung)
Methodenvielfalt bei der Ist-Dokumentation gewährleisten.
●
●
●
- Bewohnerbezogene Basisdokumentation.
- Routinemäßige Besprechungen.(Arbeitsgruppen, Leitungsbesprechungen, Teambesprechungen)
- Beobachtung des Leistungsgeschehens.
- Befragung von Bewohnern und Mitarbeitern.
Qualitätssichernde Interventionen kontinuierlich vorbereiten und begleiten, Maßnahmen zur
Qualitätssicherung zwischen den Bereichen der Einrichtung koordinieren und integrieren
5. Bestandsaufnahme des Marketings in Alten- und
Pflegeheimen
Die in den vorangegangenen Kapiteln dargelegten theoretischen Erkenntnisse bildeten die
Grundlage der durchgeführten empirischen Erhebung. Zunächst werden der
Untersuchungsgegenstand und die Methodenwahl erläutert. Hierbei geht es im einzelnen um die
Ziele der Studie, die Planung und Durchführung der Untersuchung, das angewandte
Forschungsinstrument sowie eine Deskription der befragten Heime, die gleichzeitig zur
Darstellung und Diskussion der Untersuchungsergebnisse der Erhebung des Ist-Zustandes der
Marketingaktivitäten in Alten- und Pflegeheimen überleitet.
5.1 Untersuchungsgegenstand und -methode
5.1.1 Ziele der Studie
Im Hinblick auf die eingangs dargelegte Zielsetzung verfolgt diese Studie die Intention, die
Marketingaktivitäten einzelner Alten- und Pflegeheime in privater, öffentlicher und
freigemeinnütziger Trägerschaft unter den modifizierten Wettbewerbsbedingungen des
Pflegeversicherungsgesetzes zu erfassen und zu untersuchen. Ohne auf dezidierte
Forschungsergebnisse zurückgreifen zu können, soll sie einen Eindruck der augenblicklichen
Situation vermitteln und den Boden für weitere differenzierte Untersuchungen bereiten. Die
sekundärstatistischen Materialien liefern zwar Anhaltspunkte für Entwicklungstrends im
Pflegemarkt insgesamt, sie lassen jedoch keine Rückschlüsse auf die Verhaltensweisen
einzelner Alten- und Pflegeheim zu. Bei der vorliegenden Studie handelt es sich somit um eine
Primärerhebung mit explorativem Charakter, die bewußt keinen Anspruch auf Repräsentativität
erhebt (vgl. FRIEDRICHS, 1990, S. 121 f. ; BORTZ/DÖRING, 1995, S. 334 ff.). Damit ein enger
Themenbezug hergestellt ist, stützt sich die Untersuchung auf die in den vorangegangenen
Kapiteln geleisteten theoretischen Vorarbeiten. Auf der Basis der theoretischen Erkenntnisse zur
möglichen Gestaltung des Marketings in Alten- und Pflegeheimen sollen unter Berücksichtigung
zukünftiger Entwicklungen des unternehmenrischen Umfeldes und den daraus abzuleitenden
Anforderungen an das Unternehmen Alten- und Pflegeheim Trends aufgezeigt werden, die sich
unter Umständen in der Zukunft als Schwachstellen im Konkurrenzkampf auf dem Pflegemarkt
herausstellen könnten.
Dabei wird im Rahmen dieser Studie folgenden Fragestellungen nachgegangen:
●
●
●
●
●
●
●
●
Haben die Heime die Notwendigkeit eines umfassenden Marketings erkannt?
Welche Bedeutung messen sie dem Marketing bei?
Gibt es Unterschiede bei städtisch und ländlich gelegenen Heimen?
Wie hoch ist die Auslastung des Heimes?
Werden die Marketingaktivitäten systematisch durchgeführt?
Welche Leistungsspektrum wird angeboten?
Welcher Schwerpunkt wird bei den Aktivitäten gesetzt?
Wie wird die Marketingsituation erforscht?
●
●
●
●
●
●
●
●
●
●
Ist das Leistungspotential der konkurrierenden Heime bekannt?
Welche marketingpolitischen Instrumente werden überwiegend eingesetzt?
Welche Serviceleistungen werden angeboten?
Wie versucht das Heim, sich über die Serviceleistungen von der Konkurrenz abzuheben?
Wie wird die Öffentlichkeitsarbeit gestaltet?
Betreibt das Heim Soziosponsoring?
Wo werden Chancen zur Expansion bzw. Existenzsicherung gesehen?
Welche Kooperationsformen werden genutzt, um Kosten- und Nutzenvorteile ausschöpfen
zu können?
Welche Schwerpunkte werden beim Qualitätsmanagement gesetzt?
Wie wird die Dienstleistungsqualität gewährleistet?
5.1.2 Planung und Durchführung
Die Überlegungen zur Zielsetzung der Studie und die damit verbundene Notwendigkeit, daß für
die Erforschung und Beschreibung der Marketingaktivitäten Fakten, Einstellungen und
Bewertungen der Alten- und Pflegeheime zu ermitteln sind, führten zu der Entscheidung, die
empirische Erhebung in Form von, für diese Art von Informationsgewinnung allgemein als
Standardinstrument angesehenen, qualitativen Befragungen durchzuführen (vgl. SCHNELL u. a.,
1993, S. 328). Die in der Literatur aufgeführten wesentlichen Funktionen dieser Methode sind
unter anderem in einer beschreibenden Erfassung von Tatsachen sowie in dem systematischen,
zielorientierten Vorgehen unter weitreichender Kontrolle der Erhebungssituation zu sehen (vgl.
ATTESLANDER, 1984, S. 86). Im Hinblick auf diese Anforderungen bietet das Experteninterview
gegenüber einer schriftlichen Befragung für die Untersuchung des Ist-Zustandes der
Marketingaktivitäten die Vorteile, daß zum einen im Rahmen des Interviews die
Befragungssituation kontrolliert werden kann und daß zum anderen gewährleistet ist, daß die
anvisierte Zielgruppe Auskünfte erteilt (vgl. ATTESLANDER, 1984, S. 111). Außerdem ist bereits
zu Beginn der Erhebung das Ausmaß der Beteiligung bekannt20. Zudem lassen sich
Kommunikationsprobleme, sowohl das Verständnis einzelner Fragen als auch deren
Beantwortung betreffend, durch Hilfestellungen seitens des Interviewers reduzieren (vgl.
LOBIONDO-WOOD/HABER, 1996, S. 397 ff.). Um die Ergebnisse der unterschiedlichen
Erhebungssituationen vergleichbar zu machen, empfehlen BORTZ und DÖRING (vgl. 1995, S.
289) den Einsatz eines Interviewleitfadens, durch den der Interviewer ein Gerüst für die
Datenerhebung und Datenanalyse erhält. Dieses Fragebogengerüst ist dadurch gekennzeichnet,
daß es den Gesprächsablauf und -inhalt zwar vorgibt, jedoch gleichzeitig genügend Spielräume
bei der Formulierung der Fragen und der Aufnahme der Antworten läßt.
20 Bei schriftlichen Befragungen ist die Rücklaufquote ungewiß, so daß eine geringe Beteiligung
die Untersuchung insgesamt gefährden kann.
Für die Bestandsaufnahme der Marketingaktivitäten in Alten- und Pflegeheimen erschien es in
diesem Zusammenhang zweckmäßig, einen teilstrukturierten Interviewleitfaden (Der
Interviewleitfaden „Marketing im Alten- und Pflegeheim“ befindet sich im Anhang) zu entwickeln,
der eine gezielte Variation des Gesprächs ermöglichte, da verschiedene Informationen, wie zum
Beispiel Insiderwissen über anvisierte Strategien, nur durch ein flexibles Eingehen auf den
Befragten bzw. die Befragte und die jeweilige Situation zu erwarten waren. Somit konnten Fragen
übergangen oder während des Experteninterviews modifiziert werden, was die spätere
Auswertung zwar nicht erleichterte, dafür aber dem allgemeinen Verständnis diente und zudem
die Informationsausbeute sowohl quantitativ als auch qualitativ erhöhte. Bei der Frageform
handelte es sich, wie es allgemein von BORTZ und DÖRING (vgl. 1995, S. 194) für, ein
wissenschaftlich neues Problemfeld beschreibende Erkundungsstudien angeraten wird, bis auf
wenige Ausnahmen um offen gehaltene Fragen. Diese Vorgehensweise ist einerseits dadurch
gekennzeichnet, daß sie oftmals eine Zuordnung der Aussagen zu quantitativ auswertbaren
Antwortkategorien erschwert und zum Teil sogar unmöglich macht. Andererseits können
aufgrund der - nicht wie bei geschlossenen Fragestellungen vorgegebenen Antwortmöglichkeiten komplexere Informationen erhoben werden, die in der Regel einen tieferen
Einblick in das bisher unerforschte Untersuchungsfeld ermöglichen, so daß sich die
Marketingaktivitäten der Alten- und Pflegeheime teilweise detaillierter und differenzierter
beschreiben lassen und zudem eine umfassende Materialbasis für weitere dezidierte Studien zur
Verfügung steht (vgl. BORTZ/DÖRING, 1995, S. 194).
Im Rahmen der Überlegungen zur Art und Weise der Dokumentation der Interviews wurde in
Bezug auf die Zielsetzung der Studie und das Thema der Arbeit von der Möglichkeit,
Audioaufzeichnungen durchzuführen, Abstand genommen, da in diesem Fall der Aufwand dafür
zu hoch erschien. Die Tonbanddokumentation bietet zwar insbesondere bei unstrukturierten
Interviews den Vorteil, das Risiko der Informationsverfälschung zu minimieren, da die
gewonnenen Informationen nach dem Gespräch überprüft und somit die Gefahr einer
fehlerhaften Auswertung reduziert werden können (vgl. BORTZ/DÖRING, 1995, S. 283 ff.).
Aufgrund der Konzeption der Studie und der Struktur des Interviewleitfadens konnte aber die
Wahrscheinlichkeit von Datenverlusten und Datenverfremdungen als gering eingeschätzt
werden, so daß das Protokollieren der Äußerungen der Befragten zum größten Teil in
Stichworten, einige Aussagen auch im Orginalzitat, keine elementaren bzw. verfälschenden
Auswirkungen auf die Ergebnisse der Untersuchung erwarten ließ. In einem anderen Kontext
wäre jedoch der Einsatz der Tonbanddokumentation durchaus als sinnvoll und zweckmäßig zu
bezeichnen gewesen.
Um eine ausreichende Aussagekraft der Ergebnisse bzw. Trends zu gewährleisten, sollten bei
der Studie nicht weniger als 15 Heimleitungen interviewt werden. Die Befragung der
Heimleitungen garantiert, daß die Interviewpartner als die obersten Führungskräfte des Heimes
und Experten für die Marketingaktivitäten in alle grundsätzlichen Vorgänge der Einrichtung
involviert sind. Außerdem ist davon auszugehen, daß diese Personengruppe über
ressortübergreifendes Wissen verfügt und sich schon aufgrund ihrer Position mit Marketing- bzw.
Profilierungsfragen auseinandergesetzt hat. Insofern kann man erwarten, von einer Heimleitung
für die Untersuchung relevante Auskünfte über das "Heim-Marketing" zu erhalten (vgl.
PANTENBURG, 1996, S. 185). Als entscheidendes Kriterium für die Teilnahme eines Heimes an
der Studie wurde ein abgeschlossener Versorgungsvertrag sowohl nach § 93 Abs. 2 BSHG als
auch nach § 72 SGB XI angesehen, durch den die jeweilige Einrichtung als Alten- und
Pflegeheim zur vollstationären Betreuung und Versorgung hilfe- und pflegebedürftiger Menschen
aller Pflegestufen (0 bis III, vgl. § 15 SGB XI) zugelassen wird. Zusätzlich wurde darauf geachtet,
daß sowohl städtisch als auch ländlich gelegene Heime befragt wurden. Ein weiterer
Gesichtspunkt war, daß die interviewten Heimleitungen schon mindestens ein Jahr lang in dieser
Funktion tätig sein mußten und damit von einer Mindesterfahrung in dieser Funktion
ausgegangen werden konnte.
Die Befragung der HeimleiterInnen fand in der Zeit vom 16. Februar bis zum 20. März 1998 an
insgesamt 13 Tagen statt. Die Dauer der Interviews lag zwischen 60 und 180 Minuten, der
Durchschnitt betrug 100 Minuten. Insgesamt kam es zu einem zweimaligen Kontakt mit den
HeimleiterInnen, wobei in einem telefonischen Vorgespräch das Untersuchungsvorhaben, der
Verwendungszweck und die Anonymisierung der Daten erläutert wurden, dem sich bei gezeigter
Teilnahmebereitschaft eine Terminvereinbarung für das eigentliche Interview anschloß 22 . Alle
Befragungen wurden zur verabredeten Zeit in den Büros der HeimleiterInnen ohne Anwesenheit
einer dritten Person durchgeführt. Das Verhältnis zwischen Interviewer und den Befragten
gestaltete sich weitgehend ähnlich positiv, die Interviewatmosphäre war jeweils durchweg
freundlich und entspannt.
22 Lediglich vier (20 %) der insgesamt 20 angesprochenen Heimleitungen waren aufgrund von
terminlicher Überlastung nicht bereit, an der Studie teilzunehmen.
5.1.3 Der teilstrukturierte Interviewleitfaden
Der Interviewleitfaden "Marketing im Alten- und Pflegeheim" gliedert sich in die Bereich
●
●
●
●
●
●
●
Situation des Unternehmens,
Rahmenbedingungen,
Marketingsituationsanalyse,
Marketing-Mix,
Marketingstrategien,
Qualitätsmanagement und
Zusammenarbeit mit den Pflegekassen.
Innerhalb des ersten Interviewteils wurden allgemeine Angaben, wie die Trägerschaft, die
Rechtsform und das Leistungsspektrum bzw. die Leistungsarten, und aktuelle Daten, wie die
Anzahl der Bewohnerplätze, differenziert nach den Stationen und den Leistungsarten, sowie die
durchschnittliche Auslastung der Einrichtung erfragt.
Der zweite Fragenkomplex beschäftigte sich mit den Rahmenbedingungen innerhalb des
Heimes, d. h., es wurden die Einstellung des Trägers zum Marketing, die Entscheidungsträger
über die Marketingaktivitäten, die Existenz von speziellen Planstellen, das Marketingwissen der
Führungskräfte und deren diesbezüglichen Fortbildungsambitionen ermittelt.
Der dritte Abschnitt des Leitfadens thematisierte die Aktivitäten des Heimes in Richtung der
Analyse der Marketingsituation. Neben eventuell bereits durchgeführten Untersuchungen
interessierte hier die Form der Kritikerhebung, die Größe des Einzugsgebietes und dessen
Bewohnerpotential, der Marktanteil, die Konkurrenzsituation, die eingeschätzte Position der
eigenen Einrichtung im Vergleich zu den Mitbewerbern und in der Öffentlichkeit besonders
bekannte und geschätzte Dienstleistungen des Heimes.
Im Rahmen des vierten Themenbereiches waren Fragen zur Gestaltung des
marketingpolitischen Instrumentariums mit dem Schwerpunkt auf angebotspolitischen,
distributionspolitischen und kommunikationspolitischen Aspekten zu beantworten.
Der fünfte Fragenkomplex hatte die marketingstrategische Vorgehensweise des Heimes zum
Inhalt. Von besonderem Interesse waren dabei die Frage nach der Existenz eines
Marketingplanes, dem Anteil marketingrelevanter Themen in den Sitzungen des Trägers, der
Kostentransparenz, der Steigerung der Erträge durch eine Ausdehnung oder Spezialisierung des
Kernleistungsspektrums sowie der vertikalen und horizontalen Kooperation mit anderen
Unternehmen.
Der sechste Themenbereich befaßte sich mit dem Qualitätsmanagement der Einrichtung und den
damit verbundenen qualitätssichernden Maßnahmen.
Den Abschluß des Interviewleitfadens (siebter Themenbereich) bildete die Frage nach der
Haltung der Pflegekassen gegenüber den Marketingaktivitäten des Heimes und deren mögliche
Einflußnahme.
5.1.4 Die befragten Alten- und Pflegeheime
An der durchgeführten Befragung beteiligten sich 16 HeimleiterInnen von privaten, öffentlichen
und freigemeinnützigen Alten- und Pflegeheimen aus Nordrhein-Westfalen und dem Südwesten
Bayerns. Elf der Einrichtungen sind im städtischen Bereich angesiedelt, die restlichen fünf Heime
in ländlichen Regionen.
Unterschieden im Hinblick auf die Trägerschaft setzen sich die befragten Heime wie folgt
zusammen:
Tab. 7: Trägerschaft der befragten Alten- und Pflegeheime
Trägerschaft
Bundesland
Privat
Öffentlich
Freigemeinnützig
Gesamt
Bayern
1
1
6
8
Nordrhein-Westfalen
0
3
5
8
Gesamt
1
4
11
16
Bei der Rechtsform handelt es sich um fünf gemeinnützige Stiftungen, zwei gemeinnützige
Gesellschaften mit beschränkter Haftung (gGmbH), vier eingetragene Vereine (e. V.), drei
Eigenbetriebe, einen Regiebetrieb sowie einen Gewerbebetrieb.
Tab. 8: Rechtsform der befragten Alten- und Pflegeheime
Rechtsform
Land
Stiftung
gGmbH
e. V.
Sonstige
Gesamt
Bayern
4
0
2
2
(1Gewerbebetrieb,
1 Regiebetrieb)
8
NordrheinWestfalen
1
2
2
3
(3 Eigenbetriebe)
8
Gesamt
5
2
4
5
16
Neben dem für ein Alten- und Pflegeheim klassischen Versorgungsangebot der vollstationären
Pflege und Betreuung nach § 43 SGB XI und § 93 BSHG bieten sechs Einrichtungen noch
zusätzlich die Kurzzeitpflege nach § 42 SGB XI, eine die Tagespflege nach § 41 SGB XI sowie
vier betreutes Wohnen an. Drei Heime halten außerdem einen ambulanten Pflegedienst für die
Dienstleistungserbringung nach § 36 SGB XI und § 37 SGB V vor, der auch gleichzeitig das
betreute Wohnens versorgt. Eine Einrichtung ergänzt ihr Leistungsspektrum durch einen
Seniorenserviceruf, vergleichbar mit dem sogenannten Hausnotruf anderer Anbieter, eine im
Aufbau befindliche Seniorenbildungsstätte, eine Wohnraumanpassungsberatungsstelle und ein
seniorengerechtes Ferienhaus. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, daß die an der
Studie beteiligten Heime entweder nur vollstationäre Leistungen erbringen oder bestrebt sind,
über im Durchschnitt zwei weitere Leistungsbereiche das Angebotsspektrum abzurunden. Eine
Besonderheit bilden hier die sechs im Bereich der Arbeiterwohlfahrt, dem Bayerischen Roten
Kreuz, der Caritas und der Diakonie (kreis-) verbandlich organisierten Heime, die zwar einerseits
ausschließlich vollstationäre Dienstleistungen erbringen, jedoch andererseits indirekt auch
zusätzliche Leistungen vorhalten, da der Verband als Träger in der Regel weitere soziale
Dienstleistungen anbietet, auf die potentielle Interessenten verwiesen werden können.
Die Alten- und Pflegeheime verfügen über eine Kapazität von 26 bis zu 170 Bewohnerplätzen bei
40 bis 60 % Einzelzimmern, im Durchschnitt können sie 116 Bewohner aufnehmen. Der Anteil
der Kurzzeitpflegeplätze liegt zwischen 2 und 15, der der reinen Altenheimplätze zwischen 25
und 34 sowie der des betreuten Wohnens zwischen 22 und 27 Wohnungen für ein bis zwei
Personen. Die eine Tagespflege anbietende Einrichtung ist in der Lage, bis zu zehn Patienten
aufzunehmen.
Die Größe der einzelnen Pflege- und Wohnbereiche umfaßt 17 bis 53 Bewohnerplätze,
durchschnittlich sind es 28 Bewohner pro Pflegestation bzw. Wohnbereich.
Für den Zeitraum 01.01.1997 bis Anfang 1998 betrug die durchschnittliche Gesamtauslastung
der befragten Heime 97 bis 100 Prozent, im Mittel etwa 98,7 Prozent.
5.2 Ergebnisdarstellung und Diskussion
5.2.1 Rahmenbedingungen
Von grundlegender Bedeutung für die Gestaltung der Marketingaktivitäten ist die Einstellung des
Trägers der Einrichtung im Hinblick auf diese marktorientierte
Unternehmensführungsphilosophie. Bis auf den Träger eines freigemeinnützigen Heimes, der
Marketing ausschließlich negativ mit "Verkaufen" assoziiert, stehen die übrigen dem
Marketinggedanken sehr positiv gegenüber und sehen für diesen Bereich einen großen
Nachholbedarf. In der Vergangenheit bestand jedoch aufgrund der guten Heimauslastung kein
Anlaß, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen, so daß dieses somit vernachlässigt wurde.
Insbesondere die Öffentlichkeitsarbeit in Verbindung mit einer positiven Mundpropaganda hält
die Mehrheit der Träger (13) für existenznotwendig. Allerdings ist in diesem Zusammenhang bei
vielen Trägern (14) noch nicht einmal ansatzweise geklärt, wie ein umfassendes
Marketingkonzept, geschweige denn die Umsetzung in die Praxis, aussehen könnte.
Insofern erscheint es nur konsequent, daß dann die Heimleitung in der Regel die Kompetenz
besitzt, über die einzelnen Marketingaktivitäten verantwortlich im Rahmen des vorgegebenen
Budgets, bei höheren Beträgen nach Rücksprache mit dem Träger, entscheiden zu können, um
vor Ort die nötige Reagibilität zu haben. Die Ausnahme bildet ein einem Kreisverband einer
Wohlfahrtsorganisation angehörendes Heim, bei dem der sogenannte Kreisvorstand über alle
Marketingaktivitäten die Entscheidungen treffen muß, so daß aus der Sicht der betroffenen
Heimleitung die meisten Vorhaben infolge dieses Instanzenweges zwangsläufig blockiert werden.
Um die Möglichkeiten des Marketings optimal ausnutzen und die Maßnahmen aufeinander
gezielt abstimmen zu können, empfiehlt sich die Schaffung einer eigenen Planstelle. In keiner
Einrichtungen wurde bisher eine entsprechende Stelle eingerichtet, die Gestaltung des
Marketings fällt primär in den Aufgabenbereich der Heimleitung. 9 Heimleitungen (56,25 %)
kümmern sich neben ihren sonstigen Tätigkeiten um das Marketing und erhalten keine weitere
Unterstützung, in einer Einrichtung sind einzelne Bereiche des Marketings auf mehrere Stellen
verteilt worden, die 6 verbandlich organisierten Heime bekommen Hilfestellung in Bezug auf die
Öffentlichkeitsarbeit durch ihre Verbände, die hierfür im Durchschnitt einen Mitarbeiter eingestellt
haben.
Auf die Frage, ob sich die Führungskräfte (z. B. Heim-, Pflegedienst-, Verwaltungsleitung)
Marketingwissen angeeignet hätten, antworteten immerhin knapp die Hälfte der Befragten (7),
daß dies bisher nicht geschehen bzw. das vorhandene Wissen aus der praktischen Erfahrung
der Leitungstätigkeit heraus gewachsen sei ("Learning by doing"). Fünf Heimleitungen (31,25 %)
gaben an, daß das entsprechende Wissen im Rahmen eines absolvierten Studiums, der
Heimleiterausbildung und/oder sonstiger für die Leitungsposition relevanter Weiterbildungen
vermittelt worden sei. In zwei Einrichtungen (12,5 %) besuchten die Führungskräfte eine
einschlägige Fortbildung zum Thema "Öffentlichkeits- und Pressearbeit", während in den
verbleibenden zwei Heimen die Wissensaneignung über das Eigenstudium der Fachliteratur
stattfindet.
Interessant ist in diesem Zusammenhang, daß 81,25 % (13) der interviewten Alten- und
Pflegeheime für die Zukunft trotz der allgemein erkannten Bedeutung der Thematik keine
Teilnahme an gezielten Marketingfortbildungen planen, sondern sich in diesem und im nächsten
Jahr auf die Themenbereiche Qualitätssicherung, EDV, sowie Kosten-Leistungs-Rechnung und
Controlling konzentrieren wollen.
Abb. 3: Sind Marketingfortbildungen für die Zukunft geplant?
5.2.2 Marketingsituationsanalyse
Die Ausrichtung der Aktivitäten auf die Zielgruppen des Unternehmens Alten- und Pflegeheim
beginnt bei der Ermittlung ihrer Wünsche, Bedürfnisse und Anforderungen sowie des Bedarfs an
sozialen Dienstleistungen generell. Aufgrund der beständig hohen Auslastung der
Heimkapazitäten sahen fast alle Einrichtungen (14) bisher keinen Grund, sich mit dem Thema
"Marketingsituationsanalyse" näher zu befassen. Lediglich 2 Heime haben bereits diesbezüglich
erste eigene Untersuchungen durchgeführt. Das eine Heim richtete eine schriftliche Befragung
an die die Bewohner betreuenden Hausärzte mit dem Ziel, die Anzahl der sonstigen älteren
Patienten und deren Krankheitsspektrum zu ermitteln, um anhand dieser Angaben abschätzen
zu können, wie groß das Potential der hilfe- und pflegebedürftigen Bewohner in den nächsten
Jahren sein wird und welche Pflegeintensität zu erwarten ist. Die andere Einrichtung erhob bei
den örtlichen Seniorenclubs im Vorfeld der Einführung des Angebotes des Betreuten Wohnens
Daten in Bezug auf ein potentielles Interesse bzw. einen Bedarf an dieser Dienstleistung aus der
Sicht der älteren Menschen, die als notwendig angesehenen vorzuhaltenen unterstützenden
Leistungen, das Preis-Leistungs-Verhältnis und die Akzeptanz des beabsichtigten Standortes.
Abb. 4: Wurde bereits die Marketingsituation erforscht?
Die kontinuierliche Kritikerhebung ist eine nicht zu unterschätzende Maßnahme, um den
Zufriedenheitsgrad insbesondere der Bewohner und deren Angehörigen als wichtigste Kunden
des Alten- und Pflegeheimes beurteilen zu können. Alle Heimleitungen sind davon überzeugt,
daß in ihren Einrichtungen eine Atmosphäre herrscht, die es den Bewohnern ermöglicht, sich mit
ihren Anregungen, Ideen und ihrer Kritik an alle Mitarbeiter des Hauses wenden und mit einem
offenen Ohr rechnen zu können. Die auf diese Weise erhaltenen Informationen werden dann
über die unmittelbaren Vorgesetzten der Mitarbeiter an die Heimleitung bzw. das Leitungsteam
weitergeleitet. In besonderen Fällen gelten allgemein sowohl die Heim- als auch die
Pflegedienstleitung als die direkten Anlaufstellen. Großen Wert legen die befragten Einrichtungen
zudem auf den regelmäßigen und transparenten Informationsaustausch mit dem Heimbeirat,
dem eine Art Schnittstellenfunktion zugesprochen wird, da hier Vorschläge und Kritik gesammelt
sowie mögliche Veränderungen diskutiert werden können. 12 Heime (75,0 %) veranstalten
außerdem ein- bis zweimal pro Jahr Angehörigenabende 23, die zum einen als eine Plattform für
die Beschwerden und zum anderen als ein Medium gedacht sind, das Verständnis für die
Erkrankungen der Bewohner zu intensivieren sowie die Abläufe in der Einrichtung transparent zu
machen. Um die Reaktionszeit auf die vorgebrachten Kritikpunkte zu reduzieren und ein
systematischeres Beschwerdemanagement zu gewährleisten, hat eine Einrichtung vier feste
Ansprechpartner, die gleichzeitig auch als Qualitätsbeauftragte fungieren, Anfang dieses Jahres
benannt. Diese sollen in der Zukunft für die Bearbeitung der "Reklamationen" mit Hilfe von
Checklisten verantwortlich sein.
23Angehörigenabende sind gleichzeitig auch ein Instrument der externen Öffentlichkeitsarbeit
Die Frage nach der Größe des Heimeinzugsgebietes beantworteten die Befragten relativ zügig
und genau, indem sie die Orte am Rand dieses Gebietes auflisteten. Die Anzahl der Einwohner
in diesem Einzugsgebiet war allerdings im Großen und Ganzen unbekannt und mußte geschätzt
werden. In städtischen Bereichen beträgt den Angaben der Heimleitungen zufolge die
Einzugsgebietsgröße durchschnittlich etwa 10 bis 15 km2, in ländlichen Regionen etwa 40 km2,
wobei die Anzahl der Einwohner zwischen 15.000 (Land) und 500.000 (Stadt) beziffert wurde.
Weitaus schwieriger gestaltete sich die Nennung des Bewohnerpotentials im Einzugsgebiet des
einzelnen Heimes. Neun der Befragten (56,25 %) wußten darauf keine Antwort zu geben,
während vier (25,0 %) zögernd versuchten, mit Hilfe der Addition der in der vorherigen Frage
geschätzten Einwohnerzahlen das hier interessierende Potential zu ermitteln. Zwei Interviewte
(12,5 %) waren nach relativ kurzer Überlegungszeit in der Lage, das vermutete
Bewohnerpotential zu nennen, lediglich ein Gesprächspartner (6,25 %) konnte die konkrete
Antwort sofort geben.
Verwirrung stiftete im Anschluß daran die Frage nach der Höhe des Marktanteils (Siehe auch
Abschnitt 4.1.2, „Ebene des Umfeldes“) der einzelnen Dienstleistungsbereiche. Bis auf eine
Einrichtung wurden bisher keine Marktanteilsberechnungen durchgeführt, zumal den meisten
Befragten (11) auch unklar war, wie der Marktanteil berechnet werden kann. In zwei Heimen ist
man der Ansicht, daß es für die eigene Einrichtung praktisch keine Konkurrenz gibt, was einem
Marktanteil von 100 % entspräche. Eine Heimleitung versuchte, den Marktanteil mit Hilfe der
Nachfragen von potentiellen Bewohnern hochzurechnen. Im Zweifel muß aufgrund der einzelnen
Reaktionen auf diese und die vorherige Frage davon ausgegangen werden (Zitat: "Ach du liebes
bißchen, mit der Frage habe ich nicht gerechnet!"), daß sich die Interviewten mit diesen Themen
anscheinend noch gar nicht auseinandergesetzt haben.
Die Beschreibung der Mitbewerber bzw. Konkurrenten wurde in Abhängigkeit von dem Umfang
der vorhandenen Informationen sehr unterschiedlich vorgenommen. Alle befragten
Heimleitungen sind sich der durch die Pflegeversicherung initiierten Konkurrenzsituation bewußt
und können ihre direkten Mitbewerber benennen, sie verfügen jedoch nur zu etwa einem Drittel
(5) über differenzierte Informationen uber die Konkurrenz im Hinblick auf deren
Leistungsspektrum, Kapazität, Pflegeentgelte und Preis-Leistungs-Verhältnis, Ausstattung sowie
baulichen Zustand. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, daß keine Einrichtung von
einem spürbaren Wettbewerbsdruck spricht, sondern vielmehr das allgemeine Interesse deutlich
wird, die momentane Situation, die keinen unmittelbaren existenzbedrohenden Charakter hat und
die gute Auslastung nicht gefährdet, zu erhalten bzw. zu wahren, und sich nicht durch ein noch
ungewohntes progressives Marketing möglicherweise unbeliebt zu machen.
Anschließend wurden die Gesprächspartner aufgefordert, die Marktposition des eigenen Heimes
im Vergleich mit den Konkurrenten zu bewerten. Drei ländlich gelegene Einrichtungen sehen sich
aufgrund der aus ihrer Sicht unmittelbar fehlenden Konkurrenz auf dem ersten Platz vor Ort. Die
übrigen Befragten kommen mit Hilfe der vier Kriterien Dienstleistungsangebot, Preis-LeistungsVerhältnis, baulicher Zustand und Standort zu Einschätzungen, die von vorsichtigen Äußerungen
wie "konkurrenzfähig", "preislich in der Mitte", "nicht schlechter und besser als die anderen,
Marktführer ist ein anderes Heim" und "aufgrund einer Stagnation in der Entwicklung jetzt nur
noch Mittelmaß" über "vom Angebot her im oberen Drittel" bis hin zu der Ansicht reichen, infolge
des Standortes und des modernsten baulichen Zustandes die erste Position inne zu haben sowie
"nach einem anstrengenden Kampf jetzt Marktführer" zu sein.
Im Mittelpunkt der folgenden Frage standen diejenigen Leistungen aus dem angebotenen
Leistungsspektrum, für die das Heim in der Öffentlichkeit besonders bekannt ist und geschätzt
wird. Die Aussagen der Heimleitungen machen deutlich, daß die vor Jahren in der Öffentlichkeit
als die Differenzierungskriterien geltenden Aspekte "gute Pflege" und "freundliche Atmosphäre"
heute größtenteils als eine Selbstverständlichkeit angesehen werden. Im einzelnen betrachten
die Interviewten aufgrund des von Angehörigen und potentiellen Bewohnern erhaltenen
Feedbacks beispielsweise
●
●
●
●
●
●
●
●
●
●
●
●
das sehr individuelle Eingehen auf die Wünsche der Bewohner,
die ausgesprochene Herzlichkeit des Personals und "übergroße" Mitarbeiterfreundlichkeit,
die die "Wärme im Haus" bzw. das positive Klima spüren ließen,
die geringe Personalfluktuation,
das umfangreiche, die Bewohner in das "normale Leben" integrierende und die
Gemeinschaft fördernde soziale Betreuungsangebot bzw. Beschäftigungs- und
Veranstaltungsprogramm,
das Offensein für neue Ideen,
die Spezialisierung auf besondere Krankheitsbilder, wie z. B. die Einrichtung einer
Alzheimergruppe,
die Selbsthilfegruppen für Angehörige,
das gute Essen,
die moderne, offene Architektur und Ausstattung,
der sich um die Einrichtung befindliche Park bzw. "die Lage im Grünen",
die zentrale Lage und günstige Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel,
das gute Preis-Leistungs-Verhältnis ("Mercedes-Qualität zu VW-Preisen")
als die besonders hervorzuhebenden Leistungen, die zudem in einem nicht zu unterschätzendem
Maß den Ruf der Einrichtung mit beeinflussen würden.
5.2.3 Marketing-Mix
Die Frage nach dem Umfang der Serviceleistungen (Siehe auch Abschnitt 4.3.4,
„Serviceleistungsprogramm“) verdeutlicht, daß sich alle Einrichtungen in der Gestaltung dieses
Bereiches an dem Angebot der Konkurrenz orientieren. Andachtsraum bzw. Kapelle, Café,
Friseur, Nähstube, Briefmarkenverkauf, Einkaufsservice und Bibliothek können als Standard
betrachtet werden, wobei letztere sich generell im Aufbau befindet. Bis auf drei Heime (18,75 %)
verfügen zudem die übrigen über einen Kiosk mit einem speziell auf das Haus abgestimmten
Sortiment. "Schalterstunden" eines Geldinstituts haben nur ein Drittel der Befragten (5) im
Angebot, ebenfalls die Ausnahme bildet die Vermietung von Gästezimmern für die Besucher der
Bewohner (2). Knapp die Hälfte (7) der Einrichtungen bietet das Eindecken der Geburtstagstafel
und die Organisation von privaten Festen der Bewohner an. Für vier Heime (25,0 %) könnte es
sich in der Zukunft als Nachteil erweisen, kein eigenes Fahrzeug zu besitzen und somit keinen
Fahrdienst vorhalten zu können, so daß die Bewohner gezwungen sind, sich selbst beweglich
machen zu müssen.
Im Hinblick auf die Möglichkeit, nach § 88 SGB XI über den Grundbedarf hinausgehende
Zusatzleistungen zu definieren und abzurechnen, agieren fast alle Heime aufgrund der fehlenden
gesetzlichen Grundlagen sehr zurückhaltend. Lediglich die private Einrichtung macht hiervon
Gebrauch (Haare eindrehen, Mani- und Pediküre, Fahrten zum Arzt über 9 km Länge), ein Heim
arbeitet momentan in Verbindung mit einem neuen Heimvertrag ein Konzept aus, während fünf
die Einführung noch für dieses Jahr planen. Ein weiteres Heim macht sein Verhalten von dem
Ergebnis der anstehenden Pflegesatzverhandlungen abhängig.
Abb. 5: Werden Zusatzleistungen angeboten?
Wahlmöglichkeiten bei den Kernleistungen des Unterkunfts- und Verpflegungsprogrammes
( Siehe auch Abschnitt 4.3.2, „Unterkunfts- und Verpflegungsprogramm“) haben die Bewohner in
der Regel bei den Mahlzeiten. Alle an der Studie beteiligten Einrichtungen bieten zum Frühstück
und zum Abendessen eine buffetähnliche Auswahl an, mittags können sich die Bewohner bis auf
in drei Heimen zwischen mindestens zwei Alternativen entscheiden, sieben Einrichtungen
arbeiten bereits mit dem System des Komponentenessens. Aufgrund des Einzelzimmeranteils
zwischen 40 und 60 % und der innerhalb des Heimes existenten Wartelisten ist die Chance für
neue Bewohner, ein solches direkt beim Einzug zu erhalten, eher als gering und damit diese
Auswahlmöglichkeit als eingeschränkt zu bezeichnen. Fraglich ist in diesem Zusammenhang,
inwieweit die künftigen älteren Generationen, die heute schon wesentlich stärker ihren
individuellen Lebensraum beanspruchen, diesen Zustand akzeptieren werden.
Die Darstellung des Beschäftigungs- und Veranstaltungsprogrammes (Siehe auch Abschnitt
4.3.3, „Beschäftigungs- und Veranstaltungsprogramm“) ergibt, daß alle Einrichtungen ihr Angebot
ähnlich gestalten. Die gesamten Angebote, angefangen vom Basteln bis hin zu
Kaffeenachmittagen, sind im Allgemeinen für die Bewohner kostenlos, nur bei größeren
Ausflügen mit einem Reisebus wird in der Regel ein geringer Teilnehmerbeitrag erhoben.
Festzustellen ist, daß die Heime, die auf die Unterstützung von ehrenamtlichen Helfern und/oder
örtlichen Vereinen zurückgreifen können, meistens in der Lage sind, ein umfangreicheres
Programm organisieren und den Bewohnern anbieten zu können. Außerdem veranstalten die
Einrichtungen, die einen eigenen Kleinbus besitzen, deutlich häufiger Ausflüge in Kleingruppen,
so daß die Bewohner noch mehr Abwechslung außerhalb des Heimes erfahren. Als eine
Besonderheit stellt sich die Organisation von Ferienfahrten dar, wie dieses zwei Einrichtungen
tun.
Der folgende Abschnitt beschäftigte sich mit der externen Öffentlichkeitsarbeit der Alten- und
Pflegeheime (Siehe auch Abschnitt 4.6.1.1, „Externe Öffentlichkeitsarbeit“). Immerhin 37,5 % (6)
der Befragten nutzen weder eine Heimbroschüre noch eine Hauszeitung als Medien, um sich in
der Öffentlichkeit (positiv) darzustellen. Diese Tatsache resultiert zum einen aus den hohen
Produktionskosten, die sich allerdings durch die Vergabe von Werbeflächen drastisch reduzieren
ließen (Zu beachten ist jedoch, daß mit den dann sinkenden Kosten auch die Übersichtlichkeit
dieser Medien nachläßt, wie der direkte Vergleich verschiedener Broschüren und Zeitungen
gezeigt hat. Es erscheint deshalb angeraten, einen für das Heim vorteilhaften Mittelweg
einzuschlagen.). Zum anderen werden für die Nichtexistenz einer Broschüre noch nicht
abgeschlossene Baumaßnahmen verantwortlich gemacht, die erst beendet sein sollen, bevor
dann endgültige Unterlagen veröffentlich werden. Sieben Einrichtungen (43,75 %) verfügen über
eine entsprechende, sowohl in der Einrichtung selbst als auch in Arztpraxen und Apotheken
ausgelegte Broschüre, die in erster Linie für die Information von Interessenten, also von
potentiellen Bewohnern und deren Angehörigen, gedacht ist. Ebenfalls sieben Heime
"publizieren" eine Hauszeitung, mit der sie aktuelle und variable Informationen an alle
Zielgruppen weiterzugeben beabsichtigen. Diese Zeitungen erscheinen in der Regel regelmäßig
(monatlich, viertel- oder halbjährlich) und werden im Heim, in den umliegenden Geschäften, aber
auch in Arztpraxen und Apotheken verteilt. Für ein Heim besteht zudem die Möglichkeit,
Ausschnitte der Zeitung im Gemeindebrief der Pfarrgemeinde zu veröffentlichen. Die
verbleibenden drei Einrichtungen (18,75 %) setzen ein Faltblatt bzw. einen Falter als Ersatz für
eine Broschüre oder Zeitung ein. Begründet wird dieser Schritt damit, daß auf diese Weise eine
größere Aktualität gewährleistet werden kann. Außerdem seien die Kosten wesentlich geringer,
so daß man nicht auf Werbung angewiesen sei, zumal die Einrichtung dieses Medium selber
ohne Probleme herstellen könne.
Die Äußerungen hinsichtlich der weiteren PR-Materialien veranschaulichen, daß sich 75,0 % der
Interviewten (12) auf die beschriebenen Medien Broschüre und Zeitung konzentrieren. Nur vier
Heime können zusätzlich zum Beispiel auf einen Videofilm über Feste und Veranstaltungen,
einen Filmbericht des Regionalfernsehens, einen noch unbearbeiteten Pressespiegel und ein
Informationsheft für neue Bewohner zurückgreifen.
Die Frage nach dem bereits durchgeführten Tag der offenen Tür oder einer ähnlichen
Veranstaltung wurde von den meisten Interviewten (12) positiv beantwortet. Praktisch jedes Heim
hat solche Tage bereits bei der Eröffnung des Hauses oder der Fertigstellung eines
Bauabschnittes veranstaltet. Regelmäßig, d. h., alle ein bis zwei Jahre, werden diese größeren
Ereignisse organisiert, wobei meistens eine Mischform zwischen einem Tag der offenen Tür und
einem Sommerfest unter Beteiligung des Heimumfeldes durchgeführt wird. Besondere
Beachtung findet hierbei der Schutz der persönlichen Sphäre der Bewohner, so daß an diesen
Tagen keine Hausbesichtigungen stattfinden, sondern diese individuell nach Absprache erfolgen.
Ein Viertel der Befragten bezweifelt die Wirkung von diesen regelmäßigen Großveranstaltungen
und favorisiert dementsprechend die internen Veranstaltungen, die den Bewohnern mehr zugute
kommen würden.
Bei der Gestaltung der internen Öffentlichkeitsarbeit legen die befragten Einrichtungen
besonderen Wert auf die Durchführung von Besprechungen auf allen Ebenen, um eine
informatorische Transparenz herzustellen und alle Mitarbeiter in die Abläufe zu integrieren. Über
das Angebot der Teilnahme an internen und externen Fortbildungen sind die Heimleitungen
zudem bestrebt, unterstützend auf die Mitarbeitermotivation einzuwirken, die Flexibilität der
Mitarbeiter zu erhöhen und die Bereitschaft zum kontinuierlichen Lernen zu fördern, aber auch
die Notwendigkeit dieser Maßnahme aufgrund der an die Pflege und Betreuung alter Menschen
gerichteten zunehmenden Anforderungen zu verdeutlichen. Zur Erleichterung des Einarbeitens
von neuen Mitarbeitern arbeiten drei Heime mit einem Einarbeitungskonzept. Einen weiteren
Schwerpunkt bildet die Erarbeitung und Festlegung von einheitlichen intern und extern
gerichteten Verhaltensweisen bzw. "Spielregeln", wie beispielsweise das Melden am Telefon
oder der Umgang mit Bewohnerkritik, denen die Interviewten im Hinblick auf die Darstellung in
der Öffentlichkeit und damit das Image bei den erfolgsrelevanten Zielgruppen eine hohe
Bedeutung beimessen. In diesem Zusammenhang haben bereits 25,0 % der Einrichtungen (4)
eine Unternehmensphilosophie implementiert und orientieren sich an dieser, weitere 25,0 %
befinden sich in der Entwicklungsphase und 50,0 % planen zumindest für die nähere Zukunft,
dieses Thema anzugehen.
Abb. 6: Implementierungsstand der Unternehmensphilosophie
Die Kontakte zu den Medien beschränken sich in der Regel (13) auf sporadische Kontakte zur
Presse (Siehe auch Abschnitt 4.6.2, „Pressarbeit“), die entweder zu besonderen Veranstaltungen
eingeladen oder für die ein kurzer Artikel über diese verfaßt wird. Den sechs verbandlich
organisierten Einrichtungen nehmen deren Kreisgeschäftsstellen einen Großteil dieses
Aufgabenfeldes ab. Nur drei Heime wenden sich regelmäßig alle zwei bis vier Wochen an die
lokalen Zeitungen und informieren diese über die Aktivitäten der Einrichtung oder senden
Redaktionsbeiträge zu Fachthemen ein. Hier ist die Zusammenarbeit bereits so weit
fortgeschritten, daß sich die Zeitungen umgekehrt ebenfalls regelmäßig erkundigen, ob es etwas
zu berichten gibt. In zwei Fällen bestehen sogar gelegentliche Kontakte zu den lokalen
Rundfunk- und Fernsehanstalten. Da Werbeanzeigen (Siehe auch Abschnitt 4.6.3, „Werbung“) in
Relation zu der guten Auslastung allgemein als zu kostenaufwendig betrachtet werden, inseriert
lediglich die Hälfte der Heime ab und zu in den Printmedien oder in Prospekten der
Krankenkassen.
Die letzte Frage zum Bereich des marketingpolitischen Instrumentariums betraf die Aktivitäten
des Soziosponsorings (Siehe auch Abschnitt 4.6.4, Soziosponsoring“.). Vier Einrichtungen
lehnen ein Engagement in dieser Richtung grundsätzlich ab. Drei davon begründen diese
Haltung damit, daß sie ein Anheizen des Konkurrenzkampfes vermeiden möchten. Bei dem
vierten Heim befürchtet der Träger generell einen Imageverlust, sobald bekannt wird, daß die
Einrichtung durch Sponsoren unterstützt wird. Die übrigen Einrichtungen betreiben kein
kontinuierliches Soziosponsoring, sondern sprechen insbesondere Firmen und Geschäftsleute,
mit denen sie in Geschäftsbeziehungen stehen, gezielt für die Finanzierung einzelner
Maßnahmen an. So werden beispielsweise im Vorfeld der Organisation eines Sommerfestes die
Apotheken, Sanitätshäuser und Zulieferer um Sachspenden als Preise für eine geplante Tombola
gebeten. Zudem sind alle Einrichtungen, die Broschüren und/oder Hauszeitungen
veröffentlichen, daran interessiert, diese zumindest kostenneutral über Inserate zu finanzieren.
Zusätzlich verfügen bereits zwei der interviewten Heime über einen kleinere Projekte, wie zum
Beispiel das Betreiben des Kiosks, subventionierenden Förderverein und haben damit gute
Erfahrungen gemacht. Sonstige finanzielle Einzelspenden erhalten die Häuser nach eigenen
Aussagen nur sporadisch, so daß das Soziosponsoring keine kalkulierbare Größe darstellt.
5.2.4 Marketingstrategien
Nicht unbedingt überraschend ist das Ergebnis der Frage nach der Existenz eines formal
festgelegten Marketingplans. Keine Einrichtung hat bisher ein entsprechendes Konzept
ausgearbeitet, das den umfassenden, aufeinander abgestimmten und ganzheitlichen Einsatz
aller Marketinginstrumente beschreibt. Lediglich drei Heime haben diesbezüglich erste Schritte
unternommen, von denen eines die zentralen Ziele des Marketings in den Geschäftsplan
aufgenommen hat. Die beiden anderen Einrichtungen haben bereits eine erste Konzeption zur
zielgruppenspezifischen Öffentlichkeitsarbeit entwickelt.
Inwieweit Marketing generell in Alten- und Pflegeeime bereits Einzug gehalten hat, läßt sich auch
am Prozentanteil charakteristischer Themen wie "Marketing", "Zufriedenheit" und "Service" in
Arbeitssitzungen des Trägers bzw. der Entscheidungsträger grob ablesen. Der von den
Heimleitungen für die eigene Einrichtung geschätzte ungefähre Anteil reicht von 5 bis zu 80 %,
wobei die obere Grenze als ein Ausreißer zu interpretieren sein dürfte. Das arithmetische Mittel
aller Angaben liegt bei 27 %. Wie von einem Gesprächspartner zu erfahren war, lag dieser Wert
bis Mitte letzten Jahres tendenziell bei 0 %. In einer anderen Einrichtung werden
marketingspezifische Aspekte nur dann thematisiert, wenn Beschwerden von Bewohnern
vorliegen.
Das Instrumentarium der Kosten- und Leistungsrechnung (KLR) als Teilbereich des internen
Rechnungswesens auf der Basis der Pflege-Buchführungsverordnung (PBV) ist bereits in 13
Einrichtungen implementiert, während es in den restlichen drei gerade aufgebaut wird, um die
gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen (vgl. § 7 PBV).
Die damit zusammenhängende Kostentransparenz zur Feststellung ineffizienter Bereiche ist
heute erst in sechs Einrichtungen annähernd gewährleistet, wobei diese in der Regel anhand der
Pflegestufen und der wichtigsten Kostenstellen (z. B. Pflegedienst, Küche, Wäscherei) realisiert
wird. Die anderen zehn Heime sind noch nicht in der Lage, einen aktuellen Soll-Ist-Abgleich zu
erstellen und erhalten eine Budgetübersicht nur mit deutlicher Verzögerung (ein bis zwei
Monate). Die für die Kostentransparenz notwendigen Voraussetzungen werden jedoch gerade
geschaffen bzw. erweitert, die Maßnahmen sollen allgemein bis Mitte dieses Jahres
abgeschlossen sein.
Wäre ein Verzicht auf ineffiziente Bereiche denkbar, wenn sich zum Beispiel aus im Rahmen der
KLR durchgeführten Analysen entsprechende Ergebnisse ableiten ließen?
Grundsätzlich scheint es in allen Einrichtungen denkbar, unwirtschaftliche Bereiche
umzustrukturieren. Ob es dabei zur Auflösung oder lediglich zu einer Verkleinerung eines
Bereiches kommt, würde meist der Heimträger entscheiden, wobei sich hier in den vergangenen
Jahren größtenteils eine an ökonomischen Aspekten orientiertere Sichtweise entwickelt habe.
Die Hälfte der Einrichtungen nennt als Beispiele für bereits entsprechend durchgeführte
Maßnahmen die Umstellung der Wäscheversorgung sowie der Gebäude- bzw.
Unterhaltsreinigung. Die Interviewten weisen jedoch im Zusammenhang mit der
Entscheidungsoption, Bereiche zu schließen bzw. aufzulösen, darauf hin, daß sie die mit den
Finanzierungsträger vereinbarten Vorhalteleistungen jederzeit anbieten können müssen, um
ihrem Versorgungsauftrag und damit auch den Zielen des Trägers gerecht zu werden. Sind
unverzichtbare Bereiche von Ineffizienz betroffen, so ist man allgemein bestrebt, diese
insbesondere durch die Veränderung von Arbeitsabläufen unter Einbeziehung der Mitarbeiter
wirtschaftlicher zu gestalten.
Eines der generellen Ziele der Marktorientierung ist die Bestandssicherung durch Erhaltung bzw.
Steigerung der Erträge. In der Befragung wurden zwei Möglichkeiten zur Steigerung der
Heimerträge erörtert (Siehe auch Abschnitt 4.2.1, „Marktfeldstrategien“).
Eine Ertragssteigerung durch die Ausdehnung des Kernleistungsspektrums ist für fünf
Einrichtungen nicht von Interesse, da sie zum einen ihr Angebot als ausreichend betrachten und
zum anderen die Anzahl der Mitbewerber in den anderen Sparten für zu hoch halten. Ein Heim
macht für diese Zurückhaltung die mit einer Kernleistungsspektrumserweiterung verbundenen
Investitionen verantwortlich, die momentan unter keinen Umständen aufgrund der anstehenden
Renovierungsmaßnahmen getätigt werden könnten. Acht Interviewte sehen hier für ihre
Einrichtung gute Chancen zur horizontalen Diversifikation, wobei sich die geplanten Vorhaben
auf die Bereiche voll- und teilstationäre geriatrische Rehabilitation, Kurzzeitpflege, ambulante
Pflege, betreutes Wohnen und Essen auf Rädern konzentrieren. Drei Einrichtungen halten
infolge ihrer Konkurrenzsituation die laterale Diversifikation für realistischer und beabsichtigen,
einen Catering-Party-Service aufzubauen sowie die Leistungen der Wäscherei auch anderen,
branchenfremden Unternehmen anzubieten.
Die Möglichkeit, die Erträge durch eine Spezialisierung des Leistungsangebotes zu steigern, wird
von neun Interviewten (56,25 %) als auf absehbare Zeit unrealistisch eingeschätzt. Die übrigen
sieben Heime können sich eine Ausrichtung auf die voll- und teilstationäre Versorgung von
Bewohnern mit speziellen Krankheitsbildern (Appalliker, Krebspatienten, gerontopsychiatrische
Patienten) vorstellen. Von einer vollkommenen Spezialisierung nimmt diese Gruppe jedoch
Abstand, um kein zu einseitiges, unter Umständen auch negatives Image in der Öffentlichkeit
aufzubauen. Zwei Einrichtungen haben ihre Ideen bereits umgesetzt und bieten einige
vollstationären Pflegeplätze für Appalliker bzw. gerontopsychiatrische Tagespflege an.
Gut zwei Drittel der befragten Einrichtungen (11) haben Fremdfirmen im Rahmen einer schriftlich
vereinbarten vertikalen Kooperation (Siehe auch Abschnitt 4.2.3, „Kooperationsstrategie“)
beauftragt, bestimmte Leistungsbereiche für das Heim zu übernehmen. Hierbei handelt es sich
bis auf zwei Ausnahmen (komplette Wäschevergabe) ausschließlich um die Auslagerung der
sogenannten Flachwäsche und/oder die teilweise oder vollständige Vergabe der
Gebäudereinigung (Boden- und Glasreinigung). Die verbleibenden fünf Heime beabsichtigen
keine derartigen Schritte einzuleiten, zumal sie es als eine klassische Aufgabe eines sozial
orientierten Unternehmens betrachten, sich auch um Sozialschwache zu kümmern, die oftmals in
diesen Bereichen tätig sind.
In horizontaler Kooperation mit anderen Einrichtungen des Gesundheitswesens steht die Hälfte
(50,0 %) der an der Untersuchung teilgenommenen Heime, wobei hierbei zu beachten ist, daß
die sechs wohlfahrtsverbandlich organisierten Einrichtungen automatisch über ihren Träger
einem festen Kooperationsverhältnis angehören (unter anderem gemeinsame Buchhaltung,
Personalverwaltung, Public Relations und Werbung). Ein Heim wird im Rahmen eines
Förderprogrammes durch ein psychiatrisches Fachkrankenhaus ambulant gerontopsychiatrisch
betreut. Die Ausnahme bildet in diesem Zusammenhang eine einzelne freigemeinnützige
Einrichtung, die eine Zusammenarbeit mit fünf anderen vollstationären Anbietern, die nicht in
deren direktem Einzugsgebiet liegen, einem ambulanten Pflegedienst sowie einem Hospizverein
vertraglich festgelegt hat. Weitere drei befragte Heime (18,75 %) streben eine Kooperation mit
einem ambulanten Pflegedienst an, um möglichst frühzeitig mit potentiellen Bewohnern und
deren Angehörigen in Kontakt treten und so das Leistungsangebot komplettieren zu können. Die
restlichen fünf Heime (31,25 %) halten diesbezügliche Überlegungen momentan nicht für
notwendig und planen zumindest für dieses Jahr keine entsprechenden Schritte.
Abb. 7: Stehen Sie in Kooperation mit anderen Anbietern von Pflegeleistungen?
5.2.5 Qualitätsmanagement
Marketing im Alten- und Pflegeheim bedeutet auch, daß qualitativ hochwertige Dienstleistungen
erbracht werden (müssen). Der Stellenwert des Qualitätsmanagements (Siehe auch Abschnitte
3.4 und 4.7, „Qualitätsmanagement“)und dessen Gestaltung standen im Mittelpunkt der nächsten
Frage. Allgemein wird diesem Thema eine große Bedeutung zugeschrieben und sich
entsprechend umfangreich engagiert. Alle Einrichtungen sind bestrebt, die Grundsätze und
Maßstäbe zur Qualität und Qualitätssicherung nach § 80 SGB XI ("Qualitätsvereinbarungen")
umzusetzen, wobei sie auf der Basis der Prinzipien des TQM die Internalisierung des
Qualitätsbewußtseins bei den Mitarbeitern anstreben. Der Schwerpunkt wird hierbei auf interne
Maßnahmen zur Qualitätssicherung gelegt, wie Optimierung der Pflegedokumentation und -
planung (gerade auch vor dem Hintergrund der Begutachtung der Pflegebedürftigkeit der
Bewohner durch den MDK), Implementierung und Weiterentwicklung von Verfahrensstandards,
regelmäßige Durchführung von Besprechungen auf allen Ebenen, kontinuierliches Angebot von
internen und externen Fortbildungsmaßnahmen und Einrichtung von Qualitätszirkeln gelegt.
Zusätzlich hat eine Einrichtung vier Qualitätsbeauftragte benannt, die einen Qualitätskreis bilden,
der für die Bearbeitung von Kritik und Verbesserungsvorschlägen sowie die Erfassung des
Zufriedenheitsgrades der Bewohner zuständig ist. Vier Heime haben zudem
Schwachstellenanalysen durchgeführt, eine Heimleitung hat zu diesem Zweck den MDK in die
Einrichtung eingeladen. Drei weitere Heime führen z. Z. die Erfassung der pflegerischen
Leistungen über die EDV ein. Das Instrument der Stellenbeschreibung gehört noch nicht in jeder
Einrichtung zum Standard, es wird nur von der Hälfte (8) der Heime genutzt. Über ein schriftlich
fixiertes Pflegekonzept, das die speziellen pflegetheoretischen bzw. pflegewissenschaftlichen
Zielsetzungen und Leitgedanken beschreibt, verfügen lediglich zwei der befragten Einrichtungen,
von denen eine sogar ein Qualitätshandbuch ("Qualitätsmanagementhandbuch") besitzt, das
neben der Unternehmensphilosophie auch das Pflegekonzept, die organisatorischen
Regelungen, die Stellenbeschreibungen, die Erläuterung der Arbeitsweise von Qualitätszirkeln
und die bereits implementierten Standards enthält. Weitere fünf Heime entwickeln momentan
eine entsprechende, auf das Haus abgestimmte Pflegekonzeption.
Eine Zertifizierung nach ISO ist z. Z. für keine Einrichtung ein aktuelles Thema. Diese Maßnahme
wird allgemein eher für noch nicht ausgereift und verwirrend sowie, was die
Vergleichsmöglichkeiten zweier Heime betrifft, für undurchsichtig gehalten, zumal nicht alle
Qualitätsdimensionen bei diesem Verfahren Berücksichtigung fänden. Die Interviewten gaben
allerdings auch zu bedenken, daß aus der zunehmenden Wettbewerbssituation heraus eventuell
in der Zukunft auf diese oder eine ähnliche Maßnahme zurückgegriffen werden muß, um den
Kunden mit Hilfe eines "Qualitätssiegels" besser verdeutlichen zu können, daß die
Dienstleistungsqualität einen hohen Stellenwert einnimmt. Sollte die Zertifizierung im
Gesundheitswesen eine größere Akzeptanz erfahren, sehen sie die Gefahr, daß die einzelne
Einrichtung aufgrund einer nicht nachweisbaren Zertifizierungsmaßnahme von der Öffentlichkeit
für weniger leistungsfähig gehalten werden könnte, was wiederum wahrscheinlich eine
rückläufige Heimauslastung zur Folge hätte. Entsprechende Schritte könnten diesbezüglich
jedoch erst eingeleitet werden, sobald Finanzierung, Organisation und Förderung von solchen
kostenintensiven qualitätssichernden Aktivitäten rechtlich unter anderem in Verbindung mit den
Rahmenverträgen nach § 75 SGB XI festgelegt worden sind.
5.2.6 Zusammenarbeit mit den Pflegekassen
Im Rahmen der Expertenbefragung interessierte abschließend, welche Haltung die Pflegekassen
zum Thema "Marketing im Alten- und Pflegeheim" zum Ausdruck gebracht haben bzw. bringen.
Alle Interviewten antworteten hier übereinstimmend, daß die Pflegekassen in dieser Richtung
bisher keine Äußerungen getätigt hätten und deren Ansichten somit nicht bewertet werden
könnten. Ihr bisheriges und gegenwärtiges Marketing sei durch die Pflegekassen in keinster
Weise behindert aber auch nicht gefördert worden. Die Mehrheit der Befragten (11) meinte
allerdings auch, daß das abzusehende restriktive Verhalten der Finanzierungsträger (z. B.
Pflegesatzverhandlungen) indirekt die Ausweitung der Marketingaktivitäten begünstigen und
fördern werden würde.
6. Fazit und Ausblick
Als Ergebnis der durchgeführten explorativen Studie läßt sich feststellen, daß die
Gestaltungsspielräume des Marketings in der unternehmerischen Praxis der Alten- und Pflegeheime unabhängig von ihrem städtischen oder ländlichen Standort und vom Bundesland - nur partiell
ausgeschöpft werden. Das Bewußtsein, sich gegenüber der Konkurrenz profilieren zu müssen, ist bei
allen befragten Einrichtungen mehr oder minder vorhanden bzw. die Bedeutung und Notwendigkeit
umfassender Marketingaktivitäten wird allgemein vor dem Hintergrund der prognostizierten
Entwicklungen im Pflegemarkt anerkannt. Es sind jedoch diesbezüglich, vermutlich infolge der bisher
konstant hohen Heimkapazitätsauslastung und des seitens der Heime z. Z. kaum spürbaren
Wettbewerbsdrucks sowie des vielfältigen Aufgabenbereiches der Verantwortlichen (Heimleitungen)
relativ wenige Anstrengungen unternommen worden.
Allein schon die Nichtexistenz eines formal festgelegten Marketingplans macht deutlich, daß weder von
einem systematischen und zielgerichteten Einsatz der Marketinginstrumente gesprochen werden kann,
noch davon auszugehen ist, daß der präventive Charakter des Marketings als praktizierte
Unternehmensphilosophie in seinem vollen Umfang realisiert wird.
Die Einschätzung der Marketingsituation bzw. Marktverhältnisse stützt sich in der Regel nicht auf
durchgeführte Untersuchungen, beispielsweise zum tatsächlichen Image bei den Zielgruppen, sondern
erfolgt auch heute noch oftmals aus den praktischen Erfahrungen heraus. Entscheidungen werden
somit teilweise auf der Basis unzureichender Informationen getroffen, die Orientierung am lokalen
Bedarf und den Ansprüchen der Kunden ist nicht automatisch gewährleistet. Heimbeirat und
Angehörigenabende gelten als wichtige Instrumente, um kritische Hinweise und Anregungen und damit
den Zufriedenheitsgrad dieser beiden entscheidenden Kundengruppen zu ermitteln.
Das Leistungsspektrum umfaßt in der Regel nur die klassischen vollstationären Leistungen, das
Bestreben, das Angebot über weitere Leistungsbereiche, wie zum Beispiel ambulante Pflege oder
betreutes Wohnen, abzurunden bildet die Ausnahme. Hierbei ist allerdings das Risiko in Betracht zu
ziehen, daß aufgrund dieser tendenziellen Einseitigkeit der Angebotsgestaltung dem Bedürfnis alter und
pflegebedürftiger Menschen nach einem individuellen und selbstbestimmten Wohnen (Appartement,
betreutes Wohnen, ambulante Versorgung) nicht in ausreichendem Maße nachgekommen werden
kann. Die Folge wäre, daß das Alten- und Pflegeheim auf die Nachfrage nicht reagieren kann, die
Auslastung aufgrund eines geänderten Nachfrageverhaltens zurückgeht oder die Einrichtung zu einem
reinen Pflegeheim wird.
Die Gestaltung der einzelnen Leistungsprogramme orientiert sich im Allgemeinen grob an dem Angebot
der Konkurrenz, so daß insbesondere bei dem Serviceleistungsprogramm heute Vieles als Standard
bezeichnet werden und die Profilierung somit nur anhand einzelner, gezielter Angebote stattfinden kann
(z. B. Vermietung von Gästezimmern für die Besucher, Fahrdienst, Anzahl der Ausflüge). Das
Ausnutzen der Möglichkeit, Zusatzleistungen nach § 88 SGB XI zu definieren und abzurechnen, kann
zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht beurteilt werden, da noch keine eindeutige Rechtslage existiert.
Im Rahmen der Kommunikationspolitik wird der Schwerpunkt auf die externe und interne
Öffentlichkeitsarbeit gelegt. Das Fehlen einer Heimbroschüre oder einer Hauszeitung oder eines
Faltblattes bzw. der Verzicht auf jegliche Medien, um sich in der Öffentlichkeit positiv darzustellen und
bei potentiellen Interessenten wieder ins Gedächtnis zurückzurufen, kann als ein besonderes Manko
angesehen werden. In diesem Zusammenhang sollte ein Tag der offenen Tür oder eine Veranstaltung
ähnlichen Ausmaßes nicht zu häufig durchgeführt werden, damit das Interesse der Öffentlichkeit nicht
erlahmt. Die interne Öffentlichkeitsarbeit konzentriert sich auf die Durchführung von Besprechungen auf
allen Ebenen zur Gewährleistung der informatorischen Transparenz und auf das Angebot von
regelmäßigen Fortbildungsmaßnahmen. Zudem wird der Implementierung von einheitlichen, intern und
extern gerichteten Verhaltensweisen eine große Bedeutung beigemessen, wobei sich deren Umsetzung
ohne eine Unternehmensphilosophie als Basis schwierig gestalten dürfte.
Hinsichtlich der Durchführung von kontinuierlichen Soziosponsoring-Maßnahmen wird allgemein
Zurückhaltung geübt, um den Konkurrenzkampf nicht unnötig zu entfachen. Vor dem Hintergrund der zu
erwartenden massiven finanzwirtschaftlichen Engpässe im Gesundheitswesen ist es jedoch fraglich,
wie lange diese Haltung in der Zukunft bewahrt werden kann.
Das Instrumentarium der Kosten-Leistungs-Rechnung wird in der Regel noch nicht als Informations-,
Steuerungs- und Kontrollsystem zur Unternehmensführung genutzt. Existenzgefährdungen lassen sich
allerdings nur mit einem solchen Instrument verhindern, da dadurch rechtzeitig Indizien für
Kostenrisiken ermittelt und Gegenmaßnahmen eingeleitet werden können.
In diesem Zusammenhang werden realistische Möglichkeiten zur Erhaltung bzw. Steigerung der
Heimerträge bzw. Wirtschaftlichkeit und damit zur Bestandssicherung der Einrichtung insbesondere in
der horizontalen Diversifikation, aber auch in der Marktentwicklung gesehen. Die Umsetzung dieser
Überlegungen bedeutet in der Regel, daß das Leistungsspektrum abgerundet oder ergänzt wird, so daß
das Heim einer größeren und differenzierteren Nachfrage entsprechen kann.
Vertikale Kooperationen werden in erster Linie für die Leistungsbereiche Flachwäscheversorgung und
Gebäudereinigung vereinbart, da diese Leistungen durch auf diese Bereiche spezialisierte Firmen
kostengünstiger als durch das Heim erbracht werden können.
Die Vorteile einer horizontalen Kooperation, also zum einen die Möglichkeit der Komplettierung und
Vernetzung des Leistungsangebotes unter Vermeidung von hohen Investitions- und Folgekosten, die
mit dem selbständigen Aufbau eines neuen Leistungsbereiches verbunden wären, und zum anderen die
mögliche Reduzierung der Konkurrenzintensität, werden nur selten ihrer zukünftigen Bedeutung
entsprechend vollkommen ausgenutzt (Ursache hierfür könnten Befürchtungen sein, daß die
Kooperationspartner letztendlich mehr von der Zusammenarbeit profitieren als die eigene Einrichtung.).
In der Regel wird mit ein bis zwei anderen Anbietern von ambulanten und/oder stationären
Pflegeleistungen zusammengearbeitet, wobei sich Art und Umfang der Kooperation unterschiedlich
gestalten.
Ein besonderes Augenmerk wird auf die zeitgemäße Gestaltung des Qualitätsmanagements gelegt.
Den Schwerpunkt bilden hierbei die Förderung des Internalisierungsprozesses des
Qualitätsbewußtseins bei den Mitarbeitern auf der Basis der TQM-Prinzipien und die Durchführung von
internen Maßnahmen zur Qualitätssicherung gemäß den Vorgaben der Qualitätsvereinbarungen nach §
80 SGB XI. Es ist zu erwarten, daß die Zertifizierung nach ISO oder vergleichbare Maßnahmen infolge
der zunehmenden Wettbewerbssituation in der Zukunft an Bedeutung gewinnen werden, da mit Hilfe
von "Qualitätszertifikaten" den Kunden der hohe Stellenwert der Dienstleistungsqualität verdeutlicht
bzw. visualisiert werden kann.
Die gewonnenen Erkenntnisse der Studie verdeutlichen, daß Marketing in Alten- und Pflegeheimen nur
ansatzweise in Form einzelner Marketinginstrumente, aber keineswegs schon als
funktionsübergreifende, marktorientierte Denk- und Handlungsweise Anwendung findet. Der mit der
Einführung der Pflegeversicherung eingeleitete tiefgreifende Umbau der Alten- und
Pflegeheimlandschaft von einem finanziell abgesicherten, planwirtschaftlichen
Versorgungsunternehmen zu einem marktwirtschaftlich und sozial unverzichtbaren
Dienstleistungsunternehmen bedingt den Einzug des Marketings. Vor dem Hintergrund der sich
abzeichnenden Entwicklungen im Pflegemarkt, wie beispielsweise der Wandel zum Nachfragermarkt
und die rasch ansteigende Wettbewerbsintensität, sowie des steigenden Kostendrucks erscheint es
fraglich, ob sich das Unternehmen Alten- und Pflegeheim ohne die Implementierung des Marketings als
eine umfassende Unternehmensphilosophie künftig als ein wirtschaftlich gesundes Unternehmen
behaupten kann.
Solange das Dienstleistungsangebot einer Einrichtung als bedarfsgerecht gelten kann, wird diese
Einrichtung auch ausgelastet sein, vorausgesetzt es wird kontinuierlich ermittelt, ob die Leistungen den
Erwartungen der Bewohner wirklich entsprechen oder neuen bzw. anderen Anforderungen und
Bedürfnissen angepaßt werden müßten. Um auf Bedarfsveränderungen mit adäquaten
Anpassungsmaßnahmen flexibel reagieren und zudem das Risiko am Markt besser streuen zu können,
muß sich das klassische Alten- und Pflegeheim zu einem in sein unternehmerisches Umfeld integrierten
Dienstleistungszentrum entwickeln, das nicht nur die ambulanten und stationären sozialen und
pflegerischen Versorgungsbedarfe einer Region, eventuell in Kooperation mit anderen Einrichtungen,
professionell abdeckt, sondern ebenso als das regionale Zentrum ehrenamtliche Hilfestrukturen
organisiert sowie die Selbsthilfepotentiale der Pflegebedürftigen unterstützt.
Abb. 8: Dienstleistungszentrum Alten- und Pflegeheim
Die konsequente Ausrichtung des Leistungsspektrums an den Bedürfnissen und Präferenzen der
Kunden bzw. der hilfe- und pflegebedürftigen Menschen ist als zentrale Maxime des Marketings
anzusehen und stellt bei der Entwicklung des Unternehmensprofils die zentrale Leitlinie dar. In diesem
Zusammenhang ist darauf zu achten, daß die strategischen Positionsbestimmungen stets in
Orientierung an den jeweiligen Strategien der Konkurrenten vorgenommen werden, da sich nur auf
diese Weise ein eigenständiges und unverwechselbares Strategiemuster konzipieren läßt. Um sich sich
von den konkurrierenden Alten- und Pflegeheimen unterscheiden zu können, reicht es jedoch nicht aus,
funktional optimale bzw. qualitativ hochwertige Dienstleistungen zu erbringen, dieses wird von Seiten
der Kunden als selbstverständlich vorausgesetzt. Die Einzigartigkeit und damit der Erlebnischarakter
einer Dienstleistung entsteht erst durch den ideelen und emotionalen Nutzen, der die
Dienstleistungsfunktion ergänzen kann, d. h., nicht nur "was" man am Markt anbietet ist wichtig,
sondern auch "wie" die Leistung erbracht wird.
Im Hinblick auf die hohen moralischen und ethischen Ansprüche, die die Gesellschaft allgemein mit
einem Dienst am Menschen bzw. den von einem Alten- und Pflegeheim angebotenen sozialen
Dienstleistungen verbindet, "... geht es nicht um das Erlernen von Tricks, sondern um die Schöpfung
von immateriellem Mehrwert. Ein ausgewogenes Marketing steigert die Qualität der Dienstleistung,
fördert die Identifikation der Mitarbeiter und sorgt für eine kontinuierliche Kommunikation" (BAPTISTE,
1992, S. 18). Mit Hilfe des Marketings werden sowohl die Öffentlichkeit auf das Dienstleistungsangebot
aufmerksam gemacht als auch die Leistungen regelmäßig, entsprechend den sich wandelnden
Bedürfnissen und Wünschen der Zielgruppen, modifiziert, so daß es zum einen die Gesundheit und das
Wohlbefinden der Menschen verbessern hilft, und zum anderen die Wettbewerbsfähigkeit,
Substanzerhaltung, Liquidität und somit die Lebensfähigkeit eines Alten- und Pflegeheimes
sicherstellen hilft.
Das Unternehmen Alten- und Pflegeheim ist im Wettbewerb des Pflegemarktes gezwungen, sich
marketingstrategisch neu zu orientieren, seine Rolle im Markt zu überdenken und eine Position mit
langfristigen Perspektiven im Pflegemarkt zu suchen. Der an Dynamik und Härte zunehmende
Wettbewerb im Pflegemarkt sowie die starke Betonung der Wirtschaftlichkeit lassen die Prognose zu,
daß nur die Alten- und Pflegeheime am Markt nachhaltig erfolgreich sein werden, die vergleichsweise
früh und planmäßig in der Orientierung ihrer Markt- und Unternehmenspolitik den veränderten
Marktbedingungen entsprechen, d. h., ihrem unternehmerischen Handeln ein schlüssiges
Marketingkonzept zugrundegelegt haben.
Anhang
Teilstrukturierter Interviewleitfaden
"Marketing im Alten- und Pflegeheim"
b) Aktuelle Informationen:
01) Wieviel Plätze hat die Einrichtung? Wie teilen sich diese auf?
a) Differenziert nach Stationen:
b) Differenziert nach den Leistungsarten Vollstationär und Kurzzeitpflege:
c) Differenziert nach sonstigen Leistungen (Teilstationär):
02) Welche(r) Bereich/Station hat die höchste Auslastung? Wieviel beträgt sie ungefähr?
03) Welche(r) Bereich/Station hat die geringste Auslastung? Wieviel beträgt sie ungefähr?
04) Wie hoch ist die durchschnittliche Gesamtauslastung der Einrichtung?
II. Rahmenbedingungen:
05) Wie steht der Träger zu Marketingaktivitäten?
06) Wer entscheidet über Marketingaktivitäten?
07) Wurde eine eigene Planstelle geschaffen?
08) Haben sich die Führungskräfte Marketingwissen angeeignet? Wenn ja, wie?
09) Sind entsprechende Fortbildungsmaßnahmen für die Zukunft geplant? (Seminare, Vorträge,
Literatur, Workshop)
III. Marketingsituationsanalyse:
10) Wurde bereits die Marketingsituation erforscht?
11) Wer war die Zielgruppe (Bewohner, ...) der Erhebung?
12) Welche Methoden wurden bei der Erhebung angewendet? (Primär-, Sekundärerhebung, Befragung,
Fragebogen)
13) Welcher Bereich (z. B. Image, Qualität, Zufriedenheit) wurde abgefragt?
14) Wie wird Kritik, beispielsweise von Bewohnern, Angehörigen oder Besuchern, erhoben?
15) Wie groß ist das Einzugsgebiet des Heimes?
a) Räumliche Größe:
b) Anzahl der Einwohner:
16) Wie hoch ist das Kunden- bzw. Bewohnerpotential in Ihrem Einzugsgebiet?
17) Wie hoch ist der Marktanteil der einzelnen Bereiche Ihres Heimes?
18) Beschreiben Sie bitte Ihre Mitbewerber bzw. Konkurrenten (Leistungsspek- trum, Kapazität,
Positionierung, Zielgruppe, ...)!
19) Welche Position hat Ihr Heim im Vergleich mit den Konkurrenten inne?
20) Gibt es Leistungen aus dem angebotenen Leistungsspektrum, für die das Heim in der Öffentlichkeit
besonders bekannt ist und geschätzt wird? Wenn ja, welche?
IV. Marketing-Mix:
21) Welche zusätzlichen Dienstleistungen ("Service") werden neben dem Kernleistungsangebot noch
angeboten? (Friseur, Bibliothek, Schalterstunden eines Geldinstituts, Kapelle, Café, Restaurant,
Minimarkt/Kiosk, Briefmarkenverkauf/Briefkasten, Einkaufsservice, Vermietung von Gästezimmern,
Nähstube, Fahrdienst)
22) Welche Zusatzleistungen (nach § 88 SGB XI) werden angeboten?
23) Wo haben die Bewohner Auswahlmöglichkeiten beim Kernleistungs- bzw. Standardangebot (z. B.
Frühstücksbuffet, Menü, Einzel-, Doppelzimmer, ...)?
24) Welche Besonderheiten enthält Ihr Beschäftigungs- und Veranstaltungsprogramm?
25)
a) Existiert eine Heimbroschüre und/oder Hauszeitung? Wenn nicht der Fall, warum?
b) Für wen sind diese Medien gedacht? (Bewohner, Angehörige, Besucher, Mitarbeiter, ...)
c) Wann und wie werden diese ausgehändigt?
26) Gibt es sonstiges, für die Öffentlichkeit gedachtes Material über das Heim? (z. B. Statistiken,
Pressespiegel, Video, ...)
27) Wurde bereits ein Tag der offenen Tür oder vergleichbares durchgeführt?
Wenn ja, finden diese regelmäßig oder sporadisch statt?
28) Wie gestalten Sie die interne Öffentlichkeitsarbeit?
29) Wie sehen die Kontakte zu der Presse bzw. zu den Medien und die zielgrup- penspezifische,
bewohnerorientierte Werbung (z. B. Redaktionsbeiträge, Inserate ...) aus?
30) Welche Erfolge haben Sie bisher mit Soziosponsoring erzielt?
(Freundeskreis, Förderverein, ...)
V. Marketingstrategien:
31)
a) Gibt es einen Marketingplan?
b) Ist dieser formal festgelegt?
32) Wie hoch ist der Anteil (%) der Themen „Marketing“, „Zufriedenheit“ und „Service“ in Sitzungen des
Trägers bzw. der Entscheidungsträger?
33) Gibt es eine Kosten- und Leistungsrechnung?
34) Wie stellen Sie die Kostentransparenz sicher, damit Sie ineffiziente Bereiche identifizieren können?
35) Wäre ein Verzicht auf ineffiziente Bereiche denkbar?
36) Wo wäre eine Ausdehnung des Kernleistungsspektrums möglich, um die Erträge zu steigern (z. B.
ambulante Pflege)?
37) Auf welche Leistungsangebote könnten Sie sich spezialisieren, um eine Steigerung der Erträge zu
erzielen (z. B. Gerontopsychiatrie)?
38)
a) Welche Leistungsbereiche haben Sie im Rahmen einer vertikalen Kooperation an Fremdfirmen
("Outsourcing") vergeben?
b) Mit welchen anderen Anbietern kooperieren Sie horizontal?
c) Wie ist die Kooperation vereinbart (Vertrag, ...)?
VI. Qualitätsmanagement:
39) Wie gestalten Sie Ihr Qualitätsmanagement?(z. B. TQM, QS gemäß Vereinbarungen nach § 80
SGB XI, Zertifizierung,...)
VII. Zusammenarbeit mit den Pflegekassen:
40) Wie stehen die Pflegekassen zu Ihren Marketingaktivitäten?
Beeinflussen sie diese?
Literaturverzeichnis
Ahlert, D. ; Schröder, H. (1996):
Rechtliche Grundlagen des Marketing
2. Auflage
Stuttgart; Berlin; Köln: Kohlhammer
Albuschkat, I. (1995):
Neue Wege gehen
In: Häusliche Pflege 4 (7/95), S. 468 - 473
Allemeyer, J. (1996):
Alten- und Pflegeheime im Umbruch
In: Altenheim 35 (3/96), S. 212 - 216
Atteslander, P. (1984):
Methoden der empirischen Sozialforschung
5. Auflage
Berlin; New York: de Gruyter
Bade, T. ; Lindner, R. (1995):
Mogelpackung oder Verheißung?
Die DIN ISO 9000 ff. in der Praxis
In:Häusliche Pflege 4 (4/95), S. 280 - 285
Baptiste, R. (1992):
Marketing oder Die wiederentdeckte Ethik im
Gesundheits- und Sozialbereich
In: Stemmle, D. (Hrsg.), Marketing im
Gesundheits- und Sozialbereich. Bern; Stuttgart;
Wien: Haupt, 1992, S. 18 - 47
Bea, F. X. ; Dichtl, E. ;
Allgemeine Betriebswirtschaftslehre
Bd. 1: Grundfragen
6. Auflage
Stuttgart; Jena: G. Fischer
Schweitzer, M. (1992):
Bea, F. X ; Dichtl, E. ;
Schweitzer, M. (1993):
Allgemeine Betriebswirtschaftslehre
Bd. 2: Führung
6. Auflage
Stuttgart; Jena: G. Fischer
Becker, J. (1992):
Marketing-Konzeption
Grundlagen des strategischen MarketingManagements
4. Auflage
München: Vahlen
Beek, K. (1996):
Positionen im Markt erobern
In: Häusliche Pflege 5 (2/96), S. 94 - 100
Benkenstein, M. ; Güthoff, J.
(1997):
Qualitätsdimensionen komplexer Dienstleistungen
In: Marketing ZFP 19 (Heft 2/1997), S. 81 92
Berger, G. ; Gerngroß-Haas, G
(1997):
Wo liegen die Stärken und Schwächen?
In: Altenheim 36 (3/97), S. 28 - 39
Berndt, R. ; Hermanns, A. (1993):
Handbuch Marketing-Kommunikation
Wiesbaden: Gabler
Bieberstein, I. (1995):
Dienstleistungs-Marketing
Ludwigshafen/Rh.: Kiehl
Birkigt, K. ; Stadtler, M. (1986):
Corporate Identity
Grundlagen, Funktionen, Fallbeispiele
3. Auflage
Landsberg/Lech: Verl. Moderne Industrie
Bischof, S. (1995):
Qualität beginnt im Kopf
In: Forum Sozialstation Nr. 72 (Febr. 1995),
S. 43/44
Bortz, J. ; Döring, N. (1995):
Forschungsmethoden und Evaluation
2. Auflage
Berlin; Heidelberg: Springer
Brater, M. ; Maurus, A. (1995a):
Marktorientierung ist überlebensnotwendig
(Teil 1)
In: Altenpflege 2/95, S. 81 - 83
Brater, M. ; Maurus, A. (1995b):
Marktorientierung ist überlebensnotwendig
(Teil 2)
In: Altenpflege 3/95, S. 148 - 152
Bretzke, W.-R. (1995):
Zertifizierung von Qualitätsmanagementsystemen in Dienstleistungsunternehmen
In: Bruhn, M. ; Stauss, B. (Hrsg.), Dienstleistungsqualität. 2. Auflage, Wiesbaden: Gabler,
1995, S. 401 - 427
Brühl, A. (1994):
Bundessozialhilfegesetz
4. Auflage
München: C. H. Beck
Bruhn, M. (1990):
Sozio- und Umweltsponsoring
München: Vahlen
Bruhn, M. ; Tilmes, J. (1994):
Social Marketing
2. Auflage
Stuttgart; Berlin; Köln: Kohlhammer
Bruhn, M. (1995):
Qualitätssicherung im Dienstleistungsmarketing - eine Einführung in die theoretischen
und praktischen Probleme
In: Bruhn, M. ; Stauss, B. (Hrsg.), Dienstleistungsqualität. 2. Auflage, Wiesbaden: Gabler,
1995, S. 19 - 46
Bruhn, M. (1996):
Qualitätsmanagement für Dienstleistungen
Grundlagen, Konzepte, Methoden
Berlin; Heidelberg: Springer
Bruhn, M. (1997):
Marketing
Grundlagen für Studium und Praxis
3. Auflage
Wiesbaden: Gabler
Bruns, B. (1996):
Dienstleistungs-Marketing ambulanter Pflegedienste
In: Pflegen Ambulant 7 (3/96), S. 31 - 38
Bundesministerium für Familie,Se-
Heimstatistik - Heime nach § 1 Abs. 1 Heimgesetz, Stand: 30.06.1996
Bonn
nioren, Frauen und Jugend (1996):
Büse, F. (1996):
DIN ISO für Heime: Qualitätsmanagementsystem für Altenhilfeeinrichtungen
Hannover: Vincentz
Corsten, H. (1997):
Dienstleistungsmanagement
3. Auflage
München; Wien: Oldenbourg
Deutscher Verein für öffentliche und private Nomenklatur der Altenhilfe
Fürsorge (1992):
Stuttgart; Berlin; Köln: Kohlhammer
Deutsches Zentrum für Altersfragen;
Kuratorium Deutsche Altershilfe
(Hrsg.) (1995):
Heimkonzepte der Zukunft
3. Auflage
Berlin; Köln
Diller, H. (1996):
Kundenbindung als Marketingziel
In: Marketing ZFP 18 (Heft 2/1996), S. 81 - 94
Drewes, F.-H. (1993):
Diakonie-Marketing
In: Diakonisches Werk der EKD (Hrsg.), Leitfaden zur wirtschaftlichen Führung diakonischer Einrichtungen und Werke. Stuttgart:
Diakonie-Verlag, 1993, S. 427 - 480
Duden (1990):
Fremdwörterbuch
Mannheim; Wien; Zürich: Dudenverl.
Dühring, A. (1996):
Maßnahmen der Qualitätssteigerung und
-sicherung
In: Junkers, G. ; Moldenhauer, B. ; Reuter, U.
(Hrsg.), Pflegeversicherung : Konsequenzen
für die Reorganisation, Finanzierung und
Qualitätssicherung. Stuttgart; New York:
Schattauer, 1996, S. 181 - 190
Dullinger, F. (1996):
Krankenhaus-Management im Spannungsfeld
zwischen Patientenorientierung und Rationalisierung
2. Auflage
München: FGM-Verlag
Eckmann, H.-J. (1996):
Kundenfreundliches Krankenhaus
In: Paul-Lempp-Stiftung (Hrsg.), Kundenorientierung in sozialen Unternehmen. Stuttgart;
Düsseldorf: Raabe, 1996, S. 183 - 197
Eichhorn, S. (1990):
Qualitätssicherung im Krankenhaus
In: Büchner, E. (Hrsg.), Diagnosenstatistik und
Qualitätssicherung im Krankenhaus. Berlin:
Blackwell Ueberreuter Wiss., 1990, S. 95
Falk, B. (1980):
Zur Bedeutung des Dienstleistungsmarketing
In: Falk, B. (Hrsg.), Dienstleistungsmarketing
Landsberg/Lech: Verl. Moderne Industrie,
1980, S. 9 - 28
Falk, J. ; Kerres, A. (1995):
Die DIN ISO 9000 im Gesundheitswesen
In: Pflegemanagement 4/95, S. 12 - 18
Flechtner, G. C. (1996):
Vom "Kranken-Haus" zum "Haus der Heilung" Was können Imagetechniken dazu beitragen?
In: Paul-Lempp-Stiftung (Hrsg.), Kundenorientierung in sozialen Unternehmen. Stuttgart;
Düsseldorf: Raabe, 1996, S. 217 - 226
Friedrichs, J. (1990):
Methoden empirischer Sozialforschung
14. Auflage
Opladen: Westdt. Verl.
Frosch, M. ; Zimmerschied, I.
(1995):
Qualitätsmanagement nach DIN ISO 9000
In: Altenheim 34 (1/1995), S. 18 - 27
Gabler (1988):
Wirtschafts-Lexikon
12. Auflage
Wiesbaden: Gabler
Giebing, H. u. a. (1996):
Pflegerische Qualitätssicherung
Konzept, Methode, Praxis
Bocholt: EICANOS Verlag
Glander, A. (1994):
Gutes Image kommt nicht von allein
In: Altenheim 33 (2/1994), S. 128 - 133
Görres, S. (1996):
Qualitätssicherung und standardisierte
Verfahren - eine kritische Auseinandersetzung
In: Pflege 9 (Heft 4/1996), S. 300 - 306
Grode, H.-P. (1993):
Qualitätssicherung
In: Deutsches Institut für Normung e.V. (Hrsg.),
Einführung in die DIN-Normen. Stuttgart:
Teubner ; Berlin; Köln: Beuth, 1993,
S. 310 - 317
Grosser, C. (1996):
Notwendiger Wandel ohne Trauma
In: Häusliche Pflege 5 (9/96), S. 626 - 633
Grunwald, W. (1995):
Über die Grenzen unternehmensinterner
Öffentlichkeit
In: zfo 64 (2/1995), S. 95 - 99
Haba, T. (1996):
Vom Leisetreter zum Lautsprecher
In: Altenpflege 9/96, S. 600 - 605
Hasitschka, W. ; Hruschka, H
(1982):
Nonprofit-Marketing
München: Vahlen
Hefermehl, W. (1997):
Wettbewerbsrecht und Kartellrecht
18. Auflage
München: C. H. Beck
Heister, W. (1995):
Marketing als Grundlage erfolgreicher
Spendenaquisition
In: ZögU 18, (Heft 3/1995), S. 298 - 311
Hellige, B. u. a. (1994):
Leitfaden zur Neuordnung des Pflegedienstes
Baden-Baden: Nomos Verl.-Ges.
Hilbert, J. (1995):
Pflegedienste vor neuen Herausforderungen
In: Häusliche Pflege 4 (11/95), S. 820 - 825
Hildebrand, R. (1995):
Total Quality Management
In: f & w 12 (1/95), S. 31 - 41
Hilke, W. (1989):
Grundprobleme und Entwicklungstendenzen
des Dienstleistungs-Marketing
In: Hilke, W. (Hrsg.), Dienstleistungs-Marketing. Wiesbaden: Gabler, 1989, S. 5 - 44
Hinterhuber, H. H. ; Bailom, F. ;
Matzler, K. ; Sauerwein, E. (1996):
Das Kano-Modell der Kundenzufriedenheit
In: Marketing ZFP 18 (Heft 2/1996),
S. 117 - 126
Hoefert, H.-W. (Hrsg.) (1997):
Führung und Management im Krankenhaus
Göttingen; Stuttgart: Verl. für Angewandte
Psychologie
Holscher, C. ; Meyer, A. (1990):
Sozio-Marketing
In: Meyer, P. W. ; Meyer, A. (Hrsg.), Marketingsysteme. Stuttgart; Berlin; Köln:
Kohlhammer, 1990, S. 221 - 258
Janßen, H. (1997):
Total Quality Management im Gesundheitswesen
In: Spörkel, H. u. a. (Hrsg.), Total Quality Management im Gesundheitswesen. 2. Auflage,
Weinheim: Psychologie Verlags Union, 1997
Junkers, G. ; Moldenhauer, B. ;
Stationäre Altenpflege
Situation und Perspektiven in den alten und
neuen Bundesländern
Stuttgart; New York: Schattauer
Reuter, U. (Hrsg.) (1995):
Kaltenbach, T. (1991):
Qualitätsmanagement im Krankenhaus
Melsungen: Bibliomed, Med. Verl.-Ges.
Kamiske, G. F. ; Brauer, J.-P.
(1995):
Qualitätsmanagement von A bis Z
2. Auflage
München; Wien: Hanser
Karlöf, B. ; Östblom, S. (1994):
Benchmarking
München: Vahlen
Karmeli, A. ; Zimmerschied, I.
Qualitätsmanagement nach DIN ISO 9000
(1994):
In: Altenheim 33 (8/1994), S. 554 - 559
Katz, J. ; Green, E. (1996):
Qualitätsmanagement
Ein Ratgeber zur Überprüfung und Bewertung
des Pflegedienstes
Berlin; Wiesbaden: Ullstein Mosby
Kissels, U. ; Wallrafen-Dreisow, H.
(1995):
Der verzerrte Qualitätsbegriff
In: Forum Sozialstation Nr. 77 (Dez. 1995),
S. 36 - 39
Klie, T. (1994):
Bewohnerorientierte Qualitätssicherung
In: Altenheim 33 (12/94), S. 850 - 854
Klie, T. (1996):
Pflegeversicherung
Einführung, Lexikon, Gesetzestexte, Nebengesetze, Materialien
3. Auflage
Hannover: Vincentz
Koch, C. (1997):
Sparen mit Werbung
In: Altenheim 36 (5/97), S. 36 - 38
Kotler, P. (1978):
Marketing für Nonprofit-Organisationen
Stuttgart: Poeschel
Kotler, P. ; Bliemel, F. (1995):
Marketing-Management
Analyse, Planung, Umsetzung und Steuerung
8. Auflage
Stuttgart: Schäffer-Poeschel
Kreidenweis, H. (1996):
Wirkung erzielen
In: Häusliche Pflege 5 (5/96), S. 348 - 353
Kricsfalussy, A. (1997):
Kundenorientierung = Marktorientierung?
In: zfo 66 (2/1997), S. 99 - 103
Latten, K.-U. ; Schleypen, K. J.
(1996):
Von der Marktanalyse zum Konzept
In: Altenheim 35 (11/96), S. 816 - 825
Leschinsky, A. (1996):
10 Thesen zum 60+ Marketing im Jahr 2001
In: Paul-Lempp-Stiftung (Hrsg.), Kundenorientierung in sozialen Unternehmen. Stuttgart;
Düsseldorf: Raabe, 1996, S. 57 - 69
Lo-Biondo-Wood, G. ; Haber, J.
(1996):
Pflegeforschung
Methoden, kritische Einschätzung und Anwendung
Berlin; Wiesbaden: Ullstein Mosby
Mayer, A. (1996):
Implementierung von Marketing im Krankenhaus
Regensburg: Roderer
Meffert, H. (1986):
Marketing
Grundlagen der Absatzpolitik
7. Auflage
Wiesbaden: Gabler
Meffert, H. (1994):
Marketing-Management
Analyse, Strategie, Implementierung
Wiesbaden: Gabler
Meffert, H. ; Bruhn, M. (1997):
Dienstleistungsmarketing
Grundlagen, Konzepte, Methoden
2. Auflage
Wiesbaden: Gabler
Meiners, N. ; Albers, F. (1998):
Überlebensstrategien durch zeitgemäßes
Marketing
In: Die Schwester / Der Pfleger 37 (1/98),
S. 48 - 52
Meyer, A. (1983):
Dienstleistungs-Marketing
1. Auflage
Augsburg: FGM-Verlag
Meyer, A. (1990):
Dienstleistungs-Marketing
In: Meyer, P. W. ; Meyer, A. (Hrsg.), Marketingsysteme. Stuttgart; Berlin; Köln: Kohlhammer, 1990, S. 173 - 214
Meyer, P. W. (1996):
Integrierte Marketingfunktionen
Stuttgart; Berlin; Köln: Kohlhammer
Mischallik, S. ; Conrad, B. (1996):
Gründliche Vorbereitung sorgt für Akzeptanz
und Engagement
In: ku 65 (12/96), S. 910 - 916
Moldenhauer, B. (1996a):
Die Reorganisation von Altenhilfeeinrichtungen nach PflegeVG - Aufgaben der Träger
und Leitungskräfte
In: Junkers, G. ; Moldenhauer, B. ; Reuter, U.
(Hrsg.), Pflegeversicherung : Konsequenzen
für die Reorganisation, Finanzierung und
Qualitätssicherung. Stuttgart; New York:
Schattauer, 1996, S. 18 - 30
Moldenhauer, B. (1996b):
Qualitätsentwicklung, Qualitätsmanagement,
Qualitätssicherung. Von der Qualitätskontrolle der Kassen zur freiwilligen Zertifizierung
In: Junkers, G. ; Moldenhauer, B. ; Reuter, U.
(Hrsg.), Pflegeversicherung : Konsequenzen
für die Reorganisation, Finanzierung und
Qualitätssicherung. Stuttgart; New York:
Schattauer, 1996, S. 158 - 172
Müller, H. (1991):
Marketing- und Führungsinstrumente im
Krankenhaus
In: Das Krankenhaus 83 (1/91), S. 12 - 20
Müller, J. F. W. (1993):
Social-Sponsoring
In: Häusliche Pflege 2 (12/93), S. 728 - 735
Müller, J. F. W. (1994):
Information ist alles
In: Häusliche Pflege 3 (9/94), S. 552 - 557
Müller, J. F. W. ; Treike, S. (1995):
Qualitätssicherung in kleinen Schritten
In: Altenheim 34 (3/95), S. 189 - 194
Nieschlag, R. ; Dichtl, E. ;
Marketing
16. Auflage
Berlin: Duncker und Humblot
Hörschgen H. (1991):
Oess, A. (1993):
Total quality management
Die ganzheitliche Qualitätsstrategie
3. Auflage
Wiesbaden: Gabler
Oppl, H. (1995):
Helfen als Dienstleistung
In: Häusliche Pflege 4 (2/95), S. 76 - 80
Pantenburg, S. (1996):
Marketingstrategien freigemeinnütziger Unter-nehmen
im Altenhilfesektor
1. Auflage
Baden-Baden: Nomos-Verl.-Ges.
Paratsch, F. (1995):
Qualität kommt aus den Mitarbeitern
In: Altenheim 34 (2/95), S. 118 - 125
Pepels, W. (1994):
Kommunikations-Management
Marketing-Kommunikation vom Briefing bis zur
Realisation
Stuttgart: Schäffer-Poeschel
Pepels, W. (1995):
Einführung in das Dienstleistungsmarketing
München: Vahlen
Pepels, W. (1996):
Marketing
München: Oldenbourg
Peters, M. (1995):
Besonderheiten des Dienstleistungsmarketing - Planung und Durchsetzung der
Qualitätspolitik im Markt
In: Bruhn, M. ; Stauss, B. (Hrsg.), Dienstleistungsqualität. 2. Auflage, Wiesbaden: Gabler,
1995, S. 47 - 63
Raffée, H. ; Fritz, W. ;
Wiedmann, P. (1994):
Marketing öffentlicher Betriebe
Stuttgart; Berlin; Köln: Kohlhammer
Rathje, E. (1997):
Kooperation: Notwendige Verzahnung und
Konzentration im Gesundheitswesen?
In: Das Krankenhaus 89 (4/97), S. 178 - 182
Rheinbay, P. ; Günther, A. (1995):
Rechtsfragen des Dienstleistungsangebots Wettbewerbsrecht und Haftung
In: Bruhn, M. ; Stauss, B. (Hrsg.), Dienstleistungsqualität. 2. Auflage, Wiesbaden: Gabler,
1995, S. 105 - 127
Riegl, G. F. (1991a):
Neue Dienstleistungsqualitäten im Krankenhaus mit Marketing
In: f & w 8 (2/91), S. 112 - 118
Riegl, G. F. (1991b):
Mit Marketing zu optimal gestalteten Augenblicken der Wahrheit am Klinik-Empfang
In: f & w 8 (4/91), S. 256 - 260
Riegl, G. F. (1993):
Spielregeln des Erfolges nach dem GSG: "Fit
For Change" mit Krankenhaus-Marketing
In: f & w 11 (2/94), S. 51 - 56
Riegl, G. F. (1995):
Marketing-Strategien für das Krankenhaus als
Gesundheitszentrum
In: f & w 12 (1/95), S. 57 - 64
Riegl, G. F. (1996a):
Klinik-Marketing beginnt bei Vorgesetzten und
Mitarbeitern
In: f & w 13 (1/96), S. 45 - 52
Riegl, G. F. (1996b):
Krisenmanagement für Reha-Kliniken
Das Marketing der Gastfreundschaft bringt
Belegungssicherung
In: f & w 13 (4/96), S. 324 - 331
Riegl, G. F. (1996c):
Marketingorientierte Pflegekräfte als Hoffnungsträger für das zukunftssichere Krankenhaus
In: Paul-Lempp-Stiftung (Hrsg.), Kundenorientierung in sozialen Unternehmen. Stuttgart;
Düsseldorf: Raabe, 1996, S. 199 - 215
Ristok, B. (1996):
Socialmarketing
In: Boskamp, P. ; Knapp, R. (Hrsg.), Führung
und Leitung in sozialen Organisationen.
Neuwied; Kriftel; Berlin: Luchterhand, 1996,
S. 229 - 239
Ritter, J. (1995):
Rechtliche Rahmenbedingungen eines
Krankenhausmarketings
In: Die Schwester / Der Pfleger 34 (11/95),
S. 1000 - 1006
Roßkopf, B. (1994):
Möglichkeiten und Grenzen des Marketing für
Krankenhäuser
München: Unveröffentlichte Diplomarbeit an
der Universität der Bundeswehr
Scharf, A. ; Schubert, B. (1997):
Marketing
Einführung in Theorie und Praxis
2. Auflage
Stuttgart: Schäffer-Poeschel
Scharmer, C. O. (1995):
Strategische Führung im Kräftedreieck
Wachstum-Beschäftigung-Ökologie
In: ZfB 65 (Heft 6/1995), S. 633 - 661
Schierenbeck, H. (1995):
Grundzüge der Betriebswirtschaftslehre
12. Auflage
München: Oldenbourg
Schlüchtermann, J. (1996):
Qualitätsmanagement im Krankenhaus
In: f & w 13 (3/96), S. 252 - 259
Schnell, R. ; Hill, P. B. ; Esser, E.
(1993):
Methoden der empirischen Sozialforschung
4. Auflage
München; Wien: Oldenbourg
Schroeder-Hartwig, K. (1995):
Qualitätssicherung
In: Die Schwester / Der Pfleger 34 (6/95),
S. 477 - 481
Schulin, B. (1996):
Sozialgesetzbuch
Reichsversicherungsordnung
22. Auflage
München: C. H. Beck
Schwinn, R. (1993):
Betriebswirtschaftslehre
München; Wien: Oldenbourg
Sieber, H. (1996):
Kooperation für ein Mehr an Leistung
In: Forum Sozialstation Nr. 82 (Okt. 1996),
S. 18 - 21
Sperl, D. (1994):
Qualitätssicherung in der Pflege
Hannover: Schlütersche
Stauss, B. (1987):
Grundlagen des Marketing öffentlicher Unternehmen
1. Auflage
Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft
Stauss, B. (1994):
Total Quality Management und Marketing
In: Marketing ZFP 16 (Heft 3/1994),
S. 149 - 159
Steinle, C. ; Bruch, H. ; Böttcher, K.
(1996):
Qualitätsmanagement in Dienstleistungsunternehmen
In: zfo 65 (5/1996), S. 308 - 313
Stratmeyer, P. (1997):
Dynamisches Qualitätsmanagement oder
zertifizierte Bürokratie?
In: ku 66 (4/97), S. 260 - 262
Thill, K.-D. (1996):
Ideenhandbuch für erfolgreiches Krankenhaus-Marketing
Kulmbach: Baumann
Töpfer, A. (1994):
Total Quality Management
3. Auflage
Neuwied; Kriftel; Berlin: Luchterhand
Töpfer, A. (Hrsg.) (1996):
Kundenzufriedenheit messen und steigern
Neuwied; Kriftel; Berlin: Luchterhand
Trill, R. (1996):
Krankenhaus-Management
Aktionsfelder und Erfolgspotentiale
Neuwied; Kriftel; Berlin: Luchterhand
Tscheulin, D. K: ; Helmig, B. (1996):
Arzt- und Krankenhauswerbung
In: ZfB 66 (Heft 11/1996), S. 1357 - 1382
Vollmer, R. J. (1994):
Heimrecht des Bundes
Remagen: AOK-Verlag
Wallrafen-Dreisow, H. (1995):
Qualitätssicherung aus kommunaler Sichtweise
In: Heim und Pflege 26 (9/95), S. 338 - 340
Weh, B. ; Sieber, H. (1995):
Pflegequalität
München; Wien: Urban und Schwarzenberg
Weis, H.C. (1995):
Marketing
7. Auflage
Ludwigshafen/Rh.: Kiehl
Weiss, M. (1997):
Belegungsoptimierung mit innovativem Marke-ting
In: Krankenhaus & Management 10/97, S. 45
Wendt, W. R. (1995):
Beraten und Koordinieren
In: Häusliche Pflege 4 (5/95), S. 320 - 325
Wiegers, H. (1997):
"Rettungsanker" Marketing
In: Krankenhaus & Management 10/97,
S. 1 u. 42
Wöhe, G. (1996):
Einführung in die allgemeine Betriebswirtschaftslehre
19. Auflage
München: Vahlen
Zentes, J. (1992):
Grundbegriffe des Marketing
3. Auflage
Stuttgart: Schäffer-Poeschel
Herunterladen