Palliative Therapieansätze beim inoperablem Pankreaskarzinom

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Palliative Therapieansätze beim
inoperablem Pankreaskarzinom
Teil1
W.Plieschnegger
H.J.Neumann
Trotz erheblicher Fortschritte im Bereich
der Epidemiologie, Molekulargenetik und
Diagnostik werden aufgrund fehlender
charakteristischer Frühsymptome nur 10%
aller
maligen
Pankreastumore
im
operablen Zustand erfaßt.
Die partielle Pankreatoduodenektomie
nach
Kausch-Whipple
sowie
die
pyloruserhaltende Pankreaskopfresektion
nach Traverso-Longmire stellen aber das
einzige therapeutische Verfahren mit
potentiell kurativem Ansatz dar.
Epidemiologie
Mit einer 5-Jahresüberlebensrate von unter
4 % gehört das Pankreaskarzinom zu den
bösartigsten Tumorerkrankungen und steht
an 6.Stelle der tumorbedingen Todesfälle.
Der Altersgipfel liegt im 6. bis 7. LebensJahrzehnt. Die Inzidenz des exokrinen
Pankreaskarzinoms
beträgt
in
den
westlichen Industrienationen etwa 10 auf
100.000 Einwohner pro Jahr.
Abb.1 Inzidenz in Österreich
Ätiologie
Es scheint eine genetische Disposition für
das Pankreas-Ca vorzuliegen. So gibt es
neben einer familiären Häufung auch ein
4 -5 fach erhöhtes Risiko für Patienten die
an einer Polyposis intestinalis erkrankt
sind.
Neben dem Nikotinabusus konnte in
epidemiologischen Studien auch eine
langbestehende chronische Pankreatitis,
ein langbestehender Diabetes mellitus
sowie chronischer Alkoholabusus als
gesicherte
exogene
Risikofaktoren
identifiziert werden.
Gerade die Karzinomentwicklung im
Rahmen einer chronischen Pankreatitis
stellt uns aber vor große diagnostische
Probleme.
Klinik
Meistens präsentieren sich die Pat. mit
unspezifischen Symptomen: abdominelle
Schmerzen,
Rückenschmerzen
durch
perineurale
Infiltration,
Übelkeit,
Erbrechen,
Inappetenz
und
Gewichtsverlust. Ein kleiner Teil der
Pankreaskarzinome
manifestiert
sich
primär als akute Pankreatitis. Eine
zufällige Endeckung einer fokalen
Pankreasraumforderung
beim
asymptomatischen
Patienten
sowie
Gangdilatationen des Ductus pankreaticus
erfordern ebenfalls eine weiterführende
Diagnostik.
Molekularbiologie
Obwohl die molekulargenetische Basis für
die Tumorentstehung und Progression des
Pankreaskarzinoms (K-ras-Mutation sowie
Inaktivierung der Tumorsuppressorgene
p16, p53 und DPC 4) bereits gut untersucht
ist, ist eine Bestimmung genetischer
Marker in der Praxis noch nicht sinnvoll.
Diagnostik
Serummarker wie z.B. das CA 19-9 haben
sowohl in der Primärdiagnostik des
Pankreaskarzinoms als auch in der
Differenzialdiagnostik zur chronischen
Pankreatitis
nur
einen
geringen
Stellenwert.
Die Diagnostik bei Verdacht auf
Pankreaskarzinom erfolgt daher in erster
Linie mittels Bildgebenden Verfahren.
Als
Erstuntersuchung
sollte
die
transabdominelle Sonographie eingesetzt
werden. Bei schlechten Untersuchungsbedingungen (z.B. durch Gasüberlagerung)
sollte ein Multi-Slice CT durchgeführt
werden. In Bezug auf Irresektabilität haben
MRT und Endosonographie den besten
Vorhersagewert. Die endosonographisch
gesteuerte
Punktion
reduziert
das
theoretische Risiko einer Stichkanalmetastasierung gegenüber einem transabdominellen Punktionsweg.
Abb. 2
Diagnostischer Algorhythmus
bei Verdacht auf Pankreaskarzinom.
Klinischer Verdacht
Staging
Die Stadieneinteilung des exokrinen
Pankreaskarzinoms erfolgt nach der UICCKlassifikation
Tab. 1
UICC 1997
Stadium
T
N
M Erläuterungen
I
T1-2
N0
M 0 T1 = Tumor auf Pankreas
Begrenzt,>2cm
II
T3
N0
M 0 T3 = Ausbreitung in:
Duodenum, Galleingang,
peripankreatisch
III
T1-3
N1
M 0 Regionale LK-Metastasen
IVa
T4
Jedes N
M 0 T 4 = Ausbreitung in:
Magen, Milz, Kolon, große
Gefäße
IVb
Jedes T
Jedes N
M 1 Fernmetastasen
Maligne Gallengangsobstruktion
Die unbehandelte Gallengangsobstruktion
führt durch Fortschreiten der Leberdysfunktion, zum Leberversagen, und geht mit
früherem Tod einher.
Die biliäre Dekompression kann entweder
durch endoskopische oder perkutane
transhepatische Stentung in fast allen
Fällen durchgeführt werden.
Der ideale Stent ist aktuell noch nicht
verfügbar. Sowohl bei Plastik- als auch bei
Metallstents stellt die Stentdysfunktion ein
Problem in der Langzeitbehandlung dar.
Studien von unterschiedlichen Materialen
zeigen, dass der Teflonstent das beste
Polymer für biliäre Stents darstellt.
Sonographie
Pankreas und
Leberläsion/Aszites
Pankreasläsion ohne
Fernmetastasen
HISTOLOGIE
keine Pankreasläsion oder
nicht beurteilbar
Multi-Slice CT
MRT / Endosono
irresketable
Pankreasläsion
potentiel resektable
Pankreasläsion
HISTOLOGIE
chir. Exploration
ggf. Resektion
Für den Plastikstent sprechen die deutlich
geringeren Einmalkosten, wobei der
Plastikstent
aber
auch
bei
asymptomatischen Patienten alle drei
Monate gewechselt werden muss.
Obwohl selbstexpandierende Metallstents
signifikant längere Dekompression im
Vergleich mit Plastikstents zeigen, muss
man auch bei diesen mit einem Stentverschluß rechnen.
Stentverschluß
Bei Stentokklussion gibt es mehrere
Behandlungsoptionen:
- Mechanische Reinigung
- Platzierung eines neuerlichen Wallstents
- Platzierung eines Plastikstents
Photodynamische Therapie
Als weitere Methode bietet bei maligner
Choledochusstenose die photodynamische
Therapie sehr gute Ergebnisse. Die
Behandlung wird aber nur in wenigen
Zentren durchgeführt und wird dzt. auch
am KH der Barmherzigen Brüder in
St.Veit/Glan evaluiert.
Als ökonomisches Vorgehen ist daher eine
primäre Plastikstentimplantation und in der
Folge bei erstmaligem Stentverschluß eine
Metallstentimplantation zu empfehlen.
Abteilung für Innere Medizin
Allg.öffentl. Krankenhaus
Barmherzige Brüder
9300 St.Veit/Glan
Vorstand :Prim.Dr.Franz Siebert
Email:[email protected]
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